162. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 275
Erfchtml tiglich mit Ausnahme des Sonntags.
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»idiaus tosletter ckeSchlossgasse
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition imb Verlag: 51.
Redaktion: HL Tel.-Sldr.:A,rzeiger«ieven.
Die „Gietzraer Sawiilienblättcr“ werden dem .vn-eiger* viermal wöchentlich beigelegt, das '«reisbiatt fir bei Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fregen" erscheinen monatlich zweimal.
burdaett, und die Anwescnben folgten den Ausführungen nnl Spannung und sichtlicher ^reube. Der Vortrag wurde durch etwa 50 nwhlgelungene Lichtbilder ergänzt. Umrahmt war das Ganze von Vorträgen des Kirchenchors und der 1. Sckulklam, unter der rührigen und sachkundigen Leitung von Lehrer Euler.
= Großen^Linden, 18. 9h>ü. Bei der letzten Hauptversammlung des hiesigen Bauernvereins ergab der Abschluß den beträchtlichen Uebcrschuß von 1600 M.k.
Dienstag, 19. November 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversuälS - Buch- und Strindruckerei.
R. Lange. Gießen.
Au» Stadt und Land.
bi t e u e n, 19. Dioocmbcr 1912.
silberne Verdienftkrcuz verliehen.
** V o m G i e ß e n e r N a t u r t h e a t c r wird uns geschrieben: Sicherliäi erinnern sich nod) viele Gießener gerne an die weihe vollen Stunden, die sie int Sommer 1909 draußen nn atur* tl.catcr unter den rauschenden Buchen verbracht haben. Aommer erumert mau sich in deutschen Landen einer großen Zett, in_öer unsere Vorfahren sich ihre Unabhängigkeit crlämpit laben, xas Naturtheater Gießen beabsiddigt in Ermnerung an d:ese beittirurbigc 3eit eine
Der Kaiser in Kid.
Kiel, 18. Nov. Ter Kaiser mit Gefolge ist im Zonderzug um 7.30 Uhr hier cingetroffen. Am Bahnsteig ridteten sich der Genercttinspelteur der Marine Prinz Heinrich, der Staatssekretär des Reichsmarineamts v Tirpitz, der Flottenckfef Admiral v. Holtzendorfs, der Ches der Marinestation der Ostsee Admiral (So er per, der Stadtkommandant Generalmajor Albrecht und Po hzeipräsident von Schroeter. Zur Begrüßung hatten sich außerdem die Prinzen Adalbert und Waldemar ungesunden. Ter Kaiser begab sich aus dem Wassertvege an Bord des Linienschiffes „Deutschland", aus dem er Wohnung nahm. Die Hochseeflotte salutierte mit 33 Schuß. Tas Wetter ist trübe.
Kiel, 18. Nvv Heute mittag 12 Uhr wurden die Marinerefruten im Cxerzierhausc I der Matrosendivision vereidigt. Kurz vor 12 Uhr traf der Kaiser in der Uniform eines Admirals im Automobil im Kasernemcnt ein. Vom Hafen bis zur Kaserne bildeten die alten Leute Spalier. Nach Ansprachen der Stationspfarrer beider Bekenntnisse wurden etwa 7500 Rekruten unter der Lei- tinm des Inspekteurs der ersten Marineinspektion vereidigt. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine Rede. Das Hoch auf den Kaiser brachte der Chef der Marinestation der Ostsee, Admiral (Socrper, aus Der rtaifer nahm auf dem Hose der Kaserne den Vorbeimarsch der Fahnenkompagnie entgegen und nahm an dem Frühstück in der Offiziers-Speiseanstalt teil.
Starkenburg und Rheinhessen.
R. B. Darmsta dt, 17. Nov. Zum Besten der Mit- glieder deS Nieder-Modauer Kreditoerelns, die durch die bekannte Katastrophe 511m großen Teil an den Rand des Verderbens gebracht worden sind, fand heute im Turnhallensaal am Wooglatz ein vom Hessischen Odenwaldverein veranstaltetes Wohltätigteltskonzert statt, daS einen größeren Ertrag für den schönen Zweck abwerfen dürfte. Bürgermeister Müller, der als Vorsitzender deS Hessischen Odenwaldklubs dem Verein für diese Veranstaltung wärmstem Dank aussprach, gab bekannt, daß die cinschließlich I einer dankenswerten größeren Spende des Großherzogs für die vom Odenwaldklub eingdeiteteten Sammlungen bis jetzt nahezu 7000 Mk. eingegangen seien und daß durch die in diesen Tagen erfolgte erste Verteilung von über 1000 Mk. schon manche Tränen getrocknet worden seien.
den. , ,
Ter russische Thronfolger
hat die Reise von Spala nach Zarskoje Selo gut Überstunden. In den letzten vier Tagen blieb die Temperatur unter 37 Grad. . „ . T
V0m Aufstand in Liberia.
Tie , Kölnische Zeitung" meldet aus Monrovia: Sämtliche bedrohte Deutsche sind au Bord des .Panthers" gebracht worden. Tic Lage im Auf- skantegebiet ist unverändert. Eine große Zahl Kru-Neger erwartet den Angriff liberischer Soldaten von der ^eite des Neweeß-Flusses her.
Wilson und Bryan
Die ,Morning Post" meldet aus Washington aus guter Quelle, daß der erwählte Präsident Wilson beabsichtigt, Mr. B r ya n das P 0 r t e f cui lle des Staats- ife parte ments und, menn er dieses, wie zu erwarten stehe, ablehneu werde, den Botschafter post en in London ainzubieterp.
