'OGHAC Leidem: Montag, 19. ^ycDrimr 1912 1(>2. ^rtljrnrt’,a u. a Min. Buß- Ordnung. Abg. Ledcbonr (Soz.): Verschiedenheiten Er dem ihm Roinnontbrud und Verlag der Brüdlfchen Universität» - Buch» und StetnbtudectL ÖL Senge. Dießen. Präsident Kaempf: Das überschreitet die Grenzen der parlamentarischen Nr. 42 Erscheint täglich mtf Ausnahme brf Sonntag«. fjie ..Otetzener $«nillenblätler" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegL bat * Kreisblatt für den Kreit Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..kandwirtlchaftlichen Lett, tragen" erscheinen monatlich zweimal. Präsident Kaempf rügt diesen Ausdruck. Abg. Ledcbonr (Soz.) spricht sodann über Persien und die Unterdrückung der russischen Juden durch die zaristische Regierung, eine Barbarei, gegen die der Deutsche Reichstag Protest erheben müsse, und spricht seine Verwiinderung aus, daß jüdische Finanziers noch immer Geld an Rußland borgen. Die russische Regierung unter- hält im Ausland fortwährend Spitzel, dagegen ist Herr v. Kidcrlen ein kleiner Stümper. D-r Redner kritisiert sodann das Verbot der gemischten Ehen in Samoa, wodurch man bte Samoanerinnen ins Konkubinat und den regellosen Geschlechtsverkehr hineintreibe: das hat Herr v. Schuckmann getan, der eine fulminante Rede gegen die Berliner Friedrichstraße gehalten hat. Graf Westarp will Ausnahmegesetze und Mißbrauch polizeilicher Gewalt, trotzdem die Behörden die Arbeiter, wenn sie die berechtigten Mittel beim Streit und Boykott anwenden, schon genug terrorisieren. Ter Redner trägt lange aus seinem Material hierüber vor. Statt Ausnahmegesetzen ist" erforderlich die Ausgestaltung des KoalitionsrcchtS und Sicherung der Arbeiter gegen behörd- lichcn Truck. Tie skandalöse Wahlkreiseinteilung muß beseitigt werden. Wer diesen Ausland aufrecht erhält, der b r i ch t d i e Verfassung; und wenn der Reichskanzler zeigt, daß er — (der Redner führt den Satz nicht zu Ende). Präsident Kaempf: Sie dürfen dem Reichskanzler nicht Der- fassungsbruch vorwerfen. Ich rufe Sie zur Ordnung. Abg. Lcdebour (Soz.) Mb. Deutscher Reichstag. 8. Sitzung. Sonnabend, den 17. Februar. TaS Haus ist mäßig stark besetzt. Präsident Kaempf eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Die Generaldebatte zum Etat, (Vierter Tag.) Abfl. LcdkbouP (Soz.)7 Redaktion. Expedition und Druckerei: Schiil- fttaBe ?. Expedition und Verlag, fern» Rebakllon:^»^llL reL-Adr^AiizeigerGießen. risch« des BundeSrat«: Delbrück, Wermuth. ?itco, Frhr. v. Heeringen, v. Tirpih, Ställe tastische Illusionen ....... - . allmählich die Sozialdemokratie durch den visronismus zu einer bürgerl.chen Partei Umlaute re. Wir können uns Nicht andern, wir sind eine proletarische Partei, der die Politik nicht Stammtisch, vergnügen und Abendunterhaltung, sondern ein ideales «treven mit den höchsten Anforderungen ist. UebrigenS gehen Die Meinungsverschiedenheiten in anderen Parteien ebenso Her ’c ° bei den Nationalliberalen. (Heiterkeit.) ES gibt nur eine Partei, die heute noch geschloffen auftritt: daS ist die $är tc t • f * dowsky. (Große Heiterke'L) Aber selbst innerhalb dieser Parker scheint es große innere Seclenkämpfe zu geben, und ich glauve, cs wird nicht selten Vorkommen, daß sich der Posa und> ver Dowsky grimmig in die Haare geraten. (Stürmische Hciter- leit) Ter Re-ch»kanzlet glaubt ü b r t d e n Parteien «» stehen. Dos das bedeutet, dafür will ,ch Ihnen eine Autorität anführen, di- Sie -nach rccktSI sicherlich anerkennen. Stahl schreibt an einet Stelle: -Ich habe pesundkn, daß die Manner, von denen man sagt, sie sieben übet den Parteien, meist unter den Parteien sieben. TaS sind solche, die sich nach rechts und links nach den Parteien umsehen und sorgsam achten, wohin man treten muß, um unangefochten in der guten Mitte zu stehen Damit sind die Sammelrufe deS Reichskanzlers in Grund und Boden verurteilt. Tatsächlich haben wir a l l e S e h e r a l S e i n e unparteiische Regierung Tie Manner, bie 'm deut, schen Reich die Posten einnebrnen. wo sonst leitende Staats, männer sieben, haben im Wahlkampfe wobl nicht immer gegeii- über den Forderungen der Konservativen L^rbre pariert, aber stw doch wenigstens nach ihren schwachen Kräften bemüht. eS zu tun. Bei uns in Deutschland regiert nach wie vor das Junkertum, ver Hof. die agrarische Richtung. TaS sind unhaltbare Zustande. Es wäre erwünscht daß auch im Deutschen Reich ebenso ver- fahren würde wie jetzt in Bayern, daß man nämlich die Regierung auS den Reihen der Parte, entnimmt. Die die Mehrheit in der Volksvertretung hat. TaS ut der einzig würdige Ausland in einem großen Kulturvolk, "en Grundsatz deS Sck'atzsekretärS: .Keine Ausgabe ohne Deckung billigen wir; aber damit allein kann die Aufgabe deS Leiters ver Finanzen nicht erschöpft sein. Für den Sckatzsekretar sind die je tz t b e st e b e n d e n S t e u e rn e i n S ä u f l c , n R u h r m i cb- n ich t a n. Wir aber wollen die Gesundung der Finanzen herbe,- führen durch eine erhebliche Reduzierung der Ausgaben für Heer und Marine. Zunächst fordern wir Beseitigung der schlimmsten Stuern. Allmählich wollen wir die indirekten durch die direkten Steuern ersetzen und verfolgen damit den Nebenzweck, dem Reichstage ein wirkliches Budgetrecht zu verschaffen. Ter Redner spricht nach annähernd zweistündiger Dauer seiner bisherigen Ausführungen über die auswärtige Politik und gerät dabei in immer größere Erregung Die Marokko- Politik nennt er einen faulen Zauber verlangt eine Auf- llärung über die Widersprüche zwischen den Erklärungen des StaatSsekreläiS v. Kiderlen und des Präsidenten des Alldcutsa;en Vereins Claas und verlangt unter Bezugnahme auf bic Zeugen- auSsageu im Prozesse gegen den Redakteur des ..Grenzboten vom Rkickskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen eine flipp und klare Erklärung, ob Deutschland Spitzel buch Agadir geschickt, ob die deutsche Regierung verbrecherische Umtriebe in Marokko angezettelt habe. Gießener Anzeige General-Anzeiger für Gderhefjen ^"IchEglaube, die Herren werden auS meinen Ausführungen ent. nommen haben, daß eS unwahr ist, daß ich irgenb icmanbem banut gekommen sein sollte, wir wollten Teile von Marokko nehm«, und seien deshalb nach Agadier gegangen, und die Herren sollten dafür Propaganda machen. Diese ,st gekommen ohne unser Zu- tun wie Sie schon daraus entnehmen können, daß ich gerade vmi jener Seite so heftig angegriffen worden bin. Ich bemerke noch, daß die Aeußcrungen, wir hätten da Spitzel hingesandt, oder irgend dergleichen, nicht von dem Herrn, dem ich gesprochen habe, sondern von dritter Seite gekommen sind. Ich 6m ia nicht gehört worden, und die Herren, mit denen ich gesprochen habe, sind ja bedauerlicherweise aüch nicht gehört worden. (Beifall.) Abg. Gröber (Zentr.) spricht über das jährliche Verzeichnis, in dem die Entschlüsse des Bundesrats zu den I n i t i a 1 i v a n 1 r a g e ri des Reichstages zusammengestellt werden. TaS batte langst gc- schehen müßen. Redner fragt an, ob die Angclegenhci.en dadurch, daß der Bundesrat von ihnen Kenntnis nimmt, formell erledigt sein sollen, oder ob sie weiter den BundeSrat bcschc^t'gcn. 8ur Frage der RcichSkanzlerver a n t w o r 1 l, chk e , t erklärt de? Redner: Ich frage den Herrn ^6tan^T nicht den Grasen PosadowSky: waS soll denn du: ftaa^rcchtl che Ver. antwortlichkeit deS Reichskanzl-rS, die doch rechtlich besteht, be- deuten, wenn cs nicht möglich ist, emen Verstoß gegen die.Wohl- fahrt des Reiches, als ein politisches vergehen, zu definieren. Dem Kollegen Mumm gebe ich barm recht, day eS für alle Parteien, nickt nur für bie Nationalliberalen, sehr unangenehm ist. wenn bie Stichwahlen nicht . mich nicht weiter verbreiten zu sollen. Er bat aber, indem er auf die Marokkoangelegenheit kam. mir die gewünschte Gelegeuheil gc? bcn. einmal mit , e ' ncm Mar- d) c n aufzuräumen, das sich schon lange in Der Presse her- umtreibt. Tas ist daS daß ich gewiffe Kreise ausgeheyt hätte, indem ich gesagt hätte, wir wollten Teile von Drei Dußprediger traten gestern aus. Predigt deS Grafen Posadowsky kann man ja zum Teil auf sich wirken lassen. Ter Reickskanzlcr war der andere und der Herr Lizentiat Mumm der drille. (Zurufe recht»: Bitte, nick' den Beruf zu nennen! TaS ist hier nicht üblich!) Herr Mumm (Zurufe rechts: Bitte, Herr Abgeordneter Mumm!) — daS grenzt geradezu an, Obstruktion. Herr Mumm trat wie ein Posaunenengel auf, der am Tage dcS jüngsten Gerichts auf Instrument dem armen Sünbcr bie ewige Verdammnis bläst. Wir würben vielleicht zerknirschter sein, wenn der Inhalt seiner Worte nicht in peinlichem Gegensatz stände zu der moralisierenden Salbung. Herr Mumm bat ein liberales Blatt bei den Behörden denunziert, um bcn politischen Gegner materiell zu fa^ibiflcn. DaS ist eine Denunziation, bic unter allen anständigen Politikern als schäbig gilt. Im