Zweites Blatt 162. Jahrgang 181 E^chetnl figll* mit Ausnahme der Sonntags. ®eg4? ig M verschafft erfrische Lraneii-Leuilleton. Einlaqen „nd^ Hoch- im eng- dem ge- die politifcbc Lagesschau. Gie neues Volksschulgeseh in Braunschweig, Abg. Erzberger für die Anschaffung neuer Luftschiffe zur Laodeöverteidigung. rcidicn werde....." Der .Herzog wird schließlich gebeten, dem Gesetz Unterschrift zu verweigern. Vollkommen^ nd Inhalt en! 'troffen! Besichtigung der versuchrselder der Landwirtschaft- Ischen 3nftituts der Universität Stehen. Kürzlich hatten sich über 200 Besucher zu der Besichtigung der Feldversuche des Lanbwirtselwttlick-en Instituts eingesundcn. Am Vormittage wurde auch das Institut selbst mit seinem Pslanz- garten, seinen Arbeitsräumen imb seinen Sammlungen den S)errett zugänglich gemacht, die schon am frühen Vormittage cintrrffen konnten. , ■ v- Untcr der Führung des Abgeordneten Fenchel-Oberhörgern war der Verein früherer Friedberger Landwirt- schastsschüler mit 120 Exkursionsteilnehment eingetrosstn, unter der Führung des Direktors Jauchen auch der Herein früherer Hof - GeiSbergcr. Ferner sanden sich die Herren der Friedberger und der Gießener >iulturinspektion ein. Außerdem beteiligten sich an der Besichtigung viele einzelne Landwitte, die sich für diesen Tag angeineldet hatten. m r Ter Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts, Professor Tr. GiseviuS, und Privatdozent Dr. Klebi unter stüvt durch die Assistenten Dr. Schmidt, Wolff, Burk und Sack nahmen die Besucher teilweise schon am Bahnhose in Empfang, von wo aus die Elektrische sie nach dem Triebviertel Her suchsfelde brachte. Sier begrüßte Prof. Gisevius alle Erschienenen nochmals herzlichst und sprach seine Freude darüber aus, daß jetzt in jeder Woche Vereine, sowie zahlreiche einzelne Landwirte, die Versuche besichtigen, daß heute sogar über 200 Herren sich zu diesem Zwecke hier eingefunden hätten. Der an der Licher Straße eingerichtete permanente Tüngungsversuch, die daneben untergebrachten Sorten-Züchtungen, die sehr gut gelungenen Gersten- und Roggen Versuche mit ihren Zahlreichen interessanten Sorten erregten großes Interesse. Am längsten aber verweilten die Besucher bei der Gießener Karlo i f e l k u l t u r st a t i o n mit über 130 Kartoffelsorten, die hier in Beobachtung und Prüfung stehen. Alles was es in den letzten Jahren an neu gezücksteten Sorten gab, finden wir hier vereinigt vor. Viele Besucher äußerlen ihr Bedauern darüber, daß man das Trieb-Versuchsfeld in allen seinen interessanten Teilen tu Weibliche Polizei. Durch den jüngst wieder ausgerollten Prozeß der Mainzer Polizeiassistenttn ist der weibliche Beamte der Polizeiverwaltung wieder ins Licht der Oefsentlichkeit gerückt worden. Bekanntlich war in Deutschland die Stuttgarter Polizcidtrektion die erste, die eine Polizeiassistentin anstellte, und ihr folgte dann bald darauf die Münchener. In Deutschland liegt die Ausgabe der Polizciassistentin nicht auf kriminellem Gebiete, sondern in enter Linie besteht sic in der sozialen und Liebesfürsorge für die weiblichen Häftlinge. Selbstverständlich ist es gerade die isttten- polizei, die für die Frau das dankbante Gebiet ist. In Ftn- l a n d ist die Tätigkeit der Frau in der Sittenpolizei schon seit langer Zeit äußerst erfolgreich gewesen, und die Ueben'chreitungen sittenpolizeilicher Anordnungen hoben dort erheblich abgenommen. Ucbrigens war es auch eine Frau, die zuerst die Lauerhöhle der New Parker Ebinesenstadt aufdeckte. Immer und immer wieder hob sie ihr Klagelied an, bis endlich der Skandal so groß mürbe, daß ihre vorgesetzte Behörde wohl oder übel sich mit dem Sklavenhandel, der hier vor sich ging, beiassen mußte. Aber an manchen Orten des Auslandes ist der Wirkungskreis der Frau im Polizeiwesen ein weit umfangreicherer. Gent war es wohl zuerst, 5o5 sich mit dem Gedanken trug, ein regelrechtes weibliches Polizeikorps zu schaffen, und Herr von Wesemacl, der damalige Genter Polizeimeister, soll geäußert haben, daß es kein lebendes Wesen gäbe, das der „Frau an Spürsinn überlegen sei". Zweifellos gibt cs eine Reihe von kriminellen Fallen, in deren Aufdeckung die Frau von Natur aus Meisterin ist. So hat das Ucbcrhand- nchmcn von L a d c n d i c b st ä h l e n die Besitzer der großen Kaufhäuser Londons schon vor Jahren dazu gebracht, ein Heer von weiblichen Detektiven zu organisieren, das so erfolgreich ans Derk ging, daß in kurzer Zeit eine merkliche Abnahme der Diebstähle zu verzeichnen war: allerdings mußte manche „Dame", die bisher unter dem Deckmantel einer ehrsamen Bürgerssrau oder gar Aristokratin in den Warenhäusern zu erscheinen v'legtc, hinter sckwedisckicii Gardinen darüber nackdenken, wie manchmal eine weibliche Detektivin die größten Unannehmlichkeiten hcrau'be- schwören kann. Dem Beispiele Londons ist man dann in vielen Großstädten, unter anderen auch in Berlin, gefolgt. Als in Chicago vor einigen Jahren zuerst das Verbot der langen, vorstehenden Hutnadeln erlassen wurde, da wurde es bald notwendig, daß werbliche Polizisten angestellt wurden. Die Manner Blutig den in dem Der Zentrumsabgeordnete Erzberger 1 bespricht „Tag" die neuesten Reden bei der Einbringung der fischen Flottcnvorlagc und meint, wir brauchten an Inhalt unseres Floltcngesctzes nichts mehr zu ändern. Dann Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^«! 