Drittes Blatt 162. Jahrgang Nr 91 Eichener Anzeiger Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Conntag». General-Anzeiger für Gberhefien Tte ^Wietzener LamilienblStter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da« „Kreisblatt für ben Kreis Ließen" zweimal wöchentlich. Die „Landwittschaftlichen Seit* fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Donnerstag, 18. April 1912 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universität« - Buch- und Skeindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Eckul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktiom^K 112. rel.-AdruAnzeigerGleben« Mb. Deutscher Reichstag. 3 9. Sitzung, Mittwoch, ben 17. April. Am Tische de« Bundesrats: Wackerzapp. Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet dir Sitzunq um 1 Uhr 20 Min. Der Efaf für das Reichs ■ Elfenbahnamt (Zweiter Tag.) Abg. Vogtherr (Soz.): Nach den Erklärungen dcS Präsidenten dcS Reichseisenbahn- amts ist also unsere Resolution auf r e i ch S g e s e tz l i ch e R e g e- lung der Dienst- und Ruhezeit des Personals aussichtslos. Daö Amt will nichts leisten. Unsere scharfe Kritik war also berechtigt. ES ist bezeichnend, daß der Abgeordnete DehrcnS das KoalitionSrccht der ElektrizitätSarbeiter vernichten will, wenn die Elektrizitätswerke die staatlichen Bahnen^ versorgen, -^cr Redner sucht nachzuwcisen, das; daS Personal überbürdet ist und daß schwere Eisenbahnunglücke die Folge waren. Die Gerichte haben ja sogar diese Ueberlastung als mildernden Umstand angerechnet. Wie kann man dann behaupten, daß der Gesundheitszustand der Arbeiter durch die lange Arbeitszeit nicht leidet? Eine solche Behauptung kann nur am grünen Tisch eines ganz Unerfahrenen ausgestellt werden. Präsident Wackerzapp bc- lzauvtct weiter, daß die Verkürzung der Arbeitszeit die BetriebL- infälle steigerte. Man braucht nur die logische Konsequenz zu liehen, nämlich, daß danach die Verlängerung der Arbeitszeit die Betriebssicherheit erhöhen müßte, um zu sehen, wie absurd solche Behauptung ist. Dann die P r e ß z e n s u rl ES ist widerwärtig lächerlich, wie die preußische Verwaltung die ihr unsympathische Presse von den Bahnhöfen auszuschließen sucht. Unsere Presse ist aber keine quantite negligcable mehr! Tie können Sie nicht mehr mit einer souveränen Handbewcgung abtun. Aber auch gegen die bürgerliche Presse geht man vor: gegen die »Welt am Montag" und den „Simplizissimus". Das ist eine unerhörte Ent» rechtung der Presse. Die „Welt am Montag" kann nur noch in Hessen und Mecklenburg auf den Bahnhöfen verkauft werden. Mecklenburg kann das ertragen, Preußen nicht. Natürlich ist die politische Haltung des Blattes die Ursache. DaS ist eine Art der widerwärtigsten politischen Korruption, der sich die preußische Verwaltung schuldig macht (Vizepräsident Dove ermahnt den Redner, sich in den Ausdrücken zu mäßigen.) Auch hinter dem „SimplizissiinuS" ist man Tier. (Abg. von Gamp (Np.): WaS geht uns der an?) Sehr viel! Er ist z. V. in Baden verboten worden, weil er die bestehende Ordnung und 1 die guten Sitten gefährde. (Heiterkeit links.) Für Hundert- tausende aber ist er eine literarische Erfrischung, j (Lachen reck'ts und im Zentr.) Natürlich nur für solche, die ihn i verstehen. Tie ihn nicht verstehen, die stehen natürlich davor, wie die Kuh vor dem neuen Tor — natürlich außerhalb des Haus:S. (Heiterkeit.) Die niederträchtige Schundliteratur, die Sherlock Holmes- und Nick Earter-Geschichten aber sind auf den Bahnhöfen zu haben. Auch die „Wahrheit", die schnell in die Brüche gehen würde, wenn sie nicht auf t *n Bahnhöfen zu haben wäre. Mein Urteil über dieses Blatt ist dasselbe, daS jeder I anständige Mensch darüber fällt. Ich verweise nur auf den antisemitischen Abgeordneten Bindewald, der im vorigen Jahre mit Bezug auf dieses Blatt von Revolverjcurnalistik und Er- presscrtum sprach. Wir protestieren gegen die schmähliche Bevormundung, bi» sich ein x-beliebiger Geheimrat dem Publikum gegenüber herauSnimmt. (Beifall linkS.)^ Dbg. List-Eßlingen (Natl.) begründet Ne gestern schon besprochene Resolution seines Parteigenossen Beck (Heidelberg), die den Reichskanzler um eine Denkschrift über die bisherigen Wirkungen und Ergebnisse des StaatSwagenverbanoeS ersucht, in der zugleich Richtlinien für etwaige weitere Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens im Benehmen mit der vom Deutschen Handelstag eingesetzt.'n Sonderkommission und mit Vertretern des Großen Generalstabes dargelegt werden sollen. Herr Kirchhoff macht neben dieser Forderung zur vollen Betriebs- und Finanzgemeinschaft der deutschen Eisenbahnen den Vorschlag, ein Gemcinschastsamt mit einem Parlamentsrat einzu- richten. DaS sollte doch nur einen Weg zeigen, auf dem man die volle deutsche Eisenbahngemeinschaft erreichen könne, und die Art, in der die „Norddeutsche Allgemeine" und der preußische Eisenbahnminister daS Sachverständnis dieses hochverdienten ManneS behandelte, ist überaus bedauerlich und schwer verständlich. Herr v. Breitenback bat eS in der preußischen Budgetkommission abgelehnt, von sich aus vorzugehen; ec meinte, wenn Württemberg ein so großer Interesse an der Vereinheitlichung habe, solle eS doch selber vorgehen auf dem Wege einer Verständigung mit den anderen süddeutschen Staaten. Das ist ein recht magerer Kanzleitrost, denn eine solche Verständigung ist nach Lage der Sache ausgeschlossen ohne die Mithilfe einer großen Eisenbahnmacht wie Preußen. Die Behauptung des preußischen Ministers, daß wir auf dem Gebiete eines einheitlichen deutschen Eisenbahnwesens schon über die Forderungen des Artikels 42 der Reichsverfassung binauögekommen sind, entspricht zwar dem