VolkSmiind hat man dafür em außerordentlich derbes Wort geprägt, das ich parlamentariick übersetze: Ucberall im ganzes« Land gilt als mäßig achtbare Persönlichkeit der Denunziant. (Beifall bei den Soz.) Der Redner wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen deS Abg. Mumm über Vorgänge im Wahlkreis Bielefeld. Der Abg. Mumm hatte dem früheren Abgeordneten Scvering Hcuckclci vorgeworfen, weil er Versammlungen mit Hurrarufen und mit dem Anstimmen eines Kirchenliedes eröffnet habe. Ledebour erklärt. der Abg. Mumm habe wiffen muffen, daß das erlogen fei. Er spricht von ..Mummerei"; die Sozialdemokraten machen Zwifwenrufe wie ,.M u m m p i tz". Der R c i chs k a n z I er war in dieser innerpolitischen Situation zwei Tage lang nicht erschienen. dann huschte er wie ein trübseliges Irrlicht einen Augenblick durch den Egal, hielt gestern seine Bußpredigt und heute ist er trotzdem er die Antwort auf seine heftigen Angriffe erwarten mußte, wieder nicht da. Er hat anwesend zu fern, er hat seine Politik zu bcrtrcicn, er hat das nicht einem Grafen Westarp zu ickerlassen. Wir sind c8 ja von Bismarck gewöhnt, aber vom jetzigen Reichskanzler verlangen wir größere Gewissenhaftigkeit. Wie Bismarck sich schnäuzt und wie er spuckt. daS bat er ihm glücklich abgeguckt. Er Hal nicht so viel Courage, die so unerhört herauSgcforderke Kritik anzuhören. Wenn ein Bureaukrat. der von höfischen Gnaden auf seinem Platze sitzt. alS strebsamer Be- nmtcr durch.die Gunst der Vorgesetzten ins Amt gekommen ist. sich hier erlaubt, d e n Dcutsck--n Reichstag beruhter, zuputzen, weil er den ober jenen ins Präsidium gewählt bat, der ihm nicht paßt, so ist daS eine u n e r h ö r t c A n m a ß u n g. (Sehr richtig! links; Unruhe rechtS; Rufe zur Ordnung.) Marokko nehmen. Ta möchte ich historisch zurückgreifen auf die Entwicklung der M a r o f I oa f f a re. SS war damals ein ausführliche? Programm auSgearbeitet worden. Dieses Programm habe ich dem Reichskanzler vorgelcgt. der e» ge. billigt und die Genehmigung des Kaifcrv dazu erhalten ba . Wir haben mit Frankreich verband In wolle,i weil die Sac^ so Nicht weitergehen konnte, wie sie sich gestaltet ba'tc. Dir haben da» Schiff nach Agadir geschickt und haben dadurch fcststellcn wollen daß die Franzosen nicht daS Meck und kein Mandat haben, für ganz Europa in Marokko Vorzüge'en und daß wir. wenn unsere Untertanen in Marokko irgendwo gefährdet werden dasselbe Recht Halen unS zu schützen. Wenige Tage ehe daS «ch'sf nach Agadir ging, habe ich mit Tr. Elaß gesprochen. Ich möibte hier einschiebeu. baß alle Bemerkungen In bet Preffe auf die Unterredung mit T r. Elah. dem Rubrer der Alldeutschen, zurückgeben. Tr. Elatz hat übrigen» nirgend» die Aeußerung getan, die ihm zugesckricben wird, und ist auch ,m Prozeß gar nicht gehört worden. Ick havc dem Tr. Elaß gesagt, wir werden demnächst etwas tun, um bie Marokkoangclcgenheil in Fluß zu bringen. Ick bitte, daß baruber nicht zuviel Ge- schrei gemacht werde. Seien Sie vorsichtig. eS ist nur em Ern- gong zu Verhandlungen. TaS ungesäh' war bie Sprache, die leb geführt habe. Darauf bin ich nach Kissingcn gegangen und habe dort mit dem französischen Botschafter bereits bic erste VI u 8 i p r a rf) t übet Kompensationen gehabt und zwar nbci Kompensationen außerhalb Mar o kk o S. Ich habe ihm nur zugeschoben, baß er sagen soll, wa» er bieten könne. Im Juni wollte mich Dr. Elaß sprechen. Ick war nicht hier; anstatt meiner bat der UnteistaatSsekrct.ir Dr. Zimmermann mit ihm gesprochen. Er bat dabei auSdrückl.ch auSemanbcrgcsctzt. daß wir nicht Teile von Marokko haben wollen unb Hal ihm gesagt, warum wir keine SiedelungS-Kolonie cinricbtcn. warum wir keinen KriegSbasen wollen, der unS nickt Helsen würbe usw. Ta bat Tr Claß selbst zum Schluffe gesagt, ba 8 ist ickabcI Dann hat er seine Schrift geschrieben: .West Marokko deutsch." Er hat mir immer nur vorgeworfen daß c« ein Fehler war, nur einen Teil zu nehmen. Daß ich aber gesagt hätte, wir wollten daS tun. darüber l'Cgl von Tr. ElaßJeme Behauptung vor. Sie Ware auch unbrreditmt. Es ist darüber viel gesprochen unb behauptet worden, ich hatte einmal einem Abgeordneten, der dem Hause jetzt nicht mehr angehort, aus- drücklich gesagt, daß wir Marokko nehmen wollen, und er hatte iidi sofort Aufzeichnungen i'cker diese Unterredung gemacht. Mit diesem Märien ist man viel herumgeganaen. Ich war mir bewußt, daß ich in dieser Unterredung bie Grunde, warum wir nicht einen Teil Marokkos haben wollen, auSeinandergcseht habe. Es hat sich nachher herauSgestellt, daß ein kleines Versehen vorlag; cs waren zwei stenographische Aufzeichnungen verwcch,elt worden. Diese Unterredung, in der davon die Rede war, daß man einen Teil von Marokko nehmen sollte, war mit einem Journalisten geführt worden. Nachher wird bann aber behauptet, ,ch hätte das gesagt. Ich hatte eine dritte Unterredung mit Tr. Elaß. auf bie in diesem Prozeß Bezug genommen wurde. ES war im September, wo ich ziemlich über daS reine Marokkoabkommen tml dem Botschafter einig war und eine kleine Pause machte, um nach- her über den Kongo zu verhandeln. Wie soll, ich dazu kommen, in dieser Unterredung zu sagen, totr wollen Teile von Marokko nehmenI Es war damals eine ziemlich chauvrni st. sche Stimmung in der französischen Presse, und cS war ganz erwünscht, baß, wenn man tenscstS brr Grenze sah. daß auch bei uns eine patriotisch e ® t, m m u n g war, für unser Recht einzutreten. (Rufe: ^! bei ben Soz.) Da sagte Elaß zu mir, er wolle in einer großen Versammlung btt Alldeut- scken sprechen, was er ba sagen solle. (Aha! bei den «oz. Gelächter.) Ja. er fragte, was er ba sagen solle. _ (Nochmaliges Aha!) Ja, meine Herren, wenn S i e gekommen waren und mich in solchem Falle fragten, so würbe ich dasselbe tun. Er hat mich ausdrücklich gefragt, welches die Absicht der ^61 rung sei, und 'ch habe eS ,hm gesagt. Darüber soll man ihm keinen Vorwurf machen, mir aber auch mcht. Ich> habe ihm dann gesagt, die Unterhandlungen seien noch nicht in einem Stadium, daß man sagen könne, die Sache sei fertig. ES ist ganz gut. wenn wir bei uns eine patriotische Stimmung haben; aber chenn man sich etwa» Reserve auflegt, so kanni daS mchtS schaden. Ich glaube, das ist doch kein Verbrechen. (Rufe rechts. wendet sich dann weiter gegen Graf Posadowsky. sitzt auf dem Zaune und schlenkert mit dem einen Fuß nach Zentrum und mit dem andern nach der Reckten, und hätte die gütige Natur noch einen dritten Fuß geschenkt, dann wurde er mit dem nach den NationaNibcralen schlenkern. (Heiterkeit.) Und dieser Phantast wirft unS phantastische Ziele vor! Wer glaubt denn in der Welt, daß die Revisionisten sich dazu hergeben werden, die Sozialdemokratie zur bürgerlichen Partei zu macken! Tie Sozialdemokratie ist daS notwendige Produkt der kapitalistisckfen Entwicklung. Sie wird mit ihren Bruder- Parteien im AuSlar.de fortschrciten, bis die wirtschaftliche Ent- Wicklung so weit gediehen ist, daß der Uebergang der kapitalistischen Crbnung in die sozialistische zur zwingenden Notwendigkeit wird. In unseren Händen, bei der internationalen Sozialdemokratie, ruht die Zukunft unb das Wohl unseres Vaterlandes unb bet ganzen Kultur. (Beifall der Soz.) Präsibent Kaempf: Ich habe mir baS Stenoaramm ber Rebe des Abg. Lcdebour kommen laffen. Der Präsibent verliest bic bctrcffcnbe Stelle. Tanack Hal der Abg. Ledebour unter Bezug- nähme auf den Staatssekretär des Auswärtigen von ver- breckeriscke'n Umtrieben unb Meineid gesprochen. Der Präsibent ruft ihn bcShalb zur Crbnung. Alle Parteien sollte ba ein Gemeingefühl erfüllen. (Zuruf von rechts.) Daß Herr Arenbt auch bieser Hanblung beS Reicks- kanzlerS zustimmt wundert mich bei diesem felbstbestallten Ver- leidiger deS TeulscktumS nicht; aber von einem Mann, der zu einem selbstsicheren Geschlecht gehört, erwarte ich, daß, wenn er bic Ehre hat. als ReickiStagSabgeordncter baS beutscke Volk-zu ver- treten, berariigv Ucbergriffc eines Beamten gegenüber den Ab- geordneten zurückweist. Ick warte ab, ob die Redner der Parteien noch Gelegenheit nehmen, meinen Appell zu besahen oder zu verneinen. Sachlich hat der Reichskanzler sehr wenig^vor- gebracht, gegen unS unsere Ungefährlickke't, und gegen bic Fortschrittspartei, daß sie uns in ber Stichwahl unterftützt hat. ^ie Stichwahlen sind für alle Parteien ein Uebel. Der Kanzler hat den bürgerlichen Parteien seine Gnabe gezeigt, wenn sie d,e Ge- Geschäfte ordnungsgemäß weitersiihren. Und zugleich den Kübel seines Unwillens auSgegoffen auf die Na 11 o- „(illiberalen. Was soll das heißen, daß er sie h,er fo terrorifiirt und bedroht? Er droht ihnen mit der Ungnade höherer Behörden, daß ihnen bei der nächsten Neuwahl beten Unterstützung fehlen werde. Aber daS Volk ^t gesprochen, und wir haben seinem Unwillen in der Gesetzgebung Ausdruck zu (.eben. Deshalb haben wir unsere Anträge zur V.'rfaffung und zur Geschäftsordnung eingebracht, zum Teil m Gemeinschaft m' der Volkspartei, unb auch die Nationalliberalen haben fick zu beffern gesucht. WaS bat denn jene Stimmung im veutichen Polke heraufgeführt? Schließlich doch d,e Entgleisung de« persönlichen Regiments. die schon 1608 daS jetzige Re- flierungssystem hätte Hinwegfegen können wenn die Partc.cn ge- wollt hätten. Mit diesem bureaukralischen Negie rungSsystem kommen toir_ nicht weiter. Ich habe damals unsere VerfaffungSanträgr begründet. Die liberalen Parteien hätten bie Pft'ckt unb Derantwo^ung gehabt, diese Anträge zu unterstützen. Abn wie lag die ^acke damals? DaS Zentrum war in Ungnade, und ber Abg. Grober hielt dann wundervolle bcmofratifd'c ^^n. ES war eben zu Zeiten des Bülow-BlockS, und da mußten d'e Liberalen auch R 'ck sicht auf die Konservativen nehmen. TaS ist «ine nackwe.slube Tatsache. Sie wollten damals etwas zustande bringen, und wir waren in der Minderheit. Aber daö sind MemungSvttich.eden- beiten, über bic wir Hinwegkommen muffen. Wir muffen e in einiges Volk und ein demokratisches Volk m dieser Hinsicht werden. Darum braucht man a"f diese MeinungS- Verschiedenheiten keine Hoffnung zu setzen und stck mcht p ha a - tastifcke Illusionen einreben von einer Entwicklung, die war am h'kd)t( itetroeltfiemiäbuTt e Jucken rag und?: Ate. 9» U r°gn ker'* Pateni’lN il-Seife baö Uct? it. Diese Seife t“' N.. sondern 100 Ä» 1.3Jl.»äSL5O$|.iiy 150 M- n>. 2)O3U ZactN mc iä Uj- Wü; er Universitast » c, SirichDotdc!- i. Noll. Carl llilbingrr. C. ilSarn, Ernst rn nonymen LrieM^ merdiem'^ edeuieien ibait moctit w . idjtlid) vorgeMgc-, "MS SM >n * *-* Weinen Z Cognacbrenne-6^ Iachou, WN ke. Überall erhättfri; «'«»litm; «rrhäh», sche ^»zsischr Jaubet * )ernspr. 231 Ilmirin will man da die Schw'.erigleilen lösen, die man bei den Wahlen nicht lösen konnte, weil man nicht eine entschiedene Mehrheit gegen die Schutzwllpolitik bekommen konnte. Die Inter- elfen b.’r Landwirtschaft können aber nur geschützt werden, wenn nicht bloß mit der nackten Zahl der Wähler, sondern auch mit dem Land-, mit dem Boden und seiner Bearbeitung gerechnet wird. (Zu .i'nmung im Zentrum und rechts.) Der Landwirtschaft danken wir heute, daß noch nicht der Geburtenrückgang so stark in Dcutsclland iit wie anderswo. Auch bei der Milrtärtauglichkeit fommt wesentlich die ländliche Bevölkerung in Betracht, auf die so wichtigen BolkSinteresien must man auch bei einem politischen -"'ahlgesctz Rücksicht nehmen. (Beifall rechts und im Zentrum.) Hinzu kommt nocy, bah die ländliche Bevölkerung bei schlechtem SVcttcc und Schneefall kaum in der Lage ist, ihr Wahlrecht auflau üben, und somit leicht in Nachteil kommen kann. Die Geschäftsordnung must einer allgemeinen Revision unterzogen werden. Den Wettlauf mit den Anträgen zu Beginn dec Session sollte man dadurch beseitigen, daß man nach der Stärke der Parteien die Reihenfolge der Initiativanträge für die Beratung festsetzt. Dem Abg. Junck möchte ich sagen, bah der Abg. Spahn nickt auf Beschluß der Fraktion sein Amt als Präsident niedergelegt hat, sondern ans freier Entschließung. Allerdings in Uebereinstimmung mit dec ganzen Fraktion. (Sehr richtig! im Zentrum.) Der Abg. Junck mar am wenigsten berufen, diese Stellungnahme unseres Kollegen anzuzweifeln, denn wer i m GlaSbause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. (Sehr richtig! itrb Heiterkeit im Zentrum.) Herr Paasche — weiter will ich nichts sagen, meinem allverehrten Kollegen Paasche zuliebe! (Heiterkeit.) Der Abg. Arendt bat unfl gestern hinter den Vorhang der Blockparteien von 1907 schauen lasten. Reckt- und links sind da gleich verantwortlich für den Ausschluß de- Zentrum- vom Präsidium. Wenn aber die Liberalen setzt die Stärke der Fraktion al- maßgebend betonen, so freue ich mich über diese Erleuchtung dec Liberalen. 1907 fehlte sie den Liberalen (Sehr richtig! im Zentrum), denn baß Zentrum Ivar damals die stärkste Fraktion. Wenn die Liberalen die Mehrheit haben, dann haben sie natürlich Anspruch auf den ersten Präsidenten; haben sie nicht die Mehrheit, dann sind sie natürlich viel mein: wert alfl die andern. (Heiterkeit.) Da- ist nun einmal die Bescheidenheit der Liberalen. Sie stellen sich vor, sie seien die Führenden, auch wenn sie noch so sehr von anderen geführt und geschoben werden. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum und recht-.) Verlangen Si^ von der Regiermkg einen neuen ShttS, so kann cs nur ein sozialdemokratischer Kur- sein, denn eine liberale Mehrheit gibt eß nickt. Ist der Uebcrschuß von 1911 wirklich so enorm, wie der Schatzsekretär sagt, wozu dann neue Steuern? (Hört! Hört!)' TaS werden wir uns sehr überlegen. Der VertrauenSgrundsah des Grasen Posadowfty auf Militärbewilligungen ist eine schwere Verirrung. Ebenso unverständlich ist unS die Haltung des Reichskanzlers, der die bürgerlichen Parteien wieder zusammenbringen will und den EriSavfel der Erba n fall st euer hineinbringt. Ich tin neugierig, ob Herr Junck jetzt einen gangbaren Weg für die Erbschaftssteuer weist. Eine Ausdehnung des staatlichen Erbrechts wäre bedenklich, würde nickt.) einbringen, und wie ein Mitglied eine- Bundesstaats uns erklärt hat, viel Schur und wenig Wolle bringen. Die Matrikularbeiträge find notwendig als betveglicker Faktor. Die Ausdehnung der Einkommensteuer aufß Reich wäre da- Ende der Selbständigkeit der Eintel st aalen. Ich weiß nicht/ ob die Herren von der Linken oas wünschen. Wir können uns dafür nicht aussprechen. Ohne Rücksicht auf die Zahl der Sozialdemokraten müssen wir Sozialpolitik weiter treiben. In besonderer Weise fordern wir aber Fürsorge für den selbst- stästdigen M i 11 e l st a n d. Er ist der feste Träger von Staat und Gesellschaft. '(Beifall.)' Da- Ziel der staatlichen Förderungen kann nicht in der Züchtung von Dkillionären und Milliardären liegen, sondern in der Schaffung und Stütze eine- Mittelstandes, der selbständig für sich sorgt. Daß sind die selbstständigen Kamvfnaturen. bic wir brauchen. Graf Posadowsky erwartet eine Rückbildung der revisionistischen Sozialdemokratie zur bürgerlichen Gesellschaft. Mit diesem Glaube,: kann man Berge versetzen, aber keine praktische Politik treiben. Neben der Belehrung und Aufklärung must vor allem aber die Religion gepflegt werden. Leider besteht immer noch daß alte elende Jesnitengesetz. In Berlin hat man sogar von einer Orden-- Niederlassung gesprochen, als zwei Jesuiten eine gemeinsame Wohnung hatten. (Abg. Dr. Miillec-Meiningen: Sehr gut!) Ach, wenn zwei Leute zu einer Niederlassung gehören, bann haben ia auch die Fortschrittler int Reichstag-Präsidium eine Nieder- lassung, wenn auch eine vorübergehende. (Heiterkeit.)' Staatssekretär de8 NeichskolonialamtS Dr. Sols: Der Abg. Ledebour hat hier meinen Erlaß angegriffen, nach dem in Samoa Weiße eingeborene Frauen nicht heiraten dürfen. Er hat sich auf christliä). moralische Grundsätze bezogen und die Herren vom Zentrum gebeten, ihm zu Hilfe zu kommen. Herr Gröber hat das auch getan! Er hat das Verbot der MifchlingSehc als einen Eingriff in die Menschenrechte bezeichnet. Ick, bitte Sie, es mir nicht für ungut zu halten, wenn ich in den Ausführungen der bviben Herren doch fast nur theore- tische Erörterungen sehe. Ein Urteil über die kolonialpolitisch außerordentlich wichtige Frage kann nur derjenige haben, bet jahrelang in solchen Ländern gelebt hat, wo Schwarze und Weiße gegenüberstehen, wo die Grenzlinien beider Rassen studiert werden Franen-Feuilleton. Deutscher Franen-ttongrest. Ter Franenkongreß, der int Zoologischen Garten in Berlin vom 27. Februar bi» 2. März im Zusammenhang mit der Ausstellung „Tie beutfd)e Frau int Hanse und Berus" stattfinden wird, bietet seinen Besuchern ein sehr reichhaltiges Programm aus allen Gebieten der Frauen frage. Tie Hauswirtschaft wird dieselbe Berücksichtigung finden wie die ErziebnngS- und Bcruss- iragen, wie die Stellung der Fran im öffentlichen und kirchlichen Leben Ueber „die Reform der Hauswirtschaft" wird Frau Elli Heuß-Knohp sprechen. Bon ganz befonbmmt Interesse dürfte das Thema sein: „Tie Benwrtung der Hausfrauenarbeit". Frau Marianne Weber aus Heidelberg hat es übernommen, diese viel umstrittene Frage zu erörtern. Daran sckstiestt sich ein Bort-rag von Frau Elisabeth Gnanck Mlm über ,chas weiblickjL Dienst jahc". Am Schluß jeden Bortrages findet eine 5lu5|>radfc statt. Am zweiten Tage wird in erster Linie die Frage des „gemeinsamen Unterrichts ber Geschlechter" behandel norden, und am driiien Tage werden die Beruf -fragen von dem Standpunkt er- örtert: , Veie cruclen wir C.ualthibearbeit der Fran in Industrie, Ha -werk und stunstgcwerbe?" Der vierte Tag wird ebenfalls den Berussfragen gewidmet sein, nut befov rer Berücksichtigung des SchauspielermnenberuleS, übv-i- den Frau Morte von Bülow sprechen wtrd. Ferner werden „Die - teit von Staat und Gesellschaft gegenüber den Kranken- . . ' ' unn .' gen st and der Verhandlung gemacht werden. ! l. Tag ist der ' eratung über das Thema: „Die Frau im . i' i en V n" gewidmet Dr. jur. Frieda Duensmg wird ben it;di enden Vortrag halten: „Bon der Elmritas -ur So-ial- politik". Der Kongreß wird an diesen 5 Tagen vormittags von 9Vs eie 2 llfir tagen. Die Nachmittage sollen frei bleiben, um den ste." -es e. u stvrn eine eingehende Besichtigung der Ausstellung 5ii cr-ho jicl en An den 'Jlbcnbcit fiitben wieder öffentliche Ber- )üi -:i .in n statt, unter denen folgende Tdemcn das größte Jnter- ei*e erregen tverden: „Die .stonkurren; der Geschlechter im BerusS- 1 cb. ', „Die Bebentting der Frauenbsoegung für die bcrnfs- täti en Frauen", „Die Bedeutung der Frauenbewegung für das Bcr. .iitvt • ber Geschlechter", „Dw S-tallimg ber 5Taucnbcn>ciuing zur .i'.i.'it", „Die Frau im hrdüidwn und religiösen Leben", „D.e Bedeutung der FrauendeN'egung für dre Farnllic und das soziale Leben". 