Nttk Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. -st. SR, zufolge 95.50 Nach hier 68.- 45L- 169.40 O.r. * Ir- 99.. 90. ab 1901 . 1914 . . b. 1910 . b. 1910 29.- 85.40 1. 1892 i. P. >. 1888 i. <ö. ). 1909 t, 9. 909 u <4$. . 98.. 98. 284.* IIS1» M. ab 1908 iL. . . . MH» 88d0 9« GO b3.10 BlU 98.10 98.1 c 99'Ü 85_ Rbl. fiat M. Wie Und Und Und Der . 4050t 19*11 '2043c . 2000c int. b. 1913 . . 1000c Drum trauert mild und horcht den Lieder» gerne, Sein bestes Erbteil, das er allen liest. Sie Ringen her, wie aus bekannter Ferne, Sie Ringen uns ins Herz, so wohl und süß — Wir bilden aufwärts in das Meer der Sterne, Wir lächeln — sind nicht länger ungewiß: Er ist nicht tot im ew'gen Reich des Schönas Und seine Seele lebt in feinen Tönen. hörtet Ihr das Lied mit trunFner Seele iaugtct Euch in seine Weisen ein? sehntet Euch, daß er Euch nimmer fehle, lüste Ton, er ewig möchte sein? Habt Ihr's erlebt, daß wohl des Lenzes Blüten Der Reif verbrennt in einer einigen Nacht? Saht Ihr die Rosen, die am Dtorgen glühten, Nm Abend leer der angebomm Pracht? Und Sterne, die am reinen Himmel sprühten. Verschlungen plötzlich von Gewitters Mach? >b. ab 1905 >b. ab 1906 II tünbb. ab IM ab 1907. Ilt.11 .FrF «Ire 150 Lire 45 90.- 9L- 91.- 92.- 92.. Daß er sich Eure Brust zum Sitz erwähle. Das Leden schmückend, wie mit gold'gem Schein? Und dennoch^'chwand er — und er mußte wieder Ins duntle Treiben aus dem Glanz der Lieder. „Gleich seinem Lied" ist denn auch Schubert entschwunden. An seine letzten Leidensrage erinnert wehmütig Bauernfelds Gedicht: Ach — und er selbst — Ich seh' ihn krank, ermattet. Und überwältigt rasch von Ficberglut, 2.50 ■ r-1 V 1 lÄ: L' 1.50 ' ).5O 7.60 LS 4.60 6.40 6öv 4.90 8.- 0." A.Va Hb« 5.50 o;'i M. fh. SR. ab 1908 • ab 1904 • ab 1904 • ab 1906 was er später in Vers und Prosa über Schubert geschrieben Hal. Tas Gedicht wird in der neuesten Nummer der Wiener Zeitschrift „Der Merker" mitgeteilt. Es besteht aus zwölf Strophen zu je acht Zeilen. Mit einer Klage um die Vergänglichkeit alles bischen, selbst des Höchsten, beginnt es: '■ ab 1905 |b. b. 1912 ' 1900 18a.* 79.. 79, Tas alles saht Ihr, und ich hört' Euch flogen: nichts beständig sei in diesen Tagen. liehe Aileihen. »it.r.i 1059.84 M. ifeli d. 1880 . , ' 188» - , ih abgcil • • ►iL 12 S. isio/i, 1 flb 1908 ' 1912 , ' * 1 * * * ab 19Q3 ‘ • 1913 ' ; * ab 1908' ' 1 ob 1906 ' ' g-stj . . ' ' lecher Traeeport- alten. SottharbbM. 3tal SRittdmett .) , »nM rißnb. . 112.fi iPniitt h«m. -- Lin unbekanntes Schubert-SeSicht von vauernfelü. „Gestern nachmittags ist Schubert gestorben," schrieb Eduard von Bauernseld, damals noch ein wenig bekannter Anfänger, am 20. November 1828 in sein Tagebuch. „Montag sprach ich ihn noch, Dienstag phantaflerle er, Mittwoch war er tot. Er sprach mir noch von der Oper („Der Graf von Gleichen", ein unvollendetes Werk Schuberts nach einem Libretto von Bauernseld). Es ist mir wie ein Traum. Die ehrlichste Seele, der tteueste Freund! Ich wollt', ich läge statt seiner. Er geht doch mit Ruhm von der Erde!" Und in einer Tagebuch-Eintragung vom Dezember desselben Jahres heißt es: „Gedacht an Schubert. Gelungen. Soll auch seinen Nekrolog für die ADdezcilung schreiben." Der Aufsatz über Schubert ist in der „Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode" (1829, Nr. 69 bis 71) erschienen. Das Gedicht aber hat sich erst neulich im Besitz von Fräulein Marie Schubert, einer Großnichte des Meisters aus der Linie seines Bruders Karl, gefunden. Bauernseld hat dies etwas unbeholfene, aber für die Charakteristik Schuberts sehr bedeutsame Poem offenbar den Angehörigen seines großen Freundes bonb- sckwiftlich gewidmet, ohne an eine Publikation zu denken. Es ist aber vielleicht wichtiger und interessanter als manches andere, Deutsche» Ueich. In der Sitzung des Bundesrats am Donnerstag wurde dem Antrag des Königreichs Sachsen, belreifenb die Prägung von Denkmünzen aus Anlaß der Einweihung des Völker- schlachtdenkmals bei Leipzig Zustimmung erteilt. Zugestimmt wurde ferner den Vorlagen betreffend den Veredlung,'- verkehr mit ausländischen Taschenuhren, Taschen Uhrgehäusen usw., betreffend die Blenderung und Ergänzung der M i - neral-Zollordnung, betreffend die Aenderungen und Er gänzungen des Warenverzeichnisses zum Zolltarif usw., betreffenb die Bestimmungen für die Vornahme einer Viehzählung am 2. Tezembe r 1912, dem Entwurl einer Verordnung betreffend die Inkraftsetzung der Vorschriften der Reichs- vnsicherungsordnung, dem Entwurf der Ausführungsbestimmungen für die Angestelltenversicherung und der Vorlage betreffend die Uebergangsbestimmungen für die Unfallversicherung nach dfr Reichsversicherungsordnung. Photographische Schnellpresse. Nach der Ansicht des bekannten amerikanischen Ingenieurs HoS, dessen Maschinenkonstruktionen einen Weltruf besitzen, dürste die Zeit nicht mehr allzusernseui, da die Truck-NotationSpresse durch eine Erfindung höchst origineller Art ersetzt werden werd — und zwar durch die „photographische Schnellpresse". Ihre Arbeit wird zu gleicher Zeit billiger und schneller sein als die der gegenwättig gebrauchten. Maschinen, also eine neue Rekordleiskmg schaffen. Es würde sich zunächst darum handeln, eine geeignete .negative Kopie" des Truckiatzes zu erhalten, die aus ein leichtempfindlicheS Papier vermittelst elektrischen Lichtes projiziert wird, nm dort »positiv" zu erscheinen. TaS Papier selbst, nach Art des ,etzt nn Gebrauch be- smdltchen auf großen Maschinenrollen ausgeivickelt, soll sich mit ungeheurer (Geschwindigkeit an dem Projektionsapparat vorbei- beioe^en; nach den Berechnungen Hotzs wurde man FjU .Abzüge* pro Sekunde, also eine Stundenleiilung von 36 000 Seiten erhalten. Zluiächsi muß aber ein lichtempfindliches Papier zu sehr billigem Prrise gesunden werden, eine Schwierigkeit, die größer erscheint als sie m Wirklichkeit ist. Tie Idee des yimerifaners ift übrigens nicht so phantastisch, iuie man aut den ersten Blick an- riehmen sollte. Vor vierzig Jahren dachte noch kein Mensch daran, daß es einmal möglich sein werbe, Photographien in em -r.ausendslel eefunbe aufzunehmen, wie wir sie heutzutage mit Leichtigkeit erhalten. Und vor einigen siebzig Jahren würde man jeben für verrückt erklärt haben, der behauptet hätte, man werde uber kur; ober lang 10 OOO Zeitungen in einer Stunde drucken — ^ne^Leisiung, die mit einer modernen Rotationsmaschine eine leichte — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schäft. Der Bcmernbars'.stier und Volksstückdichter Neuert ist in Baden bet Zurich im Aller von 75 Jahren gestorben. schon von 1881 bis 1887 bestanden hat, hofft man den Deputierten eine größere Selbständigkeit gegenüber den Wählern zu verleihen, denn wenn ein ganzes Departe- meiit einen einzigen Wahlkreis bildet und der Wähler gleich zeitig einem halben Dutzend ober mehr Abgeordneten dieses großen 2Zahlkreises feine Stimme zu geben hat, hat er, so folgert man, mehr Aussicht, das zu werden, was er eigentlich sein soll, nämlich ein Vertreter des Volkes, nicht aber gewisser Kirchturminteressen, wenn dies Wort in dem kirchenfeindlichen Frankreich gestattet ist. Tie Listenwahl soll aber nach dem Vorschlag der Negierung durch das Proportionalwahlshstem ergänzt werden, um auf diese Weise auch der Minderheit in den Wahlkreisen eine gerechtere Vertretung zu sichern. Die bisher herrschende radikale Partei hat sich der Wahlreform, von