12. Tel.-Adr.: AnzeigerVießen. Mährt er fort: Eine andere Frage aber ist, ob nicht aus dem Gebiete des L u s t s ch i f f w e s e n s mehr geschehen sollte, und zwar in. der Richtung: Parsevalc als Festungsstationäre, Zeppeline ol» Lustkreiizerflottc. Nach dem heutigen Stande der Tinge läßt <5 sich rechtfertigen, wenn je 2—3 Divisionen Zeppeline an der iSasscrkante, an der Ost- -und an der Wcstgrenze liegen mürben, Ium al der Erkunbungsdienst wesentlich gefördert würde. Tic losten für die Anschaffung von neuen 15—30 Zeppelinen sind nicht dergestalt, daß eine solche Notwendigkeit nicku erfüllt werden könnte. Wenn inan 1912 insgesamt 20 Millionen Mark für Unterseeboote ausgibt, sind 10 Millionen für Lust schiff e kein Luxus zu nennen. Ernsthast zu prüfen ist auch, o!> nicht alle (beschütze der Fcldartillerie zu bespannen sind, so dal: N>ir keine Batterie mit vier Geschützen mehr ausrücken lassen: die einmaligen Kosten von 6 Millionen und die fortdauernden von 2 Millionen Mark sind im Etat untcrzubringen, fofernjnan nur andere nicht so dringliche Lttisgaben beseitigt. Wenn Schweben, Belgien, Holland, Schweiz und andere ftlcinftaatcn sich vcr- Märkt rüsten und dort teilweise sogar die Sozialdemokratie für solche Gesetze stimmt, obwohl diesen Staaten kein Angriff droht, so ist cs nur ein Gebot der Selbsterhaltung für eine Groß piacht, nichts zu benannten in einem Zeitpunkte, wo ein trän Möst scher Gcneralstabsofsizier in aller Oefsentlichkeit die deutsche landungsstellc für die englische Flotte und das englische Expcdi tionskorps in interessanten Untersuchungen zu finden hofft, und wo der englische Marineminister eine Sprache redet, die jedes deutsche I SHhb verstehen kann. v Au» Hessen. Antrag Schönberger zur Aufhebung der Bezirttkaffen. rm Darmstadt, 2. Aug Die Erhebung der Staats st euer n gab dem Landtagsübgeordneten Schön b e r g e r Anlaß zur EinreickMNg eines Antrages, der folgenden Wortlaut hat: „Hohe Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, die Erhebung der Staats- steuern auf die Gemeinden zu übertragen und die dafür seither bestehenden Bezirkskaisen aufzuheben." In der ausführlichen Begründung wird hervorgehoben, daß für die nach dem staatlichen Voranschlag zu erbebende Einkommensteuer für 1912 im Betrage von 19 116600 Ml. an die BeZirkskassenämter und Uutererheb- ivaren nämlich zu furchtsam »Nb auch vielleicht zu höflich, um ben Tarnen mit ber nötigen Strenge entgegenzutreten Aber die zwanzig Amazonen, die fortan in ganz Chiacgo aus die sorgsame Befolgung des Hutnabclverbotcs zu achten hatten, schufen bald Abhilfe. Was die Frau auch auf dem Gebiete der Ge- sunbhciispolizci leisten kann, zeigt die Stadt A l a m e d a in Kalifornien. Seitdem sie ihr Gesundheitswesen einer Frau anvertraut bat, erfreut sic sich des besten hygienischen Rufes. Di- Dame hatte nämlich eine ganz eigenartige Methode, um ihre Pläne durck;usetzen. Bei der Häuserkonttolle ging sie in der Weise vor, baß jedes Haus durch Schilder mit der Aufschrift: „Schmutzig" oder dergl. bezeichnet wurde Diese Schilder blieben so lange, bis Besserung cintrat, die in ben meisten Fällen nicht lange aus sich warten ließ. Zum Schlüsse mag noch erwähnt werben, baß auch noch Siam sich einer weiblichen Polizeien ackst erfreut. Ten Amazonen ist die Bewachung des Harems im Palaste zu Bangkok anvertraut. Trotz ihrer schönen Uniform soll ihr Anblick fürchterlich sein: denn nur „mordshäßliche und schon in gereiftem Alter stehende Tarnen" werden für die Polizei- macht angeworben. j£SS* • 1 iu Gr.*' Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen BÄU stlavierfchulc- bindert °ll£rc:* kf. Frauen, die ben Kanal durchschwimmest wollen. Zwei Frauen beabsichtigen in diesem Jahre den schweren Versuch der Turchschwimmung des Aermelkanals zu wiederholen. Es wird ein Kamps Amerikas gegen England, und beide Länder . stellen hervorragende Bewerberinnen. Die amerikanische Bewerberin ist Miß Rosa Pitonoss aus Boston, ein athletisch gebautes Mädchen, das erst im Alter von 17 Jahren steht und bereits seit seinem 7. Lebensjahre sckzwimmt. Sie hat schwimmend die Strecke von 40 Kilometern zurückgelegt und wiederholt bei bedeutenden Schwimmwettbewerben gesiegt. Sie beabsichtigt Bti ihrem Versuche sich durch Schonung ihrer Kräfte verschiedener Schwimmverfahrcn abwechselnd zu bedienen: eine Brille will sie im Wasser nur im äußersten Notfälle anlegen und während der Turchschwimmung des stanals keine Nahrung yi sich nehmen. Ihr stellt England Miß L i l Y Smith, die Tochter des Oberleiters der Londoner Feuerwehr, gegenüber. Sie ist die Vorsteherin des Londoner Frauenschwimmklubs, ist dreimal weiblicher Champion über die halbe Meile geworden und konnte in Rouen beim Wettbewerb über 4' _• Meile gegen elf Männer als zweite durchs Ziel geben. 