viertes Blatt 162. Zahrgang Nr. 93 Gießener Anzeiger (Frldjetnt lLaUch mit Aufnahme bet Sonntag». Die „LandwttNchgftttchen Lett- wöchentlich. General-Anzeiger für Oberhejfen tragen" eriehernen monatlich jroeunaL Die „•teUener tfamllicnblärttr" roerben dem .Anzeiger* viermal wöchentlich deiqeleql, daß „Kretsblan für den Kreis Lietzen" zweimal Samstag, 20. April (9(2 Roialionsdrua und Verlag der Brühl'tchen UniDcrfuätS • Buch» und ©lembvudereL 9L Lange. Dieben. Redaktion, (^xoebihon und Druckerei: 6chul- stratze 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:112. Tel.-Adr«AuzeigerDleben. Aus Stadt und Land. 6) i e ü e n, 20. April 1912. Schutz den Waldungen. Ein weiter Kranz von Wäldern umschließt unsere Stadt. Tausende ziehen an Sonntagen hinaus in den Wald, dieser Stätte der Erfrischung und des Naturgenusscs, die sich einer besonderen Pflege durch unsere Forftverwaltung erfreut. Soll der Wald dauernd seine große Aufgabe er füllen, so bedarf er des Schutzes, nicht allein des Schutzes durch besondere dafür bestellte Beamte, sondern des Schuttes durch die Gesamtheit. Jeder wahrhafte Naturfreund wird darüber empört sein, wenn er jetzt, wo es allerwärts zu grünen und blühen anfängt, beobachten muß, wie rücksichtslos vorwiegend das weibliche Geschlecht und Kinder Bäume und Sträucher plündern, Blumen mit den Wurzeln ausreißen! Wie schnell werden die Blumen meist achtlos beiseite geworfen! Und welch l)äßlichen Eindruck macht es, wenn man an einem hübschen Aussichtspunkt angelangt, sich auf eine Ruhebank niederläßt, in der Umgebung massenhaft Einwickelpapier, leere Flaschen, Eier- und Orangensck>alen Herumliegen sieht. Eltern und Lehrer könnten und müßten da mehr belehrend eingreifen! Jeder Waldbesucher sollte folgende Regeln beobachten: Laß den Gewächsen des Waldes ihre Zweige, Blätter und Bütten; sie sind der Schmuck des Waldes, sollen noch viele erfreuen und neues Leben bilden. Abgerissen, welken sie rasch, dienen niemand mehr zur Freude, werden meist bald weggeworfen, das beschädigte Gewächs aber verküm- mert Schiit keine jungen Wtpflcrnzungen, locken dich auch die schönsten Beeren und Blumen, denn du siehst die jungen Pflanzen nicht, die zu Bäumen heranwachsen sollen. Die Zerstörung, die dein Fuß dort anrichtet, ist noch nach Jahren kenntlich. Laß Zeitungen, Frühstückspapiere und sonstige Abfälle nicht auf Wegen und Ruheplätzen Herumliegen; balle sie zusammen und wirf sie in Tickungen oder vergrabe sie in Moos oder Laub; zerschlage auch keine «ausgetrunkenen Flaschen, sondern lege sie beiseite in den Wald. Denn was ist häßlicher, als wenn einzelne Stellen im Walde aussehen wie Sammelplätze für Abfälle? Gebe mit Feuer und Zigarren recht vorsichtig um. Bei trockenem Wetter kann jede brennend weggeworfene Zigarre und jedes glimmende Streichholz einen Waldbrand verursachen. Störe die Tiere des Waldes nicht; alle fürchten den Menschen als ihren größten Feind. Die Berührung durch Menschenhand kann die Mutter veranlassen, ihr Junges oder ihre Eier zu verlassen und so dem Verderben zu weihen. Nimm deshalb auch deinen Hund an die Leine, wenn du nicht ganz sicher bist, daß er keinerlei Jagdlust hat. •• Hessischer Richterverein. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Richterverems findet am SamStag, den 18. Mai, in Gießen (Gesellschasts- vcrcin) statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden. 2. AuSgewählte Fragen zum Ent» rvurf deS St.-G.-B. (Deutsche Nichterzeitung von 1912, Nr. 2). 3. Bericht über die Rechnung für 1911; Entlastung deS Rechners. 