Zweites Blatt ttr. 94 162. Jahrgang Montag, 22. April (912 Erscheint ttlgUch mÜ Ausnahme otS Sonntag». d i e ozialdemokraten kämpfen müssen. (Lebhafter Beifall reckstS, Lärm bei den trafrechtSlehrer von Liszt und van Calker maßgebend. esrogieriii. fi zuräet dOhrenkiaiitiieiten den den des auf be- -Mar- sie sonst könnte. e9 und nbutter! wungen waren damals nicht Mitglieder. sZuruk linkS: Die stimmen vollständig zu!) Man kann mit einem Gesetz vollständig einverstanden sein und trotzdem dazu sprechen. (Gelächter links.) Wenn Sic dos komisch finden, verurteilen Sie den ganzen Parlamentarismus. Die Bestimmung, daß Telegraphenbeamte wegen Verrats von Dienstgeheimnisse«. in jedem Fall mit Gefängnis 22. April Herren um 9 Uhr. ± dringend erforderlich, reuten Prof. Trautmann. gslokale.Ivj Rotattonsdruck und Verlag der vrübliche« UntversitätS - Buch- und SteinbruchKtl 8t Lange. Dießen. bestraft werden sollen, ist besonders bedenklich: am Biertisch dem platten Lande kann daß ganz harmlos geschehen. Ich antrage KommissionSbcrotung. Abg. Wcllstein (Zentr.) der als Vorsitzender der Strafrechtskommission der Novelle Namen gegeben hat, lehnt namens der Antragsteller auch aus hinausgewiesen worden sei. £>err Fuchs hat die Verwaltung des wegen scharf kritisiert. Mir fehlen die parlamentarischen Ausdrücke, um ibm richtig zu dienen. und Peri“ durch die Novelle zum Antraasdelikt gemacht wird: bei ouafi:; ;cv tem Hausfriedensbruch wird wahlweise auch Geldstrafe eingeführt. Weiter wird Geldstrafe neben Gefängnis zugelassen bei einer Reihe anderer Paragraphen deS Strafgesetzbuches, wo eS sich z. B- um Verletzung amtlicher Siegel hand'lt. Der Telegraphen» Paragraph im Strafgesetzbuch wird gemildert durch Beseitigung des Mindestmaßes und wird auf die Fernsprcchanlagen ausgedehnt. Eine Wortmeldung erfolgt zunächst nicht. Abg. Dr. Arendt (Rp.) äußert hierüber Bedauern und Verwunderung. In allen Fraktionen sind Bedenken gegen die Novelle und eigentlich ist es doch eine Niederlage der Regierung (Widersoruck links), da man aus ihrem Entwurf nur die schmackhaften Nostnen berauSgesucht bat. Wie kann man so nichtige Flogen hier ohne Debotte erledigen? (Abg. Dr. Heckscher (Vp): Wir hoben sic in schon gründlich durch- berotenl) — Ja, im vorigen Reichstag, der ist aber n'ckst mehr Redaktion. Expedition und ^ruderet: Schul« (träfet 7. Expedition und Verlag: 5L rel.-Abr^AnjeigerDiefeen. Die „Etetzener LamMenblötter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» „Krelsblart für den Kreis Ließen" iroeimal wöchentlich. Die ..ranbwirtschastltchen Seit- fragen" erscheinen monatlich jroeimaL Die italienisch-türtische Kriegslage. Es scheint, als stade die amtliche italtentsche Berichterstattung mit der Nachricht, die italienische Flotic stade wieder die Heimreise angelrcten, die Türken irre führen wollen. Nach neuen türkischen Meldungen kreuzt die Flotte noch im ägäischen Meer, und man ist in Konstantinopel darauf gefaßt, daß ein Angriff aus die türkische Küste, vielleicht gar auf Saloniki, vorbereitet wird: Konstantinopel, 21. April. (Wiener Korr.-Bur.) Den Blättern zufolge krcuztdie italienische Flotte fortgesetzt im Archipel, besonders in der Umgebung von Chios und TscheSme. Zwei italienische .Kriegsschiffe dombardiertcn gestern A l a t s a t e r bei Tschesme. Sie richteten unbedeutenden Schaden an; verwundet wurde niemand. Auch die radiotelegraphische Station von Marti ist von den Italienern bombardiert worden. Saloniki, 22. April. Der hiesige Hafenkommandant erhielt von Rhodos die amtliche Mitteilung, daß gestern sieben italienische Panzerschiffe und drei Torpedofahrzeuge dort eingelaufen und nach dreiviertelstündiger Anwesenheit wieder in See gegangen seien. 4tach Meldungen von ChioS und Te n edo s sind dort gleichfalls italienische Kriegsschiffe gesehen worden. In Kreisen, die dem jungtürkischen Komitee nahe stehen, verlautet, daß Mitgliedern des Komitees die Zusicherung gemacht worden sei, daß die Italiener einen Angriff auf Saloniki nicht unternehmen werden. Trotzdem werden hier und bei den Befestigungen im Kap Karaburun sowie an sonstigen Küstenplätzen alle Vorsichtsmaßregeln für einen rtalienischen Angriff fortgesetzt. Blättermeldungen zufolge ist der Kommandant der Dardanellen, General Hifzi, in Konstantinopel einge- trossen. Er bestätigte, daß z w e i i t a l i e n i s ch e K r i e g s- schiffe beschädigt wurden. Das Gerücht, daß das Ausfahren der Lchific nach dem Schwarzen Meer verboten worden sei, wird dementiert, auch ist die Nachricht von einem Bombardement von Aiwali unrichtig. Die türkische Presse drückt ihre Freude aus, daß sich die italienische Flotte zurückzog und stellt die Wirkungslosigkeit des Bombardements fest. Konstantinopel, 20. April. Zahlreiche Dampfer, die vom Archipel nach dem Mittelmeer abgehen sollten, sind im Hafen verblieben. Die Telegraphenoerbindungen mit dem Archipel und den Küsten Kleinasiens sind unterbrochen. Der Postdienst wird durch die anatolischen Bahnen versehen. Die Italiener zerschnitten das Kabel zwischen den Dardanellen und Tencdos, Lemnos und Saloniki. Tie Verbindung zwischen Samos und der Küste wird durch optische Telegraphen aufrechterhalten. Tie Wiedereröffnung der Tardanellen für die Schiffahrt? Konstantinopel, 20. April. Wie versichert wird, soll die türkische Regierung in Anbetracht der Schwierig feiten, die sich der dauernden Schließung der Tarda nel l e n entgegenstellen, sich entschlossen haben, diese für die Schiffahrt wieder zu eröffnen. R o st o w, 21. April. Die Exporteure berieten, wie Verluste infolge der Sperrung der Tardanellen verhütet werden könnten. Es wurde beschlossen, durch den Ministerpräsidenten bei der türkischen Regierung die Wiederherstellung des freien Verkehrs zu erwirken unter dem Hinweis, daß es unmöglich fei, die teuer angeschafften Getreideltberschüss e zu realisieren und daß dem zufolge schwere Verluste eintreten würden. Gleichzeitig ersuchten die Getreidehändler, den Getreidekredit nicht ein zustellen, weil sonst eine allgemeine Geschäftsstockung er folgen toürbe. Es wird ferner eine Beratung darüber stattfinden, ob die Vereinbarungen für April gültig fein sollten. SSV» Weisung. Diese wird gegen die Stimmen der Reichßpartei abgelehnt. Abg. Schultz (Rp.) I bittet wenigstens die Bestimmung über die Telegraphenbeamten einer Kommission zu überweisen. Vizepräsident Dr. Pansche: Die Kommission ist bereits abgelehnt. Abg. Wellstein fZentr.): Auch diese Bestimmung wurde seinerzeit ohne lebe Debatte angenommen, und Dr. Arendt war bereits Mitglied des HauseS. (Hörtl Hörtl links.) ES folgt sofort die zweite Lesung der Novelle. Sie wird angenommen, die Bestimmungen über die Telegraphenbcamten gegen die Stimmen der Reichspartei. Der Etat der Reichselfenbahnen. Hierzu liegen Rcsol itionen der Sozialdemokraten und der Wirlicbaftlichen Vereinigung vor. Diese beantragt, daß die von der Verwaltung der Reichseiscnbahnen beschäftigten Arbeiter nach Vollendung des 25. Lebensjahres als Mitglieder der AröeiterauS- schüffe wählbar sind; die Sozialdemokraten verlangen Lohnzahlung für die Wochenfeiertage und beantragen, alle Petitionen der Eisen- bahnarbciter unt -Handwcrkcrverbänoc, betreffend Lohnfragen, Anerkennung als Berufsorganisation, Ärbeitcrausschüffe usw. zur Berücksichtigung zu überweisen. Abg. Fuchs (Els., Soz.) greift die Verwaltung an. Die Zahl der Arbeiter hat man trotz Vermehrung der Leistungen nicht vermehrt, die Zahl der Auf- sichtöbeamten ist zu