e lick machen könnte. Cbcr hat der bayerische Minister. Die heutige Nummer umsahl 18 Seilen. Präsident an den Beharrungszustand gedacht, den man in der Diplomatensprache unter dem Status quo versteht? Audi in diesem Falle würde er die Mitwelt doch nicht ganz von der Sicherung des Weltfriedens überzeugt haben, wenn man auch sonst seiner gut gemeinten Tröstung sympathisch gegenübersteht. einiger Spannung müssen wir darauf warten, ob die einstige Rolle Bismarcks nricbenim dem deutschen Reichskanzler übertragen wird. Im günstigen Falle könnte S?crr v. Bethmann-Hollwoa eine neue ?lera deutscher auswärtiger Politik einfädeln imb unsere Beziehungen zu England und sind klug und schön, ihre Mimik und vor allem die Sprache ihrer Augen ist beredt und ausdrucksvoll, ihre Gcwandheit ist bewundernswert, und eine blutfrische Lcidcnschait weih sic außer ordentlich zu entfalten — nur schien sie alle diese glücklichen Mittel nicht immer in der von der Dichtung gezogenen Grenze zu verwerten. Ihre Mcdea war von wuchtigen Abmessungen, eine Pollnatur von gewaltigem Eindruck, voll innigster Liebe, voll flammenden Lasses, und man bedauert, das; man doch eine Einschränkung machen muh: nämlich die, dah nicht alles was lebenswahr und wirkungsvoll ist, auch ästhetisch befriedigt. Und von diesem Gesichtspunkt auS war z. B. der Schluh des zweiten Auszuges und einzelne Stellen im dritten und vierten Aufzuge nickt einwandfrei. Wenn die Künstlerin hier ein wenig mildert, wird ihre Mcdea von Anfang bis zu Ende eine auhcrordentlichc Leistung sein. m Neben ihr hatten die anderen Darsteller, w wert itc überhaupt zur Geltung kamen, einen sehr schweren Stand, Herr Twor- kowskl) der mitunter feine Worte in einem dumpfen Grollen erstickte, vermochte den König Kreon nicht zu individualisieren — er blieb Klisckecfigur. Boll heiterer Anmut verkörperte Fräulein Dagny die liebliche Kreusa. öerr Bruchwiv hatte als Jason treffliche Augenblicke, doch wäre im ganzen eine schärfere Betonung seines Elends nicht ohne Vorteil, weil nur dadurch sein Handeln vor,ländlich wird. Sehr schön brachte er die Zwiesprache mit der Iugendgeliebten zur Geltung. Fräulein Brehm die offenbar unpählick war, kehrte die mütterliche Liebe der alten Amme recht glücklich hervor. Als Herold ist Herr Kliewer zu erwähnen. „ , , . . a . Nicht besonders geschickt war die Beleuchtung des Vlienes, und auch der Brand des Palastes war nicht glücklich. K. N. Bacchus atmen bei aller Ausdruckskraft nicht die sinnliche Glut der Salome, sind nicht von der Leidenschaft und der Ekstase der Elektra erfüllt, oder von den irdischen Empfindungen des Rosenlavaliers. Strauh hat auf ganz einfachen volkstümlich erfundenen Motiven diese Szenen ausgebaut und sie zu einer Pracht, Schönheit und Süße gestaltet, wie sic unter den Heutigen nur ihm allein eigen sind. Tas ist echter, wahrer Strauh. Und auch nur er allein konnte das Wagnis unternehmen, das tragische Moment mit dem der Opern busfa zu vereinigen. Tas Verdienst muh man seinem Textdichter Hosmaunsthal unter a'Äen Umständen lassen, dah er mit sckwrsem Blick die besondere Begabung für solche Mischungen erkannte und Strauh eine Ausgabe stellte, die seiner Eigenart von einer neuen Seite enthüllte. TaS Werk ist nach MoliöreS Lustspiel Bürger als Edelmann bearbeitet und darin wird auf Wunsch des Herrn Iourdain nicht die von ihm bestellte tragische Oper allein ausgesührt, sondern eine italienische Gesellschaft improvisiert ihre Komödie in die tragische Oper hinein. Hier gilt es nun, nicht bloh die beiben Stilarien nebeneinander herlaufen zu lassen, sondern sie so miteinander zu verschmelzen, dah der Eindruck des organischen Ganzen erzielt wurde. £b dies schwierige Experiment, ähnlich wie in Mozarts Ton Juan, in allem geglückt lei, darüber gingen die Meinungen nach der Auftührung noch auseinander. Nach meiner Meinung ist Strauh dieser Wurf tatsächlich gelungen. Neben den beseligenden Klängen der Liebe und den düsteren Todesahnungen der Ariadne, die im (*4ottc Bacchus den herbeigesehnten Tod vermutet — die von Theseus Verlassene „verwandelt" sich und wird gleichsam zum neuen Leben in den Armen des Bacchus erweckt — hören wir nun die lustigen Weisen der Zerbinetta und ihrer vier Liebhaber. Auch für sie ist die Liebe ein „Erlebnis", aber sie zählt nickt zu den Frauen, die nur einem Manne gehören. Hier enthüllt sich nun die musikalische Toppelnatur Straußens in großartiger Weise. Tas Eoloratur-Stück der Zerbinetta, ein prächtig charakterisiertes Rezitativ mit folgendem Rondo, ist das Unerhörteste, was auf diesem Gebiete geschrieben worden ist. Nur das Genie tonnte das überhaupt wogen und zum Gelingen führen. In den höchsten Lagen bewegt sich die Stimme und stürzt bis zum tiefen H. herab. Tie verwegensten Modulationen und Rhythmen beherrschen sie: und diese Arie in viel weniger eine Satire auf den kolorierten Stil, sondern seine letzte Konsequenz. Die SdHvierigfciten sind ungeheuer, aber Margarethe Siems überwand sie glänzend. Bon außerordentlicher Keckheit ist auch das Ensemble der vier Liebhaber, ein MeisterstüÄein. Tie Ouvertüre zur Ariadne erinnert an den feierlichen Ernst des klassischen Stils Glucks. Ta5 Orchester ist symphonisch behandelt und von'wundervollem Klange, der durch die neuartige, kleine Besetzung von eigenartigem R.I ist. Neu ist die Behandlung des Klaviers und die Hinzunahme eines Meisterharmoniums. Ter Chor ist ausge- (ßiefoener Stadttheater. Medea ocs Goldenen VließeS dritter Teil von Franz Grillparzer. G i e fe c n , 26. Okt. Das goldene Bliest, das ist der antike Nibelungenhort, der allen Verderben bringt, die in fluchwürdigem Hunger nach Gold und dunerer Ehre nach ihm geizen, und wie wir letzten Endes die furchtbare Rache Krimhildcns nur dann verstch-;n können wenn mir die ganze Vorgeschichte kennen, so kann man Medea and) nur dann richtig würdigen, wenn die beiden anderen Teile d.r Trilogie vorausgegangen sind. Alle Litcraturkenncr haben d'-Shalb fei, dem ersten Erscheinen dieser großartigsten und vollen- i.tuen Tieblung Grillparzers die Forderung^gestellt, dast die xutfdicn Bühnen einzelner Virtuosinnen der Schauspielkiinst zu bc nicht nur den letzten, Medea genannten Teil des goldenen Vuestes aufsühren dürsten, und M. Necker hat in seiner Grill- .