Dienstag, 21 Mai 1912 162. Jahrgang ir zur ziehen. Abg. Dr. Südekum (Soz.): Start Staatssekretär Dr. Delbrück: Di« feelllenblitttr- werde» dem .Nnzeiger^ eiennal wöchentUch beigdegt, bal 'xretsblatt Mr der, Kttls «letze»- tr»eunal wöchentlich. Di« ^L«tzwtrtschastttch«> Lett- tragen- erscheine» moiuUlid) zwewuU. Mb. Deutscher Reichstag. 66. Sitzung. Montag, den 20. Mat. Sm Tische bei Dundclratl: Kühn. Delbrück. Dahn- schaffe, Kriege. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Nr. 118 E^chetrU lLtzltch mit AuRnahm, des GmmtagR. las-u.hochtKristall- rinkgarnituren lalenu.Tellern etc. stets das Neueste im ittungshaus ach, Giessen ige von Baccarat, l. Lambert, sowie -rsten deutschen Hütten. Für ;hatt n. Garten» ,u»enlÄC|’»E!'“S ihaaf, Seltersweg £* So,finQbe dick einge!» o-Wrfun^ nur für W|*£ infer, billigst. leT nm ---L_*n Giessen. «edaktion. «rvedttton und Druckerei, strotze 7. Expedition und Verlag: Redolrion: 1U. rel.-AdruAnzetg«r halten an diesem Standpunkt auch jetzt durchaus fest. Es ist zweifelhaft, m- wieweit der vorliegende Gesetzentwurf eine Verteuerung de» Konsums nach sich ziehen wird. K Es ist ja bekannt, daß der Konsum de» Trink- branntiveins aus allerlei Gründen eine ruckw eichen de Tendenz aufweist. Diese Tendei» wird ganz von sclost den Maßnahmen der Spirituözentrale ein gewisses Hemmni» gegensetzen, wenn sic zu einer schrankenlosen E^ohung deS Preise» für Trinkbranntwein schreiten wollte Hier handelt es sich auch um zahllose gewerblick)e Existenzen, die nut getrosten werden. Mit besonderer Sorgfalt haben wir die Frage geprüft, ob der technische Spiritus eine Verteuerung erfahren ,oU. Unsere Fraktion hat sich bemüht, in dieser Richtung olle vorsichA- maßregeln zu treffen, um ihn konkurrenzfähig zu halten. ES ist unnwglich, den Preis für ben technische" ^Dmlu8 irgendwie nennenswert zu erhöhen, weil er sonst seine sähigkeit gegenüber dem Petroleum und mrdev« Stoffen einbüßt. Eö konnten selbstverständlich nicht alle Wunsche erfüllt werden, aber es ist doch in der Kommission in dieser Richtung etwas Wesentlicher erreicht worden. Geimh, e »ist ein Kompromiß, und eS ist ganz rickstig, daß e» kaum jemanden gibt, der eine volle reine Freude an alton einzelnen Bestimmungen hoben wird. ES ist ein tombromifc, aber au V diesem Bau dürfen auch einzelne Steine nicht herouSgenommen werden, ohne daß das bricht. Darum wird die Mehrzahl meiner ^remide alle Ab- äntanmgtanträge ob lehnen. Mit diesem Gesetz w'rdwemgstuiS die Beseitigung eines Teils der Liebesgabe CirC<3(6 gebe gern zu, daß sie nicht völlig beseitigt wird, und daß manche Bestimmungen deS bestehenden Branntweinsteuergesetze, für den einen oder anderen Brenner vorteilhafter sind, alS Me neuen Festsetzungen. Das geht aber nicht anders. Jedenfalls kann nicht bestritten werden, daß daS. was in der-Presse andauernd gefordert worden ist, nämlich die Aufhebung dieser Spannung, gerade für die großen Brennereien zum Teil m d,e,cm Gesetze enthalten ist. AuS diesem Grunde stimmt ein großer xeti meiner Freunde für die Vorlage. Wir würden c6 für einen großen politischen Fehler halten, letzt, da die Reme- rung und ein Teil der Rechten bereit find, die Liebesgabe zu be- fettigen, wenn wir jetzt nicht die Gelegenheit benutzen wurden, das Wort „Liebesgabe" aus dem politischen Wortschatz auSzu- schalten, wenn die liberalen Parteien jetzt nicht 'bre Zustimmung geben würden. Wir werden also in der großen Mehrheit für baß Gesetz stimmen. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Paasche: teilt mit, daß die Sozialdemokraten namentliche Abstimmung über den § 1 beantragen. Er werde später do« HauS entscheiden lassen, wann diese Abstimmung stattftnden soll. Abg. Bassermann (Natl.): In diesen letzten drei Tagen kann man doch wirklich verlangen, daß die Abgeordneten zur namentlichen Abstimmung zur Stelle sind. (Zustimmung.) Ich bitte also die namentliche Ab- ftimmung immer gleich bei dem betreffenden Paragraphen vornehmen zu lassen. (Zustimmung.) Vizepräsident Dr. Pansche: Da niemand widerspricht, wird also so verfahren werden. Abg. Dr. Doormann (Vp.): Wir haben uns auf solche Anträge beschrankt, die nicht aussichtloS find. Die Kommission hat den Entwurf wesentlich geändert, baß ist bei Vorlagen heute nichts Ungewöhnliche» mehr. Hebet ben Begriff der Liebesgabe wollen wir nnS nicht mehr unterhalten, es ist aussichtslos. Ich bestreite, entschieden, daß wir darin ein Werkzeug der politischen Agitation etfrfüft haben: wir brauchen ein flaches Werkzeug nicht. Wenn die 58ämpfe vorbei sind und man objektiver ist, wird man nnferai Standpunkt als richtig befinden. Da« Konting ent f a 11L aber die Kontingentierung bleibt, fatoifle bet Durch fchnittöbrand bleibt. Der Redner begründet kurz die Anträge feiner Partei, die auf die Beseitigung deS Durch- schnittSbranbeS gehen und bessere Berücksichtigung sowohl der gewerblichen wie der kleinen Brennereien wünschen. Abg. Graf Mielczhnski (Pole) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zur Vorlage. Die Pole, beantragen aber in ähnlicher Weise tote die Sozialdemokraten Verwendung der abgezweigten 16 Millionen zur Herabsetzung Der A l t e rsgr en ze und Unterstützung der Vet eranenwi tuen. Abg. Frhr. b. (ssamv (Rp): Auch die Industrie wird durch bte Aushebung bet Liebesgabe geschädigt, weil die Folge sein muß eine P tci»* erhöhung des gewerblichen Branntweins. Hätten wir in diesem Jahr die Zentrale nicht gehabt, so hatten wir einen solchen Mangel an Sviritu». daß der Preis gewaltm ge- fliegen wäre; die Zentrale hat einen maßvollen angemessenen Preis gesichert. Der Redner wendet sich an die Sozialdemokraten: Die Kommission kommt Ihnen mit den 16 Millionen auf halben» Wege entgegen. (Abg. Wurm: Ja nur auf halbem!) — Damit können Sie sckcn zuftieden fein. Bei der ganzen Branntweinsteuergesetzgebung 1887 hat niemand daran gedacht, den Süddeutschen ein Reservat zu geben, in dem Sinne, daß, wenn anderen Staaten daS Kontingent genommen wird, es die &ab- deutschen behalten sollten. Im übrigen macht man sich von ben kleinen Brennereien kein richtiges ®ilb- sie find nicht leistungsfähig unb nicht konkurrenzfähig gegen bie großen, weil sie keinen erstklassigen Brennmeister bezahlen können. Unb da liegen die Verhältnisse in Hessen, im Osten auch nicht anders als in den drei Reservatstaaten. c Suppenwürsi et Kenner sind Suppen 6i[ Mtl ^pargeljup^ Der verein „Deutsche Versuchsanstalt für Luftschiffahrtt' ist mit der Bitte um Unterstützung an unS herangetreteu. Es sollen ihm nun vorn Reicke als Beitrag zur Begründung einer Deutschen Versuchsanstalt für Luftschi f fahrt 200 600 Mk. zur Verfügung gestellt werden, ferner alS Beitrag zu ben Unterhaltungskosten für 1912 die Summe von 50 000 Mk. Mit diesem ErgänzungSetat