hoch, die Arbeitszeit viel zu lang, die Löhne noch immer unzureichend, zu menschenwürdigem Dasein reicht es nicht. Die Ärbeitcrausschüffe sind nur Dekorationen. Abg. Kuckhoff (Zentr.) bringt Bcamtenwünsche vor. Die Beamten bei den Rcichseisen- bahnen stehen schlechter als die Postbeamten: bei gleicher Stellung haben sie geringeres Gehalt. Tas starre Preußentum sollte nicht überall in den Vordergrund treten. Der Simplicissimus muß von den Bahnhöfen verschwinden, er ist kein Ruhmesblatt. Abg. Schwabach (Nakl.) bringt Mängel des Akkordsystems zur Sprache. Tie ArbeiterauS- schüffe sind das beste Mittel, um in offener Aussprache zwischen Unternehmern und Arbeitern bestehende Tiffercnzen zu beseitigen. Sie müssen zu wirklichen Instrumenten des sozialen Friedens organisch ausgcbaut werden. Tie Arbeiter muffen auch die Sicherheit haben, daß sie wegen ihrer Tätigkeit in den Arb.'itcrausschüffen keine dienstlichen Nachteile haben. Minister der öffentlichen Arbeiten v. Brciteubach: Tie Parlamente sind berufen, Kritik zu üben. Die Verkehrs- Verwaltung kann nick'ts dringender wünschen als eine sachliche Kritik. Tie Rede des Abg. Fuchs Ivar aber absolut verneinend. Er hat nichts gesagt von den großen Leistungen der Verwaltung. Tas erreichte freundliche Ergebnis verdanken wir wesentlich der ausgezeichneten Pflichttreue unseres Personals. Von Plusmacherei sind wir noch sehr weit entfernt. Ta soll man sich keinen Illusionen hingeben. Tie Rente der Reichseisenbahnen war in der Regel recht mäßig. (Abg. E m m e l (Soz.): Wegen der st r a - tegischen Bahnen!) Gewiß, sie belasten die Reichseiscnbahnen, aber nicht so erheblich. Ich werde darüber im nächsten Jahre in der Budgctkommission Mitteilung machen. Tie vierte Klaffe wird sehr stark benutzt. Eine Fülle von Neuanschaffungen wurde gemacht. Ter Minister geht dann auf die Arbeitsund Dienstverhältnisse ein. Tie Arbeitskräfte werden nicht ausgebeutet. Tas Personal ist ausreichend. Umfassende Mehreinsrcllungen fanden statt. Tie kürzeren Tienstzeiten wurden vermehrt, die längeren verringert. Tie Löhne sind allerdings teilweise geringer als in Baden. (Hörtl hörtl) Aber wir müffen uns der jeweiligen wirtschaftlichen Lage anpaffen. Tie Löhne haben sich in der letzten Zeit in außerordentlicher Weise erhöht, sie sind seit 1890 um 50 Proz. gestiegen. Tw Ueberstunden wer- den auf ein Minimum reduziert. Leider können wir sie nicht völlig entbehren. Eine Lohnzahlung für die Wochenfeiertage ist nicht möglich. Tas widerspricht dem Grundsätze, daß nur die Tage bezahlt werden, an denen wirklich gearbeitet wurde, oder an denen die Arbeiter sich zur Arbeit bereit halten mußten. Wir sind nicht dagegen, die AA-eiterausschüffe weiter auszubilden. Eine größere Beteiligung der Arbeiterschaft soll erreicht werden. Der Minister lehnt die Resolution der Wirtschaftlichen Vereinigung ab, die die Wahlfähigkeit für die Ärbeitcrausschüffe schon vom 25. Lebensjahre ab verlangt. Wir halten am 30. Lebensjahr fest, tocil wir ruhige und erfahrene Arbeiter in den Ausschüßen haben hroUcn. Die Eisenbahner-Fachvereine sind durchaus nötig. Sie galten sich von den Sozialdemokraten fern. Ihre Zahl ist in drei fahren von 5 auf 59 gestiegen. Sie wissen, daß sic ihrer Verwaltung Gehorsam und Achtung schuldig sind. '/Lachen der Soz.) Im übrigen legen wir unseren Angestellten f.-inerlei Beschränkungen auf. Ter Abgeordnete Fuchs hat sich L/inn beschwert, daß der preußische Abgeordnete Hoffmann aus einer Eisenbahnerverfammlung in brutalster Weise anderen Parteien eine Erwiderung auf die Ausführungen Abg. Dr. Arendt ab und widerspricht einer Kommissionsver> Wir Haven nie einen Zweifel darüber gelassen, daß wir ' * -r k---' bekämpfen und be- ic einen £ ed)t UUP "mÄenbei n«cn (rbtrb- Mb. Deutscher Reichstag. 12. Sitzung, Sonnabend, den 20. April, 11 Uhr. Am Tische des Bundesrats: Telbrück, LiSco, v. Dreitenbach. Die Sicherheit der Pailaglere und Mannschaften auf deutschen Schiffen. An erster Stelle der Tagesordnung steht die Beratung deS schleunigen Antrages der Reichspartei (Tr. Arendt und Genossen): Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, schleunigst Erhebungen darüber herbeizuführen, ob bei der deutschen Seeschiffahrt für Passagiere und Mannsck-aften jede mögliche Sicherheit gewährleistet wird, und oo insbesondere alle deutschen Schiffe ausrcick)end Rettungsboote mit sich führen, um alle an Bord befindlichen Personen im Falle der Gefahr aufnehmen zu können; für den Fall, daß die Erfahrungen bei dem Untergang der „Titanic" dies nötig erscheinen lassen, ungesäumt auf dem Wege der Vcr- ordnung oder deS Gesetzes die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen. Soz. und Zurufe: Darum müssen Sie daö?) Weil Sie die staatsbürgerliche Ordnung, wie sie beute bcstebt, nicht anerkennen, weil Sie einen Einfluß auSüben auf gewerkschaftliche Organisationen, die den Streik provagieren. weil Sie unsere Arbeiter veranlassen wollen, sich dem Streik anzuschließen und den ganzen Verkehr lahmzulegen. Wir sind eine VerkehrSverwaltung, die keinen anderen Zweck hat als den, öffentlichen und allgemeinen Interessen zu dienen. Wir dürfen <8 nicht darauf aukommen lassen, daß durch den Anschluß unserer Angestellten an staatsfeindliche Cr- gamsaNonen das allgemeine Interesse gefährdet wird. Wir zwin. gen ja niemand, in d'e Dienste der ReichScisenbahn zu treten. Wir halten uns aber für verpflichtet, denjenigen, der zu unS kommt, rechtzeitig darüber zu informieren, tveldjc Pflichten er auf sich zu nehmen hat, wenn er Angestellter bei uns werden will. (Lebhafter Beifall rechts.) Tas ist ein durchaus lovaleS Verfahren. (Beifall, Gelächter der Soz ) Trotz dieser Beschränkungen haben >oir dauernd einen großen Zulauf. Als Chef der Reichseisenbahnverwaltung werde ich niemals einen anderen Standpunkt einnehmen und darf ich auch keinen anderen Standpunkt ein- nehmen. (Beifall.) Dazu stehen mir die Interessen des Landes zu hoch. Wenn hier auf di- viigeheuerlichen Unterstellungen hin- gewiesen wurde, die mir von sozialdemokratischer Seite int preußischen Avgeordnctenhause gemacht wurden, so verweise ich darauf, daß das preußische Abgeordnetenhaus ebenfalls diese crzcssiven Angnfie zurückgewiesen hat. Solchen Angriffen gegenüber kann ich nur mit Ruhe meines Amtes wallen. (Lebhafter Beifall, Lärm der Soz.) Tas Haus vertagt sich. Montag 2 Uhr: Die Wehrvorlagen. Schluß nach 3 Uhr Gießener Anzeige General-Anzeiger für Gberhesfen biüliiw leüner Hod> M r- . leimer StW MI.2'10 S' eilt „kforWrS"'" Die Frage der Rettungsboote ist durch die Umgestaltung der Teeschiffahrt auf eine andere Grundlage gestellt worden, insbesondere durch die drahtlose Telegraphie. ES müßte gesorgt werden für eine ausreichende Zahl von Telegraphisten an Bord. eiuSreichende Zahl von Booten. Ein großer Heroismus ist bewiesen worden, aber ein viel größerer Ruhm wäre eS, wenn er unnötig gewesen wäre durch ausreichende RcttungSmaßrcgcln. Ich bin (Passagier fast aller deutschen Schiffahrtsgesellschaften gewesen, und wir können zu unfern Schiffahrtsgesellschaften unbedingtes Vertrauen haben. Vielleicht könnte man für den Fall eines Un- glucks wie den Mannschaften, so auch den Passagieren einen be- stimmten Platz zuweifen, und vielleicht ist auch eine internationale 1 Verständigung möglich über Bestrafung von Nachlässigkeiten. Auf die Unruhe deS Hauses bemerkt der Redner: Die Angelegenheit t scheint für die Linke nicht wichtig zu sein. (Stürmische Entrüstung I