Freitag, 23. Februar 1912 162. Jahrgang d eben bcr des auf Die CeuenmgS'Snferpellaflonen. Die gestern begonnene Besprechung der Interpellationen volkSpartci und der Sozialdemokraten wegen Suspendierung Kartoffel-Saisonzolls und zeitweiliger Aufhebung deö Zolles Mais und Futtergerste wird fortgesetzt. Abg. Antrick (Soz.)7 Nr 46 scheint ISgllch mit Ausnahme de« Sonntag». Die „Gießener LamillendlStler" werden dem Anzeiger' Viermal wöchentlich beigelegt, da» 'tiretiWatt fflt den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Die „candwtrtschaftltcheo Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Mb. Deutscher Reichstag. 22. Sitzung, Donnerstag, den 22. Februar. Am Tische de» DundcöratS: Frhr. v. SLorlemer Der« mn ty. Das HauS ist schwach beseht. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefien Rotationsdruck und Verlag der t5r üblldict. Universität» - Buch- und 6tcmbrudereL öt lange, Dieben. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 12. Tet-AdruAnzeigerGießen. überall!) , , , . n Im Interesse unserer Viehhaltung fordern wir eine einst- wciliae, und ich persönlich mache fern Hehl daraus, daß ich be dauernde Aufhebung der ftuttermittelzo e «»-wend'« halte. Leider stund an Stelle von Herrn ^^SbertS Nicht Dr Henn auf der Rednertribüne; wir hatten von ihm eine Rede gehört, die an Sachlichkeit und bestimmt an sachkunde d,e des Herrn GieSbert» weit übertroffen hätte. t?wg. E r z b er 8 er ruft a) ■ T«s tut Euch leid, oaß Ibr den Herrn nicht mehr hier habt!) Des Staatssekretärs langer Rete kurzer Smn war ein harte» Reim und die Eut'.äuschung der bäuerlichen Li re, sc wird «rotz sein und grosz di. Zunahme ter sozialdemokratischen Stimmen. Wenn der Staatssekretär recht bat, dah die Suspension pr"»ste'gernd wirkt, warum heben S,e nicht all- Zolle -uf» Der Redner sp ch über die Sperrmahregeln au« A nla ß der Maut und Klavensenckc, deren viel ju lcharfe und ungleich mäßige Anwendung so manchen kleinbürgerlichen roten Stimm zettel in d.e Urne gebracht haben Er richtet an den Landwirt- schaftSininister bit Sitte, ein wachsames Auge darauf zu haben. Leider habe.! wir zurzeit noch kein Machtm,ttel, d,e Regienmg zu zwingen; ober wir werden weiter arbeiten rm Interesse eurer gesunden Bauernpolitik. Ich bin hier mchl ".ehr der einzige bäuerliche Vertreter mci er Partei; nu nur Vtzen noch sech» nnbere hier und dieser Erfolg bestärkt un« in unseren Be strebunaen. ’ S1W die Regierung paritätisch auch Horen, wenn wir statt Abbau einen Umbau der landwirtschastlichen Zolle erstreben. (Beifall d. Freis.) Abg. Gebhardt (Wirtsch. 93oa.)? Die Landwirtschaft rentiert sich nicht. Unter denSoz'al- demokralen sind ja reiche Leute; kauten Sie doch ein [ « ®“ c und zeigen Sie. waö Sie bei Ihren Forderungen bcinufiroict- schäften.^ Die Hollrreiheit wurde sich nur der Großhandel zu-, nutze machen. (Lelchafte Zustimmung rechts.) Dw mittleren und kleineren Bauern haben einen weit größeren Vorteil von der Zollschutzgcsetzgebung als der Grostgrundbcsttz. ^Gelachter der Soz.) Eö ist so. EL wird Ihnen noch weniger al» bisher ge lingen, einen Keil in die Landwirtschaft zu treiben. (Lachen der Soz.) Durch Ihre unwahrhastige Agitation allein haben Sie Ihre Erfolge erzielt. .