1 Trt-n, ütou < ; blühtch» fctilrinm 1 dittitn, ' Auch tzv ? blud-nkrn ta» MiilfeJ ts ’ ♦ wn ,lb°n un! U5, < und jimt nie - PWtrn tut jg ra ftcnog mit jionllu« a. ^ilinab&fcn, w,o, ratitfhoj, Wtiäimti A ftnH« üiab. >A äikiol UL on Bit Rimt. i‘ - tropfe d Ausführungen re »mon & Cie. Ii J 70 82 659 869 lOl il 983 102036 IC? 62 21 L92 299 370 624 40 ffl 776 867 105011 14 ti 433 70 90 6M 692 ! 17 162 62 284 645 13 20 63 65 316 483 !' 15 >10001 42 559 109013 V 17 72 WO 63 )7 6 2 7 60 719 18 84 W 617 20 96 8to Ml U flM B16 952 VI • 5 15001 64 1 1414 . 864 715091 (100 I 122 625 80 1600) 784 38 70 602 17 HL ) 364 47 0 81 704 8K ‘ 66 626 121017 M.- 8 918 122360 406 t.< 0] 60 959 123009 1» ! ,3 743 15001 124153 B $020 >3000) 76 79 1061 1 26 407 641 875 > 3000 H | >500) "85 858 9-9 - SCO 625 53 638 >660 < 103 34 249 387 601 <1 ' 14 39 909 .... i 14 472 562 832 131.' 15 820 994 132124 h 133075 103 354 443 B oGö5 7' 94 14 205 U" n=2 [600] 135112 13 w n 82 136089 141 421 ®* <47074 157 444 693 |W i 607 938 74 , f.o.fi 55 520 ** »ax W |[6001 C03 60 87 743 SULZ UM »»ÄS»; sis.’&ssra’- Srfi&fr* 825 MÄ [1001'^:1 i (M 30 >6001% 0 AZ K'M- 195322 503 J 64q >;. 0 W8- W-" Die heutige Nummer umfajzl 12 Setten. gCjiiiy., gehoben und um Albanien zu mü fen, daß das c Land nicht nur gänzlich verarmte und hevuntergeko politi d), sondern and) wirtschaft^.. interessante Levantebriefe geschrieben, in denen man fol gende Stelle finden kann: „5ür Italien ist nur eins wichtig, nämlich daß der am Adriatischen Meere liegende Teil Albaniens nicht seinem Sandel verschlossen werde, und daß die türkischen Küsten des Adriatischen Meeres nicht österreichisch werden!" Ndch San Giulianos Auffassung kann und darf Italien nicht nad) seiner Allste bnung seines Besitzes in Europa trachten, aber cs be fitzt kein großes Interesse daran, daß die Küsten des Adria tischen Meeres und das Kräfteverhältnis zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn sich in keiner Weise verändert. „Ta her ist es nötig," so schrieb der Minister schon vor dem Ausbruch des Balkankrieges, „daß der Statusquo in A. bauten so lange wie möglich aufrecht erhalten bleibe linker allmählichen und natürlichen Entwid nng des Laibes zur Grundlage diene, bis zu dem Tage, an dem Albanien einen autonomen Staat bilden kann un er der Ober Hoheit des Sultans oder unter der Kontrolle der Mach e' Mit der Befreiung A.baniens unter der Kontro.lc der Mäd)te ist es aber jetzt nicht getan. Tic Verh dtni.j des Landes sind in den letzten Jahrzehnten geradezu tröst los geworden. on Abdul S?am.b hemmte jeden wirt schaftlichen un Hturdlen Forts-lxritt, um das Land in ungefährlicher Abhängigkeit zu 1 a ten. Durch den Mangel jeder Rechtspflege wurde d.e Blutrache als Selbstschutz immer tiefer eingebürgert Für Ackerbau und Gewerbe geschah nichts. Älbcr auch die Jungtürken hielten von ihren Versprechungen keine einzige. Nid)t eine Straße oder Bahn wurde gebaut, fein Fluß reguliert, die Schulen und Zeitungen schiiauierl, sinnlose Steuern erhoben u'w. Wir len also jetzt die Großmächte zusammen befreien, so werden sie auch dafür fr erzogen wird Tic Verleihung der Autonomie an Albanien. Ter „Siöelc" will wissen, daß die Psorte beschlossen habe, Albanien die A u ton o m i e zu gc lv ä b r e n , ähnlich derjenigen, weldie sic Tripolis und der (5t;renaüa bewilligt habe. Tic Grenzen dieses autonomen, in. Wahr heit aber unabhängigen A.banien seien außerordentlich weit gezogen worden. Uesküb und and) M o n a st i r wür den zu diesem Albanien gehören. Diese Maßnahme der Pforte habe, wenn sie aud- aus die Lage der Türkei gegenüber dem Ballanbund keinen Ausfluß ausüben lönne, im merhin beträchtliche Bedeutung: denn sie gestalte Europa gegenüber die Karte des ottomanischeu Reiches um, welche zwar eine Umwälzung durch den Krieg, aber noch keine 'rechtskräftige Veränderung burd) einen Fricdcnsvertrag erfahren habe Tic Mächte hätten niiumc.hr mit einem albanischen Staat z u tun, der sich zwar in einem Anfangsstadium befinde, aber traft der ihm vom Sultan verliehenen Rechte wegen internationaler Fragen, wie die des Zuganges zur Adria und der Verbindungen zwischen Europa und Saloniki mit den Großmächten in direkte Verhandlungen eintreten könnte. Die mobilificrunacn. Tie „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Wien Tic Douauflottillc weilt vor Panisova, also in nächster Räbe Belgrads. Strenge Zensur ist bereits eilige sührt, Ferngespräche nad) dem Ausland werden überwacht, verdächtige Briefe geöffnet. Für die deutschen offiziösen Beschwichtigungsversuche hat man hier nur ein verständnisvolles Lächeln Wien, 24. Rov Tie von ausländischen Zeitungen verbreiteten Nachrichten über umfangreiche militärische Vorkehrungen Oesterreich-Ungarns find stark übertrieben. In Wirklichkeit handelt es fid) nur um die Komplettierung der Friedensbeslände ein- zelner Truppcnkörpcr und somit um eine einfachc Si d) c - rungsmaßna h nie. Alle Gerüchte von einer Mobili- sierung sind vollkommen haltlos Nadi der Wiener „Neuen tyrcicn Preße hat R u tz - land feine Armeekorps an der deutsch-ost er- r c i d) i f d) c ii Grenze f a ft bis zur voll k o m m c n e n Kriegsbereitschaft entwickelt Außerdem soll Rußland ein Armeekorps und eine Kavalleriedivifion gegen die ost galizische Grenze hin verschoben haben. Ta zur Sicherung des russischen Ausmarsches schon sonst genügend Kräfte an der Grenze standen, so läßt diese Verlegung auf offensive Tendenzen schließen. Ein türkisches Kanonenboot gesunken. iunegehalten werden. ..... Was Italien aubclangt, so hat die offtziofe -trtbuua erklärt, das; über Albanien sehr klare und genaue Ab