iSnsta^'
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m. Steinfurth, 17. Nov. Wiederum ist hier durch die Nauheimer Glcnbarmcrie ein Diebslager ausgehoben worden, ^ie Witwe Walter, eine unbescholtene Fran, hatte emen Mitbewohner ihres Hauses wegen rüdftäiibigcr Miete und Atimeu tation verklagt. Aus Rache darüber erstattete der Beklagte An zeige bei der Gendarmerie, baß die Fran cm großes Lager aller möglichen Gegenstände besitze, bic sie nicht aus rcditmaRigcm Wege erworben hab.n tonne. Die Gen bann er, e nahm vaussuchima vor und fand tatfädilid) ein ganzes Weißzeuglager, -J-tldjc, ätoicl beden, Servietten, Kisten Zigarren usw., die in einem Wagen nach Nauheim befördert wurden. Die Frau gibt an, die coachen feien ihr geschenkt worden. Ob das Gericht ihr das »glaubt und ob sie den Nachweis darüber erbringen lann, ist sehr fraglich.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefjen
Wie seit Bestehen ix-? Vereins noch keine Dividenden zur Verteilung gelangten, wurde auch jetzt davoti^ Abstand genommen und dafür beschlofseii, im Juli n 3- ein großes Ban ernfest, verbunden mit Fahnenw ei he, ,;u ver- anstalteii. Einige bekannte Redner haben bereits ihr Lr- scheinen in Aussicht gestellt. _
© Lollar, 19. Nov. Am Donnerstag, 21. d Mt.., abends 8 Uhr, sindet öffentliche Gemeiudcrats- -iiiung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch öc-' Lehrers Da ab um Zustand Haltung der Waschküche. 2. Ber- irerttiug des Stammholzes. Verlaus von Baugelände an vx Nies. In der darauffolgcndeii geheimen Sitzung wird verhandelt: 1. Austettung eines Aufsehers für das mcfige Elektrizitätswerk. 2. Anstellung eines Wiegemeisters. 3. Gesuch des Flurhüters K. Erb um Bewilligung einer Remuneration. Ä rrf., M
_{- Daubringeii, 18. Nov. ^as Fürstlich Braun- felssche G u t d e i b e r t s h ansen , etwa 350 Morgen groß, wurde nn den seitherigen Pächter B'renncmann für 100 000 Mk. verkauft.
h. Steinberg, 18. Nov. Am 25. November v. x\6. ! wurde von einzelnen Geflügel- und Kaninchenliebhabern hier cm Geflügel- und KanincheUzüchterv erein ge-
I gründet, welcher bis heute nahezu 40 Mitglieder zählt. Um ihrem Zuchtuttcrcsse Ausdruck geben zu können, wurde bc- . schlossen, am 8 Dezember eine LolalauSslellung, ver- bimbcn mit Preisschießen und Veilosung bei Gastwirt Ludw.
Dctificbes lleicb*
Zur mecklenburgischen Verfassungsfrage.
Ten mecklenburgischen Landtagskommisfar.n Grasen Bassewitz-Levetzow und Staatsrat Tr. Langscld ist ein Re- Nerungsreskript zugegangeu, in dem der Großherzog auf bi? gefallene Verfassungsvorlage hinweilt und ausfuhrt, daß diese Art der geschäftlichen V e r h a n d l u ii g mit dem Ernst der Lage und der Bedeutung der Zache für das ganze Land nicht vereinbar sei. Der Großherzog lehnt es ab, eine Antwort ter ^tante auf (3runb des Beschlusses der Ritterschaft entgegenzunebmew Es sei nicht sein Wille, dem in dem Beschluß zum Ausdruck gebrachten Wunsche ter Ritterschaft um verausgabe einer neuen Vorlage zu entsprechen, da sich die Ver- sassungsreform als undurchfü h r b a r erwiesen habe Der Großherzog erwartet, daß die beiden .Stände m gemeinsamer Arbeit die erforderliche Einigung herbelzu- führen suchen. E r h a l t e d i e V 0 r la g e a u s rech t und verlange eine eingehende Prüfung. Er appelliert nochmals mt die Stände, ihm ihre Hilfe zur notwendigen Durchi- sühruug des Verfassungswerkes nicht zu versagen. — Dieses Reskript wurde von den Landtagskommissaren den Standen unterbreitet.
ITic Untersuchung bei Zustande im Vieh- und Fleischhandel.
Der am 28. d. M. im Rcichsantt des Innern zur Unter- ludnina der Zustände int Vieh und Fleischhandel znsanrmeii- irctciibe Ausschuß zahlt 30 Mitglieder, von denen die Hälfte berufen ist auf Vorschlag des Deutschen Landwirtschattsrats, des Reichet erbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genogenschatten, des Deutschen -täbtetags, des Deutschen Fleisdurverbandes und des Bundes der Viehhändler. Der Ausschuß wird sich aus,chließ- l|ch mit den Faktoren beschäftigen, die fiir die Preisbildung des Fleisches vom Verkauf im Stalle bis zur Abgabe un Fleudier" laden maßgebend sind.
Zlnslanv.
Kreis Friedberg.
r. Reichelsheim, 18 Nov. Gestern tagte hier der Verein ehemaliger 116er, Verein Wetterau. Es waren etwa 400 Mitglieder erschienen; außerdem beteiligten sich an den Verhandlungen zwei von dem Regiment ftaqcr
\ I Wilhelm entsandte Offiziere Um 3 Uhr -ch-'nUags zog
der „Maibraut" von Ernst von Wolzogen, die zum ersten Male der Verein unter Vorantritt einer Abteilung bet (^nft vor 3 Jahren am Neroberg bei Wiesbaden gcipielt nnnbe. Um Rcchmentsmusik an das vor zwei Jahren errichtete Kiieger. die riesigen Schwieiigketten 5«, bewilligen, die eine derartige I t,cnfmn( ün dem nach einer tief empfimbcnen patriotischen ^ufjütrunn mit fitfe bringt,— m^nallttn em epor Pfarrers Vogel von hier von dem Vor-
TüJtigftntifeinrt Iriteä her Untoft.-n ntjenöen beS VcremS, Slpotbcter Seinpcl von Köln, zwei soll der etwaige Reinertrag eines am 23. -November UU-' abends j^önze zum Gedächtnis der gefallenen Krieger niedergelegt 8 Uhr rünlilich, >n der neuen Aula stattfindenden ,, Bi int en Abends lüUlbcn, Darnach begannen die Verhandlungen des Vereins verwendet werden. Ihre liebenswürdige Mttwirning mtven oie <^Q||(1QUre ,ur Post, welche einen recht harmonischen Ver- L'«Ä^V^n, be$ «krein» im Assessor Blurnenau ;ngesagt. Herr Schauspieler Jensen, der zum März 1913 in Echzell fiattfmbcn. critcn Male als Rezitator vor das Gießener Publikum tritt, tragt - n. n
Werke von Geiger, Münch!.ausen, Lilienervn vor.' D.e Herren ^r Sülze, Hermanii, Blinnenau spielen cm Trio von Beethoven und ein Trio von Havdu. Herr Blurnenau spielt die „Polonane m Fis-Moll von Chopin, das„Rondo capneioso" von Mendelssohn uni) die „Widmimg" von Schumann und Liszt, -tic Namen per Aiwführenden bürgen für einen großen Kunstgeimt^, w daß, eine weitere Empfehlung überhaupt überflüssig sein dürfte. Wie im Fahre 1909 das Interesse an der Sache allgemein war, w honen mir, daß and- die Auffüllung im Sonnner 1913 all gern emen Anklang findet, der bereits jetzt in der Beteiligung am /„testen Abend" zum Ausdruck kommt, «arten sind zu 3, 2, 1 Mark, Sd iiler- und etubententarten zu 60 Pig. im ^"verkauf bei Cl-allier, Neuenweg, nnd^in der Ferberschen Hosbnchhandlung, Seltersweg, zu haben. iSiehe Inserat.)
