Erster Blatt Samstag, 2\. Dezember 1912 162. Jahrgang US mfstr. 58 ke »**/» Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten. en I ■ , 160 cm breit üllbettdecken ück und abgepasst weiss und farbig ogt und mit Einsätzen tische agen .d Servietten s preiswert: weiss aol und bordeinx ein ähnliches, auf die Verwendung des Asphalts gegründetes Konservicrungsversahren, das darin besteht, das; man z. B. Fleischund WurstN'aren in eine dichte Asphaltschicht einhüllt. Vor allem ivaren es bei den Acgyptcrn die Leichen, dio durch Asphalt konserviert wurden, und wenn sich die ägyptischen Mumien bis auf den heutigen Tag unverändert erhielten und in keiner Weise Zcrslörungserschcinungen zeigen, so ist dies wohl der beste Beweis dafür, wie trefflich man sich damals aus das Handwerk verstand, und in wie weitgehendem Maße man sich der erhaltenden und schürenden Eigenschaften des Asphalts bewußt war. Außer Mumien von Menschen und Tieren konservierte man aber auch noch andere Gegenstände, vor allem solche, die man den Toten mit ins Grab gckb, wie z. B. Kränze, Nahrungsmittel, Stoffe usw. Auch medizinische Anwendung hat der Asphalt gefunden: das „Erdharz", wie ihn die alten Römer nannten, war ein vorzüg- lickes Heilmittel für alle möglichen Krankheiten von Menschen und Tieren, spielte in den Apotheken des alten römischen Reiches eine wichtige Rolle und wurde vor allem äußerlich angewendet. Und die damalige Technik »og gleichfalls Nüßen aus diesem eigenartigen Stoffe, indem sie ihn als Rostschutzmittel verwendete und eiserne Gegenstände, wie z. B. die Köpfe von Nägeln usw., mit einem Uebcrzug dieses „Erdharzes" überzog. Sollte man es nun für möglich halten, daß ein derart brauchbares und zu den mannigfachsten Zwecken verwendetes Material vollkommen versclyvinden und seine Kenntnis auf Jahrhunderte verloren gehen kann? Der Handel mit Asphalt muß im Altertum ungeheure Dimensionen gehabt haben, und jedenfalls sind damals ganze Schiffsladungen davon von einem Lande in das andere gegangen — und aber plötzlich hört die Verwendung auf, die Lagerstätten werden vergessen, und niemand kümmerte sich mehr um diesen Stoff — bis vor erst zweihundert Jahren, im Jahre 1712, ein griechischer Arzt namens Eirinis auf den Gedanken kam, daß man die merkwürdige im Val de Travera gefundene pechartige Masse doch irgendwie gebrauchen könnte. Eirinis war, obschon von Geburt Grieche, in der Schwerz niedergelassen und bei der Regierung zu Bern angestellt. Er machte seine vorgesetzten Behörden darauf aufmerksam, daß man einen sozusagen natürlichen Kitt gefunden habe, der sich vielleicht dazu eignen dürste, anstatt des Möttels zum Zusammenkitten der Bausteine verwendet zu merben. Ist es nicht eigenartig, daß Eirinis beim Einblick und der ersten Prüfung des Asphalts sofort wieder au denselben Gedanken kommt, der vor Jahrhunderten schon in so ausgedehntem Maße in die Praxis umgesetzt worden war? Eirinis machte sich an die Arbeit und ließ einige Bauwerke unter Anwendung von Asphalt Herstellen. Es ging aber auch hier, wie es so oft bei wichtigen Erfindungen und Entdeckungen geht: niemand interessierte sich so recht für die Sache, und so geriet sie bald isch-Tischdecken und vor einem solchen. Zugeständnis sollen Unterhändler in keine Sonberbcratung ein den letzten Tagen haben nicht nur sondern auch vor ben Dardanellen fei U 950 Nr. 301 Der •fetter Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamilienblätter, 3 :: Damen- ■Konfektion, um Janina, die Kanonen sorgt werden, die türkischen treten. In wirtschaftliche Seitfraqen Ferufprcch - Anschlüße: für btt Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger «icßeu. kanntlich unlängst von Deutschland angekauft worden ist . sei fast vollständig zerstört und seine Wunden seien mit Wachstuch verschlossen worden. Wahrscheinlich wird wie der auf beiden Seiten übertrieben. Der türkische Flotten kommandant läßt nämlich verkünden, die Seegefechte feier nur probeweise versuchte Artilleriekämpfe gewesen. Jetz aber werde er den Feind wirklich aufsuchen. Heute erscheint also dieser Kommandant noch als ein türkischer Tartarin von Taraseon, der sich in seinen heimischen und geschützten Gewässern mit großen Heldengeoanken trägt. Vielleich aber ist die Konstantinopeler Neuigkeit auch nur eine Erfindung. Die Londoner Botschafterkonferenz schwelgt in opti mistischen Auffassungen, an denen doch etwas wahres sei: muß: auch der deutsche Botschafter in London, Fürst Lich tiowsky, soll sich über die Anfänge der Beratungen seh befriedigt geäußert haben, über deren Art und Einzett-eitc. freilich ein tiefes Schweigen herrscht. In Belgrad ist ein Ernüchterung eingetreten. In Wien ist angeblich eil grundsätzliches Uebereinlommen getroffen worben, nroimc Serbien mit ber Benützung eines Abriahasens auf neu tralem Gebiete sich, begnügt. Albanien soll Selbständig feit erhalten. Ta auch der Fall Prohaska, der in so un