C ”/, »auerkarten M. 1.00. OSS« r sikmeisters Hern J Herrn H. Weller. Donnerstag, 27. Juni 19(2 Rotationsdruck und Verlag der BrÜbl'schm UnwersüälL - Buch- und Etemdruckerei. R. Lange, Dießen. * r- Ä,j Redaktion, Expedition und Truderci: Ckfcul- straße 7. Expedition und Verlag: eo51. Redaktion: e-EIIL. TeL-AdruAnzetgerVleßen. Sr-DT'^n»1«" ' 1.80 1.20 tt 30. Juni, 30 Pfg.; g; für Sonntag, den 68. Zahrerversammlung öes hessischen Hauptverein der Guftav-Adols-Ztistung. L a u b a ch, 26. Juni. Zum ersten Male seit dem Bestehen bc5 Hess. Hauptvereins der Gnstav-Adolf-Stiftung fand dessen Jahresiest hier statt. Schon am Bahnhof am Kriegerdenkmal grüßte schöner Blumen- und Flaggenschmuck die mit den Mittagszügcn eintreffenden und vom Emviangsausschuß begrüßten Gäste. Ein liebliches Bild bot das prächtig am Fuße des Vogelsbergs gelegene uralte Städtchen mit seinem Grafenschlosse, seiner prachtvollen Stadtkirche und feinen vielen interessanten Gebäuden. Reich prangten die Straßen im Schmuck der Reichs , Landes- und^Solmser Fahnen: von günstiger Vorbedeutung war cs, daß die Solmser blau gelben Fahnen zugleich die Farben des schwedischen Banners sind, das Gustav Adolf bei seiner Landung auf deutscher Küste im Jahre 1630 entrollte. Bon A Uhr ab tagte der aus dem Vorstand unb den Abgeordneten der Zweigvereine bestehende Verwaltungsrat in der vor dem Portal des Friedhofs gelegenen, im Jahre 1906/07 auf. Stiftungen jetziger und früherer Bewohner Laubachs erbauten prächtigen und stimmungsvollen Kapelle, von wo aus sich ein sehr sckchncr Blick auf das Städtchen mit dem dahinter aufsteigendcn Ramsberg bietet. Nach Choralgesang und Gebet des Pfarrers V o l v - Laubach wurden die Verhandlungen durch den Vereinsvorsitzenden, .Pfarrer Tingeldey -Darmstadt, eingeleitet. Er gedachte des Verlustes, den der Vorstand und Verein durch den Eine Charakteristik Ercherger?. Eine interessante Charakteristik des Herrn Mathias Erzberger gibt die neueste Nummer der antibachemitischen „Kölner Korrespondenz". Sie schreibt u. a.: „Aus der „Kölner" Presse erhält man den Eindruck, daß Bachem, Erzberger und Kaufmann die drei berühmtesten Männer des katholischen Deutschland sind. Tr. Jul. Bachem und Dr. Kaufmann stehen sich als die feindlichen Feldherren gegenüber. Math. Erzberger, der alles weiß und alles kann, balanciert zwischen beiden und bekommt daher bald auf der einen, bald auf der anderen Seite seine Gegenstöße. Es ist noch nicht lange her, da erklärte Herr Erzberger, es widerstrebe ihm, der „Kölnischen Volkszeitung" eine Berichtigung zu schicken; von der „Schlcsisckn'n Volkszeitung" .Kölner Richtung^ wurde er scharf zurechtgcwiesen, und den Protest gegen die Zentrumskandidatur Spahn bat er mit unterschrieben. Momentan befindet er sich wieder auf der ,,Kölner" Seite. Seine Opportunistcn-Natur und seine pcrsön- Itd)€ Kampscswcise drängen ihn zu den Kölnern hin, bei denen er nun hoffentlich für einige Zeit hängen bleiben wird." KU besonders «mW empfiehlt Mr-Druch-Mppen-Konzerj auf dem >•, Messen in der Konzert und dem Festplatz: Konzert, Erkundigung der Lieger bilauins-Wetturncn. 