Mvler Verland! —___ou6wnti?. * Die heuttge Nummer umsatzt 12 Seiten. empfehle r Hundert vonM'.- k' Vereinigten Staaten von dLordamerika erhalten. Und in i ™ » dcaragua sind etliche neue Eisenbahnen, so von Monkoy »amaflyen,Mdu . nm 9111 antif eben £acüii nach San Minuelito am See g e i n e s> I national. Das Lrganisationskomitee des Kongresse- bilden: Proß Bremen, Dr. G Aschaffenburg (Köln, Staatssekretär Prof. o. Sa* föntg", logh (Budapest-, Prof. Tr. Enr. Ferri (Rom-, Dr. Vans ei grötz. Abnahmen Ferner cnwkilt gescÄnückt, dessen weiße Seidcnschlerfcn folgende, Bergers der Heunat" entnommene Verse tragen: politische Tagesschatt. Bürokratie und Beterauensold. Zu der Mitteilung, daß einem pensionierten Beamten im Gnadenwege statt eines Pensionszuschusses von 57 Mark ein solcher von 27 Mark bewilligt worden sei und igcvMarkr ver Hundert« alu-Rottweil „ ,L ver Hundert Jt icidmannobeü ver Huni^m Ä EmPilni°;ei gerufen. — Der Lombroso-Preis von 1000 Lire für die hervorragendste Arbeit oder die bedeutendste Entdeckung auf dem Gebiete der Kriminalanthropologie wird bei Gelegenheu des VIII. internationalen Kriminalanthropologenkongresses in Budapest 1914 vergeben iverden. Tie Arbeiten oder Entdeckungen müssen im Laufe der Fahre 1911—1912—1913—1914 veröffentlicht sein oder veröffentlicht werden. Der Vettbewerb ist tnter- Enr. F e r r t (Nom-, 2 Kurella (Bonn),' Geh. Medizinalrat Prof. Sommer (Gießen), Frau Dr. Gina Lo m b ro so-Fe rrero treterin der Familie Lombroso), Point am Atlantischen Lzcan nach San Minuelito am See von Nicaragua und van Mornotoinbo nach Malagalpa teils lim Bau, teils konzessioniert. Der finanziellen Mcaraguas entspricht die immer häu- Migere politische Einmischung Nordamerikas. Schon 1911 hat der sregreick-e General Juan Estrada den Bereinigten Staaten prompt seinen Dank für ihre Hilfe be- luicfen, indem er auf den Rat des Staatssekretärs Knox 1 in einen Nordamerikaner Ernest H. Wand- zum finanztollen Berater seiner Regierung ernairnte. Die Folge toacen kleine Putsckwersuche, bereits im Oktober 1910, dann IDg des 8r.hu e88en im n&ufitle? voi Der yor- — Bremer Theaterbries: Uraufführun« schwedischen Börsenschauspiels. .Aus 25. August, wird unS geschrieben: „Der Baumwollkönig , ein fünfaktiges Schauspiel des Schweden Algol Sandberg, erlebte heute im Bremer Schauspielhaus seine Uraufführung. Die früheren Arbeiten des Verfassers, Romane und Dramen, haben in seinem Vaterlande zahlreiche Auslagen und Aufführungen erlebt: aber eS ist bezeichnend, daß er seine neueste Arbeit, ein durchaus aktuelles Stück, zur Uraufführung nicht einer (Ian- dinavischen Stadt, sondern Bremen, dem Zentrum des deutschen Baumwollhandels, überlassen hat. Sandberg hat sich auch nicht gescheut, den Hauptpersonen des Dramas Namen zu geben, die jeöem New Yorker nur zu gut bekannt sind. Die Erfahrungen, die der Verfasser als Journalist in New York im dortigen Gc- schästsleben hat sammeln können, haben ihm den Anlaß zu seinem Schauspiel gegeben, und sie sind es auch, die neben der zumeist sehr effektvoll, wenn auch manchmal schon mehr effekthascherisch gesteigerten Handlung mit ihrem äußerst lebhaften Tempo das Interesse des Zuschauers immer wieder fesseln. Tie Charakter- zeichnung kommt, abgesehen von der des Daumwollkönigs sully, einer 2lrt von Börsennapoleon, über allgemeine, ost noch^dazu verzerrte Konturen nicht hinaus. Aber mit atemloser Spannung verfolgt das Publikum, wie Sully die gesamte Rohbaum- wolle der Welt in seine Macht zu bringen versucht, wie er, von 1 einem einzigen Vertrauten verraten, dabei der Gegenmine seines Feindes Archibald Haynes unterliegt, wie er sich Dann aber wieder aufrafft und mit Hilfe eines Scheinmanövers feinen Gegner und die mit diesem verbundenen Firmen vernichtet, um ihnen zuletzt mit Hohn ihre frühere Grausamkeit zu vergelten. Und man bedauert nur, daß das eingeslochteue Liebesmotiv — HavneS hat sich einst vergeblich um SullyS spätere Frau beworben und begehrt sie noch immer — lediglich zu theatralischen Effekten ausgenutzt wird. Tic wenn auch dichterisch nicht eben tief Angelegte, doch überaus bühnenwirksame Neuheit errang einen glänzenden Erfolg: der anwesende Autor wurde besonders lebhaft nic-nailü-b7öPt, vierteljährlich Mk. MO; durch Adhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pt.: durch die Post i'l?. 2.—viertel- jäbrL mrffctL Bestelle Zeilenpreis: lokal ItzPf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Doeß. Verantwortlich für den politifchen Teil: Auaust Goey; für .Feuilleton', .Vermischtes' und .Geiichtssaal': R. Neurath; für .Stadt und Land': LHev; für den Anzeigenteil: H. Beck. ncten Staatssekretär Knox und der nicaraguanische Gc- anbte einen Vertrag, der die Republik noch mehr in finanzielle Abhängigkeit von Nordamerika bringen sollte. Der Senat der Vereinigten Staaten lehnte diesen Vertrag zwar zunächst ab. Aber im Februar dieses Jahres geschah etwas, das deutlicher als alle anderen Umstände beweist, wie der Wind webt und wohin der politische Kurs gerichtet ist: Staatssekretär Knox unternahm an Bord des Kriegsschiffes Washington von Florida aus eine fünfwöchige Reise im Interesse freundlicher Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den spanischen Republiken am Karibischen Meer und dem Golf von Mexiko. Diese Reise hatte eine außerordentliche Wirkung, die mit den fetzigen Unruhen in 9Hcaragua zweifellos in Beziehung steht. Tie europäische Diplomatie