Nr. 99 Erscheint täglich mÜ Ausnahme bei Sonntag«. General-Anzeiger für Oberhejjen * M-> April 1912. L» .84 .87' Lachen int 1001 167.1’ Bayerischer Gesandter Graf Lerchcnfcld: 1 Walther, Rechn'-- irektor. Uhr Weiterberatung und Kolonial-Etat. Es handelt eine Kette Freunde sorgen. (Beifall bei den Nationalliberalen. Zentrum.) : betrug am 1. Januar 1911 » )11......— der Reidiseifenbahnen. die Abgg. 2 iesching (Vp.) und Dr Es sprechen hierzu Weil (Soz.). Am Sonnabend 11 Schluß 7 Uhr. ;.34l .46 .49/ Abg. Dr. Spahn (Zentr.)* Meine Partei wartet die Entscheidung im BundeSrat ab. Auch ich bin der Ansicht, daß man daö Gesetz befolgen mutz, so» lange es besteht, auch wenn cs e ' n ungerechte» Gesetz ist. Man mutz bei der Tätigkeit der Jesuiten zwischen ihrer Tätig, leit als Priester und a l L Mitglieder des Ordens unterscheiden. Was wollen Sie mit den Schikanen er. reichen? Es würde kommen, wie in Schleswig mit den Dänen, die sich eigene Säle bauen. Jemand zu hindern, nach den vor» trägen zur Beichte, zum Sakrament zu geben, wäre der schwerste Eingrifs. Heben Sic doch den 8 1 des Jesuitengesetzee auf. Abg. v. Morawski (Pole): Wir erleben hier wieder ein Stück Kulturkampf, sich nicht um einen einzelnen Vorstoß, sondern um von Ereignissen. Redaktion. Expedition und Druderet: Schulstrave 7. Expedition und Verlag: fcwfr 5L. Redaktion:TeU-Adr^AnzetgerGietza^ M Valltorinch dem einige Worte entgcgenzusetzen. Ter Abgeordnete Junck hat gesprochen von einer Verletzung des Reichsgesetzes durch die bayerische Regierung. Er hat aber in seinen weiteren Ausführungen dies Delikt insofern etwas eingeengt, als er nur von' einer objektiven Verletzung sprach. Jedenfalls ist der Ausdruck gefallen, und ich möchte ihn zurückwcisen. Ich konstatiere, daß meine Regierung bei dem Erlaß der festen Ueberzeugung war, daß sic sich inner, halb des Rahmens des Reichsgesehes gehalten hat. Dann hat der Herr Abgeordnete weiter gemeint, daß Bayern einseitig vorgcgangen sei. Auch das muß ich z u r ü ck w c i s c n. Gleichzeitig mit dem Erlaß und vor dem Er. laß hat die bayerische Regierung sämtlichen Bundesregierungen ihre Auffasiung der Sache angczeigt. Nachdem dann Bedenken gegen den Erlaß aufaesticgen waren, hat die bayerische Regierung sich an diejenige Stelle gewendet, welche dazu berufen ist, Reichs- gesetze auszulegen. Der BundeSrat ist dazu kompetent auf Grund der Rcichsvcrfasiung und auf Grund des Jesuitengesches. Wie der Herr Reichskanzler bereits mitgeteilt hat, hat sich der Bundesrat weitere Anordnungen Vorbehalten. Auf die übrigen Ausführungen des Herrn Abgeordneten möchte ich nicht eingehen, obwohl sich manches darauf erwidern ließe, und zwar auS einem ganz bestimmten ^Grunde, weil ich mich nicht für berechtigt oder es nicht für richtig halte, in diesem Sta- dium der Sache eine Brgründung des bayerischen Erlasses zu geben. Dazu müßte ich aber notwendig kommen, wenn ich auf die Ausführungen des Begründers der Interpellation eingehen wollte. Der Bundesrat hat jetzt das Wort, und ich glaube, durch alles weitere, was vom Bundesratstisch auS gesagt werden würde, würde dem Beschluß des Bundesrats vorgegriffen werden. Ich glaube, die bayerische Regierung ist in dieser Sache so verfahren, wie sie verfahren konnte. (Lachen bei den Nationalliberalen.) Sie hat ihre Auffassung vertreten, hat aber nicht bestritten, daß auch andere Auffassungen