Ur. M Ter Siebener Anzeiger erschein! täglich, auper EonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich Giebener.^amiiienblStter. IroemuiliDÖd)cntl.Krtl$- lattlürdtnUrrirSiehen (Dienstag und Freitag): gtveimnl rnonail. Land» wirtschaftliche Seitsragen Fernsprech - Wn|d)lüne: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Wietzen. Annahme von Anzeigen für bie TageSnununer btl vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt (62. Jahrgang Dienstag, 25. Juni 19(2 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhelfen Rotationsörud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Stcinöruderet R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druderei; Zchulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Rr. 269 Scschaftsftclle vahnhosslrahe (6a. Vezn qOpreiS: monatlich 751”, vieriel- adrlich Dlk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monathdi «'S 10.; durch dir Post l'Ü.2.—'viertel« läbrL ausschl. Ve stella. Zeilen preis: lokal 15Ps, auswärts 20 Pfenmq. 15 deiredakteur: A O)oeq. Veraiinvortlich für ben polrttlchen Teil: August Goetz; für .Femlle- ton", .VennllchtesE und .Gcr,cklsfaatt: K. 9leu- rath; für .Stadl und Vmib": E.Heb: iür den Anzeigenleü: H. Beck. Urberach EMlsheim Ml, S Treieichen- Hain 2 2 2 barhelm Ossenheim Ulrichstein Flomborn bcutigen Tage. Mlubß wie für und aufrichtigen 8 8 NW 2 10 Groben» Buseck grunblageit und Gesche Vorschriften und Anweisungen sitzen, in denen Menschenrechte und Dürgerfreiheit aufs naiicfte vorgczeichnet sind. Es kommt also nur auf Handhabung im einzelnen an! Ulrichstein Flomborn Bodenhevn , <$ ß r bc- fle- die lautete: Euerer Königlichen Hoheit möchte ich am der bedeutungsvoll für die Geschichte unseres die Geschichte des RegattaklubS ist, Glückwunsch ;umi1912 achrichten. außerordentliche Professor it, Tr. HanS Glagau, ti achlolger von Geh. Rat Pck innen. el. lbong'Mbang Mmeru ngs' und Nachnahm! 1*1 öb-e b»|* k und Turnfest, te-, ;t unter dem ProtektoikUü rmisches Sport- und W bildet worden, dem der irofessor Dr. Ringer, bn ah- n und der Ausschuß der 6» gen gönnt»'3 der Frau Professor wohl bekommen möge. Tie verstand auf den Scherz cinzugehen und meinte, sie würde sich ein Gewissen daraus machen, der kaiserlichen Majestät einen Untertanen zu entführen. „Ei! rief die Kaiserin, „ich schenke Ihnen denselben von ganzem Herzen, nehmen Sie ihn in Gottes Namen mit." Aber die Wiener Luft tat an der Frau Gottsched keine Wunder, sie blieb kinderlos und hypochondrisch, siechte langsam dahin, und als sie vor jept 150 Jabren, am 26. Juni des Jahres 1762, die Augen für immer schloß, da hatte ein Leben ein Ende gefunden, das an Verdiensten und Arbeit reicher gewesen war, als an Freude und Glück. wie tief tonnen wir in den Himmel sehen? Wer rur Nachtzeit den gestirnten Himmel betrachtet, glaubt einen Tuck in die Unendlichkeit zu tun, so weit entfernt scheinen die Sterne dem menschlichen Auge zu sein, ja man kommt gar nicht aut den Gedanken, beim Anblick der Sterne ihren Absiand abzusckätzen. Man faßt eine Reihe scheinbar beieinanderstehender Sterne zu einem Sternbildc zusammen, ohne zu fragen, ob sie auch wirklich annähernd gleich weil von der Erde entfernt sind. Die weit, wie tief kann man nun eigentlich in den Himmel hincinfehen? Ties»? Frage beantwortet Felix Linke in einem fesselnden Aufsätze der „Natur". Tie Antwort hmrgt von zwei Umnänden ab: vom menschlichen Auge samt seinen optischen Hilfsmitteln und von der Helligkeit der Gestirne. Tas menschliche Auge kann zwei kleine leuchtende Punkte nur bann noch getrennt wahrnchmen, wenn sie einen bestimmten Abstand voneinander haben, z. B. 1 Zemimeter aus 36 Metern Entfernung betrachtet Am Himmel dürfte der Mstand zweier leuchtender Sterne ni”t größer fein, als der 30. bis 40. Teil der Vollmond- sa-eibe. Ties gilt jedoch nur theoretisch, denn tatsächlich verschwimmen zwei Sterne am Himmel für das menschliche Auge schon dann :u einem einzigen leuchtenden Punkt, wenn ihr Abstand Vi» bis Vis Vollmondbreite beträgt Rechnet man jedoch mit, der größeren Stärke von 1 Vollmondbreite und nimmt dazu tausendfache Vergrößerungen, wie sie das Fernrohr erreichen kann, so kann man am dem Monde nor Entfernungen von 40 Tausendstel feines Turchmeffers unterscheiden: man sieht auf 'ihm also zwei Punkte getrennt, die 30 bis 90 Meter voneinander entfernt sind. dern, daß strafbare Handlungen Vorkommen." Einschreiten soll der Schutzmann aber eben nur, wenn es dringend notwendig ist: „Hüten muß sich der Erekutivbeamle vor jeher Einmischung in Privatangelegenheiten Er beherzige stets das Spricknvort: „Augen und Ohren offen, Mund zu!" Werden ihm Privatangelegenheiten zugetragen, fo höre er zu, urteile aber grundsätzlich nicht sofort bar- über und vermeide jede voreilige Aeußerung. S.'in dienstliches Einschreiten darf niemals den Beigeschmack der kleinlichen Versolgung und der Sckfikane haben. Das V.r- trauen der Bürger aller Mteife sich zu erworben, ist die vornel.mstc Pflicht der Exekutivbeamten. Er muß stets ein- gedenk sein, daß er des Publikums wegen, nicht aber das Publikum des Beamten wegen da ist." Tas sind nur wenige Stickchroben. Aber sie beweisen, daß die Polizeibehörden im Anschluß an die VerfassungS- Sd’üler Mi eifrigen unb erfolgreichen Konkurrenten erzogen haben. Wir wollen habet dankerfüllten Herzen- am heutigen Jubiläum, am 25 jährigen Jubiläum des K E. Eurer Majestät unsere Verehrung unb Dankbarkeit iür alles auszusprechen, waS Eure Majestät aus dem Gebiete des Svort- und für den von Eurer Majestät begründeten K. ?) E. getan haben. Mir liegt es als V i z e k o m m o d o r e ob. Eurer Majestät unst reu tiefempfundenen b.nlitfcn Tank zu Füsum zu legen. Ich bitte^bie Herren, diesem Gefühle des Tankes Ausdruck zu geben, indem Sie mit mir rufen: Seine Majestät der Teutfche Kotier und König von Preußen, unser allergnädigster Kommodore hurra, hurra, hurra! Tie Antwortrede des Kaiftrs Ss-rr bei dnU?" chMken?» S-i» - “ Satte Q 1« di- or Sick.. -"ich-ft-n l»r St. 5att,T“' nges für bchreütk. d>° Lb-rtwbä- »7 rehandeln. e abend. Täs*- S2L 3uni bis 213m, - ' Hrioldyn n. Zrau Gottsched aus Reisen. (3u ihrem 150. Todestage, 26. Juni.) Ms das aus Tanzig gebürtige Fräulein Kukmus int Jahre 1735 als Gattin des Magisters Gottsck>ed nach Sechzig übersiedelte, hing ihr der Himmel voller Geigen. Das fomtte ihr auch Schöneres blühen, als die Gatttn, Freundin unb Helferin des berühmten Mannes zu werden, der damals als Diktator der deutschen Sprache und Literatur auf der Höhe seines Ruhmes stand. Mit Andacht horchte die junge Frau Gottsched, hinter der Tür des Audttorutms stehend, dem Kolleg des gelehrten Gemahls: mit Eifer, ja Leidenschaft warf sic sich in die gelehrten Arbeiten, die Gottsched ihr zuwies. Es kam anders, als die junge Frau gehofft hatte: Ihr Eheglück trübte sich, die Arbeit ward ihr eine Last, sie fühlte sich an Gottscheds Seite unbefriedigt^ Eine Abwechselung brachten in ihr arbeitsreiche-. Leben die Reisen, die sie mit dem Manne zusammen von Zett zu Qeit unternahm und die ihr manche Anregung, manche* interessante Erlebnis brachten. Freilich mußte fic auch auf solchen Reisen zuweilen inne werden, daß ihr -teufen und das Denken Gottscheds dock) recht ^verschieden voneinander in manchem Punkte waren, so war ste als sie das erste Mal das schone Dresden iah, von der lieblichen Natur des Elbtales hoch eiitzuctt^ Gottsched aber teilte dies Entzücken nicht: ihm galt wohl, wie der ganzen damaligen Landschaftsästhetik, eine ebene Gegend als du schönste Natur, und — so schrieb Frau Gottfched re,,gntert - er mochte ja reckt haben, „daß es ,ich auf dem ^per- lingsberge in Leipzig ruhiger und ungestörter arbe"en läßt als auf irgend einem der gering,len Weinberge in Gottscheds^ m«arcf aber hjar das Fahr 1749, und die damalige Reife brackte der Frau Gottsched allerdings viel Interessantes, wenn auch nicht gerade gleichmäßig angenehmes. Zunächst besuchte mau zur Erholung Karlsbad, und von da au» wandte sich Im Großherzogtum Hessen, das ja weniger unter Großstadtnöten zu leiden trat, besteht keine solche allgemeine Tienstamveisunb, vielmehr ist es den Lokal- verwaltunge>i überlassen, die Vorschriften für die Polizeiorgane zu erlassen. Nach unseren Informationen wird von den hessischen Verwaltungen im allgemeinen gleichfalls größte Vorsicht und Milde empfohlen. Es finden von Zeit zu Zeit Konferenzen der zuständigen -Organe statt, die sich auch mit diesen Fragen, die im Schapiroprozeß eine Rolle gespielt haben, beschäftigten und zu ähnlichen Grundsätzen tarnen, wie sie in der erwähnteii preußischen Dienstanwei- sung erwähnt sind. iveg MH -ieflllcqnaqcn 09 Ä \ ’ÄSS yt I,'! ||C|t un*’ 1 ' M fragen aus dem zweiten 5chapiro-prozeh. Man schreibt uns: Ter Schapiro-Prozeß hat durch das Urteil des Reich-? geeichts und durch die Neuaufrolliing vor dem Darmstädter Gericht an allgemeinem Interesse gewonnen Tie Person lichen und lokalen Umftänbe sind zurückgetreten, die politi scheu und staatsbürgerlichen Frageii stehen im Vorder gründ. Wie wird in Dingen der „Liebe" (welcher Form auch immer, soweit sie eben nicht gesetzlich strafbar ist) die persönliche Freiheit, das verfassungsmäßige Bürgerrecht gewährleistet? Ist jedes Liebesverhältnis etwas, was der polizeilichen Beachtung und ihrem Einschreiten unterliegt? Was hat der Polizei am Aeußeren weiblicher Personen „auffallend" zu sein, was nicht? Wo und wann müssen sich Liebespaare die Verfolgung der Polizei gefallen lassen? Gibt es außer den sehr allgemeinen Rechtsbestimmungen der Verfassung und neben oem Strafgesetzbuch keine Anhaltspunkte? Gewiß gibt es solche Jeder Polizeikommissar hat sie auf seinem Schreibtisch. In jedem Polizeirevier liegen sie aus. Unter den „allgemeinen Berufspflichten" finden wir z. B. in der Dienstanweisung für preußische Polizeibeamte folgende sehr beachtenswerte Vorschrift: „Um die vorgeschriebenen Berufspflichten gesetzmäßig erfüllen zu können, müssen die Beamten bestrebt sein, sich bie erforber liche Gesetzeskenntnis auf das eingehendste anzueignen: infolge seiner Stellung als Exekutivbeamter hat der Pouzeibeamte gewisse MachtbeTugniste über den Burger, die er niemals in unlauterer Weise ausnützen darf. Es sind ihm in gewissen Fällen das Seben und die Gesundheit seiner Mitmenschen, das Glück unb itfllücf ganzer Familien in die Hand gegeben. Dock muß er ohne Rücksicht auf fein eigenes Empfinden unentwegt nach dem Gesetze seinen Dienst tun. Er darf sich über niemand über heben, keine Schikane ausüben ober durch feine Stellung sich besondere Vor teile verschaffen. Es gehört für einen nicht ganz charakterfesten Menschen eine große Ueberwindung dazu, in der angeführten Weise zu arbeiten: doch ist es Pflicht eines jeden Polizeibeamten, dem beregten Ziele zuzustreben." Nun einige Einzelheiten aus den Diensworschriften: Ueberrascht der Sittenbeamte auf seinen Dienstgängen Diebespärcken auch bei zärtlichster Umarmung, „ohne daß durch ihr Verhalten ein öffentliches Aergernis erregt worden ist", also z. B. in der Einsamkeit oder Tunkelheit, „so sind nur dann die Personalien festzustellen, wenn sich die Betroffenen nebenbei einer strafbaren Handlung, z. B. des unberechtigten Betretens einer Wiese, eines Parkes ufw. schuldig gemacht haben: auch in solchen Fällen wird der Beamte sich dem dürftigsten Ausweis begnügen; so wird er sich z. B., wenn der Mann erklärt: „Es ist meine Braut", im allgemeinen mit dieser Angabe zufrieden geben". Weiter heißt es in den Dienstvorschriften: „Das auffallende Benehmen einer Frauensperson an sich genügt niemals, um den Verdacht zu begründen, es handele sich um eine Dirne Ter Beamte wird in diesem Falle versuchet:, unauffällig den Namen festzustellen oder sich das Aeußere genau einzuprägen und bann Anzeige erstatten, damit die Behörde Gelegenheit hat, weitere FeststeNungen anzuordnen." Ferner: Das Logieren von Pärchen in Gastwirtschaften „berechtigt den Beamten unter feinen Umständen zum direkten Einschreiten: spricht ihm ein Wirt eine solche Vermutting aus, so ist es Sache desselben, sich fein Haus rein,zuhalten". Endlich: „Der Beamte darf sich niemals durch ?lnzeigen von Dirnen und Zuhältern zu einer Festnahme bewegen lassen." Deutlicher kann doch die Sckiranke der persönttchen Sphäre von der Polizei selbst nicht aufgericktet werden. Ganz besonders beachtenswert erscheinen aber noch folgende Anweisungen: „Ter Polizeibeamte muß immer im Auge behalten, daß seine Tätigkeit vor allem vorbeugend sein soll: er soll durch rechtzeitiges Einschreiten verhin- das Ehepaar durch das Fränkische der Donau zu. Was den 'Gottscheds da eigentlich in der Oberpfalz widerfahren ist, das ist nicht recht abzusehen; es scheint, daß der Herr Professor mit den Wegen nicht zufrieden war, daß ihn Bettler ärgerten, schließlich aber, daß er überhaupt an dieser ganz überflüssig „höckerigen" Landschaft Anstoß.nahm — kurz, er fühlte sich gedrungen, von dem „rauhen Psäher- land" in einem dichterischen Ergüsse einen rauhen Abschied zu nehmen, und das vermehrte die Unannehmlichkeiten der Reise, denn die Obrigkeit nahm an Gottscheds Ode Anstoß und konfiszierte sie. Trotz alledem, so weiß seine Frau zu erzählen, hat sich Gottsched unter all diesem Ungemach den gesunden Schlaf bewahrt, während sie, die kränkliche Frau, sich mit „wachenden Traumen" zufrieden geben mußte. Von Regensburg aus fuhr man die Donau herab und gelangte nach allerhand Abenteuern nach Wien Ter Empfang bei Maria Theresia bildet im 2eben der Frau Gottsched einen Höhepunkt, und sie hat ihn mit einer Wärme und Begeisterung geschildert, aus der hervorgeht, wie großen Eindruck die fürstliche Frau auf sie gemacht hat. „Ick habe sie gesehen: die größeste Frau von allen Frauen! die sich durch sich selbst weil über alle ihre Throne erhebt! Ick habe sie nicht nur gesehen, sondern auch go fvrochen; nicht nur gesprochen, sondern dreiviertel Stunden lang gesprocken. Ich habe sie als Gattin unb^ als Blutter gesprochen." Maria Theresia war gegen Frau Gottsched in hohem Grade liebenswürdig unb leutselig und nannte sie die gelehrteste Frau von Deutschland. Sie fragte den Mann, wieviel Sprachen eigentlich seine Frau verstünde, und Gottsched unterließ nicht, feine kenntnis- reiche Frau weidlich hcrauszustreichen. Aber diese selbst zog sick bescheiden und tattvoll aus der Sache, indem sie meinte: „Eigentlich keine recht!" Die Kaiserin fragte ihren Gast auch, ob sie Familie habe. Nein, Frau Gottsched war leider kinderlos. ,'.Ach!" meinte die Kaiserin, „Sie meinen, das sei ein Glück, Kinder zu haben, allein sie bringen einem auch viel Sorgen." Dann fuhr die Kaiserin mit einem Scherze fort, sie wünschte, daß die Wiener Luft Tank anssprcchen. «''lückwnin'ch zum 25. Geburtstag und zu dem großartigen Erfolg, den die Regatta Woche dank der Organisation durch den Klub genommen bat. Zu gleicher Zeit möchte ich auch meinen Dank dafür ausfvrechen, daß in bingebenber Mitarbeit dieSeglerauf meine Gedankeneing e gange n sind, und daß aus allen Reihen unseres beulidwn Volkes unsere Klubmitglieder sich -usammengefunden haben zu diesem gesunden, herzersrischenden, stärkenden Spork. Wir kennen als Gese(', für unseren