sollen also Wünsche erfüllt werden, bie vor zwei Jahren in diesem Haus« in einer Reihe von Resolutionen zum Ausdruck gekommen sind. Ich bade es eigentlich bedauert, daß eS nicht möglich war, diese Wünsche bereits früher zu erfüllen, aber bie Verzögerung, bie wider meinen Willen eingetreten ist, hat doch auch ihr Gutes gehabt. Denn in Den zwei Jahren ist das LuftschifsaHrtSweien außerordentlich vorwärts gekommen. DaS Programm ist aus- gestaltet worden, und wir sind in der Lage gewesen, ueber- flüssigeS auszuschalten und Neues hinzuzufügen, waS wir vor zwei Jahren noch nicht hätten tun können. Der Reichstag forderte nun seinerzeit eine Reichsfluganstalt. Wir halten e» aber für vorteilhafter, wenn wir davon absehen, und bafur ein Privatunternehmen, wie eS hier vorgeschlagen toirb, unterftüfaen. Dir hoffen daß der Entwicklung der Lusftchiffabrt Damit Diejenige praktische unb wirtschaftliche Grundlage gegeben wird, die für sie notwendig ist. (Beifall.) Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Man kann zweifelhaft sein, ob nicht eine Reichsfluganstalt besser gewesen wäre, als Die Unterstützung einer Wir stimmen aber im Allgemeinen Interesse der ^uftschiffahrt der Vorlage zu. Abg. Bassermann (Natl.): Auch wir hatten in einer Resolution seinerzeit bie »eitere tatkräftige Förderung des LuftschiftahrtwesenS gefordert. Wir begrüßen die neue Vorlage mit besonderer Freude, ba damit ein Herzenswunsch beS Grafen Zeppelin erfüllt toirb, der feit Jahren an die Abgeordneten und an bie Regierung mit dem Wunsche herangetreten ist, eine derartige Anstalt doch in» Leben zu rufen. Wir schreiten auf dem Gebiete de» Luft- chiftahrtswesen» von Tag zu Tag vorwärts. Bei diesem Eifer »er Privatinitiative war eine Beteiligung des Reiches an diesen Beftrebungcn durchaus notwendig. Die große Bedeutung ü r Heer unb Marine wird niemand leugnen. Eö kommt auch der große Vorsprung in Betracht, den Frankreich bereit» haben soll, und der einzuholen sein wirb. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.)2 Ich beschränke mich darauf, namenS meiner politischen Freunde zu erklären, daß wir die hier gestellten Forderungen annehmen. Wir wünschen, daß die Versuchsanstalt für Luft- ährten bie Wünsche und Hoffnungen vollständig erfüllen möge, >ie in weiten Kreisen auf sie gesetzt werden. (Beifall.) Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Branntwelnlteuernovelle. Berichterstatter für die zweite Lesung ist der Abg. Richter (Ztr.), er verzichtet auf Mitteilungen aus der KommisswnSbe- ratung. In einer langen Antragsdrucksache haben bie Sozialdemokraten ihre Anträge aus der Kommission wieder ein- gebracht, u. a. den Hauptantrag, die Verbrauchsabgabe einheitlich auf den niedrigsten bisherigen Satz, 105 Mk., festzusetzen. Neu eingebracht haben sie ben Antrag, die durch ben Komm istionS- beschluß für bic Vergällungsprämie bestimmten 16 Millionen ährlich aus der Verbrauchsabgabe nicht hierfür zu verwenden, onbern für die Kriegsveteranen und zur Herab- ehung ber Altersgrenze in der Invalidenvertag e r u n g auf bad 65. Lebensjahr. Die Volkspartei auf der einen, die Konservative» auf der anderen Seite haben Anträge gestellt, die sich auf Einzelheiten der Vorlage be- Die heut ein den A ntlicher Teil. auf ur stark, aber die große Mehrheit wird sie über- * *" r endlich einmal Tic Vlarttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch» und «rotprcise am 20. Mai 1912. Das Müllheimer Lisenvahnunglück vor Gericht. 