Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Line Erhebung aus Kreta. Athen, 17. Mörz. (Agence Havas.) Die neuerevo- lutionäre Regierung auf Kreta hat an den König von Griechenland ein Telegramm gerichtet, in dem dem König die Konstituierung mitgereilt und -der chrfurchts- vollen Ergebenheit an den griechischen Thron Ausdruck ge- geben nrirb. Die revolutionäre Regierung wird heute 'chre Konstituierung den Konsuln der Schutzmächte mitteilen. Lic hat beschlossen, daß künftighin alle Dekrete im Namen des Königs von Griechenland unterzeichnet werden sollen. - Tie Einberufung der Reserve und Miliz ist zurückgenom- men worden. Es herrscht vollständige Ruhe auf Kreta. Der wechsel im Reichsschatzamt und die veckungr- vorschläge der Regierung. , . Der Reichsschatzsekretär Dr. Wermuth, der es während UTnfaHenben Tätigkeit fertig gebracht hat, ,^oeutschen Reichsfiuanzen nahezu vollständig zu sanieren, legt fern Amt nieder, und an seine Stelle tritt der yenge Unterstaatssekretär im Reichsschatzamt, Kühn. Der autzere Grund für diesen Personalwechsel liegt barm, daß Wermuth rn der lkonfercnz der bundesstaatlichen Mi- nrster vom Donnerstag keine Zustimmung fand für die Don ihm geplante und zur Kostendeckung der neuen Wehr- Vorlagen bestimmte R e i ch s e r b s ch a f t s st e u e r, obwohl sein Chef, der Reichskanzler, sich noch am 16. Februar oem Reichstage in getvisser Weise dafür eingesetzt Deutschland verliert in Dr. Wermuth einen Reichs- sclwd.sekretar, wie es ihn, um mit Frhril. v. Gamp zu reden, Nichtiger fett 26 Jahren nicht kannte, und gleichzeitig einen Mann, der wegen seiner Charakterfestigkeit sich ebcnbür ia etnem Dernbura und Lindequist an die Seite stellen kann. Wie sich sein Nachfolger, Unterstaatssekretär Kühn, dem allerdings der Ruf eines ttichtigen Beamten vorangeht, im Retchsschatzamt beivähren wird, bleibt abzuwarten. S?offcnt- Itd) bringt auch er das Prinzip „Keine neuen Ausgaben ohne neue Einnahmen" so zur Geltung, daß wir nicht wieder in die alte ^cl)uldenwirtschaft hineingeraten. Gefahr dafür ist nach dem Deckungsplan der Regierung für die Wehrvorlagen genug vorhanden. Denn, wie das Wolffsche Telegraphenbureau in Anlehnung an eine von der „Nordd. Allg. Zta." am Freitag abend veröffentlichte, ziemlich unllare Meldung über die Ergebnisse der Ministerkonferenz wenige Stunden später Mitzuteilen wußte, wollen die verbündeten Regierungen die Kosten der Wehrvorlagen in der Hauptsache nicht, wie schon bemerkt, durch Einführung der etwa 60 Millionen er bringenden Reichserbscl-afts,teuer decken, sondern durch Ab- fchassung der sogenannten Liebesgabe an die Brannt Weinbrenner, deren Ertrag auf etwa 40 Millionen zu schätzen wäre Es ist diese Liebesgabe noch ein Ueberblcibscl aus der Zeit der Bismarckschen- Steuerreform vom Jahre 1887 unb jnjar hat sie ihren Ursprung darin, daß man bamals die Menge Branntwein, die schon vor dein Jahre 1887 er Äugt wurde, einer um 20 Mk. pro Hektoliter geringeren Steuer unterwarf, als die Spiritusproduttion der nach dem Jahre 1887 neu hinzugekommenen Brennereien Daraw- ergibt sich im Zusammenhang mit der alle fünf Jahre er folgenden Neuverteilung des Spirittls-Kontingents, daß dic alten und alteren Brennereien gegenüber den jüngeren und lungsten ganz wesentlich bevorzugt werden. Zwar müssen mich die Kontingentsbrenner, die das ihnen zugewiesenc Kontingent durch ihre Produktion an Trinkdranntwein über schreiten, diesen Ueberschuß ebenso hoch versteuern (jetzt 125 Mk. pro Hektoliter, wie ihre minder begnnsttgten Kollegen, aber ihre Produktioiiskosten werden durch die Liebes gäbe ganz wesentlich herabgcinindert, zumal, tpenn es fick, dabei um landwirtschaftliche Brennereien handelt, die au- der abfallenden Schlempe noch einen Extra-Profit ziehen. Ueber solche Finanzfinessen schüttelt man natürlich den Kopf. Dennoch war es notwendig, sic einzuführen, nicht nur, um bet der Reform der Branntweinsteuer die alten gewerblichen Brennereien lebensfähig zu erhalten, und den landwirtschaftlichen, den Gutsbrennereien den bisherigen Wert der Bodenrente zu sichern, sondern auch ganz besonders deshalb, weil die süddeutschen Brennereien, die oft nicht einmal ihr volles Kontingent ausnützen, sonst ihren Betrieb wegen der norddeutschen Konkurrenz hätten einstellen müssen. ^rltner Thkaterbries: Gustav Wieds „Tanz- Man schreibt uns aus Berlin. Ten Versuch, Teile eimS m ^talomorin geschriebenen Romans auf der Bühne vorzu- tuhren, httrchenmusik'", die er nach Angabe seines Lohnes PH. Emanuel geschrieben hat, isst m traurigen Zeiten ein zeit verstümmelt und verschleudert wordeii Was gerettet wurde, ut aber so reich, so vielseitig und wertvoll an Inhalt und Form, daß es bic schönste Ausgabe für unsere Kirchen- gesangs-Vereinlgungen bildet, diesen Schatz zu pflegen und mit ber Zett vollständig zu Heden. P XÄ» * l62' 3df,r9aX w — lNontag, 18. März 19(2 Sonntags. — Beilagen: M Vez»M4s»reiS: viermal wöchentlich ▲ A. A Y . monatlich75M.,mertel- Oietzenerzamillendlätter I HM B Ak V? 7’1 A ▲▲ iäbrhto Dd. 2.30; burcf) xrDeunairoö*entl.Krei$. ■ K3 11 ■ M W H Ä M ■ M M M W M M W Addole- u. Zweiauellen sS“ssVlllrKPI|Pl ZlIHPIur F «irlschastlicheSeitfragen W ▼ E H ■ ÄT ’MT LU WC H 3ci4en»reU;l Fernsprech.Anschlüsse: W ■ Yr H V nnSwarts 20 P'ennig. für die Redaktion 112, MM tbeireDattcur: 91 Moc^. Verlag u. Expedition 51 A- , Ä MM Verantwortlich Mr den ,.. General-Anzeiger für Gderhessen MI- für