162. Jahrgang Drittes Blatt Nr. 1Z Erich eint figfifl) mit Au4nahme Sonntag». inn r von bei inpl’i’t f retttw Dkl I isaktion, crtumi WaMrch halten mürbe, uni n iich A WWt 1 zur (Ent: nfies. sichutz nen Paroli ifes (Biegen der Stich Samstag, 20. Januar 1912 Äotcftonebrud and Sevtag der Vrühl'fcheo Unaicrfttäte - Brich- und Btembrucfecct 91 8 an g e. Liegen. linden Witterung sei jedoch für Bauhandwerker, welche z. B. in ihrem Geschäft keine Arbeit haben, Gelegenheit geboten, Beschäftigung in den Weinbergen zu finden. Diese Bemerkung bezöge sich natürlich nur aut Einlwimische, fremde Arbeitskräfte fönnten nicht beschäftigt werden. Stuck aus Mittclheim wird bcriditet, daß intolge der günstigen Witterung und der guten Weinernte in der Landwirtschaft voll gearbeitet werde, so daß die einheimischen Ar beiter alle gut beschäftigt seien. Besonders vermerkt wird noch, das eine Aufhebung der Bervt'l gungsstation vom 1. April 1911 eine bedeutende Slbnahme der Turchreisenten zur Folge gehabt habe und baß der ganze Verkehr sich aut die hessische Seite gezogen habe. Aus dem Buchdrilckcrgewerbe wird aus Kassel berichtet. das, burd- die Weihnächte zeit und durch die Wahlbewegung der Beschäftigimgsgrad ein günstiger gewesen sei. Frankfurt, berichtet ebenfalls von einem befriedigenden Geschäftsgang, cs seien jebod) vor den Festtagen mehr als 40 Entlassungen vorgekommen. In Worms waren für Maschinisten, Heizer und Fabrikarbeiter nur wenige offene Stellen gemeldet. Audi tür Ha us b urschen,Taglöhn er undErdarbeiter ging die Zahl der offenen Stellen zurück, allerdings auch die Zahl der Arbeitsuchenden. Mainz berichtet, daß für tüchtige Erdarbeiter dauernd Besdräftigung vorhanden gewesen sei. In Kassel herrschte groser Andrang von ungelernten Arbeitern: von der Ober- poftbircition seien eine große Anzahl Leute bei der Weihnachts- paket-Beförderung beschäftigt worden. Im, G a ft w i r t S g e - werbe war der verflossene Monat flau. Nur für Anshilssarbeiter war nnd) bem Frankfurter Bericht infolge ber Feiertage und einiger größerer Festlichkeiten reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Aus dem weiblichen A r b c i t s m a r k l ist zu berichten, das in Mainz gegen Weihnachten die Nachträge nach Putzfrauen nicht gedeckt werden konnte. Worms teilt mit, das der Mangel an tüchtigem weiblichen Kockpersvnal sich empfindlich bemerkbar mache. Ter Andrang von Puh-- und Waschfrauen sei, wie immer vor den Festtagen, stark gewesen. Kassel berichtet von einem Mangel an Arbeitsangebot von Fabrikarbeiterinnen. Stimme de» Die „•Iffcenei £emflienbiatter*' rcerben bem «Anzeiger* viermal wöchentlich betgdegt, bat „Krtisfclatl für ötn Kreis Sieben*' zweimal vsöchenltich. Die „Landvlrtlchaftlichev LeU- tragen" erscheinen mxmathd) zweunat. ftebaftun. (EypebUton anb Druckerei: (träte 7. «trpebuion und Verlag ÖL Redaktion: e-MK112. Leb-AbraStnze'gerLiehen. Ter Fußbailsport i’t den Friedberger Slraßenjungeil so in Fleisch und Blut überlegangen, daß sie jeden beweglichen Gegenstand, sei es ein Stuck Holz oder ein Steinkohlen- stück ober seichst ein alter verloren gegangener Hut als Fußball ansehen und ihtt geschickt mit der Fußspitze Herumstoßen. Jetzt bieten die verloren gegangenen Gisstücke willkommene Objekte für diesen Sport und wer lein Glück hat, dem fliegt so ein Eis stück auch einmal an den Kopf. Der Himmel bedeckt sich. Einzelne Schneeflocken wirbeln in der Luft. Aber das Barometer steigt neuerdings. Die Bierbrauer werden nervös, noch gähnen ihnen die Eis ■ feiler leer entgegen. Es ist noch manche Frostnacht nötig, um sie zu füllen. Besonders das langerwartete erste Eis des Winters muß unter Dach und Fach um jcbeit Preis, ehe der Tauwind vom Mittagsmeer kommt. Die Arbeiter fühlen das mit, sie fdjtoingcn die Axt höher, lösen viele Ouadrat meter große Eisflächen ab. Auf diese schwimmende Fläche schwingt sich ein junger firer Mensch mit der langen mit dem Eislmken bewehrten Stange. Er steuert die Eisscholle wie der Mainflößer sein Holzfloß zum. Hafen an dem das Eis herausgeflscht und auf die stets bereiten Wagen befördert wird. Der Fuhrmann bringt seine Pferde durch munteren Zuruf in eine raschere Gangart. Alles ist besorgt, das Eis so rasch wie möglich zu bergen. Auch wir, die scheinbar uninteressierten Zuschauer, haben ein Interesse daran, daß Eis in großen Mengen zur Aufbewahrung kommt, damit in heißen Sommertagen der Eis verbrauch auch dem möglich ist, der im Schweiße seines Angesichts sein «Lirot verdient. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen formet wiederholte, ließ sie ostentativ diese Worte fort. Vor der Tür aber erwartete das junge Ehepaar eine Schar begeisterter Frauenrechtlerinnenen, die jubelnb Fahnen schwengten unb das Verhalten der Brant als Heldentat feierten. kf. Vierzig Jahre Ehescheidungen in den Vereinigten Staaten, lieber die Häufigkeit unb Leichtigkeit ber Ehescheidung in den Bereinigten Staaten kommen zu uns von Zeit 3u Zeit die unglaublichsten Berichte., Daß diese aber kaum übertrieben sind, zeigt eine jüngst veröffentlichte Statistik, die fick mit den Ehescheidungen in den Bereinigten Staaten während Der vier Fahrzehnte von 1867 bis 1906 beschäftigt. Die Kurve der Ehescheidungen — es handelt fick u. a. and) um eine bildliche Darstellung — steigt während der 4 Jahrzehnte stetig an, unb ihr Anstieg wird immer steiler, was bedeutet, daß der Zuwachs der Ehescheidungen von Jahr zu Jahr größer wird. Die entsprechende Kurve, die den Zuwachs der Bevölkerung angibt, steigt viel schwächer an. Nur einmal in der ganzen betrachteten Zeit, nämlich in den Jahren 1883 81 ist ein ganz schwacher Rückgang der Eheschei- cmngShäufigkeit festzustellen, der jebod) burd) die Zunahme in Dem folgenden Jahre sogleich wieder wettgemacht wird. Im Jahre 1867 betrug die absolute Anzahl der Ehescheidungen in den Bereinigten Staaten noch weniger als 10 000. Vier Jahrzehnte später betrug sie mehr als das siebenfache dieser Zahl, nämlich genau 72 062 im Jahre 1906. 