links, andauernde Unruhe.) Statt Tennisplätze unt Winter- il flöten soll man lieber Rettungsboote anbringen. Geschieht alles, i' was möglich ist zur Erhöhung der Sicherheit, dann werden unsere ’ Schiffahrtsgesellschaften sich den stolzen Ruhm, den sie jetzt haben, dauernd bewahren. (Beifall der NeichSpartei.) Staatssekretär Dr. Tclbrück: Wir sind uns wohl alle einig in der Empfindung der auf- richtigsten und herzlichsten Teilnahme mit allen denjenigen, die dos furchtbare Schicksal betroffen hat, einig in der Empfindung der herzlichsten Teilnahme für die betroffenen Nationen, die durch ibre einzelnen Mitglieder durch diese Katastrophe in Mitlciden- L schäft gezogen sind. (Lebhafte Zustimmung.) Wir werden uns I alle darüber einig sein, daß alle, die eS angeht, verpflichtet sind, L a u 8 dieser Katastrophe ihre Lehren zu ziehen. . Aber ich halte eS nicht für angezeigt, heute an dieser Stelle in eine materielle Erörterung : ei n 3 u t r e t c n. (Lebhafte Zustimmung links.) Tenn eine ^Erörterung kann nicht abgehen ohne eine Kritik von Vorgängen, die uns noch gar nicht hinreichend bekannt sind. Tiefe Erörterungen werden vorzunehmen sein, trenn die Ursachen festgestellt sind, die zu dieser Katastroph.' gc- führt haben, und wenn sich annähernd übersehen läßt, ob und welche Mittel gefehlt haben, die geeignet gewesen wären, die Zahl bet Opfer zu verringern. Die von unserer Seite zur Sicherung bon Mannschaften und Passagieren unserer Tampfer getroffenen Nussijche Preffestimmen. . Petersburg , 20. April. „N o w o j e Wrernja" schreibt: Die Operationen im ägäischen Meere müssen du türkische Volkswirtschaft erfchüttern, jo datz oie Turiei bald um frieden bittet. Das BoinbardementderTarda- nellen ist eine Temonftraiion ohne Verbindung mir diplomatischen Abfichten und Plänen. „Birschewyja" jagt: Tre Operationen im ägäischen Meer bilden eine neue Kriegsphafe, welche die Entscheidung näher rückt. Eine Verschärfung der orientalischen Frage ist möglich.. Gründung ttl‘ 1866 iren chenmöbel währten erstklass- VächtersbariW' 'teingutf0^ npflehlt preisteert in grösster, elsetoger AW-N ngshavs rciaE' , «dH1"' Vorschriften sind seinerzeit erlassen worden unter sorgsamer Berücksichtigung des damaligen Standes der Technik. Ich habe aber wit Rücksicht darauf, daß die T e ch n i k im Schiffbau j a i n einer dauernden und gewaltigen Fortentwicklung begriffen ist, unmittelbar nachdem die ersten Einzelheiten über den Untergang der „Titanic* bekannt geworden waren bereits meinerseits eine Revision der geltenden Be- ftimmungen in d i > Wege geleitet und ich bin in der L'ge, hinzuzufügen, daß auch schon unsere großen Schiffahrtsgesellschaften und die Seebcrufs- t en o s se n sch a f t bereits seit einigen Tagen am verhandeln über diesen Gegenstand sind. Ich werde mich nit t *n beteiligten Kreisen in der allerkürzesten Zeit zu einer Er- »rterung dieser Frage zusammenfinden. Ich habe die Ueberzeugung, daß es unseren Kapitänen, Rrebern und Schiffsbauern, deren Zuverlässigkeit und deren Fürsorge für die ihnen anvertrautcn Mannschaften, Schiffe und ticiifagicre in der ganzen Welt anerkannt ist, möglich sein wird, gern-infam mit uns die Mittel und Wege zu finden, um alle die- lenigen Vorschriften zu erlassen, die nach dem Stande der Tech- hü möglich und erfolgversprechend sind. Auch die Frage, ob , tiec inf ci nationale Regelung dieser Frage angezeigt kt ist bereits erwogen worden, und das Deutsche Reich wird te reit pin, jeder in dieser Richtung an sie herantretendcn An- reeung Folge zu geben. Ich glaube, daß auch der Abg. Arendt kraus ersieht, daß alles das, was er wünscht, 6e» teils in d i e Wege geleitet ist. Meine Herren, die Re- ssckrung würde nichts taugen, die sich bei so wesentlichen Fragen trist durch die Volksvertretung erinnern lassen wurdet (Lebhaftes Sehr richtig! und Beifall.) Abg. Haase (Soz.)' ^entragt mit Rücksicht auf diese Erklärungen Absetzung des Antrages von der Tagesordnung. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Das ist nicht erforderlich: denn eine spätere Aussprache di:d auch nicht ergiebigere Resultate haben, als die heutige. W ziehe daher den Antrag zurück. Damit ist der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. Die kleine Sfrafrechfs.riofnovelle. Als zweiter Punkt steht auf der Tagesordnung der unter ftrrt Namen Wcllstein (Zcntr.) und Genossen gehende Gesetzent- dLirf, betreffend die Aerderung des Strafgesetzbuches, der, von R'tgliedem aller Parteien des Hauses unterzeichnet, die kleine <::t:afgesetznovelle der verbündeten Regierungen ohne die strei- üfQtn Punkte, wie z. B. die Prcßbeleidigung. wieder einbringt, M sie vor der großen Reform des Strafrechts zur Erledigung B ■ bringen. ES handelt sich um den Hausfriedensbruch, der ' Abg. Dr. Arendt (Np.): Die große Beunruhigung, die dies Unglück hcrvorgerufen hat, macht eS notwendig, zu untersuchen, ob der erforderliche Schutz «ewährlcistet ist. Es gilt jetzt nickst, die Ursachen und die Schuldfrage zu erörtern, sondern ob die Ausrüstung unserer Schiffe, ob unsere Verwaltung, ob unsere Gesetzgebung diejenige Gewähr zur Verhütung solcher Unglücksfälle gibt, die im Bereiche des menschlichen Vermögens liegt. Gegenüber den Meldungen, ins- besonderc auch großer und angesehener deutscher Zeitungen, daß auch auf den deutschen Schiffen die Ausrüstung mit Rcttungs- booten nicht ausreichend sei, muß so schnell als möglich festgestellt werden, ob solche Nachrichten zutreffend sind oder nicht. Wenn sie unzutreffend sind, so liegt die Klarstellung vor allem im Interesse unserer Seeschiffahrt; sind sie zutreffend, so muffen oie Behörden fo schnell wie möglich eintreten. (Zuruf links: Das wird auch ohnedies geschehen!) Wenn Sie sich auf den Standpunkt stellen, ist der Reichstag überhaupt überflüssig. ck des Henn Cbetant ft-JS tn 6~-8-roöd)eni' Mimlben, sind gebeten, lachmittags 3 Ubr in »u einet Besprechung fron V. Kebbardt mithin Zunahme 24 2b< Peisonen. sich nn ganzen in 1911/12 auf auch das Beste erbaut wurde. Hose, die tiejcr Vorteil haslesten Criolg bestrebt Spreng st off vergehen. Im Derbst vorigen Jahres wurden in den Basaltsteinbrii Tie Erfahrungen hatten gezeigt, daß Die Balm« als das Dauvlgedäude liegende Gleise haben. Die seien. In künstlerischer Beziehung sei maii mit gewesen, das zu leinen, was per Stadt zuianiL. ” Von der Straßenba hn liegt das Ergebnis der Personenbeförderung und Einnahmen für das Rcchnungs- fahr 1911/12 vor. Es zeigt em recht befriedigendes Bild gegenüber dem Vorjahre, in dem der Verkehr durch das Turnfest und den Kaiserbesuch erheblich gesteigert war. Es benutzten Die roie Linie 1911/12 7^8 797 gegenüber 1910/11 Die Einnahme stellt u. a, daß Darmstadt in dieser Einlage das Neueste und wohl bekäme, was in den letzten Jahren an Bahnhufen die grüne Linie beide Linien zuf. 495 480 1 224 277 Personen 1 200 010 Gießener Strafkammer. Gießen, 20. April. Der Ueberfall in der Neujahrsnacht. Di- zweite Verhandlung über die Messerstecherei, die Ji6 in der Neujahrsnacht in der Bahnhofstraße zutrug, mh-:^ zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte, der Installateur P. E. voi Geilshausen, wegen Körperverletzung in einem Falle und roe-T tätlicher Beleidigung zu einer Gefängsnisltrafe von süa Monaten und 14 Tagen verurteilt wurde. Hiermit imbet t schwerste Tat, die an dem Jnstitutsdiener St. begangene Kv>t Verletzung, jedoch keine Sühne, vielmehr erfolgte deshalb fr Ans StaSt und CanO« Gienen, 22. April 1912. ' Einschränkung