0 Freiburg, 19. Mai. Unter unvermindertem Andrang des Publikums wurde die Verhandlung fortgesetzt. Unter den geladenen Zeugen befanden sich die Frau und bie Tochter des Angeklagten Platten. Ter Sachverständige, Regierungs-- und Baurat Fuchs, gab eine eingehende fachtechnische Tarstellung über die Ursache der Entgleisung. Ter Sachverständige kam zu dem Schluß, daß nur die übermäßig.' Geschwindigkeit die Ursache der Entgleisung gewesen fein könne. Andere Sachverständigen äußerten sich dahin, daß der Angeklagte Platten gewisse bahnvolizeiliche Vorschriften, die im Interesse der Sicherheit des Publikums erlassen worden seien, nicht befolgt habe. In der weiteren Verhandlung kam zur Sprache, daß Platten bereits einmal vom Dienste suspendiert und ein Disziplinär-' verfahren gegen ihn eingeleitet worden war. Er wurde eine Zeit lang im Güterdienst beschäftigt, im Jahre 1908 aber wieder in den Schnellzugsdienst übernommen. Eingehend wurde erörtert, wie Platten am Sonntag den 16. Juli, dem Tage vor dem Unglück, gelebt habe. Tabei wurde festgestellt, daß Platten 8 Glas Bier und einige Gläser Wein getrunken hat. Er will von Ul>r bis gegen 2Va Uhr geschlafen haben, worauf er sich in den Dienst begab. Tie Sachverstüitdigen erklären seine Behauptung, daß die .Lustdruckbremse nicht funftioniert .habe, für unrichtig. 0 Freiburg i. B., 20. Mai. Die Verhandlung in dem Prozeß gegen den Lokomotivführer Platten und Genossen wegen des Müllheimer .Eisenbahnunglücks wurde heute fortgesetzt. Cs wird zunächst festgestellt, daß Platten sich während der Fahrt wiederholt gesetzt hat, um ein klein wenig zu „baren". Von ber Station Auygen ab ist er eingeschlafen unb würbe erst burch die Zurufe des Beizers Männle wieder geweckt. Ter Heizer rief ihm zu, er solle doch bremsen, als sie bei dem Vorsignal Müllheim vorüberfuhren. Platten habe auch nach der Bremse gegriffen. Der Angeklagte Platten gibt an, daß er wegen lieber» anftrengung an den drei vorhergegangenen Tagen übermüdet gewesen sei; auch habe ihn auf ber Fahrt nach Basel bie Sonne ins Gesicht unb auf der Mückfahn ins Genick geschienen; dazu sei noch das Feuer^von ber Feuerbüchse gekommen und der Umstand, daß im heißen Sommer auf ber Lokomotive fein Luftzug wehe. — Ter Angeklagte Bähr gibt an, baß es nicht immer möglich sei, ben Lokomotivführer zu beobachten; er habe aber gesehen, baß Platten sich gesetzt habe unb bei ber Durchfahrt durch bie Stationen immer wieder aufgeftanben sei. Tie gleiche Beobachtung hat auch der Angeklagte Männle gemacht. — Längere Auseinandersetzungen knüpften sich an die Frage, ob es möglich sei, einen Zug, der mit großer Geschwindigkeit fahre, innerhalb 40 Meter zu bremsen, was von ben Sachverstänbigen als gewagt bezeichnet wirb. — Es werben bann bie verschiebcnen Aussagen Plattens vor bem Untersuchungsrichter verlesen, bie sich mehrfach widersprechen. Platten sucht dies damit zu erklären, baß er an dem Tage, wo er vernommen würbe, dem Unglückstage selbst, sehr aufgeregt gewesen war, zumal bie Vernehmung im Bureau des Stationsvorstanbes von Müllheim ftattfanb, wo alle Augenblicke das Telephon läutete und im Zimmer nebenan die Verunglückten lagen. Es werden nunmehr verschiedene Vorgänge aus früherer Zeit, die ben Angeklagten Platten betreffen, erörtert. Darauf wurden bie Verhandlungen auf morgen vertagt. Stan&e$amt$nacbrid?tcn* (Nachträglich eingegangen.) Londors. Geborene: Mai 7. Tein Landwirt Philipp Rabenau U. Sohn, Karl Heinrich.August. Schotten. HS !:Ä; r*'Änl Ibrtüe für S SÄ' (Opernhaus. Mittwoch, ben 22. Mai, abenbs Uhr: „Fräulew Teufel.' Donnerstag, ben 23. 