die Tage»nununer "^Eallvnzdntck und Verlag brr Vrühl'schen UNlV.'Vllch- und 8teinäruckerei R fnnn» n.k.niAt, - . „ . _ „®eiid)t9,aai . ü. Jleu- bis vormittags 9 Uhr. L ? Mcmorutferet rr. tätige. Rcbattion, Lfpedttisn und vruckerei: Schulfttahe 7. mr .Stadl und Bfiörngen: gerwfpredyer nr. 269 ^f^äftsheBe Batyn^offtrafie 16a. Ani-^„u-a° v B.7. teten ^l?lbitngkn richttg sind, sich völlig bem Zentrum unterworfen. Das muß ihn, der sich noch vor vier Wocksen im l Reichstage so scharf gegen bic Machtansprüede bes Zentrums löcnbetc, in Miftkredit bringen. Das Zentrum hat "vorläufig 1 aIJ° Een^Tteg erfodnen, aber es muß sich erst Herausstellen, 1 L>bwtrllid) cm enbgultiger ist. Warten wir daher ruhig , unb gelassen ab, wie bie Aehrvorlageii unb Deckungsvor- ■ I°9CT!. P1 ^TCn Einzelheiten aussehen. Erst bann wirb es 1 Stellung dazu zu nehmen unb zu erörtern, ob sie ber von ber Regierung jetzt gebrachten Opfer wert sind, 1 inty auf ihrem Boden eine -sammlungspolitik überhaupt möglich rst. ° Y Da? EntlafiiiugSgefuch Wermuth?. . ^0^. Nachdem am Donnerstag eine Be- Ivrechung des Reichskanzlers mit den einzelstaallichen Ministern imtlgefunden hatte, reichte der Staatssekretär des Reich.- schatzarnts . er m u t h am Freitag morgnt sein En t l a ss u n g s g e s u ch ‘^r r 5^ ^p^i^otfer genehmigt. Der Unter- baatssekretar im Reichsschatzarnt Kühn wurde zum Rach- folger Wermuths ernannt. Eme halbamtliche Erklärung. <«r--.?Cr "berliner Lokalanzeiger" fdjTcibt: In mehreren ^"ern begegnen wir ber Ansicht, daß bie Bescitigtmg ber *l.jb ergäbe im Verhältttis zu ben neu aufzubrtngenben MMeln nur einen Dcrfd^roinbcnbcn Beirag barftellen ivürbe. -Labet totrb als durch neue Steuern aufzubrmgen eine viel 3u hohe ^untme, in einzelnen Blättern sogar ber Betrag oon 1/0 bis 180 Millionen Mark genannt". Wir möchten baran enimcrn, daß auch bisher nidjt txiran gebucht worden ift, bie Neurorberungen völlig burch neue Steuern zu berfen. Der burch neu aufzutreibenbe Mittel zu deckende Be- trag reicht auch nad) ben früheren Berechnungen nicht an» n a 1) c r n b an die genannte Ziffer heran. Die burdj Erwei- terung der ErbsdmftSsteuer aufzubringenbe Summe nnirbe ftd) nad) Maßst^ch der Pläne von 1909 auf etwa fünfzig Millionen belaufen haben. Aus ber Beseitigung der tiiebed- ^flbc toürbCT bis vierzig Millionen zu ertoarten sein, xer Unterschieb ist also keineswegs erheblich. Aufgabe ber Ministerbesprechung war es, barüber schlüssig werden, ^cher Teil ber neuen Ausgaben durch Erschließung neuer Einnahmequellen zu decken sein würde. Die Höhe dieser ^umme ist unter völliger Wahrung der bisherigen ©ruiib» fafo der Reichssmtmzverwaltung fesegestellt worden. Wieder ein Ventscher in der ttürtei verschwunden. Wiesbaden. 16. Mär» ^Priv-Tel) Ter Saufmamt Ka rl Beckel von hier, der für die Firma Dyckerhvff und Widmann in Biebrich in Saloniki tätig toar ist nach hierher gelangten Meldungen feit dem 3. März spur- los verschwunden. Die Nachforschungen des Auswärtigen Amts in Konstantinopel sind bisher ohne Erfolg gewesen. 2. Preise: Lehrer Ludwig - Burkhards, 5k. Spanier - Schoben, O. Äantmcr>£ber-SBibberd9eim. 3. Abteilung Tauben: Goldene Medaille und Ehrenpreis: Eduard Bär-Nidda, silberne Medaille derselbe, Ehrenpreis E. Scheidt-Eckarlshauien, K. Öanad-- Nidda: 2. Preise: M. Schneider-Sckwtten, R. Wolf, Effolderbach, 23. Uhl-Nidda, G. Hupfer-Schotten, Bar-Nidda, tbaitad-- Nit^a. 4. Abteilung Kaninchen: Ehrenpreis M Weycl- Nidda, 2. Preis Erna-Sellheim-Nidda. 5. Gerate: Diplome: 23. Moll-Nidda, F. Pfohl-Nidda, F. 23. Richter-Reichelsheim. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 13. März. Unser neuer Güter« bahnhos geht, waS die Erdarbeiten anbelangt, seiner Vollendung entgegen. Bis zum 1. Juli sind diese Arbeiten bc- endet. 500 000 cbm Erde wurden dazu verwendet. Ter Bahndamm selber wird 13 m hoch. Tie Güterhallc muh bis zum August fertig sein. Tie Abfertigungsgebäude werden erst zu nächstem Frühjahr fertig. L. Friedberg, 17. März. Bei der hiesigen Taubstummenanstalt geht man mit dem Plane um, eine achte Klasse zu errichten und das Gebäude entsprechend zu vergrößern. — Die neue staatliche Blindenanstalt wird im Oktober eingeweiht werden. In die seitherige Blindenanstalt kommt die Kulturinsvcktion. -l- Butzbach 16. März. Gemeinderatssitzung vom 15. März. Tie Gutachten des Dr. Ingenieur Th. X?enb von Darmstadt über die Erweiterung der Kläranlage der hiesigen Stadt wurden verlesen, hiernach ist Dr. Hevd für Lin- bauen eines solchen Rechen und Sandfangs in die Einlaufwand dec Klärbecken und gegen Einsetzen von Drahtkrben. Der Gemeinderat beschloß, das Projekt des Ingenieurs Dr. H eh d nach den vorliegenden Plänen und Gutachten anzunehmen und dessen Ausführung der Kulturinspcktion Friedberg zu übertragen. SfimtliJic Einlässc in die Kanalleitung sollen geprüft und etwaige Mangel beseitigt werden. Hinter der Kaserne soll ein Schacht eingebaut werden, in dem sich die festen Körper bezw. Gegenstände ab- setzen. — Die Baugesuche des Kaufmanns I. G. Müller, Generalvertreter für Motorfahrzeuge, wurden zur Genehmigung be ur- wortet. — Die Einwendung des Professors Wämser gegen den Gemeinderatsbeschluß vom 9. Februar 1912, betreffend die neu- projektierte Straße zwischen Taunus- und Zkleeberger Straße wurde abgelehnt, weil der Einspruch vor der Offenlegung des Planes erfolgt sei. — Der Entwurf des Kceisamts Friedberg, betreffend Erlaß von ortspolizeilichen Anordnungen über btc Beaufsichtigung der Bäcker und BrotHändler, wurde angenommen. — Die Verlängerung der Kanal- und Wasserleitung in der Taunusstraße bis zum Krchschen Grundstück würbe genehmigt. — Dem Arbeitergesangverein soll ein Zimmer in der Turnhalle als Singlokal vermietet werden. — In der großen St. Äendelstraße sollen auf beiden Seiten innerhalb des vorhandenen Bebauungsplanes Vorgärten eingezeichnet werden. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 15. März. Seit Wochen haben eine Anzahl zwischen Bensheim unb Lindenfels gelegener Ortschaften den Boykott der Gcschäftsletlte von Bensheim beschloßen, weil diese sich angeblich wiederholt gegen den Bahnbau atiSgesprochen haben. In einer sehr gut besuchten Bürgeroersaimnlung haben nun auch die Bewohner von Reichenbach sich diesem Boykott angeschlossen. d. Mainz, 17. März. Die Schauspielerin Tn,de Tandar, die in der Schaukelszene der „Fünf Frankfurter^ End, Januar d. IS. zu Fall kam und den einen Fuß brach, wird demnächst als vollständig geheilt aus dem RochuSspital entlassen. w. Oberwalluf (Rheiugau), 16. März. In der vergangenen Nacht brach auf den Vereinigten Schwarzfarbwerken in Oberwalluf Großfeuer aus, das ün Laufe des Vormittags die Dachpappenabteiluug der Firme vollständig einäscherte. Daä Feuer fand in den leicht brennbaren Fabritationsscoffen reichliche Nahrung. Die Fabrikfeuerwehr und die F-euerwehr aus Eltville versuchten vergeblich, des Feuers Herr zu werden. Im Laufe des Vormittags mußten daher die Feuerwehren aus Biebrich und den Nachbarorten zur Hilfeleistung herbeigcrusen werden. Tas gesamte Fabrikgebäude der F-icma, in dem vorwiegend Teerprvdukre lagern, ist vollständig niedergebrannt. Bis heute vormittag war es noch nicht möglich, das Feuer ganz zu dämpfen. ch. Bingen, 17. März. Der Zigeuner Ernst Ebender der von der Polizei wegen der Ermordung des Försters Romanus in Fulda gesucht wird, ist angeblich in einer hiesigen Wirtschaft gesehen worden. Bon Leuten, die das Signalement des Gesuchten tannten, wurde die Polizei benachrichtigt, die sich sofort nach der betreffenden Wirtschaft begab. Ter angebliche Ebender schien gemerkt zu haben, daß er entdeckt lvar, denn er bezahlte seine Getränke und flüchtete. Die Schutzleute nahmen sofort die Verfolgung des Flüchtlings auf. Auf der Flucht versuchte Ebendn die Schutzleute durch Bedrohung mit einem Revolver auszuhalten. Es gelang dem Mann, sich in die Weinberge zu flüchten, ioo er trotz eifriger Suche nicht gefunden werden konnte. Die Polizei des ganzen Kreist ist alarmiert. Hessen-Nassau. -r-. Rodheim a. b. Bieber, 15. März. Der hiesige Obst- und Gartenbauoerein, der eingeschlafen schien, hat sich wieder mit 45 Mitgliedern neu gegründet. Vorstandsmitglieder sind: Lehrer EloeS (Vorsitzender), Baumwärter Bender (Rechner), Wegcmcister Hagner unb die Wcrk- führer Schmidt und Dönges. Falls ein günstiges Obstjahr emtritt, wird sich der Verein im Herbst an der von bei Kreisstadt Biedenkopf geplanten Gartenbau- und ObslauSstellung beteiligen. — Am Mittwoch wurden die bisherigen Gemeinde« oertreter einstimmig wieder gewählt: Kl. 3 Jakob Bender; Kl. 2 Ludwig Gerlach und Ludwig Weil; Kl. 1 Werkführer TöngeS. -l.Lichenroth, 15. März. Hier feiert das AuSzügler- Ehepaac A. Henning und Elisabetha, geb. Kaiser, am 2. April das Fest der diamantenen Hochzeit. Dei Jubilar steht im 87. und die Jubilarin tm 78. Lebensjahr. w. Frankfurt o. M., 16. März. Halle nacht gegen 12 Uhr erschoß sich in den Taunusanlagen der 19 jährige Student Alfred Hillen aus Danzig. Tie Ursache der Tat ist noch unaufgeklärt. Deutsches Reich. Im Reichstag haben Dr. Werner (Gießen) und Genossen folgenden Antrag eingebracht: Ter Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen :u ersuchen, anzuorbncn, daß 1. die Reser ve- und Landwehrübungen nicht in die Saat- unb Grntcynt gelegt werden; 2 den beurlaubten Soldaten Freifahrt auf den beut) dien Eisai- bahnen gewahrt wird: 3. die Manöver- und Quartislaften gleichmäßiger verteilt werben. Deutsche Kolonien. Berlin, 16. März. Die südwestasrikanische Nord- südbahtl Windhuk-Keetmanshoop ist nach einer telegraphischen Meldung am 3. März in voller Länge von 507 Kilometern dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. TLirche und Schule. Pfarrer Traub. Breslau, 18. März. Pfarrer Traub will gegen das auf Strafversetzung lautende Urteil bc5 Konsistoriums Berufu ng bei dem evangelischen Oberkirchenrat einlegen. Aus Stadt und Land. ü) leiten, 18. März 1912. *♦ Tageskalendcrfür Montag, 18. März: Allgemeine B ü r g e r - V e r f a in ni l n n g, veranstaltet vom Bürgerverem: Welches Interesse hat das Bürgertum an einer guten Volksbildung. Al'endS b1,, Uhr un Hotel Einhorn. • • Die Kaiserin in Bad-Nauheim. Wie unS au6 Berlin von zuverlässiger Seite gemeldet wird, begibt sich die Kaiserin bald nach Ostern zum Kuraufenthalt nach Bad-Nauheim. * * Audienz. Ter Großherzog empfing u. a. am Samstag den Stadtverordneten Stemmer, den König!. Regierungsbaumeister Sarrazin v o n N o 6 l l von Friedberg. * * Ernennung. Der Großherzog hat den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Tr. Gustav Gänger ich zum Laudgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und den Gerichtsassessor Karl Schuhmann aus Bensheim zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt. * * Steuerwesen. Der Hauptsteueramtsdiener bei dem Hauptsteueramt Worms Ludwig Philipp August