Donnerstag, 25. Januar 1912 162. Jahrgang Zweites Blatt r. 21 Lrlchetnl mff Ausnahme des Eomuagi. General-Anzeiger für Sberheffen aren isWarfs. M Bk. bis in«. 26. Jak i. unö Verlag öet 'Stühl’ldjen . Buch- und ©tembrudereL Lange, ffiieBeiu Ans Hessen. Aus dem Finanzan-schuh. dir» (lefthnitL Ech« ).01? vro Beniner K i£lcrn frei ins Haus «chubecker & i&tta adnneiibetfler1- scher Interessen von Ossenbach htnbgcgcbcn worden Von einer Seite wurde demgegenüber daraus Ifingc« wiesen, daß diese Vorkommnisse kerne Veranlassung dazu bieten könnten, die Selbstverwaltung der städtischen Pvliz i in Essenbach ausAuhcben. Diese Vorgänge seren n i d) t | o schlimm und könnten überall auch Vorkommen, wie dodi der Transportarbeiterstreik in Darmstadt mit seinen Gewalttätigkeiten ja aud) unter Aussicht der staatlichen Polizei vorgekommen sei. Detngegenübcr nnc-3 die Regierung daraus hin, das; ein solcher Auszug, wie er in Osseiibach stattgesundeu habe, in keine Parallele ;mr Ausschreitung n g den können wie das Umwerfen von Möbelwagen Tort habe cs fid) um ein planmäßiges Vorgehen einer erregten Menschenmenge gehandelt, deren Zusammenwirken inni seitens der Polizei hätte voraussehen und verhüten müssen. Nächste Sitzung des Finanzausschusses morgen vormitiag 9 Uhr. 9iotanondDnia Unwersuäls R. Die ^Gtetzeaer LomiliendläNer- werden dem ftln*ftqer- otermal wöchentlich betqcleqi, bad „Krfiiblati tir de» Kreis riehen" »rorimal wöchentlich. Die „raudwirischattlichen ocU» fragte*' erfchemen monaliich zweunat. Der neue sächsische vollsschulclesehentwurs. Dor einigen Tagen ist dem sächsischen Landtag ein ^.eaierungseutwurs über eine Neuregelung deS Volksschul- uesens zugegangen. Ta wir in Hessen vor der gleichen ?rage stehen, sind die Ausführungen von Interesse, die wie in der Korrespondenz des Deutschen Lehrervereins über d c sächsische Vorlage finden. Es heißt da: Wer eine in jeder Beziehung den Bedürfnissen der Gegenwart, dem leiste unserer Zeit und den Forderungen ■ bar modernen Pädagogik Rechnung tragende Gestaltung >des sächsischen Volksschulrechts erwartet hatte, wird von bem Entwurf zum neuen sächsischen Schulgesetz mit einiger Itnttäufdfung Kenntnis nehmen Die Beseitigung der gerft lichen Orksschulanfficht, die Einführung der obligatorisch, n Mdd)ensortbildungsschulc, Verbesserungen auf dem Gebiete Ik» Fortbildungs« und Hilfsschulwesens, dre Uebertragung des (übrigens gleichfalls reformbedürftigen) Disziplmar- N'chts der Beamten auf den Lehrer: das ist so ziemlich (j les, was als Fortschritt im Entwurf angesprochen wer- an/t Redaktion, Eroedittou und Druckerei: vcbul- ftraße 7. Exoed lion und Verlag öl. fRebaftion:e^ 112. Tel.-VldruAujeigeriAieven. diese nicht auskommen zu können. ________ _______________ Sodann gab bezüglich der Verstaatlichung der e sein, sie soll ihren konfe sionellen Eha- Polizei in Offenbach Minister v. Homberg k eine j ■ ' -■—*-—über bic dringende Notwendigkeit lereits in den 90er Jahren und dann w ,,Kolosseon Walltorstraese 3t- Telephon 6J5 Dir.: KARL OH! bs. Darmstadt, 24. Jan. An der heutigen Sitzung des Finanzausschusses nahmen wiederum Regi? rungsvcrtreter teil. Es waren anwesend: Staatsminister Dr. Ewald, Finanzminister Tr. Braun und Minister v Hom bergk, ferner die Geheimen Räte Best und Weber sowie Mi nisterialrat Hölzingcr. Es wurde zunächst eingehend die burd) die Reichsversid;erungsordnung veranlaßte Lrgani sation der Versicherungsämter und des O b c r Versicherungsamtes besprochen. Tie Regierung rechtfertigte den Standpunkt, daß sie nod) drei oder vier Mittelbeamte sowie eine Anzahl von weiteren Gehilfen als Minimum der Organisation, die notwendig sei, gefordert habe. Auf andere Weise lasse sid) ber burd) bic Reichsgesetz- gebung nötige Beamtenapparat nicht Herstellen. Zu Kapitel 30 (Kreisämter) wurde den Klagen aus dem ÄUs- schuß über allzu reichliche Anwendung von Wagenfahrten durch die Kreisämter seitens der Negierung durch den Hinweis auf die Herabsetzung der im letzten Jahre verbrauchten Summe um etwa 7000 Mark begegnet. Tic Regierung verlangte, nachdem sie einen Brems erlaß an bic Kreisämter hat ergehen lassen, daß diese Notainina burd; ein seine Tatsachen belegt werden sollten, sonst könnte sie in dieser Richtung Aenderungen nicht cintretcn lassen. Jedenfalls habe sie bic strikte Anweisung gegeben, daß nur in Bild Dir.: Hermann SW Volks' s •27,0^ Auver W «S- Liberi tzndc Ocutfcl^e Kolonien. Staatssekretär Tr. Solf in London. £ London, 24. Jan. Ter deutsd;e Staatssekretär für die Kolonien Dr Solf ist vorgestern abend spät in London eingetrosscn und hat auf Befragen einen Vertreter der Presse gebeten, mit der größten Bestimmtheit zu dementieren, daß er hierzu gekommen sei, um mit der britischen Regierung den Plan einer ganz neuen deutschen Kolonialpolitik zu besprechen. Der Minister fügte hinzu, er habe in den Zeitungen allerhand Dinge über dentsche Bestrebungen und Absichten mit Bezug auf die a f r i k a n i s ch c n K o l o n i e n Portugals gelesen und über die angeblichen Hoffnungen der Alldeutschen auf diese, aber abgesehen von diesen Pre,;'- äußerungen wisse er nichts über solche Absichten. Ausreden Fall habe aber sein Besud) in London mit diesen Fra- gen nicht das Geringste zu tun. Dr. Soli sagte weiter, er müsse am Samstag zum Geburtstage des Kaisers wieder in Berlin sein und werde dvher -die britisdw Hauptstadt am Donnerstag wieder verlassen. Der Haupt" z w e ck seines Besuches sei, mit englische it K aufleuten und Geschäftsleuten Fragen zu besprechen, die mit dem Diamanten handel in D e u t i d) - S ü b io ejt • Afrika zusammenhingen, über Sd;leismethoden usw. Iw Verlauf seines Besuches hoffe er auch bic Beamten des britischen Kolonialamtes kennen zu lernen. Gleid;zeitig veröffentlichen die englischeit Zeitungen undf eine Erklärung der portugiesischen Gesandtschaft in London, bic besagt, baß bic Behauptung, Portugal sei bereit, seine Kolonien zu verkaufen, vollständig ans Erfindung beruhe. Die Erklärung erinnert daran, daß ber portugic i)d)C Premierminister ebenso wie ber Minister des Auswärtigen in dem portugiesischen Senat am 18. Januar nod) aus drück lid) erklärten, baß bic auswärtige Politik Portugals auf der Basis der Allianz mit Großbritannien fortgeführt werden würde, und daß infolgedessen auch bic Kolonialpolitit des Landes im Einklang mit dieser Allianz bleiben müßte. Ganz im Gegenteil, so fährt die Erklärung der Gesandtschaft fort, bic portugiesische Regierung habe bic Absicht, bic portugiesischen Kolonien und zwar gerade die in Afrika so gut und so weit wie möglich zu entwickeln, zu diesem Zweck habe mau sich entschlossen, eine besondere Kolonial- bank zu schaffen, deren vornehmster Zweck es sein werde, bic Entwicklung ber Kolonien zu förbern. Abteilung lagen die Dinge ebenso; auch in ihr konnte ber Doktorgrad nickst vergeben werden. Und nicht viel besser sah es in der gleichen Fakultät an der Universität Moskau aus, wo im Perlaus von fünfzehn Jahren von 109 Studierenden nur zehn bic Doktor- und zwölf die Magisterprüfung bestanden. Dabei läßt sich der russische »Staat bic Ausbildung junger Gelehrter recht bedeutende Mittel kosten So wurden im Zeitraum von 1886—1900 nicht weniger als 1 017 280 Rubel für 512 Stipendiaten ausyegcben, bic sich zu Professoren ausbilden söllten. Bon diesen 512 haben nur 175 den Maqistergrad erreicht, so daß der Krone jeder Magister auf 90Ö0 Rubel, also auf mehr als 18 000 Mk zu stehen kommt. In den letzten neun Jahren hat sich dies Verhältnis noch beträchtlich verschlechtert. Für 167 Stipendiaten wurden 306 000 Rubel verausgabt. Da von diesen 167 nur 27 ihre Magisterprüfung bestanden und von diesen 27 wiederum nur 7 den Doktorgrad erreichten, so hak die Krone jeden Doktor mit mehr als 40 000 Rubeln bezahlt. Diese Tatsachen sind eine grimmige Verurteilung des ganzen russischen Universitätssystems, an dem nun schon seit fünfzig Jahren vergeblich berumturiert wird. Das Ministerium ber