Erster Blatt 162. Jahrgang Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Das Freimaurertum ist also wieder einmal der Po-> lügst 3878 Hack- lind Häufelpflüge neWen neu _ $ liessen nenhandlnng. Der neue russische Botschafter in Berlin. Aus Anlaß der Ernennung Swerbejews zum Bot- chaster amBerliner Hofe schreibt die „Nowojc Wremja": Die Ernennung überrascht allgemein. Swcrbejew zählt zu den unbekannlen Berühmtheiten. Man habe allgemein geglaubt, daß ein so verantwortlicher Posten wie der Berliner mii einer Per- önlichkeit von bestimmter politischer und diplomatischer Physiognomie und großem persönlichen Prestige besetzt werde, besonders in der deutschen Reichshauptstadl, ivo ein so einflußreicher Diplomat wie Kaiser Wilhelm lebt. Swerbejews Tätigkeit während der Krisis wegen Bosnien und der Herzegowina sei rein unpcr- önlic!)en Charakters gewesen. Es habe sich nur darum gehandelt, einen Zusammenstoß mit Graf Aehrenthal zu vermeiden. Alle Instruktionen habe das Auswärtige russische Amt erteilt; eine selbständige politische Tätigkeit sei von Swerbejew nicht verlangt worden. Safonoro strebe wahrscheinlich nach einer Vereinbarung mit den auswärtigen russischen Vertretern über ein gemeinsames, einheitliches Arbeiten. Tas wäre ein Schritt vorwärts zu den lang erwarteten Reformen des Auswärtigen Amts. Der Kaiferbegegnung wird außer Kokozew und Sosonow der neu ernannte Botschafter Swerbeiew beiwohnen, der dieser Tage aus Athen in Petersburg eintrifft. sick neuerlich in einer kleinen Festung einzuschließen, wo er, nur mit den notwendigsten Lebensmitteln versehen, belagert wird. Auch C o n f u d a wird von Truppen Said Idris belagert. Lobeia und Hodcida droht Belagerung Die Anhängerzahl des Schciks wächst jeden Tag.^ Auch einer der stärksten Stämme Jinan Jahras, der Stamm Hasced, der mehrere tausend Gewehre zählt, ist von Jinan zu Said Idris über gegangen und befindet sich gegenwärtig in Haroda. Dies ist sehr wichtig, weil der Abfall von Jman Jahia auch die Lage in Sana, der Hauptstadt des fernen, prekär macht, lieber türkische Bewegungen gegen den Scheik liegen keine Nachrichten vor. Im Gegenteil werden die Nachrichten über Kamelankäuse, die die Türken vornehmen sollten, aus guter Quelle in Abrede gestellt. prozeh Zchapiro-Hirsch. bs. T a r m |t a b t, 25, Juni. 7. Berhandlungstag. In der Tienstagsverhandlung, aus der wir wegen Telegramm- versparung nur einen kleinen Auszug bringen konnten, tragen wir von den Aussagen des Prof. Hebel, einem Mitglied des Zentrums im Mainzer Stadtparlament, noch folgendes nach: Proi. Hebel: Ich habe bei dem Einiritt der Polizeiassistentin erklärt, daß ich Beanstandungen hätte, die auf dem Gebiete der Fürsorge lagen. In einem Falle hatte ich beanstandet, daß ein iiinö, das noch nicht 14 Jahre all war, von seiner Mutter zur Polizeiassistennn gebracht worden war, weil das Minb 'ich herum- treibe. Ich habe aus den Akten entnommen, daß dieses Kind ärztlich untersucht worden war. Tas itinb wurde für gesund befunden und dann einem Mädchenherm überwiesen. Tort war es etwa 14 Tage. Es durste nicht auf die Straße und war vollständig abgeschlossen, es konnte noch nickt einmal seinen ieli- glösen Pflichten nachkommen. Meiner Auffassung nach lag kein Grund vor, das Kind einzusperren, weil die Eltern noch da waren. Bors.: Auch nicht, wetm die Eltern es wollten? Zeuge: Ich Deutsches Reich. Ter Kaiser sandte am Dienstag von Bord der „Fio- nia" an den König von Tänemark ein Funken- telegram ni folgenden Wortlauts: „Ich bin an Bord der „Fionia" und beeile mich. Dir meine Glückwünsche zu senden zu der trefslichen Leistung der dänischen Techniker. Tas Schiss bedeutet einen ganz neuen Abschnitt beb Schiffbaues, der Bewunderung verdient. Tie dänischen Ingenieure können sich mit Reckst den Ruhm zuschreiben, den ersten praktisch gelungenen Schritt auf neuer Bahn getan zu haben als Lehrmeister für alle. — Der König sandte ein Tanktelegramm. Ter nicht immer ganz zuverlässigen „Wiener Allgem. Zeitung" wird aus Berliii gedrahtet und der „Deutschen Tageszeitung" von dort berichtet: Wie in sehr gut informierten Kreisen bekannt wird, habe der deutsche Kaiser während der Kieler Woche sich wiederholt sehr optimistisch über bic internationale Lage ausgesprochen unb ben Frieden als ungefährdet erklärt. Prinz Rudolf, der dritte Sohn des Prinzen unb der Prinzessin Rupprecht von Bayern, ist am Mittwoch nachmittag, brei Jahre alt, gestorben. Tas Juliheft der Monatsschrift „Nord und Süd" bringt eine Reihe von Artikeln aus der Feder von hervorragenden deutschen Staatsmännern unb Politikern über das Thema: „Die deutsch-englischen Beziehungen" u. cl, von Prinz Schoenaicy-Carolath, Posadowsky, Wermuth, v. Schwerin-Loewitz, Bassermann, Dr. Riesser, Hugo Stinnes, Baron .Pechmann, Arthur Gwinner unb August Thyssen. Die Ergebnisse der spanisch-ftanzösijchen Verhandlungen. Das Reutersche Bure tu erfährt, daß bie Hauptpakte in den