Geltung 'kommen können. Dem alten Prinzipe, mehrere „Mittelpunkte" auf einer Tafel zu schaffen, ist man also untreu geworden. Hübschen Tafelschmuck geben auch Blumentöpfe aus echtem Meißner Porzellan ab. Als Material für das Tischtuch kommt ausschließlich Damastteinen in Frage. Kostbare Spitzen und Guipuresttckcrei geben angenehnre Unterbrechungen ab: eine Neuheit ist es auch, das Wappen oder die ^lnsangsbuchstaben des Namens möglichst groß und in die Augen springend auf dem Tischtuche anzubringen. Servietten hat man nach amerikanischer Mode länglich schmal. Die Menukarte ist möglichst einfach. Neu ist, daß ftc den Namen des Gastes trägt, für den sie beftimmt ist. Tie Beleuchtung ist in erster Linie geeignet, den intimen Charakter eines Gastmahls hcrvorzuheben. Taher versteht es sich, daß man dem „weiclwn Lichte" den Vorzug gibt. Häufig sieht man die Kerzen aus der Väterzeit wieder auftauchen. Ein seltsamer Anblick in unserer moderner Zeit, in das das elektrische Licht alles überstrahlt! Wird aber elektrisches Licht verwandt, so dämpft man seine Wirkung, indem man die Birnen in Seidenmousselinc tun den verschiedensten Farbenschattierungen — vornehmlich ist Korallenrot Mode — enthüllt. Für die Blumendekoration der Tafel gibt es keine bestimmte Regel. Gerade hierin soll sich der be- londere Gksctmiack der Sxrrrut des Hauses äußern. Im allgemeinen soll diese Dekoration flock) sein: Blumen unb Girlanden sollen aufliegen, nicht hängen. Eine hübsche Idee einer Pariser Dame der Gesellschaft mar es, die Sitte einzuführen, für jede Dame einen Blumenstrauß nebst einer Vorstecknadel hinzuleaen. Sie hat viel .Anklang gefunden^ Von den Gläsern erfreut nck angenblickliä' das „schwer" geschlinene Glas besonderer Gunst: dem entgegen gesehen Geschmacke tragen sehr dünne Gläser Rechnung, die man besonders in Form von Blütenkelchen herzustellen pflegt. Die Frauenrechtlerin im Kampfe gegen die „Modestlaverei". Die Führerin der amerikanischen Suffragettes Frau Carrie Chapman Eatt hat der Mode nun den Krieg bis cnifs Messer angekündigt. Jeder Versuch einer Vermittlung ist ausgeschlossen, es gibt kein Zurück, mit flammender Rede hat Frau Chapman Eatt ihre Gefolgschaft ausgerufen, ihre Hüte zu verbrennen, ihre Korsetts zu zerreißen und statt der Röcke nun endlich Beinkleider anzulegen. Denn es ist hohe Zeit, daß die Amerikanerinnen sich von der unwürdigen Sklaverei der Mode befreien und sich lossagen von jenen bei jedem Schritt hin und her wallen- den Draperien, die einem die Hörigkeit der Frau so klar vor Augen führen. Ist doch ;n dieser Beziehung sogar das alte Chino dem modernen Amerika voraus. Denn .die Begeisterung des Frauenrechts für die Beinkleider stammt aus dem fernen Osten, dort sah sie die Töchter des Himmels statt der Röcke Beinkleider tragen und dabei kam ihr die Erleuchtung: der Weg zur Befreiung von Paris .führt über China. Tenn diese chinesische Frauenkleidung, die für amerikanische und auch für europäische Zweckt im Schnitt etwas verändert werden könnte, Jet das gesündeste, hygienische, bequemfte und zugleich künstlerischste Gewand, das eine Frau anlegen könnte. Ja, wenn man Frau Chapmann Gatt und ihren temperamentvollen Freundinnen glaubt, ist für die Amerikanerin die Reform ihrer Kleidung beinahe schon zu spät, denn schon „ist die Amerikanerin mißgestaltet, ihr Rücken ge* früntmt, ihre Hüften entstellt von Korsetts und von Kleidern, die ihrer Gestalt nicht entsprechen. Wir glauben, wir seien schön, aber wird sind es nicht, wenn wir uns mit der natürlichen Grazie unserer chinesischen Schwestern vergleichen. Ihnen gestattet ihre Kleidung leichte und anmutige Bewegungen. Sie können Treppen bequem hinaufgehen und wenn sie wollen, sogar Leitern erklimmen, sie sind schmiegsam und beweglich und können jede Muskel ihres Körpers spielen lassen, ohne eine Anstrengung zu verspüren. Tie Amerikanerin von heute aber ist ebenso wie ihre europäische Schwester nur noch ein Gestell, auf das die Schneider ihre Einfälle hängen. Nie würde sich eine Chinesin einer solchen Tyrannei unterwerfen. Zu lange schon sind die Amerikanerinnen Sklaven gewesen." Aber der Kreuzzug Tür die Beinkleider geht nicht mir gegen die Röcke: vor allem soll der Hut der Frau fallen. Keine Kompromisse! Keine Halbheit! Fort mit dem Plunder, die freie moderne Frau geht ohne Hut Hüte sind vollkommen zwecklos. Die Frauen ar-)erer Länder verbergen nicht ihre Haare unter unförmigen schweren und' oft grotesken Einfällen der Hutmacherinnen und sie fühlen sich wohler und glücklicher." „Laßt uns unsere Unabhängigkeit von den Modeschöpfern beweisen. Tas Geld, das wir für Putz und Hüte ausgeben, können wir der Bewegung für