Volksaufllärung will nun einen Versuch wieder aufuehmen, ber bereits im vorigen Jahrhuuberk zweimal gemacht worben ist: es will an ausländischen Hochschulen besondere Seminarien errichten, in denen die russischen »Stipendiaten unter der Kontrolle der örtlichen Professoren in einem zweijährigen Kursus für den Professorenberuf vorbereitet werden sollen. Die ansländischen Professoren sollen dem Ministerium für Volksaufklärung über bic Fortschritte der Stipendiaten laufend Bericht erstatten und eine ungünstige Note würde die sofortige Entfernung des Studenten aus dem Seminar zur Folge haben. Das Ministerium hat für Juristen, die sich dem Zivil- oder Kriminalrecht widmen wollen, zunächst die Eröffnung eines Seminars in B e r - [ in in Aussicht genommen. Ein gleiches wird zur Ausbildung von Physikern, Ehemikern, Geologen und Geographen in Tübingen und von Mathematikern in Paris geplant. Soweit die Absichten des Ministeriums für Volksaufklärung in Rußland selbst durchgesickert sind, haben sie starten Liderspruch hervorgerufen. Man sieht darin eine Ban- icrotserklärung ber russischen Universitäten unb glaubt nicht an die Möglichkeit ber Durchführung. In ber Tat ist es Der Niedergang der russischen Universitälen. Cy. St. Petersburg, im Jan. Schon seit Jahrzehnten hat es sich mit aller Deutlich- herausgestellt, daß es mit den russischen Universitäten cdenkUck^ bergab geht, daß Rußland nicht rn der Lag >k, das Lehrmaterial für seine Hochschulen selbst au be I -reiten und daß diese nor einem raprbra ftejen^ f kürzest sind 1 16 Lehrstnhle an russischen Hochschulen I inbesctzt, und ber akademische Nachwuchs ist gerobt I in den letzten zehn Jahren, in denen die wissenschaftlich», libcit an den Universitäten durch die dauernbell Unruhen •mmer und immer wieder unterbrochen wurde, auße s daß bei bet Mehrzahl der Professoren, di? augenblicklich die Lehrstühle besetzt Halten, ein wissen- ck.aftlicher Tiefstand herrscht, der sie zur Ausbildung lunger belehrter völlig ungeeignet macht. Nach den Erfahrungen, )ie das Ministerium für .Voltsausklärung gefummelt hat : und öffentlich feststellt, begnügen sich diese Herren damit ; ü)ie Kurse herunkerznlesen, und haben, sich in ihrer etcl limg sicher fühlend, ihre eigentliche wissenschaftliche Aort- hilbung langst an den Nagel gehängt. Es tit unbegretflid), siaß man diesen Mißstand nicht schon längst zu beheben versucht hat. Das genannte Ministerium ist fetzt von der Dringlichkeit einer Abhilfe überzeugt und hat eine Vorlage jur den Ministerrat vollendet, laut der junge Gelehrte ;iim Zwecke ber Ausbildung ins Ausland kommandiert derben sollen. Auch nach bem bisherigen Modus wurden syon Studierenbe auf Kosten der Regierung ins Ausland ci'fanbt. Aber die Ergebnisse ivarcn höchst unerfreulicher flct; die meisten dieser sogenannten Kronstipendiateii brachte rs nicht einmat zum Magister-, geschweige denn zum Doktorgrade. . Nach statistischen Angaben machten ui ber Zeit von 1890—1909 an der juristischen Fakultät in St. Petersburg 60 junge Leute den Versuch, bie gelehrte Laufbahn gilt dem Gebiete des Zivilrechts einzuschlagen Von diesen icchzig Aspiranten haben nur zwei bie Magisterprufung kftanben, ein um so erschreckeiideres Ergebnis^ als diese 'Jciifung keineswegs hohe Anforderungen an die Kandidaten jte'-llt unb von ihnen nicht einmal das Wissen eines prcuß.- icWn Referendars verlangt. Zu der phyfito-mathematischeu Arbeiterbewegung. Ter drohende allgemeine Ausstand der englischen Kohlenarbe'ter wird für die englische Grubeninbustrie ernste Folgen haben. Schon jetzt gehen, wie bekannt wird, große Aufträge für England verloren. Die französische Regierung hatte um eine Offerte für Lieferung von 30 000 Tonnen wallisischer Kohle während ber nächsten brei Mo- im höchsten Grabe unwahrscheinlich, daß die Regierung auch nur eine bessere Auswahl ber Stipendiaten trifft, bic wohl die erste Vorbedingung wäre. Bei dieser Auswahl ist bisher nicht ber wissenschaftliche, sondern ber politische Maßstab angelegt worden und außerdem hat dabei n )d) ein gefährliches Protektionssvstem mitacspielt. Nur dadurch ist es einigermaßen verständlich, daß bic Ergebn.ssc so niederschmetternd waren. Eine weitere Frage ist es> ob sich ausländische und namentüd) deutsche Hochschullehrer von Ruf werden bereit finden lassen, diese Schnellfabrikation von russischen Zukuilftsprofcssoren zu übernehmen unb dabei eine Aufsicht ansüben, wie sie unserem Begriff von akademischer Freiheit nicht entspricht. * Mein Urgroßvater und der Alte Zrltz. Herr Dr. W. Bruchmüller in Leidig schreibt der „Köln. ZlqAllgemein bekannt ist wohl bic Geschichte: „Der Alte ,^ritz und der Müller von Sanssouci". Aber nock) ganz unüe^ lannt ist, glaube ich, bic Geschichte, die meinem Ururgroßvat-?r/ dem Oderbruchmüllcr, mit dem Alten Fritz passiert ist. Und doch ist es eine wahre Begebenheit, deren Hergang sich münd!ich in unserer Familie fortgeerbt hat und die hicr erzählt^sci. Unter den vielen Motoniften, die aus dem aunervreutzischen Teutschland dein Ruse des Großen Friedrichs in das von ihm urbar gemachte Sderbruch folgten, befand sich aud) mein Ururgroßvater. Er muß ein lebhafter, energischtn und unternehmender Mann gewesen fein, den eine gewisse unruhige Tatenlust zu immer neuen Unternehmungen anreizte. Zunädfst ließ er sich im Oberoderbrud; im Dorfe Manschnow bei Frankfurt an der Oder nieder, wo er mit einem Sandberge die ersten drei Windimihlen, die das Lder- truck) sah, erbaute. Von diesen Windmühlen erhielt er den Namen Bruchmütler, so daß sein alter Name über diesen neuen vollkominen in Vergessenheit geraten ist. Nur einige Jahre jedoch hielt es mein Vorjahr in Manschnow aus. Als auch das Mittetodcrbruch durch Tämme trocken gelegt worden war, ging er nach seiner alten Heimat, ins Anhallische zurück, führte oon dort eine Schar >t Konnten ins Mittetodcrbruch und begründete dort mit ihnen in der Nähe von Wrietzen das lori urüdnitz, w»für it da ,r c Leh .schulzeiiamt daselbst er: i lt Kaum,daß biet'. I nisten angem -g n batten, in der neuen Heimat etwas warm zu werden, da erschienen russische Agenten im Oderbruch, um im geheimen lni- tragc ihrer Kaiserin, die bekanntlich eine anhaltische Prinze, in mar, deutsche Auswanderer nach Rußland in ; ic Wolganiederungen z u locken. Auch der Lchnichulz von Neuäidnitz ließ sich gewinnen. Er soll, so erzähll man sich bei oon den städtischen Beamten unb ber Stadtvcrorbnctcnver- fammlung gewährleistet werbe. Die Einrichtungen ber bärtigen Polizei feien seit 1903 sehr mangelhaft gewesen, unb nur besonders energischer Truck hätte cs ermöglicht, daß (ist bei seiner Stellung zur Konfessionsschule selbstverständ- neue Schutzmannsstcllen geschaffen unb auch die inneren litt Der Geistliche bleibt als solcher Mitglied im örtlichen Einrichtungen, wie Einteilung der Ltadt in Reviere, 'Eiii- rchuloorstand und übt, da der staatliche Bczirksschulinspektor führung von Personalbogen vorgenommen werden tonnten, der Kirche anscheinend nicht genügt, auch weiterhin bic Aud) heute sei aber bie ganze Schutzmannschaft von der -ufsickft über den Religionsunterricht aus. Kirche unb Bürgermeisterei unb bamit von der ^>tadlverordnctenvcr- Lchnlc bleiben dem Kultusministerium unterstellt; bie alte sammlung so abhängig, daß von dort eui Oinsiutz aus- slorbcrung ber Schulmänner nach einem besonderen Unterq geübt werbe, weldfcr ^icht dazu biene, den Mill* Q richt-Ministerium bleibt unerfüllt. Tas bered)- Dienst in einer freien zu besorgen. Nlll / I fl tiatc, durchau im Interesse bes inneren Schulbetriebes Es sei vorgekommen, baß bic Schutzleute von ber ^>tabt, llUi fa I V» liegende Verlangen nach größerer beruflid>er Selbständig den Beamten und ber tab10erorbnctenücrfantmtung_nidit fiil des Lehrers wird nicht berücksichtigt; burd) die Einfüh- in Schutz genommen worden seien, andererseits, daß ^tabt» tuna bes >wuptlehrers wird die bisherige Selbständigkeit verordnete unter Ausnutzung die,er