— Erne Prore,, ur für Vererbungslehre in Cambridge. Ter Vizekanzler der Universität Cambridge Hal von dem Viscounl Esher, dessen Name durch seine persönlichen Beziehungen zum deutschen Kaiser auch in Teutschland bekannt zenlen zu entsenden und für sie besondere Borbereilungsinftitute einrichten zu lassen. hinsichtlich der Verteilung der Ausländer auf die einzelnen Fächer des akademischen Studiums zeigt ich neuestens immer mehr die Bevorzugung des medizinischen Studiums, dem fast die gesamte Iahresstcigerung zufloß, und dem sich derzeit 1979 Ausländer widmen gegen 1774 ,m Vorjähr; Zahnärzte sind es 15 'gegen 29,, Philosophen, Philologen bezw. Historiker 984 v990z, Mathematiker und Naturwissenschaftler 611 (562). Kameraliiten und Lcuidwirte 616 573;, Juristen 512 (516), evangelische Theologen 164 163?, katholische Theologen 32 (31), Forstwirte 24 (20) und Pharmazeuten 15 (13). Die Grundlage der Flottcnpolitik ist die Finanzwirlschast. Das sinaiiziclle Ausseten des Flottenvoranschlags ist nicht er- sreulia-. Alle Welt baut Flotten. Alles, was mit der dLotte in Verbindung steht, wächst beständig an Größe, Kompliziertheit und Kolken. Ich werde vielleicht im tlächsten Jahre den Wtcnetat dcni llnterl>ausc nicht für ein Jahr, sondern für eine Reihe von Fahren vorlegen können, aber für den Augenblick mnB tch mich im Rahmen gewisser allgemeiner Andeutungen halten. Hauptiächlich infolge der Arbctterausltändc sanden in diesem Fahre Verzögerungen in Schiffsbau- und anderen Ausgaben ltatt. Ta- durch ivird die nominelle Reduktion von 300000 Pfund zu einer wirklichen Reduktion von 600000 Pfund. Dabei ist natürlich irgendwelche Vermehrung des d c u l s a; c n F l o l t e n e t a t s nicht, berücksichtigt. Ich will dem Hause die Flottenfrage mit vollkommener Offenheit darlegcn, es wird dies n a m e n l l i ch i n b e z u g a u f c i n e Ak a ch t n o t w c n d i g s e i n. Durch eine indirekte Ausdruclsweise kann jetzt nichts gewonnen werden. Fm Gegenteil, die Deutschen sind etn Volk mit Derbem Vcr st and, deren starker und männlicher Sinn und Mut vor der offenen und ungeschminllen Feststellung der Tatsachen nicht zurückweichl und nicht verletzt wird, wenn sie höflich und ehrlich ausgesprochen werden. Die Zeit ist gekommen, wo beite Nationen ohne Verstellung und Verstimmung die Bedingungen verstehen sollten, unter denen der Wettbewerb zur See in den nächsten Fahren sich gestalten wird. U n s e r e d e u t s ch c n N a ch- ba.rn haben noch nicht angesangen. Die jährlich Wiederkehrenten Raiten sür die Erhaltung einer riesenhaften Flotte zu empfinden. Diese ülufroe nbungen wachsen langsam, aber unerbittlich. Da ter. lann un Lause ter Zeit Das rapide Änwachseil Der Neubauten durch den Hemmschuh der wachsenden Unterhaltungskosten aufgehoben werden. ... Churchill erklärte es für falsch und verschwenderisch, ein Schiff für die britijete Flotte einen Tag eher zu bauen, als nötig fei, weil die Konstruktiv ns Pläne so schnell veralteten. Er fuhr fort: Ich bin nicht bereit, gegentvärtig dem Hause Die Annahme Des StanDards: Zwei Kiele gegen einen' nut Bezug a u s D e u t s chl a nd zu e m psc hl e n. Tie Zeit mag kommen, wo dies nolwenDig roirD. , Es ist jetzt nicht notwendig. Die Admiralität ist imstande, Tag für Tag die nächsten Fahre hindurch die ständigen zu erfüllen. Fhr Bescheid dürste wie folgt lauten: Erstens: Allgemeine Lohnerhöhungen werdet! mit Rücksiclft aus die Ver,a>iedenartigkeit der Verhältnisse einzelner Re viere unmöglich. Zweitens: Ueberschichten sind bei steigender Konjunktur nicht entbehrlich. Drittens: Die Zechen weigern sich, die gesetzlich den Arbeitnehmern zur Last fallen- den erhöhten Anforderungen der ReichsvcrsicherungSord- nung zu tragen. Demnach erscheinen auch die abgeschwächten Forderungen unannehmbar. Aus Dortmund wird noch gemeldet: Die Z a h l d e r Arbeitswilligen wächst unaufhörlich und der Ausstand ist wohl verloren. Man rechnet allgemein damit, daß er mit dieser Woche sein Ende erreichen wird. Auck) das Militär, das hier gute Tage verlebt, rechnet mit dem baldigen Abmarsch in die Garnisonen. Das hier in Massen- quartieren untergebrachte Militär wird von morgen ab in Einzelquartiere verlegt, weil es mit der Verpflegung in den Massenquartieren gehapert hat. Bochum, 19. März. Bei der hiesigen S t a a t s a n» walt s^ch a f t sind bisher 180 Strafanzeigen wegen Streikvergehens anhängig gemacht worden, ^amtliche Streitsachen werden von der am 25. März zu- sammentretenden Strafkammer abgeurteilt, die eigens für diesen Zweck gebildet ist. Ter Ausstand in Sachsen. Zwickau, 18. März. Aus dem Wilhelmsschacht sind unter -vage 5 5 P r o z e n t der Belegschaft in den A u s st a n b getreten, lieber Tage ist die Belegschaft fast vollzählich ein- gefahren. Vom erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein streiken 43 Prozent unter Tage, über Tage insgesamt 30 Pro- zent; ber der Bürgergewerkscl-ast streiken unter Tage 24 Pro- zent, wahrend über Tage alles angefahren ist. Beim Brücken- vergschacht sind unter Tage 54 Prozent, über Tage 39 Prozent ausständig; beim Morgenstern schacht streiken von den Grubenarbeitern 51 Prozent, über Tage 16 Prozent; beim Vereinsglück streiken insgesamt 37 Prozent, bei (£. &. Kaest- ner 60 Prozent; bei Florentin Kaestner und den Arnim- schächten in Planitz sind die Belegschaften vollzählig ein- gefahren. Eine Ermittelung der Bergarbeiterlöhne für das Jahr 1911 febr Heine Armee unb können die Unabhängigkeit un? die ^^"?'"terenen eines großen kontinentalen Staates nicht bebroben unb konnten keine Invasion gegen einen kontinentalen Staat ausfuhren. Nach anbert&albftünbigcr Rede Churchills erklärte L c c, die Rebe Churchills