erinnerte, als Knox von Mat) West abfuhr, sofort an die letzte Rede des Staatssekretärs über die Monroe-Dottrin und beutete die Reise als Amerikas neueste zbundgebung, daß der Grundsatz „Amerika den Amerikanern" gewahrt werden solle. Tie Diplomaten der zentralamerikanischcn Staaten aber lenkten die Aufmerksam leit auf jenen Teil der Rede, in dem Knox im Senat die Annahme der schwebenden An- leiheverträge mit 9Hcaraflua und Honduras damit befürwortete, daß „die politischen Gründe, die Gefahr einer europäischen Einmischung in die Angelegenheiten der Länder um das Karibische Meer zu beseitigen, immer stärker wird". In einem andern Teil der Rede hatte Knox aus die Vollendung des Panamakanals und damit auf das Hauptinteresse der Bereinigten Staaten hingewieseu. Tie Frucht der Informationsreise des Staatssekretärs ist der jetzt er- folgende Einmarsch der sJZx)rbamerifaner in Nicaragua. Deutschland kann unb muß jetzt von den Lenkern der Ge- schicke in Mittelamerika verlangen, daß auch das Interesse der dortigen Deutschen energisch gewahrt wird. Washington, 29. Aug. Eine beim Staatsdepartement au8 Nicaragua tingcgangcnc Depesche, in der um sofortige Hilfe für die in Matagalpa lebenden Amerikaner gebeten wird, bestätigt die Ermordung des Deutschen Nielson in Matagalpa. N e w Pork, 28. Tlug. Nach einem Telegramm aus Ko- rintho ist Kapitän Terhune mit 200 amerikanischen Matrosen und Seesoldaten m das Aufstandsgebiet nach Leon marschiert. Sowohl in Leon als in Managua herrscht wieder Ruhe. Washington, 29. Aug. Der Kreuzer „California" ist gestern nachmittag in Cor into in Nicaragua ein- getroffen, hat dort 350 Matrosen und Marinesol- ba’en gelandet und ist dann nach Panama weiter ge- fahrep, um 750 Marinesoldaten an Bord zu nehmen, die der Dampfer „Prairie" zur Weiterbeförderung dorthin bringen wird. __ _ , New York, 29. Aug. Präsident Taft nahm den Befehl, die in Panama stationierten Truppen nach Nicaragua abmarschieren zu lassen, zurück, anscheinend, da am Dienstag 2000 amerikanische Marinesoldaten in Nicaragua sein werden, da er ein Telegramm des Kommandeurs des Kreuzers „Denver" erhalten hat, in dem der Kommandant mitteüt, daß die Führer der Aus ständischen ihm versicherten, sie würden die Verbindung mit Managua und Corinto eröffnen, auch die Regierung Nicaraguas werde an der Aufrechterhaltung der Verbindung mitwirken. — Taft verhehlt sich nicht, daß die Lage in Nicaragua ihm Besorgnis einslößt. Sollte er finden, daß die Lage den Schritt rechtfertigt, so werde er nicht zögern, die amerikanische Armee dort in Aktion treten zu lassen. Tragen sie mich einst hinaus Aus dem Leben^aus dem Haus, Zither an der Türe du. Eh' die Tür für immer zu, Ein Ade mir bringe. Wenn ihm auch nicht viel gelang, War es doch ein reiner Klang, So bei meinem letzten Gang Klinge und verklinge. Wenn ich sterbend zur ewigen Ruy, Staub hinfinke, zum Staube, Drücke mir dereinstens die Augen za , Heimlicher DLarchenglaube. — -tnne Stella. Stella Hohenfels, die Witwe des Hofburgti>eaterrirek.ors Baron >. Berger, wird, wie wir hören, ihre künstlerische Tätigkeit am örrgtheater nicht wieder aufnehmen, sondern nach längeremjlr- rab in den Ruhestand treten. Die Künstlerin trat am 1. scp- :ruber 1873 in den Verband des Burgtheaters, erhielt 1881 tag Dekret al5 Hofschauspielerin und wurde 1887 dem Burg- -Heater auf Lebenszeit verpflichtet. Tie Hofburg verliert in ihr -l ie außergewöhnliche Kraft, doch ist der gefaßte Entichluß der -- •nftlerin nur zu gut verständlich. Die Beisetzung Oes Freiherr» o. Verger. Am Mütwoch um 3 Uhr nachmittags fand hier das Leichenbegängnis des verstorbenen Direktors des Hofburgtheaters Freiherrn v. Berger statt. Tic Leiche wurde von der in Hietzing gelegenen Billa Bergers in die Schottenkirche überführt, wo die i kuisegnung stattsand. Sämtliche Laternen brannten. Ter Zug wurde um das Burgtheatcr berumgesuhrt und belegte sich bann wieder zurück zum Hietzinger Friedhof. Dem Leichenwagen voraus fuhren fünf mit zahlreichen Kränzen drto- tierte Wagen. Zn 26 Wagen folgten die Leidtragenden und Ab- * otbnungen der Körperschaften. Am offenen Grabe sprach für baß tiurgtbeater der Dramaturg Tr. Rosenbaum und Hochurgichau- laxier Thitnig. Für die Wiener Schnftitellergenossemchast „Eon- cörbia" sprach deren Vizepräsident Zulms Stern. Baronin Stella v. Berger-Hohenfels hatte den Sarg ihres ttemahls mit einem aus 'Alpenblumen geflochtenen prächtigen ■Kene " .Buch kf. Henri Fabre über den sechsten Sinn der Insekten. Die Insekten haben einen sechsen Sinn! — So behauptet Henri Fabre, der große französische Jnsehenforscher in einem Aufsätze, den die „Taily Mail" oeröflentticht. Ties im Erdboden, der von Gras bedeckt ist, liegt unbeweglich eine Raupe, die em nächtliches Leben führt. Ein bienen- und wespenartigeÄ Tier, das die unterirdisch hausende Raupe zum Beutetier hat, kommt aus der Ferne herbei und findet nach kurzer Zeit die Raupe. Wie geht das zu? Sehen und schmecken kann das geflügelte Znsekt die Raupe nicht, so daß vom menschlichen Standpunkte aus nur noch drei Sinne in Frage kommen können. Ist es etwa der Tastsmn, der das Znsett seine Beute finden läßt? Ter Tastsinn fitzt in den Fühlern, aber er lärm, da er fein Fernsinn ist, in diesem Falle nichts nützen. So scheinen nur Gehörs- und Geruchssinn übrig zu bleiben. Nun weiß man, daß der Geruchssinn bei vielen Znfekten erstaunlich sein entwickelt ist. Tie Totengräberkäfer kommen zum Beispiel von