Nr. 300 Erstes Blatt 8reitag, 20. Dezember 1912 162. Jahrgang Bcrni-vrei »: General-Anzeiger für Gberheffen Der Gießener Anzeiger BW zx w^- ä scheint täglich, außer ■»■ ▼ W XA ■ V monatlich 73M., viertel- W Gletzener Anzeiger i snr dte Redatnon 112, W politischen Teil. August ES General-Anzeiger für Gberheffen ML-ZL Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: 5chulstrahe 7. Loni)" :'E.Heß "ür den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Zernfprecher Ur. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Bcck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Die Neuregelung der ^er Beendigung des Dienstverhältnisses zu verhindern uchte, hat sich unterdessen in der Praxis immer lvicder in steigendem Maße als ein durch die bisherigen gesetz- lichcir Bestimmungen nicht auszurottender Ueb. Island er wiesen. Junge Leute, vor denen noch das ganze Leben offen liegt, unterschreiben Verträge, durch die sie sich selbst die Möglichkeit abschneiden, die Kenntnisse, welche sie erworben haben, zu benützen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sie verpflichten sich zu Konventionalstrafen, zu denen weder ihre gegenwärtigen noch oft genug auch ihre zukünftigen Mittel reichen. Da die in den §§ 74, 75 und 76 vorgesehenen Bestimmungen zur Einschränkung -es freien BersügungSrechtes über die Konkurrenzklausel sich als in Muer Weise ausreichend zur Beseitigung der besagten Mißstände erwiesen haben, sucht hier der dem Reichstage zugegangene Gc- schentwurf eine neue Regelung zum Ausgleich der auf diesem Gebiete besonders hart aufeinander stoßenden Interessen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu schaffen Es lag hierbei in der Natur der Sache, daß eine solche gesetzliche Regelung nur aus dem Wege eines Kompromisses möglich war, und daß weder die Wünsche der Unternehmer noch die der Angestellten voll berücksichtigt werden Eonnten. Unter den einsichtigen Arbeitgebern hat sich die Erkenntnis immer mehr verstärkt, daß eine die Interessen Der Angestellten, insbesondere der Jüngerey, Unerfahrenen, . besser wahrende Regelung der Konkurrenzklausel unum Igänglich sei. Der dem Reichstage vorliegende Gesetzentwurf schlägt diese Regelung auf einem neuen Wege vor, nämlich auf dem der sogenannten bezahlten Karenz. Das heißt, das; die Konlürrenzvereinbarung nur dann verbindlich ist, wenn sich der Prinzipal verpflichtet, für die Dauer Der Befchränlung eine Entschädigung zu zahlen Man null auf diese Weise verhindern, daß der Handlungsgeh lfe sich durch Verpflichtungen, die über feine Kraft g hen, suvsistenzloS macht, und man erwartet zweitens hiervon die günstige Wirkung, daß der Arbeitgeber sich, aus R.ick- sicht auf feinen eigenen Geldbeutel, in der Anwendung der Konlurreuzllausel weise Beschräniung anfeil gen wird. Der Gedante der bezahlten Karenz, ist zweifellos gut und dürfte im Reichstage Billigung finden. Vielleicht würde es, sich empfehlen, die schwierige periodische Bemessung, wie sie der Entwurf vorschlägt, durch die ein sachere Maßnahme einer einheitlichen Regelung der Entschädigung für die Dauer des Konkurrenzverbotes zu er setzen.' Selbstverständlich kann es sich hierbei nicht um Die Fortzahlung des vollen Gehaltes, sondern nur um eine angemessene Entschädigung für die durch die Konkurrenz- llausel bedingte Erschwerung des Fortkommens handeln. Lebhafte Einwendungen dürfen im Reichstag gegen die Einschränkung erhoben werden, daß eine Vergütung nicht entrichtet zu werden braucht, wenn sich die Vereinbarung auf ein Jahr und zugleich auf dem Umkreis von zwei Kilometer« beschränkt, ober wenn es sich um Gehilfen handelt, deren jährliche Bezüge 8000 Mk. übersteigen. Weiter wird von den beteiligten Kreisen die Forderung erhoben, daß die Verabredung einer KvnkurrenzNausel in den Verträgen mit Lehrlingen überhaupt fortfallen soll, und endlich wird nicht mit Unrecht eine Bestimmung verlangt, wonach die Konkurrenzklausel hinfällig werden soll, wenn der Arbeitgeber an ihrer Aufrechterhaltung erweislich kein sachliches Interesse hat. Mit Befriedigung ist es zu begrüßen, daß Konkurrenzverbote künftig nur bei schriftlicher Vereinbarung gültig sein und ehrenwörtliche oder sonstige, das Gewissen bindende Zusagen des Angestellten die Vereinbarung nichtig machen sollen. Alles in allem bietet jedenfalls der Entwurf eine brauchbare Grundlage, auf der es dem Reichstage hoffentlich möglich sein wird, einen beide Teile einigermaßen befriedigenden Ausgleich der Interessen herbeizusühren. Die veisetzungzseier in München. Aus München wird uns vom 19, Dez. geschrieben: Seit dem denkwürdigen Beisetzungstage des Königs Ludwig II. im Juni 1886 ist das bayerische Volk nicht mehr in so gewaltigen Massen zum letzten Trauergruß des Landes in der Residenzstadt zusammengeeilt wie heute, am Tage der feierlichen Beisetzung der irdischen Reste des Prinzregent Luitpold in der bei der Residenz gelegenen Hofkirche zum Heiligen Kajetan. Aus ollen Gauen Bayerns und besonders auS den Bergen, d'.e der Verstorbene so sehr liebte, brachten Sonderzüge seit dm frühesten Morgenstunden gewaltige Menschenmassen. Eine undurchdringliche Mauer von Menschen und Leidtragenden stand in den Straßen der inneren Stadt, insbesondere in der Nähe der Residenz, auf den Straßen und Plätzen, die der Trauerzug zu passieren hatte, hinter dem Spalier der Truppen der Garnison, die zu der Trauerparade ausgerückt war. Fast allenthalben ruhte in der Landeshauptstadt die Arbeit Die meisten Geschäfte, die Läden und die Bureaus der Behörden waren zum Zeichen der Trauer geschlossen. Fast jedes einzelne Haus im Innern der Stadt ist schwarz beflaggt. Ihn 10 Uhr 40 Minuten traf der deutsche Km i s e r mit feinen Söhnen Prinz Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm und Prinz Oskar mit Gefolge im Donderzug von Berlin auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein 3u seinem Empfange hatte sich Prinzreg'entAudw g m|it G folge auf dem Hauptbahnhose eing.ffund.n, ebenso Pr n, Joachim von Preußen, der bereits heute früh von Straßburg hier eingetroffen war. Als Prinzregent Ludwig mit dem Kaiser in der Residenz aus dem -ganzen Wege von dem bayerischen Volke ehrfurchtsvoll begrüßt, eintraf n hatten sich bereits in den Reichen Zimmern die sämtlichen fürstttchen G^ste imtben bayerischen Prinzen sowie deren Gefoge, ferner die Herren des diplomatischen Korps dort versammelt Unter anderem waren dort zur Begrüßung erschienen der Reichskanzler, die Vertretungen des Bundesrats, sämtliche bayerisckze Zivilstaatsminister und der Kriegsminist.r, dann die M^.