Nr. 66 Erscheint tilgttch mit Ausnahme de» Sonntag«. Die „Gießener FamittendlLtter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich detgelegt. da» „Kietibletl ffir den Kreis «letzen- zweimal -wöchentlich. Die ^RNdwINschafUtche, Lett» tragen" erscheinen monatlich zweimal. 162. Iahrannq aviontrtn, 18. März 1912 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck an» Verlag der Br Üblichem Unteerfitfit» • Buch- und 6ietnbrudereL 5L Lange. Dieben. Redaktion. Expedition und Druckereir Schul strotze 7. Expedition und Verlag: 6L Rebofttoniey^ua. Tel.-Vtdr^ AnzeigerDietzen zumute ist, der aus eigener Kraft sich emporarbeitet. (Beifall.) den iu be- er - liberalen sagte. Wer im Glasbause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen; ich erinnere an Köln und viele andere Dinge. Den Sozialdemokraten sage ich, damit sic sich keinen Illusionen Am Tische V. Velsen. Vizepräsident 16 Minuten und Wort dem gegangen, was durch eine an sich bedauerliche Indiskretion bekannt geworden ist. Wir haben ein Protokoll, nach dem der Führer der konservativen Partei, Herr v. Heydebrand und seine Freunde sich vorbereiten auf einen ernsten inneren Konflikt, Und wir wollen diesen Stonflift nickt, es wäre ein Unheil für das deutsche Volk. Dam Herrenhaus Und vorne auf der ersten Seite steht heute im »vorwärts" ein Aufruf an die Arbeiterschaft Deutschlands, der Dr. Tove eröffnet die Sitzung um 11 Uhr erteilt vor Eintritt in di« Tagesordnung das Abg. Dr. Sehda (Pole): Es ist eine nichtswürdige Verleumdung, 1 Vorwärts" schreibt: „Um die römische Kurie und wahr!) Wir werden die Kämpfe mitmachen, die wir für notwendig halten, uns aber nicht von Ihnen StreikSaufoktroyiercn lassen. (Stürmischer Beifall.) Man wird später ja vielleicht Näheres erfahren über die Taktik, die hinter den Kulisicn gespielt hat. Den Kampf um die Selbständigkeit unserer Politik werden wir durchfuhren, und die Polen und die Hirsch-Tuncke eschen werden eines Tages entdecken, welchen Fehler sie mit dieser Allianz gemacht haben. (Sehr wahr!) Wir werden uns nicht einschüchtern lasten, wir fahren auf unserer Bahn fort. (Stürmischer Beifall iw Zentrum.) Wenn wir einmal Streik machen, oh, dann brauchen die Ge- noffcn nicht mitzustreiken; w i r aber sind die Sklaven, die Hunde! Ihre Streiktaktik ist der reine Klassenkampf. Wenn wir als christliche Organisation, die wir uns auf den Boden der bürgerlichen Ordnung stellen, nicht die Cchancen eines Streiks und seine Wirkung auf die Lage der Arbeiter prüfen wollten, dann hätten wir unsere Existenzberechtigung überhaupt verloren (Sehr wahrl), dann täten wir viel gescheiter, wir treten bei Ihnen einfach ein. (Sehr Mb. Deutscher Reichstag. 28. Sitzung, Scnnabend, den 16. März. de» BundeSratS: Delbrück, Richter, Die Aeußerung des Herrn Erdmann über Bischof Kettcler zeigte nur seine Hilflosigkeit. Dem christlichen Gewerkverein gehören Arbeiter der verschiedensten Parteiricktungen und beider Konfessionen an. Die ganze Geschichte bedeutet nur den versuch, für den total verunglückten, den gegen alle gewerkschaftlichen Regeln inszenierten Streik (Lebh. Beifall im Zentrum) einen Prügelknaben zu suchen; daher die elende Kulturkampfhetze. Es sind ganz nichtswürdige verlogene Verdächtigungen. Herr Erdmann hat über die katholischen Fachabtcilungen Sätze gesagt, die im „Berliner Tageblatt" gestanden hatten. Ich habe den Eindruck, daß er selbst oder einer seiner nächsten Bekannten der Auwr ist. ES ist eine Verleumdung, was er über unsere Annäherungsversuche an die National- Episkopat günstiger zu stimmen und den Bachemitcn die Fort- setzung ihrer bisherigen Macktpo!:: k zu ermöglichen, wurde skrupellos das Interesse der kathc! n Bergarbeiter geopfert." Hört!) Herrn Erdmanns Rede hatte nicht die Tendenz, zr ruhigen, sondern aufzureizen. Sie ließ das V antwortlichkeitsgefühl vollkommen vcrmisien, das ein Arbeiterführer haben muß. (Lebhafter Beifall im Zentrum.) Die Sozialdemokraten wollen ja kein Ende des Streiks, sie erklären, daß er vorzüglich steht. (Hört! Hört!) Wem das Wohl der Arbeiter wirklich am Herzen liegt, muß dafür sorgen, daß der Streik möglichst bald zu Ende gehe. (Lebhafte Zusttmmung.) Die christlichen Arbeiter werden unausgesetzt von den Streikenden schwer bedroht. Ick babe hier einen Zettel, der an die Haustür eines christlichen Arbeiters geheftet war. Da ist oben ein Totenkopf gezeichnet und darunter stehen die Worte: „Wenn du morgen noch zur Arbeit gehst, kriegst du die Knochen kaputt geschlagen. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts und im Zentr. Große Unruhe bei den Soz. und Zuruf: Das geht doch nicht von Sozialdemokraten aus!) Das hab ich auch nicht behauptet. Ich konstatiere nur, daß der Terrorismus existiert und daß die Arbeitswilligen das Recht haben, dagegen Schutz zu verlangen. Ich kann Sie nur bedauern, wenn Ihre Aufgabe darin besteht, derartige Nichtsnutzigkeiten au verteidigen, wie sie jetzt im Ruhrrevicr gegen die Arbeitswilligen verübt werden. (Stür- mische Zwischenrufe bei den Soz. Abg. Kunert schreit: Das unverschämte Behauptungen! Vizepräsident Dr. Paasche schwingt die Glocke und bittet den Redner nicht zu unterbrechen und nicht zu beleidigen.) Es scheint ivirklich, als glaubten die Sozialdemokraten, ihnen sei alles gestattet, sogar Gewalttätigkeiten jeder Art. Dir sind nicht Ihre Hunde! (Lebhafter Beifall und Lärm.) Wir sind liberzcugt, daß unser Verband schließlich gute Fortschritte macht. D i e s e r S t r e i k i st e i n R a ch e a k t für Ihre Niederlage bei der letzten Wahl. Mit 200 000 Unorganisierten unternehmen Sie den Streik, das ist geradezu eine Unmöglichkeit. (Hört! Hört!) Gerade für eine einzige Woche reicht der sozial- demokratische Verband mit seinen Mitteln aus, und wenn die Generalkommission ausnahmsweise 10 Millionen Mark gibt, haben Sie erst für drei Wochen Streikunterstützungen. An eine s ch a f t S f ü h r e r persönlich z u b e l e i d i g e n. Wir sind I ^'tätzung von vier bis sechs Wochen ist gar nicht zu denken, daher dazu übergcgangen, diese absichtlichen Beleidigungen 6 e - , 1 lL C *" unverantwortlich, unter sölst r a f c n zu lassen, und in zwei Jahren haben wir bereits 2® n yoräusfefcun0cn an z u y r hmen, daß der 64 derartige Prozesse zu einem guten Ende geführt. (Hört, hört!) I * e V nvl ,/ ö/ V °.r c n ht. Ein Dergarbeiterstreik, der Di« Stimmungsbilder des „Vorwärts" über diese Reichstags- sofort Hunderttausende tn anderen Berufen lahm legt, ist ganz fitzungen find dafür ein glänzendes Beispiel. anders zu beurteilen, als ein anderer Streik. Man sollte e i n Der Redner verliest u. a. den heutigen Bericht des „vor- Syndika tSg e setz schäften, wonach, wenn die Kohlenpreis: wärtS", der von einer 60-Pfennig-Bazar-Rede des steigen, auch die Löhne steigen müssen. Dieser Streik wird auf Abg. BehrenS spricht, und erregt große Heiterkeit, als er Jahre lang die ganze Aktionsfähigkeit der GewerkschaftS- unß zitiert, die Rede des Abg. Erdmann sei bie Höhe der Debatte Krankenkassen lahmlegen. gewesen. Diese Art zu schildern ist geradezu korr um - Die Rheinisch-Westfälische Zeitung, die der Abg. Sachse zittert Monbcrß, wenn man bedenkt, tofc die Leute, die daß hat und als Kronzeuge anerkennen muß, schreibt, toß tor Kohlen- nr r^mnm n l & ftTett pt0 Woche einen Verlust von 9,6 Millionen Mark an Förde- «Ä. Hartl) Mir ist rungen, von 6,2 Millionen an Löhnen bedeutet. (Hört, hört! r?chts.) gestern mugeteilt worden, dieze Stimmungsbilder wurden von nnh her snnrmÄWs'' mwfc ax,,2. ‘ l £ darüber nicht wundern. Herr Wendel ist niemals Arbeiter fle- f * a f ♦ a f f f e n h » nn fr / WrV!; ® *r5Le n? ’ wesen, er hat nur in den Redaktionen der sozialdemokratischen . JJ b e i t«r ^Stürmische Zu- Pr-ff- E'r». Serum «-'b.-r. -mch ni». »ie rin«, «tirit« PS' (ÄKXÄÄ sind die gebildeten 110!) Die jungen Herren von der sozialdemo- | kratischen Fraktion können sich schlecht parlamentarisch benehmen. I (Heiterkeit und Zustimmung im Zentrum und rechts.) An der Konferenz mit dem Staatssekretär nahm ich lediglich in der Absicht teil, alles zu versuchen, das Unglück zu verhüten, und schließ, lich waren wir einig, daß versucht werden soll, die Zechenverwal- ttingen zu veranlassen, die Arbeilerausschüss« einzuberufen und ihnen^ möglichst positive Zusagen zu machen. Darauf haben aber d,e Sozialdemokraten gesagt, sie könnten nicht garantieren, daß der Streik nicht auSbricht; erkönne seineLeutenichthal- ten, hat Herr Hue gesagt. (Hört, hört!) Der Staatssekretär hat Ihnen eine goldene »rüde gebaut. (Sehr war!) Sie sagen, Sie könnten auf Die Zulagen der Zechenb'sitzer nicht vertrauen; ja warum wenden Sie sich dann mit Eingaben an sie? Sie muten ihnen Tarifverträge zu und erklären zugleich. Sie trauen ihnen nickt, und er- klaren im selben Atem, Sie könnten Ihre Leute nicht halten! im rheinisch-westfälischen Gebiet hingeben: Wenn in S) ul ß b u r g I ^orf^enbe ^rMetallarbeiter-Organisotion und Bochum die chrfttlicher Arbeiter so geschloffen für den Sieg lft b?8 l#te Mittel (Zuruf ton den der Nationalliberalen gestimmt haben, so ist das der ehrliche g G Qx? f e,' 'fi ^age Haß dieser gequälten malträtierten, verfolg. - 2tar^ ten und terrorisierten Arbeiterschaft. (Stür- ^ll die Mittel der frieb- misch-, SBcif. i. gentr.) Di' Wahl mar di- Quittung für alte ß1*! S1.