Nr. 96 Ter ««ebener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich «tebenerZamilienblätlks uvennal ivörtientLKreis; blatt sürden Ureir«iehkn (Tiensr.ig und Freitag), zweimal monail. Land wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschliisfe: füi die Redaktion 112, Verlag n. Erpeditwn 51 Adresse 1üt Depeschen: Anzeiger «tcheu. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer biS vormittags 9 Uhr. Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 24- April «912 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsbrud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vnch- und Zteindruckerel R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: 5chulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 209 Geschäftsstelle Bahnhofstraße I6a. Bezugspreis: monatlich75P«^ vierteljährlich -DK. 2.20 , durch Abhole- il Zweigstellen inonatlich 65 'Vf.: durch die Post Mk.2.— viertel- lährl. ausschl. BesleUg. Zeilcnvreis: lotallö'VC, auSw.irlS 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Berautivortlich für den politischen Teil: ?lugust Goetz; für .Feuilleton', .Vermischtes' unb .Gerichtssaal": H. Neurath; für .Stadl und Land': E.Heß: für bcn Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Die Beratung der wehroorlagen. Die Stimmung des Reichstags ist, trotz der Haltung der 110 Sozialdemokraten, einmütig für die Verstärkung der deutschen Wehrmacht; das bewies auch der zweite Tag der Beratung im Reichstag. Der konservative Redner Edler zu Putlip drückte der Regierung das Vertrauen aus, daß sie zum Ausbau von Heer und Flotte genug fordere mit) polemisierte gegen die Sozialdemokraten. Tabei leistete sich der Abg. Lcbebour den Zwischenruf, die Funker feien in die Kriege gezogen, um zu verdienen. Diese törichte Beleidigung lverden auch diejenigen zurückweifen, die mit den Junkern und ihren Interessen nichts gemein haben; Herr Ledcbour ist eben ein Bramarbas des Radikalismus und liebt Kraftausdrücke. Das Haupiereignis der gestrigen Sitzung lvaren die Reden der liberalen Parteiführer. Bafscrmann spro/h ausgezeichnet. Er hielt sich nicht so ängstlich in den vier Wänden der engeren Häuslichkeit wie es der Reichskanzler getan hatte, sondern rückte ent- sckstcden mit großzügigen Gesichtspunkten heraus, indem er auf die Marotkolrife zurückgrisf, und unterzog eine Menge wichtiger Einzelfragen einer interessanlen Besprechung. Was der Reichskanzler in dem Zeitalter der Lustschissahrt an nützlichen Betrachtungen sorgsam im Busen verwahrte, das kündete der beredte Mund des nationallibe- ralcn Führers. Mit sehr guten und durchschlagenden Gründen führte er der Regierung vor, daß der Steuer- und Teckungskurs auch nach einer andern Richtung gehen könne und stellte besondere Anträge in Aussicht. Die Schwenlung in der Haltung des Kanzlers seit der Eröffnung des Reichstags, worauf wir früher schon hingewiesen haben, zeigte Bassermann an den eigenen früheren Worten des Kanzlers. Er verwies auch auf das Satyrspiel, das sich nach der entscheidenden Bundesratssitzung abgespielt hat, ferner auf die vielen finanziellen Absichten, die der Reichstag sich früher rurechtgelegt hat, aus die Ermäßigung der Zucker- steuer, des Grundstückumsatzstempels, die Herabsetzung der Altersgrenze bei der Reichsversicherungsordnung und manches andere. Wo bleibt die Deckung?, so fragte er und äußerte die Vermutung, daß nach des Staatssekretärs Tir- piü Ausführungen später noch Teckung für Materialreserve gesucht werden müsse. Seine Vergleiche mit ^Maßnahmen Frankreichs, die Warnung vor der lieber alt erung des deutschen Ofsizierkorps waren recht eindrucksvoll. Dann nahm Bassermann die historischen Verdienste des Staatssekretärs v. Tirpitz gegen seine Angreifer in Schutz und zeigte, wie auch sozialdemokratischen Blättern das Anwachsen des französischen Chauvinismus nicht entgangen sei. Ter Abgeordnete Dr. Müller-Meiningen, der die Ansichten der Fortschrittspartei darlcgte, stimmte erfreulicherweise den Wehrvorlagen gleichfalls zu und äußerte sogar noch besondere Wünsche und Besorgnisse, indem er yervorhob, daß bei der Ausrüstung unserer Wehrmacht das Beste gerade gut genug sei. Gegen die Teckungsvorschläge der Regierung wandte er sich noch schärfer als der Vorredner. Innerhalb der alten Parteitradition warnte er vor der Bindung des Etatrechtes auf fünf Jahre und schüttelte die Regierung kräftig ob ihrer Inkonsequenz und Unzuverlässigkeit. Dagegen waren seine Ausführungen über die englischen Abrüstungsvorschläge ein bißchen unvollständig, und bei der Verteilung der Vorwürfe gegen die Chauvinisten ließ er diejenigen in England und Frankreich entschieden zu kurz kommen. Mit Recht hat nach ihm der Redner der Reichspartci, Frhr. v. Gamp, ihm vorgehalten, toenn die deutsche Regierung gegenüber der englischen nicht Vorsicht walten lasse, würde diese ein Flottenabkommen vielleicht damit übergehen 'können, daß sie neue Schiffe von Kanada oder Australien bauen lasse. Außerdem würde die britische Regierung sich ja nicht nur nach Deutschland richten, sondern auch nach den übrigen Staaten. So ganz einfach ist die Abrüstungsfrage also nicht, das haben auch fortschrittliche Blätter entschieden betont, zum Beispiel die „Voss. Ztg.", deren Ausführungen wir seinerzeit hier wieder- gegeben haben. Herr Dr. MüNer-Meiningen rief zu Erwiderungen die Staatssekretäre Kühn und v. Tirpitz auf den Plan. Herr Kühn verteidigte sich gegen die sarkastischen Wendungen des fortschrittlichen Führers, und Herr v. Tirpitz legte sehr glaubhaft dar, daß das vielgenannte Prefsebureau des Reichsmarineamts nur aus drei aktiven Offizieren bestehe, die zu besonderer Agitation weder Zeit und Gelegenheit, noch besondere journalistische Befähigung hätten. • Die Rede des Reichskanzlers hat bei ihrem ruhigen, friedlichen Ton im Auslande natürlich kein besonderes Aussehen gemacht. Uneingeschränkte Zustimmung findet er in Wien, und im österreichischen Wehrausschuß hat der österreichische Ministerpräsident genau dieselben Argumente gebraucht wie Herr v. Bethmann-Hollweg. Tie „Times" verfällt aber auch heute noch in die alten englischen Verdrehungen und tut so, als könne sie den deutschen Rcgierungsftandpunkt nicht begreifen. Natürlich, weil das englische Interesse es erfordert. Viel einsichtsvoller ist der „Temps", der bestätigt, daß Deutschland mit der Erhaltung seiner Schlagfertigkeit nur seine Pflicht tue: Eine St mme au8 Frankreich. In einer Erörterung der gestrigen Rede des Reichskanzlers schreibt der „Temps" unter anderem: Turch die neue Wehrvorlage gibt "Deutschland seinen Nachbarn kund, daß es die ihm durch seine Geburtsziffern zur Verfügung stehenden Hilfsquellen bis auf das Aeußerste ausnutzen will. Tamil macht Deutschland nur von seinem Recht Gebrauch und erfüllt nur seine Pflicht. Jedes Volk muß angesichts der Weltlage seine .Strafte auf eine mit seiner Bevölkerung und seinem ftrebit in Einklang stehenden Höhe bringen, weil, wie der Reichskanzler sagte, die Vorteile der militärischen Strait nicht nur im Striegc zum Ausdruck kommen, weil das Ansehen der Völker im Frieden nach ihrer Kriegstüchtigkeit bemessen wird. Unter diesen Verhältnissen muß jede Regierung den Rüstungen ihrer Nachbarn die größte Aufmerksamkeit schenken und womöglich gleichzukommen trachten, ohne sie zu kritisieren. In diesem Sinne sollte die öffentliche Meinung Frankreichs die deutsche Wehr- vorlage auffassen und sie kann dies um so leichter, als die Armee im Leben Frankreichs nunmehr den ihr gebührenden ersten Platz einnimmt. Alle Franzosen