(Lärm der Soz.) dah auf dem Lande mehr Kartoffeln gegesien werden al» in der Stadt. Die Landwirtschaft hat an einer Ueberteuerung kein Interesse. Sie muht sich mit normalen Preisen auSzntommcn. Das Material über die Abwehrmatzreycln geg en v i e Teuerung — Fischverkäufe der Kommunen usw. — sollte gesammelt und verwertet werden. Die Teuerungsdebatten d.e wir seit Jahren haben, haben nur einen agitatoritchen Eharalter. Helfen Ihre Angriffe gegen die bösen Agrarier bem hungrigen Volke ctwaS? (Zuruf linkö: Selbstverständlich!) Sie zerbrechen sich ja gar nicht die Kopse, sie berechnen nur die Agitator,,che Wirkung. (Zuruf b. d. Soz.: Demagoge! Larin recht» und im Zentrum.) Vizepräsident Tr. Dover Ich bitte wiederholt, diese Zwiegespräche zu unterlassen. (Ruse rechts: Und Demagoge?) Ich habe bieten Ausdruck nicht । gehört, sonst hätte ich ihn gerügt. ES ist nur nicht möglich, d i e Ordnung aufrcchtzu erhalten, wenn die zerren beständig Zwiegespräche halten und sich in gegenseitigen Zuruten ergeben. Ick bitte auch den Redner, auf Zwischenrufe nicht ein- zugchen. Wir wollen doch unsere Verhandlungen fordern. Das ist bisher sehr gut gegangen. Stellen Sie e» also nicht durch solche Zwischenfälle in Frage! (Beifall.) Abg. GieSbcrts: Die Statistik über die Beteiligung der Bevölkerung an der Landwirtschaft bat ein Loch; mit der Landwirtsä-aft ist daS Kleingewerbe und daö Handwerk in bcr kleinen Stadt und auf dem Land eng verknüpft. (Sehr richtig! rechts.) Deren Gedeihen ist and) nur möglich, wenn die landwirtschaftliche Produktion an. gemessen entlohnt wird. Sie verlangen von den Landwirten billige Preise ihrer Produkte und hohe Arbeiterlöhne. (Sehr wahr! rechts.) Tie sind aber nur bei lohnenden Preisen mögliche genau wie in bcr Industrie. (Beifall rechts.) •Senn wir die deutsche Landwirtschaft rücksichtslos der Konkurrenz des Auslände» preiögcbcn mit deren Kuliarbeit, bann hindern wir die höhere Lebenshaltung unserer Arbeiterschaft. (Hört! Hört! rechts.) Soweit der Schutzzoll nötig ist, must er beibehalten toerden, nicht im Interesse bcr Agrarier, sondern der Arbeiter, der konsumie- rciidcn Bevölkerung. Hüten Sie sich, hat Dr. Heim hier einmal gesagt, sich b:llige Wochen zu verschaffen, denen nachher schwere Tcuerungszcitcn folgen. (Andauernde Zwischenrufe und (ycladjtcr bcr Soz., und Beifall und Hört! Hörtk-Rufe von rechts.) Tie Landwirtsckiast braucht den Schutz, um ihre Produktivität zu steigen gemäst der wachsenden Bevölkerung. Jetzt gibt ja auch der „Vorwärts" zu, daß die Landwirt, chaf t den Be- darf des heimischen Konsums auö eigenem wird zu decken imstande sein. (Hört! Hört!) Da darf man sic aber nicht tum Spielball der Kulikonkurrenz des Auslandes modKn. vom Agrarvroblem verstehen Sie nichts, das ist das gröstte Problem der Gegenwart (Lacken der Soz.): wenn man davon aber nichts versteht, bann reiht man den Mund nicht so weit auf. Der Redner beruft sich auf sozialdemokratische Preßstimmcn, il. a. auf Schippcl. Für Rußland erkennen Sie an, daß die Kaufkraft bcr Landwirtsckxfft auf die der Industriearbeiter zurückwirkt; tun Sie daö auch für Deutschland. (Beifall rechts.) von dem an- geblichen Gegensatz zwiscken Groß- und Kleingrundbesitz merken wir in Rheinland-Westfalen, in Baden usw. nichts. Der Redner geht auf den Streit u:n das Agrarproblem im Lager der sozialdemokratiscken Theoretiker ein, und wird vom Vizepräsidenten Dove schließlich zur Sache gebeten: .Sie sind durch den Vorredner ja vielleicht veranlastt, auf daö Agrar- Problem einzugeben; aber die Grenze ist jetzt erreickt." (Beifall.) Abg. GieSbertS nimmt weiter u. a. auf eine Brosckure aus dem