Frauenstimmrecht zuwenden. Und der Welt würden wir damit unsagbar viel Gutes zufügen, besonders aber unserem Geschlecht." Und in der Theorie sind die Suffragettes Amerikas auch bereit, wenn auch bis zur Praxis immerhin iwch ein Schritt ist . . . r>cbcn Hotel Kiseyn >ne, i Vuttcraroma entftebt. icint Lacken, Kochen, 9to:r rotaoi'itrich. Perle Ziel ib Konditoren plätterteia und Plundu M, Gicht Ersten Charlottenburger irrt, Berlin K20- u Men SW* Freunde I (jr Sirte nnJ M tsverlegung ein la. Gliihkorff Mieten WH* . „staNatiousgeiO ---TT n Briiderschah r staiisuldenden^A^r! 10n»el^n8V0Q0n(,.?' I K„aui;an!M l.t "Urfüfc^'trv - iSS-fc Spende" in dieXV; -lle bringt dLk; Ä K P-V* i 1 re Perle"! utter-Margarive h flanzenietten, Eigelb ur|H W welches die ZuIchsL y Ende sciielt. I i*8n Stiefe je Poiie. Jahren n 1 Alt. eher Maler :c Studie. glänzeude Program Heu! Ur. 295 vierter Blatt 162. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gieheuer Zawtllendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt f8r den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Samstag, tf. Dezember 19(2 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitälS • Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. $d)ütrbpafcfia. ist eiiner der ?llten," wie oft habe ich das Wort variieren hören von den Jungen, die damit sagen wollten, daß er gegen fie nicht aufkommen könne. Er blieb der Mte, unbekümmert, ob sie ihm Kosenamen gaben, er tat als Kommandant der Artillerie m Saloniki ferne Pflicht in des Wortes vollster Dedeuttmg. Trank er auf dem Heimwege fein Glas Bier in Olympos Palace, so geschah dies in der versteckten Ecke des Saales: denn er liebte nichts daß man den Alten, der sonst nur Wasser trank, beim Glase Bier überraschte. Der Divisionsgeneral, früher Marschall Schükri-Pascha, ist heute zweifellos der populärste Manu in der Türkei. Wenn sein Land, das er so liebte, irgend jemand in den schweren Tagen vor dem Friedensscküusse zum Dank für alle Zeil verpflichtet ist, so ist es Schükri-Pascha. Adrianopel ist der jung- fräuütfre Platz geblieben, an dem alle Angriffe von Bulgaren und Serben gescheitert sind, der den Feilst» nötigte, auf Umwegen mühevoll Proviant unb Munition dem weit vorgeschobenen Heere nachzuführen. Schükri-Pascha wußte alle seine stürmischen An greifet mit blutigen Nasen heimzuschicken. Wenn freute die Türkei wohlfeilere Bedingungen zum Frieden crrcidjen wird, so kommt Schükri-Pascha allein das Verdienst zu. Der kühne unb geniale Mahmud Mukhtar-Pasdw, den der alte Schükn in erster Linie al‘3 beit Mann der Zukunft beneid?nctc, liegt sckpver verwundet im deutschen Hospital, und Ruhe ist seitdem die Losung vor der Haupt stellung der Türken geworden. Wäre Mahmud Mukhtar noch in der Front geblieben, so Hütte er wohl auch Mittel und Wege gefunden, seinem getreuen Bewunderer die helfende Hand zu reichen. Wenn der Friede geschlossen ist und Schükri-Pascha heimkelwt, roal)rfd)cm(id) geschmückt mit dem schönsten Ehrentitel Gl)azi (ber Siegreiche), wird er nicht begreifen, was mit ihm vorgeht. Er kannte Adrianopel so genau wie kein anderer, hat er doch eine lange Zeit seines Lebens hinter den Mauern dieser Stabt verbracht und eine große Zahl der Werke und Batterien danken ihre Entstehung seinem praktischen Blick. Er wird mittlerweile nidit müßig geblieben sein, nach seiner guten Gewohnheit fich weiter eingegraben haben, wie einst Osman-Pascha in Plewna. Von Natur die Güte selbst, oerftanb er keinen Spaß, wenn es sich um die Ausübung des Dienstes handelte Der Platz, der ihm unvergänglichen Ruhm gebracht, war für ihn seinerzeit and) der Ort der schwersten Qualen gewesen. Seine offene, ehrliche Natur befragte dem Kommandierenden General des damaligen 2. Korps, Marschall Arif-Pascha wenig. Er fürchtete, in dem tüchtigen General einen Nachfolger zu finden und verfolgte ihn mit feinem Hasse. Ein unmenschlicher Willkürakt Arif-Paschas veranlaßte, wie dem Berl. L.-A. ans Konstantinopel geschrieben wird, einen Gendarm, ein Attentat auf den Marsd>all auszuüben, dem der ihn begleitende Mjutant zum Opfer fiel. Sofort war der Plan im Hirne Arifs fertig, der Gendarm mußte als Mörder von Schükn gedungen sein: ta der erstere leugnete und zu einem falschen Geständnis auch nicht zu bewegen war, so wurde er in einem eigens dazu frergeridrteten, mit Nägeln ausgeschlagenen Käfig, in dem er sich nicht setzen, nicht legen konnte, mit gefallenem Brot ein paar Tage gefüttert, ohne einen Trunk Wasser zu bekommen, und als er fast irrsinnig geworden und auck> jetzt noch der Wahrheit treu blieb, erschossen. Diese Tage Ivoran dem braven General die fdjroerften seines Lebens. Eine Untersuchung ergab schließlich