Eigenschaft in die Auto- enier aroßen Anzahl von Lehrern kleiner Schu- rität ber Schutzlciitc eingegriffen hatten, jedenfalls hatten ten eher noch beschränkt Tic Vorschläge für die Schutzleute oft einen Halt bet ihrerworgesetzten Behörde das Lchrerkonfcrenzrecht widerspredfen den nicht gefunden. In dem Fall des Aufzuges, welcher am Forderungen einer wirklichen Selbstverwaltung durch- 18. November 1910 unter Führung des fozialdeniocrattschen ai« Was ber Entwurf an Bestiiirmungen über die Schü- Redakteurs Kaul stakigefunden habe, habe stch kern Schützin r» a v l einer 'Haffe (50 als Höchstzahl) unb über mann blickest lassen, obgleich e n solcher Aufz- g latte voraus- bte Pslichtstiindcnzahl bes Lehrers (32 wie bisher) gibt, gesehen werden können, unb obgleich er inber banzen ^tabt steht mit den Ansprüchen einer zcitgemäßeii Schulhygiene durch den ruheftörenden Lärm und bic Beschimpfung unb n dit im Einklang unb wird cs zu einer durchgreifenden Bedrohung die höchste Aufregung hervoigerufen habe Nur Hebung der sächsischen Volksschule kaum kommen lassen, durch eme Trennung von lokalen Emflu sen und durch ^tel- A^lcs in allem: eine großzügige, auf modernen Grund lung der Polizei „unter das Kreisamt sei vollftandige Un- satzen aufgebautc Regelung des Volksschulwescns bringt ber abhängigkeit gewahr leistet, und dieses verlangen sei auch kntwurf nicht -__in einer Versammlung des Vereins zur Wahrung stadti^ bei kann. Gegenüber den großen Forderungen einer freieren fjeltanfdjauung versagt ber Entwurf. Sachsen soll auch weiterhin seine S t a n b e s s ch u l e, bic Dreiteilung ber Schule nach bem Stande ber Eltern in cmfache, Imittlere unb höhere Volksschulen, behalten. Der Entwurf überläßt es den Gemeinden, ob sic bic boch vor allem im ,..... ---.- .r Ltuatsintcressc gebotene Vereinheitlichung ihrer Schulen Ausnahmefallen, die bejoiidcrs zu rechtfer.igen seiei., ^agen- iuc allgemeinen Volksschule durchführen wollen Selbst sahrten vorgenommen werden dürfen, wenn Gelegenheit zur Beseitigung des Schulgeldes, dieser sozial rückständigsten zu Eisenbahnfahrteii vorhanden sei. We^er erlauterte bie oller Kopfsteuern, kommt es nicht; auch hier zieht sich der Regierung ihren ^taiibpunkt der^^Notwendigkeit der: drei ( tittourf hinter das Recht der Gemeinden auf Selbstverwal- Kreisamtmanner, bie seitens der Kammer im letzten Jahre Ä Ung zurück und schiebt den Gemeinden die Entscheidung auf den Inhaber gesetzt worden waren und erklärte, ohne | tat Über zu, ob sie Sck>ulgelb erbeben wollen ober nicht. n’,3F“ IU Tnmip11 V Ai sächsische Volksschule soll auch in Zukunft eine Kon - I!oÄer baniad)1 strebt die politische und'kirchliche Ortho- eingehende Aufklärung loric — nicht bloß im Religionsunterricht, sondern auch der Verstaatlichung. . .. » im gesamten übrigen Unterricht zum Ausdruck gelangen später ,ei tbcm Jahre 1903 hakte das Kre^amt Mit aller I lassen. Die Schüler werden, wo es halbwegs geht, nach Energie darauf gedrängt, das; die Offenbacher Polizei au^ ! ter Konfession getrennt in besonderen Schulen unterrichtet, den Händen der etabt in bic des S:.aates ub6ehe, weil oauz gleich, ob dabei der Unterricht der Minderheit ober nur dadurch bie vollständige Unabhängigkeit der Polizei auch beider Konfessionen an Wert verliert. Daß der Enk- ™ uno her Stadtverordnetenver- irurf trotz der Beseitigung der schlechthin unhaltbaren geist- lidicn Ortsschulanfsicht die vermeintlichen Rechte der Ä i r d) c auf die Schule mit größter Vorsicht wahrt, MI abends 8 Mi bedeutend erwädie " Preise 1 P aV «o- - 1 Galerie 20 W ALS» 5C öcfcblolicn- Om vordem M täM abends 8 M jLonre" 6 Tarnen____ W« gefragt, später aber das Angebot zurückgezogen und den Auftrag an französische Gruben gegeben. Aehnlich hat eine große Schiffahrtsgesellschaft 100 000 Tonnen Kohle für Neapel in den Vereinigten Staaten bestellt, und nach einem Telegramm von Cardiff sind andere Aufträge von Bristol zurückgezogen worden. Sollte der Ausstand wider Erwarten ausbrechen, so wären auch die englischen Industriellen gezwungen, ausländische Kohle zu importieren. Wenn die Transportarbeiter durch einen Sympathiestreik die Ausschiffung verweigern, so würden die ''Aubenleitungen wohl nachgeben müssen; sie müssen dann versuchen, sich an den Konsumenten schadlos zu halten. Aber selbst dann ist die Gefahr ausländischer Importe vorhanden, Denn amerikanische und deutsche Kohle kann in diesem Falle billiger geliefert werden, als die einheimische. London, 24. Jan. Tie Maschinisten und Heizer Der Kohlenzechen von Süd-Wales haben mit einer Mehrheit von fast 12 zu 1 den Ausstand beschlossen, um eine Lohnerhöhung Durchzusetzen, die die Grubenbesitzer abgelehnt haben. Die Kündigung soll am 1. Februar auf den 1. März erfolgen. Das würde ein Still st andallerKohlengrubenvon Süd- Wal es bedeuten, auch wenn der Ausstand der Bergarbeiter vermieden wird. Der Ernst der Lage wächst dadurch, daß, wenn die Maschinen nicht in Gang bleiben, ein Teil der Gruben unter Wasser gesetzt wird.____________________________________ Ans Statt und Cante Gießen, 25. Januar 1912. ** Personalnachrichten. Der Ministerialdirektor und Oberbaudirektor im preußischen Ministerium der öfsent- lichen Arbeiten Wiesner ist am 1. Januar in den Ruhestand getreten, seine Stelle ist dem Eisenbahndirektions- ’ cäsidenten Dörner übertragen worden, dem Organisator oer Chilenischen Bahnen. Der Präsident des Eisenbahn- -entralamtes in Berlin, Wirkt. Geh. Ober-Regierungsrat Hofs, ist als Ministerialdirektor in das Ministerium der ösfentl. Arbeiten berufen worden; an seiner Stelle übernimmt das Präsidium des Zentralamtes der Eisenbahn- . ireitionspräsident Sarre von Kattowitz. Der Regierungsrat Dr. Rundnagel von der Direktion in Kassel ist als vortragender Rat in das Eisenbahnministerium Berlin versetzt worden. Verliehen wurde der Kwonenorden 4. Klasse dem Materialverwalter Böhlert in Gießen, dem Bahnmeister^ Hillesheim und dem Oberassistenten Rühle in Herborn, das Allgemeine Ehrenzeichen dem Rangiermeister G. Walthe r in Friedberg, dem Rangier- sührer I. Volk in Allendorf (Hessen) und dem Güterbodenarbeiter W. Heil mann in Elm. Ernannt wurden Stell- iverksschlosser H al l win g in Gelnhausen zum Stellwerksoberschlosser und Rangierführer Dern in Gießen zum Rangiermeister. Versetzt wurde Bahnwärter Stern von Ostheim nach Obermorlen. Belohnung hat erhalten: Lokomotivheizer Thomas in Rennerod, weil er durch umsichtiges Handeln das Uebersahren eines Fuhrwerks verhütet hat. *-* Evang. Bund. Der letzte Familien-Abend war gut besucht. Das behandelte Thema: Die inneren Streitigkeiten im deutschen Katholizismus der Gegenwart bewährte die erhoffte Anziehungskraft. Prof. D. Dr. Scbian führte einleitend aus, daß nicht unberufene Neugierde, noch viel weniger Schadenfreude auf evangelischer Seite bet der Behandlung eines solchen innerkatholischen Gegenstandes herrschen. Wohl aber liege ein gutes Recht vor, sich auch mit diesen Dingen ernsthaft zu beschäftigen, da die deutschen Katholiken einen beträchtlichen Teil des Volksganzen ausmachen. Im wesentlichen behandelte er vier Punkte, den Modernismus im engeren Sinne, die Index-Bewegung, den Literaturstreit und die Streitigkeiten zwischen der sog. Kölner und der Berliner Richtung im deutschen Katholizismus. Als die eigentlichen Väter des Modernismus in Deutschland wurden Franz Xaver Kraus und Herm. Schell gewürdigt, beide tot, aber doch weiterwirkend in ihren Gedanken. Im Verlag der Krausgesellschaft erscheint das Organ der Modernisten, das „Neue Jahrhundert". Wegen modernistischer Anschauung ihres Amtes entsetzte Priester fanden Erwähnung und kurze Charakteristik. Eigentümlich ist den sog. Modernisten bei aller Kritik gegenüber der Kirche und deren Dogma die rührende Liebe und Anhänglichkeit an eben die Kirche, welche sie exkommuniziert und ihres .Amtes entsetzt. In solcher Lage hat der Modernismus kaum große Aussicht, zumal in unserer Zeit, weite Kreise