Vorwärtsverlage Bezug zum Nachweis, dah eS dem deutschen Arbeiter gut geht. Ueberall sind in den letzten 15 Jahren bie Löhne gestiegen, nach Ihren eigenen gewerkschaftlichen Statistiken; Sie aber hintertreiben die gewerkschaftliche Arbeit in Ihren eigenen Reihen. Tie Periode der Schutzzollgesetz« gebung war eine Periode der Blüte für die deutsche Volkswirtschaft, die Lebenshaltung des gesamten Volkes ist gemeinsam gestiegen, allerdings auch der Gegensatz in der Lebenshaltung zwischen den besitzenden und unteren Klassen erheblich größer geworden. Daher kann nicht die Rede davon sein, daß die Arbeiter sich zufricten geben mit ihrer bisherigen Lage, sondern sie haben das volle Recht nach höheren Löhnen zu streben, um die Differenz der Lebens- Haltung auSzugleicken. DaS erreichen Sie aber nicht, indem Sie einem Produktivstand die Existenzmöglichkeit abschneiden, sondern nur durch kluge gewerkschaftliche Taktik. Wenn statt dieser Debatte, durch bi» noch nichts billiger geworden ist, eine ernsthafte Untersuchung der Frage stattfände: Wie stellen wir d,e Lebensmittelversorgung Deutschlands sicher? •— eine Untersuchung in einer parlamentarischen Ko mmi ssion, in der auch bie Vertreter der Linken zahlreich sein müsien, so würde das einen ganz andern Erfolg haben; eher werden wir der Verhetzung des Volkes gegen die Schutzzollpolitik nickt beikommen, und Reden in dieser Debatte führen zu nichts. (Beifall.) Abg. Weilnboek (Kons.): Ich muß die Kartoffel gegen die Sozialdemokraten in Schuh nehmen. Die Kartoffel steht heutzutage auf jedem Tisch, auf dem des Kaisers und dem b<8 armen Mannes. Tie Sozialdemo, freien wollen ober nur bie LuruSkartoffel auS Malta schützen, ebenso wie sie sich gegen die Sektsteuer gewehrt haben. Betrachten Sie nicht alles vom Berliner Standpunkt! Zu einer kräftigen Ernährung ist Fleischgcnuß gar nicht notwendig. Ter Zwischenhandel muß eingeschränkt werden. Wir Bayern leiden unter der norddeutschen Konkurrenz. Bayern ist m i t S ch l a ch t- v c b überschwemmt. Wir brauchen daher keine Suspension der Futtermittelzölle. Herr Wamhoff hat sich gegen bie Auf- bedung bet Futtcrrnittclzölle ausgesprochen. Ter liberale Bauernbund, dessen Vorsitzender er ist, ist für Aufhebung. Ta kann man sich auf Herrn Wamhoff» Erklärungen wenig verlaßen. Abg. Fkgtrr (23p.): Die Viehmärkte sind überschwemmt, weil die Bauern a u 8 Futtermangel alles verkaufen müsien. Tas ist ja eben das Bedauerliche. Im Som wer wird daS Schlachtvieh so knapp, werden die Preise so hoch fein, wie feit Jahren nicht. (Hört! Hört!) Das Zentrum bat sich er- beblich gewandelt. Früher segelte es nicht so un agrarischen saht- wasser. Lor den Wahlen wollte das Zentrum die Futtermittel verbilligen. Tas bat Herr Herold noch im Oktober hier verlangt. Jetzt nach bcr Wahl kliegt es anders. (Hört! Hört!) Der Redner der Nationalliberalen, Herr Wamhoff, bat sich nicht ganz klar ausgedrückt. Noch im Oktober haben ja noch die Herren Wachborst de Dente und Fuhrmann die bekannte warme Lanz» Abg. Hcstcrmann (Deutscher Vcmernbund): In dieser Frage handelt c8 sich um die Interessen de» kleinen und mittleren Grundbesitzes (hort! hort! l'nkS). Aber, um Miß- verständnisie zu vermeiden: w i r v o m d e u t sch e n B a u e r n bunb stehen nicht auf dem Standpunkt, daß ein Unterschied auf wirtschaftlichem Gebiete zwischen kleinem und mittleren und dem Großgrundbesitz besteht (hört? hört! rechts). Wir^ erkennen die