der sie vielleicht nicht mit Unrecht eine Beseitigung ihrer Herrschaft befürchtet, von vornherein mit Heftigkeit widersetzt, aber angesichts der der Reform günstigen Bolksströmung hat sie sich zum Schluß auf eine Bekämpfung der Einzelbestimmungen des Regierungsentwurfes beschränkt, und auch hierbei hat sich allgemach eine Spaltung der Partei ergeben. So ist der Antrag Au- 3um Spionagefan ltoftewitsch meldet die „Braunschweigische Landeszeitung": In der neuen Spionageaffäre werden behördlich die Einzelheiten streng zurückgehalten, da der verhaftete russische Genieoffizier in dem drin gen den Verdacht steht, ein weit verzweigtes Spionagenetz nach wichtigen strategischen Punkten Deutschlands gebildet zu haben. Außer der aus Düsseldorf gemeldeten Verhaftung eines früheren russischen Offiziers als Mithelfer des in Berlin feftgenonp menen aktiven russischen Genieoffiziers sind auch in Thorn, Danzig und Metz polizeiliche Ermittelungen nach Mitschuldigen eingeleitet worden. In der Wohnung des Offiziers in Berlin ist eine umfangreiche chi ffrierte Korrespondenz ausgefunden worden, deren Inhalt streng geheim gehalten wird, die jedoch Veranlassung zu ben weiteren Maßnahmen der Behörden gegeben hat. Die Verhaftung des Offiziers Kostewiffch ist erfolgt, nachdem er vier Wochen lang ftreng- stens beobachtet worden war und nachdem weiterhin die Beweise so überzeugend waren, daß die Abgabe der Akten an die Oberreichsanwaltschaft vorgenommen werden konnte. g a g n c u r, welcher eine Einschränkung der Verl). ltniswahl zuungunsten der Minderheit anstrebte, gegen einen großen Teil der radikalen Stimmen abgelehnt worden. Aber auf diesen Sieg ist jetzt eine Niederlage der Regierung gefolgt, denn der Antrag des Radikalen I a v a l, dem- die Berechnung des Wahlverhältnisses nach den einzelnen Departements und nicht, wie es die Regierung wollte, nach Gruppen von Departements erfolgen sollte, wurde mit 297 gegen 261 Stimmen angenommen. Das Kabinett Poincars hat in diesem Falle vorsichtigerweise nicht die Vertrauensfrage gestellt, aber nach dieser Abstimmung und angesichts der wachsenden oppositionellen Strömung unter den bisherigen Regierungsparteien ist nicht nur das Schicksal der Wahlreform, sondern auch das des Kabinetts Poincars recht ungewiß geworden, welches sich für seinen Gesetzentwurf so eng altert hat, daß es notwendigerweise mit ihm steht ober fällt. 2Uma=Haöema über sich unö seine ttunft. Sir Laurence Alma Tadema, her vor einigen Tagen ver- (hnbent große Marmormalcr, hat sich vor wenigen Jahren einmal selbst über sein Leben und seine Shunt geäußert. Damals erzählte er in einer englischen Monatsschrift etwa Folgendes: „Mein Vater starb, als ich vier Jahre alt war, und damals blieb meine Mutter in Leeuwarden mit einer Familie von kleinen 5hnbern zurück, die aufgezogen werden sollten. Ateine Vormünder beschlossen, mich zu einem Juristen zu machen, obwohl ich mich nach der Stanft sehnte. Um Zeit zu dieser geliebten Beschäftigung zu finden, brachte ich meine Mutter dazu, mich jebeit Morgen um 5 Uhr dadurch aufzuwecken, daß sie an einem Bindfaden zog, der an meinem großen Zeh angebunden war. Als Bierzchniähriger malte ich ein Porträt meiner Schwester, das in einer Ausstellung in Leeuwarden einen Platz bekam: mit seck>zehn malte ich cm Selbstporträt. Dann wurde ich sehr krank: die Äerzte meinten, meine Tage wären gezählt, und daher überließen mich meine Pfleger, die einem sterbenden Knaben gegenüber nadp sichtig sein wollten, aus dem Gebiete ber-Shunt meinen eigenen Wegen, und bann — wurde ich wieder ganz gesund. Die holländische Kunstschule ließ mich als Schüler nicht zu. So ging ich nach Antwerpen und wurde Student an der Kgl. Akademie. Darauf kam ich in das Atelier Louis Tetayes und studierte die Gemälde vom Baron Leys. Die künstlerischen Möglichkeiten des Marmors zogen mich zuerst an, als ich im Atter von 22 Jahren einen Klub in Gent, den „Cercle be la Concorde", besuchte, wo bas Rauä'Zlinmer mit weißem Marmor ausgekleidet war. Im Jahre 1864 erhielt ich den Besuch des englischen >kunsthändlers Gambart, der mein Gemälde „Beim Verlassen der Shrcfc" sah und sogleich ein paar Dutzend derartiger Bilder zu Preisen bei mir bestellte, die bei jebem neuen halben Dutzend steigen )elften. Vier 3alyrc darauf bestellte Gambart vier Dutzend Gemälde unter der gleichen Bedingung. Im Jahre 1870 verließ ich die Niederlande und schlug meinen Wohnsitz in England auf. Das Licht und die Farbe im Atelier hat auf mich große Wirkung Mein erstes Atelier hatte schwarz dekorierte Paneele. In Brüssel hatte ich rote, in London hellgrüne, in 9iom weiße. Jetzt (bas war vor 3 Jahren) ist bic vorher rsck>ende Farbe der -ton des Silbers. Das Buch, das mir am meisten genützt hat, )uar Leonardo da Vincis Werk „Wie man Maler wirb". Mein erpes Gemälde in der Kgl. Akademie wurde 1869 ausgestellt. In den 39 Jahren, die seitdem (bis 1909) verflossen sind, habe ich in der Kgl. Akademie nur einmal gefehlt." Ganz zum Schlüsse feiner Auszeichnungen macht Alma-Tadema die Mitteilung, daß er in seiner Jugend zwischen Malerei und Musik gesAvanlt habe, bis er sich endlich für den Pinsel entschied. 4 Lin 10 . I.M I.M00 MI. 100 s.sU 8. ILIO Fe. 400 3t. 400 M.100 Litt 80 lieber die Verhaftung eines deutschen Offiziers in Rußland, dec in bicnftlicbcr Angelegen heil dorthin abkommandiert war, meldet die „Brauns ' w i st ' c Landeszeitung": Herr Leutnant Dabm vom Niedersächsischen FeldartillerieMegiment Nr. 4G int benachbarten Wolfenbüttel, der in militärischen Angelegenheiten narfj Rußland abkommandiert ist, wurde hm Montag, wie uns aus Wolfenbüttel gemeldet wird, in Alexandrowa von der russischen Polizei ohne Grund plötzlich verhaftet und trotz seines Protestes nach Warschau transportiert, wo man ihn im Militärgefängnis internierte. Dem Offizier ist der G r u n d d i e s e r Maßregel verschwiegen worden und er sad sich genötigt, seinem Regiment Mitteilung zu machen. Man wird annehmen dürfen, daß es sich wieder um einen jener unverantwortlichen Mißgriffe banbelt, bereit fick die ruffifdK Polizei in ihrem Uebereifcr gegenüber deutschen Militärs schon wiederholt schuldig gemacht hat. Das Regiment hat, wie wir hören, sofort Schritte unternommen, die die Angelegenheit aufzuÄären geeignet sind und die auf die sofortige Haftentlassung des Offiziers abzielen. Der Kampf um die Watylrcform in Zranlreich. Man hat als den wirklichen Herrn des gegenwärtigen Frankreich oft genug die Deputiertenkammer oder noch genauer auSgedrückt, die 597 kleinen Tyrannen bezeichnet, welche in dieser Kammer sitzen und ihr Mandat bekanntlich als eilte Art Gcschäftsunterlage betrachten. Im allgemeinen bringt dies Geschäft auch noch etwas ein, denn wenn auch die Wahlkosten, wie alles in der Welt, dem allgemeinen Zuge der Teuerung gefolgt find, so bietet doch das Amt des Deputierten noch immer reichlich Gelegenheit zu mehr ober minder legitimem Nebenerwerb. Was aber dieses Amt des Volksvertreters nach und nach zu einem sehr undankbaren Geschäft gemacht hat, ist der Umfbanb, daß der Deputierte nicht bloß für sich selbst, sondern auch für andere sorgen soll, und zwar nicht nur für den Wahlkreis, dessen Interessen er vertritt (der französische Deputierte ist ja in Wahrheit kein Volksvertreter, sondern lediglich ein Vertreter seines Wahlkreises), sondern zugleich für die zahlreiclien, alles eher als selbstlosen Einzelwünsche