-irzer Ausgabe dieses Belieben unserer Theater mit Recht ein Per l.hen an dem Genius deS Tickters genannt. Aud) F. Mamroth, )i M. Mcuer u. a. haben fick entschieden gegen diesen Braud' .urroabrt, bü Bühnen Praktiker behaupten aber, daß die Anforderungen an die Darstellerin MedeenS in den drei Stücken so nerschiedenarlig seien, dast sic nur in seltenen Glücksfällcn von r n c r Schauspielerin bewältigt ivcrdcn könnten. Selbst ein so seiner Kops wie Laube halte große Bedenken. Aber alle diese Bedenken dürften doch nicht stark genug sein, nut dem deutschen Volke die vollständige Wiedergabe seiner veilen d lstcn Trilogie vorzuentballen, denn dem Goldenen Vließ haben u.;r nichts gleichartig Großes an die Seite zu setzen, und von allen Dichtern die sich mit dem Stosse beschäftigt haben — auck cdiillcr lubörte dazu — hat keiner aud) nur entfernt die Grillvarzcrschc Dichtung erreicht. Vielleicht wagt es unsere Bühne einmal, den gvnzen Zyklus herauszubringen, wozu ihr der Erfolg des gestrigen Abends wohl ein Ansporn sein dürfte. Ist doch schon schwierigeres Gewagt worden. , Zwar leicht hat Grillparzer den Tantellern ihre Aufgabe inckt^ gemacht, denn wie er mit Meisterschaft den Kampf zweier Weltanschauungen, der hellenischen und der barbarischen, durch- iriührt hat, und wie er mit sicherer Hand mitten hinein bie an biibcrieiiincr Enttäuschung zugrunde gehende Ehe geitcllt hat, ’□ erfordert seine Kunst ein tiefes Verstehen und em reifes Können. Diese schien mir die geitrigc Voruellung, die von Herrn -L rn o r - : ? w s k n geleitet nnirbe, bei allen Vorzügen nicht ganz zu er- j ring en. ~ , Als Mcdea enthüllte Fräulein Riza Baior^vom ^.eutfcken Dhcatcr in Berlin erstaunliche Talente. Ihre Stimme ist von reinem, melodischem Klang, und sicherem Ausdruck, ihre Gelten Rustlanb auf neue Grundlagen stellen „Wer den Augenblick ergreift", der ist auch in ber politischen Medizin „der rechte Mann". Wenn man Mars nicht nur die Stunde, sondern nud) die späteren Geschicke des Balkans regieren ließe, so würden die Türken nicht viel Freude erleben. Ihre Aussichten erscheinen heute als start gesunken. Die amtlichen Siegesmeldungen begegnen jetzt selbst in Konstantinopel Mißtrauen. Schon trägt man sich in den Kreisen der Pforte mit der Hoffnung, daß die Vermittlung der Großmächte dem >triege bald ein Ende machen werde. Dann würde die bekannte Note der Mächte noch in frischster Erinnerung stehen, und der Status quo könnte den Ankcrgrund abgeben. Es ist in der Geschichte nicht das erste Mal, daß von Konstantinopel aus an das Eingreifen der Westmächte appelliert worden ist. Wenn der König Ferdinand von Bulgarien in seinem bekannten Aufruf seine Unternehmung als einen Glaubenskriegs kennzeichnete, so hat er damit überall Zurückweisung erfahren, denn das paßt schon lange nicht mehr in das Programm Europas. Seit Katharina II. waren es immer rein politische Gründe, die das Ende der Türkenkriege besiegelten, und Friedrich der Große hat dem Moslem auch schon die helfende Hand cntgegengcstreckt. So tief die Türkei in Nöten sich befindet, so groß die Gefahr der Erstürmung von Adrianopel auch geworden ist — bis zur endgültigen Lösung der orientalischen Frage wird es noch gute Wege haben. Es sei denn, daß der Krieg diesmal nicht lokalisiert werden könnte und der viel gefürchtete „Weltbrand" wirklich eintreten würde. Auch die b a y e r i s ch e Kammer hat sich gestern mit diesen Besorgnissen befaßt. Die sozialdemokratische Frak tion forderte die Einberufung des Reichstages oder doch wenigstens des Bundesratsau'sschusses für auswärtige An gelegen!) eiten. Es ist bedauerlich, daß solchen unüberlegten Forderungen sich auch der liberale Führer Casselmann an schloß Es braucht nicht erst versichert zu werden, daß wir Die heutigen Lenker unserer auswärtigen Politik nicht für unfehlbar halten. Aber die größte Unklarheit und gefahrvollste Wirrnis müßte Eintreten, wenn die Volksvertretungen sich in die Leitung der Dinge hinein mischen wollten. Sie tonnen Stimmungen äußern und soll tcu daher, soweit es das Staatsinteresse irgenb zuläßt, von der Regierung auf dem Laufenden erhalten werden — aber ganz besonders in der diplomatischen Küche verderben viele Köche den Brei £err v. Hertling hat die gar so besorgten Gemüter sehr eindringlich beruhigt, aber einige dunkle Punkte hat seine Rede doch. Er sprach davon, daß die Rcichsleitung mit den anderen Großmächten bemüht sei, „dem Ueb ergreifen auf das Gebiet vitaler Interessen Europas vorzubeugen". Er habe das volle Vertrauen, daß das starke Deutsche Reich sein Gewicht nicht vergebens in die Wagschale des Friedens legen werde. Nun sind aber die „vitalen Interessen Europas" bekanntlich sehr vielfarbig. Meinte Herr v. Hertling nur die allgemeine Kriegsgefahr, die gegen das Interesse aller Mächte gehe? Dann könnte man ihm entgegenhalten, der gute Wille möge vorhanden