ollen Seiten aus großer Entfernung herbei, wenn irgendwo an totes Tier in Verwesung übergeht, und ebenso werden Fliegen und viele aridere Znsetten durch faulende Stosse aus der Ferne angelockt. Die Raupe in der Erde ist jedoch nach Ansicht Fabres vollkommen geruchlos, und er hält es sür ausgeschlossen, daß ein anderes Znsekt sie durch die Erdschicht hindurch aus der Ferne mit dem Geruchssinn aussinden könne. So bleibt schließlich nur noch der Gehörssinn übrig, der aber auch nichts nützen kann, weil die geringfügigen Laute, die das schlafende Znsekt unter der Erde von sich geben könnte, viel zu ichwach sind, um oberirdisch zwischen den Geräuschen des Tages herai^gehört zu werden. Damit sind unsere fünf Sinne erschöpft. Das Znsekt findet sein Beutetier aber doch, ebne einen von diesen fünf Sinnen zu gebrauchen, und so bleib: nur die Annahme übrig, es habe einen sechsten Sinn, der ihm dies möglich macht. Welcher Art dieser sechste Sinn ist, kann niemand sagen, denn er liegt außerhalb des Kreises menschlicher Vorstellungen. Die Abstraktion läßt ihn uns vermuten, aber mir haben davon ebensowenig eine Vorstellung, wie der Blinde ,'ie von den Fachen haben kann. Der amerikanische Einmarsch In Nicaragua. Die Regierung der Vereinigten Staaten tn Washington bat eine Depesche erhalten, in der die Ermordung des Deutschen Nielson in Malagalpa bestätigt wird (Die bcutfdtf Hcaierung hat bereits telegraphisch Vorstellungen erhoben unb Genugtuung verlangt.) Die traurige Nachricht ist sicherlich teure „amerikanische Mache »um Zwecke der Einmischung"", wie der übliche Vorwurf lautet, sondern sie ist ein ernstes Signal auch für Deutschland, seine Aufmerksamkeit den Zuständen in der Republik Nicaragua zuzuwenden, wo nicht wenige Deutsche wohnen und wirken Die Stadt Matagalpa ist ja nur ein kleines Nest, baS jetzt rund 3000 Einwohner zählt, aber das Departement Matagalpa hat bereits über 40000 Bewohner. Um gleich ein Bild Nicaraguas zu geben: Die in den letzten SchreckenS- bepeschen vielgenannte Hauptstadt Managua l)at etwa 40000 Einwohner, das ebenfalls häufig erwähnte Leon bOOOO. Der ganze Staat iimfaßt 600000 Seelen. Das ist geimß nicht viel für tun alleinstehendes Land. Aber seine Bedeutung ist nach dem Fallenlassen des Projekts deS rine ernste Explojum am 13. Februar 1911 unmittelbar bei dem PräsidentschaftSgebäude in Managua, eine bewaffnete Erhebung am 18. Februar, wodurch im Mär zl911 eine größere Zahl von Gegnern Estradas verbamtt wurde. Üstrada ließ sich von der gesetzgebenden Versammlung zum «Abschluß einer ui den Vereinigten Staaten unterzubringen- f ben Anlage von 12 bis 20 Millionen Dollar zum Zwecke der Sck-uldenzahlung, Eisenbahnbauten unb Einführung der Goldwährung ermächtigen. Wenige Tage später aber ver- s zichtete er plötzlich aus sein Amt zugunsten des Vizepräsr- ZSmten Diaz, wohl nicht ganz ohne Zwang, denn nach k nner kurz hernach erfolgten überaus verheerenden Ex- t plofion der Festung La Loma, die 117 Menschen das Leben »kostete, wurde eine ganze Anzahl seiner früheren Anhänger k von der Regierung verhaftet. Im Juni v. I. unterzeich- ltt. 204 Erster Blatt 162. Jahrgang Zreitag, 50. August 19(2 tte »ritzener Anzeiger M A Mietzeim Anzeiger lür die Redaktion 112 »«k; General-Anzeiger für Vberhefsen ü"d!"'l^snün>mn Bofationsörud nnö Verlag der vrühl'schrn Univ.-Vuch. und Stcinörudtret R. tanqt. He6a!tton, trpeöition und Drndtrtf; Sdfulftrafje 1. t>ii vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Eeschästrftelle Bahnhofstraße 16a. dem Mann ausgegeben werde, die Difserenz von 30 Mark ür fünf Jahre zurückzuzahlen, wird nunmehr in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitttng" folgende amtlich- Aufklärung gegeben: Noch dem Gesetze vom 22. Mai 1895 sRricbSgcsetzblatt S. 237) wird den Angebörigen des deutskhen Heeres, welche infolge von im Mriegc von 1870 71 erlittener Venmindung oder sonstiger Dienst- befchädigung verhindert ivaren, an den weiteren Umcrnebmungrit des Feldzuges teilzunebmen und dadurch ein zweues ba der Penfioniening zu der wirklichen Dauer der Dienstzeit zuziirech- ncndcs KnegSjahr zu erbienen, ein Pensionszu s^chu ß in Höbe von x/th des niletzt bezogenen pensionSfükn-ten Ticnflcin- kommens gewährt. Danach erhielt der in dem Artikel ftii’ulmlc Kriegsteilnehmer, der alS Gütererpedient der 38 Tienstjahre» und einem penfionSiahigen Ticnfiemtommat von 3327 Mk. "/«- hiervon mit 2385 Mk als Pension erdienr hätte, einen Zufituisr von jährlich 57 Mk., da feine Pension bei Hinzurechnung eines Kriegs>ahres 2442 Mk. betragen hätte. Durch die Novelle zum ReicliSbeamtengesetz vom 17. Mai 1907 wurden die Wohltaten der neuen Penslonsvorfckniften auch auf die Kriegsteilnehmer ausgedehnt. ES erhöhte sich infolgedessen der eigentliche Pensionsbetrag gemäß S 41 RGB um Vw auf "/«n deS penfiono- fähigen Einkommens, das heißt auf 2442 Mk. Wird hierzu ein iveiteres Kriegsjahr in Gemäßheit deS Gesetzes von 1895 hin- '.ngerechnet, so würde sich die Pension nach § 41 a. a. O. um 1 i;o erhöht haben, so daß nunmehr eine Gesamtgewährung von, 2469 Mk. in Frage kam Ta bie Pension sich am 2442 Mk. be-, lief, war demgemäß der Zuschuß auf 27 Mk festzusetzen. ES handelt sich im vorliegenden Falle sonach, abgesehen von einer FoitdS- verschfebung, nicht um eine Verringerung, sondern um eine Erhöhung der Gesamtbezüge deS Kriegsiiwaliden um 27 Mk. Tas Reici-sschatzamt war nach den gesetzlichen Bestimmungen zu einer