der staatlichen Bautätigkeit. Durch die Einschränkung der staatlichen Bautätigkeit sind auch einige den Hochbauümtern beigegebene Bau-! schreiber entbehrlich geworden. Da eö sich um brauchbare, in jahrelanger Tätigkeit erprobte und mit den Geschäften eines BauamteS vertraute Bedienstete handelt, Hal daS Ministerium angeordnet, daß eS ziveckmäßig erichemt, diese Beamten, soweit möglich, auch weiterhin dem Dienste der Lokalbaubehörden zu erhalten. Bei einem etwaigen Wechsel oder bei neu hervortretenden Bedürfnissen im Bureau- uud Schreibdienst an den KrelSämtern soll auf die entbehrlichen Baiischreiber zurückgegriffen werden und sind dießvezüg- liche Anträge an die Mmisterialbauabteilnng zu richten. ** Eine neneNationalslugspende wird, wie aus dem Inseratenteil der Samstagsnummer ersichtlich war, in der nächsten Zeit gesammelt werden. In dem Aufruf dazu heißt eS u. a.: Die stürmische BorwärtSentwickelung, die das Luftfahrwesen feit den ersten gelungenen Ver,ud)cn Zeppelins genommen hat, zwingt un8, die äußersten Anstrengungen zu machen, um nicht durch die Opferwilligkeit und die Tatkraft anderer Nationen ins Hinter- tresjen gebrangt zu iveroen. Nicht spielerischer Ehrgeiz heischt dies von uns, sondern hier gilt es, unseren Ruhm als erste Meister angewandter Linens^iaft zu wcu-rcn. Nicht jedem ist es vergönnt, seine Kruste persviilich in den Dienst dieser nationalen Ehrenausgabe zu stellen. Woh aber kann ein jeder ein Scherflein beitragen, banut der Gesamtwille der deutschen Nation der ^machtvolle Motor sei, der dem deutschen Flugwesen zum Siege verhilft. Es handelt sich um eine nationale Spende für das deutsche Flugwesen und die deutschen Flieger, ^enn den Männern, die als Pioniere einer neuen g^ßen Miltur- aufgabe in dem Bestreben, Deutschland auch auf diesem Gebiete einen ebenbürtigen Platz im Wettstreit der Nationen zu sichern, ihr Leben einsetzen, gebührt die wer - tätige Teilnahme der Nation. Bor allem fort bie Nationalspende die Mittel bieten, weiterzuarbeiten an der Der» vollkommnung der Flugapparate, an der Erforschung der Gefahren im Luftrevier und ihrer Bekämpfung. Mit Hilfe der Nationalspende soll die Entwicklung der neuen Technik gefördert werden, die neben der Schaffung neuet: ftul- I turbahnen neue Arbeits- und Erwerbsfelder erschließen wird. Wettkämpfe sollen Erfindungsbeist, Mut und SCat- kraft anspornen und immer stolzere Setjtungen Hervorrufen. Daß das deutsche Volk nach dem Unglücke von Eckter- dingen sich einmütig zu einer nationalen Tat anfrante, das zeigte der Welt die elementare Wucht des deutschen Volkswiilens. So beweise Deutschund auch fetzt, dag alle ------— Unterschiede der Parteien, der Konfessionen, der sozia- sich erhängt hatte.. Der Strick war spater gernien und die ^..i. len Schichtungen in dem Augenblicke verschwunden |über.de^Swhlge^rzt^^hr^d^Tod^i sind, wo das deutsche Volk vor eine groß Aufgabe gestellt wird. Aus H s en gihor?n Cb.rl utnant v. S e l a s i n s k y in Mainz und Kammerherr v. Detin- ge aer in Darmstadt dem Reichskomitee sür bie National- spende an. — Beiträge zur Nationalchenbe nimmt bie Geschästsstelle bes „Gießener Anzeigers" entgegen. Bon Zeit zu Zeit wirb über bie eingegangenen Beitrage im „Gießener Anzeiger" quittiert werben. ** Wissenschaftlicher Fortbildungskur- sus für Volksschullehrer an ber Universität Gießen: Auf Anregung bes Gießener Lehrervereins wirb in bem bevorstehenben Sommerhalbjahr an ber hiesigen Hochschule wieber ein wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksfchullehrer eingerichtet. Es lesen bie Herren: Geh. Kirchenrat Prof. D. Krüger (Das kirchliche Bekenntnis int Lichte ber Geschichte), Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer (Die Methoden der Jntelligenzprüfung und die Bedeutung der angeborenen Anlage für die Erziehung), Prof. Dr. Dannemann (Ursachen der Geistesstörung und Geistesschwäche; Vorbeugemaßregeln mit besonderer Berücksichtigung des Entwicklungsalters) und Prof. Dr. berliner (Der Zweck der Fürsorgeerziehung; ihre praktische Bedeutung und die Aufgaben des Psychiaters bei dieser; der weitere Ausbau der Erziehungsgesetzgebung). Die Vorlesungen beginnen am 1. Mai und finden wahrend der Monate Mai und Juni jeden Mittwoch, nachmittags von 41/4 bis 6 Uhr, im Hörfaal ber Klinik für psychische unb nervöse Krankheiten statt. Auch Nichtlehrer können sich an bem Kursus beteiligen; Melbungen sinb an ben Vorsitzenben bes Gießener Lehrervereins zu richten. Da bie früheren Vorlesungen stets sehr gut besucht waren — manche von über 200 Teilnehmern —, so ist zu erwarten, baß auch ber bevorstehenbe Kursus zahlreiche Lehrer aus Gießen unb ber Umgegenb von diesseits unb jenseits ber schwarzweißen Grenzpfähle zu gemeinschaftlicher , I Arbeit in unserer Stadt zusammensühren wird. Der SRebner ging bann näher auf den vom Verrehrsverein ge- stifteten Brunnen ein, der vor dem Empsangsgebaude Aus.tt! lunq gefunden hatte. - Regierungsrat N et eg an g bann an Hand eines großen blane5 einen, tbeorctüd)^ 9lunbnin ■ hurdi die neuen Bahnhossanlagen, und Regierungsrat S djne 1 bc. imad) die Hoffnung aus, daß die Stadt ^.armitabt jnfneben fen mönc Man habe getan, was möglich war um den kunstlenict' : Charakter der Stadt auch in ihrem Balmho^^nsviege, Der Vorsitzende des Vereins, Kauimann Stemmer übern, dann dm vom Verkehrsverein gestifteten Brunnm der «tatt und der Dabnverwaltung. Oberbürgermeister Dr. Glasiin^ versprach, daß die Stadt für ben Brunnen Sorge tragen hroll d Mainz, 21. April. Der 29jährige Musiker und Fabr arbeiter Hermann Schütze aus Plagwitz lMte,mit dem Dienstmädchen Hedwig Kolbe aus Drte bet iupclbori ein Vc hällnis. Das Mädchen war in letzter Zett stellenlos und hat o- sdieinend bei seinem Bräutigmn, Äaitnd) 43, Im : tag morgen meldete sich Lc^ttze ^uf seiner .lrbcUsstelle krai. Als bis zum SamStag abend von schütze nichts wahrgenoimn wurde, benachrichtigte der Hausbesitzer bte Polizei, die die V.v nung ausbrechcn ließ Das Mädchen wurde bekleidet uaer br jßette liegend tot ausgefunden. Es war an der Leiche nur Krcu wunden, Hautabsckstiriungen und StrangulationSmerkmale am V2I 11t sehen, die darauf hindeuteten, daß die Kolbe erwürgt worc - mar. SdKtze lag über einem Stuhle mit dem Kopfe nach Boden zu und war ebenfalls tot. Es wurde festgestellt, datz - ' !. Der Strick war später germen und die Lei: Lan^wirtjehast. i Internationaler laudw.rt,^asilicyer GeuoueÜ-fchasts-Kongr!! in Badeu-Baden. I Einer Einladung bev „buiajvuavanbed betr deutschm U* wirtschaftlichen Genossenschaften" Folge gebend, >wird der 3. 3t; nationale Bundestag ber lanmuiuiu,artaa)cft Genojsenjast^ am 21. unö 22. Mai d. I. ersnnals in Deutjch^and uno 5^’ Baden-B aden avgehalten. Die Einlaoung 1 ind TageSo.ö^ oes Buuüestages Baoew-Baden, welche per )BundesvorjiV^ Geueralanwalt Gel)eimerat H a a s - Darmstadt rin Tarmst-tik findet sich auch der Sitz des Internationalen Bsuudes) foeher. Berjendung bringt, ist außerordentlich reichtltig; sie crr unter anderem f olgenbe wichtige Vtjrhandluks gegenständ^: Geic.,äftsbericbt des Bunbesvi'rsiixuDen. 7..1 anberung der Satzung, um auch die Aufnahme auijereuror^s Genon'ensckiaftsoerbänve zu ermöglid)cn. — Geno'>sen,d)afttia>e-^ viiionswesen. — Geiwssenjchajlliches Unterridus^ und Auvbi!