Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. icn mehr etwa ver- 7 899 ha 14 881 ha bestätigt. ch- Goethes Tod und Begräbnis. ächng ausgestattetes Bad unL für wisfcnsDurstige Bibliothek. Besonders ein Wagen erregte bte Beraum, ein Pracht^ Reisende eine ‘erger 1882 41 756 273 972 190 925 91 615 Werde Rinder Sa, weine Ziegen 20—50 ar 22 157 50-100 ar 17 321 waren: 1907 47 304 = 13.2 7o mehr Der Aussta..d in England. London, 20. März. Infolge des Kohlenaus- Landes wurden die Postsendungen für die Vereinigten Staaten und Kanada, welche von Dampfern der Hamburg-Amerikalinie in Southampton übernommen werden ollten, heute mit dem Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" befördert, der auch mit Passagieren überfüllt war. Die Not steigt täglich. In Southampton ind Tausende von Seeleuten beschäftigungs- os. Da sich die Hafenarbeiter in Middlesborough weigerten, die Kohlenladung für die städtischen Gaswerke tigt, nämlich 32 581. So wurde zahlreichen Fabrik- und Heimarbeitern Gelegenheit geboten, sich in freier Luft betätigen zu können und zugleich mit intensiver Spatenkultur eine ganze Menge von Kleinprodukten für den Haushalt zu gewinnen. Wie ausgebreilet im Hessischen, nament- Einen ähnlichen Meyrertrag zeigt die Viehwirt- ch a f t. In den 25 Jahren 1882/190? hat sich der Viehstand trotz gleichbleibender Bodensläche ganz unverhältnismäßig vermehrt. Die Stückzahlen lich im Weinbau treibenden Rheinhessen, die Nebenberuf liche Parzellenwirtschaft ist, mögen folgende Zahlen anschaulichen: Es gab in der Größe von 5—20 ar 17 914 Betriebe mit zus. 2 456 ha 1—2 ha 11 698 , , „ 17 432 ha Von den gesamten 147 078 landwirtschaftlichen Betrieben Hessens sind über die Hälfte, 86 824, Nebenbetriebe. Dabei sind diese zusammen noch nicht 70000 Hektar groß, 1862 : 386 360 --- 41,55 o » 1907: 341899 --- 27,57 o/0 In der hessischen Landwirtschaft findet also nur noch sich versammelt, die vom Plane an bis auf den Gottesacker die Straßen, die Fenster, selbst Mauern und Bäume besetzt hielt. Er wurde auf demselben Wagen wie der Großherzog begraben. Bon den verschiedenen Anstalten und Kollegien waren Abordnungen, und gegen vierzig Trauerwagen folgten dem Zuge. Er ward in der großherzoglichen Kapelle beigeietzt, wo eine Rede gehalten wurde und ein Lied von ihm, das sein Freund Zelter in Berlin komponiert, gesungen." e O. K. — Ausgrabungen in Mesopotamien. Tie „Köln. Zeitung" veröffentlicht neue Mitteilungen über die Ausgrabungen des Freiherrn Max von Oppenheim auf dem Tell Halaf in Mesopotamien. Danach sind bedeutende Schwierigkeiten ;u überwipden gewesen, die von den benachbarten Tschenkessen und dem mit ihnen verbündeten Landrat des Bezirks hervorgeruien waren. Durch Eingreifen der deutschen Botschaft wurde der Landrat abgesetzt. Die jetzt vollständig organmerte Grabung hat den Hoffnungen entsprochen, welche die gelehrte Welt nach der ersten Ausgrabung des Freiherrn von Oppenheim der Arbeit am dem Tell Halat entgegenbrachte. Die 1899 entdeckte Bildsäule Der Verschleierten Götnn ist wieder aufgefunden worden. Außerdem fand sich als ihr unterer Teck ein gewaltiger Tierkörper mit Löwentaven. Mehrere Räume eines großen Palastes und aus- gedeckt. Ten wichtigsten Kleinfund stellt ein Wagen aus Bronze dar. Eine große Reihe von Steinplatten enthält Darstellungen der verschiedensten Art, u. a. zwei Musikkapellen von Tieren. Der Trümmerhaufen enthält in seinen Schichten Reste verschiedener Zeiten bis m die hellenistische. Ein Grad brachte sehr wichtige SettinidK Schmuckgegenstände, die der Leiche eines vornehmen Mannes beigelegt waren. Freiherr von Oppenheim wird bei den Arbeiten jetzt von sechs deutschen Fachleuten unterstützt. 250 Beduinen sind bei den Grabungen beschäftigt. kf. Die U e b e r e i s e n b a h n. Die schnellsten und kostbarsten Züge der Welt sind zwei Züge, welche zwischen Neuyork und Chicago verkehren. Die Entfernung zwischen diesen beiden Städten in Höhe von 907 Meilen durchlaufen sie in 18 Stunden. Selbst Amerikaner halten diese Schnetligteit für gefährlich und verwerflich. An Zugunglüaeu hat es denn auch seit ihrer Einrichtung vor nunmehr 18 Monaten nicht gefehlt. Jeder Der beiden Züge ist dreimal öerungiudt. In ailer Erinnerung ist noch das letzte Unglück des sogenannten „Müliaroarzuges", bei dem 23 Reisende icywer verletzt wurden. Die Preise jinD selbstverständlich entsprechend höher als gewöhnlich. 20 Shilling muß während von den 60000 Hauptbetrieben rund 360 000 Hektar bewirtschaftet werden. Demnach sind die Nebenbetri^bc durchweg Zwergwirtschaften. Die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche hat sich tu dem letzten Bierteljahrhundert trotz des Personenverlustes fast gar nicht geändert; sie ist nur um noch nicht 3000 Hektar, auf 42, 298 Hektar zurückgegangen. Als Ersatz für dte verlorenen Arbeitskräfte, und um entsprechend der allgemeinen Vottsvermehrung höhere Bodey- und Stallerträge herauszuwirtschaften, muyte die M a s ch i n e in früher ungekanntem Maße herangezogeu werden, ganz abgesehen von neuen Wirtschaftsmethoden und konzentrierten Dünger- arten. Besonders auch die Kleinbetriebe sahen sich zur ausgiebigsten Maschinenbenutzung gezwungen. So zeigte die letzte Betriebszählung im eigenen Besitz der Landwirte neben 1601 Drillmaschinen 2762 breitwürfige Säemaschinen, 8674 Mäh- und 142 Hackmaschinen. In 30101 Betrieben arbeitete die Dampfdreschmaschine, und in den Milchwirt schäften 4391 Separatoren. Diese Ziffern bedeuten eine nicht abzuschätzende Ersparnis an manuellen Kräften, und nur so ist es zu erklären, daß die landwirtschaftliche Pro- duktionsstatistik die hohen Ergebnisse aufzuweifen hat, die nachfolgend zusammengestellt sind. Ter hessische Bauer hat cs verstanden, dem Boden Ivie dem Stall große Mehr- ertrüge abzugewinnen. Vorn Hektar wurden im Durchschnitt der Jahre 1878/87 13,1 Doppelzentner Roggen geerntet, dagegen 1900 bis 1909 mehr als 20 Doppelzentner. Für die anderen Feldsrüchte sind die Ernteunter,chiede ebenso beträchtlich, z. B. für Weizen 14,4 : 21,4 Doppelzentner, für Gerste 15,4 : 22,6 Toppelz., für Hafer 13,6 : 21.1 Toppelz., für Kartoffeln 101,5 ; 139,5 Toppeizentner. Zwischen den beiden Normaljahren 1888 und 1910 finoen wir folgende Steigerung der Ernlemengen: Roggen 94 967—148 730 Tonnen, Hafer 73 381 bis 120197 Tonnen, Kartoffeln 640618 bis 798013 Tonnen, und selbst beim Wiesenheu infolge der rationelleren Wiesenkultur, die es an Bearbeitung, Düngung und Saatgutveredelung nicht fehlen läßt, von 337 035 auf rund 500 000 Tonnen. Wanderung aller, als er in Dienst gestellt wurde: es ist der „Klubwagen für Männer", der nach dem Vorbild einer der extravagantesten Klubräume Networks eingerichtet worden ist. Ein anderes Prunkstück des Zuges ist der Aussichtswagen, der eher einem Observatorium als einem Eisenbahnwagen gleicht. Hier stehen den Reisenden scharfe Fernläser zur Verfügung. Llebrigens haben die Züge auch eine eigene Telephonnummer und sie können aus jeder Haltestelle augenblicklich an die Telephonleitung angcschlossen werden. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Während der erste internationale Heimatschutzkongreß 1909 in Pans tagte, wird der zweite vom 12. bis 15. Juni in Stuttgart tagen. Außer Den deutschen Teilnehmern erscheinen Vertreter fast aller nahmhasten ausländischen Heimctt- schutzoereitie, auch die Teilnahme mehrerer außerdeutscher Staatsregierungen ist mit Sicherheit xu erwarten. — Der Münchener Akademieprofessor Frank Kirch back ist nach einer Besteigung der Roten Wand infolge eines Schlaganfalls in Schliersee gestorben. — Ter Herzog von Meimngen hat Professor Max Reger mitgetcilt, daß er, die ursprünglich längere Probezeit abkürzend, ihn mit dem 18. März endgültig zum Hofkapcll- meiner bestalle und sich eine höhere Auszeichnung für ihn Vorbehalte. — Dem Lberregisseur und bekannten Dramaturgen Tr. phil. Eugen Kilian in München, wurde vom Prmz- regenun von Bayern die Ludwigsmedaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. — Ter Geheime Bergrat Tr. Phil Adols von K o e n e n, o. Prosessor für Geologie und Paläontologie an der Göttinger Universität begeht am 21. März seinen 75. Geburtstag. — Die diesjährige Tagung der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft findet vom 4.—6. April im Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten zu Hamburg statt. — Dem I'.lgill .prvf.nor .Vait» tiuetmann wurde von der philosophrsa-.n Fakulrut der Universität Berlin die Würde eineZ Ehrendoktors verliehen. Die Verbilligung der Reichöbauten. Eine Denkschrift betr. die Verbilligung der Reichs- b aut en ist dem Reichstage zugegangen. Im Vorjahre hatte ber Reichstag die verbündeten Regierungen ersucht, in eine Prüfung Darüber emjutreten, aus welchen Gründen die Beamten der Mu-idtf- betriebe regelmäßig erheblich teurer seien als Privatbanken und durch roddje Maßnahmen eine angemessene Ermäßigung Der Preise ju erreichen sei. Tie Rcidjsrcgicruna war in eine Prüfung dieser Fragen eingetreten und hatte sich von Privatarchiicklcn und von städtischen Behörden Mitteilungen über Bauausführungen p.nvater und kommunaler Art madjen lassen. Aus diesen Angaben ist ersichtlich, daß die Preise der städtisch« Aussührungcn häufig 'wher Und als diejenigen der Privatbautcn, daß dagegen die Prciie der Reichsbauten l'tdi im allgemeinen in den Grenzen der Pnvatbauten hallen. Berüdsichtigt wurde hierbei, daß die Bauten der Reichsverwaltungen in der Regel solider als Privatbauten hergeitcllt werden. Ilm aber in Zukunft auf eine tunlichste Per- bilhgung Der Bauausführungen hinzuwirken, hat man weitere Erwägungen angestellt. Die sich aus eine Herabminderung der Ent- wurisbcarbeitungslostcn hauptsächlich beziehen. Man ist zu dem Ergebnis gekommen, daß aus eine Ver- bllllgung d c r R e i ch s ba u t c n i o l g e n d e Umstande von Einfluß sein können: die versuchsweise Ginridjtung von Bureaus für die Entwurssbearbeüung in Den Mittelinstanzen, in Bezirken, in Denen eine regelmäßige Neubautätigkeit auszuubcu ist, sofern solche nidjt bereits bestehen; Die Heranziehung von Pri- vatarchilekten zur Bearbeitung der ausführlichen Entwürfe und Kostenanichläge; die Verwendung von tedjnifdjcn Hilfskräften, die bei den einzelnen Bauausführungen besonders zuständig sind; die Vermeidung von Vorschriften bei der Verdingung der Arbeitsleistungen und Materialien, die den Gebräuchen des BaumarkteS nicht entsprechen, sowie unnötig lange Haftpflichten und solcher Vertragsbestimmungen, die die Bauausführung verteuern können, ohne unbedingt nötig zu fein; Die VerwenDnng bcfonDcrcr Sorgfalt auf Die Durcharbeitung Der VerDingungsuntcrlagen, um den Unternehmern ein genaues Kalkulieren zu ermöglidjen; die gemeinsame Verdingung der Maurermaterialicn und Arbeitsleistungen an die Unternehmer für Maurerarbeiten, die Beschleunigung der Bauausführungen, soweit dies ohne Nachteil für die Solidität des Baues tunlich ist und schließlich die Vorbereitung der Abrechnung schon während des Bauens Hiermit sind nach der Denkschrift die Mittel, durd) die sich im Verwaltungswege auf eine Verbilligung der Bauausführungen hinwirken läßt, erschöpft. Nicht unerwähnt Dürfen aber Die wirtschaftlichen Nachteile bleiben, Die Dadurch entstehen. Daß der Voranschlag in der Regel nicht wesentlich vor dem 1. April jedes Jahres verabschiedet wird und daß die Bauten erst nach der Bewilligung der Mittel in Angriff genommen werden dürfen. Dies hat zur Folge, daß bei 'Neubauten im ersten Baujahr die beste Zeit durch die die Bauausführung vorbereitenden Arbeiten, Durd) die Bearbeitung Der Verdingungsunterlagen, Einholung der baupolizeilichen Genehmigung, Herrichtung des Bauplatzes verloren geht und daß gewöhnlich erst Anfang Juli mit dem eigentlichen Bauen begonnen werden kann. In dieser Zeit sind aber die Materialien teurer, und es müssen auch zum Teil höhere Lohne gezahlt werden. Infolge des sputen Baubeginns kann der Rohbau häufig vor Eintritt des Winters nicht mehr fertiggestellt werden, wodurch bisweilen kostspielige Provisorien erforderlich werden. Diefe Nachteile würden sid) vermeiden lassen, wenn es möglich wäre, die Voranschlagsberatungen künftig so zu gestalten, daß wenigstens die Neubaumittel schon im Januar bewilligt und die Verwaltungen in die Lage versetzt werden, die Bauvorbereitungen noch während der Wintermonate zu treffen. Eine derartige Maßnahme dürste von allen zur Verbilligung der bauten möglichen Mitteln wohl die wirksamste sein. (Zu seinem 80. Todestag.) Fast jedermann kennt die feierlidje Schilderung^ die Eckermann in seinen Gesprächen von Goethes Tod gibt. Sehr wenig, ja so gut wie gar nicht bekannt, ist aber eine Beschreibung^ die cm IenaMStudent in sein Tagebuch eingeschrieben hat. Das Tagebuch des Mudenten, Der wahrscheinlich ein Herr v. Ziegesar war, lourbc in den Jahren 1830—35 geführt und im 'chrszuq vor einigen Jahren von Dem bekannten Schillerforscher Karl Sbi~: mitgeteilt. Es gibt den erschütternden Eindruck wieder, den Der junge Studiosus an Goethes Totenlager empfand. „Arn Donnerstag, den 22. März, mittags halb zwölf Uhr, starb Goethe" — heißt cs da. — „Ich ging am Sonnabend nach Weimar, um seinem Begräbnis beizuwohnen, das aber erit am Montag, 