Samstag, 2. Marz 19}2 (62. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 53 Ter «letzeiter Anzeiger rrtofint täglich, außer -omilagS. - Beilagen: viel mol wöchentlich »ictzciier^amilienblätter, iii'tiir.nliDÖcbentLKreis: blatt surden Breis Siehrn (Tieiivl.ig und Freitag); »ireiinal inonatl. Land- wittschastliche Seitfragen .'.ruivrech-Anschlüsse: ihr die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 61 Adresse iür Depeschen: Auzctgcr «icßen. Annahme von Anzeigen ■iir die Tagesnummer o\6> vormittags 9 Uhr. JjWT M Z*X W' O Bezugspreis: /Fit Ty UI ▼ monatlich7öPf„viertel- Gietzencr Anzeiger tib flV Veraiitwortlich für den < AW • ** politischen Teil: August Seneral-Anzeiger für Oberhessen Ztz-M Rotationsdruck und Verlag der BrStzl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. «“„J den Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße lös. Anzeigenteil: £>. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 20 Seilen. politische Wochenschau. Gießen, 2. MäH. Tie Arbeit der Parlamente nach den Wahlen! Noch 's) man bei einer <5id)tung begriffen. Tie allgemeine Zchlachtordnnng wird sestgestellt; das Kriegsmaterial der Parteien besteht in dicken Aktenstößen voller Anträge und Lünsche. Indessen ist auch schon positive Leistung vollbracht worden: so hat der Reickzstag in der abgelaufenen Loche das Ausführungsgesetz zur Bekämpfung des Mädchen I Handels in dritter Lesung angenommen und das Reichs- und Ztaatsangehörigkcitsgeset), gegen das gewichtige Einsprüche nicht erhoben wurden, einem Ausschuß überwiesen. Auch bk erste Lesung des Schutztruppengesetzcs verlief ziemlich glatt. slckrr Herr Erzberger, der „mutige Leu", lvie er in einem Wahlgedicht innerhalb seines Reichstagswahlkrrises letzthin genannt ivorden war. witterte wieder einmal „Fußangeln" und warf sich zum Hüter der Befugnisse des Reichs tags auf. Es ist die alte Geschichte: das Zentrum möchte gerade in der Kolouialpolitik wieder toi? früher seine Ein süsse geltend machen, um mit der Negierung allerhand Kuh- 1 dondelchen abschließen zu können. Beim Abgeordneten Erz- I terger ist cs aber allmählich auch zur Manie geworden, I iid) künstlich für die Mitwirkungsrechte des Reichstags zu Uereifern. Dem klaren und praktischen Sinn des Gesetzes, I ivie wir ihn mitgeteilt haben, legt er „ein Ucberwuchcrn I des Militarismus in seinen fdj.iinmftcn Schattenseiten" | unter. Das hat sogar sein Vorredner Nosle, bekanntlich I ein „Militärsachverständiger" der sozlaldemokralischen Par- | t?i, nicht fertig gebracht' Im Gegenteil, Herr Noske bat Iben Entwurf mit einem gewissen Wohlwollen begrüßt, weil ■ er fick) eine finanzielle Entlastung des Mutterlandes davon I berfprad). Herr Erzberger iber auch in der gestrigen Reichs- tagssikung wieder sein Steckenpferd der Etatübcrschreitun- । gen ritt) darf int Ausschüsse noch so wild um sich hauen, er wird den Fortschritt, der mit dem Gesetz erreicht wird, nicht aushalten können. Erst beim Haushalt des Reichsamts des Innern klapperten die Redemühlen nachhaltiger. Die großen Fragezeichen der Sozialpolitik und Wirtsehaftspolitil erhoben sich m wechselnden Gestalten. Es gebt voran, es gibt keinen Rückschritt, so hatte die Thronrede verkündet. Und so wird les auch konnyen. Während die Redner der Rechten im ' wesentlichen die bisherige Wirtschaftspolitik piicsen, wies Wraf Posadowskn, hier auf seinem eigentlichen Fachgebiete, schon eiiibringIid)er auf die nächsten Aufgaben der Zukunft hin. Ter frühere Staatssekretär hat in seiner Rede am Mittwoch nicht alles gehalten, was man sich von ihm ver- jorochen hatte. Seine Ansicht, daß die Beamten das Publi- hnn über die wirklidzen Zustände des Landes aufzutlären hätten, ist doch mehr als fragwürdig. Wie soll der Beamte | das machen? Etwa in politisd>cn Versammlungen oder in den Zeitungen? Tas wäre also außerhalb seiner Dienstzeit. ' wäre zu wünschen, daß der Reichskanzler oder einer \ seiner Stellvertreter diese verkehrte Auffassung in aller Form ablehnte. Mit einigen anderen Forderungen befindet f-toaf Posadowsky sich schon eher im Einklang mit gerechten Aolkswünschen. Als die wichtigste Aufgabe der Sozial- folitif sieht er die Besserung der Wohnungsverhältnisse an Staatssekretär Dr. Delbrück hat am Donnerstag seine Vorschläge mit Zustimmung ausgenommen und den Reichstag zur Bildung eines besonderen Ausschusses ausgefordert, der, wenn nicht anders gehe, auch bre rerchsgesetz- li ch e Regelung der Frage einleiten solle. Wesentlich und bedeutsam war nochl Posadowskns Erklärung, er „halte es für das schwerste Unglück, daß fortgesetzt der Großgrundbesitz, um seine Latiftindien zu vermehren, Bauern aufkaufe". Nun, in dieser Beziehung hat Herr v. Bethmann-Hollweg ja einige Verspreck)ungen gegeben. Herr Bassermann hat in feiner langen Rede am Donnerstag, in deren Schluß noch die Erregung über die Vorgänge bei der Präsidentenwahl nachzittcrte, das sozialpolitische Programm noch um einige wesentliche Punkte vermehrt. Seine Partei beantragt die Schaffung eines einheitlichen Privatbemntenrechtes. Auf diesem Gebiete liegt wirklich noch eine ganze Reihe ungelöster Probleme. Auch die Sozialdemokratie hat einen ähnlichen Antrag gestellt. Herr Bassermann hat rcd)t: wenn man es hindern will, daß die Umsturzideen auch bei den Privatbeamten immer mehr Eingang finden, muß man auf gesetzgeberischem Weg ihren berechtigten Wünschen entgegenkommen. Wenn die Rechte Mittelstandspolitik treiben will, müßte sie gerade auch hier mit Hand anlegen Ti? Konservativen haben einen anderen Wunsch vorangestellt: Schutz der Arbeitswilligen gegen Hinderung an der Arbeit, gegen Bedrohung und Gewalttätigkeiten. Im Zeick)en der großen Arbeiterlohnkämpse, denen wir wieder entgegengehen, ist das ein Gedanke, dem eine Berechtigung nicht abzusprechen ist. Wie jdjtoer aber hier ein staatliches Einschreiten ist, eri'ht man aus der gequälten, unklaren Stellungnahme des Staatssekretärs Delbrück. Er erklärte, eine Verschärfung der Strafbestimmungen für Streilvergehen halte er für unnötig. Dann kommt aber wieder bi? zwar philosophische aber verschwommene Reflexion: „Wir werden prüfen müssen, ob die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Freiheit nicht aufrecht erhalten werden müssen gegen eine zunehmende Beeinträchtigung der bürgerlichen Freiheit durch bi? Organisation." Wenn der Minister keinen praktischen Weg zeigen konnte, so hätte er sich diesen Orakelspruch schenken können. Im hessischen Landtag ist bei der Beratung des Hauptvoranschlages bisher leider kaum etwas Positives herausgebracht worden. Beamtenbesolduna und Schuldentilgung, wie beide dringende Aufgaben der Gegenwart er- lebigt und mit einander in Linklang gebracht werden können, darüber wurden manche Worte gewechselt. Aber die Taten fehlen, und man erörterte die Probleme zu sehr aus der Ferne. Die Schuld dafür trifft zu einem guten Teile die Regierung. Sie hätte über ihre Absichten und die Ausführung des Programms in der Thronrede längst mehr Klarheit schaffen müssen. Daher ist es durchaus zu verstehen, wenn die Voltspartei das Verlangen ausgesprochen hat, daß der amtliche Vorhang endlich gelüftet werde. Es ist die Aufgabe der Regierung, hier die Wege zu, zeigen, und wenn der Geheimerat Dr. Becker noch so geschickt über die Steuerverhältnisse in Hessen und den Nachbarstaaten gesprod)en hat, so ist mit solchen kritischen und negativen Vorstellungen vorläufig doch nichts anzufangen. Wir hoffen, daß, nachdem die Regierung jetzt die Stimmung des Hauses hat erkunden können, ihr Zögern ein Ende hat. Damit wird dann vielleicht aud) der Ton, wie er bisher in der Zweiten Kammer geherrscht hat, wieder etwas gehoben werden. Manche Redner glaubten wohl nod) in den Agitationsversammlungen zu sitzen und gaben daher die abgegriffensten Vorwürfe und Gemeinplätze zum dutzendsten Male von sich. Biele geben sich noch dem Traume hin, durch die Revision des Gemeinschaftsvertrages zwischen Preußen und Hessen werde die Lage für uns gerettet werden können. Sie vergessen dabei, daß die Forderungen für die Erhöhung der Beamtenyelder unaufschiebbar sind und daß das Fundament der Finanzpolitik nicht aus unsicheren Hoffnungen bestehen darf. Wir werden um eine Erhöhung der Steuern im nächsten Jahre schwerlich herum- kommeu. Im Zeichen des parlamentarisd)en Niederganges hat der Frauenkongreß in Berlin einen Triumph gefeiert. Die Verhandlungen wurden sehr sachlich und ruhig geführt. Statt utopischer und überspannter Forderungen' hat man toirtlidu zeitgemäße und interessante Erörterungen an die Spitze gestellt. Wie erschöpfend behandelte Frau Elitz' Heuß-Knapp