>» Mesen — Entwicklung und Erfahrungen aus, dem Gebist-, genossensd ajilia-en Bentraltrebitorganiiauonen." — Die W noiienidMiten ui der Landwirtschait. — Die Berj'orgung bc» ;* anbi□ mu Eleltrizitat unter genosscnsü-astliche r AkiuvirkiM^ cntia-ulDuiig deS Lanobejitzes buid) Lstithilfe be^- GenosternO -- 'JZubbaimadiung ber neueren Erfahrungen d-u für ben Kleinproduzenten. • e Beschaffung von Zuchtmate rßii al. UnM Emstuß der un vorigen Jahre stark verbreit ete" W ß e nationale lange eingetreten sein konnte, muß die Kolbe schon Donmrs.. - n Cb rl utnant nacht umgebracht worden sein. Es wurde em Brief von «dm! ' gefunden, wonach beide freiwillig aus dem Leben geschieden ein Grund war nicht angegeben. Die Leichen wurden, aus ba Friedhof gebracht. Das Mädchen ist durch einen schütz m d i Mund getötet worden. Anscheinend hatte Sdrntz das, Madch.r erst am Halse gefaßt und ihr mit Gewalt den Mund gconnet uns bann den Schuß abgegeben. Der geladene Revolver rourbc m bei Sckchtze in der Hosentasche gefunden, ein «chus; war Dara.J abgegeben. SckKtze wird als ruhiger, anständiger M^n«ch^,:>j schildert, nur sei er äußerst eifersüchtig gewesen. — xer^^c,* löhner Wilhelm Läufer hatte vor einigen Satyrcxv im etreue feine Frau erwürgt und wurde damals vom «chwurgericht ■< mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem er aus bta Zuchthaus entlassen war, heiratete er bald daraus wieder und zw" die Klara Bott von hier. Seit 6 Wochen ist das Paar v.: heiratet, doch leben die Ehegatten seit einiger Zeit getrennt. Heuu morgen, Sonntag, lauerte Läufer seiner Frau m der Erru-. Ludwig-Straße auf. Als die Frau in einem Hause Brodckren e. lieferte, wurde sie im Hausflur von ihrem Manne uberfallx Die Frau, die sich energisch wehrte und um Hilfe schrie, erbt.:: zwei Messerstiche in den Kops und einen in den linken Dberan. Passanten eilten ihr zur Hilfe, sonst wäre sie von dem Rasenderstochen worden. Als die Leute kamen, ging Lauser fluchtig „Rjetsch" meint: Das Zusammenfällen der Der-1 mittlungsaktion in Konstantinopel mit dem Bombardement der Dardanellen läßt in Europa die geheime Unter= stützung Italiens durch Rußlands vermuten. Sasonow ist ru einer offenen Erklärung verpflichtet. Rußland hat das Recht, von der Diplomati: zu fordern, daß der Name Rußlands nickt nut leichtsinrngen und gefährlichen Abenteuern in Verbindung gebracht wirb. Vom iripo'itanischen KriegSschavplah. Tripolis, 20. April. (Agenüa SKfani) Gestern nacht eröffnete eine Gruppe von etwa 200 Arabern Feuer auf Gargaresch. Die Araber wurden durch Kanonenschüfse zerstreut. Laut Nachrichten aus dem feindlicken Lager sind die L e b e n s m i t t e l p r e i s e merklich g e st i e a e n. Am 18. April beschoß eine Grupp? gedeckt liegender Feinde das neue Fort bei Tobruk. Als das Feuer gegen Abend stärker wurde, brachte die italienische Artillerie den Feind zum Schweigen. Auf italienischer Seite entstanden keine Verluste. An demselben Tage touren feindliche Gruppen, die vor Sidi Said bei oem Fort Bucha- mez erschienen, durch Feuer der Marineartillerie zerstreut. Rom, 20. April. Agenzia Stefani meldet aus B u ch a - mez: General Garieni schickte gestern, als der Flugapparat einige Araberhaufen int Süden und Sudwesten oes Forts siganilsierte, sofort ein Bataillon Askarts, unterstützt von einem Bataillon des Infanterieregiments Nr. 60 aus, um die Araber z u z e r s p r e n g e n. Die Italiener । zwangen die Araber, ine schwere Verluste hatten, zur Flucht Zu gleicher Zeit ließ General G a r k a n 1 einen V 0 r st 0 ß gegen die Ostseite der Halbinsel Macabez machen. Hierbei gelang es, andere Araberhaufen aus Sidi-Said unter lebhaftes Feuer der Artillerie zu nehmen und ihnen beträchtliche Verluste beizubringen. Aus Tunis wird gemeldet, daß die Besetzung der Halbinsel Macabez und des Forts Buchamez den Verkehr auf den Märkten, wo die türkischen Armeelieferanten Proviant ankausten, stark störte. Bis jetzt ist kein Karawanendienst von Ben Gardane eingerichtet. Die Araber sind mit Schwerverletzten zurückgekehrt. Diese melden, daß in Zuara arohe Panik herrschte. Ein türkischer Sieg bei Terna? Cairo, 22. April. Aus Der na wird vom 16. April gemeldet: Ein italienisches Bataillon, das vorzurücken versuchte, wurde von Türken und Arabern zurückgeworfen. Es verlor mehrere Mann und ließ zahlreiche Gewehre im Stich. Es gelang der türkiscken Artillerie trotz des heftigen Feuers des Forts und der Schiffe, ein italienisches Geschütz unbrauchbar zu machen. Die Türken hatten 16 Verwundete. sprechung. • Es handelt sich um folgenden Vorfall. Der Jnstitutsdii St. und der Lagerarbeiter F. hatten etwa um 1 Uhr nachts ihren Frauen und einem Bekannten ein Cass in bet Bahn! straße verlassen. Die Frauen ließen die Männer etwas vora gehen und begaben sich einige Schritte abseits Da karnen_ Burschen an sie heran unb der Angeklagte schlang icmc irr um beide Frauen. Inzwischen waren die vvrausgehenden Maini auf den Vorgang ausrnerksarn geworden, «ie eilten herbei uU drangen aus die Burschen ein. Der Angeklagte zog sein dolr artiges Messet und stach dann aus sie los. Dem Atbeitec s btachte er eine Stichwunde an der Hand bei. Nach dct An'ttr soll et auch dem Jnstitutsdienet St. einen Stich in den Rück der eine lebensgesähtliche Wunde vetursachte, versetzt haben. : erste Hauptverhandlung deutete indessen auf die Tätcrschast . 11Qq9c iQin/11 qnp 11A7R7 mithin im kkkten ^lahre! als Zeugen vernommenen Installateurs St. hin, fveshalb L Mk. 119325, 1910/11 Dir. 116 767, nuttjin un letzten ^ayre unb Rückleituna ber Akten an Die StaatSanwaltichatt mehr Rlk. 2658. Das laufende Jahr, m dem wieder em fofgtc Die heutige Verhandlung ließ den früher yewomi:.' Turnfest, eine Landwirtschaftliche Ausstellung und vielleicht Eindruck noch bestimmtet hervortreten, so daß wegen dieser Lu ein Kaisetbesuch in Aussicht stehen, bietet für den Straßenbahn- tat Fteisptechung des Angeklagten ausgcsptochen wutde. Der @efd)äft$orönung$aus|d)ub der Reichstags hat seine Vorschläge zur Abänderung der Bestimmungen der Geschästsordnung dem Plenum des Reichstags unterbreitet. Nach diesen Vorschlägen können an den Reichskanzler kurze Anfragen gerichtet werden, die s ch r i s t- licy einzureichen sind. In den Sitzungen am Dienstag und Freitag jeder Woche darf je die erste Stunde auf die Anfrage verwendet werden. Tie Fragesteller werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anfragen aufgerufen und verlesen die Anfragen. Eine Besprechung der Antwort des Reichskanzlers und Anträge zur S a ch e s i n d u n z u l ä s s i g. Der Fragesteller kann jederzeit erklären, daß er sich mit einer schriftlichen Antwort begnüge. Die Anfragen müssen von mindestens 30 Mitgliedern unterzeichnet fein. Der Anfrage können kurze Erwiderungsgründe beigefügt werden. Bei der Besprechung einer Anfrage können Anträge gestellt werden, welche bie Feststellung verlangen, baß bie Behandlung der den Gegen st and der Anfrage bildenden Angelegenheit durch den Reichs-I kanzler der Anschauung des Reichstags ent-! spricht oder daß sieihr nicht entspricht. Diese Vorschläge des Geschästsordnungsausschusses I sollen in nächster Zeit im Plenum nach einer kurzen Besprechung angenommen werden. Der Grotzschiffahrtsweg vom Rhein zur Nordsee. Berlin, 19. April. Im Festsaal des Abgeordnetenhauses trat gestern zum erstenmal das Patronat für den Großschifffahrtsweg vom Rhein zur Nordsee zusammen, in mcldjcm außer dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikate, unseren beiden größten Schinahrtsunternehmungen Hamburg-Amerika-Linie und Norddeutscher Lloyd, den Domänenverwaltungen des Fürsten Salm-Salm und des Fürsten von Benthcim-Steinfurt die