'JJlai, abends 6X Uhr: .Lohengrin/ ureitag, ben 24. Mai, abends 7X Uhr: ,Att-Wien.' SamStag. den 2ö. 'Mai: .Alargarethe.' Sonntag, den 26. Mai: .Der Troubadour.' Montag, den 27. Mai: -Tannhäuser.' Dienstag, 28. Mai: „Die Fledermaus.' Märtte. Gießen, 21. Diai. DI arttv ericht. Auf heutigem öveben* niarfte kostete -. Butter das Pfund 1,30—LSo-Dlf., Hühnereier 1 Stück 7—0 'big., 2 Stück 00 Psg., Enteneier 1 Stück 10—0 Psg., (dänfecier 16t. 20 Pf., Slä|e das Stück G—5 Psg^ Kasematte 2 Stück 5—6 Psg^ Tauben pr Pr. 0,80—1,00 Mk^ Hühner pr. St. 1,00—1,60 Ach, Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 SJiL, Enten pr. St. 1,80—2,20 Alh, Gänse das Pfd. 00—00 Pfg^ Lchsenfleisih pr. Psd. 90—98 Pig, Rindfleisch pr. Pstmd 90—94 Psg., Kuhfleijch 80 Psg., Schweine« fleisch pr. Pfund 70—90 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 88—92 Psg. Hammelfleisch pr. Pfd. 70—90 Psg., Startoffeln pr. loo Kg, 10.00 bis 10.50 Alk., Weißkraut das Stuck 15 bis 30 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 10,00—12,00 Alk., Milch das Liter 22 Psg., Aepsel per Ztr. 15 bis 20 Rüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Birnen das Pfund 20—25 Pfg., Kirschen das Pfund 58—60 Psg, Marktzeit von 7—1 tthr. vor . 3$ war als TT p«ft unb i SS' X fluche xzM^ubcrnb :^"-.Ta ,-'rnnannickn L^Aünche J!01 -re hei N rüblich ,u fi .Nm £j, die Pi Ä ieilt Mn*. : 4® Ätt 4" ÄS ÄlQ]inj baS vierte mußte getötet werden. Drei Ranonietd wurden ebenfalls leicht verletzt. Magistratssekretär Hülsen, der an der Berliner Stadt- hauptkasse über 60 000 Mk. unterschlagen hat und dann flüchtete, erschoß sich im Hotel zum Goldenen Löwen in Dessau. Ter Tamoser „Kronprinzessin Cecilie" der Hamburg-Amerika-Linie, der sich auf ber Fahrt von Neuyork befindet, meldet durch drahtloses Telegramm, daß seine Ankunft in Cherbourg eine beträchtliche Verzögerung erleiden wirb, da das Schiff unterwegs Schiffbrüchige eines bibber noch unbekannten T aln p f ers aufnehmen mußte. In Scheidgen sind zweiGehöfteniedergebrannt, wobei zwei Personen ihr Leben cinbüßten. Ein Mann wurde tödlich verletzt. Zwölf Stück Großvieh kamen in den Flammen um. In Forst in der Lausitz stürzte in der Arena Reichel ein Seiltänzer mit seinem Fahrrad vorn Turmseil. Er war sofort tot. In Wien wurde die erste internationale Flugausstel- lung eröffnet. Aus Grenoble wird gemeldet: Ein Zug der Paris—Lyon— Mittelmeer-Bahn stieß auf einem Eisenbahnübergang mit einem Straßenbahnwagen zusamme n. Ter Greiwbler Bankier Gon« brand wurde getötet, feine Frau lebensgefährlich und zwei andere Reisende schwer verletzt. In Toulouse verletzte bei bem ftatifinbenben Stier- gefechte ein wütender Stier vier Stierkämpfer mit seinen Hörnern lebensgefährlich. Ter auf der Fahrt von S u n d w a l nach Rouen begriffene norwegische Tampser „Ronde" ging mit seiner aus Holzswsfen bestehenden Ladung an ber Seinentündung unter. Tie Mann- schäft konnte gerettet werden. In Neuyork fiel von einem Neubau ein großer S t e i n auf einen vorübersahrenben Straßenbahnwagen unb durchschlug das Tach. Eine Frau wurde getötet, mehrere Fahrgäste verletzt. In Neuyork ist der Flieger Wilburne Wright an Typhus erkrankt. In Houston (Texas) ist durch einen Brand im Geschäfts, viertel ber Stabt ein Schaben von etwa einer Million Dollars angerichtet worden. Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 stg. 62 M, Schwarzbrot 2 Ng. 54 Pfg. Zchauspielhaur. . -^tttwoch, den 22._ Mai: „Prophet Percival". Donnerstag, "cn Mat, abenbs 7* 2 Uhr: „Glaube und Heimat". Freitag, den 24. Mai: „Gotz von Berlichmgen". Samstag, ben 25. Mm: „^.'roabet Percwal". -sonntag, den 26. Mai: „Prophet Percival". V den 27. Mai: „Madame Sans-Göne". Ticnstag, den ' ,/Alt Heidelberg". MitNvoch, ben 29. Mai, abends -'.Vs Uhr: „Ter Kaufmann von Venedig". *) Astfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ufo ©etreibepreife in Mannheim Weizen 100 Kg. 24.50-00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 21.00—21.25 Alk. Der Rebntt krktt für die Wll » sche örr ch eN l sHr » IS - dnstrie ein, die große Aufgaben AU losen unternimmt durch die Gewinnung von Produkten, bei denen fie den technischen Branntwein braucht, z. B. Kautschuk Tiefe Industrie ist m einer Üblen Lage, wenn das Gesetz fre nicht gegen die V e r t e u e t u n g des Rohproduktes schützt. Es ,,t im höchsten Grade bedauerlich, wenn so, ohne daß die Landwirtschaft Vorteil davon hat, diese Industriezweige belastet werden, und ich bitte den Schatzsekretär, den Bundesrat rur den Fall, daß es sonst nicht möglich ist, diese Wunsche zu erfüllen, zur Ausarbeitung einer Novelle zu bestimmen. Auch bei meinen politifchen freunden sind die Bedenken stark, aber bie große Mehrheit toirb sie überwinden, aus dem einzigen Grunde, daß endlich einmal das Branntweinaewerbe aut Ruhe kommt. (Zustimmung.) Es gibt kem Gewerbe, das so malträtiert ist wie der Branntwein: wer würde sich das gefallen lassen, wenn die Landwirte nicht so geduldig wären. (Lachen bei d. Soz.) Bei dieser Vorlage können sich rechts und links, und zwar links ziemlich weit, zusammenfinden; bekunden wir doch hier durch positives Zu. fam menarbeiten die Solidarität der Interessen. sohn fSoyverspricht sich aber unb n e n n t ihn Js aakf ohn. Ter Heiterkeitssturm, der hierdurch entfeffeU Mrd, unterbricht die Beratung auf Minuten. Abg. Davidsohn (Soz.): der endlich zu Wort kommt: $$re äußere Heiterkeit ist auch eine innerliche. Ter Redner begründet den Antrag mit der Forderung, die Verarbeitung von Bleiweiß, wie es m Schweden und Baden geschehen ist, überhaupt zu verbieten; jedenfalls dürfe fie nicht noch prämiiert werden. Ter Antrag wird cchgelebnt, ebenso ein bolkSparteilicher Antrag auf Verminderung der Ueberbrandstrafe. Ter Rest des Gesetzes wird in der Haftung der Kommissionsbeschlüffe angenommen. Dienstag 11 Uhr: Ergänzungsetat unh Befitzsteueranträge. Schluß nach 8 Uhr. Abg. Dr. Will (Zentr.-Elsässer) wünscht weitere Vergünstigungen für die kleinen Obstbrenner, Abg. Dr. Weill (Soz.) 5 Nicht um bie Aufhebung der sogenannten Liebesgabe handelt eS sich, sondern um die sogenannte Aufhebung der Liebesgabe. Wir haben deutlich genug in der Kommission betont, daß wir die indirekte Steuer durch eine direkte ersetzen wollen, z. B. die Erbschaftssteuer. Der Reichskanzler kann also nicht sagen, er wisse nicht, ob eine Mehrheit dafür vorhanden sei. Die Mehrheit ist da. Unser Antrag wurde leider in der Kommission