26. März, erfolgte. J'tdes hatte ich dabei den Vorteil, schon diesen Abend den großen Lebenden nun tot zu leben. Lern Schreiber John, der 18 Jahre bei ihm war, ist sehr oft im Löwen, wodurch ich mit ihm bekannt geworden bm. Abends 11 Uhr ging ich mit dem Wirt, Herrn Schäferhund Wimmer nach Goethes Wohnung. Herr Schäfer pochte ans tfeniter, worauf Herr John uns öffnete und uns eine Treppe hock» in cm kleines Zimmer, wo der Verstorbene auf einem Gurtbette lag, führte; rings herum standen Wannen mit Eis. Es war trotz des hohen Alters von 83 Jahren ein noch vollkommener Körper, durchaus teilt Teil abgezehrt, das Fleisch ganz fest; das Geiicht unverändert wie im Leben. Nur den Kops und einen ^eil des -eioes hatte man mit einem Tuch umromrben. — Am Montag wurde er zur Schau gestellt. Der Hausraum war ganz schwarz ausgeichlagen und in zwei Teile geteilt, die durch eine Pforte verbunden ivarcn, über der eine Inschrift stand. Diese habe ich jedoch wegen Mangel an Zeit nicht gelesen. Der vordere Raum^lvurbc durch eine einzige Ampel erleudjtct und war mit einigen Schilden geidjmuat. Im hinteren lag der Tote auf einem Paradebett m einem roeißen Gewände, das Haupt mit einem Lorbeerkranz geidjmuat;_ noch zwei verschiedene lagen zu seinen Füßen. Hinter 1 einem Haupte stand ein Altar, aus dem eine Lyra und ein Körbchen mit Jtolien befindlich. Zu seinen Füßen lagen auf drei rotsamtenen Koien feine Orden. Der Raum wurde durch zwei Reihen WachSierzen auf zweiarmigen silbernen Leuchtern erhellt; hinter Dic|lH stände:! zwei Reihen von Personen in DrauerfleiDung." lieber Goethes Beisetzung berichtet bann ferner bas Tagebuch. „Um 5. Uhr würbe er begraben. Eine große Mettschemuasie Hütte 25 Jahre Helfische Landwirtschaft. Dte unfuliiöierten Völker olkupieren die Gaben der Natur: Fruchtebrechen, Jagd, Fischerei. Bei den Hirten- Völkern beginnt bereits eine bewußte Beeinflussung der Naturprobukte, die bei den Merbauern mit der Seßhaftigkeit auf der bebauten Scholle die Grundlage für Staaten- bildung und Volkswirtschaft herstellt. Damit ist die Bedeutung der Landwirtschaft für das Kulturleben gekennzeichnet. Wenn im deutschen Reiche die zur Landwirtschaft gehörende Bevölkerung in einem Vierteljahrhundert um li/3 Millionen, und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung von 42,5 Prozent auf -28,7 Prozent zurückgegangen ist, ein Prozeß, der sich noch weiter beschleunigt, so kann das nicht mit zwei Worten abgetan werden. So ausgebreitet auch unsere Handelsbeziehungen zu den Getreioe- nnd Viehproduzenten des gesegneteren Auslandes sind — von der einheimischen Landwirtschaft kann sich ein gesunder Kulturstaat nicht emanzipieren, und schon der Umstand, daß sich auf der ländlichen Scholle der gesunde Kern für Volk und Heer bildet, gibt der übrigen Bevölkerung Anlaß aenug, die Entwicklung der Landwirtschaft zu verfolgen. Ihre quantitative und qualitative Leistung in Gegenwart und Zukunft ist jedenfalls eine der wichtigsten volkswirtschaftlichen Fragen. Die von der Landwirtschaft lebende Bevölkerung des Großherzogtums Hessen geht wie überall immer zurück: der Reisende für die Fahrkarte Neuyork-Chicago mehr erlegen. Hält jedoch die Eisenbahngcscllschaft nicht genau die Fahrzeit inne, so hat sie jedem der Reisenden für jede Stunde Verspätung 4 Shilling zurückzuzahlen. Tic Wagen lind auf das luxuriöseste' eingerichtet. Ta findet man einen Barbiersalon, einen Salon für Hand- und Fußpflege, einen Stenographen- und Maschinenschreibe- 807 312 --- 12.2 % mehr 322 968 — 70.0 e/0 mehr 137 190 = 50.0 % mehr Dagegen hat die Schafzucht einen Rückgang ohne gleichen erlitten, von 123 475 auf 54127, das ist um 57,8 Prozent. Umso intensiver wurden die übrigen Zuchtzweige )etrie6en. Leider: je größer die Wirtschaft, desto kleiner )ie Viehhaltung.! Die Erscheinung bestätigt sich auch für Hessen vollkommen. Das Hauptgewicht liegt bei den mittel- bäuerlichen Betrieben von 5 bis 50 Hektar. Das kennzeichnet wieder die Wichtigkeit der bäuerlichen Betriebs- orm für die Volkswirtschaft, die vielfach den Großbetrieb, wie er uns im Großgrundbesitz gegenübertritt, weit hinter sich läßt. Fassen mir die Ergebnisse für das Vierteljahrhundert zusammen, so hat die einheimische Landwirtschaft trotz der unseligen Personalverhältnisse Großes geleistet. Ihre Erträge wären noch ganz andere, wenn es gelänge, bte immer djlimmer werbende Landflucht zu mindern. Vielleicht zeigen die erfolgreichen ostpreußischen Kleinsiedlungsversuche auch für Hessen einen gangbaren Weg in dieser Richtung, denn der Fundamentalsatz, daß die Hauptkraft der Landwirtschaft in den kleinbäuerlichen Betrieben wurzelt, wird mit jeder neuen Zählung auch in Hessen aufs neue ein Fünftel der Gefamtbevblkerung Unterkunft und Nahrung. Besonders bedenklich ist der Rückgang bei den männlichen Landwirten, die sich in den 25 Jahren um 10 000 verminderten. In ihre Stelle ruckten weibliche, also nicht vollwertige Arbeitskräfte ein, aber nur 6000, so daß der Verlust an Haupterwerbstätigen immer noch mehr als 4000 betrug. Wie es in der hessischen Landwirtschaft in Wirklichkeit auch inbezug auf Die weiblichen Erwerbstätigen aussieht, lehrt am deutlichsten der Niedergang der landwirtschaftlichen Dienstmädchen, die 1882 noch 6500, 1907 nur noch 1191 zählten. Angesichts dieses chronischen Personenmangels erscheint es merkwürdig, daß in den letzten 25 Jahren die l a u d w i r t s ch a f t l i ch e jt Betriebe sich noch st a r k vermehrten. Dies betraf vornehmlich die Pacht betriebe, die von 68 000 auf 76 000 zunahmen, während die Landwirte, welche nur aus der eigenen Scholle lebten, sich um noch nicht 2000 mehrten. Bei den Pacht-, wie bei den Eigenbetrieben lag aber das Hauptgewicht im Ne- benbetrteb. Für diesen kommen natürlich nur kleine und kleinste Parzellen in Betracht. Eine große Anzahl dieser Kleuiagrarier ist im Hauptberuf industriell bescyäf- Ter Eichener Anzeiger ^Erstes Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 21. März 1912 118, ®W öetanheortUd) für den General-Anzeiger für Gberhefien Sä zu lSschen, finb freiwillige Arbeiter zu diesem Zwecke angestellt worden. Es werden bereits, besonders un süd- lichen Yorkshire, Vorbereitungen getroffen, um die Arbeit am Montag, wenn die Mindestlohn-Bill angenommen ist, wieder aufzunehmen. Die Bergleute möchten gerne zur Arbeit zuruckkehren, da die Not sie drückt: sic wollen aber nicht eher anfangen, als bis das Gesetz im Unterhause angenommen ist, das die Mindestlöhne der Bergarbeiter regelt, lieber einen entsprechenden Regierungsentwurf ist im Unterhause bereits verhandelt worden. London, 