1870 tarnen auf 100 000 Ehen 81 Setei - Dungen, 30 Jahre später bereits 200. Die Zehntausend wurde bereits int Jahre 1868 überschritten, 1881 waren die Amerikaner oci 20 000 Scheidungen im Jahre angelangt, 1889 hatten sie Die 30 000 überschritten, 1895 die 40000, 1899 die 50 000 und >ckon 2 Jahre Darauf Die 60 000. Dann dauerte es nur vier Jahre, bis sie schließlid) mit runb 72 000 auch die 70 000 überschritten, unb gegenwärtig beläuft sich die alljährliche Scheidungszahl in den Bereinigten Staaten auf runb 80 000. Zu dieser Statistik ist hinzuzufügen, daß in Den westlichen Staaten mehr Ehescheidungen vorkommen, als in den Oststaaten. kk. FrauennachrichtenausallerWelt. Die Frauen der Türkei send eitrig daran, sich zu emanzipieren. Sie tun dies zunächst hauptsächlich in Form bedeutender Verbesse- Frauen-Fernlleton. — Die Frauenrechtlerin. Aus London wird berichtet: Noch im letzten x?lugenblicfc sind die temperamentvollen 'uglischen Frauenrechtlerinnen um einen Triumph gebracht roor> -en, den sie bereits vorher mehr lad) bis zur Neige ausgekostet hatten. Bor dem Traualtar der königlichen Kapelle in Savon, London, erschien an der Seite ihres Bräutigams die Nichte des Viscount Deel, die Tochter des obersten Dugdale, Fräulein Una Stratford Dugdale, die als ein hervorragendes Mitglied des politischen Frauenklubs bekannt ist. Der Trauung watzdii langwierige Ver- aanblungen mit dem Geistlichen der Hoftapelle, Dem Reoereird Hugh Ehapman voraufgegangen: die Braut wollte bei der Trau- imgsforiucl unter allen Umständen die Formel von dem Gehorsam der Ehegattut f o r t g e l a s s e n wissen und der gutmütige geistliche Herr hatte sid) schließlid) auch bereit erklärt, bas verpönte Wort auszulassen. Aber int letzten Augenblicke mußte er seine Zusage zurückziehen; durch die Zeitungen hatte der Erz- bildjof von Eanterbury davon erfahren, das; die seit Jahrhunderten iiblidie alte christliche Trauungsformel einem jungen Brautpaare zuliebe geändert werden solle, und dazu nod) in einer königlichen Kapelle, die Eigenttnn des britiidjen Herrscherhauses ist. Die Folge war, daß der Reverend Eharm.m vor der Trauungszeremonie i n Der Kirche folgende Erkürung machte: „Bor Beginn des Gottes- doienftes möchte ick) erklären, daß ick) auf Grund der Mitteilungen ter Presse mich genötigt gesehen habe, mich im letzten 'Jlugcnblirf mach über die rechtliche Gültigkeit einer Trauung zu unterrichten, bei ber gewisse Worte ausgelassen werden. Ich habe erfahren, : tetß die Gültigkeit einer solchen Trauung in einer königlichen Rapelle, die ausschließlich bem König gehört, zumindest zweifelhaft teeibt und so sind wir übereingekommen, aus Lohalität für Seine Majepät bem König die alten Worte beizubehalten." Aber zu- . Mich drückte der geistliche Herr die Hoffnung aus, daß in Zukunft -Ms der Trauungsformel gewisse Ausdrücke beseitigt werden möchten, die die Gesühle einzelner Ehefaitieß enter verletzen tonnten. Xann mürbe die Trauung vollzogen, das böse Wort „gehorsam" und ...gehorchen" hallte burd) den Raum, als die Braut aber die Eides- rungeit des Unterrichte, wofür in letzter Zeit allerhand geschehen ist. Es ist nicht nur bereits ein türkisches Mäbchengyrnna- frurn gegrünbet worden, sondern eine Jndierin, E. S. Ka b o o r i e, hat eine große Stiftung für eine höhere Mädchenschule gemacht, unb außerdem hat die Verkörperung dieser Schulreformbewegung, in der Türkei, Frau B a ha n di n, eine Studienreise nad) Europa unternommen, um die westlichen Unterrichtsarten kennen zu lernen. Zunächst hat sie sich nad) England und zwar nach Eambridge begeben und beabsichtigt, im Wintersemester dort zu studieren. — Eine wicktige Neuerscheinung im Buchhandel, die namentlich auf die Geschichte ber Frauenbewegung in England in ber viktorianischen Epoche mancherlei Aufschlüsse geben wird, steht unmittelbar bevor. Die Testamentsvollstrecker der vor einiger Zeit oerftorbenen Florence Nightingale sind nämlich gegenwärtig mit der Vorbereitung zur Herausgabe ihrer Briefe beschäftigt. — Im norwegischen Parlamente ist jüngst ein ltesetzesvorschlag eingebrodit worden, ber bas Eherecht betrifft. Es handelt sich Darum, irgendwie eine gesetzliche Eheprüfung festzulegen, bei, der Bräute bartun sollen, das; sie ber Ehe, d. h. den Aufgaben der Mutterschaft sowohl wie,der Führung eines Haushaltes burchans .gewachsen sind. Eine französische Zeitung, die diese Nachrickt spöttelnd mitteilt, schlägt das männliche Seiten irüd dazu vor, will also auch die männlichen Ehekandidaten einer Eheprüfung unterworfen wissen. — In F r a n k r e c ck m a ch t b i e F r a u e n - bewegung außerordentliche Fortschritte. Der jüngst ins Leben gerufene Frauenstimmrechtsverein in Lyon hat es in zwei Monaten bereits auf 400 Mitglieder gebracht. Als Kuriosum hierzu fei hinzugefügt, baß sich in Pan ein A nt i sti m m r ech t s v er e i u gegründet hat, für den namentlich die Damen Schlumberger, Mirabanb unb Belle unb Herr de Breuil tätig sind. Die Vorträge, die sie im ganzen Lande halten, arbeiten, allerdings ohne Absicht ter Bortragenben, für die Sache der Frauen. — In Portug -a l, w o bie Frauenbewegung noch recht jung ist, hat sich ber portugiesische Verein für Frauenstimmrecht jüngst bem Weltbünde für Frauenstimmrecht angeschlossen unb damit dessen Mit-» gliebei^ahl auf '26 gebracht. Gefiederte wintergafte. Die kalte Jahreszeit, die unsere einheirnisck)en Vögel nadi dem Süden treibt, bringt an ihrer Stelle eine ganze Reihe gefiederter Wintergäste aus tem Norden zu uns, die an den Beeren einen reichlich gedeckten Tisch finden Dr. F. Marshall gibt in einem hübschen Aussätze ber „Natur", ter Zeitschrift der Deutschen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, ausführliche