bestehen können. Die „l»Dv Vorsitzende: Dr, lkauiL iWffliil, Bem Nt m. unbcschr. Haflpstch 1. Dezember 1911. Abg. Blos (Soz.): Nun könnten wir ja eigentlich abwarten, was der hohe Bundesrat tun wird. (Sehr richtig! im Zentrum.) Warum müssen wir uns noch um das Jesuitengeseh streiten? Man hätte mit diesem Torso längst aufräumen sollen. Die jesuitische Kasuistik feiert in dem bayerischen Erlaß Triumphe, die heiligen Väter von der Gesellschaft Jesu sind wohl die Verfasser. Aber solanae das Jesuitengesetz besteht, muß es auch beachtet werden. .(Sehr richtig!) Tas verlangen wir. denen man Strauss 3r’ Berr’hard Katz rlobte. immer vorwirft, GesetzeSverächtcr zu sein. ES passieren jetzt merkwürdige Tinge in Deutschland. Tie Väter Jesu werden immer auf Seite der Staatöerhaltenden stehen. Die preußische Kamarilla hat erklären lassen, daß sie auf ihre Stunde lauere; es ist ein Zeichen der Zeit, daß gerade in diesem Augenblick die Väter Jesu auftauchcn. Tic Jesuiten sind unsere schärfsten Feinde, trotzdem verlangen wir die Abschaffung des monströsen Jesuitengesetzes. Mb. Deutscher Reichstag. 47. Sitzung, Freitag, den 26. April. 1 Uhr. Km Tische des BundeSratS: v. Bethmann Hollweg, Dr. Delbrück, Kühn, Graf v. L e r ch e n f e l d und zahl- reiche andere BundeSratsvcrtreter. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Berichte der Wahl- prüfungSkommission. Die Wahlen der Abga. Brandes- Halber- stadt (Soz.), A n g e r p o l n t n e r - Traunstein-BerchteSgaden (Zentr.), Dr. B e l z e r - Siegmaringen (Zentr.), Meyer. Celle (Nall.) und A st o r . Berncastle (Zentr.) werden für gültig erklärt. Interpellation kallermann Ober den bayeriFdien Selulfenerlass. Die Interpellation der Nationalliberalen lautet: 1. Erkennt der Herr Reichskanzler in dem Erlaß des Königlich bayerischen Staatsministeriums des Innern an die Königlichen Regierungen betreffend Vollzug des JesuitengcsetzeS eine Verletzung des Reichs- aesetzcü vom 4. Juli 1872 und der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. Juli 1872? 2. Welche Schritte gedenkt der Herr Reichskanzler gegenüber diesem Borgeßen der Königlich bayerischen StaatSregierung zu tun, um daS' kaiserliche Recht zur Ueberwachung der Ausführung der Reichsgesetze zu wahren? Abg. Dr. Junck (Natt.) begründet dir Interpellation. Ter Erlaß des bayerischen Ministeriums ist eine ausfällige Verletzung eines Reichsgesetzes. V e r ° trauliche Erlasse sind gefährlicher, als nicht vertrauliche. (Sehr gut! links.) Ob die Gründe, die seiner Zeit zum Erlaß des Jesuitcngcsctzcs geführt haben, richtig waren, oder ob sie jetzt noch zutreffen, darüber zu sprechen, habe ich keinen Auftrag. Kommt eS zur Erörterung darüber, so werden wir mit unserer Ansicht nicht hinter dem Berg: halten. So lange ein Reichsgesetz besteht, haben die einzelnen Staaten inTreucund Gehorsam gegenüber dem Reiche daö Reichsgesetz aizch seinem Geiste nach zu erfüllen. Noch gestern hat sich das Zentrum beschwert, daß ein Minister dem Gesetze die Achtung und den Gehorsam versagt hat. Wir wenden uns an den Kanzler des Reiches als den Hüter des Reichs- rechts. Tie Ueberwachung der Durchführung der Reichsgesetze gehört zu den Tienstgeschäften deü Reichskanzlers. Ter Bundesrat kann nur sprechen, wenn Meinungsverschiedenheiten zwischen der Zentralgewalt und einem Bundesstaat vorhanden sind. Hat der Reichskanzler seine