20. Mär;. Ter B er garbeit erverb and unterzog heute früh den G e s c g c n t iv u r s betreffend den Mindest- lohn der Bergarbeiter einer Prüfung. Es heißt allgemnn, daß für die Wiederaufnahme d.r Arbeit kein unüberwindliches Hindernis mehr besteht, wenn der Entwurf Gesetz imro. Die deputierten der schottischen Bcrgwcrksbesitzer wurden telegraphisch davon verständigt, daß die Serglcutc unter gewissen Bedingungen am Montag wieder cinfahren wollen. Tie Führer der Unionisten des Unter Hauses geben bekannt, daß sie die Ablehnung der Mindestlohnbill beantragen werden. Tie Ministeriellen sind sehr besorgt über das Schicksal der Bill int Hinblick auf den Beschluß des Berg- arbeiterverbalides. Tie Opposition der Unionisten gegen die zweite Lesung wird indessen mehr als eine Demonstration aufgesaßt, nämlich als Anzeichen der Absicht, das Gesetz zu Fall zu bringen. Man glaubt immer noch, daß die Bill durchgehen werde. Riga, 20 März. Die Kohlenhändler veröffentlichen eine Erklärung, in der sie die Verantwortung für die Erfüllung der Lieferungsaufträge wegen des Streiks in England ablehnen. Die Kohlenpreise sind beträchtlich gestiegen. Deutsche Untertanen in England als Spione verhaftet. Wiederum hat man in England einige der Spionage verdächtige festgenommen, darunter zwei, von denen behauptet wird, daß sie deutsche Untertanen seien. Ob das wahr ist, wird sich ja bald Herausstellen: London, 20. März. Bernhard Salb ach alias Lelwin, 45 Fahre alt, deutscher Untertan, der sich selbst als Geschäftsreisender in Stahlfeilen bezeichnet, wurde vor die Behörden in New Port (Insel Wight) gebracht unter der Beschuldigung, er sei ein Spion und versuchte gestern, von der Batterie bei Freshwater photo- grapbische Aufnahmen zu machen. Der Gefangene, der die Tat leugnet, wird am Sonnabend wieder vernommen. Salbach war seit 15 Jahren nicht mehr in Deutfch- "land. Auch die drei Personen, die heute verhaftet und den Behörden vorgeführt worden sind, werden am Sonnabend einem neuen Verhör unterzogen werden. Es sind dies Samuel Serry, Karl Denig, Amster- D am, und Karl Crassell-Magdeburg. Die Verhafteten bewohnten zwei Tage lang ein kleines Zelt in der Nähe des Forts bei St. Helens. Sie erklärten, daß sie, nachdem sie an einem Schneidertursus in London tei£ genommen, sich jetzt auf Ferien befänden. vom itaüeniich-titttischen Kriegsschauplatz. Bomben aus Luft- und Flugf.h.ffen. Tripolis, 20. Mürz. Die i t a l i e n i s che n Luftschiffe kreuzten gestern über den feindlichen Lagern bei Suani und Benadcn und warfen gegen 30 Bomben herab, die mit sichtbarem Erfolg explooierten, trotzdem die lAraber beider Annäherung derLuftschiffenach a l l e n R i ch t u n g c n flüchteten. In der Stadt finden fia) immer mehr fluchtige Araber ein, teilweise mit Waffen cuiio Munition und vielfach mit Vieh. Rom, 20. März. Wie vom 18. März aus Derna gemeldet wird, näherten sich feindliche Abteilungen den italienischen Linien, wurden aber durch Artillerrefeuer unter 'Verlusten zuluctgewieseii. Die Italiener hatten keine Verluste. Wie aus Benghasi gemeldet wird, gelang es gestern einem Flieger, über einem feindlichen Lager mit Erfolg einige Bomben herabzuwerfen. Er befand sich m iOO Meter Hohe und bildete das Ziel des feindlichen '.Gewehr- und Schrapnellfeuers, ohne getroffen zu lverden. Aus Hessen. Der Voranschlag der Zweiten Stammtet. Nach dem Bericht des Vorstandes der Zlveiten Kammer über den Voranschlag der Zweiten Kammer für das Rechnungsjahr 1912 lieben ausschließlich der Gehalte und Wohnungsgeldzuschüise der feiiangeskellicn Beamten im Hauptvoranschlag für 1012 zur Verfügung 80 000 Mark. Ter Vorstand beantragt: innerhalb dieses Kredits die Aus- 'gaben wie folgt festzusetzen. 1. Tagegelder und Reisekosten der Abgeordneten 35000 'Hit., 2. Gehalte und Remunerationen 2500 Marl, 3. Stenographisckx's Bureau 12000 Mk., 4. Drucktasten 21500 Ml., 5. Bureaubedarf, Inventar, Bibliothek, Mobiliar- ergänzung, Porto, Depeschen, Fracht usw. 6000 Mk., 6. Ver- schiedenes 3000 Mk. Tie Kredite unter 1—6 sind gegenseitig übertragbar. Aus Position 6 steht dem Präsidenten für die Zwecke der Repräsentation, soweit solche erforderlich wird, ein Aversionalbetrag bis zu 2000 Mark zur Verfügung. Deutsches Reich. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" mitteilt, wird der Kaiser vor seiner Abreise nach dem Süden das gesamte P r ä | i d i u m deS Reichstages in Audienz empfangen. Die Audienz ist auf Donnerstag mittag s/*l Uhr im Berliner Königlichen Schloß anberaumt worden. Taö Oberhofmeisteramt in Wien erhielt am Mittwoch nach, mittag die amt lichetele graphisch eMeldungausBer- lin, daß Kaiser Wilhelm am 23. März, vormittags 11 Uhr, aus Berlin in Wien eintrifft, um den Kaiser Franz Josef^äus der Durchreise nach dem Süden zu besuchen. Tie „Tügl. Rundschau" meldet: An maßgebender Stelle wird mis das bestimmteste in Abrede gestellt, daß irgendeine M.in>sterverabschiedung bevorftcht. Auch die Meldung, da» die Verhandlungen mit England abgebrochen worden seien, ist unrichtig Tie Verhandlungen dauern vielmehr an, alS ob Churchill gar nicht gesprochen hatte. Allerdings sind 'sie seit etwa 10 Tagen aus dem toten Punkt angelangt. Die „Nordd. '2111g. Ztg." schreibt: Die „Nationalzeitung" hat m ihrer ^icndtagnummcr ein« Andeutung gemacht, als ob der eine zwischen dem Reichskanzler und dem Zentuum abgefartetc Sache gewesen ’f«. Wermut b habe vor acht Tagen noch nicht gewmß:, daß .alles langst abgemacht gewesen sei. In der Redaktion der , Ger- >mama" sei mait über sein nahes Schicksal besser informiert gc- Joefcn, als er lelbst. TaS Blatt ibridit in diesem Zusammen, bang von einer ungeheuerlichen Provokation, in der sich die Politik deS Reichskanzlers gefalle. — Alles, waS hier gefagt worden ist, ,st eine dreiste Erfindung. In der sächsischen 2. Kammer erklärte der Finanz- .Minister aus eme An'rage: Die Zeitungsnachricht, nach der sich wachsen i in Bundes rat gegen Die Erbschaftssteuer ausgesprochen habe, fei unrichtig. Tie Regierung sei jetzt wie rm Jabre 1909, für eine Erbschaftssteuer eingetreten und zwar in der Form, wie sie damals vorgelegt worden ist nur nm einigen Verbesserungen. Er habe sich aber dagegen gewandt daß jetzt eine andere Ätt der Steuererhebung vorgei'chlagen rotro, die aus staatsrechtlichen Gründen ungangbar erschien. Es sei also keine Wandlung in der Auffassung der sächsischen Staatsregierung eingetreten. Ter „Reichsanzeiger" meldet die Ernennung des Vortragenden Rates des Reichsschatzamts, Geh. Oberregierungsrat Jahn zum Unter st aatssekrelär des Reichsschatzamtes._____ Ausland. Das englische Unterhaus