1910 und 1911 ist sie Champion der Schwimmkunst ber Ändoner City geworden, und sie bat im Jahre 1907 Fabez Wolffe bei einem seiner Versuckze, den Kanal zu durchschwimmen, 4>_-Stunde lang begleitet. Itb Vorjahre hat sie bei unruhigem Meere eine Strecke von 50 Km. in 7 Stunden durchschwommen. Sie beabsichtigt, bei ihrem Versuche im Gegensätze zu ihrer ameri- fanii'dxn Konkurrentin sich reichlich mit Fleisch, Röstbrot usw. zu ernähren. MB- üedeÄ”* ““«ä# lti< Neues ans der Welt der Frauen. Frau Chapman (Satt, die Präsidentin der internationalen Bereinigung für Frauenstimmrecht" ist soeben von einer Propaganda Weltreise zurück-gekehrt, über deren Verlauf uc autzerst befriedigt ist. Für die „freiesten" Frauen der Wett hat sie, wie sic einem Mitarbeiter des „Standard mitgetcilt bat, die ■Birma nef inne n. Seit unvordenklichen Zeiten und tu Birma I das schwache wie das starke Geschlecht gleichberechtigt. Auch nach der Heirat besitzt die Fran ausschließliches Verfügungsreck-t über ihr eigenes Vermögen, ia, es ist sogar Brauch, baß bie grau lelbff für ihren Lebensunterhalt sorgt Etwas eigentümlich berührt e» M-i, daß die Frau auch nach ihrer Heirat ihren Mädchennamen Mcilerfübrt. Welche Rolle die Birmanesm tm_ GeichaNsleben ihres Vaterlandes spielt, geht daraus hervor, dan mehr als bic bälite der geschästlichen Unternehmungen in Birma von rauen geleitet werden. Vor nunmehr 30 Jahren erhielt die Birmaneiin des Stimmrecht — und zwar sowohl das aktive wie das panive auck, für ben Stadtrat von Rangoon. Leider gibt keine Statist,t Ausschluß darüber, in welchem Umfange nun die Frau icitiencr 3.L von ihrem Rechte Gebrauch gemacht bat. Aber das steht Kit, daß weitaus die Mehrheit der Frauen tätigen Anteil an der Verwaltung von Rangoon seither nimmt. Bei den längsten Wahlen ist zum Beispiel «vrau Hla Dung,, eine ber Frauenrechtlerinnen, wenn man so sagen daN-von Birma m den itabtrat gekommen, unb ihr ist die gründliche Retorm, die wtzt auf manc^rlei Gebieten, wie z. B. dem «chulweien, ber lojialcn * Fürsorge usw. eingesetzt hat, zu verdanken. „ I Seit der Katastrophe ber Titanic ist eine ganze Reihe von Staaten dazu geschritten, für Schiffe von bestimmter Grotze Ein richtungen für drahtlose Telegraphie obligatornch zu mack>en. besonders in Amerika ist die Nachfrage nach „drahtloicn Telegraphisten" eine sehr große, und hat iich denn hier mr die .rraii ein neuer Berni eröffnet; denn teils wegeii der Mffgerm Gehalts- anforüdK, teils aber auch wegen ihrer Zut^laingkeit mbt man in mandxn Fallen dem weiblichen Gcickstechtc ber der ^ahl den Vorzug. Es mag übrigens mterciiieren, ba.B bei ben ■lunflften Prüfungen, bic das emarikanisckie Marinemimstwum alliahrlich abhält/in ber drahtlosen Telegraphie "''ne Frau, rrraulein Mabel Kelso aus Seattle Kanada-,, am. besten, abgeichmtten hat^ Kürzlich hat in Amerika ber erste Kongretz ber glichen Bankiers itattgefiinbcn, und zwar tagte er tn San Antonw m Tq;as. Dort wurde der Beschluß geatzt, nach dem ^ster des amm- k-niscken Bankierbundes auch einen solchen für weibliche Bankiers Tie role Flut in Sachsen. lieber ein riesiges Anwachsen ber Sozialdemokratie in Sachsen wird aus Dresden geschrieben: Nach dem soeben erschienenen Berichte des Landesvorstandes der sozialdemokratischen Partei im Königreich Sachsen hat diese im ab- gelaufenen Geschäftsjahre 1911 12 mit 28 741 neuen Mit- gliedern den stärtsten Zuwachs an Mitgliedern feit ihrem Bestehen zu verzeichnen gehabt. Die Ge- famtzahv der Mitglieder betrug 149 325, davon waren ■51283 männliche und 18 042 weibliche. Im Jahre 1901 '^betrug die Mitgliederzahl kaum den sechsten Teil, nämlich nur 25 581. . . Dieses ungeheure Wachstum der Sozialdemokratie wird der Regierung zu denken geben müssen. stellen, sowie an die Psandmeisterämter, der Betrag von 548000 Ml. notwendig ist Da die Gemeinden die gleiche „Steuererhebungsmaschine" vollständig getrennt notwendig haben, was wohl durch die weit zurückliegenden reckt mißlichen Lebensverhältnisse früherer Jahre seinen Grund hat, scheint eine Vereinfachung dieser Arbeitseinteilung not- ivendig und unvermeidlich. In richtiger Erkenntnis und Würdigung dieser Tatsache hat der erste deutsclio Bundesstaat, das große Königreich Preußen schon vom L Avril 1895 ab, die Gemeinden des Landes verpflichtet, die ^taats- fteuern zu erheben und ohne V e rg ü t u n g an die Staats- kaffen abzuiichren, dabei wurde die Erhebung dieser Steuern in vier Zielen angeordnet. Diese Einrichtung habe sich in Preußen vollauf bewährt und eingelebt. Der Antragsteller behauptet, daß zwei nebeneinander Herlausende M a - s chi n en nicht so billig arbeiten können, wie eine Maschine, welche nahezu dieselben Funltionen auszuführen hat. Er rechnet für die Clesamtsteuererhebung eine Arbeitsvermin- derunq von mindestens zwei Tritteilen