Berechtigung und in einigen Beziehungen auch bu Borteilebei Großgrundbesitzes an. Ter Redner spricht "ber den Bauen stand, bcr sparsam und anspruchslos sich von dem Großstädter ^iter scheidet. Der Fleischkonsum ist außerordentlich Neitiegen, die Frau bie früher einmal in bet Wocke Fleisch ah zu $5 WiwtoI Pfund, will jetzt zweimal den Tag essen; aber auf bie Landwirt schäft schimpft sie (Heiterkeit und ironische Zurufe). Tic Abgeordneten der Rechten drängen sich um die Rednertribüne; je weiter der Redner seine Ausführungen fortsetz um so animierter wird bie Stimmung, und um so mehr baust sich das Gelächter und die ermunternden Zurufe. Der Redner trögt braitifdic Einzelheiten aus seinem Wahlkampf vor und erklärt sich mit bcr Maßnahme der Regierung ernver. standen. Warum lehnen die Konservativen die Lnspenston des Kartofsclzolles ab, wenn sie doch auf bie Preisbildung keinen Einfluß hat? Zeigen Sic doch den Freihändlern damit daß die Aus- Hebung der Zölle keinen Vorteil für sie hat, man muß den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen. Aber wir vom D e u t ich e n Bauernbund sind niemals zu haben für d,e Aushebung des Kartoffelzolles überhaupt, denn die deutsck)e Landwirtschaft kann das deutsche Volk mit Kartoffeln versorgen. Wir sind nicht für die Aufhebung des Gerstenzolls und deS MaikzollS, weil der Produzent absolut keinen Vorteil davon hat. Im Großkapital erblicke ich den größten Feind! (Hort! Hort! und Zuruf: Netter N a t i o n a l l i b e r a l e r !) Sie wissen ja, daß ich wild bin; ,ch fuble mich recht wohl dabei und ick habe so Ellenbogenfreiheit, und die i|t viel wert. Wenn bcr konservative Herr Arnstadt erklärt bat, baß wir in Deutschen Bauernbund die Futtermittelzolle auf- heben wollen, so möge er sich unser Programm ansehen. Die Regierung ersuchen wir, den kleinen und mittleren Bauernstand zu erhalten, bann werden wir doS gewerbliche und das literarische Proletariat n,emal» zu fürchte» haben. (Großes Hallo.) Abg. Schweickhardt (23p.): Also daS Großkapital, der Handel, soll an ollem schuld fein? Beweisen Sie das doch! Sie begnügen sich aber mit Schlagworten, wie soll es möglich sein daß bet einer Suspendierung des MaiS. zolles bet Vorteil in bie Tascken deS Handels fließt? Die Konkurrenz draußen im Lande sorgt schon selbst dafür, daß die Bäume deS Handels nicht in den Himmel wacksen. Die Konkurrenz der DarlehnSkasicn, der Einkaufsgenossenschaffen lastet so drückend auf dem Handel, daß et sich ihrer kaum er- webten kann. Wir verwahren uns mit aller Entschiedenheit da» gegen, daß man den Handel hier alS Sündenbock hinstellt. (Beifall links.) DaS HauS vertagt sich. Abg. Kiel (Bp.) bestreitet gegenüber Hestermann in persönlicher Bemerkung, daß er nur gewählt worden sei, weil in seinem Wahlkreise große Unzufriedenheit wegen der Erhöhung des Bullen/ geldeS herrschte. Freitag, 11 Uhr: Abkommen zur Bekämpfung deS Mädchenhandels, Handelsvertrag mit ter Türkei, Staats? oqebörigleit»- gesetz- Schluß gegen 6 Uhr. für die zeitweilige Aufhebung der Futtermittelzölle gebrochen. Sj„ an Yen Ä»oUTtopt. »er wird «lei* at» B<■;-««» er Landwirtschaft hinarstcllt, als ^aterlandsverrater. Tic Agrarier haben das große Wart. Die kleinen Dauern, dw e armen Kerle, haben keine.i Einfluß auf bie Preisbildung. Cie muffen hinnehmen, wa» die Großgrundbesitzer beschließen. Ztr Webner weist daraufhin, daß die »uttermiitelfrage auch in der Wahlbewrgnng eine" Rolle sp.el.c Wir werden aS Atheisten und rcie Brüder bekämpft. Setzt versuchen e» die Agrarier mit dem Boykott. (Abg. v. L i) z l (vp.