die Reform der Hauswirtschaft! Bei der völligen Wandlung in unserem wirtschaftlichen Leben, das eine zunehmende Schematisierung gebracht hat, ist das ein ganz von selbst sich aufdräugeudes Problem. Daß die Vortragende diese Frage nicht im Zukunftsstaatssinne lösen will, wird in weiten Kreisen mit Sympathie aufgenommen werden. Tie Frau soll nach ihrer Ansicht ihren häuslichen Pflichtenkreis nicht abwerfen und verkleinern, sondern ausbauen und verfeinern, denn „je mecha- nischer das Berufsleben sick) heute gestaltet, um so stärker macht sick) der Zug zur iudividuellen Führung des Familien- lebens geltend". In diesem Sinne war auch der folgende Vortrag über die Bewertung der Hiausfrauenarbeit von Frau Marianne Weber fesselnd und nützlich. Das gesetzliche Haushaltungsgeld, das sie vorsd)lug, wird fid) ja zwar so leicht nicht allgemein einführen lassen. Aber man wird dieser Zeituotwendigkeit doch allmählick) einige Sck)ritte. näher lommen können. Die Frage des „weiblichen Dienstjahres", der Gemeinschaftsunterricht der Gesd)lechter, sind gleichfalls Tinge, die eine Förderung unserer gesellschaft- lichen Entwicklung bedeuten können. Natürlich gab es auch auf diesem Frauenkongreß rednerische Entgleisungen. So ist es dock) ein wenig oberflächlich geurteilt, wenn Frau Katharina Scheven sprach: „Tas Ziel der sexuellen Erziehung sei, der geschlechtlichen Seite unseres Wesens im Gegensatz zu ihrer heutigen Ueberschätzung und der Gesamtheit der Lebensinteressen eine dem Geistigen untergeordnete Rolle zuzuweisen." Mit einer so allgemeinen Te- Iretion wird nicht viel anzufangen fein; vielmehr wird man nach wie vor einer schönen Harmonie zwischen Sinnes- und Geisteswelt zustreben müssen. „Noch treffen sich verwandte Herzen an und teilen den Genuß der schönen Welt", sprach Leonore zu Tasso. Diesen Optimismus darf auch heute die deutsche Frau noch haben, und hier läßt sich nichts künstlich beschleunigen und ent* wickeln. Deutsches Ueich. Bei der Reichstagsers atz wähl im Kreise Köln 5, Waldbroel-Siegkreis, erhielten Trimborn iZtr.) 7003, Lamdertz (Ztr.) 31, v. Holleben (nl.) 46, Schack (Soz.) 23, Schneider (wildl.) 79, Hein (christl. soz.) „35. Zersplittert waren 153 Stimmen. Trimborn i st somit gewählt. Im „Vorwärts" erlassen die sozialdemokratischen! Mitglieder des Reichstages und der Landtage der deutschen Bundes st aaten eine Erklärung z u Gun - st e n der aus 55 Personen bestehenden sozialdemokratischen Fraktion der russischen zweiten Duma, gegen welche Anklage wegen Hochverrats von der russischen Regierung erhoben wurde. Sie fordern eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die russischen Abgeordneten. 2lus dcr Jugendzeit Eduard; von Hartmann. Am 23. Februar dieses Jahres bereinigte sich ein kleiner Kreis von Freunden, um in pietätvollem Gedenken den 7 0. Geburtstag E d u a r1> s von Hartmann, des Philosophen bcs Unbewußten, zu begeben. Dieser Tag ist es wohl aud) ge- Dcfen, der "Alma von Hartmann die Veranlassung gegeben tat, aus dem Nachlasse des dahingegangenen Philosophen zum trilcnmnl Mitteilungen über seine geistige Entwicklung in der Jugendzeit zu macken. Diese Mitteilungen liegen in dem neuen beste der „Deutschen Rundscknm" vor. Ihre Quelle bckdet zunächst ein Verzeichnis der von ihm gelesenen Bücher, das Hart- tiiinn, vom Jahre 1858, also seinem 16. Lebensjahre an, in Km er das Abiturientenexamen bestand, bis zum Jahre 1871 «fffljrt )at, und das „an Stelle eines Tagebuches in wuchtigen Zügen das Bild einer seltenen Jugend wiedergibt". Für Hartmanns Jugendzeit charakteristisch ist die Vielfältigkeit feiner Anlagen. Der junge Avantageur und Fähnrich im Garde- Mlcrieregiment zeigte eine Neigung zu rein philosophischem Junten, aber zugleich auch reiche Anlagen zur Malerei und zur Nusik. Er erhielt in dem. Atelier des alten Professor Brücke Noch während der Schulzeit eine planmäßige Ausbildung in der Raftunft, von der zwei Selbstbildnisse zeugen, deren eines den KSjährigcn Knaben und deren anderes den jungen Offizier zeigt. Aber schon findet sich in einer Anzahl loser, ungelenk geschriebener Blätter mit dem Titel „Aus der Knabenzeit" eine Reihe von Auf- inchnungen über philosophische Fragen. Die erste zusammen- tangenbe größere Abhandlung, die aufbewahrt ist, entstammt dem Zahre 1858 und trägt den Titel „Betrachtungen über den Geist". Hartmanns Leben nahm bann vom Jahre 1861 ab eine ganz uierwartete Wendung. Nach 1860 hatte sein zeichnerisches Talent ihn als ganz jungen Leutnant die Kommandierung zu den Schieß- rcrsnchen in Jülich gebracht, die teckweise von feinem Vater ge- eitet wurden, ihn in die Nähe des späteren ersten beutfdjcn IWaisers führten. Da unterbrach eine im Jahre 1861 erlittene, wfönglich kaum beachtete Kontusion der Kniescheibe, die ein tanerndes Leiden zur Folge hatte, die so glänzend begonnene «ufbahn. Bis 1867 war er in steigendem Maße an bas Lager »ieifelt. Die Unsicherheit, wohin er sein Lebenssdnfflein zu Eltern hatte, drückte ihn schwer und zuweilen trat ihm der Ge- tairke nahe, zu dem stets auf seinem Nachttische liegenden Reeder zu greifen. Doch übenuanb er diese Versuchung und er- rro'bte zunächst seine musikalischen und dichterischen Anlagen. Er ücheb den Text einer kleinen Oper „Der Stern von Sevilla", .■J-Hajjte Gedichte, in denen Gedanke und Empfindung sich zu Em, zuweilen auch innigem Ausdrucke verbanden, dichtete Texte zu Mendelssohns Liedern ohne Worte, schrieb eine ungedruckt gebliebene Novelle, die das Problem der Geschwisterliebe behandelte, und • auch zwei Dramen „David und Bathseba" und „Tristan und Isolde", die er unter dem Pseudonym Karl Robert veröffentlickste. Alle diese Versuche führten ihn aber schließlich doch zu der Ueberzeugung, daß er weder als Maler noch als Dichter noch als Komponist über einen eleganten Dilettantismus hinauszu- kommen befähigt fei, und so wurde Hartmann schließlick) durch seine Entwicklung selbst auf das Gebiet geleitet, aus dem er großes zu vollenden berufen war: auf das. Gebiet des philo- tophischcn Denkens. * Der Maler öes Chiemsees (Zum 75. Geburtstage Karl Raupps, 2. März.) Unter den Gemälden, die bas ReickLtagshaus zu Berlin schmücken, befindet sich auch eiiic^L das den Chiemsee barstellt: und keiner, der es betrachtet, lanir darüber in Zweifel fein, von welches Meisters Hand das Bild herrührt. Ter Chiemsee und Karl Raupp: die beiden gehören zusammen: man kann Raupp mit gutem Fug'den künstlerischen Entdecker des Chiemsees und b_en nie ermüdenden Künder seiner Schönheit nennen. Karl Rauvp ist von Geburt ein Darmstädter, der zuerst bei dem feinen Genremaler Jakob Becker am Städelschen Jnslimt in Frankfurt feine Schulung erhielt und dann, seit 1860, eine Reihe von Jahren in München in Pilotys Werkstatt arbeitete. In diesen Münckjener Jahren entdeckte er die Schönheit des Chiemsees, der damals noch weltabgeschiedener war als heute. Tie Lieblich!-u und Größe vereinigepbe Nattir dieser See und Berglandschaft, der reiche Wechsel, atmosphärischer Erscheinungen, der für den Chiemsee charakteristisch ist, der malerische Reiz der Chiemseeleute, wenn sie auf hochbeladencn Kähnen ihr Heu über den See fahren, wenn sie im Einbaum über die glitzernde friedliche Wasserckäch? dahinrudern ober sich mit aller Krafi gegen die empörten Wellen wehren: all das hat Raupp mächtig angezogen, und er hat Leben und Natur des Chiemsees im Sonnenglanze und bei Sturm, als Jdvlle und als Trama mit feiner Beobachtung und sicherer Hand geschildert. Auch als er 1868 als Lecker der Malllasse an die Kunstschule in Nürnberg übersiedelte, blieb er seinem See treu, der inzwischen mehr und mehr Freunde gefunden harte, also baß sich im Wirtshause auf der Fraueninsel ein lustig Künstlerleben im Sommer entfaltete. „In Nürnberg zählten u. a. F. A. von Kaulbach und Lublvig Löfftz zeitweilig zu Raupps Schülern. 