ioldxn Neuregelung verpflichtet, die auch nicht die geringste Härte gegen den Kriegsinvaliden enthielt. Das soll, in verständliches Deutsch übertragen, heiszen: Der betreffende Beamte hat bis zum 1. April 1907 eine Pension von 2385 Mark bezogen und dazu einen Zuschuß alS KTiegsteilnehmer in Höhe von 57 Mark, also zusammen 2442 Mark. Im Jahre 1907 ist mit Geltung vom 1. April 1907 ab die Pension des einmaligen Kriegsteilnehmers erhöht worden, und diese betrug einschließlick) der zfrieas- pcümie 2469 Mark, so daß der Mann also tatsächlich seit dem 1. April 1907 27 Mark mehr als vor dieser Zeit zu erhallen hat. Wenn die Herren von der Venvaltung, fo\ meint bie „Franks. Ztg", statt dergleichen Aufklärungen^ clber zu formulieren, dem Redakteur der „4Lorddeutschen"> den Sachverhalt klarmachten und ihn bie Sache stilisieren ießen, so würde die Auklärung vrelleicht etwas wenige« bürokratisch korrekt, dafür aber leichter verständlich ausgefallen sein, denn dem Journalisten würde es nicht entgangen sein, daß der Oeffentlichkeit auch eine Aufklärung darüber geschuldet wird, warum der Pensionär 150 Mark nachzahlen soll, und er würde vielleicht auch darauf aufmerksam aemacht haben, daß eine Zuschrift: es werde state eines Zuschusses von 57 Mark ein solcher von 27 Mark, in Gnaden bewilligt werden, unmöglich als eine Mittel* lung von einer Pensionserhöhung ausgefaßt werden könne;, er würde auch vielleicht gefragt haben, warum denn diese Mitteilung von der Gewährung eines Zuschusses von 27 Mark statt von 57 Mark erst am 20. Mar dieses Jahres und nicht schon im Jahre 1607 gemacht worden ist. Und das bringt uns auf die Lösung des Rätsels, die die Richtige ftellung der „Norddeutschen" verschweigt: Es liegt, wie in der „Post" bestätigt wird, ein Versehen vor, das, dadurch hervorgerufen worden ist, daß bei der Pensions-j berechnung mehrere Verwaltungen beteiligt paren. Der Pensionär hat seit dem ü. April 1907 nicht 27, sonder« wie vor dieser Zeit 57 Mark Zuschuß bezogen, also 30 Mark zu viel, und es ist ihm jetzt, wo man das Versehen entdeckt hat — vielleicht ist die Oberrechnungskammer da< ' 'jHcataguafanald doch durch den nahen Pan am a- innMift, lonal ganz gewaltig gestiegen. Wie die anderen Hlcin- Hr l | floaten Zentralamcrtkas (Guatemata, Honduras, Eostarica, Willi. vcnamaj gerät auch Nicaragua immer mehr in finanzielle ' Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Amerikanisck)es Kapital und Unternehmungsgeist betätigen sich dort in stets wachsendem Maße: Monopoltsie- , rung des Bananen Handels an der atlantischen Küste durch ' die United Fruit Eompany, immer stärkere Beteillaung an Bergwerksunternehmungen, Waldwertnudung und Plan- j tagen, an Bahnen, Banken und kaufmännischen Betrieben. ^'ruerdingS beabsichrigeu amerikanische Konsortien, an ihrer l spitze I. P. Morgan, sür die mittelamerikanischen Repu- L buken ihre Schuldverbindlichkeiten gegen das Ausland zu ’ rogeln. Guatemala und San Salvador sollen demnächst eine direkte Verbindung nach Mexiko und damll nach den Äudfädc, Mehren ntue 11 tfnliiniuifc tu besonders M.Miiil srlteröweg 79, Itl Sundervollcs.W Haar ft die Sehnsucht aflr. j den unb örauen. lünnem, | tüPi|d)irinenu.^l uklinivsenb^'e'^» ilämenb ’M ReiepriiirW k-.| mwroblen: naligeö Wuschen nit Zucker kr#uter • M'anire i'äislucö jB )e§ Saarbodens'M ker’eCmmal-krifl SSW sK- LKsW Kbr>n°^M Neue Karl* ©cttetfllSr!'W hinter gteftmrmen — auf gegeben worden, die 150 Mark, die er m den letzten fünf Jahren zu viel erhalten Hat, an die Reichslasse zurückzuzahlcn. Also bürokratisch ist alles in schönster Ordnung. Aber die „Post"" hat nicht unrecht, wenn sie bemerkt: Rach unserer Ansicht hätte dieses Versehen aber in ganz anderer Weise wieder gutgemacht werden müssen. Dw „aus Versehen" einem Beamten zu viel gezahlten 150 SRI. hatte man dem armen Veteranen ruhig belassen sollen, xcn Fehlbetrag Hütte entweder der Beamte decken sollen, der das Versehen beging, oder irgend ein Dispositionsfonds hätte dazu herangezogen werden müssen. Das Swema-Schreiben an den Veteranen hätte auf jeden Fall sinngemäß geändert unb eine Erläuterung hinzngesügt werden müssen. Tas Versehen iü durch die bürokratische Schwerfälligkeit erst recht peinlich geworden. Zum Fall Borchardt-Leiuert schreibt ntan uns aus parlamentarischen Kreisen: Ter Fall Borchardt wird am 23. September in Berlin zur gerichtlichen Verhandlung stehen. Es wird vielfach angenommen, daß in dieser Verhandlung die Abgg. Borchardt und Keinert bereits verurteilt werden könnten. Dies trifft jedoch nicht zu. Das Abgeordnetenhaus hat die Genehmigung zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens erteilt, um ine die Staatsanwaltschaft nachsuchte, eine Genehmigung zur Strafverfolgung ist nicht erteilt worden. Wahrscheinlich dürfte die bevorstehende Verhandlung auch erst zeigen, ob die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren einleiten will. Zu der Verhandlung sind die Abgg. Bor- chardt, Leiuert und Schisferer geladen. Von Heugenla- dungen des Präsidiums oder der Schriftführer rst bisher nichts bekannt geworden. Wenn die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren auf Grund des bishergien Ermittelungsverfahrens und der kommenden Verhandlung entfetten will, so bedarf dies der Stellung eines neuen Antrags bei der Zweiten Kammer, da nach Artikel 84 eine Strafverfolgung ohne Genehmigung der Kammer nicht möglich ist. Diese Genehmigung dürfte auch im