Schükris Unschuld, unb Arif-Pascha kam auf dem Wege nach Mekka, irofrin ihn Abdul Hamid zur Buße schickte, plötzlich um. Schükri-Pascha ist erst 57 Jahre alt, von kleiner Statur mit .Kavalleristenbeinen. Seine halbgeschlossenen Augen sprechen von Herzensgute. Der fast weiße Bart umrahmt ein breites Gesicht, dem eine Hakemiase einen energischen Ausdruck gibt. Er ist, irotibem ihn viele einen Kurden nennen, ein echter Türke aus Erzerum. Von Abdul Hamid, seinem früheren Herrn, hielt ec wenig, die Lotterwirtschaft verdammte er. Wenn wir mit anderen zur Dämmerstunde als Nachbarn unsere Wolyrung aufsuchten unb auf dem großen Felde vor der Kaserne in Salonifi das dreimalig' Hoch auf ben Sultan ausgebrackst wurde, blieb er jedesmal beim Rufe stehen und salutierte. Tie anderen zuckten die Achseln und gingen weiter. Ich blieb bei ihm stehen: denn das Gefühl der tiefen Untertänigkeit feinem Herrn gegenüber, unter Ausschluß aller perfönlicfren Empfindungen, mußte Achtung erwerben. An Teutschland hängt Schükri Pascha mit der ganzen Wärme des Herzens: hatte er doch dort seine militärische Erziehung vervollkommnet. Zu unserem Feldmarschall v. d. Goltz-Pascha blickte er mit der größten Bewunderung und Verehrung auf, als dem Gründer einer neuen Zeit in der türkischen Armee. Kein beutfdjcr Artillerieoffizier studierte mit größerer Hingebung die Schriften und Tabellen des Artilleriegenerals Rohne. Aber and) kein packendes Wort von Lessing, Schiller oder Goethe ging an ihm spurlos vorüber: er musste es notieren und freute sich von Herzen, wenn er es verinnerlicht hatte. Physika!. Instituts eingeladen. Es waren für die fchienenen einige interessante und genußreiche Stunden durch, daß sie mit Hilfe der modernen Lichtbilderkunst Geiste herrliche Ueberlandflüge auf dem Flugzeug und Zeppelinluftkreuzer unternehmen konnten und daß da8 Erda» im im Gebotene in fast allen Teilen als hervorragend gelungen zu bezeichnen war. So konnten die Vereinsmitglieder teils auf dem Doppeldecker das herrliche Gestade von Monte Earlo unter sich vorbei fliegen sehen und einen Wettflug zwischen dem Aeroplan und Motorbooten mitmachen, oder vom Ufer aus die Flüge einer Anzahl Wasierflugzeuge bewundern. Ferner fuhren sie in der Kabine des Luftkreuzers „Schwaben" von Gotha nach Düsseldorf über den herrlichen Thüringer Wald und das industriereiche Ruhrgebiet. Interessante Flüge der Lustschiffer-Abteilung Straßburg auf Eindeckern, das Marine- Luftschiff Z I, das französische Luftschiff Clement Bayard mit 28 Passagieren, der Aufstieg zu einer Zielfahrt des Berliner Vereins für Luftschiffahrt, kriegsmäßiger Flugzeug- schuvpenbau usw. wurden vorgeführt, und viel Freude rief die wohlgelungene Aufnahme des FlugfesteS des hiesigen Vereins vom 27. Oktober hervor, wobei mancher der Anwesenden sich selber auf dem Trieb herumwandern sah. "Die Gießener freiro. Feuerwehr veranstaltet heute abend im Saale deS Eafo Leib nach langer Pause wieder eine Festlichkeit, eine Weihnachtsfeier. Zu dieser Ver-- in die Gesellsckxift cintrctat. Tie außerordentlichen Mitglieder bn Abteilung bezalsten nur 2 Mk. Beitrag, der sie perföwich zum freien Besuch der Vorträge berechtigt. In nädiftcr Zeit werden Listen zur Anmeldung herumgefren. Audi hat sich Rechtsanwalt Eugisck, Bahiihvfftraße 67, bereit erklärt, Anmeldungen entgegen* zuuelmien. Wer der Kolvnialgescllschaft bei tritt, dient einer gut nationalen Sache. Dem hiesigen Kolonialfrauenverein gebührt besondere Slnerfcnnung, daß er diese Gründung veranlaßt bot. Aus Stadt und CanX Gießen, 14 Dezember 1912. ** Auszahlung der 23 c t er a n c n b e ifr i l f c. Bei dem Ueberzug eines Beihilfenempfängers in einen aiibcren Bundesstaat hatte seither die Fortzahlung der Beihilfe für Rechnung des Bundesstaates stattzufinden, von dem die e r st m a 1 i g e BcN> i l l i g u ng ausgesprochen worden war Tie Auszahlung der Beihilfe erfolgte durch eine Kasse des Bundesstaates, in welchem der Empfangsberechtigte seinen Wohnsitz genommen hatte. Da sich aus dieser Zahlungsweise tlnzuträglichkeiten ergeben haben, frat das Reichsschatzamt angeordnet, daß die Zahlung der Beihilfen für die aus anderen Bundesstaaten zuziehenden FeldzuaS- teilnehmer auf den Etat desjenigen Bundesstaates für die Folge zu übernehmen sind, welchem sie zuziehen. Dabei sind die nachstehenden Grundsätze zu beobachten: Eine Ueberweisung findet nur bann statt, wenn der Wohnsitz dauernd unb endgültig in einen anderen Bundesstaat verlegt roorben ist. Die Uebernahme der Veteranenbeihilse für neuhinzuziehende Kriegsteilnehmer findet mit dem 1. des auf den Umzug folgenden Monats statt. Die Umzüge sind von den Bürgermeistereien durch Vermittlung