der Kirche für sich gewinnen. — Interessant als eine Laien-Bewegung auf katholischem Boden ist die von Münster ausgegangene Bewegung gegen den Index, d. i. das Verzeichnis der verbotenen Bücher. Eine zeitgemäßere Umgestaltung der Regeln über den Index wurde hier von juristischer Seite angestrebt, bis jetzt und wohl auch für die Zukunft ohne nennenswerten Erfolg. — Von katholischer Seite ausgebracht ist das Schlagwort von der „Inferiorität" des Katholizismus auf dem Gebiete der Literatur. Das Niveau der spezifisch katholischen Literatur zu heben ist die Zeitschrift „Hochland" unter Leitung von Karl Muth eifrig bemüht, wird aber von dem „Gral" des Wiener Dichters Richard von Kralick heftig befehdet. _ Während der „Gral" eine katholisch-religiöse Dichtung gewissermaßen provozieren will, das katholische Interesse also vorwiegt, stellt man in den Kreisen des „Hochland" die Kunst voran, bic aber natürlich auch katholisches Gepräge tragen soll. Im „Hochland" fanden sich die Werke eines „Foggazzaro, einer Nandel-Mazzetti abgedruckt, Kunstwerke ersten Ranges, aber als modernistisch verdächtigt. Ter Streit zwischen den beiden literarischen Richtungen wogt noch immer hin und her. — Verhältnismäßig am meisten bekannt ist der Kampf zwischen der Kölner und Berliner Richtung, ausgehend von der sog. Osterdienstags-Konferenz des Jahres 1909, weiter geführt von der „Kölnischen Volkszeitung" auf der einen, der Berliner „Germania" auf der anderen Seite. Letztere wünscht den konfessionellen Gedanken schärfer betont zu sehen. Die Gegnerschaft zeigt sich besonders auf drei Gebieten: bei dem Volksverein für das kath. Deutschland, den christlichen Gewerkschaften und bei der Beurteilung und Haltung der Zentrums- Partei. Im ganzen ist wohl die strengere konfessionelle Berliner Richtung im Vorteil, doch stehen beide dem Protestantismus, der keine Partei zu ergreifen hat, als Gegner gegenüber. So gärt es in mancher Beziehung im deutschen Katholizismus der Gegenwart, und nur die Zukunft kann lehren, wie weit diese inneren Streitigkeiten auf den Bestand des Ganzen wirken werden. — Tas in kurzen Strichen der Inhalt des feinsinnigen Vortrages, der die Hörer außerordentlich feiselte und reichen, wohlverdienten Beifall fand, da er bei aller Wissenschaftlichkeit anschaulich und verständlich angelegt war. — Ter Tradition entsprechend wurden den Erschienenen auch musikalische Genüsse geboten. Forstassessor Blum enau (Klavier) und ftud. phil. Mack (Cello) erfreuten die Versammlung durch ihr künstlerisch feines und technisch voll- endetes Spiel und. ernteten ebenfalls herzlichen Beifall und Dank. Landkreis Gießen. = Steinberg, 24. Jan. Der Gesangverein Jugendfreund feiert nächsten Sonntag im Gasthaus „zur Krone' sein 24jähriges Stiftungsfest. Es bietet ein sehr reichhaltiges Programm. Gesangsvorträge, Theaterstücke, humoristische Vorträge und Musik werden unter Leitung des Gesangs- und Musillehrers Harnisch vorgetragen. Kreis Büdingen. Büdingen, 22. Jan. (Schökfengerichtsfitzung.) Ter Taglöhner I. D. von Vonhaujen wurde wegen Hausfrtedeus- bruchS zu einer Geldstrafe von 8 M k. oder 2 Tagen Gefängnis, wegen Körperverletzung zu 5 M k. oder 1 Tag Gefängnis verurteilt und wegeit Sachbeschädigung und Bedrohung ireigesprochen. — Ter Steindrucker F. B. aus Kassel, z. Zt. ohne festen Wohnsitz und Auseiilhaltsort, hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns in eine Haststrafe von 3 Wochen unter Abzug von einer Woche Untersuchungshaft verurteilt. Außerdem erfolgte Ueberweisung an die Landespolizeibehörde. — Ter Metzger und Viehhändler S. F. in Büdingen wird von der Anklage des Viehseuchen-Vergeheus freigesprochen. — Ter Spengler 5t. G. aus Oberroda, ohne festen Wohnsitz und Aufenthaltsort, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, roiro wegen Bettelns zu 2 Wochen Hast, wegen Verunreinigen des Fußsteiges zu einem Tag Halt und wegen unerlaubter Rückkehr nach Hessen zu einer Woche Hait uevuiteilt. Außerdem erfolgt lieber- Weisung an die Landespolizeibehörde. — Ter Treschmaschineu- besitzer K. V. von Birslem hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben. Er halte in Hitztirchen gedroschen, ohne daß die Lolo- mobile mit einem Funkeniänger versehen war, und wurde heute wegen dieser Uebertretung in eine Geldstrafe von 5 Mk. oder einen Tag Hast verurteilt. — Ter Taglöhuer H. H. von Vouhausen wird wegen Beleidigung eines Jorstwarls zu einer Geldstrafe von 2 u 'Dl f. oder b Tage GAängnis verurteilt. — Ter Megger M R. von Wenings tvird von der Anklage des Viehseuchenvergehens irei- gesprochen. — Der Viehhändler S. O. von Rohrbach wird wegen Beleidigung eines Gendarmerie-Wachtmeisters in Büdingen zu einer Gesänginsstrase von 2 0 'Dl k, oder 3 Tagen GeiängniS vernrteill und von der Anklage der Rlihestörung sreigesprochen. - Ter Fuhr- menm I. Sp. aus illieder-Weisel, ohne fegen Wohnsitz und Aufenthaltsort, wir) wegen Betletns zn einer Haftstrase von 10 Tagen verurteilt, die burio die erlittene Untersuchungshaft verbüßt ist. — Ter Schreiner I. O. von Rohrbach wird von der Anklage der Nöliguug freigesprochen und wegen Entfernung eines Pfandzeichens zu einer Woche Gefängnis verurteilt. — Ter Taglöhuer I. K. ans Höchst a. d. 91., ohne festen Wohnsitz und Aufenthaltsort, z. Zt. hier ui Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns zu einer Woche Haft verurteilt uuler Anrechnung der erlittenen Unter- fuchungshast. — Ter Taglöhner Gg. Sch. von Düdelsheim wird wegen Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt. — Die Privatklage des Trejchmafchinenbesitzers O. Kr. von Bleichenbach gegen den Heizer Gg. B. von Hitzkirchen wegen Beleidigung wurde durch Vergleich erledigt, — Tie Privatklage des Schmiedemeisters H. St. II. m Wolf gegen den Handelsmann S. O. von Rohrbach wegen Beleidigung wird ebenfalls durch Vergleich erledigt. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 24. 3(in. Unsere Stadt, die sich in früheren Jahren nur langsam ausdehnte, hat sich m letzter Zeit einer regeren Bautätigkeit zu erfreuen. Außer den von dein hiesigen Bauvcrein errichteten Arbeiter- und sonstigen Wohnhäusern sind im verflossenen Jahre mehrere villenartige Gebäude am Altenberg, in der Bahnhofs- und BUtzenroder uns, die Kaiserin in ihrer Jugend persönlich gekannt haben, da sie als Prinzessin bei ihren Ausfahrten öfters in dem Geyäste feines Vaters sich ein Glas Milch hatte reichen taffen, und wegen dieser Jugendbekanntschaft soll er sich goldene Berge und hohe Ehren in Rußland versprochen haben. Sei dem, wie ihm wolle, der Lehnschulz beschloß zu wandern, und dem bewährten Führer schloß sich das ganze Dorf an. lieberaU wurde in der Stille gepackt und das Bündel geschnürt; die eben erst eingenommene neue Heimat sollte wieder verlassen werden. Da kam plötzlich, wenige Tage vor dem zum Aufbruch festgesetzten Termine, ein Kommando Husaren ins Dorf gesprengt, umstellte den Schulzenhof, hob meinen Ururgvoßvater auf und schleppte ihn nach der Festung Spandau. Die Behörden hatten nämlich von den möglichst geheini betriebenen Wanderzurüstungen doch Wind bekommen und beschlossen, ohne viel Lärm zu machen, nur den als Führer bekannten Bruchmüller ausheben zu lassen. Der Zweck war erreicht, die Neurüdnitzer sahen sich führerlos und packten wieder aus, froh, ohne weitere Strafe davonzukommen. Nur in das Haus des Lehnschulzen war die Trauer eingekehrt. Der Vater war der Familie entführt worden, und Tage um Tage vergingen und wurden zu Wochen, ohne daß von seiner Freilassung irgend etwas verlautet wäre; ja, die junge, verlassene Frau hörte, daß der gefangene Bruchmüller einer strengen Bestrafung ent- gegensehe, die ihm eine lange Reihe von Jahren hinter den Spandauer Fcstungswällen cuibtingen würde. Endlich nach einigen Wochen des Hangens und Bangens faßte die Frau sich ein Herz und machte >ich mit ihrem vierjährigen Jungen, meinem Urgroßvater, nach Potsdam auf, um denAlten Fritz | e l b ft u nt Gnad ean zu flehen. Es gelang ihr auch wirklich, König Friedrich auf einem seiner einsamen Spaziergänge allein anzutrest'eii. Der König machte, als er sah, daß die Frau mit dem Jungen an der Hano ihn anreben wollte, ein ermutigendes Zeichen, daß sie reden solle. „Hoher Herr König, ick bin de Brockmöllersche, un wull Sei schön bidden — —" Weiter kam sie nicht. Friedrich, der mit feinem umfassenden Geiste große und Heine Regierungsangelegenheiten mit gleicher Teilnahme umspannte, war der Name Bruchmüller nur ,u gut bekannt. Und dieser Name hatte jetzt in seinem Öhr .einen allzu guten Klang, denn so gern er es sah, daß Fremde .n sein Land kamen, so sehr erregte es seinen Zorn, wenn preußische Untertanen auswandern wollten. Unwirsch stampfte er deshalb mit bem Fuße und erhob drohend den berühmten u n_b berüchtigten Krü ckstock. Dio arme, heilig erschrockene Frau stand wie versteinert vor dem zürnenben Könige. Tic Sache meines llrurgroßvaters schien verloren. Da griff ber kleine Brnchmütter als reuender Engel ein. Aerfgsllich seine Mutter am Rocke zupfend, rief der Bursche: „Modder, tum weg, d e Kerl will bi s l a hn!" 