Ruhebedürfnis des Ministers, aber nicht den Tatsachen. Man sagt, wir Württemberger wollten nur unsere Staatsfinanzen aufbessern. Das ist aber doch nicht der einzige und ausschlaggebende Gedanke in einer so eminent nationalen Frage. Wir wollen uns wahrhaftig nicht an den Erträgnissen der preußischen Staatsbahnverwaltung bereichern, das wäre aucp ein vergebliches Bemühen; wir wollen ober daö Geld, das auf der Straße, auf den Schienen liegt, durch weitere Ausbildung des Einheitsgedankens nutzbar machen Es ist noch sehr viel Geld zu verdienen durch Ersparnisse, die „Norddeutsche Allgemeine" nennt es ein Linsengericht, nun, den süddeutschen Staaten ist auck ein kleiner Zuschuß willkommen. Bismarck hat damals die hessische Ludwigsbahn nicht verstcrai» licht, weil, wie er sagte, die Nabelschnur zwischen Nord- und Süddeutschland nicht durchschnitten werden sollte. Er hat das Reichseisenbahnprojekt eingebracht, daS leider an dem Widerstand der süddeutschen Staaten gescheitert ist, die das Ucbcr- wiegen deö preußischen Einflusses fürchteten, und ichon iene Lor- läge' beweist, daß wir mit unserer Forderung aus dem -oben der Verfassung stehen. Aber auch obnedieS erfordern die.unbeliebt- genden Zustände ein Vorgehen. Die Güterwagengemeinichaft hat gewiß große, Vorteile gebracht, aber trotz der Gemeinschaft ist eine fortgesetzte Abrechnung zwischen den verschiedenen Staatsbahnverwaltungen notwendig. Bei den Personenwagen ist kein gemeinschaftliches Material, daher ist eine richtige Ausnutzung und Ersparnisse nicht möglich. Tie Umleitung und Konkurrenzierung, unter denen wir leiden, sind der wahre Hohn auf den Artikel 42 der Verfassung. Tie Reichseisenbahn können wir nicht erreichen, dazu bietet Preußen nicht seine Hand; die BetriebsgemeiN)chast wäre zweifellos ein großer Fortschritt, -ater allmählich müssen wir zu einer vollen Gemeinschaft kommen, allerdings auf föderativer Grundlage. Diese Denkschrift soll eine Etappe sein und soll den Weg zum Endziel ergeben. Welche große Bedeutung würde eS haben z. B. auch für die Elektrisierung der Bahnen und für die militärischen Interessen! Die Hoheitsrechte der einzelnen Staaten soll man nickt zu hoch einschätzen; als Preilßen die 45 tägige Rückfahrtkarte einführte, mußten die anderen Staaten sofort Nachfolgen, und in der Generalkonferenz der deutschen Eisenbahnen über die Gütertarife nützt cs nicht?, wenn ein Staat sich sträubt. Das ganze Hoheitkrecht besteht darin, daß die kleinen und Mittelstaaten ihre eigenen Eisenbahnschulden bezahlen dürfen. (Sehr gut!) Zugunsten einer großzügigen Eisenbahngemeinschaft föerben die Staaten ihr Hoheitsrccht gern aufgcben. Zunächst also bitten wir um das Ergebnis bei Güterwagengemeinschaft; barüber sind wir noch nicht im klaren, das ergibt sich aus dem Widerspruch zwischen dem preußischen Minister und dem Berichterstatter im preußischen Abgeordnetenhaus. Wie weit ist der Wagenmangel auf die Güterwagengemeinschaft zurückzuführen? Dann aber ber- langen wir, daß Preußen aus seiner Zurückhaltung herauktritt, wieder zurgute nDiSmarckschenPolitikzurückkehrt und die Forderung des EinheitsgedankenS, auch auf dem Gebiete deS Eisenbahnwesens verwirklicht. (Lebhafter Beifall.) Ter Minister steht im Gegensatz zu den früheren Richtlinien der preußiscken Eisenbahnpolitik. Wir wollen, daß Preußen in dieser nationalen Aufgabe vorangeht. Auch die SchiffahrtSabgaben sind aufgebaut auf Entgegenkommen der verschiedenen Staaten, verschiedene Hoheitsrechte mußten aufgegeben werden. ES ist nur der gute Wille notwendig, auf preußischer Seite. Bei der Einbringung der ReichSeisenbahnvoilage hat BiSmarck 1876 gesagt: Möge die Entwicklung noch so langsam sein, wo ist denn Wichtiges jemals anders zustande gekommen, als mit Kämpfen und gerade durch Kämpfe? Mögen die Schwierigkeiten noch so groß sein, wir werden nicht zurückschrecken, weil wir überzeugt sind, baß, wenn eines an sich richtigen GebankcnS bie öffentliche Meinung sich einmal bemächtigt hat, er nicht eher von der Tagesordnung verschwinden wird, als bis er sich verwirklicht hat, als bis die Reichsverfassung als deren Stellvertreter ich hier stehe, zur Wahrheit wird, auch in den Eisenbahnartikeln. (Lebhafter Beifall.) Nehmen Sie unsere Resolution an, als Etappe. (Beifall.) Abg. Gothcin OBV.)* DaS ReickSeisenbahnamt möge einmal energisch nackforschen, an welchen Niveauübergängen die Aufstellung von Schrankenwärtern notwendig ist, da bie Eisenbahn selbst ans fiskalischen Gründen in der Wahrung ber Sickeiheitsvorschrif- ten zu lax vorgeht rind bie notwendigen Schranken nicht überall aufrichtet. Tas Publikum hat das dringendste Interesse, die Gefährdung seiner Sicherheit beseitigt zu sehen. Abg. v. Böhlrndorss-Kölpin (Kons.)k Tie Einführung der Elektrizität auf unseren Hauptbahnen bedarf sehr gründlicher Prüfung, unter Umständen könnte unsere ganze Mobilmachung lahmgelegt werden; dazu kommt bie Gefahr i deS Streiks/Den Ausführungen dcS Präsibenten des ReichSeisen- . bahnamlS, daß wir hoffentlich bald zu einer größeren Vereinheit- 1 Hebung des Eisenbahnwesens kommen werden, muß ich namens meiner Freunde ganz entschieden entgegcntrcten. Tie Einheit- I lickkeit wird durch die jährlichen Konferenzen genügend gewahr- leistet, aber das finanzielle Rückgrat darf man Preußen nicht nehmen. Tor Redner äußert verschiedene Verkehrswünsche, u. a. Vereinheitlichung deS Bremssystems im Verkehr mit den Nachbar- ländern. Präsident des Rerchsetsenbabnamts Wackerzapv: Bei der Elektrisierung der Staatsbahnen können allerdings Besorgnisse auftreten, weil ja die Gefahr böswilliger Zerstörung ober Unterbrechung beim elektrischen Betriebe naturgemäß größer ist als jetzt. (Hort! Hört! und