- glieder der bayerischen Kammer der Avg ordneten und des deutschen Reichstags. Im Rittersaal Hutten sich die fremden Offiziers-Deputationen, die Erzbischöfe von Münckzen-- Freisings und Bamberg, dann die anderen bayerischen Bischöfe, die Reichsräte, die Staatsräte usw. versammelt. Der deutsche Kaisxr und der Prinzrcgent Ludwig wurden bei ihrer Anfahrt in der Residenz vom Großen Dienst empfangen. Sie begaben sicki unmittelbar in die Reichen Zimmer, wo der Kaiser der Gemahlin des Prinzregenten, Fran Prinzessin Ludwig und den Hinterbliebenen der kön g- lichcn Familie, sein herzlichstes Beileid aussprach, während Prinz Ludwig die Beileidskundgebungen der erschienenen fremden Fürstlichkeiten entgegennahnl. Punkt 11 Uhr erschollen Trauerfanfaren, b g'c tet von den dumpfen Wirbelschlägen b -r mit schwarzem Flor bespannten Pauken. Die sämtlichen Glocken aller Kirchn der Residenzstadt erklangen und Kanonendonner vom Obcr- wiesenfeld kündete mit 1<)1 Schüssen du Beginn des Trauerzuges von der Allerheiligen Hof.irche. Der Wag'n war mit acht schwarz behangenen Pferd n bc'pinnt Zur rechten Seite des Leichenwagens ritten di - Geueraladjuianlen des Verblichenen, links zwölf .Klnegliche Kammerherren, während das Bahrtuch von den Kommandeuren d s Ordens der Ritter vom Heiligen Georg getragen wu de W itcr schritten zu beiden Seiten des Sarges Stabsoffiziere der bayerischen Regimenter, deren Inhaber Prinzregent Luitpold war. Hieraus sorgte Erzbischof Bctking r in t d r gesamten Domgeistlichkeit Münchens. Schon lange b vor der Leichenwagen von der Allerheiligen-Hoflirche absnhr, hatten sich Truppenabtcilungen, zahllose Vereine mit ihren um lortcn Fahnen, die sämtlichen Schulen Münchens und M.öfter* kongregationen in Bewegung gesetzt Unmitt lbar hinter dem Leichemvagen wurde das Leibpserd d.s Priit reg n en geführt, das schon seit Jahren das Gnadenbrot genoß. Hinter dem Träger des 'Kreuzes folgte Prinzregent Ludwig, zu seiner Rechten der Kaiser mit dem Marschallstab und den Insignien des Hubertns-Drdens und zu seiner Linken der König von Sachsen, beide in der Uu form ihrer bayerischen Regimenter Hin er di seu schritt Prinz Leopold zwischen dem König von Belgien und dein Er z h e r z o g T h r o n f o l g e r v o n Oe st e r r e i ch. Prinz Rupprecht zwischen dem Großfürsten Boris von Rußland und dem Herzog von Teck, Prinz Earl zwischen dem Jnfanten Don Carlos von Spanien und dem Herzog von Genua als Vertreter ihrer Könige, Prinz Franz mit den Groß Herzögen von Baden und von Hessen, Prinz Georg mit den Groß Herzögen von M e ck l e n b u r g und Oldenburg. Dieser: folgten die fremd n Fürstlichkeiten und sämtliche übrigen Prinzen des bayerischen Königshauses, die Vertreter des Papstes, der Vertreter des Präsidenten Falliöres, die Abgesand en fremder Fürstlichkeiten und Regierungen, der Reichskanzler mit den Vertretern des Bundesrats und des Reichstages, das diplomatische Korps, die bayerischen Standesherren, die Mitglieder der buhen Kammern des Landtages u. s. f. Als der Leichenwagen in der St. Kajetan-Kirche an- langte, empfing die gesamte Geistlichkeit den Sarg und geleitete ihn in die Kirche. In diesem Augenb ick ertönten die Ehrensalven vom Ho'g arten heriib r, w lche von drei Bataillonen Jnsan cric uno drei B.ttterttn Art llerie abgegeben wurden. In der Kirche mürbe die Einsegnung der Leiche durch den Erzbischof vorgenommen und der Sarg alsdann unter Voranlritt der Geistlichkeit in die Gruft getragen und mit zwtt Schlö,fern verschlossen. Damit war oie Trauerfeier beendet. Heute nachmittag 5 Uhr sand im Barbarossasaale der Das Kinhenoratorium die „Geburt Jesu Christi"! Von Heinrich von Herzoge «berg. Vom Evangelischen Kirchengesangverein wird uns zur Einführung in das am nächsten Sonntag stattfindende Konzert aßo geschrieben: „ r . Ucbcr das Kirchcnoratortum tm allgemeinen hat lid) her Komponist selbst im Jahrgang 1896 der „Monatsschrift für Gottes dienst und kirchliche Kunst" folgendermaßen ausgewrochen: „Tas Kirchenoratorium, wie es sich wohl als Frucht des 'm jüngster Zeit neuerblühenden kirchlich-liturgischen Lebens heraus gebildet hat, ist in der Kunstgeschichte eine neue Erscheinung. In einem Hauptpunkt unterscheidet es sich von allen leinen lausern, ja überhaupt von jeder anderen musikalischen Vornihr'ung. Zeriällt ein gefüllter Konzertsaal gewissermaßen in zwu Lager, die Aussührenden und die Ausnehmeirden, io ilt hier diese Trennung und die aus ihr beruhende Gegenwirkung,nur eine äußerliche und scheinbare. Demi die zu einer musikalischen Andachtsltunde — nicht mit einem Kirchenkonzert zu verwechseln! — in der Kirche versammelte Gemeinde verbindet in sich beide -ager zu einer Ginbeit, ganz wie es im Gemcmdegesange nicht eine imgenbc und eine dem Gesang zuhörende Gruppe gibt. *luaj der Gelang einzelner oder zu einem Chor vereinigter ganger, itromt hier aus dem Empfindungsbedürfnis der Gemeinde hervor. ~ i.ieie Nch scheinbar in Gegenwirkung zur Gemeinde itellenden rohsten und Chorsänger gehören zu ihr, ganz wie der Prediger und Liturg. Wahrlick, eine echt evangelische Blüte: keine andere Konfesiwn könnte sie gezeitigt haben! . . _ Der Komponist — ein Diener der Gemeinde wie der Organist — "tritt in den Hintergrund, von wo aus er unbemerkt die Leitung der Andachtsstunde übernimmt: ber -ton des Werkes wird durch die Forderung bestimmt, bau in keinem Augenblicke eine Betrachtung eingefügt, eine Empsindungsielte angelchlagen werbe, di- sich nicht in her Seele her Gemeinde unmittelbar und wie von selbst emporheben würbe, ©leicbiam aU äußeres Stunbol für bies Verhältnis wirb in so gearteten Klrchenstucken oratorifdien ober auch nur beschaulichen Charakters Don meinen ^itgenossen unb mir an wulstigen Punkten des Werkev der Ge- mcinbe selber die Zunge gelöst: l'ie tritt bann mit baifcnben Choralstrophen in den Rahmen desielben em. Um die Einheit be3 Werkes noch besser wahren zu können und au; genniic Emp- sindnngsübergänge