'Der Zorn des Königs mar augenblicklich erstickt in einem lauten Lachen über den kornischen Ausrus des Kleinen, und die Frau wurde mit freundlichen und ermutigenden Worten entlassen. Schon nach wenigen Tagen kehrte der gefangene Bruchmüller ohne jede Strafe zu seiner Frau zurück. Er hatte nur Urfehde schwören müssen, nie wieder auswandern zu wollen. Und er hat.Wort gehalten, die Wanderlust war ihm gänzlich vergangen. Sein Sohn und Enkel folgten ihm auf dem Lehnschulzenhofe, und noch jetzt baut der größte Teil ihrer zahlreichen Nachkommenschaft in Neurüdnitz und den anliegenden Dörfern als kernhaste Bauern ihre Scholle. Und noch jetzt danken alle Bruchmüllers es dem Alten Fritz, daß fein Eingreifen uns in dem Vaterlande zurückaehalten hat, während wir fonft jetzt vielleicht im fernen Rußland um unser Deutschtum ringen müßren, oder gar schon russifiziert wären. ♦ — Der Nachtrag zum „Deutschen Theater- Adreßbuch", herausgegeben vom Deutschen Bühnen-Verein, ist soeben im Verlage Oesterheld & Co., Berlin, erschienen. Er enthält noch über 150 Theaterunternehmungen mit vollständigen Personalverzeichnissen und führt im Register gegen 5000 Bühnenmitglieber mit gegenwärtigem Cngagementsort auf. Ter Nachtrag wird allen Beziehern des tzauptteils kostenlos nachgeliefert und bildet mit ihm das einzig vollständige Theater- icchrbuch, da selbst die Ansang Januar ihre Spielzeit eröffnenden Theater noch ausgenommen wurden. Hauptteil uni> Nachtrag des „Teutscl-en Theater-Adreßbuches" weifen nunmehr insgesamt über <00 Theaterunternehmungen mit vollständigen Personalverzeichnissen auf. Tas Register zählt über 25 000 Namen. — Wettbewerb deutscher Architekten. Tie Stadt Magdeburg veranstaltet einen Wettbewerb unter den deutschen Architekten zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau einer höheren Mädchenschule (Viktoriaschule). Cs sind folgende Preise ausgesetzt worben: 7000, 4500 und 3500 Mark. Letzter Termin zur Einreichung von Entwürfen ist der 1. Juni 1912. kk.StrindbergalsMalerundalsSchauspieler. Zum 63. Geburtstage August Strindbergs, der in Stockholm mit außerordentlichen Festlichkeiten begangen wird, um den kaum genesenen Dichter durch eine große nationale Huldigung zu erfreuen, gibt der Stockholmer Strinbberg-Festausschuß eine reich illustrierte Lebensbeschreibung Strindbergs heraus, worin sich viel Neues über den Dichter sinder. So wirb es ben Wenigsten bekannt sein, baß Strinbberg auch ein bemerkenswerter Maler ist. Man kennt mehr als hundert Bilder, die mit feinem Namen Straße erstanden oder noch im Bau begriffen. 'Auch m diesem Jahre stehen wieder einige Neubauten in Aussicht, und zwar sollen hinter der Riedesel'schen Brauerei etwa acht Wohnhäuser errichtet werden. Kreis Schotten. r. Ulrichstein, 24. Jan. Die großen alten Fichten, bäume, die längs der Ohmstraße stehen, werden nach und nach verschwinden. Eine Anzahl wird demnächst gefällt werden. Ta bei dem hier so häufig herrschenden Sturm- weiter viele Fichten umgerisien werden, bilden sie wirklich eine Gefahr, und man muß sich wundern, daß noch kein größeres Unglück vorgekommen ist. - 1 Ober-Seemen, 24. Jan. Der im hiesigen Otte zurzeit abgehaltene sechswöchige Kursus der Wander« Haushaltungsschule des Kreises Schotten wird am 31. ds. MtS. durch eine öffentliche Prüfung geschloffen. Er steht unter Leitung von Fräulein Römheld und wurde von 28 Jungfrauen, die von hier, Volkartshain, Hartmannshain, Mittel-Seemen und Nieder-Seemen sind, besucht. Die Schule wird von Ober-Seemen nach Ruppertsburg verlegt. - I Gedern, 24. Jan. Hier hat sich ein Konsumverein gebildet, der über 100 Mitglieder zählt. Als Waren- Niederlage wurde die Behausung des Herrn Freünann bestimmt. Kreis Friedberg. - --- Kirch-GönS, 23. Jan. Der Gesangverein ,Ger- mania' feiert am 8., 9. und 10. Juni sein bOjährigeS Jubiläum, verbunden mit GesangS-Wettstreit. Tu Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange. Starkenburg unö Rheinhessen. R .-B. Darmstadt, 24. Jan. Die Tochter des Staats. Ministers Ewald und seiner Gemahlin, geb. Falckenberg, hat sich mit dem Leutnant Gerhardt v. Gustedt im 23. Leib- Garde-Dragoner-Regiment hier, verlobt. Gießener Strafkammer. Gießen, 23. Januar 1912. „Vilbeler Wasser". Der Mineralwasserhändler P. G. H. von Vilbel ist angeklagt, sich gegen das Nahrungsmittelgesetz vergangen zu haben. Sen langen Jahren betreibt er in Vilbel ein Mineralwassergescbäst Er hat einen Brunnen gegraben, dessen Wasser er Kohlensäure zusetzt, und dann unter der Bezeichnung „Vilbeler Mineralwasser" in den Verkehr bringt. Hierin sieht die Anklage eine Täuschung des Publikums, das annehme, unter dieser Bezeichnung das natür- liche Wasser einer Mineralquelle zu lausen. Nach eingehender Beweisaufnahme fällte das Gericht folgende allgemein interessierende Entscheidung. Ter Zusatz von Kohlensäure ist erlaubt und bildet keine Täuschung. Denn die meisten Mineralwasser sind eisenhaltig und bedürfen zu ihrer Konseroierrmg, um nicht trüb zu werden, eines mehr oder rniirder großen JufatzeS von natürlicher ober künstlicher Kohlensäure, Natron, Kochsalz ober ähnliche Stoffe sind nicht zugesetzt: solches Wasser dürste nur als „künstliches Masse r" verkauft werben. Wesentlich für den Begriff eines Minerolwasfers ist sein natürlicher Gehalt an Mineralsalzen. Der Brunnen des Angeklagten enthält auch Mineralsalze, aber in so geringer Menge, daß sich sein Wasser nichi erheblich von gewöhnlichem Brunnenwasser unterscheidet. Jedenfalls bleibt es beträchtlich hinter dem Mindestmaß an Mineralsalzen zurück, das ein Wasser enthalten muß, um nach der Feststellung eines im Jahre 1910 in Bad-Nattheim stattgehabten balneologildjen Kongresses noch als Mineralwasser bezeichne: wer den zu können. Es darf deshalb auch nicht mehr als „Vilbeler Mineralwasser" verkauft werden. Ten Angeklagten schützt zwar biesesmal der gute Glaube vor Strafe, denn auf Grund eine? früheren Urteils konnte er sich für berechtigt halten, sein Wasser unter der erwähnten Bezeichnung zu öerfaufen. Dies hört aber nun auf. Eine erfolglose Berufung. Der Wirt H. A. H. von Hungen ist vom Schöffengericht wegen Hausfriedensbruchs zu drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Obwohl er Ehemann und Vater ist, hat er versucht, nachts in ein fremdes Haus einzudringen und die Kammer eines Dienstmädchens gewaltsam zu erbrechen. Das Dienstmädchen flüchtete aber in bn» unteren Stock und der Dienstherr stellte Strafantrag. Ter 91 it geklagte suchte feine Schuld dadurch abzuschwächen, daß er angaft das Dienstmädchen habe ihn bestellt; er fand aber keinen Glauben mit diesen offensichtlich unwahren Angaben. Das Verurteilend Erkenntnis wurde bestätigt. Eine erfolgreiche Berufung. Ter Restaurateur M. L. R. betreibt in Bad-Nauheim eine Fremdenpension. Er ist vom Schöffengericht