haben im Vorjahre die nationale Wahrheit begriffen, daß die brutale Kraft den einzigen Schutz der idealen Güter bildet. Tas Echo brr Reichskanzlerrede in Wien Wien, 23. April. In Besprechung der gestrigen Rede des Reichskanzlers schreibt das „F r e m d e n b l a t t" : Ter Reichskanzler bewies in treffender Weise in seiner Rede, daß, je stärker die Rüstung, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist. v. Bethmann will nicht baraitguicrcn, will nicht überreden, sondern Überzeugen, nicht durch Sensationen agitieren, sondern durch reale Tatsachen zu einer realen Beurteilung der Bedürfnisse des Reiches führen. Ter Friede ist tatsächlich nicht gefährdet, aber die Möglichkeit einer solchen Gefährdung ist noch nicht aus der Welt geschafft. Tie vom Reichskanzler in dieser Hinsicht aufgestellten Gesichtspunkte gelten nicht nur für Teutsch- land, sondern für alle Staaten. Liest man den ersten Teil der Rede des Reichskanzlers, wo er für die Notwendigkeit einer Ausgestaltung der Wehrmacht eintritt, so muß man fühlen, daß sie auch bei uns von unseren parlamentarischen Vertretungen gehalten werden könnte. Im österreichischen Abgeordnetenhause beginnt die Ausschußberatung der Wehrresorm. Turch einen glücklichen Zufall gibt da die Rede des Reichskanzlers aktuelle Argumente. Man wird sich überzeugen können, daß die Gründe, welche für die Stärkung unserer Wehrmacht so oft ins Treffen geführt wurden, keineswegs eiiu festige Meinungen, sondern allgemein gütige Tatsachen der Wirklichkeit sind. „Wehe dem, dessen Rüstung lückenhaft i st", sollte auch die Warnung für uns fein, daß mir nicht noch länger unsere Wehrmacht im Zustande organisatorischer Stagnation verharren lassen. Tie österreichischen Wehrvorlagen. Wien, 23. April. Der Wehrausschuß begann die Generaldebatte der W c hrv orl agen. Der Ministerpräsident lvies auf die geänderte Lage in Ungarn hin, welche eine baldige Ueberwindung der den Wehrvorlagen entgegenstehendeii Hemmungen gewärtigen lasse. Er führte aus, die Wehrreform soll die Bedürfnisse der militärischen Machtstellung der Monarchie mit denjenigen der Bevölkerung in Einklang bringen. Die Notwendigkeit hierzu erwächst aus den maßgebenden Verhältnissen so organisch und wird so allgemein anerkannt, daß es gar keinen Zweck hat, irgendwelche attuellen Momente der äußeren Politik ins Treffen zu führen und eine Jo weitgehende Reform unter dem Titel „Gelegenheitsmaßnahme" in die Wege zu leiten. Die auswärtige Lage bietet auch, wie ich mit Genugtuung konstatiere, keinerlei Anzeichen, daß unsere friedlichen Beziehungen zum Auslande gefährdet sind und wir in die Lage versetzt werden könnten, von den Verbesserungen unserer Wehrkraft Gebrauch zu machen. Immerhin läßt sich nicht verkennen, daß au verschiedenen Punlten der Erde mamiig- sach sich Zündstoff aufgehäust hat. Gerade die militärischen Engagements, in denen sich zurzeit einzelne andere Staaten befinden, find ein schlagender Beweis, daß auch rein wirtschaftliche Interessen zu ihrer erfolgreichen Geltendmachung unter Umständen bei einer entsprechenden militärischen Machtentfattung nicht eintreten können. Ich will gewiß nicht schwarz malen. Es ist auch Gott sei Dank fein Grund dazu. Aber gerade dieser edle Gedanke, der in diesem Ausschüsse so überzeugte Anhänger besitzt, daß die friedliche Entwickelung der Völker von außen her nicht gestört werden soll, enthält meiner Meinung nach den mächtigsten Impuls, der gesunden Entwickelung der Wehrkraft unsere volle Aufmerksamkeit znzuwenden, damit sie auch Gewehr bei Fuß bcn vaterländischen Interessen einen sicheren Rückhalt zu bieten vermöge. In diesem Sinne bitte ich Sie, sich die eheste Erledigung der Ihnen verfassungsmäßig zukommenden Aufgabe angelegen fein zu lassen. Der italienisch-türkische Krieg. Tas ita ienische Geschwader. Saloniki, 23. April. Die Kabelverbindung mit Chios, Tonedos, Rhodos und I m b r o s ist unterbrochen. Jmbros berichtet jedoch mittels Helio- araphen, daß 20 italienische Kriegsschiffe vor oer In s e l vorüberfuhre n in der Richtung auf die Dardanellen, lieber Hawala trifft die Meldung ein, daß vor Lemnos lebhafter Verkehr italienischer Kriegs- schiffe herrscht. Die Landung der Italiener ist aber noch nicht erfolgt. Saloniki, 23. April. Sieben italienische Kriegsschiffe kreuzen beständig zwischen Enos und den Inseln Jmbros, Tenedos, Lemnos. Vor Chios liegen sieben Schiffe, wahrscheinlich Instruktionen abwartend. Ein aus neun Schiffen bestehendes italienisches Geschwader liegt vor Mudros auf Lemnos, wo zwei Transportschiffe mit Kohlen und anderen Vorräten eintrafen. Von den Befestigungen des großen Kaps Karaburun wird gemeldet, daß in der Ferne vier italienische Schiffe gesehen wurden und wieder verschwanden. Rom, 23. April. (Agenzia Stefani.) Eine Flottendivision unter dem Befehl des Admirals Presbitero hat die Insel Astropalia besetzt und dort eine Basis $l?atefpearcs Totenmaske. — Weimar, 23. April. Tie Jahresversammlung der Teutschen Shake- spcore-Gcscllschaft ist heute vormittag im hiesigen Arm- brustschützcnSaal zusammengetreten. Nach dem großen Festvortrage des Professors Gregor Sarrazin 'Breslau) über „Shakespeare als Landmann" führte Dr. Wislicenus (Darmstadt) die Totenmaske Shakespeares, die in Mainz gesunden worden ist, int Original vor. Der Gelehrte hat im letzten Herbst auf einer englischen Studienreise in Stratford on Avon die Maske mit der Grabesbüstc sorgfältig verglichen und teilte henke unter gespanntester Kuhnert- samten des Auditoriums seine hochinteressanten Feststellungen mit. Ter Redner berichtete zunächst, daß die von ihm vorgeführte merkwürdige Reliquie von dem Maler Ludwig Becker, einem Bruder des Privatsekretärs des Prinzgemahls Albert von England, im Jahre 1849 in Mainz entdeckt worden ist, wo sie bet der Versteigerung der Kunst- und Raritätensammlung des Tomherrn Rcichsgrafen Franz v. K e s s c l st a 11 im Jahre 1842 von einem Trödler erworben worden war. Daß diese Vorgänge durchaus natürliche sind, und daß es niemandem eingefallen war, auf die Totenmaske einen besonderen Wert zu legen, sei selbstverständlich, fra man früher Totenmasken gering schätzte. Die Mainzer Antiquare haben die Maske „wegen ihres melancholischen Aussehens" mäst kaufen wollen. Den Totenmasken Tantes, Raffaels, Beethovens und vieler anderen sei es ebenso ergangen. Tie Totenmaske Shakespeares sei in der Familie Becker verblieben. _ Im Jahre 1875 sei im Shakespeare-Jahrbuch Schoafshausen Jüi" sie eingetreten und der amerikanische Maler P a a ß habe sie -durch eingehende Messungen mit Shakespeares Grabesbüstc zu ctratforb verglichen: der Maler sei zu der übrigens von einer qanzen Reihe von Autoritäten geteilten lieber»cugung gekommen, 1)0f> diese Grabesbüstc mit Benutzung eben dieser Totenmaske her- qeftellt sein müsse. Graf Kesselstatt habe in Mainz ein Palais .befenen, das bei der Beschießung von 1793 zerstört wurde. Ter Graf sei gegen Ende des Jahrhunderts u. a. nach England gereift, um dort für die beschädigten Sammlungen Einkäufe zu machen, ^.ort icheine er die Maske als Pendant zu einem Totenbildchen erworben zu haben, mit dem sie im Profil eine entfernte Aehw- lichleit besitze. Tas Bildchen kaufte er als „Shakespeare", es stellt aber J3en Jonson auf dem Totenbette bar, den Freund und Kollegen Shakespeares, der 1637 starb, welche Jahreszahl das Bildchen trägt, während in die Totenmaske in Settern aus jener Zeit die Jahreszahl von Shakespeares Tobe, 1616, eingeritzt ist. Tie Maske finde wegen ihres genialen Ausdruckes die