Nohde, z. Zt. in Schotten, wurde zum Steuerausseher ernannt und ihm der Aufsichtsbezirk Schatten mit dem Wohnorte Schotten zugewiesen. * * Erledigt ist die Stelle der Oberförster ei Gernsheim. ** <3 c i n 2 5jähriges Dienstjubiläum feiert nächsten Donnerstag der Eisenbahn-Unterassislent Tränker von Gießen. ♦* Der Sängerkranz Gießen veranstaltete gestern abend in Steins Garten unter der Leitung seines verdienten Dirigenten Albert Kasten sein Frühiahrs- Konzert, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. Sowohl die gutgeschulten Chöre als auch die Solisten errangen such wohlverdienten Beifall, der bei dem schönen Lied Früh- lingsanlünft von Albert Kasten, das der dreistimmige Frauenchor mit edler Tongabe sang, außerordentlich stark einsetzte. Der schmiegsame Bariton des Herrn Lotz, der außer in dem großen Männerchor „Der Pilot" auch zwei Lieder (O Jugend, wie bist du so schön, Vom Rhein der Wein) sang, fand herzliche Anerkennung und Frau Flimm mit ihrem wohltönenden vollen Sopran errang nicht nur mit den zwei Liedern: Sie sagen: es wäre die Liebe, Frühlingszeit, sondern auch mit den Liedern mit Violinsolo und Klavierbegleitung, die von den Herren Jung und Kasten sehr schön und feinfühlig ausgeführt wurde, sehr starken, ehrlichen Beifall. Die Leitung des Herrn Kasten war durchaus lobenswert und sicher und brachte die einzelnen Stücke zur vollsten Geltung. "Seinen 8 0. GeburtSto g feiert morgen der frühere Postillon Johs. Stoll in voller Rüstigkeit. ' Warenschwindel im Großen hat eine Betrügergesellschaft in Berlin getrieben. Sic gründeten und bezogen unter den Firmen R. Ludwig Schäfer, Ernst Briege & Co., Arthur Rüffcr & Co. und M. Zerjaw, sämtlich in Berlin, Waren int Großen und verschleuderten sie dann. Fabrikanten und Lieferanten, die durch eine dec vorbezeichneten Firmen geschädigt wurden, tun gut, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. •• bOprozentige Fahrpreisermäßigung nach München. Der bayerische VerkehrSmimster hat auf den unb wie biese sich ständig drehenden Tiere walzen auch sie immerbar runbum, in Bewegung gehalten von ihren heißen Trieben, närrischen Launen unb Schrullen. Zumeist ist es die Liebe, hier in ihrer derbsten Form bargestellt, die die Pärchen in atemlosen Tanze hält. Die schreiend grellen Plakate, die ivahllos aus dem großen Bilderbuch des Lebens herausgerissen und zujammenac- lwngt sind, sind jedes für sich betrachtet apart und geistvoll, aber in ihrer Gesamtheit wirken sie crmudend, und nur die glänzende Regie, die derbsillisierende AuSstallung, die trefflichste Schampiel- kunst konnten vor einem Mißerfolg bewahren. — NeueVersteineruiigSjundeinAlaska. Alaska ist durch seinen 'Reichtum an versteinerten Ucbeneftcn vorwell- licher Säugetiere berühmt und neue Funde bestätigen jetzt, daß auch in geologisch jüngeren Zellen das heutige Schneeland über eine ungewöhnlich große Fauna verfügte. Auf Grund neuer Forschungen und Funde veröffentlicht Madison Braill im Smilhsonian Report einen lleberblick über die frühere Tierwelt Alaskas und stellt dabei fest, daß der Mammut und der Bison der Zahl nach am stärksten vertreten waren. An dritter Stelle stand das Pferd, an vierter der Hammel, an fünfter eine Hirschart, die mit dem Wapiti-Hirsch manche Vcrlvandtschast zeigt, unb an sechster der MoschuS-Lchsc. Es zeigt sich damit, daß diese ehemalige Fauna Alaskas mit der jetzigen Tierwelt Nordamerikas unb Asiens viele Berührungspunkte aufweist. Besonders interessant sind aber die neuaufgefunbenen Bisonschübel; sic lassen aus ein Tier schließen, das an Größe den heutigen Büffel bei weitem übertrifft. Der Bison ist also nicht nur der Zahl nach zurückgegangen, sondern ist auch kleiner geworden. kf. T i e 16 n g ft e n Fernsprechlinien. Mit einer Länge von 2040 Kilometer steht die Drahlleitung Boston—Little Rock (Arkansas) an der Spitze der langen Lernsprechlinien. Es folgen nach einer Zusammenstellung im Kosmos: die 1920 Km. lange Linie Boston—Chicago und die J520 Km. lange Verbindung Reiv- pork-Cl.icago. In der alten Welt ist die Leitung Berlin —Paris nut 1102 die längste, auf der übrigens auch der nemforediDertebr Berlin—Marseille (nmb 20u0 Km.) vermittelt wird. Tie Leitung London—Marseille ist 1100 Kni. lang. Heber 900 Km. messen die Verbiiidnngen Berlin—Memel (944 Km.), Berlin—Budapest ^941 Knu) unb Berlin—Basel (914 Km.). — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissenschaf k. Der „Allgemeine deutsche Sprachverein" halt zu Pfingsten 1912 seine Hauptversammlung in Reich enberg (Teutschböbmen) ab, dessen Zweigverein mit der Hauptoersammluiig sein Löjahr. Gruiiduilgsiest vereinigt. — In W i c n ist der ehemalige Direktor des BurgthcalerS, 5X Max Burckhaxdt, gestorben. Antrag de? Internationalen Verkehrsbundes, Abteilung Bayern, ür die Fahrt zur Münchener Gewerbeschau 1912 eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent für alle Personen gewährt, die Mitglied einer Krankenkasse sind. Alle, die von dieser Vergünstigung Gebrauch machen wollen, erhalten von der öffentlichen AuSkunftSsielle bcS Verkehrsbundes in Berlin W. 8, Behrenstraße 43 (Kerkau-Palast) nähere Auskunft. Landkreis Gießen. b. Wieseck, 17. März. Aus der AutolinieAlten- Buseck — Wieseck — Gießen wurden vom 3.