nicht angenommen. Nur der dritte Teil der National- liberalen war dafür. Und doch haben gerade die Nationalliberalen die ganze Wahlkampagne unter der Forderung der Erb- schaftösteuer geführt. Haben Sie das alles vergessen ? Nun, unser Antrag auf namentliche Abstimmung soll Ihnen das Gedächtnis stärken. Der Redner empfiehlt die Anträge seiner Partei. Tas Geld ist da, die sechzehn Millionen sind vorhanden. Man will sie zu unrecht dem technischen Spiritus zuführen. Verwenden wir sie lieber zugunsten der Veteranen und der alten Invaliden, , Abg. Kölsch (Natl.)S. Der Vorredner hat sich unnütze Sorge gemacht. Ich glaube wicht, daß unter un8 Nationalliberalen ein einziger sitzt, der nicht für bie Erbschaftssteuer ist. Wir wollen die Liebesgabe beseitigen. Ich halte es für richtig, den sozialdemokratischen Antrag anzunehmen und bie Deckung durch eins Erb» schaftösteuer zu schaffen. Abg. Wurm (Söz.)2 Glauben Sie doch nicht, daß das Volk äüf Ihre Wihchön hereinfällt. Sie behaupten, daß jetzt die Liebesgabe abgeschafft wird, und die Folge wird sein — die Verteuerung des Spiritus. Glauben Sie, daß das Volk das nicht merken wird?. Die Liebesgabe bleibt in veränderter Form, die Spiritus- zentrale behält ihre Macht. Darüber sind sich alle Kenner der Verhältnisse einig. Nicht der Bundesrat, sondern die Spirituszetttrale diktiert die Ausfiihrungsbestimmungen. Die künstliche Begünstigung des technischen Spiritus hat keinen Zweck. Er kann mit dem Petroleum nicht konkurrieren. Bezahlen Sie lieber bie alte Ehrenschuld an die Veteranen des Krieges und der Arbeit. " neues au Die clsaß-l faa eine Art Kaisers ge üandesslagge,' -aß eine Äush Erfassung mi W- Unter -krasaiishebm jer Staatsfen jh Regierung- versicherte, die cn Aufhebung nahm die Kan LethmannH vermutlich noct mallen sie mit d fiufe und Zeich -eutsch'seindlich ialrung solcher liche geleistet f tandee-sarbe koi bekanntlich scho .^raus besitzen ane die „Boss, iigmachung de- iireibt zu der ? ,.tann ein „Rei :alhringen ist,, dnzler von Bei ::g erklärt hat, fehl Elsaß-Loth lonbern es hat '.and - zu fuhr ft schwarz-tveiß- Tas Maß Di ;tmad)t durch bi mi lfrlaß einer regen Fahnenfl Waffen ülsaß-L lausende vo 1870, weil sie j inihl einleben ki 'titiem zum gröf -ber die denkv bericht: . .Ltraßbu: iaö'lothrin! '-len Angelegen 3tr.) und Gen (5oj.) I«i in dem V 3 »he anstelle E durch Reich 'olgende Fassun '"gesetz ge Nachdem bie Je Anträge ih» Änderung mit . des elsaß-lo nn reil der ^ejenigen -oitzeder L< :Q"be selbs ;urtf> Preußen, Wnjo sehr t Bekanntmachung. B e t r.: Feldbercuugung Cucdborn. 3n der Zett vorn 14. Ins einschl. 31. Mai 1912 liegt Werktag- Grotzh. Bürgermeisterei Queckborn das Proickl über Regulierung einer Teilstrecke des Aescders- daches nebst zugehörigen Befchlüifen dcc Voitzugskommifsion und des Gemeinderats vom 20. April 1912 Elnfickk der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen find bei Meidung des Ausschlusses utnerfcal. der obenangegebenen Lifenlegungsfrist bei Großd e Kölsch stimmen abac- ^khnt. Dagegen wird ge^cn diese Parteien auf ? lKons.) angenommen der von dec Kommission" neu clngeführte § 7a gestnchen, der das Kontingent für die gewerblichen süddeutschen Stenntrei/n ! Höchstmaß von 3000 Hektolitern beschränkt 633 “ff.