^. ^.a» tun pe Eine bessere und schönere Rede für den lückenlosen Zolltarif > al» der Minister konnte auch der raffgierigste Agrarier nicht halten. ; Noch kaum je ist so die Abhängigkeit der Reichsrcgierung vom ost- < preußischen Junkertum zutage getreten. Tie Regierung erkennt . den Notstand an, darf ihm aber nicht abhelfen. An seine Theorie von der Preissteigerung durch Zollsuspension glaubt ja der Minister selbst nicht. Sic fragen, wie Sir den Ausfall an Zollcinnahmcn Lecken sollen? Wir geben Ihnen die Deckung: Reichscinkommen-, Vermögens- und Nachlaßsteuer. Wie darf man die Produktionskosten der Landwirtsckiaft durch Zölle verteuern? Wir wollen sie Ihnen verbilligen. Wir fordern deshalb auch die Beseitigung der Eisenzölle. Auf einen Zwischenruf von der Rechten: -Früher waren die Getreidepreise ohne Zoll höher als jetzt", erwidert An- trick: Ja. ich weiß, das können Sie in meiner damaligen Rede vom 17. Oktober (die achtstündige Rede in der Zollnacht) nachlesen — ich könnte sie Ihnen jetzt noch vortragen: über die er- bärmlichcn Löhne und scheußlick)c Behandlung Ihrer Arbeiter trotz der hohen Preise! Wo Ihr Geldbeutel in Gefahr kommt, scheuen Sie nichts, um Ihren Geldbeutel zu füllen. Dieses fluchwürdige Stiftern der Zölle bekämpfen wir, durch die bcr Großgrundbe,itz bie kleine Landwirtsckstrft unb bic Arbeiterschaft schäbigt. Wir aber werben aufö Land gehen unb den Leuten sagen, waö sie von b i c - f •. r Regierung und von diesem Reichstag zu erwarten haben. (Hu! hu! rechts.) f Staatssekretär Wermuth: ' Ich finde nicht, daß die Interpellation in eine besonders glückliche Zeit fällt (Sehr richtig! rechts.), denn wir sehen gerade gegenwärtig ein entschiedenes Sinken der Preise fast auf allen Gebieten der landwirtschaftlichen Pro- duktion. (Sehr richtig!) An der Berliner Börse sehen Sw durchweg, daß in den letzten Wochen, teilweise in den letzten Tagen die Preise erheblich nachgelasien haben. Das gilt z. B. auch von der Futtergerste, von bcr ich allerdings zugeben muß, daß sie seit der letzten Interpellation im Herbst ganz erheblich gestiegen ist. Aber hier zeigt sich gerade, daß bcr Zolltarif zweifellos von sehr geringfügigem Einfluß auf die Versorgung Deutschlands gewesen ist, und bad ist auch ganz natürlich, denn im vergleich zum Prei» von Futtergerste im allgemeinen und zum Teil zum Weltmartt- preise in der gegenwärtigen Zeit ist der Zoll sehr gering und bat auch auf die Einfuhr so gut wie gar nicht emwirken wnnen, denn die Einfuhr von Futtergerste ist in der Zeit vom Oktober bi» Januar 1911/12 noch etwas größer gewesen als ,m gleicken Zeiträume deS Jahres vorher. Die Preise für MaiS haben aber seit den Interpellationen vom Herbst un Preise ganz erheblich nachgelassen. Der Redner führt dafür die entscheidenden Börsen- Notierungen an. Wie eS scheint, rechnet der Handel bannt, daß im Saufe be»8*W«»»» nchd'° VrS sehr günstig gestalten werde, wie das der Staatssekretär deö Innern auch schon dargelegt hat. Deshalb ist auch, wie uns wenigstens von Sachverständigen versichert wird, anzunehmcn, daß die Verwendung von MaiS in Brennereien starker, werden wird. Anzeichen dafür zeigen sich bereits und damit wurde den Absichten des BundckratöbeschlusseS vom vorigen Herbst ent- sprochen sein, daß gewisse Mengen von Kartoffeln für den Konsum