hat den MannschaftSbeftand der Flotte, wie er im Voranschlag vorgesehen ist, rinjhmnrig angenommen. Aus Teheran meldet das Reutersche Bureau: Z w e i E n g- länder namens Moir und Brooks, die der Firma Zieg- l e r angehören, sind auf dem Wege nach Sultanabad, etwa 30 Meilen südwestlich von Teheran beraubt worden. Mr. Moir ist zugleich britischer Vizekonsul in Sultanabad. Arbeiterbewegung. Eine Ausstarrdstragödie. Dortmund, 20. März. In der vergangenen Nacht wurde der Vorsitzende des Christlichen Gewer ks cha sts- Kartells in Lünen von drei Streikenden überfallen, zu Boden geworfen und mit Stöcken mißhandelt. Der Angegriffene rief um Hilfe und gab zwei Schüsse ab, woraus die Angreifer entflohen. Einer stürzte, von einem Schuß getroffen, tot nieder. Ter Angegriffene wurde nach der polizeilichen Vernehmung freigelafsen. Aus Stadt und Land. Gießen, 21. März 1912. * * Vorläufig keine Straßenbahn nach Wieseck. Die Stadtvertretung hat das Ansinnen der Gemeinde Wieseck, eine elektrische Straßenbahn nach Wiefeck ohne Zuschußleistung der Gemeinde Wieseck zu bauen, abgelehnt. Der Beschluß wurde von den zuständigen Ausschüssen einstimmig gefaßt. " Landes-Universität. Zum Projektor am städti- fchen Krankenhaus in Kiel wurde Or. msck. John Miller, Assistent am hiesigen pathologischen UniversttätS-Jnstltut, berufen. • • Stadttheater. Es sei auf die Benefiz-Vorstellung für Oberregisseur Hermann Bakof am kommenden Sonntag ganz besonders hingewiejen. Herr Bakof hat als DariieUer wie als Regisseur dem Publikum so viele Stunden künstlerischen Genusses geboten, daß sicher sein Ehrenabend em volles Haus zeigen ivird. Auch das gewählte Stück dürfte starke Anziehungskraft auSüben, denn der Autor von ,(Sldube und Heimat* bietet m „Erde* ein gleichfesselndes Charakterbild aus dem ihm so vertrauten ÜUtilieii des Tycolec Bauern» lebens, und Herr Bakof darf kernige Bauerngellalten — wie er jüngst wieder in „Bildschnitzer* beroiejen hat — zu seinen besten Schöpfungen zählen. * • Ein oberhessifcheS Kulturwerk. In dem gestrigen Bericht über das Wasserwerk Inheiden muß die '•Wenge des täglich nach Frankfurt gehenden WasierS auf 20 000 Kubikmeter und die Menge deS zurzeit täglich geförderten WasierS aus 22 000 Kubikmeter angegeben werden. • • ©ubmiifion bei den Kliniken nicht genehmigt. Wegen zu hoher Forderungen sind die von den Metzgern gemachten Slngeboie für die Fleischlieferungen 1912/13 von den Kliinkveiwultungen nicht genehmigt morden. Heber die Höhe der Offerten kann man zuverlässig nichls erfahren. Tie Kliniken, die seither Angebote nach Prozenten auf die ortsüblichen Ladenpreise für Fleisch und Fleijchwaren verlangten, sind bei der letzten Submifsion dazu übergegangen, Angebote zu Nettopreisen zu verlangen. Die Pleister, die auch auf Klinikslieferungen angewiesen sind, sind mit dem Modus nicht einverstanden und haben wohl deshalb hohe Preise verlangt, die der Staat eben nicht zahlen will! ** Die öffentlichen Schluß feiern der landwirtschaftlichen Winterschulen in Lich und Friedberg fanden^am 19. und 20. März statt. Die Schule in Lich war von 46 Schülern in beiden Klanen besucht, die in Friedberg von 64 Schülern. Die Winterschule in Lich besteht erst seit sieben Jahren und hat sich sehr gut entwickelt. Unsere Landwirte gewinnen glücklicherweise immer mehr Vertrauen zu den Lehrern der Anstalt und schicken ihre Söhne in immer wachsender Zahl der Schule zu. Der Kreis Gießen war in Lich vertreten durch Regierungsrat Dr. Merck. Der Vertteter des Ministeriums der Geh. Landesökoiwmieral Müller telegraphierte im letzten Augenblick, daß er durch die Landtagsverhandlungen vom Besuch der Prüfung zurückgehalten werde. Der Fürst zu Solms-Hohen- solms-Lich wohnte der Prüfung und Entlassung der Schüler bei. 3n Friedberg fand die öffentliche Schlußfeier tote gesagt heute am 20. statt. Auch hier fehlte der Regierungsvertteter aus dem gleichen Grunde roie in Lich. Die wohlhabende Wetterau liegt vor der Tür der hessischen Obstbau- und landwirtschaftlichen Winterschule. Vortreffliche Bahnverbindungen erleichtern den Be- luch der Winterschule. Sie besteht bereits seit 17 Jahren. Die landwirtschaftlichen Winterschulen in der Provinz sind Gründungen des landwirtschaftlichen Vereins der Provinz, der mit seinen Geringen Mitteln es wagte, die Anstalten ins Leben zu rufen. Später als die Forderung die Söhne unserer Bauern auch theoretisch besier für ihren Beruf vorzubereiten immer dringlicher hervortrat, gingen die An|lallen aus den Händen des Provmzialverems in die des Staates über, und entwickelten sich durch den größeren Aufwand und durch Heranziehung tüchtiger Lehrkräfte zu ihrer jetzigen Bedeutung. Heute Connten nur Die Anstalten gar nicht mehr entbehren. Unsere Landwirte müßten dergleichen Institute heute fordern, roeiut sie nicht durch die Fürsorge des Provinzial- vereins schon feit vielen Jahren ins Leben gerufen worden wären Unter den Schülern beider Anstalten scheint ein Wetteiser zu be‘- stehcn das Beite zu leisten. Die Väter oder Vormünder der lungen Leute wohnten den Prüfungen an und man mußte anerkennen, daß Lehrer und Schüler während der wenigen Wintermonate tüchtiges gelciitet hatten. Die Prüfungen verliefen aut bie ftreube darüber und ein berechtigter Stolz malle sich auf den Gelichtern der Vater der jungen Leute. Landkreis Gießen. b. Wieseck, 21. März. Am Freitag, den 22. l. MtS., abends 8 Uhr, findet Gemeinderatssitzung mit folgen-' öcc Tagesordnung statt: 1. Tie Anstellung eines Schul- Dieners vom 1. April 1912 ab. 2. Re,chSoerficherungSord- nung (hier Errichtung von Krankenkasien). 3. Anschaffung von Schulsubsellien. 4. Wahl einefl weiteren Schulvorstands- Mitgliedes. 5. Anfrage des KreiSamteS wegen Abhaltung eines HauShaltungSkurfuS. 6. Festsetzung eines Preises über Entnahme von EcmD am Badenburger Weg. 7. Gesuch der Leichenfrau (hier Besoldung). 