machungen mit Ocsterreid) bestehen; die italienische Tiplo- matic werde es verstehen, die Ideen, die bei Abfassung jenes Abkommens maßgebend waren, aufrecht zu erhalten, sic werde aber auch diese Gedanken der neuen Lage an passen. Welche Gedanken sind dies und wie denkt man sich die Anpassung? Ter derzeitige italienische Minister des Acußcrn San Giuliano hat vor einiger Jen icbi Wien, 24. Nov. Tic Blätter stellen fest, daß die Nachrichten über die R ü st u n g c n Rußland « an der Nordostgrenze Oesterreich-Ungarns, deren Zweck nicht klar sei, hier mit großer R u h c u n d Kaltb lütrgkert aufa*'iLommen werden. Sollte es fidi dabei um einen Ber fud) ,ur Einschüchterun g Oesterreich-Ungarns in der Geltendmachiing seiner gewiß berechtigten „Politik Serbien gegenüber handeln, so würden die militärischen Maßregeln Rußlands ihren Zweck verfehlen, da die Monarchie von ihren minimalen Forderungen n i d; t a b - g c 1) e n werde. Auch die „Reichspost" konstatiert, das; die erwähnten Nachrichten in Wien ohne Nervosität aufgenommen worden seien Die fiortfehunq tes Kampfs bei ufdiotalofma. Konstantinopel, 24 Nov. Gestern wurde auf der T'chataldscha-Linic der B o r p o st c n k a m p f mit Unterstützung der Artillerie fortgesetzt. Einem Wcnd- blatt zufolge unten ihm die Garnison von Adria-- nopet gestern fr"h einen erfolgreichen Ausfall in der R ih'nng auf Kirkkilissc. Tic bulgarischen Truppen hatten zal-^reiche Tote und Verwundete. Tie „Tcutfdic Tageszeitung" meldet aus Pera: Tic Bulgaren sind hinter ihre Tschataldschastcl- lung en z u rii ck ge g a n g c n. Nad; Mitteilungen der Wiener bulgarischen Gcsandtsdiaft hat das bulgarische Hauptquartier Befehl, bei Tschataldsdia nicht offensiv vorzugehen, da das Terrain völlig verseucht sei. ' Sofia, 24. Nov. lW. B.) Um fünf Uhr früh unternahmen zwei türkische Bataillone gegen einen Teil der bulgarischen Stellungen an der Tsckataldscha Linie einen Angriff, wurden jedoch mit beträchtlichen Verlusten zuruck- geschlagen Aus den anderen Punkten der Tschalaldscha-Lmie kam cs ;u keinen Kämpfen. Tic ganze letzte Nacht hindurch und auch heute beschossen die Türken die bulgarischen Verschanzungen vor Adrianovel mit schwerem Geschütz, icdod) ohne Erfolg. Aus der Festung von Adrianovel entflohene türkische Soldalen behaupten, das; die Lage der Garnison verzweifelt sei Tie Lebensmittelvorräte seien dem Ende nahe, die Soldaten erhielten nur jeden dritten Tag ein Stück Brot und die Stadt sei von Flüchtlingen überfüllt Die Spitaler sowie die Privatgebäudc seien voll Verwundeter. Tie bulgarischen Bevollmächtigten sind abends in der Stadt Tschataldscha angekommen. Nach Konstantinopel wurde gemeldet, dan die Zilsammenkunst der Bevollmächtigten zwischen' den von beiden Armeen eingenommenen Stellungen erfolgen werde. L Als Bevollmächtigte zur Beratung der Wafsenstill- slandsbedingungen find, nad) deren Abänderung durst; Bulgarien, außer dem Generalifsimus der Handelsminister, der Berliner Botschafter und der Chef des öeneralftabte auserfehen. Infolge der Gerüchte, daß ein griechisch-bulgarischer Angriff gegen die Tardancllcn-Forts vom Golfe von Saros aus geplant sei, schickte die türkische Regierung genügende Truppen ab. Tic Verhaftungen der Iungtürkcn dauern fort. Auch : der Mali von Salonik, der kein Iungtürkc ist, wurde ver- Vie Befreiung Albaniens. Kein Geringerer, als der große deutsche Heerführer Moltkc prägte gegenüber Rußland, England und Frank- reist) das Wort: „Oesterreichs Schwert ist cs, welches einst in die Wage der Entscheidung geworfen wird: alle Flotten der Welt können weder die Teilung der Türkei vollziehen, noch sie verhindern; Oesterreichs Heere können das eine — vielleicht das eine gewiß!" Heute zielen die cinberufc- neii Reservisten in feldmarschmäßiger Ausrüstung durch die Straßen Wiens, und in Turazzo soll in Gegenwart österreichischer und italienischer Kri gssch fse und der Kon- uln des Treibundes die albanische Freih it und Selb- kändigleit ausgerufen werden. Tamil ist die Stimmung lfr Stunde am besten gekennzeichnet: Kein stri'g aber die htnbgcbung der militärischen Macht zur Turst;fctzuiig der Autonomie Albaniens. Tie Forderungen der albanischen Komitees sind nad) der letzten Fassung folgende: 1. Bestimmung der Grenze; diese soll gebildet werden: im Norden von Montenegro, im Osten vom Wardar, im Süden von Griechenland,'im Westen von der Adria. Tas sind die natürlich-geographischen und and; ungefähr die völk scheu Gren- ren Albaniens. Inncrlxilb dieses G bi tes wohnen 250000 Bulgaren, 150 000 Griechen, 103 000 Serben. 80 0 0 Tür leit, 70OOO Kutzowallachen und nad) den neuesten Zäh lungen mindestens .3 Millionen Albanesen ldie lc tc Volks zäl lung ergab z. B. im Sandschak Prizrend, für das fr her ^>0lch' Albanesen angenommen wurden, allein 210 000', |o daß die Albanesen in mindestens bierfad^r Ueberzahl rcr Summe aller fremden Nationalitäten ggenüber- stehen. 2. Eine Nationalsahne. 3. Ernennung eines R genten: ob der bekannte albanische Thronprätendent Prinz Ghika oder eine fremde Pcrfönlist)!eit der zukünftige Fürst des Landes fein wird, ist noch unentschieden. 1. Albi- „esische Nationalität aller im Lande angestellten Beam- ren- Wehrpflicht und Heeresdienst nur im Lande. Tie Albanesen lieferten bekanntlich bisher die Kerntruppen des Sultans; wie die alten Römer aus den gefährtid^n (Germanen ihre Garden entnahmen, so machte der Padischal) die Albanesen zu seinen Leibtruppen und verhätschelte sic: cs umreit wilde und oft unberechenbare Leute; einer von ihnen schoß den preußischen Hauptmanit v. Schlichting über den Hausen. Tie Albanesen gaben der Pforte aber aast) gute Heerführer und tüchtige Beamte: 16 Wesire waren Albanesen Künftig sollen also alle diese Kräfte nur dem eigenen selbständigen Staate dienen. 