** V 0 n der A r b e i t s l e h r k 0 l 0 n i e S t e 1 n nr u h l e. Ucberatl herrscht heute daS Bestreben, der Jugend zu-dienen, die Zukunft imfcrto Volkes sicher zu stellen durch planmatzige Arbeit an denen, die nach uns kommen. Das Verständnis für die Not- wenbiglcit dieser Arbeit tot sich mächtig Bahn geörodicn, aber immer wieder muß das als wünsd^ensw.'rt Erkannle zuruckgcitellt I merben, weil die Mittel selbst für das Nötigste flNrhd) flicwn. Auf eine ioldx notwendige Arbeit, die nicht geschehen kann, ohne die irerttätiqe Hilfe weiter Streife, möchten wir heute ganz kurz l inweisen. Nicht weit von Homburg v. d. H. liegt ein ein 1 am er £ of die Stein m üble. Es sind einsache, 'chmucklose Geb.uioc, in denen /ine Sd'ar von Knaben eine vorläufige Dcintat gefunden hat,' - Knaben, bic infolge geithger ober moraludier Sdiiräd e schwer erziehbar sind und ohne sachkundige Leitung der Verwahilosung oder dem Verbrechen anheimsallen wurden, — Knaben die brauten in der Welt zumeist ein unglüLiches Leben geführt haben und hier zum erstenmal den Segen einer verständnisvollen Behandlung empfmben. Sie werden mit Garten- und fvclbarbeit befd 'irtigt oder ie nach ihrer Befähigilng in den Werk fiäticit ausgebildet. >00 sollen sie — ihren Kräften entiprech.nd am gerüstet werden, um den Kampf mit dem Leben aurzunehmni, jenen Kamps, in dein sie unfehlbar erliegen müßten, nreiin neb neu nid t rechtzeitig helfende Hände cntgcgcnfrrcftm. Tic A r bcitslehrk 0 l 0 nle und B e0 b a cht u n g s a n ft a l t itc in- mühic ist eine von den wenigen Anstalten dieser An, d.e lln- bcmitteltc’i -ngnte kommt. Urner ihren Zöglingen sind viele ans Hessen Die'Verwaltung ter Arbeitslchrkolonie ist bei den niedrigen Pilegesäfcn auf private Hilfe angeroiqcn. Sie wird mtt behördlicher GcnelMigung and. hier eine Sammlung Dcramtaltcn. Mochten bic .nnwobner Gießens auch bei dieser Gelegenheit — wie ,chon so oft — beweisen, daß sie Verständnis besitzen für die Ugtalcn
»1«
♦* Für die Sitzung der Stadtverordneten' Versammlung am Donnerstag, 21. Nov, nachm. 4 Uhr, ist folgende Taaesord'nung vorgefchcn: 1. Aus osung von Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen 3. Bau- gefudi Karl Sier für die Tammstraße. 4. Baugesuch Wilhelm Möser für dessen Mühlengrundstück. 5. Einfriedigung des Grundstücks von Friedrich Wörner an der Krofdorfer Straße. 6. Einfriedigung des Grundstücks der Hoch- und Ticfbaugefellfchaft in'ter Marburger Straße. 7. Verpachtung eines Grundstücks an den Heilstätten-Derein. > • zhi»' bau ter Straße südlich der psychiatrischen und mcdtzttitschen Klinik und Verlängerung der Klinilstraße. 9. Vertrag mit der Gemeinnützigen Bcuigenossensckfast. 10. Anlage von Vogelschutzgelwlz. 11. Einführung einer Eefchafts- ordnung. 12. Einführung der Beru f Sv or mu n d f ch o f l 13. Beitrag an den l>cffischcn Gauverband gegen den Altv- holismus. 14. Gründung einer Gesellschaft ,Lberhefsifches Museum und Gailsche Sammlungen, G. m. b. £> " Lr Rechnung des Realgymnasiums und ter Oberrealschule für 1911. 16. Rechnung 1911 12 und Voranschlag 1912 13 der Löverschen Stiftung. 17. Rechnungsabschlüsse des Gas- und Wasserwerks, des Elektrizitätswerts und der Straßenbahn für 1911. 18. Festsetzung der Kokspreise. 19 ^enuc- tung der Bestimmungen über den Wasserpreis. -0. Ausführung einer Rohrleitung zwischen dem Pumpwerk L.ueck- born und der Stadt. 21. Gesuch um Aufhebung der Verbrauchssteuer auf Wein. 22. Filial- und WarenhauAsteuer. 23. Gesuch des Georg Erhardt um Erlaubnis zum Betrieb einer Kaffeewirtschaft im Hause Walltorstraße 19.