1879 ging er nach München zurück, wo er seitdem als Professor an der Kunstakademie wirk. Raupp hat sich übrigens auch literarisch als ein Mann erwiesen, der mit seiner Kunst durch und durch Bescheid weiß, und ein Handbuch der Malerei veröfferttlicht. * Deutscher Zrauenkongreh in Berlin. Auch der heutige vierte Tag des Teutschen Frauen-Kongresses war der Beratung des Themas „Berufsfragen" gewidmet. Das Thema: „Die Frau und die akademischen Berufe" wurde in zwei Vorttägen behandelt. In der Aussprache betonte Exz. Geheimrat H a r n a d, er könne als guter und alter Freund der Frauenbewegung den beiden Rednerinnen nur zustimmen. Besondere Beachtung verdienten aber nach.seiner Meinung zwei Punkte, die gleichzeitig auch zwei Wünsche darstellten. Sein erster Wunsch lautete, es möge in bezug auf den Aufstieg zur akademischen Bildung der bekannte „vierte Weg", der vielleicht in bezug auf gewisse Umstände und Personen zeitweilig nötig war, wenn auch nicht ganz verlassen, so doch eingeschränkt werden (Beisatt), weil auf diesem Wege wieder die alte Preßwirtschast eintreten werde. Der zweite Wunsch ist der, daß es den Frauen in viel größerem Maste als bisher möglich. werden möchte, sich auf dem bumaniftifdjen Wege für die Universität auszubilden. (Beifall.) Weiter hat Geheimrat Harnack noch den Wunsch, daß die Frauen auch zur weiblickjen Tozendur zngelassen werden. Ob da nun sehr viel herauskommen werde, «"ässe man abwarten. Tie Zahl der genialen und bahnbrechenden Männer sei auch nicht sehr ^roR. Es genüge, wenn die Frauen nur das erreichen, was die Mehrzahl der Männer leisten kann. Auch mehrere Rednerinnen sprachen zu dem Thema. Nach einem kurzen Schlußwort der beiden Referentinnen fvrach Frau Marie v. Bülow über das Thema: „Was können die Schauspielerinnen vom Reichstheatergesetz erwarten?" Sie ist überzeugt, daß die tiefste Wurzel des großen Elends in der großen Zahl von Theatern liege. Eine vernünftige Theaterreform, werde daher damit anfangen müssen, die Erteilung einer Konzession auf alle diejenigen Fälle zu beschränken, wo ein wirttiches Bedürfnis für ein neues Theater vorliegt. Im übrigen werde das Reichstheatergcsetz nicht viel neues bringen können. Nach einer Pause sprach der Reichstags- und Landtagsabg. Gras Hans Praschma über: „Soziale und wirtschaftliche Lage der Krankenpflegerinnen in den katholischen Orden". Oberin Gräfin Hertzberg berichtete sodann über: „Tie Lage der Krankenpflegerinnen in den Diakonissenmutterhäus rn". Tie Beratungen werden morgen fortgesetzt und werden ihr Ende erreichen Aus Luxemburg wird gemeldet: Am Freitag nachmittag erfolgte von Schloß Berg aus in Anwesenheit des engeren Hofes und unter großer Teilnahme der Bevölkerung die Ueberfüh rung der Leiche des Großherzogs zum Bahnhof, von wo sie mittels Sonderzuges nach Luxemburg gebracht wurde. Hier fand aus dem Bahnhof eine kurze Zeremonie statt, worauf der Sarg im imvosanten Zuge nach dem Schlosse geleitet wurde. In dem Zuge bemerkte man viele Fürstlichkeiten, den Großherzog von Baden, den Herzog Franz Josef in Bayern und den Prinzen Tavier von Parma, denen sich die Beamten des Landes, die Rc gierung, die KammermitgUeder und die Hoswürdenträger an schlossen. 146 Vereine des Landes und 4600 Feuerwehrleute bildeten Spalier. Vor dem Portal des Schlosses wurde der Sarg niedergesetzt, woraus alle Körperschaften vorbeidefilicrten. Dann wurde btc Leiche ins Schloß getragen und dort ausgcbahrt. Ausland. Aus London wird berichtet: Der Freitag nachmittag brachte die schwersten Ausschreitungen von Anhängerinnen des Frauenstimmrechts, die seit dem Anfang der Bewegung zu verzeichnen waren. Große Trupps von Frauen durchzogen die Whitehall, Piccadilly, Haymarket, die Bondstreet und andere Verkehrsstraßen des Westens, und zertrümmerten die Ladensen st er dergroßen Geschäftshäuser. Einige Frauen.drangen bis zur Downing- Street vor und zerschlugen die Fensterscheiben des Wohnsitzes des Premierministers und des Regierungsgebäudes. Bisher wurden 60 Verhaftungen vorgenommen. Arbeiterbewegung. Berlin, 1. März. Im ganzen erkannten von den Berliner Schneiderfirmen 85 Geschäfte den neuen Entwurf an, so daß in diesen Betrieben weiter gearbeitet wird. Die 55, oröentl. Generalversammlung der Gewerbebank zu Sieben, eingetr. Genossenschaft m. u. o. H. fand am Freitag abend in Anwesenheit von co. 150 Mitgliedern statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Stadtv. Petri, weilt, nachdem er die Erschienenen begrüßt, auf den günstigen Stand 'der Genossenschaft sowohl hinsichtlich der Mitgliederzahl wie des .Geschäftsganges hin, danlt dem Vorstand und den Gehilfen für iihre gewissenhafte Geschäftsführung und den Mitgliedern des Aus • sickstsrates für die Erfüllung aller ihnen obliegenden Verpflichtungen 1 unb opferfreubigen Tätigkeit auch im abgelaufenen Jahre. Die Unvermutet vorgenommenen Revisionen ber Bank burch bie Prü fungskommission ergaben, baß alles in bester Ordnung sich befunben. i Redner gehl ferner auf den Rechenschaftsbericht unb bie lviedcrum I erfolgte Erhöhung bes Vermögensstanbes ein und kommt schließlich .auf den von 297 Mitgliedern gestellten Antrag auf Umwandlung \ ber Genossenschaft in eine Genossenschaft mit beschränkter Haft- I pflicht zu sprechen. Die schon vor einigen Jahren angeregte Umwandlung der Genossenschaft sei nicht vorgenommen worden, was den Austritt einer Anzahl von Mitgliedern zur Folge gehabt habe. Der Vorstand habe davon abgesehen, einen auf die Umwandlung der Genossensä-aft bezüglichen Antrag zu stellen, erstehe einem solchen nicht entgegen. Der Vorsitzende schließt, nachdem er die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsrats-Mit glieder, mit Ausnahme seiner Person, zur Wiederwahl empfohlen, mit dem Wunsch des ferneren Blühens und Gedeihens der Ge- ! werbebank und Fortsetzung ihrer segensreichen Tätigkeit auch für die Folge. — Direktor Loos erstattet hierauf den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Wir entnehmen dem Bericht das Folgende: Nach der allgemein wirtschaftlichen Lage sei nicht anzunchmen, daß sich in absehbarer Zeit die Geschäfte der Bank ansehnlich aufschwingen, denn auf dem Geldmärkte sei im allgemeinen die Sicherheit noch nicht eingekehrt, hie zur Förderung einer gesunden, vertrauensvollen Kreditgewährung erforderlich sei: politische Unsicherheit und Verlust der Landwirtschaft durch die Trocken- | beit deS vorigen Sommers konnten das Vertrauen nicht heben, j Immerhin müsse die Möglichkeit vorhanden sein, dem Sttebit* Bedürfnis guter alter Kunden zu entsprechen. ®ine Besserung I int Baugewerbe lasse sich leider nicht feststellen: u. a. beschwere die Schwierigkeit der Beschaffung zweiter Hypotheken hohe Abgaben usw. das Baugewerbe. — Auch die Zentralstellen unserer Kreditbefriedigung schränken das Kreditbedürfnis in .neuerer Zeit erheblich ein. Bezüglich ber Abnahme der Wechsel sind sttengere Vorsehrislen, die die Reichsbank verlangt, in Kraft getreten; ferner sind durch Ausschluß der sog. Prolongationswechsel im ReichSbankvcrkchr nette Schwierigkeiten entstanden. Aus allen vorgeführten Umständen ergebe sich die Mahnung, bei allen gewerblichen und industriellen Unternehmungen die größte Vorsicht walten ztt lassen. — Redner berichtet ausführlich über die Bewegungen der einzelnen ^Konten. Im allgemeinen geht daraus hervor, daß die Bank sich erfteulich weiter entwickelt; erfreulich ist die Zunahme der Spareinlagen, umsomehr, als andere Institute durch marktschreierische Reklame und durch Zusicherung hoher Zinsvergütungen die Spargelder mit Gewalt an sich zu ziehen suchen. Als wenig erfreulich wird der Zinsenrückstand bezeichnet, der sich int vergangenen Jahre um zirka 9000 Mk. vergrößerte; .es gebe immer noch eine Anzahl Schuldner, die sich an eine pünttlickte Zinszahlung aus ihren Verpflichtungen der Bank gegenüber nicht gewöhnen können. Wie am Eingang des Berichts mitgeteilt, kann die Bank mit dem letztjährigen Geschäftsergebnis zufrieden sein, und den Stand der Bank als einen gesunden und vcrtrauenstverten bezeichnen. Hinsichtlich des Antraas auf Uebcr- gang zur beschränkten Haftung bemerkte Herr Soare: Im allgemeinen möchte ich sagen, daß.vom Standpunkt der Vereinsleitting aus des Streben, in eine beschränkte Haftung überzugehen, nicht geteilt werden kann, denn ohne allen Zweifel steht ein Verein mit unbeschränkter Haftung sicherer und nach außen wesentlich verttauenswürdiger da, als ein Verein mit beschränkter Haftpflicht : auch ist nicht zu vergessen, daß eine Beschränkung nicht sofort mit Annahme des Antrags eintritt, sondern erst ein Jahr nach der dritten Aufforderung an die Gläubiger muß erst ber Generalversammlungsbeschluß bei Gericht schriftlich eingereicht unb zum Eintrag in baS Genossenschaftsregister angemeldet werden. Erst nach Eintragung erlangt bie Umivandlung rechtliche Wirkttng, also wirb immer noch längere Zeit vergehen, bis es soweit ist. Allein, es können bei einer noch so soliden und gesunden Genossenschaft immerhin Umstände und Verhältnisse mitwirken, die eS wünschenswert und förderlich für einen Verein erscheinen lassen, zur Umwandlung in eine beschränkte Haftung überzugehen, denn bei den großen Genossenschaften ist die Umwandlung längst voNzogen, allerdings ist bie erste Voraussetzung, baß der Verein kapitalkräftig genug ist, was ja bei unserem Verein zur Genüge zutrifft; die Ausdehnung