2 • Talsacvv', daß znm erstenmal auf einem Frauenkongreß sich nie. : :ir die im Bunde Deittsckier Franenverein? orgauincricn Frauen beteiligen, icnixm daß auch b e Frauen der koinesswnellen Ber.-and' uub die Fromm anderer Richtungen Rednerinucn und Delegierte ciufaiibt iKibcn, wird dieser Beranstaltung cüi ganz tonnen, und wo man die Schäden in beiden Rassen beobachten rann. Daß Schwierige urtb Mn meisten nicht geläufige Tvema kann nur auf der breiteren Basis der Dudgetkommission erörtert werden. Die Regierung bat sich nur von rein ethischen Momenten leiten lassen. Der Erlaß bestimmt, baß die zwischen Weißen und Samoanerinnen geschloffenen Ehen zu Reckt bestehen. Die aufl diesen Ehen entstandenen Kinder sind Weiße oder den Weißen gleich zu achten. In Zukunft werden Ehen zwischen Weißen und Eingeborenen nicht mehr geschloffen. Kinder aufl nicht legitimen Verbindungen werden dem Stande der Mutter folgen. Wenn aber ein Vater seine Mischlingskinder europäisch erzieht, sie die deutsche Sprache lehrt und ein Handwerk, für diesen Grenzfall, der nickt häufig ist, soll der Gouverneur die Befugnis haben, diesen Zkindcrn die Reckte der Weißen zu geben. Im übriger, sollen die illegitimen Kinder dem Stande der Mutter folgen und Eingeborene werden. Die eingeborenen werden diesen Erlaß mit Freuden begrüßen. Tenn unter den Samoanern ist die Zahl der SBeibcr erheblich geringer alfl die der Männer. Jeder Versuch dec Weißen, eingeborene Frauen zu heiraten, ruft daher llnzuträglichlciien hervor. TaS Sakrosankte der christlichen Ehen ist bei diesen Mischehen nicht zu finden. Entweder heiraten die Weißen ans geschlechtlichen Gründen, weil sich die Samo- anctinnen Dank dec Tätigkeit der Missionen dem Konkubinat nicht bingeben (Beifall im Zentrum), oder meist, um eine Haushälterin und bequeme und billige Wäscherin zu bekommen, oder um von dem scnnoani'chen Landbesitz durch die Heirat mit einer Hiiuvtluigstochter etwas zu erhalten. Nähere ühtgahen werde td) in ber Kommission bringen. Schaßselretär Vermuth erwidert auf die Ausführungen des Abg. Gröber über Schuldentilgung und Steuerbelastung. Wir müssen mit der Schuldentilgung entschieden Vorgehen. Die Wiedergesundung unserer Finanzen muß eine schnelle und nachdrückliche fein. Nun kommen Dem Zentrum Bedenken, weil ein Mehrbedarf in Aussicht ist und dafür neue Steuern, und zv'ar eine, die Ihnen nicht paßt. (Heiterkeit.) Aber ohne diese werden wir niemals die Sani- rungöarbeit in- Werk setzen. Tie Finanzresorm wird beschuldigt, ihren Hauptzweck verfehlt zu haben. Sie habe eine kräftige Bereinigung der Finanzen schaffen sollen. Ticsc habe aber eigentlich die Konjunktur geschaffen Daß ist nicht richtig: sie hat ihren guten Erfolg gehabt und mit ihr haben wir die wirkliche Schuldentilgung beginnen können, wie sich die Väter der Finanzreform daß vorgestellt haben. Früher glaubte man überhaupt nicht, daß wir zu einer wirklichen Schuldentilgung kommen würden. Und nun bekommt man einen förmlichen Schrecken vor dieser Schuldentilgung und will zu dem alten <51) ft cm zurückkehren, baß uns nur neue Schulden bringen muß. Man hat gesagt, die Steuerzahler dürfen nicht beunruhigt werden. Aber der Mehrbedarf kommt. Und sollen wir, um ihn zu decken, wieder leihen müffen? Und zwar aufl dem Grunde, weil die Erbschaftssteuer entweder zurzeit ober überhaupt per- horreSziert wird? Man hat, ehe noch die Negierung überhaupt den Mund geöffnet hatte, die Einbringung einer solchen Steuer als eine Brüskierung bezeichnet. Damit versehen Sie uns in eine höchst eigenartige Sage. Wir können wohl mit einiger Sicherheit vorauSsetzen, daß man in diesem hohen Hause keine neuen indirekten Steuern wünscht. (Große Heiterkeit: Sehr ricktig! links.) Andererseits haben wir gehört, daß sämtliche verbündeten Regierungen sich einhellig und mit Recht gegen den Anspruch wenden, ihnen die Eiitkornmcn« und Vermögenssteuer zu nehmen. Und da setzt man unß eine Tafel vor mit der Aufschrift: Brüskieren strengstenS verboten l (Beifall links und Heiterkeit.) Nun kommt die Frage, soll denn wirklich die Erbschaft -st euer immer a Iß tiefer Schatten über unserem öffentlichen Leben liegen und die Kluft noch weiter vertieft iverdcn, indem Sie die. Grundsätze wieder abbauen, die Sie selbst haben schäften helfen? Sollen wir — und es muß sonst dahin kommen — die ganze Anleihewirtschaft wieder neu eröffnen? Eß ist gesagt worden, daß eine Nation alles an ihre Ehre setzen muh. Macken Sie die- „alles* nicht von der gesetzlichen Form abhängig, in der diese notwendigen Opfer gebracht werden. ^Beifall.)s "** Staatssekretär Delbrücks gibt auf die Frage de- Abg. Gröber nach btt Behandlung Wr vom Bundesrat dem Reichskanzler überwiefenen Resolutionen de- Reichstage- die Antwort: Gewiß können diese nock einmal im Reichstag besprochen werden. Wenn der Bundesrat einen Beschluß des Reichstags dem Reichstag überweist, so hat da- eigentlich nur die Bedeutung einer gefchäft-leitendeu Verfügung. .Da- Haus vertagt sich. Abg. Mumm '(christlich-soztall''^ verwahr^ sich in"^ persönlicher Bemerkung dagegen, Severing verleumdet zu haben. '(Zurufe: Persönlich!)' Uebrigenö wohne er nicht, wie Ledebour meinte, in Bielefeld, sondern in Berlin und sogar im Wahlkreise deS Herrn Ledebour. Herr Ledebour hat im Zusammenhang mit meinem Namen von Mumpitz gesprochen. Ich führe meinen Namen in Ehren, wie jeder im Hause und halte Namenwitze für üble Witze und überlasse das Urteil über die Höhe, mit der die Verhandlung durch solche gebracht wird. Abg. Lcdevonr (Soz.)7 Ick freue mich, daß Herr Mumm ,B den Wählern in meinem Wahlkreise gehört; hoffentlich cnucidcLt er sich allmählich zu meinem Wähler. " Montag, 2 Uhr: Wciterbcratuns/ Schluß: Wx Uhr, Anträge im Neichrtag. Die nationalliberale Reichstags fr aktivl •Ä1 ÄS -Uft 7 Lei Hb ^npses grgl i-kibgester lämbe, eine Metier Fie -Machen Hit fi die Nom ft" Verein bf Mgliede = önhe '-"meister pn Otto Re «Lande -,r i-M der m Wj.; erfnrft L) 1895 tn - öfrtvt W ( y- mürbe er c ci der sivnak o-'Mira Ans Hessen. Sitzung des Gesetzgebuags-Ausschuffes. bs. Darmstadt, 17. Febr. Der Gesetzgebung-- ausschuß setzte heute nachmittag seine Beratungen fort, j Adg. Lutz referierte über die Regierungsvorlage, betreff ent - Gesetzentwurf, die Entschädigung für die an Maul- unr Klauenseuche gefallenes Rindvieh. An dieser; Sitzung beteiligten sich der Minister des Innern vor Homberg k und einige Ministerialräte. Eine längen Aussprache entspann sich über die Höhe der Beiträge. Ta. Regrerung schlägt 20 Pfennig alS Einheitspreis für alle Tiere vor, während der Atrsschuß eine Difterenzieruns des Wertes verlangt. Nach Artikel 2 deS Gesetzenttvurftt sollen mehr als 400 Mk. für ein Tier nicht vergütet werden. Nach längerer Aussprache stimmt sie aber bar Wunsche des Ausschusses zu, daß bis 600 Mck. gewährt wer er®. ivLahRbn xr.t alS ubdt »iL einen m -rM diSinoc ^Säellc, d i au"® langgi bahinicbit ■jai dürsten i *iit erklären « Tas S i:;tn in Ti unliebsan medndr hrttelbartr G1 igxn VÄe Tni fer Serpaduni »kleine Scnöu fcthung erroci' big pir Bersei IrSläge, bei i |r der eeite r» n dadorch cntfl bnfnrttn usw., Brtti machen. iTinglid) davo io innen cinjn Wer die Rüc dr wmf mäsiil ^isklapve eim c.ia:n Äbiib iWt vor bar tetaer oenbun ® flllgemänen Ikridiidxn ich Ikttb verschickt n st» ivie mö t:n'Mn worb I Ä der ik nicht mit der Abänderung von der Geschäftsordnung des Reicb> tags in Bezug auf .Anfragen. Die nationalliberale Fraktion und die fort» schriftliche Volkspartei des Reichstags baden einen gemeinsamen Antrag eingebraclft auf Annahme eines Gesetzes betreffend die Volksvertretung in den Bundesstaaten Nach diesem Gesetz soll Är- titel 3 der Verfassung folgenden Zusatz erhalten: In iehern Bundesstaat muy eine aus Wahlen der Bevölkerung ber- vorgegangene Vertretung bestel-en, deren Zustimmung pi jedem Landesaesetz und zur Feststellu-ng des Staatshaushalls erforderlich ist. Die Initiative au diesem Anträge ist von dem Irhcratüi mecklenburgis ch^n Abgeordneten ausgegeden worden. hat als letzte Fraktion ihre Jniativanträge cin^- l rächt. Sie fordern reichsgesetzliche Regelung der Dienst und Ruhezeit des deutschen Eisenbahnpersona!