derjenigen, die ihn gewählt haben. Natürlich nicht her Gesamtheit seiner Wähler, denn diese hoben sich nur bei her Wahl durch Abgabe ihrer Stimme zu betätigen. Die Macher aber und damit zugleich die Auftraggeber des Deputierten sind die Mitglieder des permanenten Wahlausschusses, die den Kandidaten Vorschlägen, seine Wahl betreiben und durchsetzen, ihn mit gebundener Marschroute in die Kammer entsenden, seine Abstimmung dirigieren und ihm vor allem vorschreiben, was er des Dekorums halber für den Wahlkreis, im übrigen aber für die Mitglieder des hochmögenden Wahlausschusses an Vorteilen und Vergünstigungen, anfangend beim Ordensbändchen und nach oben hin unbeschräntt, durchzufetzen hat. So sind denn diese Wahlausschüsse in Wahrheit die eigentlichen Herren in Frankreich, während die Deputierten, die sich als die Tyrannen aufspielen, nur eine Art Kommis ihrer Ausschüsse darstellen. Dieses Ab- häugigkettsverhältnis bedingt aber zugleich ein zweites, denn wenn der Deputierte etwas für seine Auftraggeber daheim im Wahlkreis durchsetzen will, bedarf er der Konnexion bei den Ministern, und so ist er denn genötigt, in deren Borzimmern zu antichambrieren, wobei der sogen. Volksvertreter selbstverständlich in völlige Abhängigkeit von der Regierung gerät. Ein Mhängigkertsverhältnis, das aber in dem Augenblick in fehl Gegenteil umschlägt, das heißt zum Oppositionsverhättnis führt, sobald der Deputierte wicht genug durchsetzen kann, um die Dränger und Stürmer im Wahlkreis zu befriedigen. Diese Mißstände sind allgemach unerträglich geworden; sie bedingen es, daß in der Stammet längst nicht mehr Parteipolitik, sondern persönliche Politik getrieben wird, unb daß die Kabinette gestürzt iverden, nicht weil sie abgewirtschaftet haben, oder weil die politische Strömung sich geändert hat, sondern wiederum aus rein persönlichen Gründen. Diesen unerträglichen Zuständen, die zu einer vö liaen Versumpfung des politischen Lebens in Frankreich ae ührt haben, will man durch die Wahlreform ad- ye fen, unter deren Zeichen die Wahlen vom Jahre 1910 vollzogen wurden und um die zurzeit in der Kammer mit wechselndem Erfolge gekämpft wird. Durch die in der Regierungsvorlage enthaltene Listenwahl, die übrigens Uebcr die geplante russische Reise des Reichskanzlers v. Bethmann Holl weg erhält der „Berliner Lokalanzeiger" folgendes Telegramm aus Petersburg: Nach hier an autoritatiber Stelle vorliegenden Meldungen wird der deutsche Reichskanzler aitf seiner Rußlandreise, die er in unmittelbarem! Anschluß an die Kmserbegegnung in beit Finnischen Schären unter nimmt, Petersburg, Moskau und Warschau bffuchen. In Petersburg wird er eine Begegimng mit Safonow haben, der ihm zu Ehren ein Diner veranstaltet. Herr v. Betbmann Hollwcg wird wahrscheinlich bei seinem Vetter, dem deutschen Botschafter in Petersburg absteigen. Für den Besuch der genannten drei Städte ist eine Woche in Aussicht genommen. Die badische Zweite Kammer hat heute nach zweitägiger Beratung die Novelle zum Wassergesetz von 1899 einstimmig angenommen. Durch diese Vorlage soll die badische Wasserwirtschaft, insbesondere die Ausnutzung der Wasserkräfte wesentlich gefördert werden unter möglichster Schadloshaltung der Anlieger und Hinterlieger. »Ueli« b-- ff 7 84.W . - • -to.20 19U0 * tttibad) o. 188* « Ausland. Das ungarische Abgeordnetenhaus wurde bis zum 17. September vertagt, i'ttich während der letzten Sitzungs- tage erneuerten die oppositionellen Abgeordneten täglich vor dem das Abgeordnetenhaus umgebenden Militärkordon ihren Protest Der Eindruck schwächte sich aber schließlich vollkommen ab. Die „Vossische Zeitung" berichtet aus L o n d o n: Der Erlös aus dem Verkauf der Heckenrosen, an dem sich auch die Gattinnen des Premierministers Ashguith und Lloyd Georges Schon von des Todes Dunkel halb umschattet. Gebrochen all' die Straft, der Lebensmut. Da liegt der Freund — der Freund — ach, den Ihr battetl Die Seele ringt mit dem erstarrten Blut, Bis sie, im Fiebertraum für Jtunft noch brennend. Der Erd' entflieht, die Erde nicht rnehr kennend. Unsterblich ist der Sänger, unsterblich sind seine Lieder. Mit diesem Gedanken klingt das (vedicht aus. Ht* 150 Erstes Blatt 162. Jahrgang sreitaa, 28.3uni 1912 Der «letzener Anzeige, 1 __ _ äü. juiu erscheint täglich außer VT W O vezugSpreiS: Sonntags. - Beilagen: M A _ . , _ . M ▼ monatlich75iMwoiertel- otermal wöchentlich Xk VdS fÄ A A Ak JK A A idrüch Mk. ?.SO durch •leftener$flmiliapiro bekundet zu diesem Fall, daß die Mädchen sich in einer Weise betragen härten, die unbedingt Anlaß zum Einschreiten gegeben hätte. Bernstein: Es ist nur nicht klar, welcher Anlaß zum Einschreiten bestand? Um diese Frage aufzuklären, fordere ich di« Ladung des Vaters und des Schutzmannes, der Frau Schapiro und den Bruder auf die Mädchen aufmerksam gemacht hat. — Das Gericht beschließt, die Ladungen ergehen zu lassen. Dieser Fall war wieder Anlaß zu allgemeinen Betrachtungen und der Vorsitzende muß wiederholt ermahnen, mit diesen Ausführungen bis zu den Plai- doyers zu warten. Dann wird eine Frau Kühn vernommen. Die Vereidigung dieser Zeugin wird einstweilen ausgesetzt Diese Zeugin, die erst 19 Jahre alt ist, war von ihren Eltern Derstoßen, weil sie ein verdorbenes Geschöpf sei, das sich herumtreibe. Als sie sich im Alter von 16 Jahren in Hoffnung befand, habe sic an ihren Bruder geschrieben, daß er sie unterstützen möge, der habe sie aber wegen gewerbsmäßiger Unzucht angezeigt. Die Zeugin ist dann vorgeladcn und untersucht worden. Sie sei dann von Frau Schapiro gewaltsam in das Cäcilienhcim gebracht worden, nachdem sie den ganzen Tag, von morgens .9 bis abends 5 Uhr, in eine Zelle gesperrt gewesen sei. Frau Schapiro macht hierzu folgende Angaben: Von der Polizei sei die Nachricht gekommen, daß sich das Mädchen herum- trcibe. Ich bekam die Sache von der Zentrale für Jugendfürsorge übergeben. Die Sistierung des Mädchens ist nicht von mir ausgegangen. Ich habe dann sofort die Mutter benachrichtigt, die mir aber sagte, daß sie sich nicht um dieses verwahrloste Geschöpf bekümmere. Ich gab der Mutter das Versprechen, daß ich für eine geeignete Unterkunst des Mädchens sorgen werde. Auch der damalige Bräutigam des Mädchens, ihr jetziger Mann, kam zu mir und versprach mir, für das Mädchen zu sorgen. Ich habe das Mädchen dann bei dem Frl. v. Boern er im Cäcilienhcim untergebracht, erhielt aber nach wenigen Tagen schon die Nachricht, daß sie das Mädchen nicht behalten könne, da es faul und sehr widerspenstig sei. Darm erhielt ich die Nachricht, daß das Mädchen einen Selbstmordversuch unterrwmmen hatte. Ich habe dann Zwangserziehung beantragt, da ich einsehen mußte, daß das daS Beste für sie sei. Sie hat sich aber dann verheiratet, kam aber bald zu mir, da der Mann ohne Beschäftigung war. Die beiden und das Kind befonbcn sich in großem Elend. Ich habe sie dann sofort in meinem Heim untergebracht und für die Familie gesorgt, habe ihnen Geld, Kohlen, Kartoffeln usw. gegeben. Später haben sic dann dos Kind in eine Krippe gegeben und sind dann auf und davon gegangen. Zeugin: Frau Schapiro hat mich von meinem Mann abbringen wollen. Vors.: Einen Mensäwn, der Ihnen soviel Gutes getan hatte, hatten Sic in einem solclwn Verdacht? Zeugin: Ich war nicht schlecht. (Die Zeugin weint.) Vert. Bernstein: Haben Sie nicht deshalb einen Selbstmordversuch unternommen, weil ihnen ihr Bräutigam abgcschricben hatte: Zeugin: Er hat geschrieben, daß, wenn ich mich weiter so aufführe, er mich nicht heiraten würde. Vert. Bernstein: Wer hat Sic denn in der Zelle untergebracht? Zeugin: Die Frau Schapiro. Frau Schapiro: Davon weiß im nichts. Es ist aber immerhin möglich, daß sie damals in Schutzhast genommen wurde. Ich selbst habe aber niemals ein Mädchen sistieren und in einer Zelle unterbringen lassen. Die Zeugin wird dann nachträglich auf Gerichtsbeschluß vereidigt. Eine folgende Zeugin ist das Frl. B, die ebenfalls auf dem Mcßplatz durch ihr Betragen Anlaß zum Einschreiten gegeben haben soll. Frau Schapiro habe ihr auf ihrem Bureau gedroht und ihr gesagt, sie könne sie untersuchen lassen. Bert. Bopp: Haben Sie erzählt, daß Sic bei ihren Eltern wohnen? Zeugin: Ja. Vert. Bernstein: Sind denn die Eltern benachrichtigt worden? Frau Schapiro: Nein. Vert. Arnstein: Sind Sie nicht der Ansicht, daß die Eltern benachrichtigt werden müssen? Der Vorsitzende beanstandet diese Frage. Bert. Pagenstechcr: Sie haben aber bcün Untersuchungsrichter kein Wort davon gesagt, daß Ihnen Untersutlnmg angedroht mürbe. Zeugin: Man hat mich nicht danach gefragt. Vert. Bopp: Ich verstehe nicht, warum man sich nicht an die Eltern gewandt hat. Bors.: Das ist sehr verständlich, vielleicht weil man dem Mädchen keine Unannehmlichkeiten bereiten wollte. Es kommt bei dieser Gelegenheit wieder zu einer allgemeinen Aussprache, weil man an diesem Fall beweisen will, daß ungesetzlich vorgcgaugen worden sei. Bert. Bernstein betont, daß er zwar nicht an der bona sidc der Frau Schapiro -zweifele, daß diesem Vorgehen doch aber jede gesetzliche Grundlage sehle, da das Mädchen seine Besänftigung habe und bei ihren Eltern wohne. Das sei doch ein Eingrisf in das Erzichungsrecht der Eltern. Gegen 7 Uhr schließt die Sitzung. bs. Darmstadt, 27. Juni. (9. Verhandlunystag.) Rechtsanwalt Schwörcr aus Mainz gibt Auskunft über eine Deleidigungsklage K. gegen B. Fräulein B. hat gebürt, daß die beiden Töchter der Frau K. der gewerbsmäßigen Unzucht verdächtig feien. Die beiden Mädchen sind daraufhin vorgeladen worden. Es bat sich aber herausgcstellt, daß an dem Gerede nichts wahr sei. Die Urlrcbcr des Gerüchts sind daraufhin zu einer Geldstrafe von 300 Mark verurteilt worden. Der Zeuge bat zu beanstanden, daß Frau Scktapiro dem Frl. B. loviel Glauben schenkte, daß sie die Weiterverfolgung der Sache betrieb. Frau Sämpiro bekundet zu diesem Fall, daß ihr die Älnzeigc nicht allein von dem Fräulein B. gemacht wurde, sondern von bereit Bräutigam, der eine polizeiliche Stellung inne hat. Frau K, die auch vernommen wurde, spriciü sich sehr anerkennend über daS Verhalten der Frau Schapiro aus Vert. Bernstein beanstandet, daß von Frau Schapiro über den Fall K. in aller Form Akten angelegt worden sind. Er beantragt die Verlesung der Akten, damit er tn seinem Plai dover davon Gebrauch machen könne. Das Gericht beschließt die Verlesung. Polizeikommissar Volz macht Angaben über eine Dirtsckast in Mainz, die übel beleumundet sei. 2luf die Frage, ob noch dem Erscheinen der Artikel die sittenpolizeilichen Hestiminungen iveniqer streng gehandhabt wurden, sagt der Zeuge, daß dies zwar nicht der Fall war, daß man aber doch etwas vorsichtiger zu Werke gegangen sei. wurden am 'Mittwoch 28. Juni: Vortrag von Perfen und das Fersen- ** Tagcskalendcr für Freitag, AmtSaerichtörat Tr. Mahr- Tarmsladt: tal. Abends 8*/t Uhr in Steins Garten. • •* I n Audienz empfangen vom Großhe rzog u. a. Amtsrichter Specht von Grün- berg, Pfarrer Waldeck von Wohnbach, Medizinalrat Dr. Vogt von Butzbach und Professor Dr. Rosenberg von Gießen. — Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Kirchenvorstandsmitglied zu EckartShausen Johann Ernst Weitzel das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für langjährige treue Dienste* verliehen. ** Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer an der eoang. Schule zu Wimpfen a. B. Hch. Volz zum Reallehrer an der Realschule daselbst, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. In den Ruhestand versetzt wurde der Dcml- asfistent bei der LandeS-Hypothekenbank Wilhelm Rühl zu Darmstadt biß zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. Au» Staöt und Land. Gießen, 28. Juni 1912. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung her Stadtverordneten Versammlung war eine richtige Arbeitssikung und verlief bei reger Beteiligung der einzelnen Stadtvater an den Verhandlungen recht flott. Der wichtigste, zur Beratung stehende Gegenstand war die Beschaffung eines provisorischen Viehmarktplatzes, da Aussicht besteht, daß mit dem Nachlassen der Seuchengefahr das Marktverbot aufgehoben wird. Zu einem endgiltigen Beschluß kam es noch nicht, da sich Marktdeputation und DauauSsckMß nochmals mit der Frage befassen sollen und auch eine Besich- tigung der in Frage kommenden Plätze erfolgen soll. Dte Angelegenheit soll aber als dringlich behandelt werden, so daß voraussichtlich schon bald die viehmarktlose Zeit vorüber fein wird. Zum Jubiläumsturnfest des Gaues Hessen wurde entsprechend früheren Beschlüssen nach einer Aussprache ein ZusclMß von 2000 Mk. bewilligt. Die übrigen zur Beratung stellenden Gegenstände wurden rasch erledigt. $ i e Bezirke der Kontrollbeamten für die Lokalkassettellen wurden vom 1. Juli d I. ab neu nw* geteilt. Ttc Stelle eines Kontrollbeamten für die Lokalkasse« stellen des Bezirks Friedberg wird aufgehoben und die vcrblerbeubttl KonttoUbczirke der Lokal lassen haben die Bezeichnung I, II, Ul Dann wird die Wirtin des betreffenden Lokals vernommen. Sie bestreitet, daß es in ihrer Wirtschaft unzückt iy hergegangen sei. Ein Mädchen habe der Frau Schapiro einen schonen Blumenstock gebracht. Frau Schapiro hätte Mädchen beauftragt, in den Kneipen Spionagedienste zu leisten. Dieses Mädchen^sei dann auch in das Lokal gekommen und habe mit einem Schiffer ange- bändelt. Frau Sck«piro schildert bann die Vorgänge in dem Lokal. Frau Sapiro wird dann über die beiden Fälle vernommen, die in der Hauptsache dem Reichsgericht Veranlassung waren, die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Darmstädter Strafkammer zu verweisen. In einer Frankfurter Zeitung war ein Inserat erschienen, das cm Mittel „Frouentrost" anpries. Ich schrieb eine Karte und gab sie zur Expedition. Diese Karte schrieb ick, aber erst nach Rücksprache mit dem Polizeirat und dem Kommissär Kitwhäuser. In der Expedition ist die Kurte dann aus Versehen in einen Umschlag gesteckt, mit J>em Polizeistempel versehen und dem Empfänger durch einen Polizisten übermittelt worden. Wir haben die Karte dann zurückerhalten mit einem 'Schreiben des betreffenden Händlers. Ter nun irgend eine Erklärung notwendig wurde, haben wir beschlossen, dem Händler zu sagen, daß ein Mädchen, das Tags zuvor in Schutzhaft eingcliefert worden war, diese Karte in der Zelle verloren habe. Bors.: Hatten Sie Bedenken wegen der Zulässigkeit dieses Verfahrens? Frau Schapiro: Gar keine, Herr Präsident, ich halte es für eine Art Fürsorge.