nicht verzichten zu müssen, habe ich m dem vvrliegendeii Oratorium zu öfteren Malen das Wagnis versucht, diese Gemeinbegesänge durch Vor-, Zwilchen- und Nachipielc inniger mit dem ganzen zu verbinden. Durch den Kunstchor als Loriänger unterstützt, dürfte die Ausführung keine Schwierigkeiten । ober unliebsame Störungen verursachen." Das erste von diesem Gesichtspunkte von Herzogeitberg gebotene Kirchenoratorium ist die Geburt Jesu Christi. Text aus Worten der kirchlichen Schrift und geschichtlichen Liedern zusammengesetzt von Friedrich Spitta. Es ist von unserem Kirchengesang- oercin schon einmal im Jahre 1896 ausgesührt worden, und steht von damals her bei allen, die es gehört haben, in bester Erinnerung. Ucberhaupt ist cs vielleicht von sämtlichen Werken Öerzogcnbergs am meisten ausgesührt worden. Es verdankt seine Beliebtheit zum Teil den vielen schönen alten Weihnachtsliedern, die mit großem musikalischen Geschick darin verarbeitet sind. Wunderbar ist darin der kindlichnaive Ton getroffen, wie cs für die Weihnachtsgeschichte paßt, sehr eigenartig ist zur Charakteristik der Hirten die Oboe verwandt. Es fehlt auch nicht an Parlicen von geradezu momcntaler Großartigkeit, wozu vor allem der gewaltige neunstimmige Zchlußchor: „Also hat Gott die Welt geliebt", in dem der Choral: „Er ist auf Erden kommen arm" als cantus firmus verwandt ist, gehört. Das Werk ist von dem Kirchengesangverein ynter Leitung des Herrn Professors Trautmann mit bekannter Sorgfalt cingeübt worden, und es darf am Sonntag eine des Werkes würdige Aufführung als schöne Einleitung unserer Weihnachtsfeier erwattet werden. • — Die älteste Wallenstein-Tragödie. Jüngst entdeckte Dr. Franz Gollsch in Graz in der steiermärkischen Laichesbibliothek ein kleines schmales Bändchen, in zerschlissenes, graugeädertes Papier geheftet unter dem staubigen Wust der Elendsberichte des 17. Jahrhunderts. Der Titel lautet: Nie lai Vernulaei Fritlandns Traeoedia. Lovann. typis J. Coppenii 1637". Tas Titelblatt ist mit allegorischen Figuren geschmückt imb ein mit Sorgfalt ausgeführter Kupferstich, den Friedländer in eiserner Rüstung darstellend, ist dem Büchlein oorgeheftet. Tas Begleitschreiben zu der Tragödie ist an Peter Roose, den Konseilspräsidcnien Seiner Katholischen Majestät in Hispanien unb Belgien gerichtet, und vom 15. Januar 1637 datiert. Drei Jahre vorher, am 25. Februar 1634, war Wallenstein zu Eger ermordet worben. Ter Mann, der hier es wagte, den blutigen Schatten des großen Heerführers auf die Bühne zu '.zerren, und in diesem Trauerspiel Personen auftreten zu lassen, die damals noch am Leben waren, loar ein ehrgeiziger Professor der Beredtlamkeit an der erzkatholischen Hochschule zu Löwen in Brabant und kaiserlicher Hoshistoriograph. Wir haben es also mit einer Schultragodie in lateinifeben Alexandrinern zu tun. Nicolaus de Vemula, wie er ohne Verballhornung heißt, zeigt lediglich den ehrgeizigen Frevler, der für feine Auflehnung gegen die gottgewollte Maiestät die verdiente Strafe empfängt. Wohl ahnt er etwas von dem Kampf und Zwiespalt in dieser gewaltigen Mannesseele, aber in seinem bildneris^en Unvermögen profitiert er all die gleichsam nach außen in zwei allegorische Figurkn, einen „guten" und einen „bösen" Geist, die den Feldherrn unausgesetzt mit ihren trivialen Ratschlägen und Sentenzen behelligen, zwei öde Patrone und Poltrone. Es fehlen auch der Genius Anstriaeus und die Germania nicht auf dem Theaterzettel. Sonst treten noch die historischen Persönlichkeiten auf mit ihren luteinisierten Rainen: Ter- l'eta, Kinskuis, Jllous, Neurnannus, Piccolorniwus, Butlerus usw. Ter erste Akt enthält Wallensteins Auseinaiidersetzung mit Senex und Lalgus Parasitus, dem guten und dein bösen Geist, der zweite Akt läßt die Verschwörung leimen, der dritte und vierte spinnt sie in endlosen Reden weiter. Tic Ermordung beim'Gastmahl im 5. Akt geht wie die Wallensteins auf offener S.zene vor sich. Genins Astriacus und Germania sprechen den Epilog mit dein Refrain: „Caesar triumpha iam licet!“. Tiefe Fritlanbusausgabc scheint recht leiten zu sein, denn sic wird in der Wallenstein-Literatur nicht erwähnt. Das Stück des Vernuleus, der übrigens auch vor Schiller Johanna d'Arc zum Gegenstand eines Dramas gemacht hat, war unserem Dichter übrigens, wie der Plstlolog Gött- ling berichtet, wohlbekamit. In jenen Jahren Hal auch Paul Flemming, der fromme Liederdichter, ein Heldengedicht Wallen steins bedacht, und selbst auf der englischen Bühne erschien der General in der Dramatisiernng GlaplHorns als wüstes Scheusal. Wandertruppen brachten dann dies Stück nach Deutschland, unb 1690 ist cs von der Veltenschen Truppe im Berliner Rathausc gespielt worden. Ft. Die erste vollständige Ausgabe von Rousseau s ,,Confessio ns" wird demrtächst, von Georges Crös besorgt, m Paris erscheinen Tie neue Ausgabe wird eine ganze Reihe bisher unveröffentlichter Bruchstücke bringen, von denen die „Revue" jetzt bereits eins der bemerkenswertesten, einen Herzensschrei Rousseaus, mitfeilt, der als Vorrede zum zweiten Teile dient: „Diese Hefte, die voller Fehler aller Art sind und die ich nicht einmal habe durch!csen können, sind ausreichend, jedem Freunde der Wahrheit die nötigen Anhaltspunkte zu geben und ihm die Mittel an die Hand zu liefern, sich ihrer durch eigene Infor matumen zu versichern. Unglücklicherweise erscheint es mir unwahr scheinlich, ja unmöglich, daß sie der Wachsamkeit meiner Feinde entgehen. Wenn sie in die Hände eines Ehrenmannes fallen (oder in die von Freunden des Herrn von Choiseul, wenn sie an Herrn von Choiseul selbst gelangen , so steht es um die Ehre meines Andenkens nicht hoffnungslos. Aber, o Himmel! Beschützer der Unschuld, bewalxre diese letzte Nachrichten von mir vor den Händen der Damen de Bouffiers, de Berdelin und der ihrer Freunde! Entreiße wenigstens diesen beiden Furien das Denkmal eines Unglücklichen, den du ihnen zu Lebzeiten überlassen hast. Jean Jacgues Rousseau." — Kurz e Nachrichten aus Kunst und Wissen-- schäft. Wie der Telegraph aus Indien meldet, ist dort auf einer seiner ausgebefmlen Reisen der frühere Staötrat Dr. Ficks aus Freiburg i. Br. gestorben. Der Angreifer entfloh querfeldein nach dem Er hatte vorher an der Wirtschaft Lich" gestanden und war dem Mädchen gefolgt. 