sein, aber schon kleine Fünkchen könnten dem Pulverfassc gefährlich werden, — wofür man dann Herrn v. Hertling gewiß nicht verantwort- Ariadne auf Naxos. Oper von Hugo von Hofmannsthal. Musik von Richard Strauß. Stuttgart, 25. Okt. Richard Strauß ist nicht ber erste, der den antiken Ariadne- Stoss behandelt bat. Am bekanntesten und historisch bedeutsam ist die Musik, die der Kapellmeister Gcord Benda zu dem „Duobrama" des Christian Brande? schrieb. Bendas Vertonung bat auf die Zeitgenossen starken Eindruck gemacht. Ter Komponist behandelte den Stoff melodramatisch und tonmalerisch. Strauß bat fein Der! anders aufgefaßt. Von der realistisch- bramatifdien Einkleidung hat er, der textlichen Vorlage von Hofmannsthal gemäß, diesmal abgesehen. Seine Ariadne ist lrrisch gehalten, und zwar der Hauot'ache nach im Sinne der „absoluten Musik" ein Moment von besonderer Bedeutung in der Entwicklung des Straußschcn Schaffens. Tie Szenen zwischen Ariadne und politifdic Wochenschau. Gießen, 26. Okt. Graf Bercktolb hat sich bei seinen Unterredungen mit brn italienischen Diplomaten offenbar auf die Anbahnung ichtlinien einer gemeinsamen Balkan ivi;itr beschränkt. Wie Sir Edward Grey am Donnerstag rit englischen Unterhause auf eine Frage nach ber freien nrrHilr! durch die Dardanellen zweifelnd das Haupt i itc und den Verlaus der Balkanlämpfe als ein noch ! icklossenes Buch der Zukunft hinstellte, so gelangte die >i recl Ung in Florenz uno Pisa zu keinen bestimmten sck lassen. Man einigte sich, den Fortgang der Dinge . nsm 'i t iani zu tversolgen und «bei etwa auftmicfymbcn ernsten mwn sogleich ins Einvernehmen zu treten. Das ist em । der Dreibundpolitik Es muß dahingestellt leiben, wie iveit Graf Berchtold den Herren Giolitti und ■ n Giuliano fein Herz geöffnet haben mag, ob nahe- 1 genbe Eventualfragen erwogen worden sind oder nicht. ' eichs Interessen auf dem Balkan kennt i.leitende Ltaatsmann hat in den Delegationen öfter Lüttich gesprochen — so ist die Reise des Grafen Berchtold, von freundlichen italienischen Presseäußerungen bc» i itet mar* wohl eine nützliche und erfreuliche Borberei- I !I! zu den nahenden unvermeidlichen Auseinandersetzun- (i ii gewesen. Denn so viel steht fest: der Status quo wird tin äußerst schwierig zu behandelnder Patient werden. £ ne tiefgreifende Operationen wird es nicht abgehen. 1 e Aerzte warten einstweilen noch ab, und wenn heute ge- i Idet wird vielleicht als ein ballon d’essay —, daß die hrben im Sandschakfi ich schon häuslich eingerichtet hätten, i regt man sich vorläufig nod) nicht darüber auf. Zwar ist, .i s einst Katharina die Zweite den Gedanlen der Befreiung :• christlichen Balkanvölier vom türlischen Jock) zuerst aufs Vin ci brachte und mit Hilfe Oesterreichs durchfül)ren wollte, lief) schon einmal, in den Friedensschlüssen von Sistowa nmb Jassy, nach reichlichem Blutvergießen der Status 1 no dennoch erhalten worden - wenn auch nur auf recht Un ze Zeil Wenn heute aber die Türkei auf den Schlacht ■Hberit Mißerfolge hat, wird die Landkarte dock) wohl rinige Veränderungen erhalten. „Denn zu tief schon hat i Haß gefressen und zu schwere Taten sind gesehen" Tic den Bal tau fürsten vor dem Kriegsausbruch feierlich . ' rreichte Note der Großmächte wird int Archiv der Haager »ndenskonferenz dermaleinst ein interessantes AtNm lick sein. Politisck) wie militärisch stehen wir heute noch vor Geheimnissen. Wie in einem Würfelspiel warten die Mächte -'i Verlaus der Ereignisse ab. Nach der ersten großen 2 macht wird, so hieß es, Rußland zu einer Friedensver- N'.ltlung ansiordern, und nach berühmten Mustern würde nii wohl die Einberufung einer Konferenz erfolgen. Ob land sich seiner alten Türkenpolitik erinnern wird, die i V dem Krim krieg im Frieden von Paris ilyren Zweck i eichte? Dann würde es wohl gelingen, die übertriebenen ufi räche des Slaven tu ms zuruckzuweisen. Sir Edward . wirb dabei seine Rolle im Bunde mit Rußland und , Hilfreich möglicherweise einer Revision unterziehen ifen, denn ein Abschluß der Balkansragc ähnlich wie er i »ii- dem russisch-türkischen Krieg im Jahre 187« im Frieden n San Stefano in Frage stand, dürfte auch heute noch ii bt nach Englands Geschmack und Interesse sein. Mit Der Balkankrieg. Die Lage vor -ldrianopel ist nach einer amtlichen bulgarischen Meldung unverändert. In dem bereits gemeldeten Kampfe bei In rusch hatten bie Türken ungefähr 300 Tote und 500 Türken wurden gefangen genommen. Die Bulgaren erbeuteten 3 Sck nellsenergeschütze imb 12 Rtunitions- ivagen In Kirdeschi beschlagnahmten die Bulgaren ein Tevot von einer Million Patronen, 14 Kisten Granaten, 18 000 >rift>- gramm Mehl, 60 000 Kilogramm Korn und 30 000 Kilogramm Gerste. • Rene bulgarische Siegesnachrichten. Sofia, 25. Okt. Agenee Bulgare.) Im Distrikt Rezlog bemächtigten sich die bulgarischen Truppen der Gebiete am oberen Mestaflusse. In der Umgegend von Mahomia wurde ein türkisches Jfiifanterie- R oq i m en t-v e rn i ch t e t. Ein in dieser Stadt ei n g e- sck)liossenes Bataillon^ bestehend aus regulären Truppen und Baschibozuks^ hat sick) in der Nacht vom 23. zum 24. Oltober ergeben. Die Stabt P e t s ch ewo wurde von den Bulgaren eingenommen. Tie Stimmung in .Konstantinopel. Konstantinopel, 25. Okt., 6 Uhr abend-s. Mehrere türkische Blätter fordern die allgemeine Ausweisung der Untertanen sämtlicher kriegführenden Staaten. Wie die Blätter melden, wurden ein Bulgare und ein Serbe in dem Augenblick verhaftet, als sie eine neun Kilogramm schwere Bombe unter ber Eisenbahn- b v ü ck e zwischen Uschak und Asiun-ckkarahissar