verantwortlicher Weise aufgebauscht worden war und barun Krieg und Frieden. Dem „£emp§" wirb aus Konstantinopel gemeldet, die türkische Regierung behaupte entschieden, daß ihre Flotte über die griechische einen beträchtlichen Erfolg davon getragen habe und daß der Widerstand von Janina ungebrochen sei. Die Türkei ziehe es deshalb vor, in London mit den Griechen ohne Waffenstillstand zu verhandeln und würde sogar einen Waffenstillstand verweigern, wenn Griechenlmib ihn jetzt verlangen sollte. Gleichzeitig sei Reschid Pascha ersucht worden, die Frage von Abrianopel möglichst rasch zur Erörterung zu bringen unb bic Verhandlungen abzubrechen, falls bic Bulgaren auf ber Uebergäbe beharren sollten. „Jeni Gazetta" sagt in Besprechung ber neuen Instruktionen für bie türkischen Friebensbe- vollmächtigten: Bei ber Unterzeichnung des Wafsenftillstandsprotokolls ist ein Irrtum unterlaufen. Das von dem türkischen Ministerrat gc» nebmigte und anfänglich von den Bulgaren angenommene Waffen- stillstandsprotokoll hatte bestimmt, daß die belagerten Plätze approvisioniert werden sollten. Als am folgenden Tage bie Rechtsbeistände der Pforte anwesend waren, legten die bulgarischen Delegierten einen anderen Protokollentwurf vor, ber bic Approvisionierung nicht zuließ. Dieser zweite Ent-- wurf wurde irrtümlicherweise ober aus Zeitmangel unterzeichnet. Wenn es sich bloß um Bulgarien, Serbien ober Montenegro handelte, hätte die Approvisionierungs- frage keine Bedeutung, weil eine Verständigung innerhalb vierzehn Tagen möglich gewesen wäre. Da für ben Fall ber Teilnahme Griechenlanbs, mit welchem in mehreren Punkten, besvnbers bezüglich Salonikis unb ber Inseln, Meinungsverschiedenheiten bestehen, die Verhandlungen ein bis zwei Monate dauern können, wurden bie türkischen Friedensbevollmächtigten angewiesen, die Teilnahme Griechenlands an den Friedensver- hattdlungen nur unter der Zusatzbedingung ber Approvisionierung ber belagerten Stabte währenb ber Friedensverhanblungcn zu- zulassen. Die Zeitungen verzeichnen das Gerücht, baß die Griechen Tenedos geräumt haben. — Nach Diät- termeldungen landeten die Griechen 4000 Mann Verst ä r ku n g e n bei ben Hafenorten M o l y v o unb Djuma- kenj auf Mytilene. Bei Djumakenj kam es zu einem Kampfe mit ben Türken. Der Kurbenscheich Abdul Ka- ber telegraphierte an ben Großwesir, mehrere kurbische Notabeln beständen barauf, baß man einen ungünstigen Frieden nicht annehmen solle. Die Scheichs ber verschie- gebonnert, aber es folgte bald eine noch wichtigere Kanonabe barüber, wer ben Sieg erfochten habe Die Griechen wie die Türken behaupten gleichermaßen, bie obsiegenden Helden geblieben zu sein Das Charakterbild der großen Seeschlacht vom Iß. Dezember — daß etwas später noch eine zweite stattgefunden habe, stellte sich als purer Schwinbcl heraus — schwant noch in der Geschichte: zwingend notwendig war sie nicht Die Griechen hatten ihre Schiffe vor dem Dardanellen- Eingang versammelt; der Kommandant der türkischen Flotte verließ mit seinen Fahrzeugen den sicheren Port, und bi. Gegner stellten sich in Schlachtorbnung cinanber gegen über. Und dann wurde einige Stunden hindurch geschossen Jeder der beiden Gegner soll die beträchtliche Havarierune eines Schlachtschiffes zu beklagen haben; ber griechisch. Panzerkreuzer „Awerow" soll, nach ber neuesten Melbune aus Konstantinopel, -gefechtsunfähig in brr Richtung ans Jmbros geflohen sein, während die Griechen behauchten das türkische Linienschiff „Hairebbir-Barbarossa" (bad be- Mgfcl-M wieder in Vergessenheit, um nun abermals fast ein Jahrhundert lang zu schlummern. Im Jalwe 1802 sodann erfolgte die zweite Wiederentdeckung des Asphalts. Damals stteß man bei Grabungen, die in ber Nähe von Seyssel in Frankreich -vorgenommen wurden, auf Asphaltlagerstättcn, und man stellte alle möglichen Versuche an, ru was man die merkwürdige dort sich findende Masse verwenden könne. Aber so viel auch probiert wurde, nichts befriedigte so recht,^und erst im Jahre 1832 nahm sich der Techniker Sassenay der Sache an, der auf den Gedanken verfiel, daß man in den Städten anstatt der Pflastersteine besser ein Gemenge aus Asphalt und Steinblöcken benutzen könne. Dieses läßt sich schneller über eine große Fläche ausbveiten, läßt sich pollkommen glatt walzen und hat vor allem die wichtige Eigenschaft, daß es das Geräusch dämpft. Im Jahre 1838 stellte man dann in Paris die ersten Asphaltpflasterungen her, fteilich zunächst nur Trottoirs. lAn die Schaffung von Fahrbahnen getraute man sich nicht recht, weil man glaubte, daß die in der Hitze weiche und zähe Masse doch nicht imstande sein würde, die Last von Fuhrwerken zu tragen.) Damit aber war der Anstoß zur Entwicklung der Asphalt- inbuftrie gegeben, die von mm an rasche Fortschritte machte und dazu führte, daß man immer neue Asphaltlager suchte und entdeckte. So verfügt man jetzt über bie .Kenntnis zahlreicher Lagerstätten, von