^Vors.: Ist Ihnen in der Zwischenzeit nicht gesagt worden, datz Sie das nicht mehr tun sollten? Frau Schapiro: In anderen Städten, in Berlin, Aackcn usw. wird dasselbe gemacht. Was nun den Fall Wagner anbetrisst, so handelt es sich darum, sestzustellen, daß eine Frau Abtreibungen vornehme. Es handelte sich darum, zu erfahren, was sie tat, ob sie Mittel gebe oder ob sie Eingriffe mache. Ich machte der Frau W. den Vorschlag, sie auf dem Mainzer Bahnhof zu treffen. Davon hat mir aber Herr Kindhäuser abgeraten. Er war auch dagegegen, daß ick selbst zu der Frau ginge. Ick habe ihm gesagt, daß ick niemand anders hätte als mein Mädchen. Ich habe dem Mädchen erklärt, daß sie die Frau nicht zu sich herankommen lassen dürfe. Es wurde dann eine Haussuchung bei der Frau abgehalten. Das Mädchen mußte wieder mitgehen. Die Frau ist dann bestraft worden, und nach der Verbüßung der Strafe hat sie ihre strafbaren Handlungen wieder vorgenommen. Dors.: Wenn auch gegen die Verwendung von Spitzeln vielleicht nichts einzuwenden ist, so hätte doch die Pavel nicht benutzt werden dürfen, so hat wohl der Angeklagte geschrieben? Sie war wohl wegen Diebstahls bestraft? Frau Schapiro: Daß sie bestraft war, wußte ich wohl, aber die Akten habe ich nicht gekannt. Vett. Löwcnsberg: Ist cs richtig, daß weder Herr Hirsch noch Herr, Horch etwas von dieser Sache gewußt haben? Haben Sie nicht selbst freiwillig von der ganzen Geschichte erzählt? Frau Schapiro: Als die Artikel'in den Zeitungen gestanden haben, hat Herr Berttdt gesagt, was könnte denn da bloß vassiett sein. Da habe ich denn gesagt, daß vielleicht diese Fälle gemeint sein könnten. Vors.: Sie sagten. Sie hätten sich für berechtigt gehalten? Frau Schapiro: Damals noch nicht. Aber auf Veranlassung meiner Vorgesetzten habe ick cs getan, und denen durste ich dock nicht widersprechen. Vett. Bernstein: Für dieses Verfahren sind also nicht nur Sie, sondern auch Herr Kindhäuser verantwortlich? Fran Schapiro: Gewiß? Vett. Bernstein: Ist über die zweite Sache ein Protokoll ausgenommen worden? Ganz sicher, das wird vielleicht (!) von mir selbst ausgenommen worden sein. Vert. Bernstein: Ist es ttchlig, daß Sie der P gesagt haben, sie solle einen falschen Namen angeben und Sie haben ihr dann diesen Namen selbst gegeben? Frau Schapiro: Das war so vereinbart. Vett. Bernstein : Sie haben also, wenn man so sagen kann, diese Komödie in der Wohnung dieser Frau durclfgeführt? Ist es ferner richtig, daß Sie zu dem Mädckien gesagt haben: Was tun Sie denn hier, Sie sind ja eine schöne Pflanze? Haben Sie nicht auch zum Schein die Feststellung der Personalien der P. veranlaßt? Fran Schapiro: So genau weiß ich das nicht mehr. In der Nachmittagssitzung wird zunächst Frau v. Barner, die Vorsteherin des Eäcllienheims in Wiesbaden vernommen: Macht einige Angaben über die gestern vernommene Frau K., die von der Frau Schapiro in das Heim untergebracht, bald aber wegen ungehörigen Bettagens wieder zurückgeschickt wurde. Bors.: Was für eine Meinung haben Sie von der Frau Schapiro und ihrer Tätigkeit? Zeugin: Ich habe immer die Liebe vermißt. Sie meint es gut in ihrem Sinne, aber.es fehlt die reine Liebe. Dorf. : Wir haben aber eine Reihe von Zeugenaussagen, die beweisen, daß sie dock mit mütterlicher Liebe vorgegangen ist und die sogar in großem Maße vorhanden war. Woran haben Sie das gemerkt? Zeugin: Ich fand ihre Weise sich ouszudrücken und die Sache zu behandeln nickt so sympathisch Vors.: Hat sie anstößige Ausdrücke gebraucht? Zeugin: Nein. Dors.: Erinnern Sie sich eines Ausdruckes, der anstößig war? Zeugin: Nein, dessen erinnere ich mich nicht. Ich sand aber etwas Un- weibliches in ihrem Wesen. Vors.: Was sanden ,Sie unroetb- lick? Zeugin: Sie ging immer vor, wie ein Mann vorgehen würde, jvie ein Polizist. Vors.: Sie sagten früher, Frau Schapiro hätte mit großem Interesse schmutzige Sachen erörtert. Zeugin: Ich kann mich nickt mehr so genau erinnern. Wenn sie bet mir war, I)at sie Dinge erzählt, die mir nicht paßten. Sie interessierte sich mehr für die Tinge, als nötig war, um zu Helsen. Sie hatte auch z. B. die Herren erwähnt, mit denen die Mädchen in Verbindung stehen. Vors..' Sie haben früher erllärt, daß Sie einen auffälligen Mangel an weiblichem Zartgefühl bei ihr gefunden haben. Zeugin: Das ist wahr. Bors. : Eines bestimmten Wortes erinnern Sie sich aber nicht? Zeugin: Nein, das weiß ich wirklich nicht. Aus ihrer Tätigkeit hat sie verschiedenes erzählt. Vert. Bernstein: Ist es richtig, wie Sie früher cmsgesagt haben, daß Frau Schapiro die Mädchnt ausgefragt, sie anfangs freundlich behandelt, daS aber nackher gegen die .Mädäien verwendet hätte? Zeugin: Ja, das haben alle Mädckien gesagt. Vors.: Werden olle Ihre Mädchen uiOersucht? Zeugin: Im Cäcilienhcim nicht, aber in der Abteilung für Fürsorgezöglinge muß das sein. • Zeuge K. erzählt, wie er zu der Katte kam, aus der er aufgefordert wurde, sein Mittel näher zu kennzeichnen. Die Karte ist unterzeichntt mit der Chiffre F. v. R. Der Zeuge evfiärt, daß er einen Strafantrag wegen Verleitung zum Verbrechen gegen den Schreiber der Katte beantragt habe. Nack meiner Antwort kam ein Herr und eine Dame .zu mir und cr^hlten, daß ein Mädchen die Katte in einer Zelle verloren hätte. Der Zeuge vetteidigt sich dann gegen die Behauptung, daß es sich uni ein Abtreibungsmittel handele. Es wird dann die Antwort des Zeugen nn die Polizei verlesen, mbcr .er diese auffordert, nach dem Schreiber zu suchen. ' Polizeikommissar Kindhäuser: Derartige Briefe sind immer geschrieben worden. Wir wollten kein Verbrechen provozieren. Vors.: Halten Sie dieses Verfahren für zulässig? Zeuge: Ich würde es heute ebenso machen. Das Urteil des Reichsgerichts ist sonderbar. Ick werde mich dueck das Urteil nickt obhaltcn lassen, nickt eher, als bis ick von meiner vorgesetzter» Behörde die Weisung dazu erhalte. Erst kürzlich ist von einer hoben Behörde eine Dienstvorschrift erlassen worden, in der den Beamten zur Pflicht gemacht wird, sich Bertrauenspersonen zu fiebern, um Verbrechen usw. aufzudecken. Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Karte. DaS ist nicht die erste Katte, die an K. geschrieben wurde. Vett. Bernstein: Das ist ja neu Es ist schon einmal an Ä. geschrieben worden? Frau Schapiro: Der Polizeirat bat mit getagt, ick solle auch die Zeitungen nach verdächtigen Annoncen hm durchsuchen. Wir sind dann überein- ge(ommra, einen Bries zu schreiben. Diesen Bries habe ich aber nicht geschrieben, sondern eine Per»« die mit ihrem vollen Namen zeichnete. Verl Bernstein: Ter Fall unterscheidet füb dadurch, daß damals die Person mit dem richtigen Namen z ei ebnere, aber auch nur zu dem Zweck, dm ft. zu überführen, und IV -zu führen. Bis auf weiteres ist der Amtssitz der Kontroll- Der Zeuge Kindhäuser will dann die Persönlichkeit c»es K charak beamten für den Bezirk I und II Tarmstadt des .Hontrollbanntn tmfieren. Das Gericht kann ibn davon nur mit Mühe ab- des Bezirks III G i e ß e n und des Kontrollbeamten des Bezirks IV bringen. n Mainz. Zum Bezirk III gehören die 13 oberhessischen Bezirks- ES nnrd dann aut den Fall Wangner eingegangcn. Ter Zeuge lcmen Ter Grotzherzog hat den Kontrollbeamten der Lokal- kann nur dasselbe bekunden, was Frau Schapiro auSfühne. > kajseslellen des Bezirks Tarmstadt II Finanzrat Rob Baugel Nach den Konferenzen auf der Polizei befragt, sagt der Zeuge, daß von milderen Bestimmungen nicht die Rede sein könnte. Das Wort milde sei überhaupt nicht gefallen. Es wird dann der Sekretär H. des Polizeiamtes vernommen, der über den Fehler, der bei Absendung der «arte gemacht wurde, Auskunft aibt. Davon, daß schon früher so verfahren wurde, weiß der Zeuge nichts. Ter Zeuge ist in eine andere Abteilung versetzt worden, er weiß aber nicht anzugebcn, ob das auf Grund dieses