unb anschauliche Schilderungen dieser Wintergäst.', die merkwürdigerweise vielen, besonders den etäbtern, wenig bekannt sind. Tie ziemlicki auffälligen Sdntccammem, die in schneereichen Wintern aus Island unb Lappland zu uns kommen und sich auf freien Plätzen oft mitten in den Städten Herumtreiben, werden von den nagel unkundigen Großstädtern häufig verkannt unb für absonderlich gefärbte Spatzen gehalten. Tie Schneeammer, ein* zu den Sperlingvögeln gehöriger Bogel, hat ein rotgelbes, unten weißes, sckwarzgeflecktes Winterkleid. Früher Wurdcit die Schneeammern übrigens gefangen, gemästet und verzehrt. Tie meisten unserer gefieberten Wintergäste machen sich bei uns nütz lick) ober richten wenigstens keinen Schaden an. Eine Ausnahme davon bildet die Saatgans, die ter Landwirt deswegen besonders haßt, weil sie ihm das Winterkorn verdirbt. Wenn bei uns die Felder burd) Schnee verdeckt sind, zieht die Saatgans weiter südlich bis nach Nordafrika. Unser berühmtester und im finsteren Mittelalter berüchtigter Winter gast ist der Seiden sch w a n z, der Pestilenz- und Kriegs- Prophet unserer Allen. Nack) den Bauernregeln ist das Eintreffen des Seidenschwanzes ein Vorbote eines strengen Winters: manchmal aber erweist er sich als trügerischer Winterprophet. Ter Seidenschwanz, ein Angehöriger der Sperlingsvögel, ist etwa 20 cm lang, seine Hauptfärbung ist rötlich-grau, ein Strick burd) das Auge lund bie Kehle sind schwarz, ebenso ber Schnabel unb bie Füße; die Stirn unb bie unteren Schwanzteckfetern sind tief rotbraun, bie Spitzen der Flügelbecksebern unb Daunen- federn sind weiß, die Spitzen ter Schwingen sind außen gelb, innen weiß unb die Arm schwing en endigen in roten Hornblättchen. Der Hauvtschmuck des Seidenschwanzes ist eine rötlich-graue, 4 cm hohe Haube auf dem Kopf; nach dieser Beschreibung Dr. Marshalls dürfte wohl jeder den Seidenschwanz erkennen. Bisweilen ist dieser Vogel bei uns übrigens sehr häufig. Darüber teriditet schon der alte Eonrad Gesner. Im Winter 1552 sind nad) seinen Angaben zwischen Bingen* und Mainz bie Seidenschwänze so zahlreich geflogen, „daß sie einen dunklen Schatten gaben". Der Seidenschwanz, ter in seiner norbifd)en Heimat ziemlich abgeschieden lebt, ist aus diesem Grunde dem Menschen gegenüber, den er kaum kennt, wenig scheu unb gilt daher fälschlich für dumm. Die bekanntesten unserer Winter,)äste sind die Kreuze s ch n ä b e I, von denen der Kieferkreuzschnabel, ber Fichtenkreuz-> schnabel unb seltener ber Weißbindenkreuzschirabel bei uns zu f mb eit sind. Häufig ist ter Kreuzschnabel auch bei uns Standvogel, gewöhnlich aber sind sie zur Winterszeit in unseren Wäldern häufiger, weil sie durch Zuzug von auswärts verstärkt werten. Tie Kreuzsd)näbel brüten übrigens mitten im Winter trotz Schnee unb Eis, und selbst bie ärgste Kälte hält sie bavon nicht ab. Bechstein erzählt, baß im Winter 1794/95 bei heftiger Kälte Mtterbilder ans ßriMerg. — Friedberg, 18. Jan. Eis herbei! Das Straßenbild hat sich mit dem eingetretenen strengen Frost geän-, bert Stall der leichten Lommerüberzieher und Mäntel hat sich jetzt jedermann in den schweren Winterüberzieher gehüllt, den Kragen aufgeschlagen, den Hut oder die Pelzmütze rief ins Gesicht gezogen, in dem die rote Nase Kirnte gibt, was der Spazierenlaufende trotzdem auszuhalten hat. Eisblumen an den Fenstern, Eis auf allen Plätzen und stehenden Gewässern. Tie jungen und alten Schlittschuhläufer freuen sich, nicht zum wenigsten die Bierbrauer. Hängt doch für diese sehr eng die natürliche Eisbildung im Winter mit der besseren oder schlechteren Bilanz zu-- fammen. Es ist Mittags 2 Uhr. Mann, Weib und Kind eilen mit den Schlittschuhen in den gut behandschuhten Händen zur Eisbahn in die Seewiese. Tas ist der Spiel- und Sportplatz der hoffnungsvollen Friedberger Jugend in der guten Jahreszeit, zu der ich auch die frostklaren Wintertage rechne. Auf der Seewiese spielt alles, huldigt die Jugend dem Sport. Alle Schulen sind vertreten, nicht zum wenigsten die Schillerschule mit ihrer Heranwachsenden weiblichen Jugend, deren Spuren im Eise der errötende Gßmnafiast folgt. Es wimmelt auf der großen Eisfläche von lleuisten Wesen, die erst Menschen werden wollen und den Halb- und Ganzerwachsenen. Von freiem Lauf ist da keine Rede mehr, es wimmelt wie in einem überfüllten Ballsaal alles eng durcheinander. Seit gestern fahren die Eiswagen. Die spekulativen Landwirte'in Sckstadt — dies Dorf ist gleichwertig in seiner fleißigen wirtschaftlichen Betätigung mit dem Dorf Wieseck bei Gießen — haben alle Teiche in dep Gemarkung Ockstadt von der Gemeinde erpachtet für die Eisgewinnung. Sie boten den hiesigen Brauern 'den Zentner Eis frei Friedberg für 30 Pfg. an, fanden aber keine Gegenliebe. Sie werden herunlergegangen fern auf 24 Pfennig, denn heute folgt von Ockstadt her ein Eiswagen dem andern. Die Wagen sind geschickt hoch beladen. Eine zweispännige Fuhre enthält 48—60 Zentner Eis. Eine andere Brauerei hat ihren eigenen Eisteich ganz nahe derselben. Von dem 10 000 Quadratmeter großen Eist eich, in dem es außerdem von Edelfischen wimmelt, wird eben die erste Eisdecke geerntet. Drei solcher Ernten genügen dem Bedarf. Vierzig Menschen und sechs zweispännige Fuhrwerke sind damit beschäftigt, die ca. vier Tage zu dieser einen Ernte brauchen. Das Eis hat eine Stärke von 8—10 Zentimeter, je nach der Lage des Teiches. Die tage öes Mrbeitsmarttes in Hessen, Heficn-Nassau und Waldeck im Dezember 1911 Ter Beschäftigungsgrad vilcgt im Dezember stark herunter zu oehen, so daß Bergleick>e mit tem vorhergehenden Monat unzulässig sind. Wir muffen deshalb Den Dezember des Vorjahres als Vergleick) heranziehen unb da ergibt fick, baß der BefchäftigPigS' grab burchaus günstig ist. Das gilt zunäckft von ber Metall- inbustrie. Die Nacksrage nach tüchtigen älteren Bauschlossern