5. Ta§~ lateinische Alphabet und Anerkennung der allmnesischen Sprache als offizielle; Erhaltung der albancsischen Schule aus der vom Bolte bezahlten Schulsteuer. Tic Auswüchse der heimi- j([ u Rechtsbegriffe, die fid; namentlich in den Rachebestimmungen zeigen, werden hier, so hofft man, wie bei andern Völkern mit urfprüiiglidycr Blutrache, durch die fortschreitende Kultur beseitigt werden, sobald erst endlich durch die Gründung (libanesischer Schulen eine elementare Volksbildung ermöglicht wird. 6. Garantie^ der Mächte, das; diese Punkte gegenüber Serbien und der Türker Nr. 278 Erster Blatt 162. Jahrgang Hloittag, 25. November Mr Da •teferntr '«qetaer JMO GM V monntlich75'Wwoiertel’ erschemi läflhd, ander A A ▲▲ idlirlid) B1L 2.20 t>urd) ISS Im Kz I ZI Kreis ftieften ■ W Bf ■ ■ ■T ■ ■ B BL B B B I B B B ■ B B B^^ BL, B W ausivarl? 20 p'eninq. tand> J B ^1 B B B Cbe'rebaklenr A 0)oe^. wirtschaftlicheSeitfragen Ah VerautworNich tüt öen Herniprech - Anichlune: polmtdien teil August S5ES General-Anzeiger für Oberheffen fluiciflft Wtrfcrn. V ’ * - . , 7 ralh. für .Stadl and annahm» von »Njklgen Hotationsdrud und Derlaq der vrüdl'fchen Univ. Buch- und Steinörudcrel R. £anqc. Rcbaftion, ikrpcdttton und onidcrei: dchUinrage l. Land-: E.Hev. 'är den m Büdingen: Serniprcd)» Nr. 269 ®tid)äftsftclk Bat)nholttrahc 16a__6 Gl.hener 5ängerkranz. „Tas Lied von der Glocke" von M. Bruch. Gießen, den 24. Nov. 1912. Mar Bruck, der Schöpfer so vieler wertvoller und volkstüm kicher Kompositionen muß es sich neuerdings gciaUcn lajicn, datz ihn unsere Uebermodernen etwas von oben herab an)4y.n. Unrecht! Zählt er auch nicht zu den ganz Groyen, zu den Tiad^ ''indem in musikalischem Neuland, so kann er doch eine durchaus achtunggebietende Stellung bean.vruchen, iumat Eborwerieu mit Orchester «eine <--chafiensart rcichnct nch«durch gedieaene sangbare Slimmtührung, wie durch gewahtte Harmon^ und glückliche Instrumentation aus - aber manchs ..^wG^nl können es ihm nickt recht verzeihen, dan er durch lormalc^Lbcn inuii und anivreckende Melodik so volksmanig wirkt. 7- - Lied von der Glocke mit seiner beisvielloien Popularität und selner snlle nirlfeitigster Lebensbilder bietet den ^ondicklern emtn dank baren Stoss sosern man absicht von der Gedankenschwere der SchiNerschcn Tiltion, die der musikalilcken Geitaltung etgentlich widerstrebt Unter den verschiedenen Vertonungen der ..^lock steht die von Ri. Bruch unstreitig im Vordergrund, wenn auch»nicht verschwiegen werden darf, daß flache, konventionell Mk»c Partien Vorkommen und daß manch? Stellen, wv man em ckaraktenttitch packendes Zugreiien erwartet, an einer gewusen rhMlnni'ckcn und lnodnlatorischen Zaghaftigkeit leiden. Erniges konnte hier vielleicht Jurd) lebhaftere Temvonahme ausgeglichen werden. __ Tie Ausführung des Werkes durch unteren itrebiamen Langer^ kranz in der dichtgefüllten neuen Aula war eine murbigc und wohlgelungene Tie zahlreichen, teilwenc em reckt respektables Können^ beanspruchenden Chöre gelangen durchweg korrekt und klangschön wie der Verein überhaupt über zahlreiche gute Summen und besonders Über Bässe von krattiger natürlicher -ion= Mü ver üqt- bei einigen Ensemble Stellen hatte der^Chor ge.^en- über den Solisten in der Tonstärke etwas mehr zuruckbalten dunen. Tie Soliswn, denen in diesem Chorwerk verbällinsmatzm bedeutende Ausgaben zuialleu, leisteten sehr anerkeuitenswertes v aus Köln der von seiner vonahrrgen Mitwirkung m Vaydn^ „Schöpfung" hier in gutem Andenken steht, erfreute wieder durch * Als Kuriosum möge erwähnt sein, daß man neuesten-.' in Brüssel die Glocke" sogar als Oper aurgemhrt hat tranzomcke „Umdichtung" und Musik von dem bekannten Pariser Komponisten Vincent d Indy. eine wohlausgcbildete Stimme, gute Aussprache und würdevolle Auffassung der Partie des Glockengieß/'mieisters Baß, Bari ton • am ergreisendstcn gelang ihm das Rezitativ „dem dunklen Schoß, der heil'gen Erde". Frau Kücklcr-Weißbrod aus Frankfurt glänzt besonders in den höheren Lagen ^durch ihren glodenreinen, ivmvathifchcn Sopran, während Frau di u b t ein woblausgebilderer All von mehr mezzosopranartigcm t>harakler -- nad) anfänglicher Zurückhaltung ihre Partie ^besonders die Arie „Ach die ßtottiii ist's" mit steigender Wänne zu fchoner Geltung brachte. Auch der Tenorist, Hr. Broß aus Berlin, defien Stimme in der eigentlichen Tenor Region anfangs etwas meiddid) klaug, gewann im Laufe des Abends an Fülle und Bestimmtheit des Tones. Tie Kapelle unseres Infanterie Regimentes „Kaiser Wilhelm" machte sich um die Ausführung der Lrdieitfr- begleitvng verdient: über gelegentliche kleine Unreinheiten und Schwächen der Nüanzierung möge hinweggegangen iverdcn in billiger Berückücktigung der Schwierigkeiten, die das Werk einem an Begleitung von Gcsangswerken weniger gewöhnten Militär orckestcr bietet. Tcm Tirigenten, Herrn Munklebrer Albert Kasten, gebührt für die sorgfältige Einstudierung und umnmtige Leitung alle Anerkennung, die auch durch Ueberreidmng eines Lor beerkranzes zum Ausdruck gelangte. P- ' * Abhandlungen aus der S eu ck e n g,e s ch i ck t c und Sencken lehre von Pros. Tr. med. Georg L 11 cker in Bonn a. Rh Tcm bereits früher erschienenen I. Band, der die P e ft behandelt, läßt Sticker nun im Verlag von Alrred Töpclmann in Gießen den II. Band: Tic Eholera folgen. Ta?, Werk da^ durch den Ausbrud) der Cholera auf dem Balkan auch aktuelle Bedeutung tat, gliedert fick in wlgende Haupt abschnitte: Einheimifdie