4. Bericht des Schriftleiters der,Hessischen Recht- sprechung*. 5. Besprechung über Einrichtung von Fortbildungskursen. 6. Verlosung von Büchern unter die anwesenden Mitglieder des Vereins. 7. Bestimmung deS OrteS der nächsten Hauptversammlung; Vorschlag: Darmstadt. 8. Sonstige Vereinsangelegenheiten. **DerMitteldeutscheSängerverband, der sich rn erster Linie die tatkräftige Pflege des Volksliedes und mittelbar dadurch auch die Förderung der Heimat- Pflege und die Veredelung der Volksunterhaltung zur Aufgabe macht, hält seine diesjährige Verba ndsversamm- jung unter der Leitung seines 1. Vorsitzenden, Provin- zialdirektor Geheimerat Dr. ll sing er, am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags 31/2 Uhr, int Restaurant Metropole «Blockstraße) in Gießen ab. Der Versammlung geht eine Vorstandssitzung .in demselben Lokal voraus. Das dies- lährlge B e r b a u d s f o st ist für Sonntag, den 4. August in L i ch geplant. Dem Verband sind auch im verflossenen Grauen-Feuilleton. Allerlei von der neuen Hutmodc. Zum Schneiderkleid ist jetzt auch der „Schneider- 1jut" gekommen, der im großen und ganzen denselben Stil vertritt, den das Schneiderkleid zeigt. Auch bei ihm "huldigt man dem Grundsätze der Einfachheit. Jedes Ueber- slüssige, alles Auffällige wird vermieden, und gerade darin liegt'fern Reiz. Und dann noch eins? Er läßt den individuellen Neigungen freien Lauf. Ueberhaupt scheint die Ttiraniim Mode mehr und mehr ihre Macht verlieren zu sollen; man beginnt den Grundsatz gelten zu lassen, daß jede Dame das tragen soll, was.ihr steht. e>o eignet sich gerade für manche Dame ein Hut, dessen eine Seite größer -ist als die andere, und wiederum gibt es andere Hutformen, hei denen eine Seite in die Höhe geklappt werden muß, um die Trägerin reizvoller erscheinen zu lassen. Allen diesen Individualitäten kann beim „Schneiderhut" Rechnung getragen werden. Zu einem Mantel gehört notwendigerweise ein großer, lozusagen phantastischer Hut, der sich eben dem ganzen Nahmen anpaßt. Ader zum Schneiderkleid, das bie Formen zum Ausdruck bringt, bedarf die Dame eines Hutes, Hessen Größe über das Mittelmaß nicht hinausgeht, da sonst die ganze Erscheinung beeinträchtigt wird. Selbstverständlich gibt es überall Uebertreibungen. Wenn kleine hüte Mode sind, so gibt es immer Damen, denen die hüte nicht klein genug sein können, und umgekehrt. Ader um Modegesetz können solche Extreme niemals werden. .Fm allgemeinen wird der Strohhut aus ziemlich rauhem Material hergeftellt, und zwar ist bezüglich der Farben den persönlichen Neigungen der weiteste Spielraum gelassen. Der spärliche Besatz, der manchmal nur aus einer ' mrporstehenden Aigrette besteht, läßt die Farbe deutlich yum Vorschein kommen, und gerade die glänzendsten.Farben- chattterungen werden bevorzugt. Besonders Grün, Blau, Jahre wieder neue Vereine beigetreten, was beweisen Dürfte, daß seine Bestrebungen immer mehr Anklang bei den Sängern finden. "In Amerika verstorbene Hessen. Frau Helene He idels berger, 88 Jahre alt, aus Lampertheim, in Chick». cothe (Ohio); Phil. Wildert anS Löhrbach, in Quincy; Hg. Schmidt, 75 Jahre alt, auS Rodheim, in PittSburg; Fran Maria R. 9he §, 74 Jahre alt, an§ Ober-Seemen, n Carrick, nahe PittSburg; Lari Hch L 0 hl ha a S, 61 Jahre alt, aus Erbach, in Brooklyn, R.-P.; Wilh. (Sibert, 65 Jahre alt, ans Wendelsheim, in Brooklyn, R.-P. Starkenburg unD Rheinhessen. bs. Darmstadt, 18. April. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte sich in der Hauptsache mit der Beratung des H au p t v 0 r a n schl a g e s für 1912. Stadtv. Henrich erstattete den Bericht des Finanzausschusses. Er führte folgendes aus: Der Voranschlagsentwurf schließt um rund 80 000 Mark ungünstiger ab als der für 1911. Eine Verschlechterung der Finanzlage gegen 1912 wäre budgetmäßig nicht zutage getreten, wenn bei Aufilellungg des Voranschlagsentwurfcs das Ergebnis der Steuereinschätzung für 1912 bereits bekannt gewesen wäre. Da letzteres ein Mehr an Gemeindesteuer von rund 78 000 Mark aufrocift, so kann in Wirklichkeit von einer Verschlechterung nicht gesprochen werden. Die Steigerung der Verwaltungsausgaben hält sich in mäß gen Grenz n. Es darf dies zugleich als ein Beweis dafür gelten, daß die Bürgermeisterei ernftlid) bemüht ist, nach Kräften zu sparen. Es wird auch weiterhin nicht darauf verzichtet werden können, Vorsicht und Zurückhaltung in der Bewilligung neuer Ausgaben zu üben. Wenn mich 1910 mit Hilfe einer ganz erheblichen Steuererhöhung nicht nur ein .Ausgleich für das wegfallende Oktroi auf Lebensmittel und für den ungünstigen Einfluß der wirtschaftlichen Krise auf die Finanzen der ^tabt geschaffen, sondern auch die Solidarität der städtischen Finanzen durch eine geregelte Fondsbildung bedeutend verstärkt wurde, so kann immer noch nicht die Rede davon sein, daß die Stadt das Uebergangsstadium, in dem sie sich aus Anlaß mancherlei liefeinschneioeiider wirtschaftlicher und gesetzgeberischer Maßnahmen b.finbct, nun überwunden habe. Es bestand lein Zweifel darüber, daß die Neuordnung für die Uebergangszeit nicht ohne ungünstigen Einfluß auf die städtischen Finanzen bleiben werde, ein Einfluß, der noch ungünstiger in die Erscheinung getreten wäre, wenn die Stadt die nicht mehr aufschiebbaren wirtschaftlichen Maßnahmen (Vereinheitlichung der Straßenbahnen, Ausbau des Vvrortsverkehrs, Herabsetzung des Preises für elektrischen Strom, Erbauung einer elektrischen lieber- landzentrale) auf ihr eigenes Risiko ausgemhrc hätte. Obwohl die neue Gesellschaft mit Wirkung vom 1. April 1912 ins Leben treten soll, so ist doch der Voranschlag in Bezug auf die hier in Betracht kommenden Betriebe noch in der bisherigen Weise ausgestellt. Die als Mlieferung des Elektrizitätswerks eiligeftcllte Summe von 128 000 Mark (58 000 Mark mehr als im Vorjahr, trotz voller Abschreibung bei dem neuen Werke, entspricht zugleich dem Jahresettrag, der für die Vecwaltungseinn-ahmen des städtischen Budgets aus dem Elektrizitätswerk von der Hessischen Eisenbahngesellschaft sichergestellt ist. Der in Höhe von 16 000 Mark vorgesehene Zuschuß zur städtischen Straßenbahn wird zwar in dieser Form nicht zur Tatsache werden. Da aber unter Umständen nicht ausgeschlossen ist, daß das Aktienkapital der neuen Gesellschaft in den ersten Jahren keine volle Verzinsung in der Dividende erreichen wird, so ist mit dem eingestellten Zuschußbetrag die Deckung für einen etwaigen Dividendenausfall geschaffen. Es entspricht das der Annahme einer 3Vi prozcntigen Dividende für den städtischen Anteil an dem Aktienkapital der Gesellschaft. Die Herabsetzung des U (Verschisses des Gaswerkes um 20 000 Mk. ist auf den Ausfall an Gasverbrauch infolge Wegfalls der alten Bahnhöfe zurückzuführen. Der ungünstige Einfluß auf die städtischen Finanzen, der für die nächste Zeit aus dem Berttage mit der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft zu erwarten ist, besteht hiernach nicht in einem Rückgang der Einnahmen aus den städtischen Betrieben, sondern er ist in der Richtung zu vermuten, daß man