Ur. 259 viertes Blatt 162. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Gießener ZamtlienblStter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhelfen Samstag, 2. November 19(2 Rotationsdruck und Verlag der Brnbl'schen Unioersitäts • Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gienen. Redaktioii, Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Erveduion und Verlag: 51. Redaktion:SMKl 12. Lel.-Adr.:'AnzcigerGießen. Späte Ehen. Aus bet neuesten bentfc^di Eheschließungs-Statistik cr- sehert wir, baß im Jahre 19 10 nicht weniger als 1010 Damcirlich verheirateten^ welche das c r - surchtsvolle Alter von 60 Jahren bereits überschritten 1)01 tcn. 622 davon waren so verbältuis- mäßig gescheit, sich mit ungefähr gleichaltrigen Männern zu vermählen. 316 aber griffen sclwn nach Männern im Alter von 40 bis 60 Jahren, 22 sogar nach solchen im Alter von 30 bis 40 Jahren: 6 wählten sich junge Männer, die erst 25 bis Lenze gezählt hatten, und . dieser ehrwürdigen Malt, en legten sich sogar bartlose Jünglinge im Alter von 25 bis zu 20 Jahren herab zu. — Leider ist die Männerwelt aber auch nicht gescheiter gewesen Von Männern heirateten in dem genannten Jahre sogar .3958, d i e das 60. Jahrübersch ritten hatten. Und nicht ivenigc von ihnen wollten Weibchen haben, die wenigstens noch einmal so jung waren flls sie. Da waren 151, die Frauen oder Jungfrauen ijn Alter von 25 bis 30 Jahren griffen; 68 wagten sich sogar an Weiblicbk'iten 0011*20 bis 25 Jahren heran, aber 11 alte Graubärte nahmen sich Weibchen unter 20 Jahren, und einer davon erkürte sich ein junges Ding von sage und schreibe noch nicht 17 Jahren. — Allerdings muß man zugeben, daß, wenn auch in sehr seltenen Ausnahmefällcn, doch recht späte Ehen a u s wirtlich tiefgründigen Staats- oder Dynastierücksichtcn verteidigt werden können. Daß der Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg sich mit Eleonore von Preußen, der jüngeren Schwester der Frau seines Sohnes, Anna von Preußen, vermählte, das war sicher eine Tat; denn Anna war die älteste, zunächst einzige, Tochter des Herzogs Albrecht Friedrich von Preußen und durch ihre Mutter, Marie Eleonore, Nichte und 'Erbin des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich. Durch das spätere Erscheinen der jüngeren Tochter des Herzogs Albrecht von Preußen, Eleonore, und dnrch eine etwaige anderweitige Vermählung derselben hätte die ganze gelvattige jülichsche und preußische Erbschaft in Frage gestanden, eine Erbschaft, durch die „Brandenburg" erst recht „Preußen" wurde. Also, da mußte der alte Joachim Friedrich noch einmal vor den Traualtar. Und da seine Ehe, wie wohl auch beabsichtigt war, kinderlos blieb, erbte se.n Sohn Johann Siegmund das Ganze, und — alles war in Ordnung. Solche Fälle sind aber geradezu so außerordentliche Ausnahmcfälle, daß man sie füglich unberücksichtigt lassen kann. Im ganzen muß man wohl sagen: cs ist nichts erfreuliches, daß in eine m Jahre in Deutschland ungefähr 5000 Ehen geschlossen werden, bei denen einer der Kontrahenten das 60. Jahr bereits überschritten hat. Wenn es ITug und weise war, für die Eheschließung eine untere Grenze zu setzen, so wäre es doch wohl vom medizinischen, vom psychologischen wie vom physiologischen, ja auch vom rasscnhygienischen Standpunkte av durchaus nur zu verteidigen, wenn man auch sür die Eh sch i ßnng eine obere Grenze festsetzen würde. Mo aftr. Auf dem westlichen Schauplatz des Valkankrieges drängt fetzt alles auf einen Punkt zusammen, auf dem das tnr kische Heer sich entweder zu einem Vcrzweiflungskampf aufrafsen oder sich den VcrsolgungAkolonnen der Serben, Vulgaren und Griechen ergeben muß. Dieser Ort der Ent scheidung ist Monastir, der Mittelpunkt und Stapelplatz der großen Pelagonischen Ebene, der westlichen Hochfläche Mazedoniens, die sich von Florina bis nach Prilip ausdehnt und mit ihren zahlreichen Flußläufen zu den fruchtbarsten Gefilden des Kontinents gehört. Der Reichtum dieser Ebene war schon im Altertum berühmt; damals erhob sich an der Stätte des heutigen Monastir, das die Griechen Bitolia nennen, eine Stadt, die aus einen uralten Ursprung zurückführte und nach Herakles den Na men Hera klein trug. Schon dieser Ort erhielt seine ungewöhnliche Bedeutung durch seine Lage, die auch jetzt wieder Monastir zu einem strategisch so wichtigen Punkt macht. Wie eine hohe Wand, fast tälerlos, steigt im Westen der stattliche Höhenzug der S u s ch a -B o r a empor; gleichmäßig läuft der nialerisch gezackte, von eisigen Firnen schimmernde Kamm oahin, bis er an dem plötzlich sich aus- reckendcn blendweißen Zuckerhut des Peristeri (2400 Meter) sein jähes Ende findet. Die Einsattelung, die das Gebirge hier bildet und der Monastir wie eine seste Wehr vorgelagert ist, bietet den einzigen bequemen Ucbergang im ganzen Gebiet der Ebene von den albanisch-epirotischen Landschaften nach Mazedonien und ist zu allen Zeiten Mittelpunkt der Verkehrswege gewesen. Schon die alte Via Eguatia, jene