Cholera, Kindercholera, ^nducke Cholci:a, Evidemiatogie und Älimt. Aus dem Vorwort beben wir hervor: Seit dem Einbruck- der inbifdum Wanderckolera ui umere Lander wird von den Lehrbücheni die ortsständige Cholera der Erwachsenen und der Kinder, wie wenn sie eNvas nebensächlidies wäre, nur nodi als kleiner Anhang zum großen Kapitel von der Weltseuche behondelt. Ta uns indessen die einheimisckeii Uebel näher liegen al- das ausländiidv, das von jenen den Namen gewann, so wurde in' unterem Bucke ihre Besprechung DoraufqtitCdt. _ Wohl nicht eine Nutzen für das Verständnis der pandemischen Seuche: denn sckon liegen Arbeiten vor, die darauf deuten, daß diefes durch die Kennmis der endemischen Seuche gewinnt. Viel wissen wir über die Cholera nostras nickt, nicht viel mehr über die Cholera infantum. Aber überall find iüd)tige Männer an der Arbeit, fic zu erforschen. Hoffen wir, daß es ilwer fortschreitenden Forschung gelingen wird, uns mehr und mehr über jene Landplagen nach ihren Ursachen, Ersdieinnngcn und Wirkungen aufzuklären. Es werden dann mit der Zeit auch allerlei Märchen, die über die fremde Wanderseuche im Schwange sind und den Kindlein von bösen Ammen im furd/Hamcn Tuntel erzählt werden, aus den Köpfen ber Gebildeten und Ungebildeten verschwinden. — Tie Gö11innger Studenten beim Wallenstein in Braunschweig Wie die Jenenser akademische Jugend den „Räuber" Vorstellungen im Weimarer Hoftheater beiwohnt und die Studentenschait einst das kleine Parkett des Goetle Theaters in Lauchstädt fülljA, so war auf Anregung des Intendanten des Braunschweiger Hoftheaters v. Frankenberg und aur e inladung des Herzog Regenten die 2tu0rntcm'dxHt aus Göttingen, der braunschweigischen Landesmtiversitat, nad? der Hauptstadt gekommen, um der anläßlich der Sd: lierfeier neueinstudierten und am ler.ten Sonntag wied-wholten Aufrührung des „Wallenstein" ein besonders festliches Gepräge gegeben. In der von dem Obcrrcgisseur T. Hans Wang besorgten Neueinrichtung und Neuinszenierung, die die Treitcilung aufgibt, indem sie die Piccolomini und Wallensteins Tod unter erhebliclvr Kürzung der rein lyrischen Stellen ber Liebesszenen zu einer „Tragödie zu,ammen zieht, ist die Aufführung des Gesamtwerkes an einem Tage, ohne zu große Anstrengungen an Spieler und Hörer zu stellen, möglich geworden. Mittags um 12 Uhr luden Fanfaren klänge vom Altane be-? HoftHeaters die 600 Stubierenbcn, bie mit einem Teile des Professoren Kollegiums von Göttingen h.-rübergekommen waren, unb bie Studentenschaft der Braunschweiger Technischen Hochschule zum Besuche des „Lagers" Nack dem^lbgehen des Kapu ziners brock der Sturm los, unb bie gleichen Szenen wicbcrholten fid) nad tebem Aufzuge ber „Tragödie", die fick von nachmittags 5 Uhr bis abends 10 Uhr mit nur einer größeren Pause glatt abwickelte unb bank einer sorgsältigen Regie mit einer Fülle rräcktiger Bühnenbilder und dank dem vortrefflichen Einzel- wie Zusammenspiel einen tiefen Eindruck hinterließ. — Kurze Nackrichten aus Kunst unb Wissenschaf t In Tübingen ist der ordentliche Professor der Geologie unb Paläontologie an der dortigen Universität Tr. Phil., Tr. rer. nat. h. c. Grnft v. Koken im Alter von 52 Jahren gestorben. Aus Stadt und (and. dienen, 25. November 1912. * * Tageskalender tut Montag, 25 Nov Stadt- idealer: ^envorfiellung zu WroybeiAog-s Gcburlsiag. ,Zcx K ö n i g s i e u t n a n l". 'Jlniang 7>, Uhr. * • • Titelverleihung Der Großherzog bat dem Krcisbaninspeklor Karl Hechler zu Gießen den Charakter als .Baurat" verliehen. • • Stadttheatcr. An Neuheiten für die nächste Zeit sind vorgesehen: .Magdalena", Bolksftück von Ludwig Thoina, .Hinter Mauern•, Schauspiel von Henri 'iHatbanskn, ,So 'n Windhund", Schwank von Kraatz und Hoffmann, und das Vaudeville .Parkettsitz Nr. 10'. — Hebbels "ewaltige Tragödie .HerodeS und Niananne' wird am Freitag zum überhalipt ersten Male in (Sieben gegeben werden. Tie Marianne wird von Fräulein Riza Bajor vom Deutschen Theater, die diese Partie zu ihren Glanzrollen rechnen dari und glänzende Besprechungen darüber erhalten hat, der Herodes von Herrn Bruchwitz gespielt. Die Leitung der Vorstellung haftet. Gestern sind unter der Bevölkerung der <-tadt und der Flüchtlinge 60 Cholerafälle gemeldet worden. Bisher sind 531 Erkrankungen festzustellen, wovon von 247 tödlich verlaufen sind. Mehrere Dörfer zwischen Tschalaldscha und Konstantinopel wurden von den Bewoh : nern aus Angst vor der Cholera verlassen. Die Epidemie wütet fortgesetzt unter den Flüchtlingen und Verwundeten in San Stefano. Fn Konstantinopel wird der Gedanke erwogen, die Matrosen der fremden Kriegsschiffe wieder einzu schiffen Nachdem Bulgarien gemäßigtere Frie- densdedingungen angeboten hat, werden heute neue Verhandlungen erwartet. mdöanacn der türkischen Generalissimus. Ko nstan tinop el, 23. Nov. (Amtlich). Der Gene- calissirnus telegraphiert unter dem 22. November 1 (3 Uhr 20 Mirruten nachmittags): Geringfügiges Geschütz feuer herrschte gestern aus dem rechten Flügel. Eine feindliche Batterie, welche bei Jzzcdmköi stand, beschoß einen Augenblick lang die Verschanzungen bei Mektebirharbie, worauf die türkischen Batterien antworteten. Tie Aufklärungsabteilungen, die von dem rechten Flügel ausgeschickt wurden, erbeuteten eine Menge Waffen und Ausrüstungsgegenständc, die der Feind zurückgelassen hatte Tie Bulgaren bombardierten Bu- juk-Tschekmedsche und feuerten etwa 80 Granaten ab. D i e Flotte erwiderte das Feuer und brachte die feind lichen Batterien zum Schweigen. Gestern nacht rückten vom Zentrum abgesandte kleine Erkundigungsabtci- l u n g e n bei Jzzedinköi vor, es gelang ihnen, den Feind