und der Größe eines solid unb gut geleiteten Vereins lassen bei den Expansionsbestrebungen vieler Großbanken leicht den Gedanken Platz .greifen, durch besonders vorteilhaftes Angebot für die Geschäftsanteile eine Umwandlung als filiale Niederlassung einer Großbank vorzunehmen, wie dies ja schon häuftg gemtg bet Genossenschaften vorgekommen ist, und dieses wäre doch für unsere Gewerbebank ganz gewiß nicht erwünscht, um unsere genossenschaftlickZen Ziele und Bestrebungen zu verlassen. Auch die hervorgerufene Furckt durch Zusammenbruch einer Genossenschaft und die hierdurch entstandenen Verluste, welche ein Massenaustritt, namentlich der bessersituierten Genossen zur Folge l>aben, und in diesem Falle ist selbstredend eine Ge nossenschaft mit beschränkter Haftung besser, als eine unbeschränkt verpflichtete Genossenschaft mit unsicherer unb zweifelhafter Haftpflicht, die am Ende doch keine genügende Sicherheit mehr bietet. Alle diese Umstände sind bei den Beschlüssen zu prüfen. Redner schließt seinen Bericht mit dem Grundsatz: nicht aus Eigenwohl, sondern auf Allgemeinwohl ist unsere genossenschaftliche Arbeit gerichtet, Selbsthilfe und Selbstverantwortlichkeit sind die Funda damcntgedanken des Genossenschaftswesens, und diese sollen uns auch stets leiten bei den Ausgaben, zu denen wir berufen sind mit dem unbeugMycn Willen und Streben, stets unser ganzes Können unb Wollen einzusetzen, daß die Gewerbebank auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen möge. Vom Dorsitzcmden wird hierauf die Beschlußfassung über bie Genehmigung ber JahreSrechnung unb Bilanz unb bie dem Vorstände und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung der Versammlung unterbreitet unb einstimmig angenommen. Danach wirb bezüglich ber Verteilung bes Mark 90 248,47 betragenden Reingewinnes beschlossen: Mark 9544 dem Hauptreservesonds, Mark 15 000 bem Reservefonds II zu überweisen, Mark 64 567,72 den Mitgliedern als 6», -prozentige Dividende auS deren Mk. 993 349 betragenden Guthaben zu gewähren und Mark 1136,75 aus neue Rechnung vorzutragen. — Die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichksrates wurden wiedergewählt, und zwar erhielten bie Herren Carl Berg 137, Dan. Heil 134, Fr. Helm 134, Fr Krog- mann 138, L. fBetri II. 135 Stimmen. Ter Vorsitzende danlt im Namen der übrigen Aussichtsratsmitglieder für bas in sie burch Wiederwahl gesetzte Vertrauen. Zu dem Antrag auf Umwandlung der Bank in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht liegt eine eingehende Begründung vor. Tarin wird bargelegt, datz neu zu gründende Genossenschaften bie Form der unbeschränkten Haftung wählen müßten, alte Genossenschaften mit festbegründetem Kredit hätten dies mcht nötig. Die beschränkte Haftungsform trage zur Beruhigung der Mitglieder bei, da sic wissen, wie weil ifjre Verbindlichkeit gehe: dies habe den Beitritt neuer Mitglieder zur Holge Schließlich wird dem Vorstand und Aufsicktsral der Tank der Mitglieder ausgedrückl für ihre bisherige ersprießliche Tätigkeit Mündlich begründet wird der Antrag noch durch die Herren Haggemüller unb Will. Lediglich die Hebung unb Stärkung des Kredits der Bank habe die Unterzeichner des Antrags veranlaßt, den Antrag zu stellen. Aus nicht ganz unbegründeter Furcht sei eine Anzahl kreditfähiger Leute ausgetreten;. die Bank würde sofort Nach Umwandlung in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung an Mitgliedern gewinnen und bei Annahme eines Mitglieder-Gu lhabcns von 2000 Mk. zu einem eigenen Vermögen von 3—4 Millionen Mark kommen. Aber nicht nur mit der Mitgliederzahl wachse bas Ansehen ber Bank, sonbern mit der .Kreditfähigkeit der Mitglieder, und dies werde durch Annahme des Antrags sicher erreicht; ferner werde das Interesse der Mitglieder an ber Bank gehoben unb bamit die Wohltat des Instituts weit über den Kreis ber Gcwerbctreibenben hinaus fühlbar. — Herr Will bemerkt dazu, daß, da heute abend die Versammlung nicht beschlußfähig, eine weitere Versammlung ein» zuberufen sei, die unter allen Umständen beschlußfähig sei; man könne aber heute schon klipp und klar erklären, ob man Jür die Umwandlung sei oder nicht. Ten alten Grundsätzen aus Schulze- Delitzschscher Zeit, die ja recht schön waren, könne man heute nicht mehr huldigen. Den schlimmsten Fall angenommen, würde es nicht möglich sein, die Haftsumme sofort unter allen Mitgliedern, von denen ein großer Teil nicht viel mehr als ihr Guthaben bei der Bank besitze, aufzubringen, so daß doch auf die Bessersituierten gegriffen werden müsse. Mit der Festsetzung des Guthabens auf 2000 Mk. würde die Bank 3—4 Millionen Mark eigenes Vermögen haben unb bann ebenso gut wie bisher bas Vertrauen der Institute genießen, mit beiten sie bisher in Verbindung gestanden. Herr Eichenauer berührt bie Entwicklung des Genossenschaftswesens nach bem Schulze-Delitzschen Grundsätze: Einer für alle, alle für einen. Besonders die Gießener Genossenschaft sei allezeit ein Lieblingskind Schulze-Delitzschs gewesen. 'Ser Redner hebt den Anteil der Bank an bem Aufblühen des Hanbwerker- unb Handelsstanbes hervor. Der Anfsichtsrat habe bie Entscheidung über das Belassen oder die Abänderung ber Bankverfassung den Mitgliedern zu überlassen für gut befunden; Nachteile würde bie Bank nicht haben, ihre Bonität wirb aus- reid)en, alle übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Auch unter ber neuen Gesellschaftsform könne bie Dank mit Vertrauen in die Zukunft blicken. — Herr Möser erklärt, baß auch ber Vorstand unb Aufsichtsrat ben Wünschen ber Mitglieder auf Aenderung ber Haftungsverpflichtung nichts in ben Weg legen würben. — Herr Bindewald empfiehlt Abstimmung, um heute schon feststellen zu können, ob die Anwesenden mit dem Antrag einverstanden sind. — Die darauf vorgenommene Abstimmung ergab einstimmige Annahme des Antrags. — Der Vorsitzende erfrört dann, innerhalb ber satzungsmäßigen Frist eine weitere Generalversammlung einberufen zu wollen, unb schließt bie Versammlung mit dem Wunsche auf ferneres Blühen unb Gedeihen der Bank. Aus StaSt und Land. Gießen, 2. März 1912. ** Tageskalender Stadttheater: Sonntag nachmittag 3‘/, Uhr: ,J nr weißen Röß'l'; abends 7'/, Uhr: Benefiz ft'ir Regisseur Rudolf Goll: ,R o s e n m o n t a g". Kolosseum: Täglich Vorstellung. Brangs Kölner Bühne. K i n e m a t o g r a v h: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. Technischer Verein: Vortrag von Herrn Kaufmann- Berlin: Das Pensionsoersicherungsgesetz der PrivatangesteUten. Samstag abend 81/, Uhr im 6af6 Edel. Volks - U nter Haltungsabend des Evang. Arbeitervereins. Sonntag nachmittag 4'/, Uhr in der Turnhalle. Vkusik. U u t e r h a 11 u n g s a b e n d des Gernhardt'schen Zither- und Mandolinen-Chors. Sonntag Abend 8 Uhr im Hotel Einhorn. Vertrauensmänner- und Mitglieder-Versammlung der nationalltberaleii Partei des ReichStagswahlkreifes. Sonntag nachmittag 37, Uhr im „Großherzog von Hessen": Politische Sage im Reich und in Hessen. Oe ff. Versammlung der fortschr. VolkSpartei: Sonntag nachmittag 3*l Uhr in Steins Garten. Derbandssekretär Erkelenz: Die politische Lage in Deutschland nach den Reichs- tagswahleu. Gemäldeaus st ellungdesKun st Vereins im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit 'Ausnahme von Samstag), von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr. Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vormittag 11—1 Uhr unentgeltlich, zu anderen Zeiten gegen 50 Pfg. Eintrittsgeld. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen von 11 — 1 Uhr und 4—6 Uhr Anlagemusik am Sonntag vormittag 11 Uhr (nur bei gutem Wetter) in der Sud-Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre zur Oper ..Caglioitro', von C. H. Adam; 2. Schmeichelkätzchen! Salonstück von R. Eilenberg; 3. Walzer nach Joh. Strauß'icheu Motiven aus der Operette .Fruhliugsluft", von O. Zeträs; 4. Es muß doch Frühling werden I Marsch von ®. Cnrnder. * • • Für das Kaufmanns- und das Gewerbegericht wurde als stellv. Vorsitzender der juristische Hilfs- arbeitet Gerichtsassessor Dr. Seid gewählt. Dr. Seid ist auch für daß zukünftige Städtische Versicherungsamt ausersehen. ** Bewilligung der Veteranenbeihilfe. Die nach dem Gesetz vom 22. Mai 1895 bewilligten Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer haben nach einer neuen Bestimmung des hessischen Ministeriums des Innern vom 23. Februar ds. Js. hinsichtlich der Gewährung derselben abermals mildernde Vorschriften erhalten. Hiernach steht der Bewilligung der Beihilfe der Besitz eines kleinen Kapitals nicht entgegen, wenn die Erhaltung desselben im Interesse der Ehefrau oder erwerbsunfähiger Kinder geboten erscheint. Bei Prüfung der Frage, was jum notwendigen Lebensunterhalte gehört, ist neben den örtlichen Teuerungsverhältnissen besonders darauf Rück- sicht zu nehmen, ob der Veteran infolge von Alter oder Krankheit besonderer Pflege bedarf und ob und für wieviel unterhaltungsberechtigte Angehörige, besonders erwerbsunfähige oder schulpflichtige Kinder, er zu sorgen hat. Gesuche um Bewilligung der Kriegsteilnelimeroeihilfe, die früher abschläglich beschieden wurden und nach den neuen Grundsätzen einer nochmaligen Prüfung unterzogen werden #it ->v° L. Frst! •Plenen yOi ’wbe festgrst, ‘ Dozent -2 fahren fm ® die Stobt et in Liec Mdwerlerka 'Mus fiii &cbtl .Miva >nnfn 1 '•itin M -t, Al I|rüfung a lyttr dem - I £:rmiiflbt sl b:Zahl, befi f :m Prüfun n. Ke st I'".i der Hai •imb heute n I fierju hatten Ixr un Ionierinnen, hriulein hö liegen des s Hüterinnen her lftnährui «geeignet h> । gunfäie Frä Bib schenkte &g zum h Seqammiuni jehrkursus ab nbeiten in i Jfiten Zeugn Socfjen gearb •u Kassie sei krcisamlmam tilgten für t 2anl Herr Le Nil Gesang 'b. Grc -Wichen Me , $iibi Le Wge ' issoriu yntyung. |i’iilitär» i’litiüi: ■kn i-eranl , zusenden. Zwecks Herbeiführung einer gleichmäßigen Handhabung der Ausfüchrungsbestimmungen hat das Gros,her» mögliche Ministerium ebenfalls angeordnet, daß in Zuluuft i sämtliche Anträge auf Bewilligung der Skteranenbciljiift, die bei den Kretsämtern gestellt werden, dem Ministernui vorzulegen sind, so daß ein abschlägiger Bescheid der Gesuche durch die Kreisämter nicht mehr stattzufinden t)a:_ | • * Sch würge richt. Bei dem am Montag f. Wach» beginnenden Schwurgericht für die Provinz Oberhessen stell nur ein Fall zur Verhandlung. Georg Stumps IV. vor Kirtorf ist wegen versuchter Brandstiftung angeklagt. Tie Anklage vertritt Gerichtsassessor Reuroth und die Verteidigunz rührt Rechtsanwalt Kaufmann. ♦♦ Die letzte Lpernvorstellung dieses Winter) am Mittwoch, ben 6. März, wird uns mit dem schönste i Werk von Engelbert Humperdinck, ber Märchenoper „Hän - fei und Gretel", bekannt machen. Die ungewöhnlich hübsch instrumentierte Musik dieser Oper enthält eine ReÜ'e ber schönsten Kinberlieder, wie „Suse, liebe Suse, waZ raschelt im Stroh", „Brüderlein, komm tanz mit mir , „Ein Männlein steht im Walde", „Abends, will ich schlafen geh'n, 14 Engel um mich steh'n", usw., deren Motive auch in bem prachtvollen Vorspiel zur Oper enthalten sind ' Auck ber zweite und ber dritte Akt beginnen mit einem Bor spiel, der zweite mit dem berühmten Hexenritt. Für eine schöne Ausstattung dieser Märchenoper ist das mögliche getan worden, neue Dekorationsstücke sind von Herrn Theatermaler Schwedler gefertigt Das Orchester ist um einige Stimmen verstärkt. Da „Hänsel unb Gretel" nur etwus । über zwei Stunben spielt, so geht bas große Ballett „C h a m p a g n e r v i s i o n e n" vorher, zu bem Paul Lincke bie Musik gejcfyrieben hat. Das Ballett enthält eine Reihe von Solo- unb Ensembletänzen unb spielt etwa eine halbe Stunde. Es wird das erste Mal sein, daß hier ein grotjea Ballett zur Aufführung kommt. Die Kosten des Abends । sind diesmal sehr beträchtlich unb werden durch die voraus- I sichtlichen Einnahmen bei weitem nicht gedeckt. Trotzdem hat der Vorstand des Theatervereins von einer Erhöhung ber Kassenpreise Abstand genommen. • • Stadttheater. Durch notgedrungene Repertoire« änbenmg in Holle ist eS Herrn Lüttjohann in letztei Stunde unmöglich geworden, seiner hiesigen Gastspiel- j Verpflichtung für Sonntag nachzukommen. Der Direktion ist j es gelungen, in Herrn Georg Köhler, dem ersten fugend- i liehen Helden deS Mannheimer HoftheaterS, einen glänzenden Ersatz zu finden. Herr Köhler ist ein Liebling des Mann- Heimer Publikums und hat ben Rudorf in .Rosenmontag' i wiederholt mit größtem Erfolge am dortigen Hoftheater ge» j spielt. Auch dieses Gastspiel durfte sicher dem allerlebhaftestei' I Interesse begegnen unb nach allen Anzeichen wirb ber beliebt, I Benefiziant eine wertvolle Aufführung bieten unb ein volle« I Haus begrüßen können. ** Vom Bauerschen Gesangverein wird urS I geschrieben: In dem Konzert, das der Verein aus Anlaß 1 seines 48jährigen Stiftungsfestes am 10. März in ber neuen j Aula ber Universität veranstaltet, gelangt toi eher eine An- ■ zahl Kunstchöre zum Vortrag, aber auch dem Volkslied ist Rechnung getragen. Die Leistungen des Vereins sind hin> reichend bekannt, so daß hierüber nichts zu erwähnen ist. Auch das Quartett des Vereins wird einige Lieder zu Gehör bringen. Zu dem Konzert sind die Herren SHbm Münch (Tenor), Frankfurt a. M„ und Julius Hahn (Klavier), Gießen, gewonnen. Ersterer verfügt über einer sehr zarten lyrischen Tenor und hat als KDnzertsänger schöne Erfolge zu verzeichnen, letzterer ist von ben früheren Konzerten her bekannt. Der Bauersche Gesangverein hat im abgelaufenen Vereinsjahre bei folgenden größeren Vercui- ftaltungen gesungen: 50jähriges Jubiläum des Gabelsber- ger Stenographenvereins Gießen, 50. Jubiläumsausstellung des oberhess. Bienenzüchtervereins, ReichsgründungS» feier am 12. Januar 1912; außerdem hat er noch bet einer ganzen Anzahl kleinerer Veranstaltungen befreundeter Vereine gesanglich mitgewirkt. • • Kolossen m. Man schreibt unS: PrangS Kölner Bühne übt andauernd eine große Zugkraft auS. Das Kolosfenni ist allabendlich sehr gut besetzt unb baS Publikum amüs r sich auf baS köstlichste. SamStag unb Sonntag geht zum I letzten Male in Szene: ,233er kann bafür?' Der Schlaqec gelangt auch am Sonntag nachmittag bei kleinen Preisen zur Aufführung für Fremde unb Familien. Ab Montag und solgenbe Tage gelangt zur Aufführung der urkomische Schlager .Kölsche StrandluftE. " Der Gießener Lesehalle-Verein hält seine ordentliche Mitglieder-Versammlung amMontag abend im Hotel Schütz ab. ** Vom Naturheilverein Gießen wird uns pf' schrieben: Der Verein veranstaltet am Freitag, 8. Mär», in Steins Garten einen Vortrag des Schriftstellers E Peter aus Neuenhagen über bas Thema: „Siebe unb Eh e in ihrer Bedeutung für Gesundheit, Lebensglück und Lebenskraft". Der Redner ist ber Herausgeber und Schriftleiter der „Volkskraft" lieber seine Borträge berichtet ber Koblenzer Generalanzeiger ......Der Erfolg war groß, alle Erwartungen übertreffend Das Interesse war vom Anfang bis »um Ende ungeteilt. Bravorufe und rauschender Beifall lohnten den Redner am Schluß Am zweiten Abend wurde Herrn Peters nach Beendigung des träges von den Frauen ein Lorbeerkran- überreicht, gewiß nne seltene Ehrung und Huldigung eines Rck>ners, aber em sicherer Beweis, wie klar es dem anwesenden Frauen zum Bewußtsein gekommen war, daß niemand an ber sexuellen Aufklärung an ber Wiedereinsetzung des reinen Geschlechts- und Familienlebens in die ihm gebührende heilige Stellung stärker interessiert in, als die Frau, daß sie bei richtiger Bewertung der ForU^lanzung. daß sie als Mutter eines gesunden, zu ihr empor schauenden Qx' schlechts eine ganz andere Rolle spielen würbe." — Die jchristltche Staatsprüfung für den höheren Forstdtenst beginnt am 11 April zu Tarm'iodt. Gesuche um Zulassung, die bem Eingabestempel unterliegen, ünb spätestens btS zum 27. März bei ber Ministerialabteiluny für Forst- unb fiameraloerroaltung einzureichen. ** Warnung vor einem Mittel gegen Trunk,- sucht. Tie Gesundheitsabteilung des hessischen Ministerium- macht im Anschluß an eine bereits früher erlassene Warnung vor dem Geheimmittel ,91 le o la' daraus aufmerksam, daß dieses Mittel auch unter der Bezeichnung »Trunksucht-- mittel der Frau Anderson in Hillburn R. P.* in den Handel kommt. Bei dieser Gelegenheit wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach wissenschaftlicher Erfahrung sich b,8bJc keinerlei Arznei für die Entwöhnung vom Trunk als roir' fam erwiesen hat, vielmehr lediglich die Entziehung aller ouo- holischen Getränke, wenn nötig unter Ueberfübrung 6 Trinkers in eine geeignete Heilanstalt, bei der Behandlung der Trunksucht Erfolge zu liefern vermag. jyniifler A ■^Hmoenbe' v 'i^nhoi j) eine ?XrtteT fü SÄ! Äun«kei unj X Bal 'Beringen Jllöt,e» nachd J Trauen, ''ldungssch W heut *i“ni abend. 