“4“ Unb'il. ES ist mn- nichtsnutzig- B-rtenmdun« - und i-i> werbe aEfiabl. e £n ^3eil gu J un® nk6t für 0^6? eß draußen wiederholen, damit er mich verklagen kann —, »enn ßfl{ nrfnnt- »in <*u**»r 'm r \ mir der -Vorwärts" vorwir^ ich ,^tte mit den Nationallcheralen feine Armee'auffordert, den KanU aufouneWen, wenn 7r we^ verhawdelt; ich habe weder etwas verhandelt, daß er verloren gehen muß. Der FZrer, der das tut, ist in noch Überhaupt etwas besprochen^ meinen Augen cm elender Kerl!" (Hört, hört!) Herr wenn heute der Sachse, Sie haben auf der Konferenz erklärt, Sie können gegen die Masse nicht auftreten. Wo find Sie gegen sie aufgetreten? Wenn es gilt, da s rücksichtslose Grubenkapital einmal zur Raison zu bringen, dann führen wir den Kampf mit Ihnen, wie wir es dutzendmal getpn haben, nach den gewerkschaftlichen Regeln, dann zeigen wir unsere Solidarität. (Zuruf von den Sozialdemokraten: Wenn e S das Zentrum e r - Streikbr uch! sagt Herr Sachse. Wenn eine Or- Jch muß die Haltung der englischen Regierung im Gegensatz zur deutschen warm anerkennen, auch die Haltung vieler englischer Arbeitgeber. Mir hat in England der Haupteigentümer einer der größten Schiffswerften gesagt: Wenn heute ein Arbeiter in mein unternehmen eintreten will, so lasse ich ihn zunächst fragen, ob er organisiert sei; wenn nicht, muß er erst in eine Organisation eintreten, bevor er bei unS eingestellt wird. (Hört! Hört! links.) Diese Auftaffung, die aus der praktischen Erfahrung geschöpft ist, möchte ich auch den Grubenherren im Ruhrgebiet empfehlen. Sie sollten doch direkt mit den Arbeiterorganisationen in Verhandlungen eintreten. Ich bedauere, daß der leitende Staatsmann das Arbeitskam- : Abg. Jlkler (Not.): In der Hauptsache handelt es sich bei dem Streik um eine ! Lohnerhöhung. Weder von den Organisationen noch hier *m Hause ist die Berechtigung dieser Forderung bestritten worden und eß be st eh t auch kein Zweifel, , daß bie Grubenbesitzer eine Lohnerhöhung zu - gestehen wollten. Damit wäre jede Begründung Oes Streiks geschwunden. Die Sozialdemokraten ver- wahren sich gegen den Vorwurf, daß cd ein Sympathiestreik sei. Aber auch sie können nicht bestreiten, daß bic englischen Gruben» Herren gan^ erhebliche Vorteile barauß ziehen und andererseits unser Wirtschaftsleben schwer geschädigt wird. (Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Wir hatten den englischen Markt gewinnen können, und damit wäre nicht nur den Gruben- Herren, sondern auch den Grubenarbeitern und dem gesamten Wirtschaftsleben wichtige Vorteile berfd?afft worden. Die meist« Schuld an dem Ausbruch des Streiks wird dem Nichtfunk- Monieren ber Arbeiterausschüsse zugeschoben. Ich kann nur bestätigen, daß bie Arbeiterausschüsse nickt das finb, wofür sie in ber Oesfentlichkeit gehalten werben. Alö Ergänzung ist daS paritätische EinigungSanit notwendig. Ter Krebsschaden liegt ja allcrbingS in bem' Mangel ber Rechtsfähigkeit ber Berufsvereine. Tiefe selbst wollen aber unter ben gegenwärtigen Verhältnissen bie Rechtsfähigkeit nicht, weil sie bann mit ihrem ganzen Vermögen haften unb ihnen so bet Lebensnerv angeschnitten würde. Ich würde Vorschlägen, daß man nur einen Prozentsatz des Vermögens als haftbar erklärt. So würde die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine möglich werden. .Wir verurteilen di- Uebergriffe, von welcher Seite sie auch kommen mögen und halten eß für unrecht, wenn ganze Organisationen für die christlichen Gewerkschaften als Streikbrecher hin- gestellt und in der Achtung ber Mitwelt herabgesetzt werden. Die Zechenverwaltungen wollten, das st-ht jetzt ziemlich fest, eine zehnprozentige Lohnerhöhung zugestehen. Damit ist bic Brücke für eine Verständigung geschlagen. Wir wollen hoffen, daß aus dieser Besprechung baß greifbare Resultat erreicht wirb, daß unser Wirtschaftsleben in Zukunft vor wesentlichen Erschütterungen be- wahrt bleibe. Den Schutz d r Arbeitswilligen halten auch wir für notwendig. Aber w i r können ben Wunsch nach einer A u s n a h m e g e s e tz g e b u n g nicht teilen. (Lebhafte Zustimmung links.) Wir sind bet Meinung, baß bie vorhandenen Gesetze vollständig auSreichen. Unsere Arbeiterorganisationen, die der arbeitenden Klaffe die Atzf- wärtSentwicklung möglich machen soll, dürfen nicht behindert werden. Wir wünschen, daß ber Kamps bald beendigt werde, ehe es Sieger und Besiegt« gibt. Ich möchte bitten, daß beide Teile die Vermittlung deS yteichskanzler» oder des Staatssekretärs anrufen, um zu einer Gini- gung zu gelangen. (Lebhafter Beifall bei ben Nationalliberalen.) Abg. Dr. Heckfcher (Vp.): MS überzeugtet Freunb ber gewerkschaftlichen Bewegung beklage ich aufs tiefste die große Leidenschaft und Heftigkeit dieser Verhandlungen und die haßerfüllte