große, zu Beginn römischer Herrschaft ent standene Heeresstraße, die Dyrracheion, das heutige Du- razza am Adriatischcn Meere, quer durch Epirus und Mazedonien mit Thessalonika und weiterhin dnrch das un wirtliche Thralien mit Byzanz verband, nahm ihre Rich- tung über Herakleia, und auch jetzt noch folgen die großen Straßen diesem Ueberlandweg, so vor allem die norowest- mazedonische Eisenbahn. Angeschmiegt an die Vorberge der mazedonischen Hoch landschaftcn, bot so Monastir von je die Stelle, wo sich das Völkergcwirr der Balkanhalbinscl wie zu einem Schachbrett vereinigt, Stämme und Völker verschiedenster Abkunft prallten hier in wilden Leidenschaften und blutigen Kämpfen zusammen. Griechen und Römer, Vandalen und Gothen, Byzantiner und Slawen, Bulgaren und Serben stießen in der Pelagonischen Ebene auseinander und maßen ihre Kräfte. Auch deutsche Recken haben hier ihr Blut vergossen. Im Jahre 1259 zog Michael Paläologos aus, um die von dem Despoten von Epirus Michael II. am nektierten Besitzungen zurückzugewinnen. Bis an den Nordrand der Ebene drang er vor; erst im Wald von Worilla, unweit Prilip, trat ihm der Epirote entgegen und wurde gänzlich vernichtet. Auf beiden Seiten t.'.mpsten damals Deutsche; Michael unterstützten der fränki.chc Fürst von Achaja und'König Manfred; auf Seiten des Byzantiners kämpfte der Herzog von Kärnten mit einer tapferen Schar. Der Sieg des Paläologcn konnte dem Griechen Monastir und die Ebene nicht lange erhalten. Einem Spielball gleich ging die Stadt von einer Hand in die andere über und von der bunten Reihe der Völker, die um dieses Gebiet kämpften, gibt noch das Geinisch der aus 60 000 Seelen bestehenden heutigen Einwohnerschaft Kunde; neben den eingesessenen Türken haben sich hier Bulgaren und Serben, Albanesen und Kutzowalachen, Juden und Zigeuner niedergelassen. Malerisch erhebt sich Monastir zu beiden Ufern des Dragorbaches, eines Zuflusses des Karasu oder Tscherna, aus dem grünen Rahmen hoher Pappeln und Z ipresscn- haine und üppiger Gärten. Die schlank aufstrebenden Mi- narets heben sich ab von dem ernsten Hintergrund der hohen Berge, von den dunkel schimmernden Höhen im Südwesten. Während der eigentliche Kern von Monastir die Mulde des Dragorflusses ausfüllt, breiten sich Land- und Gartenhäuser weithin aus, hingebreitet über fruchtbare H.i- gel und luftige Hänge. In neuerer Zeit sind, besonders von Riza Pascha, der einer der beliebtesten Watis der Stadt war, groß? Kasernenbauten, Mili.ärdepots, Wirtschaftsgebäude für industrielle Unternehmungen und Park anlagen geschaffen worden. Im Herzen der Stadt ist alles eng und holprig, die Häuser sind niedrig und unscheinbar mit winz-geu Läden. Bessere Bauwerke, teilweise mit orientalischer Eleganz ausgeführt, stehen am Dragor: gemauerte Kais mit Geländern ziehen sich an den Ufern hin. Die großen Bauten, Kirchen der verschiedenen Bekenntnisse, Moscheen, Schulen usw. sind in große Gärten gebettet. Recht kleinstädtisch ist der Bazar, Der Mittelpunkt des Ortes, vv«,baufälligen Holzbaracken verunstaltet und von einem Labyrinth schmälster Gäßchen durchzogen. Hier stellen in friedlichen Zeiten die Handwerker ihre Waren zur Schau; Werke der orientalischen Kleinkunst oder die weithin bekannten Schuhe, türkische Schnabelschuhe und sandalenartige Opanken. Hierhin strömen zu Tausenden bei den großen Messen die Bauern der Ebene, um Getreide und Obst zum Verkauf zu bringen und billiges Flitterwerk einzuhandcln, mit dem sie ihre Frauen, Töchter und Bräute schmücken. Tril.kfltten, Trunksucht un) i re Bekämpfung. Gießen, int Oktober. lieber Trinksitten, Trunksucht und ihre Bekam p f u n g sprach am letzten Sonntag vor -bet Vereinigung der loniirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde Medizinalrat Dr. Dietz. Die Trinksittcn, führte er aus, entstanden als Begleit und Folgeerscheinungen von Gastmählern und Fest- Lid-feiten, verbreiteten sich hauptsächlich infolge der narkotisclmt Wirkung berauschender Getränke und ennvickclten sich schließlich bei den Männern selbständig weiter zu reinen Trinkgelagen. Alkohol ist das tagtäglich Getränk von Hand und Geistesarbeitern geworden trotz des offenbaren großen Elends, das er über un» zühlige Mensckven, Familien und unser ganzes Volkstum herauf» beschwört Es ist heute bekannt, daß auch kleine Mengen bei Leuten, ,bic an regelmäßigen Alkoholgenuß nicht gewöhnt sind, die körptrlicl-c nnd geistige Leismngssähiglc.t herabsetzen, Müdigkeit, Arbeitsunlust und Unansmcrlsamkeit zur Folge hohen., daß sie sogar bei besonders Empünblichen abnorme geistige Zustände mit verwirrten Handlungen und Gewalttaten Hervorrufen. Die Erfahrung hat nns gelehrt, daß das Höchstmaß einer jeglichen sport' lichen Leistung nur bei Vermeidung alkoholischer Getränke erreicht wird. Wir müssen uns frei machen von der Suggestion, daß der Rausch auch in seinen leichten Graden ein harmloses, nnschädliäws, wenn auch albernes Vergnügen ist; er ist eine Vergütung des Körpers gerade so gut wie die