1 'N ®«6cn * lhren. |r' 'n Situ, nn"ta95 8'/, * i""> 10. «ugi 1, bieSütib* ."Urs otlftjc '9«n«®Jufe ^oer die in § p ^enstände nndzr »gen auf enmsto: 9 Uhr, vor b? nberaunit. illr Konknrsinaii, c 8ur ßonhirSmc' ben, nichts an t. der zu leisten, o.< i Besitze der Sa; )efie aus ber (Bai- ruch nehmen, bin g"si 1912 Anzeiv Bs. |t in Gießen. ta S nstiel msprecher 236 ort zn Diensten toeito« Kusti» .Giesse"' ;feinfl°et!Vg llbr: M ° ,.At IW* ®'"i8W'40 I or. j„i 'M 162. Jahrgang Zweiter Blatt Nr. 173 welche; Trinkwasser ist am gesündesten? politncbc Tagesschau. (fin orthodoxes Zentrum in Rußland. bezogen werden. — Blinddarmentzündung. Eine medizinisch au&er* ordentlich interciiante Mitteilung machte, wie der Atbenaeum- berichtet, bei der lüngften Jahresversammlung der Medico-Psy- chological Association ^rof briiaimiend und Irland der Arzt Tr. Briscoe Er bewies, das; bei den Patienten der Irrenhauser die Blinddarmentzündung beinahe nie vorkommt. . Lnnc Ausführungen stützten sich aus die Statistik einer großen Unzahl von Öeiianstalten unb wurden in der darauisolgenden Aussprache von vielen, welche dieselbe Ersahrung gemacht hatten, bestätigt. Dr. Briscoe schreibt das Nichtvorkommcn dieser Krankheit dem umstand su, daß man der Ernährung der Geisteskranken ganz besondere Borgsalt zuwendet, sowohl was Abwechslung, Gehalt, Qualität und Quantität onbctrisst,^und zieht daraus den naheliegenden Schluß, daß ocrnünniqe Sorgfalt bei der Zubereitung" und keine Uebcreilung beim Essen der Speisen das Auftreten dieser Modekrankheit erheblich verringern würden. — Fuhrmann Henschel als — Lustspiel. Nach, einer Mitteilung der Vos'. Ztg. lädt das „Kurtheater m Bad Reiner;" für die nächste Docke zum Benefiz eines seiner Mitglieder durch folgenden Anschlag r'n: „Neu einstudiert! Vorzüglicher Lustspiel-Abend! Neu einstudiert!" „Fuhrmann henschel." Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Man darf danach erwarten, daß schon der erste Akt mit bet in der Kellerwohnung hinsiechcnden, durch den Anblick der auf* keimenden Leidenschaft ihres Ehemannes zur gesunden und starken Tienümagd seelisch gemarterten Frau Henschel heiterkeilsnurine entfesseln und das Publikum, sobald sich Fuhrmann Henschel an feiner Peilschcnschnur aufgehängt hat, das Kurtheater unter Lachsalven in dankbarer Erinnerung an den „vorzüglichen Lustspiel- Abend" verlasfen wird. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags. Tie „•itfoentr $amilknH8tter" werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das ’xreiiblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtlchastlichen Seit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 2lrbciterbctvegung. London, 24 Juli Der Arbeiterführer Havelock Wilson, der am Montag von seiner Auslandsreise zurückkehrt, droht einen a l l g c m c i n c n A u s st a n d d e r T r a n s p o r l a r b e 11 e r an. Er veröffentlicht ein Manifest an die Transportarbeiter aller eng, lischcn Häsen der Bereinigten Stönigrcidx, in dem erklärt wird, daß, so lange die Arbeitgeber des Londoner hateiis ihre gegen nnirtigen Forderungen aufrecht erhalten, die ^rads-Umons-Bewegung nicht allein den Londoner Hasen, londern alle Hasen Grotz- britan.iiens bedrohe. Wilson fordert die Arbeiter zur ,osortigen Unterstützung der notleidenden Dockarbettcr aui und kündigt htne Absicht an, alle Hajenorte zu besuchen. Er verlangt dringend von den Arbeitern, falls der Londoner Streik nicht in einer die Arbeiter zufriedenstellenden Weise bcigclcgt werde, zur Tat bereit ;u sein. — heute nachmittag durchzogen 30 OOO bis 50 000 Mann mit den Arbeiterführern an der Spitze die GUn unb Denammelten sich im Towerhill, wo der Arbeiterführer Ben Tillett eine An- dicses ober jenes Mininers, bi: Aufloiung der Kammer n. a nu verlangt, unb der seine Untergebenen zur Unbotmaß gkcit au detzr unb mit ihnen m bi: Berg: Uächtet unb Banden bildet. In die türkische Armee ist die 3 u ch t l o s i ake 11 eingczogcii>, ^ eine Nachwirkung der Revolution von 1908, wo die mazedonischen Truppenteile ihrem obersten Mrug-Mx-rm bic Treue bradien und den Iungtürken in den Sattel hatten. __ Taß die Tinge in der türttschen Armee so weit kommen lonnten. ist die Schuld Mabmud Sd fei Pascha» und des Komitees Tcr zurüdgerretene «ncgemwuifr batt: allerdings er in der Mammcr erklärte, die tniuere oon ba JoliuMtw znhaltcn. aber mit ganz unjulänglidicn Mitteln. ..nt blotz n ir Mahnungen i'l da in. t - ;u errcid cn, unb zu scharieren ^^egeln konnte er sich nicht cntidJhücn, um innen »vreunben MmKomitee nickt wehe >u tun, denn die politniercnbcn LN"lcrcivarcniaallc heilen Mitglieder' Seit einem Iabre haben aber die bnn «onuter feindlich gesinnten Offiziere d.e Lberbanb gewonnen,unb Mabmud Sckefket und das Komitee ernten nun, was sie babnr -er erstere ist schon geitür.zt, und mit^ dem Sturze Munstermms Said Paschas treten and) die Iungtürken von der poliUichen Bühne ab Es war and) höchste Zeit, sonst wurden sie ibr Bat Irland ganz zugrunde richten. Für die innere und aunere Politik des ffieidv-A beginnt jetzt em neues Kapitel — mit beTn tvneben Die Iungtürken haben her Armee nicht allein dadurch unberechenbaren 3diabrn zugcfügt, daß sie den Osnzteren das Bvltti- iercn erlaubten, sondern and) durch die J u d b c h n u n g b i r Wehrpflicht her Nichtmuselmanen. 'öCUbem durch bi: B.riasfung die politische unb rechtliche Gleichheit aller Bolter des esmanischcn Reiches zur Grundlage des ^«"'dien Lebens geworden war, hatten die Nichtmuielmanen auch das Recht, an der B rteidigung des Vaterlandes teilzunehmen. Tiefe oblag bisher ausschli ßiid) ben Molwinmebaneru, bnonberd beit Xflrlen, und darin drückte sich klar unb deutlich die bet Mohammedaner im Reiche aus. Nach der es ein solches Vorrecht nicht mehr, mrd deshalb Jorbcrtai Haupt säd lick bic (ihrilten die Teilnahme «m Wehrdienste^ ckte Tuden mein uen sich zwar amangS, mußten ichliCtzlich aber beni Wunich der Nichtmuselmanen nack-gcben, baut btesc hatten bic Benanung Verschwörung. Drei Korporale und ein Soldat wurden ver haftet. Einer der Verhafteten hatte Patronen zu bewachen, von denen eine Anzahl verschwunden war. Tie Petersburger Telegraphen Agentur Dcröncntlidn wlaen des Gommuntaue: Ter Besuch des Königs unb der Königin von Schweden in Ltandartrcede trug dem Wunsche her beiden Monarchen zufolge einen vollkommen Primaten unb familiären Üharafter. Gleichzeitig bot sich den bic Monarchen begleitenben Ministern des Aeußeren Wclegcnbcit, per jonische Beziehungen anzubalmen unb ihre Meinung über die Rußland unb Schweden berührenben allgemeinen tragen auszutauschen. hierbei wurde icftgcitdlt, daß beide Regierungen von auintbtiger Friedensliebe beseelt unb fest enttdilonen und, mit gemeinsamen Iträften zur größten^ Festigung der ireunbidiait- Ivfien Beziehungen beider Nachbarstaaten beizutragen Liiner- dem wurde von beiden Seiten festgestellt, daß keinerlei .Ibucht vorhanden ist, irgendwelche politische Kombinationen sm zu gehen, welche das zum guten Einvernehmen der russischen unb ichivedilck, n Völker nötige gegenseitige Vertrauen schäbigen.konnten. ^»c soeben stattgesunbcne Enlrevue beider Monarchen lowie ihrer Minister, bic sich burd) größte Herzlichkeit kennzeichnete, und andere Anzeichen einer rusiisch-schwebischen Annäherung erscheint als cm neuer Bewes der zwilchen ben beiden Ländern sich entwickelnden Freundschaft, welche nicht anders als mit allgemeiner «hmpathie begrüßt werden kann. . . — . -, n Dem „Tiaria Universal" zusolge wird Spanieii demnachtt den Bau einer strategischen Bahnlinie von Larrajch nach Elks ar in Angriff nehmen. Tas Rcuterbureau meldet aus Tokio: ,Kaiser suhlt sich nach schlecht verbrachter Nacht sehr erschöpft, das All- gemeinbesinb n ist unverändert. 'toller, die auf schriftstellerischem Gebiete bedeutende Leistungen auizuweisen haben, Unterstützungen gewahrt werden, c) Autzer- bem sollen kleinere Unterstützungen tm wiamtbctragc öon 1OUU Mark strebsamen und bebünhgen, in Köln aniantgen totDnlt» tollem, auch wenn sic ben Bedingungen zu a nicht genügen, gegeben werden Tie Stillung hat ihren Sitz in^ftaln und wird verwaltet durch einen ehrenamtlich tätigen LtNtungsrat Bewerbungen um die Stii'tungsgaben sind bis zum 1. Oktober litt2 an den Vorsitzenden des Stistungsrats unter der Auttchr.ttt: Betrifft Fastenrath-Stistung. An den Herrn Cberbürgermcilttt zu Köln a Rh. Rathaus" einzureichen. Tic Entscheidung wird 'atzungsgemäß Anfang Mai 1913 getroffen werden Tic Satzungen der Stiftung können vom Bürgcrmctiteramt Köln a. Ry, Der beginnende Wahlkampf zur 4. russischen Reichs- , »Unia läßt ein für Rußland völlig neues politisches Problem mportaucheu die (Gründung einer Popeitpartei. Schon n der 3. Duma saßen 46 orthodoxe l^istliche, d h. über 10 Proz. aller Abgeordneten «der Deutsche Reichstag weist >mr 4,5 Proz. Geistliche auf), aber diese Priester saßen