denen die berühmtesten die zu Syrien, die am Toten Meer, sowie die auf der Insel Trinidad sind. Im Toten Meer kommt der Asphalt auf dem Grunde vor, von dem er sich bei Erdbeben losreißt, um an die Oberfläche empvrzusteigen und sich schließlich, ans Ufer gespült, dort abzulagern. Dieser Asphalt ist der beste und reinste, den wir kennen. Er dient hauptsächlich zur Gewimrung von Firnissen und fonftigen kostbareren Materialien. Noch eigenartiger, als das Vorkommen am Toten Meer, ist das am Asphaltsee, auf* Iber Insel Trinidad: Im Wasser dieses Sees, ber auch „Pechsee" genannt wird, schwimmen große Mengen von Asphalt herum, und sobald sich bic Samte etwas über den Horizont erhebt und die Asphaltmassen erwärmt, schmelzen diese und bedecken den ganzen Seefviegel, der dann vollkommen schwarz aussieht. Der Asphalt bildet eine zusammenhängende, zähe sckpvarze Niasse, die jedem Druck nachgibt unb manchmal schon ins Meer ausfloß, wo sie sich zu ganzen Riffen auftürmte. Je nach seinem Vorkommen und die Eigenschaften des Asphalts sehr verschiedene, und ber Zwecke gar, denen er heutzutage di em, sind geradezu unzählige. Als der wichtigste muß woh! die schon erwähnte Verwendung zur Herstellung von Straßenvflaster angesehen werden, gibt es doch heute fast keine größere Stadt mehr, bie nicht Asphaltpflaster besitzt, das ben großen Vorteil einer weitgehenden Geräuschlosigkeit aus weist und außerdem in Hy g Mischer Beziehung aufs höchste zu schätzen ist, indem die zusammen- Der Asphalt. Von Dr. Franz Kittler. Bur Erinnerung an seine zweihundertjährige Wiederentdeckung. Von ben Künsten, die man im Altertum verstand, und den Stoffen, die man damals verwendete, sind gar viele verloren gegangen und zum Teil heute nod) nicht wieder ausgefunden. Andere bat uns ein glücklicher Zufall von neuem kennen gelehrt, wie i V die Bereitung viv:i Gbelflrinimitationcn aus Glas, die im alten Üivm in ibobtr Blüte stand, um dann für Jahrhunderte zu verschwinden: unb ein ältliches Schicksal hatte der Asphalt, dieses heute bei und zu so mannigfachen Zwecken verwendete Material. Wann die Menschen eigentlich begonnen haben, den Asphalt zu benutzen, läßt sich nicht mehr feststellen. Doch lourdc er schon beim Vau des babylonischen Tempels verwendet, bei Ausgrabungen int kuphrattal, sowie in den Ruinen von Ninive und BabyGnien hat man Reste von Bauwerken gesunden, deren einzelne Steine anftatt mit dem sonst (und insbesondere später» gebräuchlichen Mörtel mit Asphalt zusammengesügt maren: und auch in Aegypten, im Reich der Pharaonen, treffen wir auf bie gleiche Art der An- toenbung. Als später der Kalkmörtel auskam, bedeutete dies eigentlich feinen Fortschritt, denn der Asphalt durchzog die Steine, füllte ihre Poren in weitgehendem Maße ans imd wirkte >o als Konservierungsmittel, daß fick) bic mit Asphalt ausgeführten Vaudenkmäler trotz aller Einflüsse der Witterung erhalten haben, jedenfalls viel besser, als die mit Kalkmörtel zusammengesugten. gor allem hindert ber Asphalt das Eindringen des so schädlichen Regens, lieber das Verfahren selbst, das die Völker des Altertums bei ihren Bauten anwendeten, hat sich nichts Sicheres feststellen lassen: cs ist jedoch anzunehmen, daß sic die Asphalt- manc stark erhitzten und bann in dickflüssigem Zustande aus die Steine auftrugen, die sich damit vollsaugten. Die zwischen ben Steinen liegende und die Fugen ausfüllende Asphaltschicht bewirkte den Zusammenhang r Ar Mit ber Benutzung als Mörtel mären aber die Anwendungs- drten des Asphalt nach lange nicht erschöpft. Er diente im Altertum nod) vielen arideren Zwecken, von denen uns wahrscheinlich der größte Teil gar nicht bekannt geworden ist. So derwendten ihn die alten Aegypter und auch noch andere alte Lotter als Konservierungsmittel: sie schützten Gegenstände, die leidbt dem Verderbcu ausgesetzt waren, dadurch, daß sic sie in eine Asphaltmasse einhüllten, wodurch der Zutritt der Luft, die die Fäulniskeime in fick birgt und die vor allem bfen für das Mlanbcfommen jeder .Fäulnis unentbehrlichen Sauerstoff ent- hilt, verhindert wird. Man sieht, daß man damals, also schon vor Jahrtausenden, Kenntnisse besaß, die wir uns erst in neuerer Zei.t von neu.m erringen mußten. Denn auch heute gibt es zweimal roöcbentLKieiS: blatt für ben Kreis diesen (Dienstag nndFreiiag); zweimal monall. Land auch der österreichischen Regierung einige nicht ganz unberechtigte Vorhaltungen eingetragen hat, in Frieden ans der Welt geschafft ist, wirb ber Weihnachtsbotschaft Glaube entgegengebracht werden dürfen. Die Patrioten der russischen Duma hatten also kaum noch etwas aufs Spiel zu setzen, wenn sie sich gestern nach der Rede Kokowzows in kriegerisch klingenden Worten über die Rechte unb Größe der russischen Weltansprüche ausließen. Daheim, unter dem Kerzenbaum, wirbs srieblicher werben. „Der Sol bat zäumt ab, der Bauer spannt ein, eh' man's denkt, wirb's wieder das Alte sein." Nun