Stimmung, di« zwischen den verschiedenen Gewerkschaften herrscht. (Lebhafte Zustimmung links.) Wit haben gegenüber den gewaltigen Unternehmer-Organisationen gerade im Ruhrgebiet, aber auch ganz allgemein, als Gegengewicht eine machtvolle Ge. werkschaft unbedingt nötig. Wir dürfen nicht in bie amerikanische Entwicklung hineingeraten, wir müssen den Syndikaten tüchtige Gewerkschaften entgegensetzen. (Zuruf: Aber neutrale!) Ihre Gewerkschaften, Herr Kollege, sind nicht neutral und Ihre (zu den Soz.) auch nicht. Was uns gegenüber bet großen Gewerkschaftsbewegung ,n Gnglanb, bie ich genau kenne, fehlt, bas ist eben bie Neutralität. Wir müssen unß endlich frei von ber politischen Umklammerung machen. (Seht richttg! rechts unb links.) Die Politik hat auch in diesem Streik eine entschribende unb nicht erfreuliche Rolle gespielt. Es ist meine unerschütterliche Ueberzeugung, oaß Ihre (zu ben Soz.) politische Leitung ben Blick ton England nicht abgewandt hat. Ich spreche Ihnen wahrhaftig nicht bas nationale Empfinden ab unb habe mich stets bagegen gewandt, bie große deutsche Arbeiterbewegung als vaterlandsloS hinzustellen. Aber Tatsache ist doch, daß von Ihrer Seite bei jeder Gelegenheit Gelder zur Unter- stützung der ausländischen Arbeiterbewegung ausgegeben worden finb, während das Echo ans dem Ausland« gefehlt hat. Dizepras. Dr. P a a s ch e hat gestern meinem Fraktionskollegen Sosinski einen Ordnungsruf erteilt und einen Satz hinzu- gefugt, ben wir nicht genau verstauben haben. ES schien so, als ob der Herr Vizepräsident gesagt hat: JnDeutschland könne — oder müsse —-ieder deutsch sprechen. Eine solche Aeußerung würde vielleicht im Munde eineß nationallibcralen Abgeordneten verständlich sein, nicht aber im Munde eineß Prä- f men ten d e s Reichstags. (Sehr gut b. d. Soz.) Wir würden baß deshalb nicht ruhig hinnehmen können. Da wir ben Wortlaut nicht verstanden haben, warteten wir das amtliche Stenogramm ab, unb bieses ergibt, baß ber Herr Vizepräsident ben Satz gestrichen hat. (Hört, hört! b. b. Soz.) Nachdem also ber Herr Vizepräsident sich auf biefe Weise selbst korrigierte, halten auch wir die Angelegenheit für erledigt. Vizepräsident Dr. Dove: Sie ist damit erledigt. Die Ruhrifreik-UnfeipeUaHon. (Dritter Tag.) Abg. Giesberts (Zentr.)k mergesetz nicht durchßeseht hat; ick habe später einen An- trag in dieser Richtung eingebracht. Es liegt ein wahrer Zauber in diesem Zusammenarbeiten von Unternehmern und Arbeitern, die Verhandlungen verlausen ruhig und besonnen. Meine Freunde verlangen aufs dringendste ein solches Gesetz; mögen der Kanzler unb ber Staatssekretär ben Ultras von rechts unb links aktive Energie zeigen. Aus ben ruhigen, sachlichen unb maßvollen Ausführungen Dr. Delbrücks leuchtet burck, baß ber Streik begonnen hat, ehe alle Mittel einer ftieblichen Beilegung ausgenuht toorben find. Wir bebauern ben Kontraktbruch, aber ein Au snahmegesetz gegen bie Arbeiter, ich versichere bas ernst unb feierlich namens meiner Freunbe, lehnen mir auf bas allerentschiebenste ab. Den Verhandlungen im Herrenhaus ist etwas voran- von ber Generalkommission ber Gewerkschaften unterzeichnet ist ,_o_ ___ .... , unb vom sozialdemokratischen Partervorstand. (Hört! Hört!) ! ganisatton von 45 000 Mitgliebern^aus woblerwogencn Gründen Nennen Sie mir eine einzige andere Partei, die in einer solch I die Beteiligung an einem Ausstand ablehnt, ber aussichtslos ist, engen Verbindung mit der Gewerkschaft gestanden hat! (Hört! bat niemand ein Recht, ihr Streikbruch vorzuwersen. (Lebhafter «. --1 l Beifall.) Wie kommt es denn, daß schon am ersten Tage Ausschreitungen vorgekommen sind? Die Polizciberichte sind doch nicht er- funben. Wenn Sie (zu ben Soz.) wirklich bie Ruhe aufrecht er- baUen wollen, so beweisen die Tatsachen, baß Sie eS eben nicht können. Ich bin gewiß bet Auffassung, daß baß Militär nur im äußersten Notfall zu Hilfe gerufen werden soll Aber wir hier >m Reichstag kennen nicht die Empfindungen der Bürger und der Arbeitswilligen, die in höchster Angst sind, und bie bringend energischen Schutz verlangend Ich tobe seinerzeit beim Mansselder Streik hiev bie Zuziehung von Militär entschieden verurteilt. Nachb-'r aber bekam ich eine Menge Briefe aus dem Streikgebiei, in denen cS übereinstimmend weh, wenn Sie hier wären, würden Sie ganz anders sprechen! Ich begehe wohl keinen Vertrauensbruch, wenn ich mitteile daß bei unserer Konferenz vor Ausbruch des Streiks der Staatssekretär Dr. Delbrück zum Kollegen -sachse auk dessen Frage bemerkte, die Regierung schicke absichtlich viel Polizei in baß Streikgebiet, um z u verhindern. daß die Entsendung von Militär notwendig wird. Wenn ttotzdern Militär