bei d,en verschiedenen politischen Parteien, je nachdem sie von 'onseroativeii oder liberalen ländlichen Walfllreijen gewählt waren. Dieses Mal handelt es sich aber um etwas völlig . euee, um den Versuch der heiligen Synod, sich eine eigene Partei zu schassen und diese zur ausschlaggebenden im neuen Parlament zu machen Die Aussichten hierfür sind nicht gering, da der Synod in den 40000 orthodoxen Gemeinde- Priestern eine organisierte Wahlmacherkolonne besitzt, der keine andere Partei Aehnliches an die Seite stellen kann. Tie Gefahr, daß sich ein Teil der Landpopen wie in der I. und 2. Duma den oppositionellen Parteien anschließen könnte, ist dadurch behoben, daß Geistliche ihre Äandi- batur nur noch mit Genehmigung ihres Bischofs aufstellen können Die neue klerikale Partei wird mit eigenem Inerarchisch genehmigten Programm in erster Linie l,rchlich- ortboborc Interessen zu vertreten haben. Die Kreise des Synods recknien mit einer Stärke von 100—120 Aogeord beteil, ein Voranschlag, den man im Hinblick auf den aus- sdstaa geb enden eßinflusi der Landpopen in ihren Gemeinden nicht ohne weiteres als phantastisch bezeichnen kann. Diese Partei würde antikonstiNitionell und nationalistisch fein und durch ihre Stärke den maßgebenden Einsluß in der Duma haben. Bei der Unduldsamkeit der russischen Orthodoxie gegenüber den Andersgläubigen würde sie, so schrei- den die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum tut 'instand, unseren katholischen wie protesta«llscl)en Stam mesgenossen im Süden und Morden des Zarenreiches idyroerc »Stunden bereiten können. Man l)at also allen Anlag, auch deutscherseits den beginnenden Wahlseldzug in Ruvland mit reger Anteilnahme zu verfolgen. Donnerstag, 25. Juli 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umoersliäts»Buch- und etcmbnidctcu R. Lange, Sießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckul- straße 7. Expedition und Verlag: e^rbl. Rcdakucn-.e-^ 11L. reU-Tld^AnjetgerTieven. Tie Jungtürken, bic Schöpfer ber neuen Türkei, hatten sich die (snamdlung ber Tinge ganz anders gedacht: die ^Er'^Urn sollten beim SicuerzaUcn alcichbereckngt sein, nicht aber in den staatsbürgerlichen Rechten Tie Politik bcrJungti.cn warvon allem Anfang an unaufrichtig: bic Türken sollten and, un Vcriassungsstaate bas herrfchenbe Volk bleiben, w baiziich Wirklichkeit an ben Verhältnissen nichts weiter geändert hotte, als batz ber Absolutismus vom Sultan am bas Komitee ubergegangen wäre So aber hatten bic Niditmohammebaner die graben nidjt verstauben: sie sorberten ilrrc Rechte, unb bas gab Anlaß zu den vielen inneren Schwierig kn ten unb letzten Enbes zu ben Kampieti in Albanien unb in Mazebonien, im fernen unb im öaiaan um> tut allgcnuincn Anarchie, unter ber bas ganze Reich letzt leibet. Daß bic uidKmohammebanischen Soldaten nicht die gleichen Rechte haben wie bic mvhanim edanisdxm, sollten sie balb zu ivnren bekommen. Wenn Christen unb Juden schon bienen sollen, dann haben sie natürlid) aud) AnredU auf bic ^^rrslaujbahn Weit ackhlt! Es ist ein alter Glaubenssatz bei den M°stiun"wt>anern, einem „Wiaur“ nicht zu gehorchen, unb deslnilbsinb nidU- molwmmebanisd',.' Lmziere in einem mohamme^nischen Truppen- törinr von vornherein unmöglich Die Iungtürken hatten kurz, nach ber Revolution einen griechischen Kavallerieoffizicr tu em Reiterregiment eingestellt, bei der Gegenrevolution von 1909 mürbe er von seinen eigenen Leuten hinterrücks erschosicn. saitbem ist wohl fein Christ mehr Offizier geworben, ba bic Türken ber Jut- nähme vin Christen in bic Militärbildungsanstalten bic gröRtcn Schivierigkciten bereiten , . Tie cknistlichen unb jübischen Solbalen können itch 'M all» gemtinen über ben Militärdienst nicht beklagen: sie haben gut und reichlich zu essen, sic wohnen nicht schlechter als die ^olbatcn m anderen Lanberu, sie lind nett gekleidet, sie gemeßen mb er Er- füllung ihrer religiösen Verpflichtungen die größte Frrtheit und werden and- von den Mohammedanern als Bruder betraditrt, aber nicht alle ven'tchen türkisch? Türkisch ist tue Ltaatsiprachc, unb bic Iungtürken erwarten, baß sie Kber Cttomane rennt; wer nicht türkisch leien unb schreiben kann, kann u. a. auch nicht zum Abgeorbneien gewählt werben. Mit Ausnahme ber Armenier unb ber Juben können aber bie anderen Völker nicht türkisch, ober : dock) nicht mehr, als man zum täglichen Verkehr, braucht. Wenn i nun bie Christen zum lieben