Klub nur das eine: der Mitgliedwerden will, soll ein Gentleman fein! Ties genügt. Dies Gesetz bat eine Elite zusammengeführt, bie sich heute mit Freuden gegenseitig die Hand drückt und die mit Freuden einander aus dem Wasser bekämpft. Viele Jahre hindurch habe ich da- Anwachsen des Klubs beobachtet. Es find Stiftungen von allen Seiten gemacht worden, Preise in Hülle und Fülle ge- kommen So möchte ich auch beute dem Klub von neuem eine Stiftung von mir aus machen. Ich habe folgende Kabinettsorder erlassen, die ich nachher dem Vizekomrnodore überreichen werde Tie Order lautet: Tas 25jährige Jubiläum des Kaiserlichen Jachtklubs gibt mir willkommene Veranlassung, der Iachtmatrosen zu gedenken, deren Tüchtigkeit wir den heutigen guten Stand unseres Kegelsports nickt zum wenigsten mit zu verdanken haben. Es ist in den verflossenen Jahren eine stattliche Zahl Iacktmatrosen herangebildet worden, die sich im Jnlande und Auslande sehr guten Rufes erfreut und aus deren Reiben auch schon viele tüchtige Seeleute für unsere Kriegs- und Handelsflotte hervorgegangen sind. In Anerkennung der Leistungen und des braven Verhaltens der deutschen Iachtnmnnschaften ivill ich der Kommodore-Stiftung zum besten invalider Matrosen und deren Hinterbliebenen einen weiteren Betrag von 20 000 Mark überreichen und hoste, daß die Wohltaten der Stiftung in noch ausgedehnterem Maße als bisher den Mannschaften der dem beiitidK» Seglerverbande angehörenden Jacht zugewendet werden können. Der Geldbetrag wird Ihnen morgen von meiner Schatullenverwaltung zu geben. Meine Herren! Wir haben von kleinen Anfängen unS hinauf gearbeitet, wir haben dafür aber auch gewandte, tüchtige unb erfahrene Lehrmeister gehabt. Wenn Eure Königliche Hoheit erwähnten, daß ich mir Konkurrenten herangezogen hätte, und daß ich der Lehrmeister für einen Teil der Herren gewesor sei, so müßte ich auch meinerseits auf meine Lehrmeister Hinweisen. Wir verdanken den englischen Kapitänen, die ich auf meinen Jachten gehabt und den englischen Truß viel, und diese Kapitäne stammen ans einem Volk, dos in bezug auf das Jacht- wesen wohl an der Spitze aller Jacktflotten steh! Ten englischen Jacktleuten verdanbm wir sck on einmal eine schöne Wocke vor Jahren. Die diesjährige Jubiläumswoche hat wesentlich dadurch eine so scköne Entwicklung geiwmmen, weil zu Hausen Dampfer und Segeljachten aus England herübergekommen sind, um unser Fest mitzufeiern und im^pott sich mit uns zu messen Da glaube ich auS aller HeMn zu sprechen, wenn ich ben Herren von ganzem Herzen Willkmnmen und Tank entbiete. Ter Kaiserliche Iagdklub entstand vor 25 Jahren b(i einer Sitzung, die bestand aus Seiner Königlichen Hoheit, Freil-errn v. Seckendorff und dem Admiral Freiherrn v Senden-Bibran und mir und einer Flasche Sekt Jetzt greifen sie zum Glas Sekt und trinken Sie mit mir auf das Wohl der Gitte aller Nationen, die in dankenswerter Weife bierhergelommen find, um unsere Wocke mitznfeiern und auf das Wohl des 25jährigen Jubilars. Tie versammelten Segler Hurra, Hurra, Hurra! Nach dein Mahle nahm der Kaiser vor dem Klubhause den Borbeirnarsckdes Kreiskriegcrverbandes Der Katfer in Kick Kiel, 24. Juni Ter Kaiser ließ, als er heute narfimiitag von der Wettfahrt an Bord des „Meteor" zurückkehrte, den im Einlauf begriffenen „Moltke" stoppen und passierte mit dem „Meteor" das paradierende Kriegsschiff. Abends begab sich der Kaiser zu dem kaiserlichen Jachtklub und den Angehörigen des Royal Themes-Yachtklubs. Diese überreichten dem Kaiser einen Erinnerungspokal in der Nachbildung des im Jahre 1871 vom .Herzog von Eumberiand gestifteten alten Wettfahrtpokals. Sodann nahm der Kaiser aus den Händen der Herren des Felea-Syndikats den Felea-Preis entgegen. Es folgte die Preisverteilung für die Jubiläums-Kriegs- boot-Wettfahrten durch den Kaiser. Dann begann da8 Festtsien beim Kaiserlichen Pachtklnb. Hierbei saßen rechts vom K.riser der Kronprinz, Prinz Adalbert, der Botschafter Leistman, Großadmiral Tirpitz, links Prin» Eitel Friedrich, Prinz Joachim, Großadmiral Koester und Admiral Gras v. Baudissin; gegenüber dem Kaiser saß Prinz Heinrich, zivischen Eommodore Theodore Pim rechts und Admiral Arnim unfc Lord Trassat) links. Während des Mahles brachte Prinz Heinrich das Kaiserhoch aus. Seine Rede lautete: Euere Majestät! Aus kleinen Anfängen hat sich der Kaiserliche Jacktklub zu dem cmporqearbeitet, was er heute bedeutet. Tas Werk, welches Eurer Majestät Grpßvater und Eurer Majestät Vater begannen, das haben Euere Majestät weiter geführt unb ausgebaut. Eurer Majestät fällt unbestreitbar das V e r d i c n st zu, das deutsche Volk aus das Wasser gezogen zu haben, sei es bezüglich der Kriegsmarine oder dcr Handelsmarine oder des Sports, der uns hier heute abend in erster Reihe interessiert und beschäftigt. Wenn es Eurer Majestät nickt immer gelungen fein sollte, stets als erster durchs Ziel zu kommen, so möchte ick daraus aufmerksam machen, daß Eure Majestät unser Lehrmeister war und daß Eure Majestät fick feine 615 28'3«**+ 23. * _ in fliei enrgegeü, der mit mehreren Militärkapellen und vielen Fahnen angerückt toar. Hinter dem Kaiser, der ununterbrochen salutierte, standen die vier anwesenden Söhne. Den Kriegern schloß sich die Kieler Ingendwehr an. Nach dem Vorbeimarsch sprach bei; Kaiser eine Reihe von Veteranen an. Deutsches Reich. Der König von Preußen bestätigte durch Erlaß vom 19. Juni die Wahl Wermuths zum ersten Bürgermeister von Berlin unter gleichzeitiger Verleihung des Titels Oberbürgermeister. Eine Reise des Reichskanzlers nach Gastein, die in der Presse angekündigt wurde, ist, wie die „Reue politische Korrespondenz" schreibt, zwar noch nicht endgültig beschlossen, scheint ober wahrscheinlich zu teilt. Ter Kanzler weilt gern int Hochgebirge und würde in Ctkiftcin auch Gelegenheit zum Kurgebrauch haben. Was im Anschluß an die Möglichkeit einer Gastciner Reise über eine Zusammenkunft des Reichskanzlers mit dem öfter reichisch-ungarischen Minister des Auswärtigen G r a f e n B e r ch t - hold berichtet worden ist, beruht einstweilen nur aut Kombinationen. Bestimmte Verabredungen sind noch nicht getroffen. Zur Spionageaffäre des russischen Hauptmanns Koste witsch wird noch eine Verhaftung gemeldet. Tie „Berliner Morgenpost" schreibt: Tie Verhaftung des aktiven russischen Artilleriehauptmanns Kostevitsch unter dem dringenden Verdacht die Spionage, hat, wie wir fairen, aut den Bericht der hiesigen russischen Botschaft hin, zu einem Depeschenwechse! zwischen der Regierung in Petersburg und dem Berliner Auswärtigen Amt geführt. Hauptmann Kostevitsch hat gegen seine Verhaftung pro- testiert und erklärt, er sei offiziell von dem russischen Kriegsministerium zu Studienzwecken nach Deutschland gesandt worden. Er habe sich auch hier oftiziell bei den in Betracht kommenden militärischen Behörden gemeldet und keineswegs Spionage getrieben. Wie wir hören, ist gestern noch eine zweite Verhaftung wegen Spionage-Verdachts erfolgt. Ter Verhaftete ist ein junger Russe und war in einem Gesclräft in der Leipziger Straße au- gestellt. Ob die Verhaftung mit der Spionageaftäre des Hauptmanns Kostevitsch zusammenhängt, ist ungewiß, da von den beteiligten Behörden in der Affäre begreiflicherweise strenges Stillschweigen beobachtet wird. Ausland. Die italienische Kammer genehmigte mit 161 gegen 43 Stimmen die am 13. Oktober 1909 zu Bern unterzeichnete internationale Akte betreffend den .Rückkauf der Gotthardtbahn seitens der Schweiz. Aus London wird gemeldet, daß Feldmarschall GeorgWhite, der Verteidigervon Ladysmith, gestorben