war in Frankfurt so stark, daß ein Teil Der Unternehmer auch mit jüngeren Leuten vorlieb najpn Beklagt wirb, baß größere Werke oie Arbeitsnackweisstelle nicht in Ampruch nahmen, so daß die Leute gezwungen sind, an verschiedenen Stellen um Arbeit nach5 zusragen. Ein Streik in einer Präzisionswerkzeugsabrik ist nod) nicht beendet. Der Metallarbeiterverband teilt mit, daß alle Hroeige ber Industrie voll beschäftigt sind. Nach tem Bericht teä Arbeitsamts Mainz war bie Nachfrage nach Bau schlossern, Spenglern und Jnstallateureit besonders lebhaft. Offenbach bezeichnet den Besdiäftigungsgrab in ter Maschineninduftrie als sehr gut. Von Worms wirb berichtet.Haß bie Zahl ber Arbeitsud-endeu in die Höhe gegangen sei, während bie onenen Stellen etwas ab genommen haben Trotzdem betrübe Mangel an tüchtigen unb leistungsfälftgcn JVräften. Von den Arbeilsuctenben bestünde ber größte Teil aus Zugereisten. Besonders vermerkt wirb, das; das l>eimifche Gewerbe zum Teil auf auswärtige Arbeitskräfte angewiesen sei und nur bie ung'lernten Arbeiter die einzige Bc ruiSgruppe barstellen, bei welch r bauernb ein Ueberangebot von Arbeitskräften vorhanden fei. Kassel mclbet starken Andrang von Maschinenschlossern. Aus «der P a Pi er i nb u ft r ic wirb berichtet, baß die Buchbinder burd) die Arbeiten an ben Adreßbüchern und anberen größeren Arbeiten bis Mitte Dezember gut beschäftigt gewesen ||feien, daß bagegen zu Weihnachten Entlassungen vorgenommen wurden. Tie Lage in ber Portefeuilleinbustrie in i Offenbach wird als nicht günstig bezeichnet. Nach Sattlern anb T apezierern war bie Nachfrage bri ber Arbeitsna . weis- stelle Frankfurt gering. Das gleiche wird aus Worms berichtet. Aus ter Industrie ter Holz- und Schnitzstoffe wird ver- \ Ej.crft, für Sckneiner war in Frankfurt etwas weniger Arbeits- »elegenheit vorhanden. Für Glaftr unb Rahmen macker, Wagner anb jVüfcr war jebod) reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Für zxhreincr auf Kuickscliaftsarteit war ter Beschäftigungsgrad in ter ersten Hälfte deö Ntonats günstiger als in ber zweiten. In WormS nahm in der Holzindustrie bie Zahl ber offenen Stellen erheblich ab, aber and) die Zahl der Arbeitsuchenden ging etwas zurück. Der Arbeitsnachweis der Holzarbeiter in Frankfurt teilt int, bas; gegen den Vormonat die Zahl ber offenen Stellen . iurüdgegnngen, ter Airdrang dagegen stärker geworben sei. Ties nirb zurückgeführt auf die in der Weihnadstszeit öorgciwmmcnen Inventuren und Kesselreinigungen, mit denen meistens Aussetzern i>er Arbeit verbunden sei. Neue Arbeitskräfte würben nidtf eingestellt. Aus Mainz wird nod) von tem Bildhauer verein be- I richtet, daß ter Gesckmftsgmtg im Dezember noch schlechter ge- roefen sei als im Boniwnat. Ain Ende des Monats waren 11 Bildhauer außer Arbeit. Der Lolzavbeillrverband in Tarmstadt rill mit, baß bie int November stark zurückgegangene Konjunktur in ter Ällibeliirdustrie sich gegen Mitte Dezember stark gebessert habe. Durch die Unsicherheit ter Beschäftigung, intern einmal starker Bedarf an Arbeitskräften sei, dann wieder MasseneMlas- inngen uorgeiiommen würden, sei es sehr schwer, den Wünschen ;rad) tüchtigen Mobelschreinern stattzugeben. Hanau teilt mit, das; ein in einer Möbelfabrik bestehender (Streit feit Mitte Dezember b eigelegt nrorten sei. Für Schuhmacher unb Schneider wirb aus Mainz i Mangel an offenen Stellen berichtet, nur ein größeres Konfektionsgeschäft unb Schuhfabriken suchten durch Annoncen Arbeiter. Aus Offenback wirb mitgeteilt, daß in den Schuhfabriken durch die Fertigstellung der int Frühjahr lieferbaren Aufträge stark ge- : arbeitet werte und der Beschäftigungsgrad ein sehr guter sei. i Vereinzelt würden auch Ucberftunbcn geleistet. ?lus Worms wirb berichtet, daß Schneider unb Schuhmacher wenig Arbeit finden. Aus Frankfurt wirb vom Friseurgehilfenverband noch gemeldet, daß für bie Samstage und Sonntage 64 Gehilfen iverlangt worden feien, die and) besetzt werden lonntcn. Das Baugewerbe hatte natürlid) einen geringeren Beschäftigungsgrad zu verzeichnen. Aus Worms wird mitgeteilt, baß für 51 Tüncher unb Anstreicher nicht eine einzige offene Stelle vorhanden gewesen sei, dagegen seien Maurer unb Zimmerer noch gut unterzubringen gewesen. Kassel beridjtct, baß bie Bautätigkeit, der Jahreszeit enttprechend, bedeutend nachgelassen tebc, daß jedoch teilweise noch Erdarbeiten unb Kanalarbeiten ausgeführt würben. Aus Darm stabt wirb beuchtet, baß die Bautätigkeit zwar immer nod» sehr gering fei, daß jebod) die Fertigstellung des Bahnhofes für einige Zeit den L>eschäftigungsgrad etwas belebe. Mainz meldet, daß im Bau- 1 Gewerbe alle Berufe, mit Ausnahme der Maler und Tünck;er, genügend Arbeit hätten. In Offenbad) war die Bautätigkeit ziemlich fdjwadi: ebenso in Wildungen, wo nur ein größerer Hotel bau feiner Vollendung entgegengeht. Rüdesheim meldet, daß bie Bautätigkeit im Dezember sehr gering gewesen sei. Infolge ber ge- ..... 1 die Brut der Kreuzschnabel so ytt ousgekvnrmen mar, „oafe von dem Geschrei der Jungen die Thüringer Wälder wider- hallten". Tie ha^rsiche Nahrung, die der Kreuzschnabel zu sich nimmt, soll übrigens aus seinen Körper „balsamierend" wirken. Tote Kreuzschnäbel sind durch den Äarzgebalt vor der Verwesung etwas geschützt. Ter ältere Brehm schoß z. B. einen Kreuzschnabel bei der größten Sommerhitz?, der sich dann gut erhielt und keine Feder verlor. Dem Aussehen nach dürften die Kreuzschnäbel als allgemein berannt angenommen werden. Ein Verwandter des Kreuzschnabels, der Hakengimpel, kenntlich an seinem hakenförmigen, nach unten gebogenen Oberschnabel, sonst dem Kreuzschnabel ziemlich ähnlich, ist ziemlich selten bei uns zu finden und noch seltener der prächtige Karmingimpel, der in Sibirien und Rußland zu Hause ist. Ein ziemlich häufiger Winter- gast aus der Vogelwelt ist dagegen der