Oktober erteilt werden, da der Landtag ein Interesse hat, die Angelegenheit endlich ins Reine zu bringen und sie nicht bis zum Ablauf der Legislaturperiode zu verschleppen. ________________________________ vom Kaiser. WilhelmShöhe, 29. Aug. Gestern nachmittag un- kernahmen die Majestäten mit Gefolge eine Auto- mobilfahrt in den Reinhardtswald. $eute vormittag ritt das Kaiserpaar aus. Zur Frühstückstafel waren geladen der Intendant der Königlichen Schauspiele, Graf Bylandt-Rheydt, und die Forstmeister Titze und Keßler. Der Kaiser saß mit der Kaiserin in einem offenen Automobil, trotzdem das Wetter windig war. Wilhelnrshöhe, 29. Aug. Der Kaiser trifft morgen nachmittag in Berlin ein und nimmt im Schloß Wohnung. Zürich, 30. Aug. Ter Kaiser wird die Abordnung der hiesigen deNtschen Kolonie am Donnerstag, nicht wie ursprünglich vorgesehen, am Mittwoch empfangen. London, 30. Aug. Laut Meldung der „Pall Mall Gazette"" hat Kaiser Wilhelm die Söhne des Sultans, auch den Thronfolger, zu einem Zus ammen- treffen eingeladen. Deutsches Reich. Eine Regierungskrisis in Bayern? Der .Berliner Morgenpost" geht aus München aus bester Quelle vom Hoflager in Hohenschwangau ein Stimmungsbild zu, worin behauptet toirb, daß die schon vorhandene latente Unsicherheit im Verkehr zwischen Ministerpräsident und Krone sich infolge seines politischen Berichtes des Grafen Lerchcnseld aus Berlin seit einigen Tagen zu einer schleppenden „Regierungskrise" verdichtet habe. Gras Lerchenseld, der erfolglos seinen Rücktritt angcboten hätte, sei heute gezwungen, hinter dem Rücken des Ministers des Königlichen Dauses für diesen recht unerfteu- liche Berichte an das Hoflager zu geben. An der Tafelrunde sehe man keinen der jetzigen Staatsminister. Der Prinzregent sei am schmerzlichsten von der Wahrnehmung berührt, als könne er »nd sein Haus eine Politik verfolgen, die der Zugehörigkeit Bayerns zum Reiche jeden inneren Wert nehmen müßte. * Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg wird am 1. September in Berchtesgaden zur Nachkur eintreffen und im Grand Hotel Wohnung nehmen. In Begleitung des Reichskanzlers befinden sich außer seiner Gemahlin der Gesandte v. Bülow und Geheimrat Pinkow. Der Reichskanzler begibt sich am 5. September nach Ungarisch-Hradisch, wo ec bis Mitte September zu bleiben gedenkt. Der „Reichsanzeiger"' veröffentlicht ein Merkblatt über die Versicherungspflicht nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der Prinzregent von Bayern äußerte sofort nach der Verkündigung des Gesetzes vom 19. Juni 1912, eine Aenderung des Strafgesetzbuches betreffend, den Wunsch, durch Gnadenerweis die Milderungen des Gesetzes auch denjenigen Personen zuteil werden zu lassen, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes verurteilt worden sind, ihre Sttafc aber noch nicht verbüßt haben. Auf den.jetzt erstatteten Berickst des Justizministeriums hin begnadigte der Prinzregent eine große Anzahl von Verurteilten. Manchen Verurteilten hat er die Strafe völlig erlassen, darunter ©trafen bis zu drei Monaten Gefängnis. Bei vielen Verurteilten hat er die Freiheitsstrafe crheblim gemindert, bei vielen die Gefängnisstrafe in eine mäßige Geldstrafe umgewandelt. Der Prinzregent tat durch diesen umfangreichen Gnadenakt dem Volke aufs neue seine landesväterliche Milde und Güte kund. Aus Hamburg wird gemeldet: Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete v. Elm bat seinen Entschluß, sein Mandat aus Gesundheitsrücksichten niederzulegen, bekannt gegeben. Er übernimmt vorn 1. Januar 1913 an die Leitung der von freien Gewerkschaften begründeten Dolks- fürsorge. Ein Füsilier vom 33. Füsilier-Regiment in Gumbinnen wurde wegen angeblicher Preisgabe geheimer Aktenstücke verhaftet. Ausland. Kaiser Wilhelm für den Nobelpreis vorgeschlagen. AuS Viktoria (Britisch-Kolumbial wird gemeldet: Präsident W d e e I c r von der Universität Kalisornia hielt eine Ansprache, in welcher er anregte, daß der Nobelpreis dem Deutschen Kaiser verliehen werde, der tyc deutsche Armee, einen machtvollen Faktor des Friedens, 25 Jahre hindurch aus- gebaut habe, ohne sich ihrer zum Kriege zu bedienen. ♦ In Marrakesch wurden auf Befehl El Hibas alle fremden P o st a n st a l t e n geschlossen und den Postläu- fern die Driefdeutel abgenommen. In Sukrabaya aus Java ist ein chinesisches Komplott zur Ermordung der ganzen europäischen Kolonie aufgedeckt worden. Arbeiterbewegung. Mülhausen im Elsaß, 29 Aug. Der Ausstand der Textilarbeiter bdjnt sich immer weiter aus. Nachdem bei der Firma Kuneyl u. Co. etwa 40 Arbeiter anständig nnb, haben gestern nachmittag weitere 100 Mann der Firma Glück u. Co. die Arbeit niedergelegr. Bei Engel u. Co. sind beute morgen 80 Mann ausgeblreben. Bei der Firma Läderich u. Co. wird zurzeit zwischen Arbeiterschaft und Fabrikleitung verhandelt. Au» Stadt unb Land. Gießen, -30. August 1912. KreiSschau und RotvicharrSstcllung zu Gießen. Für die vom 13.