ist auck) der hessische Landtag am Donnerstag in bie Ferien gegangen, unb zwar ist die Zweite Kammer aus unbeftimmte Zeit vertagt worden, nachdem bas .Haus am letzten Beratnngstag vor eine unerwartete Wendung gestellt worden ist. Der Präsident des Finanzausschusses der Ersten Kammer hat tund und zu wissen getan, baß 's mit der Beratung ber Beamten-Besoldungsvorlage noch gute Wege habe. Zuerst sollen nach Ansicht bes Anschusses bie Reformen in ber Bauverwaltnng erfolgen. Daß diese außerorbentliche Materie mit ber Besoldnngsvorlage im engen Zusammenhang steht, ist nicht zu leugnen. Man »var seinerzeit mit so viel gutem Willen an bie Vereinfachung ber Staatsverwaltung herangetreten unb hatte gerade in der Bauverwaltung aus Ersparungsrücksichten manche Aenberungcn vorgeschlagen. Wir haben in unsrem Blatte bie babei in Frage kommenden Wünsche unb Möglichkeiten an ber Hanb zahlreicher Zuschriften wieber- holl erörtert; bic Hauptfrage war bekanntlich bie, ob es nicht zweckmäßig sei, bie oberen Baubehörben von ben 'ireisverwaltungen loszutrennen unb ihnen eine neue Organisation zu neben, bie sowohl ben baulichen Interessen 'cs Laubes als auch bem Staatssäckel zugute kommen ollte. Leiber hat es bie Zweite Kammer tatsächlich ver- äumt, nach dieser Richtung zu einer Entscheibnng zu 'rängen. Die Regierung aber hat aus eigener Initiative nichts getan, unb bas Werk scheint leiber im Sanbe verlaufen ftl wollen. Will nun bie Erste Kammer bas verlassene Wrack ■er Vereinfachung unserer Staatsverwaltung nochmals ins Schlepptau nehmen unb ber Regierung für biefe neue Preis- mfgabe eine Frist stellen? Es ist bebauerlich, baß bie Jrfrc Kammer ihre an sich berechtigte Forberung nicht früher mit Entschiedenheit verfochten hat. Wie bie Tinge heute liegen, wirb diese neue Verzögerung wiederum Miß- timmung im Gefolge gaben. Besser würde es schon sein, ie Besoldnngsvorlage endlich einmal in Angriff zu nehmen; 'arm bleibt immer noch Gelegenheit, Die berechtigten wünsche ber Ersten Kammer burckHusctzen. Die Gehalts- jrbnung wirb vermutlich burch bic Neuorbnung in ber -auvcrwaltnng nur unwesentliche Aenberungen erfahren, mb biefe können später ohne besonbers umständliches Ver- ahren in bie neuen Tabellen eingefügt werben, nachdem nan cs für bieses Etatsjahr noch einmal beim Alten ge- assen hat. So gehen bie Herren der Zweiten Kammer vielleicht 'n etwas -gereizter Stimmung auseinander. Der Zant um bie Wahl bes Abgeordneten Kredel ist zwar notdürftig ns der Welt geschafft und durch einen letzten Ordnungsruf n ben Abgcorbnctcn Grünewald gewissermaßen besiegelt worben. Unb nun hofft man, baß die Aufforberung des Präsidenten, alle persönlichen Streitereien künftig aus dem Spiele zu lassen, befolgt werden möge. „Entfernt des Borwurfs glühend bittere Pfeile, das Innere reinigt von erlebtem Graus!" Aber einige Lehren unb Folgerungen, politische Wochenschau. Gießen, 21. Dezember Aus ber Friedenskonferenz in London, wo bereits drei Sitzungen abgehalten wvrben sind, weigern sich bie tür- k^^r?evoumächtigten, in bic Beratung einzutreten, ba griechische Vertreter anwesenb seien, aus Konstantinopel aber nod) bie Anweisung fehle, was aus biesem Gmnbe zu tun sei. Ohne Mitunterzeichnung des Waffenstillstandes wollen bie türkischen Unterhändler mft dem Abgesandten des Königs Georgios sich nicht an einen Tisch feben. Heute soll bic vierte Sitzung ftattfinben unb bic Entscheibung der Pforte mitgeteilt werden. Es heißt, diese bestehe nunmehr auf der Forderung, baß bic Festungen Adrianopel, Janina unb Skutari mit Lebensmitteln ber- bic aus ben erwähnten Vorfällen sich ergeben haben, bür|en nicht unausgesprochen bleiben. Wir glauben nicht, baß an ber Ausrottung bes Kampfes lediglich ein unrichtiger Zeitungsbericht bic Schuld getragen habe. Der Abgeordnete Grünen>alb hat dies zwar in ber Kamnrer behauptet, aber er wirb bem Berichterstatter, der auch wetterhin in die Debatte gezogen worben ist, boch etwas besser gerecht werben müssen. Berichte über geheime Sitzungen sind oft ergänzungsbebürfttg: auch wird -es immer Vorkommen, baß babei einmal Irrtümer mit unterlaufen. Unser Berichterstatter hat uns inzwischen bie zur Beurteilung ber Vorgänge, besonbers ber letzten „Berichtigung", erforberlichen genauen Informationen unterbreitet, unb wir können feststellen, baß für ben Abgeordneten Grünewald kein Grunb vorlag, unseren Darmstäbter Mitarbeiter zu korrigieren. Wir werben biesem, nach solchen Erfahrungen künftig immer Gelegenheit zur Nachprüfung geben, bevor wir an bic Veröffentlichung berartiger „Berichtigungen" herantreten. Ä /X 'V - Uhr Tee 1 Ging darauf hmgewiesm werden, daß der Handwerker nur bann kon- . £ ... u.