'Festspiel, Turnerische iIesamtchöre der ver- angvereine. Auf dem ungen mit Beleuchtung politische Lagesscharr. Tie Autorschaft des Befitzsteueranlrages Basfermaon-Erzberqer möchte die „Kons. Corr." um jeden Preis, so schreibt die „Natt. Korresp.", dem Zentrumsabgeordneten E r z b e r - 8 er zuschieben, um das nationaflibcrale Verdienst an diesem ersten, wichtigen Schritt zu einer sozialausgleichen den und gerechten Steuerpolitik des Reiches in den Schatten zu stellen. Die „Kons. Corr." ist bei dem löblichen Vorgehen em Opfer ihres blinden Eifers geworden. Sie argumentiert zunächst ganz richtig, daß es sich ursprünMch um einen gesonderten Zen t rum s antrag auf Hinaus fchiebung der Zucker steu er her ab setz uu g und um einen gesonderten National libe raten Antrag auf Einführung einer allgemeinen Besitzsteuer handelt. Sie erkennt auch richtig, daß die Pointe des gemeinsamen Besitzsteuerantrages in der Verbindung jener beiden gesonderten Anträge beruht. Aber sie stellt nunmehr die Belwuptung auf, der Gedanke an diese Verbindung sei dem Haupte des Herrn Erzberger entsprungen, der den (später Gesetz gewordenen) Besitzsteuerantrag sogar „eigenhändig geschrieben" habe. Dieser, am 18. Mat in der Budget- kommission gestellte Antrag lautet so: Die Kommission wolle beschließen: unter Zurückziehung der Anträge Nr. 70 und Nr. 71: Einziger Artikel. r.Die im Artikel V des Gesetzes, betreffend die Aenderungen im Finanzwesen vom 15. Juli 1909 sReichsgesetzblatt Seite 3/743) vorgesehene Ermäßigung der Zuckersteuer tritt fette Monate nach der Einführung eines Gesetzes, wclckres eine allgemeine, den verschiedenen Bcsitzformen gerecht werdende Besitz st euer vorschreibt, spätestens am 1. Oktober 1916 in Kraft. Ein Gesetzentwurf über eine allgemeine Besteuerung des Besitzes ist dem Reichstag bis zum 30. dlpril 1913 vorzulegen." Leider hat nun die „Cons. Corr." an dieser Stelle bereits vergessen, was sie unmittelbar vorher, auf der ersten Spalte, seststellte. Dort ist zu lesen, daß die nattonalliberalett Abgeordneten Bassermanu und Schiffer bereits am 17. Mai in der Budgetkommission beantragt hatten: „Bis zum 31. Dezember 1913 soll ein Reichsgesetz, welches eine alldem ei nnc Besteuerung des Besitzes vorschreibt, eingeführt werden. Dieses Gesetz ist dem Reichstage bis zum 1. April 1913 vorzulegen. Sechs Monate nach dem Inkrafttreten desselben tritt die in Artikel V des Gesetzes, betreffend Aenderungen im Finanzwesen vom 15. Juli 1909, vorgesehene Ermäßigung der Zucker steuer in Kraft." Sonach ist das, was die „Cons. Corr." selbst als den Kern des gemeinsamen Besitzsteuerantrages erkannte — die Verbindung nämlich des Zuckersteurantrages des 'Zentrums und des Besitzsteucrantrages der Nationalliberalen —, nicht erst am 18. Mai von Herrn Erzberger, sondern bereits am 17. Mai durch die nationalliberalen s2fb- georbneten Bassermanu und Schiffer gesunden und beantragt worden. Wem hiernach die Autorschaft des Bc- sitzstcucrantrages zuzuerkennen ist, braucht nun wohl nicht weiter auseinandcrgesetzt zu, werden. Liberales Wahlabkommen für die wurttembergischen Landtagswahlen. Für die Neuwahlen zum Württembergischen Landtag haben N a t i 0 n a l l i b e r a l e und Fortschrittler ein Wahlbündnis geschlossen, lieber die Einzelheiten sollen erst dann Mitteilungen gemacht werden, wenn die Landesausschüsse