ist. Der russische Gesandte in Athen, Swerbejew, wurde zum Botschafter in Berlin ernannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 25. Juni 1912. Das erste Sommergewitter. Schwere Gewitter, verbunden mit heftigen Blitzschlägen gingen in der Nacht auf Montag über dem Lahntal nieder. Während hier das Unwetter sich nur in mehreren starken Gewittern mit heftigen Regengüssen äußerte, kommen aus der Nachbarschaft Nachricksten über Blitz- und Wasserschäden. In Heuchelheim z. B. schlug der Blitz in den Kirchüurm ein. Zum Glück war es ein kalter Schlag, sonst hätte leicht in dem Holzwerk des TurmeS Brand entstehen können. An den zertrümmerten Schicfcrplatten und Balken kann man deutlich die Spur des Blitzes wahrnchmen. — Auch auf dem Abendstern schlug dec Blitz in einen Schornstein, der aber nur wenig beschädigt ist. Tie Gewitter brachten uns schwere Regen, die jedenfalls auch an der Frucht und dem Heu Schaden angerichtet haben. Im Biebertal richtete das Wetter große Verheerungen an, deren Schaden sich noch nicht ganz ermessen laßt. Die Fluten kamen mit großer Macht von den angrenzenden Höhen, daß Wiesenflächen, Gärten und Getreidefelder überschwemmt wurden. Vor allem wurden die Kartoffel- und Gemüscäcker in Mitleidenschaft gezogen, die Bauerde wurde an vielen Stellen weggerissen und die Pflanzen blvßgelcgt. Die Bicbertalbahn tonnte an der „Amtmannsmühle" nicht weiter, ihr Gleis war hier vollständig mit Steingeröll übcrschMlet, die Abcndzüge erlitten Verspätungen. An der neu erbauten Vetzvergcr Tiesen Maßstab wendet Linke nun auch auf andere Sterne an. Unsere Nachbarplaneten Venus und Mars sind 120 Mal und 150 Mal so weit entfernt, wie der Mond, so daß die kleinsten Gebilde, die wir aus "ihnen erkennen können, 12 und 15 Kilometer Ausdehnung haben müssen. Auf der Sonne, die 400 Mal so weit entfernt ist wie der Mond, sehen wir nur Gebilde Von 40 Kilometern, und bei dem Neptun, dem fernsten Planeten des Sonnensystems, der 1200 Mal so wett entfernt ist wie der Mond, müßten sichtbare Gebilde schon 1200 Kilometer groß sein, also etwa ein Drittel so groß wie der Mond selbst. Geht man 8ii den Fixsternen über, so sieht man, daß das Dinge mit Hilfe des Fernrohres aus ihrer Oberfläche nichts mehr untersä-ciden kann, denn die nächsten Fixsterne sind 200 000 Mal so weit von der Erde entfernt wie die Sonne, und roenn* man selbst durch das Fernrohr Vergrößerungen von 5000 erreichen könnte, so müßten die Fixsterne bie Sonne noch gewaltig an Größe übertreffen, wenn wir aus ihrer Oberfläche irgend etwas unterscheiden wollten. Jrgeno eine Gestalt haben die Fixsterne für das menschliche Auge nicht. Trotzdem können wir Beobachtungen aus ihrer Oberfläche machen, weil sie sehr starkes Licht aussenden. Ein verschwindeich ueiner leuchtender Punkt, den das Auge seiner Größenausdehnnng nach nicht mehr wahrnimmt, wird doch erkannt, wenn er starkes Vicbt aussendet. Ohne die Mitwirkung der Lichtstärke könnten wir z. B. die Marsmonde, die 1877 entdeckt worden sind, nickst sehen. Mit Dnrchmefsern von 8 und 9> Kilometern bleiben sie hinter der Aus dehmtng von 15 Kilometern zurück, die oben als Grenze der Wahrnehmbarkeit ber Gegenstände auf dem Mars berechnet worden ist. Ihre Lichtstärke täuscht das Auge über ihre Kleinb.il hinweg. Bei den Fixsternen, die noch viel fall er sind, zeigt sich dteS in stärkerem Maße. Ihr Sicht braucht in vielen Fallen Jahrhunderte, um uns zu erreichen, und doch fefam wir sie. Tie Milchstraße, die 22 000 Lichtjahre von uns entfernt ist, sendet ihre Lichtstrablen zu uns über eine Strecke von i)> . Billionen Kilometern: der Andromedanebel, der vielleicht 20 mal so ioeii entfernt ist, schickt sein Lickst 1250 000 Billionen Kilometer weit zu uns, und von dem Spiralnebel in den Jagdhunden, der noch 300mal so weit entfernt ist, legt das Lickst zu uns in 6>.. Millionen Jahren 61-'.» Trillionen Kilometer zurück. Tiefe ungeheuer weit entfernten Gebilde des Himmels vermag unser Ange noch zu erkennen, und so kamt man mit Recht sagen, daß wir unendlich tief in den Himmel hineinsehen können. ♦ — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- scha ft Die 3. öffentliche Tagung des Internationalen V c r e i n s f Ü r m e d c z t n i s ch e P s n ch o l o g i e und P ' u ch o t hcrapi e wird am 8. und 9. September m Züri ch in unmittelbarem Ansckstuß an den Schweizer Pfnchiatertaa :i:st» die Tagung der Internationalen Liga gegen Epilepsie statlsinden Wasserleimng wurden an mehreren Stellen die Rohre frei- gelcgt. In Aßlar schlug der Blitz in eine Scheuer, welche niederbrannte. In manchen Gemarkungen, so bei Wißmar, ging wolkenbruchartiger Regen nieder. Tas Getreidefeld lag wie gewalzt am Boden. In Cappel bei Marburg schlug der Blitz in das Naumannsche Haus, wo gerade eine Hochzeitsgesellschaft versammelt war. Das junge Paar sowohl, wie auch sämtliche anderen Hochzeitsgäste, wurden mehr oder weniger betäubt, sie waren jedoch sämtlich imstande, das in Flammen stehende Haus zu verlassen. Tie Feuerwehr verhinderte ein weiteres Umsichgreifen des Brandes. Man nimmt an, daß der auf dem Boden des Hauses lagernde Flachs die Gewalt des Blitzes milderte. Außerdem entstanden In Münchhausen, *Niederweimar und in Erbenhausen Brände. In Marburg entstand durch Blitzschlag eine Störung im Betrieb der elektrischen Straßenbahn. Auf dem Feldberg im Taunus geriet während des Gewitters unmittelbar vor dem Ungehenerschen Gasthause ein Frankfurter Automobil in Brand, und zwar so rasch, daß die Insassen mir knapper Not ihr Leben retten tonnten. Tic Flammen brachten den Benzinbehälter zur Explosion und schlugen nun haushoch empor. Nur der Windrichtung war es zu danken, daß die Flammen nicht die leichte Holztäfelung des Gasthauses ergriffen und dieses einäscherten. * ** Tageskalendcr für Dienstag, 25. Juni. Stadt- theater: „Der Graf von Luxemburg". Anfang b Uhr. * ** L. U. Tr. RudolfIaschke aus Pcttau, Assistenzarzt an der hiesigen Frauentlinil, der sich für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Mittwoch, 25. Juni, abends 6 Uhr c. t., in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Der klimakterische Symptvmcn- lomplex in seiner Bedeutung und seinen Beziehungen zur allgemeinen Medizin". *• Titelverleihung. Der Großherzog hat dem Regiernngsbanmeisler Hch. Koch, Mitglied der Eisenbahndirektion zu 9lltona, den Charakter als „NegierungL- und Bauraf verliehen. ’• Lehrer Personalien. Ueb ertragen wurde dem Schnlamtsaspiranten Philipp Ferbert ans Hof- Heim i. 9t. eine Lehrerstelle an der Gemcindeschnle zu Lsl- hofcn. ** Oberversicherungsamt. Ter Großherzog hat den Rat bei der Provinzialdirektion Rheinhessen, Regierungsrat Ernst Krug von Nidda zu Mainz, zum Direktor des Obcrversicherungsamts zu Darmstadt und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt, Regic- rungsrat Tr. Ferdinand Wüst, unter Zulassung deS Chai alters als Regierung..- rat zum Mitglied des Ober- vcrsick crungsamts zu ^.-..rmstalt, beide mit Wirlung vom Tage der Errichtung des Oberversicherungsamts an, ernannt. ** Akad. Wartburgbund. Hier fand im Saale von Steins Garten nach einem einleitenden Vortrag von Geh. Kirchenrat Prof. Tr. Krüger die Gründung einer Ortsgruppe des „akademischen Wartburg- b u n d c s" statt, der bis jetzt etwa 50 Kommilitonen aus allen Falulläten beigetreten sind. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe wurde stud. theol. W. Berger gewählt. In etwa 14 Tagen wird eine weitere Versammlung stattfin- den, an der voraussichtlich der Generalsetretär des evangelischen Bundes, Schilbach aus Halle, teilnehmen wird. ** Der Bismarckfackelzug der hiesigen Studentenschaft findet nm Mittwoch, 26. d. Mts., statt und nimmt folgenden Weg: LttdivigLplatz, Ludwigstraße, Liebigstrnße, Ebelslraßc, Ludwigstraße, Bleichstraße, Gartcustraßc, Neuen- >veg, Seltersweg, Selterstor, West-Anlage und zum BiSmarckttirm. ** Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Ter deutschnationale Gedanke ist in den österreichischen Alpenländern leider noch wenig entwickelt. Der intransigente Teil des Klerikalismus unterdrückt bei den Deutschen alle nationalen Regungen, während er sie bei den itichtdeulschen Völkern nährt und pflogt, und die Sozial- bcmolratcn, die sich vom Klerikalismus freigemacht haben, sind drüben so undeutsch geführt wie bei uns auch. So sind jetzt auch die Alpenlünder ein Gebiet geworden, auf das von Norden her das Tschechentum, von Südosten her das von den Tschechen politisch und wirtschaftlich organisierte Südslawentum und von Südwesten her das Welschtum seine Angriffe richtet. In ein von den Italienern hart bedrohtes deutsches Vorpoftengebict Südtirols führt der Vortrag, den am nächsten Freitag Amtsgerichtsrat Tr. Mahr aus Darmstadt über Burg Persen und das Fersental in Steins Garten halten wird. ~ ** Jubiläums-Gauturnfest. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Gauturnfest, verbunden mit der Feier des 50jährigen Bestehens dos Turngaues Hessen. Der geschäftsführende Ausschuß und die Einzel-Ausschüsse hoben bereits eine Arbeit geleistet, deren Größe nur der zu beurteilen vermag, der im Betriebe gestanden hat. Tie Meldungen der Gatworeine sind über Erwarten zahlreich eingegangen. Der Vorverkauf der Eintrittskarten Ijat bereits begonnen. Die Preise sind so bemessen, daß es auch dem Minderbemittelten möglich ist, das ganze Fest zu besuchen. Besonders sei darauf aufmerksam gemacht, daß Die Dauerkarten schon am kommenden Gönn« tag beider Vorfeier Gültigkeit haben. Den Mitgliedern der beiden hiesigen Turnvereine wird empfohlen, sich im Laufe dieser Woche ihre Dauerkarten zu besorgen, Die ebenfalls schon am nadfften Sonntag zum Eintritt de- rechtigen. Tni auswärtigen Vereinen des Gaues Hessen gehen die bestellten Festkarten im Laufe dieser Woche zu. Damit auch sie schon ber Vorfeier beiwohnen können, und unsere Nachbarvereine werden sicher nicht die Gelegenheit vorübergehen lassen und sich schon am nächsten Sonntag cinfinbcn, um dein Wetturnen und den Freiübungen der Schüler und Schülerinnen unserer Stadt zuzuschauen. Eine solche Massenaufführung unserer Jugend hat in Gießen noch nicht stattgefunden. ** Frauen Versammlung. Im Gartensaal des Hotel Schütz hatte geltem nachmittag ein Ausschuß Gießener Bürgerinnen eine Versammluna Gießener Hausfrauen einbcrufen, deren Zweck die beabsichtig e Gründung eines B ü r g e r i n n e n v c r- erns in ,.vrau .vermute Schneider entwickelte in knappen Zügen ein Bild von den Aufgaben des zukünftigen Vereins, der sich mu allem beschMNgen soll, was d-e Hausfrau in gesunden und kranken Tagen beschäftigt. Mu einer besoldeten Burgerin an der Spitze und einem Stab von 8—10 Helferinnen will der Verein ictnc Arbeit beginnen, die vorerst tu einem Stellen- Vermittlung^ und Auskunitsdureau, in der Ausstellung von Beitimmungen für Lauffrauen usw. bestehen werden. Auch eine diu n ri d. _ Um eint Urfan Gegensatz y. Mannheimer t tttzcivrochen hatte. itb verkaufte en cir h.mu soll sie nicht «mbeschein befaß. M von 72 M. st anc Uebcrtrehi a und da in dies erfolgte die Freisp Dienstbotenschule ist vorgesehen. In der Aussprach', die nur sehr langsam in Fluß kam, erklärten sich einige Tarnen bereit ihre Kräfte als Helferinnen zur Verfügung ;n stellen. Eine »rotttt Versammlung wird demnächst aogehalten werden. "Bon der 6tra Bcnba l) n. Ter Zuschuß ymi städtischen Straßenbahnbetrieb für 1911/12 soll nur rund Mk. 6000 betragen trotz der Einstclliing von zwei weiteren Wagen. Jin Voranschlag hatte man einen Zuschuß von Mk. 11 464 angenommen. ' Ziegenzucht. Dec KreiS-Ziegenzuchtoerein Gießen hat zur Förder»>ng der einheimischen Zucht aus Zuchten der Kreise Heppenheim und "Alsfeld eine große Anzahl nur erstklassiger 2 ä m m e r unb Böcke ein geführt Tie Tiere kamen durch Versleigerting an die Beremsmitglieder und an die Gemeinden zur Abgabe und sanden ungeteilten Beifall. TaS hierbei zu Tage getretene Interesse hat gezeigt, daß die Ziegenzucht immer mehr Beachtung findet. •’ Bubenstreich. (Ein etwa 12jähriger Junge schoß gestern mittag mit einem Terzerol am Philosophenwaldwege und jagte dabei einem Dienstmädchen die Kugel in den Arm. Zum Glück war c§ nur ein Streifschuß und die Der- letzuug unbedeutend. Ter Vorsall zeigt wieder, mie not- wendig c5 ist, daß die Eltern ihren Kindern solche Spielzeug- entziehen. x-;; Städtische ^rrlerungsfonds- K Nack lgeger STfan Friedhöfen Ernte von Heu ^llndiakn weit r t-inern. einen erl sMen kann. SS?1 Ein Nachspiel zi gtflfn der angeblich i einer umfangrcii Awallläger traten Jena, der Verfasse, ii den Metzer Prr Sunbeihcilunn vor Amstsüller Dr. .hi unb der Schriftslel Eisenbahnoberassisle Cvabtcn die Theori I nöalich sind und Di I ktilung verteidigte, I delle. Rainbacher I I ii München gehaltc I b. a. ausgenibrt nn I ^getretene Dr. 1 Verhältnisse in Lou I virllichkeii nicht ci lich untersucht hab en den Schönheiten i I len. Tu yttaut | ttqfa bri 3oltt un - mmmbunq und üvNtttigtn fpen. Forsch^ ui Enchfen usw. faä >e betrügen ba-3 m richtete sich ßc9t'n Rambo chcr ^"düng schilderte «einen Lebensgang, | an jl^bt Kobe, in b>| --aume hätten erst I , den Privc ' Dr. Ai h z .^cnthdiungen» fLjy m feit i ^kuMten Bitt? Ä M bi i knnen. »•S w k--- psalütt®01 o Vlarbu' -W? MA 5» £ner £ «4)1*22 Landkreis Gießen. = Leihgestern, 24. Juni. Bei ber gestern in Pohl - Göits abgehaltenen 19. Gauturufahrt des Gaues Wctterau gelang cs dem Turnverein „Frischauf", recht schöne Erfolge zu erzielen. In der Oberstufe errangen die Turner Gg. Luh >zurzeit in Offenbach a. M.) den 8., Heinr. Winter (1. Vorsitzender des Vereins) den 9., Otto Langsdorf den 22. und Otto Heß den 25. Preis. In der Unterstufe errangen die Turner Heinr. Volk den 1., Heinr. Lotz den 16. und Heinr. Jung den 23. Preis. Nächstes Jahr gedenkt der Verein sein lOjähriges Stiftungsfest zu feiern. h. Lich, 24. Juni. Auf Grund vorzüglicher Leistungen in der Ncuanlage von Obstbaumpflanzun gen Hal der oberhessijche Lanbioirtschaflskammer-Ausschuß folgenden Personen au8 Den Bezirken Llch unb Hungen Prämien zu« erkannt: Hch. Töpfer II.-NöthgeS, Hch. Sehrt« Nonnenroth, Hch. Koch II.-"Ronnencoth, Beigeordneter D a h m c r - RöthgeS, Karl Uhl- Rodheim a. b. Horloff, Phil. W »rt h-LangSborf. Kreis Büdingen. -l. Merken friß, 24. Juni. Tie Arbeiten am hie» figen Schulhause schreiten rüstig fort unb man hofft, in etwa 3 Wochen damit fertig zu werden. Tas Gebäude nimmt sich in seiner blauen Schieferbekleidung, die zu dem Basaltunterbau sehr harmontfch wirkt, recht gut aud und bildet eine Zierde für das Torf. Dem gefälligen Aeußercn entspricht das prattisck) eingcrid)tctc Innere Tie innere Einrichtung ist ziemlich geräumig angelegt, da jedem der beiden Lehrer (i Räume und je ein Badezimmer zur Verfügung stehen. Tie Eiiuveihuitg des Baues soll Anfang August erfolgen. § Dauern Helm, 23. Juni. Heute sand bas 76jah« rige Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins ,E ich en« kranz* statt. Trotz beS überaus heißen Wetters verlief bas Fest in bester Weise. Etwa 23 Gastoercine auS Nah unb Fern hatten der Einlabung Folge geleistet. KrciS Alsfeld. △ Alsfeld, 24. Juni. Sein goldenes Jubiläum beging gestern das größte hiesige Geldinstitut, ber Vorschußverein. Ans diesem Anlaß sand gestern abend im Saale des „Deutschen Kaiser" eine von Mw gliedern stark besuchte Feier statt, zu der sich auch die staatlichen unb städtischen Behörden cingcfunben hatten. Der Vorschußverein hat sich m 50jcihriger genossenschas!