auf ber Eisenbahnlinie nach Smyrna niederlegten. Zwei bulgarische Spione sind gestern beim Kriegsministerium verhaftet worden. Ein türkischer Berwundeteutransport, ein Major und 28 Mann, sind gestern von ber montenegrrm^ scheu Grenze eingetroffen. Ein gestern nachmittag veröffentlichtes Kommunique des Generalstabs über die Schlacht bei Adrianopel hat die Ungeduld des Publikums nicht befriedigt, sondern Bedenken eingeflößt, da der als ein Manöver bezeichnete Rückzug von ber Bevölkerung als endgültig angesehen wird. Nach dem „Alemder" ist der Sekretär des bulgarischen Saladjeff wegen Spionage vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Die türkischen Blätter bringen ziemlich unklare Berichte stber die Kämpfe bei Mrianopel, wissen aber nichts von einem Endergebnis. Danach scheinen die Bulgaren ihre heftigsten Angriffe auf Merresch, acht Kilometer westlich von Adrianopel, gerichtet zu haben, wo sich die äußeren Werke auf einer Höhe von 130 Meter befinden. D i e Bulgaren griffen in der Nacht zum 25. Oktwb er mit acht Bataillonen an, wurden aber morgens mit Lroßen Der- l n st e n a ii r ü d g e w orfen. Nr. 253 Erster Blatt 162. Iayrgang Samstag, 26. ©höbet 1912 Cet «letener Injetyet ® W mtmatlidW*-VL. mertel- *äihitnrllr l zi ri iSl iäiizi $ »XLr^vllvl^v* ernspreck - Knick!uye : potiwcken Teil: Auaust «ZK General-Anzeiger für Oberheffen W-M Annahme von Anzeigen Rotationsörud vnd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderri R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schulstratze 7. Uv': E.s'ev ' n"i'r den s oonmÄn9nii^ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.__________________________________^"Zemente.! ö Beck. falgunn der -truppen Vorstoß über Uesküb ausgenommen, während starke Kolonnen einen auf Bunar Hisar unternahmen, um den Rückzug der Türken abzuschneiden. Von großer Bedeutung wird das Vorgehen der durch die Waldzonc an der Lüste aus V i z a vorrückenden bul- gariidjen Streitkräste fein, da durch diese den Türken der Weg nach Konstantinopel vollständig verlegt werden kann. Tie türkische Hauptkrast, welche bei Kirk Kilisse im Kampse stand, trat bett Rückzug auf die zweite Verteidigungsstellung am Evgenefluß an. Die Behandlung der türkischen Gefangenen. ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den Großmächten im Gange, die, wie es heißt, darin überein-- stimmen, eine aus dem Balkan krieg entstehende europäische Verwicklung zu verhindern. Ter Berliner ,^Lokalanz." meldet aus Konstantinopel: Als Bestätigung einer bevorstehenden Intervention wird hier angesehen, daß keine Macht außer England eine Neutralitätserklärung abgab. In hiesigen diplomatischen Kreisen tvird angenommen, daß eine Intervention schon in allernächster Zeit erfolgen werde. Italien und der Dreibund. R om, 25. £ft. „Trib un a" betont, glücklich zu sein, daß die Reise des Grasen Berchtold nach Italien das Gefühl der Kameradschaft und des gegenseitigen Vertrauens in den beiden Ländern gestärkt habe. Die Reise des Grafen Berchtold, die int gegenwärtigen Augenblick höchst bedeutsam sei, würde umso höher üon Italien eingeschätzt, als sie sich nach zwei wichtigen Ereignissen vollzog, die den Beweis der aufrichtigen Freundschaft zwischen Oesterreich und Italien erbracht hatten. Das erste Ereignis sei die Anerkennung der Oberhoheit Italiens über Libyen gewesen, die Oesterreich-Ungarn bereits vor der Notifizierung des Friedensvertrages ausgesprochen hatte. Das zweite, Oesterreichs Haltung der Solidarität in den letzten Tagen des italienisch-türkischen Konflikts, als es auf die Pforte einen starken Druck ausübte, damit diese die Friedensbedingungen annehme. Line fojialdemofraitfche Anfrage in der bayerischen Kammer. Gefangennahme befragte. Dann richtete er an die Soldaten einige Worte. Die Offiziere und die Soldaten Ein netter Gouverneur von Kreta Athen, 25. Okt. (Agence Havas.) Der frühere Ministerpräsident D r a g u m i s ist zum Gouverneur von Kreta ernannt worden. Er ist bereits dort eingetroffen. Das „Bert. Tagcbl." nreldet aus Athen: Tie Bestellung des früheren Ministerpräsidenten Teagumin zum Gouverneur von Kreta ist ohne Genehmigung der Großmächte erfolgt und anscheinend soll eine Notifikation an die Aiächte auch nicht erfolgen. Der griechische Vormarsch. Ter zweite Sohn des Kronprinzen, Prinz Alexander im Berliner Kadettenkorps, i>‘t nach Athen berufen worden, von nw er sich nach dem Kriegsschauplatz begeben wird. Ein serbischer Lieg? Belgrad, 23. Okt. Nach einer amtlichen Meldung ist Ferisovitsch von serbischen Truppen eing.'nommen woroen. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Belgrad: Tie Serben, die jetzt im Sandschak sind, haben dort bereits i h r e B e r w a l t u n g, mit Novibazar a l s Hauptorteines gleich n amigen neuen serbischen Kreises eingeleitet. Nach einer Cetinjer Meldung der Agence Fournier, haben die montenegrinischen Truppen mit der serbischen Armee Fühlung genommen. Die DcrmittJung öer Mächte? Loudon, 23. Okt. Wie das Reuterbureau erfährt, ist angesichts der bevorstehenden neuerlichen Schlachten München, 25. Okt. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten gab Ministerpräsident Frhr. v. Hertling auf die sozialdemokratische Anfrage eine Erklärung ab, in der er u. a. sagte: Die baverischc Regierung nahm nicht Anlaß, den Bundesratsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten Pili? 11 n ('T*11 i alt .