Marokkoverh inblungen zwischen Frankreich und Spanien als entschieden betrachtet werden dürfen. Hieraus folge noch nicht, daß ein vollständiges Hebereinkommen unmittelbar bevorstebe. Eine Reihe technischer und rechtlicher Einzelheiten, die wegen ihrer sekundären Bedeutung bisher zuruckgestellt würben, seien noch zu erlcbigen. Die Frage bes Uerga-Ialcs sei im allgemeinen gelöst worden. Bon großer Bebeutüng sei ber Bau einer Bahn von langer nach Fez, die nach dem deutsch-französischen Adlommen vom vorigen Jahre vor allen Bahnstrecken in Marokko hergestellt werden muß. Frankreich wünscht den Bau möglichst bald in Angnf zu nehmen, aber einige Fragen harren noch der Entsck>ei. düng. Was bie Stellung bes Sultans in ber fran- zöfifckicn Zone anbetrifft, so ist man übereingefommen, daß ein K Halis eingesetzt werden soll, ber ben S u 11 a n in ber spanischen Zone vertreten wirb Einzel- beiten, wie der Modus ber Ernennung des Kyalifen und seiner Nachfolger, sind noch nicht erledigt. Fragen von allgemein rechtlicher Bedeutung, wie Bestimmungen über den Bergbau, sind im einzelnen noch nicht ausgearbeitet. Ebenso fehlt es noch an Bestimmungen über die Anleihen, bic ber Sultan kontrahiert hat. Gegemvärtig befassen sich bic Lerhanblungen mit der Frage der Internationalisierung von Tanger; es ist eine Munizipalverfassung ins Äuge gefaßt, in ber einerseits bic Vertreter ber verschiebenen Mächte, andererseits die Stadt Tanger berieten sein sollen. Paris, 26. Juni. Der Ministerpräsident empftng heute die Abordnung ber muselmanischen Algerier, welche ihm erklärte, baß ber Erlaß über bic Einführung der G e - stellungspflicht unter ben Eingeborenen große Aufregung hervorgerusen habe. Tie Eingeborenen seien bereit, Frankreich gegenüber ihre patriotische Pstiäst zu erfüllen, doch verlangten sie unter anderem, baß auch für sie wie für bie anberen Franzosen bic Militarbienstzett aus zwei Jahre ermäßigt werbe, paß bicjeiligen, roclrbc ihrer Militärpflicht genügt hätten, auf ihr einfaches Ansuchen bas französische Bürgerrecht erl-alten könnten, ferner baß bie Steuern gerecht verteilt und den Eingeborenen eine entsprechende Vertretung in ben gewählten Körperschaften Algeriens von Frankreich bewilligt werde. Ministcr- präsibent P o i n c a r 6 ctiuiberie, baß er bic ihm vorgelegten Wünsche mit bem größten Wohlwollen prüfen werbe. Ein Gefecht. Paris, 26. Juni. Aus Fez wird unlcrm 25. Juni gemeldet: General Dalbiez hatte am 23. Juni ein sehr lebhaftes Gefecht bei Riba mit den Beni Mtir und den Sidi Ratze, die zurückgeworfen wurden. Aus feiten der Franzosen wurden drei eingeborene Soldaten getötet unb 13 Mann verwundet. Wahrscheinlich trifft General Go u - raud Anfang Juli in Fez ein. Einige feindliche .Abteilungen boten ihre Untenucrfung an. Der italienisch-türkische Krieg. Rom, 26. Juni. Tie Agenzia Stcfani meldet aus Massaua vom 25. Juni: Die türkische Garnison der Farsan-Jnseln, die aus über 300 Mann bestand, wurde von Triftipen Said Idris, die auf 11 kriegsmäßig ausgerüsteten arabischen Segelschiffen dorthin geschickt worden waren, gefangen genommen. Die Garnison leistete nur geringen Widerstand. Auf dem Festlande sanden in ber letzten Woche mehrere Zusammenstöße statt, die sämtlich günstig für Said Idris waren. S o l i m a n P a s ch a, der in E b h a e i n g e s ch l o s s e n ist, versuchte auszubrechen, wurde aber nach kurzem Kampfe, in dem er über 200 Mann verlor, gezwungen. Nr. U9 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer , Sonntags. - Beilagen: A viermal wöckenUuck M GiehenerZamilienblätter, fcK zweimalwöchenil.Nreir- EB blatt für ben Kreis (Siegen (TienStag und Freitag) W zweimal monoil. Land X wirtschaftliche äeitfraatn Ferniprech - Anschlüße: für bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Der Popanz der Zentrums. Man schreibt uns: Der bayerische Kultusminister v. Knil- Itng hat in Anlehnung an bischöfliche Hirtenbriefe Stellung gegen den Gu 11 e m p le r o r d e n genommen. Weil dieser die Jugend „verführen" will, Wasser zu trinken. Der Guttemplcrorden, 1852 von Eoon in Nordamerika gc- tiftet, feit 1883 auch in Deutschland verbreitet, bemüht ich, die Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken zu ördern und ist ein nach freimaurerischer Art organisierter Verein. Deshalb wird er jetzt bei der Zentrumsregierung des Königreichs Bayern so verdächtig. Hat doch kürz- lich auch der Zentrumspfarrer und Abgeordnete Steets in der Zweiten bayerischen frommer erklärt, das Institut der „Wandervögel", der jungen Schulausflügler, fei feiner Partei nicht recht sympathisch, denn hinter dieser Sportbeivegung stehe sehr wahrsajeinlich die Freimaurerei. gswäiäiez »irdfaütoak j tzMüÄM und ff BÜ Busiühno% ;b möglldi and ' !, Belkhflgfflfl ! Bringe fit jedem gerne geitottet aliedelwe!6 irfer Strafe U Celephon M Lin Zwischensall in der bayerischen Kammer. München, 26. Juni. In ber Kammer ereignete sich bei der