Bewunderung aller Kenner. Taß sie trotzdem noch nicht allgemein bekannt sei, habe seinen Grund darin, daß die Shakespeare betreffenden wissenschaftlichen Fragen im allgemeinen philologischer und literargeschichtlicher Natur sind, so baß bie Forscher sich nicht mit der Maske zu beschäftigen verstanden. Auch Kunsthistoriker, wie z. B. der Engländer Spielmann, verstehen es nicht, die Frage richtig anzugreifen: sie operierten mit Gutachten, Behauptungen und Gefühlen statt mit historischen Beweisen und finden den sicheren Weg der Wissenschaft nicht auf. So sei z. B. die Meinung laut geworden, Graf Kesselstatt könne Ende des 18. Jahrhunderts bie Maske in Englanb nicht gekauft haben, ohne daß der Verkäufer an bie Oeffentlichkeit appellierte. Gerabe bas Gegenteil seither Fall, weil man Totenmasken mfieb, ba sie das entstellte Totengesicht mit all seinen traurigen Realitäten zeigten. Unb gar bas Jonson-Bilbchen mit ber Zahl 1637, bas von ber Maske begleitet würbe, habe man in Englanb als eine Fälschung gehalten. So sei die Maske ohne Aufsehen nach Teutsch- lanb gekommen. Taß bic Maske aber echt sei, beweise vor allem ihre Identität mit Shakespeares Grabesbüste in den Maßen. Tas Ergebnis der Untersuchung hat ber Reimer in einer demnächst erscheinenben Schrift in Wort unb Bilb niebergelegt. • — Das historische Museum der Pfalz in Speier hat zu seinem bisherigen reichen Bestand airsehnlichen neuen Zu- wachs erhalten. Abgesehen von den Ältsveierer Eskorialkopien des saliMn Kaiserhauses (1043) sind dem B. T. zufolge neu ausgestellt : die zwölf Apostel nebst Madonna, Freskomalerei aus Speier von 1265, das Bilbnis eines unbekannten Künstlers des kurpfälzischen Rates Knebel v. Katzenelnbogen von 1609, Golgatha, Miniaturmalerei des Johann Satob Besserer von Speier, 1637, eine Landschaft des Speierer Malers Brinkmann, ersten Galeriebirektors von Mannheim, um 1740, gestiftet von Dr. Fr. Bassermann-Jordan, eine herrliche Radierung von Joh. R u l a n d aus Speier, bie letzten Reste des Reichskammergerichts in Speier um 1810, ein Oelgemälde von Joh. Bern atz aus München, geb. 1802 zu Speier, Ephesus, gemalt um 1840, endlich das große sechsteilige Oelgemälde von dem aus Ludwigshafen gebürtigen Professor Julius Exter in München: Jubilate. ff. Eine L e uchtboje, die durch das Sonnenlicht ausgelöscht wird. In Leuchtbojen und auf Leucht türm en ohne Bemannung brennen die Lichter Tag und Nacht, und nur in längeren Abständen ist es nötig, daß die Gasvorräte oder bas Calcium Carbid ersetzt oder bie elektrischen Anlagen nachgesehen werben. Ein Amerikaner hat nun, wie die in Chicago erscheinende „Populär Electricsty" mitteilt, eine Leuchtboje erfunden, die selbst tätig dafür sorgt, daß sie nur während der Dunkelheit brenni. Die Lösung bet. Aufgabe ist überraschend einfach. Ter Erfinder bedient sich dabei her bekannten Eigenschcht des Elementes Selen, je nackt ber^ Beleuchtung verschieden große Leitfähigkeit für den elektrischen Strom zu haben. In der Leuchtboje ist eine Batterie angebracht, in deren Stromkreis eine Selenzelle eingeschaltet ist. Während der Dunkelheit, also nachts oder an .sehr trüben Tagen, findet der Strom in ber Selenzelle ein unüberwindliches Hindernis, sobald die Sonne aber die Selenzelle beleuchtet, wird sie gut leitend, und nun kann der elektrische Strom der Batterie einen Hebel auslösen, ber bie Gaszufuhr der Seudjtboje absperrt oder den elektrischen Strom für bie GlMampe ausschallet. Sobald es wieder dunkel wird, tritt genau das ErLzegengesctzte ein. — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissenschaft. In Stuttgart ist in einer Versammlung aur bem Rathause bic enbgültige ©rünbung bes Vereins Deutsches Symphoniehaus formell vollzogen worben. Ter Verein hat feinen Sitz in Stuttgart. Erster Vorsitzender wurde Erzelleu. Intendant Baron v. Pudlitz. In einer demnächst einzuberuienden Mitgliederversammlung soll ein größerer Ausschuß eingelebt unb auch ber Ort bestimmt werben, ber für bie Erbauung bes 3t)nv phoniehauses in Betracht kommt. — In V e n e b i g ist am Tiens tag die internationale Kunstausstellung eröffnet worden. Zugegen waren u. a. der Herzog von Genua als Vertret r bes Königs, ber Unterrichtsminister, bie Staatssekretäre des Auswärtigen unb ber Justiz, bas bidiomatische Korps, bic Behörbeu unb die Notabeln. Bürgermeister Graf G r i m a n i unb Minister Crebaro hielten mit großem Beifall aufgenomnicne Reben. Tie Ausstellung ist Prächtig gelungen. Teil deS BetricbtS. der in dem Exporte bc8 unter Verwen öung der in dein einen Staate gelegenen 'BetriebSftätte an- gefmiften Holzes in den anderen Staat bestedt, den beider- leittgen BetnebSstätten nur je zur Halile angerechnet. •• Tte VerkehrS-Emnabmen aus dem Personen» und Güterverkehr betragen nach oorläufiger ^eftftcriung : für die ElsenbahndirektionSbezirke Frankfurt a. M und Mainz: im Februar 9 665 000 Pik. oder gegen da4 Vor- jnhc mehr 831 000 1HL ---- 9,40 Proz.. in der Zeit vom Beginn deS Rechnungsjahres 130 887 000 Rik. ober gegen daS Vorjahr mehr 7 631 000 Vik. — 6,19 Proz.; für die Preußisch- Hessische Eisenbahngemeinschast: im Februar 166 699 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 20 940 000 Mk. — 14,37 Proz.. in der Zelt vom Beginn deS Rechnungsjahres 2 009 599 000 Mk. ober gegen das Vorjahr mehr 156 264 000 Mk. ---- 8,43 Proz. ventdches Neich. Der Präsident deS Reichstages, Dr. Kaempsl, hatte am gestrigen Dienstag abend die politische Welt »u einem Bierabend m das Reichslaasgebaude geladen. Wie die säntt- lick>en Parteien, so waren auch die Spitzen der Haatlicfcn und städtisck^en Behörden der freundlichen Einladung gefolgt. "Erledigte Lehrer stellen. Zwei kath. Lehrerinnen- stellen zu Heppenheim a. d. B. Eine eoang. Schulstelle u Rabertshausen. Zwei Stellen an der Gemeindeschule All Ober-Roden, von denen die eine mit einem eoang. Mehrer, die andere nut einer kath. Lehrerin zu besetzen ist. Dem eoang. Lehiec kann Organilicnbtcnft übertragen werden. Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Erbach (Kreis Heppenheim). Die Lehrer'teUe zu Gunzenau, mit )cr Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden ist. Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werden. " Die neue vierprozentige Stadtanleihe der Stadt Gießen im Betrage von 3'/, Millionen ist vom nächsten Dienstag ab zur Zeichnung aufgelegt. Die diesige Zeich- iiungSstelle befindet sich bei der Mitteldeutschen Kreditbank ES werden Stücke von 5000, 2000, 1000, 500, 800 und 200 Pik. zum Kurse von 98,90 °/0 auSgezeben. (Siehe Anzeige im heutigen Blatt.) " Jugendwehr. Am SamStag nachmittag 6 Uh> findet die erste Zusammenkunft der Gießener Ingend- iveh r für Schüler und für im Berufsleben stehende junge I 2eute im Hofe der ZeughauSkaierne statt. Ursprünglich wo, veabüchtigt, die schon geschäftlich tätigen jungen Leute füi Sonntag nachmittag einzuladen, weil eS aber für die Einteilung der Iugendwebr in Gruppen wünschenswert ist, dai alle jungen Leute anwesend sind, wurde die erste Zusammenkunft auch für fie auf Samttag verlegt. ** Ballonaufstieg Am nächsten Sonntag wird die Sektion Gießen deS Hessischen Vereins für Luftfahrt ihren ersten diesjährigen Ballonaufstieg veranstalten: un- Enver Bty gestorben ober zu ückvrrufen k Kairo, 23. April. Die Agenzia Stefani meldet unter dem 22. April: Enver Bey, der sich seit einigen Tagen in Mariut befand, wo er wegen SchNnertgketten, die sich der Fortsetzung der Rückreise entgegenstellten, Halt gemacht hatte, ist heute früh um 4 Uhr gestorben. Sem Tod ist infolge Brandes einer Wunde eingetreten, die er kürzlich im Kampfe mit den Italienern erhalten hatte. Türkische Rundschreiben geben dagegen bekannt, daß der Sultan Enver Bey den Titel Pascha verliehen habe und ihn zur Wiederherstellung seiner Gesundheit vom türkischen Kampfplatz in der Eyrenaika zurück- berufe. Enver Bey wird vorläufig bis zum Eintreffen Ejub Sabri Beys, der schon von Konstantinopel nach Sa- loniki abgereist ist, von wo er sich nach der Eyrenaika be- gcbcn wird, um das Oberkommando zu übernehmen, durch Aziz Bey vertreten. zur Versorgung der Schiffe errichtet. Die Besetzung dieser Insel, die große, sichere^Ankerplätze: un Ror den und Süden besitzt, wird ein wirksames Vorgehen zur Wegnahme von Kriegstontrebande ermöglichen. Tas Bombardement von Alattatk. Finauzaipiranten. 