“‘ “ . “Wl-, *rC mit dem kurrenzfähig und wirtschaftlich selbständig bleiben kann wenn HofmeMer. Liner nnt Memem Hosmenter Gearbeitet mit meinem er Löhne und Einkäufe pünktlich zu bezahlen imstande ist R3 meuter dis 10 Uhr abends Zn Bett gegangen um 10' Ubr darf hierbei aber nicht verkannt werden, daß auch non den Ärtnh- — Ick macht nur wißen, was Großvater an Varis fo sckwn werrit.i elbst auf ältlicheren Eingang ihrer Außens^n,^^ gefunden hat." . . . I hmgewirkt merben kann daß itc die Huchfutnung nutzt aäd lache ansehen unb ihre Rechnungen nicht erst dann ausschrrib«, wenn die Kasse leer ist. Publikum und Handwerker mögen bei' r?jgen, einen Uebelstand zu beseitigen, der schwer empfunden wird und doch verhältnismäßig leicht bei gutem Dillen abgestellt werden kann. Man wird nicht fehl gehen in der Annahme, bat kein Kunbe etwas darin finden wird, wenn mit Äblieieruna der Arbeit, für Reparaturen vielleicht monatlich, Rechnung aus gestellt wirb, sofern dieses allgemein zur Einführung gelangt • liegt es doch im Interesse beider Teile, schon um Streitigkeiten ju vermeiden. Es sei aber auch hier wieder darauf hingewiesen, baß die Handwerkskammer getreu ihrer Bestimmung, die Interessen der SDanbroerfer zu fördern, im Laufe des letzten Jahres eine neue Einrichtung getroffen hat, den Handwerkern die Einziehung ihrer Ausstende zu erleichtern. Die Einziehungsstelle, die am 1. Choher ihre Tätigkeit begann, übernimmt die Beitreibung der ihr übertragenen Forderungen zu äußerst mäßigen Gebühren und kann daher die Jnanspru-ckmahme dieser Stelle nur wärmstens empfohlen werden. Trägt der Handwerker dazu bei, das Borgunweien zu bekämpfen und bedient er sich in schwierigen Fällen der Dienste der Einziehungsstelle, dann ist ein guter Shritt weiter getan aut diesem Handwerk unb Gewerbe schwer schädigenden Gebiete. Hessen-Nassau. • Frankenbach, 20. Dez. Unser Lehrer .Karl Tebus wird am 1. April nach Frankfurt versetzt. Tebus steht fünf Jahre im Dienste unserer Gemeülde, auf seine Anregung wurde der Gesangverein „Teutonia" gegründet. (SericbtsfaaL Leipzig, 20. Dez. Das Rcicksaericht verwarf die Revision des HülsentaUr,kanten Friedrich P r i tz s ck a , den das Schwurgericht Müncke».Gladt>ach am 8. Oktober des Verbreckens gegen das Eprenastoffaeiel, zu 10 Jahren Zuchtbaus verurteilte. Vritzscke sandte aus Rache dein Ersten Siaatsauioalt, einem Skaats- auiv.ilt und den: Laudgericktsdireklor in München-Gladbach als Muster ohne Wert 'Bomben zu, die beim Auspaekeu erplodiere» fällte». Nur die V'ornckt der Empiäuger vereitelte die Absicht. der Humor in der Z-nsur. Heber seine Erlebnisse mit ber türfifojen Zensur macht St4» phaye Lauzanne im „Matin" brollige Mitteilungen: ,Ln einem großen Saale des Telegraphenamtes zu Pera," schreibt er, „saßen an den beiden nach dem Garten h-in gelegenen Fenstern zwei Herren: ber rechter Hand war der politische, der linker Hand der militärische Zensor. Ick verdanke ihnen manchen Verdruß, aber ick verdanke ihnen auch köstliche Minuten. Alles in allem genommen, muß ich ihnen für die Nörgeleien Absolution erteilen. Der eine von ihnen sprach eines Tages, als ick mich beklagte, ein Watt, das mich geradezu rührte: „Was wollen Sie, mein Herr," sagte er, „es ist sehr schwer, zu gefallen, tvenn man besiegt ist!" Tie Dienstordnung verlangte, daß man ihnen alle Depescl>en borlegte, daß sie s«e läsen, und das; sie mit roter Tinte ihren Namen daruntersetzten: erst wenn das Telegramm mit diesem kabbalistischen Zeiclren Der- sehen war, nahmen die Bemnten es zur Beförderung an. War die Tepcsche politischer Natur, so mußte sie von dem politischen Zensor gelesen und beglaubigt merben: war sie militärischer Natur, so gc langte sie an den militärischen Zensor. Die Schwierigkeit begann, wenn es sich um eine Nachricht lymbclte, die polirisch und militärisch zugleich,, oder die keines von beiden war: in solchen fdnvicrignt Fällen spielten die beiden Zensoren Tennis mit ber Depesche, in dem sie sich das Papier mit Schlägern über das vorschriftsmäßige Schalternetzwerk zuwarsen. Der politische Zensor war ein Ar menier, groß, dünn, leicht ergraut, fein, höflich und ein Freund der schönen Literatur. Er ließ alles durchgehen, menn nur die Wendungen geschickt warm. Eine Vorliebe hatte er für blumige Umschreibungen, während ihm ein knorriger, schmuckloser Stil wenig zusagte. Ms ich eines Tages schrieb, daß die österreichische Botschaft „einen armen Herzkranken getötet habe", da er in einem Augenblicke großer Panik in aller Eile auf einen Lloyddampfer gebracht trete-n mußte und infolge des Schrecks vom Schlage getroffen wur. ., sah der Zmsor mich vorwurfsvoll an unb sprach: „Gctöts ist ein zu hartes Wort, ft'önnten Sie dafür nicht setz.en: umfommen ließ?" Und als ich ein anb ernt al meldete, daß in Konstantinopel ber Typhus unb die Cholera ausgebrochen feien, sagte mein Zensor mit milbem Tadel: „Typhus mag bingeben; aber Cholera klingt nicht besonders sckön!" Und damit es besser klänge, ließen mir drei Tage in Konstantinopel den Typhus ivüten, während wir die Cholera einfach strichen . . ." Unübertrctbar waren die Zensurvorschriften auf dem Kriegsschauplätze selbst, die