Sehr richtig!) Soweit der elektrische Betrieb bis jetzt eingeführt ist oder in Aussicht steht, ist er stets im Einvernehmen mit der Heeresverwaltung eingeführt worden. In gleicher Weise wird auch in Zukunft verfahren werden. Besondere Fürsorge wird getroffen werden, daß bie militärische Leistungsfähigkeit der deut- scheu Dahnen in keiner Weise beeinträchtigt wird. Tie Preß« zensur gehört nicht zum ReichSeisenbahnamt. Klagen müssen also in den Landtagen vorgebracht werden. Niveauübergänge werden nach Möglichkeit beseitigt, lieber eine internationale Einführung der selbsttätigen Güterzugbremse schweben Verhandlungen. Bei der Frage ber Vereinheitlichung deS Reichseisenbahnwesens stehe ich lediglich auf dem praktischen Standpunkte: Was ist erreichbar, was nicht? Für erreichbar halte ich das Zustandekommen weiterer I Sonderabkommen der deutschen Bahnen in Einzelfragen, > wo das einheitliche Vorgehen Vorteile bringt oder Nach- teile beseitigt Unerreichbar für jetzt und auch für bie nahe Zukunft erscheint mir bie Bildung einer vollen Betriebs- und Finanzgemeinschaft, als auch die Ucbertragung der Bahnen auf bas Reich. Tie Initiative mutz von den Bundesstaaten aus- gehen. Ter Bundesrat wird doch nicht etwas beschließen, daS gegen den Willen der meisten Einzelstaaten ist. Also zunächst müssen die Bundesstaaten für die Förderung dieser Idee eintreten. Dbg. BloS (Soz.): Durch die preußische Verkehrspolitik wird Braun sckweig außerordentlich geschädigt. Braunschweig wirb vom Durchgangsverkehr völlig auSgcsckaltet. Alle Eingaben ber Braunschweiger Handelskammer sind ohne Erfolg. Man behandelt diese Kammer geradezu wie ein NevolutionSkomitee. Auck der Braunschweiger Bahnhof bedarf ber Modernisierung. Er ist ge- rabezu der Nestor der größeren deutschen Bahnhöfe. Abg. Dr. Hans-Karlsruhe (Vp.): Die überwältigende Mehrhe't des deistschen Volkes will bie Reichöeisenbahnen. Nur bie preußischen Partikularisten wollen nicht. Dieser Kampf um die Reichsbahnen gehört auch zum Kampf gegen das ungerechte preußische Wahlrecht. Dbg. Werner-Sersfeld (Rfpt.) verlangt wenigstens eine gesetzliche Regelung der Ruhezeit ■ der Lokomotivführer. Dbg. Reißhaus (Soz.): Wir werden alles tun, um bie Kompetenz deS Reichseisenbahn- amtes zu erweitern. Ter Redner bringt Beschwerden aus dem Erfurter Eisenbahnbezirk vor und Erlangt Verbesserung der vierten Wagenklasse, bie nicht als menschenwürdig betrachtet werden kann. Dbg. Dr. Müller-Meiningen (Dp.)' oittet um billige Fahrkarten für Wanderfahrten im Interesse der Jugend. Sie sollten wenigstens den Einpfennigkilometertarif bekommen. Dbg. Hasenzahl (Soz.) verlangt höhere Löhne für die Werkstättenarbeiter und^ die Werkführer. Tas Vorgehen der Verwaltung gegen die Sozialdemokratie ist ein Terrorismus ohnegleichen und eine brutale Ausnützung der wirtschaftlichen Macht. Abg. v. Morawski (Pole) verlangt eine paritätische Behandlung der polnischen Zeitungen bei den Bahnhofsbuchhandlungen. Präsident Wackerzapp: Degen der Eisenbahnanlagen in Braunschweig schweben ' noch Verhandlungen zwilchen ber Eisenbahnverwaltung und den j Landesbehörden, die noch nicht abgeschlossen sind. Der Entwurf, den die erstere aufgestellt hat, hat die Zustimmung „der Landes. beworben gesunden, wegen seiner Ausführung wird aber noch verhandelt. Der Präsident spricht nochmals gegen eine reichSgesetz- liche Regelung der Dienstzeit. Damit endet die Aussprache zum Etat des ReickSeisenbahn- arntS. Die Resolutionen betr. die gesetzliche Regelima der Dienst-und Ruhezeiten des Personals und die Denk- schrift über den Staatswagenverband werden angenommen. - Der Suffizefaf. klm Tische des Bundesrats: Dr. Liseo. Abg. Stadthagen (Soz.) > spricht über die drakonische Ju'tiz bei geringfügigen Sacken, während ein so offenkundiges GcwohnheitSverbrecken wie das Duell nickt verfolgt werde. Warum geht das ReickSjustizamt nicht gegen die Instanzen vor, die Strafen verhängen, weil jemand das Tuellverbrcckcn nicht begehen will? Ter Redner spricht über den „ReickSvcrband zur Verbreitung bet Lügen gegen b i e Sozialdemokratie". Ter Mord eines Polizisten an dem Arbeiter Hermann ist noch heute nicht gesühnt, der geordnete Poliz'istaat kann nickt feststellen, lreicher Polizeibeamte damals an jener Stelle Dienst hatte. (Zuruf von den Soz.: Eie wollen nichtII TaS darf ich nickt sagen, ich muh an eine organische Krankheit im Justizkörper glauben. Wir haben feinen unabhängigen Richterstand; jetzt werden sogar national- liberale Richter gemaßregelt. TaS ist Mißbrauch der Amtsgewalt durch den Justizminister. Sind die Beamten verständig, so müßen sie alle sozialdemokratisch wählen. (Lachen.) Tun sie daS nicht, dann sind sie wie die Nachkommen der Ochsen des Pythagoras. (Zuruf reckts: Ochsen haben keine Nachkommen! Große Heiterkeit. Anderer Zuruf: Sic sind selber eine ein- prozentige Hekatombe!) Bei den Streikprozessen im Ruhrgebiet hat man GericktSver- fassung und Strafprozcßordnung außer Kraft gesetzt. Mit der rücksichtslosen Verhängung ber Untersuchungshaft kann der dümmste, frivolste und gewissenloseste Staatsanwalt den Unschuldigen ins Verderben bringen. So ist es im Ruhrrevier jetzt gewesen. Herr Staatssekretär, warum gehen Sie gegen diese Beamten wegen Mißbrauch ihrer Amtsgewalt nickt vor? Noch ein weiteres zur Diffamierung der Justiz. Man läßt bie Angeklagten einen Revers unterschreiben, durch den sie auf Innehaltung der Labefrist verzichten. Das ist Erpressung. Tas muß aufpeitscheni. wirken. (Abg. Mertin: Tas ist freiwillig und kommt überall vor, daß auf die Frist verzichtet wirb.) Die Unternehmer jubeln, benn bie Klassenjustiz ist zur Parole erhoben. (Unruhe.) Soll man statt Streikbrecher Arbeitswilliger sagen? TaS sind bock Leute, zu« sammengesucht aus bem Auöwurs der Menschheit. (Große Unruhe.) Ter Streikbrecher ist jetzt bie Stutze ber Gesellschaft. Ter Redner trägt unter großer Unruhe eine Reihe drastischer Straffälle vor. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Interpellation Basser- mann über den bayerischen Jesuiten-Erlaß. Wahlprusung des Abg. Becker-Hessen (bei k. Frqktion) und Fortsetzung der heutigen Beratung. .Schluß Uhl Deutsche Kolonien. Der neue Gouverneur für Deutschostafrika, der bisherige Tireltor un RcicySlolomatamt Dr. Schnee^ steht schon seit langer Zeit im Dienste unserer Kolonial- Politik. Er ist am 4. Februar 1871 in Neuhaldensleben geboren, besuchte das Gymnasium in Nordhausen, wurde 1894 Regicrungsreferendar in Erfurt und Leutnant der Reserve des 6. Grenadier-Regiments, 1897 RegierunHs- assessor, übergetreten zur Kolonialabteilung des Auswär- tigen Amts. Er wurde 1898, als Deutsch-Neuguinea noch unter der Herrschaft der Neuguinea-Kompagnie stand, als kaiserlicher Richter nach Hcrbertshöhe (Bismarck-Ar- chipel) entsandt. Bei der' Zurücknahme der .Hoheitsrechte durch das Reich 1899 wurde er mit Wahrnehmung der Gouvernementsgeschäfte bis zum Eintreffen des ersten Gouverneurs v. Bennigsen betraut und war dann als Bezirksamtmann und Ria-ter sowie zeitweise als stellvertretender Gouverneur weiter in Herbertshöhe tätig. Er zeigte besonderes Geschick in der Behandlung der Eingeborenen und trug durch seine Tätigkeit wesentlich zur Befriedigung und Erschließung des Landes bei. 1910 wurde Schnee als Bezirksrichter nach Samoa versetzt und 1901 nach einem mehrmonatigen Heimaturlaub mit der Vertretung des beurlaubten Gouverneurs Dr. Solf, des jetzigen Staatssekretärs, beauftragt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1903 wurde Schnee wieder in der Kolonialabteilung beschäftigt und zum ständigen Hilfsarbeiter, 1904 zum Legationsrat ernannt. 1905 bis 1906 war er als Kolonialbeirat der Botschaft in London tätig, von wo er wertvolle Berichte, besonders über die englischen Kronkolonien, erstattete. Auf längeren Reisen hatte er Gelegenheit gehabt, sowohl in englischen wie in holländischen und amerikanischen Kolonien Erfahrungen zu sammeln. 1906 wurde er als Wirklicher Legationsrat und Vortragender Rat in die Kolonialabteilung zurückberufen und leitete nach Errichtung des Reichs-Kolo- nialamts 1907 als Dirigent die Personalabteilung. An der Neuregelung der Kolonialbeamtenverhältnisse, die besonders in dem 1910 verabschiedeten Kolonialbeamtengesetz in die Erscheinung trat, siel ihm ein Haupt- verdienst zu. Ende 1910 wurde ihm die Leitung der Ver- waltungs- und politischen Abteilung des Reichs-Kolonial- amts übertragen, im £ klober 1911 hie Stellung als Direk- tor im Rerchs-Kolonialamt. Seine Frau, die aus Neu-Seeland stammt, war bereits mit ihm in Samoa und hat später in Berlin an kolonialen Veranstaltungen, besonders als Vorstandsmitglied des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, regen Anteil genommen. Kirche unt Schule. Das Urteil gegen Pfarrer Traub. Das im Disziplinarverfahren gegen den Pfarrer Traub vor dem Konsistorium in Breslau ergangene Urteil vom 15. März dieses Jahres ist dem Ängeschuldig- ten am 11. April zugestellt worden. Sein wesentlicher Inhalt wird vom Wölfischen Telegraphenbureau folgender- mcrßcsr verbreitet: „Sämtliche Verfehlungen des Angeschuldigten liegen auf außer amtlichem Gebrete und sind in feiner publlzrsnschen und literarischen Tätigkeit zu suchen. Zer AerichtAhos halt dm Ängeschuldigten für sämtliche in der „Christlichen Freiheit" erschienenen Artikel disziplinär für verantwortlich, mich soweit Ne »icht von ihm selbst herriihren und gleichviel, ob die Artikel von den fremden Verfassern gezeichnet worden und oder nicht, m,t Ausnahme der Mitteilungen aus dem Wuppertal. Eim Freisprechung im Strafverfahren wegen Nichtersüllung eines beitimm- ten Tatbestandes oder mit Rücksicht auf eine stra saus >chl testende Bestimmung des Reichsstrafgesetzbuches macht die Sache für das Disziplinarverfahren nicht zur res iudicata; die Disziplinarbehörde kann vielmehr, ohne durch die richterlichen Urteile gebunden zu sein, das Verhalten des Angeschuldigten in einem lolcheu Falle vom disziplinären Gesichtspunkt aus frei würdigen. Der Angeschuldigte macht für sich geltend, daß eZ ihm überall um die Aufdeckung kirchlicher Schäden und um Herbeiführung besserer Zustände in der Kirche zu tun gewesen sei; dies habe wirkungsvoll nur durch scharfe Kritik geschehen können; die Absicht der Herabwürdigung und Verletzung habe ihm stets ferngelegen. Der Gerichtshof hat diesen Erklärungen Glauben geschenkt, aber damit den Angeschuldigten doch nicht als entlastet erachten können. Keineswegs soll ihm das Recht der freien Meinungsäußerung, die Befugnis, an der Landeskirche, ihren Behörden und Einrichtungen auch öffentlich Kritik zu üben, abgesprochen werden. Der Angeschuldigte hat aber außer Acht gelassen, datz die Art und Weise der Besprtxhung in der Oeftentlichkeit das Ansehen und die Autorität, deren die Kirche sowie ihre Behörden und Organe zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht ent rat en können, durchaus zu untergraben und zu zerstören geeignet ist. Hinsichtlich der Broschüre „Staatschristentum oder Volkskirche' hat der Gerichtshof dem Ängeschuldigten geglaubt, daß er nur eine sachliche, wenn auch scharfe Kritik mit der ehrlichen Absicht habe schreiben wollen, Verbesserungen in seinem Sinne herbeizuführen. Aber auch unter Zugrundelegung dieser 'Zluffassung muß eine Reihe von Aeußerungen mindestens in den beiden letzten Abschnitten unter das gleiche Urteil fallen wie