Bergfink, der namentlich im Harz sich gern ein Absteigcpuartier wählt. Dieser Vogel kommt aus Nordasien und Nordeuropa zu uns. Recht häufig ist auch der Birkenzeisig, ein rost- bis dunkelbraun gefärbter tieincr Vogel, der viele karminrote Schrnuckstellen zeigt, einen weißen Bauch, einen blauen Oberschnabel, gelben Unierschnabel und eine schwarze Oberkehle zeigt. Zweimal im Winter erscheinen die Birkenzeisige bei uns, nämlich auf der Reise südwärts im November und Dezember, wo sie sich bis nach Oberitalien südwärts verfügen, und zum zweiten Male bei ihrer Rückkehr nach dem Norden im März und April. vcr Sturm auf die neuen viamantfeldcr. Ans Johannesburg wird berichtet: Ganz Südafrika ist in den letzten Wochen nur von einem Gedanken erfüllt: dieneuen Diamantfelder, die großen neuen Tiamanten! Wer immer durch seinen Beruf nicht auf die Scholle gefesselt ist, Tausende von kleinen Arbeitern und Handwerkern, die von Glück und Reichtum träumen, beurlaubte Beamte und Abenteurer: alles packt seine sieben Sachen zusammen und hastet nach dem kleinen einsamen T-örfche-, am Waalflusse, das vor wenigen Monaten noch unbekannt war, he»1e in ganz Südafrika und bald in der Welt berühmt sein wird: nach Bloemhof, wo vor kurzem die ersten Diamanten gefunden wurden. Als damals die erste Kunde von Funden bekannt wurde, ging die Nachricht wie ein Lauffeuer durch das Land, die Regierung wurde sich sofort über die Bedeutung des Vorganges klar, und als der große Ansturm begann, war das weite Gebiet bereits in kleine Schürffelder geteilt, die jedem Tiamantensucher gegen eine niedrige monatliche Pacht zur Verfügung stehen. Von Kimberley nordwärts und von Johannesburg südwärts vermochten die Züge die Menge der Glücksjäger und die Masse der Güter nicht mehr zu befördern; schon 6 Wochen später hatten sich mehr als 7000 Menschen auf der vorher kahlen Sandebene angesiedelt und wo vordem kein lebendes Wesen zu erblicken war, dehnen sich heute in langen Reihen die Zelte, klirren die Eisen. Aber es blieb nicht bei dem ersten Funde, der Entdeckung von Bloemhof folgte fast unmittelbar in einer Entfernung von etwa 30 Kilometer bte Entdeckung von M oo i n fo n t ai u. Hier fand ein Tiamantensucher namens E. James im Laufe von nur einer Woche drei Steine, die IIV4 7 und % Karat wogen und die er im Handumdrehen für 3300 Mark verkaufte. Ein paar Tage später sand ein anderer Sucher einen Stein, der ein Vermögen darstellt und 94 Karat wiegt und schließlich leuchtete auch dem Entdecker dieses neuen Tiamantfeldes James ein Glücksstern: er entdeckte einen Diamanten von 701A Karat Gewicht. Von diesem Tage an teilte sich der Strom der Glücksjäger, und Tausende, die in Vloemfort nicht sofort Schätze gesammelt hatten, wandern jetzt nach Mooin- fontein hinüber. Ein findiger Unternehmer hat schleunigst einen regelmäßigen Automobildienst zwischen den beiden Fundstätten eingerichtet. Mr die lnapp 50 Minuten dauernde Fahrt zahlt man rund 18 Mark für den Platz und da man 9 Personen in das Automobil hineinzwängt, läßt es sich leicht ausrechnen, welches .Vermögen dieser unternehmende Mann in wenigen Monaten zu- Jammen6ringen wird. In den letzten Tagen bat er durchschnittlich 800 Mark am Tage verdient. Bescheidenere Gemüter begnügen sich mit einem Pferdeomnibus, in dem 24 Personen auf einmal zum Preise von je 5 Mark befördert werden. Wenn man zuerst Mooinfontein betritt, staunt man über diese scheinbar endlosen Zeltreihen. Auf der rechten Seite der kleinen Siedelung, auf der Seite, wo die großen Tiamanten gefunden wurden, kann man für schweres Geld feine Mutung mehr bekommen; nur auf der linken Seite, in Mooinfontein II, sind noch Schürfstätten zu verpacht - Händler und Wirte verdienen ein Vermögen. Einer der in der ’Jrugc wohnenden Farmer kommt von Zeit zu Zeit mit einem Wagen voll kleiner Wasserfässer, die Stück für Stück mit 1,50 Mark bezahlt werden. Der Wasserinhalt reicht kaum für 1 oder 2 Tage, man nimmt Wasser nur noch zum .Kochen, der Begriff des Waschens ist völlig unbekannt geworden. Aber wenn auch das männliche Geschlecht in dieser neuen Tia- mantenkolonie^ noch überwiegt, so treffen neuerdings auch täglich Frauen und Kinder ein. Tas Eisenbahnpersonal ist dem Ansturm nicht mehr gewachsen und in langen Zügen stehen die Güterwagen da, und harren viele Tage lang darauf, abgeladen zu werden. Eine Gruppe von Spekulanten hat natürlich sofort den größten Teil der Fundstätten mit Beschlag belegt und näßt sich jetzt unerhörte Pachten bezahlen. Ter Friseur zahlt für die kleine Bretterbude, in der er seines Amtes waltet, monatlich 100 Mark Bodenpacht, der Wirt für seine Kneipe im Monat gar 500 Mark und ähnliche Summen müssen die Händler uito Hanvwerter entrichten, die hier ihr Glück versuchen. Natürlich fehlt es nicht an Enttäuschten und auch nicht an Glücksgesegneten. Arbeiten, nicht verzweifeln ist das Leitwort dieser vieltausendköpfigen Menge, die mit Sieb und Spaten goldene Zukunststräume verwirklichen null. Geschichten von wunderbaren Funden gehen von Mund zu Mund. Erst kürzlich iah sich einer der Tiamantensucher am Ende seiner Mittel, er war entschlossen, die Stätte seiner stuchtlosen Arbeit zu verlassen. „Wenn ich heute nichts stnde, bin ich morgen fort." Und er arbeitete den ganzen Tag und als er am Abend trostlos das letzte Sieb ausleert, findet er einen Stein von 20 Karat, für den er noch am selben Tage 6000 Mark erhält. Börsen-Wocherrbericht. ----- Frankfurt a. M., 19. Januar. Nach der Abschwächung in der Vorwoche konnte sich die Tendenz wieder etwas befestigen. Maßgebend dafür war die in den Mark Verhältnissen eingetretene Besserung. Die ansehnlichen Entlastungsverkäufe, die infolge der hervorgerufenen Unsicherheit Borgenommen worden waren, hatten zu einem Vorstoß der Spekulation durch Llankoabgaben g führt, so daß bei dem Em- tref en besserer Nachricht n und