frei werden. Weswegen ick eigentlich ©ort et- arif fen habe, ist, um Ihnen mstzutcilen, daß, wie ich schon früher und gestern auch der Staatssekretär deS Innern Ihnen mittciltc, dcr Bundcsrat beschlössen hat, auS ffliV/AVtV 1« gründen die Eins uhr voriahriger Kartoffeln ,n der Zeit vom 15. Februar bis zum Ablauf des April zollfrei ein- zulasten. (Beifall.) . . Alles in allem wird nur bestätigt, daß bie Sluffaffung der Regierung richtig ist; die Suspension deS Kartoffelzolls an sick ist sachlich nickst nötig, und ist gewissermaßen auch unnutz Auf die Preise wirkt sic in diesem Sinne nicht. Bei ben Maltakartoffcln kann man von einem agrarischen Jntercste gewiß Nicht sprech ■ Aber wir haben in diesem Jahre unzweifelhaft größeres Be- dürfni» al» sonst nach Einfuhr von Kartoffeln auS Rußland und auch den Niederlanden. Wir glauben vollkommen im Sinne de» Zolltarifs gehandelt zu haben, wenn wir auf Grund der Be- fugntffe deS BundcSratS den außergewöhnlichen Verhältnissen Rechnung tragen. Wir hoffen durch diese Maßnahmer' des vo»»' wirtschaft und gegenüber den gegenwärtigen Unzutraglichkeiten in der Tat zu nutzen. Abg. Giesberts (Zentr.)r Wir hoffen, daß, wenn sich die Sage noch verschärfen sollte, die verbündeten Regierungen auch noch zu weiteren entspreche- den Maßnahmen greifen werden. Ich habe der Rede deS Abg. An trick mit großem Interesse zugehort, in Erinnerung an seine achtstündige Rede von damals: aber sem landwirtichaft- licheS Verständnis hat mich sehr enttäuscht. Die Schutzzollge,etz- gebung bezeichnet er als Zölle auf die P tob« k t i on 8inilitei! Ich habe angenommen, daß Gerste und Hascr l°^'^^"'chc Produkte sind, auch wenn sic zur Vichmast verwendet werben Auf Zwischenrufe von den Sozialdemokraten verbittet sich der Redne? die .kindischen Bemerkungen. v'seprasid-nt Dove ersucht, bie Zwischenrufe und Zwiegespräche zu unter- lassen. Abg. Giesberts nxmbet sich Wetter gegen d.e Abgg. Antrick unb Beck. Tie Vcr'chuldung der Landwirychaft beruh darauf, daß der Bauer nickt wie der Industrielle feme BetrielE. kapitalien aus den Ileberschüsten nehmen kann, wndern sich erst vorschußweise pumpen muß. (Zustimmung rechts.) ~e H ©üterpreife, von denen Antrick sprach, werden beemslußt. durch die Luxußkäufe der Großkapitalisten. (Lebh. Dr'fall rech .) Herr Bock hat ein erschütterndes Bild eniworsen von den -euten, die nut von Kartoffeln leben. Wie kann er die Schuld b Wirtschaft vorwerfenl (Abg. Bock: Habe ick n'cht geta ) Hungc^oll ist schuld usw. Geben Sie Mittel an, dieNotlag zu beseitigen, wir sind bereit (Lärm der Soz-) Der s st dem Lande gearbeitet hat wie ich .(Abg. Lock: Ich auch.), 8> ty-s 5$ U L 5»« s 19 :k o5 ’O r O »i W CM c S IB Die h-utig- s> poli K~ A..« »53 c« ü? C7 (S613 3 SN 6>K cua C'g-" 2 2 s L Z «JL-sS SS c= . E 3 -s ÄS'» e® e LS E B |-eö N 2»dS0) S SM- u N 3ö sr GZ Z p >-. C>=? Niederlassung Gießen. „ Dividend« Unverzinsliche Lose. Bank-Aktien Eübd. Boden Kr. S. 53 u. 64 kündb. 1906 bis incl. Ser. 52 do. 4 H«ss. 627. do. S. 45 (tilgb.) 6 3*4 do. do. Kommunal Ser In.II unk. 1909 67, BercuiSbank . . . SD?. 600 Tiskonto-Gesellschaft M. 600,1200 TreSdner Bank UM. 600/1200 Industrie-Aktien. 4 do. do. frtitfixltr Kirsi 67, 134.76 M. 4 Neue Boden r. 102 122— Siellenmeqec 4 Preuß. 9 169.75 do. ll do. ereiusdaai 178.7. Vauragütte. Pfandbriefe. Frk. Hyp.-Bk. 13 15 © Frankfurter Bank Badische Bank . 