—16. d. M. von Wiefeck nach Gießen 4875, von Alten-Buseck nach Wieseck 288 und von Alten-Buseck nach Gießen 280, zusammen 5443 Personen befördert. Außerdem wurden an Arbeiter kart en, von Wieseck nach Gießen 188 und von Alten-Buseck nach Gießen 158 ausgcgcbcn, welche noch mit je 12 Fahrten auf die Strecke zu verteilen sind. Die Gefamteinnahme betrug annähernd 1000 Mark, also täglich etwa 70 Mark. Die Gemeinde zahlt für die Probezeit für den Kilometer 60 Pfg. Es wurden gefahren 88 Kilometer pro Tag ist gleich 52,80 M. es ergibt sich somit ein Ueberschuß von 17,20 Mk. jeden Tag. Heute fand eine gemeinsame Sitzung der Gemeinoevertreter von Wieseck und Alten-Buseck statt, yx der auch die Vertretung der Firma Büssing in Braunschweig erschienen waren. Bürgermeister Schomber erklärte dem Vertreter der Firma, daß sich die Stadt Gießen bereit erklärt habe, die elektrische Bahn für den derzeitig gebotenen Preis von 40 000 Mk. nach Wieseck zu verlegen. Hierauf erklärte sich die Firma bereit, den Betrieb durch 2 Autos mit Anhängern und einem Lastwagen zur Beförderung von Stückgut, auf eigne Rechnung auf die Tauer von mindestens 2 Jahren zu übernehmen, ohne jegliche Garantie der Gemeinde, und den Verkehr so zu erhalten, daß er dem elektrischen in keiner Weise nachstehen solle. Nachdem sich die Vertreter verabschiedet hatten, beschloß der Gemcinderat: Da die sofortige Uebertragung der Linie an die Firma Büssing der grünen Linie Gießen einen ganz enormen Schaden zufügen müsse, nochmals b$i der Stadt anzufragen, ob sie nicht das kleine Uebel dem größeren vorziehen und die elektrische Bahn unentgeltlich nach Wieseck verlegen wolle. Die Probezeit des Autos läuft am 19. ab, sollte bis dahin von der Stadt keine Antwort eingelaufen sein, so soll der Verkehr der Firma Büssing unter Gründung einer G. m. b. H. übertragen werden. ---- Lich, 17. März. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, in den beiden Schulhäusern und der Kirche Zentral- Heizung einzurichten. A $) u n g e n, 16. März. Die 18. Hauptversammlung der Molkereigenossenschaft tagte unter dem Vorsitze des Präsidenten Acker in der „Traubs. Nach dem Geschäftsbericht betrug die Gesamtmilchlieferung im Jahre 1911 über 2Vs Million Liter bei einer Mitglirirerzahl von 516 Genossen. Der Reingewinn belief sich auf 5024 Mk. In den Vorstand wurden wiedergewählt Bürgermeister Lind-Griß-Nidda, Bürgermeister Bornmann-Trais-Dorlosf, W. Bopp-Bellersheim, Gg. Koch-Non- nenroth, L. Fr. Reitz-Inheiden, neugewählt G. Wolf-Wohnbach. Kreis Büdingen. X. Büdingen, 17. März. In dem im Februar 1908 eröffneten Konkurse über das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer u. Co. in Büdingen (Oberhessen)^ dessen Inhaber der verstorbene Bankier Hofrat Rothschild in Büdingen war, sand am Samstag am hiesigen Amtsgericht eine Gläubiger-Versammlung statt, in der zunächst die Prüfung der angemclebtcn Forderungen fortgesetzt wurde. Hierauf folgte der Samstandsbericht des Konkursverwalters Rechtsanwalts Kcil- Büdingcn. Diesem Berichte war zu entnehmen, daß die angemel- beten Forberungen in dem Konkurse ber Banksirma Wertheimer u. Co. über 2 Millionen betragen. Anerkannt sind bis jetzt 884 013 Mark. Weiter -werben noch anzuerkennen sein rund 1200 000 Mark. In der Masse werden etwa 130000 Mark zur Befriedigung ber Gläubiger verfügbar sein, so baß 6Vi Proz. zur Verteilung kommen können. Tie Aussichten für bic Höhe ber Konkursdivibende haben sich somit gebessert, da man anfangs glaubte, nur mit 1—2 Prozent rechnen au dürfen. Eng verknüpft mit dem Konkurse der Bankfirma Wertheimer u. Co. sind die Konkurse des Vorschuß- und Kreditvereins Ober-Mockstadt, c. G. m. u. H., und Burk. Die Konkursverwaltung Burk hat an den Konkurs Wertheimer u. Co. 700 000 Mark Forderungen angemeldet, von denen 350000 Mark anerkannt worden sind. Von der Konkursverwaltung Ober-Mockstadt sind 711000 Mark Forderungen angemeldet worden, doch ist hier ein Vergleich zu erwarte«. An dem Zusammenbruch des Vorschuß- unb Kredit- Vereins, der für seine haftpflichtigen Mitglieder verhängnisvoll geworden ist, indem jedes Mitglied 2300 Mark zur Deckung des Fehlbetrags einzahlen muß, war auch der nach seiner Verurteilung gestorbene Bankier Hofrat Rothschild wesentlich beteiligt. U. a. haben bei dem Konkurse der Bankfirma Wertheimer u. Co. noch Forderungen angemeldet die Stadt Büdingen mll 130 000 Mk. worüber ein Prozeß, den die Stadt Büdingen gegen die Aktien- Zuckerfabrik angestrengt hat, schwebt, die Reichsbank, Mlltzlieder der fürstlich Dsenburg-Büdinaenschen Famllie mit teils größeren teils geringeren Beträgen. Wie der Konkursverwalter rnlltcllte, kann damit gerechnet werden, daß im Jahre 1915 der Konkurs zu Ende geführt ist. — AIS weiterer Konkursverwalter mll beschränktem Wirkungskreise ist Bezirkssparkassenrechner Friedrich Türck II. in Büdingen ernannt worden. Es handelt sich hierbei nur um eine vorübergehende Einrichtung, die wieder hinfällig wird, wenn einige Handlungen (Veräußerung von Liegenschaften) vollzogen worden sind. * Nidda, 17. März. Eine Geflügel- und Äa* ninchen-AuSstellung fand gestern und heute im Kraftschen Saalbau für die Bezirke Nidda, Hungen. Gedern, Echzell, Ortenberg und Schotten statt. Die Ausstellung zeigte vorzügliches 3ud)tmatcrial. Sarnstagnachrnlltag wurde die AuSslellung im Beisein deS Kreisamtsassessors Stumps, des Vertreters der Lond- wirtschastskammer, Niogk-Grundschwalheim und ber Stadt eröffnet. Krrisgeometer Diehl, der 1. Vorsitzende deS hiesigen Vereins, erstattete einen kurzen Bericht über Verein und Ausstellung und der Vertreter des KrriseS Büdingen