16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfahr 18 Seiten. lief) politische Wochenschau. und mütlicfiem Humor zu einem sehr vergnüglichen Lustspiel gestaltet, das weit über dem steht, was sonst in dieser Gattung geboten wird. Ohne grelle Farben, mit gutem Geschmack und scheinbar ganz absichtslosen, aber treffenden Witzen baut der Verfasser ein Stückchen Tlt-Franksurt vor uns aus, uni) er ist bestrebt gewesen, seine Menschen zu Charakteren zu vertiefen, was ihm bei Frau Gudula und Lottchcn auch gut gelungen ist. Zwar werden sich die Roth- Mlds, die mit Kaisern und .stönigen verkehrten, am Hose des Verzugs vom Taunus etwas anders benommen haben, als das Rößler vorgibt, aber die Situation ist wirksam, das wirksamste an dem ganzen zweiten Auszug, der sonst der schwächste von den dreien ist. Er war übrigens sehr schön ausgestattet und bot Mit der Schaukel ein allcrliebestes Idyll. Die Aufführung, die von Herrn 92 o r i) en gut vorbereitet war, falb lebhaften Anklang bei dem dichtbesetzten Haus, und mit Ausnahme der Frankfurter Mundart ging auch fast Zolles wie am Schnürchen. Fräulein Brehm spielte die alte Frau Gudula, das goldene Herz der Familie, mit warmer, heiterer Lebensklugheit — ein Stückchen Frau Rat: gut, frisch, resolut, kutitterlich. Den ältesten Sohn Anselm gab Herr V o l ck, der als kfWrger ein fast unverfälschtes Frankfurterisch sprach, mit echtem. Lieberem Behagen, und die Witze sprach er, ohne lästige Poin- Erbschaftssteuer entgegenstenimten, eine Lektion. Heute « w? - eT ^^ber, und er muß wohl in der Sitzung de«. Bundesrates ratlos und ohne Führerwort dagesessen haben Zaudernd und ängstlich scheute er sich, mit kräftigem Ent Flusse voranzugehen, und schiebt nun alle Verantwortung aus den Bundesrat. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß der bisherige Staatssekretär Wermuth bei lernem entschlossenen Rücktritt die Sympathie des Volkes batte. Der Kaiser hat ihm keine Audienz, kein Zeichen der Anerkennung mehr gewährt, obgleich in der „Nordd Allgem. Ztg." erklärt wurde, daß Wermuth ein „Muster von Klarheit und Zielbewußtheit" gewesen sei. Herr von Bethmann-Hollweg hat ihn zum Abschied noch einmal emp* fangen und eine Notiz darüber vom Wol|ssck)en Bureau verbreiten lassen. Es hat ihm in der Volksmeinung aber nichts genützt, der es nicht entgeht, daß der Kanzler wie ein Totengräber arbeitet. Noch immer gibt es keine Klar' heil über die Deckung der Wehrvorlagen. Tie heutige Ver- ossentlichung der „Nordd. Allgem. Zlg." über den Inhalt der Wehrvorlagen verrät uns, daß der Mehrbedarf in diesem Jalxre 97 Millionen, im nächsten Jahre 127 Millionen beträgt. Die gesamten Vorlagen werden eine Mehrbelastung von zusammen 462 Milt, herbeisühren. Die Summe aus der Abschaffung der Liebesgabe wird keinesfalls ausreichen. Und der bayr. Ministerpräsident hat gestern seiner er- Ahnten Feststellung hinzugefügt: Wermuths Grundsatz, leine Forderung ohne Deckung, sei von allen Mitgliedern des Bundesrates gebilligt worden. „Es ist auch infolgedessen, da man nicht sicher sein konnte, ob die Mittel aus- reichen, cm neues Deckungsmittel ins Auge gefaßt worden. Eine bestimmte Vorlage hierüber existiere noch nicht." Ein neues Deckungsmittel ist ins Auge gefaßt worden, man sieht es nur noch nicht. Tie:„Norddeutsche" verrät nun heute daß ein Teil der Ueberschüsse von 1911 zur Deckung verwendet werden soll, ohne die Grundlage unserer Schuldentilgung zu verschieben. Das klingt wie die Versprechungen Mephistos, als er dem Kaiser das Papiergeld erfand, wobei aber die Menste ih»n ihr Mißtrauen in die Ohren summte- „Das ist gciüiB cm Charlatan." In Herrn v. Bethmann sind aber nicht einmal mephistophelische Zvräste wirksam Gr wird bei den unausbleiblichen Kämpfen das Zielbewußtsein und die Sachkunde Wermuths schwer vermissen. Giehener Stafcttbcatcr. T'.c fünf Frankfurter. Lustspiel von Karl Rößler. Gießen, 23. März. Tie fünf Frankfilrtcr, das sind die fünf Brüder Rothschild, Wie nach dem Tode des Begründers der Firma in alle Welt hinaus- yeslogen sind, aber nach lieber, schöner Sitte ihre Familientage immer wieder in dem alten Haus in der Frankfurter Judengasse abhalten, wo die betagte Frau Gudula, ihre Mutter, in bescheidener Zurückgczogeiibeil waltet. Wieder einmal versammeln sich die Brüder in der „Glücksstube" ihres Vaters, wohin sie Salomon berufen hat, um ihnen ihre Ernennung zu Freiherrn zi- verkünden. Er teilt ihnen ferner mit, daß der junge Herzog vorn Taunus um ein Darlehen von mehreren Millionen nachgesucht habe, und daß er dazu bereit sei, wenn der Fürst seine Tockler zur Fran nähme. Trotz der Bedenken, einiger Brüder kommt der Vertrag zustande, aber als der Herzog um des Mädchens Hand anhält, weist sie ihn ab, um ihrem jüngsten Onkel, dem „Ja- köbchc", in die Arme zu sinken. Ties alles und noch mehr dazu hat Karl Rößler mit ge- herung ernsack und wirksam. Alles in allem eine Leistuna an der man seine Freude haben konnte. Herr Norden spielte btm salomon, einen fernen Kopf, recht wirkungsvoll — aber wo blieb die heroische Geste, die ihm der Herzog vom Taunus nach- rühmt-? Das G-tsng^ rastlos Strrbmdr, di- Frisch- in tiefem Manne gab Herr Norden nicht. Herr G r o s s e r gab den blasienen Karl sehr fein — mit einem famosen Stich in* Lächerliche entgleiste aber einen Augenblick, als er nach seinem Riecht flasctMen griff. «ehr sympathisch war Herr Rappeport als Zakobche, aber cs ist bedauerlich, daß der junge, temperamentvolle Kumtler seine Sprache nicht in eine straffere Zucht nimmt. Tas Material ist reich genug, um bei einigem Bedacht weit mehr herzugeben. Herr Bruchwitz als Nathan blieb an der Oberfläche hasten und drückte den Charakter zur Charge herab Boll heiterer Lebenslust war Frl. de Bruyn als Göttchen Herr Goll als Herzog vom Taunus war von liebenswürdiger, herab- lasjender Vornehmheit — auch humorvoll und fein ironisch, doch wäre wohl ein wenig mehr Temperament zu wünschen gewesen, besonders als er sich in der Judengasse den Korb holte. Ein Käblnettsitückchen feiner Charakterisierung bot Herr G ü h n e al« Fürst von Klausthal, der hoch über allem Bürgerlichen steht Bedauerlich ist es, daß das Stück erst knapp vor dem Ende der «pielzeit berauskam, denn es wäre zweifellos ein Kassenstück geworden, mit Ausnahme der Polnischen Wirtschaft wohl das einzige der Spielzeit. y Gießen, 23. März. , - Ahcirnuis über dem Rücktritt des Reichsschatz- sekretars Wermuth ist noch immer nicht ganz gelöst Tie Einzelheiten der kntfck-eidcnden Sitzung des Bundesrates liegen im Dunkeln. Herr v. Bethmann-Hollweg hat sich dagegen veuvahrt, daß er der Fahne des schwarzblauen Blockes gefolgt sei und in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung erklären lassen: „Man war im Bundesrat ein- rcJucV11-1!