Die heutige Nummer Umsicht 24 Seiten. V 8 cn d W P Versuch von recht vielen beachtet wird: seine der Professor Dr. I. Collin. ß Entstehung seiner von Rodin geschaffenen PorträtLüste, .war 3- zeichnet, wird auch auf teilnehmende Leser darf dem Verfasser von Herzen wünschen. rechnen dürfen, das; sein erster natürliche Be- Z n n Liebe tums Man > X s «gl s <6 P 5 K 8 r Z 2 (1 ll ,Ä_'. =1 r-- Lz SV 2 wie 5haw Rodin Modell saß. ,o? tf H SSL J1 gabung auch noch künstlerisch mehr auszubilden, dazu mag ihm nächste die Gelegenheit geben. Zs »5 <• ö ~ 3 o -V Käs’»* die Erzählung durch den allerdings nur angedeutetcn geschichtlichen Hintergrund. Der Held der Geschichte, der Besitzer des stattlichen Domgutes, ist in den Wirren der Koalitionskriege als Untertan des Kurfürsten geboren, verlebt seine Kindheit in der Franzosenzeit und erlebt dann, hessisch geworden, später noch die Anfänge des Maschinenzeitalters und das Jahr 1848. Aber die Hauptsache ist doch seine und seiner beiden Söhne Lebensgeschichte. Dieses wohlhabende Bauerngeschlecht, das nur noch in seinen Leidensck^aften stark ist, hat sich selbst geschwächt und entwurzelt, weil ihm sein Bauerntum verleidet ist, weil es aus ihm hcrausstrebt. Doch der Versuch des Vaters, die Söhne dem Studium zuzuführcn, mißlingt unb verschuldet schließlich jäh ausbrechenden Brudcrstveit und den grauenvollen Untergang der das Dorf beherrschenden Familie. Nur eine Verwandte des Hauses überlebt den Zusammenbruch: aber sie, die kraftvollste und lebenstüchtigste von allen, opfert die Frische ihrer Jugend und ihr Glück, um getreulich bei dem geistig toten letzten Herrn des Domguts bis zu seinem Ende auszuharren. Noch weit mehr, als hier angedeutet werden konnte, ist das Buch an Farben und Klängen, an Gestalten und Schicksalen, an innerem und äußerem Leben reich. Ein Werk, das mit gleicher Kraft Liebliches und Furchtbares, Krankes und Gesund«^ dar- politifctyc Woefreufebatt» Gießen, 14. Dezember. ? fiQt seine Pforten schon am Mittwoch geschlossen, frühzeitiger als sonst. Einen giinstigen Nachrlang yat man nicht im Ohr, denn die Geschlossenheit der bürgerlichen Parteien in der Behandlung der aus- wartigen Politik, der Erfolg des ReickMkanzlers bei der Zurückweisung Anstlicher Entrüstung des Zentrums, beides ist durch bedenkliche und zagende Erwägungen wieder in den Hintergrund gedrängt worden. Man könnte die Verbeugung des Staatssekretärs des Innern vor dem Zentrum bet der Besprechung der Gewerkschaftseuzyklika des Papstes noch als unwesentlich hinnehmen, wenn nicht zu besorgen wäre, die Regierung komme den Protektoren der Jesui'ton Meder etwas entgegen infolge des von konservativer Seite erfolgten Verlangens nach einem Sozialistengesetz. Die Herren um Hehdebrand könnten in ihrem eigenen Interesse aber wirklich nichts besseres tun, als den alten Ballast ihres Parteiprogramms um ein gutes Gewicht zu vermindern. Tie Sozialdemokratie hat, gerade infolge von Fehlern der Rechten, zwar große Wahlerfolge gehabt, steht aber augenblicklich doch keincslvegs als die Lage beherrschend vor uns da. Angesichts der bedrohlichen Weltlage ,st ihre „auswärtige" Politik sogar offenkundig bei weiten Volkskreiseti in starken Mißkredit gekommen. Will nun die konservative Partei auf die trocken'stehendcn Mühlen des Herrn Ledebour neues Wasser leiten? Töricht genug wäre das. Der Reichstag hat die erste Lesung des Vor- Anschlags hinter sich, und eine Reihe von Anfragen erledigt, zuletzt noch die der fortschrittlichen Volkspartei über das Koalitlonsrccht der Staatsarbeitcr. Das Petrolcum- monopolgesetz erfuhr vielfache Anfechtungen und erscheint, | nachdem es zunächst einem Ausschuß überwiesen worden ist, als unmöglich und für die Mehrheit unannehmbar. In der \ Tat wurde überzeugend dargelegt, daß die Verbilligung wohl der Deutschen Bank, nicht aber den Konsumenten ; zugute kommen würde. Auch in den Handelskammern regt t sich schon der Protest gegen ein solches Gesetz. Dagegen wurde der Gesetzentwurf über den Zusammenstoß von Schiffen, sowie über Bergung und Hilfe in Seenot vom vieichstag verabschiedet. Das Kindersaugflaschengesetz und der Gesetzentwurf über die Zollerleichterung wurden nach ziemlich unfruchtbaren Reden den Ausschüssen überwiesen. Herr Kaempf vertagte den Reick)stag mit einer kurzen, eindrucksvollen Würdigung des Trauerfalles in München, und sein Telegramm an den neuen Prinzregenten ist mir Recht in tief bewegten Ausdrücken gehalten. Denn der verstorbene Prinzregent Luitpold hat in allen Lagern aufrichtige Sympathie genossen. Sein ehrwürdiges Alter, seine bis zuletzt unermüdliche Arbeit für seines Volkes Woyl, seine Mitarbeit bei der Reick)sgründung und häufige Beweise edler, reichstreuer Gesinnung haben diesem, im persönlichen Auftreten so schlichten Fürsten ein . ewiges Andenken beim deutschen Volke gesichert. Ein Siebenunbiechzigjähriger, Prinz Ludwig, tritt die Nachfolge au. Man spricht jetzt von ihm wie von einem jugendlichen Thronfolger, der neue Gedanken und Ziele verfolgen wolle, aber selbst die, welche in ihm einen Parteigänger des Klerikalismus und Zentrums wittern — er war gleich nach der Reichsgründung einmal Kandidat des Zentrums für einen Reichstagssitz, wobei er jedoch einem liberalen Landwirt unterlag — äußern sich über seine Persönlichkeit, über fein vorurteilsloses, freundliches Wesen, in respektvollen Ausdrücken. Wenn auch feine erste Tat darin bestand, daß er den Fortbestand des Ministeriums v. Hertling (das er Unternehmungen und Wünsche der Gießener M'geordneteu ganz besonders zu berücksichtigen, und wir haben bei der Aufnahme des