wünschte der Ausstellung guten Ersolg. Der Vertreter der Landwirtschasts- tammer hob die Bedeutung der Geflügelzucht hervor, die von der Kammer tatkräftig unterstützt wird und Oberst Weimer sprach für die Stadt Nidda. Unter Führung de» Preisrichters SA>ler- Nieder-Gemünden wurde die AuSnellung emgehend besichtigt. Zur Prämiierung standen drei goldene und drei silberne Denkmünzen und 500 Mark zur Verfügung. Ehrenpreise waren u. a. gestiftet von den Geflügelzuchtverrinen Schotten, Nidda, Sprendlingen, ber Landwirtschaftskammer, bei Bezirkssparkasse, der Stadt, dem Kreis und Privaten. Die Prämiierung hatte solgendks Ergebnis: 1. Abteilung Hühner: Goldene Medallle für Orpington Wllh. chuchhardt Gettenau, | über ne Medaille Herm. Leopold-Gettenau, Rich. Girsch-Wrißmühle, Kammerehrenpreije für WoandotteS K. Römhe^ '.KiDba, Zuchtstation Nidda für Italiener, Ehrenpreise: W. >-chuä>hardl--Gettenau, W. Heß-Echzell, PH. Ostheim-Echzell, H. Bode Effolderbach, K. Spam er III.. Schott en, W. Kraft-SelterS, Wild ^Ä-romm-Schotten, O. Spengler -Grundscdwal^eun, Aug. Göbel-Schotten, Th. Spomer-Nidda, erue Prelle: K. Spanier III.» Sckwlten, zweite Preise: R. Loth-Nllwa, W. Schuchhardt-Ger- lcnau, H. Fischer-Selter-, H. Bode-Effolderbach, R. Röper-Bad- Salzhausen, Ph. Barenz-ForsthauS Finkenbach, W. Geiß-Nidda, Th- Fisäier-Zwlefallen, «tlj. Spanier-Nidda, O. Spengler-Grund- särwaldeim, K. Luch-Götzen, K. Paar-Nidda, A. Holland-Nidda, ■V Bode-Esiolderbach, W. Reitz-Echzell, G. Heßler-Hungen, H. ILeopold-Geuenau, K. Römhcld-Nibba. 2. Abteilung Wassergeflügel: Goldene Medallle und EhrenprerS Karl Spanier III.- >-pchotten, gafliflicrßräic W» KlauL-Nrdda, PH. HaaS-Nidda, 74. Mittelrheinischer Kreisturntag. --- Trier, 17. März. Die diesfährigen Verhandlungen des MiUrlrhcinkreises d« Teutschen Turnerschaft fanden am 16. und 17. März hier fta^ Di hiesigen Turnfteunde hatten alle Vorbereitungen auf da» Beste getroffen und auch dafür Sorge gcitagai, daß die Abgwrd- neien nut den zahlreichen Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt be- kanill gemacht rourben. . Die Tagung ^cgann am Samstag nadjnrittag mll der 1 tzung deS Kreisansschufses. llnterslützungen zu Turnhallebauten und Herstellung von Turnplätzen erhallen die Vereine zu Ldernhelln i.Pfal-), Grotz-Zumnern, Wcllcsweiler und Attenhauseii a. d. Lahn. _ . Der KreiSvertreter reüt weiter mll, daß der Mittlere 'Jiay* Gau sich angemcldcr habe, aber noch nicht ausgenommen werden, tornttc, weil er sich noch nicht mit dem Zrahe-Jdarkal-Gan über Vie Grenzen geeinigt hat. Der Kreisturntaa wurde am Sonntag vormittag 11 Uhr eröffnet Aus dem Bericht des ersten Kreisvertreters, Schulrat Schnuck-Darmstadt, ist folgendes mitzuteilen: Im Jahre 1911 Hal oie Zahl der Vereine um 56 zugenommen. Sie beträgt jetzt 1258, die sich auf 1129 Otte verteilen. Tie Gesamtzahl aller über 14 Jahre alten Mitglieder beträgt 128 183 (4- 6361 gegenüber dem Jahre 1910). Unter diesen sind Mitglieder vom 14. bis 17. Jahre Zöglinge) 24 464 (4- 1443 ). Die FrauenabtcUungen zählen 4974 Mitglieder (4- 828). Selbständige Frauenturnver- etne Tonnen mit gleichen Rechten und Pflichten wie die übrigen Turnvereine in die Gaue und damit auch in den Kreis ausgenommen werden. In den Schülerabteilungen turnen 9315 Knaben und 1972 Mädchen. Die <5djülct sind aber keine Vereinsmitglieder, sondern erhalten als Ergänzung der Schul turnstunden noch weiteren Unterricht in den körperlichen Hebungen. Eigene Turnplätze haben 360 (4- 22) Vereine, eigene Turnhallen 183 (4- 9) Vereine. Der letztere Punkt ist besonders rtndjlig für die Jugendpflege, da sie hierdurch, wie auch der preußische .^tzultusministrr in seiner Denkschrift über die bis jetzt erzielten Ergebnisse auf diesem Gebitte betont, von den Wirtshäusern unabhängig und auch nicht durch die Witterungsverhälvnisse beeinträchtigt tou> Zur Förderung der Jugendpflege werden Zöglingswetturncn, Vanderfahttcn mit den Eltern, Familien-, Lese- und Vortragsabende empfohlen. Zum Militär wurden aus den Vereinen des Kreises 4108 (4- 129) junge Leute eingezogen. An den Lehr- aängcn zur Ausbildung von Turnwarten und Vorturnern in jöetlin und Darmstadt nahmen 48 Turner teil. Der Bericht des Kreisturnwatts, V o l z e - Franksutt a. M., fuhrt an, daß 1910 zur Belehrung der Turnwatte und Vorturner <4 Gauvotturnerstunden mit 4243 Teilnehmern abgebalten wurden und an den allgemeinen Hebungen der Gauftste 6620 Turner teil nahmen. Besonders erfreulich ist es, daß sich in den Gar- nisonstädten die Soldaten immer zahlreicher an den Hebungen der Turnvereine beteiligen und das Wandern und die Geländespiele immer größeren Umfang annehmen. Auch der Fechtbericht, von dem Kreissechtwatt Stassen- Hanau erstattet, weist eine rege Tätigkeit auf indem Gebiete auf. Zum ersten Male wurden mit gutem Erfolge Mannschaft!, kämpfe abgehalten. Auch die Kampfspiele wurden, wie der Spielbericht von dem 2. Kreisspiel- watt, Bär-Frankfurt a. M„ feststellt, in vielseitigster Weise gepflegt. In den wichtigsten, Schlagball, Faustball u. a., werden zurzeit Meisterschaftskümpfe ausgefochten. Im Schwimmen ist, wie der Bericht des Kreisschwimmwarts, Braun- Franffurt a. M., ausfühtt, der Fortschritt noch nicht jo bedeutend, da noch vielfach eine günstige Gelegenheit zum Ausüben fehlte. Außer dem Kreise veranstalteten auch schon mehrere Gaue Wettschwimmen. Für die Pflege und Förderung des Wanderns wird in Zukunft eine weitere Person im Ausschuß tätig sein. Jnbezug auf die Presse wird von mancher Seile über zu geringes Entgegenkommen dem Turnen gegenüber im Vergleich zum Spott geklagt. Bon Ehrengästen waren anwesend: Ober-Reg.