7. Anträge. 8. Verschiedenes. ** In Amerika verstorbene Hessen. Frau Elisabeth Diringer, geb. Blundschling aus Mainz, in Buwlo, 67 Jahrc alt. Peter Hofmann, 49 Jahre alt, in Broollpn, Samuel Katz, 61 Jahre alt, in Nomaha, Nebraska, Kaioor r I M a n t e l, 76 Jahre alt in Neuvork, Gtin, Jakob H erlern an n, 85 Jahre alt aus Wersau, in Quincy, Jll. tjrtau Anna e 1 Christina Walz, geb. Sck>rnidt, aus Seeheim, 63 Jahre all, Gattin von Reinhard Walz auS Hungen. Landkreis Gienen. -- Heuchelheim, 24. April. Im Gegensatz zuick Vorjahr scheint wieder eine regere ©autätt gleit ein- zusetzen. Baugelände wird je nach Lage zum Preise von 3.60 bis 4 Mk. der Quadratmeter abgegeben. — Wie sehr sich unser Ort vermehrt, geht daraus hervor, daß diesmal 70 Kinder in die Schule ausgenommen wurden. --Rödgen, 23. April. Vom 1. Mai ab wird hier eine Postagentur eingerichtet, deren Dienstitunden wie folgt festgesetzt werden: &) an Wochentagen: von 8 bis 10 oorm., von 11*/, oorm. bis 1 nachm. und von 3 nachm. bis 5 Uhr nachm.; b) an Sonn- und allgemeinen Feiertagen: von 8 bis 9 oorm. und von 12 bis 1 Ubr > nachmittags. Dem Lanbbestellbezirk bet neuen Post» agentur wirb Annerob und daS ForsthauS Hoch wart zu- geteilt. Von bem genannten Zeitpunkt ab kommt für bei Poltverkehr beiber Orte mit Dießen bie Ferntaxe zur An- wenbung. (Ter Erfolg ber Aenderung ist also vor alle« der, baß ber Postverkehr zwischen Gießen einerseits, bem ForsthauS Hochwart und Annerob zwar nicht verbessert, aber verteuert wird. Red.) K o n st a n 11 n o p e l, 23. April DaS Ministerium des Innern erläßt folgende Bcrösfentkchung über dasl Bombardement von Alatsats vom 20 April: Um 10 Uhr vor- mittags fuhr ein italienisches Torpedoboot.in bcu H^en in der Nähe der Radiotelegraphenstation und rekognoszierte dort. Später erschien em Kreuzer und war, im Hafen toter. Beide Tchisf- begannen mit- tags das Bombardement. Sie gaben 91 Kanonenschüsse ab, von denen einer den Turm per rfL------- station traf. Nach einer Unterbrechung von zehn Minuten I , setzten sie das Bombardement fort und gaben 2 1 7 Schuf sc | Kreisrinöerjuditoerein Gießen für vogelrbergcr Vieh. X Gießen, 24. April. In ber gestrigen Hauptversammlung des BezirkszuchtvercinS für Vogelsberger Vieh, die nachmittags int Cafs Ebel stattsand, waren folgende Onövereine vertreten: Gvoßen-Linden, Stockhausen, Äcickarlsliain, Leihgestern, Queckborn, Bellersheim, Watzenborn-Steinberg, Göbelnrod, Steinback), Heuchelheim, Lauter und Allendorf a. d. Lahn. Nach dem vom Vorsitzenden, Regie- rungSrat Merck, erstatteten Jahresbericht sind im abgelaufenen Jahr 17 neue Mitglieder eingetreten, so daß bereit Zahl jetzt 348 beträgt. ES wurden im letzten Jahre 11 Bullen und '72 Kühe neu angckört. Der Verein hat burrfj sechs Vorträge das Interesse für die Zucht deS Vogelsberger Rindes gefördert. Die Absicht, wegen der schlechten Futterernte in einer Versammlung die Land- wirte vor der Vcrsckfleuderung des VieheS au warnen, formte vom Vorsitzenden im Herbst v. I nickt auSgeführt werden, weil der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche wegen der AnsteckungS- Möglichkeit eine Versammlung von Landwirten verbot. Der Vor» sitzende bemerkt, daß er sich aber für verpstichtet gehalten habe, in einem Rundschreiben die Biebbalter vor dem übereiligcn Ver- kauf ihrer Tiere zu warnen. Aus der Mitte ber Versammlung wir berichtet, baß bie Futterknappheit im vergangenen Jabrc sich nubt so schlimm erwiesen Ixitlc, alS es anfangs schien, auch wurde festgcstellt, baß der BtRand an Vogelsberger Rindern im allgemeinen erhalten geblieben sei Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 288 Mk. und eine Ausgabe von 141 Mk. Das BereinSverrnögen beträgt 2100 Mk Reaierungsrat Merck macht Mitteilung von der Scklachthofstatistik ber Stadt Wetzlar. Danach waren mit Tuberkulose behaftet von geschlachtetem Rindvieh unter 39 Bullen, Bogelsberaerrassc. 15 Proz, 405 Ochsen, Dogclsbergerrassc, 10 Prozent, 304 Kühen, Vogelsbergerrasse, 7 Prozent. Dagegen bet anderen Rassen 21—22 Proz bri 653I Jlinbern Bogelsbergerrasse 4 Proz., gegen 7 ,^oa. bei anbctei »assen. Der Voranschlag für 1912, ber mit 436 Mk. ablrfilicEt .ourbe genebmigt und beschlossen, für die im -Lnborn-Steinberg, Gabelnrod, Heuck)elt,-c.m und Lauter. Als tern die Antwort d e r P s o r t e auf den Vermittelungs- K ö r t e r m i n e sind festgesetzt die Tage vom 6. bis 10. und Scblaa I 13. Mai Jungviehaufnahmen sollen den ^omrner über unter b:"r & n tt rt- n w t i n n h<>T 23 Avril. In der türkischen Hand vorgenommen werben. Don Guünberg aus ist angeregt, Antwortnote heißt eS, ^^ ^erlaute^ v^ Frie!>enS- dort ledes ^Jahr ^^^^ettetä? Schwarz bemerftc, daß fei SÄ» E Mctetg alle möglichen wirtschaftlichen Konzes|tonen in dieser Pro- k . bie3 ber ^.Qn, bann veranstalte ber Landwirtschaftskammer- vinz zu machen. k AuSstlpiß die Auktion gern, anders läge es mit ben Zuchtvieh- Gerüchtweise verlautet, so heißt es m einer anderen markten. Diese veranstalteten die bctrcrrcnbcn Stabte, bie auch S Ver SouVeri/n i t ä t'l e . 6 n T t« j. »o^en. ^.mben, Das beirfjäöißte ital'eniiche KriegS'ch'ss. einen Besckstuß, baß es notroenbig sei, in Giünberg einen Zuchtvieh- 'er slübrung des Herrn Dr. Stuchtey von Marburg 'Erde, ich drei Herren aus Gießen an der Fahrt beteiligen Dar Aufstieg findet um 9 Uhr vormittags vom hiesigen Gas- verk aus statt; mit der Füllung des Ballons wird um ;iUhr vormittags begonnen. Die sich legitimierenden Mitglieder des hiesigen Vereins für -uttsahrt haben mit ihren Angehörigen freien Zutritt Zum Fiillplatze »* Acht-Uhr-Ladenschluß in den ixreur- unb Barbiergeschäften. Der Friieur- und Per- uckenmachergehilfenverein hatte am Montag abend ui das Einhorn eine Versammlung einberusen, bei ber auch jie selbständigen Friseure zahlreich vertreten waren, ^.er Vorsitzende des Gehilfenvereins Höchst etter begruntetc inen Antrag der Gehilfenschaft, die Gescksaftozeit an den Hock>entagen, mit Ausnahme des Samstags von morgens , Uhr bis abends 8 Uhr zu begrenzen Der Redner wies- darauf hin, daß in Wetzlar und Marburg der 3 Uhr-Laden- ,chluß längst eingeführt sei und daß es auch tm Interesse er Prinzwale liege, wenn die Gehilfen un) 8 Uhr ihre ! Arbeit beenden können, da bis 9 Uhr doch nur aanz Der- inzelt noch Kunden zu bedienen sind, ^er Obermeister der Friseur- unb Perrückenmacher-Jnnung D i tz n e r erwarte, daß die Innung seit Jahren beim Kreis amt Schritte unternommen habe, um die von der Gehilfenschaft gewünschte Arbeitszeit auf bem Derordnungswege zur ^urch- sührung zu bringen. Das Kreisamt habe sich ablehnend Dagegen verhalten und so habe man sich damit getröstet, bä? die Arb.itszcil im Barbier- und Friseurg ro rbe durch Reichc-gesetz beschränkt