der Großh ..ivreisämter auf einem vorgeschriebenen Formular an das hessische Ministerium des Innern mitzuteilen. Die neue Zahlungsweise tritt mit dem 1. April in Wirksamkeit. ” Kunst verein. Die Sammlungen von I. Lipp- mann, E. Biedermann, „Die Werdenden" und die Bildhauer- arbeiten von I. Ködding bleiben nur noch kurze Zeit ausgestellt. Reu zur Ausstellung gelangten drei Qelgemälde (Landschaften) von Emmy Dingel dein und vier Aquarelle von Ottilie Kowarzik. Verkauft wurden ein Pastellgemälde von I. Lippmann, ein Aquarell von K. Keßler und vier Plastiken von I. Ködding. " Die Anlagenmusik fällt am Sonntag auS, da die Negimentsmusik des Kaiser Wilhelm-Regiments beurlaubt ist. "Der Verein für Luftfahrt hatte seine Mitglieder und die deS Luftflottenvereins am Mittwoch zu einem kine matographischen Abend in den Lehrsaal des KoIonialDortrag. Gießen, 13. Tezembcr. In einer stark besuchten Versammlung sprach gestern abend in der neuen Aula der Universität Haupttnann L ebner vom Jns.-Regt. Nr. 168 über „Koloniale Grund- und Tagesfragen". Die Versammlung war vom Frauenbund der Teutschen .Kolonial Gesellschaft, Abteilung Gießen, einberuien. 2koor Hauptmann Leßner sein eigentlid)c-5 Thema behandelte, besprach er die Tatsache, daß wir Teutsche — und nicht zuletzt die Gebildeten — im Gegensatz zu den anderen Kulturvölkern, fick) viel zu wenig um unsere Kolonien kümmerten, und daß wir die Verhältnisse in unseren Kolonien nidit oder nur ungenau kennten An alle Anwesenden richtete er die Bitte, sich möglichst genau über unsere Kolonien zu mitcrridjtcn unb die Bevölkerung über den Nutzen und Zweck unserer Kolonien aufzuklären Damit iror Herr Seiner bei seinem Thema angelangt, das er noch einmal, besonders in die Frage einkleidete: Welchen Zweck fraben Kolonien für eine Großmacht und wie weit erfüllen unsere Kolonien diesen Zweck? Ten Hauptzweck, den eine Kolonie zu erfüllen frat, so führte der Redner aus, ist die Aufnahme von Auswanderern. Tiefe Frage ist für Deutsdland mit seiner ständig wachsenden Bevölkening wichtiger als für jede andere Großmacht. Wie die Verhältnisse jetzt liegen, können unsere Kolonien schon einen recht erheblid»en Teil von 9luswanderern in sich aufnehmen, hauptsächlick) komme Südwest-Asrika in dieser Beziehung in Betracht. Freilid) müsse das Mutterland seine Kolonien nid mehr als bisher unterstützen, durch Anlegen von Wegen und Eisenbahnen, und durch Erschließung von Wasser wirtschaftlick) kräftigen. Ein weiterer Zweck, den eine Kolonie zu erfüllen frat, ist die Wnähme der vom Mutterland gelieferten Waren. Teshalb ging im verflossenen Jahrhundert, das ein Zeitalter wirlscltastlicben Aufschwungs war, das Streben aller Volker dahin, Absatzgebiete zu erschließen. Man gründete oft mit den größten finanziellen Cpfern Kolonien. Wir Deutsche fafren erst spät ben Nutzen bet Kolonien ein. Um demnach eine stattliche Zahl von AbnelMern in den Kolonien für unsere Waren zu erhalten, müssen wir mit allen Mitteln darnach streben, die Bevölkernngszisfer in den Kolonien zu heben. Das ist aber nur möglich, wenn wir die hygienisd)en Verhältnisse, wie wir sie in Deutsd)land fraben, auf unsere Kolonien übertragen können. Auch aus diesem Gesichtspunkte heraus ist der Bau von Eisenbahnen bringenb erwünscht. Dann muß es uns aber vor allem daraus ankommen, die Bevölkerung kaufkräftig zu madxn. Dazu ist nötig, daß wir den Neger an die Arbeit gewöhnen, daß wir ifrnt ben Segen ber Arbeit bringen. Einen weiteren Zweck, ben bie Kolonien zu erfüllen fraben, ist der, möglichst billiges Rofr- material für das Mutterlaub zu liefern. Auch in dieser Beziehung sind unsere Kolonien für uns von großem Wert. Sie sind in der Lage, Rohmaterialien wie Hans, Mais, Gummi usw. besser und billiger zu liefern als unsere Nachbarstaaten. Auch Kupfer unb Straußenfedern werden jetzt schon in großer Zahl ausgeführt. Was speziell Baumwolle betrifft, so ist in cinwandfteier Weise feftgeftcllt, oaß im Laufe ber Jahre unsere Kolonien den ganzen Baumwvllenbedarf decken können, und wir bann von ben amerikanischen unb englischen Großkaufleuden unabhängig werben. Daß bie Kolonien biese Rohstoffe alle hervorbringen können, ist ein Benwis für ihre Güte und ein Ansporn für uns, sie in jeder Beziehung auszubauen. Daß in unseren Kolonien größere schiffbare Flüsse fehlen, was von gewisser Seite für ihre Wertlosigkeit als Beweis angeführt werde, hält der Redner für einen Vorteil unb fernen Nachteil. Mit schiffbaren Flüssen wären sie längst, bevor wir an Kolonien dachten, englisch ober ftanzösisch gewesen. Die Ausführungen des Redners, die als Ergebnis eifriger Studien und eigener Anschauungen einen starken Eindruck auf die