Bestimmungen der Zensur, die in Tschorlü, Tscherkeßköi ober in Hademlöi wütete. Diese Zensur erstreckte sich nicht nur auf die Telegramme, sondern auch auf die Privatbriese: sie. traf nicht nur die Kriegsberichterstatter, sondern auch die Militärattachees, die Herren und Damen vom Roten Kreuz, die Aet^te usw. Sie ließ auch nicht die unwichttgste Einzekhe-'t durchgehen: sie duldete nicht, daß man von der Vergangenheit, von der Gegenwart oder von der Znknm't spräche. Sie hinderte die Journalisten nicht selten, eine Wahrl>eit zu sagen, die für bk Türkei selbst nicht unwichtig gewesen wäre. Sie beraubte überdies bie ganze türkische Telegraphenverwaltung nicht unbedeutend« Eumabmen. Als Beweis ermähne ich nur ein Telegramm aus tschorlü, das 720 Worte zählte unb von dem Major Wasif Bei auf fünf Worte rebujiert wurde. Der treffliche Zensor hatte ran die ersten drei und die letzten beiden Worte des Telegramms stehen lassen. Mit einem einzigen Federmesserschnitt batte er bie ganze Mitte herausgeschuitten, und der Text lautete jetzt wortgetreu folgendermaßen: „Sckstacht roieberbegaim gestern . . . Schlacht fortbauert!" vermischte-. * Verflogen. Der gestern nachmittag 3 Uhr 30 Min. auf dem Flugplatz Habsheim aufgestiegene Flugschüler, Unter- offizier C^z ipa, nur in Uniform mit dem Lederwams darüber, der nach Straßburg zu fliegen gedachte, geriet infolge erschwerter Orientierung über die Grenze und ist, wie man soeben hott, um 5 Uhr 15 Min. nachmittags bei Marnay (Haute saöne) ziemlich glatt gelandet. Czipa, der von der Fliegerschule in Straßburg zur Ausbildung als Feldpilot nach Habshrim ab* kommaickiert ist, hat gestern abend aus Mamay nach Mülbaustn an tnc Aviatic-Gesellschaft mitgeteilt, daß er seitens ber Militärbehörden unb ber Bevölkerung freunblich ausgenommen worben und baß ihm bis jetzt keinerlei Schwierigkeiten bereitet worben f£TCn- — Wie ber in Märnay am Ognon, 20 Kilometer von Sc.’?nco” gestern nachmittag gelandete Mülhauser Flieger, Flug- schuler Unteroffizier Czipa, meldet, wav er beim Aufstieg von Dabsheim gleich von anfang an zu hoch geflogen und hatte hit Orientierung verloren. Er hatte den Kanal als Richttinie ge nommen, diesen aber statt landab nach Straßburg, lanbauf nack Frankreich hin verfolgt. Sein Flugzeug ist leicht beschädigt, und ^iüra hofft, daß ihm nach erfolgter Ausbesserung die französischen Beborden das Zurückfliegen gestatten werben. ^Feuersbrünste. Ein Großfeuer auf bet Werft ® doß in Hamburg, das in dem unter dem .ocobellschuvpen gelegenen Ankleideraum ausgebrochen war, ver nichtete den Schuppen. Nach zweisttindiger angestrengter Tätig der Werffseuerrvehr 'nnb fünf hamburgischer Löfchzüae mit 13 Rohren war bie Gefahr für die umliegenden Werffgebäude beicitigt. — 3n der Kunstanstalt Albrecht & Meister in Rei ntckendorf brach, vermutlich durch unvorsichtiges Hantieren mit Benzin, Feuer aus, das sich schnell über den ersten unb zweiten Stock ausbreitete. Arbeiter und Personal konnten ft® m Sicherheit bringen. Der sehr bedeutende Schaden soll bur® Verttcherung gebeckt sein. — Auf dem Hörber .Hochoienwerke fand eine Explosion statt Die Dächer der umliegenden Bauli®- kriten wurden zerstört und die Fensterscheiben eingedrückt. Ver schiedene Maschinen sind beschädigt worden Ein Arbeüer iv verletzt In der Nähe der Ervlosionsstelle ist eine DymomW Patrone aufgefunden worden. Der Betrieb ist nicht gehört Die llntertunnelunfl des Rheins hat si® als unwahr berausgestellt Tie Nachricht des Woisssche" Bureaus entbehrt jeder Unterlage. Die .> hernstrombaM abc jagte er zu dem au örutnant, mache idi M ich,den jungen fcrnnni nicht Derb memgegebm hätte &“• .v 9J?(U1 I® sai Änlal < von l'cin* S SD«» ^mz^Lui |KÖ,/ir ick W11 ib hatte u anr enva -esre s'-h ttU.y Aschen „t ^rddeutschtan tli ber d^nz effa jefnen vcm uns an Ämn nch R smd ^' die Soldat« s" 34 Jahren ihrer n stiften nuhtanidM feie Zeit noch niä .MB sich ( B ktmalmte un.' 1 »flimbtieit achten >- bie Sefahren des 1 {jjft uns ans -Oetji 0 3 6 1 * Sä atlich, senden Wetteraussichtcn in Dessen Wolfii, met'i n offen, teilt 'Bnrfit’roft, virModi rmotl gppten- Schuellöleust hristbaum verden- yr Ofenschirme Schirmständer naher« Rwhraft un» 6cu(t)a4>en nn«nl»«U04 J^ung J 5^1* Normal-Hemdex Normal - Hosen N omaW acSzcn u«»’Ä ^<1 txALS S.