** In dcn 'Jtnhestaiid versetzt wurde ber Zugsubrcr Jakob Weidenhans, Gießen. In Anbetracht seiner lana- lährigcn treuen Tiensie wurde ihm von dem Kaiser das
1,0I\nn fleibner- i S i
Kreis Wetzlar.
w Krofdorf, 16. Nov. Die Wasserversorgungsanlage der G^meinbe Krofdorf—Gleiberg wurde gestern abgenommen und durch einen kleinen Festakt cingeweiht. Um 2'1 Uhr nachmittags hatte sich beim Maschincnhause eine stattliche Anzahl von .Herren cinqcfunben. AIS Vertreter der Gemeinde waren Bürgermeister Bräun und die gesamlc (vemeindeverrretung, von der Gesundheits- lehörde Medizinalrat Tr. Braun, von ber Bauleitung Krersbau- mciftcr Flendcr unb Tiefbautechniker Wiedemann erschienen. Außerdem waren Direktor Stolte vom Gießener Elektrizitätswerk, der Unternehmer Georg Appel aus Gießen anwesend. Das Mmchmen- haus enthält zwei dreisach wirkende Kolbenpumpen, jebe mit Aufgaben der Gegenwart. ! birekt gekuppelten Elektromotoren, und zwar eine Pumpe mit
Landkreis Gießen. Motor als Reserve. Die Motors entwickeln beide ie 20 Pb.
q Annerod, 18. Nov. Der hiesige Z we i g v e r ei n ß'nd sördern 25 Kubikmeter in der Stunde. Das Wasser muß bis vom Evang Bund hielt am Sonntag abend seinen ersten, sehr öodybctolter Krofdorf 70 Meter und bts zum Hock -ahlreich besuchten F a m i l i e n a b c n d ab. Pfarrer Haupt bebälter Gleiberg 130 Meter gehoben roerben. Neben von Grüningcii hielt einen Vortrag über die Erlelmwe und Be- ^em Pumpwerk ist cm Lammelbehalter von 100 tfubilmetec obad'tungen, die er während eines zweijährigeti 4lusenthalt m ^qssu„gsraum errichtet, in den das Walter mittels tOO Meter Kärnten als Vikar der coang. Gemeinde Klagenfurt gesammelt langer Heberleitung aus zwei Brunnen von u 10 Meter ^tcic tottc In interessanter, lebendiger Sdnlderung entrollte er sehr unb 9 .Meter Durchmesser gefördert wird. Vom Pumpwerk wird das am'd'auHd'e Bilder jenes Landes in geo^aphit'cher,^ kultureller, w Krofdorfer Hochbehälter mit 260 Kubikmeter und in
politisck'er und namentlich in religiöser Hinsicht. Die Sdnlbe^ >>cn Gleiberger Hochbehälter mit 85 Kubikmeter Fayungsraum rungen rvaren öfters mit feinem, zuweilen mit drastischem Humor gefördert. Der Gleiberger Hochbehälter ist unmtttelbar neben -----bem Warttumi der Burgruine errichtet, so daß auch die Burg- wirtscha'l Anschluß erhalten konnte. Durch die Probe der Hv- branten wurde ber geschaffene Feuerschutz gezeigt. Die Höhe und Stärke des ausgesandten Strahles überraschte allgemein Der Druck beträgt an der tiefsten Stelle des Ortsnetzes Krofdorf ungefähr 51 und an der höchsten Stelle noch 31,» Atmosphären Die für die Kinder in den Schulen aufgestellten hygienisch ein wandfreien Trintfpringbnmnen fanden allseitige lobende Aner-
-E Wien« Un^ ' .I$odV Werke
"••sSsfc
Das englische Unterhaus
fit am Montag wieder znsammengetreten. Von der erregten Stimmung, die bic Vcihanblnngci von Donnerstag diaraltcnucrtc, mar nichts mehr zn spüren. Asquith erklärte, die Regierung habe dem Appell des Sprechers am 14. November entwrochen Sic glaube zwar immer nod>, daß ihr uriprüuglicher Vorickstaq der einfachste und direkteste Weg war, die Angelegenheit, zu erledigen. Wenn die Regierung jetzt ein anderes Verfahren vondilaae w tue sie dies einerseits aus Widerwillen gegen die Wiederrehr von Unruhen, andererseits weil sie sühlc, daß |ic den '.lpp.ll de.- Sprechers nicht unbeachtet lassen könne. Die Regierung hat deshalb vorgcsckilagcu, die Fiuanzcntschlicßuug, die durch den zlutrag Bcnburv abgeändert ist, zu annullieren und eine n e u e F i n a n z- : Entschließung cin-ubringen. Der urwrüngliche Vondilag per Regierung würbe bic Annahme des Amenbements Bcn.bury ruck gängig machen unb wurde deshalb zurückgezogen — Die Finanz- entschließuug wurde ohne Aussprackie aufgehoben. Tic neue Finanzentschließung wird am Dienstag eingebracht.
Englische Furcht vor den deutschen Zeppelinen.
London, 18. Nvv. 3nt Unterhaus fragte der Unuv ^ist W. I 0 nis 0 n Hicks, ob der Kriegsminister über den Flug des Zeppelin-Luftschiffes nder Sbeerneß am 14. Oktober, etwa acht Uhr abends, xsn formationen geben föunc. Der Kriegsm ini ster erwiderte, daß er sich an die Admiralität gewandt habe, ein definitiver Bericht sei jedoch nicht ein- gcaangen Auf die weitere, von Hicks gestellte Frage, öd die Admiralität in der Angelegenheit von Lherneß Bericht erhalten habe, erwiderte Churchill, er wiffe nichts davon, doch würden N a ch s 0 rs ch u n g en angestellt uxr-
Schmandt zu veranstalten.
KreiS Alsfeld.
△ Romrod, 18 Nov. Bauliche Verändern«, gen sollen in dem hiesigen Schlosse vorgonomnten werden Zwischeii dem Kanzleibau und Herrenbau soll ein Anbau errichtet werden, der einen großen Speisesaal, ein Arbeitszimmer, ein Badezimmer und darüber eine Glasveranda als Wandelbahn enthalten soll. Die Grofiherzog- lidje Familie wird künftig in jedem Loinnter mehrere Wochen hier verweilen.
lenrautg. Insgesamt sind etwa 12'/- Shiometcr Mohrleitung verlegt und 91 Schieber und 88 Hydranten eingebaut worden. Die .Gcscnntkosten der Anlage betragen eiwa 125 OOO Mark. Mit dem Rundgang wurde eine photographische Ausnahme der Teilnehmer vor dem Ärosdorser Hochbehälter verbunden. Nach der Besichtigung vereinigte ein gemeinsames Kaffeetrinken im Saale der Gastwirtschaft Moos die Festteilnehmer, auch Tarnen waren hierzu erschienen. Herr Bürgermeister Braun gab einen Rückblick von der Entstehung bis zur Fertigstellung des Wasserwerkes — das zweitgrößte im Kreise Wetzlar — gedachte der angesammelten Akten als Beweis der Mühe und Arbeit und dankte zum Schluß allen, die an dem Werke mitgeholfen haben. Sein Hoch galt der Gemeinde Krofdorf—Gleiberg. Medizinalrat Dr. Braun hob die Bedeutung der Anlage in gesundheitlicher Hinsicht hervor und widmete den Tarnen sein Hoch. Dr. Seipp dankte namens der Bürger von Krofdorf und (Gleiberg für die Anlage und widmete dem Bürgernreister und der Gemeindevertretung ein Hoch Lehrer Loch an trug durch Verlesung eines selbstverfaßten Gedichtes zur Erhöhung der Stimmung bei. In drei Sälen des Ortes war zum Schluß Tanzmusik.