anircten unb ber Emuer ober Unter* l ofsizier erklari ihnen etwas aus türliich, und ber Mann hals nickt T I- s c IN r I ck I 0 g e r ist, wik imtgeteitt, rm Alter von 84 Jahren gestorben. Erne originelle, iur h'ine^ache bc- ( geifterte unb begeisternbe Persönlichkeit, weit über ,-bcutidHanD i als ein Erzieher zu wahrem Menschemum geschätzt, ist mrt ihm hiuweggegaugcn. Als Sohn eines fdjroabilden Lanbpfarrers, der fid) als oatcrlanbiidicr Geschichtsforscher einen Namen ge - macht hatte, widmete sich £tto Öcinrich Jäger zuerlt bem Studium ber Philoiopln: unb Geschichte unb gewann mit ber Abhanblung Tie Gymnasttk ber Hellenen" ben philosophischen zottortmt. Nachbcm er eine Zciilang Privalbozent in Tübingen gmcitm war, würbe er Turnlehrer in Zürich, später m Stuttgart, roo er bic neugegrünbete Turnlehrerbilbungsamtalt zu^ hoher Blute bradne S-ein Streben ging babin, bie bemich.' Lurnkunit von aller unnatürlichen Künstelei.zu befreien unb im Zuruckg.-hen am Jahn unb Gutsmuths, Schönheit unb Natürlichkeit nach bem Vorlülb ber grieckii'ckxn Ghmnaurk tm deutschen Ldmtturnen zu vereinigen Neben feiner praktüchen Wirkiamüni als Ausbilbner zahlreicher Turnlehrer ging seine literarische nickt minber bebeut iamc Arbeit einher So cntftanb jcinc „Neue lutnldmir, ictne Schrift .-Stickarbeit", später sein Herkules am Scheidewege und andere, in drastischem, bewegtem Stil unb Kamp,ton gehaltene §chrinen Aber er fanb nicht überall bas reckte Vcntanbnis iür seine päbagogiidien unb moralischen Bestrebungen, unb zog sich ziemlich verbitten nam 'üner Pennomnung zuruck. In bem stillen fränkisck-schwabiicben Ltabtchcu Krrchbe^ an ber xsagit ncrbradite er seinen Lebmsabenb. Er war»ber Bruber des be- rannten $6eiioü>gen rtunao 309«, dem W-llNnd«1I>ft-m ben Namen „Dolljägcr" etntrug, wahrenb Otto veinnch wert unb breit ber „Turnjäger" hieß. - Johannes F a st e n r a t h - S t i s tu n g zu m Sc 1t en deutscher Schriftsteller >er am Itx Mar; 1908 m Köst, verstorbene Schriftsteller Vorrat Dr Johannes yaitcnrath hat letztwillig eine Summe von 300 000 Mark zu einer Ltittuug bestimmt, aus bereu Zinsen alljährlich SckrittNcllcrn unb schritt- fteUerinncn, bic sich mit Arbeiten in bcuttcher Lprachc aut bem Gebiete ber i'cköncn Literatur ausgezeichnet habe«, ohne Rtuknck: auf ataat^angehörigfeit, religiöse, soziale ober polittiche Richtung unterstütz! unb vor allem itarfc litcrarn'd>? Talente gewrbert ; werben sollen a) Es sollen llntenrützungen in Form von Ehren gaben solchen bebüritigen Schriftstellern, bie von betDorrageitbef Begabung unb tünnkriicheT Bebcuttmg unb, zu erkannt werben, - um ihnen eine Zeitlang bic unbekümmerte möglichst lorgeniretc ' Ausübung ihrer Kunst zu sichern ober zu erhalten. ,>nsbcionberc soll mit Mitteln b r Stinung nach M öglic. kett verhütet 'verden baß bcbcutenbc Talente rerff:mm:in ober burd) di'Not b«s tebci.» in ihrem Eulwicklungsgangc gehemmt werben. -Lie Ehrengabm sollen möglichst in größeren Beträgen verliehcm werben. ^65 tonnen an körperlich oder geling erkrankte bebunnge Schrift- (Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefien Wie' bei der furchtbaren Notlage im Eastcnb zu erwarten stanb, macht sich bic Verzweiflung ber ausgehungerten a us - t ä n b i 9 c n Dockarbeiter tu Gewal tta t en Luft, -tcr , Vossischen Zeitung" wirb gcmclbct, batz sich im S)ajenmcrtcl Wapping 2000 Ausstänbige ansammelten unb versudsten, bic geschlossenen Tore aus zu sprengen ober zu ulx-rtl etter n, um bic in den Docks bcsiublichcn Arbeitswilligen zur Einstellung ber Arbeit zu zwingen. Zwisckxii ben Ausstänbigen unb ben Arbeitern tarn c3 zu einem regelrechten Bclagerungsgesecht, bei bem aus beiben Seiten Steine 'als Wursgcsdwssc benutzt mürben. 91 ut floh. Frauen würben n,ebergetreten. Während bic Polizei vollaus zu tun hatte, bie Streikenden burd) Angrisse mit Knuttclu von ber Zerstörung ber Tocks abzuhallcn, zog em anberer dOOO Mann starker £>auic burch bic Cith unb warf jeben Lastwagen um, ber ihnen begegnete. Tie Polizei war biefem Beginnen gegenüber mad9a°ut einer Melbung bcs „Berliner Lokalan^igers" brannten in ber kanabischen Werft in ber Surret) Gommercial gestern mehrere Segelschiffe, sowie ein großer Bauholzvorrat unb mehrere Gebäude ab. Gerüchtweise verlautet, daß ^treuenbe ben -öranb .niiivictcn. Der verfall ver türkischen Armee. Tic Türkei hätte jetzt währenb bes Krieges mit Italien von keinem größeren Unglück betrogen werben