®«- ^>CT A^cht, daß die Einbringung der früheren Erbschaftssteuer zur Deckung der Wehrvorlagen mit Rück» jityt aus die Stellung der Sozialdemokraten zu den Wehrvorlagen ein politischer Fehler sei und nicht einmal Erfolg ^spseche." Inzwischen hat, wie wir mitgctcilt haben, der Finanzminister in der zweiten sächsischen Kammer auf eine Anfrage erklärt: „Tie Zeitungsnachrickst, nach der sich Sachsen im Bundesrat gegen die Erbschaftssteuer ausgesprock-en habe, fei unrichtig Tie Regierung sei jetzt, wie im ^ahre 1909, für eine Erbschaft s st euer eingetreten, und zwar in der rvorni, wie sie damals vorgelegt worden ist, uur mit einigen Verbesserungen." Als man an, den Wider k^^nch fischen der Erllärung der „Norddeutschen" und des sächsischen Ministers hinwies, stellte Finanzminister von Seydewitz am gestrigen Freitag in der sächsischen Zweiten Kammer neuerdings fest: /'Sachsen hat sich nicht nur bei brr Vorberatung, sondern auch "der Ministerkonierenz am 14. März auf den Standpunkt gepellt, datz rur die Kosten der Wehrvoriagen, joux'ii sie nicht aus den vorhandenen Gtatmitteln bestritten werden können, in der l.W f u c r die Deckung z u suchen ist. Die • V *f cr"yc911**■11 nG sprach sich aber gegen eine Vercniickung der Reiäjserbschaflssteuer mit den einzelstaatlichen Vermögenssteuern aus, weil so die gleichnläßige Einsührring der Steuer 'im ganzen Uebiet des Reiches nichl zu etreiujen gewesen wäre. Nach ein gehcnben Beratungen hat dir süä'sische Regierung sich den Bc denken nicht verschließen können, iveldjc gegen die Einbringung der Erbansallsteuer lM jetzigen Moment gellend gemacht wurden und stimmte bei der Sachlage in Ermangelung eines besseren Ausweges dem andererseits gemachten Vorschläge zu, daß zur Beschallung der erforderlichen Mittel der Wegfall der sogenannten .Liebesgabe" ljerangezogen werde." Peau tarnt wohl ruhig sagen, daß diese Bekundung trotz ihres Nachsatzes der amtlichen Versicherung der Reichsregierung ins Gesicht schlagt. Und am Schluß der geftngeu Frcitagssitzung des bayerischen Landtages hat der Ministerpräsident Frhr. u. Hertling nach einem Bericht der „Franks. Ztg." u. a. erklärt: „Wenn die Erbschaftssteuer im Bniidesrat zur Diskussion gekommen wäre, so würde ste an dein Widerstand Bayerns n i ch t gescheitert sein, denn er, Hertling, habe es für seine Pflicht erachtet, mit seinem Amtsantritt von seiner persönlichen Stellungnahme zur RcichScrl'schastssteuer, wie er sie früher beluubct Hache, ganz abzusehen, und an dem Standpunkt festzuhalten, den die bayerische Regierung im Jahre 1909 eingenommen hat." Wie reimt sich das alles mit der Erklärung des Reichskanzlers zusammen, daß der BundeSrat einstimmig g e g c,i die Wiedereinbringung der Erbschaftssteuer gewesen sei? Und die Verteidigung des Reichskanzlers war in so bestimmten, entrüsteten Worten abgesaßt worden, und das Wolfssche Bureau hat sie im ganzen Reiche verbreitetFreilich, über des Reichskanzlers Kurs verlernt man allmählich die Verwunderung. Als er nach der Reichstagseröffnung das Programm der Regierung darlegte, hielt er sich die Tür zur Einbringung der Erbschaftsfreuer mit erhobenem Xonc offen und erteilte den Rednern der Rechten, die sich Unterdessen ist, wie es heißt, die Brücke des Verständnisses mit England noch nicht abgebrochen worden. Sucht Herr v. Bethmann-Hollweg die Deckung in der Schmälerung der Flottcnausgaben? Hofft er in der Zukunft von der Abrüstung etwas, und ist der praktischere Wermuth das Muster von Klarheit und Zielbeftimmtheit", vielleicht" ge'- gangen, weil er seine Finanzpolitik nicht auf einer so tröst- losen Sandbank hat aufbauen wollen ? Man hat auch von einem Konflilt zwischen dem Kanzler und dem Staatssekre- tär des Reichsmarineamts gesprochen. Ter Kanzler hat auch dazu em Dementi abgeben lassen. Also handelt es sich vielleicht nicht um einen Konflikt, sondern nur -Um Mei- nungsverschiedenheiten? Es wird vielfach, auch in Blättern >ie mit der Regierung enge Fühlung unterhalten, darauf hmgewiesen, daß der Reichskanzler ein großer Freund der Verständigung mit England sei und das Abrüstungsproblem einen gewissen Reiz auf ihn ausübe, während Herr von ^.irpitz sich kopfschüttelnd dazu verhalte. Mrd am Ende ^ser verdiente Mann auch noch dem System Bethmanns den Rucken wenden ? Vom Kaiser soll zwar dieser Taae gegen England noch das Wort gefallen fein: „Baut, was ihr wollt: wir bauen, was wir brauchen!" Aber es wäre schon schlimm genug, wenn der philosophische Geist des Kanzlers auch hier nach einer Formel suchte So ziem- die ganze deutsche Presse ii.u die neueste große Rede des englischen Marineministers Churchill, als anmaße,id und die deutsch-engliscku'n Beziehungen nicht fördernd, abgelehnt. Dem Lord hat es beliebt, es imeber mit einem Trucf auf Deutschland zu Perfudnm Im Stile seines früheren Ausspruchs, daß Deutschlands Flotte im Vergl ich mit der englischen nur eine Lnxusfacku' sei, hat er wieder geraten, Deutschland möge den Wettbewerb nur gleich ans- aeben; für ein nicht gebautes deutsches Schiss werde l^ng- an? ATrC-1 Sd)lf^ ungebaut lassen, falls, so fügte er echt englisch hlpehib hinzu, sonst keine internationalen Verwicklungen andere Maßnahmen erforderten. Ta Hal denn auch die links liberale Presse in Teutschland ihr Mißfallen nicht unterdrücken können, und die „Voss. Ztg." entgegnete ganz Wichtig: „Bei einer Rüstungspause für ein Jahr, der Ehur- chill das Wort geredet hat, würde England mit seinem gewaltigen Borsprung vor allen anderen Marinen der Erde wenig verlieren; Deutschland aber, dem eine lange Reihe Jon anderen Seemächten auf den Fersen ist, könnte durch das eine Jahr vielleicht schon von der ziveiten SeemachtssteUe verdrängt werden." bleiben — als Banditen verschrieen werden, haben sich iiu. lammengetan, um diesen ihren geschädigten Rus wieder herzu- stellen. Und gegen wen richtet sich chre Beschwerde ? — (gCaen ine Filmsiabriken, die für die Kinematographentheater Biloer aus dem korfifchen Banditenleben mit feiner Grausamkeit und Blutgier ausnehmen lassen. Allenthalben haben diese Aufnahmen groyen Beifall gesunden. Nun findet das Jnitiatiosyndikat von •Ajaccio, das nach einer Notiz im „Kosmos", Handweifer für Naturfreunde etwa dem entspricht, was man bei uns Fremden- Verkehrsverein nennt, die Ursache des Abnehmens des Fremdenverkehrs bann, daß diese Kinematographenausführungen jedermann vor diesen Räubern der Landstraße in Furcht setzen müssen. Sxe. der. Prozeß verlausen wird, läßt sich nicht einmal nur Wahrscheinlichkeit Vorhersagen. kt. Eine Bergbahn auf den Gipset des Popo- katepetl. Eine Bergbahn, die aus den Gipset des berühmten mexilanischen Vulkans Popokatepetl sühtt, will ein großes Syn- Seit erbauen Diese Bergbahn, die von oer -taot Meriko aus bis zum Gipfel des Berges eine Höhe von nmb t>400 m erreicht, bient natürlich nicht irgenb welchen vorhandenen Personenverkehrsinteressen, lonbern verfolgt wirtschaftliche Zwecke, ^.er setzt im <-olfcUarcn;ustande befindliche Vulkan aus denen Tiefen Gase m die Höhe steigen, scheidet nämlich unter dem Rande des Kraters gewaltige Schwefelmassen ab die leit langer Zeit gewonnen werden, aber bisher ziemlich müh- lelig bergab geschafft werden mußten. Fottan soll nun cine Bergbahn die --chweielbeförderung übernehmen. Es bandet sich dabei um ganz erhebliche Mengen, vielleicht eine Million Tonnen lahrlich. Von Mexiko nach Puebla und von da weiter nach Amecameea wird, so berichtet die „Electrical World", die geplante Eisenbahn eine ganz gewöhnliche elektrische Vollbahn sein, vono diesem Haltiwunkte aus zweigt dann die eigentliche Gipsel- hnie ab, die m beinahe 4000 m Höhe Steigungen bis zu 5 v. H. 3u ubenvmben hat und bann von einer Zahnradbahn abgelbit wird. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- ° r t- Nobelsli flung gibt betannt, daß der dies- lahrigeN o b e l p r e i s 140 476 Kronen beträgt. — Geheimrat: Prof^Dr. Phil. Moritz Traut mann, Orduurrius und Direktor des Freitag j vom Reichskanzler dem BundeSrat vorgelegt. Die folgenden zuverlässigen Angaben über ihren Inhalt können nur mit dem Vorbehalt gemacht werden, daß die Entwürfe ihre endgültige Gestatt für den Reichstag erst durch die Bc- schlnfse des Bundesrats erhalten. T« Sotfrtjläge der Heeresverwaltung bewegen sich in zwei Dichtungen. Sie bringen eine Verstärkung nicht allein der Zahl der im Frieden auszubUdenden nnd unter den Wa,seu zu haltenden Mannschaften, sondern aud) eine Verstärkung durch Vervolltommnung in der Organisation. In erster Linie handelt es sich um eine schnelle Durchführung des Friedens- prafenzgesetzes von 1911 Nach den ursprünglichen Plänen die sich auf den Zeitraum von fünf Jahren verteilen, sollten wesentliche Verstärkungen erst für 1914 und 1915 bewirkt werden. So zum Beispiel die Aufstellung der bei der 37. und 39. Division noch fehlenden zwei Feldarti-, l e r i e r e g i m c n t e r Alle diese Formationen sollen nunmehr am 1. Oktober 1912 die Lücken füllen, bereu Aus- süchrung das Gesetz von 1911 Vorsicht Hierzu gehört neben den zwei Feldartillerieregimentern die Neubildung der Fuß- artillerie und die Aufstettung eines Telearaphenbataillons L-odann handelt es sich darum, das Friebenspräseuzgesetz von 1911 zu ergänzen, um durch stärkere >5eranziehuna der zum Waffendienst fähigen und beabsichtigten Vervollkommnung unserer Organisation die Kriegsbereitschaft deS Heeres zu steigern. Zu diesem Zweck sollen zwei neue, preußische Armeekorps unter Verwendung der im Osten und Westen (bei dem 1. und 14 Armeekorps) vorhandenen dritten Divisionen, gebildet werden. ES werden also zwei Generalkommandos und zwei Tivisionsstäbe neu aufgestellt werden müssen, in die neuen Divisionen deren Brigaden eingereiht werden, die hierfür verfügbar sind. Die Neubeschaffung von Korpsvcrbänden und die Regelung der Befestigungsverhältnisse an der West- und Ostgrenze erfordern die Errichtung einer neuen 7. Arm eeinfpektion. lieber die Zahl der aufzustellen- den dritten Bataillone bei den so geschaffenen 3nfa^tcrie^ Regimenter ist da hin Entscheidung getroffen, daß soviel Ba- 162. Jahrgang Samstag, 23. März Wz A, A d monatlifb 75 lavierte1- ÄS5S»«MUAizAllAr IIAlA-t* *SÄSSÄ 8SSSÄUfIK I1K llr I zl IliPIllPrsRsS» Land- w ML, M ■ ■ ■ w ■ ■ ■ HT B Iw IVGBUV> für die Redaktion US, MM Chefredakteur: A c»oetz. General-Anzeiger für Gberdeikn WZM —_______________' Büdingen. Fernsprecher Ur. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrahe Land-: L.Heu. wr den — Städtische Kinematographentheater. Ter Magi,trat von Stettin har sich, nach dem Vorgänge der Stadl Altona, entschlossen, ein Kinematographentheater mit städtischer Regie emzunchten. Man hofft, daß die Stadt trotz der überreichen Anzahl privater Kinematographentheater sogar ein gutes Geschäft machen wird, und plant, nur reale Lebensvorgänge vor- zuführen^ Tie Schwierigkeit besteht darin, daß die Herstellung solcher Films vielfach sehr schwierig und mit großen Kosten verbunden ist, weshalb sich die gewerbsmäßigen Unternehmer meistenteils nickt mit ihrer Fabrikation beschäftigen. Ter Magistrat von Stettin hat nun den Plan gefaßt, eine größere Anzahl von Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen, sowie technische und wissenschaftliche Institute zu einem Verbände zu vereinigen, um mit den beiten Mitteln moderner Wissenschaft und Tecknik kinematographische Aufnahmen von interessanten zeitgeschichtlichen Vorgängen aller Art ausführen zu lassen. K.-K. Die Bewohner der Insel Korsika, die in I neuerer Zeu — ob mit Recht oder Unrecht, mag dahingestellt ig ersetzt werden. Dadurch wird die Kriegsbereitschaft der Schlachtflotte für längere Zeit erheblich herabgesetzt. Der -weite Mißstand besteht darin, daß zurzeit bei einer Etatstärke von 58 großen Schiffen »nur 21 große Schiffe zur Verfügung stehen, wenn die "Neserveflotte nicht rechtzeitig bereitgestellt werden kann. Letzteres ist seit der Aufstellung des Flottengesetzes immer wahrscheinlicher geworden, weil der Zeitpunkt, zu dem die Neserveflotte kriegsbereit sein kann, sich mehr und mehr i'hinausschiebt. Dies ist eine Folge der immer komplizierter ^werdenden modernen Schiffe und der stetig wachsenden 'Schwierigkeiten in der Ausbildung großer geschlossener Verbände. Die Reserveflotte hat eine große Bedeutung bei Inuferem starken Beurlaubtenstande heute erst als zweite rariione angefordert werden, als für die normale Stärke der Armeekorps und für einige besondere Zwecke notwendig sind. Es handelt sich um 14 Bataillone. Außerdem soll Sachsen ein Infanterie-Regiment auch stellen, und es wird so bei jedem seiner Armeekorps die Zahl von acht erreicht. Für die neuen Divisionen sind die erforderlichen Feldartillerieformationen bei jeder Division eine Brigade und für die beiden Korps je ein Pionierbataillon vorgesehen. Darüber hinaus rechnet der Entwurf mit einem weiteren Pionierbataillon, mit Ergänzungen unserer Verkehrstruppen, mit Aufstellung einer Fliegertruppe lind mit einer Erhöhung des Etats bei einer großen Anzahl von Jnfanteriebataillonen und Feldartillerieabteilungen. An Kavallerie soll in Preußen als Folge der Bildung zweier neuer Armeekorps ein Kavallerieregiment zu fünf Schwadronen ausgestellt werden. Auch in Bayern ist eine Verstärkung der Kavallerie in Aussicht genommen. Bei jedem Infanterieregiment soll eine Maschinengewehrkompagnie eingerichtet werden. Nachdem wird das Reich gegenüber dem Friedenspräsenzgesetz von 1911 die Friedensstärke des Heeres um rund 29 000 Mann -ausschließlich bet Unteroffiziere vornehmen. Neben dieser Zahl der Vermehrung der Zahl der Ausgebildeten ist gleichzeitig die Verbesserung der Offizier st eilendes etzung im Kriege in Aussicht genommen, durch weitere Schaffung von Stellen, die im Frieden den Truppenoffizieren von allzuhäusiger Verwendung außerhalb seiner Dienststelle entlasten und int Kriege für Besetzung der neuen Formationen verfügbar sind. Endlich besteht die Absicht, gleichzeitig mit der Heeresvorlage eine Erhöhungder Mannschaftslöhnung vorzuschlagen. Die Vorschläge der Marineverwaltung Vie haurhalisberatung der 2. Hammer. rb. Darmstadt, 22. März. / Schluß der diesmaligen Dudgctbcratung konstatierte der 'neue Kainmerirüsident und O.ec.ürge.m > st.r Röhler von Worms Mil einem Aufvlick der Erleichterung, dav tue vaushausberauing nunmehr glüctlich beendet sei und diesmal 22 Sitzungen, im Bonahre dagegen nur 16 Sitzungen in Anspruch genommen hab«. Der vorsiäUige ttEMtrpräsidenl enthielt sich zivar im übrigen jeglicher Rntif über den Verlauf der ganzen Budgelberatnng. aber mir meinen, oud^ schon die bloße Feststellung dieser Tai lache sagt genug. 22 i-itzungen für die allhibrlich imedertehrenb- HausbaltsberaNliig! Das ist der höchste Rekord, den die ihcsjische Volksvertretung seit ihrem bald Imnbcrtjalmgeii Bestand serrcichr Hal. In den ersten 30 Jahren seit der Wiedererrichtung des Deutschen Kaiserreiches, in denen unser Hesseiuand bekannt- lich dreijährige Budgetperioden hatte, pflegte die Beratung des jeweiligen >staatsvoranschlags 12—16 Sitzungen in An,pruch zu Lehmen, so daß also auf das Jahr berechnet 4—j Sitzungen d.e.er vorbezwecken die Schaffung eines dritten aktiven Geschwaders durch Verwendung des vorhandenen Reserve-Flottenflaggschifss und der Materialreserve owie durch allmählichen Neubau von drei Linienschif en. zwei kleinen Kreuzern und M e h r i n d i e n st t e l - lung bon tret Linienschiffen, drei Großen und Drei Kleinen Kreuzern. Die jährliche Personalvermehrung des Flottengesetzes wird bis 1920 um durchschnittlich 75 Offiziere und 1600 Mann verstärkt. Die Vorschläge der Marineverwaltung neben zwei schweren Mißständen in der Organi- , ation der Flotte abzu helfen. Der eine Mißstand besteht darin, daß im Herbste jeden Jahres auf allen Schiffen )cr Schlachtflotte die Reservisten, das heißt fast ein Drittel der Besatzung, entlassen und im wesentlichen durch Rekruten aus der Landbevölkerung ersetzt werden. Dadurch wird die stKampslinie. Beide Mißstände sollen durch allmähliche Bildung eines dritten aktiven Geschwaders beseitigt oder erheblich eingeschränkt