-r-, Kinzenbach, 17. Nov. Heute wurde Gemeindevorsteher Adaur Mandler unter großer Beteiligung beerdigt. Er stand 13 Jahre an der Spitze der Gemeinde und war im vorigen Jahre zuur dritten Male einstimmig gewählt worden. Ein Magenleiden hatte den überaus rüstigen Mann
Bundesitaaten Dcrtraencn Auffassung in dieser Frage angeschlossen. Tas Erkenntnis des höchsten Verwaltungsgerichts wird naturgemäß in Zukunft auch von den hessischen Verwalrungsgerichten überhaupt bei ihren Entscheidungen zugrunde gelegt werden, so daß also künftig auch in Hessen die Wirtschaftskvnzcfibn einer juristischen Person allgemein erteilt werden wird. Tie Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist nicht bloß twn prinzipieller, sondern auch praktischer Bedeutung, da hierdurch die Stempelfrage wesentlich berührt wird.
Xl t)d, 16. Nov. Wegen Kautionsschwindels löiitbe der Direktor der Wach- und Schließgesellschast in Lyck, Bernhard Jakubowski, zu vier Jahren GeränqniS inrb fünf Jahren Ebr- oerlnst und sein Bruder A l o i s y u s Jakubowski ivcgen Bei- Hilke zu 1XA Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt Es stird int ganzen über 50 Kautionen int Betrage von 50 bis zu 100 Mk. unrechtmäßig von den Jakubowskis verbraucht worbe». Geschädigt hnb hauptsächlich kleine Leute, die als Schließer und Jnspektoreir ongestellt tvurden.
«LLL__ --4L____ ■.....
Sport.
* Fußball. Am letzten Sonntag spielte die 1. Mannschaft deS Fußballklubs ,G e r in a n i a* - (S t e & c n in Friedberg gegen den dortigen Fußballklub .Fortuna*. .Germania' trat mit vier Mann Ersatz an, konnte jedoch durch die gute Verteidigung mit 2:2 Toren abschneiden, bei Halbzeit 1:1.
Weizen
Rogge»
Haler
KöiiigSbera
- (- )
172 (— 2)
152 (- 3)
Danzig
- (- )
174 (-27.)
— (— )
Stettin
195 (— 3)
172 (- 3)
178 (- 2)
Posen
202 (— 4)
169 (— 1)
176 (— 3)
Breslau
202 (- 1)
176 (— )
177 (+ 1)
Berlin
201 (— 3)
175 (— 3)
204 (- 1)
Magdeburg
201 (— 4)
171 (- 4)
192 (— 2)
Halle
201 (— 1)
174 (— 2)
203 (- 2)
Leipzig
198 (- 3)
171 (- )
196 (- 1)
Dresden
201 (- 3)
172 (— 2)
193 i- 2)
Rostock
- (- )
173 (- )
172 (- 2)
Hamburg
205 (- 3)
178 (- 4)
195 (- )
Hannover
19; (-6)
178 (- 4)
195 (- 7)
Düffel Dorf
210 (- )
90 (- )
202 <- 1)
Franküirt a.
M. 210 (-27,)
185 (— ])
205 (- 5)
Mannheim
2127,(— 5)
1877,(— )
193 (- 5)
Straßburg
‘215 (-27,)
195 (- )
200 (— 5)
München
226 (— 2)
190 (- )
198 (- 4)
Weltmarktpreise: Weiten: Berlin Dez.
204.50 (- 3.50).
Pest April 202.30 (— 1.50), Pari- Nov. 237.80 (-f- 4.05), Liverpool
Dez 165.25 (
- 5.40), Chicago Dez. 132.85 (- 6.40).
Roggen: Berlin
Detbr. 175.50 (— 2.50). Hafer:
Berlin Dezbr. 179.75 (— 3 25.
Futteraerste:
Südrufs, frei Hambura unverzollt
fchwim. 134.00
(— 4.50), Nov. 134.25) (— 5.25).
Mais La Plata
fchwinu 111.09
(— 2 50), Mtxed Tez./März 110.00 (— 2.50) Mark.
mm.
ccuerri
ten (volle )td) der von den anderen
Schon rvochenlang sind
folgte auch ziemlich einstimmig.
bleibt liebetnanb.
48-52
87-95
50-55
91-103
69-701/,
86-88
der
67-69
84-86
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«.
Nov.
Wetter
1912
Es stellten^sid^ dic Preise für inländ. Getreide am letzten
36-41
30-36
86—88 87-00
insofern
als die
66—76
60—70
42—46
44—49
die Wiesen im Ohm- und Kleintale überflutet; dadurch ist die Herbstweide unmöglich gemacht. Ganze Scharen von wilden Enten tummeln sich auf der großen Wasserfläche, durch die der Nahverkehr mit einzelnen Ortschaften sehr erschwert ist. Hoffentlich bringt die in Aussicht stehende Ohm- regulierung hier gründlich Abhilfe.
411-115 105-110
92—108 83-90
Mk.
98—104
96—102
66—68
63-66
55—62
50—54
8-2—87
73-0
81-88
83—94
84—86
78-80
Presto lür loo P>v. Lebend- Schlacht- geivicht
£•3 91 &
Alk. 54—57 53-56
49-52 44-48
Höchste Temperatur Niedrigste
Hctrci-c-Wochcnbcricht
Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 12. bis 18. November 1912.
in seinem 59. Lebensjahre dahingerafft. Seine vorgesetzte Behörde, sämtliche Gemeindevorsteher der Bürgermeisterei Krofdorf und fast alle Gemeindeglieder gaben dem beliebten Manne das letzte Geleit.