Zuhörer machten, wurden mit großem Beifall aufgenommen. Ter inhaltlich wie sprachlich vollendete, von innerster Begeisterung belebte Vortrag, dem nad) einer Pause eine Reihe wohl- gelungener Lichtbilder ans den Kolonien folgte, fesselte die Zuhörer bis zum letzten Worte und brachte dem Redner außer einem lebfraften Beifall den besonderen Lohn, daß sofort über 50 Anwesende zu einer Abteilung der deutsd>en Kolonialgesellschaft für Gießen zusammen- traten. Die deutsche Kollonialgesellfchaft frat am 6. Dezember 1912 ifrr 30jcihriges Bestehen gefeiert unb es erscheint hiernach für eine Stabt von so lebhaftem geistigen Interesse, wie Gießen, verwunderlich, daß es erst jetzt zur Gründung einer Abteilung der Kolonialgesellsck^aft kommt, während schon seit einigen Jahren eine Ortsgruppe des Frauen bundes derselben Gesellschaft besteht. Die Kolonialgesellschift, au bereit Spitze Herzog Johann Albrecht zu Mecklettburg steht, zaW jetzt nicht weniger als 43 000 ordentliche Mitglieder. Ihr Organ ist die deutfche Kolonialzeitung, die jedem ordentlichen Mitglied allwöck-entlich frei zugeht. Der Jahresbeitrag für ordentlick-e Mitglieder der Abteilung beträgt 8 Mk. Er berechtigt die Mitglieder und ihre Familien besonders aud) zum freien Besuch der von der Abteilung veranstalteten Vorträge (4 bis 5 in jedem Winter). Korporationen und Vereine können unter besonderen Bedingungen als ordentliche Mttglieder ^rnuen-^enilleton. Vom gedeckten Tisch. Die Winterszeit ist die Zeit der Diners und Gesellschaften. Neben der eigentlichen Frage: „Was wird gegessen?" hat die Herrin des Hauses noch eine große Zahl nicht minder rtndrtigcr zu losen, unter denen die der Tafelbekoration an erster Stelle steht. Bei der großen Konkurrenz hält es schwer, ihr einen persönlichen Zug zu geben. Große „Abfütterungen" kommen gluck licherweise mehr und mehr aus der Mode; man zieht ihnen das Diner im intimen Kreise vor. So ist für die DLrne des Hames die erste Aufgabe, dem kleinen Kreise durch die Tafeldekoratwu bie intime Note zu geben. Hamwuie ist das oberste Prinzip des gedeckten^Li,che^. v?r ntonie sowohl bei ben einzelnen Gegenständen der -Laielbcforahon untereinander, als aber auch Anpassung an bas getarnte '..luicu, an ben Ton des Raumes allgemein. Aber auch Einklang zwischen der Tafeldekoration unb den gebotenen leiblichen Gemmen, ^er moderne Stil ber Tafelbekoration, bem man in ben letzten Jahren so sehr huldigte, geht allmählich langsam aber sicher zum „alten Eisen" Reumütig ist man in diesem Winter zum Ltile Ludwigs XVI. unb auch in gewissem Grade zu dem des öbe der Einzahliingen Sicherheit geleistet hadeii. Tie von öffentlichen Behörden, Kassen und Aiistalten, sowie von Sparkassen der Kreise, Stadt- und Landgemeinden onfgelicferten, mit Schecks beglichenen Postanweisungen und Zählkarten werden ohne Sicher- heitslcistung vor der Gutschrift der Schecks abgeiaiidt, lucnn sich die Behörde usw. mit der Postanstalt über das ein für allenral jii beobachtende Einlieierungsversahren verständigt hat. ** Warnung vor der Fremdenlegion. Werber für die französische Fremdenlegion sind, nach Blärter- metdungen, bei uns wieder an der Arbeit. Die Werbungen verbergen sich hinter Annoncen von sehr harmloser Form. So erschien kürzlich in einem Frankfurter Blatte eine Anzeige, wodurch „Tüchtige E l c k t r o m o n - teure auf Montage für das Ausland bei gutem Lohn gesucht" werden. Die sich Meldenden, sämtlich Deutsclj-e, wurden über Mainz nach Nanch verschleppt, und dort wurde zu dem alten Mittel gegriffen, ihnen in der Trunkenheit die unterschriftliche Verpflichtung zum Eintritt in die Fremdenlegion abzunötigen. Dem einen der Angeworbenen gelang es, am anderen Tage nach nüchterner Prüfung der Folgen seines unbedachten Schrittes, wieder zu entkommen. Von den übrigen fehlt jede Spur. Die behördlichen Ermittelungen hatten leider keinen Erfolg, da die Werber sehr vorsichtig zu Werke gingen und die Einträge in den Fremdenbüchern sichere Anhaltspunkte für die Feststellung ihrer Persönlichkeit nicht bieten. Es kann bei diesem Anlaß nicht genug vor dem Treiben dieser Leute, die mit großer Energie ihreir Zweck verfolgen, gewarnt und unserer männlichen Jugend nicht dringend genua ans Herz gelegt werden, Anzeigen auf Arbeit im Ausland mit dem allergrößten Mißtrauen zu betrachten. Diese Mahnung richtet sich gleichfalls an alle Eltern und Erzieher. In jedem Falle sollten vorher ganz genaue Erkundigungen durch die örtlichen Polizeibehörden eingeholt werden. Landkreis Gießen. s. Lollar, 12. Dez. Die Viehzählung ergab in unserem Orte: Pferde 45, Rinder 373, Schweine 389, Ziegen 110, Geflügel 2532 und Bienenstöcke 16. — In de» nächsten Tagen werden