Beratung des Voranschlags des Innern ein Zwischenfall. S e g i tz (So*.) kritisierte bie Tätigkeit bes Ministeriums unb nannte die NichtbestSli gung fozialdemokrali scher Bürgermeister unb Beigeordiieter einen glatten Verfassungs- bruch. Ter amtierende Vizepräsident Frank rief ben Al>geordneten beswegen zur Ordnung, und ba der Abgeorbnete bic Aeuße- rung wiederhott gebraudjte, noch zweimal zur Ordnung unb entzog i h m nach dem brüten Orbnungsruf gemäß ber Ge chäftsordnung bas Wort. Die Linke forbertc barauf die Entscheibung bes Hauses, ob bic Ordnungsrufe unb die Wortentziehung rechtmäßig seien. In namentlicher Abstimmung beschloß bas Haus mit 54 gegen 42 Stimmen, baß bie Ordnungsrufe und bie Wortentziehung seitens des Vizepräsibenten rechtmäßig seien. Panz des Zentrums. Unb dieser Ton-Quichote-framps gegen Die Freimaurer ist typisch für die politische Lage, in der das Zentrum in Bayern zur Regierung kommen und der Jesuiten erlaß geboren werden konnte. „Freimaurerei und Jesuitismus verhalten sich", so bczeickjnct es trefflich der Historiker Johannes Sck-err in seinen „Letzten Gängen", „innerlich und wesenhaft zu einander nnc Antithesen und Gegenpole: Kirchlich und menschlich, Abso- luttsmus und Freiheit, Eifer unb Duldsamkeit, Bevormundung unb Selbstbestimmung, Mittelalter unb Neu- Donnerstag, 21. Juni 1912 Bezugspreis: monatlich 75 viertel- . ▲ iährlid) Mk. 9 JO; durch I» 'l'-'hole- u. Zweigstellen ■ M ■ ▼ monatlich 65 Pi.; durch B ■ d,ePosl Alk.3.—viertel- N ■ lähri. MiSschl. Bestellg. ■ - Zeilenpreis: lokal 15Ps^ M auswart» 20 V'ennig. W ä lieiredakteiir: A Goey. __ y Verantwortlich für den General-Anzeiger für Gberhesien Annahme von Anzeigen i m - ' 4 TI „®ertd)i6|aalN: R. Dien» für bie ingetnuinincr «oranon§onlck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange. Rcöaftfon, Erpedition und Druderet: Schnlttraße 7. ""d: für .Stadt und - sormu.g.p ■< Upt,___vödlngcn: Zernipttchkr Hr. 269 6efd)äftsfttüe Bat)nl>ofKra6e I6-. »™c'flent.a:6:e> *,' bie Logen als .Gehei m v ar Hindu n g e n, bic sich auch mit öffentlichen Angelegenl)eiten befassen, einfach gemäß ben allgemeinen StaatSgesetzeu behandeln zu lassen. Es war der Ruf nach bem frabi, ber da erging! Die Gesetze sollten als Vorspann für Ketzerverfolgungen im 20. Jahrhundert benutzt werden, um einen sonst nicht leicht zu fassenden, als unbequem empfundenen Gegner zu erdrosseln. Man sieht, die Methode bleibt dieselbe, nur die Form hat sich ben modernen Verhältnissen mehr an gepaßt. Oder soll man dies dahin auf fassen, daß die Gegner der Freimaurerei barau verzweifeln, ihren „Feind" mit geistigen Waffen bekämpfen zu können unb beslMb nun. gern bie Jünger Hermandads zu Hilfe rufen möchten? Nach früheren yiifclungenen Versuchen nimmt man jetzt eine neue Taktik auf, indem man sagt: „Ja, damals, als z. B. Kaiser Will)elm I. noch Freimaurer war, stellte sich der Bund als solck-cr ganz anders dar. Seitdem tyat sich alles geändert, die deutsche Freimaurerei hegt revolutionäre Tendenzen und muß verboten toerden. Will man einmal den Gedanken zu Ende denken, daß es nämlich, wie in Oesterreich, gelingen Könnte, bei uns die gesetzlichen Getvalten in irgend einer Form gegen bie Freimaurerei mobil zu machen, was wäre bic Folge? Ganz sicher nur ein gewaltiges Erstarken des freimaurerischen Gedankens! Tie übrige Welt, durch den unvermeidlichen Spektakel aufgerüttelt, tarne jetzt zu der Erkcrnntnis, bie sie bereits Ijabeu kann, nämlich daß Tausenbe unb Abertau- .sende eigentlich zur Freimailrerei gehören, bie sich ihr dann anschließen würden in irgend einer Form. Gibt es doch heute schon 50000 deutsche Freimaurer. Der Geisteszustand der gebildeten und geistig führenden Kreise in Deutschland war vielleicht nie in einer für den freimaurerischen Gedanken so empfängnisfähigen Verfassung, wie in ber letzten Zeit, in der Zeit des Falles Traub unb anderer Fälle. 9tur in Verfolgung dieser Annahme kann man sagen: Zertrümmert Großlogen und Logen, den sreimaurerischen Gedanken und seine sammelnde locrbenbc Straft ficht das nicht an, denn sein Wesen ruht in den Idealen humaner Bildung, er rul)t einbegriffen in her gesamten gelingen und moralischen Verfassung all derer, die wir Deutschen als Geifteshcroen verehren und er ruht eingebettet in den Gehirnen und Herzen jeder neu Heranwachsenden Generation. Es ist nun eine berechtigte, durch das Wesen der 'Freimaurerei bedingte Eigentümlichkeit des Bundes, baß. die Großlogen und Logen sich als solck>e nicht berufen erachten, kämpferisch auf den Plan zu treten. Eins wird aber nötig fein: verstärkte Aufklärung über We,en und Ziele der Freimaurerei. Tas Freimaurertum iclbjt zieht aus den neuerlichen Angriffen des Zentrums nur Gewinn. Der Angriff schweißt alle Freimaurer um|o enger zusammen, und das Zentrum sorgt ja selbst mithelfend ba- für, daß die gebildete Mitwelt mehr als bisher an bic Freimaurerei erinnert wird und zu ber Erkenntni.' kommt, daß bic Freimaurer als ein Faktor im Geistesleben zu erachten sind, nach wie vor unb heute mehr al» je. Pension M. 2-er^uHk.E (inan ®,’lt 8*1"*’- ' Ai» 5 Nenov'A AM« OW EM Ausland. Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm das W e h r g e s e tz in allen Lesungen an und begann mit der zweiten Lesung der Landwehroorlage. Aus Wien wird gemeldet: Das Zentralkomitee zur Schaffung einer österreichischen Luftflotte hat sich tonjtituiert. Zum Präsidenten wurde der Fürst zu Fürstenburg gewählt. Der Minister des Innern H e i - n o l d begrüßte die Versammlung im Namen der Regierung und überbrachte die Beitrittserklärung der österreichischen Minister. Als das englische frönigspaar auf seiner Fahri durch Süd-Wales die Kathedrale in Llando f f besichtigen wollte, durchbrach eine Frauenstimmrecht- l e r i n die Absperrung und b e s ch i in p f t c d e n M i n i st e r Mcfrenna. Tie wild gewordene Tarne rief: Kabinettsmitglieder dürften keinen Ausflug in bic Provinz machen, währenb Frauen im Gefängnis schmachteten. Bei ihrer Festnahme gab bie Ruheswrerin an, aus Lonbvn herübergekommen zu fein und Ellen Craig zu heißen. Im englischen Unterlaufe erklärte Ministerpräsident Asquith auf eine Anfrage, daß die Anordnungen betreffend die Seeftreitfräfte im Mittelmeer noch erwogen würden. ArbciterBervcgung. Ter Londoner Ausstand. London, 26. Juni. Obwohl die Lage in den Docks noch wen entfernt von normal ist und der Ausstand tortbauert, ist die Zahl der Arbeitenden täg l i ch g e w a ch s e n und erreichte heute 12 980. Auf 154 Schissen wird gearbeitet. Trotzdem sind die in den Docks angchäuften Warenmengen außer- ordentlich groß. Greiz, 26. Juni. Der Verband der Sächsisch-Thü- ringifchen Webereien, dem 297 Mitglieder mit 35020 Webfrühlen angeboren, beschloß in seiner gestrigen Hauptversammlung, .eine Lohnerhöhung bis zu 20 Prozent c in» treten zu lassen. Tie erste Lohn^ihlimg nach dem neuen Tarif erfolgt am 4. Oktober. *♦ •• Die wurde gestern fchluß an den der Lahn ein (Adelphia) an nickt angenehm war. Tic Tatsacke, baß schieben Sie dem Bruder zu. Zeugin: Ja. wissen Sie, daß Bruder es war, aus dessen laden wurden? Zengin: Weil ick gehört immer so macht. Beisitzer Tr Lehr: Ist anlassnng des Bruder geschehen? Frau L. Friedberg den im hiesigen Gt des Nachmittags in aus Heidelberg Ar Theaters statt, un Lnsängen das Heuti Starke 1 Mainz, 26. meist sarbige Lichtb Rheines, der Alt- m darstellen. Sie sind j m Qüffelbotf begi ju wttbtn. üb, daß Ihnen das Sic geladen wurden, Staaksanw.: Woher Veranlassung Sie ge- hohe, daß Bruder es Bisniarckfeier der Studentenschaft in der üblichen Weise abgehalten. Im Animposanten Fackelzug, der namentlich jenseits entzückendes Bild bot, hielt stud. Mathes der BiSmarcksäule eine eindrucksvolle Rede, die Ladung aus Ver^ .. „ „ . w Schapiro: Nein, ich habe Herrn Bruder so etwas nicht zugetraut. Zeuge Bruder beftreitet, daß er jemals Mädchen zur Anzeige gebracht, die ihm nickt zu Willen sein wollten. Bruder diesen Antrag gemacht. Als sie, wie gesagt, nichts davon wissen wollte, habe er sie mitten in der Nackt um 11 Uhr aus der Ludwigstraße stehen lassen. Bors : Haben Sie eirund zur Beschwerde gegen Frau Sckapiro gehabt? Zeugin: Unangenehm ist es mir gewesen. Bors.: Das glaube ’' 10. wissenschaftliche Fortbildunas- kursuS für Lehrer an der L a n d e s u n i v e r si t ä t sand gestern seinen Abschluß. Die etwa 80 Teilnehmer versammelten Univer hk. Marburg, 2 ^coinarius und Tirekto Nm an 'die fiicfige lln j-_ Med.-Rats Pros. worauf in der Nennbahn die Fackeln zusammengeworfen wurden. Den Kommers eröffnete stud. 0. Fisch - r (Chattiae) mit einer schwungvollen Begrüßungsansprache, die starken Beifall sand. Auf Kaiser und Großherzog sprach ,odann stud. theol. Dell, wonach stud. Basel (Starkenburgiae) eine packende Rede auf Bismarck hielt. Die Rede auf die Universität hielt stud. Walther. Sei gutem Humor vergingen die wenigen Stunden der Nacht und die Sonne stand ichon längst über dem Gesichtskreis, als die letzten Studiosen heimwärts zogen. •• Zum 200. Geburtstag Roussea uS veranstaltet "'te Freie Studentenschaft am Freitag, den 28. Juni, einen Vortragsabend. Herr Dr. Strecker-Bad-Nauheim wird prechen über .Rousseau*. an sich. Bors.: Hat sich Frau Schapiro gegen den Dellen der Vorgesetzten in Dinge ungemischt? Zeuge: Das weitz ick nicht. Sie kam in vollständig neue Verhälmnse, und da tu ihr wohl manches passierr, was ihr jetzt nicht mehr passiert. Heber die Zeugenaussagen in der Voruntersuchung vernommen, gibt der Zeuge zu, oaß bei Herrn Hirsch der Eindruck erweckt werden konnte, daß Herr Berndt befangen snn könnte. Zeuge Avothcker S. unterhielt seinerzeit in Mainz, an Verhältnis mit c.nem Fräulein St. Frau Schapiro soll dem Zeugen erklärt haben, baß er hingehen könne, wohin er wolle, fie toerOi ihn überall verfolgen. Zeuge: Frau Schapiro hat auch getagt, solche „Verhältnisse" dulden wir mchl