der beiden Parteien dem Bündnis ihre Zu- stinnuung gegeben haben. In vier Landtagswahlbezirken ift eine Einigung nicht erzielt worben: diese Bezirke scheiden bei dem allgemeinen Wahlabkommen aus. Das Wahlbündnis geht dahin, daß in den einbezogenen Streifen nur je ein liberaler Kandidat aufgestellt wird. Die .streife werden zwischen beiden Parteien aufgeteilt, Fortschrittler und Nationalliberale stimmen für den gemeinsamen Kandidaten. Tod des Ehrenmitgliedes des Vorstandes, Professor Dr W. Zimmermann-Darmstadl, erlitten hat Nach der übliche» Einung und einem kurzen Grußwort wurden Pfarrer Engel-Obbornhofen und P'arrer 2ä)aad> Klein Karben zu Schriftführern befielU und je ein GeisUilber der 3 Provinzen, Pfarrer Rbeinfurlh Okiu-Ctern- bcim, Vogel GernSl-eun und 5 ch ni 1 M - Grünberg, mit der Revision der Rechnung des Jahres 1911 betraut. Auf deren Antrag wurde gegen Schluß der Verhandlung dem Rechner Entlastung erteilt. Nach kurzen Mitteilungen über die Haupteinnahme und Ausgabeposten der Rechnung und deren Vergleich mit den Ergebnissen des Vorjahres wurde die Ersatzwahl des Vorstandes vorgenommen und durch Wiederwahl der 4 ausscheidcnden Mitglieder schnell erledigt. Zu dein weiteren P^nikt der Tagesordnung: Feststellung des Unterstützungsplanes für 1912 gab der Schriftführer, Tekan Baher-Raunheim, Erläuterungen und begründete die Vorschläge des Vorstandes einzeln und ausführlich. Zu dem Unterstützungsplan sprachn mehrere Abgeordnete. Hieraus mürben die Vorschläge des Vorstandes unverändert angenommen, wonach die gleiche Summe wie im Vorjahre, 34 500 Mark, verteilt und hiervon dem Zentralvorstand in Leipzig 6000 Mark, der Diaspora außerhalb Hessens 6600 Mark und den 34 Iressischen Pfleglingen der Rest zugewendet werden sollen. Vor der Beschlußfassung über die Konfirmandengabe des Jahres 1912 gab der Vorsitzende die Gründe an, die den Vorstand veranlaßt haben, in 1911 zum ersten Male zu dieser Sammlung und zwar für Gustavsburg anzuregen Für 1912 bringe der Vorstand dem Verwaltungsrat die Gemeinden Bieber, Budenheim unb Groß-Steinheim in Vorschlag. Nachdem die Vorschläge des Vorstandes bezüglich der Abstimmung über die nächstjährige Konsirmandcngabe gutgeheißen waren, berichtete Pfarrer W a g n e r - Bensheim über die Entwicklung, die gegenwärtige Lage und die Zukunflsaiifgaben dieser Gemeinden ausführlich. Tic Abstimmung erkennt die ltzemeinde Bieber bei Offenbach mit ihrem Pfarrhausneubau als die zurzeit bedürftigste an und weist ihr die Konfirmandengabe für 1912/13 zu, wofür der Ortsgeistliche, Pfarrverwalter Weiß, Dank ausspricht. ' Für die Zinsen des Hubenschen Legats ans 1911 und 1912 (je 105 Mark! hat der Vorstand die Gemeinden Bretzenheim und Frei-Weinheim: als Empfänger der Zweigvereinsfestkolleklcn für 1913 die Gemeinden Affolterbach Oiirchbauschuldi, Groß-Stcin- heim (Psarrhausbaufonds) und Kostheim /Kirchbauschuld) vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat stimmt zu Aus seiner Mitte wird vorgcschlagen, zu bet diesjährigen Hauptversammlung des Gesamwereins in Posen außer dem Vorsitzenden und Schrist- führer das Vorstandsmitglied Pfarrer Wagner-Bensheim zu entsenden. Diesem Antrag gemäß wird beschlossen. Von Bensheim liegt