werden. Die für dieses dritte aktive I.Geschwadcr erforderlichen Schiffe sollen gewonnen werden !a) durch Verzicht auf das Reserveflottenflaggschiff; b) durch Verzicht auf die zurzeit vorhandene Materialreserve (4 Linienschiffe, 4 Große und 4 Kleine Kreuzer; c) durch allmählichen Neubau von drei Linienschiffen und zwei Kleinen Kreuzern. Da die Jndiensthaltungen bei der Reserveflotte infolge der Vermehrung der aktiven Verbände um die Hälfte reduziert werden können, macht die Bildung eines dritten aktiven Geschwaders gegenüber den bereits int Flotten- nesctz vorgesehenen Jndicnsthalmngen nur die Mehrindienst- haltung von drei Linienschiffen, drei Großen und drei Kleinen Kreuzern erforderlich. Dies bedingt eine entsprechende Vermehrung des Personals. Eine weitere Personalvermehrung ist erforderlich, weil in den letzten Jahren die Besatzungen aller Schiffsklassen einschließlich der Torpedoboote verstärkt werden mußten. /Ferner ist die Vermehrung der Unterseeboote >uitzd die Beschaffung einiger Luftschiffe in Aus- lsicht genommen. Die Marinevorlage hat die F o r m d e r N o v e l l e z u m Flottengesetz, bic in drei Artikeln die Bestimmung trifft über den Schiffsbestand, die Jndiensthaltungen und den Personalbestand der Flotte. Der Novelle ist der Schiffbauplau für die nächste» sechs Jahre teigefügt. Danach sollen von den erforderlichen Neubauten ie 1 Linienschiff 1913 und 1916 in Angriff genommen werden. Der Mehrbedarf an Personal macht eine Verstärkung der jährlichen Personalvermehrung des Flottengesetzes bis 1920 um durchschnittlich 75 Sceosstziere, Marinetngenieure, Netzte und Zahlmeister und 1600 Mann notwendig. Ter Gesamlbrdarf ter diese Verstärkung des Heeres und der Flotte stellt sich für 1912 auf rund 97 Millionen, für 1913, in web .chem Jahre bet höchste Kostenbetrag erreicht wirb, auf rund 127 Millionen. Der Anteil der Flotte beträgt ür 1912 rund 15 Millionen, für 1913 rund 28 Millionen, üt 1914 rund 38 Millionen und erreicht 1916 die Höch stumme mit 43 Millionen. Zur Tc düng der neuen Ausgaben soll unter Wahrung der Grundsätze für die Schulden- tilguna nach den Vorschlägen des'Reichsschatzamts ein TeilderUeberschüssedesJahtes 1911 verwendet werden. Der Rest wird auf die laufenden Einnahmen und auf die Mehreinnahme aus der beabsichtigten Aenderung der B r a n n t w c i n st e u e r g esetzgebung verwiesen. nehmsten Aufgabe der Zweiten Kammer gewidmet waren. Als dann um die Wende des Jahrhunderts das einjährige Budget in Hessen eingeführt wurde, dem rftan die Zauberkraft beim aß, daß es nicht nur geeignet sein werde, unsere ganzen finanziellen Verhältnisse richtiger zu beurteilen und die vorhandenen Staatsmittel gerechter zu verteilen, sondern vor allem mehr Raum und Zeit für eine anderweitig notwendige und geordnete gesetzgeberische Tätigkeit zu gewinnen —Ja, da war man allgemein höchlich erstaunt darüber, daß auch die Beratung der ersten einjährigen Budgets gerade ebensoviel Zeit- und Redcaufwand in Anspruch nahm. Und was war die Ursache dieser eigentümlichen Erscheinung? War die finanzielle Lage des Landes plötzlich so difiziel geworden, daß sie einer verdoppelten Durchsiebung, einer verdoppelten Kritik der Volksvertreter bedurfte? Keineswegs! Tie R edel u st war stärker geworden, die Freude an der Kritik und die Lust zum Fabulieren! Es hat sich auch in der Zweiten hessischen Kammer die Wahrheit des alten Wortes bestätigt, daß eben der Appetit mit dem Essen kommt. Und bei diesem stärkeren Appetit ist es dann auch im Laufe der weiteren Jahre geblieben. Es ist aber immerhin anzuerkennen, daß sich die Redelust bis zum vorigen Jahre stets in denselben Grenzen bis zu 16 Sitzungen für die Budgetberatung bewegt hat. Und nun kommt jetzt Präsident Köhler und konstatiert mit sonst bei ihm seltener lakonischer Kürze 22 Sitzungen! ES war ein Gefühl der Erleichterung, das wohl icben der clufmertsamen Zuhörer auf den Tribünen überkam, als der Präsident am Donnersiug nachmittag endlich in den Tumult des allgemeinen 2lusoruck-s per Abgeordneten die frohe Botschaft hinemriej: Die Sitzung ist gescylossen! Und es war auch wirklich hohe Zeit, daß die bedrohliche Zünd- stosfatmosphäre politischen Haders und persönlicher Gegneriä>ast Gelegenheit zur Reinigung und Verpflüchtigung erhielt: so mancher Heißiporn der Kammer wird nun Muße zur Selbstkrüik finden, naä)öem er im Bewußtsein seiner hohen Würde als Volksvertreter die Schale seines Zorns über Regierung oder Parteiwider- sacher, oder selbst über augerl-alb des Hauses stehende Persönlichkeiten nur allzureicl)lich ausgegossen hat. Die Vergröberung des Redens und der Umgangs- formen in den Parlamenten ist ja nicht neu, und man hat in den letzten Jahren auch in anderen Volksvertretungen darüber recht wenig erfreuliche Erfahrungen machen müssen. Der hessische Landtag hatte sich aoer bisher von diesem 5lulrur fort schritt möglichst sernzuhalten bestrebt und mit wenig Ausnahmen bessere Traditionen sestzuhalten tier'itanben. Um so bedauerlicher muß es empfunden werden, daß es gerade dem ersten Landtag unter der Herrschaft des neuen Wahlgesetzes, bei einer zum erstenmal durch birette Wahl berufenen überwiegenden Meh^eit beschieden worden ist, mit dieser Tradition zu brechen. Der wohltemperierte, behagliche Sitzungssaal, der nur ernstester sachlicher Arbeit ün Interesse der Allgemeinheit gewidmet sein sollte, hat sich in den verflossenen Tagen leider >ehr häufig zum Tummelplatz ganz unleidlicher persönlicher Angriffe und oder Zänkereien entwietelt, und verwundert glaubte man seinen Ohren nicht trauen zu dürfen, wenn man das „Hohe Haus" besuchte unb Zeuge jener Ergüße bet Erregung wurde. Das eine wird beim Rückblick auf die jetzt erlebten 22 Kammersitzungen jedem Einsichtigen klar sein, daß cs so unter keinen Umständen im Rat unserer Volksvertreter »veitergehen kann. Das darf auch nicht zugegeben werden, selbst wenn uns für die bc- trefjenben Abgeordneten der ungewohnte Boden, die neue Situation als ein gewisser Milderungsgrund für ihr Verhalten ins Feld geführt wird. Wer in die Stünde lamm er als Erwählter des Volkes einzieht, darf nie vergessen, daß er an einer bevorzugten, aber auch sehr sichtbaren Steile steht unb hieraus erwachiende Verpflichtungen zu erfüllen hat. Man tagt und debattiert eben nicht im internen Kreis unter Ausschluß der Öffentlichkeit, sondern unter der kritischen Sonde des ganzen Landes. Kommt es soweit, daß ganze Satzungen nur dem Gezänk bienen und daß die Regierungsvertreter vor den Anpöbelungen eines sozialdemokratischen Rechtsanwalts ihre Würde unb bas Ansehen der Regierung nur durch ein Verlassen des Saales wahren können, so muß an die Volksvertretung aus dem Volk heraus der bringende Mahnruf ertönen: Bis hierher unb nicht weiter! Die Allgemeinheit unb jeder einzelne Steuerzahler hat bas Recht, von dem gewählten Volksvertreter, dem er bas höchste Ehrenamt verliehen oat, eine ernste, würdige unb tatkräftige Ausübung bieses Mandats zum Segen des Landes zu verlangen! Deutsches Ueich. Im preußischen A b g e o r ü n e c e n hau se brachte die Nationalliberale Fraktion folgenden Wahlrechtsantrag ein: Die Staatsregierung wird ersucht, einen Gesetzentwurf vorzulegen, -welcher für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus unter Beibehaltung des Systems des abgestuften, plutokratisä-e Auswüchse vermeidenden Wahlrechts unb unter Beseitigung der Bestimmungen des Gesetzes vom 29. Ium 1893, die den Grundsatz der Bemessung des Wahlrechts nach der Steuerleistung im Gemeindebezirk verletzen, die geheime Stimmabgabe unb die direkte Wahl einsührt. Der Steuerausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses lehnte heute den nationalliberalen Antrag auf Einführung einer Junggesellensteuer, bic mit einem Einkommen von 3U00 Mark beginnen soll, unb zu den bisherigen Steuersätzen einen Zuschlag von zehn Prozent ein- führen will, ab. Ebenso wurde die Steuerfreiheit der verheirateten Personen unter 1050 Mark Einkommen abgelehnt. Eine Reihe von hervorragenden Vertretern der Wissenschaft, Kunst usw. veröffentlichten eine Erklärung gegen die rituale Mord 1 ügc. Zu den Unterzeichnern gehören der Präsident unb bic Vizeprasibenten bes Reichstages, Admiral v. Hollmann, Graf v. Posadowsky unb Prinz v. Schönaich- Carolath. Aus Stadt Mud Land. dienen, 23. März 1912. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung unserer Stabtverorbi.eten-Bersamm- lung verlies durchaus ruhig und friedlich, zumal eigentlich nur Berwaltungögegenstände zur Beratung standen. Zu Beginn dec Sitzung erfolgte die Einführung des neugeivahlken unbesoldeten Beigeordneten Justizrat Grünewald, dec in seiner Tankrede wanne Worte der Anerkennung für seine beiden Amlsvorgänger Dr. Schäfer und Georg,, sowie für den ausgeschiedenen Stadto. Haubach fand. Bon den verhandelten Gegenständen mtcreffiert am meisten wohl der Antrag des Stadto. Tr. Sommer wegen der besseren Herstellung der Frankfurter Straße nach der Klein-Lmdeuer Gemarkung zu. Tie Berivirklichung deS weiteren Vorschlages, t&ngfl des Weges zwischen Viadukt und Bergivc^kswald eine doppelreihige 'Allee anzulegcn, würde, wie Beig. Grünewald zutreffend auSführte, uns einen hübichen Spaziergang durch den BergwerkSwald nach der Leihgesterner Strafe geben, der gewiß viel benutzt werden würde. Ter Verschönerung der Stadt neben einer Ehrung deS Turnvaters soll die Anlage eines JahngedenkiteinS m der Süd-Anlage zunächst dec Blockstraße dienen, die von den hiesigen Turnern anläßlich deS im Juli hier ltatlftndenden goldenen Jubelfestes des TurngaueZ Hessen beabsichtigt wtrd. Em kleiner Kon- flirt nnt der Aufsichtsbehörde ist bei der Fest- setzung deS Verzeichnisses der den Militäranwärtern oorvehaltcnen Stellen ent landen. Ter Oberbürgermeister mußte im Auftrage dec Aufsichtsbehörde den früheren Beschluß Ser Versammlung beanstanden. Tie Versammlung beharrte auf dem Beschluß, will aber sonst den Wünschen auf die Vermehrung der den Militäranwärtern oorbehaltenen Stellen in der Cache entgegenkommen, so daß das gute Verhältnis zwischen Staat und Stadt ouS diesem Anlaß nicht getrübt werden wird. * ** Tageskalendcr Stadttoeater: Sonntag nach- mittag 3'/, Uhr: .Tas Glück im Winkel'; abends 7‘,, Uhr: BeneNz für Ci’erreqifleiir Bakof: .Erd e*. R o l o 11 e u in : Täglich Vorstellung. Rine matograph: Täglich Vorstellung Biograph: Täglich VorsteUuna. Militärkonzert am Sonntag nachmittag 4'. Uhr auf der £?iebigihöhe. GemäldeausstellungdesKunstvereinsim Turmhaus am Biand. Geotinel tag.in, (um 'Ausnahme von Smnsiag), von 11—1 Uhr, Sonntags von 11 — 3 Uhr. Museum des oberhessischen Geschichtsverein-. Geöffnet Sonntag vormittag 11—1 Uhr unentgeltlich, zu anderen Zeiten gegen 50 Pfg. Eintrittsgeld. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen von U —i Uhr und 4—b Uhr. Anlagemufik am Sonntag mittag- 12 Uhr (nur bei gutem Wetter) in der Süd-Anlage, eprelplan: 1. Ea.afera 'o.iniagtiieö, von R. Rrentzer. 2. Pilqerchor und Lied a. d. Abend- Hern aus Der Cper .Tannhäuser" (Ter Sängerkrieg auf der rvart- bürg), d. Ouvertüre zur Oper ,'!HarU)ae, von Fr. o. Flotoiv. 4. Armeemarjch Ar. Ibd, von E. Faust. • *• Der König in Thule betitelt sich der neue Roman in den Gießener Familienblaltern, mit dessen Abdruck wir heute beginnen. Paul Grabein, der diicch feine Studenten- romane, besonders durch ,0 du mein Jena* rasch bekannt geworden ist, führt den Leser darin auf einem der großen Seedampfec nach der iveit im Norden gelegenen Insel Island mit ihren warmen Quellen und ihrer Abgeschiedenheit, durch einen Seesturm nach Norwegen und dann durch die Fjorde mit ihren Wundern. Und mitten in dieser großartigen Landschaft spielt sich die Geschichte einer jungen Frau ab, der das Schicksal das beste im Leben genommen hat, und die nun hoch im Norden ein neues LebenSglück zu finben hofft. Nick spannender Rumt erzählt Grabern diese Geschehnisse, die er mit einem fernen Hmnor durchwirkt hat, und wir sind der Ueberzeiigung, daß wir unseren Lesern mit diesem Roman eine willkommene, spannende Unterhaltung bieten, die von der ersten btS zur letzten Fortsetzung intereffant und seffelnd t|'L * '• De standesamtlichen Nachrichten werden in unserem Rontagblatt veröffentlicht werden. • ** Postkartenwoche der Großherzogin. In diesem Jahr wird ein Blumentag, wie er im vorigen Jahr am 6. Mai stattfand, nicht wiederholt werden. Dagegen beabsichtigen der Großherzog und die Großherzogin während einer Woche im Mai einen allgemeinen Verkauf von Aohlsahrts- po st karten in den Läden anzuregen, wobei im ganzen Land zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge eigene Ausnahmen der Herrschaften verkauft werden sollen. Es werden zu diesem Zweck besondere Lriginalausnahmen hergestelll, die nur in dieser Woche zum Verkauf gelangen. ** I n der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde den Vereinbarungen zugestimmt, die Oberbürgermeister Mecum wegen des Lupusheimes und deS Unfallkrankenhauses getroffen hat. Wegen der Hinter- landbahn soll von der Bürgermeisterei mit aller Entschiedenheit bei den in Frage kommenden Behörden dahin gewirkt werden, daß eine Bahn von Gießen durch das Biebertal nach Gladenbach gebaut wird und zwar mindestens gleichzeitig mit der von Wetzlar angestrebten Bahiwerbindung mit dem Hinterland. Der Vorsitzende teilte dann mit, daß er mit den Landräten von Wetzlar wegen der Erbauung von elektrischen Bahnen Gießen — Heuchelheim—Atzbach—Dorlar—Naunheim—Niedergirmes—W etzlar und Gießen — Krofdorf — Rodheim verhandelt habe. Beide Landräte hätten großes Interesse für diese Projekte gezeigt und deren Förderung zugesagt. Die Pläne für eine elektrische Bahn nach Krofdorf seien inzwischen sowett gefördert worden. daß den Stadtverordneten vielleicht schon recht bald deshalb eine Vorlage zugehen kann. • • Kunst verein. Tie seit 14 Tagen auSgestelltt Kollektivausstellung deS Münchener MalerS George v. Hoeßlin interessiert sehr unb hat sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen. Da diese Bilder nur noch 8 Tage einschließlich zweier Sonntage ausgestellt bleiben, ist ein baldiger Besuch für die zu empfehlen, die die Ausstellung noch nicht gesehen haben. — Stadttheater. In der morgigen Benefiz-Vorstellung für Regisseur Bakos in SchönherrS .Erde* wird die iveibliche Hauptrolle von Frau Gertrud Baumeister gespielt. — Da die Mittwochs-Abonnenten Wert daraus legten, daS neue Lustspiel von Rößler .Tie fünf Frankfurter* in der letzten MittwochS-Abonnement-Vorstellung zu erhalten, so hat die Direktion diesem Wunsche entsprochen und von der ursprünglich beabsichtigten Aufführung von .Glück im Winkel* an diesem Tage abgesehen. Tie morgige Sonntagnachmittag- Vorstellung bringt also .Glück im Winkel* zum letzten Akale. ** Vom Kolosseum wird uns ^ci'cpricben: Nachdem Pranas Kölner Bühne ihr erfolgreiches Gastspiel beendet hat, ist eine Truppe eingczogen. die Prang in ihrer Art gleichgestelll werden kann, es sind dies die „Original-Buchwalds", Direttor Paul Buchwald. Es werden stets nur lustige Einakter gcjpidi z. B. „Er soll dein Herr sein" und „PapaS Junge", die an drolligen Einfällen nicht überboten werden können. Gestern abend wurde zum erstenmal die Burleske „Der Säugling" gegeben, dazu