heraus. Durch d'.c Beschränkung der Bezirkskassestellen werde nichts erspart, da hierdurch die Untererhebestellen vermehrt iverden mußten. Auch durch die günz'iche Aushebung des E r b s ch a f t s- ft eueramtes, durch Die Uebertragung dieser Funttio- nen an die bestehenden Finanzämter, sowie durch Ersparnis von Arbeitszeit und Fo r mulard ru ck ko st en bei den Finanzämtern iönne billiger gearbeitet werden. Die Erbschaftssteuern füllen auf dem gleichen Wege wie die Landessteuern erhoben werden. Der Antragsteller hofft zum Schlüsse, dciß bei reck/tzeitigem, kräftigem unb allseitigem Vorgehen bic Regierung sehr wohl in der Lage fei, die Reform sofort nach Schluß des gegenwärtigen Landtages in Kraft treten zu lassen. ________________________________ tof sich in der Vorbereitung befindet, entzieht das ^olkSfchu lwesen der Aufsicht des Konfisto- ilums, ntm 'cs derjenigen des Ministeriums zu unter- sellen. Um diese durchau zeitgemäße Neuerung zu ver- tnnbern, haben orthodoxe Geistliche eine Bittschrift an den Herzog-Regenten in Umlauf gesetzt, worin es heißt: „Diejenige:^ auf deren Treue in ben erregten Zeiten bic tbrigfeit unbedingt bauen barf, weil sic verankert ist in ber an l^tteS Wort gc‘. laibcnen Frömmigkeit, legen mit Recht ben höchsten Wert barauf. bas, ber Unterricht ihrer Stinber getragen sei von Ix Erkennt:.i., ic Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang «trabe bicie würben in ber Entziehung bes Bolksschulwcfcns cuS ber Aussicht ber Miabenbeborbe ben Tatbcweis bafür erblicken, haft in bat Augen ber Obrigkeit nicht mehr die Erziehung zur Gottesfurcht unb christlichen Frömmigkeit unter ben Aufgaben t x Volkssckmlc in erster Lime stehe ' . . . „Wir sinb über- KUflt, baf; bic geplante Maßregel zum Schaben ber erziehlichen Vedcutung ber Schule unb zum Schaden des Volkslebens Das amtliche Gesterreich-Unyarn unb bie albanische Lryebung. Das Wiener „Fremdenblatt" begrüßt in einem bemerkenswerten Artikel die gänzliche Abkehr der Türken von der bisher gegenüber den Albanesen geübten Methode und führt aus, es zeiga sich, daß sich in der Türkei endlich jene Auffassung durchsetze, die von österreichisch-ungarischer Seite schon sehr lange Zeit vertreten werbe, daß nämlich eine Politik der bloßen Repression gegenüber den Albanesen nicht nur erfolglos, sondern schädlich sei. Charakteristisch für die Wendung sei es, daß gerade die türkische Avmee, der man den lautersten Patriotismus nicht absprechen iönne, zu der von Lester- reick>Ungarn immer vertretenen Politik gegenüber den Albanesen komme. Die mehrfache Aufstandsbewegung gab der österreichisch^ungarischen Diplomatie wiederholt Anlaß zu eindringlichen Mahnungen und dem Ausdruck des Wunsches nach Rübe iu der europäischen Türkei. Tie Rücksicht auf die möglichen internationalen Folgewirkungen einer kritischen Entwicklung der albanesischen Frage berechtigte, ja verpflichtete Oesterreich-Ungarn, in aufrichtiger Freundschaft seine Meinung zu äußern. Seine Diplomatie vertrat immer die Aussassung, daß nicht Represjion, sondern Reformen in Albanien notwendig seien, die ebenso sehr der nationalen beweisen, baß sie ihre Flugschriften in zehn Sprachen hinausscnbcn. Sic erscheinen in: Englisch, Teutich, fvran$n|iid), Polnisch, Norwegisch, Schwebiscki, Spamsch, Portugiesisch, Italienisch unb in Iibbisch, sobaß wohl jcbe Frau in WlScomm über bic Fraucnsrage auf bem Laufenden ist. i«s Leben zu rufen. . __ ,.y . . Mit welchem Eifer die Mste zur Anzeige bringen und sie mit Gewalt aus der Wirtschaft bringen. Als die Beschwerde des Han; gegen die Polizeiverordnung vom Kreisamt abgewiesen worden war, richtete er mehrere (schreiben an die Bürgermeisterei und den Bet- geordneten Bernte worin er bei Nichterfüllung leine« Geium>? mit einer „RadikalkuiT" drohte. In den Briefen, die von» LI= tober 1910 und März 1911 datiert find, machte sich p. auch oer Beleidigung des Beigeordneten Berndt schuldig, auch beleibtgte er den Beigeordneten bei dem früheren Polizcikommiiiaraspiranten Bruder und dem Provinzialsekretär Schütz. In den Brieten be- hauplet H., dass in anderen Wirtschaften mit weiblicher Bedienung, in denen höhere Beamten und besseres Publikum verkehre, eine Beaufsichtigung nicht stattfände, obwohl es dort nickt, einwandfrei hergeh»' Bei dem Zeugen Sckstitz beantragte Hanz die Ladung des Beigeordneten Berndt, wobei er erklärte, er wolle ihn in der Sitzung des Provinzialausschusfes ohrfeigen. In Gegenwart des Polizeikemmissaraspiranten Bruder beleidigte er den Beigeordneten Berndt in der schwersten Weise. Als darauf gegen Heinz, der noch eine Strafe von 3 Monaten Gefängnis zu verdutzen hatte, das Strafverfahren eingeleitel wurde, ging er mit Hinterlemung vieler Schulden flüchtig. Tie Schweiz mutzte er alsbald verlassen, er begab sich nach Holland, er scheint aber dort nicht sein Glück gefunden z»l haben, denn er wurde anfangs dieses -öabred an der Grenze auf deutschem Boden bei einem Einbruchsdiebstahl mit mehreren anderen Burschen