die Einladung vor. Die nächste Jahresversammlung dort abzuhalten. Tic Einladung wirb angenommen Abends fand sich eine zahlreiche Fe st Versammlung in dem Saale des „Solmser Hof" ein. Die Bühne war unter Leitung des Hofgärtners Buchholz prächtig geschmückt. Aus dem reichhaltigen Programm heben wir den gut gesprochenen Prolog, die schonen Liedergaben des Männergesangvereins Harmonie, Dirigent Reallehrer Gerhard, unb des unter der Leitung des Lehrers Döll stehenden Chors l>ervor. Die Feswersammlnng wurde von Dekan Haine r - Hungen, dem Vorstandsmitglied des Hess. Haupt- vcreins, mit einer kurzen Ansprache und der Uebcrmdninq einer Festgabe des Solmser Zweigvereins im Betrage von 350 Mark eröffnet. Den Gruß der Festgemeinde überbrachte Pfarrer Nebel- Laubach nebst einer Festgabe von 210 Mark, den der theologischen Fakultät Gießen Professor D. Schian. Im Namen des Laubacher Zweigvereins des evangelisck»en Bundes begrüßte Pfarrer V 0 l p - Laubach den Gustav-Abols-Verein. Er betonte die Friedensbestrebungen des cvang. Bundes und des Vereins und übergab als Gruß der Kinder von Laubach, Freienseen, Gonterskirchen, Ruppertsburg und Villingen eine für den Pfarrhausneubau in Bieber bestimmte Kindergabe von 100 Mark. Ten Bericht über die Arbeit des Hess. Hauptvereins im Jahre 1911 erstattete der Schriftführer, Dekan Bayer. Er stellt fest, daß trotz des Rückgangs einiger Einnahrneguellen, der Beiträge (Hauskollektc, um 534 Mark, der Reformationskollekte um 54 Mark unb der Einzelgaben um 841 Mark infolge der Einführung der Konsirmanden- gabc die Gaben aus Hessen gegen 1910 um 539 Mark, und die Gaben von auswärts, namentlich durch Zuwendung der Zinsen des Scksvcitzerschen Legats an die Gemeinde ft oft beim mit 3970 Mark, die Gesamteinnahmen in 1911 so beträchtlich angewachsen sind, daß der Diaspora insgesamt 84 997 Mark, b. h. 7146 Mark mehr als in 1910 zugewendet werben konnten. Das Arbeitsgebiet des Hauptvereins sei das gleiche geblieben: er habe 34 hessische und 82 nichthessische Gemeinden zu versorgen. Sehr erfreulich fei, daß ihn fernerhin drei neu gegründete Francn- vereine in Mainz, Kelsterbach und Gedern unterstützten und entlasteten. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied richteten die Vertreter befreundeter auswärtiger Hauptvereine, des Badischen, Pfarrer Wolfhard- Durlach, des Kasseler Hauplvereins, Pfarrer Fuchs-Hanau, des Frankfurter Hauplvereins, Pfarrer Ur» ivruch - Frankfurt, des Wiesbadener Hauptvereins, Pfarrer Kovfermann - Caub, des Rlieinischen Hauptvercins, Pfarrer G c i b e l - Dutenhofen, des Vertreters des Hessischen Hauptvereins des-Evangelischen Bundes, Pfarrer Berch-Mombach, kurze Ansprachen an die Festversammlung. Nachdem noch Tiafvorapsarrer R 0 st - Hüningen aus der Gustav-Adolf-Arbeit in Elsaß erzählt und geschildert, wie dort der Verein 56 Diafporagemeinden versorgen hilft und unentbehrliche Dienste leistet, wurde die anregend verlaufene Festversammlung mit einem kurzen Dankeswvrt des Vorsitzenden des Hess. Hauptvereins, Pfarrer Dingeldey- Darmstadt, geschlossen. Heute, am zweiten Festtage, fand vormittags 8 Uhr Kinderfestgottesdienst statt, zu dem sich die Kinder von Laubach und Umgegend sehr zahlreich eingefunden hatten. Den