8. Die Errichtung eines Neu- baucS von Möser L Ziegler, sowie von Karl Dorfeld in der Gießener Straß« (hier Genehmigung derselben). -m. Hungen, 20. Marz. Em schwere» Unglück wurde heute nachmittag 1 Uhr durch die Achtsamkeit emeS Lokomotivführers verhütet, der mit einer Maschine und Triebwagen von Friedberg nach Hungen fuhr. Kurz vor dem ohne Schranken befindlichen Uebergang zwischen Bellersheim iind TraiS-Horloff bcmetUc er cm mit einem Pferd bespanntes Gefährt, auf dem der Besitzer faß und das gerade den Uebergang passieren wollte, als die Lokomotive heranbranste. Ter Führer gab sofort Gegendampf, konnte eS aber nicht verhindern, daß der Hintere Teil des Wagens noch erfaßt imö der Lenker, sowie sein Pferd durch den Anprall auf die Seite geschleudert wurden. Sie kamen mit dem Schrecken und ohne bedeutende Verletzungen davon. --- Weickartshain, 20. März. Am Sonntag hielt Lehrer Veite von hrer bei einer Versammlung des Krie- gervereins einen Vortrag über Marokko. Tie Versammelten schenkten den Ausführungen lebhaftes Interesse und Präsident Schmidt sprach dem Redner Dank aus. Kreis Büdingen. (?) Aus dem Kreise Büoingen, 20. März Tie am 1. April in Kraft tretende neue Landgemeindeordnung bietet den Bürgermeistern Gelegenheit, ihre Dienstbezüge neu zu regeln. Deshalb hat bereits eine Besprechung einiger Bürgermeister unseres Kreises ftattgefunoeii, die folgende Forderungen aufgestellt haben: Für Zeitaufwand ein Grün dgehalt von 1 Mk. auf den Kopf Dec Einwohner- zahl, jedoch nicht unter 500 Mk., auch in der kleinsten Gemeinde des Kreises. Hierzu kommt eine Vergüiung für Bureau, Heizung und Licht, die allgemein aus 100 Mt. festgesetzt wird. Da künftig alle Gebühren in die Gerne inoe- kasse fließen, werden fie ourch ein Averjum dem Bürgermeister ersetzt, das nach dem seitherigen Einkommen unter Mitberechnung auch der uncnigeitlia) geleisteten Ar denen für Private zu bestimmen ist. + Nidda, 2U. März. Nachdem hier vor etwa fünf Wochen ein Falt sehr schwerer Blinddarm entzün- d ung vorgetommen war, tritt seit einer Woche diese rnank- heil hier fast epioemisch aus. In wenigen Tagen sind wieder sechs Personen aus Siidda, meistens Schulkinder, in Gießen wegen Blinddarmentzündung operiert woroen. Dazu tommen noch einige leichtere Falle, die ohne ärztlicljen Eingriff zur Genesung sühnen. Aussallend ist, dag in den Nachbarorten seit langer Zeit nicht eine einzige Ertränkung an Blinddarmentzüni-ung begannt geworden ist, abgesehen von der Epidemie vor Drei Jahren in Oder-Schminen, bei Der innerhalb acht Tagen 1> Mädchen, eine ganze Spinn- stubengesellfchaft, sich tu der Klinik zu Gikfzen einer Bllnd- Darmoperation unterziehen mußten. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 20. März. Nächsten Mittwoch, 27. März, findet bei der Feier des 75jährigen Bestehens des Pre- Digerserninars Die Cnlia|,ung oer zu Wirern aogelxiiöcn Kandidaten theol. statt. Der dermalige Bcstand ist 19 ilanöi- daten. Bon diesen werden 9 entlasien. Zu ilpum kommen die eben noch im Examen stehenden Herren von der Universität. Die Feier der Enimnuiig tmoet in oer ^staottirche statt. x Bad-Nauheim, 20. Marz. Als Dug der Ankunft der Kaiserin wird seit heute bereits Der 9. April genannt. Gefolge unD Dienerschaft sollen schon einige Tage früher eintreffen. Im Sanatorium Grövel, Das jetzt Den Namen Villa Grödel tragt, trifft man schon eifrig Vorbereitungen. Man hat beretts mii einigen Durch heu Besuch der Kaiserin notwendig gewordenen vaulicyen Ver> äiiderungen begonnen. — Das Tenniscafß in den Äolonnaoen ist heute wieder geöffnet woroen. — Unter Leitung von Dr. Hirsch veranstaltete der Alice- Fraueu verein einen S a rn a r i t e r tu r s us, der jetzt beendet wurde. Die theoretisch ausgebiLDetcn Damen werden sich nun noch praktisch im Krankenhaus zu Hilfs- schwestem für den Kriegsfall ausbllden. — Der unserer Stadt verliehene amtliche Name „Bad-Naul-eim" wird immer noch nicht genügend beachtet, vielfach auch nicht von Behörden. Durch Die Bezeichnung „Nauheim" sind Durch Verwechslung mit Nauheim bei Grotz-Gerau schon vielfach Mißverständnisse und Irrtümer enrstanden. In Der gestrigen Sitzung der StadtverorDneten brachte Stadtv. Kissel Diesen Gegenstand zur Sprache und richtete unter dem Beifall der Versammlung vor allem an die Behörden die Bitte, in dem richtigen Gebrauch des Namens unserer Stadt mit gutem Beispiel voranzugehen. Starkenburg und Rheinhessen. bs. Darmstadt, 20. März. Heute nachmittag wurde auf dem Hofe des Realgymnasiums ein Denkmal in Gegenwart des Großherzogs und des Prinzen Adalbert von Preußen cn> hüllt, das dem Kapitänleutnant Ludwig Fischer gesetzt wurde, der am 17. Januar 1911 beim Untergang des Unterseebootes „11. 3", dessen Kommandant er war, bei Heikendorf im Kieler Hasen den Tod fand. Mit ihm starben Leutnant zur S«e Kalbe und Rudermann Rieper. Kapliänleutnant Fischer war geborener Tarmstädter und ein Schüler des Realgymnasiums. Das Denkmal, das aus Sperrden von Freunden und Kameraden sowie von Schülern der Anstalt errichtet wurde, zeigt eine Bronzcme- b a i 11 e des Verstorbenen. Im Sockel ist eine Plakette eingo- lassen, auf der ein Unterfeeboot dargeftellt ist. =» Darmstadt, 20. März. Die Staatsanwaltschaft beim hiesigen Landgericht hat beantragt, das seit mehr als Jahresfrist gegen Geheimrat v. Soxhlet in München wegen Beleidigung des Geh. Hasrat Prof. Dr. Wagner in Darmstadt schwebende Verfahren ein ru stelle« und Soxhlet außer Verfolgung zu setzen. Die Einstelluna wird beantragt, weil Soxhlet der 8 1$$, Wahrung berechtigter Interessen, zustatten kommt. Kreis Wetzlar. = Hohensolms, 20. März Die Zusammen- legund der Ländereien ist in keiner Bürgermeisterei des Kreises Wetzlar soweit voraeschritten als im Hohen- solmser Land. LÜs letzte der 10 Gemeinden hat Bermoll mit einem Flächengehalt von 407 Hektar die Zusammenlegung beantragt. Die Gesamtgröße der Bürgermeisterei Hohensolms beträgt 6163 Hektar mit 3400 Einwohnern, die fast ausschließlich auf die Erträge des Ackerbaues angewiese« find. (BericbttfaaL Ter Cpielerprozeh gegen den Grasen Wolff-Mettervich. Berlin, 19. März. In der heutigen Verhandlung in da* großen Spielerprozeß gegen den Grasen Wolff-Metternich den Rumänen Bujes wurden die Plädoyers fortgesetzt. Der Verteidiger des Grafen Wolsf-Mettemich, Rechtsanwalt Dr. Alsberg, führte auS, daß der Staatsanwalt selber das Gefühl gehabt habe, baß er mit feinem Bortrage nur fe^r wenig für die Schuld der Angeklagten bewiesen habe. Der Staatsanwalt kann nich: eine einzige Erscheinung anführen, wonach er sagen könnte, so handele nur ein Falschspieler. Wenn man auf Grund haltloser Indizien den Grafen Metternich verdächttge, so muß man schon fragen, wer ist berat eigentlich ber Graf Metternich, baß man so mit ihm umspringt. Der Graf hat einen Kreditbettug begangen, bas ist richtig. Älber wenn alle Leute, die das getan haben, bestraft würden, so wäre der Sfrebitbetrug bas honorigste Vergehen bes ganzen Strafgesetzbuchs. Der Berteibiger schließt feine Ausführungen mit Dem Anträge, feinen Klienten freizul'prechen. Der Staatsanwall verwahrt sich gegen verfchiedene Vorwürfe des Ler- teibigerS Alsberg, baß er neue Momente in die Verhandlung hinnngeöracht hätte. Die beiden Verteidiger Metternichs gehen noch kurz auf die Andeutungen des Staatsanwalts wegen deS internationalen Rechts ein, woraus der Ängellagte Bujes das Wort erhält. Er beftreuct, daß er falsch geuncU hohc, äkmaib vcp» Mchaiiptuna Kewers Am 30. März beendige ich meine ärztliche Tätigkeit Professor Dr. Leutert 02371 Heuchelheim, den 20. März 1912. 