Hessen-Nassau.
kg. Kirchhain, 17. Nov. Nachdem der Stadt Kirchhain ein zweiter dlbgeordneter zum Kreistag zugefatlen ist, erfolgte gestern dessen Wahl. ?lls Kandidat war der Mühlenbesitzer Nikolaus Prediger aufgestellt und seine Wahl er-
handel.
Teurere Lesen.
Köln, 18. Nov. Unter deut Namen »Bereinigung d ' n t s ch e r C c f e n i a b r i r a n t c n in Köln" wurde von eiina vierzig der maßgebendsten Fabrikanten eine »Eiserne Lefen-Ber- einignnq- gegründet, die stch die Auigabe stellte, gesundere Ber- hältnisse atü dem Cfcnniarft herbeizutühren. Es wurde beschlossen, in 'Jhibelvadit der stetig Neigenden Roliftoffvreife eine sofort in Krau tretende Preiserhöhung von 7 7. Prozent und vom 1. Jult 1913 ab eine solche von 10 Prozent eintreten -n lasten.
40-41
33—34
Eingesandt.
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Gießen. Unseren Stabtvätern lag in ihrer letzten Sitzung die Tenlschrist ber Umgestaltung ber stäbtischen Feuerwehr vor. Für Die Mitglieber bes Kollegiums nric noch mehr für bic Bürgerschaft bewirkten bie in ber Denkschrift gestellten Forberungen Ueberraschungen. Mußte boch festgestellt werben, bah an uns Gießener bereits ber Großstabtrnaßstab angelegt unb bamit über bas Ziel hinausgesckwsscn wirb. Lhne bie erforberliche Sid)crbcit für ben Ausbruch eines BranbeS außer acht zu lassen, hätte btc Bürgerschaft doch eine vorsichtigere Haltung ihrer Slabtväter erwarten dürfen. Beig. Grünewald fdxcint fast als alleiniger mit seinen Wählern und Bürgern rid>tig zu fühlen. Sein mamtitaftrt Auftreten, wie insbefonbcrc der von ihm oertretme Standpunkt, verpflichtet ihm mindestens 99v4 Prozent der Gießener Steuerzahler zu Tank und Sympathie. I. G. P.
am 17. bis „ 17. ,
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vermischtes.
* Gin Mohammeoaner über ben Heiligen Krieg. Ten vielverbreiteten irrigen Ansichten Der Abend- länber über ben Heiligen Krieg tritt ein Mohammedaner, der frühere Tumaabgeordnete Malimed Aga Schachtachtinsti entgegen. Bor lmndert Jahren sei es Brauch gewesen, baß der Scheich ul Islam bei Kriegsbrauch durch eine besondere Fetwa dem Kriege die Sanktion erteilt habe Tas halte man seitdem sür überflüssig. Auch die Fahne des Propheten irerde nicht inehr den Gläubigen in der Schlacht vorangetragen. Einen eigentlichen .Heiligen Krieg gebe es nicht. Da jeder Krieg, den Mobammedaner führen, heilig sei. Tenn die Geistlichkeit lasse leinen Krieg zu, ber oem Schariat widerspreche. Tie russischen Mohammedaner lehnen jede Verbindung mit den Türken ab.
Kleine Tageschronik.
Auf der fiskalischen Grube v. b. Heidt, Abteilung Stcin- badndiadft bei Saarbrücken sind am Samstag kurz nach Schichtbeginn Bergleute, bie mit ber Schießarbeit beschäftigt waren, burd/ bas Los gehen eines aus unbekannter Urfad}? stel-en gebliebenen Sprengsd-usses verunglückt. Ein Mann ist tot, ein anberer würbe schwer verletzt: bic drei übrigen kamen mit leichteren Verletzungen bavou.
In ber Alscnstraßc in Berlin stieß am' Sonntag nad:mittag ein Lcid) enwagen mit einer E lektrischcn zusammen. Ter Leichenwagen würbe zertrümmert unb ber Sarg auf bic Straße geschleudert. Tic Fensterscheiben der Elektrischen zersplitterten, woburch einige Fahrgäste durch umhersliegende Splitter verletzt wurden.
In 5? a nt & ii r g unb in Altona irurben ein Installateur, besten Ehefrau, ein Kellner unb ein Kontrollmäbcl ai verhaftet, die bc^ fchulbisit werben, Brillanten, die von der gestohlenen Kölner Kaiserlette hcrftamnn’ii, vertrieben zu haben.
In E b i n b u r g überftelcn gegen 500 Stubentcn ein Haus', in bem bie angeblichen Grausamkeiten der Bioisestion bargeft?i(t wurden. Sie schlugen alles kurz unb stein und leisteten and: den l erbeigceilten Polizisten heftigen Widerstand. Mehrere Studenten unb Polizisteil ir-urbm verwundet und nach Krankenhäusern g.- bradje. 25 Stubentcn nmrbeit verhaftet.
Der Poslbampfer „O r a v i a", ber auf ber Fahrt nach Valva Raiso begriffen war. Tat bei ben F a l kl a n b - I n s c l n S ch i f s b r u d) erlitten. Passagiere unb Mannschafteit tonnten gerettet werben.
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(0crid)f$$aciL
Gin R i e s c n - K o l o n i a l p r o z e ß.