angezogenen Briefes wohl erkannt, daß es sich hier um einen besonders starken politischen Protest handelte, aber nicht den Eindruck gelmbt, als ob er die andern Ausschußmitglieder beleidigen könnte. So hat Herr Dr. Winkler, der zuerst einen unnötig scharfen Ton anschlug, die üble Szene, die da folgte, fctbfi heranfbesck)woren. Ob es nötig war, die Aussprache bis auf die Gamaschen des Herrn Winkler auszudehnen, dazu werden die meisten Menschen wohl den Kops schütteln. Vielleicht gibt der denkwürdige Fall dieser Wahlprüsung Anlaß, daß demnächst eine grundsätzliche Neuregelung des Wahlprüfungsverfahrens zur Erörterung gestellt wird. Wie die Dinge heute liegen, ist anzunehmen, daß in kritischen Fällen bei der Abstimmung gar zu häufig politische Motive ausschlaggebend Mitwirken. Dem Präsidium der Zweiten Kammer wäre nahezulegen, die Wetterzeichen so stürmischer Auseinandersetzungen künftig beizeiten zu beachten. Man hatte den Eindruck, daß es am Donnerstag das Steuer aus den Händen hatte entgleiten lassen. Der griochiscb-türk sehe Krieg. Die Operationen Griechenlands, das den Waffenstillstand von Tschataldscha nicht abschloß, gegen die Türkei spielen sich auf zwei Kriegsschauplätzen ab. Bor den Dardanellen hat sich die griechische Flotte konzentriert, um einen recht ungleichen Kampf mit der türkischen Marine auszufechten. Die türkische Flotte ist aus dem bisherigen Balkankriege fast unversehrt hervorgegangen. Die Pforte verfügt nach wie vor über drei Linienschiffe, den Barbaroß Hairedin und Torgud Reiß, von Deutschland ge- kauft, armiert mit 6—28 cm, 8—10,5 cm und 8—8,8 cm Ge- Geschützen, Wasserverdrängung 10000 Tonnen, Geschwindigkeit 17 Seemeilen, vom Stapel gelaufen 1891, sowie den Messudje, armiert mit 2—24 cm, 12—15 cm, 11—7,6 cm und einigen kleinen Geschützen, vom Stapel gelaufen 1874, modernisiert 1903, Wasserverdrängung 9000 Tonnen, Geschwindigkeit 17 Seemeilen. Der Assar-i-Tewfik, armiert mit 3—15 cm, 7—12 cm und 6—7,6 cm Geschützen, modernisiert in Kiel 1899, Wasserverdrängung 6000 Tonnen, dürfte jetzt keinen Gefechtswert mehr haben. Ferner sind zu nennen die geschützten Zbreuzer Hamidije und Medjidije, erbaut 1903, Geschwindigkeit 22 Seemeilen, armiert mit 2—15 cm, 8—12 cm, 6—4,7 cm und 6—3,7 cm Geschützen, Wasserverdrängung etwas über 3000 Tonnen. Endlich: 10 große moderne Hochseeboote, davon 6 in Deutschland erbaut, 2 ältere Hochseeboote, ein Dutzend Torpedoboote alle neuerer Art, 20 kleine Küstentorpedoboote und mehrere Kanonenboote. Dieser Flotte, die in den Dardanellen geborgen ist, wie die Spinne in ihrem Schlupfwinkel, haben die Griechen ein Geschwader entgegengesetzt, das sich zusammensetzt aus den Panzerschiffen Averofs, Psara, Hydra und Spetsai, den Kanonenbooten Hieraux, Altos, Panther, Leon, Neagenia, Thyella, Naukratousa, Sfendoni: Lonchi, Nikis, Doxa, Aspis und Velos, den Torpedobooten 11, 12, 14, 15, 16 und dem Unterseeboot Dauphin. Von diesen ist tatsächlich nur der Panzerkreuzer Georgios Averofs lein modernes, lviegsbrauch- bares Schiff. Er wurde von der Orlandowerft in Livorno auf Spekulation gebaut und schon 1910 infolge der politischen Spannung mit der Türkei von der griechischen Regierung angekauft. Er ist 130 m lang, 21 m breit, hat 10100 Tonnen Verdräng, 20 000 Pferdestärken, 24 Seemeilen Geschwindigkeit. Seine Bewaffnung 4—23,4 cm, 8—19 cm, 16—7,6 cm und 8—4,7 cm Schnelladekanonen. Dieses Kriegsschiff ist zwar jedem einzelnen der türkisck-en Schiffe überlegen, aber nicht einer Mehrheit und Uebermacht. Auch hat eben die türkische Flotte den gewaltigen Vorteil, daß sterblichkeit (roenn überhaupt) als ein grenzenloser Einfaltspinsel eingchen muß." Um nun die Art von Rodins Schaffen ins rechte Licht zu stellen, schildert der englische Humorist, wie der russische Bildhauer Troubetskoi „eine echte Büste im Shaw-Stil von mir machte.** „Er tat es in etwa fünf Stunden in Sargents Atelier Es war eine prächtige und wundervolle Leistung. Er arbeitete fieberhaft, indem er in Verzückungen schuf, mit Stöhnen Klumpen von Ton um sich herumwarf und selffam dumpfe Bewegungen mit ferner Zunge machte, wie ein stummer Prophet. Er bedeckte sich selbst mit Gips. Er bedeckte Sargents Tapeten und Teppiche und Bilder mit Gips. Er bedeckte mich mit Gips und endlich bedeckte er den Block, an dem er arbeitete, so völlig mit Gips, daß am Ende der zweiten Sikung Sargents Atelier in Trümmern stand, begraben wie Pompeji unter der Lava eines Vulkans, und in der Mitte eine geistvolle Büste von einem meiner besten Bekannten, ein bischen idealisiert, aber auf eine Meile hin erkenntlich als der sardonische Autor von „Mensch und Uebermensch**, mit einem Zug von Offenbach und einem Stück von Mephisto.** Nichts davon ist in dem Schaffen Rodins zu bemerken. Der Bildhauer „schuftete genau so, wie wenn er ein Flußgott wäre, der für 3, 4 Franks täglich an einer Gartenmauer mitbaut." „Wenn ihm etwas zweifelhaft war, bann maß er mich mit einem alten eisernen Zirkel, und bann maß er die Büste. Wenn die Nase der Büste zu lang war, bann sckmitt er ein Stückchen ab und stopfte mit einer Spitze davon das Loch zu, mit nicht größerer Erregung oder Anteilnahme als ein Glaser, der eine Fensterscheibe einsetzt. War bas Ohr an der falschen Stelle, bann schlug er es einfach ab und klebte es an der richtigen Stelle an, wobei er diese kaltblütigen Verstümmelungen meiner Frau gegenüber, bie den schon schrecklich beseelten Ton bluten zu sehen meinte, bamit entschuldigte, daß es so schneller ginge, als wenn er ein neues Ohr machte. Doch eine Folge von Wundern offenbarte sich, als er arbeitete In den