2184 t. longue u. a. m. 2045 Johann, Gr. Pfandmeiffer. und vou 3 bis 5 Übr, statt. V1'/, B”, K. 12/12 Gießen, 20. März 1912. 02387 if Saatkartoffeln ver 100 Pfund Mk. 6.— K. 99/11. e Jena, 19. Marz 1912. 100 100 100 100 100 100 100 100 Scotts Emulsion wurde im Jahre 1876 eingeführt und ist seither in Tausenden von Familien ein Hausmittel geworden. Keine andere Lebertran-Emulsion blickt auf solche Erfolge zurück, darum verlange und kaufe man 6.50 5.50 5.50 6.- 6 — 6.— 5.— 5.— Die Geburt eines kräftigen Mädchens zeigen hocherfreut an Schlossermeister Karl Schmidt n. Fran Dina, geb. Weis. 02881 nur die echte Scotts Emulsion B letzte lltidiricbtcn« Aus der Hessischen Zweiten Kammer. § Dassel, 19. März. Nack) ferfiStöqiqer Verhandlung wurde der Raubmordvrozeß wegen den Kellner Fritz Cron, der unter der Anklage stand, am 19. September v. Js. seine verheiratete Schwester ermordet und beraubt zu haben, beendet. Zn der Verhandlung waren 150 Zeugen geladen. Der Staatsanwalt selbst plädierte aus Freisprechung. ' Demgemäß beschlossen die (Geschworenen, woraus Cron sreigesprochen und sofort aus der Hast entlassen wurde. Magdeburg, 20. März. DaS Jugendgericht verurteilte beute den Schüler Koch, der im Cflober v. I. den Oberlehrer des Realgymnasiums, I a in e r, durch Revoloerschüsse schwer verletzte und daraus Selbstmord zu verüben suchte, wegen versuchten Totschlags zu vier I a b r e n Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft. W. Flensburg, 19. März. Wegen SittlichkeitsvergebenS verurteilte das 'Marineli iegsgericht einen Unteroffizier der Garnison Sonderburg zu sechs Wochen und einen Tag Gefängnis. Der Verurteilte zog lo’ort einen Revolver hervor, gab zwei Schüsse in die Lust ab und tötete sich dann durch einen Schuß in die Schläle. 2imilid}tr lüeuerDüicbi. Oeffcntlidier Wetterdienst, Gießen. WetteranSsichteu in Hessen für Freitag, den 22. März 1912: □leifl trüb, Regensälle, Temperatur ivcnig verändert, starke west- liehe Winde. Wandern und Helfen* Verkehr-buch vom Vogelsberg mit Karte vom Vogelsberg und läintlicheii Markierungen, l : 100 000. Verlag von wnüao Mandt, Lauterbach. Tas VerkebrSbuch ist für den Touristen und den Besucher deS Vogelsberg« benimmt. Tie Karte umfaßt da« ganze Gebirge und gibt übersichtlich und deutlich die Boden- beschafienheu an, die Verteilung von Wald und Feld, die Wasserläufe, Eisenbahnen, Haupt- und Nebenstraßen und Wege, die Markierungen, und bleib, trotz der Fülle einfach und leicht lesbar. — Vraltijch ist die Uebersicht und ein Verzeichn,- der wichtigsten One und Berge. Kurz, schlagwartmäßig iverden da Einwohnerzahlen, Bildungsstätten, VerkebiSanualten, SehenSivürdigkeiien, Hotel- und Wirtschaften auaemertl in alphabetischer Jleibcuiolge. Io daß d,e Karte glücklich und ausreichend ergänzt und der Tourist sofort hinreichend orientiert ist.— Eine Neuerung ist die Vorrede: Ausführlich erzählt da Franz Como von der Schönheit der Voaelsverger Landschaft vou sagenhaften Vlätzeu, ivie vom Toten kuppel bei Meiches, vom Frühling und vom Herbst tm Gebirge, vom Oberwald und seiner Poesie, vom alten Vulkan, von Dörfern iuid Städtchen, der alten Zeit und neuen ,J,eu, vou Schlössern und Blirgen und der Kunst, die einst auch in dem Gebirge ihren Sitz hatte. Tie Schilderung in ihier Farbigkeit, ihrem Humor, in der Warme deS Ton« und der lyrischen Pracht der Sprache wird wohl manchen Toutisten in die Kunst des WanVeinS naher emweihen lind der Verlag hofft, daß er dem Besucher deS Vogelsbergs nicht allein ein piafnirbee VeikehrSbuch, sondern auch eine Freude mit auf lernen Weg geben kann. Universitäts-Nachrichten* 0 Marburg, 20. März. Dem Tirettor des Zoologischen Institut«, Pro'essor Dr. Kor schelt, der kürzlich einen ehrenvollen Ruf ablehnte, wurde der Titel Geheimer Regierungsrat verliehen. Nur kchl mit tiefer viarle—demFischer — bm »arcr.ht. tzcichrn bei Scott* !*«■ »ttlaljruUl Danksagung. Für die Beweise herzlichster Teilnahme an dem Hinscheiden unserer lieben Frau Marie WMllll geb.Mllller sagen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. J.d.N.: Georg Sidmauu. Optima-Fahrräder w ewttmrettawt 61« e. ßiMMrtc*. ßertane ,» «le»«». Dbüriugcr Bauern-Handkäse aCerfemfte goldgelbe Ware, 1000 Stück38.- Mk.nkl. Kiffe Habe mich in Homberg an der Ohm niedergelassen. 02374 Adalbert Becker Rechtsanwalt. Scott§ Emulsion ist die erste seit Jahrzehnten in der ganzen Welt bekannte und beliebte Lebertran- Emulsion. Alice-Schulverein Abt. I: Gewerbeschule. DieÄDSslellüDgderArbBilsDöesHandafbeiiÄlebreriiiDensemiDars findet Samstag, den 23. Mär», von 10 bis 12 Ubr Entfkttmigs-Tablcttrn: „Coronova" ^arienbader» zur gefahrlosen Entfettungskur ohne e Verluste: die Franzosen verloren 10 Tote Kuldscha, 21. Marz. Hier entstand eine Revolte, ht deren Verlauf die Chinesen eine selbständige R c b u b I i f Z | i gründeten. Zwischen Chinesen und Mandschus berrfdxn fort, gesetzt Kämpfe. gelS von Juwelen im Werte von 20000 Dollars verhaftet wer- ^n sollte, im Hotel erbangt ausgefunden. Sie hinterließ einen Vries, worin sie sich al» schuldig bekennt Aus Tunmero in Pennsolvanien wird gemeldet, daß dorr ein Haus durch eine Dynamitbombe in Die Lust gesprengt wurde. A ch t Bewohner sind getötet worden Ein in dem daus anwesendes Mädchen wurde gegen einen Baum geschleudert. Vermischte». ♦ Ein Kampf mit Räubern. In Lodz überfielen bewaffnete Räuber einen Kassierer der Aktiengesellschaft Louis Geier, der eine zur Lohnzahlung an die Arbeiter bestimmte Summe von 20 000 Rubel bei sich trug. Während sich die 9täuber bemühten, die Geldkassette zu öffnen, wurden sie von Arbeitern überrascht und -ergriffen die Flucht, wobei sie Revolverschüsse abgaben. Ein elfjähriger Knabe wurde verwundet. Einet der Räuber wurde bei der Verfolgung durch die Polizei gelotet. Er war im Besitze von drei Schußwaffen und vielen Patronen. * 86 Bergleute Vers chü ttet. Aus Fort Smith (Arkansas) wird unterm 20. Mär- gemeldet: In einem Kohlenbergwerk in Mc. Curtin in O klahena hat eine Explosion statt- gefunden, durch welche 8 5 Bergleute von der Außenwelt abgeschnitten worden sind. Eine Leiche ist bisher geborgen worden. Feuer und Rauch hindern das Rettungswerr Kleine Laqeschronil. Der Inhaber der Berlitz-School in Stettin wurde verhaftet, weil er junge Mädchen, die er durch Heiratsannoncen an sich gezogen hatte, unter dem Vorwand einer Heirat nach Südamerika gelockt und dort in öffentliche Häuser verschleppt hatte. Bei Helsingfors wurden 300 Fischer auf einer Eisscholle ins Meer hinausgetrieben. Auf der Strecke Mobile-Ohio wurde ein Perfonenzua durch vier Räuber zum Halten gewungen. Die Räuber erbrachen den Geldschrank des Zuges und erbeuteten 60 000 Dollars. Sic enttarnen. Eine reiche Witwe aus Kalifornien namens Balah Larsen, die nach dem Abschluß einer Weltreise von Paris in Neu Dort eingetroffen war, wurde, als sie gestern wegen S ch m u g Donnerstag, 11. April 1912, nachmittags 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Ludwig Lotb in Gießen zugeschriebene nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 1/1331 = 85 qm Hofrette in der Walltorstraße (Wall- lorftraße 23). Gießen, den 20. März 1912. Großh. Ortsgericht. Gros. Verzagen Sie nicht, versuch.Sieb.Kovfichm., Schlaflos., Aufreg. Dr. Bergmanns Nerventee „BeWe" «Herb. Beron.) Pack 50 Pf. u. 1. Mk. Adler Drogerie, SelterswL9,OttoSchaaf.