—16. September stattfindende Breis- 'chau ist u. a. auch die Einrichtung einer Milchkosthalle in Aussicht genommen. Es werden darin Milch und Brötchen, mit verschiedenen Käsesorten belegt, zu billigen Preisen verabreicht werden. Die Bedienung in der Halle haben in liebenswürdiger Weise etwa 36 Mädchen aus dem ehemaligen Hüttenberg übernommen, demjenigen Bezirk des hiesigen Kreises, in dem sich die Volkstracht, wenigstens bei dem weiblichen Okschlecht, noch am besten erhalten hat. Die Mädchen werden in ihrer Tracht, deren hauptsächlichster Charakter Gediegenheit, Vornehmheit und stolze Feierlichkeit ist, erscheinen. Wenn auch diese Tracht, wie überhaupt jede Volkstracht, nicht ureigenstes Erzeugnis des Volkstums ist, wie vielfach in romantischer Schwärmerei angenommen worden ist und noch wird — sie hat vielmehr ihr Vorbild in der höfischen Rokokotracht —, so gewährt es doch auch dem nüchternen Beurteiler derartiger Dinge Freude und Genuß, zu sehen, wie das Volk das ihm ursprünglich Fremde sich zu eigen gemacht hat, und wie es in Stil und Zweckmäßigkeit des Schnittes, der alle Bewegungen des Körhers erlaubt, und dessen Bildung zur Geltung bringt, sowie in der Farbenstimmung der einzelnen Stücke und dem Schmuck der Bänder und der Ketten feinen eigenen Geschmack zum Ausdruck bringt. Zur Belebung des gesamten Festbildes hat sich die Festleitung ferner angelegen fein lassen, auch Einladungen an die benachbarten preußischen Bezirke, in.denen die Volkstracht noch die gebräuchliche Kleidung ist, zu berfenben. Da denjenigen Frauen und Mädchen, die der Einladiuig folgen wollen, Erleichterungen inbezug auf den Festbesuch in Aussicht gestellt worden sind, so darf wohl mit Bestimmtheit erwartet werden, daß recht viele Hessenlün- bc rinnen und Hinterländer innen von diesem Entgegenkommen Gebrauch machen werden. Freunden und Liebhabern unseres Volkstums bietet sich sonach eine günstige Gelegenheit, verschiedene Volkstrachten auf engem Raum vereinigt zu finden. Der Besuch des Festes wird sich umsomehr lohnen, als unverkennbar die Trachten auch auf den hier bezeichneten Gebieten sich im Rückgang befinden. •• Pfarrwesen. Der Großherzog hat den evangelischen Pfarrer Georg Weicker zu Groß-Rohrheim auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner mehr als 50 Jahre treu geleisteten Dienste und unter Erteilung des Charakters als Kirchenrat in den Ruhestand versetzt, den evangelischen Dekan deS Dekanats Gießen, Kirchenrat Karl Strack zu Leihgestern auf fein Nachsuchen, mit Wirkung vom Tag deS Dienstantritts seines Nachfolgers, von diesem Amte enthoben, dem Pfarrverwalter Wilhelm Di ebener zu Büttelborn die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarrvikar Karl K n a b zu Knittelseld in Steiermark die evangelische Pfarrstelle zu Walldorf, dem Pfarrverwalter Karl R ü h l zu Wingershausen die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen und den von Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach auf die evangelische Pfarrstelle zu Jrischborn präsen- tierten Pfarrassistenten Paul S ch orlemmer zu Gießen für diese Stelle bestätigt. •• Der Hessische Gesandte und Bevollmächtigte zum Bundesrat, Geh. Staatsrat Dr.-Jng. Frhr. v. Biegeleben, ist auS dem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. •• Die Landwirtschaftskammer beabsichtigt, wie in früheren Jahren eine gemeinsame Beschickung der XIX. Deutschen Gersten- und Hopfen-AuSstellung zu Berlin mit hessischen Braugersten. Anmeldungen zur Beteiligung an dieser Ausstellung werden von der Landwirtschaftskammer bis zum 3. September entgegengenommen. Im Interesse deS hessischen BraugerstenbaueS wäre eS erwünscht, wenn sich die Landwirte an der gemeinsamen Beschickung recht zahlreich beteiligten. Wegen Anmeldepapiere und sonstigen Auskünften wende man sich sofort an die LandwirtschaftS- kammer in Darmstadt. •• Unser Regiment begibt sich am nächsten Mittwoch inS Manövergelände; eS wird in der Umgebung von Alzey einquartiert. ** Königlich Preußische .Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse 227. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose der 2. Klasse spätestens bis zum 2. September, abends 6 Uhr, geschehen fein. Auch müssen die Freilose zur 3. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose der 2. Klasse bis dahin eingefordert sein. ** Unaufgeklärt. Die Ermittlungen über den Einbruck^diebstahl in dem Bureau des Arbeitsnachweises in der Nacht vom 26. auf 27. l. Mts. haben ergeben, daß zwei unbekannte junge Burschen als Täter in Frage kommen, die in der Nacht um 2 Uhr in der Nähe des Tatorts gesehen wurden. Die noch nicht auf gefundene Kassette, die jedenfalls in irgend einem Hause versteckt sein dürfte, ist 38 Zentimeter lang, 24 Zentimeter breit, innen rot und außen braun lackiert. Mitteilungen, die zur Feststellung der beiden Burschen und dem Verbleib der Kassette dienen könnten, werden von der Krrminalabteilung des Großh. Polizriamts erbeten. ♦♦ Geistesgestört. Die im Hause Müylgasse 1 wohnende Ehefrau Ortmüller hatte sich gestern nachmittag in Abwesenheit ihres Mannes mit ihren zwei Kindern in die Wohnung eingeschlossen. Als auf einmal die Kinder an fingen zu schreien, drangen Nachbar,: in die Wohnung ein und fanhen, daß die Frau dem zweijährigen Kinde einen Schnitt in ,ben Hals versetzt unb sich selbst auch mehrere Verletzungen beigebracht hatte. Die alsbald benachrichtigte Polizei ließ das verletzte stinb in die chirurgische Klinik und die geistesgestört gewordene Frau nach der psychiatrischen Klintt bringen. Landkreis Gießen. (] Heuchelheim, 28. Aug. Unser Tnrnveretn hat- in den letzten Jahren einen großen Schritt vorwärts getan ES zeigt sich in :hm ein gesundes, frisches Streben und eine lebhafte Beteiligung an den auswärtigen Wettkämpfen. So errangen die Turner W. Dolkmann und ?L Rinn den 13. und 16. Preis auf dem Rbeinbergftst. Bei der Bezicksfahtt in Daubringen fielen an unseren Verein der 5., 14. und 20. Preis. Auf dem JubiläumS-Gauturnfest in Gießen errangen Mit- I glieber des Vereins im Sechskampf den 11. und 14. Preis in der Karlsstraßc ein ted Dm u Die den Landwirtschaft. San zu tata-Mt Leckkapp», M Mtta.