zu drei Wochen Gefängnis wegen Unterschlagung verurteilt ivorden, weil er die von einem Dienstmädchen vereinnahmten, aber auf den Lohn zu verrechnenden Trinkgelder für sich verbraucht habe. In der heutigen Berufungsverhandlung ergab sich, daß der Lohn noch nicht gezahlt, die vereinnahmten Trinkgelder aber durch erhaltene Vorschüsse ausgeglichen waren, so daß Freisprechung erging. gezeichnet sind. Charakteristisch daran ist, daß Strinbberg nie einen Pinsel beim Malen gebraucht, sondern die Farben stets nut dem Messer aufgetragen hat. Kenner haben seine Bilder gerühmt; Strinbberg aber hat die Malerei ausgeübt, wenn er dringend Geld brauchte. Noch in den 90 er Jahren hat er in Paris eifrig gemalt, um seine großen Landschaften Kauflustigm für 50 Franks das Stück abznlafsen. Noch weniger bekannt ist eine andere Seite aus Strindbergs Leben: daß er sich nämlid) auch als Schauspieler versucht hat. Sein Traum war, den Karl Moor zu spielen, aber als er im Alter von 21 Jahren auf dem Dramatischen Theater spielte, da mimte er einen Edelmann in Björnsons Maria Stuart, und der einzige Satz, den er zu sagen hatte, war dieser: „Die Mörder haben einen Unterhändler mit einer Herausforderung an Graf Bothwell abgesandt." Später machte er einen weiteren, ganz mißglückten Versuch und hierauf ging er nach Hause und nahm Gift. Er wurde aber ausgepumpt, schrieb den Tag hernach ein fünfaktiges Drama, und bevor nodi ein Monat ms Land gegangen war, hatte er ferner einen Dreiakter und einen Fünfakter in Versen vollendet und ein großes Christusdrama begonnen. — Eine Durchquerung von Grönland. In diesem Frühjahr wird der Schweizer Geologe Dr. A. de Quervain eine Durchquerung Grönlands in westöstlicher Richtung zu verwirklichen suchen. Wahrend Nansen auf Grund bet von A. E. N o r d e n s k i ö l d gemachten Erfahrungen seine Durchquerung' von der Ostküste aus in Angriff genommen hatte, null de Quervain den allmählichen aber längeren Anstieg von Westen her und den schroffen Wstieg von Osten aussührcn: er will auch eine nördlichere Route zurücklegen als Nansen. Sie wird, wie „Petermanns Mitteilungen" berichten, ungefdbi zuscrmmenf'allen mit Pearys Schlittenreisen und entspricht dem Wege, den Naxsen in Aussicht genommen hatte, aber nicht antreten konnte, da er mit den Eismassen längs der Ostkuitc zu weit nach Süden abgetrieben wurde. Tie Expedition will am 1. April Europa verlassen Mitte Juni soll von Torsu- k a t a k c i s f j o r d an der Tiskobucht von vier Telluehmern au' vier Schlitten der Vorstoß begonnen werden, der die Richtung nach A n g m a s a 11 k, der einzigen europäischen 9ttederlaffung an der Ostküste nehmen wird. Tie etwa 7000 Kilometer west-' Strecke hofft man in 4 Wochen jurütflcgen zu können. der Ostküste sind bereits 1911 durch die Kolonialverwaltung Leben--' mittel und vier Kajaks niedergelegt worden, auf denen die Aef senden die Station erreichen können; auch sollen von V-'iiüt Juli bis Mitte August die Küsten nach den erwarteten Forschern a b g e s u ch t werden. 39-42 Vermischtes 80-82 89-42 Zusammen: 1 2(1) eine THT Meteorologllche veobachtungen der Station Gießen. ^1! Wett« Z s L-L ‘2” Nebel , 211 Am Dienstag itenb ist tu Berlin die telegraphische Nachricht enigettoffen, bflß tet Ballon .Otto Lilie nthal^ des Berlnter Bereuis für ^u t- ck.iffahrt am Montag in der Nähe von Kiew in Rußland ge- Inibet ist. Ter Ballon, bellen Führung Leutnant klno r z e r halte tnb in dessen Gondel sich noch zwei Herren unb cme -tarne Ql. 1.., • . . . . p -. .... . vah 1 •*rti 1 Wt nniprprn 5ür Erwachsene 100 100 5 1 4,6 2 2 2 ES starben an: Kindbettfieber Blutvergiftung Keuchhusten 6.8 1,6 0,1 49—51 48—49 49-51 47-48 9 10 10 1 3 1 1 83-89 74-78 72—81 1 1 1(1) KD 2(2) 1 1 1 1(D 1 3 1 1 2 (1) 24 24 25, ö.Ü „ s5 - -o °rr •E ‘C 58-62 103—108 96-101 86-90 79-83 Jan. 1912 :43,9 <43,5 •41,0 63—65 62—63 68-65 61-62 46-50 40—43 39-42 35-38 29-32 63-64 57-61 52—56 46—50 Mk. 50—53 50-52 46-49 90—92 89—91 82-89 76—81 73—79 66—70 H Ztz Ganz zu Unrecht nimmt man vielfach an, Scotts Emulsion eigne sich nur als Stär- kungsmittcl für Kinder. Ihr Gebrauch empfiehlt sich auch für Erwachsene jedm Alters, wenn ihre darniederliegendm Kräfte einer Neubelebung und Wiederausfrischmg bedürfen. w«. B*»i SSW SSW SSW Höchste Temperatur am 28. Niedrigste * • 23. Ntederjchlag: — 0,1 in in. Lnftschiftahrt. 1250 Kilometer im Freiballon. vis 24. Januar — + Ifi *°- , 24. , — + 14*0. Bollsteilchige, auSgew^ höchsten Schlachtw. . . Vollsleijchige, jüngere . Zar, en. h u ij». Bollsteiichige ausgemästete Färsen höchsten Lchlachtwertes . . . . . . . . - - • Bollstetichtge auSgemä'tete Kuh« höchsten Lchlachtivertes bis zn l Jahren Wenig gut cuiiuiütite parsen . ..... 'Heitere üu5geiuäftete Kühe und wenig QiU ent- nudelte jüngere Kühe . ....... Mäßig genährte Kühe und Färsen .... Si öl v ec. Schifte Mastlälber „ AUUlere 'JJlau- und beste Saugkälber . . ' . geringere tUtajl* und gute Saugkälber . . . geringere fcauglalbec........ o dj a ' e. Weidemastschafe: Geringere Ataiihammel unb Schafe .... Schweins. Bollsteischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht .........• - - - - BoUsleischige Schweine unter 80kg Lebendgewicht ^oUfleischige todjroeine von 100—120 kg Lebeiid- gewicht......... • • • • Bollftetschige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1(1) - - 2(2) - - stcistahrer belauben, hat somit euie strecke _?on l-o0 Kilometern lurütfgelegt. In Berlin herrschte über das -Lchickial des Ballons irofee Sorge, da er bereits am Sonntag vormittag um 9 Uhr l'linuteu aufgeftiegen war uub unbedingt am 'Montag landen iiuBle. Warum das Telegramm von der Landung, das überdies n»s Warschau datiert ist, mit einer faft breiBigitunbigen o srspätuiig in Berlin eingetroffen ist, bedarf noch der -mu» K" c« tfi '*nb?n e ; ®««»r S? «Wh? ,lb «»d routb ' n9 Beilegt. ,lt? k'n fionfut, * Als L ’öwiniann befliß Gesangverein ®f. ange. iRiün, e Tochter des SiQ0I. ?bb. Falckenbera, E- ktrdt im 23. ü(;: 6,4 87 Lungeiientzündung NhachiliS Ohrenentzündung Lungentuberkulose Herzleiden Gallensteinen Selbstmord Lebensschwäche__ Summa: 15(5) 9(3) 3(1) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. gewicht Mk. »t ii 8nhWM« igerW f» dm B» lilt morben, i«il SÄ LnWs: LandlchaM leben: lnjtr in xrnunt e Iter von Sir»*. rÄ-iS; CrS«l°L^rü^ DH SM rvöchentl. Uedersicht der Todesfälle L d. Stadt Sietzen 3. Bloche. Bom 14. bis 20. Januar 1912. Einwohnerzahl: angenommen z»i 31,300 (intl. 1600 Btamt Militär) Sterblichkeitsziffer: 25,1 70„ nach 2lbzng von 5 Ortsiremden 16,64 u/oo. Kinder Nur echt wit . bie'tr starte - Scotts Emulsion £3= r.6. Wiesbaden. D iehbos-Marktberi cht vom 24. Jan, Auftrieb: Rinder 70 (C äffen 16, Kühe 54, Bullen 0), Kälber 295. Schale 23, Schweine 480. . Marktvcrlaui: Großvieh regc5 Geschalt, Schweine und Kleinvieh bei mittlerem Geschält aufcoerfauit Tendenz: Rinder rege, Kalber, Schase und Schweine mittel. Brei« hir 100 Pld. Lebend- Schlacht- der Erntefegen groß sein. Hieine Tageschrontt. Die Deutsche Geweihausstellung in Ber l i st ist außerordentlich mit vielen in Deutschland erbeuteten Trophäen u 350 Rothirschgeweihen und mit außerordentlich vielen exotischen Lücken entstand am Dienstag während der Vorstellung „Die Bluthochzeit" im fürstlichen Theater durch emen Brand auf der Bühne mit starker Rauchentwicklung eine Panik. Doch gelang es Geheimrat Grube, das Publikum zu beruhigen. In der vergangenen Nacht ist die Familie des Klempnn- meisters Pampfr in Lermsdorf in Schlesien durch Eui- atmen von Gas, das einer am Lame vorbeisuhrenden Leitung entströmte und durch den Keller in das Wohnhaus drang. Der» ailtet worden. Tie Ehefrau, zwei. Toch er und cm <-ohn nnbtot, der Ehemann wurde zwar noch lebend aufgefunden, Dampfer „Troms5" wegen einer Schadenersatzforderung von 90 000 Mark bei wincr Ankunft beschlagnahmt worden. Er, hatte bei der Fahrt durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal einen großen Leichter angerann: und zum Sinken g^raafl. MZärtie. Limbnrg a. d. Lahn, 21. Jan. Fruch t markt. Turch- iclmittspreis vro 5?:alter. Roter Veizen (naiiaullcher) 17,o0 1U , rceiüer stueizeu (anqeüaute Fremdsorte) 1.,00 Korn 14,10 ä., Ettite: tiUtteL-gerfie uu.OD -JJiL, «raugeritc 13,00 illt. ymer Erbjeu Bit. 0,00, Karwffelli 7.60—8,. 