beweise, baß die Abmiralität entschlossen fei, tetige unb resolute Politik in bezug auf bic Scestreitkrästc Eng lanbö zu veriolgen. Churchill madjtc absolut klar, daß zukünftig cme gewaltige Erhöhung der Ausgaben Englands für bic Flotte ftattnnbcn müsse, .ue Voranschläge seien basiert auf bie Annahme, bafj keine Erhöhung in ben veröffentlichten Bauprogrammen Der auswärtigen Mächte eintrete. In biefem Fall wäre ein offene-? Wort das beste. Var Ausländertum an den deutschen Universttäten im Winter 19U/12. $oit ben 57 514 Studierenden, die diesen Winter die deutschen Universitäten besuchten, sind 52 562 Deutsche unb 4952 Aus- i hinter, b. s. 8,6 Prozent gegenüber 4672 = 8,5 Prozent im 1 ^orjahr unb erst 1850 — 7 Prozent vor zwanzig Fahren, ter Anteil Der Auslänber am deutschen Universitälsstudium ist ’ demnach feit Fahren absolut wie relativ ansteigend. Tie Zunahme binnen ber letzten 3 Fahre um 875 ist fast zur Hälfte den Zuzug weiblicher Ausländer zurückzuführen, denen erst ftt Herbst 1908 die Möglichkeit des Studiums an den deutschen Universitäten offen steht. Ihre Gesamtzahl mag sich derzeit aur ttwa 400 belaufen, sie ist leibet nicht genau festzustellen, ba bis Rßt nur bie Personalübersichten ber preußischen Universitäten und bte Universitäten Tübingen unb Gießen über bic Nationalität ^rer Stubentinnen Aufschluß geben. An den preußischen Um- terfüäten sind neben 2425 Männern 237 weibliche Ausländer k kmgeschrieben, von denen 111 Philologie, 85 Medizin, 34 Naturwissenschaften, 4 Staatswissenschaften, 2 Rechtswissenchaft unb ■ 1, Zahnheitkunbe studieren. Davon sind 94 in Rußland beheimatet, 69 stammen aus Amerika, 25 aus Lesterreidi-Ungarn, 13 auS England, 8 aus Rumänien, 7 aus Serbien, je 4 aus wr Schweiz und aus den Niederlanden, je 3 aus Frankreich ttnb Asien, 2 aus Bulgarien und je 1 aus Italien, Schweden, Norwegen unb Belgien. An ben 3 bayerischen Universitäten fabieren 838 Auslänber, 359 an ben 2 bübischen unb 1093 jn ben übrigen 6 einzelstaatlichen Universitäten. Die Anziehungs- «aft ber einzelnen Hochschulen auf bie ausländische Stubten- ^lt ist naturgemäß eine verschiedene. Die Großstabtuniversitäten verlin, München und Leipzig haben in biefem Winter allein W,3 Prozent ber Auslänber angezogen, unb zwar Berlin 1536 neunter 185 Frauen), München 752 unb Leipzig 697. Ten ®roB|t_äbtcn am nächsten steht in biefem Winter Halle mit 320, ■ km n Folg en Heibelberg mit 215, fobann Königsberg, dessen auS- Mlsche Besucher fast ausschl. Russen sind, mit 192, Göttingen mit l Breslau mit 160, Freiburg mit 144, Bonn und Straßpf 9 mit je 139, Jena mit 134, Marburg mit 76, Gießen mit 65, Erlangen mit 53, Tübingen, Würzburg unb Greisswalb mit je 33, •oitod mit 25, Kiel mit 19 unb Münster mit 15. Relativ, d. h. F1 Verhältnis zu seiner Gesamtstubentenzahl hat Berlin berzcit meiften Ausländer, nämlich 15,6 Prozent, bann folgen Leipzig E* Prozent, Königsberg mit 12,6 Prozent, fobann Halle : IIll,l, München mit 11,0, Heibelberg mit 9,6, Göttingen mit ' .3ch will indessen klarmachen, daß bei einer et- waigen Verzögerung oder Verminderung der deutschen Bauten, sobald dies deutlich wird, wir in ge- wisfen Grenzen mit entsprechenden Reduktionen f ol- gen werben. Jebe Verringerung bes Tempos Teutschlanbs wird natürlich in großem Maßstabe von uns nachgeahmt werben, 'kcuich in gewissen Grenzen, weil wir in gewissem Grate oie beiben anderen Mächte in Betracht zu ziehen haben. In Betreff ber kleineren Fahrzeuge fordert bic Ab» miralität zwanzig Zerstörer, Die möglichst halb vollenbet sein sollen, unb 700 000 Pfunb Sterling für Unterseeboote, bereu Zahl nicht angegeben werten kann, weil sie ben Typ genau erkennen ließe. Die kleinen Kreuzer bilden einen Charakterzug des Programms. Es wirb beabsichtigt, SU kleineren Typs zurückzukehren unb acht Schiffe ber neuen Klane zu bauen anstatt wie bisher vier Chatams unb eine „Blonde". Der neue Typ ist zu bezeichnen als leichter Panzerkreuzer. Diese Schisse sind bestimmt zur Begleitung ber Kriegsflotte und stark unb schnell genug, um bie Zerstörer ein- suholen unb zu vernichten. Die wachsenbe Vermehrung bes Mann- jchaftsbestanbes ber fremden Flotten macht es notwendig, unseren Mannschastsbestand zu verstärken. Wir als Nation befinden uns in der Defensive. Es ist undenkbar, baß wir auf Teutschland oder Frankreich oder eine andere europäische Macht einen unvermuteten Angriff machen. Abgesehen von ter moralischen Seite, was würde es nutzen? Wir hüben feine Mittel, einen solchen Angriff, selbst wenn er erfolgreich wäre, zu verfolgen und den Krieg zu einem schnellen Abschluß zu bringen. Wir sind aus die Defensive angewiesen. Tie Folgen einer Niederlage zur See wären für uns viel größer als für Teutschland und Frankreich. Unsere Position ist in hohem Grade künstlich. Wir beziehen unsere Nahrungsmittel über See, wir haben eine bic Abmiralität in ben letzten Fahren verfolgte, war die lieber» legenbcit Don 60 Prozent bei Schlachtschiffen unb Schlachtkreuzern der Treadnought klasse, ver- glidjcn mit der deutschen Flotte gemäß dem geltenden Flottcngesetz. ttiidere, höhere Standards gelten für kleinere Schiffe. Wenn Dcutichland an ^em geltenden Flottcngesetz scsthielte, glauben wir, daß öieier Standard, abgesehen von unerwarteten Entwicklungen anderer Länder, ben geeigneten Maßstab für bic nächsten vftr bis fünf Fahre abgeben würde, soweit bie Trcadnoughtklaffe injöctradjt fommt. Weiter hinaus zu spekulieren ist müßig. Fiides will ich keineswegs jo oerftanben werben, daß bas Verhältnis von 16 zu 10 als ausreichende Ucberlegcnhcit über die nächststärkste Ven.Qcf,t betrachtet werden dürfe, soweit die britische Seemacht als Ganics in Betracht kommt. Selbst