der Rückkehr einer zuversichtlicheren Auffassung Rückkäufe und Deckungen die Kurse nrieber befestigten. Die Hauptanregung emu.ing d e Börse durch die Verständigung, die jetzt zwisckMi dem Kohlen-Syndikat und den syndikatfreien Zechen vollzogen worden i-t. Mit diesem Sehr tt ist nickst nur die Grundlage für den g meinsaii en Verkauf von Kohlen und K^ks gegeben, sondern es ist barmt jdjon eine der großen Schw.erigkei en aus dem Wege geräumt, die bisher der Erneuerung des Kehlens ndikats entge e.isanden. Angesichts dieses Fortschritts in den Verbandsoerhandlungen haft man es nicht für ausgeschlossen, daß auch für den Stahlwerksverband eine neue Grundlage gefunden werden kann, die zum Ausgleich der Gegensätze führt. Nachdem somit die Bedenken etwas zu- rückgetreten sind, war die Börse empfänglicher für die vom Kohlen- und Eisenmarkt vorliegenden Nachrichten, die recht günstig lauteten. Vom Ruhrkohlenmarkt und vom ober» schlesisck)en .Kohlenmarkte wurde starke Nachfrage gemeldet und die Beriche vom rheinisck>-westfäl^sch n Eisenmarkt ließen erfennm, daß die Werke zurzeit mit aller Anspannung arbeiten. Es ist damit zu rechnen, daß die Preisbewegung auf dem Eisen markt weiter nach oben geht. Da auch von den ausländischen Etsen- märften, namentlich von dem belgischen und amerikanischen, von anziehenden Preisen und zunehmender BesdMigung berichtet wird, ist der Gesamteindruck, den bie S^rf' en h lt, z. Zt außerordentlich günstig. Im Vordergrund des Interesses standen denn auch Montan papiere, die ihre Kurse durchweg ettvas erhöhten. Auch Buderussche Eisenwerke war n h her auf vermehrtes Jnter- es c nach der Be n igung d r Umtai schop rätst n n. Von anderen Jndustriepapieren waren Elel.nzckätsivcrte be jinf.tgt, auch einzelne Masckstnenfabrikaktien waren wieder Gefragt und höher. Chemische Werte stellten sich meist etwas niedriger, nur Albert konnten sich kräftig erholen auf die befriedigenden Mitteilungen der Verwaltung über die Geschäftslage. Banken u n d B a h n e n lagen fest. Von Schis fahr lsaktien begegn, ten Pake fahrt größerem Interesse, die Kapitalspläne der Hamourg-Amerika-Linie, sanden bei der Spekulation eine geteilte Beurteilung, während die Abschlußziffern befriedigten und wohl noch die Erwartungen übertraten. Eine unerfreuliche Ersch inung bildete der anhalt ende Rück- ber 3- und 3VrProz. heimischen Anleihen. Es scheint, als wenn die Neuemissionen des Reichs, Preußens und Württembergs, sowie die zahlreichen industriellen Aktienausgaben dem An- lagebedürfnis allzu reichlich entgegenEoatmen und zu Tauschoperationen Anlaß gegeben hätten. Dagegen waren fremde Rente n im Hinblick auf die bessere Beurteilung der politischen Verhältnisse befestigt. T-er Geldmarkt blieb flüssig, was die Zuversicht der Börse bestärkte. Privat-Tiskonto 33/8 Prozent. Vüchertisch. — Der in obern e Wintersport. Die letzten Jahre haben uns einige sehr gute Bücher über den Schneeschuh unb feine Benutzung gebracht; ein Buch, das ben gesamten Wintersport behandelt, hat uns erst Karl I. Luther, ein geborener Gießener, in diesem Winter befdtert. Aus 152 Seiten gibt der bekannte unb gesckstitzte Sportschriftsteller einen klaren unb tiefgründigen Ueb erblick über die einzelnen Zweige des Wintersportes, wie Schneeschuhlauf, Schlittensport, Eislauf usw. unb außerdem gibt er in einem knappen Anhang eine lehrreich Anleitung zur Winterphotographie. Der Bedeutung des Schiiee- schuhlaufes und seiner besonderen Stellung zu ihm, hat der Verfasser, der sich u. a. die deutsche Meisterschaft vom Jahre 1908 errungen hat, natürlich dem Schilauf seine besondere Beachtung gef’djenft, unb die jahrelangen Erfahrungen, die Luther bei Wettläufen, Schikursen unb bei winterlichen Wanderungen mit feinen Brettern gemacht hat, haben einen höchst beachtenswerten und brauchbaren Niederschlag in hem dünnen Büchlein: Der moderne Wintersport gefunden, das in guter und schöner Ausstattung im Verlag von I. I. Weber (Illustrierte Zeitung) in Leipzig in 2. Auflage ersäßen en ist. In sckwner Sprache gibt Lutber einen Ueberblick über die Geschichte des Schisportes, bespricht bann ben Wintersport als Kurmittel, um bann in knappen, ansck)aulichen Kapiteln die Technik des Schis unb des Schilaufes lichtvoll auseinanderzusetzen. Ausrüstung unb Bekleidung erfahren natürlich cbeniaUs eingeb :nbe Betrachtung, die Hauptsache sind aber die außerordentlich tlar abgefaßten Kapitel über die Bogen unb Schwünge, die nach dieser Anleitung sehr leicht zu erlernen sind. Beim Schlittensport finden Rodel, Bob, Skeieion usw. ihren Platz unb auch der geübte Schlittschuhläufer wirb die Kapitel über ben Eissport nicht ohne Gewinn lesen. Ein £ite- raturver-eichnis und ein Verzeichnis der Wintersportplatze bilden ben Schluß des wertvollen Buck)es, das sich wohl bald als unentbehrlick;es Handbuch für jeden, der Wintersport treibt, erweisen bürfie. N. Kopfschmerzen—Schlaflosigkeit. Diese Störungen sind in den meisten Fällen Zeichen von Manen und ücbcritörung, wodurch das Blut mit Harn- und Gallen stoßen überfüllt ist. Das beste Mittel um gute Verdauung und Veberfunfrton herzu- stellen lit Dr. Wegeners Tee. Das beite Hausmittel, sehr einiach auauü weiten unb nnaencbm au nehmen. Beilebt aus edlen Kräutern. Dr. Weaence's Tee foftei M. 1.50 das Paket, in Avotlieke > er bälilirti; wo nicht uorräth wende man sich an die Ferromauaauin' neiellfdiaft, SronvriiisenitroHC 55 Frankfurt a. M. D : l £ G vA-- >4* _____ f Ä f yd Ein Versuch überzeugt! Bester Kaffee-Ersatz. „Perlka6< ist überall zu haben. Das gesundeste Hans- und Familien- Getränk für Erwachsene und Kinder. Sehr ausgiebig und billig! Kuranstalt Hofheim T11,. -------(1 2 Stunde von Frankfurta. M. . für Erholungsbedürftige, -------- Nerven- und Innere Kranke. Sommer und Winter b-suH t ---------- Prospekte durch ---------- A-Jd Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt. Standesanitsnachriehten. Gießen. Aufgebote: Jan. 15. Heinrich Umbach, Schneider in Wieseck, mit Katharine Wehn in Gießen. — Georg Werner, Buchhalter, mit Elsa Stelley, beide in Gießen. — Adolf Schmitz, Kaufmann in Leipzig, mit Marie Hirz in Gießen. — 16. Wilhelm Nachtigall, Geschäftsreisender, mit Anna Engel, beide in Frankfurt a. M. — Karl Herget, Postbote in Gießen, mit Marie Balbo in Niedcr-Ohmen. Geborene: Jan. 11. Dem Postschaffner Georg Stamm eine Tocher, Martha. —Dem Maschinenmeister Friedrich Wilhelm Franz Fehse ein Sohn, Adolf Oskar Hermann. — Dem Buck)- halter Friedrich Six eine Tochter, Charlotte Auguste. — 12. Dem Maschinenformer Ludwig Küspert eine Tock)ter, Katharine Emma. — Dem Schreiner Bernhard Leuthäußer ein Sohn, Friedrich Wilhelm August. — Dem Stabsarzt Dr. Karl August Paul Todt eine Tochter, Gertrud Emma. — Dem Küfer Johann Anton Grünenwalb ein Sohu, Otto Karl. — 13. Dem Schreiner Heinrich Heimbach eine Tochter, Anna Katharine. — Dem Eifendreher Heinrich Schneller ein Sohn, Karl Daniel Hans. Gestorbene: Jan. 12. Jakob Happel, Kaufmann, 55 Jahre alt, Rodheimer Straße 42. — 13. Auguste Panz, 5 Monate alt, Neuenweg 48. — 14. Theodor Franz, 1 Jahr alt, Selters- Weg 32. — Anna Runkel, geb. Stamm, 57 Jahre alt, Teufels- lustgärtchen 8. — 17. Emil Euler, Schmiedemeister, 71 Jahre alt, Asterweg 15. — 18. Dorothea Sommeriad, geb. Weide, 76 Jahre alt, Kaiser-Allee 54. — Lisette Völker, geb. Scharmann, 45 Jahre alt, Stcphanstraße 38. — 19. Johann Ludwig Hansel, 1 Jahr alt, Schloßgasse 8. Alten-vuieck. Geborene: Januar 8. Tem Schreinermeister Theodor Kaspar Philipp Krämer ein Sohn. vutzdach. Aufgebote: Januar 13. Der Tienstknccht Georg Scharfer, wohnhaft tn Butzbach, mit Elise Urftabt, wohnhaft in Ostheim, Kreis Friedberg. — 16. Ter Metzger Andreas Georg Karl Lutmüg Fischer, wohnhaft in Butzbach, mit Katharina Jacobi, wohnhaft in Hommertshausen. Geborene: Januar 11. Tem Gastwirt Philipp Friedrich Wilhelm Müller, eine Tochter, Ella Alice Viktoria Irene. — 13. Tem Eisenbahnstations-Assistent Wilhelm Christian Robert Tnuchnitz, eine Tochter, Elfriede Hedwig Minna. { Bübingen. Aufgebote: Januar 16 Hermann Dreifuß, Handlungs- «hilse von Frankfurt, mit Anna Marie Pebler von Büdingen. Geborene: Januar 9. Tem Steinhauer Friedrich Reuter ein Sohn, Georg Friedrich. Gestorbene: Januar 15. Katharine Methfessel, geb. Hahn, 71 Jahre alt — 17. Wilhelmine Gläser, geb. Ditschler, 71 Jahre alt. 1 Zriedberg. Aufgebote: Januar 11. Adolf Coburger, Landwirt in Reichelsheim, mit Emma Luise Neisel in Friedberg-Fauerbach — 13. Jakob Marx, Kaufmann in Groß-Gerau, mit Sophie Mai in Friebberg. — 15. Johann Adam Becker, Postdirektor in Friedberg, mit Maria Louise Foucar in Darmstadt. — 17. Andreas Pslug, Handarbeiter, mit Maria Lerch, beide in Wölfersheim. Eheschließungen: Januar 13. (Seorg Leonhard Ferv- 1er, Fahrbursche, mit Witwe Katharina Karol ine Adolphine Remmel, geb. Engert, beide in Friedberg. Geborene: Januar 6. Dem Lohnfuhrmann Johannes von der Lehr ein Sohn, Georg. — 10. Dem Eisenbahnarbeiter Bernhard Mattes ein Sohn, Karl. Stcrbefäl 1 e: Januar 16. Johanna Justine Kopsch, geb. Frömmichen, 85 Jahre alt Großen-Linden. . Aufgebote: Januar 13. August Weinandt, Schlosser, mit Maria Wagner. Geborene: Januar 14. Dem Schlosser Heinrich Weber II eine Tochter, Anna. Krofdorf. a) Standesamt Krofdorf: Gemeinden Kinzenbach, Krofdorf-Gleiberg, Vetzberg. — d) Standesamt Launsbach: Gemeinden Launsbach, Wißmar. Eheschließungen: Januar 6. Adolf Schmidt, Tag- löhner in Launsbach, mit Wilhelmine Rinn in Krofdorf. Geborene: Januar 7. Tom Wagner Heinrich Bittendorf in Wißmar ein Sohn, Albert — 9. Dem Fuhrmann Heinrick) Wagner in Krofdorf ein Sohn, Otto. — 12. Tem Taglöhner Karl Rau in Launsbach eine Tochter, Emma. Langsdorf. ., S te rb e f ä lle: Lina Bausch, geb. Bender, Witwe des Heinrich Bausch VIII. — Der Land- und Gastwirt Kvnrad Köhler. Leihgestern. Sterbefalle: Januar 9. Johann Georg Heß VH., 71 Jahre alt Llch. Aufgebote: Karl Vogt, Landwirt, mit TOarie Wilhelmine Scherfs, beide wohnhaft in Lich. — Johann Lang, Maurer, mü Elnabethe Launspach, beide wohnhaft in Lich. — Johann Menges, Landbriefträger, wohnhaft in Lich, mit Karvline Hartmann, wohnhaft in Frankfurt a. M. — Johannes Leckhard, Maurer, wohnhaft in Oberbessingen, mit Margarete Braun, wohnhaft ieitber in Lich, letzt in Niederbessingen. eJä 11 c: Januar 16. Marie Katharine Lotz, geb. Schäfer, 81 Jahre alt, wohnhaft in Lich, Hintergasse. Lollar. Aufgebote: Januar 17 Wilhelm Deibel, Hüttenarbeiter» mit Katharina Dürr, beide in Lollar. Greis an der Lumda. . geborene: Januar 10. $em Landwirt Ludwig Doh ein Sohn, Ludwig. befalle: Januar 14. Elisabethe Becker, geb. Will, 63 Jahre alt Wiefeck. Geborene: Januar 6. Tem Maschinenmeister Wilhelm Erhardt eine Tochter, Elsa. F!erbefälle: Äanuar 5 Margarete Teibel, geb. Kreiling, 51 Jahre alt — 6 Elliaoethe Killer, geb. Kreiling, 53 Jahre TT, 8 Schnabel, Bahnarbeiter, 28 Jahre alt. — 13. Elisabethe Moos, geb. Schneider, 44 Jahre alt. zamilien-Nachrichten aus anderen Grien. Geburten: Herrn Dr. Felix Jeuysch in Wetzlar etnt Tochter. Verlobte: Fräulein Auguste Pabst in Nieder-Gemünden mit Herrn August Hock in Wettlaafeu. Gestorvene: Herr Veumdi Michel I. in Hoch-Weiftl — Herr Ludwig Wainbold in Darnisiadt. - Herr Ferdinand Nies in Herborn. — Frau Alarta Otto, geb. Sori gmübL in Wiesbaden. VISITKA R TEN ln l“10 beliebigen Schriftart und Kartonsorttt «=- ■ H-—T-, sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Prosen du BrihTsche Univ.