Gottesdienst bielt Pfarrer Becker aus Fürth i. O, der einige Bilder aus der Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins pob, besonders von der Mitarbeit der Kinder, um auch die Liebe und Hilfe der Jugend für den Gustao-Adolf-Verein zu gewinnen. Um 10V« Uhr begann der Fe st g 0 11 es d i enst in der Stadtkirche. Tie Liturgie hielt mit Unterstützung des unter der Leitung des Reallehrers Gerhard stehenden Kirchenchors, der die große Doxologie fang, Pfarrer V 0 lp Laubach. Ter Fcstvrediger, Pfarrer Germer-Bingen, legte dar, wer das Recht habe, in der Sacke des Vereins mitzuarbeiten. Nur wer selbst fest gegründet ist in evangelischer Ueberzeugung, der ist auch befähigt zu der rechten evangeliichen Toleranz, wie sic dic Vereinsarbeit voraussetzt. Respekt haben vor anderer Ueberzeugung kann nur der, der sich eine.eigene errungen hat. Nach dem Festlied „Vertage nicht, du Häuflein klein" des Kirchenchors hielt der Vorsitzende des Hauptvereins, Pfarrer T i n g el d ey - Tarmstadt eine Ansprache In dieser Zeit des Wanderns zieht auch der Gustav-Adolf-Verein mit seinen Festen durch die Lande und freut sich heute dankbar auch in Laubach so festlich mitgenommen zu sein Warum wird er überall in evangelischen Landen sv freundlich empfangen? Einmal, weil er einer der großen Nothelfer unserer Kirche ist. Bon Nöten erzählt dieser Wandersmann, die man hier aus eigener Erfahrung gottlob nicht kennt, wo das Evangelium seit den Tagen jenes Friedcricus Magnus von Solms herrscht, an dessen Grabe wir hier stehen. Tann aber auch, weil er unsere evangelische Kirche von einer ihrer besten Seiten zeigt, nämlich als einen großen, über die Welt verbreiteten Bruderbund, In dem E holni>yrf tfis: «■s,,erebeiiPro^' Ur. 149 Zweites Blatt 162. Fahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. AP ? , W Die ..«eßener ZamMenblStter" werden dem fr .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS 1 BL E U E H tk, NL ß fii *9 N AK ü „KreUblatt für de- Kreis Liehen" zwermal W W II ~ ~ > 3 V V V wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- 9 aid,tintn General-Anzeiger für Oberhesien Alsfeld mit der Untersuchung des zu versichernden D. W. in Maar. Ta es jetzt galt, ein günstiges Zeugnis des ArUcs zu erhalten, ivurbe der 17jährige Bruder des Angeklagten W., der Mitangeklagte W. W., vorgeschoben. Inzwischen halte aber die Direktion in Berlin, an die der gefälschte Versrcherungsarttrag weitergcgeben worden war, von sich aus Erkundigungen in Maar eingezogen und erfahren, daß der Antragsteller ein kranker Menfch sei Auch war es hier auf gefallen, daß auf das nach Maar gesandte Bestätigungsschreiben keine Rückäußerung erfolgt war. Hcn- zukam, daß W. in Maar, dessen Bersicherung tus Auge gefaxt war, an Schwindsucht starb, obwohl der von Dr. R. tn Alsfeld Untersuchte als völlig gesund be^ichnet worden war. Ties brachte den Schwindel an den Tag und R. wurde von seiner Gesellschaft sofort entlassen. Dem Baker des Angeklagten W. gelang es, von dem Vertreter der Bersicherung die Zusicherung N<-erhalten, bab man von einer Anzeigeerstattung absehen wolle. Vergeblich bemühte er sich aber, von dem Mitangeklagten R., der sich von K. H. W. bereits die erste Bersicl>erungsprätme