Betäubung durch aus ärztlichen Gründen zur Bekämpfung großer Sckzmerzen angewandten Mvr pl iumgabeii. Der Rausch darf nicht mehr als Beleg für rechte Maimhcistigkeit angeführt werden, wie das Sprichwort behauptet. Ein rechter Mann ist der, der in jeder Lage Herr über seinen Mörder nnd Geist ist und bleibt nnd damit Herr wird int Lebenskamp' Tas ist aber nur der Nüchterne, niemals der Trunkene. Ter Ininf' nc,* her uns nicht eine rühmenswerte Kraft, sondern eine traurige, bedauernswerte Schwäche offenbart, soll jedem jungen Manne eine Warnung sein vor dem trüben Bild der Trunksucht mit ihrer allmählichen, anfangs unmerklichen und doch so sicheren Zerstörung des Körpers und Geistes, mit ihren unansbleiblickxm Folgen der Arbeitsunlust und -Unfähigkeit, der Unterjochung des freien Willens, der Zerstörung edler Regungen und ihrer Be- tätigung zum Wohle anderer, der Vernachlässigung und 93er» clendung von Weib und Kind, den brutalen Zerstörungen und Gewalttaten, mit dem schließlichen Versal! in schweres ^körperliches und geistiges Siech'um und einem Ende im Kranken-, Siechen- ober Irrenhaus, ober mit vers'ühtem Tod, dem der sinanziellc Ruin der Familie langst voransgcgangen ist. Nicht mehr gut zu machen ist der große Schaden, den die Nachkommenschaft vielfach durch die vernachlässigte Erziehung oder durch Vererbung in fZorm von nervösen Störungen, von angeborener Neigung zur Trunksucht, von Fallsucht, Geistesschwäche oder Blödsinn davongetragen Ijat. Und wie der einzelne, so leidet unser ganzer Volks- torper unter her alle Schichten durchsetzenden Verbreit ng der alkoholischen Getränke, so zeigt auch er die schweren Spuren der Krankheit des Alkoholismus. Man denke an die nutzlose Verschwendung von Unsummen für alkoholische Getränke, die anderweitig zum Wohle der Nation verwandt werden konnten, an den unendlichen Verlust von Zeit bei den Trinkgelagen ohne irgend einen bleibenden Nutzen, an den sclMierwiegenden Anteil des Alkohols bei Straftaten, an hie durch ihn bewirkte Füllung von Gefängnissen, Kranken, Siechen- und Irrenanstalten; man bliche diese unendlichen Ausgaben im Wirtschaftsbuch unseres Volkes. Tas Set uldtonto des Alkohols ist wahrlich groß genug, daß man nach Abhilfe sich umsehen muß. Ter Weg hierzu ist bekannt. Wie der Trinker seine Heilung einzig und allein in lebenslänglicher vollkommener Enthaltsamkeit von berauschenden Getränken findet und dazu freundlicher Hilfe bedarf in abstinenten Trinker- wie Kellers „Zinngedicht" entstand. Die Entstehung jedes größeren Werkes von Gottfrieds Keller birgt eilte Leidensgeschichte mannigfacher Störungen und Stockun gen, denn diesem großen Dichter fehlte ganz die Gabe, die Poesie zu kommandieren; er war in seinem Schaffen abhängig von dem glücklichen Zufall der großen Stimmung. So ist, denn auch das Werden seiner köstlichen Novellcnsamml.'ng, das Sinngedicht, von vielen Hemmnissen und Enttäuschungen begleitet gewesen und das „Werklein" war nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Verleger, der aber das Manuskript niemals bekommen sollte, ein Schmerzenskind, lieber diese Vorgeschichte der „Galatea- Novellen", wie sie Keller zunächst noch nannte,' erhalten wir zum erstenmal völligen Ausschluß in dem Briefwechsel zwischen Keller und D u n ck e r, den Emil Ermatinger in der Deutschen Rundschau veröffentlicht. Schon im ersten Jahr seines Berliner Aufenthaltes hatte der Tichter eine Sammlung von Variationen ausgeheckt zu dem Logau- schen Sinngedicht: „Wie willst du weiße Lilien zu roten Rosen machen? Küß eine weise Galatee, sie wird errötend lachen," und ehe die Idee noch recht ausgearbeitet war, bot er fic dem ihm befreundeten Duncker zum Verlag an: „Ta Sie wiederholt so freundlich waren, mich zu einem Anerbieten aufzufordern, so erlaube ich mir, Ihnen zuerst und gleich die bctrcffcnbcn Vorschläge mitzuteilen, die ich zu machen im Falle bin. Die Novellen unter dem Titel: „Die Galatea" werden eine Sammlung heiterer und durchsichtiger Erzählungen sein, welche in eine Haupt- erzählung eingeschacktelt sind, und zwei Bände von je zwanzig Oktavbogcn stark. Für diese zwei Bände beanspruche ich ein Honorar von fünfhundert Talern, wovon die Hälfte sogleich, bei Abschluß des Kontraktes, nnd die andere Hälfte nach Abliese- rung des letzten Manufkriptcs ausbezahlt würde. Tenn leider bin ich nochmals im Falle, ein noch nicht fertiges Manuskript zu verhandeln Ich habe aber schon bei den Viewegschen Erzählungen ,„Tie Leute von Seldwyla"' mit Erfolg die Maßregel getroffen, bei einer allfälligen Verspätung über einen festgesetzten Termin hinaus mir einen Abzug ober eine Konventionalstrafe gefallen zu lassen, da ich von dem Romane her im Gerüche eines säumigen Autors stehe. Daher schlage ich auch jetzt wieder zur Sicherstellung des Verlegers vor, daß nach dem festgestellten Termin mir für jeden Monat weiterer Säumnis fünfundzwanzig Taler von dem vcrabrcteii Honorar abgezogen werden. Bis Mitte November deS Jahres müßte das Ganze