1902 1907 do. do. 16 18 20 9)1.1000 Tlr. 100 6 6 ab ab 1909 1911 1913 7? M. 1000 M.1000 »1 x CM 03 13 9 67, 7 7 4 4 4 40 43 46 ab 1905 ab 1907 b. b. b. b. b. b. 37, 47» 47. 3 37. 78.40 137.50 180.50 106.- 136.20 Ser. Ser. Ser. Ser. Ser. 92.50 92.75 4 87. 4 4 4 4 9V, 97, 8 57. 67, 7 unk. b. 1914 Kommunal. u. 6. 18 . unk. b. 1912 3 4 4 3 5 5 E B 370.-0 67. do. 67, do. ’D Nürnberg. DereinSbk. Orsl.-Ung. Bank . £)tfl..Vänberbant Oesi.-llredit-Anstall. do. do. do. 6 10 87. 90.- 91.20 800/1200 Kr. 1400 d.fl.200 d.fl. 260 UM. 1200 Tlr. 200 Ser. 6 Ser. 1 Ser. 8 Ser. 9 abgest. lündb. kündb. 1909. 1912. 1914. 1915. 1912. 1914. 2 -3 ‘S Ik 0)8 § o L (9 8 97, 8 67. CQ = £ c do. do. do. do. 6* l»09 5.88 9 67. do. do. do. do. do. do, do. do. do. do. da. all. K. «bl. 100 all. K. «bL 100 Ungar. Kreditbank . Unionbank teilen) . . Wiener Bankverciii. . Würltbg. Bankanstall Lisenbahn-Renten-Bk. . Franks. Hypothek.-Bank unk. b. 1913 . kündb. ab 1908 -■9 c (9 da. do. 13 9 67 67 Hyp. do. do. do. do Q er. § G 1910 6.48 9 67, 8 10 8 77, 7 7 Madrider abgest. . . Meininger Präm. P.andbr. Oesterr. o. 1860 . . . Oldenburger..... Russische d. 1864 «usftsche v. 1866 . . . •o cm 'S E 'S a M «Ti ZL 4 4 4 4 ft 37, rA 4 4 4 4 4 ,1X ö. ft. 200 ö. fL 200 ö. ft. 200 600/1200 l. ft, 350 248.— 141.30 139.30 37, 4 81/, 4 4 4 4 4 37. 37. 37. 37, 4 4 37, S’BS.’ga •2 e ZS „ unk. unk. unk. unl. unk. unk. kündb. ab 1906 unk. b. 1911. do. Set. 14 159— 138.60 141.— 143.50 98.30 100.50 102.— 102— 99.10 103— 102— 97.70 98.80 97.40 A. 5 6 »7, 87, dv. do. do. 140.— 202.50 129.50 193B0 126— 471.50 273.25 156— 141.75 105— 137.— E 5 e o : U-» u. j= . jq CS . eo 100.70 100.93 90.30 100.70 100.90 9-.30 94— 94— 94.- do. do. do. do. do. dv. do. do. do. do. do. do. do. do. Ser. 10 do. S. do S. do. S. do. S. do. S. do. S. 3 Hamburger v. 1866 . . 3 Holländische Komm. u. 1871 37, «otn-Mindener. . 37, Lübecker v. 1863 . . . 2»/,Lütnqer v. 1853 . . , ÄS abgest. 80% u.' 17 unk,' 1910 31/, 37. 4 4 4 4 4 87, 37, 37, 37, ?erttier jin/e. BlieseubachBergw. , Borj. Ä?L Bochumer ti)uy Buderus i4i|cu Concordia Berzd. £t. Luxemb. lög.u. Clektr.i.'ichtu.«raft Eschweiler Bcrgw. Fatzon Maunstadt , Borz. At6 Äelscnkirch. Brzw. Harpener „ Hasper iSifcmu. Qx u n. 14—15 . Eer.I—V unk. 1909 Kom. Obl. S. 5—6 . u. 7—8 . 130.25 160.50 119.50 135.5i > 196.80 137.70 174— 125.80 264.80 119— 125.40 191.10 158.50 37. Mast en Bergbau. — .- Mülheimer Berg». 181.6 Rorbd.WollkLmm. 145.- Oberschles.C.-Ino.' vO - Pqünis Bergw. 256 5 Rhein-Rass.-Bgiv. 311. Rhem. Stahlwerke 16S*>' Riebeck Montan . 1196.W Schics. Berg.Ziak 396 _'< Wegelin L Hübner 1?9 Westeregetu zitlaii pi.'i , Sorj.ati.jlOL- 11 67,o 7 10 37, 8 6 7 9 77, 8 10*/, 8 , Untern. Zürich Farbwerke Höchst. «unstsetbeFft.a.M. Masch. Kleger. . „ Äriyner . , „ Fab.LSchleich. ^amb.-Am.-Pcktft. Rorbd. Ltoyo . . Steaua Rom. Petr. §s 3-S 07, do. = *6- 5$ (9 S M " <-> — ■5%' do. Psdbr. do. do. do. do. do. do. do. do. 11 %/.o 6 /» 10 5 8 57. do. do. do. do. do. do. do do. do. do. do. do. Rdein. do. do. do. do. S. 19 S. 22 S 25 S. 27 S. 23 E. .6 6. 17 S. 24 do. HyP.-2lkt.-Bk. M. 600/1200 Rhein. Kredltbk. M. 600/1000/1200 Rhc»n. Hyp.-Bank M. 600/1200 Schasihoui. Bankver. . SM. 1000 Cüod. Bodenlredli-Bank . M. 600 do......... Bk. S. 1ö kündb. ab. 1908 98.30 98.30 98. <0 98.30 98.30 89.50 89.50 89.50 90.50 96.10 88.10 98.30 93.80 98.20 98.30 9b.20 98.40 99.— 92.20 92.50 89.«0 89.80 98.70 98.70 892)0 89.30 89.70 98.40 98.40 98.40 98,60 Diverse Obligationen. 