wenn wir eine Armee belaßen, die zweidrittel so stark wäre, als die Armee der stärksten Armecmacht,. so können wir damit nicht zufrieden fein. Meine Erklärung ist in viel größerer Beschränkung aufzufassen. Wir können gegenwärtig an einem so mäßigen Standard scsthalten msolge unserer großen Ueberlegcnheit an Kriegs- I dunen und Panzerkreuzern ber Vor-Dread- " ou 6 btperiode, nämlich von der King-Edwards-Klassc und mindestens ad)t Panzerkreuzern, die von anderen Schissen ber flauten Bauzeit gänzlich unerreicht sind. Da biesc Schisse all- mählid) an Gefechtswert verlieren, wirb unser Verhältnis in ben Neubauten über den Sechzigprozent-Standard steigen müssen. -aete Vermehrung, bic Deutschland in der Zahl neuer schifte Dornunmi, muß Die Vlunani.c hco Gescchtswcrtes unserer älteren Typen bei'djlcunigcn. Tas erfordert daher be- wnderc Matznahmcn unsererfeits. Wenn wir also diesen Stan- Darb aut das geltende deutsche Flvttcngei.tz anwenoen, zwei Sdnsfe pro Fahr, wenn wir uns sorgfältig gegen unvorhergesehene Entwickelungen anderer Länder sichern, so erscheint es notwendig, abwechselnd vier und drei Schisse der Trcadnoughts-Klasse in den nächsten sechs Jahren hinaus zu bauen. Tas ist das mindeste, was den 60-Prozent-Standard erhalten wirb. Das halten wir bei der Ausstellung bes jetzigen Etats im Auge. Wenn wir uns ;efct, wie es den Anschein hat, der Vermehrung Der beut» 'Heu Neubauten um zwei Schiffe in biesen sechs Jahren gegenübersehen, so würben wir vorschlagen, jener Vermehrung burd) ein höheres Veruattnis ber Ucterltgenbeit zu begegnen, intern wir vier weitere Schisse während der gleichen Periode bauen und fte über sechs Jahre verteilen. ist m amtlichem Auftrage erfolgt. Nach diesen Ermitte- lungen betrug im Lberbergamtsbezirk Dortmund derSchicht- lohn der Gesamtbelegschaft im Fahre 1911 durchschnittlich 4,70 Mk. gegen 4,54 Mk. im Jahre 1910 und 4,49 Mk. im Fahre 1909. Ter Gesamtverdienst eines Arbeiters betrug für die Gesamtbelegschaft im Jahre 1911 1446 Mk gegen 1382 Mk. im Jahre 1910 unb 1350 Mk. im Jahre 1909 Für die Hauer betrug der Schichtlohn 1911: 5,55 Mk., 1910: 5/37 Mk., 1909 : 5,33 Mk. Der Gesamtverdienst eines Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. Das Zlottenprogramm der englischen Regierung. Bei der Vorlage des englischen Flottenprogramms im Unterhause hat der Marineminister Churchill eine große Rede gehalten, die in mancherlei Beziehung interessant ist. Tie englische Regierung behält sich be,ondcre ed)ritte immer wieder vor. Aber die Grundsätze, nach denen sie bei der Flottcnverstärkung verfährt, werben nicht mehr mit so schinetternden Posaunentöncn verkündet: die alte Formel „zwei englische Schisse für ein deutsches" wird unterdrückt, und über den bekannten Zlveimächte-Standart äußerte sich Churchill auch etwas anders, als dies früher vom Premier- muttster Asquith widerholt gesck>ehen ist. Wir geben hier folgende ausführliche Meldung wieder: London, 18. März. Bei der Einbringung des Flottenvoranschlags im Unter Hause rührte Churchill aus: ist, ein Schreiben erbMten, in dem Esher im Auftrage eines ungenannten Philantropen Der Universität Cambridge eine Stiftung von 400000 Mark jur Errichtung eines Lehrstuhles für Vererbungslehre zur Verfügung stellt. Der neue Lehrstuhl soll ben Namen bie „Balfour-Professur für Vererbungslehre" erhalten Ter ungenannte Stifter hat sich bereit erklärt, ber Universität außer dieser Schenkung auch noch die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit dem neu zu ernennenden Professor Tür Vererbungslehre ein gut ausgerüstetes Laboratorium zur Verfügung gestellt werden kann. 6,8, Jena mit 7,1, Straßburg mit 6,5, Breslau mit 6,2, Frei-I bürg mit 5,8, Gießen mit 5,1 uff. bis zu 0,7 ProzeM (Münster). Wenn wir die Nationalität der ausländischen Studenten, I die diesen Winter bie deutschen Universitäten besuchten, vergleichen, so finden wir 338 Amerikaner, gegen 398 im Vorfahr, 175 Asiaten gegen 203, 28 Afrikaner gegen 20, 5 Australier wie im Vorjahr unb 4406 Europäer gegen 4046. Von ben letzteren stammen aus Rußlanb 2199 (gegen 1998), aus Lester- reich-Ungarn 843 (760), aus ber Schweiz 341 ,353), aus Bulgarien 153 (159). England gehören an 159 (141), Rumänien 166 (137), Griechenlanb 99 (83), Serbien 94 (78,, Luxemburg 54 (61), ber Türkei 60 (57), ben Niederlanden 50 (42, Frankreich 38 (45), Italien 41 (43;, Schweden unb Norwegen 39 34,, Spanien 36 (22), Belgien 20 (16), Dänemark 7 »11 , Portugal 5 (4) unb Montenegro 2 (2). Interessant finb bie Kenterungen, bie sich innerhalb ber letzten 5 Fahre im Zufluß ber einzelnen Nationalitäten zu ben beutschen Bildungsstätten ergeben haben. Ter Zuitrom aus dem nahen und fernen Lsten, so insbesondere aus Rußland, Griechenland, der Türkei, Serbien, Bulgarien und Japan erhöht sich ganz beträchtlich, während der Amett ber übrigen Läuter, Spanien und Luxemburg, aus denen ter Zufluß wieg, allein ausgenommen, entweder gleich blieb oder wie bet Belgien, Frankreich, Italien, Schweben und Norwegen zurück- ging. Tie enorme Zunahme ter russischen Untertanen ist umsoweniger ausfallend, als ber Tiefstand ber russischen Hochschulen die Regierung selbst dazu veranlaßt, Staatsstipenbiaten an teutfäe Universitäten Berlin und Tübingen) zur Ausbildung als To- Rl Blatt 162. Jahrgang Dienstag, 19. März 1912 MGießener AnzeigerM General-Anzeiger für Oberheffen »ä» s "ggtssr -- -- UWZ LAMPE OSRAM Bestbewährte Glühlampe 70*» Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch die EektrUltXtswerke und Installation»- geschifte zu beziehen. Aueriesellschaft, Berlin 0.17 **TageSkalender für TienStag, 19. März: Stadttheater: »Der Herr Senator.