Die heutige Nummer umsaht 20 Seiten. K. M. Rbl. N H. M •he Ailelhei. SR. *• HL St. beschreiben," erzählt der Marchese Lucchesini, der in ircn von Sanssouci, bei denen es stets besonders heiter iitgiii । hörten Hi hi ini 3fr Ä bl 91 k 91. berühmt geworden sind, die Nachmittagsstunden Schriststellerei oder dem 6—7 Uhr war Konzert auch ein Spaziergang. 405fr 2043c H Li. Lire lüi W.i *• k, b bk ft ST bi 1» k I eher Trampen. Ken. B. 1Ü t.i 1059.84 j o. 18&) . v. 188» . »bzeß. • • 1892 i. lKH8l.ll. 19091.@. i.(8. . 2000t b. 1913 1000c '■ °b 1905 '• W 1904 • lver en6“'",, mooc io Filsch-1 suchen, bu6 die Lehren aus diesem Ausgang gezogen werden, dotz der Parteiegoismus mehr und mehr dem Staats- und zwischen 4 und 6 Uhr der Lektüre und Empfang fremder Gäste gewidmet Bon vor geladenen Gästen oder int sommer Tie Abendmahlzeiten im Mi. morsaal weg und die Kabineltsräte erschienen vor ihm und arbeiteten mit ihm, wobei sie stehen muhten and die Antworten des Königs wörtlich aus die Eingaben schrieben. Nachdem Friedrich sich nunmehr hatte pudern lassen und seine gewöhnliche blaue Uniform angelegt hatte, erteilte er von 10—11 Uhr Audienzen oder ritt bei gutem Wetter auch aus oder ging mit seinen drei Windspielen im Garten spazieren: stets führte er dabei den berühmten Krückstock, ein spanisches Rohr, dessen Krücke von Gold reich mit Diamanten besetzt war. Um 11 Uhr war die Parade- und Parole-Ausgabe, und bei gutem Wetter exerzierte der König eine Stunde lang vor der Stadt mit der Garde und einigen anderen Regimentern. Exerzierte er nicht, so schrieb er in dieser Zeit Familrcnbriefe oder las. ^.Gerade die genaue Tageseinteilung, in der jede Minute ihre besondere Bestimmung hatte, ließ ihn für seine Liebhabereien stets reichlich Zeit finden, obwohl er so angespannt für sein Land tätig war. Tas völlige Gleichmaß der Tage hatte für ihn nichts Erdrückendes. Punkt 12 Uhr begab er sich zur Tafel, die bis 3 Uhr, manchmal auch bis 4 oder 5 Uhr dauerte. Seine Tischgesellschaften sind berühmt: auch wenn außer den drei oder vier ständigen Tischgenossen niemand eingeladen war, war die Unterhaltung höchst angeregt und munter. „Es läßt sich nicht Sckpmerigleiten fest auf ihrem Posten stehen. Tie Erklärun- gen Poincar^s in der Kammer waren dementsprech.-nd maßvoll und staatsmännisch. Ter Ministerpräsident, der selbst das auswärtige Ressort führt, während Dclcassö das Stoa rincministerium übernommen hat, hat es sogar über sich gewonnen, die „Aufrechterhaltung höflicher und freimütiger Beziehungen zu Tentschland" bedachtsam zu unterstreichen. Man hat in Frankreich nicht ohne Ruhen die deutsche Volksstimmung der letzten Monate studiert, und eine unmittelbare Kriegsgefahr ist bei diesem gemäßigten Charakter des franzöfijchen Kabinetts nicht mehr vorhanden. Was wir in Tentschland, gerade auch während dieser Reichstagswahlen, scharf im Auge behalten müssen, ist die Haltung Englands. Die freundschaftlichen Beruhigungsworte, die wieder über den Kanal ertönt sind, dürfen uns daran nicht irre machen, daß Verwickelungen, wie sie die letzte Marokkokrise gebracht hat, künftig sehr bald von neuem austauchen können. leflung zu, «U ob Au-n°hmegefetze «cht nmren und ist Sfr 1fr 1fr itü ehe Le®®* . . P ’ . rir.20 ' . rik.10 ;. .gt. ij ftrelW ' . Link ; . Lin 10 . LfLlOO , . LM ML 10 ' §t.4D0 , ML1UÜ ' ' . «IKäO I t ' S 1fr MSW/ii ! g*rtMoa: ' 1913 ' ' 1 ob 1908* ' 1 190g' ' |tß) . , 1 «b 1903* ' ob 1904 ob ' • ab 1906 * ’ ob 1*905 '• b- 19U ' ’ 190G • in* Kürze hinzufügte, die durch ihren Witz und ihr schlechtes Deutsch Rach der Einnahme des Kaffees waren lottharbbahii -- 1 >'.v ..... tat l'/irteim« j K; rum hat die Sozialdemokratie ein solches Heer von Mil- naiot JuJIBjläüfern erhalten. Ein Trost ist nur in der Zuversicht zu ciück Henn itH i' IkAoh 4v.fi Ria Oofim« nitA ktptm Ofii.'in/inn nPinnptT tnprhpH nj.Xm »Litt. rftrin 0.1887 jaJj o. 1884 Lin Tag im Lebcn Friedrich ö;s Großen. Wenn Friedrich vom Berliner Karneval und seinen Lustbar- friten, die für den Landadel ein Stelldichein barboten, in sein Zimmer im Potsdanier Stadlschloß zurückkehrte, so stieß er immer, wie man sich bei Hose erzählte, einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus. Ihm erschien der Aufenthalt in Berlin in den Wintermonaten schlimmer als ein Feldzug, und er kürzte ihn auch, je älter er wurde, um so mehr ab, um sich in seiner Potsdamer Einsiedelei, alles peinlichen Zwanges ledig, ein Leben ganz nach seinen Wünschen zu schassen. Sobald die Witterung es erlaubte, Ende März oder Anfang April siedelte er nach Sanssouci über und blieb hier bis zum Spätherbst. In der rechten Hälfte des Schlosses, in der auch sein Schlafkabinett uitb das kleine, mit Zedernholz getäfelte Bibliothek- und Studierzimmer liegen, wohnte er selbst: J)ic cnbcrc Hälfte wurde den Gästen eingcrüumt. Tag für Tag erhob sich der König zwischen drei und vier Uhr vom Lager, und nur im Winter stand er erst um fünf Uhr aus. So lange er rüstig Ivar, schlief er nur 5—6 Stunden: dabei hatte er uon Natur durchaus eine Neigung, lange zu schlafen, aber er hatte dieses Schlafbedürfnis mit eiserner Energie besiegt: der Tiener mußte ihm eine Serviette, die er in kaltes Wasser getaucht hatte, über das Gesicht legen, wenn er der Weckeruhr kein Gehör schenken wollte. Nach dem Wecken wurde im Schlafzimmer Kaminfeuer gemacht, gleichviel ob es