verhaftet. Er wurde hierher in Untersuchungshaft gebracht, seine Anträge auf Zuweisung eines Verteidigers und Untersuchung feines Geisteszustandes wurden abgelehnt. In der heutigen Verhandlung spielte er den „Stummen", er fand erst feine Sprache wieder, als das Gericht fick zur Beratung zurückzog und da war es zu spät. Beigeordneter Berndt erklärte, er sei damals von Hein; so bedroht worden, das; er sich nicht mehr getraut habe, ohne scharfgeladenen Revolver auszugehen. Heinz habe ihm öfters aufgelauert. Heinz fei nicht anders behandelt worden, als die anderen Wirte mit Tarnen- bebtenung. Tie Wirtschaft des H. habe zu den gemeinsten Lokalen gezählt. Heiirz wurde zu 7 Monaten Gefängnis und 14 Tagen Haft, feine Frau zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt. vermischtes. * Ter Sohn eines französischen Millionärs vor dem Untersuchungsrichter. Ter Sohn des verstorbenen französischeil Multimillionärs Julius Wernher, Sir Terricf Beruhe r, wurde vom Pariser Untersuchungsrichter verantwortlich vernommen, weil er einen Wechsel von l,2 Million Franks, den er als Zahlung für antike Möbel, Kunstwerke und Bilder an zwei Pariser Händler gegeben batte, nicht einlöste. Er erklärte, er habe auf Vera nlasfungeineseheinaligen deutschen Offiziers namens Hugo Hans von Grundherr für eine Million Möbel und Kunstwerke in Paris gekauft, um sie durch Grundherrs Vermittlung in T ent schlau d mit großem Gewinn zu veräußern. Ten Kaufpreis habe er mit zwei Schecks von je 500 000 Franks beglichen. Grundherr, der früher Hauptmann in der bayerischen Armee gewesen fein soll, habe die Kunstwerke und Möbel für 30 000 Mark verschleudert und den Erlös eingesteckt und sei nach England geflüchtet, v. Grundherr ist in der Tat auf Ersuchen französischer Gerichte in England verhaftet worden und wird demnächst nach Frankreich ausgeliefert werden. Derrick Wernher wurde auf freiem Fuß belassen. • Neble Folgen eines schlechten Scherzes. Einen derben Spaß, den ev aber sehr teuer hat bezahlen müssen, hat sich in dem bei Lille gelegenen Städtchen Wattrelos ein Tischler namens Delmotte geleistet, der an eine Schneiderin verheiratet ist. Delmotte hatte, während feine Frau ausgegangen ivar, m der seiner Wohnung gegenüber liegenden Kneipe Foucart in luftiger Gesellschaft gut zu Mittag gegessen. Er lud nun die Wirtin ein, bei ihm eine Tasse Kaffee zu nehmen, was Frau Foucart annahm. Jedenfalls hat Delmotte ein betäubendes Mittel dem Kaffee deigemifcht, denn eine Stunde später erwachte die Wirtin aus einen» schweren Schlafe. Sie befand sich entkleidet und gefesselt im Bette des Tischlers und »uat vom Kopf dis zu den Füßen mit einer dicken Schicht glänzender Wichse bedeckt. Die Frau hatte kaum ihre Lage begriffen, als die Tür sich öffnete und ein Jndividium erschien, das ihr sagte: .Ich bin der Polizeiinspektor; auf Antrag Ihres Mannes stelle ich hiermit Ehebruch fest. Im Namen des Gesetzes folgen Sie mir" In bieiem Zustande zur Polizei! Die vor Angst zitternde Frau konnte nur ihr £)cmb auziehen und mußte so dem angeblichen Polizeimspektor auf die Straße folgen. Hier bildete sich natürlich so'ort ein Austenn und es dauerte einige Zeit, bis die entrüsteten Passanten dem Skandal ein Ende machten. Das Gerücht dieses Vorganges kam sehr bald zu Obren der Frau des Tischlers. Sie eilte nach Hause, (ab dort die Kleider ihrer Nachbarin und begriff die Untreue ihres Mannes. Ein heftiger Zank brach zwischen den Eheleuten aus. Delmotte ging dann zu Frau Foucard, die aber inzwischen zur Polizei gegangen war, um Klage einzureichen. Die Fraii des Tischlers war unterdessen nach fXoubaig gegangen, hatte dort einen Ring versetzt und einen Revolver gekauft. Als Delmotte nach Hause kam, vertrat ihm plötzlich seine Frau den Weg; ohne ein Wort zu sagen, schoß sic auf ihren Mann. Der Tischler brach lautlos zusammei,. Er bat eine Kugel in den Kopf erhalten und liegt im Sterben. Der Feldwächter von WattreloS, der her- beigeeilt war, um Delmotte zu holen, mußte nun dessen aus Eifersucht zur Mörderin geivorbene Frau verhaften. Kirchliche Vereinigung zur Bekämpfung der rilkoholelendr. Mitgliederversammlungen am 9. und am 23. August, abenb# 874 Uhr, Wetzsleinftraße 38. der kurzen Zeit eines Desichtigungstages nidjt genau un einzelnen studieren könnte. , Die Besichtigung erstreckte sich dann aut das an der Wtetecker Straße belegene zweite Waldbrunnen-i Versuchsfelds Hier »nter- enterte die Besucher zunächst die Sckeuer mit der re 1 chv 0r - r i cht ung, zu deren Bedienung ein zwe»pterdiger Benzinmotor bient. Auch wurden manche neue Konstruktlonen von Bodenbearbeitungsgeräten in Augenfchein genommen, die Hackmaschine von Tröster-Butzbach, die nnt Bodenmeißeln armiert werden kann, und die auf dem Versuchsfelds recht gute Dienste leistete, ferner der Feder za hnkultioator von -^toll zorgau mit automatischer Schnittwinkeleinstellung und so manche andere. Auf dem Felde erregte dann — abgesehen von einem zweiten permanenten Düngungsversuch — ein