zurückzuwericn und ihm st arte Verluste zuzufügen und auch seine Artillerie, die auf den Höhen südlich von Jzzc- dinköi ausgestellt war, zur Einstellung des Feuers zu bringen. Die Verluste der türkischen Abteilungen sind unbedeutend. Eine zweite Tevesche des Generalissimus vom 22. November, 9 Uhr abends, besagt: Auch heute war schwacher Geschützkampf auf einigen Punkten der Kampslinic. Ter Jn- fanterickampf war von geringer Bedeutung und vollzog sich im Zentrum Tie Rekognoszierungen, die sich auf vier bis fünf Kilometer erstreckten, ließen erkennen, daß das Ter- rain mit mehreren Tausend Leichen bulgarischer Soldaten bedeckt war. Kundgebung in Wien. Wien, 24. Nov. Etwa 1 50 sü ds l a w i sch e Stu - deuten benutzten die Gelegenheit des Dankgottesdienstes, der heute vormittag in der serbischen Kirche anläßlich der Siege der Serben veranstaltet wurde, zu Kundgebungen, wobei ein Teil der Studenten bei dem Versuche, nach oer Kärntnerstraße zu gelangen, von der Wache behindert wurden. Sie brachten aufreizende Rufe aus. Tas Publikum nahm entschieden gegen die Studenten Stellung, welche der Aufforderung der Polizei, auseinanderzugehen, nicht folgten. 1 5 Studenten wurden verhaftet. Eine Gruppe Studenten, unter denen sich auch Italiener befanden, zogen vergangene Nacht vor das Deutschmeister-Tenlmal. Ein Student hielt eine deutsche patriotische Ansprache. .Hieraus sprach ein italienischer Student in gleichem Sinne und schloß mit den Worten: „Hoch Oesterreich! Hoch Italien!" (Sin türkisches Kanonenboot gesunken. Athen, 24. Nov Der Chef der Flottendivision im Aegäischen Meer telegraphiert: Das Torpedoboot Nr. 14 drang in den Hafen von Aivaly ein und griff ein türkisches Kanonenboo t an. Bei dem Anblick des Torpedobootes verließ die türkische Mannschaft das Schiss, nachdem sie die Wasserwege geöffnet hatte. Griechische Matrosen bestiegen das Kanonenboot, mußten es aber wieder verlassen, da es nicht gelang, die Wasserwege zu verstopfen. Während das türkische Schiss sank, wurde ein Torpedo darauf abgeschossen. Tas gesunkene Schiff soll der mit drei Kanonen armierte „Zephir" sein. Die Cholera zurückgegangc». Der Sonderberichterstatter des „Temps" in Konstantinopel meldet: Mitglieder des von Engländern geleiteten ägyptischen „Roten Halbmonds", die sich bei der türkischen T s ch a t a l d s ch a Linie befinden, berichten, daß infolge der getroffenen strengen Sanitätsmaßnabmen die C h o l e r a t o d c sf ä I l e der gesamten Armee in den letzten Tagen von 3 000 a u f 100 täglich zurückgcgangen sind. _ Der Belgrader Berichterstatter des „Temps" meldet: -Lic serbische Regierung habe den Militärbehörden den Befehl erteilt, Die serbischen Bewohner der besetzten türkischen Gebiete zu bewafsna^l und die den Türken abgenommenen Waffen unter Freiwillige zu verteilen, die von serbischen Offizieren eingeübt würden, um sie unverzüglich verwenden zu können. Dumdum-Geschosse) Sofia, 24. Nov. Tie „Agencc Bulgare" meldet: Ter Kommandant der 6. Tivision meldet, daß gestern im Lazarett der Division Verlvundungen durch D u in du in k u g e l n ärztlich festgestcllt wurden. Belgrad, 24. Nov Heute nacht sind hier 8 6 1 Vcr wundete aus Monastir und von der Belagerungsarmee von Adrianopel eingetrofsen. Wie aus Uesküb gemeldet wird, ist die Leiche des bei Resna gefallenen Fcti Pascha unter militärisck>en Ehren von den serbischen Truppen beerdigt worden. Freiwilliger Rückzug der Türken von Monastir. Konstantinopel, 24. Nov. Ein amtliches auf einer Depescl>e des Kommandeurs der Westarmee beruhendes Telegramm des Generalissimus besagt: Nach dreitägigen Kämpfen in dem Gürtel um Monastir zeigte es sich, daß der Platz keine Verteidigungsstellung sei und die Belassung der Armee um Monastir nicht offne Schwierigkeit ^ei. Darauf fvuvlze die Armee teils nach Resna,teils nach Florina zurückgezogen. Nach einem 24 kündigen Kamps wurden 6 000 Serben, die in xps Gebiet der Miriditen übengetveten waren, zer- treut und verfolgt. Zahlreiche Serben wurden getötet und tausend Geweffre erbeutet. Athen, 23. 9too' Ter Kronprinz richtete aus Florina an den Ministerpräsidenten folgendes Telegramm: Meine Kavallerie, die den Feind nach dem Kampfe von vorgestern verfolgte, erbeutete in dem Engpaß bei Pisoden 20 Geschütze und eine große Menge Kriegsmaterial. Heftiger andauernder Regen wechselt mit Schneefällen ab. Die Verfolgung des Fetn- ocs wird fortgesetzt. Der Kreuzer „Hamidie" der sich, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, bereits im AdmiralitätSdock befindet, weist am Stern unter der Wasserlinie ein Leck auf. Der hintere Teil des Schiffes ist infolgedessen teilweise gesunken. Ein Mast ist zur Hälfte abgerissen. Beförderung des griechische Kronp-iazen Athen, 23. Nov. Auf Vorschlag des Minifterrats ist der Kronprinz, der bisher Divisionsgeneral war, wegen seiner glänzenden Dienste, die er dem Vaterland im gegenwärtigen Krieg geleistet hatt, zum Chef- general befördert worden. Ein Fackelzug in Belgrad. Belgrad, 23. Nov Unter überaus großer Beteili- aung der Bevölkerung wurde ein Fackelzug veranstaltel. Dem auf dem Balkon erschienenen König wurden stürmische Ovationen gebracht. Der Präsident der Belgrader Bnrgerschast, Vnletie, begrüßte den König im Namen der Bürgersck-ast und feierte den König als den^ieg- reichen Befreier des serbischen Volkes in der ^urter Ter König dankte in kurzen Worten, wobei er wiederholt von frenetischem Jubel unterbrochen nr.ir'c. Die serbischen Truppen haben Ochrida eingenommen. Ein deutscher Offizier über die Lage der Türken. Ter frühere bayerische Chevaulegers-Oberleutnant Graf F r e y s i n g , ein Mitglied der