Sommer oder Winter war. Tann zog istiedrich, während er noch aus dem Bett saß, schwarze Saml- beintleiber, Stiefel und Casaguin an, rief: „Hier!", und alsbald mußte der Kammerlalei ihm die Briefe bringen, die ihm der erste Kabinettsrat versiegelt sandte. Der König sah nun die Briese durch, während der Lakai ihm das Haar machte. Tann wusch er sich und setzte sich seine Haartour auf und den Hut, den er stets auf dein Kopf hatte, außer, wenn er bei Tisch war oder mit hochgestellten Personen sprach. Nun erhielt er v erschienene Rapporte, besonder.' über die Fremden, die in Potsdam eingetroffen waren, und empfing die Generaladjutanten, die ihm ihre Berichte über die Armee erstatteten. Erst jetzt begab er sich in sein Schreibzimmer, um zunächst einige Glas Wasser und dann 2—3 Tassen Kaffee zu trinken: dabei ließ er in der letzten Zeit seines Lebens dem Kaffee einen Teelöffel laeißen Senf als Verwahrungsmittel gegen den Schlag und „fürs Gedächtnis" zusetzen. Iituuj uqn viytn «? . ..w — abends nichts mehr zu sich und ließ nur noch für die Gäste auftragen. Der Abend ging hin mit Lektüre und Gesprächen, I Ifiiibb. ab Igm b 190/. ' • • ib 19QI * ‘ ' 1914 . . ' ' 1910 . ' ' >. 1910. ' 1779—1782 sein Tischgenosse war, „ mit welcher Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit die Tischgenossen behandelt werden: jeder Zwang ist verbannt, es herrscht nur der Unterschied des Geistes und des Wissens." Tie Hauptkosten der Unterhaltung trug der Wirt, oft sprach er auch ausschließlich. Tie Tafel war dabei nicht kostbar, aber ausgesucht: in der S.egel gab es acht Schüsseln, vier französische, zwei italienische und zwei, die nach dem besonderen Geschmack des Königs und nach seiner Vorschrift hergerichtet waren. Friedrich war ein großer Feinschmecker, der eine sehr seine Küche liebte und den Küchenzettel vorher genau inspizierte, wie er nachher dem Küchenmeister eingehend Kritik hielt. Nach der Mahlzeit blies Friedrich wieder eine halbe Stunde Flöte, unterzeichnete dann die Briefe, die die Kabinettsräte in der Zwischenzeit ausgesetzt hatten, wobei alle Angaben an demselben Tage beantwortet werden mußten und nur die Unterschrift von Todesurteilen erst, am zweiten Tage vollzogen rouroe, und wobei der König öfter jene Randbemerkungen in lakonischer die gewöhnlich bis 10 Uhr dauerten. Dann ?og sich der König zurück, entkleidete sich fast ganz ohne die Hilfe seines Lakaien und schlief in seinem eisernen Feldbett meist sehr schnell ein, während im Vorzimmer nur zwei Hoflakaien die Wache hatten. ♦ — Der pathologische Rausch und seine Erkennung. eigentlich ist ein jeder Rausch ein pathologischer Zustand. Denn er bedeutet eine Vergiftung des Gehirns durch Alkolwl, die zunächst zu einer Erregung, dann über zu einer Lähmung der psychischen und zahlreicher physischer Funktionen führt. Daneben gibt es aber iwch in der Sprache der Gerichtsärzte und Psychiater der sogenannte pathologische Rausch im engeren Sinne. Die Annahme eines solchen pathologischen Rausches gewährt dem Beschuldigten die Straffreiheit des § 51. Von einem pathologischen Rausche kann man bann sprechen, wenn ber Berauschte schon nach einem verhältnismäßig geringen Alkohol- auantum, bas normalerweise nicht dazu genügt, in einen schweren Rausch versetzt wird. Solche alkoholintolerante Personen gibt es recht zahlreiche. Meist meiden sie instinktiv den Alkohol. Die Alkoholintoleranz entsteht gewöhnlich aus dem Boden einer allgemeinen Degeneration ober einer latenten Epilepsie. Der pathologische Rausch braucht sich übrigens gar nicht in äußerlich klar erkennbaren Symptomen zu zeigen. Häufig fehlen bie Anzeichen des „normalen" Rausches, bas Taumeln und das Lallen. Und dennoch bestehen schwere Bewußtseinsstörungen und Dämmerzustände mit einem dem Rausche folgenden Verluste der Erinnerung für die Vorgänge während des Rausches. Praktisch ist die Diagnose aus pathologischen Rausch nicht immer leicht zu stellen, und daher weichen die Ansichten der verschiedenen Gutachter bisweilen voneinander ab. Um darüber Klarheit zu gewinnen, hat man neuerdings, wie Dr. H. Müller in der Zeitschrift Tür die gesamte Neurologie und Psychiatrie mitteilt, den Weg des p s y ch o - logischen Experimentes beschritten. Tie pathologische Reaktion auf Alkohol kann ja bei jedem Individuum aufs neue hervorgerufen werden, das alkoholintolerant ist. Erhalten nun Angeschuldigte, die sich mit sinnloser Betrunkenheit oder einem pathologischen Rauschzustand zu ihren Gunsten berufen, im Experiment Alkohol und geraten in einen schweren Rausch, den man durch die psychologische Methodik genau bestimmen kann, so darf man annehmen, daß auch die Tat — vorausgesetzt, daß die anderen Umstände es nicht ausschließen — in einem solchen pathologischen Rausch vollbracht worden ist. Aus diese Weise kamen einige Angeschuldigte frei. Andererseits kann auch der experimentelle Rausch zum Verräter werden. So zeigten zwei einem Sachverständigen überwiesene Täter, daß sie durchaus nicht im pathologischen Rausch gehairdelt hatten. Der Alkohol löste ihnen die Zunge und sie erzählten die Einzelheiten des ihnen zur Last gelegten Vergehens, während sie vorher behauptet hatten, sich an nichts zu erinnern. politische Wochenschau. Gießen, 20. Januar. Es ist vor acht Tagen nur eine Prophezeiung wahr geworben. Herr Bebel erfreut sich nicht mehr nur an ber stimmenzahl