in Main,;. Frau Lchapiro bestreitet auch dies. ~ _ Eine Frau W. macht Aussage zu dem Fall etnes Strotzen kehrers Sck., in dessen Wohnung Frau Schapiro unberechtiger- weise eingedrungen sei. ___ Es wird dann der Straßenkehrer Sch. vernommen, der an gibt, daß er zu Frau Schapiro gegangen^ sei und sie gebeten habe, einzuschreiten, da seine Frau einem Mädchen Obdach gegeben habe, das gewerbsmäßig Unzucht trecke. Die Zeugin Schmidt erhebt gegen Frau Schapiro die Klage, daß sic zu ihr gekommen sei, ihr gcsag^ habe, sie sei ein ganz schlechtes Frauenzimmer, das habe Frau Schapiro dreimal wieder holt. Frau Schaviro: Ten Ausdruck „schlechtes Frauenzimmer" habe ich auch nicht gebraucht. Bors, izur Zeugin): Hat Herr Berndl, als Sie bei ihm waren, irgetckwelchen Einfluß aus ii ausgeübt? Zengin: Herr Berndt hat mich gar nicht angefrörL Er hat auch gesagt, ich sei ein schlechtes Frauenzimmer und daß ich mich herumtreibe. Beigeordneter Berndt schildert den Vorgang auf seinem Bureau. Die Frau sei sogleich in eine derartige Wut geraten, daß jede Vernehmung ausgeschlossen war. Ein anderer Zeuge bekundet, daß seine Frau ihm nritgctcil: habe, daß sie von Frau Schapiro auf der Straße angesprochen worden sei, und baß Frau Schapiro ihr gegenüber ein sehr häß liches Word gebraucht habe. Der folgende Zeuge ist der ehemalige Polizeiwachtmeister Meckel, der entlassen wurde, und bann später ein Teteklivbureau aufgemacht hat. Er bat sich in bett Dienst ckes Angeklagten gestellt und für diesen allerhand Recherchen angestellt. Auf einer Kon seren; wurde von Herrn Berndt die Anweisung gegeben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Besonders solle die Polizei nickst bei Liebespärchen einschreiten. Er sagte ferner, baß bie sogenannte freie Liebe gestattet fei. Der Zeuge wirb bann auch über £>cn Einbruchsbiebstahl bei dem Beig. Berndt vernommen. Er weiß darüber nicht mehr, als bie Gerüchte. Verl. Bernstein sucht fest- tzustellen, baß auf Grund des Prozesses mildere Bestimmungen getroffen feien. Aus Stadt und Land. Gießen, 27. Juni 1912. ** Tageskalender für Donnerstag, 27. Juni. Drittes Abonnernentskonzert in Steins Garten. Anfang 8 Uhr. •• Lehrerperfoncilien. Uebertragen wurde dein Schulamtsafpiranten Hch. Wolfs aus Berstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ohmen. ** Zulassungen jur Rechtsanwaltschaft. Am 24. Mai wurde dem Reckstsanwalt Gg. H e h d zu Darmstadt die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgerickst Darmstadt I neben der Zulassung bei dem Oberlandesgericht; am 25. Mai wurde dem Regicrungsassessor Theodor Weber aus Lich, zurzeit in Stuttgart, die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Fürth erteilt. ** Auszeichnungen für Feuerwehrleute. Der Großherzog hat dem Brandmeister und Kreisfeuerwehr-Inspektor Karl Müller zu Friedberg das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den Zugführern Fritz Bechstcin und Jak. Kotmarschlag, sowie den Feuerwehrmännern Alb. Stark, Phil. Döpp und Joh. Thomas I., sämtlich zu Friedberg, das Mlgemeinc Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. •• Keine Erkrankung des russischen Thronfolgers. Die »Darmst. Zig.* ist von der Russischen Gesandtschaft in Darmstadt ermächtigt worden, das Gerücht von einer angeblichen tuberkulösen Erkrankung deS russischen Thronfolgers als vollständig unbe- gründet und der Wahrheit nicht entsprechend zu dementieren. "Voll der russischen Gesandtschaft. Der K. rllssische Ministerresident van der Vliet hat gestern einen mehrwöchigen Erholungsurlaub angetreten. Während der Dauer der Belirlaubnng werden die Geschäfte der Gesandtschaft dlirch LegationSsekretär Grafen von Kotzebue Baron Pilar von Pilchau als Geschäftsträger geführt werden. Männer-Badevereins stattfindet, hingewiesen wurde, so fort beute noch darauf aufmerksam gemacht werden, baß am Sonntag, 30. Juni, nachmittags, auf dem Festplatz eine größere Anzahl Wettspie le der Schüler zum Lus- trag kommen. Es wird gespielt: Faustball, schlagball, Tamburin ball, Barkauf, Fußball und Schleuderbatl, wozu schon feit Einigen Tagen die Ausscheidungsspiele statt- siuden, denn nur die besten Mannschaften, rn den borge, sehenen 2 Stufen, kommen am Sonntag nachmittag in den ^ndkamps. Diese Spiele versprechen neben dem Schüler- Setturnen einen sehr schönen Aerlauf zu nehmen. Es sei besonders auf ein Tamburin-Ballspiel hingewiesen, bad zwischen Schulern und Schülerinnen zum Austrag- kommt. Das Schüler-Wetturnen ist gut vorbereitet. Es werden sich etwa 500 Knaben und Mädchen daran beteiligen Ebenso sind zu dem Stafettenlauf aus 320 Meter von den einzelnen Klassen der Schulen je 4 Schüler gemeldet, so daß auch dieser Teil des Schüler^Zetturnens einen schönen Verlaus nehmen wird. ** Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Tie Frage, wohin zum Sommer aufenthalt, ist zurzeit wieder brennend. Der Vortrag, den Amtsgerichtsrat Dr. Mahr morgen in Steins Garten