hinzugrzoaen werden mußte, so beweist das eben bie Schwere ber Ausschreitungen. (Zustimmung im Zentrum.) Die Verhandlungen haben einen Gang genommen, der unß m 11 ® e f r i e b i g u n g erfüllen kann. Nachbern aber von sozialbemokratiscker Seite aufß entschiebenste geleugnet toorben ift, baß hinter dem Streik irgenb welche politischen Motive stehen, haben wir uns vorgenommen, nachzuweisen, baß dieser Streik gegen alle gewerkschaftlichen R e - 6 e I n ausgebrochen unb durchgeführt toorben ist. Der Abg. Erbmann, der gestern im Namen der Sozialdemokraten sprach, hat nichts Besseres zu tun gewußt, als den Abg. Schiffer in persönlicher Weise au attackieren. Man hätte eigentlich erwarten können, daß ein Redner, der zu dieser Stunde zu Worte kommt, auch neues Material verwenden würbe. (Sehr richtig! rechts und im Zentr.) Aber was ber Abg. Erdmann vorschlägt, war nichts als olle Kamellen, die man in den sozialistischen Monatsheften und anderswo viel schöner unb besser lesen konnte. Aus alledem geht immer bcutlicher hervor, wie bas Salonsozialisten- »um an Boben gewinnt unb baS proletarische zurückgeht. Wir beobachten biefe Erscheinung schon seit mehreren Jahren und kennen ihre Gepflogenheit, die christlichen Gewerk- fchaftSführer persönlich zu bei ' " daher dazu üf uuiiuiuiajun xjuiciuiqungcn oe-i kl, r , zwei Jahren haben wir bereits ^/^?u s s etzungen ten Ende tzeführt. (Hört, hört!) | °C V°.r c n über biefe Reichstags- " " **" Die t M *» IWiH W gut nach Auffrischung Pfei Idreieck- Seifen Verkanfn- Rtellen durch diese» Plakat kenntlich. Wort gemeldet. Abg. Becker-Arnsberg (Zentr.) Fabrikant: Angrust Jacobi. Darmstadt. Landwirtschaft. Versteigerung von edlen englischen Zuchtschweiueu auf dem Hofgut Münzeuberg. Arbeitgebern in den Kot getreten, zwei Mil- j lion enl Sie, Herr BchrenS, regen sich auf über meine Beschimpfung gegen Ihren Freund Koßmann. WaS sind Sie denn für ein Mustercbrift, Herr Behrens? Sie IjaBen uns im November (Gassenjungen genannt, von denen Sie nicht beleidigt werden können. Koßmann hat eS mir gar nicht übel genommen, er hat mich noch heute gefragt, ob wir heute fertig werden. (Zuruf: Wenn Sie solche Reden halten, werden wir nicht fertig!) Den Hue hat Ihr Heckmann einen politischen Hampelmann genannt. Ich könnte stundenlang Schimpfregister hier vorbringen, die die Christen von der Berliner und von der Kölner Richtung einander an den Kopf geworfen haben. (Staatssekretär Delbrück betritt den Saal.) — Also, Herr Staatssekretär, wir ind bereit, die goldene Drücke zu betreten, zu der Sie Herr Heckscher aufgefordert hat, wenn sie wirklich ge- chlagen wird. Also sorgen Sie, daß die Leute Vernunft an- nehmen, die Zechenbesiher. Sie aber, Herr Heckscher. Sre sind den Hirsch-Dunckerschen in den Rücken gefallen. So spricht ein Arbeiterfreund nicht, nicht mitten im Kampfe! Dos jh Bei bf I llnterhause I Hede gehall I Lie englisch I meder vor I der Klotten I schmetternd „jroei engli und über d edurchiil ai Minister As iolgende au Londe Klottenv Churchill Tic Än 2a» sinanzic ftailijl. Al ijlotte in Be jicaheit und ?slollcnelal d :*ieil)e von ; r.uB ich mich bauplsächlich Yerjögerungei turdj mied di virllichcn Rc ngcndmclche i tcrudsichligl. vollkomm namentlii Durch eine i I Betten. Im herbem B vor bei | sichen nicht z ! rnd ehrlich a «ibt Aationer sieben sollt Wen Jahre -UN haben r® Wr die Auswenl ' «■ im Laus Äbtn bei 3«i»ben werde Churchill tue die brüni *r mhr fort: d-e Annahm« -"kÄezux kommen Mig ^e' ö°btc Hinbure J gürantierei r^lligk, kann -tanborbö für M variier _-Ilten Seemc PJf. ^-i ^nieigen > t 7^-als slnchitach ?" ,reincr sehr :e?“n0 unte ^nwenbbo, ür. 6( ooöe,l' ob Sie böse ober freunblid&e Gesichter machen 77, . ’,lrT'!?3t6aT gleichgültig. Sie werfen uns vor, daß 5' e™ klrbeüswilligengeietz wollen! Ja. sie liefern uns doch fluefl Material dazu! Man kann ja den TerroriSmuS gar nicht völlig erfassen, gerade den schlimmsten TerroriSmuS nüht, den ft'llen TerroriSmuS in den Werstätten. Den ßiKQ sn • T* tausendundeinem Paragraphen nicht festlegen. ^rlften Wc.se gegen nichtsozialdemokratische WrDc ter, gegen Ehr.stliche angewendet! Behandeln Sie die nichi- fozialdemokratrichen Arbeiter endlich menschlich! (Beifall.)' Abg. Sachse (Soz.)