feiner Anlstinger, fonbern er bars mit wachsendem Entzücren auch Über eine Riesenzahl von Gesinnungsgenossen im Reichstag die Parade abnehmeu. Und doch war der letzte Jenaer Parteitag kein weltgeschlchtucher Wendepunkt znm Fortschritt. Er zeigte nicht das Morgenrot einer besseren Zeit, sondern stellte nur eine Art Götterdämmerung bar, wobei ber Fenriswolf Ledcbour und bte Mdgardsschlange Luxemburg ben ParteigöUern gehörig zusetzten. Was hat die Sozialdemokratie benn geleistet, baß ein so großer Teil des deutschen Volkes am 12. Januar fte auf den Thron erhob? Welcher unverwüstliche Optimist erhofft von ihr im kommenden Reichstag positive Arbeit ? Es war eine Veräraerungswahl; der Geist Lolis wird dem parlamentarischen Schaffen der nächsten Zeit ein böses Gepräge geben. Die liberalen Hoffnungen, soweit sie auf die Stärkung des eigenen unmittelbaren Einflusses gerich'et waren, sind zerronnen: Der nationälliberale wie ber fort christliche M.in» tatsbesitz schrumpft zusammen Ter schwarzblaue Block lann im günstigsten Fall nach den Stichwahlen durch einen Großblock mattgeftitr werden, in dem die Sozialdemokraten die irfte Geige spielen. Im Ablehnen von Vorlagen unb Anträgen wird also großes geleistet werden können. Welche Nolle aber wird das ebenso unergründliche wie unzuverlässige Zentrum spielen wollen? Auch wenn diese Partei ein paar Mandate einbüßen muß, ihre Macht wird im Reichstage wieder gestärkt werden. Wir iverben wieder das Bild der Schwarzen und Roten haben wie vor 1907. Tenn auch den allgemeinen Stichwahlknrs beherrscht Loki. Volksinteresse untergeordnet werde. Bei den bevorstehenden Stichwahlen werden in das rote flföeer leider noch viele Nebenslüfte münden. „Schicksal, du bist im Zuge, nimm, welchen Laus du willst", das wirb vielfach die einzige Parole sein. Tie fortschrittliche Volkspartei unterstütz! bie Sozialdemokraten gegen die Rechte. Die .Konservativen beantworten das durch die Aufforderung, liberale Kandidaten in der Stichwahl nur dann zu unterstützen, wenn Gegenleistung für die Konservativen verbürgt wird. Im übrigen soll Stimmenthaltung geübt werden, wenn die liberalen Kandidaten nicht ausdrücklich ausreichende Erklärungen über bie verfassungsmäßigen Rechte des Kaisers, bie Sicherung des Zollschutzes und „Sicherung der darum kaum zu erfüllen. Ter Reichskanzler hat es denn auch selbst für erforderlich erachtet, amtlich erklären zu lassen, die Regierung denke an keine Ausnahmegesetze. Nach der konservativen Parole würden bie Fortschrittler, wir es öfter hieß, von biefer Seite wirklich „ihrem Schicksal überlassen" werben. Der Bund der Landwirte verkündet gleichfalls Wahlenthaltung überall da, „wo gleichwer.ige Kompensationen nicht erreicht werden". Die Reichspartei, die nut den Nationalliberalen für eine Anzahl von Wahlbezirken sich verständigt hat, stellt die Fortschrittler den Sozialdemokraten gleich; sie müßten überall bei ber Sitchwahl dementsprechenb behandelt werden. Die Parole des Zentrums und der Wirtschaftlichen Vereinigung ist dem Liberalismus gegenüber genau die gleiche wie die des Bundes der Landwirte. Tie nalionalliberale Partei hat dem Versuch der Regierung, eine allgemeine Sammlung gegenüber ber Sozialdemokratie zustanbe zu bringen, widerstanden unb die Entscheidung den örtlichen Parleiinstanzen überlassen. Die hessi che Parteileitung Hai für Gießen-Grunberg-Nidda unb Erbach-Bensheim belanntlich bie Parole für ben bürgerlichen Kandidaten ausgegeben. Was wird der heutige Slichwahktag, ber in 77 Bezirken b’ie Entscheidung fällt, bringen? lieber die endgültige zahlenmäßige Zusanimensetzung des Reichstags läßt sich kaum etwas Voraussagen. Mait kann ja nicht einmal wissen, ob bie Aufforderungen der Parteien von ihren Anhängern auch immer befolgt werden. Tie Sozialdemokratie wird bie fortschrittlichen und znm Teil auch bie nationallibe- ralen Kandidaten linterftü., eit, Wenn sie die bekannten Jenaer 93ebjigungen erfüllen In diesem Sinne haben in Hessen der Nationalliberale Heck (Alsfeld-Lauterbach) und der Fortschrittsführer Korell (Alzey-Bingen) aus ihre Mithilfe zu . ab 1908 rechnen. Die französische Republik hat wieder einmal die Regierung gewechselt. Tas ist bei dem lebhaften Temperament Unserer Nachbarn nicht weiter verwunderlich. Verwunderlich ist nur, daß man in Paris trotz dieser beständigen Hemmungen und Schwierigkeiten, namentlich auf dem Gebiete der auswärtigen Poli.ik, die allen Ziele so zielbewußt und beharrlich weiterzuführen vermag. Der sprichwörtliche Patriotismus ber Franzosen ist eben nicht nur eine Redensart. Das Volk ist stark sozialistisch angekränkelt; Ehrgeiz und demagogische Umtriebe spielen dort, wo den Sozu.