0 Ä Ochsen. Vollsteischige, oukgemästete, höchsten Schlacht- wertes in, Alter von 4-7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen haben (iingejocbt) . . Junge, steisct.ige, nicht auSgemästete unb altere auSgemäilete...... • • • • ♦ Niaßig genährte junge, gut genährte allere . . Bullen. * Eine heftig» Exvlosion ereignete sich gestern in einer Wäschepulverfabrik in Charlotten bürg ioö LLafche- pulver wird aus Natriumsuveroxyd hergeitellt, das (ich aus unerklärliche Weise entzündet hatte. Xie Explosion war so stari, daß Wände eingedrückt und Oefen zertrümmert wurden Tas flüssige Metalloxyd brannte einen Fußboden nach dem unteren Stockwerk durch unb verursachte noch in einer wei teren Fabrik das Ausbrechen von Feuer. Tie H-cuerwehr hatte einen schweren Stand, da immer neue Explosionen ersolgten. * T i e B e v ö l k e r u n g von Groß-Berlin. Mch dem soeben erschienenen Doppelheft 8/9 der Statistischen '.Monatsberichte „Groß-Berlin" belief.sich die Bevölkerung der an die Berichterstattung angeschlossenen 86 sämtlich im Umkreis von 15 Kilometern um das Miner Rathaus belegenen. Gemeinden und Gutsbezirke am 1. Oktober des vorigen Jahres aus 3788 403, wovon 2 066 413 auf Berlin selbst entsielen. In diesen Gemeinden wurden im September 6681 Kinder geboren, wovon 211 Totgeborene waren. Tie aus das Jahr und xauseiid der mittleren Bevölkerung hiernach sich ergebende Zisser der Lebendgeborenen stellt sich auf 20,79, während aus Berlin selbst die Ziffer von 20,26 entfällt. Tie Zahl der Sterbefalle in den 86 Gemeinden belief sich im September ohne xotgeburten auf 4834, was einer auf das Jahr und xaufenb der Etleren Monatsbevölkerung berechneten Ziffer im Betrage von lo,o3 entspricht, während diese int Bormonat unter dem Einfluß der infolge der damals herrschenden Litze stark gesteigerten Säuglingssterblichkeit nicht weniger als 18,38 betragen hatte, du* den Wanderungen ergab sich cm Gewinn von 19,49 ober 11,5 pro Mille bei der Berechnung auf cm volles Jahr und die mittlere Bevölkerung. * Kann eine Künstlerin eine gute Mutt er s et n? Auf diese Frage antwortete Mr. William Rapp, der dritte Gatte der Frau Schumann- Öeink, gegen den bte Künstlerin die Ehescheidungsklage cingereicht hat mit einem entschtedeneii Nein. Mr Rapp wurde natürlich auch über den Grund der Uneinigkeit zwischen den beiden Ehegatten befragt und gab folgende Erklärung: , Es ist unmöglich für eine Künstlerin, eine gute Mutter zu fern, unb Frau Schumann-Heink ist der größte Fetnd ihrer..Kinder Sie erzieht sie zur Trägheit. Bon ihrem Standpunkt ist sie gewiß eine gute Mutter, aber vom Standpunkt eines amerikanischen Aiannes begeht sie schwere Fehler: beim dieser will die.Kinder dazu erziehen, daß sie sich aus sich tetbU verlassen und für sich selbst sorgen können. Ich versuchte ihr Berttanen.zn gewinnen, aber die Kinder nahmen ihr ganzes Herz und ihre Zeit m Anspruch, und ich wurde von den Kindern beleidigt. Ich war ihr Manager unb konnte ihre Ersparnisse von 120 000 auf 2 Millionen Mark erhöhen. Sie nährte unb tleibete mich unb gab mir eme Schla - fteUe Meine Frau war die Brotverdienerm und ich ihr Angestellter, und das warfen mir ihre Kinder bei jeder Gelegenheit vor. Ich habe es ertragen, solange es ging, aber letzt wünschen wir beide die Scheidung." * Warnung vor einer Schwindelakademie. Bon P a 1 er mo aus treibt feit Jahren eine sogenannte „Accabem ia Fisico-Chimiea" ihr Unwesen, deren angeblicher Zweck bie Förderung ber physikalischen Wissenschalten ist, währenb tatsächlich die Leiter — unter Ausdeutung ber Eitelkeit von Gelehrten unb des Reklamebebürsnisses von Industriellen auch des Auslandes — gegen tzergäbe mehr ober minder erheblicher Geldbeträge Diplome und Auszeichnungen vertreiben. Diese sind ohne.leben Wert, da die „Accademia" weder ernst zu nehmen ist, noch irgendwelches Vertrauen verdient, sei es als Bereinigung an sich, Jet es als wissenschaftliches Jnstttut. Wie die Ständige AusstellungSkom- mission für bie deutsche Industrie mitteilt, haben die Leiter vor Jahren auch versucht, eine Internationale Lygteneausstellung in Palermo zu inszenieren, die jedoch in Verfolg etnes von der bärtigen Staatsanwaltschaft eingeleiteten .Verfahrens nicht zustande kam; das Verfahren mußte gegen den „Präsidenten' ber Gesellschaft, weil dieser inzwischen verstarb, eingestellt werden. Bor etwa Jahresfrist künbigten daraus die den ictzigen Voriitz der „Accademia" führenden Personen eine „Dauernde Musterausstellung für das Gesutücheitsmesen" an. In den hierfür gemieteten Räumen sind die Ausstellungsgegenstände m einem bescheidenen Schrank untergebracht, worin etwa 60 Fläschchen und Buchsen obne jede Ordnung durcheütander liegen. Nach erner Aeußerung des Präfekten von Palermo erscheint es als sicher, daß es bte Absicht der Ausstellungsveranstalter ist, sich aus ben Ausstellungsgegenständen unrechtmäßigen Vorteil zu verschaffen und sich die von den Ausstellern gejorderten Betrage für Unkosten und Verleihung und Diplomen Und Auszeichnungen anzueigneii. *Der Januar in Rußland. Die zweite Hälfte des Januar ist für den russischen Bauer voll wundersamer Tage. Der 16 Januar entsckfeidct nach einem besonders im Gouvernement Kostroma herrschenden Aberglauben über das SSmterfutter. xer 19 der Tag des heiligen ?Nacarius, beftrnimt das künftige & etter Ist er klar und sonnig, so gibt es einen zelligen Frühling. Auch der 20. Januar muß das Wetter verkünden, verrscht an ihm von früh bis spät Schneegestöber., dann wird bie Butterwoche verfebneit; ist jedoch nur eine Hälfte des -Lage» von Schneetreiben erfüllt, bie andere aber klar, so kommt der Leni sellig. Am 24 Januar prüft ber Landmann die Spitzen des Getreides. Streben sie gerade aufwärts, so fällt die Ernte schlecht aus und es wird teuere Zeiten geben. Neigen sie sich aber, so wird ZU ner. - 23. Januar 1912, r". on Mittel Ist angeta MM zu haben. « MineralivassngesM- Übeln Mmeralwaiic Mlage eine Tauscha Bezeichnung das nait len. Nach eingehend be allgemein inttttiii». kohlensaure ist edae meilten Mineralivai< onseroierung, um nc r groben Zusatzes r Natron, Kochsalz ck > Wasser dürste nur i en. Wesentlich für ta urlichtt Gehalt an S n enthält auch Mima h sein Wasser nicht c unterscheidet. Zed: indestmak an Minn: Mß, um nach der jfi -Nauheim stastgehckr Masset bezeichnet w. ißt mehr als „Ä- Angeklagten schützt M- denn auf Grund ,igt halten, sein Lm aufen. Dies hört al cusuiis. om Schöfiengertcht nw- ngnis verurteilt toorie er versucht, nachts.ine ner eines TienilmMv chen flüchtete aber in» Strafantrag, rer ii schwächen, daß er and aber feinen Gl-ck chen. Tas verurteüS Opprabation befanm gibt. Auf 'Grund der Auslegung, die das italienifckc Ministerium dem neuen Sanllätsgcsetz gegeben hat, haben bann auch eine ganze Reihe deutscher Aerzte, bte ftm in italienischen Kurorten niedergelassen haben, ihre Praxis aufge- geben um nicht ben Strafbestimmungen des italienischen ^amtab? gesetzes zu verfallen. Nunmehr hat aber der Besitzer eines ber größten tzotels in Pegli, an dem feit Ihren deutsche Aerzte bie kurärztliche Praxis ausuben, eine Entscheidung bei dem Gericht in Gericht in Genua herbeigeführt, bie sich in direkrem Gcgenfatz zu ber amtlichen Auslegung des Sanitatsgesetzcs stelli Es wurde in ber Verhandlung klargestellt, daß jeber llalieniickx: Arzt m Deutschland ungehindert seine Praxis ausüben könne, lotern er sich als in Italien approbiert bezeichnet. Llus drei em Grunde müßten au dxDie deutschen Aerzte das unbeidirannc Recht haben, in Italien zu praktizieren. 