bekannten katholischen AdetS- familie, der auf türkischer Seite den Bal ran- krieg mitmacht, hat an seine^Angehörlgen mehrere Briefe gelangen lassen, in denen er seine Eindrücke über die Lage und das Verhalten der Türken wiedcrgrbtz Wir geben nach den Mitteilungen des „Bayerischen Kurter" folgenden Brief aus Pera-Konstantinopel vom 8. November d. Js. wieder: . „Ich bin von meinem achttägigen Ritt — dcachtigung a la belle 4 toile — gestern AbeudS in meinem türkischen Kostüm, in dem ich allgemein für einen wirklichen ascher- kessen gehalten werde, um 6 Uhr vom Kriegsschauplatz zurückgekehrt und wurde sehr gefeiert und mußte gestern und heute abends noch verschiedenen Persönlichkeiten eingehend berichten. Ich habe nichts besonderes geleistet, als den Entschluß — den jetzt jeder selbstverständttch kündet zu fassen, mit meinem Reiterglück loszureiten. — Der traurigeRückzug ist, allen Korrespondenten zum Trotz, ein Beweis für d i e hohe Gesittung d i e s e r unglücklichen Türken, ihre musterhafte Ergebung in die Fatalite, ihre kindliche Verehrung der Offiziere, ihre erstaunliche Leistungsfähigkeit und ihre beispiellose Achtung ihrer religiösen Vorschriften, die ihnen verbieten, sich an fremdem Eigentum zu vergreisen. Keine Rauchsäulen, keine Leichen von Frauen, Kinde r n u n d Greisen, keine sengenden und inor- denden Horden,sondern brave S olda t e n, die .....im Stich gelassen, ohne Ofsiziere und Munition und ohne Brot zurückfluten Hätte ich nur die Macht, die Lethargie in Konstantinopel aufzuwecken, mit allen verfügbaren Mitteln, Lastautos, Omnibusse, Droschken, Brot und Munition an die Tschataldscha- stellung zu fahren, den Leuten Brot zu geben und ein paar tüchtige Offiziere und Jntendanzheamte — keine Macht der Welt könnte diese tapferen Leute aus ihrer Stelluug vertreiben. Jedenfalls hoffe ich noch etwas beitragen zu können, um die Sache vor dem völligen Zusammenbruch zu retten. Wenn ich türkisch könnte, und über Brot verfügen würde, wäre es ein Kinderspiel gewesen, den Rückzug zum Stehen zu bringen. Bitte ,tretet den Gerüchten über die Greueltaten der Türken entgegen: Am Gefechtsplatz fließt Blut und lodert der Feuerschein, das war und muß so sein, und wenn bulgarische Frauen Bomben auf die Gleise legen, so werden sie, wie 1870, erschossen. Und wenn anatolische Bauern dabei mit Gewalttätigkeiten vorgehen, ist ihnen das nicht zu verdenken. Aber auf dem ganzen <80 Kilometer langen Rückzug habe ich nicht eine häßliche Spur gesehen, und ich habe heute der Botschafterin mit vollem Ernste gesagt, daß mich die Damen der Botschaft ruhig auf dem Ritt Hütten begleiten können und den Eindruck eines Manöverschusses gehabt hätten. Heute abend muß ich einen längeren Bericht abfassen und kann nicht viel mehr schreiben, will nur noch an füg en, daß die T f ch a t a l d s ch a st e l l n n g von N a s u r a u s f a st uneinnehmbar i st, und wenn es gelingt, die zurückflutenden Massen zum Stehen zu bringen und sie mit Brot zu versorgen (mehr will und braucht der Türke nicht), kann die Sache noch nicht verloren sein. Würden freilich die Bulgaren nachdrängen, stünde ihnen heute Konstantinopel offen. Warten sie aber noch lange zu und findet sich ein energischer Mann, der die Verpflegung und den Munitionsnachschub in Ordnung bringt, so ist die Sache noch nicht verloren. Das beste wäre, irgend einem Engländer oder Amerikaner, irgend einem, meinetwegen Cooks Agentur, den Jutendanturteil zu übergeben, — jeden Droschkenkutscher, jedes Automobil anzuffalten und an die Stellung zu schicken — ob es geschieht?" Rlllsifche Spionage. Die Wiener Polizei verhaftete einen Triester namens Sandri, bei dem galizische Fe st ungsplänevor- gefunden wurden, die er an Rußland verkaufen wollte. Weitere Verhaftungen in dieser Angelegenheit stehen bevor. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Die Kasrhau-- Oderbcrger Eisenbahn, die rascheste Verbindung nach Galizien, wird von Rußland eifrig ausspio- n i e r t Bei Jablunkau wurde kürzlich ein L e n k b a l l o n, der zu photographieren versuchte, erfolglos von 0>endarmen beschossen. Ein russischer Spion stellte sich auf der Bahnstation Stawsy-Jabluntäu dem Personal als Bahn- inspektor vor, machte mehrere Skizzen und verschwand dann unbehelligt. Der Besuch Des österreichischen Thronfolgers. Wildpark, 23. Nov. Der Kaiser traf mit dem Erzherzog Franz Ferdinand, dem Reichskanzler, beit übrigen Jagdgästen und dem (befolge um 9 Uhr 8 Minuten von der Hofjagd in Springe auf der Fürstenstation ein. Die Herrschaften verweilten bis zur Abfahrt des österreichischen Sonderzuges im Fürstenzimmer der Station. Später geleitete der Kaiser den Erzl>erzog zum Wagen. Nach herzlicher Verabschiedung fuhr um 9 Uhr 25 Minuten der Zug in der Richtung nach Berlin ab. Mit bem Erzherzog begab sich der Botschafter von Szögyeny-Marich nach Berlin. Der Kaiser begab sich nach der Abfahrt des Zuges im Automobil nach dem Neuen Palais. liegt in den bewährten Händen des Herrn Dbfrregi|ieut§ Tworkowski ♦* Bunter Abend des Naturtheaters. Aus einen wohlgclungcncn bunten Abend, der am^Pcrgangenen •5am»ta.) m ber neuen Aula von Fräulein Ida Strack ftattfanb, kann das hiesige Naturtheater zurückblicken. Musikalische Tarbictungen ivcch selten nm rezftatorischcn ab. Sämtliche Miiwirkenden xcigtti ernstes Streben und gutes Können. Tic Vorträge crön’nrte Fvrüasscssor Blumen au Klavier mit der Polonaise in Ci»- moll von Chopin. Er verfügt nicht nur über große technücdc Fertigkeiten, sondern bezeugt auch seines künstlerisches 6mtnint\n Las besonders in der Wiedergabe des Rondo capricioso von Me»M delssobn Banboldy und der