- listensührern die Miiitstersesjel rouiten, vielleicht noch eine größere Rolle als bei unseren deutschen Führern dieser Partei, aber es wäre in Frankreich z. B. undenkbar, daß eine Heeresvorlage abgelehnt würde, und die nicht geringen Forderungen ber letzten Jahre für Heer und Flotte, etnschlteßlich ber Luftfahrzeuge, sind immer ohne Schwierigkeiten bewilligt worden. Aber Frankreich lernt in seinem parlamentarischen Regierungssystem doch immer hinzu. Jetzt ist an die Stelle des Kabinetts Cail- laux, das den Uebernationalisten zum Opfer fiel, das Ministerium P o i n c a r s getreten, das sich zum großen Teil aus gemäßigten, in der Schule des Senats und auf Minister- Posten herangewachsenen Elementen zusammensetzt. Das Ministerium Briand, das dem wütenden Ansturm der sozialistischen Radikalen nicht hat standhalten tonnen, lebt in neuer Gestalt auf; Briand selbst ist wieder Minister gewor- Gras Posadowsky hat dieser Tage in einer Jenaer Wähleroersammlung gesagt: Wie könne man eine stetige, zielbewußte Regierung haben, wenn unsere Parteileben so zerrissen sei. Er hat nicht unrecht. Die konservative Partei trifft für diese Entwicklung bie Hauptschuld. Der slusgang dieser Wahl bedeutet nichts arideres als die Auflehnung ber Volksmassen gegen bie Macher der drückenden Verbrauchssteuern, die den Besitz hartnäckig umgingen. Da- Die Reichrtagrwahlen. Tie Stichwahlen vom 20. Januar. Am Samstag, dem 20. Januar, finden folgende Stichwahlen statt- Labiau-Wehlau, Königsberg-Land, Tilsit-Niederung, Gumbinnen-Insterburg, West-Prignitz, Ost-Prignitz, Ruppm Tempitn, Zauch e zii.K.n g.berg Neumark, Ueckermüi d Usedom,LnüUe.s Breslau, Sagan-Sprotiau, Löwenberg, Landesh.it-Zauer, Rothen- burg-Hoyer: werda, Mansseider See- und Gebirgskceis, Aprnrade- Flensburg, Schleswig-Eckernförde, Pinneberg Ottensen, Oldeiwurg- Plön, Herzogtum Lauenburg, Emden-Norden, Melle-Diepholz, Verden-Hoya, Hameln-Linden, Harburg-Rothenburg, Stade-Bremerförde, Otterndorf-Neuhaus, Minden-Lübbecke, Herford-Halle, Bielefeld Wiedenbrück, Hainm-Scest, Wiesbaden, Weckburg-Ltm- burg, Dillenburg Unterweslerwald, Rinteln-Hofgeismar,Kasse.-Mel - sungen, Fritzlar Homburg, Eschwege-Schmalt'alden, Marburg-Frankenberg, Hersfeld-Rotlienburg, Wetzlar-Altenkirchen, Kreuznach Simmern, Saarbrücken, Ottweiler-St. Wendel, Landau-Neustadt, Germersheim, Zweibrücken, Kronach, Schweinfurt, Würzburg, Augsburg, Jmmenstadt, Bernstadt Löbau, Bautzen, Dresde i-Alt- stadt, Freiberg, Osckatz-Grimma, Stadt Leipzig, Borna-Pegau, Konstanz-Ueberlingen, Tonmreschingen-Billingen, Lörrach-Müllheim, Freiburg-Waldkirch, Kehl-Offenbnrg, Kar' ruhe, Heidelberg, Hagenow Grllvesmüb.en, Schwerin Wismar, Parchim-Ludw.gslust, Maldan-Waren, Rostock, Güstrow, Mecklenburg-Strelitz, Helmstedt- Wolsenbüttel, Meiningen-Hlldburghausen, Koburg. T<; naticnafliberale Stickiwaiilporolk für Gießen-Nid^a. Bekanntlich hat der Geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Landespartei bereits eine Parole aus gegeben. Hierzu hat auch die nationalliberale Vertrauens-t männerüerfammtung des Wahlkreises Gießen am Freitag mittag Stellung genommen, lieber das Ergebnis erhalten wir folgenden Bericht: Die Vertrauensmännerpersammlung des hiesigen Wahlkreisvorstandes nimmt nach der Erklärung des Landesausschusses von der Ausgabe einer besonderen Stichwahlporole Ab- st and. Ter Kampf im Wahlkreis Gießen-Nidda. Wir erhalten folgende Zuschrift: 1. Die Sozialdemokraten behaupten im Lande, ich hatte'gegen das Reichstagswahlrecht gestimmt. Das ist unwahr. Ich habe am 24. Mai 1911 im Reichstag bafür gestimmt. n, .7 Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 20. Januar \w UU I * ______ ' — rfl» BezaqSvretS: Ler Gießener Anzeiger M inonatlich7öM^viertel- Tfdieint täglich, außer ▼ ▲ kV AA jährlich Mk. 2.20 durch n: Ä, Alb Lbhole- jl4| IT 1/ || JT 3 ■/ | II 1^1 biefi'B Kitis; M H W I HZ Bw M y ■ HB Hr H B Kl B MetttürtenKrdsvHthcn ■ ■ L", FX > ‘ x/ B Hk B B ■ B B ■ B HL B ■ Wmf auswärts H ßflj H B B $lrtfd?aft!id)t Seitfragen B D MM Verautwonllch für den zeruiprech - Anfchlüye: politifchen Teil: August General-Anzeiger für Oberheffen Eäsc Unnähme^ von An^cigen Hotationsbrud und Verlag ber vrühl'fchen Univ.-Vuch- unb Steinbruderei R. Lange. Rebattion, (Erpebition unb Druderei: Schulstrahe 7. Land": E.veß; Hit den w. SÄ"”“ Südingen: Fernsprecher Nr. 2b9 SeschäslsIIell- vahichoslirab- 16a. «.ue.wnud: H. «eck. Während des Frühstücks wurden der Berliner Rapport und die Briefe vorgenommen, die er zurückbehalten hatte. Nachdem « den Kaffee eingenommen, wanderte Friedrich ein ober jroei Stunden lang d.:rch fein Zimmer: dabei blies er die Flöte ob aß zwischendurch Obst, das er so gern nahm und das stets im Zimmer bereit stand. Es war dies die Zeit, in der er sich _ um^estört dem „Meditieren" überließ; er sagte selbst einmal,, nach dem Siebenjährigen Kriege auf: Friedrich nahm dann datz ihm hierbei die besten Gedanken kämen, die ihm unter I ..i ' tan Wogen der Töne zuslrömten. Um 9 Uhr iegte er die Flöte I Aufträgen. .Aktie» ytrliitr M tzorj-ml. «ochÜmrr «Sag • Jieue? v-rg--. a/taaBi"101 ww* 2. Tie Sozialdemokraten sagen, ich hätte gegendieHerab- etzung der Altersversichcrungsgrenze von 70 auf 55 Jahre gestimmt Tas i st unwahr. Tie namentliche Ab- timmung vom 30. Mai 1911 gibt dafür den Beweis. 3. Tie Sozialdemokraten suchen, da es ihnen an sachlichem Material fehlt, mich persönlich herabzusetzen, indem ihre Dutzend- lojtatoren daraus Kapital zu schlagen suchen, daß ich bei einer persönlichen Bemerkung im Reichstag abgeläitttt worden bin. Nun weiß jeder, wie schwer es auch alten Parlamentariern fällt, die Klippen „persönlicher" Bemerkungen zu umschiffen. Mich trifft aber der Vorwurf um so ungerechter, als meine Abläutung aus ein Mißverständnis des Präsidenten zurückznführen ist. Daß dies Intermezzo den Genossen Freude gemacht hat, glaube ich ihnen gerne. Nur sollten die Genossen gefälligst sich um ihre eigenen „Ablautungen" kümmern! Während meiner ReichstagstLtigkeit sind sehr viele Sozialdemokraten bei persönlichen Bemerkungen der Klingel des Präsidenten verfallen. Ich nenne nur die Abgg. Brey, Scheidemann, Frank, Albrecht, Bohle, Zubeil, Eichhorn, Schmidt. Bohle wurde in einer der letzten Sitzungen des Reichstags nicht weniger als fünfmal abgeläutet. Tie stenogr. Berichte darüber stehen zur Verfügung. Freilich in der „Frankfurter Zeituny" hat Böhles „Erfolg" nicht gestanden. Man weiß, warum. Also, liebe Herren Genossen, etwas mehr Selbsterkenntnis! 