Vorkommnisses geschehen ist. Beig. Berndt erklärt positiv, daß es keineswegs der Grund war, der zu dieser Versetzung führte. Die Versetzung ist bereits auf einer Konferenz besprochen und genehmigt worden, lange vor dem Prozeß. Eine Frau P. spricht sich anerkennend über Frau Schapiro aus, die für ihre lüderliche Tochter gesorgt habe. Tie Zeugin Hal sich entschieden geweigert, ihr Kind wieder zu sich zu nehmen, das sehr zu Diebstählen neige. Darauf schließt die Sitzung. Freitag und Samstag finden keine Verhandlungen statt. Fortsetzung Montag, vormittags 8 Uhr. hessischer Zentralverein für billige Wohnungen. R. B. Darmstadt, 27. Juni. Ter Hessis che Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen hielt heute hier seine Hauptversammlung ab, dic aus allen Teilen des Landes gut besucht war. Der Vorsitzende, Frbr. Hehl zu Herrnsheim, dankte namentlich den behördlichen Vertretern, man bemerkte die Herren Minister v. Hombergk, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Ministettalräte H ö l z i n g e r und Dr. Kratz, Geh. Obcrbaurat Hofmann, Kammerpräsident Oberbürgermeister Köhler, Provinzialdircktor Geh. Rat Fah li. a., für ihr Erscheinen. Dann gab der Vorsitzende einen lieber» blick über die bisherigen Erfolge und die Tätigkeit auf bent Ck- biet des Wohmingswcfcns, sowie über den Ausbau der Reichs- Versicherungsgesetzgebung imd die Reichstagsberatungen über das WohnuiigSwesen. In Preußen seien bisher schon 154 Millionen für die Errichtung billiger Wohnungen verausgabt worden. Die Verhältnisse in Hessen könmen als mustergültig anerkannt werden; der Ausbau billiger und gesunder Wohnungen habe sich in befriedigender Weise weiter entwickelt und das Interesse der Mi- nistetten und der Landstände für diese wichtige soziale Frage sei andauernd sehr groß, wenn auch zurzeit nur etwas spärliche Mittel von der Regierung zur Verfügung g-efttflt werden konnten. Der Redner weist zum Schlüsse noch out das segensreiche Gebiet der Tätigkeit hin, das sowolst städtische, wie auch ländliche Gemeinden erfolgreich bearbeiten könnten. Es folgte nun cm interessant er Vortrag des Bürgermeisters Tr. F r e n a y - Bensheim über „D i e Fortbildung der hessischen Wohnungsgesetz- gebunfl" Ter Redner sctstoß seinen Vortrag mit den Worten: Wir haben in unserem Verein schon manchmal auf Lücken der Gesetzgebung hingewiesen, aber das geschah nicht, um unfruchtbare Kritik zu üben, sondern von dem Bcstteben geleitet, eine Fortbildung der gesetzlichen Bestimmungen, wie sic sich aus den Forderungen des praktischen Lebens als wünschenstoert erwiesen hat, anzuregcn. In diesem Sinne mögen auch meine kurzen Andeutungen bewertet werden. Der Vorsitzende spricht dem Redner den Dank der Versammlung aus und wies darauf bin, daß Bürgermeister Dr. Frenay auch in der Praxis große Erfolge erzielt habe, das seine Ausführungen also auch von großer prakttscher Bedeutung für Interessenten seien. Der Verein müsse sein Augenmerk besonders auf die Bautätigkeit in den Städten richten: während für die ländlichen Gemeinden die Cngenn?ohnungen das Gegebene sind, sei hier zu berücksichtigen, daß in den Städten kleinere Eigenwohnungen leicht SvekulattovS- objette werden, wenn wicht Vorsorge geUoncn wird. Der sprin»- gende Punkt sei dic Kapilalbesckaffung, damit man an Stelle der alten schlechten Wohnungen neue gute setzen könne: in dieser Hinsicht sei es wünschenswett, ivenn die Vorschläge des Redners wegen der Landeskreditkasse Beachtung fänden. In der Besprechung schildettc Justtzrat Dr. Görtz-Mainz seine Erfahrungen als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Baugenossenschaft in Mainz: er betonte, daß die ganze Bantättgkcit für Minderbemittelte in Mainz durch die Entwickelung der Verhältnisse lediglich in die Hände der Bauvereine gelegt worden sei. Miniftettatrat HSl- z i n g e r wies darauf hin, daß die Hauptsache eine billige Be.- leibung sei. Die Landesvtrsicherungsanstalt erscheine hierfür wett besser geeignet, als die Landeskreditkasse, die ihre Kapitalien nur zu 4,12 Prozent hergebe. Weiter sprachen noch Finanzrat Emmerling, der Vorsitzende Frhr. v Heyl, Provinzialdircktor Gebcimrrat Fah und Bürgermeister Müller. Alsdann erstattete der Generalsekretär Landeswohnungsinspektor Gvctschel den Jahresbericht für 1911. Im Anschluß hieran erfolgte der Kassenbettcht und die Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. W-Ktth« ^2 Äusstattu' coCBC5eTt Dienst« 5traflB u^t seinem & WM qroyerc ^^nc -bad in ÄJÄ« Sä W* * SV r-'srZ. M-»-ckn m d-m ü i„ Ob-- «niW samostm Zusammen!! und Kchmarzlose ti Trompeten zu gebratu sich Herr Sehr: der Heide und dem •ja* über daS sch her aus dem N°P Künstlers-Hast, und r zücke Herr Müller flöte. Auch die übrif schwungvoll vorgetrag " Dom Biog derzeitigen Biograph Rampe' al« heroorrc Handlung dieses Fisi der italienischen Küns gie, inS beste Licht o sehr schön. So erst- Heine Störenfried* d IL a. bietet noch d Raturaufnahme. L Kohden, 21 weise entlassener Z Josephstist in Klein gerichtögefängniS in Berfchlungen an eim soll. Der Verhaftete üche finfbare franblui weshalb über ihn die L. Friedber verordneten, -otzbach wich < verspätete Vorlec Werden ferner -ckroM, Franffur tai am Sdelspfad, ?Ttrma Theodor Mo Neubaute Wen- der Plan ?ttakenbrette von H X Aernehmer d »^«usführunj Menbrauerei beaw T^in ihr Grur Dach fti'Ri' MK ^r°lhc.5 eine Sitzung der Stadt- ugcsuch der Firma Fr. fabelhafter Waschkraft Stück 30 Pf cten. W- wurden am SP«*‘JSj» die Scifen-Jndustrie je hervorqebracht hat Reehtskonsulenl M S^opI *^££^e/ifcnvernu' Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten AoOTtattoDg preiswert die kleine Störenfried' U. a. bietet noch Naturaufnahme. en Arbeitern je Tätigkeit bei der durch sein bcstbekannteB, einziges Spiel, der Film „Holzflößerei* eine prachtvolle Bei einem Streit zwischen Korb- Wanneniacher seinem Kollegen einen Messerstich inB Herz Der Marienschtile (katholische die Befugnis zur Erteilung des Einjäh rig-Fretwilige zu- troffen. So nach der Dan Kreis Büdingen. 27. Juni. Gestern wurde hier ein probe- Zöglmg der ZwangSerziehungBansiatt St. L Kohden, weise entlassener M $*aAc6*. qnn ÄmtroTTbeamten der Lokallassen deS Bezirk- I. de» ÄDntToUbmmieit der Lokalkaflesteflen des ^cAirfS Darmstadt I, Nnan»«--t Zok. Breit Wieser zu Darmstadt, zum KoMroll- b eamten der Lokal kaffen de» Bezirks II, den ^ntrvllbeamten der Lsfialkaflelt eilen des Bezirks Wtcßcn, Finanzrat Emcl S cd u d l z» Gletzen, zum Kontrollbeamten der Lokalkassen deS Bezirks III und den Kontrollboamten der Lokalkasfestellen des Bezirks Mainz M»M«mrma»n vch Lohne» zu Mainz, zum ftontrollbromtra der Lokallass en des Bezirks IV ernannt ymgt nach Barmen am 3. September 1906 wurde er in {rin dortige» Amt nnqrübrt X Bad Orb, 27. Jun,. In der sogen. Burg fmb zwei Wohnhäuser und drei Scheuern durch Feuer em- geäschert worden. Ein Ripb batte in einer Scheuer mit Z'ündhölzern gespielt, wodurch ein Heuwagen in Brand geraten war. eine neuartige Haushaltseife von Iosephstift in Klein-Zimmern verhaftet und in das Amts- gcrichtSgefängniS in Nidda verbracht, weil er sich sittlicher Verfehlungen an einem Schulkunden schuldig gemacht haben soll. Der Verhaftete hatte seinerzeit in der Wetterau ähnliche strafbare Handlungen an kleinen Mädchen oorgenommen, weshalb über ihn die Zwangserziehung verhängt wurde. Kreis Friedberg. 