~ Berlin, 18. Nov. In bic Grünblingsgefchichte einer ganzen Reihe von kolonialen Erwerbsgescllfd-aftcn soll ein umfangreicher Prozeß hineinleuchten, ber heute unter bem Vorsitze bcs Laubgerichtsbirellor Sd>mibt vor ber ersten Strafkammer bcs Lanbgcrichts I begonnen hat, unb dessen Verhandlung mehrere Wochen in Ansprud) nehmen bürste. Es hanbidi sid) um den Kaufmann Wilhelm Mertens, ber als Mitglieb bezw. Aussid>tS- ratsmitglicb sid» versd.icbene Vergehen gegen bas Hanbelsgesetz- buch sid) haben zu schulben kommen lassen, inbem er bas Vermögen ber Gescllsd>asten burd) unwahre Angaben fdjäbigtc Ter Ange klagte war zuletzt bei ber Teutschen Kolonialgesellsck/ast 17 Jahre lang tätig unb hatte hier unter bereit Präsidenten dem Prinzen von Hohenlohe Langenburg mib bem Herzog Johann Albrecht zu Mcdlenburg eine leitenbe Stellung inne. Tann grünbete er bic Firma Mertens u. Eie., bic sich in ber Hauptsache mit Der Gründung unb Finanzierung von kolonialen E r - w e r b S g e s e l l s ch a s t e n befaßte. Ter Angeklagte behauptete bei seiner ®crn?I)iiiung, baß bicse Firma streng reell gearbeitet Ixtbe. Sie sollte gewis,'ermaßen nad> englisd'.cm Muster eine Art Bank für bic kolonialen Gesellschaften barstellen, tvoburd) wesentliche Unkosten erspart würben. Von riesigen Gewinnen, bic er in bic Tasde gciiedl haben soll, könne überhaupt nid)t bic Rebe sein. Tic loloiiialcn Gesellschaften, benen bic Firma als Bank bienen sollte, bezweckten in ber Hanptsad^e bic Ausbeutung von Kautschuk, Sisalhanf unb nnberen Kolonialprobuktcn. Ihr Tätigkeitsgebiet waren fast alle beutsdnm Kolonien, and) bic Insel Borneo. Ta bic Entstehungsgeschichte ber Gesellschaften unb bic Tätigkeit ber Finna Mertens u. Eie. seitens bcs Gcrid)ts einer genauen Prüfung unterzogen werben müssen, so finb sür Den Prozeß brei Wochen in Ansatz gebradst.
Universitäts-Nachrlchten.
ss Marburg, 17. Nov Bei ber genügen letzten Im- m a t r i t u l a t i o n ber Stubierenbcn des Wintersemesters hielt der Rektor der llniueriuät, Prof. Tr. Tröllfch, eine Ansprache an bie neu immatrikulierten Studierenden, in der er sie Darauf hin- ivies, bie akademische Freiheit richtig verstehen z»i lernen und vor allen Tiiigen sich eine gute JlllgemeiubilDung anzueignen. Er forderte zum Schluß die Studierenden, Die nicht bei der Waffe zu Diene» haben, auf stch Durch Beteiligung bei Der Genoiienschast freiwilliger Krankenpfleger im Siricge in Den Dienst des Bater- l«"De4 zu stellen.
Besserung der politischen Lage übte in der Berichtswoche einen verstauenden Einfluß aus die Getreidcmärktc and, Amerikaner wieder stärker und billiger offerierten unb auch Rußlcmb sichtlid) mehr Nad>giebigkeit bekundete. Hielt schon bic aiibaucrnbc Verkaufslust Amerikas bic Stimmung des Getre.de- handels unter Truck, fo kam noch hinzu, daß die Aussichten ber argentinischen Weizenernte im allgemeinen als günstig geschilbert itnirbcn. Zwar lagen am Freitag Melbungen vor, wonach in den nördlichen Anbaugebieten der Wunsch nach trockener Witterung laut wurde, aber der Umstand, daß die argentinischen Firmen glcidjjcitig hohe Qualitätsgewichte offerierten, versckx'ud)te bic aufgetauchten Bcforgnissc schnell roicber. Auf ben beutidicn Märkten zeigte sich für bad, allerbings meist aus absallcnbcn Qualitäten bcitcbcnbe Weizenangebot nur wenig Aufnahmefähigkeit, io baß bic Verkäufer sich mit zum Teil mcrUid) niebrigeren Preisen ab- iinbcit mußten: im Lieferungsgcsdiäft verlor Weizen in Der Be- richtswochc 31 ,, bis 4'/, Mark. Im Gegensatz hierzu konnte Roggen seinen Preisitanb besser behaupten, ba zur (Erfüllung älterer Exportverpflichtungen. seitens ber Küste Ware gesucht wurde und auch die Mühlen, wenn aud) bei etwas ermäßigten Geboten, Bedarf zeigten. Tiefen Ansprüchen gegenüber erwies sich das Angebot als mäßig, erst am Schlüsse der Woche schien etwas mehr Ware herauszukommen. Im Lieserungsgcschäft beschränkten sich die Rückgänge auf 2l/t, bezw. l’/4 Mark. Hafer wurde nur in geringen und mittleren Qualitäten stärker offeriert, während feine Darc knapp und gesucht blieb. Lieferung war per Tczcmber durch Teilungen zeitweise gestützt, Mais mußte unter dem Trude er- masst gier ausländischer Forderungen stärker nachgeben. Braugerste konnte sich nur in seiner Ware behauoten: für die vermehrt angebotenen Mütclaualitätcn war der Absatz schleppend. Einen weiteren Rückgang haben die Preise für russische Gerste erfahren, namentlid) für schwimmende Ware, die zum Schluß mit 134 Mark cif zu kaufen war. Aud) Mais war im Hinblick auf Die großen Plata-Vcridnffungcn und aus hohe amerikanische Ernteschätzungen niedriger gehalten.
CuftfcbiffdbrL
kf. Eine Flu gmaschine für 12 Personen. Ein fransöfifd^r Ingenieur, Rene Bourgoin, l-at soeben, wie die „Tedmiaue A6ronautiaue" mitteilt, ein Flugzeug vollendet, bad wahrscheinlich bie größte aller bisher gebauten Flugmaschinci ist. Es hanbelt sid- um einen Einbecker, ber 12 Personen tragen kann. Ter Erbauer gedenkt damit einen regelmäßigen Pcrso.ien- verkehr emzuridftcn. Tic Tragflächen des Eindeckers, der eine so große Last tragen soll, haben natürlich ganz erhebliche M- messungen. Tas ganze Flugzeug hat eine Spannweite von 14 Metern unb eine Länge von 12 Metern: bie Tragflächen hab-» bic Gestalt eines breit geernteten V. Mit voller Belastung soll bas Flugzeug 2200 Kilogramm wiegen. Hiervon kommen auf bas eigentlich? Flugzeug 800 Kilogramm, auf ben Motor 300, auf Benzin 150, auf Cd 50, unb ber Rest, 900 Kilogramm, setzt sid» aus ben 12 Personen zusammen, bie in bem Flugzeug Platz finben.