können als von bem oiscnsickllidxn Zersall ihres Stolzes unb ihrer vOiTming: ihrer «(rrnec. Was nutzt dieser bie volllommenere Ausbtlbung ber Manm'chastcn unb Offiziere, was bic bessere Ausrüitung, wenn jeber Leumant ein politischer Führer sein will, ber die Absetzung^ Deutsches Neich. Der Kaiser hörte am Miwvoch vormittag einen längeren Vortrag des (Generals v. M p l t k e. 0>egcn A^onb setzte General Dickl)utl) die Vorträge über die Zeit nad) der Schlacht bei Leipzig fort. - Das Wetter ist schr wurm, an Bord ist alles wohl. ,, w . Bei ber durch das Ableben des früheren Abgeordneten ovn Baumbach in Ziegenhain notwendig gewordenen Nach w a h l zum preußischenAbgeo rbn et en I) au s wurde Landrat v. G e h r e n - Homberg (Deutfch Konser- vativl mit allen abgegebenen 195 Stimmen zum Abgeord neteu des Wahlkreises Kassel 8 (Homberg-Ziegenhain) ge- '^Der ordentliche Bert re ter tag des Reichsverbandes der Vereine der n ation allibcralen Jugend (jung liberaler Reichsverband) findet in diesem Jahre in Fr a n l- surt a M. am 12. und 13. Oktober statt. Ausland. Nach einem Bericht der französischcn Korvskom' manbeure befinben sich unter 233 637 Rekruten bcs Von al) res 1 3 526 Analphabeten, also 5,6d Proz., derselbe Prozent* "d wie 1910. Tic.oröfete rf-hl der A«<-lph-b°.en ivcift bas 6. Armeekorps auf, namhd) H^. Wie auS Wabrib gcmclbct wirb, erheben bie Republik a u e r in einer gestern abgebaltcncn ^^ammlung gegen bie Duldung Einspruch, die die ipamubc Regierung den portugiesU-chen Royalisten gegenüber betätige. Mehrere Deputierte richteten dabei schanc Angrlne gegen Ca,iale as Wie ber „Mundo" meldet, wurde cm Monarchist ncher Anschlag in der Kaserne der rcpubttkamickcn Garde m 8 i f 1 a‘ bon entdeckt Auch aus andere .Komvagnten erltrcckt ^tch^di^ Vor einiger Zeit wurde von einem Forscher die Behauptung , auiaestellt daß chemisch reines Wasser durch, lerne grotze. Au - : ZW-MSWW »Bass® 1C nach der Menge bcs tm Wager enthaltenen ^cmncins. Tir 3Qbnqenic6e entbahen bctanntlxd, Kalkswil >n OcmyenbcT M-E bieicm Slalfftoff nun durch.das Trrnkwan« «n bestimmtes Cuannim Calcium zuge,ub« wird, ° ">ub d>- che hanbäiäbigtdt ben M.krnben S09-nub« d. den «m.ll b ^ab^ ber günstigsten Vorbebtngungen iur -Lubcrfulmi. fSSSS1«*—» c ■jssäSSä verstanden, dann setzt es links unb rechts Ohrseigen. Eine derartige Behandlung erhöht natürlich bei den christlichen Soldaten die Liebe rum Kommiß keineswegs. Es war ein großer Fehler der Heeresleitung, daß sie der Sprachenfrage kein Augenmerk zu- gewendet und nicht erst für die nötige Anzahl sprachkundiger Offiziere und Unteroffiziere gesorgt Hal, ehr sie die Nichtmohammedaner einberief. Tie rechtlich ungleichmäßige Behandlung und die alttürkischen Erziehungsmethoden im Heere haben in den Nichtmohammedanern eine große Abneigung gegen den Militärdienst erzeugt. Massenhaft sind sie in die Berge und ins Ausland geflohen oder haben sich gegen Zahlung von 50 Pfund losgekauft. Am meisten Furcht vor des Sultans Rock haben die Griechen; sie sind auch d e schlechtesten Soldaten. Gute Soldaten sind dagegen die Armenier und Bulgaren, aber politisch unzuverlässig. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 23. Juli. T i e bekannten Unbekannten. Wegen Einbruchsdiebstahls zur Nachtzeit waren angeklagt der Tekorateur A. W. von Lorbach und der Schlosser F. L. von Bad- Nauheim. Sie waren beschuldigt, auS einem Laden in Bad- Nanheim Kleider, Stoffe und Tamenartikel im Wert von über 2000 Mk. gestohlen zu haben. Einer Schneiderin in Gießen, die mit dem Angeklagten A. W., der sich in Gießen und Marburg als Student und Dr. med. Werner ausgab, ein Verhältnis unterhielt, hatte sich einige der gestohlenen Sachen schenken lassen und war deshalb wegen Hehlerei mit angeklagt. Tie Anklage war in der Hanpt- sache aus ein ausführliches Geständnis de§ Angeklagten 91. W., in dem er sich und den F. L. als die Täter bezeichnete, aui- gebaut. In der Hauptverhandlung widerrief der Angeklagte A. W. dieses Geständnis und gab an, er hätte die gestohlenen Sachen von drei Leuten erhalten, deren Namen ihm nur zum Teil und deren Wohnort ihm nicht bekannt sei. Diese hätten ihm geraten, den Schlosser F. L. als den Täter anzugeben. Ties habe er auch getan, obwohl er gewußt habe, daß der F. L. nichts mit der Sache zu tun hatte, sondern ganz schuldlos war. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin der 9lngcklagte F. L. aus der Haft entlasten und die Aussetzung der Hauplverhandlung zum Zwecke der Nachforschung nach den unbekannteii, angeblichen Tälern angeordnet. Zum Glück ist es geliingen, der Eigentünierin die sämtlichen gestohlenen Sachen wieder zu verschaffen. R ü ck s a l l d i e b st a h l. Der Dienstknecht F. B. hatte in der medizinischen Klinik in Gießen dem neben ihni liegenden Patienten F. P., der krankheits- Luftschiifhallen, Aussichtsturm, hoher Fabrikschornstein, Kirchen, Schlösser, Fabriken. Gefährliche Landungsplätze,, wie Wein- und Hopfengärten, Steinbrüche unb Friedhöfe sind auffallend markiert und warnen den Luftschifser vor einer Landung. Tie Herstellung der Karte erfolgt unter Benutzung der deutschen offiziellen Karten- werke und unter der von Prof. Bamlcr organisierten Mttarbeit orts- und zweckkundiger Mitglieder des deutschen Luftschiffcr- verbandes. Vermischtes. * E i n trauriger Vorgang hat sich in O r a n i c n bürg abgespielt. Die dort wohnhafte Ehewan Tschäqe hatte ihre beiden Heinen Söhne zum Kaufmann geschickt, um ein Stück Speck ein- zukaufen. Als die beiden Brüder, von denen der eine sechs, der andere drei Jahre zählt, heimkehrten, stellten sie sich eine Weile (in der Pinnower Schleuse auf em Laufbrett. Plötzlich entglitt dem ältesten Knaben der Speck und siel ins Waster. Um ihn wieder herauszuholen, sprang der Kleine hinterdrein. Er ging jedoch unter, während der kleinere Bruder ängstlich zur Mutter eilte und ihr den Vorgang erzählte. Als die unglückliche Frau mit Nachbarn zur Rettung ihres Sohnes herbeieilte, war es zu spät; man konnte nur noch die Leiche des Knaben ans dem Wasser hcransholen. Kleine Tageschronik. Die Reblaus tritt neuerdings auch in weiten Gegenden der R h e i n p f a l z auf. Der Polizeipräsident von Berlin erteilte die Genehmigung zur Errichtung eines städtischen Krematoriums. In Wiesenthal erschoß der Masdrucker Watzel fei*? kranke Frau und seine zehnjährige Tochter und tötete sich dann selbst. Vier Berliner Touristen bestiegen den O r t l e r ohne Führer. Bei dem 9lbstieg verirrten sie sich und wären verloren gewesen, hätte nicht die Pächterin des Bayern Hauses Hilferufe gehört. Auf ihre Veranlassung eilte ein Bergführer ju Hilfe und rettete nach dreistündiger Mühe die völlig Erschöpften. In Jnonitz bei Prag ist in einer Sandgrube durch unvorsichtiges Abgraben eine Steinwand eingestürzt. Vier Personen und ein Pferdegespann wurden verschüttet. Drei Personen sind getötet, eine ist schwerverletzt worden. Tie Pferde find gleichfalls tot. Eine vor einiger Zeit in der Seminarbibliothek in Trient gestohlene Dante-Handschrift ist in einer Buchhandlung wieder entdeckt worden. Der Dieb hatte sie verkauft. halber nicht als Zeuge in der Hauptverhandlung austreten konnte, das Portemonnaie mit etwa 35 Mk. Inhalt und eine Mühe gestohlen. Nur die Mütze sah der Eigentümer wieder. Da der Angeklagte sich im wiederholten Nückialle befand und den Bestohlenen unter einem groben Vertranensmißbrauch nm seine so nötigen Er- sparniffe gebracht hat, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, auf die vier Wochen der verbüßten Untersuchungshaft angerechnet wurden. Gegenseitige Beleidigung. Das Schöffengericht in Grünberg hatte den Privatkläger und Widerbeklagten R. von Flensungen wegen Beleidigung der Angeklagten und Widerklägerin S. zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten beide Parteien Berufung eingelegt, jedoch hatte nur die Berufung des Privatklägers Erfolg. Da das Gericht die der Angeklagten S. nachgewiesenen Beleidigungen für ebenso schwer erachtete, wie die dem Privatkläger R. zur Last fallenden, verurteilte es auch die Angeklagte S. zu einer Geldstrafe von 20 Mk. Die Kosten der Berufungsinstanz mußten ihr, da sie mit ihrer Berufung nicht durchgedrungen war, allein auferlegt werden. Gerichtsfaal. Gießen- 24. Juli. (Kriegsgericht.) In dieser Woche verhandelte das Kriegsgericht gegen den Sergeanten M. von der Lcibkompagnie des 116. Infanterie-Regiments in der Berufungsinstanz tvegen der einem Studenten in der frühen Morgenstunde verabfolgten Ohrfeige. Der Gerichtshof war zusammengesetzt aus Major Großmann als Vorsitzendem, Hauptmann Soldan, Oberleutnant Firmeinch und Oberleutnant Wehrheim als Beisitzende. 