8168 io -S i. Klc e**nt der „Deutschen Eiche' ab, zu der jedermann Zutritt ha,. die Finger. Walde zu. --- '-„en und zwar zunächst die Straßenbeleuchtungen. Anfangs Januar werden die Ortsnetze der Gemeinden Alten Bus eck, Rödgen und Trohe fertig sein. Die Privatanschlüsse werden der Reihenfolge nach den von den Installateuren einzureichenden Fertigstellungsanzeigen in trieb gesetzt. Auf die zahlreich erfolgten Anschlüsse ist bei der Inbetriebnahme der Ortsnetze Rücksicht zu nehmen und es ist nicht möglich, sämtliche Hausinstallationen in wenigen Tagen an die Straßenleitungen anzuschließen. Die künftigen Stromabnehmer müssen daher etwas Geduld zeigen. Es war beabsichtigt, bis zum 15. November die Ortsnetze von 20 Gemeinden in Betrieb zu geben, doch konnten durch die langwierigen und schwierigen Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern wegen Errichtung der Masten die Hochspannungsfernleitungen nur zum Teil durchgeführt werden. Da in den erstgenannten Gemeinden in letzter Zeit noch zahlreiche Anmeldungen eingelaufen sind, ist mit Rücksicht auf deren Ausführung die Stromlieserung während der Tageszeit von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr bis auf weiteres unterbrochen. Sir Dortmuni Achenbach" trafer igilie Stumm ein unb dem Stant Amtliche Verun geborgen. Fn ton der Familie Dortmund, -«trollmacken fiel hule vermiet sind. Die Zahl bei otitanbencr Ärai bani übergehen nr diesem Grunde ist Explosion zu ermiti Amstag nadjmitti KO man des Bra oefinbct sich ein " und von seiner all eckmnl morden nm Benthen ( Beut bat entstand das sich auf die K< sie doch alle Geld bei dem Zusammenbruch. Landkreis Gießen. Ausdehnung unserer Neberlandzentrale. Im Anschluß an die Ueberlandanlage der Stadt Gießen werden noch vor den Weihnachtsfciertagcn, wenn keine beson deren Umstände eintreten, die Ortsnetze der Gemeinde, Wies eck und Gro ßen-Bus eck in Betrieb genommen Aus Stadt uni> Cand. Gie l:en, 2<>. Dezember 1912. Aus der Sitzung ver Stadtverordneten. Gestern hielten unsere Stadtväter eine kurze friedliche Sitzung ab, die noch kürzer hätte sein können, wenn das Haus etwas früher beschlußfähig gewesen wäre. Die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erledigte sich recht rasch. Den breitesten Raum in dem recht spärlich fließenden Redestrom nahm das V o g e l s ch u tz g e h ö l z e an der Lahn ein, da man nicht weiß, ob man nach den gesetz lichen Bestimmungen an der eigentlicher! Uferböschung ein Gesträuch anlegen darf. Außerhalb der Tagesordnung ge langte eine vom Polizeiamt vorqelegte Verordnung zur Bekämpfung des sogen. Animierkneipenwesens bezw. Un wesens zur Beratung. Nach kurzer, die Verordnung selbst nicht beanstandender Aussprache erklärte sich die Bersamm lung mit den Bestimmungen der neuen Polizeiverordnun r einverstanden. „zur Stadt Der Un» andne VeWÄe zu buii) Pchichmmg । nutz betmntt. bekannte ist etwa 30 Jahre alt, hat schwarzen Schnurrbart, blasse Gesichtsfarbe und war bekleidet mit grünlichen, weichen Hut, langem Capes und Schastenstieseln oder Gamaschen. Personen, die über den Unbekannten Auskunft geben können, wollen dies der Kriminalabtellung des Polizeiamts mitteilen. ’* Diebstahl. In der vorletzten Nacht zwischen 2 und 3 Uhr ertappte der Wächter W. 5 des Gießener Wach- und Schließ-Instituts einen Mann beim Anssuchen eines Weihnachtsbaumes, die zum Verkauf in der Lndioigstraße aufgestellt sind. Der Wächter übergab ihn zur Feststellung der Personalien der Polizei. ** Konkurs Borngässer. In der Angelegenheit der Getreidefirma B o r n H ä s s e r fand am Mittwoch im Hotel Großherzog von Hessen eu.e Gläubiger Versammlung statt, um zu beraten, ob nicht der Konkurs durch einen außergerichtlichen Vergleich zu vermeiden sei. Dieser Versuch ist geschcitctt, weil die Uebcrschuldung größer ist, als man erwartet hatte Es wurde dargeleat, daß bei sehr guter Verwertung der Ma'se höchstens 50 000 Mk. vorhanden sind, denen eine Schuldenlast von 150000 Mk., ohne die bisher nicht ermittelten Posten gcgemlbersteht. Diese noch nicht ermittelten Schulden werden .,0 000 Mk. betragen. Es ist unbegreiflich, wo der flüchtige Leop. Borngässer, der die Seele des Geschäfts war, diese große Summe hingebracht hat und man nimmt wohl mit Recht an daß die Firma schon vor zwei Jahren, als sie nach Gießen kam und an der Rodheimer Straße den Neubau aufsühren ließ nicht nur keine eigenen Mittel mehr batte, sondern nur mit Gefälligkeitswechseln der Geschäftswelt etwas vortäuschte Di-- hiesigen Banken, die Borngässer die Wechsel abnahmen, sollen sich größtenteils durch gute Bürgen Sicherheit geschaffen haben Auffällig ist, daß Borngässer satt sämtliche Getreidenrmen am Platze getäuscht bat; wenn es auch kerne größeren Beträge sind verlieren sie doch alle Geld bei dem Zusammenbruch ff. Ein We EÜon soll zu $ ürauWnmg erfe Mark kostet. A semem Titel hervv Wien such in Ae bezahlte.bauttdarsl neben diesen i 'veler zu nennen, ■“Metren mic di ß* rur Ansstattm Mnut denken kann N°nnnen, sind ar vchembaulen der i HrÄJ $bcrl Ordinarium der Allgemeinen Verwaltungen siebt ',9 968550 Mk. (im Vorjahre 56 485 097 MkZ, das Extra- Ordinarium 10427350 Mk-(7 455 700 Mk.) vor. Das O r d i n a r i um der Betriebsverwaltungen, deren Ueberschüsse usw. vielfach in die Summen der allgemeinen Verwaltung mit übergreifen, balanciert mit 73 261330 M i. B. 66 639 870 Mk.', das Ex t r a-D r b ina rium (R wird uns Sanmüui lichen abgklcbloil^ »ick- aller M Ären S'O Steulfc W Mim Shiöbrua. * & ist uns do hffltn, die am IN erster Linie na Anträge naa) Ä»« Srt Selbstvernmltii £ Schulen, Verc an dem GeilM auch an alle die, Mitsmühe der s Stellen, an die t- flb n'-bt MM m Stadium der Bor M und nochbruck Die pöhe des roden m wirksamer zum Wohle d tzkmrich, Prm Kreis Büdingen. — Büdingen, 16» Tez. e cb ö f i e n fl e r t ch t § f i h nn Ter Taalöhner v>. I. III. von Mittelqründnn wurde ivegen Be- cidigung de4 ftelbswützen Gg. F. 9)1. zu 2 5 M k. to e 11> fi r a < < o?er 5 Tage i^ckäugnis verurteilt. — Ter jugendliche Tienüfned)' 6. W von Bad Orb, jetzt in Hannover befchailigt, erhält weger Tiebttabls einer 2a|d,enuhr einen Verweis. Er baue nnianq; Oftober l. im Auftrage seines Tienttberrn dem Landioirl Ehr. Sch. UI. in Alt-Wiedermns Salz abgetieier l und hierbei km aur einem fzeufterbreit lie 'ende Taschenuhr, da niemand nnivejend mar, mitgenommen. Beieits nuf seiner Heimlabrt wurde ihm abe, die Uhr in Lorbach von der henachrichligten 'Gendarmerie wieder abqenommen und dem Eigentümer zurückerstattet. Ter Angeklagte batte die Tat gleich eingestandeii. Kreis Alsfeld. ok. Alsfeld, 19. Dez. Heute morgen starb die älteste Einwohnerin Alsfelds, Frau Margarethe Reibc- ling, im Alter von 92 Jahren. ok. Storndorf, 19. Dez. Das Anwesen des Gg Heinrich Döring ging zum Preise von 31 500 Mk. in den Besitz des Metzgers Rau über. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 19. Dezbr^ Stadtverordnetensitzung. Bei den Baugesuchen wird der Plan des Bauunter nehmers Th. Morschei für ein Einfamilienhaus genehmigt und dem I. Mai der Umbau seines Magazins in Wohnräumc gestattet, ein weiteres Baugefuch der Zuckerfabrik wird genehmigt und die nötigen Dispense sollen befürwortet werden. — Bon dem Kreisausschutz ist beantragt, die Kreisstraße zwischen Friedberg und dem Stadtteil Fauerbach als Orts- straße zu übernehmen. Da aber demnächst doch in diese Straße Kanal, Kabel usw. gelegt werden müssen, so soll der Bürgermeister mit dem Kreis nochmals verhandeln und eine ver schiebung noch um einige Zeit Vorschlägen, da sonst eine zwei malige Herstellung der Straße vorgenommen werden müßte. — Bon der hiesigen Filiale der Mainzer Aktien-Brauerei ist der Antrag gestellt worden, die Wilhelmstraße bis zu ihrem Grundstück zu chauffieren. Die Brauerei erklärt sich bereit, die etwa 3000 Mk. betragenden Kosten mit 4 Proz. so lange zu verzinsen, bis der Ausbau der Straße erfolgt ist. — Die Firma Gebrüder Ullrich hat ein Bebauungsprojekt für bte Wilhelmstraße vorgelegt und durch Pläne und Skizzen erläutert. Das Projekt sieht eine anderweitige Straßenanordnung vor als sic vom Bauausschuß vorgeschlagen war. Der von der Firma bestellte Architekt erläutert fein Projekt. Die Versammlung beschließt, die Sitzung so lange zu unterbrechen, bis Architekt Stock sein Projett begründet hat. Bei der wieder aufgenommenen Verhandlung wird beschlossen, einen weiteren Sachverständigen zu Rate zu ziehen und in einer späteren Sitzung Beschluß zu fassen. — Von der Bahn ist ein Antrag gestellt, städtisches Gelände abzutreten. Der Preis ist je nach Lage zu 95 Pf. bis 1,30 Mk., die Bäume sind zu 1876 Mk. taxiert. Die Versammlung stimmt zu, doch soll nochmals die Vermessung nachgeprüst werden. — Von der Feuerwehr ist ein Antrag gestellt, für ein im Südende der Stadt aufzustellendes L ö f ch g e r ä t 320 Mk. zu bewilligen: dies wird genehmigt. — Die Anfertigung von Repettorien für das städtische Archiv wird befürmortet unb werden hierfür 450 Mk. bewilligt. — Ein Schadenanspruch an H. Röschen im Stadtteil Fauerbach wird nach den Vorschlägen des Bürgermeisters vergleichsweise erledigt. — An uneinbringlichen Steuern werden niedergeschlagen beim Wasserwerk 18,36 M°k., beim Gaswerk 127,57 Mk und an Steuern 732,28 Mk. — Die Arbeiten für den Jnnenbau des Eick- und Zollamts werden vergeben und zwar für das Steueramt Glaser arbeit am E. Milins 1380 Mk., Schreinerarbeit an Cordes-Keth 2826 Mk., Weißbinberarbeit an Schmidt 3783 Mk. und Schlosserarbeit an W. A. Heß 429 Mk.; beim Eichamt Glaser- I arbeit an Jördis' 1648 Mk., Schreinerarbeit an Trapp 3848 Mk , Weißbinderarbeit an I. Hieronimus 4163 Mk. und Schlosserarbeil an Drott 572 Mk. — Büdesheim, 19. Dez. Altbürgermeister KartI Peter Otto ist im 72. Lebensjahre nach kurzer Krankhcii ■ Die N 173S Deutsches Reich. Zum bevorstehenden Regier ungsjubiläum des Kaisers beschlossen die städtischen Körperschaften in Charlottenburg die Begründung einer Kaiser $5111)^171=3^1== läumsstiftung mit einem Kapital von 300 000 Mark. Die Summe soll zur späteren Erweiterung der 1913 zu Beelitz-Sommerfeld zu eröffnenden Anstalt zur Behandlung Tuberkulöser verwandt werden. Inzwischen sollen die Zinsen der Stiftung hilfsbedürftigen Veteranen zugute kommen. Ueber das Scheitern des sächsischen Volks- schulgesetzes wird uns aus Dresden geschrieben: Nachdem das Vereinigungsverfahren des Landtages ergebnislos verlaufen ist, fand in beiden Kammern die Schlußabstimmung über das Vollsschulgesetz statt. Da beide Kammern in den Fragen der Erteilung des Retiaiiomsunterrichtes, der Errichtung der allgemeinen Volksschule und der Schulgeldfreiheit auf abweichenden Beschlüssen beharrten, ist das Vollsschulgesetz endgültig gefallen. Kultusminister Beck sprach sein Bedauern über das Scheitern des großen Re- formwerkes aus. Beim Hoch auf den König und das Vaterland erhoben sich in der Zweiten Kammer auch die sozialdemokratischen Abgeordneten von den Plätzen. Die Proporz Wahlen in Württemberg. Das Ergebnis der württembergischen Landtagsproporzwahl, die am gestrigen Donnerstag stattfand, wurde erst nach Mitternacht bekannt. Von 17 zu wählenden Kandidaten entfielen auf das Zentrum 5, Sozialdemokraten 4, Volkspartei 4, Konservative und Btmd der Landwirte 3, Nationalliberale 1. Der neue Landtag setzt sich demnach aus 26 Mitgliedern des Zentrums, 20 Konservativen und Bund der Landwirte, 19 Mitgliedern der Fortschrittlichen Vollspartei und 10 Natlonalllbcralen zusammen. Das Zentrum gewinnt 1, die Sozialdemokraten 1, Konservative und Bund der Landwirte 5 Sitze; die Fortschrittliche Volkspartei verliert 4, die Nationalliberalen drei Sitze. Reichstagsersitzwahl in Reutz ä. £. Greiz, 19. Dez. In der heutigen Reichstagsersatzwahl km Wahlkreise Reuß ältere Linie erhielt Cohen lSoz.) 7869, Dr. Stresemann (Natlib.) 