* Ansang 8 Uhr. ,,fe, fS '.Wiien Mhofei gflien v. allen 5i&® W. 6 Ätzte im flb oer! tue 70sah 7je Witwe -kzagen, Durde mfi ecemiftE rochter ers landet wor w. 2' i'ianb in & Häuser zu Die Ausrollung der Kretafrage. Konstantinopel, 18. März. DiePforte ist wegen der neuen Wendung der Kretafrage sehr besorgt. Sie protestierte bei den Schutzmächten gegen die Abschaffung des Exekutivkomitees, die eine Verletzung des gewährleisteten Statusquo bilde. Sie erklärte den Schutzmächten und Griechenland, das; die Entsendung der tretischcn Deputierten nach Athen die türkisch-griechischen Beziehungen e-r n st l i ch gefährden würde. Gerüchtweise verlautet, daß eine Schutzmacht den übrigen vorgeschlagen habe, die Verwaltung der Insel einer neutralen Regierung zu übergeben. . ** Dom Großh. Hof. Prinzessin Heinrich von Preußen ist n. d. Darmst. Ztg. gestern vormittag 8 Uhr 4 Min. mit dem Prinzen Sigismund in Begleitung der Hofdame Fräulein von Plänckner zum Besuch im Reuen Palais zu Darmstadt eingetroffen. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Friedr. Speckhardt zu Wembach eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Seeheim, dem Lehrer Hch. Schwamb zu Höchst i. C. eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Nierstein. B e st ä t i g t wurde der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Votkartshain präsentierte Schulamtsaspirant Hch. Rabenau aus Kesselbach. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer Friedr. Frank zu Echzell auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Altenschlirf. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. " Aus dem Militär-Wochenblatt. Hupe, Oberlt. im 5. Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 168, zur Kriegsschule in Hersfeld versetzt. **DerVerband der hessischen ErziehungS- vereine wird seine diesjährige Hauptversammlung am 25. ds. in M ainz ab halten. Fräulein Dr. Kröhne, Wohnungsinspektorin in Worms, wird sprechen über: „Die Ursachen, welche zur Verhängung der Zwangserziehung führen". *• Von der Jagd. DaS hessische Ministerium erläßt folgende Verordnung: Die Hegezeit für männliches Muffelwild beginnt mit dem 1. Februar und endigt mit dem 31. August. Die Hegezeit für weibliches Muffelwild beginnt mit dem 16. Dezember und endigt mit dem 15. September. ** Stadttheater. Die Novität der JreitagS-Abonne- mentS-Vorftellung, daSLusifpiel .Die fünf Frankfurter* von Karl Rößler, ist sicher das meistgegebene Stück des letzten Monats in deutschen Theatern gewesen. Von Bühnen, an denen die Novität in letzter Zeit gegeben wurde, seien erwähnt: Frankfurt a. M., Düsieldorf, Mainz, Bremen, Nürnberg, Prag und München. Wir entnehmen auswärtigen Besprechungen folgendes: .Die Plauderkomödie von den fünf Rothschilds ist wohl unstreitig daS Amüsanteste, was die Berliner Theatersaison biß jetzt hergegeben hat.* (B. Z. am Mittag.) — .Ein Lustspielgriff, wie ec glücklicher kaum gedacht werden kann.* (Nationalzeitung.) — .Nicht nur die Milieuzeichnung ist fein und intim geraten, auch die Charakteristik ist eindrucksvoll genug. Ueber dem ganzen Stück liegt ein Hauch kluger und verständnisvoller Menschlichkeit, dazu geschickte Handlungsführung und ein an guten Pointen reicher Dialog*. (Kl. Presse). — Am nächsten Sonntag abend wird als Benesiz für den verdienten Oberregisseur Bakof Karl SchönherrS Schauspiel .Erde* gegeben. "Preisgekrönte Arbeit. Bei der von der Stadt Breslau zur Erlangung eines Plakates für die 1913 in Breslau stattfindende Ausstellung zur Jahrhundertfeier für die Freiheitskriege veranstalteten Konkurrenz wurden 671 Ent- würfe eingereicht und dabei Herrn Willy Woelke-Gießen ür seine Arbeit der 2. Preis zuerkannt. - Sein 2bjährigeS Dienstjubiläum feiert am nächsten Donnerstag Eisenbahn-Unterassistent Tränkner (nicht Tränker, wie gestern mitgeteilt wurde) hier. ** HauSsammlung. Gegenwärtig wird hier die jähr- iche HauSsammlung für die Anstalt für Epileptische n Nieder-Ramstadt erhoben. Ueber 200 Epileptische auS Hessen von allen Gegenden, Ständen und allen Konfessionen unseres Landes finden in ihrem traurigen Leiden dort liebevolle Pflege und geregelte Arbeit, so daß sie zu frohen Menschen werden. Tie Anstalt reicht für die wachsenden Ansprüche nicht mehr au8 und bedarf dringend der Unter- stützung. ** Alkoholbekämpfung. An viel Elend nwrali* cher und sozialer Art ist dec M i ß b r a u ch d e s A l k o h o l s chuld. Von unserer evangelischen Gemeinde aus wird die Bekämpfung dieses Elends betrieben von einer kirchlichen Vereinigung unter dem Vorsitz von Pfarrer AuSfeld. Auch in Lberhessen verstreut finden sich ähnliche Vereinigungen. Um sie in^Fühlung miteinander zu bringen, war am eonntag eine Familienzusammenkunft veranstaltet, zu |)CT Wartburg-Verein seine Räume zur Verfügung gestellt h^/te. Nach einer Ansprache von Pfarrer Aus seid erfolgte Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, darnach erzählle Bcll)nbeamler Muller Erlebnisse aus der Arbeit der -rrinkerrettung und Pfarrassistent Schorlemmer führte einige Wandtafeln zur.Alkoholfrage vor DaS Dankesworl inr die zahlreichen Gäste vom Land sprachen Pfarrer We- b e r - Langgöns und Pfarrer Schlosser- Rodheim a. d. H. Berichtigung. In der gestrigen Konzenbesprechung smd mehrere sinnentstellende Truckfehler unterlaufen, die einer Berichtigung bebürien. In bet ersten Spalte muß e- Zette 18 von unten Begleitung anstatt Bebeutung, in der zweiten, Zeile 14 Dön unten,JB ergexftigung an flau Versteigerung und in der peile darüber weichliche und nicht reichliche heißen. Ter la Gießen hi un lÄaßhE lang ab. Mglieder i Tie PrüsM die Einnahn Aach der i Cmdaihing 1911 unb 1 der Summe 3m Loransck die im £>eil für die 91 mi blühende Zie ichaitliche Aark vorges kimeiat Tr. tat bonmani der Gesainta verr Zlein-i der Ehrnn langjährige ‘ boten verleill rereins für Tienstzeit er ' gehängt, toeil ■J Dienstzeit bi & auspeftattrtei INeueinrichtu^ steuern und und dm An bom-Steinbe | W und 3 I Ltmnzialve ! -lasicht nach ^iehinen i W bauviDeri ~-baB End ■ciamml jtlan werde Meßt er die | Ehrend her antrafen, dei Bottiaa: „T 2andviri äMndigem Zentrale W bte Verven! unb aß jti hangen s, peben haben, ladenlampe. Mastanlage Lumdat vchottm-Ged^ dieses 6 Eleßm Den'or 5"Michen St l^itrom m L^?,kungen L.