abgeliefert fein und hienach das Abkommen getroffen werden. Tie Novellen haben alle einen einheitlichen Charakter, welcher dem Ganzen zugrunde liegt und durch die Haupt- oder Einkleiduiigsnovelle motiviert ist." Duncker griff mit beiden Händen zu und ging auf alle Bedingungen ein: aber nun begann die lange Zeit seines Wartens. Keller hatte sich mit der Konventionalstrafe selbst eine Hetzpeitsche schassen wollen, die ihn zur Arbeit treiben sollte, aber Woche um Woche verfloß, ohne daß er imstande war, sein Werk zu fördern. Am 8. November 1855, also eine Woche vor Ablauf der von ihm selbst gestellten Frist, schreibt er dem harrenden Verleger: „Damit Sie nicht etwa Vorkehrungen wegen des Druckes treffen, finde ich doch für gut, Ihnen anzuzeigen, daß ich seit mehreren Wochen alle Lust verloren habe, an Ihrem Buche zu schreiben, und dasselbe für einige Zeit zur Seile legte. Erst war ich sogar willens, diese Arbeit so lange hinzuziehen, bis das ganze Honorar in Strafabzügen aufgegangen wäre. Ta ich aber hierfür billig nur ausgelacht würbe, so will ich bas Werklein dock, bis etwa 'im Januar künftigen Jahres fertig machen, ohne Uebereilung." Doch auch bie Vertröstung auf den Januar erwies sich als hinfällig: Monate und Monate gingen dahin, ohne baß ein Blatt Manuskript von bem unterdessen nach der Schweiz zurückgekehrten Keller nach Berlin wanderte. Schonend ließ Duncker den säumigen Poeten durch seine Frau mahnen, aber Keller war jut sehr von der patriotischen Volksstimmung ergriffen, die er mit seinen Landsleuten leidenschaftlich mitcriebtc. Die Konventionalstrafe, die Duncker freilich nicht ernsthaft ein- forbem wollte, wuchs unterbeffen ins llngcmeffene. Am 4. Juli 1857 verheißt der Dichter endlich für den Oktober das Manuskript und meint habet: „Ich habe Ihnen nun viele Monate Konventionalstrafe zu zahlen: allein ich sage Ihnen zu voraus, baß ich Ihnen freiwillig kein bares Gelb mehr ,znst»lle, sondern wir wollen jeder behalten, was er hat, damit die A * e einen gemütlichen Anstrich behält." Kein Manuskript kommt. Fünf- zehn weitere Jahre gehen dahin. Keller hat als Staats- schreiber viel zu tun, Duncker mahnt nicht, bis endlich die „Sieben Legenden" erscheinen und er sich nun wieder mit seiner späten Hoffnung einstellt. Keller antwortet am 28. April 1872: „Nachdem ich einmal durch mein Amt, zu bem in ben letzten Jahren noch zeitraubenbe und aufregende Staatsänberungen mit unendlichen Protokollen usw. kamen, in die abenteuerliche Verzögerung hineingcriet, so wollte ich den Zcitversluß den Novellen wenigstens auch in dem Sinne zugute kommen lassen, daß sie wirklich fertig und reif sind, so weit das an einem alten Holzapfelbanm möglich ist. Sterben werben wir barüber nicht, und wenn Sie mich inzwischen etwa mit bem „Schein" bebrohen wollten, so würbe ich schnell noch eine Porzia heiraten, bic mich rettete." Nun starben zwar wirklich beibe nicht, aber Duncker mußte feinen Verlag auflöfen, und so erhielt er die Dichtung, auf bie er mehr als zwanzig Jahre gewartet hatte, schließlich doch nicht, als sie fertig würbe. Dagegen zahlte ihm Keller ben Vorschuß von 250 Talern samt Zinsen im Betrage von 1614 Mk, in vier Raten wieher, unb so war benn enblich am 16. April 1879 biefc leibige Vorgeschichte des Sinngebichls beendigt. * Neue Briefe a is den deulshen Kriegen. Zu dem reichen Schatze von Kriegsbriefen, bie ein so farbiges Bilb der großen Kämpfe von 1866 unb 1870 barstellen, gesellt sich ein neuer wichtiger B. ürag: die Briefe des Generals der Infanterie v. Holl eben werden soeben von seinem Sohne im Verlage vor Karl Siegletrnunb in Berlin veröffentlicht. Als Premierleutnan: ist "Albrecht v. Holleben an der Spitze der zweiten Kompagnie des 2. Garberegimentes zu Fuß 1866 in den Kampf gezogen. Am Rul,mestage der preußrsch.'N Garbe, am 3. Juli bei K ö n i g g rä tz, zeichnete er sich beim Sturm auf Chlum besonbers aus. Am selben Tage schreibt ?r an seine Frau: „Tie Schlacht ist beendigt, von morgens bis 9 Uhr abends tobte sie. Gott hat michckgnäbigl^ch beschützt, aber ein schrecklicher Tag war es doch. Aber herrlich ist der Sieg, die Oesterreicher müssen große Verluste erlitten haben, jetzt stehen wir auf |bcnt Schlachtfelde im Biwak. Als bas Bataillon gesammelt war, ritt her Prinz Friebrich Karl an uns heran unb rief uns zu: „Ohne euch Gardisten hätten wir heute keinen Sieg gehabt". Am folgenden Tag erzählt Holleben weiter: „Noch immer liegen wir hier auf bem Schlachtfelbe. Wie soll ich Tir die Gefühle beschreiben, welche mich in diesen Tagen beipegten. Dankbarkeit zum Allerhock-sten, daß er Preußen einen solchen Sieg gegeben, daß er mich Euch erhalten; dann die Trauer um bie herben Verluste des Regiments: das Gefühl bes Schauders nicht vor bem Tobe selbst, aber vor dem entsetzlichen Anblick des SÄacht- seldes in seinem unbeschreiblichen Elend: das Gefühl des Widerstrebens gegen bas Kriegerl-andwerk, wenn es vielleicht mal zu leichtsinnigen Plänen benutzt wird. Aber der liebe Gott kennt