die publizistischen Aeußerungen des Angeschuldigten. Hiernach mußte der Gerichtshof zu der Feststellung gelangen, daß der Angeschuldigte sich in seinem Verhalten außer dem Amte der Achtung, des Ansehens und des Vertrauens, welches fein Beruf erfordert, nicht würdig gezeigt hat. Bei der Abmessung der Strafe, welche den Anye- fdiufbigten treffen mußte, waren zunächst einige für ihn günstige Umstände zu berücksichtigen. Insbesondere auf Grund des Eindrucks, welchen seine Persönlichkeit in der Hauptverhandlung machte, wurde seiner Versicherung Glauben geschenkt, daß es ihm überall nurumdieSachezu tun gewesen sei, daß er nichts anderes erstrebt, als bessere Zustände in seinem Sinne herbeizuführen, und daß es niemals in seiner Absicht gelegen habe, die Landeskirche, ihre Einrichtungen und Behörden oder einzelne Personen herabzuwürdigen und zu verletzen. Diese Versicherung wurde unterstützt durch die glaubhaften Angaben des Angeschuldigten, daß er an der Kirche nicht stets nur Kritik geübt, sondern wiederhol t fü r s i e öffentlich gegenüber Sozialdemokraten und Monisten cii’.getrcten sei, und daß er nach Eröffnung des Disziplinarverfahrens den Neudruck seiner Schrift „Staatschristentum oder Volkskirche" inhibiert hat. Somit mußte anerkannt werden, daß dem schuldhaften Verhalten des Angeschuldigten nicht unedle Motive zugrunde gelegen haben. Auch seine Wirksamkeit im Amte als Geistlicher der Rcinoldigemeinde in Dortmund darf nicht unberücksichtigt bleiben. Es ist ihm bezeugt worden, daß er in seinem Am?c mit Treue, großer Aufopferung, regem Eifer und unter Hingabe seiner ganzen Persönlichkeit seine Pflichten erfüllt, sich hierin auch nicht durch seine publizistische und literarische Tätigkeit abhalten lasse, vielmehr — mit großer Arbeitskraft aus- gerü)tct — beides zu vereinen weiß, daß er außerordentlich tätig und rührig auf dem Gebiete der Seelsorge ist, unermüdlich den einzelnen Mitgliedern seiner Gemeinde nachgeht und sie zu gewinnen sucht, auch sich mit besonderer Liebe und Aufopferung der Armen und Kranken annimmt, endlich auch unbestreitbargroßeBerdiensteum den äußeren Ausbau der Reinoldigemeinde hat. Anderseits sind die Verfehlungen des Ängeschuldigten so schwer, daß sie mit einer Ordnungsstrafe, insbesondere dem von dem Vertreter der Anklage beantragten Verweise, als nicht genügend gesühnt angesehen werden konnten. Hiernach blieb nur die Entfernung aus dem Kirchen- amte übrig, die in ihrer mildesten Form der Versetzung — trotz mancher gegen diese Strafart gerade im vorliegenden Falle bestehenden Bedenken — als angemessen erschien." Landwirtschaft. Lie Demoustrations-TüngungSversllche deS Landwirtschaftökammer- AusschnsseS für Oberhefien 1911 Tie vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß seit seinem Bestehen durchgeführten Temonstrations-Tüngungsversuche wurden 1911 noch weiter ausgedehnt. So wurden neben den laufenden Felddemonstrations-Tüngungsversuchen in Hos-Schleiseld, Grund- Lchwalheim, Torf-Güll, Ober Erlenbach, Beuern, Hutzdorf, Rohrbach und Altenstadt 2 Wiesendüngungsversuche in Wallenrod und Alten-Buseck, ferner 2 Hutweiden-Düngungsversuche auf den meliorierten Hutweiden der Gemeinden Grebenhain und Ober-Seemen zur Turchführung gebracht. Leider hatten diese Versuche mehr oder weniger unter den abnormen Witterungsverhältnissen des vergangenen Jahres zu leiden. Tas trockene und teilweise kalte Frühjalw 1911 schädigte einerseits die Wintersaaten in der Entwicklung, andererseits auch^das Auslaufen der Sommersaat, ebenso w"' b’r b'i'"' h-nrfpne immer eine normale Entwicklung der meisten Hackfrüchte nicht zuließ. Unter diesen Umwänden und die Erträge gegen die Boriahrc meist zurückgeblieben, woraus zu erkennen ist, daß eine volle Ausnutzung der in der Düngung verabreichten Nährstoffe nicht stattgefunden hat. Tic Wirkung der verschiedenen Slick,toschünger innerhalb der Volldüngung bei den Winterweizen-Tüngungsver- suchen war sehr verschieden. Wenn die Wirkung der Voll- büngung mit Chilisalpeter gleich 100 gesetzt wird, so war die Wirkung des Ammoniaks 110 und Stickstoffkalks 104,6. Eine Erklärung für diese Erscheinung dürfte nur in der extremen Witterung ihre Begründung finden. Ta der Stickstoff als schwefel- saures Ammoniak und als Kalkstickstoff in ganzer Gabe im Herbst verabreicht wurde, so kam er, soweit dies die Nitrifikation ermöglichte, zur Wirkung. Ter Salpeterstickstoff dagegen kam in 3 Gaben zur Verwendung, V, im Herbst, % im Frühjahr. Tie Ungunst der Witterung hat nun dahm gewirkt, daß von dem im Frühjahr gegebenen Salpeter nur ein geringer Teil aus- genutzt wurde und daß demgemäß die Wirkung des Salpeters hinter der der anderen Stickstoffdüngemittel zurückstand. _ Tie Tifferenzdüngung ergab wiederum das große Stickstoffbedürfnis unserer Böd-n, während das Kali- und Phosphorsäurebedürsuis nicht in demselben Maße in die Erscheinung trat. Bei den TüngungSversuchen mit Sommergetreide stehen in ihrer Wirkung der Volldüngung die Salpeterarten, wie Chilisalpeter und Kalksalpeter, oben an, während die Ammoniak- und Amiddünger in ihrer Wirkung zurücktreten. Diese Erscheinung ist wohl so zu erklären, daß infolge der Trockenheit die Nitri- fikation nur mangelhaft war und daß hierdurch bei Kalkstickstoff (infolge seiner ätzenden Wirkung) sogar eine Ertragsverminderung erzielt wurde. Tie Wirkung der verschiedenen Stickstoffdünger war bei den Tüngungsversuchen mit Hackfrucht sehr verschieden. Tie höchste Wirkung bei 2 Kartoffelversuchen zeigte der Kalksalpeter. Chili- salpeter stand ihm in der Wirkung nahe, dagegen standen Ammoniak und Kalkstickstoff in einem Versuch weit zurück, während sie bei einem anderen Versuch dem Chilisalpeter