alle HauSanschlüsse an die elektrische Anlage erfolgen, so daß Weihnachten jedermann dieses angenehme Licht besitzen wird. r. Londorf, 13. Dez. Hier hatte die Viehzählung folgendes Ergebnis: Pferde 60 (56), Rindvieh 459 (429) Schafe 80 (375), Schweine 579 (390), Ziegen 93 (107), Federvieh 1949 (1924) und Bienenstöcke 14 (23). An Hausschlachtungen wurden gezählt: Rindvieh 1 (2), Schweine 192 (179), Ziegen 38 (36), Schafe 2 (1). Die eingeklammerten Zahlen sind das Ergebnis der Zählung von 1907. Im Gegensatz zu vielen anderen Gememden hat sich hier der Rindvieh- und Schweinebestand vergrößert, während bei Schafen ein bedeutender Rückgang zu verzeichnen ist. Letzterer ist darauf zurückzuführen, daß der hiesige GutSvächtcr seine Schafe vor zwei Jahren abaeschafft hat. Kreis Büdingen. — Bindsachsen, 13. Dez. Am Sonntag nachmittag wird im Gasthause von Reutzcl ein Vortrag über: »Die Vorteile der Feldbereinigung" gehalten. Redner ist Landwirtschaftslenrer Wag ne r - Büdingen. Kreis Lauterbach. O Aus dem Kreise Lauterbach, 13. Dez. lieber großen Wildschaden haben die Baumbesitzcr zu klagen. Meister Lampe hat, da er in letzten Tagen sonst feine Nahrung fand, seinen Hunger mit der zarten Rinde der jungen Bäumchen gestillt und diese bis aufs Holz und bis zu einer ziemlichen Höhe angeiressen. Fast keines der zahlreich in den offenen Baumbeständen stehenden Obstbäumchen ist von den hungerigen Nagern verschont geblieben. Nun, nachdem es zn spät und der Schaden verursacht ist, sieht man die Obstbaumznchter die Bäumchen mit Stroh einwickeln. Doch ist dies Material nicht ausreichend. Der Hase weiß das Stroh beiseite zu schaffen und dann doch an die Rinde zu kommen. Baumschützer ans Drahtgeflechte sind nicht nnr die besten, sondern anch die billigsten. Auel) ein Kalkanstrich ist, wie so manches Beispiel lehrt, kein wirksamer Schutz gegen Hasenfraß. Anspruch auf Wildschaden haben die Obstbaumzüchter nicht, wenn sie ihre Bäume nicht gehörig schützten. Gerrchtssaal. X. Hanau, 13. Dez. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Hofbuchhändlers Rich. A l t m a n n s p c r g c r (Fr. Königs Hosbuchhandlung) in Hanau fand heute vor dem Amtsgericht Hanau Prüsungstermin statt. Die angemeldcten Forr derungen betrogen nahezu eine halbe Million Mark, denen Aktiven von etwa 15 000 Mk. gegenüberstehen. = „Frieda Hempels Leopoldsorde n". Die schon mehrfach vor Gericht verhandelte Beleidigungsklage der Kammersängerin Frieda Hempel gegen das Kleine Journal beschäftigte wieder die 5. Strafkammer des Landgerichts I in Berlin. Der ehemalige Kammerdiener des Königs Leopold II. von Belgien hatte, wie erinnerlich, im Journal de Paris seine Memoiren veröffentlicht und ein Abschnitt dieser Memoiren war unter der Ueberschrift „Frieda Hempels Leopoldsorden" im Kleinen Journal erschienen. Die Künstlerin erhob darauf die Beleidigungsklage. Der Termin siel jedoch wieder, wie schon vorher, der Vertagung anheim, da das Gericht beschloß, noch mehrere Zeugen zu laden. Kommissarisch sollen der Kammerdiener Bataille, Baronin Vaughan, der Geiger Jakob und der Kapellmeister Riedskops, welche in dem Konzert vor König Leopold mitgewirkt haben, vernommen werden. — Der Bibliothekar an der Universitätsbibliothek zu Tübingen, Dr. Phil. Friedrich Thomae, ein geborener Frankfurter, feiert am 13. d. M. seinen 70. Geburtstag. — Auf eine 50jährige Tätigkeit als Universitätsprofessor Fann am 15. Dezember der Frauenarzt Geheimrat Professor Tr. med. Robert v. Olshausen in Ber l i n zurückblicken. Der Aelteste ber Berliner medizinischen Fakultät ist am 3. Juli 1835 in Kiel geboren. 1910 fegte Professor Olshausen die Leitung der Frauenllinik nieder unb erhielt im gleichen Jahre den erblichen Adel. %_■ ■■ ■ '■ ■■!—- ■- - 1 1 1 yandel. Rahm- und Butter-Einfuhr aus Dänemark. Die Dänen richten sich von Jahr zu Jahr mehr darauf ein, den deutschen Bulterz ol l zu umgehen. Auf Buller müssen sie 20 Mk. Eingangs zoll pro Doppelzentner zahlen. Um das tzu sparen, liefern sie den Rahm nach Deutschland, der zollfrei ist. In deutsck)en, besonders nordschleSwigsckfen Meiereien wird dann der Rahm zu Butter verarbeitet. Von 1907 bis 1911 hat sich auf diese Weise die Ralnneinfuhr auv Dänemark mehr als verdreifacht. Im Jaln 1910 hat sie 180965 Doppelzentner und int Jalsr 1911 257 314 Doppelzentner betragen. Im laufenden Jabr wurden allein schon bi* Gnbc Oktober 286 782 Doppelzentner Rahm m W.rte von 24 Millionen Mark aus D. ncnintf eingeführt In demselben Ma^c, wie die Einfuhr von Rahm steigt, scheint die Buttereinfuhr aus Dänemark z u r ü ck z u g c h e n. Diese hat in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres nur 46 366 Doppelzentner