-Mar Ulfen, General-Major von Hopfgarten, Lber-Reg -Rat Schulin, Landrat Fürst von Troschka, Reg.- und Schulrat Dr. Berief, Bürgermeister Ncvses und Beigeordneter Osten. Im Namen der Staatsregierung sprach Lber-Reg.-Rat Alfen, für die Stadt Beigeord- neter Osten und für die Trierer Turner Herr Steinmetz. Bettreten waren 189 Vereine mit 262 Stimmen, dazu 49 Stimmen des Kreisausschusses, gibt insgesamt 311 Stimmen., Gießener Strafkammer. > Gießen, 16. März. Messerstecherei. In dem weltabgelegenen Freiensteinau kam es am Abend des Neuiahrstagcs zu einer wüsten Schlagerei, bei der das Messer keine geringe Rolle spielte. Aus einem verhältnismäßig unbedeutenden Vorgang eniroidelte sich der Streit Aus dem benachbarten preußischen Ort Kressenbach waren am Nachmittag drei Burschen — Arbeiter in den Steinbrüchen bei Schlüchtern — mit ihren Mädchen herübergekommen und hatten einige Stunden in einer Wirtschaft zugebracht. Um 9 Uhr abends machten sie sich aus den Heimweg. Sie hatten sich kaum eine Strecke von der Wirtschaft' entfernt, als sie auf einen hinter ihnen her- kommenden 9)1 arm aufmerksam wurden. Von einem Freiensteinauer Burschen, der sie begleüete, erfuhren sie, es sei der Pfarrer, worauf sie sich in Bemerkungen ergingen und ihm in auffälliger, nach des Geistlichen Auffassung sogar höhnischer Weise ihren Gruß boten. Dieser eilte, da er weitere Belästigungen befürchtete, in die unweite Hofrefte des Bürgermeisters und verlangte von ihm, die Namen der Burschen festzustellen. Diese waren indessen mit ihren Mädchen ruhig roeitergegangen. Ter Bürgermeister kam ihnen nach, faßte einen am Arm und forderte ihn auf, mit auf die Bürgermeisterei zu kommen. Ta fielen die offenbar unter der Einwirkung des reichlich genossenen Alkohols stehenden Burschen über ihn her und nur mit Mühe gelang es ihm, zu entrinnen. Mittlerweile waren auf seine Hilferufe Leute herbeigeeilt, unter ihnen der Gutspächter Hellwig und seine Frau. Der Angeklagte Kling ging dabei mit gezücktem Messer auf das Paar loi. In dem Handgemenge erhielt die Frau einen Stich in den Oberarm. Der ebenfalls zu Hilfe geeilte Maurer Greulich erhielt einen Stich in den Kopf und drei weitere Stiche, von denen namentlich einer in den Rücken, eine äußerst gefährliche Wunde verursachte. Die Burschen tobten noch eine Zeitlang auf der Sttaße, schlugen gegen Fenster und Häuser, auch nach dem auf seiner Haustreppe stehenden Apotheker, bis sie es für geraten fanden, das Dorf zu verlassen. Wegen dieser Ausschreitungen hatten sie sich vor der Strafkammer zu verantworten, die außer mehrwöchigen Haststrafen über Kling neun SDlonate, über Keil 3 Monate und 2 Wochen und über Böhm 3 Dlonate Gefängnis verhängte. Kl. verblieb in Haft, der Haftbefehl gegen die beiden anderen wurde aufgehoben. Die Kreiskasse schließt in Einnahme mit 20 263,49 Mk. and in Ausgabe mit 16 847,29 Mk., also mit einem Heberschuß von 3416,20 Mk. ab. Tie Rothermelstiflung hat einen Bestand von 4569,58 Mk., die Kassen zur Ausbildung von Turnwatten und Vorturnern 3721,85 Mk. Das Gesamtvermögen betrage demnach 11 707,63 Mk. Bei den weiteren Verhandlungen wird den Obmännern für Fechten, Spielen und Schwimmen Sitz und Stimme im Kreis- Msschuß erteilt. Die vorzüglichen Gerätturner sollen in Zu- 6uift bei dem Wetturnen besondere Auszeichnungen erhalten. Für das Kreisturnfeft in Aschaffenburg werden die Tage vom 3. bis 6. August bestimmt. Das nächste Kreisturnsest ■jür 1915 erhält Saarbrücken, für 1917 ist Mainz Fest- ftäbt, da bann der dortige Turnverein sein hundertjähriges Bestehen feiett. Die Leitung der Verhandlungen lag in den Händen des 1. KreiSvettreters, Schulrat Schmuck, der in seiner Begrüßungsansprache besonders auf den hohen vaterländischen Wert des Turnens und der Deutschen Turnerschaft hinwies. Tierquälerei. Ter wegen Tierquälerei häufig vorbestrafte Dachdecker und Bürstenmacher K. L. in Grünberg war von dem Schöffengericht Grünberg mit 4 Wochen Haft bestraft worden, weil er seinen Hund geradezu verhungern ließ. Nach Aussage der Zeugen hatte er den Hund in gutem Zustande erhalten. Tas Tier magerte jedoch im Besitze des Angeklagten immer mehr ab, bis es schließlich einem Skelette gleich sah. Tabei jammerte und wimmerte es unaufhörlich Tag und Nacht, so daß die Gesellen eines in der Nähe wohnenden Steinhauers ihrem Meister erklärten, das nicht langer mitanhoren zu können und die Aufgabe ihrer Arbeit in Aussicht stellten. Das Tier war mit der Zeit so schwach geworden, daß es sich kaum fottschleppen konnte: Bezeichnend sind folgende Vorkommnisse, von denen die Zeugen berichteten. Der Hund sprang einmal ein Kind, das einen Wecken in der Hand hatte, an und entriß ihm den Weck. Dann sollte er einmal ein Wägelchen ziehen, er konnte jedoch vor Schwäche nicht von der Stelle. Tie Strafkammer verwarf die von dein Angeklagten gegen das Schos- fengerichtsutteil eingelegte Berufung. Dampferunglücf im banal. Der englische Dampfer ..Lceana" der „Pen insular and Crientlinc'' ist mit der deutschen Barke „Pisagua" im Kanal zusammenge stoßen. Die Passagiere und ein Teil der Mannschaft der „Oceana" sind in Eastbourne gelandet worden. Dazu wird uns gemeldet: Eastbourne, 16. März. Ter Dampfer „Oceana" ist heute