5273, Amtsg-wlchtsrai Luttmann (Wirtsch. Bgg.) 1460 Stimmen. Cohen ist somit gewühlt. Bei der Hauptwahl im Jernuar d. Js. siegte in diesem stark Industriellen Wahlkreise der verstorbene soziuldemo- krattsche Kandidat Förster mit 8542 Stimmen. Auf Burchardt (Natlib.) entfielen 3604 und auf Matheus (Fortschr. Vp.) 3319 Stimmen, Der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen um rund 700 ist auffällig und bezeichnend; es hätte nicht so sehr viel gefehlt, so wäre Stresemann mit dem sozlald emokr atis chen Kandidaten in dl« Stichwahl gekommen! •* Berufung. . Der Landgerichtsrat und außerordentliche Professor der Rechte an der Landesuniversität Dr. Julius Friedrich hat einen Rlif als etatsmäßiger (ordentlicher) Professor des öffentlichen Rechts an die neugegründete Hochschule für kommunale unb soziale Verwaltung in Köln a. Rh. erhalten und angenommen. ** Ordensauszeichnung. Der König von Preußen hat dem Major von Kropff beim Stabe des Infanterie-Regiments von der Marwitz (8. Pommerschen) Nr. 61 die Erlaubnis zur Anlegung des Ritterkreuzes erster Klasse des Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. ** Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwen'stein-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lützel-Wiebelsbach präsentierte Schulamtsaspirant Hch. Lutz aus Nie- der-Klingen. •* Stadttheater. Nochmals sei aus die morgige Kinder-Vorstellung hingewiesen, die in den „Drei Hau l e- männerchen" oder „Das gute Liesel und das böse Gretel" von Görner eine leichtverüändliche Handlung bietet, die durch hübsche Balletteinlagen unterbrochen wird. *• Der Evang. Arbeiterverein hält am Sonntag in Steins Garten seine Weihnachtsfeier ab. Neben Gesangsvotträgen des Gemischten und Frauenchors des Vereins, sowie Ansprachen, Deklamationen re. enthält das reichhaltige Programm mehrere theatralische und musikalische Darbietungen. Den Schluß bildet eine Verlosung. ** Militärurlauberzüge fahren anläßlich Weihnachten und Neujahr. Am 21. Dez. Straßburg—Kassel: Gießen ab 3.26 Dorrn.; Colmar—Hannover: Gießen ab 4.00 vorm.; Rastatt—Kassel: Gießen ab 3.54 vorm ; Mainz— Betzdorf: Gießen ab 4.11 nachm. — Am 22. Dez. Mör- chingen—Kassel: Gießen ab 12.06 nachm.; Berlin—Koblenz: Gießen ab 12.16 Dorrn.; Berlin—Frankfurt: Gießen ab 1.00 Dorrn.; Dieuze—Kassel: Gießen ab 1.07 Dorrn.; Colmar—HannoDer: Gießen ab 4.00 vorm.; Rastatt—Hannover: Gießen ab 3.54 nachm. — Am 23. Dez. Mühlhausen—i Kassel: Gießen ab 4.00 vorm. — Am 27. Dez. Frankfurt- Berlin: Gießen ab 12.09 nachm. — Am 28. Dez. Berlin— Stkaßburg: Gießen ab 10.25 vorm.; Frankfurt—Berlin: ab Gießen 12.09 nachm.; Hannover—Straßburg: Gießen ab 2.08 nachm. — Am 29. Dez. Frankfurt—Berlin: Gießen ab 11.34 vorm.; Gießen—Berlin: Gießen ab 12.09 nachm. '* Vom Schlachthof. Während im November die Schlachtungen oon Großvieh u. Schafen denen im gleichen Monat des Vorjahres ungefähr gleichkamen, wurden rund 50 Kälber und 130 Schweine weniger geschlachtet. Die Metzger führen den geringeren Verbrauch von Schweinefleisch auf den Genuß oon Wildbret und Geflügel zurück, doch kann dies nicht stimmen, denn auch im Vorjahre war Wildbret und Geflügel in gleichen Mengen oorhanden und wurde auch gekauft. Zweifellos sind die hohen Schweinefleischpreise daran schuld, wenn der Konsum darin nachgelassen hat und noch weiter fallen wird. *• Ueberfall. Ein in der Heil- und Pflegeanstalt bedienstetes Mädchen wurde.gestern abend gegen 9 Uhr, als es auf dem Nachhausewege begriffen war, in der Licher Straße zwischen Bahnübergang und der Anstalt von einem Un» bekannten angefallen und zu Dergewaltigen versucht. Das Mädchen schrie um Hilfe und biß dem Unhold auch in Königsresidenz Täfel' zu 1*2 (bedecken statt Inmitten der Hauptseite der hufeisenförmigen Tafel, bic der Veranlassung entsprechend schlichten weißen Blumenschmuck trug, saß der Prinzregent, zu seiner Rechten der Kaiser. ___________ D c Friedenskonferenz hielt heute nachmittag 4 Uhr unter dem Vorsitz Veuiselos ihre dritte Beratung ab Reschid Pascha und ^alch Pascha verließen schon um 4 Uhr 50 den St. Jamespalast und begaben sich in ihr Hotel. Die Konferenz vertagte )rch auf Samstag nachmittag 4 Uhr, da die türkischen xeie» gierten ihre Instruktionen, die ihnen durch Sonderkurier zug-ehen, noch nicht erhalten haben. Der deutsche Botschafter Fürst v. Lichnowsky sprach sich über die B o t s ch a f t e r k o n f e r e n z Jepr zuversichtlich aus. In der nächsten Sitzung wird höchstwahrscheinlich eine Verständigung über die serbische Hafenfrage derart erzielt werden, daß Serbien und die ^.ripel- Entente sich dem Wunsch des Dreibundes nach einem neutralen albanischen Hafen und einer neutralen Bahn fügen werden. Eiu griechisch-türkischer Kampf. Athen, 19. Dez. Nach authentischen Meldungen von der Armee in Epirus fand gestern morgen ein h e f t i g c r Kampf zwischen der griechischen Artillerie und den Türken statt, die das Fort Bisani besetzt hwlten. Der Flieger Unterleutnant Mutussis überflog unter dem Feuer der Türken erfolgreich Janina und Bisani und erroiberte die Angriffe durch Bomben. Ein Flügel des Aeroplans wurde leicht beschädigt. Der Flieger landete glücklich. S^emden Pabr ) Kpagen Rhetten Ausland. Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm nach 55stündiger Sitzungsdauer unter Ablehnung sämtlicher Minoritätsanträge die Kriegsleistung s v o r l aa e in der Fassung des Ausschusses an und begann die Verhandlung über die Jmmunitätsangeleaen h eiten. in-Lin den, 19. Tez. Am 1 Weihnacht? der Kriegcro erein eine WeihnachtSfeie 14 871470 Mk. (i. V. 13 878300 Mk)._____________ Gerict^ssaal. Stettin, 19 Dxz. Der Mus kettet Hafclmann der 1. Kvmpagme des Jnfanterie-Regimnus Nr. 140 muidbe 41-43 86-90 34-85 80—82 67.00-69.00 86.00—87.00 84.00—86.90 66.00—68.00 85.00—87.00 67.00-69.03 iicn Mitarbeiter. ' der heutigen &i - ... ... f U 11 ft oc Praktische WEIHNACHTSGESCHENKE für Herren in grösster Auswahl 8168 Herrenmodemagazin Mützen Hüte MAX BIRINGER s Ecke Wolkengasse Rabattmarken Fernsprecher 2083 Mk. 66-70 61-66 55-60 52—54 Mk. 110—117 103-112 93—10? 84-92 Letzte Uncbricbtcn. Die Seeschlacht vor den Dardanellen. Athen, 20. Dez. Tie Agence d'Athönes veröffentlicht über die Seeschlacht am 16. D^ember auf Grund des Berichts des Kapitäns, der mit seinem Schiff von den Dardanellen hier einlief, folgende Einzelheiten: Der türkische Panzer „Hair E dd i n - B a r ba r o f s a" i st f a st völlig zerstört. Er ist am Backbord und Steuerbord getroffen morden und jetzt mit Wachstuch verkleidet. Während des Kampfes brach an Bord des Panzers Feuer au s, es gelang jedoch, dies zu löschen. Kontreadmiral Dalvi und vier Offiziere wu r den getötet. Bei den Mannschaften ist die Zahl der Verwundeten und Toten sehr groß. Ein Hospftalsclnss ist abgesandt morden, um sie auszunehmen. Drei aridere türkische Schiffe erlitten ebenfalls schweren Schaden. Ein Unfall auf dem Flugplatz von Zffy-les Moulineanx. Issy - les - M oulincaux, 20. Dez Gestern abend brach in einem Schuppen des hiesigen Fluapla tzes Feuer aus, durch das die Düll en zweier lenkbaren Luftschiffe und die Flügel mehrerer Aeroplane zerstört wurden. Universitäts-Nacbrickten. :— Die Gesamtzahl der an der Kaiser Wilhelms-Universität Gt rafzburg im ßausenden WirrterHalbjahr immatnkulicrten Studierenden beträgt 2063. Dierzu kommen 222 Dospitanten und Dospitantinnen. Tie Gesamlfreguenz beträgt somit 2285. —■ Die Universität Kiel zählt ht diesem Winterhalbjahr 1738 immatrikulierte Studierende und 62 Hörer. inhessen. ?Iug. Scheuerma^ en geschieden. ft des Gymnasiums m onbern auch in hiesig agenber Kenner oerr >ec nur selten auk ’ bann war seine Urt i§ reichen Wissen « iefe. Weit über * [.