*# 3 «Hi ».X - * ui » ... S. -1 Athen 25. Okt Eine griechische Kavalleriebrigade hat Cezeni besetzt, das sie von den Türken geräumt fand. Aus Saloniki wird gemeldet: Die Orient bahn hat von der Regierung den Befehl erhalten, sämtliches rollende Material der Strecke Saloniki — Monaslir na ch Saloniki zurückzuziehen, da ein griechischer Angriff gegen die Strecke S a l o n i k i — Ai o n a st i r erwartet wird. So sind dort zur Verteidigung bedeutende türkische Streitkräste zu- sammengezogen. Tie entscheidende Schlacht in diesem Gebiet steht bevor. entspann. Schon nach einer Stunde war der Kampf entschieden - -- - und bic fflulnaren waren Serien der Stabt. Trotz atlqcmemcr ^ L^n. Taz daus nnrd mit mir m der «»ichannng uber- ErschöPsnng der Truppen wurde fofott die B-rsolgunn der Truppen ÄTJL'Ä q" Borgnnze au, dem Balkan ,ur bic - — - - - - ' ?hegtcrung dte auß erste Zu ruck Haltung in der Darlegung der Momente geboten ist, die uns bestimmen, von der Anregung zum Zusammentritt des Bundesratsausfck-nfses abzusehen. Und ich glaube, es liegt im Interesse des Reichs, nicht minder aber auch im Interesse des Ansehens des bayerischen Landtages, wenn wir hier nicht einer parlamentarischen Instanz vorgreisen, die für dir Besprechung der deutschen auswärtigen Politik an erster stelle berufen und zuständig ist, nämlich den Deutschen Reichstag. Zweckbestimmung des Bundesratsausschusses ist nicht, daß beim Eintritt jeder internationalen Verwickelung die Forderung nach Zusammentritt des auslvärtigen Ausschusses erhoben wird, nicht nur, daß eine durch nichts veranlaßte Beunruhigung der öffentlichen Meinung eintreten mußte, wollte der Ausschuß in diesem Augenblick sich versammeln, sondern cs würde auch der Anschein entstehen, als gebreche es der auswärtigen Politik des Deutschen Reiches: an jener unbeirrbaren Einheitlichkeit und Zielbewußt- heit, die eines großen und mächtigen Volkes allein würdig ist. Xie Regierung tut hiermit — ich konimc zur zweiten Frage der Interpellation — auch keine Schritte zur Einberufung des R e i ch s- tages. Tic Einberufung des Reichstages steht nach der Reichs- oerfassung dem Kaiser zu. Das Urteil darüber, ob es den Inter, essen des Reiches angemessen und nützlich, ob es für unsere auswärtigen Beziehungen erwünscht oder auch nur förderlich ist, daß die internationale Lage im Reichstage erörtert werde, kann nur der Reichsleitung zustehen, die allein imstande ist, sämtliche für einen folckxn Entschluß in Betracht kommenden Momente gegeneinander abzuwägen. Ich machte aber trotzdem den Anlaß dieser Interpellation benutzen, um nach einer anderen Richtung einige Worte der Aufklärung zu geben. Ich sprach von der Notwendigkeit der Ein- hestlichkeit und Bestimmtheit unserer Auslandspolitik. Taß die Reichsleitung die Interessen des deutsck?en Reiches, soweit solche bei der gegenwärtigen Ba 1 kankrise in Betracht kommen, mit dieser Bestimmtheit wahrt, daß sie im Verein mit den.übrigen Großmächten aufrichtig und energisch bemüht ist, den im Orient aufgeflammten Brand auf seinen Herd zu beschränken und dem Ueb ergreifen auf das Gebiet vitaler Interessen Europas vorzubeugen, dafür haben wir, ich möchte dies betonen, dank der vertraulichen Mitteilungen, die uns über alle Phasen der Ereignisse auf dem Ba-lkan aus Berlin gegenwärtig zu gehen, die Bürgschaft der eigenen Ueberseugung. Es gereicht mir zur Genugtuung, ja ich halte es für meine Pflicht, an dieser Stelle es ausdrücklich zu erklären, daß weder für die Faktoren, die unsere öffentlickre Meinung, noch für jene, die unser wirtsck)aftlick>es Leben beeinflussen, ein Anlaß zu teuer Unruhe, jenem Pessimismus gegeben ist, wie sie bedauerlicher Weise in der jüngsten und allcr- jüngkten Zeit in der Beurteilung der internationalen Lage an unseren Börsen und in «unserer Presse sich vernelMen ließen. W i r können das volle Vertrauen haben, daß das Deutsche Reich sein Gewicht an Macht und Einfluß und das der wirtschaftlichen und politisckien Entwickelung in vier Jahr zehnten, nicht vergebens in die W a g s ch a l e d e s Friedens legen wird, an dessen Aufrechterhaltung alle Groß- mächte übereinstimmend das größte Interesse haben. fdialtet, nur drei Frauenstimmen lassen in mehreren Szenen ihre füllen Weisen ertön.n. Tie Pvlvplwuie des Oräesters zeigt die Meistersud. Auf gleicher Höhe steht auch die Rhythmik Zu dieser Partitur bat nun Strauß noch eine Musik .um „Bürger als Eoelmaun" komponiert. Wucher eine Lösung eines Problems, das des Melodrams, mcnit auch nur erst teil weise Kleine „geschlossene" Musikstücke von apartem Reize sind an den gegeben.n Stellen dem gejprocbeneit Stücke eingefügt; u. a. eine Polonaise als Tanz des ersten Sümew^gesellen, der' von Grete Wiesonkbal auSgesührt, entzückte. Wer den „Künstler" Strauß, den ..Musiker" erlernten will, der bat es leicht bei diesen Stücken, die leider nur zu zerstreut sind, als daß sie die volle cm hestuche Gesrnmwirkung erzielen könnten. Nach der Polonaise hört die Musik am, und von da ab flaut auch das Interesse für das Stück etwas ab. Strauß hat unzweifelhaft ein Werk geschrieben, bei dem die Gemißirendigkeit nneber zu ihrem vollen Reck:e kommt. Tie Musikalischen ,3« in teilen der Partitur lassen fick» beim ersten Hören unmöglich nt ilter ganzen Vielseitigen erfassen Aber mit freu btgem Belagen läßt man diese Musik auf lieh wirken, die den Intellekt des gebildeten Hörers ebenso anregt wie das Gemüt mit Veirebigung erfüllt. Tie Wirkung auf das große Publikum bleibt abzmvarten Die Ausführung mürbe von ersten Künstlern bestritten. Das überaus jdnvienge Werk wurde staunenswert derausgebracht Mar- ‘ s'u s schoß den Bogel ab: Mizu 3 er i 5a von der kah als Ariadne Prack lvoll aus, ihinmiid Inelr S Ürüenwege