Meinung, daß eine Verletzung eines Reichsgesetzes erfolgt ist, zum Ausdruck gebracht? Und welche Antwort hat er erhalten? G8 ist ja möglich, daß man sich schon wieder zwischen der Reichsregierung und dem bayerischen Ministerium geeinigt hat, hie Entscheidung dem Bundesrat zu überweisen. Wir fragen im Interesse her Autorität deS Reichs- kanzlcramteS. Hier handelt es sich nicht um eine Aufleh. nung einer untergeordneten Behörde, eines Bundesstaates, sondern hm den Erlaß einer Zentralbehörde. Hier liegt zweifellos ein Konflikt zwischen Reich und E i n z c l st a a t vor. Es Iväre mit dem Reichsgedanken unverträglich, wenn sich gewissermaßen ein königlich preußisches und ein königlich bayerisches Jesuitenrecht hcrauSbilden sollte. Die Auflehnung gegen daS Reichs- gesetz wird geschickt verhüllt, und bad ist daS besonders Gefährliche. Der Gesetzgeber hatte damals die Absicht, dcn Jesuitenorden in allen feinen Beziehungen zu treffen. Der Redner führt aus dem Wortlaut des Gesetzes aus, eine mildere oder ftr engere Anwendung eines Gesetzes ist nicht zulässig. Gesetze werden entweder rickrig oder nicht richtig angc- wandt. Entschiedenen Widerspruch muß man aber erheben, daß e» von den jeweiligen Zeitverhältnisscn ab- hängen soll, und vor allem erheben wir Widerspruch dagegen, daß etwa die politischen Zeitverhältnisse maß- gebend sein sollen. (Sehr richtig! links.) Der Redner wendet sich gegen die Auffassung, daß man auS ter seinerzeit erfolgten Aufhebung dcS § 2 des Jefuitengesetzcs etwa folgern könne, die Tendenz des Gesetzgebers richte sich gegen das Jesuitengesetz überhaupt. Im Gegenteil, nachdem mehrfach der ReichstagSbeschluß auf Aushebung deS ganzen Gesetzes vom BundeSrat abgelchnt wurde, hat dieser nachträglich den § 2 auf gehoben und damit bekundet, daß § 1 w.'iterbestehen soll. Missionen sind nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes verboten. Der Unterschied zwischen Missioneii und Konferenzen ist ganz klar. Missionen üben eine Heilstätigkeit aus, Konferenzen sind nur Vorträge. Hier muß die Aufsichtsbehörde eingreifen. Hier handelt eS sich um politische Gründe. Herr v. Hertling erklärt, eS sei eine Erbschaft seines Vorgängers, aber es ist fein eigener Entschluß, daß er jetzt mit diesem Erlaß an die Öffentlichkeit tritt. Mir liegt jede Verschärfung der Situation vollkommen fern, aber der Reichskanzler i st auch anderen M a ch t a n sp r üchc n deö Zentrums gewichen, z. B. bei der TeckungSvorlage der Heercsforde- rungen. Da müssen wir Aufklärung verlangen. Tie Interpellation soll einer Beunuruhigung im Volke Ausdruck geben. Eß handelt sich um den konfessionellen Frieden. Tas Ueberwachungsrecht deS Reiches muß ausgeübt werden mit der nötigen Wachsamkeit. Caveant consules! (Beifall links.) Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg: TaS Jesuitengesetz vom 1. Juli 1872 schließt die Angehörigen des Ordens her Gesellschaft Jesu vom Gebiete des Deutschen Reiches aus und untersagt die Errichtung von Niederlassungen. Auf Grund des § 3 des Gesetzes, der bestimmt, daß die zur Aus- l? iig deS Vollzugs des Gesetzes erforderlichen Verordnungen vom BundeSrat erlassen werden, hat her Bundesrat ausweislich ber Bekanntmachung d s Reichskanzlers vom 5. Juli 1872 bc- ’’ blossen, daß der Orden der Gesellsci aft Jesu vom Deutschen Reiche 'uSgeschlossen ist, den Angehörigen dieses Ordens die