der tolle Schwank „Kam rad Schruvpke", cm militärstcher ÄusitatrungSakl, der alles bisher gesehene übertrifft. Außerdem sei den drei Mirr- figues (2 Damen und 1 Herr) lobende Anerkennung gewidmet; die Vorführung ist vollständig neu für Gießen und wer noch keine echten Pariser Straßensänger gesehen hat, dem sei dringend ein Besuch des Kolosseums empfohlen) . * * Der Turnverein veranstaltet morgen einen Aus« flug nach dem Wind Hof. • * D i e 25jährige D i en stj u b i l ä u m - se i er des Eisenbahn-Unterasstitenten W. Tcänkner fand am DonnerStos im Solmser Hof unter zahlreicher Beteiligung seiner Vorgcictz- ten, Kollegen und Freunde statt und verlies m schönster Weste. Oberbahnaifistent Wenzel schilderte das Wirken des Jubllar- mit zu Herzen gehenden WoNen. — Wegen Duldung verbotenen Glücksspiels ist gegen zwei Wirte ein Verfahren irn Gange. ES handelt sich in der Hauptsache um daS Spiel .Wutz*, bei dem allerdings die Teilnehmer größere Stimmen verlieren können unb auch gewaltig .gemogelt* werden kann. Eine größere Anzahl von Spielern haben — so unangenehm ihnen auch die Geschichte ist — zu ihrer Vernehmung den Gang in die Wetdcngoffe machen müffen. • • Adgestürzt. Dec Anstreicher Otto Schmidt stürzte beim Rialen eines Firmenschildes in der Ludwig- straße von der Leiter und brach den rechten Fußknöchel. 'Nach ölnlegung eines Verbandes wurde der Verunglückte ut seine Wohnung gebracht. wir 22. März 1912 2219 Giessen. Für die dem uns innigsten Danksagung. vielen Beweise herzlicher Teilnahme betroffenen schweren Verluste sagen Dank. Familie Oapper. Braut-Ausstattungen sowie Geschenkartikel aller Art kaufen Sie gut und billig bei Löwer &Bechstein vonn. Ph. Wagner Neustadt 4 Porzelianhaus Telephon 484 laftrea Letzte llacbricbtcn Gießen, 23. März 1912. 02428 Lang'GöaS, den 23. März 1912. 13,90 17,18 fetZe. Familie Renner. Familie Rausch. l 3n lhr am eabjich- : Woche hrtS- A 2anb e Aus- eben ju bie nm Visitkarten billigst Brühl’eche Druckerei. loman f roi[ enlen. dann! grollen ibUnb bnich Fjorde Lander da? it nun . 'Dill bic tt nb der n tim on btt । ist. 25—29 20—24 tiogn « bei Ubtnb- ü-ütb iloicm, und Schwiegervaters Nenner Die Beerdigung studet Sonntag nachmittag SV« Uhr stau. 222 (Ylugftüspunhe weder vorhanden noar von anderer etttt aas bereits in Angriff genommen sind. Tiefe Flugstützpunkte iwibcn aus einem geeigneten Stan- und Landungsplatz nebst Lustschiff- anker und einem zur Ausnahme von 3 Flugzeugen vom größten Typ ausreichenden Flugzeugschuppen bestehen. Tie Schupfen irnr* den alle in einem ')iormaltnp hergestellt, um weither kenntlich zu Jein. Ter Verein beabsichtigt außer der Sammlung von Stiftungen im Laufe dieses Jahres eine Massenorganisation nach Art des deutschen FlottenocreinS ins Leben zu rufen, nm da- Interesse für da» Deutsche Flugwesen im ganzen Deutschen Volke zu beleben In vorderster Linie soll aber mit möglichster Beschleunigung eine Nationalsammlung eingeleitet werden, deren Ergebnis für die rasche Herstellung der miirdest erforderlichen Flugstützpunkte verwendet werden soll. Berlin, '21. März, Nach einem an den Staatssekretär de» Innein gerichteten Erlaß bewilligte dec Harter den Voruändeu bei Deut'eben Lniisabrer-Verbandes, del Roücrlidien ’iluiomobiltlubl, des Kaiserlichen Aeroklubs, des Berliner BereinS für Lnflschiffahrt und des Bereins deutlchec Flugtechniker einen Ehrenprell zur Förderung bei b c ii 11 cb e n Flugsports und bestimmte ihn für den Flieger, der nach dem Ei messen bei Preisgerichts während der Flugwoche tn Johannistal Ende Mai 1912 die größten Erfolge erzielt. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraulstchten tn Hessen für Sonntag, den 24. März 1912: Meist trüb, leichte Regensälle, Temperatur zunächst fallend, später wieder steigend. AuZ den Waldungen der ©emeinbe ©roßen» ^ufeck soll nachoerzeichnetcs Fichten»Stammholz im unseres guten Vaters Gustav sagen innigsten Dank stabt* it Cbti* Kl Uu« Dtütn. abaSad) . Wal iriiitnbt c nKfltn -tzeo* It$lai t bflbt. t gezeigt irische irt wot- ilb b* zgesttllk Hotlllir licht! j'- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hrnscheiden meines lieben Mannes, IHärfte. fc. Frankfurt a. M., 22. März. Heu- und Strobmarkt. Angefahren waren 12 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.00—4.00 Mk., Stroh (flontlangfivol)) 0.00—0.00 Atk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Allel ’ür 60 Rilo. Geschäft gedrückt. Tie Zufuhren waren aul den Kreisen Dbertaunul, Hanau und Dieburg. konnte der Betriebsüberschuß der preußisch-hess. chen Eifenbabngemein schäft, der im Voranschlag für 1912 schon 1 235 000 Mk. betrug, aus 16 215 000 angesetzt werden, während für das Jahr 1911 der Ueberschuß auf 14 986 000 Mk. be- U87J Nenen-Bflne 11. [nQP genehmigten UUUÜ Lotterien sind stets zu haben bei der Dose-General-Aaufe nehmen können, wurde das Anerbieten mtt Freuden begrüßt. Tie Lehrstunden sollen am abends verlegt werden, damit auch den Arbeiterinnen, die am Tage verhindert sind, Gelegenheit geboten ist, den SVurfuS zu besuchen. Tie Einnahme von Sand am Badenburgerweg bezw. die Festsetzung des Preises dafür wurde der Baulommiision überwiesen. Das Ge,uch der Leichenfrau um Besoldung wurde bis zur wetteren Informierung abgelehnt. Die Baugesuche von Moser uno Ziegler, lonne dasjenige des Karl Dorfeld in der Gießener Straße wurden genehmigt. Ferner wurde beschlossen, daß sämtliche Baugesuche in Zukunft der Baukommission vorzulegen sind. X. Lich, 22, März. Ter Gemeinderat hat beschlossen, chaß sich die Verwaltung unserer Stadt um die Erlangung .einer Garnison an der zuständigen Stelle bemühen soll. 21han rechnet auf ein Bataillion der 168er und ist bereit, 'Gelände für einen Exerzierplatz und für em Kasernement zu ^stellen und auch noch weitere Opfer zu bringen. Nach einer ^Verhandlung mit dem Fürsten zu SolmS-Hohenfolms-Lich wegen Erlangung einer Garnison erklärte dieser sich bereit, Len Antrag der Gemeinde zu unterstützen, so weit er dazu lin der Lage sei. — G r ü n b e r g, 22. März. Nach ihrem soeben erschienen Jahresbericht war die höhere Bürgerschule in dem zu Ende gehenden Schuljahr von 128 Kindern besucht, 97 Knaben und 31 Mädchen. Von der Gesamtzahl sind 67 auS Grünberg, während die übrigen mit der Bahn oder zu Fuß aus den 'ur.uicgenb.il Orten tunt men, aus Nieoer-Ohmen 7, Londorf 6, Älerlau und Mücke je 4, Lauter und Queckborn je 3, Flensungen Göbelnrod, Ilsdorf, Nieder-Gemünden, Nordeck, Sellnrod, Stangenrod, Stockhausen und Trais a. d. L. je 2, Atzenhain, Boden» Hausen, Butzbach, Geilshausen, Höckersdorf, Kesselbach, Linden- siruth, Münster, Odenhausen, Ortenberg, Reiskirchen und Saasen je 1 ein Schüler. Einschließlich deS Leiters der Anstalt, des Rektors Angelberger, wirken an der Anstalt 7 ordentliche und 3 außerordentliche Lehrkräfte. In diesem Schuljahr bestand an der Schule zum ersten Mal eine Unter-Sekunda, deren sämtliche 8 Schüler in der am 1. und 2. März unter dem Vorsitz des Derrn Geh. Oberfchulrat Block aud, Darmstadt abgehaltenen Abschlußprüfung das Zeugnis für wissensch. Befähigung erlangten. Tie Abiturienten, die eine höhere Schule weiter besuchen wollen, können in die Obersekunda einer Oberrealschule oder, sofern sie am fakultativen Lateinunterricht teilaenommen haben, in die Obersekunda eines Realgymnasiums übertreten. Durch die Erlangung der Einjährigen-Berechtigung ist j)ie Bedeutung der Schule für unsere Stadt und ihre Umgebung in nicht ge- geringem Maße gestiegen, zumal der Besuch der Anstalt durch den Vormittagsunterricht weseiulich erleichtert ist und auswärtige Schüler morgens aus Richtung