^ Vorlegung eines Gesetzentwurfes, durch den bic ^nbuflri« zu den Kosten der Lehrlingsausbildung tn Handwerk entsprechend herangezogen wird; Mehrberück sichtignng der Handwerksmeister, die den 9?? ei ft er titel u führen berechtigt find, bei Vergebung von Lieferungen ft:: das Reich; Schaffung eines Reichseinigungsamtc als öffentlich rechtliche ständiae Einrichtung, dem die Aui gäbe obliegt, Streitigkeiten üder das Ärberteverixiltnis z» verhindern und zu schlichten; Schaffung eines Reichsver- waltungsgerichts; reichsgeseyliche Regelung der Zu lassung und der Vorbereitung zum gesamten auswärtigen Dienste des Reichs; Schaffung einer zweckmäßigen Organisation der Reichsämter, welche einer feits den Beamten in weiterem Maße als bisher den Zu tritt zu den besser besoldeten Stellen chrer Beamtenklasien ermöglicht und sie andererseits für solche Tienstgeschäft: in Anspruch nehmen läßt, welche ihrer Vorbildung ent- sprechen; weiterer Ausbau deS Beamtenrechts m dem Sinne einer Sicherung der staatsbürgerlichen Recku der Beamten, der Wahrungen ihrer rkoalitionsfrecheit unt ber Zulassung von.Ausschüst en sowie Einführung des Wieder- ausnahmeverfährens im Disziplinarrecht; Neuregelung dc Sonntagsruhe im Handelsgewerbe; Maßnahmen zu weiteren erfolgreichen Bekämpfung der Tubermlose, Her'k setznng der Eisenbahntarife für deutsche Seefische; rei gesetzliche Regelung des Submissionswesens; Vorlegung Entwürfen, durch welche das Erfinderrecht der Äuge- stellten und das Recht der Konkurrenzklausel ge- regelt werden. Ferner hat die Fraktion zlvei Anträge ein- gebracht, die eine Aenderung der Bestimmungen über die Reichstags wählen in der Richmng herbc^- führen sollen, daß ein Lermiickfür die S t i ch w a h l e n einheitlich für das ganze Reich festgesetzt wird, die Umie- rechtig leiten der bestehenden Wahltreiseinteilungei- beseitigt werden und die Prüfung der Legitimationen der Mitglieder des Reichstags einem besonderen GerichtSbo-c übertragen nrirb, der zweite Antrag beschäftigt sich mir einem Ministerverantwortlichkeitsgesetz unb besonderes Interesse verleihen und die Aussprachen besonder- rcic^altig gestalten. Kleine Mode-Reuheiten. Die geringe Beachtung, deren sich gegenwärtig die Handschuhe erfreuen, läßt die reichlichere VerwendMig von Schmuck ut Gestalt von Ringen und Armbändern zu. Tie Arm- bänber, die man gemöhnlid) trägt, sind ziemlich weit, so daß sie oberhalb deS Handgelenkes^Aetragetl werden können; sie sind stet- biegsam, mit Diamanten, Savhiren oder Rubinen besetzt unb zuweilen von schwarzen Bändern durchzogen. Außerdem gibt es eine ganz moderne Richtung, die behauptet, man dürfe überhaupt nicht Schmucksteine verschiedener Art zusammenstellen, und deswegen SdmiudgegcnfLinbe nur mit Edelsteinen oder Halbedelsteinen einer Art besetzt wissen will. Zn Paris ist es gegenwärtig wieder Sitte geworden, am kleinen Fiirger Ringe zu tragen, und zwar ziemlich derbe Ringe, aus Platin mit Sckmmcksteinen aller Art. Die Pariser Juweuerr steilen in ihren Fenstern gegenwärtig Schmuck ringe paarweise orts unb behaupten, es sei „jdrirf", gleiche Ringe in beiden Häirden zu tragen. Eine neue Schmuckmvde für das Haar ist eine Art Diama-uenband, das von einem Ohr zum anderen reicht uitb in ber Mitte ein Leines Llnhängsel trägt, einen tropfenförmigen Diamanten, der auf die Stirn hängt. Das Anbringen von Ländern, Spangen und Stimmen im Haar erfreut sich gegenwärtig überhaupt besonderer Beliebtheit, denn es herrscht ein Bestreven, die sogenannte „natürliche Frisur" wieder zur Alleinherrschaft >u bringen, bei der nicht mehr künstliche Lockungen venoendct werden, sondern die das Haar in seinem natürlichen Zustande beläßt und es allenfalls leicht wellt. Gewöhnliche Haarnadeln sind habet überbauvt verpönt. Je weniacr zahlreich sie vorhanden sind, desto besser ist e*. und aus alle Falle müssen sie unsickftbar in der Frtsnc versteckt liegen. Dafür aber können Schildpatt-Spairgen und -Kämme unb ähnliche schmückende Be- teüigungSartcn in beinahe allen Formen gebraucht werden. Frisuren dieser Art lassen dem Stopfe seine natürlichen Umrisse unb wirken deswegen haittig besonV-'iS jugendlich. H a n d t ä s ch- chen aus Goldmaschen werden gegenwärtig wieder viel getragen Es imb aber nicht die GoldhandrLschchen, die man früher kannte, sondern itire Form bat fiel» oeränbert: sie haben die Gestalt ziemlich länglidkr Briefumschläge; das Stück, das der Mapve des Briestunschtages emsprickt, ist dabei mit Steinen besetzt. Sie werden für geroöbiüidj an langen Metallketten über dem Arm ober über ber ScknUtcr getragen Als reizende Beigabe zur Toilette icber Dame taudu in London das Ziertaschen- tnch aut, da - meistens im Muff getragen rm.rb, ein ziemlich ilcinei Daichentuch in den buiueften Farben und mit den leb» haftestru Wlüstern. Das Muster besteht z. B. ans ineinarcher geschachtelten Quadraten, nwbei der Farbenton von außen naä ber Mille w erst ab- und bann ivieder zunimmt, oder umgekehtt Es gibt Muster, die von den vier Ecken aus in Streuen nock der Mille zu laufen, wv eine Rose zu sehen ist, andere wieder i:nt in ganz kleinen Figuren über die ganze Fläche verteill, und außerdem ist ber Rand bestickt unb mit farbigen ZMopflochstichen ring#' herum eingefaßt. ff. Chinesische Amazonen. Die jungen Dlädchen ber Schule Eang-Du lechzen danach sich den Reihen ber Revolutionäre anzuschließen. Ihre Fübrcru hat, wie die „Revue launc" berichtet, im Namen ihrer Müscdult- rinnen an den Revolution-general in Shanghai eine Bittschrift geschickt, die in begeisterten Worten von ihren Wünschen r^d „5)er Himmel gewahrt bat Frauen dieselben Rechte wie bei’ Männern. Seit den ältesten Zeiten haben viele Frauen sich ber Soldatenhandwerk gewidmet . . Ausländer, tote Chinesen bti ligen die Revolution. Kaufleute und Studenten haben 2nippei gebildet, die dem Tode trotzen. Bald werden bic Mandscku auS Ehina verttieben sein. Aber bis jetzt ist noch keine Fraucn truppe gebildet worden. Sind sie nicht würdig, Hricaer it roerben? ES ist wirklich demütigend für uns. Tie Frauen müssen gleicherweise wie die Männer für baß Vaterland vc: antwortlich sein. Wir wollen uns nicht damit begnügen, WleiPcr ju machen; wir jungen Mädchen wollen in die Reihen der männhdxn Revoullionäre cintrctcn; auch wir wollen den Feind vermckten Aber zum größten Leidwesen der jungen Amazonen hat t > republikanische Regierung sich nickt entfatfiefjen können, ttrtn- beißen Patriotismus und ihren glühenden Wünschen Folge »> leisten; im Gegenteil sie hat den Fragen Chinas einen anher-i Auftus empfohlen, der von den Gegnerinnen der Amazonen aus gegangen ist, die lieber in friedfertiger Weise zum Wohle uni Heile des Vaterlandes wirken wollen. „Alle Menschen, die dn ehrwürdigen chntesischen Volke angehören", so heißt eS in bifvr Manifest, „müssen alle- daran setzen, um ihre Freiheit zu ge winnen. Die Männer drängen sich nach den Schlackticlderc. um ihr Blut für das Vaterland zu vergießen: wie tonnten ba btc Frauen nock ruhig die Hände in den Schoß legen, dem Ver gnügen nachgehen unb sich dem Müßiggänge bingeben? Bleibe:' sie untätig und trutmvhieren die Republikaner, dann inert < !ie die Früchte dee Triumphes nickt genießen. Aber wehe übe: i . wenn bic Mandichus den Sieg baüoiüragen: sie iverb-m nteN. aemeyelt werden. Deshalb darf keine Frau untätig l’leibeit- Zum Kriege gehört Geld und abermals Geld: deshalb ist es um Stadt und Land. Gießen, 19. Februar 1912. 1*011, 10. bis 18. Jedr. ilt die Seuche erloschen in Erwachsene: im L LebenSfahr: 2(2) Erbach . . Groß-Gerau Heppenheim Offenbach. . Gießen fe »rattffnrt a.UL Vi ehh sl-Marktb eri cht vom 19.Febr. Austrieb- 1333 Rinder, darunter 454 Ochsen, 51 Bullen, 828 Kühe und Färsen, 828 Kälber, 203 Schale, 3120 Schweine. Tendenz' Ochsen gedrückt, bleibt Uebcvftanö, Kalber belebt, Cchas^rÄ, Schweine betebt. Preis für 100 Psd. gewicht Mk. Mk. Bekanntmachung. *Wtr • Maul» und Klauenseuche im Kreise Gießen. Weacn Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in »anaebort uud Lich werden die über diese Gcmarlunge« ang?ordneten Sverrmatznahmeu ausgcyobeu. El« Gemarkung V.* wird in das BcobachtuugSgeblet erubczogev Tie t.c marlunaen «lbach, «arbeuteich, Hungen, Nreder-Bes,,ugen LteVnbach und Hof-Albach scheiden ans dem Beobachtung«. |fb'®ieVen, den 17. Februar 1912. Großherzogliches Kreisamt Gießen. K.: LsngerVang. Summa : 60(21) 44(16) 8 (!) 