die Mensck>en. Abgesehen von all den Erfolgen für bas Vaterlanb, abgesehen von all dem Ruhm, dem Selbstvertrauen, welches unsere Armee mit Heimbringen wirb, haben biefc Tage des Mutigen Kammes uns ein Geschenk gebracht, welches nicht hoch genug anzuschlagen ist, welches Gott uns durch unsere eigenen Taten in die Herzen eingebrängt hat, — einen wahren, tiefen Ernst bei der Beobachtung des eigenen „Jchs" — Religion. — Papes Sohn war eben gestorben, der König ritt zu den Bataillonen des Regiments, uns seinen Königlichen Tank auszusprechen, dann der Abendck'oral: „Nun danket alle Gott!" Tiefernst stand das ganze Offizierkorps, ich betete zu Gott, ich glaube bestimmt, es betete ein jeder. — Tas, meine ich, ist das Beste der schrecklichen Tage für uns, das Offizierkorps, die ganze Armee." Ten deutsch-französischen fttieg machte v. Holleben als Generalstabsoffizier her ersten Gardedivision mit, unb seine Rnhrnes- tage, wie bic seiner Truppe, waren besonders bie Sästachteu von St. Privat unb Sedan. Auf dem Schlachtfelde von JMi t Modern 1 mit * Dell k mit V ame nehc sind nun Behörden ^egrü Die knari verhandel Abb.izeio Derby-0 vor? new .'"arbeiten Ausführung 49-55 87—IOC 42-00 88—00 88-89 86-87 vermischtes 43—46 44—48 110—115 96 -106 89—95 80-87 88—8S 87-88 68—78 60—70 37—42 30-35 Mk. 94—100 93—99 85-92 80—85 73-7? Mk. 52—56 51-55 66—68 58-63 53—57 48—52 Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlachtgewicht 79-85 85—92 46—50 48—51 44-47 Heilanstalten und im Beispiel einer ebenfalls nüchternen Familie uno Umgebung, die ihm einen S?a(t gibt, so bedarf der unter den Alwholi^-mus-iördernden Trinksitten schwer leidende Volkskörvcr nityt allein stets zunehmender Aufklärung über die Alkohol schaden, wndern auch tatkräftiger Hilfe durch das zur Nachahmung auf Torbernbc Beispiel grös rer Gruppen, die die Nüchternheit, die Enthaltiamteit von alloholiick-en Getränken aus ihre Fallen geschrieben Hah n und den leider gerade noch von den Gebildeten und der studierenden 3ugenb so hochgel-altenen Trink- litten den Kampf erklären. Das; die Aerzteschast in ihrer Gesamtheit und die von Aerzten a leiteten Anstalten ein Vorbild sein müssten in nüchterner Lebensführung, baß in den Irren und >2iechenhäusern unter all.n Umständen berauschende Getränke als Genußmittel verbannt sein müssten, erfd int selbstverständlich, ist aber vielfach nur ein frommer Wunsch g blieben. Aber doch fehlt es nicht mehr an Streitern in di fern Kampfe, deren Zahl von Jahr zu Jahr zunimmt und in Deutschland die Zahl 100000 wohl überschritten haben dürfte. Zu di Zen .delfern gehören das katholische Kreiizbündnis, das evangelisch' blaue Kreuz, all die Alkoholgegnerbünde, die abstiiunten Vereinigungen der Arbeiter, Lehrer, Aerzte und Pfarrer, die Logen der Guttempler, in ihrer Sammlung die Gauverb ude verschi Dcncr Länder, und wenn die ältere Generation deren Grundsä'c auch nicht sich zn eigen machen will, so soll sie ihnen bad' freie Bahn lassen in ihrer Aufklärungsarbeit und sie unterstützen int Interesse der Jugend, die im „Wandervogel" sich schon frei hält von dem lähmenden Alkohol auf ihren flotten Wanderungen, die Trinkgelage durch sportliche Veranstaltungen ersetzen muß und in Jugendlogeu und abstinenten Schülerverbindungen den Boden gut vorbereiten kann für ein VISITKA R TEN ,n Jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte. ~ - -■ ■ sowie mit Zirkeln aller studentischen Ver* eimgungen liefert zu mäßigen Preisen die B rühr sehe Univ -Druckend. Eingesandt. ,J'ür Form und Inhalt aller unter bteier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) = Reiskirchen. Daß bei der jetzigen Dunkelheit und bei einem solchen Straßenzustand, wie bei uns, die Laternen abends nicht brennen, ist unbegreiflich Tas Ton ist bei Dunkel- hett nur schwer zu passieren, denn es sind Straßenlöcher von einem Fnf; Tiefe und mehrere Fuß im Umfang vorhanden, ba-ni hat man einige Wagen Chaussiersteine umher gestreut. Noch chlechter ist die Straße aus dem Liegesberg. Es ist eine große Strecke sämtliches Deckmaterial weggeschwemmt worden, so daß man gezwungen ist, auf dem Packlager zu gehen. Vor einiger 3c’-t hat eine Frau sich dort einen leichten Zhnöchclbruch geholt und mußte längere Zeit das Bett hüten. ' Tödlicher Schnuvftabak. Enn seltener Fall von vchnupst.ibakoergi'tung, der allen Scbnupfern ein ivarnendes Bei- fpiel sein sollte, ereignete sich, ivie im Sioneiponbeuäblott Schweizer -lerste mitqeteilt >vird, kürzlich in einer eidgenössischen Sradt. Ton wurde ins .'trankenHans eine besinnungslose Fraii eingcliefert, dir schon vorher >ve icn Bleivergntimg ans unl'.kannter 'Ursache de- bandelt ivorden war. Auch diesmal zeigten sich die Symptome einer schweren Bleivergiftung — Aiigenmiiskellähmung, Bleisaum unb be'tige^o. ^schmerzen. Tie Kranke ging kurz darauf an der Vera, lnng 3ii Grunde Man hatte and) diesmal die Ursache nicht ern t-teln tonnen, wenn sich nicht in der Tasche der Kranken ein «-■met - chiinp labak geitmden