vormittag gesunken. Er war gestern von T 11 b u r d mit bei Bestimmung nach Bombav abgegangen und halte 16 Passagiere 1. und gegen 30 2. Klasse an Bord, die zurzeit deS Zusammenstoßes schliefen: es heißt, daß 25 umgekommen sind. Nach einer anderen Meldung batte der Tampser eine Besatzung von 280 Mann und 41 Passagiere, wovon 28 in Ncwhaven und 9 in Eastbourne an Land gesetzt wurden: es werden also vier Passagiere vermißt, und es imrb befürchtet, daß diese sowie einige Mann Besatzung beim fbentem eines Rentings bootes ertrunken sind. Tie „Oceana" führte Lst. 747 610 an barem (Selbe mit sich. Tie deutsche Barke „Pisagua" wurde in sinkendem Zustand von Schleppern in Dover eingeuracht. London, 16. Pkärz. Ein französisches Fischerboot ist in Newhaven mit zwei Leichen des englstchen Dampiers „Oceana" angekommen. Verschiedene Personen von der „Oceana" sind schwer verletzt. Dem Schisfszimmermann wurde ein Bein abgenemmen Achtzehn Passagiere )inb notdürftig bekleidet m London eilige troffen. London, 16. März. Die Schiffahrtsgesellschaft teilt mit, daß abends der Verbleib aller Passagiere der „Oceana" bis a u t sieben feftgeftellt sei. handel. Offenbach, 16. März, Heute mittag um 12V, Hhr ist über das Vermögen des Bauunternehmers Peter Karl Augen t h a I c r in Offenbach a. M. das Konkursverfahren eröffnen worden. Die Passiven betragen schätzungsweise 3 Millionen, die hauptsächlich in Hypotheken bestehen, die auf etwa 40 dem Augenthaler gehörigen Häusern in Offenbach lasten. Ferner sind zahllose Forderungen vorhanden, darunter solche von Bau Handwerkern in Höhe von mehreren 100000 Mark. Das Konkurs verfahren ist auf Antrag der Hessisch-Nassauischen Baugewerks Berufsacnofsenschaft erfolgt, deren Forderung in Höhe von etwa 5000 Mark Augenthaler nicht mehr zu befriedigen vermochte, nach dem es ihm noch gelungen war, die Zurückhaltung einer Reihe von Konkursanträgen, die im Lause der Woche eingegangen waren, zu bewirken. Die buchmäßigen Aktiven betragen etwa 2,8 Millionen Mark. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentltcher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 19. März 1912: Trüb, Regenfälle, mild. Letzte Nachrichten. :|: Essen, 18. März. In zahlreichen gestern im Ruhrrevier abgehaltenen Versammlungen des christlichen Berg- arbeiterverbandes kam einmütig die Auffassung zum Aus • druck, die bisherige Taktik beizubehalten und sich dem Streik unter keinen Umftänben anKuschließen. Alan erwartet eilte weitere Ab bröckelung bei der Streilbeteiligung. London, 18. März. Die Zahl der infolge des Kohlen st r e i k s beschäftigungslosen Arbeiter wird einschtteßllich der streiken - den Bergleute auf 1,8 Millionen geschätzt. Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die ßrühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 Section Itertesen das Frische lwr Landete c 10 Lt. 8ö Psg. ernvstehlt (02094 W. Ullrich, Schloßgaste 7. Gicht-, Stein- u. Nierenkranke finden durch eine Haustrinttur mit Altbnctihornter Harksprudel Starkquelle rasch Linderung und Hilie. Dieses ausgezeichnete Heil- waster löst die Harnsäuren Salze, durchsvült wohltuend den ganzen Säroer, entlastet Nieren u. Blase u. fördert den Stoffwechsel in normaler Weise. Bon zahlr. Professoren und Aerzten glanzend beout- achtet. Fl. 95 Pf. m der Uni- versitäts-Äpotbeke z. gold. Engel u. in den Drogerien C. Seidel, W. Stilbinger, Aug. Noll, C. Schaaf und Ernst Noll. [sl°/i Verbunden mit Konzert, komischen Vorträgen u. Ball statt, wozu die Mitglieder gebeten werden, sich recht zahlreich zu beteiligen, t*/ Der Vorstand. Gäste können durch Mitglieder emgefüBrt werden. Einladungskarten sind bei L. Zutt, Ludwigstr. 64, W. Amend, Bahnhoftrr., I. Maternus, öranfturter ^tr. zu haben Verein Contentia. Lamstag, den 23. März, abends 81/, Uhr, findet in der Turnhalle 15jährige Stiftungsfest Sole! W Einhorn, Giessen. DitüMio, ta IS.März, nadjinittagö non 3 bis ö Uhr: Srohs Freikaffeefafel veranstaltet von Kaisers Kaffcegeschüft für alle Hausfrauen. & Ausschank kommt ein woblschmeckcuder, neuer atzmalzkaffee, dem Kostvroben seinen Backwerks ebenfalls gratis beigefügt werden. , Dls;s Es wird gebeten, Kinder tunlichst nicht uiuzubrtngen. taUllw des Oberhess. Automobil-Club Sektion de* Frankfurter Automobil-Club, E. V. Giessen. Zn Gunsten der deutschen Motorboot Expedition durch Afrika*) wird Oberleutnant Paul Graetz am Mittwoch, den 20. Jlttrz 1912, abends 81/« Ubr, in der neuen Aula der Univcrsttät einen Vortrag mit farbigen Lichtbildern und kincmatogravbifcheu Vorführungen halten über seine Erlebnisse auf seiner Fahrt Im Motorboot quer durch Afrika vom Indischen Ozean zum Kongo. Preise der Plätze. Numeriert Mk. 2.—, Unnunicricrt Mk. 1.50, Studentenkarte Mk. 1.—. Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn Cd allier, Neuenweg, und abends an der Kaste. ff Oberleutnant Graetz kehrt im Avril d. I. mit einem Ersatzmann für den vom Büffel getöteten Operateur zu feinem im Kongo „überwinternden" Motorboot zurück, um die Durchquerung Afrikas zu vollenden. Du/a Junge! 4i ter» des eiitii 6 Personen! $. m MtiKcin Lvlovbou-Virtuose Im vocd. Restaurant Eröffnung des Blütenfestes wozu ca. 10000Blüten zur Dekorierung gebraucht sind! Dazu die entzückende Musik einer italienisch. Kapelle ta z Wtzn IW Pariser Mu-Sängir Neu für Giessen! Kolosseum GIESSEN Dir.: Karl Ohm Telephon 645 Walltorstrasse. 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