8 (4) 91 nm.: Die in Klammern gesetzten Zistern gcben an, nnc Viel ber Todesfälle in der betresscndcu Rankheit auf von auStvarts muh Gießen gebrachte Krautc toinmcn. »8. Letzte Nachrichten. Honolulu, 19. Febr. Der amerikanische Kreuzer „Dir- ainia" ist mit unbekanntem Bestimmungsort in See. Wie x>tv lautet, ist der Kreuzer nach der Insel Palmyra bestimmt, wegen der zwischen England und den Bereinigten Staaten Differenzen aus- gckrochen find. Albig, WonSbeim, Nack, Heimersheim, Erbes» Büdesheim, etem- Dockenheim, Bornheim, Schafbausen, Wahlheim, Zotzenheim, Gumbsheim, Bechenheim Engelstadt, Groß« Winternheim, Schwabenheiin, Jugemheiiu Bechtolshcnn, Tienhenn, Eimsheim, Dolgesheim Mittlere Mast» und beste Saugkälber . Geringere 3Haft- und gute Saugkälber Schate. Stallmastschase: Mastlämmer und jüngere Masthammel S ch we ine. Bollfleischige Schweine von 8G—100 kg Lebendgewicht • Bollsleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht. . . . . • • • • BoUsteischige Schweine von 100—120kg Lebendgewicht . . • • • • • Bollfleischige Schweine von 120—150 kg vermischter. • Eine reizende Polizeihundgeschichte erzählt inI ihrem neuesten Bande die bekannte .Bibliothek bet Unterhaltung I und des Wissens": In einem kleinen Gebirgsstädtchen war em schwerer Einbruchsdiebstabl verübt worden. Ein höherer PoUzei-I beamtet kam am anderen Tage auS der Hauptstadt mit einem Poltzeibund und entdeckte mit besten Hilfe den Einbrecher. Abends versammelten sich die Honoratioren deS Städtchens im Ratskeller und priesen die hohe Weisheit deS Hundes in allen Tonarten. Ter alte Stadttörsler horte schweigend zu, bis er endlich mit der Faun auf den Tisch schlug und erklärte, sein Hühnerhund Treffhatte daS ebenso gut ober bester gemacht, uub er wolle sosort ben Beweis dafür erbringen, wenn einer ber Herten etwas verstecken wolle. Der Stabtverorbnete und Schuhmachermelster Niedermayer zog I seinen goldenen Ring vom Finger, zeigte ihn der Tafelrunde und ging hinaus m den Hausstur, wo er den Rmg versteckte. Als er rnruckkehrte, Norberte er den Förster auf, fern vielgepriesener.Treff möge nun seine Kunstfertigkeit zeigen und den Rmg wieder zur Stelle schaffen. ,9tW§ leichter als daS/ entgegnete der Forster, ober Sie muffen dem Hund erst Wttterung geben." .Treff wurde berbeiaerufen, roch an Niedermayers Pechhand, worauf er mit etn- gekniffeneni Schwänze zur Tur hinauSlief. All^ wartete gespannt aus die wettere Entwicklung. Nach wenigen Minuten schon kehrte Treffs zurück und zeigte dem braven Schuster in seiner Schnauze mm allgemeinen Staunen und unter großer Heiterkeit der An- I wesenden — ein Stück Seife vor. f kf Affen und Seifenblasen. Im Londoner Zoolo- gischen Garten hat dieser Tage der Zoologe Pros. C. D. B och e, ein Klub der Royal Societn,. ein pa°r merkwürdige Bermche mit den Insassen der Asieukäsige ausgestchrt. Bor den Af en- käsiaen ftclltz er sich Gefäße voll eeifennxHfer ans, stellte Serien» blasen her, und ließ diese durch den Wind in bre ^ästge trerbm. | I Tann wartete er ab, wie sich dre Asten zu den buntschtilernben großen Dingern verhielten die bei ^r leisesten Berührung zu einem Nichts zergingen. Dre Menlchenonen, Dcaxg Utans und Schimpansen, zeigte zunächst heftige ^^t; datm, als sie an zahlreichen Fällen bemerkt Hatten, daß das Platzen der Anblasen ohne scbädlrche Folgen für «re verlict, faßten sie Mut I und wendeten den Seisenblaien chre ganze Aufmerksamkeit zu, sie griffen mit den Länden danach, landen an dem Nptel ost^bar Gefallen und preßten schließlich die Gesichter dM an d-.e^tabe des Käfigs, mn nur recht bald ber Seisenblaien habhaft zu werden. Pros Boys benutzte btefe Gelegenheit bayi, einem ber asten eine Seifenblase vorsichtig aus bie Nau ju bringen, was er sick auch ruhig gefallen ließ. 2,ann ledoch streckte er b« Zunge hervor und ierftörte so mit einem schmatzenden Grrimtche die Seifenblase. Nach diesen großen Erfolgen ging Prof. Bovs mit Jemen Versuchen zu ben nr^erm Auen. Es gelang 'dm , iedoch nicht, diesen Tieren irgendwelches Intereste jur tue neue I Unterhaltung einzuslößem Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden, Ättike übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) , o I Nach dem Bericht des „Greß. Anzeigers/ vom 16 ^bruar über die letzte Stadtterordnetensiyung ilt m dreier u. a auch von dem Handarbeitsunterricht m den städtischen Madchemchllen Rede aewesen Man hat bu Anitellung einer weiteren vand- arbeit^ehrerin unter der Bedingung genehmigt, batz die Kr^sichul- kommifsion bu Rückkehr zu dem früher in ^bez^ichn^n «chulen gehandhabten individuellen vandarbettsunterricht »ulaßt, mttdem | man bessere Enolge als mit dem letzt vorgeickwiebenen Taktunterricht gemacht habe. Herr Reallehrer Iann hat es dabei m^stoürbig । qcrunt'cn, daß eine derartige Anordnung ergangen KL DreA^ wabi der an zuwend.- ndeii Methode m nach 'nnnAnficht Sach: bn betreuenden Lehrerin. Aber verr Iann! sie haben doch em Seminar besucht und als Lehrer sich wohl^mich mit den V°da ooaischen Bestrebungen der neueren Zeit in i^ihlung zu hchten gc- iudj* Da setzt es mich doch höchlich in Erstaimen, daß L« nut tur in Rede stehenden Angelegenheit augmicheinlich w wenig vertraut sind. Nehmen Sie, bitte, cm beliebiges neueres Handbuch der Methodik und lesen Sie, was dann über ben Unterart in weiblichen Handarbeiten steht! ^)ch ^brebei>pielsw«ic aus gwtzen .Äööbudl" von P. Leich. Taxm ist feer bett.. Der Zweiten Kammer ist als Ergänzung des des Finanzausschusses noch ber Bericht des Abg. । tban über den Antrag des Abgeordneten Ulrich ll£> Oenossen, betreffend Aufhebung des Brückenael- zngeqangen. Der Antrag forderte bie Aufhebung fc«tfid>er «rückengelber über den Rhein und Main. Tie t qierung lehnt dieses Ansinnen ab. Auch der Finanzaus- betrachtet angesichts der beträck>tlichen Opfer, die bie »nerdk Aufhebung sämtlicher Brückengelder für bie Staatskasse mit sich bringen würde, den Antrag Ulrich vor- rft für undurchführbar und daher für erledigt zu erklären Tuberkulole, i>l Seefifdit: iJ senS; Borleg-EZ errechldnU eenzklaufriD n zwei Lntiäü. Beslimmie I der Richtung ^ichwahleiiM etzt wird, bit J fseinteilu-, ■ Legitimationa; anderen Geritzt , beschäftigt jiH hkeitsgefe? i -ordnung des fe 5* -sM- Vmk zSL SS' uw vW- Wf- i ianrf Vft ■B«”-. sie iiÄA >eld- U * I mschnürt worden sind. , Landkreis Gtetzen. I -- Leihgestern, 18. Febr Der während des Wahlkampfes gegründete Fortschrittlich^ Verein für Eisige steril und Umgegend hielt am Sonntag, 18. M., abends, eine Vereinsversammlung ab, in der Bahnhofs- Vorsteher Fiedler und Landtaffsaln?eorbneter Ur stabt nspracheu hielten, ersterer über die politische Lage, letzterer Der die Notivendigkeit und den Nutzen der CrganifatimL ler Verein bekam durch die Versammlung einen Zuwachs von Mitgliedern. . - Inheiden, 18. £ebr. Bei ber kürzlichen Bürge r m eiste r w a hl würbe der seitherige Bürgermeister i*err Otto Reitz einsttmmig wiedergewahlt. Kreis Büdingen. --Nidda, 19. Febr. Die Ä u S st e l l u n g s v o r b er e 11- unaen des V e s l ü g el zu ch t v e r e in S toreilcn macker vor-! r iNS und das Unlernebmen erfreut sich des allgemeinen Interesses, ter Losevertrieb bat bereits begonnen und es S" e^varten, tab die sämtlichen Lose glatt abgesetzt werden, da sich daS Absatz, a biet auf vier Kreise OberbeffenS erstrecken wird. Erne Re.be von l: irenpreisen sind gestiftet worden, meist allerdings von Korpo- tuionen, Kaffen ustv. Sehr cr,ounscht ober wäre, wenn audj In- teressierte Private nicht mit der Betattgung 'h"r guten Absichten rij) dieser Richtung allzu lange zuruckbatteu 'sollten Die Druck scchen, Anmeldeformulare sind ferliggcfteUt und deren Befand hat fettits begonnen. AnmeldungSsormulare sind bei «teiSgeometer Uchl, Nidda, und bei Sattlermeister Heß, Echzell, zu hoben. AuS- tiuft erteilt Herr Diehl. «reis Alsfeld. SS usbil^, 1 hüb' 9leiS *5 Berungluckung anderen Krankheite« 16 (9) G. Alsfeld. 17. Febr. Bei der Vergebung von 6chürfarbeit-n bei dem Bahnbau Alsfeld —Rieder- \l u (a find 15 Angebote eingelaufen. Bei Log 1 war daS iSchste Angebot 1993 Mk. von JohS. KrauS, Brettenbach, niedrigste 436 Mk. von Christian Ruhl, AngerSbach, bei £o£ 1 a das höchste Angebot 2498 Mk. von Andreas Mnader, HebloS, das niedrigste 1448,20 Mk. von Chr. ^uhl, AngerSbach, und bei LoS 2 daS höchste Angebot 4349 Mk. von Adam und Peter Bufchung, Nieder-SelterS, das niedrigste 1090,40 Mk. von Chr. Ruhl, AngerSbach. Heffen-Naffau. ----- Rodheim, 18. Febr. Am 15. Februar^ abend-, nachte der Gesangverein »Frohsinn^ von vtemhe,m -men AuSflug nach Rodheim a. d. Horloff und verbrachte hier im Gasthaus .Reichskrone* einen frohen Abend. [] Marburg, 16. Febr. Die FrühjahrS-Schwur- zerichtSperiode beginnt am 18. März. Zum Vorsitzenden! övrbe Landrichter v. Hagen auS Kaffel bestimmt. ( ) Marburg, 16. Febr. Bergangene-Nacht, kur; n«d) 12 Uhr, brach in ber am Barfüßertor belegenen Gas - Mrtschaft vilbemann im Dachstuhl ein Brand au^, ter das Eingreifen ;iveicr Züge der Freiwilligen ucde betont, baß nur vier Prozent bes Biehbestanbes in -len an ber Maul- unb Klauenseuche erkrankt ist. Bor ber j cJffwunfl ber Plenarsitzungen wirb ber Zweite Ausschuß , c8 mehr tagen. bgelung bn ^umgest. ?