für einige Jahre auf die regelmäßige Steigerung dieser Einnahmen zu verzichten hat. Angesichts der soliden Grundlage der Finanzen könnte dann im Vertrauen auf die natürliche Steigerung der Steuereinnahmen bei Betätigung strenger Sparsamkeit mit Ruhe entgegengesehen werden, wenn nicht bereits wieder neue größere Ausgaben in naher und sicherer Aussicht ständen. Durch die bei den Landständen eingebrachte Besoldungsvorlage wird die Stadt nicht nur durch die Gehaltserhöhung für die Lehrer an den von der Stadt unterhaltenen höheren Schulen in Mitleidenschaft gezogen, es ist vielmehr eine weitere Belastung durch Ausdehnung der Beitragsvflicht der Städte auf die Gymnasien in Aussicht! genommen, die für Darmstadt etwa 70 000 Mark im Jahr aus- machen wird. Im Anschluß an die Besoldungserhöhung der Staatsbeamten und der Volksschillehrer ist eine Erhöhung der Bezüge der städtischen Beamten, Lehrer und Arbeiter nicht länger zu umgeben. Wenn ftB and) als ausgeschlossen gelten muß, daß die Stadt hierin mit dem Staate glcidum Schritt hält und wenn sich darnach die städtischen Beamten zum Teil an den Gedanken gewöhnen müssen, von ihren staatlichen Berufsgenossen im Einkommen überholt zu werden, so ist dock) damit zu rechnen, daß die Stadt mit einer geringeren Summe als 200 000 bis 250 000 Mk. nicht auskommen wird. Kommt diese Erhöhung bereits für 1912 in Betracht, so kann sie für die»es Jahr ohne Stcuererhöhimg burdmcfülnt werden, 'da der Barüberschuß des Jahres 1910 mit 569 199,58 Mark hierfür in Anspruch genommen werden kann. Audi in Zukunft muß der Grundsatz aufrecht erhalten bleiben, dauernde Ausgaben nur auf dauernde fidjerv Einnahmen zu gründen. In welcher Form das Dorti nächsten Jahre ab zu gesch.hen hat, wird sich erst genaue r sagen lasten, wenn bi. oben ange beuteten veränderten Verhältnisse im Finanzhaushalt der Stabt (Eisenbahngesellschaft und Gemenidesteuerresorm) in ihren Wirkungen deutlicher übersehen werden können — Die allgemeine Besprechung war nur kurz. Sozialdemokratische Vertreter erklärten sich im Namen ihrer Partei bereit, einer von Jahr zu Jahr gering steigenden Steuererhebung znzustimmen, um die Beamtenbesoldung durchzuführen. Oberbürgermeister Dr. GI ä f f i n g konnte sich damit nidtf befreunden, da eine Steuer erböhung, die sich wenn audj um ein Geringes in jedem Jahre wiederholt, sehr unbeliebt fein würde. Arbeiterunruhen. 107 Mann getötet. Irkutsk, 18. April. In den Goldwäschereien der Lengesellschaft kam es zu ernsten Arbeiterunruhen. Zur Unterdrückung des Aufstandes wurde Militär ans- geboten. Die Soldaten schossen und töteten 107 Arbeiter und verwundeten 80. Metz, 18. April. Gestern nachmittag unternahmen zwei Flieger der hiesigen Fliegerstation aus einem Eindecker und einem Zweidecker einen Flug nach Dicdenhvsen. Bei dem Versuch, zu landen, erlitt der Taube-Apparat mit Leutnant Braun einen Unfall. Weyen der dichten Menschenmenge sah sich der Flieger genötigt, die Landung daneben, auf einem Sturzacker, vorzunehmen, wobei die Gabel brach. Die Ausbesserung wurde an Ort und Stelle ausgeführt, worauf der Apparat wieder auf dem Luftwege nach Metz zurückkchrte. Bis an die Grenze des Erlaubten wird die Packung von Scotts Lc- bertran-Emulfion vielfach nachgemacht, um ja den Eindruck des Originalpräparates zu erivccken. Man hüte sich vor solchen Nachahmungen und bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion zu erhalten, wenn man sein Geld nutzbringend anwenden will. Es ist die echte Scotts Emulsion, - -..... ■ -------—--------— die sich seit 35 Jahren bewährt hat. t. , ..... J Shn rcht mit Meter MarU—demFischer — dem Saranlie- teichea bei Scott* Kuranstalt Hofheim T.L -------(1 2 Stande von Frankfurta. M.'