4. Tie Sozialdemokraten sagen, die Grenzen seien geschlossen. Auch das.ist rrnwahr! Allein aus Dänemark kommen in jedem Jahre ungefähr 100 000 Rinder und Ochsen nach Deutschland. Aus Oesterreich und Russland ist die Einfuhr von insgesamt 230 000 Stück Schweinen zugelassen, eine Zahl, die allerdings noch niemals von dort aus hereingebracht wurde, weil ein Ueberschuß an Vieh dort nicht vorhanden ist. 6. Tie Sozialdemokraten verlangen die „Abschaffung" der Futtermittelzölle. Auch das ist Demagogie. Tenn alle für unsere Landwirtschaft wes entliehen Futtermittel: Kleie, Reisabfälle, Oelkuchen, Schlempe, Treber, Grünfutter, Heu, Spreu, Häcksel, Stroh, Futterrüben, Kartoffeln, Maisschvot werden völlig zollfrei eingeführt. 6. Die Sozialdemokraten reden den Wählern bei der Kleinagitation vor, ich hätte gesagt, das Pfund Butter müsse zwei Markund das Ei 20 Pfennig kosten. TasistgröbsteWähler- t ä u s ch u n g. Ich habe niemals und nirgends etwas derartiges ausgesprochen oder geschrieben. Gießen, am 19. Januar 1912. , !Dr. F. Werner.. Der hessische LandeSauSschuß der Wirtschaftlichen Vereinigung fordert deren Anhänger in den Reichstagswahlkreisen Darmstadt-Groß-Gerau und Friedberg-Büdingen auf, m i t a l l e r K r a f t für die Wahl der n a t i o - nalliberalen Kandidaten Dr. Osann und Landge- ri.chtsrat Strack einzutrecen. Tie Nationalliberalen und die Kölner Stichwahl. Köln, 20. Jan. In einer nationalliberalen Versammlung sprachen sich die meisten Redner dahin aus, daß die Nationalliberalen die Pflicht hätten, eine Mehrheit der Linken herbeizuführen, selbst treiut bie Nationalliberalen an Mandaten verlieren sollten. Von der Versammlung wurde fast einstimmig beschlossen, für die Stichwahl Köln-Stadt den Mitgliedern der nationalliberalen Partei Wahlsreiheit zu gewähren. Tas Mandat Konrad Haußmann. Stuttgart, 20. Jan. Die Sozialdemokraten haben sich verpflichtet, ajs Gegenleistung für die Stichwahlhilfe, welche die Volkspartei dem sozialdemokratischen Kandidaten in dem früheren Naumannscken Wahlkreise angedeihen läßt, das Mandat des Volksparteilers Haußmann nicht zu aesährden, obwohl Haußmann mit einem Sozialdemokraten in Stichwahl stehe und obwohl das Zentrum indirekt die Wahlparole für den Sozialdemokraten ausgegeben hat. Graf Posadowsky als Wahlredner. ! Iena, 19. Jan. Auf Einladung des Ausschusses für die Wahl desbürgerlichenKandioatenim dritten Wei- marischen Wahlkreis hielt gestern abend vor etwa 2000 Personen der frühere Staatssekretär v. Posadowsky eine programmatische Rede über die politische Lage. Der Redner, lebhaft begrüßt, führte aus, der politische Individualismus sand bei den Wahlen einen prägnanten Ausdruck. Angesichts dessen wäre es notwendig, daß die politischen Parieren ihr Programm einer Inventur unterziehen, denn das Nebeneinanderb estehenvonvie- len Parteien sei ein Unding. Wenn man eine einheitliche konsequente Regierung wolle, müsse man vorher große einheitliche Parteien schaffen. Nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen am 12. Januar fast eine Million Stimmen gewonnen habe, seien bürgerliche Sammel kandiLataren in diesem kritischen Zeitpunlt eine 9Lotwendigkeit. Nach Betrachtung der auswärtigen Lage mahnte der Redner nochmals zur Einigkeit der bürgerlichen Parteien bei den Stichwahlen und schloß mit dem Ruse: Nicht Front nach rechts, sondern schließen wir unsere Reihen, und Front nach außen! Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Aus Statt und Land. Gienen, 20. Januar 1912. - Tageskalender. Stadttheater: Samstag nachmittag 8M Uhr: Kinder-Vorstellung: „Torinöschon.- Sonntag nachmittag 8>6 Uhr: „Tas llerne ChokolatenmavHenE; abends 7% Uhr: „Buinmelfludenlen.- Kinemalogcupt-. Neuer Spielplan, Biograph: Neuer Spielplan. Kolosseum: Täglich Vorstellung. An läge musik am Sonnlag vormittag 11 Uhr in der Die Bauleitung fordert von dem Unternehmer, daß er verfchiedene Teile von dec bereits ausgeführten Pslasterarbeit, well nicht oer,chriftsmäßig, wieder anfbreche und neu herstellen solle. Tie Firma wendet sich an den Gemeinderat und ersucht um Erlaß dieser Forderung. Tas Gesuch wird aogelchnt. Zur Weiteraussührung der Pflast erarbeit wird beschlossen, die Sttaßen der Alt- und Neustadt, Schloßgasse, Aäühltorstraße und Kirchgafse mit Kleinpflaster umzupflastern. Fußsteige sollen mit Randsteinen und Mosaikpflasterung ausgeführt werden. Tie Mühltorstraße erhält nur auf der rechten Seite einen Fußsteig mit Mosaikpflasterung. In der Kirchgasse und Schloßgasse wird wegen Enge der Straße von einem ve,anderen Fußsteig abgesehen. Sa-loßplatz und Kirchplatz werden neu hergesteltt. Der erstere erhält Pflasterung, der letztere Beriefung. Auf oein Schloß- Platz wird von der Kirche bis zum Schloß ein erhöhtes Trottoir mit Randsteinen unb Ato,aik angelegt. Die Herstellung der Bahnhofstraße durch den Kreis, soweit dieser dazu verpflichtet ist, loird dringend gewünscht. Rotolühende Weißdornbäume