würde. Es sei zu erwarten, dag bie gesetzliche Ordnung der Frage noch in die|em Jahre erfolgen werde. Ein freiwilliger Schluß der Arbeitszeit um 8 Uhr abends sei bei der Uneinigkeit der Meister in Gießen schwer herbeizu ührcn. In der Besprechung wurde darüber geklagt, datz der Arbeiter, der um 6 Uhr sckwn Feierabend mache, mit Vorliebe zwischen 8 und 9 Uhr I abends sich rasieren lasse. Man war der Ansicht, daß I ber Kundenkreis sich daran gewöhnen würde, vor 8 Uhr den Friseur aufzusuchen, wenn mit diesem Zeitpunkt geschlossen wird. Die Versammlung einigte sich, daß man vom 10. Mai an vier Wochen lang versuchen wolle, die Arbeitszeit im Frifeurgewerbe auf 8 Uhr abends zu beschränken. Führt sich dieser Geschäftsschluß ein, jo will man später darüber beschließen. Der Gehilfenvereinigung soll es überlassen bleiben, die Meister durch Unterschrift für den früheren Geschäftsschluß zu verpflichten und zu kontrollieren, wer nach 8 Uhr noch Kunden bedient. •• Fi» anzbeam 1 en - Vecsainmlun g. Am Sonntag. den 28. April bs. Is., findet in Darm stabt bie 14. Hauptversammlung bcS Vereins hessischer Finanzbeamten statt Es ist dafür folgende Tages- Ordnung aufgestellt: 1. Bericht über bie VeremStätiakeit im abgelaufenen Jayre. 2. RechenschaitSbericht unb Ent- Innung des Rechners. 3. Wadi des AusfchusieS. 4 Wadi des OrteS für die nächste Hauptversammlung. 5. Zeitschrift und Wahl der Mitgtteber zkim Zeitschnftbeirat 6. Besprechung über die Laae des Standes, emschl. der Aerhältnisse der •• Ein Jubiläum von Geheimrat HaaS. Gelegentlich einer jetzt von ber Landwirtschaftskammer in Ausarbeitung begriffenen Denkschrift wurde festgestellt, daß ber derzeitige Vorsitzende Geheimrat Haas bei den erstmaligen Wahlen zu der 1872 erweiterten Zentralstelle für die Landwirtschaft und die landwirtschaftlichen Vereine in einer damaligen Stellung als Kreisasseisor bei dem Kreis- amt Friedberg in diese Behörde gewählt wurde. ES sind also gerade jetzt 40 Jahre, daß Geheimrat Haas seine hervorragende Arbeitskraft der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt hat. , ** Der Konservator des Ob erhessisch en Geschichts-VereinS, Hauptmann a. D. Dr. h. c. Kramer, ist vom Kaiserlich Archäologischen Institut zum korrespondierenden Mitglieds gewählt worden. I HAKxZ 4W2 sanden ' k>'^ Odern, ,K I nh in trou^i : I«»« fl a Jütiftt r« ■*? Senilti” •. r;S#nSL I» MNl> »SV' « 5 » y aX7ncn Huhn! ■' ^E^usführung -jr. uw der A entgegen zu e Autzbach, 23; - luäber-iorb . vrrlich ten Bit ’ii «Kit- und Stemo ^ema) zurück, folgen l .: j- bald nach und ste ■ u Getreidefelder .','n Tie Aleeäcker liest Apri: etwas gel Ertrage. Liarstnburg ß. B. Darmstadt, ..wt Stabte wird auch Msorgedame* vorg :::::bnden-'Bfrfammlung --g Sradwodl voin , - ijr pilsskrast für d l-oliiiiofnvaltiing unterfiel .-'ilhästSbereich deS stö auch nicht zu polizeilu -'men oder zu Str :! n; vielmehr wird na ■?: ijjgabe da beginnen, für fie feine Ve '■ nifr Linie wird also uMhn von freiwilligen Äslge in Fällen der » 'Dläbd)en, der Wai rm. Darmstadt, :nb hessischer is fine hielt am Sonntag ’-ng ab, jn der Herr $ "’itn als Standcsbezeichr .MdeEntschließun - 21. April in Darm stad ^iitaöerbanto hessische -u. datz Lauimann keir ' 'chnnn^ sei, bie sowohl Ewigen Kaufleuten w ^ausmannschastwichi Vfi darüber zu streiten,1 der GrotzherzoM ^nöelskammern erwar von der Dresdener Ka: >ung der Bereichnung ^,e u Kaufleute nich ^deDarmstadt als v , , Kl , a Volzhausen, ;°®^en der Fa.nil ^'schlagenden Flamm .'."7 “n? unter schreck darauf. < 0m»r6Utgi ’M " ri9eiDe6?aU betQI rfuibe. $jeuJ^t tu W^eäF Krei ML 4. c|QMö,tOthh°.n beflim vitii* >'n nmtb,e ?" ’lt?8 ' "er «}. • >> °°° tiQl toi bfh 1 ü Lam Athen, 23 April. Bei Euböa ankerte am Sonn- j markt zu schaffen. ____________ __ abend vor dem Hafen ein KriegSs chisf oh ne F la g g s, . . .... daS von einem T o r p e b o j ä g e r g e s ch l evpt w'urbe. Es Au» M,u , e hatte eine fchwereBeschädigung oberhalb der Wasser» Wie- e u, 24. April 1912. tinie unb fuhr nach kurzem Aufenthalt südwärts weiter., »»Ein Staatsvertrag zwischen Hessen unb Wahrscheinlich^war es das bei der Beschießung der Darda- foesterre ich ist zur Vermeidiing von Tovpelbeiieucrimqen netten beschädigte italienische Kriegsschiff. abgeschlossen morden, der am 1. April b. IS. in straft ge- Ein neues Gefecht. I treten iit. Rach bem Vertrag werben hessische bezw. öfter- Rom, 23. April. Die Agenzia Stefani meldet auS re,ch,sche Ltaat-a,'gehörige im allgemeinen nur in dem Staat Buchamez : Gestern zeigten sich vor dem Fort Barke Lu bcn tueftcn Staatöfteuern herangezogen werben, in bem arabische R e i t e r g r u pp e n, die besonbers zahlreicki jt)rcn Wohnsttz haben. Bei Ho l zhanblern, welche in auS bem Süden und Südwesten hervorsprenaten unb sich . „n unb m Oesterreich Betriebswerkstatten haben, wirb ber nach den ersten Schüssen der italienischen Artillerie zer- s , v e B xs,.a imi-r 'U-rm-n. streuten. Heute früh griffen starke feindliche Massen mit Artillerie die italienischen Stellungen heftig an. Es entspann sich ein erbitterter Kampf bis pei Uhr nachmittags, welck>er mit einem vollständigen Siege der Italiener endete. An dem Kampfe nahmen teil: bas 60. Infanterie-Regiment, das 6. Bataillon der As- kariS, die Genietruppen und die gesamte Artillerie. Der Feind erlitt sehr große Verluste, die ihn zur Flucht veranlaßten. Die Italiener hatten sieben Tote und 6 6 Verwundete, unter denen sich Hauptmann Bianchi von dem Askaribataitton befindet. -m. Langd, 22. April. Der hiesige Turnv ereiv beging gestern abend im Ronthalerschen Saale fern drittes Stiftungsfest in Form einer Abeuduntec- Haltung, die zahlreich besucht war. Die turnerischen Ar:f' führungen der Zöglinge fanden großen Beifall, denn bn Verein hat in der kurzen Zeit seines Bestehens recht gu» :■ Fortschritte gemacht. Kreis Büdingen. X Nidda, 22. 2lprll. Das gestern abend in Krafts Sa bau »um Besten des Vereins Krankenpflege veranstallckr Konzert der Opernsängerin Frl. Leopold und des Konzrck Meisters Schmidt lVroline) und Pianist Hetzel aus Franks^ am Main und dem Verein „Gemischter Chor" war, wie die srü^ vorausgehenden Konzerte sehr gut besucht. Schon daß Frl. Leopclk, eine geborene Nckdaerin, wieder anwesend war, hatte viele <3* । gezogen. Das Gebotene redüfertigte alle Erwartungen, t* Leopold trug eine An»ahl Lieder vor, von denen besonders 3* sprachen: „ES war einmal" von Linke, „Rokokoständchen" voi Meyer-Helmund, „Ich liebe dich" von Grieg, „Winterlieb" von Ml und „Liebe mich und die Wett ist mein" von Ball. Währ/» deS Konzertes wurde ihr ein prachtvoller Blumenkorb überreicht Frl. Leopold verfügt über eine umfangreiche Stimme, welckc.l« biS zur höchsten Stärke steigern und wieder bis zum Pianissimo zu dämpfen versteht- dabei ist sie eine sympathich Erscheinung. Konzertmeister Schmckt erwies sich als ein Mei^ta seines Instruments. Die Serenade von Drdla, ber Mazurkv I Wieniawski, die Can»oneUa von D'Ambrosio, sowie der ungario Tanz rissen die Zuhörer zu begeisterten Beifall hin. Die o» , qlcitung deS Herrn Hetzel waren den Vorträgen aufs feinste s* gepaßt, und ein Klaviersoli ließ die muücrha'te Technik und v* adellosen Vortrag erkennen. Der Gemischte Chor trug einigt iinnige Lieder exakt und mit feinem Verständnis vor und zeiztt, daß er unter der Leitung seines Dirigenten, Lehrer Bovv.fr I steten Aufwärtsstreben begriffen ist. Zum Schluß sprach der srl> I vertretende Vorsitzende des Vereins Krankenpflege, Pfarrer D r r» I n e r, allen Mitwirkenden den gebührenden Dank aus. -—WeningS, 