. für Erbolungsbed Orftige, — Nerven- und Innere Kranke. Sommer und Winter be-nn.-' • --------- Prospekte durch ---------- Dr. M. Sohulze-Kahleyss, Nervenarzt. ÄäMI&S Ambra- und Kirschfarben erfreuen sich der größten Beliebtheit. Die Hutform der Saison ist aber unstreitig ein Modell, das mit dem sogenannten „steifen H e r r e n h u t" am meisten Verwandtschaft zeigt. Vielleicht gerade wegen des männlichen Anstriches, den er feiner Trägerin verleiht, vielleicht aber auch wegen feiner Einfachheit hat er solch großen Erfolg gehabt. Trotz der prächtigen Farben, die die Hüte zeigen, hat der schwarze Hut seinen Vorrang nicht verloren. Besonders die Französin, die überhaupt die schwarze Farbe äußerst schätzt, bevorzugt den schwarzen Hut zu allen möglichen Gelegenheiten. An alle Hausfrauen richten eine Anzahl von Handels- und Gewerbeverbänden, darunter auch der Verband der Tetaillisten-Vereine im Großherzogtum Hessen ein Rundschreiben, das sich mit dem Zugabeweien int Kleinhandel beschäftigt und die Nachteile dieses Gebrauches aus- deckt. Wir geben die Ausführungen im Auszug wieder: Seit längerer Zeit tritt im Kleinhandel die Unsitte zutage, eine Reihe von Verbrauchsartikeln mit Zugaben zu verkaufen. Viele Hausfrauen glauben ein Geschenk zu bekommen, wenn sie Waren mit Zugaben kaufen. Tas ist ein großer Irrtum. Kein Kaufmann kann etwas verschenken! Wenn man etwas „jugibt", so ist entweder der Kostenpreis der Zugabe auf den Preis der Ware draufgeschlagen, oder es wird versucht, geringwertige Ware, die man sonst nicht los wird, durck) eine Zugabe anzubringen. Jede Zugabe vei> teuert die Ware. Ter Wert einer mit Zugabe gekauften Ware entspricht daher nie dem gezahlten Preise. Wenn gesagt wird, es würden Zugaben gewähtt, weil dadurch andre Reklame gespatt werde, so ist das ebenso falsch; denn das Geschäft in i t Zugaben erfordert ebensoviel Reklame wie das Geschäft ohne Zugaben. Dazu kommen noch die besonderen Unkosten für den Versand, die Verpackung der Zugaben, Tür verlockend ausgestattete Prospekte usw. Aber auch aus andren Gründen wird eine kluge Haussrau keine Waren mit Zugaben kaufen, nämlich: 1. Weil sie, um in den Besitz der Zugaben zu gelangen, die Gutscheine lange sammeln und ausbewahren muß; denn der Verlust der Gutscheine ist gleichbedeutend mit dem Verlust an barem Geldc. 2. Weil sie sich nicht dem Zwange unterwerfen will, immer dieselbe Ware zu kaufen, auch wenn sie ihr längst nicht mehr zusagt: denn sobald sie eine andre Ware nimmt, sind die Gutscheine wettlos. 3. Weck über die Ansammlung der ettoroerlichen Gutscheine längere Zeit vergeht und jede Gewähr fehlt, daß man dann noch die verlangten Zugaben erhalten kann: denn erfahrungsgemäß sind manche Fabrikanten schließlich nicht in der Lage, die Gutscheine einzulösen. 4. Weil die Gutscheine keinerlei Vorteile bieten. Tie Hausfrau spart besser das Geld selbst das sie für reelle Ware ohne Zugaben weniger bezahlt. Sie kann dafür wittlich wertvolle Gegenstände nach eigener Wahl billiger kaufen. 