«abel sü, ^8 unb J?n °000 Vg, :S‘ Ktz-r W W SNÖte ^rlk, W W fe^^en $ gibt Hauers belief sich 1909 auf 1556 Mk., 1910 auf 1589 Mk., 1911 auf 1666 Mk Aus diesen Zahlen geht hervor, daß im Ruhrkohlenbezirk eine Lohnsteigerung erfolgt ist, wobei bei den Zahlen zu berücksichtigen ist, daß sie die reinen Nettolöhne darstellen, da sämtliche Arbeitslosten, sowie die Beiträge für die Knapvic-^tskasse bereits in Abzug gebracht sind. In Oberschlcsien und im Saarbezirk sind dte röhrte wesentlich geringer gewesen. So betrug in Oberschlesien der Gesamtverdirnsl incs Arbeiters auf Die Gesrmt- belegschask gc-rechnet, für 1911^ nur 980 Mk. und *m Saar- bezirk für dasselbe Jahr die Summe von 1168 Mk. Der Ausstand in England. London, 18. März. Tie Angaben über die Zah! der beschäftigungslos gewordenen Arbeiter gehen weit auseinander. Die „Morningpost" schätzt sie einschließlich der Bergleute auf fast 1800000, die „Times" auf etwas über 1 340 000. Tie Gewerkschaften, deren Mitglieder gegen Arbeitslosigkeit versichert sind, werden bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach einer Berechnung der „Morningpost" hatten Die Gewerkschaften, abgesehen von den Organisationen der Bergleute, am letzten Samstag über zwei Millionen Mark an Unterstützungsgeldern zu zahlen. Landkreis Gießen. /\ Kl ein-Lind en, 18. März. Der KriegSveteran Anton Schäfer wurde gestern unter sehr starker Beteiligung beerdigt. Der Kriegerverein folgte in stattlicher Zahl dem Sarge, auf dem Friedhöfe wurde die übliche Ehrensalve abgegeben. Der Vorsitzende bc5 Kriegeroereins legte einen Kranz mit Widmung nieder. Auch der Kriegeroerein seines Geburtsortes Hörnsheim hat einen Kranz gewidmet. s. Lollar, 18. März. Gemeinderatssitzung. Anwesend: Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Gerlach, die Gemeinderäte Ringleb, Forbach, Schupo, Schmitt, Römer und 5?et mann; als Vertreter der Äsenwerke Direktor Weber. — Tie Krank en lass en rech nun g für 1911 wird genehmigt. Den Einnahmen von 8311,69 Mk. stehen 6753,98 Ml Ausgaben gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 1557,71 Mk. verbleibt Der Kassenvorrat beträgt jetzt 3500 Mk. — Tie Errichtung einer Bedürfnishalle an der Bürgermeisterei wird an den Bau- ausschuß verwiesen. — Tas Gesuch des Karl Meister um Wirtschaftskonzession wird genehmigt, da es sich um Uebernahme einer bestehenden Wirtschaft handelt. — TaS Gesuch des Ludw. Robr- bach VII. um Verlegung eines Feldweges wird an den Ausschuß verwiesen. — Tie Einpflanzung des Hochbehälters wird für nötig erachtet und genehmigt. — Zur Errichtung eines Lolchs für bu Freibank empfiehlt der Vorsitzende, das alte Spritzen Haus dazu Herrichten ’.u lassen. Gemeinderat Römer verliest die volizeilichen Bestimmunaen und erbietet sich, unentaeltlitb einen den Vorschriften entsprechenden Raum zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß er die ganze Verwaltung sowie die Einnahmen der zu zahlenden Gebühren übernehmen kann. Die Gemeinderäte Schupp und Schmitt sind gegen das Römersche Angebot und betonen, es wäre besser, wenn die Gemeinde freie Hand behalte und die Sache selbst übernehme. Schließlich wird die Sacke auf Antrag des Gemeinderats Ringleb vertagt. — Die Beschaffung eines Arrestlokals wird an den Bauausschuß verwiesen. — Das Baugesuch der Eisenwerke wird genehmigt. Es handelt sich um die Errichtung einer Bearbeitung.- w e r k st ä 11 e auf dem Werke. X Treis a. d. L., 17. März. Die hiesige Pfennig- sparkaffe, deren Hauptversammlung dieser Tage m Benners Saal stattfand, hat im Laufe des JahrcS 1911 an Zulagen 1610,45 Mk., an Zinsen 184,76 Mk. vereinnahmt, zurückgenommen wurden 1528,27 Mk., so daß sich der Kapital- bestand Ende 1911 auf 4812,16 Mk. belief. Tie Zahl der Einleger betrug 174. Sie sind der Mehrzahl nach Schulkinder, die mit Hilfe ihrer Eltern wöchentlich einen Betrag zwischen 5—95 Pfg. einlegen, um baS angesammelte Kapital meist bei ihrer Konfirmation zur Anschaffung von Kleidungsstücken wieder zurückzunehmen. -m. Hungen, 17. März. Unter einem großen Teil des hiesigen Rindviehs ist durch tierärztliche Untersuchung der Scheidekatarrh festgestellt worden. Kreis Friedberg. r. Reichelsheim i. d. W., 18. März. Sonntag, den 17. ds. Mts., sand die Gesellenprüfung im Orts, getoerbeberein unter dem Vorsitz von Metzgermeister Karl Sprengel II., hier, statt. Ihr unterzogen sich 17 junge Hand- werker. Gleichzeitig wurde den Prüflingen die praktischen Gesellenstücke aufgegeben. Sie sind bis zum 21. April abzuliefern. — Am 24. d. Mts. findet im Gasthofe zur Post eine Hauptversammlung der M o l k e r e l g e n o s s e n s ch a ft Reichelsheim statt. II. a. wird über die Errichtung einer Kühlanlage gesprochen. Aus der Jahresrechnung ist ersichtlich, daß im verflossenen Jahre von den 314 Mü- gliedern der Genossenschaft 1302135 Kg. Mllch an'geliefert worden sind. Starkenburg unb Rheinhessen, Darmstadt, 18. März. Generalmajor z. D. August v. Herff, der seit Jahren in Zurückgezogenheit auf seinem Besitztum in Seeheim lebt, langjähriger Flügeladjutant und Ordenskanzler des GroßherzogS, vollendet am 22. März w geistiger und körperlicher Frische sein 80. Lebensjahr. rm. Darmstadt, 