zuruck. Loggen imponierte wieder I adlv w k e r böerlin. als Bacchus bürd' seinen volltönendem Tenor Von den Stuttgartern wirkten Marga Burchardt, Erna Ellm.mreick, Lilly Hotfmann-O ii i g i a. )onne die Herrvn Swo bod a 'Pi e a b e r ■ L1, ’n au^!s-'"chiieter Weise mit. Richard Strauß iikber rübxle bei der llranmibnmg als Tirigent sein neues Werk zum toicge. Xie Siegte ruhne Max Reinhardt. O. Kühn dankten für die gute Behandlung. Später wurden die Offiziere im Kasino mit einem Frühstück bewirtet. Die Soldaten wurden in die Kaserne gebracht. Die gefangenen Offiziere baten um Mäntel, da sie keine besitzen. Ihrem Wunsche wurde entsprochen. Auch an verschiedenen anderen Punlten würden die Bulgaren zurückgetrieben, so besonders b,'i Ärneutköj, nordöstlich von Adrianopel. Die Türken sollen bei einem Kampfe sechs Mitrailleusen genommen haben. Das Vorgefecht dauerte beinahe zwei Tage an und war so heftig, daß die Stadtbebörden Frauen und Kinder in Sicherheit bringen ließen Die Türken mach- tantzahlreiche Gefangene, darunter zwei bulgarische Leutnants und zwei Obersten. Unter den flüchtigen Bulgaren will man auch Serben bemerkt haben. Ein ganzes Avtillerieregiment der Bulgaren soll in der Umgebung von Adrianopel vernichtet worden sein. Das türkische Hauptquartier wird fortwährend verlegt. Tas Wetter war die ganze Zeit regnerisch. Uebcr die Erstürmung von ftirf Kilisse meldet der Kriegsberichterstatter der Wiener „Reichspost", dessen Berichten in den Wiener militärischen Kreisen erhebliche Bedeutung beigemessen wird, folgendes: Der Fall von flirt Kilisse wurde durch einen Nachtangriff borbereitet, der die Bulgaren zu Herren der Stellungen nördlich und nordöstlich der Stadt mackste. Tie Bulgaren brachten auf den Höhen sofort Artillerie in Stellung und beim Morgen grauen begann das Bombardement der Stadt, die in kurzer Zeit in Brand geschossen wurde. Gleichzeitig setzte sich bic bulgarische Infanterie auf der ganzen Front von Demirdscha auf der Straße Mali Tirnovo flirt Kilisse über Karakatsch und Raklica östlich von Petra zum Angriff auf flirt Kilisse in Bewegung, während eine weitere Kolonne östlich über die Höhen von Iundala gegen die Straße nach Bunar Hisar vorstieß. I n den Weinbergen im Norden von Kirk Kilisse entspannen sich zwischen den angreifenden Bulgaren und den Türken furchtbare Nahtämpfe. Tie Bulgaren wurden wiederholt zurückgeworfen, fetzten aber immer wieder zum Sturm an. Das Gros der Türken trat bereits im Laufe der Nacht den Rückzug auf Bunar Hisar sowie in südlicher Richtung an. Um 10 Uhr vormittags drangen die ersten bulgarischen Truppen durch die Weingärten nordwestlich von Kirk Kilisse in die Stabt, wo sich ein furchtbarer ©tragen fampi Die Tauffeierlichkeiten in Weimar. Der Kaiser besuchte am Freitag morgen in Weimar bei Regenwetter mit dem Großherzog den Park und die Gewächshäuser des Schlofses Belvedere. Im Laufe des Vormittags trafen zur Tauffeierlichkeit die Mitglieder der Fürstenhäuser Sachscn-Meiningeu, Lippe und Reuß j. L. ein. Um 12.35 Uhr traf die Kaiserin mit Gefolge im Souder- Kug ein. Die Taufe des Erbgroßherzogs begann um 6 Uhr mit der Versammlung der Gäste in den Dichterzimmern des Schlosses, während die Fürstlichkeiten im Salon der Großherzogin zusammentrafen. Um 6»/, Uhr begab sich der Hof unter großem Vortritt in die Schloßkapelle, der Kaiser führte die Großherzogin, der Großherzog die Kaiserin, der König von Sachsen die Großherzogin von Mecktenb'ura- Schwerin, Prinz Friedrich von S Meiningen die Prinzessin Friedrich von S.-Meiningen, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg die Prinzessin HeiurchVII. von Reuß: die zahlreichen anderen Fürstlichkeiten folgten. Die Oberhof- nie i ft er in erschien mit dem Täufling auf dem 'Jlrm, dessen Schleppe Hofdamen trugen. Oberhosprediaer 0. Spinner taufte den Erbgroßherzog auf die Namen 'Silbe Im, Ernst, Karl, August, Friedrich' e oig , Johann, A1 b r e d) t mit den Beinamen K a r l August und vrediate über Galater 6, B. 7. Was der Mensch sät, das^ wird er ernten! Nach der Taufe war Gratulations-Defiliercour An der Spitze der Defilierenden befand sich das diplomatische florps Um 8 Uhr war Galatafel. Der Kaiser saß zwischen dem Gro,'Herzog und der Großherzogin, neben dieser der flonig von wachsen. Bei der Tafel hielten der Großherzoa und _ber flauer Trinksprüche. Am späten Abend brachte i ie tu d en t en schäft von Jena einen Fackelzua iciv. .iie cinbt nt glänzend illuminiert. An» Shitt und CanOe o. ©iefeeii, 26. Oktober 1912. ^ageskalender: Ltadtt Heater >,«4, mittag 3 Uhr 0 a 11 s da- Ftugfest a u 3 f ä ((t> • 'i’Mtti h« I Kinematograph: Täglich Vorstellung. Sofia, 25. Ott. (Agence Bulgare.) Der König besuchte gestern in Begleitung der Prinzen die türkischen Gefangenen, die w^ihrend der Kümpfe bei Adrianopel gefangen genommen und nach Stara Zagora gebracht woroen waren. Er wandte sich zuerst an zwei Offiziere, denen er die Hand reichte und sie nack) den Umständen der B i o g r a p b: Täglich Vorstellung. BakofsKarnmer-Licbtsviclc: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. _ Museum des oberhessischen Geschick)tsvereinö. Sonntag qeiddonen. Museum f ü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—I Uhr unentgeltlich. Rolonial-IBemälb e -91 u5 ft e 11 u ng int Turmbaus am Brand und im oberen Stock des neuen SchlosieS. Sonntag, -7. Oktober von 11—4 Uhr -Steinheim; dem Schulamtsaspirantcn Ö)g. Jakobi aus Rod heim v. b. H. eine Lehrerstelle an ber Ge- meinbeschnle zu Münzenberg. ** L e h r e r T r a u t m a n n t. Der in weiteren Kreisen bekannte