halten wird, will in Wort und Bild mit einer Gegend bekannt machen, die es an Naturschönheit mit den berühmtesten Landschaften Südtirols aufnehmen kann und deren Besuch gleichzeitig eine Tat im Dienst des bart kämpfenden Tiroler Deutsch- tums ist. Die Burg selbst, die das herrliche Luganer Tal beherrscht, ist zu einer Gaststätte ausgebaut worden; von einer deutschen Gesellsckiast, die in zielbewußter völkischer Arbeit die deutschen Reisenden in dieses stille Tal zu ziehen strebt, um den dort ansässigen deutschen Bauern und Gewerbetreibenden Verdienst zu verschalen und sie dadurch auf ihren vom Welschtum bedrolsten Sitzen mi erhalten. Eine etwaige Reineinnahme des Abends wüwe den Abgebrannten in Lusern (Südtirol) zugeführt werden, denen der Landtag und Landesansschuß von Tirol nicht nur einen Unterstützungsbeitrag, sondern auch bie Erlaubnis zur Ausnahme eines Darlehns von 2500 Mk. vom Wiener deutschen Schulverein abgelehnt hat. •• Der Hess» sch-Nassauische Main-Rhein» gan-Verband G a b e l s berg e rscher Stenographen hält seine diesjährige Verbandstagung, die gleiche Veranstaltung, wie sie im vorigen Jahre mit der Jubiläumsfeier des hiesigen Gabelsberger Stenographen-VereinS verbunden war, in Höchst a. Main ab. Auch dort wird wie in Gießen den GabelSbergeranem von allen Seiten das größte Interesse entgegengebracht. Davon zeugt schon die Tatsache, baß auch in Höchst den besten Arbeiten beim Wettschreiben wertvolle Ehrenpreise zufallen, die einen Gesamtwert von über 1000 Mk. darstellen. Bis jetzt sind rund 1000 Wcttschreiber angemeldet, die in Abteilungen von 100 bis 360 Silben ihr Können zeigen werden. Auch die Gießener ‘Vereine werden mit einer stattlichen Zahl von Wettschreibern sich beteiligest. ’• Sonderzüge. Anläßlich de8 Lahntalsänger- d»ln deS festes fährt am kommenden Sonntag ein Son der- zug noch Hungen, Gießen ab 720, Schiffenberg ab 780, Äarbenteich ab 736, Lich ab 7*8, Langsdorf ab 75*, Hungen an 758 vorm. Die Rückfahrt erfolgt Hungen ab 930, Langsdorf 937, Lich ab 9*5, Garbenteich ab 958, Schiffenberg ab 1002, Gießen an 1012 abends. Landkreis Gießen. b. Wi eseck, 27. Juni. Heute Donnerstag, 27. Juni, abends 9 Uhr, findet eine öffentliche Gemeinderatsitzung mit folgender Tagesordnung .statt: 1. Wasserleitungserweiterung am Lichtenauer Weg. 2. Die Projektierung einer neuen Straße von der >dirchstraße auf die Altenbusecker Straße führend. 3. Ortssatzungen über die Gehalts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Bediensteten der Gemeinde Wieseck. 4. Berke hrS- wese n. 5. Naturalisationsgesuch des Franz Voigt. 6. Straßenbeleuchtung. -m. Hängen, 26. Juni. Nur noch einige Tage trennen und von dem Sängerbundesfest, das am SamStag nut der Feier des 7 5jähr. Jubiläums des GesangveremS „Eintracht* leinen Anfang nimmt. Zwei alte Tore, daS Ober- und Untertor, sind in den letzten Tagen an den Stellen, wo sie ui alter Zeit gestanden hatten, wieder errichtet worden nnb werden bet ihrer naturgetreuen Herstellung an längst vergangene Zeiten erinnern. Auch sonst ist man in eifriger Tätigkeit. i6 "Mit 15 g Wl""': I btt £ rnrrbe der gcsn^.-^crgarte ypar st,, rrn<$cnroden und u sL- -bgebroa^ sgeban: «L S " »ar rfLl bie beiden a -a infolge « uberlaW' & n)l werden nieten, -fc| Ä Äff« “ dadurch notwendigen S die Künsche der S! laaen. sMergangÄvegc schlick der Tkadwocka «riß, Ramlpeck Blicktm Lchü d.e Wünsche er ^ - Bm'chtedenc Reck Snmnderat Klingel I Turmuhr schon lang! Nahnjcit oorgehe, was toifl dafür sorgen, daß veiitsch dkrband d- d-msche ! t ^lcgleütntag obqek te*« 1 ^ckttungcn teil. ibn3 Ä f« & Aj» & folge der c der sLtz Au, &,ncr ^'vrache ^.^nze hÄ iU(,e’d)riehl°nct ii Biurif.; Kreis Alsfeld. w. Alsfeld, 25. Juni. StadtvorstandSsitzang Anwesend Bürgermeister Dr. Bölstng, Beigeordneter Weitz, sowie 11 GeiueinderakSinitglteder. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende ein Schreiben der Frau Beigeordneten Kurtz bekannt, worin ne für dre ihrem Manne von der Stadtvertretung erwiesene fehle Ehre dankt. Ferner übermittelte der Vorsitzende eine Entladung des Militärvereins 'JllStelb zu dem am nächsten Sonntag zu 91 ft- ield staltündenden,>ahnenweihleft. Weiter wurde zu der Angele-m- beit neuer Garnisonen nutgeteilt, daß nach den Angaben des ReickStagSabg. Heck, der int Kriegsrninmertum Erkundiguiwen ein- gezogen habe, die Errichtung des 3. Bataillon« für das Inf -Regiment 'Ar. 168 nicht geplant fei. ES werde nur eine neue Maschinengewehr- Kompagnie errichtet, die voraussichtlich nach Offenbach komme. — Zu der B e r w a l t u n g s r e ch e n f ch a f t der Bürgermeisterei and dem Jahre 1910 erstattet der Vor fitzende Bericht, aus dem -u entnehmen ist, daß der Äaffenabschluß recht günstig war. bemerkt weiter, daß es zur Erreichung einer gefunden Fimm>- wirtschait in einer Gemeinde unbedingt erforderlich sei, slelS im Rahmen des Voranschlags zu wirtschaften. ES dürften feine Ausgaben ohne