5. Weil sie nicht durch Einkauf minderwertiger Waren die Lebenshaltung ihrer Familie Herabseyen will, und weil ihr iur die Ernährung ihrer Kinder nur die besten Erzeugnisse angesehener Firmen, die meist feine Prämien geben, gerade gut genug sind. Bei den „Zugaben" wird aus die Leichtgläubigkeit der Frauen spekuliert, deren gesundes Urteil man durch Geschenke beeinflussen will. Ter beste Beweis, daß der Zugaben-„Schwindel" nur bardfcf abzielt, den Dummen das Geld aus der Tasche zu locken, ist die Tatsache, daß der redliche Kaufmannsstand diesen Unfug ausnahmslos auf das schärfste verurteilt. Ter Kausmann weiß genau, daß niemand etwas verschenken kann; er führte die Waren mit Zugaben nur gezwungen, weil es die Hausfrauen wollten Nun soll es aber anders werden! 23 große deutsche Tttaill'ä nfe Verbände mit weit über 1000 angeidilonenen Vereinen gehen dem Unwesen zu Leibe unb suchen zunächst die Hausfrauen aits- zuklären. Auch die meisten deutschen Handels- und ^l^rerbe- Kammern haben sich dieser Bewegung bereits angeschloss. : sie Törbern in ihren Bezirken burch ihren Einfluß diese auf Gesundung bes redlichen Handels gerichteten Bestrebungen, die das kaufende Publikum vor UcberDorteilung schützen sollen. Tie Hausfrau aber muß selbst auch das Ihrige dazu beitragen, sie muß Waren mft Zugaben ablehnen — in ihrem eignen und auch im Interesse der Familie. HL MDM kJ"-" 'M.. IF'k"jfrj| - 'V*Tji\ •■. ' 1 w ' >' x : M- ixl MV WMiM- Angel-Geräte. Jahre alt. 63 Büdingen. ein Sohn, Karl. Heuchelheim. Alten-vuleL. Eheschließungen: Avril 14. Karl. Arnold in Wien. Buseck, mit Margarete velloff in Beuern. Ster besä! le: Aprck 16. Susanne Körber, geb. Rabenau, rang-Gönr. Aufgebote: Avril 17. Karl Datz, Lackierer, mit Ida Susanna Boß, beide in Lang-Göns. Sterbefalle: April 19. Anna Belte, 11 Jahre alt. Laubach. Sterbefälle: Aprck 13. ^opanneS Salzmann, Landwirt. 58 Jahre alt. „ Leihgestern. Aufgebote: Avril 13. Heinrich Wagner, Grubenarbeiter in Leihgestern, mit Elisabeth Mampotcng in Münchholzhausen. Geborene: April 12. Dem Bahnarbeiter Heinrich Winter Zwillinge, Katharine und Marie. Lollar. Aufgebote: April 12. Dr. med. Karl Christian Nord- mann, praktischer Arzt, mit Laura Erna Dickorö, beide in Lollar. Eheschließungen: April 14. Franz Richard «chulze, Bureaugehilfe, mit Helene Frank, beide in Lollar. Geborene: April 8. Dem Schlößer veiurich Völpel eint Tochter, Elli. Sterbefälle: April 16. Philipp Frank I., 78 Jahre alt Nidda. Aufgebote: April lu. Ulbert Eckhardt, Finanzamts- gehüfe in Nidda, mit Katharina Jakobs in Mainz. Schotten. Geborene: April 9. Dem Bizefeldwcbel Georg Konrad eine Tochter, Dora. — 14, Dem Dicnirlnecht Otto Becker eine Tochter, Ida Lina Louise. Treis an der Lumda. Eheschließungen: upid 14. ^ohann Heinrich Göbel mit Anna Katharina Wolf, beide in Treis an der Lumda. Watzenborn-Steinberg. Eheschließungen: Aprck 13. Luowig Schneider, Bahnarbeiter, mit Maria Junker, beide in Steinberg. Famiiien-Nachrichten aus anderen Grien. Geburten: Herrn Tr. Ohly in Altenstadt i. H. eine Tochter. Verlobte: Fräulein Marie Feiling in Rieder-Weisel mit Herrn Willy Urff in 'Marburg. — Fräulein Magdalene Slüblng mit Herrn August 9lies, beide in Rinderbügen. lpestorbene: Frau Katharina Vtaur in Teckenbach. — Herr Konrad 9ang in Groß-Eichen. — Herr Heinrich Krag IV in Elvenrod. — Frau Katharine Volz in Ober-Breidenbach. — Fräulein üma Seipp in Ehringshausen. — Herr Tr. Karl Cuny in Mainz. — Frau Elisabeth 'Manderbach, geb. Gras, Frau Elisabeth Ltröher, geb. Thomas, Herr Karl Lang, lämtL m XiUenbutfl. — Herr Johannes Schüler LIL in Gaudernbach. — Frau Wilhelnnne Bauer Wuive, geb. Vcljr, in Oberioetz. — Herr Joseph Levi w Kayeiilurt. — Herr Christian Giün in Bissenberg.