-SÄ klor-Seat sch rr iloyd öremru und jtuu OcrU«Uiaenptatz In frwdbtrg: E,udw.8ttrn,KaUentr. In JSaubeim: Koch, Lauteren je ^atte er für bli»i . sümuÄoser Stil re ie österreichische Wtc da er in einem i Lloyddampfer geir* vom Schlage flßrw in unb sprach: „ötiöt nicht setzen: uickmi^ , baß in Konstaittim seien, sagte mein Str: en: aber Cholera Eilri -eifer klänge, ließen rf wüten, während itnr t driften aus dem An» Zensur, die in ilik- iese Zensur erstrebt i ich auf die Pnvaibi^ itter, ionbern mid) ? vom Roten M' chtigste Einzelheit^ der Vergangenheit, B räche. Sie bfflbertt. zu sagen, die Te. Sie beraubte w tung nicht unbebait« tur ein TckMM t deni Major BjJ esfliche Zmor We Worte des Telegre« xrmesserschn'tt W- der Text lmM" iiebetbegann # ■ ■ Ein neuer Weg zur Erhaltung der Schönheit Kleine Tagerchronll. In Pest nt 5rnm& Kossrrt h schwer erkrankt. Der Brauereibcsitzer Johann Högel aus Un^tergrtes» bad> ist unter Hinterlassung von 320 000 Mk. rchulhen nad) Amerika gtflüdrttt. Außerdem machte er Wechselfalschungen in größerem Umfang. . , Wie zufällig sestgestellt worden ist, sind in der Landhauskolonie Zühlcdorf burtb eine Einbrecherbande 52 Landhäuser, die im Winter lccntehen, vollständig ausgeraubl worden. „ An der Nähe von Innsbruck verunglückte Univeriitats- professor Pilati bei einer Rodelfahrt. Er ist seinen Verletzungen erlegen. 3n den Gebirgsgegenden Skandinaviens gab cs angeblich seit einem Menschenalter keine so gewaltigen Schneemassen wie in diesem Jahre. _ _ Los Angelos, 20. De». Die Leichen des Fliegers Kear- nch und seines Mitfahrers Lawrence iind^bei Redondo- Beach aus der See geborgen worden.^ Tie Flieger hatten am Samstag den Flug über das Meer nach San Francisco angetretcn Salsa-twü Kelch«. postüampfera von Venedig. Hemm, Maefellle vüer Üeapel Pfeide- $eiftet(ierunq. Dienstag, den 24. d. MtS., vorm. i 1 Ubr, n c den tm Hoie der Firma L. Born- gafser, dahier, Rodbeimer fttafec, zwei Pferde liung, zugkräftig und gut gebaut» mci ibtetend versteigert. I81®4 Versteigerung bestimmt. L. Altboff, Konkurüverwalt. Versteigerung Montag den 23. d. Mts., nachmittags 2 Ubr, sollen dabier Walltorltrahe 6 (Darmstädter Haus): Eine grobe Parte «viel waren und sonstige zu Weihnachtsgeschenken geeignete Gegenstände zwangsweise gegen bar versteigert werden. <8197 Versteigerung bestimmt. Gienen, am 21. Dezemb. 1912. Seipel, Gerichtsvollzieher. llässigem, sowie auch gutem, billigem Fabrikat. Wegen Erspar, der Ladenmiete rc. kann allerbilligst sein. Ebenso Mein, Stic, Wtzieilc. Einige zurückgenommene, tadellos funktionierende Maschinen wegen Platzmangels erstaunlich billig. (7791 Job. Fr. Schaaf, Wctztteiustraire 14. schlossen, daß auf den Inseln im ägäischen Me e re, wer immer auch in Zukunft ihr Besitzer »an wird, keine Flvtten- t a t i o n c n angelegt werden dürfen. Wachsende Friedensanssichten. :/: London, 21. Dez. (Priv.-Tel.) Trotz des üblen Eindrucks der abermaligen Verschleppung der Friedensverhandlungen macht sich in den englischen Regterungs- kreiscn ein wachsender Optimismus bemerkbar, was hauptsächlich auf den günstigen Verlauf der Botschafterkonferenz zurückzuführen ist. Der russische und der österreichische Botschafter haben sich durchaus friedlich ge^ äußert. Schlechte Nachrichten aus Ostasien. V: Petersburg, 21. Dez. (Privattel.) Bon den ostasiatisck)en Bahnstrecken laufen fortgesetzt beunruhigende Nachrichten ein. Nach Meldungen des Befehlshabers des Amurgebiets kommen dort fortgesetzt Unruhen vor. Die fremdländischen Handelshäuser verlangen von den Sch utz möchten dringend Verstärkungen der Schutzwachen. Letzte llncbricbteit. Ein Beschlu ß des russischen Reichsrates. Petersburg, 20. Dez. Zu der heutigen Sitzung des Reichs rats war der Ministerrat vollzählig erschienen, xic Logen waren vom Publikum überfüllt. Zlokowzow wiederholte in cinstündiger Rede die in der Tumasitzung vom 18. Dezember gegebenen Regierungserklärungen. Der Reicbsrat nahm dann ohne Erörterung mit 75 gegen 59 Stimmen folgende Uebergangsformel an, die von 64 Reichs röten vorgeschlagen war: „ ., 3 Nach Kenntnisnahme der Deklaration erkennt der Reichsrat an, daß zwecks Sicherung der Lebensinteressen und historischen Tradition des Vaterlandes |o- wic der allseitigen Wahrung seiner Ehre und Würde möglichen Angriffen gegenüber besondere Ausmerffam- feit und Sorgfalt seitens der gesetzgebenden Institutionen zu widmen und Maßregeln zu treffen sind, die auf V e r v o l l - komm nu ng und Entwickelung der Wehrkraft des Reiches und Verbesserung ihrer Organisation sowie am bie weitere moderne, allseitige und kriegstechnische Ausgestaltung von Armee und Flotte gerichtet und. 2. er Reichsrat hält es für seine Pflicht, derartige Regierungsvorlagen sowie Maßregeln, die die .Hebung des Wohlstandes der Bevölkerung und die Festigung der Ordnung, Ruhe und Gesetzlich- feit bezwecken, zu unterstützen. Die Zukunft der ägäischen Inseln. London, 21. Dez. Die Botschafter der Großmächte be- wurde, wie viele Dankschrefb. beweis., durch uns. Entlctlungs- mittcl „Marianol“ erfolgreich beseitigt. — Kein Geheim-, kein Heilmittel, lediglich ein unschädliches Entfettnntsmlttel für zwar korpul. aber gesunde Personen. Keine Änderung der Lcbensw. Paket 2.50 M. frei geg. Postanw. od. Nachn. Fabrik: Hytieulsoh. Institut „Juno“, München 45, Q*''r«ngtraße 82. Zu haben in Frankfurt: Schwanen - Apotheke. Friedberger Anlage 9. (b*/r Lebens KarM ff. Zander, Znngkn Salm im Ausschnitt Heilbutt, Lchkllßsche, Cubliuu ic. rc. Gell. Bestellungen für die »veiertaae erbitte frühzeitigst. Prompter Versand nach auswärts. 