5, Mund MÄ be W^Mn ti et i -•vfW ö zu erwähnen ge Lieder a * I ießten Zeugnis ab, mit welchem Fleiße in den wenigen e Herren N Lochen gearbeitet worden war. Die Schülerinnen gaoen ' Julius Hing drß K- t »Roienino en hoslkeatrr; in allerlebha'ii wird der td n und ein erein amMonlag W Septn:- bann in es'gen ©afii. Ter Direflio- m ersten jug-- zu Kaffee selbstgebackenen Kuchen und Torten aller Art. .'kreisamtmann Dr. Seisserth dankte nochmals allen Bewein wird erein aus tärj in der n wieder eine dem Volksli^ Sereins sind öur Zigennerplage. ♦ Gießen, 2. März. , Von Zigeunern lieft man eben allenthalben; gegen die rgcunör macht man mobil, denn sie weroen gefährlich. Aber LL- em üSTk 'U'Npj [y Hessen-Nassau. )( Marburg, 1. März. Die Zusammenkunft ehemaliger Angehöriger des Marburger Jägerdata i l l o n s zwects Beratung über die im nächsten Jahre stattsindende Jubiläumsfeier findet am Sonntag, 10. Marz nn Fronhof hier statt. — Die Straßenbahn hatte im Kbruar eine Durchfchnittstageseinnayme von 212,76 Mk. 9 dieses N,.. "dem (>. ^nopet Ultoemii" "|^t fine fe, \ebe Suse, V Slnit ’ lölu ich jdj|.: enihalien 1 nnt einem C Ä* tnöflir Mermtk um eir. etel" nur .große ^1' dem Paul 8^ "hält eine fe, HIbq eine V;:, .hrer ein gr5v Iten des De 'urch die üoir 5ro.v einer Erhöda teiligten für die Förderung der Haushaltungsschule, welchen Tank Herr Lehrer Dörmer namens der Gemeinoe erwiderte. Mit Gesang und Tanz schloß die Feier. -b. Groß-Felda, 1. März. Der als Leiter der irrssischen Meisteriurse für Sattler in weiteren Kreisen bekannte hiesige Sattlcrmeifter Louis Völzing hält zurzeit in Liegnitz in Schlesien im Auftrag dec dortigen Handwerkerkammer einen 14tägigen Fortbildungskursus für Sattlermeister ab. Kreis Friedberg. Friedberg, 1. Marz. In der gestern abend abgehaltenen Vorstandssitzung des hiesigen Schwimmbades wurde festgestellt, daß für dieses Jahr au die Aktionäre 7 Prozent Dividende verteilt werden können. In 22 Jahren sind alle Aktien auLgetost und das Badehaus geht (in die Stadt über. x Bad - Nauheim, 1. März. Der Ballon .Zahringen* der Mannheimer Lustschifsahrt-GeseUschaft landete, nachdem er lange über der Stadt geschwebt hatte, am Frauenwald bei Nieder - Mörlen. — Die Fortbildungsschule, die hier in drei BerufSklasien geteilt ist, beendigte heute nachmittag ihre Wintertätigleit durch eine öffentliche Prüfung. Die Gewerbeschule schloß bereits gestern abend. sus der Haus haltungs schule für den Kreis Als selb fand heute mit einer öffentlichen Prüfung seinen Abschluß, hierzu hatten sich eingesunden Kreisamtmann Dr. Seifferch, der Orts- und Schulvorstand von Kestrich, die Eltern der Schülerinnen, sowie einige Gäste. Die Leiterin der Schule, Fräulein Hölzer aus Alsfeld, zeigte durch geschieltes Abfragen des Lehrstoffes, welche Kenntnisse sich sämtliche Schülerinnen im tzaushaltungswesen, der Gesundheitspflege, der Ernährung, sowie im Kochen, Waschen, Bügeln usw. angeeignet hatten. Kreisamtmänn Dr. Seifserly beglückwünschte Fräulein Hölzer zu ihrem erfolgreichen Unterricht and schenkte feder der Schülerinnen das Büchlein: „Der Weg zum häuslichen Glück." Hierauf begab sich die Versammlung in die Steuernagelsche Wirtschaft, wo der Lehrkursus abgehaUen worden war. Die ausgestellten Handarbeiten in Weißzeugnähen, Sticken, Flicken, Bügeln uslv. ls Konzerts s von den l'nte ’angöereink: größeren 8c n des 0abeL-x subiläumsaHrT Keichsgrundr: hat er nor ltimgen W Prang? s 8, DoS K-lc' ßublifum Mi- ionntag gf'-1 v Der 6t- leinen 21b 3M- -"1 irkomische 67' Ä pril iu lemprf u?d IJlinifW1 iiche"- schen K waS sind eigentlich Zigeuner? Sinds die „braunen Söhne der Pußta", die bettelnd, wahrsagend, auf die Gutmütigkeit und auch die Dummheit der Leute spekulieren, die Meister sind im Stehlen und besonders, wenn es Geflügel gilt, mit einem Griff das Huhn gefaßt und fein Genick herumgedreht haben, um es hinter der Schürze verschwinden zu lassen, die nichts mehr scheuen als Wasser — weil Schmutz warm hält und G e - fä ngnis, weil ein freies Leben ihnen zur anderen Natur geworden. In meiner Jugend nannte man sie „Haare", d. h. Heiden, ob ihrem Glauben oder ih^em Tun nach, das mag dahin gestellt bleiben. Eben diese Zigeuner wagten nickü leicht eine Gewalttat zu begehen, am wenigsten einen Mord, weil sie das sofort der edlen Freiheit beraubt hätte. Diese Zigeuner waren andere als die jetzigen sogenannten Zigeuner. Das sind verwilderte Menschen, darunter viele Deutsche. Es geht hier wie bei den Wildkatzen, die bann und wann geschossen werden. Es sind in Wirklichkeit verwilderte Hauskatzen. Unsere gegenwärtigen, sogenannten Zigeuner, sind fjunbcrtmal gefährlicher als die echten Zigeuner, das beweisen die letzten Vorgänge; sie können jüdjt mit Feuerspritzen, wie verschiedentlich in Rheinhessen geschah, aus dem Dorf hinausgetrieben werden. Sind sie im Frieden gefährlich, so werden sie es nod) viel mehr im Kriege. Was wird uns aus den ftriegSberidjfcn, besonders aus 1866 von den Hyänen des Schlachtfeldes erzählt, welche den Verwundeten, die sie nach der Schlacht, oft schon^während der Schlacht, wo die Sanitätsleute nicht gleich zur Stelle fein konnten und die Feldgendarmerie überall sein sollte, die Wertsachen raubten, noch Lebende vollständig töteten, den Toten die Finger abschnitten, um ihre Ringe zu bekommen! Woher rekrutieren sich diese Hyänen? Aus diesen sogenannten Zigeunern, die überall und nirgends zu Hause sind und da am besten Bescheid wissen, wo andere ihn nicht wissen, im Dickicht der Wälder. Diese Leute werden immer zahlreicher und dadurch immer frecher. Es mußten deshalb noch andere Maßregeln ergriffen werden als das Abschieden von einer Grenze zur anderen. Diesen Leuten (Schirmflickern, Kesselflickern usw.) dürften keine Waudergewerbescheiue gegeben werden; sie müßten dadurch gezwungen werden, sich seßhaft zu machen. Sollte dagegen von hyperliberaler Seite Einspruch erhoben werden als eine Vergewaltigung des Staatsbürgers, so gebe man einem solchen Verfechter dieser Idee einmal so eine Gesellschaft in seinen Wohnort, damit er nähere Bekanntschaft mit ihnen mache — er würde sie nebst ihrer „Einquartierung" bald zum Kuckuck wünsck)en. Eins ist schade, daß wir nicht wie Frankreich in unseren Kolonien eine oder die andere Insel haben, die sich zum Aufenthalt für fold>e und ähnliche Menschen (Messerhelden usw.) eignete. Dann brauchte man auch keine Todesstrafe mehr, welche wir in 100 Jahren doch nicht mehr haben werden. Freilich solch eine Strafkolonie kostet Geld — aber was für eine Beruhigung für den friedlichen unb steuerzahlenden Bürger, wenn er nicht in steter Sorge zu sein braucht, von dem ersten Besten angeschosscu zu werden. Es ist in dieser Beziehung bei uns sehr weit gekommen. ♦ a. Schotten, 1. März. Die behördliche Anordnung, daß nicht gar zu viel in den Zeitungen über die Verfolgung des Mörders Ebender geschrieben wird, ist sehr angebracht, schon im Interesse des V 0 g,elberges. Aengstliche Gemüter könnten in allen Ecken Gefahr wittern; so schlimm ist es aber nicht, vielmehr kann man zu den Polizeiorganen das Vertrauen haben, daß für die Sicherheit des Publikums alles geschieht, daß auch die Einwohner des Vogelsberges selbst ein Interesse haben, fragwürdige Elemente aus der Gegend zu entfernen. Es wird übrigens vielfach bezweifelt, ob die gesuchte Zigeunerbande sich überhaupt noch im Vogelsberg befindet. Alsfeld, 1. März. Scharfe Maßregeln gegen bie Zigeunerplage hat bas Kreisamt Alsfelb erlassen unb deren genaue Befolgung den' Bürgermeistereien und der Gendarmerie des Kreises empfohlen. Auch an die tatkräftige Unterstützung durch die Bevölkerung, wird appelliert. Vielfach werden die verwegenen Gesellen durch falsches, unangebrachtes Mitleid in ihrer Zuoringlichkeit noch bestärkt. Unsere, an der preuißsch-hessischen Grenze gelegenen Orte haben unter der Landplage entsetzlich zu leiden. w. Fulda, 1. März. Die Zigeunersagb der Rhön ist erfolglos verlausen. Da bie Behörden der Ueberjeugung sind, baß sich bie verfolgten Zigeuner nicht mehr in dem umstellten Gebiete aufhalten, wurde der Abmarsch des Militärs an- geordnet. (W) Koburg, 1. März. Im hiesigen Landkreise wurde heute das Z i g e u n e r e h e p a a r Franz aus Plamont im Elsaß verhaftet. Beide sind dringend verdächtig, an den verbrecherischen Vorgängen bei Fulda und in den hessischen Forsten beteiligt gewesen zu sein. (5crid?tsfaaL Graf Wolff-Metternich wegen Falschspiels vor Gericht. Berlin, 1. März. Die Zeugenvernehmung wurde heute fortgesetzt. Zeuge Referendar v. Moschel hat einem Rennen um den Großen Preis von Paris und in einem Boulevard-Restaurant ein Spiel gemacht, wobei er an einen Herrn Villeneuve 400 Franks verlor. Er habe die Schuld zuerst nicht bezahlen wollen, da er sich betrogen fühlte. Später habe ihn Bujes auf» gefordert, zu bezahlen. Da er Bujes bisher als einen sehr anständigen Menschen kennen gelernt habe, habe er auch die Schuld getilgt. Hieraus wird unter allgemeiner Spannung der wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels zu einer mehrmonatlichen Gefängnisstrafe verurteilte