sollen vor der Pflasterung angepslanzt werden. Beigeordneter Dotter empfiehlt die Herstellung von Fußsteigen in der Schloggasse und statt Pflasterung des Schloifplatzes eine Chaussierung desselben. Wegen des aus dem Schlotzpiatz abzuhaltenoen SaMttuemarkles glauben die übrigen Mitglieder, daß der Schloßplatz durch Pflaster hergestelll werden müsse. — Tie Bewohner der Schlachthaus st raße bitten schon längere Zeit um Herstellung eines F u ß st e i g s. Gemeinoerat Schulz befürwortet in etwas sehr erregter Weise das betreffende Gesuch und machst der Sladtvertrecung Borwürfe, daß andere Arbeiten, die nicht so nötig gewesen wären, bereitwillig die Genehmigung des Gemeinüerats gesunden hätten, während für Die Schlachthansstraße nichts getan worden sei, namentlich greift er Gemeinderat Hinkel, der «ich nicht gleich von der so dringenden Notwendigkeit des Fußsteigs üoerzeugen konnte, heftig an. Gemeinderat Hinkel weist den Vorwurf zurück. Bürgermeister Fendt stellt fest, daß die Vorwürfe unoerechtigt seren und weist an Hand der Allen nach, daß schon lange Verhandlungen geführt toüruen, namentlich stände der Errichrung des Fußsteigs, zu dem eine Geländeerwrr^ung notwendig sei, die überaus hohe Forderung des Bua-oruckereibefitzers Schneider entgegen, der für den Quadratmeter den Preis von sechs Mark fordere und die Umsetzung einer Cinfriedigungsmauer, die einen Kostenaufwand von 200 Man i-eanspruche. Sämtliche Mitglieder bttonen die Notwendigkeit eines Fußsteigs, und es wird beschlossen, daß die Bürgermeisterei mit dem Eigentümer über Heraosetzung des Preises Verhandlungen führen solle, eventuell solle Antrag auf Enteignung gestellt werden. — Tie Stadt Offenbach hat den Ortsarmenveroaiid Büdingen wegen Uebernahme der Kosten für den hilfsbedürftigen Karl Schunk beim Provinzialausschuß verk.agt. Mck der Vettreru».g der Stadt wird ReckstSanwalt Keil beauftragt. — Ein weiterer Punkt betrifft die Eroauung des Gaswerks und ist durch Kom- iniifionsbesll)U.lß erledigt, der die Zustimmung des Gemeinderats findet. — Tie vorliegenden Rechnungen werben zur Auszahlung genehmigt. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 19. Jan. Heule mittag trug sich auf der hiesigen Eisbahn ein Unfall zu. Eine Frau glitt beim Schlittschuhlaufen aus und brach das Bem. Sie mußte in einer Troschke nach Haufe gefahren werden. < Friedberg, 20. Jan. In den letzten Tagen wurden mehrere Einbrüche hier und in oer Umgegend verübt, ohne daß cs gelang, den Täter zu ermitteln. Heute früh fiel nun dem Schutzmann Bartb ein verdächtig aus- sehender Mensch auf, der mit einem Paket zu einem Trödler wollte. Als er festgenommen werden sollte, riß er sich los und schoß auf den Beamten, ohne aber zu treffen. Nach heftiger Gegenwehr und nachdem er noch fünf Schüsse auf die beiden ihn verfolgenden Schutzleute abgegeben hatte, wurde er an der Seewiese feftgenommen. Es handelt sich um den 32 Jahre alten, febon oft vorbestraften Martin Bien aus Lossenheim bei Höchst, der als gemeingefährlicher Mensch bekannt ist. Slarkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 19. Jan. Die heutige Stadtverordneten- ntzung beschäftigte sich sehr ausgiebig mit der Frage der Erbauung einer 9iheinbrücke zwischen Singen und RüdeShei m. Ter Tetalllistenverein hatte eine Eingabe gemacht, in dec ec sich gemäß eines BecsammlungSbeschlusieS dahin auSsprach, daß die 'Ausführung des Projektes für bie Geschäftswelt und die Sladt Bingen von größtem Ätutzen fein werde. Es jvurbe darum gebeten, zu ermöglichen, daß die Brück; gebaut werde, aber auch so, daß die Anlage einer elettnschen Bahn nach dcm Rheinbau bezw. RüdcSheiin unbedingt gesichert werde. d). Gingen, 19. Jan. Dkr große Bra nd des Mainzer Hofes ist heute abend in den Abendstunden noch nicht vollkommen gelöscht. Ueberall brennt eS in dem Geröll. Mit den Ausräumungsarbei^cn tonnten die Feuerwehren noch nicht beginnen, da die allein stehengeblievenen Mauern und Schorn^eine der Dampsyeizung jeuen Augenblick einzustürzen drohen. Em großer Teil der Mannscyas- ten war im ganzen etwa 35 Stunden in ununterbrochener Tätigkeit. Die angrenzenden Gebäude mußten von den Bewohnern geräumt werden, da die Gefahr für sie zu groß geworden war. Es war bisher noch nicht gelungen, die Entstehungsurfache zu ermitteln. Unoerhältnismutzig hoch ist die Zahl der verunglückten Feuerwehrleute. Im ganzen sind fea;3 Manu verunglückt, hiervon einer tödlicy, einer ist schwer verletzt und vier haben leichtere Verletzungen erlitten. Der Wein des Wiuzervereins in den Kellereien ist bisher unversehrt geblieben. le. Rüd es he im, 19. Jan. Ein Unteroerbandstag der Darlehenskassen und Winzervereine Ralffelsenscher Organisation des 9theingaueZ fand hier in Anwesenheit von Ber- icctcrn von 22 Vereinen statt. -ch. Aus Rheinhessen, 20. Jan. Die eingetretene kalte Witterung macht den W ein bc rgsa rbe lten em (inöej Teilweise ist man mit dem Düng en und Roden beschastiqt^ zum Teil ist mit dem Rebschnitt begonnen worden. Tie Weine des Spätherbstes iverden jetzt hell. Der erste Abstich kann voigenommen werden. Hessen-Nasfau. w Frankfurt a. M., 19. Jan. In der Webersiraße 53 sprang die 33jährige Ehefrau Marla Böhm aus dem dritten Stock des Hauses herunter auf den asphaltierten Hof. Sie war sofort tot. Tie Tat wird auf Geistesstörung zurück- geführt. F. C. Frankfurt a. M'., 19. Jan. Demnächst