ersten 15 Minuten, als die Menschengestalt in dem Ion» klumpen kaum erst angedeutet war, schuf er schon mit dem Daumen- nagel ein so geistvolles Porträt von mir, daß ich wünschte cs fortzunehmen und ihn von jeder weiteren Arbeit zu befreien Aber diese Phase verschwand wie eine Sommerwolke, als di^ Büste sich entwickelte. Ich sage absichtlich: sich entwickelte: denn sie durchlief jedes Stadium der Kunstentwicklung vor meinen Augen im Lauf von einem Monat. Nach den ersten 15 Minuten fügte sie sich zu einer sorgsamen Darstellung meiner Züge in ihren selbst durch seinen Rat ins Leben gerufen haben soll) ge- nehmigte, so darf man dock) nicht ben Schluß zielten, daß er ein blinder Verfechter klerikaler Wünsche sein werde. Seine Interessen liegen auf praktisckfen, wirtschaftlichen Gebieten. Er wird die Hoffnungen heißsporniger Römlinge vielleicht doch enttäuschen! Die hessische Zweite Kammer ist noch eifrig bei der Arbeit und wird ihre Beratungen nach der letzten, vorgestrigen, erregten Sitzung am nächsten Dienstag fortsetzen. Sie hatte am vergangenen Dienstag ihre Sitzungen wieder ausgenommen und über den Entwurf des Gesetzes betr. die Ausführung der landwirtschastlichcm Unfallversicherung beraten. Für die weitere Oeffentlichkeit waren dabei interessant die Erörterungen über die Einschränkung des Güterhandels. Die Regierung erklärte auf verschiedene Vorstellungen, sie habe wirksame Kontrollvorschriften gegen die Güterhändler geschaffen und fei mit Erfolg bestrebt gewesen, der Güterschlächterei entgegen zu wirken. Hauptsächlich wurde da genannt eine Vorschrift, daß 14 Tage vor Veräußerung eines Gutes eine Anzeige an das Kreisamt erfolgen müsse, damit die Gemeinden Kenntnis erhalten und gegebenenfalls das Gut selbst übernehmen könnten. Wir würden zur weiteren Klärung dieser wichtigen Angelegenheit gerne beitragen und stellen hiermit den interessierten Kreisen anheim, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen und über einschlägige Ereignisse eine öffentliche Aussprache herbeizuführen. Die viel besprochene Meinungsverschiedenheit der Kammer mit der Regierung ist durch den Lauf der Zeit etwas gemildert worben, und wenn die Zweite Kammer auch mit gekränkter Gebärde noch auf ihrem Initiativantrag betr. Die Lage der Kammerbeamten, beharrte, so haben doch die Ankündigungen der Regierung, daß die Kammerbeamten mit der neuen Gehaltsvorlage wirllich finanziell gehoben werden sollen, die Gefahr einer Konfliktözeit so ziemlich aus dem Wege geräumt. Konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Regierung bei der Behandlung dieser Angelegenheit der Karniner einige Enttäuschung bereitet hat, so Darf man andererseits diesen „Konflikt" wirklich nicht allzu ernst nehmen. Die Regierung scheint uns dabei doch auch wichtige allgemeine Interessen wahrzunehmen, und sie hat aus dem Verlauf der letzten Jahre die berechtigte Folgerung gezogen, daß sie auch bei Kleinigkeiten die Hand auf dem Säckel halten muß. Die große Besoldungsvorlage, die demnächst den Landtag beschäftig, n wird, war jedoch eine unbedingte Notwendigkeit, die nicht länger aufgeschoben werden konnte. Soweit man bis jetzt urteilen kann, wird die neue Vorlage den vielfach geäußerten berechtigten Wünschen Rechnung tragen und im allgemeinen mit Befriedigung begrüßt werden. Die hessische Finanzlage kann zurzeit nicht als ungünstig bezeichnet tocr^ai. Daß es bei der Wahlprüfung für den Bezirk Beer- felden-Hirschhorn-Wimpfen zu so peinlichen Auseinander- fsetzungen und persönlichen Beleidigungen unter einzelnen Abgeordneten gekommen ist, wird in weiten Volkskreisen Bedauern und Befremden Hervorrufen. Grundsätzlich hatte der Abgeordnete Grünewald nicht unrecht, wenn er die Verteilung von Freibier so weitgehend beanstandete und die Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abgeordneten Kredel forderte. Wer an ben Sitzungen und Feststellungen des Ausschusses nicht selbst beteiligt war, kann sich jedoch schwer ein abschließendes Urteil über diesen besonderen Fall bilden. Verfehlt war es, daß der Abg. Dr. Winkler in so erregten Tönen über den seiner Zeit von uns veröffentlichten Brief des Gießener Abgeordneten herfiel, und die Aussprache, die hierauf folgte, kann nicht zu den Ruhmesblättern der hessischen Kammer gezählt werden. Wir haben selbstverständlich die Pflicht, die Reden, 2®»-- - Im l "Ks-r 5 2 22^2! Karl Neurath: Das Domgut.'' Zu unseren bekannten hessischen Erzählern gesellt sich K. R e u r a t h mit seinem soeben erschienenen Roman „D a s Dom - gut". Man darf ihm zngeben, daß er sich gleich mit seinem ersten Werke neben ihnen ehrenvoll behauptet. Wohl hat er von Im en gelernt: aber das Beste bringt er mit, die Gabe des fabulierens, die selbsttätige Naturkraft des Erzählens. Man merkt s dem Werke an: hier ist vorher nicht lange bedacht und berechnet ovrden: es ist ans sich geworden, gewachsen und zur Reife gesehen. Die Geschichte einer Familie nennt es sich. Etwa um bie Mitte des vorigen Jahrhunderts wies Riehl darauf hin, daß ;ber Ouell von Poesie, der im beutüpen Hause verborgen sei, nur des Dichters harre, der den Mosesstab besitze, um ihn heraus- ^uschlagen: und fast um dieselbe Zeit hat ihn O. Ludwig von sich aus entdeckt und die so einfache und doch so großen Motive bes deutschen Hauses verwertet, ihnen jedoch zugleich dadurch ein besonderes Lehen gegeben, daß er sie aus einem, ihm wohlver- irauten landschaftlichen Boden erwachsen ließ. So ist auch die beschichte des Banerngeschlechts, die Neurath erzählt, an eine bestimmte Landschaft gebunden, seine rheinhessische Heimat. Was ,r hier in Land und