- licher Arbeit aus kleinen Anfängen zu einem achtunggebietenden Institut entwickelt. Landtagsabg. Prosessoi' Soldan war 1862 der Gründer, es traten sofort 70 Mitglieder bei, der erste Direktor war Rentamlmann Lindeck Das erste Kassenjahr zeigte einen Umsatz von 52 400 Gulden und einen Reingewinn von 102 Gulden. 1863 tra: der Verein zum hessischen Verband. Heute zählt ber Verein 877 Mitglieder. Im letzten Geschäftsjahr betrug Der Um- satz 11,4 Millionen Mark, der Reingewinn 24 580 Mk davon wurden sieben Prozent Dividenden verteilt. Te: Verein hat jetzt ein Vermögen von rund 315 000 Mk die Spareinlagen belaufen sich auf 1 168 460 Mk. AlsfeU unb seine Umgebung danken dem VorsckMßverein eine ra|d>: Entwicklung von Handel unb Industrie, sowie einen zunehmenden Wohlstand, auf den Der Verein befruchtend ein- wirtte. Der jetzige Vorstand setzt sich zusammen aus C Bücking VIII., Direktor, L. Köhler, Kontrolleur, und E Enders, Rechner. Den Aufsichtsrat leitet als Vorsitzen- ber Landtagsabg. Iuslizrat Reh. § M ücke, 24. Ium. Gestern abend, nachdem der soa Theaterzng von Gießen auf Mucke eingetroffen und aUc; ruhig geworden war, erfolgte um 121/, Uhr em 9!evolver- jchuß auf die Dienstwohnung des Weichenstellers peinrir. Grün gegenüber ber Baistschen Wirtschaft. Der Schuß gin durch ein offenstehendes Fenster auf die gfgenübcrliegtnb.' Ture ber Schlafstube, ohne größeres Unheil anzunchten. Ti Verfolgung bes Schützen würbe burch H. Grün unb H. Wittw mit ihren Hunben aufgenommen, ohne baß man feinet hab haft werben konnte. Der Schütze entfloh in der Richtim noch Flensungen. Cb der Schuß absichtlich in bie Grünsch Wohnung abgegeben würbe ober nur zufällig dort einschlutz ist nicht sestzustellen. Kreis Friedberg. d. Vilbel, 24. Juni. Tie Haupiversamrnlung bet hiesigen BezirkSsparkasse .Mathilbenstiff hat den Sm- schluß gefaßt, ben in bem 27 Öemeinben urnfaffenden Kassen- bezirk ivohnenben 8 5 Kriegsteilnehmern eine außer- orbentliche Unterftü tj ung von je 2 0 Mark zu gewähret. Starkenburg und Rheinhessen. ! Mainz, 24. Juni. Gestern vorinntagS um 98/< i traf bie Stuttgarter Karneval- Gesell schall! ,9)1 ö b e I ro a g e n* mit Sonberzug hier ein, am Bahnh.s vorn Komitee beS Mainzer Karnevalvereins empfangen uni in bie Quartiere geleitet. Mittags fand ein Bankett uni abcnbS gesellige Zusammenkunft in ber Stabthalle statt. Dr i Stuttgarter fuhren beute über Rübesheim nach Koblenz weitem| _ ch. Bingen, 24. Juni. In der heurigen Sitzung bft| Stadtverordneten gelangte bie Uebcrnafane einer Garantie but 1 f Die Stadt für bas Institut der Englischen Fräulel die zum Bau eines neuen Gebäudes bis zu 170000 Mark dl" der hiesigen Kreissparkasse aiffnehmen wollen, zur Perhandlun:.4 Gegen die Uebcrnafanc der Garantie sprach sich Stadlv. Landc^l aus, der ausführte, daß die Stadt nicht berufen sei, für privaL. 8; Vers; W $ p a w fi A Ai m Gericht-saal humoristischer. Biel verlangt. ,Tamil Sie mich sofort wiedev» und verlauste an ein viertel aller Patienten umsonst behandelt, vor der ärztlichen Dell .DlCUCl UUCU 4.UUCIUCII «1111,0 | ichabilitiert wird, nachdem I urteilt bat. das Gericht seinen Beleidiger oer- Lassen Sie sich gratis 'Sngl. 3)amen ‘Kostüme Lederwaren. 3668 Optima-Fahrräder Jede Plättanstalt Reichhaltiges Lager in deutschen und eng• hschen Stoffen, Stets Ein gang von Rauheiten sogen. Forscher und Volksaufklärer in liridil'ni usw. halten entweder nichts sie betrügen das Volk des Mammons griffe richtete sich nun die von den die er nicht kenne. Die spiritistischen Dingen, Leo im Ernste geprüft, oder wegen. Gegen diese An- — Der Gib des Zelix Hollaender Wien. Ter Roman ist ingen. lni. Tie Arbeiten am triftig fort und man hasst, ? ;u werden. Tas ticbai Schieserbekleidung, die „ onijd) mirh, recht gut a as Tors. Tein gefällig i) eingerichtete Innere y :dj geräumig angelegt, i unc und je ein Mezum: rrmveihung des Laue- j;. Büchertisch. Stephan Hüller, Roman von Verlag Ullstein u. Go.. Berim unb dramatisch und spannend mit seiner x Amtlicher WeNerverichL Oeffentlichrr Wetterdienst, (5ic6en WatterauSsichten In dessen für Miitwoch, den 26. Juni 1912 Heller, trocken, warm; später Gewitter. Reisekoffer sämtL Größen u. Qualitäten in allen Preislage n am Lager von 15.— Mk. an. Knpee-n.Anzugkoffer Reisekörbe, Reisehandtaschen u. Necessaires, Schirmhüllen, Schwammbeutel . “ Um einen Pfennig 72 Mark Strafe. In Aarkem Gegensatz ru bem Vergehen stand die Höhe der Strafe, die die '.-lannheimer Polizeibehörde gegen die Händlerin Ballreich ausgesprochen hatte. Die <5 rau besuchte die lnesiae Maimeiie Z’e'cl«. Berthold Kahne Fernruf 820. SpexlalgeechÄft für Relweartlkel und feine Reisekissen, Hängematten, Thermosflaschen, Aluminium- Kocher, Trinkbecher n. Flaschen. 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Küchenartikel Versand nach auswärts. gehabt habe, in denen er mit Dämonen kämpfte Diese scltweren 2täumc hätten erst aufgehört, seit er für die Lourdeswunder cin- trfte. Von den Privatklägern sprach zunächst Dr. Horneffcr. Sodann gibt Dr. Aigner an, das; er durch einen traurigen Fall Iir. seiner Praxis dazu gekommen fei, sich mit der Frage der Lourdesbeilungen zu beschäftigen. Seit Fahren verfolge er die l?eröftcntlid)unocii über die angeblichen Lottrdcswunder und tue alles, was in feinen Straften stehe, um die einzelnen Fälle in prüfen. Er habe sich an den katholischen Klerus, die theologischen Fakultäten der Universitäten und an die päöstliche Nun- liatur gewandt, aber es sei kein einziges Urteilim Sinne von Lourdes gefällt worden, der Pap st habe sogar eine angebliche Wunderheilung nicht anerkannt unb trott* Jem sei sic in der Lourdespropaganda als Wunder veröffentlicht morden. Das Gericht verurteilte den Beklagten darauf zu vierhundert Mark Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wird lasgcfuhrt, dast der Beklagte keine seiner Behauptungen habe beweisen können Beim Strafmaß habe das Gericht seinen guten L-illeii und die Ehrlichkeit seiner (Mtnnung gewürdigt, sonst nürde bei der Schwere der leichtfertigen Vorwurfe nur eine Gefängnisstrafe die entsprechende Sühne gewesen fein. Ein neuer prozetz um Couröcs. sh. München, 22. Juni. Gin Nachspiel zu vielbesprochenen Metzer Beleidigungsprozesien wegen der angeblichen Wunderheilungen von Lourdes bcfdiäftigtr in einer umsangreichen Sitzung das hiesige Schöffengericht. Als Brivalklöger traten auf Geheimrat Professor Dr. Ernst Haeckel in Jena, der Verfasser der „Welträtsel", der Arzt Dr Aigner, der m den Metzer Prozessen durch seine scharfe Polemik gegen die Wunderheilung von Lourdes eine Rolle gespielt hat, ferner der Schriftsteller Dr. £>orncffer, Herausgeber der Zeitschrift „Die Tal", und der Schriftsteller Leo Erichsen Unter Anklage stand der Gifcnbabnobcraffiftcnl Adam Rambacher aus Traunstein, der seit Jahren die Theorie vertritt, dast in Lourdes Wunderheilungcn möglich find und Vorkommen und der auch seinerzeit die Wunder- lcilung verteidigte, um die es sich bei den Metzer Prozessen Han delle. Rambacher batte über die Metzer Fälle mehrere Vorträge in München gehalten und dazu durch Plakate cingeladen, in denen m a. ausgeführt wurde, der im Metzer Prozest als Sachverständige oufgetretene Dr. Aigner behaupte in öffentlichen Aufrufen, die Verhältnisse in Lourdes eingehend geprüft zu haben, während