> «chasilli'. ^tet, °ls bisher £ BearnlLk °lche Tlens!^. er Vorbilds . 'amtenreSi JtJ'tlidXH Ewnssteih^ •* Landesuniversität. Professor Dr. meb. Erich Cfrib, Mitgiieb ber Akabemie für praktische Mebizin und vrettor ber Frauenklinik in Düsselborf, hat einen Rus an tu hiesige Universität als Nachfolger von Pros, von aicngu^ evhakteii Dr Opitz ist 1871 zu Breslau geboren ßei Seyar, Mstner unb Werth hörte er Mebizin, promo- gierte 1895 in Kiel, war bann als Assistent bei Küstner unb Olshaujon tätig unb habilitierte sich ,m Februar 1902 in Berlin für Geburtshilfe unb Gynäkologie Im Herbst H1903 würbe er als etatmäßiger Extraordinarius unb Dor- : gynäkvlogischen Abteilung ber Frauenklinik nach j ; berufen. Seit 1907 wirft Opitz in Düsselborf. e r Eisvogel. Die Klagen über bas Derschwinden ■brf Eisvogel sind, was unsere engere Heimat anlangt, cdreu> dcherweise nicht ganz berechtigt, wie schon bie Notiz aus Bad- k Saubäm zeigte In ben brei Provinzen habe ich den Eisvogel I exh an aüen Gewässern, an bie mich ber Angelsport führte, an- F zoffen. Im verilossenen Jahre habe ich ben schönen Bogel bäulig ■ ut ber Sa bn bei © i eft e n beobachtet, wenn er mit viel gröberem ■ erfolge alS ick) ben Fischen nachstellte. Unb «och im Januar d. I. ■ Uh ick) einen Eisvogel an ber W ieseck mitten m ber Stadt U mischen Bisnurrck- unb Goethestraße. Er ist allerdings em | itbeucr Geselle, der sich nicht leicht beobachten läßt, und wenn er f nm einem lanagezogcnen Pfiff in pfeilschnellem Fluge über das I Lasser dahin schießt, wird nur ein geübtes Auge ihn erkennen, daraus bürsten sich vielleicht auch die eingangs erwähnten Klagen he der BeitraZe . mheitspreis rin - eine Differenzia > des GefetzenM nicht verM- mmt sie aber. WM^emdn> X aus Ul i(-t andere Lchevert-L^I i ZwpsloD^ öteiboeise erklären. I »* Das Verschieben von Briefen n nb Po stylten in Drucksachensenbungen bilbet sortgesetzt bie Ursache unliebsamer Briewerschleppungen und Briefverluste. Un- «atötet roiKberboltrr Anmachungen durch bie Presse imb trotz «mittelbarer Einwirkung ber Postanstalken ans bie Absender Riöcn viele Drucksachensenbungen leider immer noch in so mangel d harter Verpackung zur Post eingtfiefert, baß sie leicht zu Fallen ] §r Heine Sendungen iverbcn Als besonders gefährlich m «eser > bcziehung erweisen sich, wie neue Feststellungen bestätigen, die häufig jur Versendung von Drucksachen benutzten o f f e n e n Brief- umskmäge, bei denen die Absender die am oberen Rand oder an der «Seite vorhandene Klappe nach innen ernschlageir In . . ben dadurch entftebenbfii Spalt verschieben sich unbemerkt Briefe, | ier Sebölfening: $oftfartcn usw , die bann in ber Drucksache ost weitere 3rr- ?ren ßufHmmiir: fahrten machen. Im eigensten Interesse des B»ckllkuniS nmtz des Äaatshou^ nnbringtid) davor gewarnt »verbell, bie Klappe solcher Umschläge nad» innen einzuscküagen: viel besser ist es, bie ft l a pt>c über die Rückseite lose Überhängen z u l a s s e n. Als i bt zweck mässig haben sich Umschläge bewährt, bie an ber Ber- saillißklappc einen jungen artig en Ansatz h <»e Ibfrt? Nichts davon, daß die belr Ämveisimg der ineulinmrn UnterridXÄxmxiltung im Sinne dieser Mei Hoden i balt.’n nt. bat sich diese Methoden andenoärio als sehr roobl annnnblur unb erfolgreich cmnefen haben ? Doß sie bei der .1 u bsidung ber hessischen Handarbeitslehrerinnen gan; allgemein e,e ehrt »uu geübt tverben? Natürlich eignet sich das Zählen und Aatimen mit rür gewisse öanbarbeitvn, z. B für bie Aniänge b.? ^triticne und Häkelns, unb nur dafür sollen sie zur tinnvubung kommen Nach Toll zu flicken unb zu stopfen ist unmöglich. Ettlingen b. Karlsmlx- A Kleinschmidt, cdjulrat a . vüchertisch. Hitz«, Dr F, Das jebermann von ber Invaliden und füintcrbhcbcnntvcriid-.cruno wissen mut? 3n Fragen und An, rotrrten aut Grund der RcichsversicherundSordnung neu zusammk" I aeftefit 241 biS 250 Tausend, 160 »weiten, broiducri -'erlag der Germania, Aktives. Berlin 6 2. Fürzen vraktttclwn lagert des Büchleins spricht ivobl am besten bie ^atiache, bat • in seinen srüheren Auslagen bereite m 24000t) Erenipwren ver breitet worden ist. Jetzt ilt dar Büchlein au' Grund der Reichs- versickerungsorbnung neu bearbeitet. Die weicntlichen Besttm | mutigen sind in Fragen unb Antworten zmammengesastt. Zu lieber Frage werben cingcbcnbe GtLäuterungen flegeln. Schwerpunli si m den vralluchm Railchsiigen in I denen auf alles aufmerksam gemacht wirb b.^uülch b.r -^ttbswei- sichcrung, Erneuerung der Bei-si.chcrung,^Erbaltung der ; ™JJt • schäft, Heilverfahren, Beitragsleittuna, Festsevmig ber^Ansprudn I usw., was er SU tun und zu lassen bat um bewahren. Besonders eingebenb ilt Bersicherungspsllcht uiid Ber- I sickcrungSberechtigung unb der Begri t ber In einer Anlage werden Musterbeispiele für Eingaben. Bcicbrocrbtn usw gegeben. Den Schluß bildet eine ,tat>|ti|che Zmannnenitellun,, I der bisherigen Leistungen der deuischen Arbettetwei uchernii.i monatl. Uedersichl der Todessälle in der Statt Sietzen. Monat Januar 1912. I iEinwohnerzahl: angenommen zu 31 700 sinkt. 1600 Mann Militär) SterbtichkeitSziffer: 22,7 *IM, nach Abzug von 21 Ortsfremden 14,8 '/«. | Kinder 'eL'nra«Tfttrt a. 19. Febr. lOrig.-Telegr. M .Gieß. Anreiaers') K a r t o f f e l ma r k t. Man notierte: Kartoffeln in Äaggons Mk. 8^0—9.00, im Kleinhandel Mk. 9.00—10.00 für je Katalog kostenlos. Ist ein erquickendes Bad das Schönste und dieses erreicht man am besten und vorteilhaftesten durch die bekannten Vaillant’s Wandgasbadeöfen „Geyseru Job. Vaillant G. m. b. H., Remscheid. Höhere Burger icyme (Realschule mit Vorschulklasse) Schotten. Die Aufnahme neu eintretender Schüler findet Montag, den 15. Avril 1912, Dorrn, von 9—12 Ubr aus dem Amtszimmer des Unterzeichneten statt. Die Abschlußprüfung nach einjährigem Besuch der Untersekunda berechtigt zum einjährig freiwilligen Militär- dienst. In die Vorschulklasse werden ohne Prüfung alle Kruder ausgenommen, die eine Volksschule 2 Fahre mit Erfolg besucht haben. Jede weitere Auskunft wird gerne erteilt. Die/i Anmeldungen für das neue Schuljahr werden auch seht schon mündlich oder schriftlich cntgegengeuommcn. In jedem ftnüe sind Geburtsurkunde, Impfschein und letztes Schulzeugnis vormlegen. Der GroKbcrzoglichc Rektor: tzertsch. KnnbenncnHlonnt Cxocthe*chnlc Offenbach a.M. Privat, Real n. Handclsichulc, erteilt Einjährigen- zcugnis. Gute Bervflea. u. Aufsicht. Lorgsält.Ueberwach. der Schularbeiten. Großer Garten. Bentralh., elektr. Vicbt. Mäh. Pensionspreis. Prospekte durch die Direktion. Ihv17/1! Verdingung. Zum Neubau eines 4’Elnif. Schulhaufes in Dutenhofen und -um Neubau eines 2-kl ss. SchulKauses in Aßlar sollen die Schreiner, Schlosser, Glaser- und Anstreicherarbeiteu öffentlich vergeben werden. Los 1 Schreinerarbeiten „ 2 Schlosser „ 3 Glaser „ „ 4 Anstreicher „ Dutenhofen Los la Schreinerarbeiten „ 2a Schlosser „ sanlnr „ 3a Glaser „ „ 4a Anstreicher „ Die Berdingungsuuterlagen liegen aus dem Dienstzimmer des Kreisbochbaumeiüers Bahnbosstraße 29 mit den Zeichnungen aus u. können gegen postgeldneie Einsendung von 0,50 Mk. für die Berdingungsanschläge .ind 0,5t) Rtk. für die besonderen Bedingungen nnd technischen Vorschriften vom 22. d. MtS. ab von dort bezogen werden. Sämtliche Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen biö zum 1. März 1912, 11 Uhr, einzu- senden und werden in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet. D19/i ZuschlagSfrist 14 Tage. Der Kreishochbaumelster: E ich bo ff. Holzversteigernng in der Fürstlichen Lbersörstcrei Lich. Dienstag, den 2«. Februar, vormittags 10 Ubr, im Distrikt Münchwald: ca. 100 Rm. Kieiernknllvvel, ca. 50 Nm. Kiefernstöcke und ca. 250 Rm. KicsernrciSholz. Zusammenkunst auf dem Bizinalweg von Albach nach Hattenrod an der Blindlochwicse.B>u/, HoSz-Submissron. In den ^albuiiqen der Gemeinde Ettingshausen soll nachverzeichnetes Holz auf dem Sub- missionswcge vergeben werden Eichen 4. Kl. 30—39 cm Durchm. 1 Stück = 0,48 Fstm. n 5. „ 25—29 #/ tt 9 Stück — 3,17 Fstm. ff 6. „ unter 25 it n 233 Stück = 46,63 Fstm. Kiefern 2. „ 40—49 n 0 2 Stück = 1,77 Fstm. ii 3. „ 30—39 if tr 25 Stück = 17,69 Fstm. if 4. , 25—29 ii tt 46 Stück = 28,71 Fstm. it 5. „ unter 25 tt tt 557 Stück = 174,20 Fstm. Fichten 2. „ 40—49 tt 1! 