17. März. Zum Zusammenbruch des Nieder -Modauer Spar- und Dar- lehnvereins. Heute fand in Ober-Ramftadt eine Mitgliederversammlung statt, in der zunächst über die Tätigkeit des Sanierungsausschusses berichtet wurde. Danach könne bei gutem Willen der Fehlbetrag von e^er Million in folgender Weise ohne besondere Schwierigkeiten gedeckt werden. Durch die Erklärung der Sparern* leger, 20 Proz. nachlassen zu wollen, wenn eine gütliche Verständigung herbeigesührt wird, sind etwa 300OuO Mk. gerettet, weitere 330 000 Mk. wollen die Mitglieder des Vorstandes und Aussichtsrates zu Gunsten der Gläubiger decken, der Rest von 350000 Mt. könne durch Zeichnungen der Mitglieder der Kassen aufgebracht werden; cs seien schon 132000 Mk. freiwillig gezeichnet. Ein Darmstädter Bankhaus habe sich bereit erklärt, die ganze Aktion auszuführen. Glicht ausgeschlossen sei, daß trotzdem noch der Verband und die hessischen Kassen die Sache unterstützen. Einstimmig wurde eine Entschließung beschlossen, nach der bald in Tarm- stad t eine Versammlung stattsinden soll, in der unter Beteiligung aller in Betracht kommenden Kreise über die Vermeidung des Konkurses beraten werden soll. Zu dieser Beratung sollen außer den Mitgliedern, Gläubigern, Einlegern, auch die Regierung, Bürgermeister Müller-Darmstadt, Vertreter verschiedener Banken, der Verband, die Genossen- fchaftsbank, die Landtagsabgeordneten usw. geladen werden, in der sicheren Erwartung, daß unter Hintansetzung aller persönlichen Gegensätze bei ernstlichem Wollen das schwere Unglück auf ein Mindestmaß zurückgeführt werden kann. rm. Darmstadt, 18. März. Tie Würde eines Docto r-Jugenieurs, ehrenhalber, wurde auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Chemie Regierungsrat Prof. Dr. Karl G r a e b e in Frankfurt a. M. in Anerkennung feiner ausgezeichneten Arbeiten auf dem Gebiete der organischen Chemie verliehen. — Die Eröffnung des neuen Hauptbahn h of es wird am 1. Mai erfolgen. Am Samstag, 27. .April, erfolgt die Schließung der seitherigen Bahnhöfe zunächst für den Güterverkehr. Ter Umzug der verschiedenen Abfertigungen nach dem neuen Hauptbahnhof erfolgt am Sonntag. Tie Eröffnung des Bahnhofes für den Güterverkehr einschließlich der Privat- anschlüsie und Lagerplätze wird am Montag, 29. Aprll, erfolgen. Am 1. Mai wird die Eröffnung des Hauptbahnhofes für den gesamten Verkehr, mit Ausnahme des Personenverkehrs der Strecken Tarmstadt—Wiebelsbach, Tarmstadt— Groß-Zimmern sowie des neuen Haltepunktes Darmstadt- Süd erfolgen. Ter Personenverkehr dieser Strecken verbleibt bis einschließlich 14. Mai in dem alten Hauptbahnetwas tun. Don der Gunst des Bürgertums gewogen, soll es keine Armenbibliothek, sondern eine, jedem zugängliche gemeinnützige Einrichtung sein dazu helfend, daß unser ganzes Volk eine einzige geistige Gemeinschaft bilde. Dieses Programm sei nur zum kleinsten Teil erfüllt, aber man bestrebe sich, dem Ziel immer näher zu kommen. Die Ausstattung eines besonderen Kunstzimmers werde ein weiterer Stein m dem Ausbau sein. In der sich es Interesse hat das Bürgertum an einer guten Vollsbiloun^.' Er legte dar, wie gerade das Bürgertum eü war, das zuerst Stadtschulen gründete, sogenannte Bürgerschulen. Aber auch die außerfchulmäßigen Volksbildungsbestrebungen, die in der Zeit des Rationalismus in der Mitte des 18. Jahrhunderts einsetzten, sind von ihm gepflegt und gefördert! worden. Obwohl diese Bestrebungen durch Die politische und religiöse Reaktion des vorigen Jahrhunderts vielfach unterdrückt und wohl auch ganz beseitigt wurden, ließen es sich freie Mitglieder des Bürgertums nicht nehmen, Bürgcrbibliothelen zu gründen, und Vorlragsveranstaltungen in den Dörfern anjuregen, die aller- bingä mehr praktischer Natur und Landwirtsä/cht und Gewerbe zui unter,tüben bestimmt waren. Besonderes Verdienst erwarb sich in dieser Beziehung der sächsische Rentamtmann Preußler aus Grotzenhaiitick-en, der auch verschiedene Werke dieser Art ge- ichneben und darin feine Ansichten tnedergelegt hat. Die durch Raumer nach seiner Reise durch Amerika angeregte Gründung von vumboldtvereinen war ein weiteres Glied in der Kette. Der Vater des eigentlichen volkstümlichen Vortragswesens aber ist Roßmaßler, der durch seine in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden gehaltenen popular-natunvissenschastlichen Borttäge der Begründer maniligsacher Volksbildungsvereine tourde. Die hohe patriotische Vegei,terung der 70 er Jahre vorigen Jahrhunderts führte zur Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung. Wahrend man aber dis dahin eine reine Wohlfahrtsarbeit geleillet und sich damit begnügt hatte, nur von oben an die tiefer stehenden Vollsklassen zu geben, beschritt man in letzterer Jbit euren anderen Weg. Man bot der reicher gewordenen Ar- b eit er, chast an, gemeinsam mit dem Bürgertum mitzuarbeiten und auch in der Verwaltung ein entscheidendes Wort mitzusprcchcn sr" l)au ,bamU anerkannt, auch die sozial ungünstig gesteltten >tta,ien haben cm Recht, Anteil zu nehmen an den ÜXilturgütern des. Volkes. In der Verfolgung dieser Besttebungen kommen dreierlei Heute m betracht: Vertreter des gelehrten Standes, die die laanvissenschattliche Arbeit zu leisten Haden, 'Vertreter der be- tttzenden Klasse und endlich Vertreter der organiiierten Arbeiterschaft rettens der Gelchtten hat man die Bedenken, die bei einer geinem,amen Mitarbeit am großen Werke der Volkserziehung anfangs gellend gemacht wurden, allmählich überwunden nicht so bei dem besitzenden Volk, bad sich Diel mehr beteiligen und be- fonberö auch durch Darbietung materieller Hilfe eingreifen müßte. Am meisten tut man m den Sheifen des bürgerlichen Mittelstandes, zunächst