findet,' sobalo Schneefall eingetreten, eine größere Winter-Feld- DienftÜbung innerhalb der 21. Division, die durch ein Infanterie-Regiment der 25. Division verstärkt wird, in der Nähe von Diedenbergen statt. Die Fußtruppen führen ihre Feldküchen mit. Tie llebung soll besonders dazu bienen, um bei der Kavallerie eine Neuerung zu erproben. Die Pferde rücken nämlich mit Strohschuhen aus. F. C. Wiesbaden, 19. Jan. In der heutigen Stadt- veroroneten-Sitzung bewilligten die Sladtveroroneten für das Projett für die Errichtung eines Krematoriums auf dem Sudfriedyof, das zu 3o 000 Mik. veranschlagt ist, 40 000 Mark, weitere 9000 Mk. für die Errichtung von Urnen-i grabstellen. Die Gebrauchs- und Gebührenordnung für die Feuerbestattungsanlage wurde angenommen. _ Aimucher Wetterbericht. Oeffentltcpec Wetterdienst, Gießen. Wetteraiisstcdken ui pesten am Sonntag, Den 21. Januar 19121 Bewölkung zunehmend, vereinzelt leicyie Regeickälle, w«rmer. Schneebericht der Schiklubr Wintersport Siehea. Hoherodstovi: 3U cm camee, 4 U>vaö Kane Letzte Nachrichten. Sin Gegensatz zwischen der Leitung der Fortschrittspartei in Berlin und in Talmftast't R. B. Darmstadt, 20. Jan k>ei der hiesigen Par-' teileitung der Nationalliberalen ist gestern abend eine DepeschedesBerlinerHauptvorstan- des eingetrosfen, in der es heißt, daß der Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei den Vorstand derLandesparteiinHessenangewiesenhabe, in Darmstadt, Alsfeld und Friedberg die na-i tionalliberalen Kandidaten zu unterstützen. Zwei unbekannte Gemälde von Rubens entdeckt? Brüssel, 19. Jan. Aus Mons wird gemeldet, bort seien zwei bisher unbekannte Gemälde von Rubens enM deckt worden. Das eine Gemälde stelle die heilige Dreieinigi kett" dar, das andere „Loth, aus Sodom fliehend". Prächtiger Jun£e angekommen. Redakteur Ernst Heß und Fran Frieda geb. Doru. Gießen, den 20. Januar 1012. 588 Gießener Fröbel-Seminar ,'taatl. konzclfioniert. 591 Im April können neue Schülerinnen eintreten. Anrneldimgeii möglichst bald erbeten. Seminaristinnen können Pension im Hause haben. Prospekte unb Auskunft durch L. D.ocscr, Cbcrlehretm,(Sartenftraüe30. §inipint 2,/ä A. Uschch z,8 „ per Kauen frei ans Haus. Sulins AkWfcr, 513 Telephon <43. la.Torimuli - 31k. o.— per tsudni. ’jL unseren in Wag#, bild, Peru-Guano (1 ullhorn- Murke) öO-kw-back M. li).30k Melasse -^Torfiuehl - Futter Täk^Mk. 7 AU, Hol z wolle ub w. Prospekt gratis. AicKett. Eltville a. llheiu.(LW. ; Billige Winter- Scbuhe im Alter von 58 Jahren. ^nöghfyn v > btp 9l»f. II ta 666 Danksagung hiermit unseren herzlichsten Dank. 0538 Giessen, den 20. Januar 1912. Hochachtungsvoll 560 Luise Happel Ziehung garant. 2. n. 3. Fehr. 1912 X o Bucheuabkchnue 46 46 cm 4,8 6 Prfip. Mk. 1 Ihv1-/^ ö Noden bf^Qjiic; men worden, r. Der «l"ie älbfiu Den verehrlichcn Geschäftsfreunden und Bekannten diene zur gefl. Kenntnisnahme, dass ich das von meinem seligen Mann gegründete und seither von ihm geleitete In tiefer Trauer: Louise N"ll gi b. Mangel Friedrich Noll Elisabt-the Noll geb. Bechthold iuhrige 4hitzholzaniail. Es sind angesailen: im Distrikt Iunkcrnwald i GMcficnftnmmc 22 31 cm Durchiu. ' /9 m 8. Holz-, Kohlen- und Baumaterialien - Geschäft von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Kondolenzbesuche dankend verbeten. Wir taufen: S.'asörrscllc Sämtliche Winter-Schuhwaren werden zu staunend billigen :: u Preisen verkauft M* C[9an> Wesenheit von Hin. en. z,üslhrW°W ü ist Kasseler Hafer-Kakao Er bessert die Blutbeschaffenheit, regt die Nerventätigkeit an, ist wohlschmeckend und so leicht verdaulich, dass er vom schwächsten Magen vertragen wird. Als Kräftigungsmittel tausendfach ärztlich verordnet. 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Schweickert, Stuttgart 6 Todes-Anzeige Gestern abend verschied nach kurzem Leiden unser liebes Töchterchen Emma im Alter von 7 Monaten, was tiefbetrübt mitteil n. Giessen, Klinikstr. 24, den 20. Januar 1912. Die trauernden Eltern Oskar Schön und Fran. Die Beerdigung findet Montag, 22. Januar nachmittags 2 Ühr, auf dem neuen Friedhof statt. (0520 Frankf. Schnhlager Giessen Mäusburg 12 Telephon 539 - Mein Saifon ■ piummgi - Brrhiaf beginnt Samstag, den 20. Januar üestdeftände unv Einzelpaare. sowie Winter» artikcl zu und unter LelbsttosteupreiS 592 Inf alle regulären Artikel gewähre bei Bareinkauf 10 Prozent und Rabattmarken Carl Waidschmidt Kriedrichstr. 3 Am Bahnhof Telephon 844 Giessen (Sandgasse 11), den 20. Januar 1912. Die Beerdigung findet Montag, den 22. ds Mts., nachmittags 2 Uhr, 16 ‘«Hula,,. . >d-rhi-Iig-nr«l jralen i|t W s d» ' i d-»«»f f; INI Disti lkr tfemvertoieei St. Aicfernuänune 15/25 cm Dchm. 4/9 m L. — 15.72 fm 54 Derbitangen III. 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Hauptgewinn Mk. 2 Hauptgewinne MIc 20000 109 Gewinne Mk. toOOO 900 Gewinne Mk. 11 coo 5000 Gewinne Mk. 6012 Geldgewinne Mk. 12IBQS0 Demnächst finte )ßere Winter-F^ die durch ein > stärkt wird, in ta nippen führen tz» ders dazu bimtx, zu erproben. £;.' ihen aus. >er heuiitzen Stad!- üdtveroroneten je. Krematoriums L lanschlagt i|t, 40 Ui1 a von Urnrj nung für h nmen. iu iretj^1'1^ »nf ZKi; 0eniein9ef^ ssen. k 1.20 , 3U igetviesenp-- iedberg « zu unterstützt- rb gemeldet, dort '» ÄS® liehend"^^-- des.ti> rür — — — — — «."d^’/Orlgiiial-loielMli ., lOLose 28Mlc . e Porto u. Liste 30 Pfg. Zu beziehen durch alle Verkaufsstellen und an Qualität wie hrotudfiftfier Kognak, auS der altrenommierten Brennerei Mager: fleisch, WiSmar igegr. 