22. April. Obgleich unser Städtchen i> I Tale liegt, hat eS doch in dürren Sommern sehr unter D a ff | mangel zu leiden. In solchen Zeiten könnte ein ausbrecke^ Brand sehr verhängnisvoll werden, da die Gebäude nach früh« I Bauart nahe zusammen stehen und nur wenige GemeindebnuA , I vorhanden sind Daher plante man schon seit Jahren dtc bauung einer Wasserleitung. Leider erwiesen sich die un» 1 ' «5 i \ CP ■ ft düngen- haben . . Weitere Aussagen. Eßlust und besjereErnährung ist hier unbedingt am Platze. Nichts ist hierfür besser geeignet, als die seit Jahrzenten erprobte Scotts Emulsion. Längere Zeit hindurch regelmäßig genommen kräftigt sie Mädchen u. Knaben so erfreulich, daß ihnen die Schule und das Lernen bald wieder zur Freude wird. Srott« (Swuffton wird von un» auSsLliehlich hn grvhrn errfauft, nnb »war nie (o «eiotchk ober Man, fentern nur in eerfieflelicn Cr.flinoifla'dien m fiat ton mit unserer Libuymoike (Fischer mit dem £oi(d>) Ccoit k Sorone m. b. £>.. ftranffuit a. Dl Sffienbtetle: ftemfier Mevijinal-Leberrran 1 »uXi, pnma OlDierin 60*. untc-pboleboTigfau-er »alt 4.3, untervheepboriqsaure« Natron 8X)„ bull Tragant 3,0. ftinfirr orab. äfumini pulv. 2X>, Wasser 12»X> eitebol I X). Hieincs SR anno? angetrieben, der als der bc3 Kapitän Darraud von dem Dampfer „Belle l'isle" aus Nantes- ibentM Visiert wurde. Der Tampier verlieb mit einer Besatzung von 26 Mann Mitte Januar Cardiii und g in g bei einem schweren Unwetter mit Mann und Maus unter. Ncuyork, 22. April. In der Nahe des Kap Dat ter as (Nord-Karolina) ist gestern ber Tampier „Cretan" mit dem Ueberseedampier .Lroquis" zusammengcstoßen. Tie „Cretan" wurde ziemlich schwer beschädigt und erbat Hilfe. Ter Tampier „City" ist zu Hilfe geeilt, um die Passagiere an Bord zu nehmen. Der B L.-A. berichtet über einen neuen Zusammenstotz mit einem Eisberg. In Neunork sollen gestern Gerüchte verbreitet gewesen sein, der Dampfer „Corsica" der Allan-Line sei bei einem Zusammenstob mit einem Eisberg schwer bc» schädigt worden. Sonn* Dorrn, und von Amtlicher weuerverichl. Oeffentlicher Wetterdienst. Gießen. MettermiSücbten indessen ftir Donnerstag, den 24. April 1912: Zunächst heiler, später Trübung und leichte Regen, etwas kühler. Das nebenstehende (Stilett der ächten Apotheker Richard Brandt’s 5hrr echt mit dieser Marte—dem Fi scher — btm varaalte- »eich-n be« Scott- Ichea versabren L l 18 R. Eintragung deS ÄaUerL PatentatntZ in Berlin unter Dr. 10100 gesetzlich geschützt, und Dachahmungen desselben stnd von den -gl. Landgerichten Berlin, Altona uss. bestraft worden, ein Urteil wurde bereits vom Reichsgericht bestätigt. Wir warnen deshalb vor LlLchahmung unseres geschützten Zeichens. Schasshausen (Schweiz). «. •. kenn. Apotheker Aichard Brandt. Kleine Lagerchronik. Durch Fahrlässigkeit entstand im nördlichen Teil des iscs Grossen bet Neumül)! ein großer W aldbrand. ierförltei ' (1906) folgte. —; . cm BÖ. Juni in Breitenbach zu Tetern und den nachstiahngen peuermebrtag in Roth abzuhalten. Die Hebung unserer Fabnk- Nuerwehr fand Beifall. v . ri w Gelnhausen, 23. April. Für das Ka'serstift, ÄXL ... tonl. Sm E-zms-ch . iTteSautätiflle.'11 ’nad) eiet -bgcg-b-m " h enommeil mrdem Hom 1. ®<" "b t beten ! S-ch-"t°g-"E «" 8.' Uiiiöcrfitäts-llacbridifen. — Prof. Kuebler t. Im Alter von 77 Jahren ist nach längerem Leiden gestern der Staats- und Kirchenrcchtslehrer Geheimer Rat Kuebler, Professor an der Berliner Universität, gestorben. In den siebziger Jahren gehörte Kuebler als Vortragender Rat dem Kultusministerium an. Nachdem er als Bevollmächtigter der Regierung die in Kissingen begonnenen Verhandlungen mit Jacovini geführt hatte, trat er in den achtziger Jahren wieder in die akademische Laufbahn ein. Kreises Grossen bei Neumühl ein großer Waldbrand. Tas Ferner breitete sich bis zu der Revierförsterei KLttel au», die in großer G fahr schwebte, jedoch durch das.Eingreifen der Feuerwehr gehalten werden kannte. 1200 Morgen Sch.niung und Stangen- l,olz, Fürstlich Hoh-.-nzollcrschcs Eigentum, sind vernichtet worden. Aus Bukarest wird gemeldet: Gestern ist der Vorsitzende deS Automobilklubs Prinz Robert Catargi auf einer Fahrt in der Nahe von Kronstadt tätlich Dcrunglüdt. DaS Auto wurde in einen Straßengraben geschleudert und fiel auf den Prinzen, der von der Last zu Tode gedrückt wurde. In Nikolajew, im Gouv.'rnement Cherson, wurden bei einer Revision in der Kreditgesellschaff Fehlbeträge von über vierMillionenMark festgestellt. Auch sonstige tBetrüpercten wurden entdeckt Verschiedene VerwaltungSmitgltedert Washington, 22. April. Mr. Franklin sagte vor der Senatskonrmission ferner aus, daß zur Zett deS Unglücks die Geschwindigkeit der „Titanic" vier Meilen geringer mar, als die der „Mauretania" und der „Lusitania". Er leugnete, daß irgend einem Kapitän der Gesellschaft zu verstehen gegeben worden sei, daß man von ihm einen neuen Rekord erwarte. Washington, 23. April. Der 4. Offizier der „Titanic" erklärte, daß sich ein nicht festgestelltes Fahrzeug in S i ch t - weite der „Titanic" befunden habe, von dem man aber auf Notsignale keine Antwort habe erhalten können. Dieses Sckiiff, dessen Lichter der 4. Offizier gesehen hat, ist vielleicht der dänische Dampfer „HelliZ Olav^ gewesen, welcher am 17. April in Neuvork eingetroffen ist und meldete, daß er in der Nähe der Unglücksstelle einen Eisberg angetroffen habe. ♦ Halifax, 22. April. Das Kabelschiff „M i n i a" geht heute ab, um das Kabelschiff „Mackay öonnett" abzulösen Es nahm 150 Särge unb 60 Tonnen Eis mit sich Die nicht zu identifizierenden Leichen werden im Meere bestattet. Ter „Mackay Bonnett" hat Befehl erhalten, mit den 50 geborgenen Leichen, die zu identifizieren waren, nach Halifax zurückzukehren. (ßcricbtsfanL Bielefeld, 23. April. Tas hiesige Schwurgericht ver- urteilte nach zweitägiger Verhandlung die Borkener Räuber und zwar den 25iährigen Schneider Stadtkowitz, dessen Bruder, den 23jährigen Arbeiter Stadtkowitz und den 24jährigen Gelegenheitsarbeiter Willich wegen gemeinsamen Mordes zum Tode. Tie Angeklagten waren beschuldigt, am 7. November 1911 in Herzebrock den Polizeisergeanten Ellemann, der die drei wegen Ruhestörung verfolgte, ermordet zu haben. Rom, 23. April. In Reggio di Calabria wurde der Priester N a s o, der einen Vorgesetzten dadurch aus dem Wege räumte, daß er Gift in den Meßkelch schüttete, zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt. M als Erholungsheim für geistige Arbeiter deutscher Nation bestimmt ist, wird nach einem Beschluss bwr Stadtverordneten die Stadt ein Baugelände in schönster Lage im Umfange von zirka 25 Morgen unent- gzeltlich zur Verfügung stellen. (X) Hanau, 23. April. Die Braunkohlenzeche Gewerkschaft ..Gustav^ bei Dettingen a. M. errichtet eine elektrische lieberlandzentrale und hat sich erboten, auch die Gemeinden des Landkreises Hanau mit elektrischem Strom zu Be- l.mchtungs- unb Krafttwecken zu versehen. Verhandlungen sind cringeleiter. — Tas Projekt für den Hanauer Mainhafen, teer auch als Sicherheitshafen ausgebwut werden soll, hat die ministerielle Genehmigung gefunden. Zunächst wird nur ein Teil tteS Hafens ausgebaul. fc. Höchst a. M., 23. April. Eine Bestchtigung deS fölufelaufeS der Nidda behufs Regulierung ihres Flußbettes von der KrciSgrenze bis zur Mündung wurde Mestern durch den Geheimen OberregierungSrat Praetorius mom Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Letzte 21 cicbrichten« Ter Aufstand in Marokko. Paris, 24. April. (Priv.