^"' Donnerstag, 4. April 1912 nachmittags 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Samuel Elsoffer in Gießen zugeschriebene nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 1/562 -- 247 qm Hofreite in der Judengaffe iMarkt- ffraße 27). Gießen, den 19. Febr. 1912. Großh. Ortsgericht Gießen Gros. ~ An der Universität Greils wald findet vom 8. bi« 27. Fuli ein FeiienkurfuS (19. Jahrgang) fiait ordentliche Pro'effor der Hygiene und Direktor des bygie- nifchen Instituts an der Unioerfitäk Freiburg i. Br. Geh. Holrat Dr. Max S ch o 11 e l» u s ist md sein Anluchen wegen leibender Geninbheit auf 1. April 1912 in den Ruhestand verletzt worden; a>,S diesem Anlaß erhielt er das Koniinandeurkreuz zweiter Klasse des Ordens vom Zahrmger Löwen. Billige XaHf-Gdigenheit! Sroft Partit glißtistne Uochtöpfe i. Bräter inopoiert und emailliert weit unter Preis abzugeben. Nur so lange Vorrat reicht. 2940 Ludwig Kröll, Plockstraße Haus- nno Küchen Artikel Svezialgeichäft. fichert er daß er nie mehr in feinem Veden spielen werde, „«er- ff Fie mlchn,^ nach Vermutungen, sondern nach dem Gesetz Ich will Gerechtigkeu im Lande des großen Ffrieorick " Hierauf erhält Graf Wolff-Metternich dis Dort roürt>e üto- Jaupt nichts lagen aber ich bin verheiratet und muß an meine vrau-denken, damit die,e nicht glaubt, sie hätte einen Betrüger unö ,.,alschfp.tter geheiratet. Gras Metternich kommt dann auf seinen eriten Prozeß zurück und lagt, daß in dem ersten Prozeß dec Staatsanwalt seine Frau in der unobjektivsten Weise an- gegrincn habe Wie kommt der Staatsanwalt dazu, die Anklage gegen mich aufrecht zu erhalten, nachdem nicht der geringste Be- weis erbracht wer^n konnte. Ta müssen doch andere Motive Er sitze ichon feit 14 Monaten unschuldig in Untersuchungshaft. Ter Untersuchungsrichter habe ihm gesagt- Denn die Smelerafsare nicht gekommen wäre, so wäre wegen der Betrugsgeschichte überhaupt nichts geschehen Staatsanwalt: Ich werde den Untersuchungsrichter loden laffen. Gras Metternich bl"bt aber bei seiner Behauptung und sagt schließlich, er bittd nochlnatt bat Gericht, streng nach dem Gesetz zu urteilen und ich nicht becinftuifen zu lallen. — Der Staatsanwalt verwahrt sich nochmals gegen den Vorwurf, daß er den Prozeß verschleppt toe: — Angeklagte Buies sagt noch, er wolle leinen Sündenbock machen, well Stallmann und Newton nicht da seien er vertraue aus die Gerechtigkeit der Richter und bitte, ihn nicht am Vermutungen und Verleumdungen zu verurteilen — Nach kurzen Erwiderungen des Grafen iWetternirf), während welcher der Vorsitzende wiederholt droht, ihm das Wort zu entziehen wenn er sich nicht mäßige, wird die Verhandlung unterbrochen' pnd dre Fortsetzung auf morgen nachmittag 1V3 Uhr vertagt. ToS Urteil. Berlin, 20. März. In dem großenxSpielerprozeß gegen den Grasen Wolff-Metternich unh den Rumänen Bujes wurde heute nachmittag gegen 3 Uhr folgendes Urteil verkündet- Der Angellagte Bujes wird wegen Betruges in mehreren Fällen »u zwe, Fahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt von denen neun Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt wurden. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Der Angeklagte Graf Wolfs Metternich wird wegen Betruges m einem Falle (Oberkellner Ziehenberg) zueinerWoche Gefängnis verurteilt, welche als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt wurde. In den übrigen Fällen erfolgte Freisprechung. Graf Wolfs-Metternich weinte bei Verkündigung des Urteils sehr heftig. Der Angellagte Bujes erklärt, die Strafe nicht annehmen zu wollen. Graf Wolff-Metternich gibt vorläufig keine Erklärung ab. Er bittet den Präsidenten noch einmal um Entschuldigung, wenn er in der Verhandlung öfter sehr erregt gewesen sei und dankt dem Präsidenten für das Entgegenkommen, das er ihm bezeigt habe. Der Haftbefehl gegen den Grafen Wolff-Metternich in dieser Sache wird aufgehoben. Tamll ist der große Spielerprozeß, der am 28. Februar begann, nach dreizehntägiger Verhandlung beendet. billigste Bezugsauelle für Wiederverkäufer. Walter Fischer, Käserei - Grobbc- trieb, Buttstädt Tbür. (D*4, Tpargelpflanzerr Tchneekom, frört Pflanzen, 1* und 2-jährig, empfiehlt Gärtnerei Liest, 02277 Schiffenberger Weg. Neu!! Neu!! Neu!! In meinem Vertage erschien soeben: Von besonderer Schönheit: Quedlinor-Eierfarben, (Mesenflguren u.Bilder z. Aufitdlen , Cuedlinor-Papier, Oetare-Papier i Die hiermit geflrtien u. dekorierten tie- fSrben nicht tb und erbe ten netOrnchen Kochgiene, blinde und Geflise bleiben «über. 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L.) und Dr. Osann Mail,) über die Freifahrt- farten und die Diäten der Llbgeordncten. Staatsminifler Dr lc> 3al«»*ee err.H SeeyMak-gti. H. Timmann, Hannover tOE uxibe ru-xu: lup. 0 ■, .11 ■*. । xn. H*eeo» WU»iinii« *** runta*u. ■1 und Dr. Osann Mall,) über die Freifahrt- Diäten der Abgeordneten. Staatsminlstcr Tr. Ewald führte aus, btt Regierung habe wegen her Freikarten alles getan, um die berechtigten Wünsche der hessischen Abgeordneten zu erfüllen. Aber man länne doch nid# mehr verlangen, als auch die preußischen Abgeordneten hätten. 2ic noch ausstehenden Kapitel wurden angenommen. Prä- lident Köhler stellte fest, daß die Voranschlagsberatung in diesem Fahre 22 Sitzungen statt im letzten Jahre 16 erfordert habe. Hierauf tritt eine Pause ein Biograph Blockstraße 18 02390 Plocksttaße 12 Ein Programm von seltener Schönheit! Großes Theaterdrama in 3 Akten. Von ersten Pariser Bühnenkräften meisterhaft gespielt. Tante Ursula in Haremsnöten Großer humoristischer Schlager, 350 Mtr. lang. 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