betragen gegen 76 628 Doppelzentner im ganzen Jahre 1911. * Uberseetelegramme zu halber Gebühr sind, jetzt auch im Verkehr mit Paraguay zugelassen. Die nach- pritf P sinoni 3. bis einschließlich 16. Dezember k. Js. liegt auf dem Amtszimmer der Grvßh. Bürgermeisterei Hausen das Projekt über Entwässerung von Grundstücken m den Fluren III und VI nebst Abschrift des Beschlusses der Vollziehungskomnrissivn vom 27. November 1912 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen lind bei Meldung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Hausen sckniftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 27. November 1912. Der Großherzogliche Feldbercinigungskommissär: Schnittspahn, Großh. Krcisamtmann. StauOcsamf-Miacbricbtcn. Gietzen. Aufgebote: Dezember 6. Rudolf Sonnicr, Kaufmann, mit Äisette Kepper, beide in Dillenburg. — 7. Tr. Eugen Lerch, Kandidat der Philosophie, mit Sarah Rabinowitsch, beide in Gießen. — 9. Hermann Wolf, Wagenführer in Gießen, mit Elisabeth Knöß in Groß-Eichen. — Karl Albert Gath, Friseur in Duisburg, mit Auguste Emilie Siegfried in Weilburg. — 10. Ernst Nentwig, Trompeter Sergeant in Darmstadt, mit Berta Wolf in Gießen. — 11. Karl Stein, Vizefeldwebel in Gießen, mit Wilhelmine Auguste Henncmann in Hahnstätten. — Gustav Hofmann, Maschinenformer in Wicseck, mit Katharina Kern in Gießen. - - Karl Galrr, Sanitäts-Unteroffizier, mit Luise Luft, beide in Gießen. — 12. Martin Weihrauch, Schlosser, mit 9lnna Geißler, beide in Offenbach a. M. Eheschließungen: Dezember 7. Heinrich Tippel, Knecht, mit Helene Busch, beide in Gießen. — Karl Haas, Hilfsheizer in Gießens mit Berta Döpp in Wenings. 6) e b o r c n c: Dezember 2. Dem Lokomotivheizer Johannes Lipphardt ein Sohn, Otto Friedrich. — 3. Dem Postboten Karl Diehl eine Tochter. — 4. Dem Rechtsanwalt Tr. Leopold Katz eine Tochter, Irmgard. — Dem Schneidermeister Samuel Oppen heim ein Sohn, Herbert. — Dein Hilfsweichensteller Karl Luch eine Tochter, Martha Elise Emma. - Dem Postschaffner Georg Alexander ein Sohn, Willi. — 6. Dem Kutscher Albert Wlodareck eine Tochter. — Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Schuchardt eine Tochter, Frieda Marie Therese. — 8. Dem Eisendrcher Karl Martin Scl>äfcr eine Tochter, Anna Franziska. — 10. Dem Kranken psleger Friedrich August Schnöring Zwillinge, Johannes nnt> Margarete. — 11. Dem Schreiner Bernhard Leuthenser eine Tochter, Margarete Elisabeth. Ster befalle: De.zember 6. Wiegand August Wagner, 15 Jahre alt, Neustadt 57. — Johannes Volk, Kgl. Lademeister i. P., 74 Jahre alt, Landgrasenslraße 4. — Heinrich Wassern, Postbote, 23 Jahre -alt, Schüßen strafe 13. -- 7 Max Schmidt, Schneider, 70 Jahre alt, Frankfutter Straße 79. — 8. Willa (Mädchen, ohne Vornamen , 1 Tag alt, St einstraße 70. — Wil Helm Heinrich Dieb, 36 Jahre all, Licher Straße 106. — 11. Philipp Pfeiffer, Privatier, 55 Jahre alt, Walltorstraße 21. — Lina Schneider, 17 Jahre alt, .Mchenplatz 9. — 12. Marie Reitz, 17 Jahre alt, In Loders Hof 5. Mathilde Göbel, geb. Ott, 35 Jahre alt, Crednersttaße 50. Bad-Nauheim. Aufgebote: November 4. Alovs Ludwig Rohe, Monteur in Ober Mörlen, mit Marie Luife Eidam in Bad Nauheim. — 6. Georg Schneider II., Chauffeur in Bad Nauheim, mit Ottilie Gräf in Melbach. 28. Gottfried König, Schnhmachermeister, mit Marie Anna Rein schütz, beide in Bad-Nauheim. Eheschließungen: November 1. Jakob Philipp Späth, Schutzmann in Offenbach a M., mit Anna Elisabethe Schneider in Bad Nauheim. 16. Richard Horn, Buchhalter, mit Katharina KlinaAneier, beide in Bad-Nauheim. — Johann Heinrich Fried rich Wilhelm Lampert, Installateur, mit Maria Paulus, beide in Bad Nauheim. — Heinrich Reich III., Tapezierer, mit Vlisabetlm Ghristina Becker, beide in Bad-Naul>eini. — 23. Alohs Ludwig Rol>e, Monteur in Ober Mörlen, mit Marie Luise Eidam in Bad Naulnim — 30. Georg Schneider II., Chauffeur in Bad Nanhenn, mit Ottilie Gräf, Melbach. 6) oft o reite: November IN. Den: Schuhmacher Johannes Wilhelm s? il l gart »er eine Tochter, Else Lina — 27 Dein Maler Jean Karl Ernst Brandt eine Tochter, Ottilie Gfxtrlorte Elisabeth. Sterbefälle: November 1. Katharina Elisabethe Sophie Brandt, 21 Jahre alt. — 5. Marie Helene Gries, geb. Bingel, 6.5 Jahre alt. — 6. Logisgeberin Elise Volk, geb Garnier, 3af)Te alt. — 8. Privat in Katharine Rechne Alttter, geb Heil, 74 Jahre alt. Bübingen. Geborene: Dezember 6. Dem Großh. Bureauvorsteher Wilhelm Karl Köhler eine Tochter, Anna. Sterbefälle: Dezember 6. Oskar Froelich, Großh. Kreisamtmann, 37 Jahre alt. — 8. Johann Heinrich Schmück, Handarbeiter, 62 Jahre alt. Beuern. Aufgebote: Dezember 7. Heinrich Bellof II., Maurer in Beuern, mit Katharina