9lls Verhandlungsleiter fungierte Zkriegsgerichtsrat Heß. Die Anklage vertrat Kriegsgerichtsrat Koch. Tie Verteidigung führte Justizrat Metz. Der Tatbestand war fürs der folgende: Sergeant M. kam mit noch zivei Kameraden morgens um 5 Uhr von einer Verlobungsfeier und geriet in der Licher Straße mit einem Studenten aneinander. Das Standgerickst hatte auf eine Geldstrafe von 30 Mark erkannt. Vor dem Kriegsgericht beantragte der Vertreter der Anklage Verwerfung der Berufung. Der Verteidiger hingegen plädierte auf Freispruch, er hielt eine gegenseitige Beleidigung für vorliegend. Das Kriegsgericht hob das ergangene Urteil des Standgerichts auf, und erkannte wegen einfacher Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 10 Mark oder 2 Tage Haft. — Die Hohe der Strafe wurde damit begründet, daß der Angeklagte, der sich mit zwei Kameraden dem Gegner gegenüber befand, nicht hätte tätlich werden dürfen, da hierzu iede Veranlassung gefehlt hat. In Rücksicht auf die Unbestraftheit des Sergeanten M. hat der Gerichtshof eine gelindere Strafe als das Standgericht ausgesprochen. Eine Berufung gegen dieses Urteil ist ausgeschlossen. Paris, 24. Juli. Das Schwurgericht von M o u l i n verurteilte den 18jährigen Kausmannsgehllfen Auclair, der feinen Vcter e mordet hatte, weil dieser angeblich das ihm gehörige Erbteil vergeudet hatte, zu einem Jahr Gefängnis. Universitäts-Nachrichten. )( Marburg, 24. Juli. In der philosophischen Fakultät der mengen Universität habilitiert s i ch am nächsten Montag Dr. phil. Erich Obst mit einer Antrittsvorlesung über „Haus- ünd Siedelrmgssorrnen in Dftafrifa". = Frankfurt a. M.. 24. Juli. In dem zu Ende gehenden Sommer-Semester beläuft sich die Zahl der ordentlichen Studierenden der Akademie (Besucher) auf 355. Zu ihnen rieten 279 Hospitanten unb 234 Hörer, so daß die ßksamtfreciuenz 868 (gegen 814 int Sommer-Semester 1911) beträgt. Bon den 634 ordentlichen Studierenden und Hospitanten sind 226, d. i. 26 «,ö, akademisch vorgebildet. Tem Berufe nach fllicbern sich die Teilnehmer an den Vorlesungen in 260 Kaufleute, 47 Industrielle, Ingenieure, Architekten, (Sbcmitcr usw., 38 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 34 mittlere Vertvaltungsbeamte, 187 Lehrer und Lehreri im en, darunter 25 akademisch gebildete, 26 Studierende der neueren Sprachen, 31 Studierende der Matl-ematik und Naturwisfenfckmften, 33 Aerzte und anderen gelehrten Bernsen tlngcbörigc, 42 Personen aus sonstigen Berufen und 170 Personen ohne Beruf. Lnftschisiahrt. = Deutsche Luftfahrerkarte. Tas erste Blatt der beutfdKn Luftfahrerkarte mit der Darstellung des Teutoburger Waldes, wird jetzt von dein großen, über himbert Blätter umfassenden Kartenwerke erscheinen Tie bisherigen Prodekanen Mocdebecks und Okiffcrd, ferner die von der Zeppelin Konferenz beschlossene Probekarte waren hauptsächlich roegen der ungeeigneten Höhendarstellung als nicht zweckentsprechend abgelehnt Die Brüsseler Internationale Kartenkonferen.; hatte, wie die Umschau berichtet, 1911 dann eine Einigung auf den Maßstab 1: 200 000, sowie die bedeutsame Enveiternng des ganzen Planes zu dem eines einheitlichen Weltkarteun'erkes herbeigeführt. Jedes Blatt bin er aeronautischen Weltkarte soll ein Orieenwicher Gradfeld uiniancn. -Swi) sollen auch Anregungen befolgt werden, bk die ölttrreidnimc Lufsichnferkarte gibt. Die 2uftfd)ifferfignaturen sonne alle für bte)e wümckieuswerten Hilfszeichen sind grell rot bar ocitellt. Dte .vauptkommunikatlon einschließlich der erhaltenen ßahttvege, dann die Turchzugslinien in Städten, Märkten unb grotzeren Dörfern, endlich Exerzierplätze sowie zur Landung ne eignete* Gelände sutd gelb überdruckt Ertra bezeichnet sind unter andern, elektrisch beleuchtete Orte, Bahn böse, elektrische Straß. bahnen, oberirbifdte Starkstromleitung, Wanerstvffgasai,statt, ferner Wegen Raubmordverdacht wird der 20 jährige Ingenieur Tclge, angeblich aus Bilbao in Spanien, verfolgt. Er hat durch eine Heiratsannonce sich an die in Regensburg in ihrer Wohnung ermordete Private Hinter herangemacht und soll sie durch 11 Messerstiche umgebracht haben. Nach einer Meldung der „Liberte^ sind in einer Kaserne der republikanischen Garde in Paris an 60 Soldaten schwer erkrankt. Man glaubte anfangs, daß es sich um eine Massen- bergiftung infolge Genusses verdorbener Speisen handelte, doch neigen jetzt die Aerzte zu der Ansicht, daß eine Typhus-Epidemie vorliegt. Büchertisch. * Wegweiser durch Gießen. Neue Ausgabe 1912 bis 1913. Verlag von Emil Roth, Gießen. Als vor fünf Jahren die Firma Emil Roth in Gießen als Festgabe zur Dreihundertjahr- feicr