Stadt selbst beobachtet, was er aus den schon abgerundeten Erinnerungen der Borfahren in sich ausgenommen, ks hat er in sich bewahrt und getragen, bis es reif war zu tinem neuen Leben. Man spurt es, daß Geftmdenes und Er- 'undenes aus einem teilnehmenden Herzen geflossen sind, und fühlt, dah es des Verfassers eigene Ueberzengung ist, wenn am Schlüsse ex Geschichte einer seiner Menschen alles andere zum Leben ir überflüssig erklärt, aber meint, auf das Herz komme es an, nur auf das Herz. Es ist ein Stück deutscher Erde, das hier ausgehoben worden ist, mit allem, was darauf lebt und webt, vergeht und besteht: das rheinhessiscke Dorf mit seinem Weinbau in den Jahren bcs Segens wie der Mißernte, mit seinem Bauerntum, das in totem Wesen, seinen Gewohnheiten und Eigenheiten, seinen Leiden ineb Freuden und Kämpfen, in seiner Sprache getreu wieder- ‘ gegeben ist, — die rheinhessische Stadt, das goldene Mainz, mit den vielen Türmett, deut betriebsamen Strom und der viel- Mebten östteichischen Besatzung. Einen besonderen Retz erhält *) Die Geschichte einer Familie. (Literarische Anstalt Rütten ■ u. Loening, Frankfurt a. M.) 1913, _ Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 14. Dezember 1912 erscheint täglich/^ußer jESF W /> Alf Q Ve»««,.vret»: "nSS 4 A ▲ A/s A AA Ml AA A aI S» sesss&e Inl AlzAii Ar 11 A AV iv o vn er iiinviuvi für die Redaktion 112, WJF Verantwort!lch für den MW' General-Anzeiger für Gberheffen -MW Annahme von Anzeigen \ » v I 4 Tf F®(ucnt5|(i(il . u..'teu- für d.e Tagesnunnner «omnonrorutk und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schulttrahe 7. und big vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. 1*1 i 3 «HR -Sä e kW sie sich bei mtgunftiger Lage eines Seegefechtes rasch wieder in die Dardanellen hinter die schlitzenden Küstenbatterien zurückziehen kann. Der andere Kriegsschauplatz Griechenlands gegen die Türkei hat sich an der Küste vonEpirus entwickelt. Bei Santi Quaranta, nordwestlich von Janina, machten die griechischen Truppen Landungsversuche und dort werden sich wahrscheinlich noch sehr yeftige Kämpfe abspielen, vielleicht auch unterstützt durch einen Teil der griechischen Flotte. Tort, an der Küste von Epirus, haben die kämpfenden Griechen sozusagen ihren historischen Boden. Blickt man durch das Fernrohr der Geschichte, so ist es dort fast so lohnend wie am goldenen Horn bei Byzanz. Es ist Weltgeschichte zu Schiff, was da an unserem Auge vorüberzicht Dort sammelte sich schon im peloponnesischen Krieg die stolze Flotte Athens, die Thucydides beschrieben. Es gibt kaum einen berühmten Römer, der nicht in diesen! Sunde erschienen wäre. Flaminius, Mummius, Paulus Emilius, Sulla, Pompejus und Cäsar, Cato, Antonius und Octavian, Cicero, und Atticus, Brutus und Cassius, dann die römischen Kaiser, Nero auf seinem phantastischen Zuge nach Griechenland, dann jene gewaltige Jrankenflotte, die von Venedig zum vierten Kreuzzuge aus- gezogen ist. 1836 pflanzte dort die Republik Venedig ihr Löwenbanner auf. Unablässig kamen die Flottenzüge der Türken, der Venezianer, der Franken an dem heutigen Santi Quaranta vorbei, 1571 die große Christenflotte und Don Juan d'Austria gen Lepanto, wo der berühmte, aber erfolglose Sieg erfochten wurde. 1797 kamen die Franzosen unter Bonaparte, 1799 wieder die Russen und Türken, 1815 die Engländer, und erst am 1. Juni 1864 wehte Ivie- Ir er gegenüber in Korfu die Fahne Griechenlands und bezeichnete den Stützpunkt für die künftigen Vorstöße Griechenlands zur Wiedergewinnung einst verlorenen Landes in Epirus. Die Aussichten der Griechen, in Epirus militärische Erfolge ^u> erringen, sind nicht klein. Man hat zwar in Anbetracht der sehr schwachen Finanzen des Staates von der Anlage ständiger Befestigungen und Garnisonen an der bisherigen Grenze abgesehen, was sich jetzt als großer Nachteil herausstellt, aber man hat doch immerhin einigen Rückhalt in den Sperrbefestigungen bei Arta an der zwischen Berg und Fluß eingeengten Straße von Janina. Arta ist mit einer alten Umtuallung umgeben und hat einen Gürtel von vier Werken halbstündiger Bauart, je zwei im Norden und Süden der Stadt. Fort Punta bei dem Vorgebirge Aktion sichert die Einfahrt in den Golf von Arta. Sollte die Türkei nach dem Friedensschluß mit den anderen Balkanstaaten neue militärische Initiative zeigen, so wird sich Griechenland auf diesem Kriegsschauplatz wohl nicht nur gewachsen, sondern überlegen erweisen. Griechisch-türkische Kämpfe. Athen, 13. Dez. Das Kriegsministerium erläßt folgende Veröffentlichung: Da man es für zweckmäßig erachtete, daß ein Teil der bei Janina konzentrierten türkischen Truppen während des gegen die Türken gerichteten Frontangriffs abgelenkt werde, landete die Armee von Epirus bei Santi Quaranta, nordwestlich von Janina, zwei Bataillone Jnfanterieund vier Kanonen und machte eine Diversion, die vollkommen gelang. Sobald die Landung des griechischen Korps bemerkt worden war, wurden den Griechen von Janina acht türkische Bataillone mit zwei Batterien und zwei Belagerungsgeschützen entgegengesandt. Nach einem Scharmützel, das den Griechen ermöglichte, die Stärke des gegen sie kämpfenden Feindes festzustellen, kehrten die Griechen, ohne verfolgt zu werden, nach Santi Quaranta zurück. Sie gingen in guter Ordnung zurück mit allem Kriegsmaterral auf die wartenden Schiffe und wandten sich dann nach anderen Punkten der epirotischen Küste. Ihre V e r l u st e betrugen fünfToteundl9Berwundete, die an Bord der Schiffe gebracht wurden. Ein amtliches Telegramm des Generals Sapuntjakis meldet aus Pendepigadia, daß gestern abend