Ausübung iner Ordcnstätigkeit, insbesondere in Kirche und Schule, sowie die Ab ha ltungvon Missionen nicht zu gestatten ist. Im Bundesratsprotokoll zu diesem Beschluß ist folgender Satz angefügt worden: Der erfolgte Beschluß wurde mit dem selbstverständlichen Vorbehalt geiaht, daß ergänzende und abändernde Anordnungen getroffen werden, wenn im Laufe der Zeit auf Grund der bei Ausführung des Gesetzes gemachten Erfahrungen die Notwendigbi. >"'5 gehen ’bDt ' -ersammbillg lesiahl'ge . $ eirigr^ Mitglieder t)ltr01u^ gp Abg. Gröber (Zentr.) ? Herr Crtmann hat eine Kulturkampf rede gehalten. DaS Jesuitengesetz ist kein Justiz», sondern ein Verwaltungsgesetz, daS einzige Ueberbleibsel aus einer an Ausnahmegesetzen reichen Zeit. Von der Ordenstätigkeit weiß der BundeSrat nicht viel. Tas hat er mit seinen unausführbaren Verordnungen bewiesen. Bei der Heilsarmee stehen englische Männer an der Spitze, den deutschen Jesuiten will man die Seelsorge nicht gestatten. Es handelt sich um einen Angriff auf die katho- l i sche Sl i r d) e, in einem Moment, wo alle Mächte des Um- sturzes sich rühren. (Gelächter der Soz.) Ich verlange die gleiche Freiheit wie für den Unglauben auch für den Glaubern Abg. Mumm (Wirtsch. Vgg.): Mich interessiert nur, wie die Nationalliberalen sich zum Je- suitengesetz verhalten werden, nachdem sie die sozialdemokratischen ' Stichwahlbedingungen unterschrieben haben. (Heiterkeit r:cht- und im Zentrum.) Wir erwarten, daß das berechtigte evangelische Interesse gewahrt wird, aber auch der konfessionelle Frieden. Als evangelischer Christ bebaute ich tief die gestrige Erklärung des ÄriegsministerS. Der BundeSrat muß einen geraden Ausweg finden, er darf keine gewundene Politik treiben, die man jesuitisch oder natto n a 11 i b e r a ’ nennt (Große Heiterkeit im Zentrum.) Abg. Dr. Junck (Natt.): Ter Erfolg unserer Interpellation ist, daß der Reichskanzler hier vor aller Oeffentlichkcit, vor der Nation festgestellt hat, daß der bayerische Erlaß der bisherigen Praxis nicht entspricht. Es liegt also auch nach der Auffassung deS Kanzlers eine Gefährdung des Reichsgesetzes vor. Bavern ist nicht _ korrekt vorgegangen. Tas Jesuitengesetz ist ganz klar. Man muß eS nur nicht unklar machen. Und da har Herr Gröber allerdings in einer Weise ge- sprochen, die an die Jesuitenart erinnerte. Die Behauptung bei polnischen Abgeordneten, daß wir einen Kulturkampf entfesseln wollen, weise ich entschieden zurück. (Beifall der Nationalliberalen.) Es liegt da wohl ein Unverständnis vor. Wir haben die Interpellation eingebracht im Interesse deS Reichs- gedankens. Dafür haben die Polen freilich stets ein sehr geringe« Verständnis gezeigt. (Beifall bei den Nationalliberalen.) Die Aussprache schließt. Damit ist die Jnterpella aC8otbnung- w p-° r Dividend Abg. Gras Westarp (Kons.): Nach den Erklärungen deö Reichskanzlers hat die Sache im wesentlichen nur verfassungsrechtliche, d. h. formelle Bedeutung. Unser Standpunkt in diesen Fragen ist unverändert. Tie bayerische Verordnung hat sich nickt innerhalb des verfassungsrechtlichen Zu- standeS gehalten. Korrekt aber war, daß sie sich an den BundeSrat gewandt hat, um einen Beschluß herbciHuführen. Dieser Beschluß wird uns eine Bürgschaft für eine einheitliche Durchführung dieses Gesetzes schaffen. Abg. Dove (23p.): Tie Sache ist jetzt den verfassungsmäßigen Weg gegangen. Politisch