-taiH am. Form, Lad w-to.-itaM deg.mod.Form,; e und im Fünfkampf den 12., 18. und 48. Preis, die Zöglin.L Musterriege erhielt den 4. Preis. Dieselbe Riege errang au bei dem 25jährigen Stiftungsfest in Krofdorf den 3. Pre In Anbetracht dieser schönen Leistungen veranstaltet der Ven am SamStag eine Siegesfeier. Kreis Friedberg. m. Bad-Nauheim, 29. Aug. Als beute mitto der Kirchendiener in die evangelische Dankeskirche gut die seit Sonntag abend nach dem Gottesdienst nicht nnct^ betreten worden war, entdeckte er, daß die Lade, die hintr dem Altar steht und die kirchlichen Kostbarkeiten entbü/ rasablau jDttC,e JL' a' «»»w erbrochen worden war. Die Kirchenräuber entwc beten drei wertvolle Kelche, eine Kanne und eine Cpfv-, büchse, die kurz vorher erst geteert worden war. Von de?, Verbleib der Sachen hat man noch keine Spur, trotzdem de! Polizei mit mehreren Hunden den ganzen Nachmittag täte war. Die gestohlenen Gegenstände, welche einen Wett vlx 1200 Mark haben, sind versichert. L. Bad-Nauheim, 29 Ana. Bor 15 Jahren wvr> ‘ 2 städtisches -krankenhaus erbaut, bei im Laufe der Jahre mannigfache Veränderungen und V» — Zunahme der finnischen ®u tteran nach Deutschland. Aus Httsingfors trieb nnS arfdynH’» I In den letzten Jahren bat sich der ttnnncbe Buttererpott imjj-f mehr nach Deutschland gewandt, und im Laufe des Fabres l» ist mehr als cm Viertel der ganzen Ausfuhr nach IcutfwlÄ gegangen. Da gerade dieser Export für Finnlands flReterribet* von höchster Wichtigkeit ist, so beschäftigt sich neuerdings * finnische Landwirtschaftsministerium ernstlich mit der Fras^." welcher Weise hier weitere Fortschritte zu erzielen sind., In due Beziehung ist bereits ein wichtiger Schritt getan, indem * einer Tampsschin'gesellschast Vereinbarungen betreff- rendmänr Butterladungen getrosten sind. Ferner ist diesen Tarnpfem > Anlage von Kühlräumen zur Pflicht gemacht worden Um * die finnifdx Butter in Deutschland möglich« bekannt und die besten Absatzplätze ausfindig zu machm, ist nach der ZntsL' „Nordland", Berlin-Halensee, ein Stipendium für einen et verständigen ausgesetzt worden, der die Exportmöglichkeiten n finnische Butter im nördlichen Deutschland studieren soll 2* voiÄh S^h-U-A Mar '"Max 3S'. Hroßb, $ Vermischte». ♦ Die Wassersnot in England. AuS 98rT wich wird vorn 29. August berichtet. Die Fluten bedroh weiter die Stadt. Das Wasser, das im Lause der Nr gesallen war, ist heute infolge eines neuen heftige Regengusses wieder gestiegen. Es besteht die Gescp daß das Trinkwasser und die Lebensrnittel aus gehen. Auch wird der Äusbruch einer Sen- befürchtet. Heute sind über zehntausend Persone obdachlos. Das kommerzielle £cben ist so gut wn terbunben In Hunderten von £aben ist der vandelsre: kehr unmöglich. Viele Gebäude sind eingc stürz Die Leiche eines ertrunkenen Kindes ist gefunden wouo Die Eisenbahnverbindung nach Norwich ist wieder nommen worden. Kleine Tagerchronik. Grohfeuer in Hamburg i Hamburg, 29 Aug. Bei der Firma H,ayemaN" Großfeuer ausAebrocken. Tas ganze Maschmenhau». mehrere Schuppen linb niedergebrannt, doch ist eine Kesiae;. rackenbauten erhalten hat. Da aber dieses Spital beet zu klein und ungenügend ist, wird ein neues Krankenha_r an einem ruhigen Pkatzc der Stadt erbaut. — Aa jetzt be Fremden zuwachs ein schwächerer ist, kann am Spru- delhof wieder gearbeitet werden. Zurzeit werden die hau er arbeiten an der Einfassung des Sprudels vollende: Prof. Jobst von Darmstadt leitet sie. — Bad-Rau heim, 29. Aug. Das v. Sinfonie» konzert im neuen Konzerthause findet am SamStag mite Leitung deS Professors HanS Winderstein statt. Das flon^rr findet als »Beethoven- und Richard Sttauß-Abend^ stör Von Beethoven gelangt die Egmont-Ouoerture und b« Violinkonzert (Solist Konzertmeister Heinrich Schachtrbeck) ur von Richard Strauß (zum ersten Male) eine Sutte ffc 13 Blasinstrumente), sowie die grandiose Tondichtung ,$c: und Verklärung" zu Gehör. Die Bläser-Suite ist ein Jugen). werk des gefeierten modernen Meister«, die jetzt die Run!« durch die großen Konzettsäle macht, und eS wird intereflar sein, Vergleiche zu ziehen zwischen dem jugendlichen und des gereiften Meister, der in ,Tod und Verklärung^ einet feine großen Werke geschaffen hat, daS auch den Gegnern feine Muse Bewunderung abnötigt. L. Melbach, 29. Aug. In unserem Dvrse wird es neues Schulhaus erbaut, die Vorarbeiten sind beend-: ; und die Arbeiten bereits ausgeschrieben. m. Nieder-M örlen, 29. Aug. Die Arbeiten ft: den Neubau des kathol. Pfarrhauses werden Mitte | tnnbei: begonnen werden. — Die Betriebseröffnung ui serer Wasserleitung findet am 10. September statt. m. Aus der mittleren Wetterau, 29. Au: Die diesjährige Korn- und Weizenernte ist mit Stroh uir Körnern eine der besten seit lanaen Jahren. Nur der Hase hat durch die lange Regenperiode bedeutend gelitten. D Frühkartoffeln fangen stark an zu faulen, besonders ; lehmigem Boden. Trotzdem wird der Zentner zu 2.50 Ti’ verkauft, da es eine Unmasse gibt. Den Spätkarlofftf- bat das nasse Wetter bis jetzt nichts geschadet. Genuu steht überall ausgezeichnet. Aepfel und Birnen habe durchschmttlich einen sehr guten Behang, doch hat ber Unwetter am Dienstag großen .Schaden angerichtet. Ztee? scheu werden voraussick-tlich