die allgemeine Offensive gegen die feindlichen Truppen begonnen habe und auf der ganzen Front der griechischen Linien toährend des heutigen Tages erbittert gekämpft worden ist. Ohne besonderen Befehl warfen die Griechen die feindlichen Vorposten zurück imb trieben sie in wiederholten Angriffen mit dem Bajonett zurück. Der Feind wurde bis nach den Befestigungen von Bezami zurückgeworfen, wo die griechische Armee lagerte. Dem Feinde wurden drei Schnellfeuergeschütze, eine große Menge Kriegsmaterial und eine große Zahl Zelte abgenommen. Konstantinopel, 13. Dez. Ein Abendblatt erfährt, daß die Türken auf Chios st arten Wider- gcnauen lebenden Dimensionen. Dann ging die Darstellung gc lwirnnisvoll zurück zur Wiege der christlichen Kunst, bis zu einem Punkt, an dem ich immer wieder sagen wollte: „Um des Himmels Willen, lwren Sic auf und geben Sie mir das: es ist ein byzantinisches Meisterwerk." Dann fing der Stein an, auszu- sehcn, wie wenn Bernini daran gearbeitet hätte. Zu meinem Schrecken glättete er sich zu einem recht eleganten Stück des 18. Jahrhunderts, fast wie wenn Houdon eilten Kopf von Canova gearbeitet hätte . . . Dann ging ein weiteres Jahrhundert dahin in einer einzigen Nacht: die Büste wurde ein Werk Rodins und wurde das lebendige Haupt, non hem ich das Abbild auf meinen Schultern trug. Es war ein Prozeß, den ein Embnp lo. e su'.ieren muß und nicht ein Aesthet. jivouiy a^auo schuf, nicht wie eines Bildhauers Hand schafft, sondern wie die Lebenskraft selbst." — Hauptmann und die Politik. Aus Stockholm telegraphiert unser Korrespondent: Tic schwedische Zeitung „Sozialdemokraten" hat sich in den Kopf gesetzt, Gerhart Hauptmann sei ein Sozialdemokrat, und hat ihn darüber befragt. Hauptmann zab folgende Auskunft: „Ich habe einer politischen Partei nie zugehört und werde ihr nie zugehören. So etwas bindet zu sehr, und alle Kunst muß frei sein. Die Dichtung, die politisch gefärbt ist, ist nicht mehr Kunst. Tas Drama „Die Weber" ist ein rein menschliches Dokument und keine Gesellschaftskritik. Ob ich politische Sympathien und Antipathien hege, fragen Sie? Wohl möglich aber der Nobeltag eignet sich nicht dazu, diese Frage zu beantworten." — Um die Leitung des Breslauer Stadttheaters sind, wie uns von dort geschrieben wird, HO Bewerbungen emgelauscn. Bon diesen Bewerbern sind, wie verlautet, zunächst 15, dann 10 in die engere Wahl gekommen; unter diesen werden Gerhäu s e r - Stuttgart, Tr. Kilian München und H a g c m a n n - Hamburg genannt. Unter den übrigen Bewerbern waren mehrere Generale und auch Leute aus dem Volke, die sich tiir den schwierigen Posten des Breslauer Stadttheater- Jntendanten befähigt Hütten. Direktor Löwe soll, wie es heißt als Grcg-oris Nachfolger nach Mannheim geben — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Die breiartige Sittenkomödie Sumpf von Riclwrd Bein er fand bet seiner Uraufführung im Bremer Tlwlia thcater lebhafte Anerkennung. stand leisteten. Die Griechen konnten nicht bis in die Reichweite der türkischen Kanonen^ vorrücken und warten auf Verstärkung. Die Türken seien im Besitz von Lebensmitteln, die ihnen einen langen Widerstand ermöglichten. Athen, 13. Dez. Der Minister des Aeußern veröffentlicht eine Depesche aus Philippiadha: Um 6 Uhr 30 Min. früh begann unsere Armee den allgemeinen Angriff gegen den rechten Flügel des Feindes. Trotz unablässigen Feuerns der Türken besetzte sie A e t o r a ch o n. Unsere Artillerie, deren Feuer von großer Treffsicherheit war, gelang es nach vierstündigem Kampfe, die Batterien des Feindes bei L a g a t o r a zum Schweigen zu bringen. Offiziere und Soldaten gingen mit Mut und Begeisterung vor. General Sapunjakis befehligte den Angriff persönlich. Wir haben ungefähr 2 00 V erwundete. Mit Einbruch der Nacht wurde der Kampf unterbrochen. Die 8rie.enstonferen5 in London. Der türkische Vertreter bei der Londoner Friedenskonferenz R e s ch i d Pa s ch a erklärte einem Redakteur des „Temps": Wir haben, den aufrichtigen Wimsch, Frieden zu schließen, aber wir sind vollständig entschlossen, diesen Frieden nur unter ehrenhaften Bedingungen abzuschließen. Unsere militärische Kraft wächst täglich. Zur Stunde haben wir 17 0 000 Mann in Tschataldscha, die reichlich mit Munition versehen sind. Die Feindseligkeiten würden sofort wieder ausgenommen werden, wenn eine Partei der anderen allzu- drückcndc Bedingungen auserlegen sollte. Mit Griechenland könnten wir erst verhandeln, wenn cs seinen Waffenstillstand unter denselben Bedingungen wie die Verbündeten abgeschlossen haben wird. Der zwischen der Türkei und Griechenland herrschende Kriegszustand bietet in der Tat für Verhandlungen eine allzuschwankende Grundlage. Wir wünschen mit den Balkan- verbündeten direkt zu verhandeln. Sollten aber ihre Forderungen derartig sein, daß eine direkte Verständigung unmöglich erscheint, so würden wir, falls die Großmächte an den Verhandlungen teilzunehmen wünschten, diesen Vorschlag annehmen. Zum Schluß sprach Reschid sein Bedauern darüber aus, daß man in Frankreich die entschlossene Haltung der Türkei aus die Ratschläge gewisser Mächte zurückgcsührt habe. Tie Türkei habe nur auf ihre eigenen Interessen Rücksicht genommen. Das Reutcrburcau meldet aus Konstantinopel: Die türkischen Delegierten zur Friedenskonferenz erhielten die Weisung, die Unterhandlungen mit den griechischen Delegierten vor der Unterzeichnung des Waffenstillstandes durch Griechenland abzulehnen. Der bulgarische Vertreter Tr. Da new erklärte dem Berliner Korrespondenten des „Temps", die Balkanverbündeten würden einmütig die Zulassung der Vertreter