-, s: MsSAWfe vermischtes. ♦ Tas Begräbnis des „Titanic"-Kapell- Meisters. In der stillen Landschaft Co Ine in der Grafschaft Lancachire war der kleine Kirchhof am Samstag der Schauplatz eines ergreifenden Nachspiels zu ber Titanic-Katastrophe: der tapsere Kapellmeister der Titanic Wallaoe Hartley wurde feierlich zur letzten Ruhe beigesetzt. Von weither aus der Umgegend waren die Leute in die Heimatstadt des unglücklichen Musikers gekommen, -um dem so tapfer in den Tod Gegangenen die letztt Ehre zu erweisen. In der ganzen Stadt waren die Läden geichlosien, überall flatterten Fahnen. Von der kleinen Metho- distenkapelle, in ber Hartleys Vater 25 Jahre lang Chormeister £elDt[en< ro(?r unb *n der ber Sohn als Chorknabe feine musikalische Laufbahn begann, bewegte sich der Zug zum Kirchhof; die Stadt Colne hatte eine Abordnung gesandt, ebenso das Territorials- Regiment, dem X)oi. j i atte, vor allem aber die Musikvereine. Fünf Kap7^-.» •: : n die Bahre, und als au oem Friedhöfe der <2-arg deigSsetzl wurde, begannen die ver- lammclten Chore den Hymnus „Näher zu Tir, mein Gott" an- ziistimmen, den Hartley seiner wackeren Kapelle dirigierte, als die Titanic sank und nur noch der sichere Tod der Musiker harrte. Und während die weithin hallenden getragenen Klänge dieses £boralö durch die Lüfte zitterten, sah man aus den Augen ber eangcr die Tränen rinnen. Nun ruht der heldenmütige Kapelsi meister m beimatlidier Erde und sein Andenken ivird fort leben alt das eines Mannes, der furchtlos im Angesicht des Todes die Allgewalt der Musik anrief, um Hunderten von verzweifelten Menschen noch in ihren letzten Minuten den schwachen Trost zu spenden, der in jenen Stunden allein noch in menschlicher Macht lag. Kleine Tageschronil. $)ie Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen hat niuv meljr die Vorarbeiten für die diesjährige Burgenfahrt nach dem Layntal beendet mid die Einladungen versandt. Wie wir bereits mitgeteilt haben, wird die Fahrt mit einem Fest auf der Marksburg bei Äraubach am Abend des 8. Juni eingeleitet und dauert bi« ?um 12. Juni. Merkivürdig ist es, daß die Fahrt Gießen zwar berührt, day aber die Burg Gleiberg nicht besucht wird, obwohl sie zweifelsohne interessanter ist als der Kaismunt. . . Automobil eines Bauunkerneli-mers aus Godesberg Mhr bei xtej in einen Sttaßengraben unb überschlug sich mehreremale. r.er Besitzer und dessen Frau wurden tödlich verletz», ihr Mmb erlitt eine icoivere Gehirnerschütterung. c - »^g nachmittag ist ein Münchener St üben t aus Halle, i^ritz ^-uhrmann, von dem Gipfel bes Wendelstein^ abge stürzt. Er war sofort tot. In Berlin wurde der Kausinann Bruno Schrödter d er- härtet ber gefälschte Aktien anfertigte nnb bei verschiedenen ■öanten größere Vorschüsse barauf entnahm. Als in Lichtenberg ein Schutzmann ben Kutscher Rose nadjiö lvcgcn Ruhestörung verhaften wollte, sammelte sich eine grorere Menschenmenge an, bie eine drohende Haltung an- nahm. Eine Frau wurde festgenommen, die versuchte, ihren Mann ou befreien. Cm Imizueilender Schutzmann gab in der Notwehr einen Schutz ab, ber ber Frau in die Brust drang, so daß sie * ■ »yc r verletzt ins Rummelsburger strankeNhaus gebracht werben mußte. Bei einer Beerbignng im Törtchen R u b o 1 fs w a 1 b a u im hl“e^r X rauer jug eine Ho 1 zbruckezu panieren, biefeVriTrfr Bach führte. Als bad Trauergefolge sich auf a? br,1n‘Jtc. brach ,tc zusammen und mehr als öU P e r !?vungeV° " i,emhd) HcT ab gab zahlreiche Ver- aus «?ot’^b?rO