6 Tage erhöht wird. I Mainz, 27. Juni. Knabenschule) ist nunmehr BefahigungSzeugnisseS für gestanden worden. w Mainz, 27. Juni, flickern brachte ein gewisser Wolfroth auS Partenheim Cttftfcbiffiihrt. Die Meerfabrt der „Viktoria 2uife". Hamburg, 27 Ium Das Lustictnss ..Viktoria Luise" ist beule morgen um 6 Uhr 15 zu einer 10-stündigen Ikbcrierialxt am der Nordsee mxt zwöll Passagieren ansgestiegeir. ES ist geplant, Helgoland zu berühren und bei günstigem Sikttrr die Fahrt über die ostfriesisrbcn Inseln auszudchncn. Das Lustschift tourt*- inn 8 Hin über Eurbauen gejiwret. DaS Luftschiff iimTrriitc um 9.15 Ubr vormittags Helgo- kand und tubr mit südlichem Kurs weiter Um 11 Ubr 56 ging es über Vordem cu und nahm die Richtung auf Borkum. Mamlt zdinitn Elektrischer Betrieb Liebigstrabe 63 Inhaber Frau; Otto reinigrDäschejeder Art. Spezialität:, HauSbaltungSwaichc. Feine Stärketoäiche. Weib ' Wäsche wird aufNaicn gebleicht und im Freien getrocknet. Eilwäsche ohne Preis- aus, ch lag. «ßtn Letzte Nachrichten. Leipzig, 28. Juni. DaB NeichBgericht verurteilte den 29jährigen Obersignalmaat Albert Ehl e rB - Wilhelmshaven ivegen Verrats militärischer Geheimnisse zu sechs Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust, Entfernung aus seiner Marinestellung und Polizeiaufsicht. Weimar', 28. Juni. Der D-Zug 189 von Eisenach nach Eger, der 6.10 Uhr m Weimar ankommt, ist bei TroebB- dorf in eine Kolonne Streckenarbeiter gefahren. Zwei wurden sofort getötet, einer schwer verletzt. Lebende Krebse emvstehlt die 14502 Hambnrrr Piech- und Delikate**. - Handlung A. Koch Nachf. 10 Schulstrafte 10. Die Remigungswirkung ist einfach fabelhaft. Selbst durch und durch verschmutzte Wäsche wird mit Kavon-Seise bei spielend leichter Arbeit wie neu. 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Herr Poetzsch handhabte im LiebeStraum seine Trompete mit fein abgetönter Stimmgebung, die Herren Blau und Dietz wetteiferten indem Zwiegespräch der Klarinette und der Oboe an Fertigkeit miteinander. Geschmeidig und mit famosem Zusammenklang wußten die Herren Goldacker und Schwarzlose in der Konzertpolka Die Perlen ihre Trompeten zu gebrauchen. Als ein Meister der Posaune er- roieß sich Herr Schridd4 in der Ballade Daß Grab auf der Heide und dem Lied An der Weser. Mit seiner Fantasie über daß schottische Volkslied: Lang, lang ist'S her auf dem Xylophon erwies Herr Neumärker seine Künstlerfchast, und mit seiner Polka Götterfunken ent- zückte Herr Müller durch die feinen Töne seiner Pikkoloflöte. Auch die übrigen Stücke wurden sehr schön und sehr schwungvoll vorgetragen. -Vom Biograph wird unö geschrieben: AuS dem derzettigen Biograph-Programm ist der Dreiakter „Die Rampe* atß hervorragend und fesielnd heroorzuheben. Die Handlung dieses Films wird durch das meisterhafte Spiel der italienischen Künstler, verbunden mit einer tadellosen Regie, ins beste Licht gestellt. Auch das übrige Programm ist sehr schön. So erfreut z. B. ,Max* in bei Humoreske „Ter L. Friedberg, 27. Juni, verordneten. Das Baug Reue MatjeS-Heringe Neue Kartoffeln Reue Zwiebeln find einßetroffen und billigst zu haben bei 3785 ßtorg Wallenfels Marktplatz 21 Tel. 1« ncqcnüber derEngelavotheke Rabattmarken'AuSgabe. X,*r-5chu/e MAINZ AeltesteS Institut! Weck-, Rex- Bade-Duplex- Ullrich in verschied. Ausführungen sow. die beliebten RcxRlÄser etc. empfiehlt 3729 Edgar Borrmann GIESSEN Baus- u. Küehengerälegeschäfl Tel. 165. Xeustadt 11. Garten-Zelt 4-ecktg und 2 m im Quadrat. DaS Weiten ist aus Eifen- lonftrufnon und aufammen- leqbttr, das Dach u. Vorhang bestehen aus wasserdichtem, rotaeftreiftem Legcliuch.TaS Seit ist kauf' und leihweise »u haben und kann bestchtlgt werden bei 14514 Ludwig Lazarus Afterweg 53 Feruipr. 505 KavonSeife / ganz^ ohne Soda!1 / Roßbach wird genehmigt, beanstandet wird das verspätete Vorlegen des Baugesuchs. Genehmigt werden ferner die Baugesuche Binder-Fauerbach, Schmoll, Frankfurter Strafte, Ulrich für drei Neubau- teil am Edelspfad, und Ehrlich für Kaiserstrafte. — Die Firma Theodor Morsckfiel will am verlängerten Schützen- rain acht Neubanten nach Plänen des Architekten Jost errichten: der Plan wird genehmigt, doch soll an einer Straftenbreite von 10 Metern festgehallen werden und von dem Unternehmer die Stellung einer Kaution zur Sicherung der Ausführung eingefordert werden. — Die Mainzer Aktienbrauerei beantragt die Einführung von Gas und Wasser in ihr Grundstück; das Gesuch wird genehmigt. bei, so daß der Tod sofort eintrat. Der Täter ging flüchtig, nachdem er noch einem anderen Korbflicker einen lebensgefährlichen Stich beigebracht hatte. Hessen-Nassau. W. Frankfurt a. M., 27. Juni Bon den vier Sctottbcm, den Oberbürgermeistern Koerte-Königsberg, Ackermann Danng, Kub-Fürth und Voigt-Barmen, um den demnächst freiwerdenden Posten des hiesigen Oberbürgermeisters hat der MagistratSivahl- ausschuft der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, Georg Voigt für die Wahl des Oberbürgermeisters in Vorschlag zu bringen. Voigt ist 1866 in Danzig geboren. Er studierte Staats- und Rechtswissenschaft in Breslau, tkönigü- berg und Berlin: in den Kommunaldienst trat er sehr frfib in seiner Vaterstadt Danzia ein, wo er unter dem verstorbenen Reichetagsabg. Baumbach, sowie unter dem jetzigen Staatssekretär deS Innern, Dr. Delbrück, tätig war, zuletzt als Stadtrat. 1899 fant er als zweiter Bürgermeister nach N ix d o r f, wo er bis 1906 blieb. In dieser Arbeitervorstadt mit ihrem amerikanischen Wachstum — die Bevölkerung stieg in dieser Zeit von 60 000 aus 160000 Einwohner — fand er die schwierigsten Ausgaben vor, die einer Stadtverwaltung gestellt werden rönnen, da eS galt, die Einricktutigen mit dem raschen Wachstum in Einklang zu bringen. Jedenfalls war Rirdorf eine ausgezeichnete Schule für den künftigen Oberbürgermeister, und man wird eS n. d. Frkf. Ztg. in Frankfurt besonders begrüßen, daß er dort reiche ihn- blicke in die Arbeiterwelt tun konnte. Tie nächste Station führte Ä-ZSL 'N eine 2^ n>Ul / 'geben, Äg ^4, -.dS-L- ■"-‘ter.s nend über Äi|ab'5 $i.s$a6ui " ,u W ll uff“ M und •* S t a d t t h e a t e r. Nachdem die Eröffnung-vor- ftdümgen ge&rigt haben, daß wiederum ein tüchtiges Cperct- tenperfonal engagiert ist und die Direktivn eine wirklich vornehme Ausstattung -bietet, dürfte auch die Ausführung am nächsten Dienstag lebhaftem Interesse begegnen Nach Strauß und Lehar kommt diesmal Millöcker zu Worte und zwar mit seinem stets gern gesehenen „Gaspar onc" Die» liebenswürdige, melodiöse Werk gibt den gesamten Solvkräften Gelegenheit, ftch in dankbaren Partien zu zeigen, namentlich hat die neue Soubrette Frl. \Tlma Dalll-e vom Basler Stadttheater in der ,Lora" diestnal größere Aufgabe. Zu dieser Vorstellung gilt der zweite Operetten ermastigungskupon. 2onncnitrflHc31 Del.634 ert.Jflat in Rechtssachen. emv- nehlt iitb in Anfertigung von Gesuchen, Steuerdeklaration. ,>orderungsbeureibung, Huf- stclluna v. Vermögens Ber^. und Vertretung in Erb' idiaftetndjcn vor Oicndn. Cvrcchitunden auch Zoan tage von »— i Uhr. •** fe?t er?*™?gL$-Brühl’sd>€ Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 VL.