Leutnant a. D. Freiherr Alexander Schenk von Schweinsberg als Zeuge vernommen. Er macht einen sehr unintelligenten Eindruck. Er wird zunächst unvereidigt vernom- nommen. Er kann sich vielfach an die Vorgänge nicht mehr erinnern und behauptet, daß fein Gedächtnis durch die schweren Schicksalsschläge sehr gelitten habe. Der Zeuge Reserendar Wolf v. Wcnnec behauptet, in dem italienischen Grenzort Ehiavennc habe er, Frl. v. Rödern, Niemela und Bujes in einem Hotel ein Spiel gemacht, wobei er etwa 8400 Franks verlor. Hierauf wurde unter Ausschluß der Leffentlichkeit Frl. v. Rödern als Zeugin vernommen und dann die Verhandlung auf Montag vormittag vertagt. Paris, l. März. Tas Schwurgericht von Blois hat die vier Einbrecher, bie in der Kirche von Thenay im Teparte- ment Loir-et-Chor ein kostbares biciteiligeS Altarbild geraubt hatten, zu Kerker strafen von einem bis zehn Jahren verurteilt. Luftjchiffahrt. Friedrichshafen, 1. März. Heute nachmittag findet nochmals eine Probefahrt statt und im Anschluß an diese wird die Entscheidung fallen, wann die Abfayrt des Zeppelin-Luftschiffes nach Frankfurt erfolgt. Falls es die Witterung zuläßt, ist bestimmt anzunehmen, daß das Luftschiff um 6 Uhr morgens absährt. Bei dem heute herrschenden Südwestwind gebt die Reise über Elsaß-Lothringen und an den Vogesen entlang. Bei Lstwind wird der Kurs über Bayern genommen. Tie Ankunft in Frankfurt wird kaum vor 2 Uhr mittags erfolgen. Friedrichshafen, 1. März. Nachdem Gral Zeppelin mit dem Vuit cljijf ,1'ittoria viiife“ den Kronvrinzen und die Kron- prtiizeilin, die auf dein Bodenfee 1r.1t einem Tainpier sichren, bis naa) Vüibau beqlciut baue, lernte das Luitschiff nach siiiedrichs- hasen zurück. Bei güningem Wetter soll bas Lu'tjchiff heute früh die siayrt nach Frankfurt a. Ai. amteten. Börscn-LLochcnbericht. — Frankfurt a. M., 1. März. Tie Börse verkehrte vorwiegend zur Schwäche neigender Haltung. Die Frage der Kredlteinschrankungen übt nach wie vor chre Wirkung aus, wenn auch Irgend etwas Posftwes nickt zu melden ist. Es herrsckt große Verstimmung, die die Unternehmungslust lähmt. Günstige Meldungen auS dem Wirtschaftsleben finden nur vorübergcheirde Beachtung oder bleiben wirkungslos. In der Zukunft sieht man mancherlei Anzeichen, die Bedenken erregen und Zweifel auskommen lassen, ob die Industrie auf der aufsteigenden Bahn noch lange weiter wandeln wird. Es ist naturgemäß, daß bei solchen: Ausblick die Kauf« Neigung erstickt und das Bestreben gefördert wird, BezugSver- pflichtuugen zu lösen. Dazu kommt, daß die politische Lage noch immer Anlaß zu Bedenken gibt. In dieser Woche wurde die Hoffnung auf eine Friedeusgeneiglheit Italiens unb der Türkei wieder jäh unterbrochen durch die Vorgänge von Beirut. Tie Verstimmung der Börse war um so größer, als man davon internationale Verwicklungen befürchtete. Daneben mahnen bie unsicheren Verhältnisse am Gelb markte zur Zurückhaltung. Die Gelbsülle im Januar hat sich als trügen ich erwiesen. Ter Februar, sonst ein Monal billigen Gelbes, zeichnet sich biesmal burch hohe Satze aus, unb bie wichtige Frage, wann ein Ab- gehen von bem öprozenligen Banksatz möglich sein wirb, scheint ganz aus ber Erörterung aussckicioeii zu können. Der Monais- ichluß ist gut Dorübergegangcu, Gelb war reichlich vorhanben, wenn auch zu hohen Sätzen. Ein Verstimmungsgruub war bie Furcht vor dein Noblen arbeitet ft reif in Englaub und im Zusammenhang damit vor Streikbewegungen im Ruhrbezirk. Am Montanmarkte vollzog sich ein weiterer ftarter Rückgang ber Kurse, ber burch ben in Berlin cingctretcncn scharfen Kursrückgang ber Hoheulvhc-Aklieu wesentlich geförbert wurde. Die Racyrichten, wonach die Aussichten für eine Verlängerung des Stahlwerlsvcrbandes günstig sein sollen, blieben demgegenüber ziemlich unberücksichtigt. Von der Abschwächung der Hohen- lohe-Al'tie wurden die Aktien der Deutschen Bank vorübergehend in Mitleidenschaft gezogen, obwohl man glaubt, daß das Interesse dieses Instituts am Fürsteilkouzeni durch die beträchtlichen Opfer, die es auf fein Engagement bei der Berliner Terraiu- uud Baugefeli'schast gebracht Hot, vor etwaigen weiteren Zwischeu- fällen geschützt sei. Die BanWilanzeu machten einen befriedigenden Eindruck, eine besoiidere Anregung veimochten sie jebocti nicht zu geben. Bankaktien flouten sich meist etwas nichtiger. In Bahnen war bas Geschäft nihig, etwas begünstigt waren Schantungbahn. Schiffahrtsaktien lagen schwächer. In- buftriepapiere kamen nur wenig an ben Markt; einzelne Spezialwerte konnten ihre fturfe etwas erhöhen, im allgemeinen war bas Interesse bafür stark abgeslaut. Deutsche Staatsanleihen schwächten sich neuetbings etwas ab und von fremden Renten waten auch Chinesen unb Mexikaner auf bie anbauenv ben Unruhen nichtiger. Privat-Diskont d1/*0,'». Kleine Gnges^roniL Die Inbetriebnahme ber Hamburger Hochbahn ist am 1. März erfolgt. Gleich batnach würbe ein Streckenarbeiter, ber vom Zuge abspraug, zu Boben geschleubert unb lebensgefährlich verletzt. Ter Hotelbesitzer H 0 l t f e u c r, der am 2. Juni 1878 den Attentäter Dr. R 0 b i l i n g festnahm, der in Berlin den Kaiser durch zwei Schüsse verwundete, ist in G r 0 ß l i ch t e r f e l d c hoch- betagt gestorben. LittgescZnSt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum "gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. Der Vcrsasscr des „Eingesandts" in Nr. 48 des „G. A." befindet sich in einem gewaltigen Irrtum, wenn er behauptet, ich hätte zwischen Karneval- unb Turnverein, einen Vergleich gezogen. Mit biesen Ausführungen hinkt er nicht nur,, fonbern schwebt vollstänbig in ber Luft. Die in bem „Eingesanbt" in Nr. 47 bes „G. A." gemachten Ausführungen waren rein sachliche Feststellungen unter gleichzeitigem Hinweis auf die Konsequenzen bei Bewilligung derartiger Beträge. Daraus konnte aber niemand — auch wenn der Artikel nur flüchtig durchgelesen wurde — einen Vergleich zwischen Turnverein und Karneval hnauslesen. Nur dem Herrn Einsender ist dies Vorbehalten geblieben und wohl nur deshalb hat er den nur nebenbei erwähnten Turnverein herausgegrissen, weil ihm dieser als Objekt für seine Erwiderung geeignet erschien. Zweck und Ziele des Turnvereins sind wohl federn Menschen bekannt. Ob unb inwieweit bie Geschäftswelt einen größeren Vorteil burch ben Karneval ober durch ein anderes Vereinsfest hat, soll nicht untersucht werden, diese Feststellung wird dem Herrn Einsender überlassen. Auch will ich ihm nicht folgen in seinem im letzten „Eingesandt" zutage getretenen Streben, die Angelegenheit ins Humoristische und auf das persönliche Gebiet hinüberzuleiten. Lediglich vom sachlichen Standpunkt gingen meine Erwiderungen in Nr. 47 aus. Auch heute möchte ich diesen Standpunkt nicht verlassen und wiederholen, daß, wenn nun einmal einzelne Vereine zur Veranstaltung von Festlichkeiten Unterstützungen von der Stadt erhalten, auch der Karnevalvercin das gleiche Recht für sich in Anspruch jienmen kann. Welcher Verein wohl der beste und zusagendste ist, kann hierbei nicht ausschlaggebend sein. Wenn die Sache mit der notleidenden Familie sich wirklich so verhält, wie sie in den Ausführungen detz Herrn Bm.-Einsenders dargestellt sind und wenn die städtische Armenpflege wirklich versagt hätte, dann wäre es seine Nächstenpslicht gewesen, hier helfend einzugreisen und ergänzend die private Wohltätigkeit in Anspruch zu nehmen, was ja vielfach geschieht. Jedenfalls wäre damit diesen Armen besser gedient gewesen als durch die ganz unangebrachte Verquickung dieser Angelegenheit mit dem Gießener Karneval. Nach Erkunvigung an maßgebender Stelle kann nur eine Familie in Betracht tommen und dieser ist bei eingetretener Hilssbedürstigkeit Unterstützung gewährt worden. Die Ausführungen des Herrn Einsenders sind demnach trotz seiner Behauptungen unrichtig. Hiermit ist die Sache für mich erledigt. ♦ Gießen. Der Verschönerungsverein oder die Stabtverwal- tung würden sich zweifellos den Dank vieler unserer Einwohner erwerben, wenn sie im kommenden Sommer auf dem Fußwege nach dem Philosophenwald, zwischen Ost-Anlage und Wald, einige Ruhebänke aufstellen ließen. Nicht nur Naturfreunde, die sich dem wundervollen Anblick des herrlichen Wiesengruudes gern in Ruhe hingeben möchten, empfinden das Fehlen von Santen schmerzlich, noch viel schmerzlicher empfinden es alle die, denen cs durch körperliche Gebrechen überhaupt nicht möglich ist, den Weg bis zum Wald ohne Sitzgelegenheiten zurück- zulegcn. Im Jahre 1910 war wenigstens in ber Nähe ber Wieseck< Überbrückung eine Bank ausgestellt, bie aber leiber schon im vergangenen Jahre nicht mehr zu entoecken war.K. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentliche Wetterbirnststelle Gießen. Welteranssichteii in Hessen für Sonntag, den 3. März 1912: Veränderlich, zeilweife Niederschläge, mild; südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Darmstadt, 2. März. Generalleutnant z. D. Hermann v. Stülpnagel ist gestern hier im 74. Lebensjahr einem Schlaganfall erlegen. Friedrichshafen, 2. März. Tie Ueberführung des Luftschiffes „Viktoria Luise" nach Frankfurt wurde des stürmischen Weilers wegen auf Sonntag verschoben. London, 2. März. Bei den gestrigen Kundgebungen wurden 15 2 Suffragetten verhaftet, aber gegen Bürgschaft wieder sreigelassen. Im ganzen würben bei oen Kundgebungen für etwa 80 000 Mark Fensterscheiben zerbrochen. London, 2. März. Tie Ablehnung der Vermittln n g s v 0 r s ch l ä g e der Regierung durch bie S8 e r g a r b e i t c r, bie nur mit schwacher Mehrheit erfolgte, wird in der getarnten Presse abfällig beurteilt. Nach Ansicht ber Blätter worc hic Abstimmung wohl günstiger ausgefallen, wenn meut viele Arbeiter- Vertreter mit bestimmten Weisungen ihrer Verbände verjeheu ge» wesen wären., e Naturheilverein Giessen. Am l'reitag, den 8. Mürz 1912, abend* 8*'■> Uhr im groHMCn Saale des Steins Garten volkstümlich wissenschaftlicher Vertrag von Herrn E. PefcrM-Xcuenhagen, L Vorsitz, des deutschen Bundes für Regeneration, über Liebe und Ehe in ihrer Bedeutung (.Gesundheit, Lebensglück u. Lebenskraft Nach dem Vorträge Frageb antwortnng. Eintritt für Nichtmitglieder: 1. Platz 80 Pfg, 2. Platz 40 Pfg., für Mitglieder 40 bezw. 20 Pfg. Eintrittskarten im Vorverkauf sind im Reform- haus Kreuzplatz 5 erhältlich. D"/.i Br.hnhofstr. 54 01650 Bahnhofstr. 54 Im SEck vergessen Lszicks Srorna in ? Akten. Ueberivültigenb im Aufbau und Spiel. Dupiira 4 Bräwte Eine Posse im Bilde. Jas Opfer der Vergmannstcher. Ergreifendes Drama. Zigoto als Toreador. Hum°-isM. Die T ruppe Neptune Variete-Alt. KillematogWhiflhe Neuigkeitea. Interessant. Verliebtes Vogelpärchen. Tonbild. Auf vielseitigen Wunsch noch heute und morgen M'lLarnevchuginWenMZ. Eigene Aufnahme. Biograph Plockstrafte 12 01682 Plockstrake 12 Heute hcrvnrrligeiides Sdjla.Qfrprogrflinni: Die Todnsilucht Grotzartiger Detektivschlager in 3 Akten non der berühmten Nordischen ^ilm-ko. Köitia Kimpaciils Großer humoristischer Schlager, Länge 300 Meter. Kiot otrliüimnisoollt Kge Großartiges Drama aus dem Leben. Irr hckknMige liinÄt-rtjirt Hervorragende amerikanische Komödie. Pathe Journal Interessante Wochenschau. MR taHliuig.' eonntao, den l Marz, nchMags ?*/« Uhr spricht im großen Saal von Steins Garten Hm Wandchlmtlil frkrlrni über die politische Lage in Deutschland nach den Reichstagswahlen. Der Vorstand der fortschrittlichen Volkspartei. Bauer'scher Gesangverein Gießen Dirigent: Ilcrr Otto Görlach Sonntag, den 10. März 1912, abends 5 Uhr, in der neuen Aula der Universität Konzert zur Feier des 48. Stiftungsfestes unter Mitwirkung des Konzertsängers Herrn Albert Münch aus Frankfurt a. M. und des Pianisten Herrn Julius Hahn von hier. 1. Chor a capella: Die drei Worte des Glaubens 2. Arie aus: „Die Afrikanerin“ für Tenor . . , 3. Chöre a capella: a) Sein Bub ...... b) Am Ammersee . 4. Lieder am Klavier: a) Der Negersklave . . . . . b) Rheinlied ...... 5. Quartette: a) Eislein von Caub . . . . . b) In stiller Nacht . . . . 6. Stücke für Klavier: • a) Romanze in Fis-dur . . . . . b) Toccata in Des-dur . c) Polacca brillante . 7. Chöre a capella: a) Abschied ...... b) Deutscher Ehrenpreis . 8. Lieder am Klavier: a) 0 schweige still! Romanze aus: „Das Glöckchen des Eremiten“ ...... b) 0 wi#>, so trügerisch aus: „Rigoletto“ . 9. Chöre a capella: a) Die Beredsamkeit . . . . b) Zapfenstreich . 10. Chor mit Klavierbegleitung: „Nachtgesang im Walde“ C. Zöllner G. Meyerbeer L. Sauer F. Langer Peuschel Obermeyer M. Filke P. Hübner R. Schumann F. Hiller C. M. v. Weber A. Kirchl A. Methfessel L. Maillart G. Verdi F. Haydn L. Rillö Fr. Schubert Eintrittskarten: 1. Platz Mk. 1.50. 2. Platz Mk. 1.—, 3. Platz Mk. —.50. Vorverkauf bei Ernst Challier. Musikalien-Handlung, Giessen. v’/s ■ Sch* $ Fiillgr* 11 Zwctschen-Latwerge U 30 lWHm" IsH Znckerhonig la. per Psd. 42 Pfg., z-Psd.-kimer 2 Mk. Aprikose« mitAepfel Md. S5 Psg., Eimcr 175 Psß. Erdbeer- mit Acpfel S? lüv M. Johannisbeer- 45 = 5-Psund-Eimer 200 Psg. — Bahnhofstrasse 26. [a7a] Telephon 186. GemischteMarmelade ver Oßqiffl 5-Psd.-Eimer 125 Psd. Viy., 10-Pfd.-Eimer 240 10-Pfund-Emailletopf 250 Pfg. Apfelgelee Psd. 38 Psg. 5-Pfund-Eimer 180 Psg. — mit Kristallzucker eingekocht. !S- Marmeladen — Cernhariit'scher = = Zither- u Mrniduliiitii-Khur:: 6ießen (E. V.) Sonntag, den 3. März 1912, abends 8 Uhr im Saale des „Hotel Einhorn“ Musikalischer Onlerhallungsabend Eintrittskarten im Vorverkauf ä 30 Psg. in den Musikalienbandlungcn, sowie bei den Vorstandsmitgliedern Paul A! ü 11 c r, Lvagcngaise 11 und 3nfob Dann Bahn- bosftraüe 64. 1554 liebigshöhe Sonntag, den 3. März nachmittags 41 . Uhr018?, im kleinen Saale Familien- Konzert (Pariser Besetzung) Eintritt 20 Pfennig. lerung v Lämmer gehalten. D’/, 1 Copeten Wandipannifoifen und Linoleum eingefroren Hnd. tilrckenplatz 11 1587 e,'ruh , IJ-jjonan , Scrdie Erlaube mir ergebenff anzuzeigen, dah jetzt sämtliche Neuheiten in Kolosseum Theater-Variete, Glessen Dir.: K. Ohm Walltorstrasse »V Einem Teil der Heutigen L-ndau»-g- liegt eine Beilage der Firma Gebrüder Biedenkopf (Lahn), Fabrik chemischer Pra^a* rate über phosphorsauren Sall „«apiv ' "l. Capefenhaus ßeinr. ßoehffätter !V^kb.on-] rWßern Ochste B (./’•$ c-ner 5tcnoflrflphrn=$trtiii ü» ifi; «! J1’ "is p xHel . OflS i\ Uu8e Pjj Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit KarlSchmidt, Tanzlehrer Wetrstcingasse 3L (290 Von flprll ab befindet lick mein Gelchdlt in meinem Neubau Brandplafr 1 (Erke d. Sdilohqalle). Reite werden bis dahin billigt abgegeben. fc*»« 3mi l "Mies li.;n'9e^itg l i spät JMoid au feto'“'"’' Sa (r,t 9nn»|i 5. J”’ Hijj fc* «h,; V-2 eini( 60! t ? b,r «I Itoim zu aebei mn Telegic «inzen angezt « neuen Rep p durch Ersch Monären F01 Ififlten be- 2as; der C :i. dah Mai ki ^olbzal'li Mbhaft. Ne .Wer die 8 t .lorben, ot ;)Iaue Fuchs < te unruhige 5 w auf der Ions •mt der Repu tchenden Mini ttinett gebild •tnn es foätf ctzke Teil bt Innungen n $efing, !t den lonalei der Stadt hrifli anhasle «nitß die Siebt gcbämtft. ' Vaiib Steri durch bie L duanschj^ •r-’’ ioivic bie L",^schreib plMtn theig Giessener Lesehalle-Verein. Montag, den 4. Mürz 1912, abends 8*/, Ehr: Onleiltie Hiiglieiler-taelMi im Hotel Schütz. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht über das ab gelaufene Vereinsjahr. 2. Neuwahl des Vorstandes 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 'v»«f, Der Vorstand. Montag, den 4. März, abends 8V1 Ubr: $ortrii(| über §ihrnnttn im VersammlungSzlmmcr in "der alten Gewerbeschule. Dienstanzug und Mütze. B*/a Das Kommando. äailtater Biel» Dir.: Hermann Stelngoelter. Sonntag, 3. Mär; 1912, nawinittagS 31, Ubr: VolkSoreise VolkSvretke Zm Ultimen Mtz'l Lustspiel in 3 Akten von Lskar Blumenchal und Gustav Kadelburg. Ende 5Vs Ubr. Abends 7", Ubr: Venen; . „ für Regisseur Rudolf <*soH Gastspiel von Georg Söbler vom Gr. Hos- u. :'kat,ona - lbeat. l Mannheim. — ®a'*‘ spiel von Lina Salten vom Sladttbealer in Vagen. Gewöhnliche Preise >9tofenmonit0 Eine Lsnzierötriig von Cito Eric1> Han leben Ende lOVs Ubr Dienstag, 5. Mär; l9>2, abends 8 Ubr: l8.D«cnStag-Aboni' Voruel. Oiewobniiche Prenc Jas 8IM im Sui* Tchauspicl in 3 Akten von Hermann Ludermann. Ende 10*/, Ubr.__ ’rrtii*1111 ItH" Generalversammlung dcö Ziegenznchtvereins Gießen am 9. März, abends 8 V» Uhr, in der Stadt Cassel. Tagcö-Crdnung: Berichterstattung. Rcchnungöablagc. Entlastung bc Rechners. Ersatzmabl des Vorstandes. Verschiedene- Um recht zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten Der Vorstand. Gleichzeitig wird ein Vortrag über: Auszucht der Gastspiel Orig. Prang's Kölner Biihne. Samstag 8'l« Ubr und Sonntag 4 und 8 Ubr zum letzten Haie: Wer kann । dafür? Militär. Ausstattung-' Schwank, 3 Akte, von P. Prang. Lachstürme! Sonntag nachm. 4 Ubr für Fremde u. Familien Wer kann dafür? Kleine Preise. Montag u. folg. Dage: Kölsche Slrand-Lnlt Im Theatcr-Restaur. täglid) Konzert der Wiener Tamcnkavcllc Presto 6 Damen. 2 Herren. mürbe stt «»d yiiifbcn, 1° «dütfl gründ pgl belialtej : in 6 - den lufni . lots- nschi c^-erausbril ,'.>As allein tiger z«statksand Aellenlo -Tj:n über b 2 der Lers Pkiiitg ober M^IIenber is , regen anfä Lenti und fl Mn in Pc! «breitet ist, ( 'Epen ber Ä