Versuch mit G r und ü n - gungspflanzen «mehreren Wicken- und Erbieniorten' lebhaftes Interesse, Versuche mit Wasserrüben, Kohlrüben, Mohren und Zuckerrüben, ferner der sehr umfangreiche Anbauversuch mit Sommerweizen- und mit Hafers orten, bei benen zum Teil auch schon Züchtungen eingestellt sind, die noch gar nicht in den Handel gebracht wurden, und die hier vorher noch einer Vorprüfung unterzogen werden Ein sehr umfassender Vernich mit zahlreichen Gräsern verschiedener Provenienz befindet sich insofern erst in der Vorbereitung, als er noch mit dünn gesätem Hafer als Uebersrucht bestellt ist Tie Gräsersorten werden ent nach Abemtung der Uebersrucht sichtbar sein und erst tm folgenden Jahre 1913 zur vollen Entwickelung gelangen. Einen sehr schönen Stand zeigt die Jndnstriekartosfel auf dem Waldbrunnenfelde. Mit ihr sind die Flächen bestellt, die noch unter Verunkrautung leiden, und die aus diesem Grunde in diesem Jahre noch nicht zu exakten Versuchen verwendet werden konntew Tie 50 Morgen große Fläche des Waldbrunnenfeldes ist durch das Institut erst in diesem Jahre neu übernommen und mutz daher teilweise erst so unkrantsrei und gut dirrchgearbeitet her- gestellt werden, wie das mit dem Lahntalversuchsseide und mit dem Triebversuchsfelde bereits geschehen ist. Im nächsten Jahre kann hosi'entlich die ganze Fläche des Waldbrunnenfeldes bereits zu exakten Versuchen herangezogen werden. Es ist das wünschenswert, weil immer neue Fragen auftauchen, deren Klarstellung durch solche Versuche erreicht werden kann. Mit Benutzung der Elektrischen begaben sich bann die Herren nach dein L a h n t a 1 v e r f u ch s s e l d e, welches Herr Gg. Bichler in Gießen seit 1904 in entgegenkommender Weise dem Institut zur Verfügung stellte. 1910 und 1911 hat der schwere und nährstoffreiche Boden desselben zwei starke Gaben von gebranntem .Half bekommen (je 15 Zentner auf 1'» Hektar). Er ist infolgedessen in vorzügliche physikalische Verfassung gekommen und läßt sich jetzt sehr gut bearbeiten. Hier ist ein Anbauversuch mit 2 9 Wint et* weizensorten untergebracht, der ein sehr interessantes Bild von den ganz verschiedenen Formen gibt, welche die Weizenpflanze annehmen kann. Langhalmige und furshalmige, begrannte und unbegrannte, langäljrigc und Sauare head-Weizen wechseln dort miteinander ab. Neben Phofplwrsäiire und Kali hatte das Feld pro Morgen nur Vs Zentner schwefelsaures Ammoniak erhalten. Ter auf 22 Zentimeter gedrillte Weizen hat sich brillant entwickelt, wurde aber kürzlich durch einen schweren, mit Regen verbundenen Gewittersturm teilweise zum Lagern gebracht. Jnter- esiant ist es nun, die Lagersestigkeit der verschiedenen Weizensorten in diesem Jahre hier beobachten zu können In dieser Beziehung ist der Weizenversuch in .diesem Jahre sehr lehrreich. Trotz der großen Hitze des Besichtigungstages ließen sich noch weit über hundert Teilnehmer der Exkursion durch die.sehr schön stehenden Felder des .Herrn Bichler nach der Hardt-Terrasse führen, um hier noch den schönen Blick über das fruchtbare Lahntal hinweg nach der Stadt Gießen zu genießen und sich vor der Heimreise für dieselbe noch leiblich zu stärken. Auch Professor Gisevius und seine Assistenten hatten sich hier noch eingefunden, um sich bann von den Exkursionsteilnehmern zu verabschieden. Nach einem herzlielfen „Auf Wiedersehen" ging es dann zum Bahnhofe Vüchertisch. — Die neueste Nr. der Leipziger Illustrierte Zeitung (Verlag von I. I. Weber, Leipzig enthält u. a einen illustrierten Aufsatz über die neue deutsche Polarexpedition einen Artikel über internationales Wechselrecht mit Abbildungen von den Teilnehmer»» an der Internationalen Wechsel rechts Ztonserenz im Haag, einen reichillustrierten Beitrag über den Thronwechsel in 'Japan, eine Würdigung Ferdinand Kellers anläßlich seines 70. Geburtstages mit Wiedergabe zahlreicher Ge- mälbe von ihm. Ferner sind ni verzeichnen die illustrierten Beiträge „Aus der Musikhistorischen Ausstellung der Wiener Hofbibliothek", „In den Kautschuldtstrikten am oberen Amazonen- ström" und „Das Staiferliche Gestüt Lipizza". Weiter kommen hinzu aktuelle Beiträge und Abbildungen sowie der belletristische Teil. — Volkswirtschaftlich-Statistisches Taschenbuch. Be- arbeitet von Dr. Hugo Bonikowsky. 3. Jahrgang. Verlag von Gebrüder Böhm in Kattowitz O.