-Druckerei Zahn-Creme Mundwasser 5S°Ü eugt! UDWie ahjTier 540 Unser gesamtes Warenlager in I nach unb ■satz. Einfache bis hochelegante Einfache bis hochelegante I ff ff ff Solide Preime Gromme Anmwahl zu haben Fritz Nowack, iMWMStKMM un £ (L ä ' iaitbnnrf LMS w «the Becker, geb- - 'amlllen- i Kinder. Hofmöbslfabrik Darmstadt Grossh. Hess, und Kaiserl. Rißs. Hoflieferant. MWU gx |opdampftr von lUuslrierte Preisverzeichnisse gratis und franko Musikalien - Handlung und -Leih-Anstalt Spezialität: Billige Aufgaben. D”/, Ernst Challier (Rndoiphs Nachf.) GIESSEN Spezialgeschäft f. Musikwaren all. Art Reisemuster Tuhergewöhnlich billig. Kreozplalz 10. j. Kaan jr. Krcmplalz 10. in Salons, Speise-, Herren- und Schlafzimmern aparte geschmackvolle Modelle In meiner bekannten hochfeinen Ausführung zu enorm billigen Preisen, Hältte dos Wertes. Besichtigung ei beten. „ Anthrazitkohl. KisombnkcttS llnion=$riftte §S^^8lu3tunft crihellen: NedStarLiuiemAntwerpen, W Jullmaan in (Sieben, D7/t Grabeuslratze 7. tz. Mippstein in LaugSdorf. Prima gcivasch. Nuhkohlcii oWZI Beginn meines alljährlichen grossen Saison-Räumungs-Ausverkaufes A,“ s1 PS Milchzucker, Profess, von Soxhlet’s Verfahren, für gesunde und kranke Säuglinge. Nähr-Maltose, ÜÄI und an Körpergewicht abnehmen. Malz-Extrakt Fehting,selt *5 Jahren bewahrt als Katarrhmittel und Nähr- praparallQr Kinder, Kranke und Qenesende. Malz - Extrakt - Husten- Rnnhnnc unerreicht In Wobl- DUIlUUlld) gescbmack und lösen- der Wirkung. In allen Apotheken und Drogerien, M Taunlll. ^bedürftige,-— id Wluler brfu-li ---- Jervenirzt Brennholz Kurz geschnitt. Schwarten- bolz vro Zentner Wik. 1.25 liefern frei ins Haus I4S6 Schubcckcr & Bcditbold, Schiffenberger Tal ^Mundgeruchs NN Munde u xroifdirn den Kähnen und bleicht mißfarbene R8bnc bien brr b wein, ohne b ><üme(* xu Iftabrn Herrlich er'ri d» Ichmcck. Zabne, eme s Erwachs u. ftinb , 4-6 Wochen au8ietd)., > Mk, ^rob.iubc M Pf>. In b Snrcrn. Hvaiene-AuesleU. Streben aOfett« berounbert. Man verlange Pro'v u. Ü»tatl8mnftrr birrft v. Vaboratonum „Qeo*, Dresden 3 ob. !. b. Apoth. Droa-, Frii-- a. $arfümerirgtl*&ftcn. hv-J^ °'>zkeit. tto”ä*1 -----1 5 freite ", ,r? „ 28 A°tr- «“■ 1 JaP alt. icrtli ©rtcif A f t in W äsche, Ausstattungsgegenständen u. Betten unterstellen wir einem Saison - Ausverkauf. Nur Waren guter, bewährter Qualität zu erheblich herabgesetzten Preisen. Sämtl.Winterwaren: Crois£s, Pikees, Flanelle, wolL Kolter, Unterzeuge, Bett-Tücher, Flanellhemden etc. besonders billig. ----Reste wesentlich unter Preis. — ----- Günstige Kaufgelegenheit für Schürzen jeder Art zu herabgesetzten Preisen. Rabattmarken für Barzahlung werden trotz der Preisermässigung gewährt Bahnhofstr. 44 C. Röhr & Co. Bahnhofstr. 44 Inte Hartmann, uv- ffarb, Maurer, roM m, wohnhaft leithal e Katharine Lok, N MergM Deibel, Mnarbär Koks uni Brennholz empfiehlt J. Happel, Holzhandlung. Beginn der grossen Gelegenheits-Angebote Montag, den 22. Januar Vorteilhafte Einkaifs - Gelegeoheit für Braut - iiisstattiiDgen Rheumatische Schmerzen.Reissen. Hexenschuss. InApoiheken Flesche M 1.20. —g—— । i»uxj«ra—czBjjrh^,|M B große eMMiNLE Baer’s billiger^ Win tersaison-Ausverkauf Januar: 18., 19., 28., 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28., 29., 30., 3t. Nach Beendigung meiner Inventur habe mein gesamtes Warenlager einem Räumungs-Verkauf ausgesetzt. Indem ich nur reguläre, gute Ware zu aussergewöhnlich herabgesetzten Preisen verkaufe, bietet sich meinen werten Kunden Gelegenheit sich besonders preiswert ihren Bedarf zu decken. Selten ZMneÄse Kaufgelegenheit. Damen-Stiefel Schnür- and Knopfstiefel kleinere Grössen, solide Arbeit, früher bis Mk. 10 jetzt Boxleder-Stiefel mit und ohne Lackkappe, Derbyschnitt jetzt ’®Mk' Einige Beispiele aus der grossen Reihe besonders :: günstiger Angebote. :: Kinder-Stiefel schwarz und braun, 640 jedes Paar “ml Box-Stiefel für Kinder und Mädchen LH 00 von 22 24 ÄbTüT 27/30 4.20 Mk. 25/26 3.60 „ Herren-Stiefel Wichsleder-Stiefel für jeden Beruf passend, E5O sehr stark gearbeitet, je zt Schnürstiefel Boxleder n. imit. Chevr. Ä?9O schöne Formen, jetzt Schuhhaus Adolf Baer M*T,,te Ausgabe der allgemeinen Rabattmarken- All ilik WM ilks Uliilillirrifes (fiirfitiiditiiiilifnillilitei Wiederum stehen wir vor einer Stichwahl zwischen unserem Kandidaten ®eorg Beckmann u.dem antisemitisch-bündlerischen Kandidaten Dr. Werner. Am Montag, den 22. Januar, soll die Wählerschaft des Kreises zwischen den beiden Kandidaten entscheiden. Wähler! Am 12. Januar votierten viereinviertel Millionen Wähler für die Sozialdemokratie. Ein erneuter Beweis dafür, das; die Bevölkerung den Bestrebungen und Forderungen unserer Partei immer mehr Verständnis entgegenbringt. Was wir wollen und erstreben ist bekannt. Die wirtschaftliche und politische Entwicklung beweist, daß es gut und gerecht ist, im Interesse der Bolkswohlsahrt liegt. Von unseren Einzelforderungen führen wir nochmals hier an: Wir wollen ein vernünftiges Wahlrecht und eine gerechte Wahlkreiseinteilung. An Stelle des stehenden Heeres ein Volksheer — vorläufig Herabsetzung der Dienstzeit ans ein Jahr. Abschaffung der Verbrauchssteuern und dasür direkte Einkommen-, Vermögens- und Erbschaftssteuern. Wir treten ein für die vollständige Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied der Konfession, des Glaubens, der politischen Anschauung. Für alle gleiche Rechte und gleiche Pflichten, ist unsere Parole! Wähler! Laßt Euch durch die Märchen und Verdächtigungen der Gegner nicht den Blick trüben für die Steuersünden der Antisemiten einschließlich „Deutschsozialen", wie sich die Partei des Herrn Werner nennt. Diele Trabautc» der Konservative», Junker u. Kapitalisten versprachen immer „Schutz den Schwachen", stets aber haben sie sich als Schützer des Großkapitals erwiesen. Alle, die nicht wünschen, daß unser Vaterland eine Domäne für Junker und Großkapitalisten, sondern eine Stätte der Wohlfahrt für alle Menschen werde, wählen am Montag, den 22. Januar, den sozialdemokratischen Kandidaten Georg Beckmann,Kontrolleur in Gießen v-°/, Das sozialdemokratische Wahlkomitee.