er in Wirklichkeit nicht einmal den einzigen Fall Rouschel wissenschaftlich untersucht habe. Die Früchte bei Dr öotneffer, Unlust an den Schönheiten der Schöpfung, bewiesen ein anormales Empsiw tcn. Die genaue Prüfung der gegnerischen Angriffe auf Lourdes Milieu-Schilderung der Varietee* und Künstlerwelt, .und der Äine- malograph hat sich feiner sogar bemächtigt. Temperamentvolle und sorgsame Darstellung, wie wir sie bet Felix Hollaender schätzen, ohne jedoch Anspruch darauf pt erheben, künstlerisch ganz in die Tiefe zu bringen. — Strindbergs Werke hat der Verlag von Georg Müller (München und Leipzig) in guter Uebersetzung und sorg faltiger Ausstattung erscheinen lassen. Vielleicht tverden gerade die Romane des schwedischen Dichters nach feinem Tode erhöhte Aufmerksamkeit finden, denn in ihnen zeigen sich nicht nur bet Charakter und die Anschauungen des Schriftstellers am sichersten, sondern es ist auch serne seine Ssilkunst darin wohl am besten zu überblicken Der wertvollste feiner Romane ist wohl der dritte Band der Müllerschen Serie: „Am offenen Meer"; in allen übrigen: „Schwarze Fahnen", „Da- tote Zimmer", „Die gotischen 3immcr", „Die Jnfelbauem", tritt Strindbergs grimmige Scttyre schärfer hervor. Auch ein.Bändckum „Schweizer Novellen" von Strmdbcrg ist in gleich preiswerter Ausstattung im Müllet- schen Berlage erschienen. — ,^Jst eine ungleiche Besoldung verheirateter unbnnverheirateterStaatSbeamtenberechtigt?" Von unwrbciratcten sächsischen und hessischen Beamten ist eine Broschüre unter diesem Titel im Verlag von Ed. R o e t h e r in Darmstadt erschienen. Im 1. Teil hat man sich zur Aufgabe gestellt, eine vorwiegend kompilatorische Darstellung deS Rechts- zustandes bei dem Reiche, in Hessen und den anderen Bundesstaaten zu geben, im 2. Teil (Nachtrag) eine kritische Untersuchung über die Rechtsstellung von unverheirateten Zivilbcamten und Lehrern im hessischen Beamtenrechl vorzunekpnen Die Broschüre will in der Allgemeinheit ein gewisses Interesse für diese Fragen wachrufen und zur Klärung unrichtiger Anschauungen beitragen. erkennen, werde ich eine Blume im Knopfloch tragen." — „Dann aber, bitte, eine Sonnenrose: ich bin etwas kurzsichtig!" * A m Geburtstage „Fräulein, wie alt werben Sie heute?" — „Taktloser Mensch!" — „Parbon, bad konnte ich ja nickt wissen! 'Ein Ausweg. A: „Denk' dir nur, mein Arzt verbot mir das viele Wirtshaussitzen!" - B.: „WaS fängst bu nun an?" — A.: „Ich? — Ich trinke jetzt lauter Stehschoppen!" * Geistesgegenwart Dauer (dem bei einer Rauferei ein Lhr glatt vom Kopf gehauen ist): „Donnerwetter, wer hat 'n Stück Heftpflaster bei sich?" £|C hfl , Jtaf'” in •«' 3n ^/einer genannten Privatklägern gegen Rambacher angestrengte BcleidigungsNage. In der Ber» IxuiMung schilderte der Beklagte auf Wunsch des Vorsitzenden seinen Lebensgang, wobei er erzählte, wie er vom Zimmcrgesellen bcS zum Bahnmeister aufgerückt ist. Aus' seinem Innenleben gibt iüambadxr an, daß er in jungen Jahren schwere Träume Möbel-Handlang von Pb. Henkel 14 Sonuenstranc 14 get*baIttae6 Vager aller Arten von Stühlen, «inder- nndien, Sviegeln, Waichkommoden, Nachtichränke«, Llurgarderobenstandern. ^rsllingskörbeu, «eddig., Pluich, Rohr. Trromvbklavvieiseln, Äloietthüblen, berfteflbaren Sfiegeieffela für Kranke, vlnmenttichen, Kleinmöbeln. 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V ober 4556 Mark Mehr- D,e Ernte von Wegen, Rainen bei den ttlärbecfen und aus «n Frredhosen brachte 830 Mark (gegen 965 Mark t B) Tie ernte von Heu ist tn diesem Jahre nach dem Urteil der $ad£ öfrjtanbigen mcit reich! icher als im Vorjahre, dagegen wird die rS™ .emcn erheblichen Ausfall erleiden, wie man jetzt schon feststen en kann. ni. Heute fand das 76;: n Gesangvereins u§ heißen Wetters verliei i Gastvereine aus Nah e je geleiftet sseld. Sein goldenes ßie hiesige öclhinititui, bce )iejem Anlaß sand heu Kaiser" eine von -l- statt, zu btt. sich « ■ [ ■börben nngeiunben M -| in SWrig-r ifängen zu tintm ■lt. Lmdttgiabg. Pr»B .t es traten joioti <0 war fcntamimann ■ nett ttmiatz w 524« >°n 102 Md-w «d. »eule zahlt der teMchhr.d-«^' er ist-iiigemM t WJÄg LrsE. ichtsrat leu“ LU Kleine Lagerchronil. Aus Sitten (Ruhr wird gemribel: Trotz den behördlicherseits getrorfenm Mastnadmen zur Lrnschcünkung der eoidemv amh sie um sich. Hier liegen etwa 30 Personen darnieder In Bommern wurden btsher 50 Erkrankungen fest- gestellt Die Epidemie ist durch infizierte Milch Ixtppc- gerufen worden. In Wiesental. Amtsbezirk Schwetzingen, erstach die Ehefrau des Bäckermeister» Stöckel insolge Wortwechsels ihren Ehemann mit einem großen Tranchiermesser Der Mann war sofort tot. Die Eheleute lebten schon feit langer Zett in ehe- sichern Unfrieden Auf der Rhede von Bremerhaven ist ein mit sieben Arbeitern besetztes Ruderboot gekentert. Bier sind ertrunken, während die übrigen drei von einem Fährdampfer der Oldenburg-Lotsen^Schoner gerettet wurden In Hartmannsdorf bei Ehemnitz stiest das Automobil des Handschuhfärber ei besitze rs Höhne au# Limdach mit einem besetzten CmnibuS zusammen Die Insassen des Automobils wurden berau-geschleuben: die 12iÜhrige Tochter Hohnes war sofort tot. Höhne erlitt eine schwere stopf- und Beinverletzung, seine Frau wurde leidn verletzt Aus Venedig wird gemeldet: Bei den AusscheidungS- rennen für die Llnmpia Stockdolin kam es zu Zusammen- stützen zwischen den Mannschaften zweier RuderNubS. Beide Mannschatten schlugen mit ihren Rudern aufeinander los Lin Boot ging infolge eines Lecks unter; die Ruderer konnten gerettet werden. Der französische Postdamvier „Pera" nahm vier Offiziere, 59 Seeleute und 476 Fahrgäste des am Nordriff der Paracol>Inseln verunglückten, in Flensburg beheimateten Dampfers „"Quinta" an Bord. Ertrunken i ft niemand. Für die üetntreife der Passagiere, einschlievlich Eingebormc, ist gei'orgt. Aus Eassano (Provinz Bari) wird gemeldet: Der wohlhabende Kaufmann Simonei erschost seinen 17 Ia|ne alten Sohn aus Eifersucht. Preislisten schicken über Einkoch- apparatc. Einmachglftser. Saftge- winnnngs-Apparatc. tadellose Ausführung u. passend für sämtliche Apparate. Konserrenkrügc u. Einmachbüchsen. Ich bin überzeugt, Sie werden überraschl sein Bekanntmachung. Betr.: Landespolizriliche Abnahme der Arbeiten für die Verlängerung des Anschlußgleises der Firma Bänninger, G. m. b. H. in Gießen. Der LaAtplan der Verlängerung des sertiggestcllten Llnschluß- aeleises der dirma Bänninger, G m. b. H in Äxlometer 1,732 der Sttecke Gießen—Gelnhausen liegt 8 Tage zur Einsicht aut unserem Bureau vom 25. l Mts. an offen. Einsprüche hin- sichtlich der tfanmafernen Ausführung des Projekts sind innerhalb der genannten Ausschlußfrist bei uns vorzubringcn. Gießen, den 21. Juni 1912. Großherzogliches Bolireiamt Gießen. Gebhardt. Vcrmifcbtes. — Eine Hans-Tboma-Feier, die in Bernau Bad. Schwarzw > veransta.tet wurde, gestaltete sich zu einer imposanten frunbgebung des Schwarzwaldes. Es waren weit über 2000 Gäste anwesend. Der Begrüfeungschor von 70 Personen wirkte mächtig. Bei der Denkmalsenthülluna hielt Dr. Beringer-Mannheim die Festrede. Hieran schloß sich die Ein- weihiing der Altarbilder durch Stadtvsarrer Lamy- St. Blasien. Es folgte ein Festzua, der sich großartig gestaltete. Nach einer Ansprache des Altmeisters wollte der Jubel und die Begeisterung kein Ende nehmen. Am Abend war bengalische Beleuchtung der Berge und Feuerwerk. 