mit 270 Mk. hatte ausbezahlen lassen, dieses Geld zurückAuerhalten. Sein Trängcn rief vielmehr bei R. den Entschluß hervor, die.Sache anzuzcigen. Er begab sich zur Staatsanwaltschaft und erstattete Anzeige, offenbar in der .Hoffnung, lediglich als Zeuge austrctcn zu können. Auch heute stellt er noch die Sache so dar, als ob er der Mitbetrogene sei, von der ganzen Sache nichts gewußt und sich auf die Angaben des W. verlassen habe, hiermit hat er jedoch fein Glück, zumal ihm auch noch andere unsaubere Geschäfte aufgedeckt wurden. Als Hauptmacher des ganzen Bersicherungs- schwindels wird er wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs- verfuchs zu 1 Jahre Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet. K. H. W. hat seine Tat mrt 8 Monaten, W. W. die seine mit 2 Wochen Gefängnis LU büßen. Erfolgreiche Berufung. Der Gastwirt und Kaufmann W. T. in Düdelsheim war vom Schöffengericht Büdingen wegen Bedrohung und Sachbeschädigung zu einer Woche Gefängnis und wegen Benutzung eines Vierglases bet einem Angriff mit 3 Tagen Haft bestraft worden. Auf seine Berufung war nach der heutigen Verhandlung lediglich Bestrafung wegen Sachbeschädigung auftecht zu erhalten. Das Gericht nahm an, das; es nur der Angeklagte gewesen sein könne, der nach vorausgegangenem Streit mit dem Gastwirt I. B. in dessen Wirtschaft und nach vorausgegangener Drohung die Fensterscheibe eingeworfen habe. Dagegen wurde nicht für erwiesen erachtet, da» bei dem Streit in der Wirtschaft der Angeklagte mit einem Bierglas nach B. geschlagen habe. Auch konnte eine Bedrohung nicht sestgcstellt werden, da B. hierüber nur unbestimmte Angaben machen konnte. Mit Ausnahme der Sachbeschädigung, wegen deren das Gericht eine Geldstrafe von 10 Mark für angemessen hielt, wurde daher auf Freispreckmng erkannt. Nttiverfitätr-Nachrrchten. — Die Universität Kiel zählt im laufenden Semester 2314 Studierende gegen 2059 im Sommersemester 1911. Dazu kommeu 61 Hörer. wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen. = Bad-Nauheim/ 26. Juni. Im 3. Künstlerkonzert am Samstag wirken Alfred Wittenberg, einer der bekanntesten unter den jungen Geigern der Jetztzeit, und Paula Schick-Nauth aus Frankfurt, eine Mezzo-Sovranistin von hervorragender Qualität, die bei ihrem wiederholten Auftreten in größeren Konzerten in Frankfurt und nnberen Musikstädten von Publikum und der Kritik mit Auszeichnung behandelt rvurde. — Alfred Wittenberg wird das hier in Bad-Nauheim noch nicht öffentlich gespielte Violinkonzert vonTschaikowski vortragen. Lriftschiftahrt. Frankfurt, 26. Juni. Ter Kaiser hat für den vom Deutschen Fliegerblntd in der Zeit vom 29. August bis 6. Sep- Mein INVENTUR-AUSVERKAUF Teppich- und Gardinenhaus ERNST BLOEDNER NACHF. Telephon 172 Seltersweg—Plockstrasse Gegr. 1883 Bilderbuche, das unser Fest uns aufschlägt, schauen wir nicht nur Nöte, sondern Liebeswerke, geschaffen von Arm und Reich, von Erwachsenen und Kindern, von Männern und von Frauen und Jungfrauen. So steht vor uns bei aller sonstigen Zerrissenbeit dieses schöne Trost- und Friedensbild, das wir ntcht mtfien, sondern lieben und pflegen wollen. Nach Gemeindegesang redete der Vertreter des Oberkonsisto riums Geh. Oberkonsistorialrat und Superintendent D. Petersen (Darmstadt) zur Festgemeinde: Tagungen des Hess. Hauptvereins sind Tage der Spannung und der festlichen Freude. 