bedenklich ist, daß eine gewisse Schwächung des (Ein- heitSgedankenS eingetreten zu sein scheint. Wir haben unS an das Gesetz zu halten. Tas hat auch die bayerische Regierung 40 Jahre lang getan. Tcr Erlaß soll nur eine Vorarbeit fein, um das Jesuitengesetz ganz abzubrechen. Abg. Mcrtin (Rp): Die bayerische Auslegung widerspricht der bisherigen Praxis und weicht auch vom Sinne dcS Gesetzes ab. Abg. Ortmann (Natt.): Durch die Erklärung des Reichskanzlers ist die Deunruhi- gung noch stärker geworden. Soll der bayerische Kurs auch auf das Reich übertragen werden? 40 Jahre bestand ein bewaffneter Friede, jetzt wird mobil gemacht. Der Kampf gegen die Jesuiten ist ein Kampf für Gerechtigkeit und Kultur. Der bayerische Erlaß muß nicht nur formell, sondern auch materiell zurückgewiesen werden. Mag daS Zentrum in Bayern allmächtig fein, im Reich wird cs nicht so weit kommen, dafür werden meine politischen Passivs. Ji iPer ausgenommen Kapitalien 971477.il ; , Stammguthabender Mitglieder 16100.- n Reservefonds 11234.83 W. ! , Zuweisung aus btm Reingewinn pro 1910 826.26 M. 12 QM , Remgrwum 1611.1! 162. Samstag, 27. April 1912 1A jA AA AA aa ▲ ▲ , ▲ Rotationsdruck and vertag der Uröbild)tu Q)ivhCUCi Zllmluvt 68 | Aus Stadt und Land. Victoria Luise und Rheinhessen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzcn. •c Wetter ■5. «a 3 0 April 26 26 27. e & 21 67 70 « & Sonnenschein Klarer Himmel Sonnenschem W still NW 18 9 10 8 6.7 April 1912 2 still 2 — > 19,0 * C. - + 8.0 * C. J Höchste Temperatur am SiieDriflfie „ , OiicbrrtrbM'i: «, 0 mm 46,5 44,4 1 435 Starkenburg 68. Darmstadt, 25. der Stadtverordneten Gießen, 27. April 1912. Gießen deö Hessischen Avril. In der heutigen Sitzung stand u. a. der Verwaltungs- Tagesordnung. Ein Vergleich dcö 1909 zeigt folgendes A? sß Krc^s Schotten. § Gedern, 26. April. Ter Sitz der seit einer Reihe oon Jahren hier bestehenden Kreisassistenzarztstelle für die Kreise Büdingen und Schotten wird vom 1. Juni ab nach 3,4 5 5 5.1 m Offenbach, 25. April. Tie Feuerweyr wuroe yeukx abend nach dem Hause Krafftüraße 10 alarmiert, wo der Automobilschuppen des Automobühalters Icklcr in Brand geraten war. In dem Schuppen befanden stch vier Automobile, von denen drei unversehrt herauSqebracht werden konnten, während das vierte durch das Feuer erheblich be. schädigt wurde. TaS Feuer soll durch die Explosion einer Acetylenlampe entstanden sein. Die mit den Automobil- löschzügen herbeigeeilte Feuerwehr konnte den Brand nach etwa einstündiger Tätigkeit lokalisieren. Bad Salzhausen verlegt. Der seit 1. April 1909 hier 016 KreiSassiltenz. und praktischer Arzt tätig gewesene Dr. med. Schenck siedelt dorthin über, woselbst gegenwärtig nn sogen. .Glockenhause* eine Wohnung hergerichtet wird. Tr. Schenck übirnimmt zugleich die Stelle eines Badearztes; er ist der Sohn des früheren Forstmeisters Schenck. Lrcis Friedberg. 25. bi« 26. 25. . 