Lehrer und Organist Peter Trautmann hier ist am Donnerstag abenb nach langen schweren Leiden gestorben. _Ter Verstorbene war 1851 in Obcr-Sd-önmatten- waag im Odenwald als Sohn eines Lehrers geboren. Er besuchte das Seminar in Friedberg und war dann von 1870 an als Schulverwalker bezw. Lehrer in Wimpfen 18871 bis 1888 besuchte Herr Trautmann zu seiner weiteren ■, musikalischen Ausbildung das Konservatorium für Musik in s Stuttgart, nachdem er fck>on 1872 eine besondere Ätusik-ß Prüfung in Darmstadt bestanden hatte. Ende 1890 kam 1 Herr Tr. als Boltsschullehrer nach Gießen. Herr Traut-H mann war ein tüchtiger und gewissent)l n st - A u tz st el l u n g. Die AuS« stellung kolonialer Gemälde des Herrn Ernst Vollbehr und die der kunslgewerblichen Erzengmsse in unserer Kolonie Kamerun wird bis Sonntag geöffnet und an diesem Tage gegen 20 Psg. Eintrittspreis allgemein zugänglich sein. " Stadttheater. In der morgigen Aufführung bet »Fünf Frankfurter" wird Herr Brndjan, der neu« Bonvivant, zum ersten Male den .Herzog" spielen. — Nochmals sei darauf hingewicsen, daß bei Ausfall der Flug« Veranstaltung nachmittags der Schwank .Matthias Gollinger" von Blinnenthal und Bernstein gegeben wird. Näheres siehe im Inserat. ** ©in neuer Industriezweig in Gießen. Jöcrr Karl Nöding hier I)at sich mit Versuchen beschäftigt, natürliche Pflanzen zu präparieren, besonders Laub. Die Versuche rverdchi als wohlgelungen bezeichnet. Herr Nöding beabsick)tigt, eine Fabrik hierfür in Gießen zu errichten. Landkreis Gießen. □ Lich, 25. Okt. Die Stadt plant die Errichtung eines allen nivdernen Anforderungeii entsprechenden h a.H f€ 5 hir ^ib Volksschule. Gegenwärtig sind die Schulräume mit dem Ratbause unter einem Dache, ivas )id) für den Schulbetrieb als störend und uicholfbor er« mieien hat. Tie jetzigen Scl)ulräume im Rathause sollen für ein He im at-Mnseu i ii verwendet werden, das gegenwärtig in Bildung begriffen ist. Kreis Lauterbach. -r. Lauterbach, 25. Olt. Der Handels v erein ^auterfrad) behandelte in seiner gestrigen Sitzung unter Vorsitz des Fabrikanten Türl>eck ein Schreiben der Handelskammer Gießen, wie sich weitere Kreise in Industrie und Handel zu der gelegentlid) der Revision des hcssisd)en Volks|d)ulgesetzes geplanten Regelung der Fvrtbil- dulnasschulpflicht für die aus der DolkS- Ichule entlassene weibliche Jugend stellen würden und welche Bedenken man etwa dagegen hege. Man einigte sich nach längerer Aussprache auf eine vom Vorfitz enden vorgcschlagene Entschließung, daß eine Ausdehnung des Fortbiloungsschulzwanges aus die weibliche ^ugcnd eine Schädigung für die Industrie und für die Ar« beiter innen selbst b beute, indem die Betriebe mit Riicksichi ästigen Störungen die Einstellung fortbildungs- ichulpflid'tigcr Mädchen möglichst umgehen würden und die letzteren einen Ausfall am wöchentlichen Lohn in Kauf SU nehmen hätten, neben verminderter Arbeitsgelegenheit. Zollte die Regierung aber etwas für einen Haushaltungsunterricht für Arbeiterinnen tun wollen, so wird einestells auf die bestehenden und bewährten Wander-KreishauShal- tungssdiiilen, andernteils auf den ebenfalls schon bestehen« den Unterricht in der Haushaltungslehre an den oberen MädchenNassen verschiedener städtischer Elementarfchulcn als nadwhnienswert verwiesen. — Für einen vom.Handels« Herein zu veranstaltenden wissenschaftlichen Vortrag wurde der Schriftsteller Ernst v. Hesse-Wartegg aus- ersehen. Die Eisenbahndirettion Frankfurt fragt bei der hiesigen Stadtbehörde an, ob man von den Vergünstig gungen des N o t st a n d s t a r i fs für frisches FÄkchl, \ lebenbe4 Vieh, Gerste und Mais O^ebrauch machen wolle. :Nan Nt der Meinung, da die Fleischpreise gegenüber größeren Städten hier eine übermäßige Höhe nicht erreicht Statt jeder besonderen Anzeige. geb. Schwarz Die trauernden Hinterbliebenen: Garbenteich, Wiesbaden, 26. Oktober 1912. 71*1 0® MUuNhni'K 12 MSv uiiiiiiiiiiiiiiimiiiniiiiiiiini ffllllllllKX d?s Beste Mantel 72. Lebensjahre. Familie Familie Frnnkfnrtcr Schn h Inger Giessen Johannes Wallbott XII. Johannes Wallbott III. und Professor Dr. Wallbott und NERLBI BRUAMGH SERDNED ZIPELIG LEIK RENANVOH MEGGURBAD NOPES RATTSGUTT SENES 7143 Hauspänc 2,75 M., klein- ncmnrb.'llbfallboh 3.25 M. oer Marren frei am5 Hans. J.Wellböfer, Tel. 743. (6311 auf 1. April 1912 und zwar mit zwei Tritttfn; Voll wirksam werden sie erst mit Wirkung ab 1. April 1913. Todes-Anzeige Gestein morgen 3'/, Uhr, entschlief sanft nach kurzem, schwerem mit Geduld ertragenem Leiden, meine innigst geliebte Gattin, meiner Kinder trcusorgendc Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Johanna Frank ocb. Hein im 36. Lebensjahre. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht mit der Bitte um stille Teilnahme. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Postschaffner Johannes Frank u. Kinder Gießen (Nahrungsbcrg 20), Bremen, Ehringshausen i.H., 26.Oktober 1912. Die Beerdigung findet Sonntag, d. 27. Okt., natfjm. 3'/, Uhr, von der Kapelle deL neuen Friedboss aus statt. uloo Letzte Nachrichten. Tie Gefährdung de8 Status quo. X London, 26 Okt (Priv.-TelA Durä) bm Sieg ber Bulgaren bei Hirt Miliiie haben sich naher Meinung in kiesigen Regierungslreiien die eurovaiidjen F r i eden s au » - fiditen fehr eerfgesa^vss. n. Studierende, Handlungs - Angestellte Liefere an jeden aus Wunsch Bsicher sowie MeverS neuen grostcn iloubciiationS-Lerikon, Klassiker gegen monatliche Zahlungen von Mk. 3.— ohne Preisausschlag srauko und ohne Anzablung. Komme ins Haus. Adresse unter S. T. 1812 vost- lagernd firtanfhitt a. M. angeben.