aus reinem beut|d)en Idealismus, sodann aus der mehr berechnenden Ueberjeugung heraus, daß der gebilbete Aideiter vermöge seiner größeren Intelligenz ein brauchbarerer leiltungegabigerer Mensch ist, als der stumpfsinnig dahinlebende.' £em Burgenum müssen die auf die Bildung der Massen gchenden Bestrebungen ficher zugute kommen und eS hat um so mehr Uriadjc, den Volksbildungsbestrebungen nach der eigentlichen Schul- Seit gesteigertes Interesse zuzuwenden, als es ja von Staats wegen gehalten ut, große -summen in den Volksiugendunterricht zu > n.,die imrzeit noch ungenützt bleiben. Ter breite Unterbau Der Volksbildung muß durch eine außerschulmäßige Bildung auS- vervollständigt werden, so daß jedem einzelnen die Möglichkeit geboten ist, ,einer Neigung und Begabung au sprechend den Berus auSzuüben, der seinen eigenen, sowie den allgemeinen Jnteresten am beiten entwricht. $cr freite Redner, Dr. Fritzsche-Gießen lenkte die Ausmerk- tannen der Zuhörer aus em Unternehmen, das wie wohl kern zweites geeignet ist, bildend und veredelnd auf alle Schichten des HU wirken: auf die Lesehalle am Selterstor. Er zeichnete m klar durchdachter Welse die RickMinicn, von welchen em solches Unternebmcn getragen jein muß. Er legte unter Anlehnung an das Programm des Bürgervereins und Lesehallenocrelns dar wie man bei Gründung dieses Unternehmens davon ausarnq' die sozialen Gegentäpe mit Überdrucken zu Helsen, denn für ledert maim ohne Unlerichied des Standes und der Person will man Artikel über diese kurz zu bericklen. L. G. nasses Handtuch um den Kopf schlagen. Patient.: „Na, Arbeiterbewegung. In London et Härten über luüO n nauf f eure der Londoner Automobildroschken den Streik mit der Begründung, daß sich die üuljrljerten nicht an bic Bedingungen hielten, die bei dem letzten Streik durch den Schiedsspruch festgesetzt worden sind. Luftschiffahrt. Bonn, 19. März Ter gestern vormittag hier auf- gestiegene Ballon „Prinz '.’lbolf" geriet in einen heftigen Sdjucqturnt und erreichte eine Hohe von 2740 Metern. Dem Führer gelang cd, nachmittags um W) Uhr bei Hövelhof im Kreise Paderborn glatt zu landen. Line folgenschwere Explosion. In San Antonio in Texas sind bei der Explosion eines Lolomotibkessels in einem Lokomotivschuppen 25 Personen getötet, mehrere verlebt worden. Ter Lokomotivschuppen und die Kupferschmiede wurden völlig zerstört. An auberen benachbarten kleinen Gebäuden wurden ebenfalls große Zerstörungen angerichtet. Tie im Schuppen befindlichen übrigen Lokomotiven wurden zertrümmert. Zn der Grobschmiede mürben allein 15 Leichen aufgefunben, die teilweise in Tachspalten oder zwischen Maschinenteilen eingeklemmt jraren. Ter vordere Test der explodierten Lokomotive wurde aus ein in einiger Entfernung befindliches Haus geschleudert, durchschlug das Dach, zertrümmerte 3 Zimmer und blieb im Erdgeschoß liegen. Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausstchten in Hessen für Mittwoch, den 20. März 1912 Wechselnd bewölkt, einzelne leichte Regenfälle, kälter, Herr Toktor, das sollte meine Alte mal probieren!" * Kompromiß. „Ah, wie unangenehm Frau Nachbarin! Jetzt borgt uns nur noch der Fleischer!" — „Und uns nur noch der Bäcker und der Milchmann!" — ..Ach, das ist ja reizend, da können wir uns ja gegenseitig aushclsen!" Kleine üagerchronik. In Mayen (Eftel- oeriüigteii ein Polizeisergeant und ein tyenbarm einen Wilderer und wurden von diesem mit Schüssen empfangen. Der Polizeisergeant wurde erschossen, der Gendarm verwundet. In P r a ff wurde durch eine Explosion im chemisch-physikalischen Institut der deutschen Universität der Vorsteher Professor R o t h m u n d sowie die beiden Assistenten Wagner und Burgstaller beim Experimentieren schwer im Gesicht, besow ders an den Augen verletzt. Letzte Nachrichten. Aus der Hessischen Zweiten Lämmer. bs. Darmstadt, 19. März. Präsident Kohler eröffnet die Sitzung um 10*4 Uhr. Als 1. Punkt der Tagesordnung wird die Neuwahl desPräsidiums vorgenommen, die auf Vor schlag des Abg. Osann durch Zuruf erfolgt. Das seitherige Präsidium wird ohne Widerspruch neu gewählt. Darnach wird in der Weiterberatung des I u st i z e t a t s fortgefahren. 2Us erster Redner spricht Abg. Grünewald (Gießen), der sich zunächst über die Gehaltsverhältmsse der Richter verbreitet, um dann auf die Leistungen der Justiz in Hessen überzugehen. Bei Schluß der Redaktion spricht der Redner weiter. Vüchettisch. — Die amtliche Karte der Umgegend von Gießer, im Maßstab 1:100 000 herausgegeben von der Kartographischen Abteilung der Kgl. Preußischen Landesaufnahme, welche bisher lediglich an Truppenteile für militärische Zwecke abgegeben wurde, ist seit dem 1. 3. d. I. zum Verkauf an Jedermann freigegeben worden. Tie Umgebungskarten sind durch einen Zusammendruck mehrerer Blätter der Karte des Deutschen Reiches 1:100000 her gestellt, und da besonderer Wert darauf gelegt wurde, baß die betreffende Stadt, nach bet die Karte benannt ist, möglichst in bet Mitte des Blattes gelegen,ift, so eignet sie sich besonders als Radfahrer- und Touristenkarte. Ter Preis betragt un «ufgczogen 0,75 Mark, aufgezogen 1,50 Mark. Zu beziehen isi die Karte durch jede Buchhandlung sowie durch die Hauptver- triebshandlung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7. — WilhelmKotzderUnd deutsch fei dieErde. Aut der Zeit deutscher Grötze. Rill Bildern von Fr. Stassen, 138 Seiten (Mainzer Volks- und Jugendbücher Bd. XVII). Verlag von Jos. Scholz in Mainz. Es war eine große Zeit, als die Germanen sich anfchicklen, den ganzen weiten Osten des heutigen Deutschlands in zähem Ringen den Slaven wieder abzunehmen, die sie einst von dort verdrängten. In diese große Zeit führt uns Wilhelm