18172 J. M. Schnlhof, Marktttr. 4. Teles. 119 Boii einer Sachoerstündigen. Nachdem ich alle mit der Entwicklimg und Erhaltung der Sckwiihert des AiUlitzes zusammenhängenden Fragen seit Jahren studiert Ixibc, muß ich dein höchst enr^achen sogenanntoi „Absorbierungs-Prozeß", der von Tag zu Tag populärer wird, vollste Anerkennung zoNen. , . . wunderte von Frauen wenden diese Methode rnt üraiK ständig an. Sie Ixinbcln nach einem Grundsatz, der nach meiner Ueberzeugmig ein äußer, t gesunder ist, rroan jic vecsucheii, dic äußere, blasse, verwelkte Teintschtchit vollständig zu entfernen. Diese ist durch die Eimmrbuig der Atmvsvl)äre, durch den Gebrauch schlechter Sechen und kosmetischer Mittel hoffnungslos benmfülltet worden und mit Falten und Runzeln durchzogen. Sie erstickt die neue Schuht darunter, die nur daraus wartet, befreit ZU werden, um ihre junge Schönheit zu zeigen Um diesen Zweck zu erreichen, gebrauchen vemünmge FrEii halbstarkes (Stemmite, das in jeder Apotheke erhältlich ifl Eine Quantität von ungefähr fünfunddreißig Gramm sollte völlig genügen. Sie legen es einige Nächte in derselben Wem »me Eoldcream auf, um die häßliche und leblose äutzere Teintschicht absorbieren zu lassen. Gutes Eleminite ist durckZaus nicht unangenehm und die Resultate, die auf diesem Wege errrcht iweben sind, sind in der Tat äußerst benierkenswert. __________53 /i*- Sw”ieiS irtin ae en^ U Ständer empfiehlt in großer Auswahl K'dgltr Sorrmönn, Gießen 7^7 Giseuwarcnhaudlnna Telcvhon 105 Neustadt 11 eetexrfhntfl tote die Stadtvertoalkung toissen nichts von thtem derartigen Projekt, dos cruch technisch fatst unans- »ührbar ist, toenigsten^ zwischen Koblenz und Ehrenbreithein, dann aber auch selbst im Falle der Ausführung so erhebliche Kosten machen würde, daß nicht einmal der Staat, geschiveige denn die Stadt, eine solche Last auf sich nehmen würden. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Nachricht, bie von interessierter Seite in die Presse lanziert worden ist. — Goldene Worte des P r inzreg enten Luitpold. Man schreibt der Tägl. Rundsch.: Wenngleich die Zeitungen aus Anlaß des Ablebens des Prmzregenren Luitpold von Dahem von fernem anspruchslosen, gütigen Wesen ein ziemlich getreues Bild gezeichnet haben, so glaube ich doch, daß jeder, der auf Grund eigenen Erlebens in der Lage ist, diesem Bilde nod) emen Ebaraklerzug hinzuzufügcn, damit nicht zurür^alten soll. Dieser Auffassung gemäß sei nachstehend ein an sich zwar herzlich unbedeutendes, aber auf die Deukioeisc des Prinzregcnlen, damals nod) Prinzen Luitvold, ein Helles Licht werfendes, eigenes Erlebnis der Oefsentlichkeit nicht vorenthalten. Als blutjunger Sm- deut biente ich vom 1. Oktober 1878 bis 1879 beim 1. bayensd-en Zeldartillerie-Regiment Prin- Luitpold mein Jahr ab. Das Regiment hatte ungefähr vierundzwanzig Einjährige, von denen nur etwa die Hälfte aus Landeskindern bestand: die andere Hälfte setzte sich aus Badenern, Sadst'en und einem guten Teil Norddeutschen zusammen. Kaum mar en wir durch die eifrigen Bemühungen unseres Lehrpersonals und mit Hilfe des Interesses, das iöir an dem uns Heuen Soldateuleben nahmen, so weit gediehen, daß unser immer allein aus dem Kasernenhof exerzierendes Häuf lein einen halbwegs militärischen Eindruck gewährte, da wurde uns eines Tages verkündet, daß wir morgen dem Herrn Regiments chef vorgestellt loerden sollten. Ich hatte mir darunter nad) meinen aus Nvrddeutschland mitgebrachten etwas unklaren Begriffen ein schrecÜiches Examen vorgestellt. Aber unsere Angst verlor sich bald, als der Prinz erschien und in ruhigem, gütigem Tone jeden ein achten von uns ansprach, ihn nach Heimat, Beruf und dergleichen ftagte. Dann richtete er noch einige Worte an uns, und diese Worte sind es, die mir und wohl auch allen den anderen hingen Soldaten sich fest ins Herz prägten, so daß ich mich heute nad) 34 Jahren ihrer nod) genau erinnere. Er sprach nicht viel von unseren militärischen Leismngen, die waren schwach, wie es um bitte Zeit noch nicht anders sein konnte Aber er hatte gesehen, ,daß sich jeder die größte Mühe gab, und das genügte ihm. Wer et ermahnte uns sehr eindringlich und besorgt, daß wir auf unsere Gestmdheit achten sollten. Besonders uns Norddeutsche wies er auf die Gefahren des uns unbekannten Münckiener Klimas hin und legte uns an« Herz, stets iparmc Unterkleidung zu tragen. Dann sagte er zu dem ausbildenden Offizier wörtlich: ,,Und Sie, Herr Leutnant, mache ick) dafür verantwortlich, daß das auch geschieht, was ich den jungen Leuten jetzt anbefohlen habe, denn ich will den Borwurf nicht verdienen, daß ich einer Mutter ihren Sohn nicht nriebergegeben hätte, den sie mir anvertraut hat." R. Hch. LchreidMschliicll in Kauf oew rrnd Miete. Anrechn, der Miete b.Äauf. Vermieten a.nacb auSw. Franz Vogt & Co., tileNNen. 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