-Tel.) Privattiachrichten aus Fez bestätigen, daß der Aufstand in Marokko im Zunehmen ist. Sämtliche Kabylenstämme in der Um gegenb von Fez haben sich dem Aufstand angeschlossen. Man bat Grund zu der Annahme, daß schcriftsche Beamten und wahrscheinlich.der Sultan selbst sich tm Einverständnis mit den Aufftändifchen befinden. Paris, 24. April. Der Ministerrat wird am nächsten Samstag über die Absendung vonVerstärkungennachMarokkv beschließen. Grundsätzlich herrscht im Ministerium Einmütigkett darüber, daß die ftanzösischen Truppen in 9)tarotto verstärkt werden müssen. * Neuyork, 24. April Ter Makro sv, der den Ausguckdienst auf der „Titanic" vor der Katastrophe leitete, sagte aus, sie hätten keine Ferngläser gehabt und auf Befragen habe der Kapitän ihm erklärt, daß keine an Bord seien. Wenn sie Ferngläser gehabt hätten, wäre der Eisberg so frühzeitig entdeckt worden, daß die Katastrophe vermieden worden wäre. Der Unteraang der (Titanic. In recht trauriger Gemütsstimmung Haven die Ueberlebenden von der Mannschaft der „Titanic" am Sonntag auf deni Dampfer „Lapland" die Heimreise angetreten. Trotz aller Bemühungen der White-Star-Linc, die unter jeden Umständen eine Berührung der geretteten Mannschaft mit dem Publikum oder anderen Seeleuten verhindern wollte, haben doch einige der Geretteten, die von der Gesellschaft verhängte Sperre gebrochen und dem Neu- Yorker Seemannsheim einen Besuch abgestattet. Die Gesamtheit der Geretteten wurde unter Bewachung sofort von der „Car pathia" an Bord der „Lapland" geführt und erhielt strengen Befehl, daS Land nicht zu betreten, sowie keine Besuche zu empfangen. Die Wenigen, die sich ttotzdem eine Gelegenheit verschafften, ans Land zu gehen, erzählten nun, da sie sich von der Aufsicht ihrer Vorgesetzten frei wußten, sehr merkwürdige Tatsachen. Die Erbitterung der Mannschaft gegen die White-Star-Line ist außerordentlich groß. Wenn die Neuyorker Seemannsgenossenschast den Geretteten nicht umsonst Schuhe geliefert hätte, wären die Meisten barfuß nach England heimgekehrt. Die Whitt^Star-Line hat der geretteten Mannschaft erklärt, daß der Anspruch auf Löhnung mit dem Augenblick erloschen sei, in dem die ,,Titanic" untergegangen ist. Die Löhnung würde nur bis zu dieser Stunde aus- gezahl troerben; eine weitere Verpflichtung hat die White-Star Line abgclehnt. Einer der Geretteten erHärtc im Neuyorker Seemannsheim verbittert: „Es tut mir fast leid, daß ich nicht mit untergegangen bin. Dann hätte die Gesellschaft wenigstens fär mein Kind und meine Frau aeforgt, jetzt aber erhalten sie gar nichts Ich fenrrne sozusagen stellenlos nach Hause und habe nur ein paar Schilling in der Tasche. Wie die meisten meiner Kameraden habe ich meine Jacke den Frauen gegeben, die mit mir im Rettungsboot waren: nun muß ich mir eine neue Jacke kaufen und erhalle in England nur die paar Schilling Lohn bis zum Augenblick bet Katastrophe. Die Schiffahrtsgesellschaft macht sich keine Sorge darum, ob ich und meine Familie etwas anzuziehen bald Schönhausen aufgeräumten Quellen als zu schwach In teuerer Zeit trägt man sich mit der Absicht, da- Dosier von LolkarlShain ober Ober-Seemen-Gedern herzuleiten, und wenn nicht unerwartete Hindernisse in den Weg treten, so wird das "ere Projekt zur Verwirklichung kommen. Bon der Kultur- nu Jtion Friedberg fanden bereits Messungen statt. Tie Quellen 'icaen oberhalb Gedern, nahe der Bahnstrecke Qber-Seemen— Kteburg in einer Höhe von 440 bis 460 m. Da Wenings 343 m jod» liegt, so wäre natürliches Gefälle genug vorhanden, gleichseitig 'jnntc "aber auch das ;ur Gemeinde Gedern gehörige, 410 m •,jdi gelegene Lcbonhäusen mit versorgt werden, das gar keinen Mrunnen hat und in trockener Zeit sein Wasser in Fässern m -federn oder Wenings holen muß Auch ein Anschluß des Grafl. Jaubadi'lÄen Forst Hauses Wernings mitsamt der naben Provinzial -Jungviehweide wäre zu ermöglichen. Geradc ic letztere mußte im letzten Sommer den Wassermangel bitter •mpiinben und das Wasser für die ganze Jungviehherbe wochenlang nil Wagen von Wenings und Seemen herbeischaffen. Die^Gräfl. ^-vierverwaltung zu Wernings versuchte zwar bereits für tm xm Hebel abzubelsen unb ließ den V* Stunde entfernten, über vnt Berg gelegenen Hühnerborn freilegen unb messen.^ Doch !)einen sich Der Ausführung der Leitung nach Wernings Lchnne- 5'3feiten entgegen zu stellen, da zurzeit alle Arbeiten ruhen. Miete- Äii<üuerq - Butzbach, 23. April. In der Butzbacher Zeitung wird ein Aufruf veröffentlicht, in dem zur Errichtung eines Denkmals für Friedrich Ludwig W e i d i g leim Weidigsheim auf dem Schrenzer aufgefordert wird Z. Nieder-Mörlen, 23. April. Unsere katholische Kirche ist zu klein geworden unb man beabsiMgt, sie zu erweitern. Bis pl sind 6000 Mark dafür gesammelt worben. — AuS der nördlichen Wetterau, 23. Llpril 3m herrlich st en Blütenschmucke stehen jetzt die neiften Kern- und Steinobstbäume. Die Apfelbäume sind roch etwas zurück, folgen aber, wenn die warme Witterung cnhält, bald nach und steht ein reicher Obstsegen in Aussicht Die Getreidefelder haben durchweg ein gutes Aus- fochen. Die Kleeäcker liefern, trotzdem sie durchs die Kälte cnsangS April etwas gelitten, oeim ersten Schnitt doch teichliche Erträge . Starkenburg und Wlihnbnicn. L. 8. Darmstadt, 22. 9lpril. Nach dem Beispiel anderer Städte wird auch Darmstadt mit der Annellnng einer .Hürforqebame* vorgehen, unb zwar hat die Stadl- rerordneten-Versammlung beschloffen, als solche ein Frl. «Inna Gradwohl vom 1. Mai ab anzusteUen. Die neue weibliche Htlfskraft für die Fursorgetäligkett soll nicht der itolizeivermaltung unterstellt werden, fonberu . ihre Tätigkeit ini Geschäftsbereich deS städtischen PflegomteS entfallen. Si. soll auch nicht zu polizeilichen Ueberwachnngen und Zwangs- funftionen oder zu StrasverfolgungSzivecken herangezogen werben; vielmehr wird nach der Eingabe der liäbt. Behörde ihre Aufgabe da beginnen, wo die polizeiliche TäUgkeit auf» jört oder für sie keine Veranlassung zum Einschreiten besteht. In erster Linie wird also Frl. Gradwohl dazu berufen sein, bie bisher von freuvilligen Helfern und Helferinnen auSqeüble Zürsorge in Fällen der ZivangSerziehung, der Lchutzaufstcht junger Ntädchen, der Waifenfurforge uff. zu unterstützen. rm. Darmstadt, 22. April. Der Landesverband Hessischer Privat- Ange st ellten-Ver- eine hielt am Sonntag hier seine Hauptversammlung ab, in der Herr H. Gabriel-Ofsenbach Über „Kaufmann als Standcsbezeichnung" ssrrach. Hierzu wurde dann folgende Entschließung ernstimmig angenommen: „Die am 21. April in Darmstadt tagende Hauptversammlung des Landesverbandes hessischer Privatangestellten-Vercine er- klärt, daß Kaufmann kein Titel, sondern eine Standesbe- zeichnung sei, die sowohl den selbständigen, wie den un- selbständigen Kaufleuten zusteht. Sie glaubt auch, daß bnc Kaufmannschaft wichtigere Aufgaben zu erfüllen hat, als sich darüber zu streiten, wer sich „Kaufmann" nennen darf. Bon der Großherzvglichen Regierung und den hessischen Handelskammern erwartet die Versammlung, daß sie die von der Dresdener Kaufmannschaft gewünschte Beschränkung der Bezeichnung „Kaufmann" auf die selbstän - bißen Kaufleute nicht geben." Bei der Vorstandswahl wurde D a r m st a d t als Sitz des Landesverbandes gewählt. Kreis Wetzlar. X Holzhausen, 23. April. DaS zehnjährige Töchterchen der Familie Diehl kam den ans der Ofentür hcrauSschlagenden Flammen zu nahe, feine Kleider fingen Feuer und unter schrecklichen Schmerzen starb daS Kmd tagS darauf. 