4^eie Spannung und Freude teilt auch das Lberkonfistoriuin. Tas Auv- blühen der hessischen Diaspora ist ui danken der Tätigkeit des Heimchen Hauptvereins und seiner Zweigvereine, sowie dem Um stand, daß hinter ihm das aus Liebe erwachsene Freikorps und Heer des Gesamtvereins steht. Aus der Freude über die jtd) bildende Diaspora erwachst schwere Sorge, deren Behebung ge- ckeilte Freude wird. In allen Sorgen aber bleibt die Gewißheit, daß Oberkonsistorium und Landeskirche sich aufeinander verlassen dürfen. Den Vorarbeiter und Mitarbeiter grüßt das L>ber konsistorium, dem Sammler der Zerstreuten und Helfer der Bedrängten gilt fein Wunsch, daß Gott die heurige.Jahresversammlung segnen möge. — Tie Schlußliturgie bi eit Pfarrer Nebel (Laubach-. Tie Festkollekte betrug 120 Mk., die Kollekte des Kinderfestgottesdienstes 14 Mk. An dem Fe li ess en, welches im Schützenhof stattfand, nahmen auch viele Glieder der Festgemeinde teil. Tischreden hielten: Graf Wil Helm zu Solms-Laubach auf die Protektoren des Vereins, Kaiser und Großherzog: Pfarrer Dingeldey (Darmstadt i auf das gräfliche Haus: Pfarrer Nebel lLaubach) auf den Vorstand des Hessischen Hauptvereins: Dekan Hainer (düngen) auf die Vertreter auswärtiger Hauptvereine: Bürgermeister Ritter lLaubach' auf die Festgäste. Von nachmittags 3V2 Uhr ab fand eine Nachversammlung in der Traube statt. Die gemeinsamen Lieder begleitete der Wetterfelder Posaunenchor, von Pfarrer Scriba geleitet. Auch der Sttrdjend)£>r verschönerte die Lieder durch einige Liedergaben. Zu der stattlichen Versammlung sprachen drei Diasporageistliche. Pfarrer R o st von Hüningen im Elsaß gab Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart seiner elsässischen Tiasporagemeinde Hüningen. Der zweite Diasporageistliche, Pfarrer Rehwald (Heppenl)eim) verbreitete sich über die Frage: „Hat der Kampf zwischen Katholizismus und Protestantismus auch sein Gutes?" Der dritte Redner, Pfarrverwalter Weiß (Bieber) gab eine Schilderung dec Verhältnisse seines Kirchspiels. Ein Sonderzug brachte um 6 Uhr die meisten Festgäste in ihre Heimat zurück. Gießener Strafkammer. Gießen, 25. Juni. Vereitelter Versicherungsbetrng. Ein sein angelegter Plan, sich in den Besitz einer Lebens- verjick-erungssumme von 20 000 Mk. zu setzen, wurde den Angeklagten: Versicherungsagent P. R. in Gießen, Landwirt K. H. W. von Billertshausen und dessen Bruder W. W., zunichte. R. war im vorigen Jahre Versicherungsagent in Alsfeld. Als et eines Tages für seine Versicherung in einer dortigen Wirt- schast Propaganda machte, verwies ihn der Wirt an einen Gast, den Mitangeklagten K. H. W. Dieser leimte eine Versicherung ab, ließ sich aber von R. bereden, mit ihm auf sein Bureau zu kommen, um sich näher über die Sache zu unterrichten. Hier spendierte R. Zigarren und Apfelwein nud als er ihn gleichwohl nicht umzustimmen vermochte, erkundigte er sich, ob er denn nicht eine bekannte Person kenne, die man versichern könne. Nachdem W ihm mügctcilt, daß er einen schwer lungenkranken Vetter in Maar habe, kamen beide überein, dessen Leben mit 20 000 Mk. au