'Saccharinschmuggel im Großen. Vie die „Münch. Neueste Nachr." melden, hat die Münchener Polizei einen muüerbaft organisierten Handel mit geschmuggeltem Saccharin entdeckt, der sich über Bayern, Böhmen und die Schweiz erstreckte. Sieben Personen wurden bereits verhaftet. Das Haupt der Bande, die sich aus etwa 20 Händlern und Schmugglern zusammensetzte, führte in Zürich ein Großes Warenlager Für Banern und Böhmen waren zwei Generalvertreter, beide aus Zürich, bestellt. Sie nahmen ihren Wohnsitz in München und richteten hier und in Eger Zweigniederlassungen ein. Die Abnehmer holten bann in München unb Eger die Ware ab Das Saccharin wurde dann größtenteils von F-rauen über die Grenze gckbmuggclt. ' Ein Zwischenfall ereignete sich während des Derby- taaes in Hamburg. Der frühere Herrenreiter Gras W. RonigSmatf geriet in seiner Loge, angeblich, weil er trotz Verbotes des RennklnbS während des Verlaufes des RenncnS auf dein Stuhl gestanden halte, mit dein Vorstandsmitglied Dr. ä m m e r e r in Zwiespalt. Kammerer warf dem Grafen Un- gebührlichkctt vor und da dieser von seiner Perfon keine Notiz nahm, machte das Vorstandsmitglied von seinem Hansrechl Gebrauch und ließ den Grafen dnrch einen Polizisten von der Bahn bringen. Im SluHrage deS Grafen KönigSmark überbrachte ein Mitglied deS NnionllnbS ciue Fordcrnng au sänttliche V o r st a n d S in i t g l i e d e r de? Hamburger 9iennflub8. • Ter falsche Zug Eine nette Kleinbahnepisodr, die sich dieser Tage äuge tragen hat, ereignete sich aus der Sekmdär- babn der Sttecke Obcrroden—Sprendlingen. Seit bem 1. Mai d. Is verkehren zwischen Frankfurt zwei Züge, von denen der eine 6.42, der andere 6.50 abends abfährt Der erste hält auf der Station Offenthal nickst, während der zweite auf allen Stationen zu halten hot. Mil bem zweiten Zuge fuhren btefer Tage eltva 80 Arbeiter aus Offenthal nach Hause. Sie mußten jedoch untcttvcgS die nnangenrlmtc Wahrnehmung machen, daß das Züg lein durch Cffenthal hindurch dampfte, um erst in Urberach Hall zu machen. In Urberach kam es ztt einer Heinen -luseinander- fetzung mit dem Zugführ>r, der die Schuld von sich abwälzte und dein Maschinenpersonal das Zeichen zum Halten gegeben haben will. Es stellte sich schließlich heraus, daß man den zweiten Zug mit dem ersten Zug verwechselt hatte. Eine Leermaschine nebst zwei Wagen wurden zuguterletzt requiriert, die dann die Arbeiter wieder nach Offenthal zurückbcförderten, wo sie mit ■Yi'ftünbiger Verspätung ankamen. • Kurpfuscher oder Heilbringer? Ein soeben in London zum 'Jlurirag gebrachter Beleidigungsprozefe gegen den Leiter des staatlichen Laboratoriums für Krebsforschung gibt dem Kläger, einem Tr. Robert Bell, der augeblid) seit langer Zeit in London strebserkranknngen ohne Operation heilt, «Gelegenheit, äffent- lid) seine Heilmetgode zu verteidigen. Seine Kollegen haben ihn infolge ciiicS 9lrtikel4 deS Tr. Bashford im „British Medical Journal', der den Ofeaenstand der Klage bildet, bisher boykottiert und für einen Kurpfuscher erklärt. Tr. Bell, der 68 Jahre alt ist unb seit langem in der PrariS steht, erklärt, baß er sich früher besonders mit der Heilung von Tuberknlose beschäftigt habe und daß seine Ideen der Freiluftbehandlung jetzt Allgemeingut geworden seien. Ter Krebsbeilmig habe er sich gewidmek, nachdem er vielfach diese schreckliche Krankheit vergeblich dnrch Operation zu heilen versucht habe. Er halt die Krebskrankheit für eine Erkrankung des BlnteS, und fein Bestreben geht dahin, daS Blut von bem Gift, daS die Krankheit erzeugt, zu befreien. Ja, er glaubt sogar, durch feine Methode vorbeugend wirken zu können Jedenfalls will er 10 Prozent seiner sämtlichen Patienten geheilt, sogar m einem Falle eine Fran, die an iiir unheilbar erklärtem inneren KrelS litt, vollständig gesund gemacht haben. Er gibt allerdings zu, daß die Aerzte später behaupteten, die Frau hätte gar keinen Krebs gehabt. Tie enorme Zunahme von KrebSerkrankungen, in den letzten 40 Jahren allein um 180 Prozent, schiebt er auf daS immerwährende Anwachsen deS FleischgemisteS. Von seiner Diät schließt er Fleisch vollkommen an» unb empfiehlt Salate, Nüsse, raheS Cbft, rohe Mohrrüben, Kohlrüben usw., auch Fisch in kleinen Quantitäten. Gegen das Kochen der besagten Nahrungsmittel ist er, weil er glaubt, bafe dadurch gerade bie Stoffe zerstört werden, die am lebhaftesten aui den LrganiSrnnS einwirken Plan bart gespannt fein, ob Tr. Bell, der übrigens ganz unetgennütztg ist unb Drei- tiiitfcbiffabrl. ! Mainz, 24 Ium. Bon Straßburg Lnrnnntb, trat morgen um 7 Uhr Cbrrlnitnant Barends pon der Fliegertruppe Straßburg mtt Passagier auf Rumpler-Taube ein und ging auf dem großen Sande nieder Dde Landung ging glatt von statten Sten, 23. Juni Heute nachmittag begann die Wiener Internationale Flugwocheauf bem Flug'elde von Aspern in Amvefenheit mehrerer Mitglieder des Stauerbaufe*. der Mr- ntfter und einer nach lauienhen zählenden Menschenmenge. @lnd> beim Anfliig stürmte der österreichische Flwger Rudolf Stanger ab. Der Flieger blieb unverletzt, der Apparat wurde zertrümmert. Aus einer Höhe von 20 Metern ftürjte der Franzose l?eon Ehrmann mit seinem BorrllEindecker ad Der Flreaer wurde schwer verletzt und der Apparat zertrümmert. Aus der gleichen Höbe ftüntc der Belgier Willy be R o t mit fernem Borell-Eindecker ab. Der Apparat wurde zertrümmett, der Pilot erlitt einen Beinbruch und Verletzungen im Gesicht. Neue Matjes-Heringe Reue Kartoffeln Reue Zwiebeln sind emgetroffen unb billigst au haben bet 3785 lßtoris Wallkiifkls Marktplatz 21 Tel. 46 gegenüber berEngelavotheLe Rabattmarken-AuSgabe. Antisual unfehlbares Mittel zur Set- nichtung der 4122 BLUTLAUS bet Emil EUchbach. uiueniehmcn für solche summen Gewähr zu letften und für fS?*" ”n5 6^,antlf ntcht Übernehmen dürfe. da d'krtür dte Archen gemeinden da seren. Be, der Abstimmung wrrrde die Garant trüber nähme mn allen gegen eine Summe angenommen A m t Heffen-Naffau. 1O 0 Marburg, 24. Juni Unter Beteiligung Von 18 Iungfrauen-Bercnnen mit über 400 Mitgliedern, alle II 1 malerischen Trachten, sand gestern n »5 ? a c c 5 fc ft der Iungfraucn-Bereine Lberbesfenö statt. Bei dem F-vstgottesdienft in der KlrCn2L^rCsprctllölrr rbcr Vorsteher des hessischen Dia- ßomfsenhauses zu Kassel, Pfarrer Blachert, während bei der RachmMaflszusanvnenkunst in den Stadtsälen der Ver- brmdsvorsttzende Pfarrer rrorsf^-chönstadt, sowie nochmals Pfarrer Blachert und die Pfarrer Heermann und Fltedner 9lnfprad)cn htelten. Die einzelnen Vereine brach- len auch schone Ehorgesänge zum Vortrag. 9,rau bc|U(f)te die lsiesige Maimessc . , .. .. nemo« Mädchen für 1 Pfennig Zuckerwaren. Dterzu soll ste nicht bercchttgt gewesen sein, da sie keinen Wander- aewerbeschetn bkiaß. Es folgte daher nn polizriltcher Straf» befehl Don 72 Mk. angerufcnc Schöffengericht iialmt aber imc eine Uebcttrctuiig der Markt-Polizeiordirung als vorliegend an und da in dieser Beziehung ein Strafantrag nicht vorlag, molgte dtc Freisprechung der Augeklagttn. Zur te8zeiU::-a.“. IleiseariikelD * ftp* 1 Und iu8'S M... 'g an biesi,' b- « »KL unb b| !.. "I'* »Wer, „ " **■ W* e,jd* •itßen. • ^auturnsahrl k- -ssenbach a. w , xrr- d-sB-rL, leim « 3” te Xeinr' Volk den 1, fettr Preis, O^huges Ltistungsscsi p nmb vorzüglicher Leisluv», baumpf 1 an3un gen kammer-Al^jchnb iolgtnh unb Hungen Pcanucn ;. Uthg-s. Hch. 6ct)r:. Aonnenroth, Acigeordn«: Nodheim a, d. Horloff, Letzte Neuheiten zu sehr ermältigteD Preisen fefier, fliessen Weit unter Preis Posten Posten 80 Pf^.per Meter teils mit Bordüre Posten Weisse Stickereistoffe einfach breit, jetzt 60 Pfg., 90 PfL., 1.20 Mk. per Meter 2.00 Mk., 2.50 Mk. doppelt a’7< Meyerhoff & Goslar Kinematograph ß) SelterswegS. Frische Fische! 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