hätte, das in eine 90vrozentige Blei- folie gepackt war. Tie Fran, die eine starke Sdnuipierm war, hatte dre Gewohnheit, direkt ans dem Paket in der Taiche zn schnupfen, -aber kamen vom Tabak vorher gelöste Bleipartikel der Folie m Die Priieu hinein. Ter Tabak enthielt davon 17« Prozent Tie ;jran,_ die monatlich 3G0 Gramm verschnupfte, hatte also täglich sich 1'5 Milligramm Blei einverleibt. Vollsteifchige, ausgeiv., höchsten Schlachtw. Pollfleischige, jüngere b a r e n. K n h Pollsieiscksige auZgemästete Färsen Schlaehtivertes . . . Dreidemaitschafe Masllaiumer und Mauhammel S d) iv e tu *. Pollsieischige Schweine von 80—100 b» Lebend- gewicht Pollfleischige Schweine unter 80h-»Lebendgewicht Pollsteischtge Sdjtveinc von 100—120 k<” Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 120—150 k» Lebendgewicht «Ncrichtstzaal. . eipzig, 1. Nov. Vor dem zweiten unb dritten Straf» lenat des Reichsgerichts begann der Spionageprozeß gegen Den mehrfach vorbestraften 32jährigen Journalisten und früheren Etienbahnalfistenten Alfred O t l aus Singen in Baden Ott angcHagt, cm Jahre 1912 sich vorsätzlich in den Besitz von iarten der deutschen Reichspost gesetzt zu haben in der Msicht, te einer fremden Macht auszuliefern. Zur Verhandlung sind bter Zeugen und .mcr Sachverständige erschienen; die Oeffcnt- war mtsgeschlossen. Der Angeklagte wurde wegen vollendeten Verbrechens gegen § 3 des Spionagegesetzes zu vier fahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust benirteilt, außerdem die Zulässigkeit unter Polizeiaufsicht. Drei .Vionatc der Untersuchungshaft wurden angerechnet. Bei der Straf* 3unic)fung kam verschärfend in Betracht, daß Ott als intelligenter En ich bet der Handlungsweise die Gefährdung des Deutschen Reiches voraussehen konnte. Bremen, 1. Nov. Boesmanns Bureau meldet: Tie Teilnehmer an der Gordon Bennet-Fahrt Albert v. Hoffmann unb ous St. Louis, Besitzer bezw. Führer des Ballons „Million Population Club", gaben auf unserem Bureau fol- nenbe Erklärung ab: Nachdem unser Ballon nach neunzehn ftunbigcr Fahrt bei Grambin in der Nähe von Ucdermünbe, hart am Waffer, am Montag, den 28. Oktober, gegen 12 Uhr aclandet war, erblickten wir eine Stunde später in einer Höhe opn etroa 3000 bis 3500 Metern einen Ballon, der in nord oftlidjcr Richtung trieb und bald in den Wolken verschwand Nach unserer Anficht kann es sich nur um den bis jetzt noch vermißten Bal^n „Dusteldorf 2" handeln, der amerikanisckie Be K2nnnn?.;<.an f en. PoNsieischiae, onSgemästete, höchsten Schlacht- wertes im ?Uter von 4-7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen haben (nngejocht) . . Cimae, steiscbige, nicht ansgemäslete und ältere ouSgemäslete............ Bull e n. 228, Literaturgeschict-Lo 28, Versbichttingen unb Dramen 50, Länder- unb Völkerkunde 51, Kulturgeschichte 19, Geschichte unb Biographien 112, Kunstgeschichte 17, Natur Wissenschaft unb Technologie 118, Heer und Seewesen 17, Haus- unb Landwirtschaft 16, Gesunbheitslehre 14, Religion unb Philosophie 36, Staatswissenschaft 8, Sprach Wissenschaft 13, Fremdsprachliches 11 Bände. Nach ckus- wärts kämen 101 Bände. ** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober-Postbirektion in Darmstabt haben im Jahre 1911 26 260 Postsendungen aus Orten Hessens (4576 Briefe, 20644 Postkarten unb 1040 Drucksachen vernichtet werben müssen, weil ihre Zustellung Weber an ben Empfänger, noch an ben Absenbcr nwgHct) war. Wie viele Unannehm lichkeiten mögen den Empfängern und den Absenberil aus biesem Anlaß erwachsen sein, unb wie viel ungerechte Vorwürfe über Unzuverlässigkeit sinb wohl gegen bie Post- verwaltunb und ihre Beamte erhoben worben. Immer wieber müssen wir baher ben Briefschreibern empfehlen, in ober auf ben Postsenbungen stets Name unb W v h - nung be s Absenbers, sei es hanbschriftlich ober burch Abdruck eines Stempels, anzugeben, damit ihnen, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, die Sendungen zurückgegeben werben können. Der Christ bau m-Großhandel hat feinen An- fanq genommen. Die Händler aus Frankfurt, Wiesbaden, £>aiiau, Darmstadt, Offenbach, Gießen und Mainz sind auf der Suche nach Christbäumchen. Im Odenwald, im Vogelsberg, Taunus und Westerwald werden bereits größere Posten verkauft. Für acht- bt§ neunjährige Bäume werden bezahlt 30—35 Mk., für zehn- bis IHährige 36—45 Mk. für das Hundert an Ort und Stelle. stolze Freude klingt aus dem Briefe, der den Triumph meldet: Schau war von uns so eingesessen 89 000 Mann ergeben musste. Wohl noch me »st etwas Aehnlicl es ur der Geschidne dagewesen! Was wird turoba sagen Id) glaube beinahe, daß, wenn diese Nachricht ivS?1 ff tommt, sie anfangs nicht geglaubt wird, so kolossal ■ • JX 11 "orps nmr dickK bei uns im Gefecht, bat fogai einmal aus uns geschossen, was nicht zu ver- wundern ist, da wir ui einem völligen sscltreibm die Franzosim U1Aviel huudcrlcn Von Gesdstitzen ^eJUte,lrns.tenfdr?.'1 cn, daß sie enorme Verluste hatten Schlachtfeld aussieht, i|t gar