26. Märkte. ©leften, 27. April. Marktbericht. ‘Huf bentiqem Wochen- markte kostete Butter da« Pstmd 1,30—1.40 lUf. Hübnereier 1 Stück 7—0 2 Stück >6 P«a. Enteneier 1 Stück 10—OH. (Bonierict 1 St 20 Mole da« Stück t>—3 Big, Kasematte 2 Stück 5—6 l-ta, rauben pr Br. 0,30-1,»0 Alk^ Hübner pr.1,00—1,60 E, Halmen rr. Stück 0,«0-1,80 9)fuuö 90—94 Wtu Kubsteisch 80 "Ufa. ednoeut«. fleildj vr. Bstmd 70—90 Big. ttalbsteijch vr. Bis. 92—u6 l-t* Hammelstklsch vr. Blv 70—90 Blg^ Kartosiel.r vr. luO Kg. 9.50 bi« 1Ü.00 Alk., Weißkraut da« Stück 15 bi« 30 Plg. Zwiebeln ver jtr 12,00—15,00 'UiiLb da« Liier 22 'tilfl* Aev'el ver Str. 16 bi« 20 i>IL 9lnfle 100 Stück 50—00 ver Ztr. 0—00 •D1L Birnen da« Wunb 20—25 Bia. Alarktzeit von 7—1 Ubr. s. Bad-Nauheim, 25. April. Gegenwärtig hntb ein neues Grundbuch hier angelegt. Die hres.ge Ge- mcknde will den Ludwigsbrunnen (Säuerling) eingeschrie- ben haben als einen Brunnen, auf dessen Waiser »u holen, sie ern Recht besitzt. Dieses Recht bestreitet bet FiSkuS. Er will wohl nichts dagegen haben, wenn bie Bewohner Nauheims in beschränktem Maße Wasser holen, aber daS Recht bestreitet er. Die Gemeindeverwaltung hat einen Prozeß angestrengt, der noch schwebt. In gleicher Lage befindet sich Friedberg. Auch diese hat einen Prozeß gegen den Staat beschlossen. D e A ’nd em SonntÄff, 28. April 1912, *tfl>enden *lvl LIC von 1 11 "> imiiac* " 6 ।- «" nar lur dnnr»*nd** Kü11f* * rh r anzairHtten : D ,T/# Dr. Meyerhoff, Süd-Anlage (Neubau Nikolaus). I>r. «weycr. Seitenweg ,;4. 5 ■ _ ’ * > ■ _ ■ - " ।- - a - — — - ■ 1 r .«J—■ -U.*— lAltcr Erfahrung gcmässt bildet Scotts Emulsion bei Entkräftung, Abmagerung,Appetitlosigkeit u den damit zusammenhängenden Beschwerden eine schätzenswerte Zugabe zur täglichen Nahrung. Die Wirkung zeigt sich denn auch bald sn einer Steigerung des Gewichtes verbunden mit einer nachhaltigen Hebungd. Allgemeinbefindens il der Erhöhung der Leistungsfähigkeit. bericht der Stadt auf der . . ... Abschlusses des Jahres 1910 mit dem von 1909 zeigt folgendes Bild: barer Ueberschuß aus 1910 569 199,58 TtL, au5 1909 326 801,48 Mk., mithin ein Mehr von 248 398,10 TOI. Bon den Einnahmequellen hat der Ertrag deS GrundstuckvermögenS im ganzen sich nicht nxsentlich verändert. MC QJcmcinbefteuern weisen eine Mchrcinnahmc von 563 770 Mk. auf infolge der > Steuererhohung von 18,6 Proz. Die Einnahmen auS Oktroi ind um 271866 Mk. zurückgegangen, was durch die Aufhtchung des Oktrois auf Lebensmittel veranlaßt ist. Tie Einnahmen des Elektrizitätswerkes aus abgegebenem Strom sind gegen das Vorjahr um 92 000 Mk. gestiegen. Die Bruttoeinnahme des Gas^ wertes bleibt hinter dem Spezialvoranschlage um! nahezu 50 000 Mk. zurück, wovon aus den Koksverkauf 32 000 Mk. entfallen. DaS Gesamtvermögen der Stadt ist 66 825 558,43 Mk., die schulden betragen 40 692 497,93 Mk., eS bleibt also ein Vermögens- Überschuß von 26 133 060.50 Mk. — Der n e u e D ar m ,t ä d ter Bahnhof soll in zwei Tagen eingewerht werden. Ueberall wird noch gearbeitet, aber die Fachleute zweifeln nicht daran, daiz am Sonntag alles in bester Ordnung sein wird. Was zunächst fesselt, das ist diemächtiaeBahn Hof s h a l l e. DerReifende der aus dem EmpsangSgebäude die Bahnhossanlage betritt, steht auf einer Brücke und unter ihm liegen die Gleise. Grotze Schilder zeigen ihm, wo sein Zug steht. Die Darmstädter haben alle Ursache, aus ihren neuen Bahnhof stolz zu sein, denn tm ganzen Reiche wird man nur wenige seinesgleichen finden. Einige nähere Angaben dürsten interessieren. Die Gesamtkosten dec Anlage, zu denen die Stadt 500000 TOL beitrug, betragen rund 17 Mill. Mark, wovon über 4 Mill. Mark auf den Grunderwerb und rund eine Million auf das Empfangsgebäude entfallen Allein die Lokomotivwerkstätte kostet rund 5 Millionen Mark. ES waren 1700 000 Kubikmeter Bodenmassen zu bewegen, 