intet-1 cssiertcn Kreise, Städte und Handelskammern, höhere Verwaltungs- uud Kommunalbeamtc, Industrielle, Landwirte unb andere Privatpersonen vertreten sind. Es fand ziuiächst die offizielle llebergabe der Vorarbeiten und deren Erläuterungen burd> die beiden Bau täte statt. Daran snüpskc sid> eine sehr eingehende Aussprache über die Kanallinie, die Dimensionen des projektierten Kanals, die weitergehenden Wunsche hinsichtlich der Tiefe unb Breite bes Kanalprosils, über bte Rentabilität und die Weiteibchandlung der Angelegenheit. Hierauf würbe beschlossen, das Patronat als solches aufrecht zu erhalten und zu erweitern. Alö Geschäftsführer wurde Graf von Königsmarck ernannt. Es war Einigkeit darüber vorhanden, daß der neue Großschiffahrlsweg dienen soll: 1. der deutschen Binnenschiffahrt, 2. der Rhein-See-Schiffahrt, 3. der maritimen Landesverteidigung. betrieb gute Aussichten. ** Genehmigte Wohnhäuser. Vom städtischen ~ _ . „ . . Hochbauamt wurden im letzten Vierteljahr 11 Gesuche wegen bei Gelnhaar Sprengungen mit Donarit vorgenommen, m Erbauung von Wohnhäusern genehmigt, gegen 10 im glei- ein m-brer- Zentner schwerer Stern etroa IOCl Mietet rac« rhpn Qpitraum des Voriabres schlendert wurde, nach dem Aufschlagen nochmals weiter chen ^Zeitraum ves rvoriayres m und schließlich unweit der Kreisstraße Gelnhaar—Hirzenhain ^zrü hj ahrS-2!nSs a at im V o S rau dj. 3) e c|ncm Kornacker niederste!. Da gegen die Polizeivcrordnuni FruhjahrS-AuSsaat hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Bolls- Kreisamts Büdingen, roonadj Sprengungen in geringerer ( litte und Volksbrauch haben auch hierbei ihre Eigenart noch sernung als 250 Meter von Stra.ßen verboten sind, t>eri:c nicht kingcbüßt. Ter erste Pflugstrich wird in vielen Gegenden war, wurde Untersuchung eingeleitci. Sie führte zur Ank! 7 a o m «T'or ci'AttnorsMn wegen Uebertretungen und Sprengitostvergchen gegen den nut einem ,Jn GotteS Flamen cmgeleitet. -ter Donnerstag, triebsleiter in Gelnhaar und den Buchhalter der Basaltwerkc als Tag deS Frühlings- und ErnteertraggotleS Donor, gilt Kl.-Steinheim. Tieier hatte aus das Verlangen des Betricbslck noch heute als der beste Säetag. Nlancherlei Volksglaube, der mehrere Kilogramm Donarit nach Gelmhaar gebracht und e> : zivetsellos aus der altgermanischen Zett stammt, findet sich be. dann alsbald bu gewaltige Ezplosrvkraft des Sprengs ° i __erbrobt worden. Der Nicht verbraudste Rest des Donarits n- öer Aussaat vor. Beim Säen bringt dec Landmann Die uon dem Betriebsleiter in einem zementierten Keller e Bögcl dadurch von feinem Getreidefeld, daß er stillschweigend Bureaus ausbewahrt. Polizeiliche Genehmigung zu Besitz Den Samen auSftreut, daher nimmt er wohl em Stückchen Lagerung des Sprengstofses hatten die Alngeklagten nicht, fi Holz, ober etwas Brat, auch wohl ein Blättchen in den an und sür, sich die Vorausfetzung der schweren Stra'dro^r Sollen ober di. A.hr.n n:ch. °°... Brund. gesucht werden, so raucht der Laniann seine TabalSpseije beim I Genehmigung erteilt sei, erkannte die Straftammer auf । AuSfirenen des Samens. I sprechung dä Buchhalters und auf Verurteilung des öert’i "WahresGefchichtchen. Am vergangenen Mon- leiters G. zu mehreren Geldstrafen von je' 10 Mk. Es $. tag find in ben Hess. Schulen wieder die ABC-Schützen an- ^ei berücksichtigt, daß ben Angeklagten bet annt war, daz «£ ttS « L ÄÄ * Kleinen. So war am Montag in einer Schule in der "Nähe Gießens der kleine Karl auch aufgenommen worden. Er war auch des Dienstags Morgens wieder zur Schule gegangen. Aber als er am Nachmittag dieses Tages | noch einmal Hingeyen sollte, wollte er nicht. Er spielte I gerade zu sck)ön auf der Straße. Die Ddutter rief ihm: „Karl, es hat schon geläutet, du mußt dich antun, eil dich!" Karl spielte ruyig weiter. Dee Mutter rief noch einmal. Ta gab Karl üjr die Antwort: „Gitts net emol ohne meid)?" fieber gings wirtltck; nicht oyne ihn, und so marschierte er mißmutig ab. Krcis Friedberg. = Friedberg, 19. April. 9lm Sonntag, 28. April, findet hier im GaslhatiS zum Gambrin»,S eine Versammlung ehemaliger 1 Ser Husaren statt. Starkenburg unb Rhcinhefs.'n. (bS) Darmstadt, 19. April. Ter Verkehr Sv nein hatte in der für heute angesetzlen Hauptverhanolung auch einen Vortrag I des ProsessorS Püver, des Erbauers des neuen Hauptbahn- Ihofes, angetonbigt. In feinem Vortrag sagte Professor Putzer rtjchal'. -denA e !««?S'SSfe SfeS?f* iiorg31111^ öerl? M>A Ä<^. J SS^rp t ^annftabtI «n Stern» ** I "'N B-L' 6" I driftet 1 "n™ s* 4ä' »teU,fe*'r °.1» batte m t hf-m V PiW AM lr an her 9»,*, ' “ t‘&Ä , "würgt i~ j Ä&l Sff i« uni biefe c. ^od bei Schütze noA mrh- Kon Donnk-'! i^m ‘jW von 2": seschicdrii . ■ le Lnchm wurden W. durch einen Schuv „ batte Schutz das Möl valt den Mund geöim' $ WwK.stootottJf: den, ein Schutz war " ' er, an,tandiger Meni- ; hfl. gehlen. - Tei,\ einigen Jahren im 2/ n^ vom Schwurgeri^ eilt. Nachdem er aus bald daraus wieder w;- - ' Wochen ist das Paa: einiger Zeit getrennt. <. ' seiner Frau in der fa n einem Hause 8röMc - m ihrem Manne über- . .und um Hilfe schrie, c inen in den linken Cku wäre sie von dem Rai-. ‘ imen, ging Lauser flut fkammcr. . Gießen, 20. !?rl : Neujahrsnacht. die Messerstecherei, bit nhosstratze zutrug, sitz'- le, der Installateur P. k : g in einem Falle und tr; sängsnisitrase von n t wurde, .hiermit finde. Wiener 3t. begangene Mp Mehr erfolgte deshalb Fr Vorfall. Ter Miliit^’ n etroa um 1 Uhr nacht n ein Sfliö in der W it die Manner etwas vc^ ritte abseits. Da kam' ngeklagte fÄang stm i die vorausgehenden. rben. Sic eilten her.. t Amellagtc mIJ; i sie los- Dem llib... Hand bei. Nach der it. einen Stich, m den, >=tut|a6te, «EL i an Die StaalsanivM- ■ neBbcn Wg< ,ten, so datz wegen dies« - n ausgesprochen wurde. urden in dw ( > tem etwa M w ischlagen uo^ ^^h:' S»aÄ;ii sä«: ,Ä-“SV ) GelWaa ge.^ gpI- Kleint (lagescbroniL Aus Posen wird gemeldet: Ein Chauffeur lud sechs Knaben zu einer Fahrt ein. Als der Wagen au&erfalb ter Stadt war und der Chauffeur trotz des Bittens der Knaben n ich t hielt, sprangen alle sechs Knaben hinaus. Ern Junge wurde auf der Stelle getötet, ein zweiter erlitt lebensgefährliche, die übrigen mehr oder weniger schwere Ver- ^Jn *der" Richr aber Heide sind 70 Morgen Walbbe - lande durch Brand vernichtet worden. Die Insel Athalka wurde von einem Erdbeben teirn- ge sucht. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört. Dre Söe» völkerung lagert im Freien. (Eitictefaiiöi. Gießen. Betr. des Eingesandts wegen Erhöhung der Hundesteuer finde ich mich genötigt, einige Zellen zu erwidern. Hat der Einsender die Bekanntmachurrg irn Gießener Anzeiger gelesen: Betr. Hunde. Ick glaube nicht. Meiner An- siclst nach hat Einsender feinen Hund, und wenn er euren Hund besitzt, muß er viel Geld haben. Warum? Weil er meurt, Hund^ steuererhöhung sei am Platze. Ich besitze auch einen Hund und wenn die Steuer auf 50 Mark erhöht wird, werde rch rhn doch behalten, weil rch ein Tierfreund bin. Tie Besitzer der D^urde, die ihr Unwesen treiben, müssen zur Anzeige kommen und be» straft werden, aber nicht andere Hundebesitzer durch Erhömlngder Steuer in Mllleidenfchaft gezogen werden. V- W. Lang-Göns. In dem Eingesandt ht Nr. 92 vom 19. April schreibt ein Steuerzahler über die Vergebung des S cku l- reinigens. Der Einsender dieses möchte erwidern, daß bet der Vergebung des Schulreinigens der Bürgermeister die Be- dingung vorlas: unter den drei wenigst Nehmenden bleibt die Wahl Vorbehalten. Dies ist nun auch geschehen. Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater. Gpernhaur. Dienstag, den 23. April*): »Die Hugenotten.^ Mittwoch, den 24. April, abends 7V, Uhr: „Alt - Wien/ Donnerstag, den 25. April, abends 6 Uhr: Der Ring des Nibelungen. 1. Tag: ,Tie Walküre." Freitag, den Ui. April, abends 1% Uhr: „Boccaccio." Samstag, den 27. Aprll, abends 6 Uhr: Ter Ring des 'Jlibelungen. 2. Tag: .Siegfried." Sonntag, den 28. April: „Alessandro Stradella." Hierauf: ^Flotte Bursche." Montag, den 29. April, abends 7'/, Uhr: .Ein Walzertraum." Dienstag, den 30. April, abends 6 Uhr: Der Ring des Nibelungen. 3. Tag: .Götterdämmerung." Schauspielhaus. Dienstag, den 23. April, abends 7*/, Uhr: Erstes Gastsviel von Albert Baff ermann vom Deutschen Theater in Berlin: „Tie Stützen der Gesellschaft." Alittwoch, den 24. April'): ,TaS starke Geschlecht." Donnerstag, den 25 April, abends 1% Uhr: Zweites Gastspiel von Albert Bassermann : »Lthello." Freitag, den 26. April, abends 1% Uhr: Drittes und vorletztes Gaiiiviel von Albert Bassermann: ^Ter Raub der Sabinerinneir." SamStag, den 27. April, abends 7-L Uhr: Viertes und letztes Gastspiel von' Albert Bassermann: ,*Tie Stützen der Gesellschast." Sonntag, den 28. April, nachmittags 3M Uhr: „Schöne Frauen." Abend« 7 Uhr: ,Dr. Klaus." Montag, den 29. April: ,TaS starke Geschlecht." Dienstag, den 30. April: .Elektra." Vorher: .Der Tartüff." RliUwoch, den 1. Mai: .Torquato Tasso." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr« Handel. Frankfurt a. M., 20. April. Tie heutige orbentl. Hauptversammlung der Buderu s'schen Eisenwerke Wetzlar, zu der ein Aktienkapital von 10 938 000 M. angemeldet war, genehmigte den vorgelegten Rechnungsabschluß für das Jahr 1911 und beschloß, den Reingewinn nach dem Vorschläge der Verwaltung zu verteilen. Hternach gelangt eine Dividende von 6 v. H. gegen 51/, v. H. im Vorjahre sofort zur Auszahlung. Das aus dem Aulsichtsrat ausscheidende Mitglied Rentner Gustav Hück, Elberfeld, wurde wieder- und Bergrat Karl Wilke, Bredeney b. Essen (Ruhr), trüber Vorstand der Zeche Massen, neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die Versammlung genehmigte sodann die von der Verwaltung zur Bestreitung von Neuanlagen beantragte Ausnahme einer Teilschuldverschreibungsanleihe von 6 Millionen Mark zu 4V2 Prozent Zinsen, rückzahlbar zu 103 Prozent gegen Verpfändung von Immobilien. Aus Anfrage aus der Versammlung teilte bie Verwaltung mit, daß die sämtlichen W e r k e des Unternehmens lebhaft beschäftigt sind und daß nach den vorliegenden Aufträgen auch auf eine gleich gute Beschästigmig für den Rest des Jahres zu rechnen ist. Bei den im ersten Vierteljahr ausgeführten Lieferungen handelt es sich zum Teil um Abwicklung von alten Abschlüssen zu wenig gtinftigen Preisen. Inzwischen konnten aber die Preise anziehen, so daß für den Rest des Jahres bessere Erlöse zu erwarten stehen. Hierbei ist allerdings zu beachten, daß ein Teil der Mehrerlöse durch die gestiegenen Löhne in Anspruch genommen wird. Wenn nicht außergewöhnliche Verhältnisse eintreten, glaubt die Verwaltung aber ein höheres Erträgnis als im Vorjahre ausweisen zu können. Die Spiritus-Zentrale beschloß, den Preis für Trinkbranntwein um 6 Mark zu erhöhen. Weiter kam man zu der Ueberzeugung, daß die Rücksicht auf den BrennspirrtUs, der im laufenden Jahre bis auf eine einmalige Erhöhung von einer Verteuerung verschont blieb, sich nicht mehr in gleichem Maße aufrecht erhalten läßt. Der Preis dafür wurde deshalb um 3 Pfg. Pro Liter gesteigert. Bei der Beschlußfassung übet die Preise brachte der Gesamtausschuß gemeinsam mit der Ge schästsleitung noch besonders zum Ausdruck, daß die Entschließunc einzig und allein durch die Erzeugungs- und Absatzverhältmsn des lausenden Geschäftsjahres bestimmt wurden und die Annahm, anderer Beweggründe nachdrücklich zurückzuweisen wäre._________ Luftschiffahrt. Zuverlässigst ttflug am Qberrhein. Mainz, 19. ,April. Der Verein für Flugwesen in Mainz, der als Ortsverein die flugsportlichen Veranstal- tungeii der drei Tage, 15. bis 17. Mai, selbständig organisiert und feitet, hat für die örtlichen Schauflüge, die am 16. Mai — Himmelsahrtstag — stattfinden, sieben Flieger verpflichtet, die unabhängig vom Zuverlässigkeitsflug ihre Aufgaben zu lösen haben. Am 16. Mai, nachmittabs von 4 Uhr ab, finden die Schau- und Passagierflüge um bie ausgesetzten Preise statt. Für diesen Tag sind außerdem bie Landung eines Zeppelinschiffes und örtliche Passagierfahr» ten festgelegt. Das Zeppelinschifs wird am 15. Mai von Metz über Saarbrücken und Mainz, ohne zu landen, nach Frankfurt fliegen. Am 16. Mai wird das Zeppelinschiff „Victoria Luise" für Rundfahrten zu ermäßigten Preisen -ur Verfügung Kehen. * Mülhausen i. Els., 19. April. Auf dem Flugfelde Habs heim ereignete sich gestern abend ein Unfall, der glücklicherweise ohne ernstliche Folgen blieb. Der Militärflugschüler Leutnant F r i d b e r g vom Kolmaer Jäger-Bataillon war zur Ablegung seiner Pilotenprüfung aufgestie- aen Infolge falschen Manövrierens nahm er bie zweite Kurve zu kurz und glitt aus einer Höhe von sechs Metern steil ab. Der Apparat nahm ziemlich Schaden. Der Offizier trug eine leichte Gehirnerschütterung davon. — Ein Flugdienst Dover-Calais. Von dem erstaunlichen Fortschritt, den das Flugwesen in der letzten Reit gemacht -hat, zeugt bie Absicht, einen regelmäßigen Flugbieust zwischen Dover und Calais einzurichten. Die „Navigation Urienne" r- eine französische Gesellschaft - hat diesen Plan gefaßt, und sie hat sich an bie zustänbigen Behörden in Dover mit der Bitte gewandt, ihr einen geeigneten Landungs- dezw. Aufstiegplatz zu überlassen. Die Behörden in Dover sind nicht abgeneigt, dieses Projekt mit allen Mitteln zu unterstützen; besonders bie Bürgerschaft verspricht sich eine ziemlich große Zukunft bieses Unternehmens. Im Juli soll ber erste regelmäßige Passa- gierflug stattsinben, und bis dahin ho,ft bie Gesellschaft, sich derartig entwickelt und genügend Flugzeuge in ihrem Besitze zu haben, um für die Folgezeit einen regelmäßigen Flugdienst, ber selbstverstänblick eventuell auch bie Post- oeförberung übernehmen wirb, unterhalten zu können. Jfiauenfeudk und berschenden Futternot, haben An- und Verkoui von Zuchtvieh Stockungen erlitten, durch welche die in Ober- Hessen verfolgten Zuchtbestrcbungen vielerorts beeinträchtigt wurden So mussten die Bulleneinfuhr aus dem Simmental, wie auch die Ankäufe aui den Zuchtviehauktionen und Märkten unterbleiben, so daß nach dieser Unterbrechung im Zuchtviehhandel ein Bedürmis zur Darbietung von An- und Verkaufsgelegenheiten angenommen werden kann Unter der Voraussetzung, daß durch die Aus- brtitung ber Maul- und Klauenseuche keine Aendenmgen geboten werden, sollen in diesem Jahre folgende Veranstaltungen vom Landivirtschaftskammer-Ausschuß durchgeführt werden: 1-, Ter Ankauf einer beschränkten Anzahl Stations- Und Gemeinde bullen inderSchweizim Laufe des Monats Mai. 2. Zucht- vieha uktionen als gemeinsame Veranstaltungen mit den Zuchtvereinen und zwar in Alsfeld am 29. Mai für Simmentaler Butten und Edelschweineber, in Butzbach Anfang Juli für Simmentaler Dullen, Edelschaveineber und Saanenziegen, in Schotten Mitte Oktober iür Vogelsberger Zuchtvieh und Saanenziegen und in Mücke (Bahnstrecke Gießen—Fulda) Anfang Aiigust für Schafböcke. 