gleich standen, ihn sogar noch etwas übertroffen haben. Tiefe widersprechenden Ergebnisse sind auf die Ungunst der Witterung zurückzusühren. Ein Tüngungsversuch mit Runkelrüben zeigte erneut den Chilisalpeter als Stickstossdünger als den geeignetsten für diese Pflanze, wenn auch der Kalksalpeter in seiner Wirkung nur wenig nachstand Ammoniak und Kalkstickstoff hatten geringere Wirkung. Tie Tifferenzdüngung hat ergeben, daß Phosphorsäure und Kali bei den Kartoffelversuchen kaum zur Wirkung kamen, daß dagegen die Runkelrüben diese Düngung wenigstens teilweise aus- nützen konnten. Tie Hutweiden-Düngungsversuche, die 1911 in Grebenhain und Ober-Seemen angelegt wurden, haben trotz des schlechten Jahres recht gute Ergebnisse gebracht. Tie Versuche zeigten zunächst, daß die Grundlage jeder Düngung dieser Flächen ihre absolute Sättigung mit Kalk ist. Volldüngung ohne Kalk erbrachte nur 60,6 Prozent der Volldüngung mit Kalk, und Kalk allein bewirkte eine Ertragssteigerung von 51,1 Prozent der Voll- büngung. Tie Tifferenzdüngung zeigte, daß Phosphorsäure und Kali die Ernte um rund 1/4, Stickstoff um rund V2 steigerte. Tie Wiesen-Düngungsversuche lieferten ähnliche Ergebnisse. Diese wurden gleichfalls mehr ober weniger von den extremen Witterungsverhältnissen beeinträchtigt. Ta die Versuchsergebnisse im vergangenen Jahre keine sicheren Anhaltspunkte bieten können, soll eine Veröffentlichung dieser mit den in 1912 gewonnenen, hoffentlich normalen Ergebnissen, zusammen erfolgen. Tie TemonstrationS-Tüngungsversuche sollen zunächst dem Landwirte die praktische Ausführung von Versuchen in einem Beispiel vor Augen führen und ihn zugleich zur Durchführung weiterer solcher Versuche im eigenen Betriebe anregen. Eine weitere sehr wichtige Ausgabe besteht jedoch darin, den Boden auf seinen Nährstoffbedarf zu prüfen und sichere Anhaltspunkte für tne rationellste Düngung zu erhalten. £eud)ttürn:e und vog Ischutz. O Dresden, 15. April. Ter Deutsche Verein zum Schutze der Vogelwelt hielt hier seine Hauptversammlung ab, die sich eines außerordentlich zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Eine besondere Ehrung wurde der Tagung dadurch zuteil, daß der König sowie die Prinzen Friedrich Christian und Ernst Heinrich von Sachsen zu der Hauptversammlung erschienen. Im übrigen bekundeten die staatlichen und städtischen Behörden ihr besonderes Interesse an den Verhandlungen dadurch, daß sie eine Reihe von Vertretern entsandt hatten. Ten Vorsitz der Versammlung führte Graf v. Wil- lamowitz-Möllendorsf, der nach einer kurzen Begrüßungsansprache sich des näheren über die Ziele und Ausgaben des Vereins üer> breitete. Tiefe bestehen darin, darauf hinzuwirkcn^ daß unferm Vaterlande die reiche Vogelwelt erhalten bleibe, die eine Zierde von Wald und Flur sei, leider jedoch schon in manchen Arten fast ausgestorben sei. Hier gelte es, zu retten, was noch zu retten sei. Jeder, der ein warmes Herz für die Natur und ihre Geschöpfe habe, möge daran Mitarbeiten, die Bestrebungen des Vereins zu fördern und zu unterstützen. Im Mittelpunkt des Interesses der Tagung stand der Vortrag des 2. Vorsitzenden des Vereins, Tr. Karl R. H 0 n n i ck e, den dieser über „Leuchttürme und Vogelschutz" hielt. Nachdem der Redner einleitend daraus hingewiesen hatte, daß sich manche Kiiltnrerrunacnschaften der neuen Zeit für die Sier* und namentlich die Vogeürelt als in hohem Matze verderblich er» wiesen haben, iuic 3. B. die Telegraphen- und Telephondrahte, entwarf er ein Bild von den bisher gemachten Versuchen, bieie Schädigungen soweit wie möglich abzuschwächen, uameiit.lch hinsichtlich der Leuchttürme, die zwar für die Sceichinahrt .ganz unentbehrlich geworden sind, bereit Siebt aber einen magiKöen Einfluß auf die vorüberziehenden Vogelscharen ausübt und dadurch jährlich Tausende von Vögeln dem Verderben roeiht. Frurn'r sei man der Ansicht gewesen, daß die osrüberfliegenden Vogel durch Anprallen an die Glasscheiben und die Wände der reua>t» türme, auf deren Licht sie in einer Art hypnotischen Zustandes zufliegen, ihren Tod fänden. Don dieser Ansicht sei man aber wieder abgekommen, nachdem sich herausgestellt habe, bau die Zugvögel von den rotierenden Lichtstrah.en der Leuchttürme mit beweglickjem Feuer angelockt und zu fortwährendem Kreisen um ben Turm unter dem Banne des Lichtes gezwungen werden, bis sie erschöpft ins Wasser stürzen, um dort ihren ^od zu finden. Ta Härten denn zuerst begrüßenswerte Matznahmen der holländischen Regierung begonnen, die am Leuchtturme von V>eit* Terschelling, einer auf dem Wege einer Vogelzugstraue gelegenen Nordseeinsel, Ruhe- und Sitzgelegenheit für die Vögel anbrlNZen ließ, wo die Vögel zu Tausenden Ruhe und Rast fanden, -uc holländische Regierung ließ über die dort rastenden Vögel genaue Kontrolle führen, und als man mit diesen Maßnahmen ganz hervorragende Erfolge erzielte, setzte sich die beuticbc Regierung mit der holländischen in Verbindung, um ähnliche Vorkehrungen an dem Leuchtturm von Helgoland zu treffen, von dem man festgestellt hatte, daß er unter allen deutschen Leuchtteuern den verderblichsten Einfluß auf die wandernden Vogelscharen aus- übt. Dadurch sei der erste Schritt getan, um der Vernichtung von Millionen von Vögeln vorzubeugen. Anschließend daran zeigte Prof. Tr. Martin Draetz, bei bekannte Vorkämpfer für ben Vogelschutz, eine Reihe von stimmungsvollen kinematographischen Vogelbildern, die interessante Einblicke in das „Familienleben" der gefieberten Sänger tur ließen. Nlärlre. fc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 17. April Auigetiieben waren 1742 Schweine. Vollsteifchige Schweine von 85 bis 100 ker Lebendgewicht 57.00 —59.00 1UL, Schlachtgewicht 73.00-75.00 DIL, voltfleischige Schweine unter 80 kix Lebendgewicht 56.50-57.50 9)1L, Schlachtgewicht 72-74. 