«S. Mit den» vorliegenden, atim Donnerstag, , 8 (ßcriditsfaal. Steuerhinterziehung durch den Gerichtsvollzieher. rb. Darmstadt, 2. Aug Eine interessante Anklage wegen Steuerhinterziehung durch den Gerichtsvoll sicher beschäftigte am vorigen Dienstag und heute das hiesige Schöffengericht. Der Gerichtsvollzieher Wedel hatte infolge der bekannten Steuerdefraudation des Zigarrenhändlers Jacob sohn im Auftrag einer Berliner Firma ein Zigarettenlager von etwa 300 000 Stück gepfändet, die in Kisten verpackte Ware per siegelt und einem Spediteur in Verwahrung gegeben, gleichzeitig auch der Steuerbehörde zur eventuellen weiteren Veranlassung Mitteilung davon gemacht. Der dann von dieser ergangenen Aufforderung, die Waren an den Herstellungsort zurückzuschaffen oder sie der Zollniederlage in Gewahrsam zu geben, kam der Gerichtsvollzieher nicht nach, und die Steuerbehörde erließ daher gegen ihn Strafbescheid und ordnete die Einziehung der Waren an. In der Gerichtsverhandlung machte nun der Amtsanwalt geltend, daß der Gerichtsvollzieher sich der Ordnungswidrigkeit gegen die Artikel 17 und 20 des Zigarettensteuergesetzes schuldig gemacht habe, indem er die Waren in den „Jnlandverkehri' brachte. Er beantragte Bestrafung des Gerichtsvollziehers und Aufrechterhaltung der Einbeziehung der Ware Der Gerichtsvollzieher sei zwar Beamter, aber er handelt nur im Auftrag eines Privatmannes, und was diesem verboten sei, könne auch seinem Vctreter, also dem Gerichtsvollzieher, nicht gestattet fein. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Strauß, führte dagegen aus, daß der Gerichtsvollzieher an die Bestimmungen der Zivilprozeßordnung und an seine Dienstinstruktionen gebunden sei und ferner im Interesse seines Auftraggebers zu handeln habe, dem er nach S 808 der Zivilprozeßordnung verantwortlich und haftbar sei. Wenn er die beschlagnahmte Ware nach der Zollniederlage gci’chafft hätte, so würde er sich des Besitzrechtes darüber begeben haben. Ter Gerichtsvollzieher habe nicht das steuersiskasischc Interesse wahrzunchinen Er habe der Steuerbehörde vorschriftsmäßig Anzeige gemacht, und es wäre deren Sache gewesen, sich durch Anlegung eines Mitverschlnsses oder dergl. Air sichern. Der Amtsanwalt habe selber nicht den Tatbestand einer Steuerdefraudation aufrecht erhalten. Es liege aber auch keine Ordnungswidrigkeit gegen die Art 17 und 20 des Zigarettensteuergesetzes vor, denn eine Zwangsvollstreckung sei kein „In- tandverkehr", kein Handel ober Geschäftsverkehr im Sinne dieser Bestimmungen. Das Gericht schloß sich nach eingehender Beratung beit Ausführungen des Verteidigers an und erkannte auf vollständige Freisprech un g, weil keine Ordnungswidrigkeit vorliege und durch die Unterbringung in Gewahrsam des Gerichtsvollziehers die Ware nicht in den Jnlandverkehr gebracht worden fei. Auch die int Strafbescheid der Steuerbehörde ausgesprochene Einbeziehung der Ware mürbe vom Gericht aufgehoben. Beleidigung des Beig. Berndt. d. Ma i n z , 2. Aug. Heute hatte fick der vorbestrafte 33jähr. frühere Wirt Hch. Hein; aus Rüdesheim, wohnhaft zuletzt hier, wegen Beleidigung und Nötigungsverfuck gegenüber dem Bet- Gemeindehaus, Kirchftr. 9; An jedem Dienstag, abends 8'/, llhr: Bibelftunde, Wctzsteinstr. 8s Turnstunde, Turnhalle bet katholische Gemeinde, (bottesbtenlt. äct mS t a g, den 3. Angnst: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 4. 21 »t g., 10. Sonntag nach Pfingste «: Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 llhr: Die erste hl. Meffe. w um 8 llhr : Austeilung der bl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr Heil. Meffe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf "Andacht. Sonntag abend um 8'/, Uhr »ft Verfainmlnng der Gemeinde mit Vortrag eines auswärtigen Redners. Sonntag, den 11. August vormittags wird ein polnischer Priester '-Beicht hören. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 2. Aug. Ein Notschrei au3 den Gärten am alten Wißmarer Weg. Mit der Zeit der Obstreife sind nun auch wieder die Räa. bereien in unseren Garten eingekehrt und diese- Jahr noch in größerem Umfange als in den vergangenen, so daß mir Gartenbesitzer vollständig machtlos gegen diese Plage find. Nicht allein, daß das Tiebesgesindel die Ernte vernichtet, roerben auch die Garteneinfriedigungen stark befebäbigt. Ern Jammer ist es, wenn man in feinen Starten kommt und unter den Bäumen »ff alles vernichtet, welches einem Arbeit und Sckuveitz gekostet hat. Will denn die Stadtverwaltung nicht für ausreickrenven Schug unserer Gärten sorgen; könnte des Nachts nickst des öfteren eine Schutzmannpatrouille einmal die Gartenwege abftrriicn, barmt einem nicht die Ernte vollständig vernichtet wird und dem Tiebrt- gcfinbcl endlich Einhalt geboten wird. Wir sind ja ganz germ bereit, uns der Patrouille anzuschließen. Hoffentlich tragen diese Zeilen zur baldigen Abstellung bet Tl.l'- hl Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 4. 91 u g 1» ft, 9. nach Trinit atil: Gottcsöienft. 3n öer SMMIirdfe. Vormittags 8 Uhr: Pfarrafsistent Schor le,nm er. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus» gemeinde. Vormittags 9^ llhr: Pfarrer D. Schloff er. Vormittags LI Uhr: Kinderkirche für die MatthauSgemeinbe. Pfarrer D. Schlosser. In der 3obannesfird}c. Vormittags 8 Uhr: Piarrer Bechtolsheim er. Zugleich Christenlehre für die Nenkonsirmierten auS der Lukas» gemeinöe. Vormittags v'/, Uhr: Pfarrer Adolph. 