Nr. 64 schichten zu vermess Die Interpellation lautet: Ist her Herr Reichskanzler bereit, über den Stand des nnLn? *Im ^•nifdHpeftfälifdjen Kohlenrevier Auskunft zu &i?der Herr Reichskanzler zu tun, um unter Se. ’öunq der berechtigten Wün sche der e rx-3a 1 ? c 8 Ende des die deutsche Volkswirtschaft schwer schädigenden Ausstandes herbeizuführen? Abg. Schiffer-Borken (Zentr.) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. ExpediNon und Verlag: 51. Redaktion: HL rel.-AdruA^eigerGtebcn- Mb. Deutscher Reichstag. 26. Sitzung, Donnerstag, den 14. März. Am Tische des Bundesrats: Delbrück, Sydow, Ober- verghauptmann v. Velsen. Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Min. Erscheint täglich mü Ausnahme bei Sonntag«. Die „Siebener Lamlllendlätter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da» .Kreiiblatl fflr den Krell Liehen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtschaftlicheii Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Präsident Dr. Kacmpf: Meine Herren, Sc. Majestät der König von Italien, Viktor Emanuel III., der hohe Verbündete Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und des deutschen Volkes, und Ihre Majestät die Königin von Italien Helena sind einer schweren Lebensgefahr entronnen, indem auf sie abgegebene verbrecherische e’^Sielöcrfeljlt haben. Ich bin sicher, in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ichderFreudeundGenug. tuung des Reichstags darüber Ausdruck gebe, daß Seine Maiestat der König und Ihre Majestät die Königin unverletzt ge- dl,eben stnd. (Lebhafter Beifall.) Namens des Reichstags werde ich in einer an den Präsidenten der Deputierten- kämm er in Rom zu richtenden Depesche diesem Ge- fühle herzlichen Ausdruck geben. (Lebhafter Beifall.) 1 5U Beginn dieser Worte von den Plätzen erhoben, von den Sozialdemokraten nur die Hälfte. chleunig e A n t r a g auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Wendel (Soz.) wird angenommen. Ole Zenfrums-^nfeipeMatlon über den Ruhrifrelk. In dieser Eingabe wurden 10 Forderungen gestellt. An erster imd wichtigster Stelle stand die Forderung nach einer allgemeinen 15 prozentigen LoynerhHung- daneben wurden Wunsche zur Verkürzung der Arbeitszeit, Beteiligung des Zechen- j arbeitsnachweiseS und eine Reihe anderer bekannter Forderungen derBerparbeiter erhoben bezw. wieder laut. Der christliche Gewerkverein und der evangelische Bergarbeitervcrband hoben sich h'esem Schritt nicht angeichlossen, sondern find selbständig borge- gangen. Der Zechenverband antwortete alsbald, zugleich namens des bergbaulichen Vereins unter dem 12. Februar, daß die beiden Verbände aus wiederholt dargelegten Grüirden in Lohnfragen nicht zuständig feien. Die Antwort fuhr fort: Wir unterlassen aber nicht, darauf binzuweisen, daß, abgesehen von der seit Ln- rang 1910 bereits eingetretenen allgemeinen Steigerung und in- fofae her ,m Kohlen syndikat zum 1. April beschlossenen Preiserhöhung erne Erhöhung der Schichtlöhue im Niederrhein,sch-westfälischen Serihau teils erfolgt ist, teils unmittelbar bevorstebt. Eine Erhöhung auch der übrigen Löhne muß angesichts der starken Beschäftigung der Industrie mit Sicherheit erwartet werden, vorausgesetzt, dass das Wirtschaftsleben von Störungen verschont bleibt. Ich erhebe meinerseits nicht den Ruf nach Militär. Man muß die notwendigen Maßnahmen der Regierung überlassen, aber die Freiheit, die volle Freiheit der deutschen Arbeiterschaft im Ruhrgebiet muß unter allen Umständen gewahrt bleiben (Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts). Tic Massenansammlun- gen müssen aufhoten. Die Arbeiter, die arbeiten wollen, dürfen nicht langer Spießruten laufen, nicht länger dem drohenden Spott ausgesetzt sein. Ich habe nach wie vor nicht» gegen Streikposten, wenn cs ruhige Leute sind. (Hört, hört). Eine friedliche Einwirkung auf die Arbeiter billigen, wünschen auch wir. Der Kollege Sachse hat die Geschichte erzählt, wie während des Streiks die Polizisten Skat spielen könnten, nur einer sei auö Langeweile gestorben. Jetzt sieht eS doch ganz anders aus. Halbwüchsige ^urschen treiben ihr Unwesen. Tic Burschen sind noch jünger old .c >n Moabit. Augenzeugen haben mir versichert, daß es sich um eine planmäßige Inszenierung, Organisierung und Disziplinierung der Gewalttätigkeiten handelt. (Hört, hört, rechts.) Im ganzen Ruhrgebiet fiAb Radfahrcrkolonnen organisiert worden, die die Arbeitswilligen abfangen sollten. 