nidft zu beschreiben!" Aus Stadt und Cand« • Gienen, 2. November 1912. ** Stadttheater. Die beiden morgigen Sonn- kagsvorstellungen finbru bei kleinen Preisen statt. Hermann Bahrs neuestes Lustspiel „Das Pr inz i p", bas am nächsten Dienstag hier zum ersten Male gegeben wirb, hat bei ber Uraufführung, die vor 14 Tagen gleichzeitig an ben Hoftheatcrn Darmstabt, Wiesbaden, Köln unb Hamburg stattfanb, überall einen starken Erfolg errungen. Unsere Bühne ist bie erste, die nach biefen großen Theatern das witzige Werk aufführt unb ba mit ben hiesigen Kräften eine sehr glückliche Besetzung möglich ist, darf ein sehr interessanter Äbenb versprochen werben. ** Stenographie. Der Bezirk Gießen im Hessisch- Nassauischen (MaiwRheingau) Berbanb Gabelsberge r s ch e r S t en o g rap h e n hält am kommenben-Sonntag nachmittag im Einhorn seine Herbstvertreter- Versammlung ab Verbunden ist hiermit eine vormittags 9 Uhr ftattfiiibenbe Prüfung für Geschäfts- stenographen und ein Preis wettschreiben, letzteres in ben Abteilungen von 60 Silben auswärts. Nach ben bis jetzt vorliegenbeu Melbungen werben sich etwa 240 Wettschreibteilnehmer einfinben. , " ?ofsc„tliche Lesehalle. Im Oktober wurden 2233 Bande ausgeliehen Davon kommen auf: Er- zahlenbe Literatur 1164, Zeitschriften 331, Jugendschristen höchsten Pollfleijchige ausgemästete Kühe' höchsten Lchlachuvertes bis zu 7 Jahren . . Wenig gut entwickelte Färse,» ...... eitere ansgemäslete Kühe und wenig gut ent- ivideUe jüngere Kühe Mässig genährte Kühe und Färsen . . . ' ' Siäl 6 e z. Feinste Mastkälbee QJiUtlere Lian- uno beste'Saugkälber ' ' Geruigere Masi- und gute Saugkälber . . Geringere fcaugfalüec . ..... o ~ 1/Scibtragenbe. „Haben Sie von dem schrecklichen xeio gehört, das ber .Frau Plappermaul zugestoßen ist?" — "^le hat doch nicht etwa die Stimme verloren?" — „Nein, aber wr Mann hat das Gehör verloren." * Zusammenziehende Wirkung. „Brr. . . wie du nur io saure Weine trinken magst, Kamerad." — „Muß? Sonst halt mir das Monokle nicht." It. P r iv a t meldet er am 18. August seiner.Frau: „In großer ^djladn, bei der wir lehr viel verloren, in der Gegend von Metz, hat mich ./ott gnädiglich bejchützt. Einmal traf mich eine schwache Kugel, nahm mir Tott fei Tank nur den Arm. Eine Sttinde water wurde mir mein Pjerd unter dem Leib erschossen." Zwei -^agc spater gibt er dann eine ausführliche Schilderung des furchtbaren Ringens, das schließlich am Ende des blutigen Tages durch bat letzten Sturm entschieden wurde: „Um 7,30, als sich die Untcrjhiuung der Sachsen bemerloar madjte, gab General v Pape das Signal zum ^turm unb die braven Truppen, mcldr schon so ^abircid)c^ JBcrlüfte erlitten, erhoben sich wie ein Manu und Harytcn sich nut einem kräftigen Hurra aus den Feind. An der ^onmauer Jam es zu einem erbitterten Kampf nicht nur mit h'lbtilfrii Tie Franzosen ver-1 teibigten |id) mit Energie unb es bedurfte noch vieler E)pser um fl6ertotnben. ^-Laten unübertrefflicher Bravour wurden voll- ^cl-meling von den Garde Füsilieren bot dem LlJl ^|Llb' Fuck's, an, schlug sich aber kurz nach ?ni"1 Hüor m- ^ru,t linb sank mit ben Worten, „ich bin boljrt 1 bom Zierde. Eine Shigef hatte sein Herz durch- o Entdeckung Ameri kas gekostet^ 3n den Archiven der alten spanischen Stadt Palos hat man ivie der Gaulois berichtet, eine Anzahl Tokumente gefunden bic ftd) auf die Ausrüstung und Fahrt von Christoph Columbus beheben unb zusammen so etwas wie das Ausgabebuch des großen Entdeckers darstellen. Columbus bat etwa 14 000 Mark aui- geroendet, um seme aus drei Schiffen bestehende Flotte au«u nnten. ®egen 1600 M°rk toftrte .ftn dic GnÄng gaj' c. Dffwere; jeher M-NN crfijclt 5 Mark täglich, eine Summe, mit 4Bie bay der er seinen Unterhalt beitreiten mußte. Es betrugen die Koste! der Ueberfahrt aU^ in allem nicht viel mehr als 20 000 Mark. "O Kurze Nachrichten aus Kunst unb mzjcc. „ no? ^ne Kosten, die die Armierung der Schüfe I Äa st. Ter 34. B a d e ä r z t e k o n a r e ß h-r htrTmJr S-n ^ c- ^jwaffninig der Mannsil>att verursachten. Sie lassen sich, selbständige Sektion des 4. I n t e mal i°o n a Ie n K , n r J ?ur "wa 12 000 Mark berechnen. So kommt man schließlich zu für Physiothcrapi e^bildet, wi d unter dem dom Ergebnis,^ datz die Entdeckung Amerikas 3 2 000 Maik Geh. Med. Rat Prof. Dr. Br eger von 26 bis Pcfcftct ,ft aewiß nickst viel: dieselbe Summe wenden 1913 in Berlin tagen. 