32 Kunstbauten zu errichten und 100 Kilometer Gleise zu legen. Mit den Bau arbeiten nnirbe im Frühjahr 1907 begonnen, Zunächst an der Lokomotivwerkstätte. Sie wurde bis Sommer 1909 sertiggestellt und im August 1909 in Betrieb genommen. Im Oktober 1907 wurden die Arbeiten für den Bahnhofsneubau begonnen, 1909 wurden die Bauwerke vollendet, 1910 die Straßen, Weae und Kanäle und 1911 die Gleise und Sicherungsanlagen. Westlich der Lokomotivstation ist der Werkstättenbahnhof mit den Werkstätten errichtet. Die Lokomotivwerkstätte faßt 92 Stände und beschäftigt über 700 Arbeiter. Bemerkenswert sind die Wohlsahrtseinrich- tungen, das Arbeiter-SpeisehauZ und die Badeanstalt. An der Mittelschneise im Walde ist eine Arbeiterkolonie mit Wohnungen für zunächst 24 Familien errichtet — Die Ortsgruppe »Vereins für Luftfahrt beabsichtigt, eine Gefell,choflS. Ifntitt mit dem Lustkreuzer »Bictoria Luise- zu ver- Anstalten und wenn möglich eine Landung in (Siefeen Hamit zu verbinden. Um die Derkandlungen darüber zum Abschluß bringen zu können, ersucht die Ortsgruppe^ ihre Mit* glieder und sonstigen Interessenten, die an dieser Fahrt teil* -zunehmen wünschen, sich alSbald anzumelden. (eiehe Inserat.) — Da voraussichtlich nur 15 Plätze zu vergeben sind, ist rasche Anmeldung empfehlenswert. Jnteresienten erhalten weitere Auskunft vom Vorstand deS veranstaltenden Verein«. ** Gewerbliche Revisionen im 1. Vierteljahr 1912. Es wurden in Gießen revidiert: 1. Die gewerbsmäßigen Steile n v e r m i t t l e r auf Grund des Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910. 2. Tic K o l -o n i a l w a r e n g e scha ft e bejügl. Festhalten von Kupfervitriol gemäß Artikel 1 des Gesetzes, bett, den Handel mit Giften, vom 28. Oktober 1905. 3. ®aft* und Schankwirtschasten, sowie fonftiae Verkaufsstellen bezügl. Fichrung von Weinbückfern aus Grund des WeingesetzeS vom 7. April 1909. 4. Die wir Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen, auf Grund der bundesratlichen Bestimmungen vom 17. Februar 1907. 5. Drogerien aus Grund der Verordnung vom 20. Mürz 1905. 6. Verschiedene Petroleumlager, Tankwagen und Tankanlagen auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. '7. Dampsmolkereien in bezug auf Beschäftigung von Arbeiterinnen aus Grund der Bekanntmachung deS Reichskanzlers QanAen vom 4. Juni 1910. 8. Die qewerbSmätzigen G u l e r h a n d l e r mit ländlichen Grundstücken aut Grund des Gesetzes vom 27. Juni ™CT,cn 1908. 9. Bewegliche Dampfkessel nach der Verordnung vom 26. März 1902. 10. Die Gast- und Scha n kw l r t-scha f« ten bezügl. Beschäftigung fremden Personals, Einhaltung und Eintrag der Ruhezesten in das zu führende Buch auf Grund der Verordnung vom 23. Januar 1902. 11. Stetnbrüche und Sandgruben in bezug auf Lagerung von Sprengstoffen nach der Bekanntmachung vom 30. August 1884 und 5. August 1904, sowie der Verordnung, den Verkehr mit Sprengstoiwn betr., vom 21. Dezember 1893. 12. Benzinlager auf Grund der Verordnung vorn 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 13. Lumpensortierereien bezüglich Besck-äftigung lugend- licher Arbeiter auf Grund der Bekanntmachung vom 8. Dezember 1909 (Reichsgesetzblatt 61) und Lumpenlager nach dem Lokalreglement vom 8. Oktober 1884. 