8 Stück = 13,15 Fstm. H 3. „ 30—39 tt tt 31 Stück = 41,53 Fstm. ff 4. „ 25-29 tt tt 87 Stück = 81,61 Fstm. n 5. „ unter 25 tt tt 1666 Stück = 559,27 Fstm Fichten-Derbstangen 1891 Stück — 129,48 Fstm. Die Angebote sind getrennt pro Fe st Meter nach Sortiment und Klassen verschlossen mit der Aufschrift Holzsubmission bis spätestens Donnerstag, den 22. Februar, mittags 1 Uhr an unterzeichnete Bürgermeisterei cinzureichen wo alsdann um 2 Uhr die Eröffnung der Offerten erfolgt. Das Holz ist gefällt und wird auf Verlangen vom Förster Keil vorgezeigt. Es kann auch auf einzelne Abteilungen eingereicht werden, nähere Bedingungen liegen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen, werden auch bei der Eröffnung bekannt gegeben. Ettingshausen, den 16. Februar 1912. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. _________________Keil._________ (12*26 »olptrittiimmi irr imsl. Meriörjtrti Smüttfi Dicnstaa, den 27. Februar «ach Zusammenkunft 10 Ubr am Eingang zur Allceschncise von der Strane Lardenbach—Flodors aus. Aus Flsdoricr und Flcn- iunger Hofwald. Buchen, Rm.: 8 Rundscheit, 16 Primel, 714 Stamm- und Astreiser. Eichen, Rin.. 4 Rundscheit <2/3 u. 2L 'Ditr. lanni, 26 Prügel, 18 Stöcke, 207 Stamm- und Aüreiser. Kiefern, Rm.. 9 Prügel, 9 Stöcke. Erlen, Rm.: 3 Brügel, 80 Stammreii'er. Stck. Ficklenstämme 12—22 Ztm. Durchm., 7—10 Mir. lang = LOS Fstm. 75 Stück Fichtenderbstangen 1. Kl. -- 8,45 Fstm., 235 Stück 2. Kl. — 17,69 Fstm., 939 Stück 3. Klasse - 36,98 Fstm. und 395 Stück Fichtenreisstangen — 6,24 Fstm. Nadelreti'er slächenweise. Holz-Submission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Subnussionswege oer- geben werden: Schnittholz. 2 Kiefern stamme Nr. 129 u. 140 in Abteilung 19, 31 und 33 Ztm. Durchmesier — 1,71 Film. 2 Kiefernstämme Nr. 144 u. 147 in Abteilung 19, 37 Zim. Durchmesser — 1,51 Fstm. Bauholz. 24 Kiefernstämme III., IV., V. Klasse in Abteil. 19, 20 dis 32 Ztm. Durchmesser — 16,86 Fstm. 21 Fichtestämme III. u. IV. Kl., Verschied. Abteil., 25 bis 35 Ztm. Durchmesser — 19,43 Fstm. 72 Fichtestämme V Klasse a, verschiedene Abteilung., 20 bis 24 Ztm. Durchmesser — 36,68 Fstm. Fichtestämme V. Klasse b in 3 Lose, 12 bis 19 Ztm. Durchmesser. Los'I in Abt. 8, 7, 9, 13, 14, 20 von Nr. 1 biß 355, 207 Stück — 42,14 Fstm. LoS II in Abt. 3, Tempel von Nr. 361 bis 690, 204 Stück — 44,15 Fstm. Los III in Abt. 3, Tempel von Nr. 691 bis 1058 223 Stück = 54,52 Fstm. Fichtenderbftangen I. Kl. in 9 Lose. LoS I in Abt. 8, 9, 16, 10 tt 11 Ztm. Durchm. von Nr. 40 bis 358, 261 Stück = 30,17 Fstm. LoS II in Abt. 3 Tempel 10 u. 11 Ztm. Durchm. von Nr. 369 bis 627, 232 Stück = 27,07 Fstm. LoS III von Abt. 3 Tempel 10 u. 11 Ztm. Durchm. von Nr. 630 bis 700, 129 Stück = 15,12 Fstm. Los IV in Abt. 3 Tempel 10 n. 11 Ztm. Durchm. von Nr. 702 bis 796, 204 Stück ----- 25,12 Fstm. Los V in Abt. 3 Tempel 10 u. 11 Ztm. Durchm. von Nr. 801 bis 882, 108 Stück — 14,86 Fstm. Los VI in Abt. 8, 13, 16, 8 u. 9 Ztm. Durchm. von Nr. 51 bis 352, 209 Stück — 14,12 Fstm LoS VII in Abt. 3 Tempel 8 u. 9 Ztm. Durchm. von Nr. 370 bis 612, 328 Stück = 20,09 Fstm. Los VIII in Abt. 3 Tempel 8 u. 9 Ztm. Durchm. von Nr. 615 bis 783, 261 Stück = 18,20 Fstm. LoS IX in Abt. 3 Tempel 8 u. 9 Ztm. Durchm. von Nr. 795 bis 869, 46 tztück — 3,75 Fstm. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind genau nach Sortimenten und Klassen, sowie nach Losen getrennt zu halten, da keine Zusammenrechnung stattfindet. Tie Offerten sind verschlossen mit passender Auf. schrift zu versehen und bis zum 21. Februar lfd. Monats, mittags 2 Uhr, auf Gr. Bürgermeisterei Annerod einzureichen, wo alsdann die Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Tas Holz wird auf Verlangen von Jorstwart Schäfer vorgezeigt, der auch die nähere Auskunft erteilt. Die Ueberweisung deS Holzes erfolgt am Eröffnungstermin. In Los Nr. I fällt ein Stamm (Nr. 3) aus. Annerod, den 16. Februar 1912. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. ________________ Horn.________________i23i Holzversteigernng. Mittwoch, den 21. d. M., kommt im Nödger Gentt-mdewald folgendes Holz zur Versteigerung: 52 Eichenstämme = 9,77 Festmeter, darunter 25 Stück Gartenpfosten und mehrere Schnittstämme. 203 Fichten-Derbstangen = 9,13 Fstm. 320 Fichten- Bohnenstangen, 8 Rm. Bucheuscheit, 3 Rm. Buchen, 5 Rm. Eichen, 35 Rm. Kiefern-Knüppel, 1900 Buchen' 950 Eichen 2. Durchforstung und 700 Kiefern- und Fichten-Wellen, 2 Rm. Buchen, 12 Rm. Kiefern- und Fichten-Stockholz. Zusammenkunft norm. 10 Uhr in der Anlage. Rödgen, den 18. Februar 1912. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. Stein. 1252 1240 in der Werk- M NHchmßeiWliilj in Hof Grast b. Hungen. Holzversteigerung. Mittwoch, den 21. d. Mts., morgens von 9 Uhr an, soll im hiesigen Gememdewald Distrikt Montag, hen 26. Februar kommt nachstehend mrsteig«. w"-dek^"""« "achoerzeichne.e- Hol, verzeichnetes Holz zur Versteigerung: IS2 Rm. Kiefer-Knüppp-l 1. 12 Erlenttamme -- «,4S Festmeter 2920 Wellen .«euer 2. 16 Akazienstämme = 4,90 , 54 Sm ' .Aoch 3. 175 Eschenstämme und -Stangen = 20,63 Fstm. Der Anfang' ist 'im'^Distrikt Oelebero 4. 114 Rm. Neuer, aufgeschichtet, und ca. 30 Rm. los Nähe der Ganfenbnrg 9 5. 60,5 Rm Knüppel obiger Holzarten. Vrosten-Buseck, am 17. Februar 1912 Sie Versteigerimg beginnt oormu.ags 10 Uhr Großherzogliche Bürgermeisterei Gronen-Buseck am Hoftor. Ms, R. Weist. Schwalb. Holzversteigernng. Ärcitnfl, den 23. Februar l. Fs., werden aus den Domaniatwalddistrikten Scbenkenwald, .QleerbcrtL Gier köpfe n. Scklägelsberg der ^oritroartei Rainrod Dcrnciflcrt: Stämme: Eiche 5. Kl. 7 St. = 2,65 Fstm., 6. Ql. 18 St. = 4,07 ,'vitm.; Bucke 2. SU. 2 St. — -.12 ,vitm., 4. .ML 14 St. = 6U4 Tyitm.. 5. Kl. 12 St. = i20 Fstm., Fickte 4. Kl. 3 St. — L95 Fstm., 5a. Kl. 15 St! = 5.91 Finn. 5b. SIL 145 St. - 2>>.66 Fstm.: Derbstangen, Fichte 52 St. --- 2.28 Fstm., Nntzknüpvel, Rm.: 26 Fickte, Brcnn- holz: Sckeiter, Rm.: 373 Bucke 1. Kl., 111 2. KL: Knüppel, Rm.: 366 Bucke 1. Kl. H63 Rm. Stammlnüvvcl', 51 2. Kl., 25 Eiche, 14 Fichte 2. KL: Zlnüpvclreista, Rm.: 16 Eicke, Reisig, Rm : SS Buche: Stöcke, Rm.: 138 Bucke 1. KL, 15 2. KL Zummmenkunft vorm. 1 l Ubr am Distrikt Schenken- wald auf de Kreisürane Rainrod—Einartshausen nenen- über dem Schellnhoi. Fortsetzung der Beritetaeruna nack mitt. 2* Ubr nn Distrikt Mlecrbern an der Einmündung deö Feldwieienwegö in den Eickelsdors—Hunger Weg, woselbst auch fam liches Nutzholz und das zerstreut ätzende Brennbolz, ohne vorgezei.u zu werden, versteinert wird Das Buchenstammmholz ist altes Holz vom Frühjahr 1911. Blau unterstrichene Brennbolz-Nummern werden nicht versteigert. Der qröfjere Teil des Holzes ützt an ckaussierien Denen oder in nächster Nähe von solchen. Nutzere Auskunft durch Gr. Forstwart Meyer zu Rainrod. Eichelcdorr, den 15. Februar 1912. Grogherzoglidie Cbeiföriterei Eichelsdorf. F. B.: K r a tz. Holzversteigeruitg Donnerstag, den 22. d. Mts., morgens von 9 Uhr an soll im diesigen Gemeindewald in den Distrikten Schwalbenwald und Neuwald nach- verzeichnetes Holz versteigert iverden. 6 Eichen-Stämme über 60 Ctm. Dm. — 6,21 Fstm. 9 , „ v. 50—59 „ —8,44 12 „ „ , 40-49 , , =9,46 7 , „ , 25—29 , , =1,98 4 , , unter 25 r r =0,74 2 Hainbuche-Stämme u. 25 , , =0,30 7 Fichte-Derbstangen mit =0,64 38 Rm. Buche, 32 Rm. Eiche-Scheiter 84 , , 23 r „6. Nm. Hainbuche 28 Nm. Kiefer, 7 Nm. Fichte-Knüppel 16 Nm. Buche, 26 Nm. Eiche, 15 Rm Fichte-Stock 4100 Wellen , 710 Wellen Eiche, 750 Wellen Fichte-Reiser. Zusammenkunft u. Anfang im Distrikt Schwalben- wald an den Eichwiesen. Großen-Buseck, am 17. Februar 1912. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 1245 Holzversteigerung im Ettingshäufcr Gemctndewald. Freitag, den 23. Februar kommt in den Distrikten Roter Berg, Hard und Riedstein folgendes Holz zur^Bersteigerung: 8,5 Raummeter Eichen-Knüppel, 70,3 „ Kiefern-Knüppel 36,7 „ Fichten 70,2 „ Fichten Nundscheit 147 „ Kiefern-Reisig 55 „ Fichten-Reisig 32 „ Kiefern Stock 159,4 Fichten Stock Der Anfang ist vormittags 10 Uhr am roten Berg an der Gemarkungsgrenze Queckborn. Am Schluß der Versteigerung kommt noch eine Partie Reisslängen zur Versteigerung. Ettingshausen, den 16. Februar 1912. Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. Keil. (1227 Ist es möglich werden Sie fragen, daß jedem Paket von Dr. Gentner’s Veilchcnseifenpulver ßoldperk so ein hübsches Geschenk belgelegt werden kann und trotzdem nicht mehr kostet, als andere Waschmittel ? Ueberzeugen Sie sich und Sie werden Ihre Frage bestätigt finden. Verlangen Sie aberbitte ausdrücklich „Goldperle“. Alleiniger Fabrikant auch der so beliebten Schuhcreme „Mgrln“t Carl Gentner in Göppingen (wortt) Celephon 487 ■ .3 2 ! 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 in unübertroffener Ausführung, vornehmer matter Elan-, tadelloser Zitz, keine rauhen Ränder, liefert die :: :: amerikan. Ueupiätterei der :: Annahme-Stellen in Alsfeld u. Wetzlar. 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