Böcher in Lindenstruth. — 10. Ludwig Wilhelm Arnold, Schreinermeister, mit Anna Katharina Otto, beide in Beuern . Butzbach. Aufgebote: November 28. Friedrich Wilhelm Kohlett, Bahnarbeiter in Groß-Karben, mit Marie Reifenkugel in Groß- Karben. — Dezember 4. Konrad Rühl, Landwirt in Burg- Gemünden, mit Elise Reiß, daselbst. — Otto Artz, Schuhmacher in Lang-Göns, mit Marie Elise Lina Mathilde Stein in Bubach. — 10. Karl Laux, Zuschneider in Butzbach, mit Margarete 'Bettet in Butzbach. — 12. Dr. phil. Johann Heinrich Paul Küchel, Chemiker in Butzbach, mit Katharina Marie Elisabeth Jhring in Lich. Sterbefülle: Dezember 12. Landwirt Jakob Kopf, 58 Jahre alt. Friedberg. Aufgebote: Dezember 5. Baruch Weismann, Handlungsgehilfe in Friedberg, mit Dorothea Abraham in Posen. — 6. Franz Ernst, Zuschneider in Friedberg, mit Wilhelmine Katharina Gönner in Mainz. — Georg Heinrich Anton Leinett, Großh. Regierungsbaumeister in Offenbach n. M., mit Sophie Katharina Müller in lFriedberg. — Hermann Knöß, Fabrikarbeiter, mit Elisabetlsa Basti na, beide in Ober-Wöllstadt. — August Braun, Rangierer, mit Anna Maria Brückrnann, beide in Bruchenbrücken. ~ Geborene: Nvv. 28. Dem Taglöhner Theodor Röder ein Sohn, Fritz. — Dezember 7. Dem Landwitt Gustav Waas eine Tochter, Emilie Helene Bertha Tina. — 8. Dem Eisenbahn- Oberschaffner Jakob Georg Grochtdreis ein Sohn. Friedrich. Sterbefälle: Dezember 7. Ter Kaiser!. Oberpostassistent Johannes Bögler, 40 Jahre alt. Grohen-Linden. Geborene: Dezember 2. Dem Schlosser Wilh. Fischer II. ein Sohn, Walter. Heuchelheim. Geborene: Dezember 5. Dem Metzger Wilhelm Nesseldreher eine Tochter, Mina. £ang(5ön$. Aufgebote: Dezember 8. Heinrich Wentzel, Tienstknecht, mit Maria Olbrich, beide in Lang-Göns. ' Sterbefälle: Dezember 7. Aiwa Elisabeths Winter, geb. Heß, 93 Jahre alt. Langsdorf. Eheschließungen: Heinrich Schmidt I., Zimmermann, mit Emma Bausch, beide von Langsdorf. Sterbefällc: Anna Bausch, gd>. Köhler. Leihgestern. Eheschließungen: Dezember 7. Karl Textvr, Schreiner, mit Elisabetta Gcrlach, beide zu Leihgestetti. Geborene: Dezember 2. Dem Hilfsschaffner Karl Heß III. ein Sohn, Karl. 4. Dem Seimnctzmeistcr Gustav Schrader cm iLohn, Willi Alfred Otto. Sterbefällc: Dezember 8. Katharine Heß, 77 Jahre alt. Lollar. , .Ehsffül'cöung Dezember 8. Ludwig Karl Meden- dach, Hüttenarbeiter, mit Älnna Hassetbach, beide in Lollar - oborene: Dezember 4. Dem Former Hcrnr. Karber II cm ^ohn, Robert ^-riepttch Heinrich. — 5. Dem Former Franz Knopp ein Sohn, Ludwig. — 6. Dem Schreinermeister Heinrich Schadeck VI. ein Sohn, Ernst. Sterbefälle: Dezember 5. Johanna Ullrich, 1 Mvn. alt Schotten. Ansg cbote : Dezember 6. Friedrich Schäfer, Streckenarbeiter, mit Kötck^en D-renkLr, beide in Schotten. Sterbefälle: Dezttnber 8. Karl Bechtold, Landwitt, 65 Jahre alt. — 11. Karl Boos, Schuhmacher, 40 Jahre alt. Greis an der Lumda. Eheschließungen: Dezember 8. Heinrich Kehr, Land» rotrt, mit Christina Wolf, beide von Treis a. Lda watzenborn-Sleinverg. Eheschließungen: Dezember 8. Georg Luh V., Bergmann zn Leihgestern, mit Anna Sommer zu Watzenborn. Sterbefälle: Dezember 3. Katharina Planz, geb. Sck«pp, Sternberg. wieseck. , Aufgebote: Dezember 4. Gustav Kreiling, Bahnarbeiter, mit Anna Weller, beide zu Wieseck. Geborene: Dezember 3. Dem BalMarbeiter Heinrich dlbel eine -Locfjter, Anna Emilie. — Dein (Gastwirt Ferdinand Tv- nnger em L?ohn, Friedrich. Sterbefälle: Dezember 4. Ernst Albert .«ikreiling, zwei Jahre alt. — 5. Erica Rosa Breitenstein, 1 Monat alt. —« Statt). Hofmann, geb. Rau, 59 Jahre alt. Familien-Nachrichten aus anderen Orten. Verlobte: Fräulein Paula Schiff in Büdingen mit Herrn tteamimb Riay in GräKnl,aufen bei Darmstadt. — Fräulein Tora Vollmiiller mit Herrn Dr. Otto Litt, beide in Lauterbach. G e st o rbene: Fräulein Rosa Münz in Ölmiberg. - Herr August Mann tn Lißberg. — Herr Otto Merle in Ober-Breiden- bad). — Frau Katliarme Kreutzer, geb. Sippel, in Scblitz. - Herr Wilh Dietrich Weil in Bönstadt - Herr Dr. Karl Buxinann, Frau Anna Fuck)s, geb. Sckiellenberg, beide in Darmstadt — Frau Rosina Hepdorn, geb. Moxtcr, in Assenheini. — Herr Jobauuek Heinrich Bausch I. in Worfelden. - Herr Fritz Gombcl in Wer- dorsi Herr LouiS Statp in Dillenburg. - Herr Wttbelm Keul in Weilburg. — Herr (tzuslav Elsner in Lölmberg. - Herr Karl fööbcl ui Herbomseelbach. — Herr Ludwig 'Müller in 'lUnrburg. - Herr Job Jost Buckler in Wehrda. — Herr Friedr. Ad. Rosenkranz in Philippsiein. Ärztlich empfohlen. Scotts Emulsion wird von zahlvnchen Ärzten aller Ander als «in in icder Hinsicht tadelloses, zuverlässiges Stärtangs, mittel emvwhlcn. 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