'Irr Gerichtshof hll biefcn Stand- Vunlt als berechtigt anerkannt unb imol geben en bte von italienischen Aerzten eingeleitete Klage abgetviesen. Rach diefer Entscheidung kann man annehmen, daß die Aerzte, die unter Geltung ocs neuen Sanllätsgesetzes ihre Praxis in Italien aufgegeben haben, diese nimm ehr ni.d^er imbebelli rt uberuel.mcu tomicii. ftrnlmoa mü 3üX&el7 unb toauUDerlaöl je - X»Pttn.________________ Siche- schmerzlos wirkt das echte Radlaner'kche Hübner sicneruii.» ... ccfat aus der Kronen vlvothere- «crün ^ .S. ^evot in Sn meisten Avotheken und Drogerien, lei'*' Airchliche Nachrichten. Evangelifche Gemeinde. Donnerstag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäus- aale: Btb°lstun->-. (Bilde- aus d« A--st^e,ch.ch.e.>^ Israetttifchr Religionsgememde. (Bottcstknft in der Synagoge (Süd-Anlage). ' Samstag, den 27. Januar 1912: Vorabend: 5.00 Uyr. Moraens: 8.45 Uhr. Äeter des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Aaiser». Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 6.00 Uyr. Irraelilifche Nellgionrgesellschast. Gottesdienst. ©abbnt'ei er am 27. Januar 1913: Freitag abend 4.45 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Maiestat des Deutschen Kaisers. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 6.00 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr. Die feindlichen Brüder und ihr Freund. ■ (m 9 Juli v. I. hielt bet Kricgervercm zu Reuters e>n Prers- i Jt, rtfr 'lur Tvcicr des Tages verhieben ich drei Bruder un?r tortigm Schaft um würben deshalb vom Schöffen- . At in Lauterbach mit bm Geldstrafen belegt. Ein »rrcunb her Taalöbner S>. K II. von Wallenrod erhielt eme ic%aft weil er 'ich in den Streit eingemischt und mit einem i kle geschlagen habe K. legte Berufung ein und wies nach, _t nur einen Stuhl gefaßt gehabt ha^,ang^ich um ibn bei rte zu schieden und den ötretf zu fchlichten. Er iintrbe Tret- orochen. ,. , - . Verbrechen wider die Sittlichkeit. Ter Schulverwalter L. T. von Ilbeshausen hat sich an einem |t ulknaben unsittlich vergangen. Er wird Archen als tuch- fc"j bie aber immerhin s-chs M ° n° te G e, ° ng n I» betragt. Unter Ausschluß der O-Uentlrchk-tt ,.-de hieraus gegen die träfe« Snbabeiin. f - Dilberg" in Bad-Nauheim, bie 36 ^5obre alte ajtitn >r-. f vit in Frankfurt a. M. wohnhaft, verhandele Sie wird be- V ibigt, ihr Lokal mr Animierkneipe ausgeblldet unb iin oH iaen Treiben von Kellnerinnen wifsentlich um ihres Vorteils -ist'-n Vorschub geleistet m haben. Nach Wiederherstellung der [. s'-mlichkcii wurde das Urteil dahin kündet, sm» einschkumger tich»> =om Cflenbad)« 6c)5flengedd)t wegen versuchter NahrungimittelMchung out«. ‘ Tc6' Wiesbaden, 28. Jan Da« Lhri st g -1« - n Di« Pschorr-Brauerei in München, bie seit Herbu y. -3s. ben hie II n? ’ r städtischen Ratskeller gepachtet hat, beschädigte seit Eroffiiung 3 Reuanrants u. a. bie drei Küchenmabchen Antome Jung, 'u L und Antoine Seiler. Tie Alädchen halten von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts schwere Arbeit zn verrichten. Zu Weihnachten b 'mn jede der brei ein „Ehrinkiiibchen- von je 5 Mk. Ader als ^äochen kurz nach dem Fest ben Tienfl quittierten, erhielt jtöe || Qi, jünf Alark Weihnachtsgeschenk an dem zu zahlenoen restlichen " hi roieber abge6ogeiL LaS Gewerbegericht beschasttgte sich heute 'TiA ver Sache. Es verurteilte die Pschorr-Brauerei jur ^erauagabe H m Geschenks, da der Abzug gegen bie guten Sitten ^rslcme. üeiojig, 23. Jan. Tas Reichsgericht verwarf die Ralston . ^LoÄvernii'eteriiiBoigt, bie am 16. Oktober 19 1 vom schwur- acrllll Eheinniß wegen Giftmordes an ihrer Tochter und L-um r°d°. °u ,w°i Jahren fünf Monaten Zochthan« und ; SuO Mark Geld st rase verurteilt worden war. In der Revisions Ifajtift waren nicht weniger als 36 Rügen vorgebracht, bie aber janiilid) als belanglos erachtet würben. _ Eine aufregende Szene im Gerichtsfaal er- d,niete sich am Dienstag vor einer Abteilung bed SchöNCligerichts 'Berlin- Mitte. Auf die Anklage des Diebstahls ^hatte sich eine Frvu M. zu verantworten. Sic^lcugnete entschieden, diei iu sein, wurde aber von einem Stubenmädchen auf das bestimm iem als Täterin bezeichnet. Der Gerichtshof kam zur U(cherzeu- mmg von der Schuld der Angeklagten, ^n demselben *iugeiu Uid als der Vorsitzende, Amisgerichtsral von uvr-esckvw, das auf 2 ytonale lautende Urteil ^verkündete, erwnte^^von der Anil. icbank her ein furchtbarer ^er: dte Angeklagte nefver- :niiielt aus: „Ich bin Unschuldtfl, fo wahr ich bte es 'ilt hier trinke!", setzte ein Fläschchen an den .Aund urt traut cs leer. Natürlich entstand im Saale ein ^^etnciner s;rnuQrr Nach der ersten Hilfe brachte man die Lebensmüde ,i nt Krankenhaufc Nloabit, wo ihr ber Atagen ausgepumpt murtK. liischeineill) wird sie keine bösen Folgen erleiden. — Schadenersatz wc gen Aufhedung b obung Auf Grund eines Eheversprechens hatte eine Kon- wriftin chren früheren Verlobten, der dw Verlobung aufgehoben !svtte, auf Schadenersatz verklagt, den ne damit ^gründete, tmß ■[ sie veranlaßt habe, ihre Stellung aufzugeben, und^ sie mwlge Xsicn ctimt ein Jahr ohne Stellung gewesen jeu. er BeNagte Jtiitt eine Verlobung, denn es ^en loLder Ringe gewechselt, Lüi Anllindigungen derselben veronenllicht. Er habe das -der hltnis deshalb abgebrochen, weil seine Eltern demselbenernst- 'ihen Widerstand entgegengesetzt und sich dauernd von ihm los- rsagt haben würden. Uebrigens könne die Klägerin in keinem ‘ lalle ben Gehaltsausfall des ganzen ^^s, m dem sie stellenlos var verlangen, denn es hatte ihr frcigestandr.n, in ihre alte Stellung zurückzukehren; hätte sie dies getan, so ^areffie nur Ciua ein Vierteljahr stellenlos gerne,em — gencht Os mbrüd verurteilte den Beklagten fedoch zur Zahltmg der ganzen - forderten Lumme. Ringwechsel und Verlobungsanzeigenjeien sicht erforderlich, um eine Verlobung rechtsverbindlich zu machern 'er Bcllaate habe die Klägerin einem Kollegen al» seine Braut doraestellt?cr habe sie geduzt und ihr Verhältnis und Benehmen hide aus Ünparteiische den Eindruck gemadjt, daß sie verlobt seien. Li aenüqe zur Annahme einer Verlobung. Einen Grund zum !stIträt h°b° si- Ln nickst gegeben; -nch kunnie -fe mcht »n- nuutet werden, in ihre frühere Stellung ^"ekintretern Vom brrlandesgericht Gelle wurde diesen Aussübrungen beigetreten, I bcmertte3 noch folgendes: Auch der ernslliche Widerstand der Litern und die Gefahr eines dauernden -äerwurMisses mll ihnen Iinne an sich als wichtiger Rücttrlltsgrund nicht sofern ächt diesem Widerstand erhebliche Tcllsachen zur Selle standen, iclche nad) der in den Gesellschaftskreisen der Verlobten hernschen m Auffafiung bet sachlicher Würdigung, eine Losung des Vn obnisses als berechtigt erscheinen lassen wurden. Solche Tatsachen titn hier aber nicht geltend gemacht. lärung._____________________________ Universitäts-Nachrichten. — Deutsche Aerzte inItallen. Eine für d e u t s ch c n Italien pro! tizierende Aerzte, wichtige Entscheidung .aü, wie wir der „Klin.-therapeut. Wochenschr." ein nehmen, vor ierzem der Gerichtshof 'in Genua gefällt. Im vorigen Eahre uzurbe in Italien ein neues Sanllätsgesetz erlassen, nach dem ;x Italien nur solche ausländische Aerzte praliizieren imrkn, He entweder sich der dortigen Staatsprüfung unterzogen bauen, .ber bereit loeiinatftaat au choen italienischen Aerzten ohne llb- ' .{.ging eines besonderen Examens die Ausübung des ärztlichen ; .j truf» gestattet. Wunderbarer Weise Hal nun die italienische , .Legierung Tcutsa)land nicht unter die Staaten gerechnet^ denen ,8 bLe Vergünstigung der Reziprozität zuteil wird, obwohl ist a.cutsch- ij Imd jeder ausländische Arzt zur Ausübung einer Praxis berech- j ti«gt ist, sofern er nur auf feinem Schild das Ursprungsland Kiner Wm-ldüM Heute frischer Waggon eingetroffen 666 Gießen (Brandgasse 2), den 25. Jan. 1912. Mr. 10 90 8.- Wieseck, 25. Januar 1912. 10 3.25 Praktische Neuheit 10 Stuck 40 Psg. 100 Stück Mk. 3.75 10 100 4.75 10 Stück 70 Pf». 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