Ttigtc Folge der zahlreichen Ausstellungen von kunstgewerblichen Gegenständen der sklavisch-enge Anschluß an b« Srilndjtungcn vergangener Zeiten Ivar. Die Anlehnung an emen guten alten künstlerischen Gedanken, an gute tcdmüdK Behandlung und ma- terialaemäße Ausführung ist stets gerechtfertigt. Dagegen mutz mit allen Mitteln gekämpft werden, baß das Alte nur deswegen geschätzt werde, weil es Mode ist und weil der Bentz von alten Sachen ein Zeichen von Wohlhabenheit und Kunstversmndlgknt sein soll. Das Altertümeln in solchen Dmgen ut etne Luge der Zeit, weil unsere ganze moderne Entwickelung eme ganz eigene Formensprache bat Das Programm der 2ubtlaumsausstellung des Baverisävn .stnnstgewerbeveretns tm Jahre 1876 soll auch hier maßgebend sein: „Unserer Väter Werke wollen nur ebren, aber nickt, indem nnr sie sklavtsch komeren, wndern dadurch, Z. Unterstützung d. Tätigkeit der Harn- nnd Nierenwege trink. Sie mit bestem Erfolg Blasen- n. Nleren-Tee 1F0L uv. nr.l bei Stein und Vriesvildnng. Pak. 1 Mk. MlefNerü.^Äf ‘8879J Unterschlagung bei der Dresdener Bant. Bei der Hauptkasse der Dresdener Bank in Berlin ließ der Kassenbote Brüning 260000Mark in Pap i e rgeld in einem unbeobachteten Augenbljck verschwinden und entfernte sich. Auf die Ergreifung des Kassenboten und die Wiederbeschaffung des gestohlenen Geldes hat die Direktion der Dresdener Bank eine Belohnung von 10000 Marl ausgesetzt. Die Dresdener Bank teilt über die Unterschlagung folgendes mit: In den Vormittagsstunden wurde wie gewöhnlich von der Reichsbank Geld geholt, das für die nächsten Stunden zur Auszahlung dienen sollte. Es waren zwei Millionen Mark in Gold, Silber und Scheinen; der Betrag wurde von Zwölf Boten geholt. Da der Kassierer den Betrag selbst nicht zählen kann, zählen die Kasfenboten den Betrag, den sie geholt haben, selbst durch und machen, beispielsweise aus einem Päckchen von Kassenscheinen, ihr Zeichen, das besagen soll, dasi sie den Betrag durchgezählt haben und dieser stimmt. Daraus übergeben sie ihn dem Kassierer. Als die zwei Millionen an den Kassierer abgeliefert wurden, fehlten 260 000 Mark. Es wurde sofort nachgesehen und festgestellt, daß ein Bote fehlte. Der Bote Brüning hatte sich während des Zählens des Geldes unbemerkt davongeschltchen. Personalbesthreibung: Name: Brü» ning, im ter setzte Figur, schwerfällige Sprache mit holsteinischem Dialekt, etwas X-Beine, aber kaum merklich. Nickt nur vorzüglich im Geschmack, sondern auch sehr nahrhast u. erfrisch, sind Likbigs PMing-Pulm a 10Pf. Vanille, Schokolade, Himbeer, Erdbeer, Mandel, Zitrone. Likhijs Sott 8che LikbiMm-knm^ Vanille, Zitrone, Maras- auino, Apfelsine. Sithiflj 8is-PiIm Vanille. Schokolade, Himbeer, Erdbeer. Alle Sorten, je 4—6 Portionen, sind zu haben bei *** Georg Wallenfels nnrMarktvlav 21, Tel. 46 gegenüber d. Engelavotheke. Vriicke Erbsen ve Pfund -VPsg «aller «vecisi.i«-» Rein Himbeer Lvruv rein. Frucktsast erft.Presiung und Zucker, lose gewogen per Pmnd 75 Pfq i/i ' »Ltril. 3)122.— M-1.10 MPsg. 35 Pfg. ff ein Zitronen-Last i/. >/, l/4 ‘/»Vtrfl. M. 150 90 Pfg. SOVffl. 30Psg. ffttn Limetta i/i '/, 7* ' .StrfL M1 40 80Pfg. öOPsg- 30Pfg. Ftt. Büdinger Avtclwein ViViterflaftfic 45 P»g. sowie diverse Sorten Mincralwasierm-/.u.'/,Fl. emsiehlt “* Georg Wallenfels nur Mar'ktolay 21, Televb 46 gegenüber d. Engel-Avotheke Rabattmarten-Ausgabe. Nen ft w Ntbali K? neben btn en ist anfT.?Uatcag Uen e 4 sILl^ter .b-"d toitb w w w rtzZ teS1« Ituiy9. |Äu^et völtischer stille Xiü iii lipjw— Säuern uni «£ fie baM ‘ÄS 'ft oie Erlaubnis zur Auf. • vom Wenn deutsch«, sche Main.Rhtin. cher Stenographen ng, die gleiche Beran- mit der Jubiläumsfeier ^hen-VereinS verbunden nd) dort wird wie in allen Seiten das grötzk zeugt schon die Tatsache, ’iten beim Wettschreiben n, die einen Gesamtwert jetzt sind rund 1000 iteilungen von 100 bi? »en. Auch die Gießener Zahl von Wetljchreibern ICuiift ttttö Wissenschaft. — Gregori amtsmüdc. Wie die „Neue Badische Landes^ leitunq" meldet, hat Intendant Gregori den Vertrag mit dem Mannheimer Hof- und Nationaltheater gekündigt und wird mit Ende der nächsten Spielzeit aus seiner hiesigen Stellung scheiden. Zum Nachfolger Gr. soll Alfred Schmieden ausersehen sein. — Studienreise des geographischen Seminars. Herr Prof SieverS bittet uns um Aufnahme der folgenden Zeilen: Fm Feuilleton des Blattes der Nr 148 dieser Zeitung hat em Teilnehmer an der Jura-Exkursion deS geographiichen Institttts der Landesuniversität eine poetisch gefärbte Beschreibung derselben gegeben. Es wäre wohl angenehmer gewesen, daß der Bersasser lick vor Berösfenttichung jener Zeilen der Zustimmung des Leiters der Erkursion versichert hätte. Ta das leider nicht geschehen ist, so sehe ich mich genättgt zu erklären, daß die betreffende Veröffentlichung ohne mein Borwissen und gegen meinen 'Willen geschehen ist. — Kurze Nachrichten aus Kttnst und Wissenschaft. Der erste internationale Kongreß für vergleichende Pathologie wird vom 17. bis 23. Oktober in den Räumen derPariser medizinischen Fakultät veranstaltet. K. 47 1-2- . Donnerstag, 11.3nli 1912 nachmittags 3 Ubr, werden in unterem Amtszimmer die den EottliebNaudeimerEbe- tenten in Gießen zuge- fdjriebcncn nachstehend verzeichneten Parzellen ver» 2(269^io - 642 qm Olraä' garten rechts bcrGbauücc auf die Herrschaftliche Wiese Ä . 