0 A l l e n b o r f, 24. April. Gestern wurde hier die 94-jähr. Wüwc Friedrich Krauß zu Grabe getragen. Tie Greisin erbeute sich an ihrem Lebensabend einer guten Gesundheit. y Ahrdt, 24. April. Ahrdt hat die kleinste Schule deS Kreises Wetzlnr, sie zählt nur 9 Kinder. Es wurde diesmal Heber ein Kind Tonfirmiert noch ausgenommen. Hessen-Nassau. [] Marburg. 23. April. Bei dem nahen Dorse Schoenstadt wurde der Knecht Christoph Merlau infolge Scheuens seiner Pferde gegen einen Baum geschleudert und Hieb sofort tot. X Wächtersbach, 23. April. Bei einem soaen. KriegS- fpiel, das bei Aufenau veranstaltet wurde, entlud sich auS einem Flobertgewehr ein scharfer Schuß, durch den eine oorüber- gchende Frau Teubert in den Unterleib getroffen und schlver t crleßt wurde. Tie Schwerverletzte ist g e ft o r b e n. 0 Ludwigshütte, 23. April. Arn Sonntag tagte hier bie Dezirksversarnrnlung der Fre iw. F.e u e r w e h- re n des Kreises Biedenkopf. ES wurde festgestellt, daß das Feuerlöschwesen im hiesigen Kreise nur langsam Tortl(breitet denn bei 90 Kreisgemeinden bestehen bis jetzt nur 9 freiro. Wehren. Den Anfang machte Bottenhorn (1896), dem Rodheim a. d. Siebet (1906) folgte. Es wurde beschlossen, das Bezirksfeuerwehrsest Sünfier Deutscher vott-hochschultag. -K- Frankfurt a. M., 23. April. Der 5. Deutsche Volks Hochschultag führte seine Verhandlungen unter dem Vorsitz des Geheimen MedizmalratS Prvtz Dr. Waldeyer (Berlins zu Ende. Am letzten Tage sprach noch Dr. Czwiklitzcr i'Sicn) über „Einrichtungen und Betrieb des naturwissensckwftlickxn Unterrichts an den Wiener Volköbildunas Instituten". Hierauf hielt Landtogsabgeokdneter «tadtrat Dr. Flesch (Franffurt a. M.) einen Vortrag über den Frantfurter IluSsckmß für Volksvorlesungen, der zur Zeit des Sozialisten^ gesetzes begründet wurde. Der Redner bezeichnet es als bedauere lid), wenn sich über die Universitäten noch ein.Aufsatz, eine For- dxunnduniDcrfität, aufbauen würde. Volkshochschulen und Dolks- vorleiungen sollen allen Gliedern des Volkes ohne Ansehung des wirtsdiafflichen und sozialen Standpunktes zugängig aemachi werden, wobei auch der leiseste Zwang vermieden werden soll. Nur o können die trennenden Klassenunteridffede durch das gemein ame kulturfördernde Band der Bildung und des WissenL über- brückt werden. In der fid) anschließenden Aussprache, in der lid) u. a. Dr. Hoffmann (Wien), Dr. Rclnn ((-stratzburg) beteiligten, erfuhren die Ausführungen zumtcll lebhaften Wider spruch. _ Als letzter Redner sprach Dr. Hartmann sFranffurt a. M über die ..Grenzen der Volksbildung". In der sehr lebhaften AuSfpradie vertrat Pros Dr. Sittig (Frankfurt a. M.) die Ansickff, daß durch die 6rrid)tung der neuen Universität in Frank- urt die Geldmittel der Stadt so stark angesvann, v ü r d e n, daß möglidicrweise für die übrigen Bolksbildungs- trebungen die Mittel knapp fein werden. 9?ad) einem Schlußwort des Vorsitzenden erreichten die Verhandlungen ihr Ende. wurden v e rhoftet. Märkte. fc. Frankfurt a.M. nein ar Ftbe rieh t vom 24. April. x?lufnetiieben waren 1801 Lchiveine. Vollfleifchige Celnveine von 85 bis 100 kq Vebeuhneividit 5 .00 - 58.00 4'1 t., Edilachtgeividit 72.00-7 .00 Alk., vollfleiidiigc Schweine unter 80 kg Vebenbgemicht 55.00 - 67.50 Mt., ed)ladUgeroidi( 70-72.' 0 Att.: oollsteischtge Zchweine von 100—120 kg Lebendgewicht 56.00—68.00. Alk., 3d)lncbtgen)id)t 71—78.00 Alk.: vollfleischige Schweine von 120 lü« 150 kg Lebendgewicht 66.o0-58.00 'DIL, Schlachigeivtcht 71.00-71 iUf. bteldiäit ziemlid) rege. fc. Frankfurt a. M., 28. Avni. Heu- unb Strobmarki. Angeiahren waren 5 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Veu 4.4U—4.70 Uif., ctrob (ftornlanqftroli) O.< 0—0.00 ii-irrfiroh 0,00—0,00 DU. Alle- ’ür 60 Kilo, weschatt langsam. Tie Zuiuhren waren auS den Kreisen Friedberg, Dieburg und vanau. ochentagen: । ■ 12 bi8 1 11 N0 vvil 10 «HK junwruna R°nth°l«T »enbu«"’ m öb™i?b Ul erttberuf,, W '«ki I ) o ch ft e 11 H « öNNung Wis; ner <■' 1 I 6klm Schritt I " biI Sellilfenfdjaft 7, ! 2 I.ch abletner; ma.n Jld) damit getroi> - blrt i ' no erwarten, bei II •0e noch m diesem Jabü I ;r der Arbeit-;-- ,■' Mmgfeü der Meister i- 9n der Besprechana warbt |: uer, der um 6 Uhr schvi l -be Msch-n 8 und 9 Uh M °n war der Ansicht, bo= J vohnen würde, vor 8 Uh ■ | mit diesem Zeitpunkt ge. ! \n9 einigte sich, daß mc lang versuchen wolle, bit ans 8 Uhr abends zu ii- 1 Kschäftsschluß ein, io M j ■ Der Gehilfenveremigur' ! Meister durch Unterschr-t I uß zu verpflichten und £ | noch Kunden bedient, ljammliing. Am Sonn« findet in Darmstadt b;e! deS Vereins lffiiischtr it dafür folgende Taget« cht über die VereinStätioktit lechenschaitSdericht und 6nl«’ l des Ausschusses. 4 Ml j tveriommlung. 5. Zeitichim ■ jeilichrislbeirat 6. dchrechung , emschl. der AmMnijse tuiU 8. BerichiedeneS. bitte Seiten. $mt «««•! >ling aus Mainz, in W ! 49 Jahre alt, in Wir; i it Nomha, NebraSka, Kair Quincy, IN- aus SeeheiNi, 63 Jahre ton b-; " vonvon 8^-' i ist Blurn^Ä P-f J er» A”fl stew1, •( feöt r •;»#>* । u n 9' i CtiitidMtfnbrt. OSn abrück, 23. April. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurden 10 000 Mk. für den Nord - westdeutschen Rundflug bewilligt; 25 000 Mk. sollen dem Kaiser mit der Bitte überreicht werden, die Summe zur Beschaffung eines Flugzeuges zu verwenden, das den Namen Osnabrück" führt.___________________________ Schlägerei Im cichtipielcheater. Aus Paris wird über eine folgenschwere Schlägerei in einem Lichtspieltheater gemeldet: Nach einem Privattelegramm aus D e b e r e brach in einem Kinemathographenthcater unter den Besuchern eine Schlägerei aus. Die Polizisten gebrauchten ihre Notsignale. ES entstand eine wilde Panik, da die Menge glaubte, es sei Feuer ausgebrochen. Biele Frauen und Kinder wurden niedergetreten, 1b Personen wurden schwer verletzt. AufienMäHtf zL Wil' -eheii ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen voi- | sorgliche Frauen b< ^^nders bei rauh« m Wetter in der Handta-che n* *'n Portemonnaie und Schlüsse! f‘*neSchachtelU ynert-Tabletlen mitzunehmen, die jede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mark und die Wirkung ist unübertroffen. Niederlagen In Giessen: Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2. as“/»• Biograph aus m Wolff Plockftrasie 12 03538 Plockltrake 12 Heute jeder Film ein Schlager Die rote Rose 5 Personen. [035111 5 Personen. Isl . Ernst Noll. Kinematograph Bahnhofstr. 54 ff ff Bewährte Qaalitäten. Grösste Auswahl. Bowlen-Wein^85M 2lepfelwein 35 , Gemüse- n. Obst-Konserven 1436 (Wichtig-lesen!) 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Es handelt ckr aeschiedenen Ehefi eine Deutsche war, un sch nickt im Inland i hat, dem sie früher a r.gebörigfeit kann nac Wtanzler die Reil Stunbfleuer und Z Ter Budgetau tee kor an schlag es Khumsseite wurden kerhältnissc im Gebiet fiert. Diese Gesellschaj ihr geiratriges £anbge: | der anderen Seite al k dergverordnung von | Gebiet sogar für die § Wickelung des Landes : um die Aussetzung eil Vermögenswerten der ( dem den Zutunftsrnv konnte. Solche stzerstan W N1. erreicht werd' beanstandete die Rück schäften. Diese Wen flanz unstatthaften M von Stammeshäuptl kassiert werden. Auf Auskunft über die Ve 1 Ltavi-Minen. Tie ' i Stellung. I Jiur./W^er $ ^"schalten m Südtv rum» öor, der d« Eilten Sefun, . <«556,8 Wrs fe n,?‘ °»sr^? KK-r ?uhen $iclin °er reim I > «Ld-rum k betonte Kl AUl ? '^^itQehin^ ^M8etfebi( y beso de k^lun i1 H werd ' ^us die $*iien des Z ber r , Der »J tlQman: ^ioeÄ des o e x t e r k - . Cobain,huscht. I ÄrrS?! 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