____________hv >0 amen'Stidd | zum Knöpfen u. Schnüren in Lack, Chevreau und mit Stotteinsatz a«/,, Die Beerdigung findet Montag nachmittag 3 Uhr in Garbenteich statt. Optima-Fahrräder fln» oee unaWrtrrffrn« GUI« u. ha'tbjrttiL CMm» ui nirtnj. JJ nl Ä n vl^.° ftisches -iss f"^'machcn »L SOsr- ßig^ $ Sied Sie gewandt? SÄST deren Buchuab.umgrsielltKvnncnLic die Lösung finden Per tuchen Sie cs bitte. Wir haben etwas für Sie, waS wirödnen senden würden,und was eine angcncbmeUebcrraschuna sürSte fei» dürfte. Sie emvsaugen ein wertvolles Weichens bei der Lenkung vollständig kostenlos beiiicvarft, falls Tie uns die richli i.2iädtenam,soiv. ddren Namen. Standu.AdreffeauseincrPoftkariemit- teil. 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Januar bis zum 30. tember 1912 beziffert sich auf 265 129,47 Mk., während er in der gleichen Periode int Zahre 1911 207 272,16 Mk. betrug. Wie in Aussicht genommen, gelangen für das 3. Quartal 62,50 Mk. statt 50 Mk. Ausbeute zur Ausschüttung. Dr. Hommel S Haematogen 20 jihriger Erfolg I Warnung! Mau verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommel. D /, Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. WetlerauSsichten in öeflri <ür Sonntag, den 27. Cft. 1912: 3uimiejen L k' 1 angkotdnet. hen ’tn Slimpelqtlth **Ä3 Ä8561 ÄStt 8 r Iroutmann fa Tn,*-?™ uiuer^önmatten. Lehrers geboren, (h 3 und war dann vtn irer in Wimpsen. 188; u seiner weitere, batonum für Musil in eine besondere Musik, atte. Ende 1890 fan Gießen. Herr Traut- jNxifter Lehrer, dn 3adlmädckcnschule mit id;e5 geleistet Ijat. Sch inten, in Ehren bleib* für das Wintersemesi» ortbildungskurs hat» Hessen und den bencä. >et Der erste Vomy 5 bis 7 Uhr, von < ren physiologischen 9» tätigtest" im Phystö geyalten. Zchlus x * am Sonntag, 27. de n Trieb statt, ellung. Tie fe rn Ernst Vollbehr c. se in unserer fiolc: öffnet und an bitir ttgemein zugänglich fff. ivrgigen Aufführung br er Brüdjan, der nr. erzogt spielen. - M bei Ausfall der flu? . Schwank »Matthä Bemstcin gegeben ron: -rweig in Gießer il Ansuchen beschaff t be onders Laub bezeichnet. HerrMn- Gießen zu ernchten plant die Erricht^ Tungen entspreche^ tute. Gegenm^g^ unter .end und unhalM » E im Athauie W merbeit, das W Todes-Attzelge Heute Morgen um 5 Uhr verschied sanft und unerwartet unser Sohn, Bruder und Enkel Ernst Römer 4 Monate alt. Heinrich Römer. Lollar, den 25. Oktober 1912. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag */«3 Uhr statt. (7137 Trockene?, kurzgeschnitteneS Abfallholz (Schwarten) zum fteueran- machen liefert, von 5 Ztr. an, für Ml. 1.15 pro Ztr. frei ans Haus. >228 B.Nnhn, Lollar. Hrtiinata-itanpenlelm, Bergamentstreifen, Kordel. 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Starkenburg und Nheinhessen. rm Darmstadt, 25 Ch Tic 25jährige Jubi. 1 i fei er M dessifchen Haup.vrrcins des Evangelis chen \ Inh, A mfirhr hriiir mit der Aufiüdil'Ng dc- Tcüricntldicn Feil- «u* !»• ®to&6«|,?toa«r m°r an- nb " Tic Lar stell er hatten nut groi.em Meist und. voller ihr/5Lii n studiert und brachten ne mit grobem Er- I neunter b«S«°un" Cb,r,eU>L Tu- .inlagen d-bcn rüd.oirlenbe Jjrah 1@P -re *< n creme ’PflLMl In Apotheken c:n a. Drogerier^^^--^| DB-DIEHL-STIEFEL mib wasserdichtem Achiliesboden Für Touren a. Winher. Alleinverkauf: Schuhmachermeister Fernspr. 435 GIESSEN Schulstr. 10 Giessener Konzert-Verein Erstes Konzert Erster Solisten-Abend Sonntag, den 3. 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Oktober, von nachmittags 51/, Uhr ab, jk Ä _ im 2lnschlnfr an den Gießener Flugtag, in sämtlichen Räumen des Caf6 Leib M Gr. Münchener Oktoherfest r Va bestehend in Konzert, -lbsingcn gemeinschaftlicher Lieder V WZb' Tanz -WW vL ys Tombola, Schieß- und Sektbude, Panorama und ,2 Raritäten-Kabinett, Radi- und Würstelbude Leben und Treiben ä la München "HDA * $ni ^oalc die Kapelle des Infanterie-Regiments Rr. 116 vorderen Restaurant: Schrammelmusik y»/|0 10^* Eintrittspreis: ä Person einschl. Lieder 30 Pfg. "HWA Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Der Vorstand. ®a§ öttoberfeft findet auch dann statt, wenn das Flugfest wegen schlechter Witterung ausfallen sollte. ZZfc 116 die Tochter seines Chefs Modernes Lcbensdrama in 2 Akten. Dieser Film ist von packender Gewalt. Die in demselben geschilderten guten und schlechten Eigenschaften des MensckenherzenS prädestinieren denselben ohne Zweifel zum erstklassigen Schlager. Versiegelte Lippen Ergreifende Schicksalstragödie in 2 Akten. Eine Jugendsünde und ihre erschütternden Folgen! Das ist kurzgefaßt d. Inhalt dieses hochaktuellen, äuß. spannenden Dramas. In Schuld geboren, muss der beste aller Söhne in Schuld zu Grunde gehen Das ist das Drama einer Mutter und ihres Sohnes. aM/l0 Außerdem ein reichhaltiges, schönes Programm Montag, den 28. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale des Gesellschaftsvereins Vortrag eigener Dichtungen :: des Schweizer Dichters :: Ernst Zahn Numerierte Plätze ä 2.- u. 1.50 Mk., nicht numerierte ä 1.— Mk, Studenten- und Schülerkarten ä 60 Pfg. in der Ferber*sehen Univ.-Buchhandlung, Inh. C. Koch Seltersweg 87 Gr. Hofbuchhändler Telephon 657 r‘ ?ic Hotel Steln’s GartenfRestaurant „Krokodil“ Kaiser Allee 27. 7147 Telephon 348, Giessen 09023 Renommierte Küche Auserlesene Weine Kiiematö^apb Bahnhofstr. 54 09005 Bahnhofstr. 51 Telephon 911 m Nielsen Premiere heute Samstag Die Kinder, Richtipiel a Haus Bahnhofifrafje 34 Außerdem der reichhaltige Spielplan. Sportplatz an der Hardl Sonntag. 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