Kotzde in feinem Buche .Und deutsch sei die Erde'. Er gibt und ein Bild jener Zeit, das nach sorgfältigen Studien herauSgearbeüet ist mit den großen kräftigen Strichen deS Dichters. Manch überraschenden Zug weiß er uns aufzuzeigen. Tie Zeit war voll von Gegensätzen, wilde Kampfeslust und asketische Leben-entfremdung, Ehrislen- und WodanSglaube, Deutschtum und Slavenlum, sie stehen wider einander. TaS Ganze ist ein HoheSlied deutscher Wesens, deutscher Ordnung und Sitte, deutschen Mutes und deutschen GlatibenS, das ausrichten kann und wird, auch in trübet Zett. mit Flugzeugen gelegentlich der letzten Manöver gemacht worden sind, rücken die Bedeutung dieses ZweigS der Militärtechnik in das redite Licht und wir behalten uns vor, in einem weiteren London, 19. März. Ter Gesetzentwurf über die Einführung eines Minimallohnes für die Bergarbeiter ist der Arbeiterpartei vorgelegt worden. Der Entwurf wird von chr gutgeheißen werden. CKristiania, 18. März. Tie wegen der Beendigung der Amundsenscken Expedition emgelettete Sammlung, deren E» trägnis die Schulden Der Expedition decken soll, i)t geschlossen worden da die gewünschten 70 000 Kronen gezeichnet sind. Tas Komitee fordert das Publikum auf, nun die nationale Sammlung zu unterstützen, die von dem Vorstand der Geographischen Gesellschaft eingeleitet worden ist, da außer den von dem Storthing zu bewilligenden 200 000 Kronen noch 100000 Kronen für den Nordpol erforderlich sind. Nanking, 18. März. Tie Nationalversammlung nahm als Antwort auf eine Eingabe chinesischer Frauen eine Entschließung an, in der sie sich grundsätzlich für das Frauenwahlrecht ausspricht, aber dessen Einführung auf unbc timpite Zeit vertagt. Hofe, ke- deshalb für den Personenverkehr nur teilweise geschlossen werden wird. Tic Scr Regierung alles mögliche zur Förderung des Flugwesens ge- chieht, — sind doch nicht weniger wie 17 Millionen Francs in >en letzten Etat zur Beschaffung unb Unterhaltung von Flugzeugen eingestellt worben — fonbem daß auch bas Volk in seiner Gesamtheit dieser Frage das größte Interesse entgegenbringt. Hat doch letzthin ein Großindustrieller 100000 Frs. gestiftet und der briegsverwaltung zwei Flugmaschinen unb ein größeres Gelände ür Schuppen zum Geschenk gemacht, unb sollen doch ferner alle Semeinben, Körperschaften unb Schulen zu einer nationalen Gelb- ammlung für das Militärflugwesen aufgefordert werben. 23ir müssen leider gestehen, daß in unserem Volke dieses allgemeine, tiefgehende Interesse für das Flugwesen noch nicht vorhanden ist. Mil der Schaffung einer Flotte von Lenllufffchiffen Zeppelin, Parscval, Groß, Schütte-Lanz, Siemens-Schuckert) allein ist es nicht getan, denn diese Luftschiffe, deren Bedeutung für ben Ernstfall keineswegs unterschätzt werben soll, können bie Flugzeuge nicht ersetzen. Letztere sinb burch bie moderne Entwicklung eine unbedingt notwendige Ergänzung ber Motorluftschiffe und ber Kavallerie geworben. Keiner dieser drei Faktoren wird durch den anderen ausgeschaltet, nur alle drei gemeinsam bis zur höchsten Vollendung ausgebaut unb ausgebilbet, können uns auf ber Höhe erhallen. Es gibt Aufgaben, die weder von den Motorluftschiffen noch von den Fluglagen, sondern ausschließlich von der Kavallerie gelöst toerden können, z. B. die Aufflärung bei stürmischem, trübem und regnerischem Wetter und Verschleierung und Schutz der eigenen Bewegungen, gegebenenfalls durch Waffengewalt, und es gibt Aufgaben, die vermöge des größeren Llktions- rabius, ber größeren Lffensivstärke und ber Ausstattung mit drahtloser Telegraphie nur von den Mowrluftschiffen zu erfüllen inb und es gibt eüblich Aufgaben, die dank der größeren Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Sicherheit vor feindlichem Feuer ausschließlich von den Flugzeugen gelöst werden können. Tie Er- ahrungen, bie hauptsächlich auf französischer und deutscher Selle Stranöung eines deutschen Dampfers. Nach einer Meldung des Blattes „ABC" aus Ceuta ist der deutsche Dampfer „Axensels" im Nebel gestrandet. Tas Schiff ist verloren; bie seither eingegangenen Nachrichten über das Schicksal unb den Verbleib der Fahrgäste unb der Mannschaft find verschieden. Madrid, 17. März. Aus Ceuta wird zu der Strandung^ des deutschen Tampsers „Axenfels" gemeldet, daß das Schiffsunglück außer dem ersten Offizier und dem Boots- mann, deren Tod bereits gemeldet wurde, noch mehr Opfer gefordert habe. Es stellte sich später heraus, daß ein mit Leuten vom „Axenfels" besetztes Boot untergegangen ist, wobei alle Insassen den Tod gefunden haben. Dem Rest der Mannschaft ist es gelungen, das Land zu erreichen und am Strand ein Lager zu errichten, wobei sie von Eingeborenen unterstützt wurden. Ein Schlepper ist zurzeit bamit beschäftigt, den „Axenfels" wieder flott zu machen. Ntadrid, 18. März. Nach einer amtlichen Mitteilung des Marineministeriums sind der erste Offizier und der Bootsmann des bei Ceuta gestrandeten Tampsers „Axenfels" ertrunken. Tie übrigen Offiziere unb die übrige Mannschaft wurden gerettet. Madrid, 18. März. Nach einer Meldung des Blattes „ABC" aus Ceuta sind ber erste Offizier und der Bootsmann des gestrandeten deutschen Tampfexe „Axenfels", deren Tod der „Jmpareial" gemeldet hatte, gesund, wenn auch halb- tot vor Erschöpfung, in Ceula anaetomnicn. Tie Strandung des Dampfers wurde durch Nebel verursacht. Tas Schiff i)t verloren. ev N es tn CD C2L cn G5 es CD CD ÖD CS C/D (TQ CD . . . Mk. . . . Mk. s4**» 2.85 3.85 4 00 Herrensämtliche Herren- und Ar- schwarz, blau und farbig gemustert. Knaben-Anzüge in jeder Preislage, weisse u. farbige wasche, Kragen, Manschetten etc., sowie Mannfakturwaren billigst. 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