> Ktanderarntrnachrlchterr. (Sieben. , Aufgebote. April 12. Max Israel, Lagerist m irt ernt' furt a. M, mit Johanna Gottgetreu ,n Gießen. - Johonn Adam ^rl Friedrich Pohll Schlosser in Gießen, mit Elisadethe Darnb- mann in Groven-Buseck. — Heinrich Mai, Mu.iker, mit Ma^artte Deibel, beide in Gießen. — 13. Ermann Heinrich etan, Schlosser in Gießen, mit Margarete Eller in Vcklinaen. — Heinrich« Hermann Gebing, Bergmann, mck Elisabeth Greb, beide tn Lutgen- dortmund. - Wilhelm Schacht, Konwrist m >smn, mit Wilhelmine Atbohn in Gießen. - ChrüNan Rühl, Schreibgehilfe m Butzbach, mit Theodore Lckel in Gietzen. -- 15. Karl Kaufmann, Gartner, mit Anna Thiclmami, beide in Gießen. — 16., jöt. gxanj Paul Karl Kockerbeck, Arzt in Gießen, mit Mane Juliane Kieme in Charlottenburg. — 17. Xaver Schneider, Klimksdiener, mü Elisabeth Merle, beide in Gießen. — 18. KarlLapp, in Gießen, mit Katharina Florsheimer in ftranfiurt a. M.- Niederrad. — Georg Dreher, Hüfswelchensteller, mck Elt,e Schmckt- gall, beide in Gießen. Eheschließungen: April 13. Karl Metzger, Ingenieur tzmd Bauunternehmer in Heilbronn, mck Hedwig Dorn in Gietzcn. — 15. Moritz Gartner, Handelsmann in -Nlayen, mck Babette Blum in Külsheim. Geborene: April 8. Dem Gymnasiallehrer a. D. Dr. Arthur Gerhard Franz ein Sohn, Ulrich Gerhard Theodor — 10. Dem Eisenbahn-Hilss>chafsner Gustav Junler em L-ohn, Karl Ludwig. — Dem Kgl. EifenbahubctrievSsettetär Johann ^oieph Nikolaus Althaus eine Tochter, Erna. — 12. ^aglohner Heinrul, Dechen ein Sohn, Karl Heinrich. — 13. Dem Juhr- mann Karl Göbel eine Tochter, Emilie. — 14. Dem Gucnbabn- schaffner Johannes Becker eine Tochter, .Anna. ■- 1«. »xm Kcmfmann Ludwig Wilhelm Heinrich GiNey em Sohn, August Adolf Ernst. — Dem Bureaugehilsen Wckhelm Georg Konrad Zell ein Sohn. Gestorbene: April 12. Lina Wagner, geb. Laudon, 47 Jahre alt, Buddestraße 11. — Wilhelmine Rusag, geb Schmid, 73 Jahre alt, Goethestraße 31. — Berta Wiecharch geb. Flügel, 63 Jahre alt, Lahnstraßc 14. — Marie Wckla, b Monate alt, Walltorstraße 2ö. — 14. Josephine Hölzer, 69 Jahre alt, Licher Straße 74. — 15. Elise Hänschen, 6 Ntonate alt, Weserstr. 29. — 17. August Mainzer, Telegraphist i. P., 76 Jahre alt, Hensel- ftraPe 2. — Susanne Imhof, 69 Jahre alt, Licher Strotze 74. — Luise Stein, 40 Jahre alt, Licher Straße 106. — Heinrich Arnold II., Kaufmann, 60 Jahre alt, Kaiser-Allee 19, — 18. Gertrude Zwcsch, geb. Kornmann, 63 Jahre alt, Schillerstratze 23. — Georg Becker, Former, 19 Jahre alt, Dammstraße 4. Alsfeld. Aufgebote: April 12. Karl Kreuter, Schreiner in Bocken- tobe, mit Anna Marie Stork in Alsfeld. — 13. Philipp Guntrum, Lehramtsasscssor in Alsfeld, mit Agnes Gertrud Schulz in Kassel. 15 Karl Otto Kienzle, Kunstmaler, mit Klara Sophie Grün, beide in Littenweiler. — 17. Ludwig Gundrum, Metzgergehilfe, mck Emilie Elisabethe Marie Hermann, beide in Alsfeld. Geborene: April 7. Dem Zusckineider Peter Ruckelshauß ein Solm, Heinrich Erwin. — 12. Dem selbständigen Sattler Jakob Eder ein Sohn, Walter. Sterbefalle: Aprck 11. Georg Gundrum IV., Landwirt, 65 Jal)re alt. _______________________________ Geborene: Avril 10. Dem Gerichtsschreiberaspiranten Otto Walter ein Sohn, Erwin. Friedberg. Aufgebote: Aprck 10. Wilhelm Nickel, Postbote in Offen» badi a M, mit Louise Margarethe Lotz in Steinau. — 15. Karl Kautz, Kaufmann in Frankfurt a. M., mck Elise Heppner in Nieder-Florstadt. — Wckhelm Karl Adam Klotz, Viehhändler in Friedberg, mit Anna Katharina Kilian in Mühlheim a. M. — Claus Borchers, Lehrer in Mckling-Mark, mck Lma Nürnberger in Friedberg. Geborene: April 9. Dem Fabrikarbeiter Anton Joseph Schäfer ein Sohn, Hermann Anton. — 13. Dem Stadtbaumeister