3 l°,U b.S 30. Marz heute zwei amerikanisch,e Milliardärsfamilien auf, uni mit Dem --------------—--------— __Luzusichich aus der neuen Welt in die alte zu gelangen Gedeihen des Nucl t rnheitsgedankens zur Gesundung unseres Volkes. Durch eine Anzahl Tcüeln konnte der Vortragende veranschaulichen, daß die berauschenden Getränke als Nahrungsmittel so gut wie gar nicht in Betracht kommen und in dieser Beziehung von unvergorcuen Trauben- unb 'Obstsäften um das Vielfache übertroffen werden, daß die nutzlosen Ausgaben für sie die für die notwendigsten Lebmsmittel übersteigen, daß die Leistungen ber Kinder in der Sdule abnehmen mit der Zunahme des Alkohols als häuslicl-en Getränks, und umgekehrt die besten Leistungen von ben nüchternen .Sfinbcni erreicht werden: es ließ sich weiter zeigen, daß ber Alkoholgenuß außerordentlich zur Hausung der Krank Heiken, zu einer Verkürzung her Lebensdauer, ganz besonders der im Alkoholgewerbe Beschäftigten, beiträgt, die Widerstandskraft bei Krankheiten vermindert, du Zahl der Körperverletzungen ".ach den Zahltagen etwa um das 6fache anfteigcii läßt, und das; die Nachkommenschaft der Trinker körperlich) und geistig entartet. Einen weit besseren Ueberblick über das ganze Gebiet der Alkoholschädigungen bietet die vom 17.—24. November hier frei zugängliche württembergische Wanderausstellung gegen den Alkohol, zu beten Besuch der Vortragende einlnd. In dieser Zeit filmet die Tagung des hessischen Gauverbandes gegen den Alkohol Ismus statt mit einem Volksunterhalkungsabend am 17. November, während an den übrigen Abenden mehrere berufene Vertreter der Nüchtern!,eitsbewegung Vorträge halten werden, die wette Kreise interessieren dürsten, unter anderen voraussichtlich auch der Verfasser des bahnbrechenden, allen Eltern lvärmstens Zu empfehlenden Buck-os „Helmut Harringa". Der betipiellofe Erfolg des Forman hat wie üb» lich Zu Nachahmung des Artikels gereizt. Man verlange ausdrücklich Forman! ___ _ ^lu sohien-stoff.- ,i- j. Salomon $ Cie. 68*4-69*/, 68-681/, 70*/,-71 69-69*/. le. Frankfurt a. M., 1. Nov. Heu- und Strohmarkt. ■veute luaren u-ebtr cu noch Stroh angeiabren iittolge des gelingen scolechten ctters und des bciitigeu Alleiheiligentages, Der sieklemvelse im Bezirk ein ßeiertag ist. ♦* B esitz wechsel. Oberbriesträger Karl Beck verkaufte icm Hans #yranirurtcr Straße 41 an den Bäckermeister Heinrich Weimer tur 46500 Mk. ** ^erstädtische Seefisch markt hatte am Donners t«0o fincn Vorrat von 9 Zentnern Schellfischen und Kabeljau, 7 s mH11 grünen Heringen und 1 Zentner Schollen. Trotzdem bas UbicrtigungSpersonal um zwei Personen vermindert worden war, iuicrclte sich die Bedienung der Käufer und Käufe rinnen bener und glatter ab wie bei den ersten Märkten. — Die F ischkoch ku r s e in der Alicekochsckmle sind bisher immer voll bcicßt. Tic ^.cilnehmcrinnen sind meistens Frauen und Mädchen au5 oeii breiteren Schichten ber Bevölkerung. Tie Kurse werden Den Winter hindurch ihren Fortgang nehmen, so lange Mel- bungen dazu vorliegen. Zu einem Kursus, der zwei Abende in her Woche umfaßt, können immer nur 18 Teilnehmerinnen zu- gelassen werden. Kreis Alsfeld. l ' 31- Okh Die Firma Osthcim-Marburg will dcm- nad)ft_ Probefahrten mittelst Postanlos auf der Strecke A l s f ei d — L oshailscn über Sctnoabearob—Heidelbach—Holz bürg—Schrecksbach—Nöllshauien—Sa mshcuisen-Zclla veranstalten. Kreis Friedberg. ® rie b el, l.Nov. Beim Zuckerrübenbau rutschte ber Knecht emes hiesigen Pächters ans und wurde vom Wag-en über- rabren. Tie Räder gingen ihm über den Kopf, so daß der Tod sofort cintrat. Märkte. liefen, 2. Nov. Marktbericht. Ank beufigent Wochen- nrnrrte lo' cte: Putter das 1 simd 1,10-1.20 iVfN HÜbnereier 1 Stück !0^0 l 2 Csi'ick Oü Pkg., Enteneier 1 Stück 10—0 Psg., Qäniedec 1 ct. 20 PH, Käse das Stück t;—H 1 fq„ Käsematte 2Stück 5—6 Psq. rauben vr 8 r. (>,R0-l,(iO Pis., Hübner pr. St. 1,00—1,60 Mk. rahnen vr. Stück 0,«0—1,80 P k.. Guten vr. St. 2,00—3,00 Pik' Waide das Psd 75—K5 Pfa^ Crhfeuflcifd) vr. Pkd. 92—100 Pia. Rmdfkeisch vr. Psimd 90—94 4 s.;., Ku äste sich 80 W. Schiveine- fieiftb vr. Psimd 9"—lio 'lia., Kalbfleisch vr. Psd. 92—96 Psg. Hammelfkeisch vr. 'I fd 70—90 1-fq., Kartoffeln vr. 1>H) Kq. 4.50 ms o.OO Pik., Weißkraut das Stück 5 bis 10 Pscw Zwiebeln ver Ztr. 4,00—5,00 Pik., P.ilch das S'iter 22 'Ufg„ Nüsse 100 Stack 50—60 Psg., ver Ztr. 0—00 Mk, Birnen das Psimd 10 bis loi'Jg., Aepsel der Zentner 9 bis 15 Mk. Marktzeit von 8 bis 2 Nhr. a, Z',C/ Wiesbaden. V ie hh o.-M ark ,be ri cht vom 1. Nov. Austrieb: Rinder 62 Mchsen 22, Bullen 0, Kühe 40), Kälber 62 Sdjaie i , Schweine 163. ' Mehr als 35 Sorten Kl A H A IC A MAGGI5 Suppen WLM die besten! Nachdruck verboten Kinder-Stiefel Kamelhaar- mie du imitiert Größe 22-24 30-39 Selters Meine Pater Dienstag und Mittwoch, den 5. und 6. d. N! kommt im Saale Neustadt 55 nachm. 2 Uhr, 7268 das Konkurslager Preisen, 8750 87—1W 88-00 5-00 WO wie 88-89 Sieben, Selterstpeg 7-42 0-35 6-68 8-63 3-57 94-100 B-99 79-85 85-92 Keifebecken Cäuferftoffe 110-115 96-106 89-95 80-87 80-85 73-ff 68-78 60-70 t vom 1. Noo. 10), Kälber 62, die Ueberzeugung aufdrängen, daß im Schuhhaus Wolff etwas außerordentliches geboten wird len ift?" _ ' -.Nein, ab« eile für 100 M. end- Cchlachf. qewicht Sardinen feile Teppiche Mk. 2.20 W 2. IO „ 8.60 _ 8.15 n 3.95 Tuchhausschuh Lederkappe u. Ledersohlen 85 Pfg. Herren-Stiefel mit lein' Lackzierkappe Nr. 40-46 Mk. In samtweichem, äusserst solidem Oberleder, angenehmes Tragen. toeiit Wochen- bnereier 1 Stüd PI«., ßänlctitr :tütf 5-6 iW" Nachweisbar große Erfolge. *WX