?v, W.'r tun alles, um Disziplin zu halten.' Dir klären oie r Ä' rtJnrrfer ,6,nen 3“: Meidet den Mohol, er ist d e r schlechteste Ratgeber in aufgeregten Zeiten. Der Zweck der Zentrumsinterpellation war nicht, die Regierung anzutreiben, für ^rieben zu sorgen. Nein, die christlichen örociterfcTretäre honten nur eine Versammlung haben, wo sie ihren streik. c " Standpunkt Vorbringen konnten. (Sehr x AndcrSwo wagen sie es nicht. Wäre nicht der christliche TerroriSmuS gewesen, fast alle Christlichen hätten ""gestreikt DaS sind die Jesuitenschüler. (Abg. Schirmer ^ntr.): DaS gibt s nicht!) Ach, Herr SLirn.er, müssen Sie S^^Cr^fc,fc des Ocherjesuiten tanzen? verlieren Sie nicht Ihr Mandat, trenn Cie nicht parieren? - "".stte Forderungen geht man gar nicht toeiter ein. Wie rann man da von einer goldenen Drücke sprechen, die man rt?feh^f6aUL^rtt? T^?it rccren Versprechungen lassen wir uns nicht Tarifverträge und protokollierte.Zusagen. m \ ® «e1*tcr in Lochum sind sie in den Zcchcnautomobil!? zu den Wahllokalen (refotren und haben gegen den Arbeiter, vertretn gearbeitet. Nach der .Köln. VolkSzt^" ift ea {»mm eS bit?CibCx-ÖC‘krn bon dem Gendarmen erschossenen Arbeitswilligen waren, die borS-r die Schüsse auf ihn eSenebcn S?«?? eifmfnKl b,e ^bnen folgen! 300 000 Sann haben eic m 18 Jahren gesammelt unter dem Schutz der Behüben und der Arbeitgeber, und wir, von den Chritzlichen be, kann man lernen, wie man ruhig lmd' be^ossn^^h^'rka'ofe^ikKkkch I schm Atzk, tre n 5er V o11zek 5 ek3 mhfik, vöik vett verhandelt. Und es gibt gewiß einige Persönlichkeiten, wie ~ ' •* r-* c Schmoller, deren objektives Streben man anerkennen muß; aber Das Herrenhaus hat einen einseitig politischen Charakter, und seine Kundgebungen erfordern die ernsteste Aufmttksamkeit. Wir können den Verdacht nicht los werden — und darum halten wir diesen Streik für umso unkluger —, daß sich hinter bet Forderung des Schutzes der Arbeitswilligen etwas versteckt. War eS nötig, Militär und Maschinengewehre inS Streik- rebier zu entsenden? Wir bedauern die harten Ausdrücke über die Scyutzleute, die eine verantwortungSbolle Pflicht erfüllen; aber wenn der Ober bürge rm eister von Dortmund Abg. BehrenS (Wirtsch. Vgg.)k DaS Hai Herr Heckscher nicht verdient, er, dem Sie even noch daS Zeugnis ausgestellt haben, daß er aufgefordert hat, Ihnen eine goldene Brücke zu bauen. Daß Hue einmal Hampelmann genannt wurde, ach Gott! Sehen Sie sich doch Ihr Lexikon an. Sie zartbesaiteten Herren! (Heiterkeit.) Der Oberbürgermeister von Dortmund hat nach der Meldung der »B. Z. am Mittag" die Mitteilung über fein Vorgehen als leeren Unsinn bezeichnet. Tie Automobile! Ach, Herr Sachse, Sie besinnen sich doch noch auf die Kommunalwahlen, wo Sie Arm in Arm mit den Zechenbesitzern gegen uns die Wahlen machten. Zweierlei Moral, Herr Sachse! Herr Legien rief mir vorhin zu, mir sei eS egal, von wem ich bezahlt würde! Man sucht niemand hinter dem Strauch, wer nicht selber dahinter gesessen hat. In den langen^ Debatten (Sehr richtig!), die wir von den Sozialdemokraten gehört haben, ist kein einziger von Ihnen auf die eigentliche Streitfrage ein» gegangen: ob der Streik in diesem Augenblick berechtigt war. Die eindringliche Frage, was Herr Sachse in England gemacht hat, hat cr nicht beantwortet. Die .Leipziger Volkszeitung", der .Vorwärts" haben Mitteilungen gemacht über geheime Ab- machungen, wir haben bishn darüber noch nichts erfahren. (Zuruf von den Soz.: Seien Sie nicht so neugierig! — Große» Gelächter und Aharufe.) Wir haben angesichts Ihrer internationalen Beziehungen und dieser Vorgänge das Recht, die Frage an Sie zu stellen. (Beifall.) Die Möglichkeit, die christliche Arbeiterbewegung zu hemmen, haben Sie nicht mehr; darauf können sich die Herren Sozialdemokraten verlassen. Der Streik trägt den Todeskeim in sich. Opfer wird er leider genug fordern. Aber nun richte ich den dringenden Wunsch an die Regierung: erfüllen Sie die berechtigten Forderungen her christlichen Bergarbeiter selber als Musterbetrieb und üben Sie den Einfluß auch auf die privaten Bergbetriebe aus. Vizepräsident Dr. Paasche: Es hat sich niemand mehr zum I V?™ itii 57, I 3?'h"? il Uh« W bin? i Y,Öft6h Mo' DS I Hst k löernt< i.^5 '(Ähn 1 «lQnb, i NS i ,'N 'L^t j MH . s. Münzenberg, 15. März. Schon seit drer Jahren läßt Herr Gutspächter Leipold auf dem von ihm erpachteten Gräflich Laubachschen Hofgut all- ährlich importierte oder aus eingeführten Tieren gezüchtete Zucht- chweine versteigern. Diese Art Zuchttiere unter die landwirt- chastliche Bevölkerung zu bringen ist neu und ungewöhnlich. Ich eint sich aber bei uns einzuführen. Für den Verkäufer ist sie die praktischste. Sie bringt ihm weniger Zeitverlust als der Empfang von Käufern und das unangenehme und zeitraubende i) ell ich en um einzelne Zuchttiere. Der prakttsche Engländer hat in diesem Punkte den richttgen Weg gewiesen. Der Berkau zahlreicher Zuchttiere vollzieht sich durch die öffeittllche Versteigerung in wenigen Stunden geschäftsordnungsmäßig unter voraus dekanntgegebenen klaren Bedingungen. Der Käustt weiß, welche Bedingungen er zu erfüllen hat wenn er ein Zuchttier ersteigert. £,er Verkäufer kann Nicht in Nachteil kommen und verliert keine ff: Derr Leipold, ein ehemals bayrischtt akttver Offi-in, sah sich durch einen Unfall genötigt, als junger Mann seinen Abschied otan5TCJ!