Griechenlands zu den Friedensverhandlungen verlangen. Was Adrianopel anlange, so sei dessen Besitz eine conditio sine qua non für die Unterschrift auf dem Friedensvertrag. Bulgarien würde es zum Bruch kommen lassen und nötigenfalls den Krieg von neuem anfangen. Danew beabsichtigt, am Sonntag nach Paris zu kommen. London, 13. Dez. Der Minister des Aeußern Sir Edward Grey empfing heute mittag die serbischen Delegierten im Auswärtigen Amt. — Dr. Danew, der Präsident der bulgarischen Sobranje, hatte heute vormittag eine lange Unterredung mit dem bulgarischen Gesa n d t e n. London, 13. Dez. Sir Edward Grey empfing auch die griechischen und montenegrinischen Delegierten. Die Delegierten gaben darauf ihre Karten im Buckinghampalais in der Wohnung Asquiths ab. Der Lordmayor wird am 20. Dezember zu Ehren der Delegierten ein Frühstück geben. 2litd Stadt und Land» Gie ßen, 14. Dezember 1912. ** Tageskalender S1 a d 11 h e a t e r. Sonntag nach- mittag 3/, Uhr: „Das Prinzip"; abends 7'/, Uhr: „2 i e fünf Frankfurts r". Gießener Konzertverein. Erster Kamermusik- Abend. Sonntag abend ö‘/4 Uhr in der Neuen Aula. E v a n q. Kirche ugesaugvereiu. In der Stadtkirche: ..T ie Geburt Jesu Christi". Sonntag nachmittag 5 Uhr in der Stadtkirche. Kinernatograph: Täglich Vorstellung B i o g r a v h*£ ichtspiele: Täglich Vorstellung. B a t o s s K a in m e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sountaa vormittags 11 — 1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11— i Uhr unentgeltlich. Gemäldcaus st ellungdes Kun st Vereins im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, anßerdem Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr. Ausstellung der W o r p s w e d e r in der Alten Klinik. Täglich von IC—7 Uhr. Handarbeitsschule San b mann. WeibnachtS-- Ausstellung. Samstag und Sonntag von 11—8 Uhr. *• Ordensverleihung. Der Großherzog hat bem Kaiser!. Bczirksanttmann a. D. Geh. RegierungSral Gg. Fritz in Alzey das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und bem Steueramtsrendanten RechnungSrat Christian DongeS zu Friedberg die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronenordens 4. Klasse erteilt. ’• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Oskar Sorg zu Gatt-Bickelheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Anheitn. — Erledigt sind: Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bingen; eine mit einem coang. Lehrer zu besetzende Stelle an der Ge- tneindeschule zu Vilbel. ** Stadttheater. Es sei nochmals auf die beiden Sonntagsaufführungen, nachmittags „Das Prinzip" (bei kleinen Preisen), abends „D i e 's ü n f F r a n k f u r t e r" (bei Volkspreisen) hingewiesen. — Der neue Schwank „S o 'n Windhund" von Kraatz und Hoffmann, der in der nächsten Tienstag-Abonnementsvorstellung zum ersten Male gegeben wird, hat dank seiner flotten Technik überall einen durchschlagenden Heiterkritsersolg erzielt und sich als so erfolgreich erwiesen, daß er in einer Anzahl von Großstädten bereits auf eine hohe Aufführungszahl zurückblicken kann. Der Schwank wird an allen Äbonnementstagen gegeben werden. ** Kaufmännischer Verein, Kanfm. Fachschule und Kaufm. Lchrlingsheim begehen morgen abend üt der Turnhalle (Stcinstraße) zusammen ihre diesjährige Weih nachts sei er. Es ist dem Vorstände.gelungen, ba-ür hervor ragende Künstler zu gewinnen, so daß ein sehr genußreicher Abend erwartet werden dars. Professor Döring und Frau, die u. a. mitwirken, sind von einem früheren Konzert her nod) in guter Erinnerung hier. *• Reichstagsabgeordneter B a ssermann spricht voraussichtlich nm Sonntag, 22. Dezember, hier in Tteßen. •• Eine Besichtigung des städtischen Elektrizitätswerks sand am Donnerstag Nachmittag durch die Mitglieder der städtischen Verwaltung statt. Der Besichtigung wohnten n. a. auch Provinzialdirektor Geheimerat Tr. llsinger und Regierungsrat Tr. Merk bei. Wir haben über das Elektrizitätswerk, besonders über den Umbau der Maschinenhalle, kürzlich eingehend berichtet. Landkreis Gießen. — Wieseck, 13. Dez. Am Sonntag findet im Saale des Gastwirts T o r f e l d hier cm Orchester-Konzert ^er hiesigen Musikkapelle und verschiedener Gesangvereine statt. w Inhalt vorb; . Aemerlt mir "schloffen ist, 21 Mögen werden. Grünberg, q Troßh. 5 Grl ^"kapital (jetzt ^srrvefonds . nehmen yft zu 50/ . A'°rgcn den § ^E'nbarung. unr Direktor. ' — Friedberg, 13. Dez. Am 12. Dezember fand im Saalbau eine Versammlung des hessischen Landesverbandes Jungdeutschland, Bezirk Friedberg, statt. Kreisamtmanil Herberg betonte, daß schon eine große Anzahl von Vereinen und Einzelpersonen seit Jahren mit Erfolg auf dem Gebiete der Jugendpflege tätig seien, es bisher aber an dem notwcndiaen Zusammenschluß gefehlt habe. Heute abend solle nun der Zusammenschluß versucht werden. General Frhr. von H e Y l -Darmstadt, der Vorsitzende des Hessischen Landesverbandes Jungdcutfch- land, gab zunächst seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen Ausdruck, was beweise, daß man der Jungdeutschlandssache Interesse entgegenbringe. Besonders hebt er den riesigen Rückgang der Wehrhaftigkeit hervor. In Berlin seien von 100 Militär- pstichtigen nur 28, in Frankfurt 50 tauglich, von 100 Militärpflichtigen mit akademischer Bildung nur 30. Diese Tatsachen veranlaßten Generalfeldmarschall Frhr. von der Goltz den Jung- dcutschlandbund zu grihtben. Ein Aufruf habe in allen Gauert des Deutschen Vaterlandes reichen Widerhall gefunden. Dec Jungdeutschlandbund will die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend. Der Bund wlll nicht in Gegensatz zu den bestehende» Vereinigungen