17B4>, weltbekannt u. beliebt-Marke, aus ders. Brennerei WbiSkv genau wie Schottischer. Zu hab.bei: Emil Fischbach. IWhI Ein Kraflspcnder für Freibank Heute [B**/- ttubsteisch 46 Pfg. 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Scr krtW mirii jiim Seiten i)f r liljcijifiiikr mmM Auf Veranlassung des unterzeichneten Vereins werden auch in diesem Jahre Vorträge sür Frauen und MWn über Die Pflege Verwundeter und Kranker abgehalten. Die Vorträge sind unentgeltlich und finden im Saale der Stadtmädchenschule, Schiller- 'traße 8, Montags und Donnerstags nachmiltags oon 5 bis 6 Uhr statt; sie beginnen am Montag, den 22. Januar 1912 nachmittags 5 Uhr. Anmeldungen werden in der Aliceschule, Kirch- siraße 20 entgegengenommen. pis^ Alice-Frauen-Bercin für Krankenpflege. Evangelischer Brnrd. Sonntag, den 21. Januar, abends S'/t Ubr: FamiSäen «Abend in Steins Garten. Vortrag des Herrn Professor D. Dr. Schian-Giehen: „Die inneren Streitigkeiten im deutschen Llalbolizis- mus der Gegenwart." Dlö/i Musikalische Darbietungen. Alle Evangelischen herzlich willkommen. Eintritt frei Verein sllrL'ttrbknnterttüguagintßietzei! Sonntag, den 28. Januar 1912, nachmittags S'l2 Ubr Beneral-Versaimnliing im Saale der Restauration Sauer, Oswaldogarten. Tages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Festsetzung der Sterbeunterstutzung. 3. Neuwahl des Vorstandes u. des Aufsichtsrats. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht D-7,_______________________Ter Vorstand. Biograph Plockstraire 12 ^^518 Ploctstrahe 12 Schauspiel in 3 Akten nach dem bekannten Werk von Victorien Sardon ^Mitglied derAcademicFrancaise) n. Emile Moreau. Einzig autoristertc kinematograph. Wiedergabe Ein neuer Beweis, daß auch große Bühnenwerke durch die Lichtbildkunst wiedergegeben werden können, die jeder gerechten Kritik stand halten. Herrliches Drama aus dem Leben. Path6 Journal Interessante Bilder aus aller Welt. Krank aus Liebe Köstliche Humoreske, flmor im Fahrstuhl Großartiges amerikanisches Drama. Hartnäckige Verfolger Humoristischer Schlager ersten Ranges. Giessener Konzert-Verein Theater-Variete. Kolosseum Walltorstrasse Telephon 645 Dir.: Karl Ohm Heute grosMorstclllMg Anfang abends 8 Ubr kk SDnnfflflnQtfiniittfldfähtöte^orftcUnng AA MI m, jM «bäs.8Uhr-ch.AnfW Ser Zs kk Variete-Verstellung M Jeder muß deu Genickflug durch den Saal gesehen haben, auSgestihrt von Mlle. Zephora sowie das weitere mritfliiM^difPiflgrouiiii Morgen von 11 Uhr an Frühschoppen-Konzert ausgcfubrt von der Tamenkapellc „Presto16. 6 Damen. 0594 2 Herren. KineHatograph Bahnhofstraße 54. 000503 Bahnhofstraße 54. gT Siitr EflinMeg, Sonntag unö Msntag H Sechstes Konzert Dritter Solisten-Abend Sonntag, den 2S. Jan. 1912.|nachm.5V4Ubraii der neuen Aula Ausführende: Frao K3ae*a Senius-Erler (Sopran) Berlin Herr Kammersänger Felix Senius (Tenor) Berlin Herr Protesor G. Wille (Cello) Dresden Die Klavierbegleitung hat Herr Walther Fischer-Wiesbaden übernommen. Programm: Werke für Cello: von Locatelli, Bach, Schumann, Popper. Lieder für Sopran: von Reger, Wagner, Pfitzner, Weingartner. Für Tenor: von Schubert, Brahms, Strauss. Duette: von Schumann, Brahms, Berger. Pintri• 1 Platz Mk. 5.—, II. Platz Mk. 4 —, III. Platz Mk. 3.—, IV. Platz Mmiiuaikaiicu. Mk. 050, Stehplatz Mk. 2.-. Studentenkarten Mk. 1.- sind in der Mtisikalienhai.dluncr von ERNST CHALL1ER (Rudolphs NachfJ, Teleph. Nr. 671. für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter RITTER und abends an der Kasse zu haben. _____________Oeffjinng des Saales nachmittag* l1'; Uhr.________v*h k Wohltatigkeltskonzert des KronbaiiSL*! Quarlettvereins wird am 4. Februar d. J, um 4Vg Uhr nachmitt, im Stadttheater abgphalten Als SOLISTEN sind gewonnen: Frau Marie Burk-Berger Königl. bayerische Hofopernsängerin von der Hofoper in München Her n einer Fran. Spannendes Ehedrama aus dem modernen Gesellschaftsleben in 3 Akten. Spielzeit 1 Stunde. Tiefes Bild führt uns die edelsten Seiten einer gegen grausames Schicksal anlämpfenden Frau und Mutter vor Augen. Piefke als Baumeister bringt alles zum lachen. 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Januar von abends 8 Uhr ab allgemeiner Maskenball in sämtlich. Räumen d.NcstanrantS zum Pfau, 9?e,'.stadt (Eintritt ä Periou 30 Pia — Karten im Vorverkauf sind zu haben in, ^igarreugeschäfl 5*ocb, 'Bnhuboi 1., bet Kauiinann Grünewald, Bahnbosür.. den Wirren re.Lütcr, Wolkengasse und Schcrmulv, zum Pfau, vkeustadt. i0410 Um zahlreiche Beteiligung bittet Das narr. Komitee. Du hast ja te iUinung. daß man Rodelschlitten u.Schlittschuhe bei gröüteu AtiswaHl zu den billigsten Preisen karift bei I. B. Häuser, Eisenhaiidlunc; Neustadt 56 339 Telephon 660 Sonntag, 21. 3an. 1912, nachmittags 3'/, Ubr Kieme'preise. Kleine Preise, 'heuheil! dieubeU! Das kleinSchokoladeomädcben Vuftip. in 4 Akten oon Paul Gavault Deutsch von W. 0. ^diönthan. Ende und) G Ubr. Abends 7* . Ubr Kleine Preise. Kleine Preise. Unter Mitwirkung d. Kapelle des hiennen Znfant.-RegtS. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Neuheit! Neuheit BimineWenttn. Grohe Posse mit Gesang uni Tanz in 5 Bildern v. Nudols Bernauer u. Rud. 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