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Louis Lotz, Rentner, 70 Jahre il' Bahnhosstraste 22. — Dans Berlinghofs, Konditor, 22 Jahre Ii, Frank'urter Straszc 1. — 28. Heinrich Peter Mtrch, Student itr' Theologie, 21 Jahre alt, Stephanstrastc 38. — 30. Ludwig äiitcdo, Zigarrcnmachcrmeistcr, 68 Jahre all, Wolkengasse 7. — iinuft 1 Anna Elise Marie Seibert, geb Hublitz, 31 Jahre alt Ebelstraste 7. — Elisabeth Ncnnsticl, 63 Jahre alt, Plost- knaüe 7 — Georg Löffler, Postschaffner, 54 Jahre all, Graben- naiic 10. ‘.‘•S5S in,i& Schiitzcngarten Wctzlar.l*?^s **•' - W ™ ?te Internationale Pcnnion .^aterna“ d'rckt am Wald. '2tui Wunsch vegetarische und bmtettichc Roit. Pension v. Mk.:i.k»O an. |S*„| 9läbcresträmcr. SUuf- !nn in Rünc^shMt^n inUSlargarete Kran in Ldenhauien — enn tn «fiitcra»!uicn, f mit Melanie Agnes Gcrtrudc "?rruuini Br - 20 Heinrich Samm, Poft- Srfin eufrn imr bet he -ckwtt in Cbfr-Cbnten. - 30 ^nrick Schaub Äbcemer in Giesen, mit Maria. 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Sie verabredeten also, daß beide Mädchen um die Wette waschen sollten; die Siegerin wollte Hans dann zum Altar führenI — Sogleich machten sich die Mädchen hurtig ans D Werk. Während Gustel die Wäsche in gewohnter Weise mit Bürste und Waschbrett gründlich bearbeitete, schüttete Gretel aus einer Schachtel etwas weißes Pulver in ihren mit Wasser gefüllten Kessel, tat die Wäsche hinein und ließ sie kochen. Schon nach etwa '/< Stunde nahm Gretel die Wäsche wieder heraus und mit nicht geringem Schreck bemerkte Gustel, daß jedes Stück ihrer Mitbewerberin schneeweiß und herrlich gebleicht erschien, während sie selbst noch nicht zur Hälfte fertig gewaschen hatte. Da gab sie die Wette verloren I Gretel aber sprach: „Sieh’ her und merke Dir Fin rnndornes Märchpn 2-iubermittel, das mich gewinnen ließ, tin raoaernes marenen. Dabei reichte sie ihr die Schachtel, deren Hans war der schmuckste Gesell im Städt- Inhalt sic vorher in den Kessel entleert hatte. chen. Kein Wunder, daß ihn die Mädchen und Gustel las darauf: MbcH-MM eigene Fabrikation.nut Holzverschlufi u-Shwten, in allen Farben, in jed. Vnnpe geschnitten, von l,506id2in fertig. Länge, & 5 u. 4 mm stark, liefert v.Millc DonSRL 12.60 an. Auch bringe idi meine »fu-zcilf.M-zrik lind SM-Llriikc in empfehl. Erinnerung. W. Nebhuth, Seilerei tNobbcimtr8trokc38. :lit.181 E^iüüic iPj t bev y (■L/jiie iitfl Idingen könn' Eli. ir\9lb Ebf-juubber j-aufbie^l Knbogen hat, Ustrrttn Logen Ki Ml nur bii in bic -i jgganbei’ wer Jfcftn. 3ic brec! ^Mlscste au» Ertüuüt zu sc Sjgeanberung b £b tüchtig gcsu vi bic Zeil nac! | gi? nur bas MlSgerückt. 2 in beu igije und dem - ?ie wichtigste - ■ ' . ic ist es, i M zu beloh »Wkst-lcute der Wcn bort viel Miben, der a1 Mzusomenv bitt und eine (Witcr verla j:t ün Äebzehl c:f |id) genomm rnd es fertig g« Lern hcrbeizus Ei was noch r Erliche Brude: । jSditcn versah, ti Brot, das e fl. Er tviirzt rb gütigen, fd bW, daß er de tmtamoten, b herben. Ans i a (Hafte des F ; reiche Jünglin spräche geehrt, ar seltensten i! li-he Art, das ' Aber nicht irgend sollen r.hinte befgijd Örtern besunc Kbt'rn der flä; Brüssel ent M>ste Freude mert, ein Fu ^nen versehen M, Süden mit «tielpaläste, di Metan. Ring« kld: gebaut, in gemacht pfei w nicht aufhö 9 zum öetreil fflQt wird die ^.allealmi diese Orte W’ngc dorth B? dröhnen, d E5laIr zehnmal "Mnten des c>i ^ol herumge- gflnten, verges g» auszukos ‘üs öismarcfi ??u schreib Ma» c dorb Än?bfS ^6 . H an der Persil \ das selbsttätige Wasch IDittel Wegen bevorstehender Geschäftsver- A legung nach KclterNwes 61 bietet sich für A Jedermann Gelegenheit r mziigliclie MiiIiwm r zu billigsten Preisen za bekommen. Auf 5237 ♦ braune Herren-, Damen- n. Kinder-Slieiel f t 15-20% Rabatt. Z ▼ Aeltere Artikel zu jedem annehmbaren Preise. V Inventur TlusücrKaufs vom 2. bis 15. 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Denn erstens beeinträchtigen derartige überflüssige Zusätze nur die sonst hervorragende Wirkung von Persil, und zweitens liegt in deren Fortfall auch eine nicht unerhebliche Ersparnis. — Man denke stets daran, daß Persil sowohl selbsttätig, als auch gründlich und billig wäscht und, was die Hauptsache ist, die Wäsche schont, erhält und vollständig desinfiziert. Aber nicht nur einmal versuchen, sondern dauernd gebrauchen! Erst dann merken Sie den Erfolg ganz und auch Sie werden Persil preisen als den Glückspender im Haushalt, der das Waschen nicht mehr als Last empfinden läßt, sondern cs zum Vergnügen macht! ■------------ Erhältlich nur in OrigiMl-Pakeltn. niemeli Ion ______________* HENKEL & CO.. DÜSSELDORF AII«u>ic« Fabrikanten auch der allbalubten Präzisions-Motoren für alle Betriebe und alle Brennstoffe l,okomobilcn Lokomotiven Leute Auszeichnungen: Brüssel 191": Grand Prix Budap'-.t 1011 Grosse goldene Siaatsrnedalllc Gasmolorenfahrik A. G., Cöln-Ehrenield (vormal* C. Schmitz). Ridft alltArauen Faufen so praFrifd), wie fie glauben. Es ist durchaus tiichr einerlei, ob sie den bewahrten „Franck" verwenden, oder sich einen beliebigen andern Raffer-Zusatz aufreden lassen. Hur der »"Rechte Franck" ist infolge seiner unerreichten Ausgiebigkeit der wahre Freund der sparsamen Hausfrau. I