Fulda, Lich, Lollar, Saasen mit den Zügen um 7 Uhr ankommen und um 1 Uhr bezw. 2.27 Uhr (Saasen stvieder nach Dause fahren können. Die günstige Entwickelung der Anstalt vermag der im September eingeweihte prächtige Neubau wesentlich fördernd zu beeinflussen. Die Aufnahme erfolgt im allgemeinen nach zuruckgelegtem dritten Schuljahre. Kreis Büdingen. X Nidda, 21. März. Unsere G ewerbeschule schloß gestern ihr Schuljahr. Tie Bauschule (voller Tagesunterricht- zahlte 29 Schüler in drei Klassen. Die Handwerker» schule, eine fachlich gegliederte Fortbildungsschule, umiafct bu Kleine Lagcrchronik. In Berlin stürzte sich der Sohn einer Händlerin auS der Urbanftrafee auS Furcht vor Schul st rase aul dem Fenster der mütterlichen Wohnung auf den Dof. Er erlitt eine schwere G e b i r n e r s ch ü 11 e r un g. In Leipzig stürzte in der Würzburger Straße ein Baugerüst ein, wie es heißt, infolge des Harten Windes. Zehn Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben, von denen sechs verletzt waren, darunter zwei sehr schwer. — Ein zweiteS Bauunglück ereignete sich in dem nahen EngelSdors. Wie von dort gemeldet wird, stürzte der Erweiterungsbau der BetricbS- werkstätte der Eisenbahn ein, wobei acht Personen unter den Trümmern begraben wurden. Die Rettungsmannschaft hat brev Schwer- und vier Leichtverletzte ans Tageslicht gebracht, während ein Verschütteter nur alS Leiche geborgen werden konnte. Auf dem Zollsteueramt Köpenick sind durch einen Rechtsanwalt Unterschlagungen im Betrage von 6000 Mark verübt worden. In Mühlacker ist die Pockenseuche erneut ausgebrach e n. Von den Ortsansässigen sind zwei Frauen und zwei Kinder erkrankt. Zu dem Grubenunglück bei M a c E u r t i n sind von 116 cingeschlossenen Bergleuten bisher 26 gerettet worden. 81 wurden als Leichen geborgen. Nach dem „Daily Telegraph" sind die von dem Grubenunglück Betroffenen größtenteils Deutsche, Polen und Ungarn. Der Hamburger Dampfer „Augsburg", der am 2. Februar mit einer Ladung Petroleum von Neuyork nach Kapstadt abgeganaen ist, traf dort noch nicht ein und ist auch von keiner Zwiscycnstation gemeldet worden. Er hat 39 Mann Besatzung. vüchettisch. — Schritten zur Hygiene. Im Verlage von Otto Salle in Berlin sind einige nützliche Schritten erschienen, die weite Verbreitung verdienen: .Rrattoolle £ebenlgeftaltung* von A. Payson'Call, in deutscher Uebersetzung von S. Teurer, ,Im Kampf um gesunde Nerven-, für Aerzte und Laien bearbeitet von Dr. med. I. Marcmowlki, und ferner ^Wege zur körperlichen und geistigen Wiedergeburt', von Dr. med. Siegfried Möller. , unter 20 ■ • • 19,13 * Gebote sind nach Klaffen getrennt mit entsprechender Aufschrift bis zum 28. März l. I., nachmittags 1 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei «inzureichen, wo alsdann die Eröffnung slattfindet. Das Holz lagert in verschiedenen Distrikten und '®irb auf Wunsch von Forstwart Wagner oorgezeigt. Großen-Buseck, am 22. März 1912. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 2203 L-onntagSzeichcnfcyule (100 Schüler) und die Hbenb» fortbilbunggfdjule (23 Schüler). 5>r AussichtSrat hat eS sich zum Ziel gesetzt, neben dem theoretischen Unterricht die vraf- tif<üe Betätigung der Schüler in den vorhandenen Werkst-Ütten nach Möglichkeit xu fördern und ist in diesem Ziel im abgclaufcncn wieder näher gekommen. So wurde von einem Schüler eine Wahlurne für die Stadt Nidda angefertigt, die Schnitzereien, Znlarsieneinlagen und Malereien in reicher Ausführung zeigte. Zw Zeichenunterricht wurde das seitherige Vorlagenmaterial durch Vorlagen und Skizzen ersetzt, um die schiller mehr zum fclbflän» bigen Arbeiten zu erziehen. Ein von der Zentralstelle für die Gewerbe der Schule zugegangener Auftrag, einen Lehreraus- t)ullSr,Iutd .für Zeichenschulen zu veranstalten, wurde un April und Mai mit 9 Teilnehmern erledigt. Tie Ausstellung von ^djükrarbeiten (in Freihandzeichnen, darstellender Geometrie, Bau- kunbe, BaulonstruktionLlehre, Bauformenlchre, Statik, Tekora- ttonsmalcrei) ist wieder sehr reichhalttg: auch icpöne Möbel- lierarbeitcn sind vertreten und geben Zeugnis für bas ernste streben der Schüler. Tie Schlußfeier war sehr zahlreich besucht. Xer Vorsitzende, Beigeordneter Menge!, führte aus, wie der Früh» "ng feinen Einzug gehalten habe, so sei er auch über Nacht in ber Gewerbeschule eingezogen: denn alles, was seither im Stillen gekeimt und gesproßt, habe plötzlich in der AuSstelluna zu einem lebenden, anregenden und farbenprächtigen Bttd sich entfallet, xer Letter ber Schule trug den Jahresbericht vor und übergab Die oben erwähnte Urne dem Vertreter der Stadt Nidda zum Geschenk. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 22. März. Bei der heute vorgenommenen Wahl eines Beigeordneten wurde ber seitherige Beigeordnete und Rechner der Ortskraiikenkafse, Wilhelm K e u ö c r , einstimmig wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach, denn von über 800 stimmberechtigten haben nur 168 Wähler ihre Stimmen abgegeben. ttreiS Friedberg. X Bad-Nauheim, 22. März. Da bis zum Besuch der Kaiserin die BahnhotSumbauten noch nicht beendet sind, sott für den Tag ihrer Ankunft ein großes Zelt errichtet werden. Um die Platzsrage zu erörtern, waren heute mehrere Beamte von der Eisenbahndirektion hier anwesend. — Die vollständig vertrocknete Leiche eines Kindes wurde beim Putzen heute unter dem Dach eines hiesigen Dotels gefunden. Man nimmt an, daß das Kind von einem in der vergangenen Saison im Dause bediensteten Mädchen herruhrt. Der Ulcuuieimorö an «em Hoboisten Mansch vor Gericht. Metz, 22. März. Heule vormittag begann vor der Strafkammer die Verhandlung wegen Tötung des Doboisten Sergeanten M a a f ch, der in ber Nacht zum 11. Dezember vorigen Jahres durch ein Mitglied der inzwischen aufgelösten „Jeunesse Lorraine" auf ber Straße erschossen wurde. Der Täter, der 19 jährige Schreiner Ludwig Martin, gestand nach ansänglichem Leugnen ein, den Schutz abgegeben ju haben, jedoch ohne die Absicht, zu töten; er habe lediglich einen Schreckschuß abgegeben. Die Auflage lautet gegen Martin, die Bruder Alcris und Paul Samain, den Geschäftsführer Karl Gäny und ben Elektriker Lück, der sich in Begleitung des M a a s ch befand, auf Beteiligung an einer Schlägerei, in die sie nicht ohne ihr Verschulden hineingezogen wurden, und durch die ber Tod des Maasch verursacht wurde (§ 227 Stt.-G.-B ), ferner gegen Martin auf Tragen einer geheimen Waffe und sahrläfsige Tötung und gegen die beiden Samain und gegen ©ent) auf gemeinschaftliche vorsätzliche körperliche Mißhandlung des mtt ihnen angetlagten Lück. Der Staatsanwalt beantragte gegen G6ny Freisprechung, gegen Alexis Samain sechs Wochen, gegen Paul Samain und Lück vier Wochen Gefängnis und gegen Martin ein Jahr und drei Monate Gefängnis, bei allen aber Anrechnung der Untersuchungshaft. Die Verteidiger beantragten für sämtliche Angeklagten Freisprechung. Das Gericht fällte nach längerer Beratung folgendes Urteil: Der Angeklagte Martin wird wegen fahrlässiger Tötung und verbotenen Wafientragens zu zehn Monaten Gesäng- n i s verurteilt. Die Untersuchungshaft wird ihm voll angerechnet. Außerdem wird auf Einziehung der Waffe erkannt. Die übrigen Angellagten Alexis und Paul Samain, Mny und Lück werden freigesprochen. Lustjchistahrt. — Deutscher Flugverband. Am 7. März 1912 ist mit dem Sitz in Weimar der Verein „Deutscher Flugverband" als ein gemeinnütziger, nationaler Verein mit überwiegend praktischen Zielen gegründet worden: er will keinen der bestehenden luftsportlichen Vereine beeinträchtigen, sondern erstrebt die Anbahnung und Betätigung des