Widmung von Schumann-Liszt iuml Ausdruck kam. Gleich uncingeschränttes Lob gcbüdrt beit Hern» Tr. Sülze Violine und MusiNehrer Hermann Erllo> Tie beiden Trios von Beetlfovcn und Havdri sanden allgemeinn! Beifall Ten rczitatorisckicn Teil bestrüt Schauspieler Fens e» vom hiesigen Stadttheater. Tic tiefe Tragik in „desLiedes Ende" von A. Geiger wußte er mit seineff glänzenden Svrachmuttln in vollendeter Wcise wiederzugeben. Ebenso gefielen auch sei» Rezitationen heiteren Inhalts Er mußte sich schließlich zu ein« Zugabe verstehen. Hofsentlich haben wir noch öfters ^.lr^en- beit, Herrn Jensen als Rezitator zu hören Ter vollbcictzt, Saal zeigte, welch reges Interesse die Veranstaltungen dcS Natui theaters finden. *• Lcsehollen-Ver'ein Wie aus dem Anzcigeteil ersichtlich ist, spricht nächsten Mittwoch Pros. Dr. Epstein ans Frankfurt a. M. über die Ausnutzung der Wasser, kräfte. Mit dem Lichtbildervortrag ist ein Thema gewählt worden, das überall lebhaftem Interesse begegnet. Ti» Elektrotechnik hat in den letzten 20 Jahren eine weitgehend, Verwertung dieser von der Natur gebotenen Kräfte erm-g. licht. Ihre wachsende wirtschaftliche Bedeutung erkennen L. täglich, wenn wir die elektrische Straßenbahn benutzen, uns, Motore durch den von der Zentrale gelieferten Strom treiben lasten, ober von den großen Stauiverken, der Talsperkc, lesen, von denen eine der größten in unserer Nachbarschaft, i» Edertal, soeben ihrer Vollendung entgegen geht. In Mui Prof. Epstein hat sich uns ein hervorragender Fachmann m uneigennützigster Weise zur Verfügung gestellt. Mögen ihr unsere Freunde ihren Dank durch zahlreiches Erscheinen p, erkennen geben. Der Eintritt ist frei für jedermann. ** Antialkohol vortrag In dem letzten vom M Gauverband gegen den AlkoholismuS veranstalteten Vortrag iräj am Samstag abend Lehrer S ch ö p p aus Mainz über A J h o l und Arbeiter. Gesundheit, Arbeitsfreude, SparM leit und Familiensinn, so führte der Redner aus, sind die Gr>» lagen des Glückes und des Frohsinns für den Mensckfen. U«ln den Feinden, die dieses Glück bedrohen, fleht die Neigung M den Nauschgetränken obenan. Sie untergräbt die körperliche geistige Gesundheit des einzelnen, mindert die Leistungssäh|ß>»! feit und Widerstandskraft, nimmt die Arbeitsfreude, Krftört iM Familienleben und bringt den Trinker und die Seinen an W»-'! Bettelstab. In gleicher Weise leidet das ganze Volk unter dem ?llkoholismus, unter den Trinksitten. Wie für den Trinker fete Nüchternheit die einzige, aber auch sichere Rettung ist, io * möglicht sie allein eine Gesundung unseres Volke- Tazu must jeder einzelne beitragen durch das Beispiel der Nüchternheit u» nicht fiiletzt der Arbeiterstand, der den größten Teil des Volke« ansmacht. Fördern wir doch mit dem Glück unserer Miimenschen gleichzeitig unser eigenes. Eine recht lebhafte und klärende AuS svrache schloß den Abend. ** Vorträge. Man schreibt uns: Zwei größere Var>! träge wird morgen und übermorgen Pspchologe Reichel, btl früher schon hier sprach, im Fclsenkeller neinnHaften Der crM für Dienstag bestimmte Vortrag ist ausschließlich für Herren und behandelt das Thema: „Tas Geschlechtsleben": der tnfcih am Mittwoch stattsindendc Vortrag ist ausschließlich für Ta»r/? und bezieht sich auf das Thema: „Liebe und Ehe". Zn einer großen Anzahl deutscher Städte hielt Herr Reichel diesÄM Vorträge, welche von der gesamten Presse überaus günstig bf urteilt wurden. Besonders die populäre und dabei doch rurf sichtsvolle Behandlung des Stosses verschasste ihm den aHgemewc Beifall der Zuhörer, sowie persönliche Tankesbezeugungcn bX anwesenden Damen — gewiß ein Zeichen, daß man in imtnrr weiteren Kreisen diesem hochwichtigen Thema die wünschenswcri- Beachtung schenkte. Voraussichtlich werden die Vorträge euti hier eine gute Aufnahme finden und steht zu hoffen, daß cni* hier recht viele Mädchen und Frauen ungeniert die lehrreicha Ausführungen anhören werden. sSiehe Inserat.) Landkreis Gießen. X Ettingshausen, 23. Nov. Landwirt und Fu^ mann Gg. Keil von hier fuhr heute vormittag Mist. AufM "Rückweg wurde zwischen 11 und 12 Uhr sein Hinierwagcn M einer in der Richtung von Gkilithcrn sehr schnell kommende» Maschine an dem Bahnübergang bei der alten LehmkautE.ff der Nähe der Kolbenmühle ersaßt. Er wurde vom Wagen M» geschleudert, der in viele Stücke ging. Drainagearbeiter ur‘ auch jitit Landwirtschaft sich beschäftigende Leute waren taii zur Stelle und brachten den Verunglückten auf einem Wazn nach Hause. Wenige Minuten darnach traf der hier beschäftige Arzt Dr. Sckiaad von Lich ein, der feststellte, daß einige Ripl^ stark geguetscht und am Ellenbogen ein Loch und an Armen un? Händen Halitabschürsungen sich befinden. Mit Rücksicht auf dir kurze Zeit des Bestehens der verhältnismäßig kleinen Bahnlin'-' sind schon viel Unfälle vorgekommen. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 24. Nov. Gestern sanden zur Feier tvr. Großherzogs Geburtstag verschiedene Festlichkeiten hin statt Im Singsaale der Schillerfchulc (höhere Mädchenschule' Dl sammelten sich morgens der Lehrkörper der Anstalt und fämtln Schülerinnen zur Geburtstagsfeier des Landesherrn. Gesang I öffnete und schloß den Vortrag der Lehrerin Frl. Naumann § sprach über daS Hessenland und seine Fürsten Abends um 8 W iand im reich geschmückten Saale des Saalbaues die Geburtstag' feier des Lehrerseminars statt. Eröffnet wurde die Feier burti einen Fest marsch des Orchesterkorps. Nach einem vorgelraqtnc» Prolog solgie das Theaterstück: Hessisches Volkstum in Wort Ton und Bild. Dazwischen wechselten Klavier-, Violin». (Mcfona nnd Orchestervorträge miteinander ab. Direktor Dr. Schäfcf hielt die Festansprache, die mit einem Hoch auf den Landcshcrn endete. Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmstadt, 26 Nov. Tie sterblichen Ueberrefn der am Freitag nacht verstorbenen Oberhof'mcisterin der herjogin, Fran WilbelminevonSenarclens-Grancc wurden heute nachmittag in dem Familicnbcgräbnis auf" dem Friedhof bestattet. Aus Wunsch der Verstorbenen erfolgte In Benetzung der im Neuen Palais aufgebabrt gewesenen 2ei®< nur int engsten Familienkreise, doch gab das Großherzog paar nnd Prinz und Prinzessin Heinrich von Preuße« der greifen, hochverehrten Wienerin des Großherzoglichen Haui" das letzte Geleit. Sonst waren neben den nächsten Anverwandir» und Bekannten nur die obersten Hoichargen zugegen An b<: Gruft sprach Oberlwsprediger Ehrhardt Met und Scan’ rooram die fürstlichen Herrschaften und die andern Leidtragende» die üblichen drei Hände Sand in das Grab warfen. llHivcrfitätssllcicbricbtcn. Tie technische Hochschule in Braunschweig hr schloß, bem Großinbustriellen August Thyssen du' Würbe eines Dr. ing. zu verleihen. Auch bem Geheimen Kommerzienrat Sch o t t in Heibelberg, einem cbe- maligen Schüler der Hockffchule, ist roegeit der Hcrbirni« in her Zementinbustrie und verwandter Stoffe diese Würde rerliehen worden. rn Ci hr< 1000 hochmoderne Blusen Jeder Einkauf bedeutet Mk. 400 Kostüm in 4 Serien neueste Formen zur Hälfte des seitherigen Preises Gg. Schultheis, Giessen Marktstrasse 3 Marktstrasse 3 Gegründet 1832 Gegründet 1832 1 7713 Moderne fachmännische Verarbeitung. — Solide Preise iiuÜ Jede PläitanstaSt b braucht eine Fatentpllttinaeehine von der FenterWäscherel-MascitinenUbrik Btnnsch L Hammer Pfinit i L. IR.3 Offrrte ko.U'ni' - Font LL 163 Offerte kontcnlo« 75008t.fm Betriebe. 7.'______ L* ü d er I* - Grösste Auswahl eleganter Moden in Pelz Colliers, Schals, Stolas Modemuffen von den einfachsten bis zu den edelsten Pelztellen bleibt unbestritten die Beste!—«Mehr als‘„Million bereits geliefertl Verkaufsstellen weist nach: C. 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Kleine Tagerchronik. Hauptstadt, ist mit seinem Anträge aut Sicbn-auinabme tn b. uh. Im..... Original Schmidt*« Wasch - Maschine Serie IV. Wiener Blusen in Flanell und Popeline, auch Hemdenfasson Mk. i Md'» l“Ä“ tbenc indesherrn- Sfl* Ssil. *«! wurde hej» Solßtum >n * inM- W‘- Rerltorbc"e" jener, s rbt *2i*' hie andern Serie IV. Rock aus schw. Ar- mür, auch en Frauen- 11JU große Mk. 1 1 Dienstag, 26. November beginnt mein Weihnachts-Vorverkauf In Anbetracht der vorgerückten Saison und um das kaufende I ublikum schon jetzt zui* i 1 Deckung des Weihnachtsbedarfes zu veranlassen, stelle ich zirka i 1 3h*i grdfifre s iologf fünihtl, eranftnltcn. Tn iififtW 'm h kleben"; tau Mn/ich füll md Ehe". irr Reichel h überall* gür.h und dabei boä c ihm den allgn rankcsbezeuguM , daß man in ■ na die lvünschnW m die Sorirägti t zu hoffen, M geniert die lrhim Inserat.) Landwirl und K nittag Mist, sein Lintnivaga ehr schnell!om»i ier alten Md* urdc voin Wage» i Minagearbeiler de Leute wäre»! ten aus emeln « :as der hier bB- llte, dah eimait odi undanArmc Mit ÄuM t täßig kleinen M Obifbäume Avscl | Hochstämme, Halb- Vicncu > stamme, Zwergs. M>» abellcu l Hochstämme .eincflauben 1 v ttirscheu,Hochst.,Zwergwrm. Aprikosen, Höchst., Halbst. Pfirsiche, Höchst., Zwergs. Auirbäumc Ztacbclbccr r Hochstämme Jobannisbccr • Büsche Vorrat 5000 Stück arohsrüchlige Himbeeren , Sorten Haielnuffe > Roien, Hochstämme, niedere und Schlingrosen empfiehlt Wlichc LhKbuastiile Lich. [D^/u Mlltoimrse kcschcnkt sind Photogr. Apparate Kodaks u andere Fabrikate grösste Auswahl in allen Preislagen. Ivo russische Polizisten nb Gendarm ei, in großer Zahl das viel besprochene Moster Jasna ira btn (senstockiau belagerten, um eine dorthin geflüchtete Räuber rnbe dingfest zu machen, ging vor dem hiesigen Bezirksgericht vr zweite Prozest gegen den Mönch Tamaszn Macoch zu Ende, der ü Juli 191" in der Einsamkeit seiner Klosterzelle auf Jasna *na seinen leiblichen Vetter, den Postbeamten Waclaw Macoch, nmorbetc, um bannt den Mitwisser gewisser (Geheimnisse zu be° ^tigen, die seit Jahren bas größte Heiligtum des ehemaligen tmtgsreichs Polen umschivebten. Gegen das damalige Urteil qten die Verteidiger Berufung bei dem Darsckwuer Bezirks tricht ein, dah sich nunmehr erneut in fünftägiger Verband mg mit der Sache zu befassen hatte Zn der neuen Verband E sind 24 Zeugen geloben, neun derselben sind nicht err len fzch der mehrtägigen Beweisausnalime wurde das Urteu g. -rochen, daS eine Verschärfung der Strafen brachte xücr Bedarf hat 3 7703] Heuchölheim, den 23. November 1912. Die trnucrnben Hinterbliebenen: Familie Heinrich Reuschling I. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschetden unseres lieben Sohnes Heinrich Ferd. Renschling sowie die vielen Blumensvenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Glück fönen wir hierdurch allen unfern innigsten Donk. ITRAIERH®TE a,9/ul A.Salomon &4'le. Vermietungen | 4 Zimmer"" Schone ncräuniiflc Mau- sgrdeuwoonnna, 4 Zimmer mit Zubehör nn ruhige Leute nlsböld od. später au vcrm. Näh. Ltcvbanstr. 12 I. | 3 Zimmer \ >311 I Schöne 3'Zimmerw. nn I. S».,Tle,enw. 4, n. i uh. Leute ver 1. Dez. a. v. Näh. Anök. (^d o rv mann/A'eustadtll ne 3-Zimmerwobnuna iLlianfarde» an ruhige Leute alsbald au vermieten. i7iiS3 Näh. 3tcyhanftrai;c 17. 2 Zimmer "| MflllCV -- *4tllCC 'JiCUUaU MU ei schöne Manf. - Zimmer abAngeven. Mcora Lot». I Verschiedene I iw,l Grone Wohnung Alice stranc 11 pari., auch für BureanS sehr geeignet, au vermieten. 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