§ hinaus ist fei«। J (Ein schweres Grubenunglück. Dortmund, 19. Dez. Auf der Zeche „Minister Achenbach" trafen heute früh mehrere Mitglieder der Familie Stumm ein, um sich von dem Umfang des Unglücks und dem Stande der Rettungsarbeiten zu überzeugen. Sämtliche Verunglückte, 46 Tote und 12 Verletzte, sind geborgen. Für die Linderung der ersten Not wurden von der Familie Stumm 50 000 Mk. angewiesen. Dortmund, 19. Dez. Nach einer erneuten Revision der Kontrollmarken stellte sich heraus, das; zwei weitere Bergleute vermißt werden, die wahrscheinlich noch in der Grube find. Die Zahl der Toten beträgt demnach 48. Ein auf Flöz 17 entstandener Brand ist leider nicht zu löschen, weshalb man dazu übergehen muhte, das ganze Revier abzudämmen. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich, .schon jetzt die Ursache der Explosion zu ermitteln. — Die Beerdigung der Opfer wurde aus Samstag nadpnittag festgesetzt. Das Feuer brennt noch, doch hofft man des Brandes bald Derr zu werden. Unter den Toten befindet sich ein Ibjähriger Junge, der schreck ich verstümmelt und von seiner alten Muller nur an Seuchen und Strümpfeh erkannt worden war. Kälber. Feinlle Mallkälber ..... Mittlere Mall- und berte Saugkälber .... Geringer« Mail» und gute Saugkälber . . . Geringere Saugkälber....... . Schate. Stallmastschate: Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 'Keltere T?nfibnminel, nut genährte junge Schale und geringere Mastlänuner S ch we in!. (E'mgcfdnöt. kFür Form und Inhalt aller unter öieier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wieseck. Wir sehen mit Freude dem neuen Jahre entgegen, und damit auch der Inbetriebnahme unserer elektrischen Anlage. Es hat wirklich viel Mühe und Schweiß gekostet, denn die Anlage wurde erst im Februar d. I. in Angriff genommen und ist jetzt schon bereits fertiggestellt. Also bat die Arbeit noch nicht 10 Monate in Anspruch genommen. Doch fehlt noch viel, bis die Anlage ganz fertig ist. Gel-ören nicht auch die Straßen lampen zum Bau des Ortsnetzes? Wo bleiben denn die Lampen in den Gassen? Wäre es nicht von Wichtigkeit, wenn diese auch bei der Inbetriebnahme des Orts nehes in Betrieb kämen? Wie sieht es denn mit den Hausanschlüssen aus? Sind denn auch alle, oder wenigstens die meisten der Hausanlagen an das Ortsnetz angeschlossen? Ich glaube, behaupten zu können, daß bis heute kaum Vs der fertigen Anlagen angeschlossen ist. Ist vielleicht die Zeit, die der Bau des Ortsnetzes in Anspruch genommen Ijat, zu kurz gewesen? Warum konnten denn die Nachbar gemeinden, Klein-Linden, Ullendorf a. d. L. und Heuchelheim, wo erst im Sommer d. I. begonnen wurde, sckwn im November in Betrieb gesetzt werden? Steht nicht in den Stromlieferungsbedingungen, daß alle Arbeiten an den Hausanschlüssen Sachen des Elektrizitätswerkes in Gießen sind?, und daß das Werk über die Reihenfolge in der Herstellung der Haus- anschlüsse entscheidet? Auch steht in den Bedingungen, daß die Hausanschlüfse nach der Reihenfolge der Anmeldungen oorgenom- men werden sollen, soweit dies mit dem Bau des Ortsnetzes in Einklang steht. Wenn die Arbeiten nur Straßenweise oorge- nommen würden, würde man ja gar nichts dagegen einwenden. Aber daß die bauleitende Firma den von ihnen ausgeführten Anlagen den Vorzug gibt, ist dies nicht bedauernswert? Noch ist zu bemerken, daß die Leute der bauleitenden Firma gegen die Konsumenten in einer Art und Weife vorgehen, die zu unerhört ist. Id) frage hiermit an, ob es nicht im Interesse der Stadt liegt, dafür Sorge zu tragen, daß solche Mißstände bald beseitigt werden. Poll fleischige Schweine von 8L—100 kg Lebendgewicht ... Polti.eißinge Schweine unter 80 kg Lebendgewi bt. LoUsteisclnge Schweine von 100—120k; Beu then (ObersckLesien), 19. Dez. In Bobrek bei Beuthen entstand in der Grube ,Lulienhütte" Großfeuer, das sich auf die Kvhlenrampe der Zindersieberei ausdehnte. 14 Feuerwehren der Nachbarschaft mit 200 Mann rvaren an der Brandstätte tätig. Es gelang ein Umsichgreifen des Feuers auf andere Betriebe zu berlytnbern. Der Schaden ist beträchtlich und durch Versicherung gedeckt. Die Eirtstehungsarrsache des Feuers ist nicht bekannt. CuftidM ffabrt. National-Flug spende. Es wird uns geschrieben: Die Sammlungen für die National-Flugspende sind int wesentlichen abgeschlossen. Sie haben sich durch das einmütige Zusammenwirken aller Kreise der Bevölkerung zu einer nationalen Spende im wahren Sinne des Wortes gestaltet. Ties kommt in dem erfreulichen Gesamtergebnis von rund 7 Millionen Mark zum Ausdruck. Es ist uns daher ein Herzensbedürfnis und eine Pflicht, allen baten, die am Gelingen mitgewirkt haben, den wärmsten und aufrichtigste Dank zum Ausdruck zu bringen. Der Dank gilt in CTfier Linie naturgemäß den Spendent selbst: den einzelnen, die Beiträge nach ihrem Können geleistet, den Bankinstituten, ge roCT^dlCTi Untcntcfyntungen und ihren Arbeitern, dett Organen bet Selbstverwaltung, ben Angelwrigen von Armee und Marine, ben Schulen, Vereinen, ben Deutschen int Auslande, kurz allen, die an dem Gesamtergebnis durch Spenden beteiligt sind. Aber auch . an alle diejenigen richtet sich unser Tank, die sich der Arbeitsmülie der Sammlung unterzogen haben, an die behördlichen Stellen, au die Landes-, Provinzial, Kreis- und Ortskomitees, und nicht zum mindesten an die deutsche Presse, die in jedem Stadium der Vorarbeiten die Natioual-Flugspende verständnisvoll und nachdrücklich unterstützt hat. Die Höhe des Ergebnisses bietet die Möglichkeit, das