4 Buderus r. 103....... 41/, Disch. Luxemb. conv. 4*/, do. r. 102..... 41/, Eiseab. Rentenbank ... ... 463.- 380.— 99.70 38.- . ft. ? - Tlr. 20 280. Hemmoor Zement 136.2 Hiberma Bergw, —-1 Hüsch. Cisenw. - 32L'_ Hum bald Masch. . 13 7 37, Nafiaulsche LanbeSb. L’it. F. G. H. K. u. L. 37, do. do. „ AL N. P. . . 37, Casseler LandeS-Creditanst. unk. . , 37, 7- Tlr. 10 . Fr. 15 Lire 150 Lire 45 Lire 10 1 . I.P.7I D.fLlOO d.fl. 100 . f.fl.7 C. fL 10 Fr. 400 Fr. 400 d. st. 100 ; Lire 30 M 'I LK - AML Frk. Hyp.-Kred.-Ler. 6.15.19,21-27,31,34,85-39, 42 ~ ' u. 41 unk. b. 1910 . Mecklb. Hyp. u. Wbk. Ser. I verl. a 12 do. do. Ser. 3 abgest...... do. do. Ser. 2 u. 3 lünbb. ab 1905 Meininger Hyp.-BL Ser. 2 . . . . Berk. Hyp.-Bk. (vr. Pommr.- abgest. 80°/ do. * ‘ - ---- 37, Westd.'Bdkr. Hyp. «Köln) S.3 kündb.^!M5 37, do. do. do. Ser. 4 kündb. 1906 Kempij . . 124.20 Mainzer Akt. 200.— E c «a ■'•^1 292.80 173.50 122.— 122.— lu8.50 116.- 2 4g 87, 4 Westd. Bdkr. Hyp. (Köln) S. 1 u. 2 Hyp°thekeEi.-BL^uf80%abg. Hyp-B. Zf. kündb. ob 1905 . — W £ (5) U) -5 j ^'9 Z L Augsburger ..... Braunschweig .... Finnländische ... Freiburger . . , iDenua . . .... Mailänder ..... Mailänder ..... Meininger ...... Oestr. 0. 1864 . . . . Oestr. Kredit v. 1858 . . . Popend. Gräfl. .... Rudolfs-Stiftung . . . Türkische....... do. .... Ultimo. Ungar. Staats . « . . Benetioaer . , . • . . . 226.-t . 110.- 294.- I 136.^ 141.3 172..- 147.b> 149- 2O2J> 19t».." 170.- 179.80 210.— 161.-0 101.60 121.40 126.00 rieSeltftiede # aus. M SWö l»rt JB ... für diesen D 2 t^lid) Dpf? irfuhf, endgülttf k» jiönigs von Zu L 'nrolitanier Y-w hat die ila! uTsming erteil r/ii, die mir dc ^'großarügen ixp'dk’ mit unse «^-verbündete". gesendas^ osfentl« nifter, fi üßt rour rinfhiinerter p Äolitti hat oiefm. Er hatte et Cmlabung zu !■ 2timmung vm b bald nach Beg fe-m: manche sÄM worden, ä natürlich vor ichebeu Italiens i! jteise Canevas rMgerusen hat ^«tmsverhandlu xrtffl. Die Abs 0 oorgelegten G an Donnerst, annri „der Ai :i2n, verbür rilin zur Macht iiÄes Meten chte, die iMstreute. M dem Einmütigkeit X das Italien über die ® «n und veröffc Kn steht- Uni: : - seine umsam zusammenz andere Lösunc «lebe Horm ita •-'(bat Regieru S versteckte, ha: ?der Anriästi .blc Zuerst. /•ut. hatte, noch an folgt eine sc has „die ! Alien Barbare- ^wcil sonst k®" »ufsehen 3 "on C^ci( ^.°Mschen % ’^’Jle. Die ss darüber KL Lrr 3'S-Ü HS M -^anns so Und (s SÄ tzi?/hne 98.50 98.50 99.50 99— 99.60 93.10 90.50 90.50 100— 90.— 90— 90.— 98.25 98.2o 98.50 99.— 89.75 VCO S 2 o aj £= =3 p £ 2 0o «u m ■sr sii®5 5®c'« u, csa . -7- ,V ./ho K -u» Frl. Hyp..Bk. Ser. 19 ... ... do. do. Kommunal Ser. 1 unk. 1910 , SteriüOberr.) 200.7u „ Werger . . 70.— Zements, llarlstadt 1129.— C^em. Bad. dnilin 495.25 , Bleiu.Sllb.Br. 125.90 , Gr.eSh. Llektr. \ 254.75 , Albert . . . 446.30 Dt. Atl. Telegraph 1 128— titelte. Böse Borz. — „ Lllgem. Berllu 260.50 „ Laymeyer . — „ Schuckect — , Siem. L HalSke : 238.25 Bant für Hande! und Industrie do. Cer. 5 unk. b. do. Ser. 6 unk. b. do. Ser. 7 unk. b. do. do. Ser.311-350 unk. b. 1913 5 CO L *2 k 0) ,ea e 19 'S* 0) § CI 03 CM 3 i Welte, Beiv. Hiiinncl Bed. Hiintnel " e q>4>tz "0 i,,eq»L u, bumugaiis uq ! avuL 9 10 10 »PPIjQut® 03 03 03 önnilpu -quifiÄ SW ssw 8 । naj8tj(pnjg ! sauviors IOÖ> n»j6i)(pnaß • >3 I 0" C- C-- lins i»g inwasckuUH cm 0 eo 0 ao ao uaiYuqM .0 mv j lapmoioa o*. ao « 00 «*— O 1 1 1-* tS — — :<3 • • "• *3 M ■*3