versickern. W. unterschrieb einen von R. ausgefüllten Ver- sickrerungsantrag mit dem 'Namen dieses norf) minberjälyrigen Beters und dessen Vaters ohne deren Wissen. Der Antrag wurde von R. weitergereicht. Hier fiel schon eine gewisse Aehnlichkeit der beiden Unterschriften auf, man trat aber gleichwohl in eine Prüfung btS Antrags ein und beauftragte den prakt. Arzt Tr. R. ur Leinen-Garnituren Teppiche Gardinen Vorlagen Linoleum-Teppiche beginnt Linoleum-Läufer Decken Läuferstoffe Wachstuche Linoleumvorlagen MotorMä^en-tährräder r Preisliste. Man verlange \ Automobilvertr. Will). Hamel, Giessen, Bleichst»-. 7 Fahrradvertr. Adam Kircher, Giessen, Bleichstr. 15 6 Zimmer alljä J‘Jii«tr=Si|iuini ?lu,yllbe1*- »/(Bart' LEW ass® WmarSittake U K'Xlininer-Wtlinu !"" Saö. Talton, Md F""ner und allein Zub sofort zu vermieten -'.oberes Boonstra»c 2 MK« Sbclit^.EckeAebiM SS. Ä‘i-nli.3ub «Ä!.^ub.Wca Nodenie 6-Zim.Wo! m. Ladez^ 1. Stoch eml. a 11. Plage, G Jimnicr i Zubehör, Gaö und eie Lickt per sos. ob. iudt. z. ve 1135) Siid-Aulagc 5 Zimmer Sei Himm* v. L Juli ab zu normte 3613] Lcltcrsweg Hübsche 5-Zimmer-Wol lirebneritrahc 1 pari., sofort ob. späler zu verin. E.Dokmling,Ho smannst tember geplanten Ersten D e u 1 s ch en Wa s s e r f l u g m a s ch t n en- Wettbewerb einen Preis gestiftet. kf. DaS Fliegerin nenkorpS vom Roten Kreuz. Ter Ehei dcS ftanzöüfchen Mvlitärstiegerkorps, Oberst Hirschauer, trägt stch mit dem Gedanken, ein .FliegerrmienkorpS vom Roten Kreuz' inS Leben zu rufen. Auf einer Berfaminlung in der Pariser Universität Sorbonne, auf der er den Studenten für ihren Beitrag zur Nationalflugspende seinen Tank aussprach, ließ er pueril diesen Gedanken verlauten, der m den patriotischen Herzen der Französinnen begeisterten Anklang gefunden hat. .Wir dürfen nicht oergeflen', so riet Cberfl Hirschauer mit Pathos in die Aula hinein, .daß die Frauen Frankreichs ebenso bereit wie die Männer find, den Gefahren der Lustschiffahrt zu trotzen. Zwar haben wir augenMidltd) noch nicht viele Fliegerinnen. Aber woran liegt daS? Liegt eS etwa an ihrem Mangel an Mut? Nein, einzig und allem am Geldmangel. Und deshalb wollen wir die Nationalstugspende auch dazu benutzen, Fliegerinnen anszubilden. Schon eine ganze Reetze von Diakonissinnen deS Roten Kreuzes hat sich freudig bereit erklärt, dem Flieaerinnenkorps beijntveten.* Und ein tosender Beisall folgte den Worten des Oberstem Müllcr'sche Badeanstalt. Wasser wärme der Lahn a in 27. Juni: 17* R. Meteorologische veobachtungen der Station Juni i9i? p-e Wetter 173 11.8 80 16.4 10,2 74 14.7 9.9 79 esst ,-ianSerm. z. verm. N da Abetitzann & fthggj 7 Zimmer An lmferemNeubauflevl ürafsesiinü ver I.Juli zt 7-Zimmcrwobnmtgeu : Steqeedei,»n>i zu wm- Abermann & klini I Höchste Temperatur am 25. dis 26. Juni = + 19,9 ° C. Niedrigste „ , 25. , 26. „ = + 18,8 * C. Niederschlag: 1,9 mm. ।____ ■ ■ -1!™___1____ Was dic Hausfrau wissen muß! Ungewöhnliche Ausgiebigkeit ist ein Hauptvorzug deS neuen Kaffee-Ersatzes „Perlka^. Man braucht davon nur halb so- viel zu nehmem, wie von anderen Kaffee-Ersatzmitteln und erhält ohne jeden Zusatz ein würziges, überraschend kaffee- ähnliches Getränk. 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