14. Die Warenhäuser auf Grund der ministeriellen Bestimmungen vom 15. Ium 190o. 15. Verkaufsstellen, in denen sog. Blutwein angevriesen wird. 16. Getreidemühlen auf Grund der bundesratlichen Bestimmung vom 26. April 1899 und 15. November 1903, sowie der Polizeiverordnung vom 17. November 1902, die Verwendung von Blei an Mühlsteinen betr. 17. Borftenzurichtereien, sowie Bürsten- und Pinselmachereien auf Grund der bundeSrat- lichen Bestimmungen vom 22. Oktober 1902. 18. Die hiesigen und auswärtigen Bäcker, sowie Brothändler aus Gewicht des Brotes, Namenszeickfen und Brotzettel nach der Polizeiverordnung vom 27. Juni 1907. 19. Kleider- und Wäschekonfek- tione n auf Grund der Verordnung vom 31. Mai 1897 und 17. Februar 1904, sowie des 8 163 ff. der Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnung. 20. Die Milchhändler tnbezug auf spezifisches Gewicht der Milch, Reinlichkeit der Gesäße und Wagen, auf Grund der Milchverlaufsordnung. 21. Zur Erhebung kamen 16 Nohrungs- und Genußmittelproben, darunter 12 Milchproben, intb wurden dem chemischen UntersuchungSamte übergeben. , tato-tai - 5/12, 6/16, 6/18, 8/22, 10/30 PS. elepl, lind zuverlässig Kurze Lieferzeiten. Generalvertreter Johann Häusler Frankfurt a. M. Maineer Landstraße 151/153. [hv*/< Solvente Vertreter gesucht. 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Sie ist die alleredelite Kartoffel, die je eriftiert bat und waS ibr nach besonders wert verleibt, daff sie Slnsang Juni idion abacerntet werden kann. Diamant darf auf keiner Tafel fehlen: denn ne ist eine wirkliche Telifa esse, schmeck! fein pikant und ivird deshalb auch Butterfartoffel genannt, troubem sie so fern und die Erite aus dem Markte ist, kann man 2d0 Str. 0,0 Morgen einten. Die früheste aller Slartoffelforten. Herr H (ßrätner, CMutöbcfitier. SlrniL schreibt: ,Mit Ihrer Siegfrieds (Sbclfartoffcl Diamant bin ich sehr Antrieben, e8 ist die fetnschnte^end'ie Kartoffel, dte wir ieui haben. Von einer anderen Rirma bCAon ich ebeniahd Diamant, die im (Qcitbmarf nicht io waren unb kaum die Hälfte ergaben^. Ich lieicre eine echte, garantiert reine züchterische, hochwertige Saat: 1 Ztr. 13.- Hif., Mtr.7.- Ml., Utr. 4.- Ml, 19 Psd. IP-Dlli» V Ml. A. Siegfried, Ibürinjcr IMtckWWt 3tn!rfll=eaoftnjitllf, Grotzfahner-Erfurt 99. 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Zum Verkauf kommen Mu Berta Rmpn von BÜtft von Henckel-Tonne Freiherr von ®olb|djmib Fürst von llieft Fürs! von 'L-len banL Ulrich ®rnf von § Kranz Hubert Grat Ziele Roinmerjienrflt Henschel -tonnen Jmö von Menbetsohn Ann; doknlok^nMn Wte btmerl vermögen, maid aus Sestminiler aus 320, schild auf 300, Lord j voshire und von Bed sollen alle diese jetzt Monaten A. deit, dei auf 1600 Mill. Mark, < 3n Frankreich Rothschild zu nennei 800 Mill. Mark gesch gehen weit auseinande Rothschild soll 10000 bat Frankreich keine i wögenssteuer. Die amtliche Anc genauere Feststellung. Amerika zeigen sich er 3ahr 1908 ergeben 1897 . 1899 , , * * 1902 , ‘ * 1905 . ' ' 1908 . * * * gySB Wegen vollständigen Umbaues und bedeutender Vergrösserung meiner Verkaufsräume bin ich gezwungen, bis zur Neuherstellung mein Geschäftslokal zu verlassen. Ich unterstelle deshalb mein enorm grosses Lager einem HL 9? ^wtl! Schleuderpreisen wie sie in Giessen noch nicht geboten wurden. Ich bitte höfl. von diesem günstigen Angebot sofort oder für späteren Bedarf ausgiebigen Gebrauch zu machen und die Preise in meinen Schaufenstern zu beachten. itzSÄ ui' 1832 1659