3. Zuchtviehmärkte als gemeinsame Veranstaltungen des Landwirtscha tskammer-AuSschusies mit den betr. Marktständen und zwar: am 12. Juni in Lauterbach (Fasel- und Ziegeninarkt), am 29. Juli in Alsfeld (Fasel- und Ziegenmarkt), am 2 September in Nidda (Faseb- und Ziegenmarkt), am 30. September in Hungen (Fasel und Ziegenmarkt), am 23. Oktober in Friedberg (Fasel- und Ziegenmarkt). Ta man auf den Auktionen und Märkten große Ausioahl im Zuchtmatenal hat, ist namentlich der Ankauf von Faseltieren den Gemeinden lehr erleichtert und vetbillegt. Es ist deshalb den betr. Ortsvorständen sehr zu empfehlen, sich mit ihren Ankäufen auf bie ihnen zusagendsten Gelegenheiten einzurichten und auf diese Weise sowohl Den Gcmeinbeinteressen zu dienen, als auch die allgemeinen Zucht- bestrebungen zu unterstützen. Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen vom 13. bis 19. April 1912. nungsfähigkeit — abgesehen von der Kindheit und der moralischen Idiotie — gebe, die nickt ihrerseits verschuldet» sein könnten. — \n der Temonstrationssitzung zeigte M i n n e m a nji (Kiel) in einem Bortrage über die ,,Grunderscheinungen des Sehens", wie kompliziert schon die einfachsten Lichtwahrnehmungen sind. Auck Schuhmann (Frankiutt a. M.) wies in seinem Vortrage über „Hauptprobleme der Lehre von den Gesichtswahrnehmungen' daran' hin, daß die Gesetze der einfachsten Sinneswahrnehmungen noch mancher Klärung bedürfen. — Iaensch (Straßburg) behandelte in seinem Vortrag „lieber die Empfindungen" bie bekannte aber noch nicht ganz gehörte Tatsache, daß die Farben der Gegen- tänbe von uns nicht nach ihrem wirllichen physikalischen Zai- land beurteilt werden. Es erscheinen uns die Tinge der Umgebung trotz des stärksten Beleuchtungswechsels (z. B. Mittag und Abenddämmerung) dennoch in annähernd konstanter Helligkeit und Farbe. — Wertheimer (Frankfurt a. M.) gab eine neue Auslastung ber Alexie auf Grund experimentell-psychologischer Untersuchungen. — Peters (Würzburg) berichtete über eine interessante statistische Untersuchung zur Frage ber „Vererbung intellektueller Fähigkeiten". n Besonderes Interesse erweckte ein Vortrag von V 1 un g st (Berlin^, dem viel angefeindeten Entlarver des „Klugen Hans über bie „Psychologie der Affen". M w --- Berlin, 20. April. Ter letzte Kongreßtag brachte u. a. einen Vortrag von Maday (Prag), ber über bie „Psychologie bet Serufs- wähl" sprach Tie meisten Menschen wählen ihren Beruf nicht nach ihrem Wunsche, sondern nach äußeren Umständen. Daraus entspringen innere Unstimmigkeiten, die sich in einer Reihe von Reaktionen Luft machen. — Goldschneider (Berlin) verteidigt in seinem Vortrage über die „Revision des Tem- > e r a t u r f i n n 5" die von ihm gefundene große Zahl der Temperaturpunkte und meint, andere Ergebnisse seien durch Nicht ein genug gewählte Reizobjekte zu erklären. — Eine interessante Entdeckung, bie wertvolle Einblicke in den Mechanismus des Gedächtnisses gewährt, teilte Müller (Göttingen) mit Wird nach dem Erwärmen irgend welcher Eindrücke (Worte) der Geist "tarf beschäftigt, so wird, wie nicht anders zu erwarten, das Behalten verschlechtert. Handelt es sich aber nur um bie Funktionen des Wiedererkennens des Gelernten, so übt wider Erwarten eine olche intensive Beschäftigung nicht die geringste Störung aus. — Stern (Breslau) gibt eine Uebersicht über „Tie psychologischen Methoden ber Jntelligenzprüfun g". Pf u n g st (Berlin) berichtete über seine Untersuchungen an „sbrechenden Hunde n". Es handelt sich hierbei weder um sinnvolles, noch papageienmäßiges Nachahmen des Sprechen, sondern vielmehr um ein unterdrücktes Bellen, sogenanntes Maunzen, wie es manche Hunde zeigen. In diese Lautaußerung werden die betreffenden Worte „di n ei n g e ho r t". Tie Tagesordnung war somit erledigt und ber Kongreß mit den üblichen Tankesworten geschlossen. — Die nächste internationale Tagung findet in zwei Jahren in Göttingen itatt Frei«: Am 13. April waren verseucht: Vom 13 bis 19. April und neu verseucht : Vom 13 bis 19. Avril tu die Seuche erlolcken in Darmstadt . Arheilgen — — yenSheim . — Dieburg . Groß-Zimmeru — — Erbach . . —— — Groß-Gerau — — — Heppenyeun — — Lffenbach. . Hainlladt, Jügesheim, Klein-Aubeim, Aiain- siingen, Reu-Isenburg Weicstirchen, Offenbach, Burgei Klein- Aubeim, Hainsiadt Gießen — — •— Altzstlv . . . — —— Büdingen. . — Tübingen, Oppelshausen — Friedberg . Rodbeim, Stammheim, Nieder-Rosbach, Ockstadt — Lauterbach. — — Schotten . . — — — lvlaiiij . . . Alzey.... Schaihausen, Bermersheim, Lonsheim — Schaihausen Bermersheim Bingen . . . — — — Oppenheim — — — Worms. . . Osthofen, Rhein-Dürkheim — — Verkaafe- *feilen durch dieses Plakat kenntlich. Fabrikant: Angruet Jacobi* Darmstadt. Pfeil drei eck-Seifen Vertreter für Giessen und Umgegend: Adol' Segel, Giessen, Löberstrasse 26. im 3 ober 2 Stück 95 Borhemden Krawatten für Steh- ob. Umlegfraqcn Giessen, 22. April 1912. 3005 Selbstbinder Garnitur Borhemd mit Manschetten 95 3009 (Dammstrasse 41 Pfg. im ■ Pfg. Pfg. . Makko-Nntcrhose 125,150,175,195,22q R Die trouernben Hinterbliebenen: Familie 3007 Annerob, ben 22. Avril 1912. 2 Pfg. Pfg. Pfg. 3013 Giessen (Schillerstr. 23), 21. April 1912. Pfg. 145 Pfg. 150, 175 fiJ Pfg. 190, 235 Pfg. 250, 325 Pfg. 18, 30, 45, 65, 95 3 Teile für 95, 125, 155, 150 Pfg. Fritz Rosen bau in tfüiucuanrfc 20 Telephon 692. 120 Pfg. Süd-Anlage 7 2981 Süd-Anlage 7 464 Heob- und Tiefbau. •M, D rx.;" <•«> riger&CS I Handarbeitsschule und Pensionat von Frl. 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Celephon 487 Uelephon 487 3 Stück 95 4 ober 3 Stück 95 Heute nacht entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Vater, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel 60, 75, 95, Mieder-Schürzen 78, 95, 125, Bluscn-Schnrzen 95, 130, 160, Reform-Schürzen 130, 170, 220, Zier Schürzen Todes-Anzeige. Gestern nacht verschied plötzlich unser lieber Vater, Schwager und Onkel flasche 3 Stück, hanbgestickt 3 moberne Herrentücher Neste Kleiderstoffe, Blusenstoffe, Komplr Gleisanlagen Zu Kauf u. Miele Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme an dem Hinscheiden unserer lieben Gattin, Mutter, Grossmutter, Schwägerin und Schwiegermutter Frau Gertrude Zwesch geb. Kornemann sowie für die liebevolle Pflege seitens der barmherzigen Schwestern sagen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. I Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir allen Verwandten, Frcunben unb Bekannten, besanbers Herrn Pfarrer Cörotl) für bie trostreichen Worte innigsten Dank. 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Mragcn, alle Kaftans, abwaschbar, 3 St. 95 , Manschetten, 4-fach 2 Paar 95 , Manschetten, abwaschbar 2 Paar 95 , Nach kurzem, aber schwerem Leiden entschlief sanft unser innigstgeliebtes Söhnchen Karli im Alter von 3 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen: Max Detree und Frau Emma ' geb. Otto. Berlin, den 18. Avril 1912. 03478 Technisches Knreau Süb-flnlag. Hjx^N 95 „ ,30 33 36 39 42 45 48 50 58 Pfg. 1 kinderstrümpse, echt lederfarbig 1 2 3 4 5 6 7 8 9 2!-—32 35 38 42 45 48 52 55 Pfg. Binder-Söckchen, braun, schwarz, bunt 123456789 25 27 29 32 35 38 41 44 47 Pfg. oer BestattungSgeuosfcnschaft der freien Tchreinervereiuiguna Giene« öanksagung Für die trauernd Hinterbliebenen: 03474 Rodheim a. B., den 22. April 1912. 47 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, sowie für die'zahlreichen Blumenspenden sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders Herrn Pfarrer Vömel für die trostreichen Worte meinen innigsten Dank. ■ b*