treten, sondern eine einigende und zusammen- fassendc Tätigkeit enthalten. Die Grundlage aller körperlichen: Hebungen müsse das Turnen bilden. Der Deutschen Turnerschaft gebühre für die körperliche Ausbildung der Jugend ganz besonderer Dank. Der Redner warf auch einen Blick auf die Ereignisse der Gegenwart und gab seine persönliche Anschauung kund, daß über lang oder kurz eine Entladung nach aufceit kommen müsse. Reichen Beifall ernteten die Ausführungen Kreisamtmann Herberg brachte dem General den Dank dar. Die Aussprache leitete Prof. Dr. Schoell ein. Er führte au?, wie er sich die Verwirklichung der Jungdeutschlandbewegung bent Dic Turn-, Sport- und konfesionellen Jünglingsvereine feiet die berufensten. Tie katholischen Jünglingsvereine hebt er bc» sonders hervor. Er verurteilte den Besuch der Kneipen un> Kinos durch die Jugend und die Schundliteratur und sprach siÄ für die Einführung einer Jugendbiliothek, Betätigung der Ingen» in Wald und Flur aus. Ferner sprachen Pfarrer Tory, Vilbel, Lehrer Klös, Turnverein Friedberg, Prof. Lampas, Feierabend für Lehrlinge, Friedberg, Finanzrat H 0 0 s , Taunusklub Wetterau, Major von H e l m 0 l t, Jugendwehr Friedberg, Lehrer Koch, Kreisarzt Medizinalrat Tr. Nebel und Schulrat Süß, alle sagten ihre Mithilfe zu. Krcisamtmann Herberg schlug bann vor, aus den an den Landesverband Jungdeutschland an* geschlossenen Einzelpersonen und Vereinen eine Ortsgruppe zil bilden. Ein Widerspruch erfolgte nicht und die Ortsgruppe galt als gegründet. — Bad-Nauheim, 13. Dez. Im Bortragsverern erzählte uns Dr. Albrecht W ir t y - München vom Balkan- kriege, insbesondere von seinen Erlebnissen als Kriegskorn- spondcnt. Die interessanten Ausführungen des Römers erntetet viel Beifall. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Mainz, 13. Dez. In dem Prozeß Nußhag, dck unter außerordentlich starkem Andrang des Publikums verhandelt wird, kam es zu einem Zwischenfalle, als auf eine merkung des Zeugen Grau der Präsident meinte, auch bid Presse habe sich an die Wahrheit zu halten. Die anwesenden Pressevertreter verwahrten sich gegen diese Bemerkung des Bo: sitzenden mit der Erklärung, daß sie sich an die Aussagen dis Zeugen zu halten hatten und sich keineswegs auf Vermutungen stützten. Wenn Aussagen gemacht würden, die für Grau nidt j vorteilhaft seien, so könnten sie dieses nicht verschiveigen. I übrigen könnten ihnen doch wohl keine Vorschriften über d Gestaltung ihrer Berichte gemacht werden. Diese Erklärung g< einer der Herren für die anderen mit ab. vermischte» Minister Bourgois 2^ pmförcrecbcr 264 Schifscnberaer Weg 50. Hals-und Kopfschmerzen BW. tyreisuterte %)amenu)äsche empfiehlt 784« Feinste Qualitäten in großer Auswahl :ausapo.tW! £3 tut. hat erklärt, davon Ab - Republik zu R i b o t als daß er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand stand nehme, für den Posten des Präsidenten der kandidier^... Neuerdings werden Poincars und Kandidaten genannt. Rasche MHcOJS 1,25 end 3,50 eZ Jiaan jr., Jireujplatj 10 Marken des Rabattsparvereins :: Tel. 893 Paris, 14. TRAIERHCTE ^I^Jeim, Lindbeim.Halch, austn, Rommelhanfk^i UuiVersitatr-Nacbrichten. — Der Geheime Medizinalrat Dr. med. Emil Berthold, it. o Professor der Ohrenheilkunde an der Universität Königs berg l Pr., begeht am 16. Dezember die 50jährige Doktor- jubelfeier. Mit Ende des Sommersemesters 1905 wurde er von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden und erhielt den Charakter als Geheimer Medizinalrat. Seit dem Frühjahr 1911 ivohnt Professor Berthold in Schleswig. — Geheimrat Prof. Dr. Julius Friedrich Rosenbach in Göttingen, der ausgezeichnete Forscher auf dem Gebiete der chirurgischen Infektionskrankheiten, feiert am 16. ds. Mts. seinen 70. Geburtstag. Am 1. Oktober 1911 trat er von der Leitung der Poliklinik zurück. Briefkasten -er Redaktion. $r. v. S. 1. Pfändungen sind erst bei einem Jahreseinkommen von 1500 Mark möglich, in Ihrem Falle also in bescheidenem Umfang. 2. Nein, doch können Sie den Schuldner aus klagen. Curmol nimmt man 10 Tropfen bei Magen-und Darmverstimmung Husten, Ohnmacht; Faroer mresertieb :i Rhaumaßich^Kreuz-BrusbUil); Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heule bezüglich der Firma Jacob Hengst zu Gießen ein» Hausfrauen! - Kauft Pinots! Bester Ersatz für Mandeln und andere Nußarten zu Backzwecken, im Haushalte u.s.w. Sie sind billiger, vorzüglich im Geschmack und wohlbekömmlich. Zu Ihrer Überzeugung genügt eine Probe. 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Tez. 1912: Dolkiq, Regenschauer, böige Rordwestwindc, Temperatur wenig oeränbert. btt gedeckten auf etwa 2 700000 Mark Die racker 9huwWrr- m t „ or.cn • u .. . • k I austwbe bei der Firma ruhenden Depots stehen Mr «ersüguihg * Raub überfall. Aus Beutben (Ober-Schlehen) hnrbI t)cr (^attümer. IO k /** • AL' ___________ JWö Vctztln- O 2a u-nSba ch , 12. Dez. Wersführer P fe iff e r hier, (ber dem Gießener Btemenzüchtervereitl seit über 25 Jahren anqeh-rt, erhielt auf der landwirtschaftlichen RttSstellung zu JBufctn den PrerS der LandwtrtschaftSkammer, bestehend m ^inem namhaften Geldbetrag. Die LandwirtschaftSkammer weigert sich jetzt, den Preis auszuzahlen, da Pfecher preußt- scher TtaatSanqehörigcr ist. Heffe»-Naffau. W. H-öchst a. M., 13. D«. Die Stadkverordnetenversanon - Inng beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, das städtische Kranken- Haus einer umfassenden Erweiterung zu unterziehen, deren .kosten sich nach dem Anschlag auf 865 000 Mark belaufen sollen Bon dieser Summe sollen 800 000 Mark auf Anleihe gegeben und mit Prozent verzinst, sowie mit 1>£ Prozent amortisiert werden. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen. Ein grosses Möbelversandhaus hat sich entschlossen, innerhalb ganz Deutschland, nach einem ganz neuen System ohne Kassieren durch Boten, unter Wahrung strengster Diskretion, zahlungsfähigen Bürgern, Beamten u. Arbeitern einzelne Möbelstücke, sowie auch kompl. Zimmer- und Wohnungseinrichtungen nebst allen zur Innendekoration gehören .en Bestandteilen auf bequeme Teilzahlung zu liefern. Zahlungseinteilung nach Wunsch ohne Erhöhung der wirkt bill. Preise, tailmij Ml erforderlich. Vertreterbesuch mit Vorlage von Zeichnungen kann jederzeit erfolgen. Käufer belieben ihre Anfragen zu richten nach a14/1’ Giessen G. 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Ein Lotfendampferpilot tmb mehrere Schlepper sind nach der Unfall» ffdlc abgegangen und macken AbschleppungSversuche. * Ein Dreima st schöner von unbekannter Rationali- t»t scheiterte am Donnerstag in der Nähe von Brovik im Ehristians-Kjord. Bei dem bmfdmhnt Unwetter gelang eS zunächst nur einem Boot an den Schoo ner Hera nzu komm en und einen Mann der Besatzung zu retten. Als bei abflauendem Vetter gestern früh ein weiteres Boot das gescheiterte Sckiss erreichte, waren im Laufe der Nacht sechs Mann der Besatzung vor Erschöpfung gestorben. Zu Weihnachts-Geschenken empfehlen besonders Neuheiten in Ropespierre-Kragen in den Preisen von Mk. 5.75 bis 1.00 Damen-Kragen Mk- 3-00 bis 50 Pfg- Jabots und Vorsteck-Schleifen von Mk. 2.50 bis 25 Pfg. A. Holterhoff Söhne Seltersweg 20 ► aw., 1 Mil I I Hua« ft« S,r*.5: i-tt t.- fit« : ®"'* en. ftrfÄ' ÄSi K M den S-(f,cn ■ Wiße Wafserlrii^ ■ren W zum gi^ Die Beerdigung des Fräulein 010092 Lina Schneider findet am Sonntag, den 15. Dezember, nach B mittags 3'A Hör auf dem neuen Friedhof statt, jjg ZWWcihiilllhteftst empfehle alö Spezialität: la. Zervelatwurst Salami OI014T und Rindswurst ferner sehr schöne Präsentkörbchen in allen Preislagen. Louis Voqt Neuenweg 19. Tel. 306. ^.IlMsFIG ■y ißt, wer selbst schlachtet- zum Räuchern, Lüften u. Aufbcwahren o. Fleisch- u. Wurst- v n aren aller Art ist Tritschlers Fleischräucker der bewähneste. Ueberall aufstellb. 78 Größ. Ausführl. Katnl. auch üb. transv. Hausbacköfen, Heizöfen il Kockherde m. Einrrcktg. zum Brotbacken grat. u. frko. v. d. ersten Svezialfirma Hck. Tritschler, Qfenfabrik in Nordwalde, Westfal. (Dto/to Antiquitäten als: Möbel, Fayencen, ^inn Kuvfer u. Messing in größter Auswahl einvnehlt 7670 Samuel N.evcr, Gebern. §siilr-«.Vorskhiißvc'.'tiii,Attleiigtscllsch. Grotzen-Busekk. Aktienkapital (jetzt erhöht auf) . . 28800 Mark. 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Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater,Bruder, Schwager und Onkel 010142 Herr Karl Volkmann III. im 59. Lebensjahre nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden heute abend 10 Uhr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 13. Dezember 1912. Die Beerdigung findet Montag, den 16. d. Mts., nachm. 1 Uhr vom Sterbehause Brauhausstrasse 50 aus statt. b BolzhildiiauereiB M. Berte, Steinstr.38 übernimmt Ausführungen ■ stilgerechter m Bildhauer-Arbeiten. BciKopsschmerzrn fieber in Wirkung, angenehm in Gesckmack und Dr. Bnff- lebö Itopfschmerzsiiller, zwölf Pulver 50 Pfg. Central- Drogerie Emil Karn, Eckulitt. r-’9l Tel. 57,1. Hausvähne 2,75 Mk. A 'f-Molz 3.25 Mk. per Karren frei ans HanS. 7,182 J.WclIhttfer. Tel.743 »M Sec-Mm'chcln eninctroüen. Herrn. Moos, Löwengaste 29. 1010133 3icntcnan[talt a. 8. unö LkbtllsmsichktMllslMk zu Ilimstlidt. Die Einlösung der Renlcnkuvons erfolgt täglich nur werktags durch den Devollmächngten, Herrn Geometer Frit, Werkmann zu Gießen, Frankfurter Straße 6911. von 2 Uhr nachniinagS ab, statt.______________________7807 ^(iOiiiilitslifiitiminiiiiiirSlhiifinlicrbtiiiiilitanitilf Um unseren 280, meist aus bedürftigen Familien stammenden Kindern auch in diesem Jahre eine Weib- nachisbefchernng zu bcrcücn, erbitten wir wieder die Hllfc der Freunde unserer Anstalt. Die Schwestern und die unterzeichneten Vorstandsmitglieder sind bereit, Gaben an Geld und Kleidungsstücken, Stoffen u. Spielen entgeaenzunehmen. Außer diesen ist niemand bered) tiat, Gaben für unsere Anstalt zu erheben, auch wird kerne Sammlerin beauftragt. [Dn/n Ter Vorstand: Fr. Fuftizrat Grünewald, Viebigftr. 21; Fr. Joh. Haas, Lst-AnE3t: Fr. RechnungSrat Kalbfleisch, Ludwrgftr.7; Fr. Geh. Rat Leist, Tiohfeitr. 32; Fr. Marie S ck) man, Seltersweg 64; Fr. Anotbeker Schmieder, Schulstt. 1; Fr. Geh. Rat Strobl, Garienftt. 10; Fr. Karola Walther, Reuen Bäue 29; Schwester Lenchen Welsch, Diezstr. 15; Pfarr. Ausfeld, llöallebrer Zann; Vfarr. D. Schl0iser. ■et angenomme II hingen beireffei »Ausschusses der n Der Erste KU«- M Zustimnn> I des IW ■ >-n und des I tag anKUyoren» laW* I ■ *e des ArtW I ;,w AänderuI ■ Sv «H leawlk bettel I tinb* u°« II ■•■uffenfWtl ■ jn’ten .vtammer i| I ifltr für erledigt 1 todage, die Wei I nii der Ltadt t | iffluß der Ersten I Seiten Ammei I jirgierungsvorlac ■ rgentümer im G I jll den Asten bi 1 Antrag der Abgg ■ Mämpiung der ■ mitbe, wie von t W Hart. Der Wiede 'X-.v . •>*' *tjm Lffrnb, * fit en bad, pl 3uge um Ej .Gerung zum ; “ tun, faflg sich ^"Wen sollten Üt^b- e 3'5; •SS» :*"* *än‘ M dm i, ta» Sn “ff dm 1 ,llt die Zi . S,t 3u|a =,',L?'k AeZ SÄ®'. s!L?WL I, id) unzuti abe ni Borger t geic Tie Migeord :• Ammer folge, mterefien oer S, inachts Angebot 7ii hRsnndRrs; hilliäen PrRisRn zu besonders billigen Preisen. Jeiderstoff-Reste u. 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