sehr billig. Hessen-Nassau. fo. Schloß WilhelmShöhe, 29. Aug. Ein Jul^, auS dem nahen Breitenbach, ein Pate deS Kaisiü ging vor einigen Tagen nach Schloß WilhelmShöhe. sie gab er an, seinen Paten, den Kaiser, besuchen zu rooQti Die Kaiserin empfing den kleinen Mann und bedeutete itrr daß et anderen TageS wiederkommen möchte, da sein P:i noch auf Schloß FriedrichShof im TaunuS weile. Der Jvrtz. kam dem nach. Er wurde auf das freundlichste empfang unb reich beschenkt. Auf eine Frage, was er werden roch antwortete er: .Soldat! Aber bei de Geil* (Gäulen). X. Hanau, 29. Aug. Die Stadtverordneten habe befchloffen, in den hiesigen Volksschulen sogenannte 9b- schlußklassen einzurichten und die Schülerzahl in te Klaffen auf 50 festzufetzen. Die Einrichtung von Fürda> klaffen in den Schulen nach Mannheimer System wurde cö gelehnt, da hier den begabteren Schülern die Mögliche geboten ist, selbst ohne Schulgeldzahlung (reichlich bohet Freistelleneinrichtung) die Mittelschule zu besuchen. — Fer:c wurde von den Stadtverordneten beschloffen, die Wohnunck mit einer JahreSmiete bis einschließlich 240 Matt von < Zahlung des WaffergeldeS zu befreien. Arbcj »iÄ‘. ■,n vergeben n pfn liegen auf Wt sind f^ -k'-mbni '"-geben. ^uchelheini, ] Droßh. Bü tLtet hvwJ, Reduzierte Preise 6= Hur so lanje Vorrat 5688 FraWr Schublager Giessen Intel 12 Wephon 2018 AHgemeiro Rabattmarken! Rott-ttei-lemB-Stielel 40—46, Lack kappe WißhsL-SchnMelel hollgenagelt, 40—47 Wdsi-Rerm-MIe! kräftige Sohlen» sehr 1800 mtnfamfrtx Mcllffl hürtat 1 m o 5 CSntiantt gegriffen. 300 Red«(len seien gksaNeL Vorschriften aufmerksam. Nidda, 22. August 1912. Großh. Bürgermeisterei Nidda. Erk. Letzte 21Gd>ricbtcn. (hn Unfell bei ÄfntreiftlbBKrtfajQll‘1 v. Bock u«b Pelach. 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Lackk-Derby Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung von Gossen und Fußwegen im Crte Heuchelheim sollen vergeben werden. Voranschlag und -öcötn- ciunqen liegen auf dem Bürgermeistere,-Bureau offen. Angebote sind schriftlich bis zum Mittwoch, ^ L September 1912, abend» 7 Uhr, daselbst abiugeben. M _ Heuchelheim, den 29. August 1912. Großh. Bürgermeisterei Heuchelhemi. Kreiling. 5801 Sedan-Zeier Sonntag, beu 1. Sevtbr., von nachmittagSS',Ubr ab im Philoiovbenwald: Lon-erl. Kinderioielc Preis- schieben und Tanz Gememschaitlicher Abmarsch um 3 Uhr mit Munk vom LudwigSplay v*/, Orden n. Ebrenzeichen, sowie j>asssa- it- BercinSabzeichen bittet man anznlegen. R.-Cl. „Hassia“. SamStag, 31. Angnft: 3Ritfr-¥eriamnilnng Tagesordnung Sinterorogramm. Perschicd. BollpibUgeSErscheinen erforderlich. ^.15812 _____ Der Vorstand. Das vom Kegelklub „(Onte (9one** Deronualtctc 10715b grosse Hegeln auf der Kegelbahn deS Herrn Sri» Euler, Hammitr. 15, hübet kommenden Sonntag, 1. Scvt., seinen Abschluß. 1 Preis 50 Mk. in baar: 2. Preis 30 Mk. in bar sowie Id weitere wertvolle Preise. Der Vorstand. Dresden , 2Ii Äug. (Hen er al f el M>ar f d) oll von Bock und Polach stürzte bei ber Parade, al- sich nach dem Äftciten der Fronten die Fürstlichkeiten unb Weitcrälc zur Abnahme des Vorbeimärsche- begaben, mit dem Pferde. Er wurde tm Automobil nach fernem Hotel verbracht. Die ärztliche Untersuchung ergab eine leichte Verstauchung, respektive Quetschung der rechten Schulter und der Hnfcn Hüfte Sein Befinden ist zufriedenstellend, so dast er in fetoci bis drei Tagen vollstem dtg wiederhergestelll fein dürfte. 1 nahm v. Bock und Polach nicht teil. iton: । an- JBerf Tayebl." meldet ans Wien: Laut Meldung der tfcrtBQ Äseta" au- Petri ka u kam es dort am qestrtgeu '4nmer4tnfl abend $m an cm I-u denprogrvm. Den Anlaß ■Jötte die Erzählung eine- 12 t ä hrigen Mädchens, . T, e* bei einem Einkauf von einer seammann-srau, Gerber, i den stellet gelockt und bafe dort ein Ritualmord versuch d ihm oaübt worden sei. Der staufmann-ladeA unb eine Anzabl ixtet jübittba Geschäfte wurden zastört und beraubt. Las reebotrne Utilitär verwundere unb valetzte zahlreiche Personen. < ic Fndenschait befürchtet weUere An-schreitungen. Ans Casablanca werd gemeldet. ba£ der srausö fische Dawllfrc „Drice»tia" im dichten Nebel an ber stufte geeitert ist. Man betraget ihn al- verloren Die Mannschaft ttbc gerettet. AnnntworSch für ,Lluö 5tobt und Land" i L : st. Neurath Für a8 «* ,, K lNw' tür Damen-, Herren- u. Kinder-Stiefel Die von der Sommer-Saison übrig gebliebenen Stiefel, Halbschuhe, Sandalen, Hausschuhe werden jetzt m fabelhaft billigen Preisen abgegeben, um für die neu eintreffenden Winterschuhe Platz zu schaffen Böige WckilM emplehle ganz taute: Stadtverordmln i Ischulen fogenannu die Schülerzahl e _ Einrichtung oon ? ME] dh ■ Z N.Reiss zu befreien. UMOiohn! 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Laut Bekanntmachung Groftherzoalichen Ministeriums des Innern vom 15. ,)uni 1912 hat der 8 23 Abs. 1 des Regulative, die Reinigung der Schornsteine betreffend, vom 26 Januar 1875 mit Wirkung vom L Juli d. IS. an folgende Fassung erhalten: Tic Gebühren der Schornsteinfeger betragen für daS einco^cin Stockwerk durchlaufenden Schornsteins 15 Pfg. „ zwei , - , 20 „ , drei , - - s> „ , vier , * • ^2 * „ fünf , , , 35 „ und für jedes Stockwerk, durch daS der Schornstein weiter läuft 5 Pfg. Für baß Reinigen eineß Schornsteinaussatzes beträgt die Gebühr 5 Pfg.___________________________fB*/e Stadt. WohnungsnachweiS Gieffe«, «fterweg 9. 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