‘ f sich der Landwirtschaft zu, war längere vie Züchter in England bringen Zuchttiere au ihren Gütern zur Vcrlteigttung oder mehrere Züchter vereinigen mlrrfn chren Uebttfluß an Zuchttitten an den hnn9CIL Sc8 Verfahren hat Herr Leipold von Eng- feir^r1^^*^11- ks 0X10 und einbürgttn und wegen Eimachheit und her groben Zeitenparnis Nachahmung fin- den. Bei seinem Unternehmen, regelmäßig engllsche Zuchtschweine B«. "ns beliebten Rasse auS besten StanLiLtL and ernzufuhren. leitete Herrn Leipold bet Gedanke, den beut geben, ihre Zuchten durch englische stC ÄX1 ^m aus wähl en können, aufzufrischen, deutichen Züchtern bekannt, daß ihre Zuchten durch den Von Zuchttieren deutscheii Blutes immer "Erden, so daß zu fürchten steht, daß untere ru deutsch, sie degeneritten. „ , ^rrrzellw hat sich davor zu ichützen gesucA, indem tt fid) Wer aus ei^ e^llsch^ Zucht schicken ließ. Was man ihm schickte, mußte er bebalten nmr" nirfitCin dA vielleicht nicht geeigneten Tieres bcnFeiL : ?cxr ^nzelne kann auch nicht gut nach England reifen, um sich selbst ein Zuchttier zur Auffrischuna feiner Schweinezucht ausnuvählen. ^urmiaping Leipold will alle den Bedürftigen zn dllfe kommen verdienen. Er fährt wie gesagt nach England flSäMt« R^tLri^,.8^l9CrUn0aLC^C Sr°ßtte Aßzahl A.? -J« Zuchttiere. Ebtt, tragende Sauen, Ferkel, führt sie aur ’?nen u"d züchtet mit diesem Material. Dtt^Mstam- T^llch^^'s/bäigres (smtich.- Pedigi) sagt der gebildete o rZC' u !^d«S Zuchtna vor. Nun erwartet iierr ^.cipold, daß die deutschen Schweinezüchler zu seinen Versteiae- kommen und sich echt englisches Zuchtmatttial zur Blut. rooh ein b£, ^°Dtni lehen den Botteil dies« Einrichtung Ceroiwrn ern^^n^10" Schweinezucht , mA ien^ ltl mfbrcrc Zuchttitte. Aber auch zahlr«^ Äau^ü u^d Vauf?nOinnbe^h^'ntaUh^ Unternehmen gewonnen ^d^bäd Ueberzeugung, daß sie ihren Üb laut' bei'u Sanz ungewo'inlichc Unternehmen lüidtti. Ml^i ^bt Lr Lunchen Rttch Nachahmung linoen. ü>lui ireht, rmr können von un|en n praktischen, wenn auch unttevenZwürdigen, Vettern drüben über dem Barral noch manchttlei lernen. Es kamen diesmal 41 Eber und 49 Sauen zur Versteigerung. Zn das linke Ohr ist den Tieren die laufende Kummer des Zuchtregisters eintätowiert, die Zahl im rechten Ohre ist die Nummer des ViuUerttttes. Zur leichteren Orientierung tragen bei der Versteigerung die Titte die Katalognummer in roter Farbe auf den Schultern, die auch bei den tungen Tinen so breit gebaut sind, daß auch eine dreistellige Zahl Raum hätte. 3eber Anwesende erhält einen Katalog, der über die Tine und über die Bedingungen, auf Grund derer die Vttsteigerung erfolgt, klaren Aufschluß gibt. Jede Frage ist überflüssig gemacht. Die Einrichtung der provisorischen Stallungen für die Versteigerung, der Versteignunasraum, in den jedes einzelne Tier den rings umherstehenden Käufern sichtbar ist, ist einfach und praktisch. Tie Versteigerung dtt einzelnen Titte geht rasch von- statten, da nur Aufgebote von 5 Mark angenommen werden. Leider sind die Teutschen noch nicht reich genug, um für deutsche Zuchten in England erstklassiges Material kaufen zu können. Ein englischer junger Zuchteber von Rang, der einen Fleischwert von etwa 120 Mark hat, kostet als Zuchteber 3000 Mark. Tas sind in England normale Preise. Solche Preise kann ein deutscher Züchter nur ganz ausnahmsweise anlegen, es fehlen ihm die zahlenden Abnehmtt für solch kostbares Blut. Herr Leipold erzählte mir über die Preise von Zuchttieren in England beispielsweise: Er habe auf einem dtt englischen Güter auch Hühnerzuchten gesehen. Ein Hahn, nicht ersten Ranges, habe seine Aufmerksamkeit erregt. Ter Besitzer antwortete: Ten Hahn kann ich Ihnen verhältnismäßig billig abgeben, er hat sich schon durch die auf ihn gefallenen Preise bezahlt gemacht. Er forderte für den Gickel 3000 Mark. Aus England roerben nach Nord- und^Südamerika Schafböcke geschickt So ein wirklich hochgeborener Schafbock mü einer langen Ahnenreihe kostet 20 000 Mark uff. lieber Einzelheiten und Einrichtung des Versteigerungsplatzes zu schreiben fehlt hier ber Raum. Praktische echt englische Aufmachung, muftergültig, damit sei alles gesagt. In dem weiten, sonst verhältnismäßig ft Ulen, weil sehr großen Oekonomiehoft herrscht für einige Stunden während dtt Versteigerung reges Leben und verwundert schauen die Türme der Münzenburg, die altersgrauen Häupter schüttelnd, in dies mo berne Treiben hinein. Eingejandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Slubrit stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 16. März. No ch „Einiges über Sängerwettstreite". Auf das Eingesandt des $)errn A. Haffner vom 7. d. Mts. sei mir das Folgende als Erwiderung gestattet: Ich kann meine Ausführungen in Nr. 49 des „Gieß. Anz." vor der Hand nicht dadurch als widerlegt betrachten, daß Herr Haffner einzelne Stellen aus dem Zusammenhang herausgreift, für seine Zwecke zusammenstellt und daraus scheinbare Widttsprüche und Inkonsequenzen konstruittt, was doch nur den Zweck haben kann, die Aufmerkl amkeit der Lestt von dcr Hauptsache auf Neben sä cl>- liches zu lenken. In der Hauptsache — und das ist für mich die Bedeutung des deutschen Liedes für unser G e- müts- und Geistesleben und der ethische Wert oder Unwert der „landläufigen" Sänger wett st reite — in der Hauptsache glaube ich nicht allzuweft an dem Rechten vorbeigekommen zu sein. Das beweist mir die Zustimmung, die mir von den verschiedensten Seiten zutell wurde, teilweise von Leuten, die lange Jahre in der Wettstreltsachc gestanden und darin nicht nur ein Haar gefunden haben; aber auch von Leuten, die Herr Haffner mit mir gern als Autoritäten auf dem Gebiete des Männergesanges anerkennen wird. — Daß es heute überhaupt fein Volkslied mehr gebe, habe ich durchaus nicht behauptet: ebensowenig, daß die Gesangvereine keine Zttmstchöre singen sollen. Im Gegenteil, ich kann nur jedem strebenden Vereine raten, auch gute „Kunstchöre" zu üben — wenn er der Aufgabe gewachsen ist und das nötige Stimmenmaterial hat. Ich finge selbst seit etwa 26 Jahren mit stets neuer Freude und neuem Genuß Kunstchöre von Hegar, Braürns, M. Bruch u. v. a. in einem Verein, der so leicht keine Kontttrrenz in seiner „Klaffe" zu fürchten braucht, der aber — das sei doch nebenbei and) bemerkt — fingen gelernt hat ohne Wettstreite: denn dieser Vttein hat noch nie einen Wettstreit besucht und singt nur im Dienste der Wohltätigkeit und der Gesell ligkeit. — Daß nicht fdten Leute — darunter auch Fürsten und ins- besondtte unser Kaiser — ohne alle Nebenintttessen aus reinster und edellter Begeisterung für den deutschen Mannergesang Preise für Wettstreite stiften, ist mir wohl bekannt. Abtt ich habe in meinem Aussätze nur von den „landläufigen" Wettstreiten gesprochen, und die wird Herr Haffntt doch nicht im Ernste neben die Kaisttwettsingen stellen wollen. Auch glaube ich, daß nid# jebem Preisspender bekannt ist, welche Folgtti oft seine lvohl- mttndende Absicht nach sich riebt, sonst würde er sich die Sache wohl manchmal noch reiflich überlegen. — Und nun zum Schluß: Auch durch die Lektüre des Haffnerschen Eingesandts habe ich mich von der Notwendigkeit der Sängermett- streite Nicht überzeugen können. Meine Meinung ist nach nne vor ine: Unser Volksleben leidet schon so sehr an Vttäußttlichutig, dag wir nicht nötig haben, Dinge zu uiiterstützen, die einer solchen lwch Vorschub leiiten; im Gegenteil, es tut uns bitter not, daß wir eine Verinnerlichung des Volkslebens anstteben und alle geeigneten Mittel in deren Dienst stellen und darin erhalten; und zu diesen Mitteln gehört in erster Linie das deutsche Lied, gehört der deutsche Männergesang. Damft ist für mich die Angelegenheit vor dtt Oeffentlichkeit erledigt. , Valentin Müller, Schristßährtt des Mitteldeutschen Sängttverbandcs. Spidpian der vereinigten «frankfurter Stadttheater. Vperntzaus. Montag, den 18. März, abends 1% Ufa:: .Der Zigeuner- den 19. März'): „Ter fliegende Hollander." Dtittwoch, den 20. März, abends 1% Uhr: .Mignon.' Donners- taa. ben Sl. MSrz: .Oberst Ehadert." Freitag, den 22. März gefchloflen. Samfctag, den 23. März: .Boccaccio." Sonntag, den NZthmittagS 31/» Uhr: .Die Fledermaus." Abends 'Uhr: .Der fliegende Holländer." Montag, den 2ö. März, abends 7 z« Uhr: .Martha.' Dienstag, den 26. März: .Tie Entführung aus dein eecatL" Mittwoch, den 27. März, abends 7W Uhr: .Dtt Freischütz.' Schanspielhaus. Montag, den 18. März, abend» 7‘/, Uhr: Viertes und letztes Gastspiel von Irene T r i e s ch: .Maria Magdalene." Dienstag, ■VeimaL' Mittwoch, den 20. März, nachnu 2M Uhr, »Wilhelm -tc(L * Abends 7 Uhr: .Zopf und Schwert." Donners- la8* j9!J12,L,??ära’ °bendS 7‘/, Uhr: .Büxl.' Freitag, den 22. Marz abcnM 7 /, Uhr: .^ie Vergnügungsreise." Samstag, den 23. Mar,: Zum er|ten Male: .Die luftige Person." hierauf: .Der Tartuff." Lonntag, den 24. März, nachmittags 3% Uhr: .Madame SanS- Göne. । Abends 7 Uhr: .Tte^ luftige Person." Hieran!: .De« Xartuff. Montag, den 25. März: .FrankoiS Lillon." Dienstag den So. M«,: Anawl-ZyUuS. Mittwoch, den 27. März: .Die lustige Person." Hieraus: .Der Zart uff." *) Anfang, wenn nicht and ns bemertt, abends um 7 Uhr^