0 Mk.; vollsteisctnge Schweine von 100—120 k? Lebendgeivicht 5s.o0—59.00. '1*1 L, Schlachtgewicht 73—75.00 Ulf.: voltfleischige Schweine von 120 bis 150 k? Lebendgewicht 57.50— 9 00 Dll, Schlachtgeivicht 72.00-74 Mk. ^eschäit mittelmäßig, bleibt Ueberstand. Limburg a. d. Lahn, 17. April. . ructu marft Durch- schnittsvreis vro Tlalter. Roier Weizen inasia ii her) 18/0 Mk., weißer Weizen (angebaute ftrembforteu) 18,20 k.. 9orn 14,80 Istk., Gerste: uttergerfte 00,00 'Mk., Braugerste 13,50 'Mk.. Haler l<,,50, Mk. 1 rbfen 0,00, Mk. Kartoffeln u,<>0-10,0. 'M kirchliche Nachrichten. 3$rüemi|ü}e HehgionsgcmemOe. Gottesdienst in der Snnaqoqe lroiicn:'2(votbcfc, Bcrliu W . 8. Devot in den meisten Ävotbeken und Drogerien. lsln,i Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert —- die Brühl’sche Univ.-Druckerei 2. Ziehung 4 Kl. 226. Kgl Prcuss. Lotterie. Ziehung vom 17. AprU 1812 vormittags. Aal Jede gevnireae Memmer sind twel gleich hohe He* wiese gefallen, and iwar Je einer ent die Lose gleicher Sammer In den beiden Abteilungen 1 and U Nur die Gewinne Uber 192 Mark sind den betretenden Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne Oewlhr.) (Nachdruck verboten.) 0 284 ( 6OOJ 414 612 938 1148 291 345 76 47 2 1400) 755 807 936 37 2003 196 392 489 618 936 16 3634 38 709 940 4136 299 323 601 16 634 61 623 37 6125 46 328 66 802 69 8134 208 833 919 7248 73 376 83 439 687 ,400J 776 986 8698 788 1400] 8076 100 382 (1000) 46 896 10164 216 449 ( 400 ) 626 27 86 11039 269 401 64 63« 698 791 967 12080 182 209 73 74 362 611 68 635 896 936 1 3085 136 437 666 733 42 1 4107 77 607 18 15262 383 807 65 943 18347 401 616 737 > 30001 972 17030 304 629 >4001 632 818 18023 119 379 418 616 980 1 8160 662 732 884 > 3000] 79 (400) 28116 1600) 77 21018 86 218 [ 4001 49 66 342 497 983 2 2137 54 474 > 400 J 80 84 > 4001 916 2 3336 37 679 833 94 971 24069 227 667 641 949 25111 >4001 86 323 799 807 16 996 26052 366 648 741 63 839 2 7 086 186 11000] 241 366 7 2 93 402 593 698 747 080 2 8681 936 2 8520 639 799 880 30063 239 54 616 864 97 3 1 427 96 961 [10001 32123 633 13231 63 >400) 986 3*010 400) 168 225 496 ( 4001 683 3 6 293 97 335 >6001 49 68 84 633 701 64 3 6486 587 3 7169 346 483 618 721 46 38012 29 49 392 94 603 1400 ) 668 803 914 38039 931 40101 206 1400) 323 72 673 968 41027 528 976 42030 660 43287 368 757 883 935 44033 110 847 920 45309 91 486 > 600 ) 606 783 869 4 6 018 27 190 261 683 847 89 914 4 7 060 66 93 94 451 79 614 94 916 46 >400) 97 48019 39 187 202 64 395 468 829 4 9323 489 616 629 724 866 5 0049 474 T26 > 500) 94 (10000) 51118 33 49 398 669 ( 400 ) 83 707 (400 ) 5 2302 (400J 27 424 -62 646 774 803 53372 648 816 54004 136 284 554dl 625 65 725 812 66038 628 86 834 «7 5 7 281 660 5 8164 401 71 688 894 776 801 5 8066 100 36 233 68 431 608 60270 386 627 8 1 062 66 169 862 8 2063 503 788 859 63069 |400| 326 467 541 834 828 64839 65619 720 83 6 6204 606 048 8 7 001 46 161 65 221 74 676 841 68010 66 101 16 246 366 87 447 660 11000] 716 44 831 (600 j 44 68110 290 831 89 443 680 851 >400) 70093 106 270 404 34 > 400 > 604 032 7 1243 433 882 7 2051 276 684 602 81 886 7 3464 556 762 998 7 *062 79 106 288 627 94 777 936 52 7 5799 7 6389 520 706 807 52 > 4001 61 77190 643 7 8001 101 74 314 922 97 76000 89 >1000 ) 469 587 837 873 0 0016 240 483 842 8 1 037 329 618 814 824 74 947 •2005 99 298 789 8 3 5 52 89 694 9 44 8 4 103 243 851 630 706 59 77 >15000) 858 69 8 5 382 462 550 67 U. 'M 86060 339 54 91 417 H 5U 00 890 1 7154 308 77 726 > 400 ) 966 8 8383 406 618 >600) 34 930 78 89342 636 682 726 86 90031 67 123 263 (1000) 341 (4001 609 968 9 2135 387 73 607 748 93428 >600| 690 963 73 94171 279 406 641 790 882 969 74 95496 590 96297 717 68 844 9 7021 63 209 344 800 987 9 8460 67 611 99088 376 97 686 892 100 94 114 62 282 1 01162 94 624 33 60 62 786 979 102033 23t, 40 2 892 96 1 0 3 266 >400) 963 104129 2ö8 814 64 406 746 873 978 1 05181 307 21 410 996 1 06123 532 (400) 63 687 788 1 0 7 321 646 686 108088 246 63 423 IJ 637 43 768 1 0 903 1 42 177 667 96 110037 84 111377 93 441 669 961 112061 79 688 772 906 25 31 113066 647 768 87 816 1 14024 149 (400) 6<7 1 15130 72 614 662 70 887 116038 217 336 606 60 90 726 97 809 977 1 17061 72 316 402 976 1 1 bu67 1 717 868 118221 34 401 791 867 120090 160 374 607 608 86 839 961 12 1 036 136 76 397 983 89 122390 716 21 67 811 973 > 3000) 123426 789 873 ’ 24131 418 618 42 7 61 12 5 094 363 93 641 791 126078 136 268 814 712 1 27188 275 696 693 741 68 964 1 2 8064 277 637 1 29652 85 747 130220 304 429 567 692 844 131497 661 888 952 132046 278 (10001 319 (1000) 463 873 909 133188 443 671 80 641 986 1 3*304 462 666 846 13 5 047 63 116 429 678 880 910 1 36094 121 53 382 406 69 666 137229 64 320 21 416 862 138022 33 44 174 233 661 84 990 1 39116 62 302 611 964 1*0340 672 760 96 1-1084 260 74 631 142113 396 674 602 98 1 4 3 206 736 40 866 1 44184 288 692 110001 14 5749 1 48176 357 490 663 626 1 47108 97 783 938 1 48062 376 434 38 1 4 9028 338 400 646 704 150354 640 706 896 151086 220 97 152043 273 >400| 406 36 64 962 73 153004 86 183 637 70 804 1 5 4 070 11000) 115 213 645 943 79 1 65113 | 400| 83 293 647 847 55 155001 146 96 426 l 5 7246 673 644 926 42 15*376 412 [4001 826 15*049 70 186 646 691 160138 81 202 320 440 41 770 881 191241 378 634 68 69? 