unserer Landesuniversität ihren „Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung" herausgab, konnte unsere Stadt sich rühmen, den besten Führer unter allen deutschen Städten zu besitzen, eine Monographie Gießens von hohem und bleibendem Wert. Auch als eigentlicher Führer war der stattliche Band äußerst zuverlässig und brauchbar. Die Firma Roth hat nunmehr, um dem Buche feinen Wert als Führer auch weiterhin zu bewahren, eine neue Ausgabe veranstaltet, die in einer Einleitung alles enthält und beschreibt, was in Gießen in den letzten fünf Jahren neues entstanden ist. Dadurch wird der Wegweiser auch für jetzt unb die nächste Zukunft wieder zum besten Gießener Führer, den kein Besucher unserer Stadt unbenutzt lassen möge. Auch der, der die erste Ausgabe des Buches besitzt, wird erstaunt sein über die Fülle von Neuerungen, die die letzten fünf Jahre unserer Stadt gebracht haben. Heber die hervorragende illustrierte Ausstattung des Wegweisers ist nichts neues zu sagen, sie entspricht auch heule noch selbst den höchstgestellten. Erwartungen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.! Rodheim a. d. B., 24. Juli. Unsere Wälder prangen in saftigem Grün, und wer zur Frühlings- und Sommerszeit ,n ihnen sich ergeht, muß ergriffen werden von der Schönheit unserer deutschen Wälder. Jedoch befremden ninß es, wenn Spaziergänger Sträucher und Büsche berauben, um sich zu schmücken, wobei zehnmal mehr abgerissen wird als nötig wäre. Gern sehen wir den Wanderer geschmückt mit einem grünen Zweig, aber alles mit Maß und Ziel. Aber auch Denen, die mit der Axt unsere Wälder niederlegen, sei .Schutz unseren Wäldern" gugerufen. Gerade in letzter Zeit sehen wir in unserer Gegend, ivie große Flächen Wald nieder- aelegt werden. Die Wälder müssen der Kultur weichen, um unseren Beivolmern genügend Land zum Ackerbau zu erschließen. Anders natürlich ist es, luenn ehrwürdige alte Wälder, die zur Zierde der ganzen Gegend gereichen, gefällt werden, um.einer reizlosen Neubepflanzung Platz zu machen. In letzter Zeit nmlauscnden Gerüchten zufolge, soll unser Lärchen wa ld, der eine Zierde des Biebertales bildet, vom Streiche der Axt lallen, um einer Buchen- pslanzung zu weiche». Ich frage nun, ist es nölig, daß hier in dieser Art etwas zerstört wird, woran sich schon Generationen erfreut haben? Gibt es denn hier kein Verständnis mehr für Naturschönheiten ? Ueberall bestehen Vereine, die die Erhaltung alter Baudenkmäler fördern, und hier will man ein Denkmal zerstören, das mit unserem Dorfe geradezu geschichtlich verwachsen ist. Wie manchem unserer Einwohner ist unser sogenanntes Tannenwäldchen ans Herz gewachsen, wie mancher hat nicht unter seinen Bauin- ricsen den Worten eines Predigers gelauscht. Wer hat nicht von uns dort oben seinen Blick über das Dori hin zum Vetzberg und Gleiberg schweifen lasten. Und nun soll dieses alles enden. Ich glaube nicht, daß es eine Not nach Lärchenholz gibt, die uns diesen schönen Landschaitsschmuck raubt, und auch in forstwirtschaftlicher Hinsicht dürfte es noch sehr in Frage zu stellen fern, ob eine bessere Rentabilität erzielt wird. Es ist nicht möglich, ohne eine sehr teure Einfriedigung hier einen Wäld erstehen ju lasten, und aus lange Zeit hinaus dürste kein Ertrag zu erwarten sein. Wenn auch unser Lärchenlvald keinen Ertrag gibt, darf er unter keinen Umständen fallen, er kostet ja anch keine Unterhaltung. Als junge Schonung wird dieser schöne Fleck für lange Jahre für Spazier« (länger gesperrt, da eine Schonung nicht betreten werden darr Wit alle Bewohner Rodheims richte ich die Bitle, wer noch Sin..' für die Schönheit unseres Heincattales hat, der Helse mit, daß un ,, Lärchenwäldchen erhalten bleibt. ß- Handel. . .8 Re cs. Im Zusammenhang mit einer voraussichtlich un- zünftigen Reisernte in Mitteliava und den Iwhen Reispreisen m Japan, btc den Export stark anregen, bat die Niederländisch- liiduche .Hegurung den Reisexport bis auf weiteres unterlagt » .^Weiterer Rückgang der Staatsanleihen. Tie buitleben ^laaiöanletlx'n haben auch an der Frankfurter Mitt- mochsborie keine Erholung erfahren. Die 4 proz Reichsanleihe 121? itt bon 101 bis 100.90 zurückgegangen die 3* nro» non 89 80 bis 89.70 und die 3proz. b.rii "cSi^uf ben bÄ^t nwbng ten -tand von 79’ , Proz Einzig die 3 proz. Preußi leben Stoniold haben sich um 0.20 Proz. dis 79.70 gebessert U. Lid >. 8. Depot in den menten Apotheke« und Drogerien. lsl“4