— '(Eine prinzipielle Entscheibung bcs Hess. Verwaltung sgerichts Hofs. Ter Großherzoglid) hessische VerwaltungSgerichishof bat in feiner Sitzung vom 15. November 1912 in letzter Instanz über bas G esu ch bcs Kat h. K i r ch e n vorstanbes z u Gießen um Verleihung ber W i r t - s ch a f t s k v n z e s s i o u für bad t a th. Bereinshaus z u Gießen cnti'chicbcii. Tie Entscheidung hat eine interessante Vorgeschichte. Tas Konzesiionsgcsud) war von der Stadtverordnetenversammlung zu Gießen n i d; t befürwortet worden. Sowohl bie Bcbürsiiis frage wurde verneint, als au de die Verleihung der Konzession an die katl "Iischc M irch?ngcmrinDc als an eine juristische Person für unzulässig erklärt. Tic Ansicht, baß bic Konzcsfivnierung einer iuiiftifd ?n Person unmöglich sei, kam aud) in einem ber_ „Eingesaubts", bic im Anschluß an bic fraglich? Sitzung ber StabtvcrordnclcnVersammlung im Gießener Anzeiger crid>icnnt, zum Ausdruck. Ter Provinzialausfdnlf; der Provlnz Cbcrhcsscn zu Gießen, bem bic Entscheidung über das Gesuch um Verleihung der Konzession zustand. hatte in seinem Urteil die Bcdünnisfragc bejaht und Die Konzession erteilt. Tic beantragte Konzcsfionicrung der Mirdcngcincinbe als svlck)cr erfolgte auch hier nid’it, fonbem cs würbe bcin Eventualantrag, einem Mit- glieb bed Kird^cnvorstanbcs bie Wirtsdzaftskonzeffion zu erteilen stattgegeben. Gegen bi cf cd Erkenntnis bcs Provinzialausscholss^' bat ber Vertreter des Kird-envvrstanbes Berufung an ben Ber n> a 11 u n g d g c v i d: t d t o | zu Tamiftabt ücrfolgt, worauf bad Urteil aufgehoben unb in Stattgcbung ber Berufung ber Kirchcngemeinbc zu Gießen ald solcher, vertreten burd- ben Kirchenvorstand, bic Konzession erteilt wurde. Tiefer Gntfdxibung kommt eine über Den vvrlicgenben Fall hstnaudgcl-cnDe prinzipielle B eb en tu n g zu. In Hessen war Die Konzessionierung eines rechtsfähigen Vereins, iincr Gemeinde ober iibinliaupt einer juri' sk'schcn Person von bem Gwßb- Ministcriiun, Dem feither bie Entscheibung m lenter Instanz ziistanb, bislang abgelchnt worben In allen libiigcnBnnbcdstaalen bat man Dagegen schon feit lange, fei cd in ftänDigcr Rcd?tspred)ung, sei cd in Aenberung bc^ früheren Stanbpiintted Bayern, Preus en,, bie Frage Der Konzessioniermig Dcv iurnhld-?ii Perfon bcjal.t. Ter Hessische Berwaltungsgerichks- °^cn angeführte Ewkennmis in Dein erften ihm
Märkte.
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Ziehung vom 13. November 1912 vormittag».
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40143 73 258 62 790 8C0 41006 103 C8 431 584 648 752 921 28 61 42164 13000) 321 [3000] 43017 41 277 99 370 690 737 838 44 138 609 853 92 45197 203 477 564 612 69 047 375 448 [3000] 682 730 943 50 73 47175 94 223 49 73 367 [600] 594 710 922 36 43 69 60 562 718 834 975 49021 66 106 337 45 436
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378 415 544 69 670 836 989
2OO023 83 162 257 64 96 320 [3000] 488 kSO 625 35 96 973 2O1C57 444 [3000 ] 77 565 859 938 2 3 2005 (3000) 126 303 [5OO] 451 604 7 23 [ 600] 32 70 871 20 3 032 85 99 170 290 98 352 668 93 743 83 800 46 2 04147 68 99 272 83 446 84 528 627 55 67 84 205165 356 (3000) 614 87 94 700 13 813 [500] 76 969 72 206001 54 394 456 71 [5000] 97 612 63 775 805 26 76 944 80 97 207027 [ 3000] 145 53 71 77 243 62 490 693 633 (600) 53 68 (500]
Im Gewinnrade verblieben 2 Prämien tu TOCOOO M. 2 Gewinne tu 60000, 4 tu 50000, 2 tu 40000. 4 tu 30000. 10 tu 15000. 48 tu 10000. 104 zu 6000. 1578 zu_3000, 2750 zu 1000. 4368 zu 600 >4
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9. Ziehung
(227. Königlich Preuss.) Klassen-Lolterie
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---* 63 255 306 60 408 623 5d 728 11 1004 451 757 816 980 85 1 12145 317 64 70 113139 [500] 288 331 61 680 686, 873 368 431 672 828 929 115056 171 |500] 426 [5000] 509 741 66 63 903 90 116029 93 479 634 63 57 [500] 75 800 73 050 117007 179 620 34 48 752 876 95 924 27 118004 31 83 261 [1000] 695 611 [600] 36 700 66 97 [1000] 857 C8 119357 86 699 657 [600] 69 773 811
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(Ohne Gewähr.) (Nachdruck TCroorcn.)
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2 SS " S'E o. 5:-'S 255 2
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241 89 329
906 101003 61
79
5. Kl I. Preuss.-Süddeutsche
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96 [600]
474
868
445
94
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[1000] 77 346 63 SS
843 74 619 41
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SO 32
82
33 67
621
748
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415
418
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736
191
600
668
85 643 06 762 963 66
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9. Ziehung ...
(227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotten
[5001 955
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200215 301 43 16C0] SO 489 525 602 80 751 54 881 910 23 93 2 0 1 037 154 217 337 43 623 656 68 733 804 202059 143 413 57 90 693 602 33 2 0 0 226 65 750 826 204 20 [600] 93 119 64 219 474 560 734 342 71 205'18 23 [3000] 234 459 575 1600] 674 819 61 913 2DGC64 (10001 117 29 316 41 St 575 647 [10P* 831 51 56 967 207 30 94 204 47 63 479 605 LI, 873 919 50 [10001 SS
274 320 769 913
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Auf Jode frozofrene Nnmmcr elnd end gleich hoho Oe- B wtnne gefellen, und xnar Jo einer nut die Losn I gleicher Nummer Jn de» beiden Abtellnncen I nnd II I
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