Leopold Ernst Philipp Koh,er ein Sohn, Johannes. — 14 Dem Zuschneider Max Emil Häßler em L»ohn, Karl Richard. — 15. Dem Registrator Hermann Lindt ein Sohn, Wilhelm. Sterbefälle: Aprck 10. Ernst Lehmuth, Taglöhner, 53 Jahre alt. — 11. Heinrich Stetzer, 30 Jahre alt, in Rieder- Rosbach. — 13. Stanislaus Ferenz, Taglohuer, 33 Jahre alt, in Rodheim v. d. H. Grotzen-Linden. Aufgebote: Aprck 12. Wckhelm Feller, Forstwartaspirant, mck Katharina Hardt. Geborene: Aprck 6. Dem Gärtner Georg Friedrich Die- derichs eine Tochter. — 10. Dem Installateur Heinrich Pirr UI. •eine Tochter, Paula Marie. — Dem Gelbgießer Heinrich Seth Aufgebote: April 13. Alois Bernhard, Tierarzt von Gießen, mck Lina Duckl von Heuchelheim. — 17. Wilhelm Rinn I., Landwirt, mit Margarete Kröck, beide in Heuchelheim. Geborene: April 8. Dem Bahnarbeiter Friedrich Kröck IV. ein Sohn, Franz Otto. Krofdorf. a) Standesamt Krofdo ri: Gemeinden Kinzenbach, Krof- dors-Gleiderg, Vetzberg. — d) Standesamt Launsbach: Gemeinden Launsbach, Wißmar. Aufgebote: April 12. Heinrich topeier, Hüttenarbeiter, mit Karolme Schneider, beide in Wißmar. — 16. Wilhelm Becht- hold, Former in Launsbach, mit Elisabetha Amend in Münchholzhausen. — Georg Wckhelm Stroh, Bauschreiner, mit Margarete Leib, beide in Wißmar. — 17. Louis Gerhard Kveutz, Monteur in Krofdorf, mit Maria Kraft in Wißmar. Eheschließungen: Aprck 13. Wilhelm Römer, Taglöhner, mit Karolina Steinmüller, beide in Vetzberg. — Adol Wagner, Metzger, mit Luise Katharina Stork, beide in Krofdorf. Geborene: Aprck 15. Dem Bahnarbecker Ludwig Forbach in Wißmar ein Sohn, Karl Wckhelm. — 16. Dem Hüttenarbeiter Georg Römer II. in Vetzberg eine Tochter, Erna. — 17. Dem Laglöhner Heinrich Steinmüller in Krofdorf eine Tochter, Emilie. . 10000 underwood schrelDwaschlnen slnd uns Heute von der Western union teiegraph cabie co in scharfe» tonKurrenzbewerb bestellt worden . das ist der groesste aaftrag in Schreibmaschinen , den jemals eine verbraucherflraa erteilt hat - underwood Company neiyorK ♦ ♦ Teppich-u. Gardinenhaus ErnstßloednerNachf. Selterswe^-Plockstrasse :: Telephon 172 Alleinige Vertretung der Underwood - Schreibmaschinen Ernst Balser, Giessen - Telephon 615, Wi. M. Baumspritzen, Bast, Spaten u.Rechen^ Gartenlandutensilien kaufen Sie zu vorteil- b haften Preisen bei: • Edgar Bornnaoii, Gießen Elftenhandlunr Haus- u. 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Sie ist die alleredelste Kartoffel, die ik existiert bat und was ihr noch besonders wert verleibt, das, sie Anfang Juni Ictwn aofleerntet werden kann. Diamant darf auf keiner Tafel fehlen: denn sie ist eine wirkliche Delikatesse, schmeckt sehr vikant und wird deshalb auch Butterkarioffel nenannt troubem sie so sein und die Erste aus dem Markte ist, kann man 200 Str. pro Morgen einten. Die früheste aller Kartoffelsorten. Herr H. Gramer, Gutsbesitzer, Slrnft schreibt: .Mit 3brer LiegfriedS Edelkartoffel Diamant bin ich lehr zutrteden, eS ist die feinschmeckendste StartoftcL die wir jetzt haben. Bon einer anderen Sirrne beAOfl ich ebenfalls Diamant, die im Geschmack nid)t io waren und kaum die Hälfte ergaben". Ich liefere eine echte, garantiert reine züchterische. hochwertige Saat: „i'jffin Sou«, ’M 8ö[W v* Zur momentanen BedarsSzeit empfehle in garantiert sortenechier und zuverläsnger Saat: Blumen- u. Gemüfefamen, GraSfamen für Zicrrafen u. 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Zucht, ä2t.25i ।" । I Zril »•!.. .. .x,. r erlangen Sie K.il.^og grjlr, u. Iranko LuhnS wäscht am besten