2/270% = 617 am Hofrette dafelbstlVtarburg. str.22) 2/313 = 113 qm Graben das. Gießen, den 29. Mai 1912. Großh. Ortsgencht. GroS. Ist. Soweit Gelänge nicht von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, ist das fehlende Gelände mit einem Ausschlag von 15 Pfg. für den Cuabrahneter am Tage der Ueberweisung ;u vergüten Von beiden Rednern wird die Beiürchnina gehegt, daß der Geländeerwerb zur Eisenbahn für die Stabt recht teuer kommen iverde in Anbetracht der von der Vollzugskommission festgesetzten ziemlich hohen Pachtentscltädiaung von 5,5 Prozent für deformierte Grundstücke und für EntsckiLdigung für erschwerte Bewirtschaftung ber in ine Bahnltnte fallenden Grundssiicke Nack eingehender Aussprache nmrbc ber Erklärung der Vollzugskommisston zu acitimmt — Zufolge eines früher gefaßten Beschlusfes ist dem B ol ks kt n de rg arten der Schulhof des alten Volksschulge- bäudes zur V.-riiigung gestellt worden, um dort einen Neubau zu errichten und zwar so, daß die beiden alten angebauten Sdiul- scklc abgebrochen und im Hof für die Zwecke des Bolkskinder- 9artens wieder aufgebaut werden. Der Vorstand des Volkskinder. gartens bittet nun darum, ihm nach Fertigstellung der neuen Volksschule die beiden alten Schulsäle einstweilen zur Benutzung zu überlassen, da infolge Platzmangels viele 51 inber zurückgewiesen werden mußten. Es wurde befdjlonen, die beiden Schulsäle dem Dolkskindergarien zu überlassen, jedoch nur längstens bis 1. Juli 1913, da ertoariet wird, daß der Neubau der Kleinkinderschule bis dahin fertiggestellt ist. — Der mit dem neu angeftelltdn Bullenwärter Peter Krug abgeschlossene Vertrag wird mit einer kleinen Abänderung genehmigt. — Zu dem vom Kreisamt vorgelegten neuen Vertragsentwurf mit den Gemeinde- Hebammen wird beschlossen, es bei dem seither bestandenen Vertrag zu belassen, da die vom Kreisamt angeregte Mindestbezahlung bereits gewälirleistet sei und keine Veranlassung ge- Sebnt sei, den jetzigen Vertrag zu ändern. — Zufolge Anregung et Gemeinderäte Bücking und Ramspeck war die Feldbcreinigung auf die Tagesordnung gesetzt morben, um Stellung zu nehmen zu der dadurch notwendigen Veränderung des Landschaftsbildes und nm die Wünsche der Stadt Alsfeld bei Ausgestaltung von An- tagen, Spaziergangswegen usw. zur Geltting zu bringen. Hierzu beschließt der Sladtvoritand, eine Sommuiion, bestehend ans Beig. Weitz, Ramspeck, Bücking, Enders, Wallach, zn bilden, die dem- nächtt die Wünsche der Stadt Alsfeld znr Vorlage bringen soll. — Verschiedene Rechnungssachen wurden genehmigt.^ — Gemeindetat Klingelhöffer führt Bcsdstverde darüber, daß die Turmuhr schon längere Zeit beständig 7 Minuten gegen die Bahnzeit vorgehe, was bodift mißständig sei Der Vorsitzende will Dafür sorgen, daß dem Mißstand abgeholfen werde. Kreis Schotten. n. Schotten, 26. Juni. Arn ersten Sonntag des Juli findet das Sommcrbcrgfeft des Vogelsberger Hohen klubs auf dem Hoherodskops statt. Die Festleitung hat der Zweigverein Offenbach. Außer Liedervor- tragen des neugebildetcn gemischten EhvrS und der Männer- gesangsabteilung gelangt durch Mitglieder des Zweig- vereinS ein von Telegrüphensekretär Peter Fuchs geschine- benes Theatcrsti'rckchen „Droben im Holsen Vogelsberg" zur Aufführung. Das Volks/ttick spielt im freien vor der heimatlichen Wanderschenkc und ist zum Teil in Vogelsberger Mundart abgefaßt. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 26. Juni. Heute vormittag sanden im Isiesigen Gymnasium und der Realsckmle sowie des Nachmittags in dein Lehrerseminar von Akademikern aus Heidelberg Aufführungen eines Kasperle- Theaters statt, um den Zuhörern zu zeigen, aus welchen Anfängen das heutige Theater entftanben ist. Starkenburg und Rheinhessen. ! Mainz, 26. Juni. Die Stadt 2)!ainz hat über 50, meist farbige Lichtbilder Herstellen lasten, die Ansichten des RheineS, der Alt- und Neustadt und der Ingelheimer Aue darstellen. Sie sind dazu bestimmt, aus der am 29. d. MtS. in Düsseldorf beginnenden Städte-AuSstellung vorgeführt K. 12/12. . B**/, Donnerstag, 11.Juli 1912 nachmittags 3 Ubr, rotrb in unserem Amtszimmer Die dem Samuel Elsoffer tn Gießen zugeschriebene nach siebend verzeichnete Parzelle oeriteiflcrt: 1/562 = 247 qm Hosreite tn der Judengaffe iMarkt- straße 27). Der Zuschlag kann erteilt werden, wenn anberiveite rechtliche Bedenken nickt ent« gegensiehen. . NA1O Gießen, den 15. Juni 1912. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Ophima* Fahrräder » eee «rOrrTreWeect 6»t< v. hartMrttiL । frlau u elrtrle, *trCr