Flugwesen in wirksamer Weise zu fördern, zum Gedeihen der Industrie imb zum Wohle des Vaterlandes. Heinrich, Prinz von Preußen. — Gras Posadowsky-Wehner. Märkte. fr. ftranffttrt a. M. *P i eh h m scÄepmen doch die Reste der „großen 'Armee" nodxnaK zum Uelxrflusse die Kricgspcst an die Mam-rn der Stadt, wird in trefflicher Weise geschildert — Als wertvolle Beilage enthält das Buch interessante Briese und wichtige 'JtTtcn aus dem Mainzer Stadt- Archiv und ein Namensverzeichnis der in dem Buche erwärmter Mainzer Familien usw. und bisweilen nicht ganz ungefährlich waren Auf die Polizei war er befand..scharf und kam alle Augenblicke in Kvnstikt mit chr, wobei er sich nicht scheute, auch einmal einen Polizei- Offizier zu verprügeln. Er kroch in die Hundehütte und bellte alle Bo rüber gehenden an, er nahm abends am Theater i'ämtlidK Schlitten im Wim er an und amüsierte sich königlich, wenn die andern Leute fnetntb und schimpfend zu Fuß nach Hause pilgern mußten Er ließ alle Bettelbriefe, die ihm zugingen, drucken und verteilte diese Bücher, er ließ seine seltenen, schönen Hühner und Tauben hundertmal photographieren und übcrfditoemmte die Redaktionen mit diesen Bildern: er bestellte sich sämtliche Zeitungen, sah aber nur nach, ob auf der Banderolle stand „Sr. Hochwohlgeboren" — fehlte dieser Titel, so wurde er fuchsteufelswild. Er ließ seine Füße, die ihm zuletzt abgenommen werden mußten, beerdigen und ihnen ein Denkmal setzen mit der Inschrift: »Hier ruhen die Füse Balaschews": er opferte viele Hunderttausende von Rubeln für Wohltätigkeitsanstalten jeder Art und war doch wieder ein Miticfer, der um jede Kopeke fcilfdxm konnte. Er wünschte, in einem Armen sarge begraben zu werden, ohne geilt 1 ick es Geleit. Hingegen mußte eine Stapel le folgen, deren Mitglieder je hundert Rubel für diesen letzten Dienst erhielten. Balaschew hatte mit Tolstoi, den er hoch verehrte, in Briefwechsel gestanden. ki. EinPaß fürsParadies! Im British Museum wird eine Urkunde aus dem 14. Jahrhundert aufgehoben, die offenbar nichts anderes ist, als ein Paß fürs Paradies. Eine französische Zeitschrift mackst über dieses merkwürdige Schriftstück nähere M>t teilungen. Es lautet in der Ucbertragung: „Macarius, durch Gottes (istiade Erzbischof von Kiew, von Halic; und allen russischen Landern, an unseren Herrn und Freund St. Peter, Pförtner des allmächtigen Gottes: Wir bescheinigen, daß heutigentags ein Diener Gof es namens Fürst Theodor Wladimirski versch eben ist. Wir empfehlen, daß er sogleid), ohne Hindernis oder Aufschub, in das Reich Gottes eingeführt werde. Wir haben ihm Absolution von allen seinen Sünden erteilt und ihn mit unserem Segen versehen Deswegen steht nichts int Wege, daß du ihn durchlässest, und auf daß dies geschähe, haben wir ihm diesen vorliegenden Absolutionsbrief ausgestellt. Gegeben in unserem Kloster Kiew, heute am 13. Juli 1341. Demütigst Macarius, Erzbischof von Kiew, Halicz und allen Ländern Rußlands. Kleine Tageschronik. Die Wiener Polizei hat die Namen der drei Burschen, welche gestern maskiert einen Naubanfall auf einen Fabrikanten und dessen Sohn int Bezirk Neubau verübten, sestgestellt. Einer der Täter, der jugendliche Maschinenbaulehrling P 1 assv würde bereits verhaftet. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Die beiden anderen Täter, gleichfalls junge Burschen, sind flüchtig. Tas größte französische Provinztheater in N a n t e s ist v o list ä n d i g ausgebrannt; cmch das Nebengebäude, in dem sich ein Musikkonservatorium befand, brannte nieder. Zahlreiche Instrumente und Noten wurden vernichtet. Beim Einsturz eines Neubaues in Oerebro wurden nach einer Meldung aus Stockholm fünf Personen getötet, vier mehr oder weniger schwer verletzt. Bei S t. Etienne fuhr eine Lokomotive in eine Gruppe von Telegraphenarbeitern, die auf den Schienen gingen. Dabei wurden vier Arbeiter getötet, zwei verletzt. Lebendgewicht 2 ollfletidnge Schweine von 120—150 Lebendgewicht 67.00—69.00 85.00—87.00 ch. Bingen, 19. Dez. Ter heutige Viehmarkt war mit insgesamt 500 Tieren befahren. Die Nachfrage war lebhaft. Da die Preise für Schlachtvieh etwas zurückgegangen sind, entwickelte sich ein flotter Handel. Die meisten der zugetriebenen Tiere waren in kurzer Zeit abgesetzt. Bezahlt wurden für das Paar Fuhrochsen bester Sorte 1050—1150 Mk., geringerer 900 bis 1000 Mk., für das Stück halbjährige Rinder 80—120 Mk., jährige 130—200 Mk., trächtige Kühe und Rinder 320 bis 440 Mk., frischmelkende Kühe mit Kalb 440—490 Mk., desgleichen ohne Kalb entsprechend weniger, Fahrkühe 400—430 Mk. Ferner erbrachten im Zentner Schlachtgewicht: fette ausgemästete Ochsen 96—98 Mk., fleischige weniger gemästete 92—94 Mk., geringere 89—91 Mk., fette gemästete Kühe 88—90 Mk., fleischige roentget gemästete 83—86 Mk., geringere 79—80 Mk., fette gemäfttete Rinder 91—93 Mk., fleischige weniger gemästete 86—89 Mk., geringere 82-84 Mk., beste Mastkälber 93—95 Mk., bessere Masttälber 90—92 Mk, Mastkälber geringeren Schlachtwertes 86—89 Mk., fette gemästete Schweine 78—80 Mk., fleischige weniger gemästete 74—77 Mk. und geringere 71—72 Mk. fc. Wiesbaden, 19. Dez. H e n- unb Strohmarkt, fr daß esuck beim HM SÄ KÄS Vüchertisch. — Mainz im Jahre 1812 betitelt sich ein soeben im Verlag I. Diem er erschienenes Buch des Landgerichtsdirektors Dr. Bockenheimer, wohl des besten Kenners der Mainzer Geschichte. In seinem neuesten LLerke »Preis 2,80 Mk.) schildert er die Geschichte der Stadt Mainz unter französischer Verwaltung, die Ereignisse des öffentlichen Lebens, die gerade in diesem Schrcckcns- jähre für unsere Vaterstadt besonders schwerwiegende und be- Angekabren waren 25 Wagen mit Heu und Stroh. Alan notierter Heu 7.00—8,20 Alk., Stroh CJhditftroh) 4.00—5.20 Tlf. -r Fruchtin arkt. Haler 16,20—18,40 Mk. Alles für 100 Kilo. Amtlicher Wetterbericht. Wetteranssichten in Hessen für Samstag, den 31. De». 1912: Wechselnd vewolkl, meist Nocken, kalt, Nachtfrost, vielfach Morgen» uebel. I !JI ü0J'y ■ i)3 stillt g^'- fxtr° Die Aniertigung t*r v wird befürtodet b*. i Schadenanspret d) wird nach den Lr |e erledigt. - An urniedergeschlagen bw ,57 Mk. und an Staitr nnenbau des EiL j । zwar für das Stenn f. 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