703 14 64 1 6210. >4001 86 263 304 11 16 447 614 823 1 63143 819 39 914 1 6*111 663 69 604 54 1 65113 530 1 66 092 148 226 46 408 70 > 400) 798 967 1 6 7 336 477 (400) 741 879 953 81 168039 119 73 1 69’47 918 >400] 96 17046» 622 89 70 812 171107 69 282 782 172010 1400 ) 62 66 628 60 1 2 3482 613 79 840 913 17 *044 109 263 603 66 85 888 89 909 14 1 7 5 3 4 694 984 1 7G166 368 > 4001 419 R28 177033 123 493 6M 80 769 864 173068 401 610 38 905 46 1 7 8296 667 718 606 18050* 844 92« 181667 884 182071 244 183092 166 i 600 j 322 48 62 431 610 794 939 53 1 8 4013 106 266 460 603 18 88 1 8 5 084 267 566 «52 1 88 40 79 14001 420 916 36 40 1 87017 527 702 331 88 99 188025 44 66 488 [400] 674 1 88166 847 968 2. Ziehung 4. Kl. 226. Kgl Preuss Lotterie Ziehung vom 17. April 1012 nachmittags. Aal Jede gelogene Sammer sind swel gleich höbe Gewinne gefallen, and awar Je einer aal die Leer rieleher liwmer la den beiden Abtellenaen I end II Nur die Gewinne Uber Ivr Mark sind den betrcBenden Nummern in Klammern belgefügt (Ohne Oewlbrj (Nachdruck verboten.) 344 (1000 ) 419 670 869 63 994 1133 97 643 47 798 2340 411 610 782 82? 83 987 8 738 *023 262 621 899 917 5060 191 446 6226 43 394 7181 89 204 300 771 814 67 927 64 83 8190 384 628 701 880 8051 122 88 269 99 441 637 936 86 10170 361 904 98 1 1183 (1000) 234 498 622 758 942 12482 720 28 696 767 >400) 901 13042 101 (600) 20 1 4044 166 390 607 863 1 5031 119 203 321 63 471 614 72 776 837 16070 269 14001 17266 13000) 4-> 666 660 813 43 78 914 1 8232 40 341 606 846 906 1 9093 842 414 668 680 881 20423 625 , 400 ) 606 68 99 966 2 1 013 845 947 22115 336 634 61 640 704 1400 ] 820 966 1.3092 232 98 8 » 7 67 446 626 646 >400) 838 2*110 61 289 662 812 2 5062 289 803 83 2 6173 7 6 221 82 398 833 2 7 311 490 621 64 770 >500) 866 28179 221 417 683 781 880 944 2 9122 363 67 619 763 30006 566 763 831 >600) 82 86 (400) 31216 453 602 801 32539 816 97 7 33661 96 761 3*008 203 307 61 481 666 879 983 35083 237 684 710 38077 315 697 992 3 7056 352 88 493 684 960 3 8084 219 87 3Ö5 68 84 738 838 964 399.30 197 242 702 996 *0064 77 402 38 94 801 966 *1191 775 *2193 96 238 416 84 620 BP 4 3039 439 7 08 4*179 1400) 241 432 681 840 96 917 *5u01 1400) 17 272 <00) 346 4 6408 660 718 80 838 >400) 47165 260 621 26 895 48090 116 406 744 49088 169 368 73 664 P 5 913 60 50063 407 679 737 ( 6000 ) 83 814 96 906 82 5 1 370 678 5 2119 274 381 677 742 802 5 3 519 47 598 54157 322 664 5 5186 368 469 746 850 66 84 927 5 6)61 485 870 906 57688 798 844 58101 68 70 (600) 58269 676 790 923 38 6010? 210 381 487 600 980 6 1 311 781 6 2081 (3000| 194 476 639 766 877 970 63146 96 613 822 33 64008 289 642 972 6 5176 372 734 903 6 6'366 303 41 63 448 82 669 682 6 7170 487 931 94 ( 600) t8229 360 408 959 69194 274 626 69 820 70113 438 796 130001 7 1 024 120000) 397 634 713 938 14001 72197 271 601 834 7 3388 674 806 22 7 4256 308 434 601 45 96 7 5018 656 636 ( 600) 7 6207 732 66 66 909 7 7 431 724 29 7 8048 103 '63 34 8 614 20 660 703 40 998 7 0378 ( 400) 463 624 28 68 846 774 >6001 a, 866 89 910 80069 110 483 |400) 807 791 81169 231 316 419 600 896 8 2 533 8 3047 49 129 74 236 8 4057 140 260 826 81 668 898 600) 939 85006 30 212 [600) 674 8 6074 310 617 940 8 7 026 296 811 42 847 38334 171 206 60 304 862 8 9139 346 411 88060 226 433 666 977 8 1 447 626 1400] 830 92038 648 796 810 31 921 93378 668 792 863 9*304 442 646 939 48 95339 667 766 86160 488 676 886 907 63 9 7060 712 30 9 8143 234 91 401 616 009 30 9 9 016 22 600 660 990 97 100004 119 61' b03 14 1 0 1 445 619 618 97 1O2004 466 620 47 826 947 103106 6 241 361 63 99 686 747 10*092 198 (600) 366 630 648 749 (600) 94 804 105606 1 08148 838 7 7 973 1 07 106 34 268 488 > 600 ) 609 60 676 78 1 08091 116 410 699 700 813 986 99 109034 169 277 309 86 432 80 91 697 783 846 86 982 110064 634 69 111167 112168 863 995 1 13003 85 91 366 69 436 079 704 66 809 1 1*132 439 63 636 >4001 678 115247 493 860 1 1818« 243 390 458 668 829 69 928 1 17038 287 668 874 1 18319 (1000) 607 45 743 816 27 971 1 19092 126 73 > 400) 214 160000) 312 447 >500) 616 >400) 714 26 899 1201’3 893 121164 467 74 93 817 44 782 122080 478 96 637 89 91 618 39 760 933 1232’8 482 813 90 (400) 997 12*088 69 276 862 64 94 676 953 125366 82 730 (4001 126147 49 718 817 127172 298 309 32 819 128366 441 62 1400) 662 661 706 828 91 903 98 129208 689 850 130236 47 670 729 8-'S 131178 201 12 432 88 611 1400) 884 785 885 132262 368 826 82 13*007 183 825 28 807 1 3 5031 172 93 338 40 646 818 1 3 6 243 907 | 400) 137O0- 315 83 477 616 88 96 703 41 863 138"'' 919 130182 201 84 436 699 860 94 1*0138 243 49 326 698 99 16001 741 1*1078 410 034 142243 690 1600] 768 966 1*3279 686 681 974 1**177 264 430 ,400] 647 >60001 682 83 989 1*5055 78 627 34 >400) 779 14 6008 727 147185 394 452 629 7- 800 (4001 706 1*ÜO7O 98 349 763 98 887 922 61 146’13 409 68 150123 462 694 951 151269 939 152144 322 35 611 (500) 861 905 1 53472 699 758 821 15*040 404 68 77 828 96 997 155585 731 828 1500] 929 |400| 1 55'47 64 328 628 702 893 >100000] 920 157118 216 373 4 56 88 95 607 902 158209 307 (400) 781 15« 17 450 688 642 832 989 160180 270 662 602 741 161028 162 (800] 5"4 162291 (60001 608 612 1600) 8’7 924 1 63 1 84 266 673 628 40 834 940 83 16*003 45 76 244 79 304 60 79 95 483 508 692 7( j 961 165178 651 655 760 807 18 61 166031 42 119 226 458 691 734 1 67106 382 499 7QQ 997 1 6 8763 937 80 169542 >4001 866 170091 111 341 442 838 60 776 870 171'80 149 172034 >4001 86 341 53* 68 710 >30001 901 178432 83 777 838 48 1 7 *303 62 681 998 1 75026 (400) 284 767 804 938 1 7 6049 690 1 7 7 418 1 7 8091 264 302 667 736 178047 671 827 180185 98 884 | 400 ) 634 652 738 1 81126 (4001 687 926 182287 618 677 183274 305 637 184014 467 630 79 987 1400] 185132 336 680 789 18614? 247 617 31 767 967 18/031 143 470 76 616 24 67 ( 400 ) 849 78 1 88166 229 650 70 610 819 1 89547 627 726 49 897 920 Dl« Ziehung der 6. Klasse findet vom 10. Mal bU 6. Juni 1812 statt, ** *