-K-L «fl.ben kWS-ty' DM SfetWn über da * M 154 MME7 niorbtn. Jgültig anertamit werdcn Sotagat habe sichln,. der Ai, J ^lcht'ge soziale ^agc ir Mt werden konnten, io ms 'kgensreicke Gebiet dec mich ländliche (kmttnbr * An m intettfianter na y-Bensheim über „Die t« Wohnungsgesetz. n Vortrag mit den Dorten l manchmal aus Lücken be ''Mh nicht, um tmsruchLm Itreben geleitet, eme Fon- t, wie sie sich aus den ssor. wünschenswert mviesm hat, l auch meine kurzen Andai- itzende spricht demRedna nies darauf hin, daß Bürge is grotze-Elfolge erzielt habe, von grober praktischer Br> t Verein müsse sein it in den Städten ridjten einden die Ngenwohmlngeii i berücksichÜM, dab ä imgen leicht Spckulatiovs : getroffen wird. Der spa» ig, damü man an Stelle br iutc setzen könne: in düse die Vorschläge des Rednev I fänden. In der Besprechu-ic . viiy seine lmalMkgen alt j Baugenossenschaft in Man» I 'eit für Mnderbemiwlte 11 I Betbältniife Wic6 in di- I ' fei. Mmsteriokki vN'A dauptsacke eine W*- . iritalt erscheine W v-ü che, die ihre Wm mi 1 chrn noch I brovinzialdirekwr veftMo. sdann erstattete der Gvetschel den W ran erfolgte der Menbtndz itgliedern. --- ti6 6an6. 28. > 191" ^tadtvttorviietm. tobt»« iiisä'äs duM, Lm-ck-: in öald - lurnsk' crubtlllüms u tB von ndm Gegenstände gen i jx*®*^*^«* al chen mu J en. svurde A Erna"" Hch. S-n "-„teS*”9 I iwun“ b(! ! cnbonk @ junb^11; } I s* 94'ÄSRI MI'Km. OS »!” Firma Gratifikationen int Gesamtbeträge von 24 000 Mk. überwiesen. Außerdem erlyielt jeder Arbeiter an dem Gründungstag, 27. Juni, an bhn bei Fortzahlung des Lohnes die Arbeit ruhte, ein Geldgeschenk von 3 Mk., da die Firma keine Festlichkeit veranstaltete. Ferner wird eine Beamten- und A rb e it e r uu te r st ü tz u ng s- taffe mit 10000 Mk. ins Leben gerufen. Tie Arbeitszeit soll vom 1. Juli auf 56 Stunden wöck)entlich verkürzt werden. Den Arbeitern wird vom 1. Januar 1913 ein Urlaub gewährt und zwar nach dreijähriaer ununterbrock>c- ncr Arbeitszeit von 3 Tagen, der nach 15 Jahren auf —, Der Schuhwar en Handlung Heinr Heß wird die Anbringung eines Rellameschildes an ihrem Geschäftshanse Katferstraßc 40 gegen ReverS-Lnerkennungsgeduhr gc- ftattet. — Bei Vergebung von Arbeiten wird das Legen von Fußböden in der Muster schule dem Schretner Jndersleben als Mindestforderndem übertragen. — Die Herstellung des Belegs an der östlichen Seite des Weges nach Fauerbach wird der Firma Loth & Bopp für 2.30 Mk. pro Quadratmeter übertragen. — Eine uneinbringliche Forderung von Schulgeld der «ichillerschule wird niedergeschlagen: ein durch Einstellen einer neuen Lehrkraft und sonstige Unrftänbe erfolgter Mehrdeutig von etwa 1000 Mark bei der Reckmung der Schillerschule wird von der Stadt gedeckt. — Der Wetterauer Reu erverein spricht seinen Dank für die Ueberlassung der Seewiese als Festplatz und Stiftung eines Ehrenpreises aus. — Herr Ferdinand Damm teilt mit, daß er fein Amt als Kommandeur der Frriwill. Feuerwehr auS Gefnndheitsriickfichten ntederlegt: bis zur Neuwahl werden die Brandmeister Müller und Schmidt- berger seinen Posten übernehmen - Ein von Metzgermeister Gröninger der Stadt angebotener Vergleichsvorschlag, für seine Hosreite einen Preis von 41000 Mk. zu be,zahlen, wird abgelehnt, da dessen Amveien im Enteignungsverfahren nur mit 31 000 Mk. abgesckstitzt worden ist. — DaS Projekt der neuen El e kt r i zi t ä t s a n l a g e soll in der nächsten Zeit fertig gestellt werden und dann der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden. Starkenburg und Rheinheffcn. m. Offenbach, 27. Juni. Die Bürgermeister- wahl in JügeS heim, die nach viermaligem Wahlgang mit dem Sieg des Liberalen Bruder mit einer Stimme Mehrheit gegen den Zentrumskandidaten hinter endete, beschäftigte heule den üreisausschutz. Nach längerer Berl^andlung wurde lchlieftlich die Wahl für ungültig erklärt. — Anläßlich des öOjährigen Bestehens der Werkzeugmaschinettfabrik von Collet & Engelhard wurden von der Firma eine Anzahl Stiftungen gemacht und soziale Fürsorgeeinrichtungen für die Arbeiter ge- mlt Brat, vernichtet radikal lidtaroterskHniit.1^1 Nr 7518» Qorach i ferbloe B'inlctd. Kopfhiut v. ScMepp« r., b-tord. d. Hxxr- ^sch«,Terbot Zaiag x. Para- ■. ten.wlebtiß fu r Sebulkiede r. .-ueenti• v Ar-rkccnenr-n Kl. k M 1.- a- »M in den Droge rien and Apotheken. vermischte». * E in Bornbenanscklaa Ein K.monensctmsi ähnlicher Knall fr nirfadTtc gestern abend in einem Hause in der Söblnv- strafte in Berlin Aniregung Brennende Pavpnucke und glimmende Reste einer Zündschnur, die am Torroege lagen, beuten dar auf 'hin, daft ein Spreimkörver zur Ervlosivn gebracht inorbcn roar Der Luftdruck hatte die dicken Glasscheiben der Torflügel zertrümmert nnd auch mif dem Hose Schaden angerichtet Die Stärke des Knalles und des Luildrucki'S läftt darauf schlieft.m, daß eS sich nicht um einen geroöhnlidKn Sprengkörper, sondern um einen großen bombenäbnlidjcn Sprengkörper gebandelt haben muß. Verdächtig sind drei obdachlose Männer, die sich in der voraus- gegangenen Nacht im Keller des Hauses ein Nachtlager xuredu gemacht batten, vom Portier aber vertrieben nnirden Hierbei stießen sie die Drohung aus, sie roürben das Haus in die Lust sprengen. * Zwei internationale Taschendiobe, die in der letzten Zeit in den Perlin-iöamvicrgor V-Zügen Diebstähle ausftihrteu, sind am DotinerStag in Hamburg verhaftet lvovden Es find zwei 9btffnt nanttnB Beer und Lewkowi tsch Ein dritter sprang, als man ihn verhaften wollte, über das GleiS. Ein gerade vorbei- fahrenber Borort-ug hinderte die Beamten au der Verfolgung. Einer her Bestohlenen hat in dem verhaftetest Beer einen Reisenden toiebererfaunt, der sich auf der Reise Berlin—Hamburg an ihn heran gedrängt hatte. * Schiffbruch. Aus Tokio wird gemeldet: Dier Kreuzer „N a n i w a" scheiterte bei den BrotottanJn- seln und nntrbc dann, um ein Sinken des Scknffcs yi verhindern, auf Grund gefetzt. Die Mannsckiaft würbe gelandet. Menschenleben sind nicht zu beklagen Das näd)flc Ikriegsscbiff befindet sich 500 Meilen entfernt und eilt an die Unfallstelle: von Jvkusuka sind Sckstfte *nr »ikfe- teiftung abgehangen, jedoch ist eine Rettung des Kriegsschiffes zwetf elha s t. Kleine Cagesdironif. In Saarbrücken tötete am Mittwoch abend gegen 8 Uhr der vulsach vorbestrafte und erst kürzlich cuis dein ;3iufUbau4 entlassene Gelegenheitsarbeiter ölet bin seine von ihm getrennt lebende Frau nach rinan kurzen Worlweckchl aus offener Strafte durch drei Revolverschüsse. Mit einem vierten Schuft suchte er sich selbst zu töten, verletzte sich aber nur leicht und wurde sest- acnninmcn. Tie Bolk^incnge nrockste Miene, an dem Mörder Lvnchjusti- zu üben. Die beiden Kinder bc<$ Ehepaare» roami bei der Tat zugege n. Durch Funkcnsprnch wird auS Neu-Fahrtoasser ge- meldet, daft ein deutsches Torpedoboot in dichtem Nebel bei Brüstervrt auf den Steinen ausgelaufen ist rmd dort festsipt. Bon KönigSrnark ist der Schleppdampfer „Roland" an die Unglücksstelle zur Hilseleistuug obgegangen. Die Torpedoboote S 177, 178 und 179 treten die Steife zum deutsckien Marinekongreft nach Düsseldorf am 30. Juni an. Die RückkHr erfolgt am 13. Juli. - ■ ■ — ■' ™ 1 Wetteraussichten in Hessen für LamStag, den LS. Jllnt 1912! Ateist heiter, trocken, wann; Gewitter. Der und bietet den 1. Juli unter Preis beginnt Montag, labelhati billige EnkaMlegeabeit io moderner o. richtiger Ware. Leinen-Kostüme . . . Leinen-Paletots . . . Leinen-Röcke . . . . Farbige Kostüm-Röcke . Blaue „ jetzt Mk. IO.—, 15.—, 25.— „ „ 5 , 9. „ „ 9.—, 12.75 u. höh. von „ 5 — an » » b. „ Blaue und farbige Jacken-Kleider...... „ ,, » Paletots........ Staub-Mäntel und Paletots........ Schwarze Alpakka-Mäntel........ 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