gemeinsamen Vorgehens mit Ver- einen gleichartiger Richtung. Als nächste Aufgabe hat sich der Verein die von Mitteldeutschland ausgehende Schaffung eines sich allmählich über das Reich gegen die Westgrenze und an dieser entlang erstreckenden Netzes von Flugstützpunkten im militärischen und flugsportlichen Interesse gesetzt. Erst als zweite Aufgabe will er Geldmittel zur Beschaffung von Flugzeugen für die Militärverwaltungen zur Verfügung stellen. Tie von dem Verein geplanten Flugstützpunkte werden im Einvernehmen mit den Militärbehörden und unter Wahrung der flugsporllichen Ge- : sichtspunkte überall da angelegt werden, wo das dringendste In- । tereife an ihrer alsbaldigen Einrichtung besteht und wo solche Grosse Auswahl und Mk. 16.50 Alleinverkauf L. Bernhardt Telephon 435 Schulstraße 10 p}as5ia§tiefel Spezialmarke Einheitspreise :: Mk. 15.50 :: An das Deutsche Volk! Mchsck liir eine Molle Die aussergewöhnlichen Anstrengungen unserer Nachbarn, unter allen Umständen, im Flugwesen uns überlegen zu bleiben, machen es uns zur Pflicht zu zeigen, dass auch bei uns Opferwilligkeit vorhanden ist, wo es gilt unsere Wehrkraft auf der Höhe zu halten. UriNer Kaiser ging voran! Wohlan laNMt uns folgen! Es gilt eine grosse Summe aufbringen, nm mitzuhelfen unsere Luftflotte in genügender Weise auszubauen. Einzelne, Gemeinden, Vereine, Korporationen, opfere jeder sein Scherflein der guten nation-len Sache. Beiträge nimmt entgegen die Redaktion dieser ZeituoL', welche über die eingehenden Beträge öffentlich quittieren wird, sowie die Rheinische Creditbank in Mannheim. (D”/i Der Deutsche Lnf flotten-Verein I. Vorsitzender: Dr. Karl Lanz. Liebigshöhe. Sonntag, den 24. März 1912 mnifär-Konzerf ausgeführt von der Kapelle, des hiesigen Inf.-Regts. unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeister W. Löher. "" Anfang 43/< Uhr. Eintritt 45 Pfg. Ausstellung der Schüler-Arbeiten der Ersten Frankfurter Spezialschule für Holz- und Marmormalerei von Anton Knodlg Sonntag, den 31. mtrz, a c. Schillerstr. 26 im Laden, Frankfurt a. M., v. 6—6 Uhr ununterbrochen. »er- Eintritt frei. -Qd ssie/a Interessenten sind höflichst eingeladen. Biograph Plockstasac 12 02458 Heute: Plockstraase 12 W’w'WWW (JVWWVO == J,n = Settraufd) Aus dem Tagebuche einer Chansonette. Amerikanisches Grotzstadt- Drama in drei Akten von Wedelbo und Rasmusen. Personen: Marcella, Varietssängerin .... Frau Philippa Fredriksen vom Kasino-Theater Kopenhagen Ernst Lange, Direktor......Herr Paul Welander m vom Olympia-Theater Kopenhagen Raoul JoneS dec Freund.....Herr Arvid Ringheim vom Olympia-Theater Kopenhagen Direktor des Olympta-TheaterS . . . Herr Walter Ringheim vom Central-Theater Kopenhagen Das Stück spielt teils in einer amerikanischen Industriestadt teils in New-York. Zeit: Die Gegenwart Ein Schlager ersten Ranges, den man gesehen haben mutz. Außerdem ein hervorragendes Schlaaervroaranrm! Hochfeine >/. Schade & Füllgrabe dohnhoiftrnßt 26 relcnston 186 Llldmgjlrißc 20 Halbmonde Mischung 111 Patience Makronen */« Pfund 28 Pfg 30 „ 30 „ 38 „ 55 „ 25 Pfg. 20 „ 10 „ 30 „ 22 „ Fabrikat der Hannov. Kakcssabrik H. Badlscn. Gala-Pcter-Schokolade Tafel 10, 25, 50 Pfg. Lindt Schokolade Tafel 35, 70 Pfg. 2l.W Lindt Schokolade Tas 50 Psg. ^Milka44Suchard Schokolade50Ps. BergerS Mexiko Schokolade Taiel 40 Psg 6prijt=eificf8liiiit $ni^l(l. 251 Vanille Schokolade Tas. 15 u 20Pf. Milch Block Schokolade Block20Pf. Dessert Mischung '/« „ »Tet Packung44 Dnve ZkakeS per Paket Da itt er KakeS Pangani KakcS „ Leibniz Kakes Albert 51akes „ „ Marie Kakes „ „ Sonntag, den 24. März, abends 8^ Uhr, im Ikrrin^m Ott Stflötmi.fion, Löbechaste 14: Vortrag von Herrn Inspektor Veiel. Eintritt frei. 2197 liWW Bahnhofitr. 54 02434 Bahnhofetr. 54 Coeur Ass GrotzeS Sittendrama in 2 Akten, S60 m lang. Dieser Film ist ein Meisterwerk der Darstel- lungskuust, die Bilder find von einer Plastik, datz der Film mit zu den besten Schöpfungen in Filmfabrikation gerechnet werden darf. Moritz und die Okarina humoristischer Schlager. Die Geschichte des indischen Felsenvorsprungs sehr interessant. Neuigkeiten bringt neues aus aller Welt. LliMirWstlichkr Lskckerkin nnö ^ttbflnntrtiD ßitjjfn halten Mittwoch, den 27. Mürz, nachmittags 3 Uhr, eine Gemeinschaftliche Versammlung auf dem Lenz schen Felsenkeller ab, in welcher Herr Dr. Hofmann Friedberg einen Vortrag über: Beerenobst, das Stiefkind des Gartens, und Obstvcrwertung abhält. Zu dieser Versammlung werden besonders die Frauen der Mitglieder beider Vereine dringend eingeladen. Tie Vorstände: 2206 Lehrer Leib und I. Seifer. Der Verein Freundinnen junger Mädchen labet nur Stützen, Laden- n. K Inder friiu lein juetn. Tee-Abend. aus Sonntag, den 24. Mürz, nachm., freundlichst ein. BereinSzimmer: Kaiscrbos, Sonnenstrabe, 1. Stock _________________Eingang durch den -vor____________IDA', Nächsten Freitag Ziehung^ der Grossen Hessischen Rote^Geldlotteriei 3619 Geldgewinne bar ohne Abzug l 90000 I I 50 000 I f 10000 | I.nup -i ZW WomIt (Porto und Liste 1 d *’ JiarH 30 Pfennig mehr)! sind zu haben in Giessen bei den Königl. Preuss ■ Lotterie-Einnehmern 2186 W Buchacker, Neuen Baue II. Flimm, Walltorstrasse 63. ■ Neu!! Neu!! Neu!! In meinem Verlage erschien soeben: Deutscher Techniker :: Verbands Marsch :: Ausgabe für Klavier, Streich- und Militärmusik. Walzerlied. Ausgabe für Klavier und kleines Orchester. Von R. Dietrich, op. iD. I. E. ChaUier (Rudolph’* Äachf.) Musikalienhandlung. Stenographen-Verein Stolze-Schrey. Absnsttt zm Vtzirkst-g in Bkstlnr Sonntag, den 24. März, XW vorm. 8.10 Uhr. “W v”/al Der Vorstand. Kolosseum d Dir.: Karl Ohm Telephon 645 Walltorwtr. 36—38. ■ §(nft Lamstng keine Vorstellung. I Morgen u. lolgende Tegel abends 8*/« Ubr grosse Vorslelluiig | Sonntag* 2 Vorstellungen nachmittags 4 Ubr I «kleine Preise. und abends 8V« Ubr. H Auftreten Künstler D I. Ranges. 0,445 ■ Original Pariser I Hea-Säigerl Eine Attraktion, die jed. ■ Anwohner Kitsteno I unbedingt leben muh.H Dazu die kom. Burleske 1 ?er Säugling und fiüffl'rnh idmiiftll Müilärschwank in 1 Akt. ■ Im vord. Restaurant I muß jed. Besucher daö ■ märchenhafte I Blütenfest 1 bewundern, wozu ca.H 10 000 Blüten ver-1 wendet sind, und eirtcH tlstte itol. Kooellc D ihre Weisen spielt. I Für Wirte ir^n: la. Kegel 002477 la. Pockbolzkegelkugeln Moritz («rcgori & Lob«. SchiniedeiserDe Balta 002486 H.Schöu,Schlosferm. Pariser Kopfsalat 3 Stück 38 Pfg. 0024:» b.Scib.NeucnrvegüL BeiBcdars in tl-dlir- rädcrn, Pneumatiks, sowie allen Ersah» u. Zubehörteilen verlange man gratis u. stänke Prachtkatalog von Id'4,, Erich Clemen, Godesberg 21. 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KleinePreue. ?oS ßlitf im Mlel Schauspiel in 3 Akten von Hermann Sudermann. Ende."? « Ubr. (»"/? Abends 7'/, Ubr Gewöhnliche Preise Benefiz für ^berregifleur Hermann Bakof Neubeit! .„^euhetU (Einmalige Aunubrung! Erde eine Komödie deS Leben» in 3 Akten o. Karl ^chönberr «Berfaffer von Glaube uns Heimat!. Ende gegen 10 Ubr. Hr. i exitfr £lt . ,vNj' rtKrtl vöcht Ir erhallen. 6s s die Plan« in denen vorden il die ßrur und die und Will Ministerin reiche Le Arsorm t Än dieser ratungcn, soryesetzl Wtzlcn mülelungi amlenkatei Beratung Ansorderu der Regiei das lauset Deckung i dem Eleu tiesgreism! an die Lt ständige lichen Mit über di delen auck rungder die ganze die lüng lin ist ti Ansorderu zu rechnet datz ttunm deren E ^agen t des Reich und mit Tür I d n mir als dc , ui Acht M 3afji mitid m ^nnt 27. d. N a us sch Ötnanxrr tellnahn, Ans t Bei Bund der Erster L ?etchstao< hat die jTttwnanrl ^nd im Bundes h, namentlich U bereit ^zuge.