1905 war eS anders. ~a ist niemand mit Gewalt von der Arbeit abgchalten worden. Allerdings, nach dem Streik, da ist es den sozialdemokratischen Führern schlimm ergangen, da wurden sie die Geister, die sic gc- rufen, nicht mehr los (Heiterkeit im Zentrum). Da die Debatte wohl ein paar Tage dauern wird, so will ich jetzt schließen, und ichließe mit dem Wunsche, daß der Kampf trotz aller seiner bc- dauerlichcn Begleiterscheinungen für die Bergarbeiter doch noch zum guten Ende führen wird. (Beifall im Zentrum. Stürmische immer wiederholte Pfuirufe bei den Soz., Rufe: Jubas!) Präsident Kaempf: Es verstößt gegen die Ordnung des Hauses, Pfur zu rufen. Staatssekretär Dr. Delbrück: Es bandelt sich um eine Arbeitseinstellung eines Teiles bei Bergarbeiter im preußischen und Ruhrrevier. Es handelt sich also um eine Angelegenheit, die streng genommen vor den Preußischen Landtag gehört, insofern die B.'rggesetzgebung einschließlich Der Regelung der Rechtsverhältnisse der Bergarbeiter zum Ressort der Einzelstaatcn und auch die Exekutive bei den Einzelstaaten liegt. Tamit ist auch für den Reichskanzler und für die verbündeten Regierungen eine gewisse Schranke für ein unmittelbares Ein- greifen in die Entwicklung der Tinge gegeben. Auf der anderen «eite ist ja unbestreitbar, daß die Gesetzgebung deö Reiches, ins- besondere zahlreiche Bestimmungen der Gewerbeordnung und andere, die Rechtsverhältnisse der Arbeiter betreffende reichsgesetzliche Bestimmungen auf Eingreifen in die Verhältnisse der Berg- arbciter, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß eine Ar- beitLcinstcllung im Ruhrrevier ein Ereignis ist, das in seinen Wirkungen weit hinauSreicht über den Kreis der unmittelbar beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer, weit hirtauSxeicht über die Grenzen des RuhrrevierS und des preußischen Staates und eingreift in die Verhältnisse weiter Kreise der Bevölkerung im ganzen deutschen Vaterlande und geeignet ist, die ruhige Entwich« lung in unserer Industrie zu bedrohen und und &or die Gefahr einer ernstlichen Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu stellen. Ich verweise darauf, daß die „Leipziger Volkszeitung" bereits im Januar schrieb, daß vielleicht schon im Frühjahr Die ganze Welt durch einen Streik erschüttert werden wiro und die sozialdemokratische „Bergarbeiterzeitung" meinte, die Nachricht, Verband seine Mitglieder aufgcfvrdcrt habe, lieber- schichten 3 "vermeiden, habe allgemeine Genugtuung hervor- gerufen. Nicht nur aus diesem, sondern auch aus anderen Momenten bekommt man den Eindruck, daß cd sich mehr oder weniger um einen Sympathiestreik handelt. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum, Widerspruch bei den Soz.) Man beobachte folgende ±atcn: Arn 2. Februar kündigt der Zcchenverband eine Lohnerhöhung an Drei Tage später findet eine gemeinsame Konferenz der Bergarbciterverbändc statt. Am 6. Februar reichten die 3 Verbände eine maßvoll gehaltene Eingabe, die nur Lohnforderungen enthielt, bei dem Zechenvcrband ein. Wieder eine Woche spater, vom 19. bis 22. Februar, tagte in London die Konferenz, an der auch Sachse im Namen seines SÄ tCsIn^m' Schluß dieser Konferenz lief beim Zechenverbaild eine erheblich weltergehende Eingabe der Verbände 19. datiert, lraf sie erst am 22. ein. (Unruhe bei den gerade in der Zeit, wo der maß. gebende Führer des sozialdemokratischen Verbandes in London l*Lb„C r 5 lebige oben Ende zu bringen, so bin ich genötigt, zu- nächst noch einmal kurz bie Frage zu erörtern: Wie ist dieser Streik entstanden, und waS sind seine Ursachen? Tenn ohne Kenntnis der Ursachen wird schwer sein, Mittel zu finden und Vorschläge, um ihn zu beseitigen. Sie wissen alle, daß bereits im vorigen Herbst eine Lohnbewegung unter den Bergarbeitern ersetzte, die zu einem festen Abschluß nicht gelangte. Die Be- toegung ist bann im Anfang bieses JahreS wieder lebendiger geworden, und am 6. Februar d. Js. wandten sich die drei ver- einigten Beraarbeitcrverbände, der sozialdemokratische, der Hirsch-Dunckersche und der polnische, in einer gemeinsamen Eingabe an den Zechenverband in Essen und den bergbaulichen Verein. Auf diese in der Form ablehnende, in der Hauptfrage __der Lohnfrage — entgegenkommende Antwort richteten die drei Berg, arbeiteroerbänbe dieselbe Eingabe am 20. Februar an die einzel. nen Zechenverwaltungen, ich glaube, es find 165. Am Schluß der Eingabe war der Wunsch ausgesprochen, innerhalb vierzehn Tagen, also ^blS zum 5. Marz, eine Antwort zu erhalten, weil die drei Jeroanbe bann über die weiteren Schritte beraten wollten. Bis gf” « T^^Nnd 80 Antworten von 155 Zechen eingelaufen. .J,ef>n Zechen haben nicht geantwortet. Ein Teil der Antworten ha.tc folgenden Wortlaut: „Wir müssen es ablehnen, uns zu den von Ihnen gestellten Forderungen zu äußern, da lediglich die nach gesetzlicher Vorschrift gebildeten «rbeiterau SschÜsse beruren sind, Anträge und Wünsche sowie Beschwerden der AWeiter zur Kenntnis der Zechenverwaltungen zu bringen.' Die übrigen Antworten lauteten ähnlich mit dem Ausdruck des Bedauerns, baß man zu Verhandlungen nicht in ber Lage sei, und mit bem Hinweis auf die Arbeiterausschüsse als bie berufenen k. ertreter ber Arbeiter. Am 6. März fand eine Vorsteherkonferenz der beteiligten Organisationen statt. Sie verhielt sich im Prinzip ablehnend- gegen em Verhandeln mit den Arbeiterausschüssen, mit der Begründung, es stehe schon fest, daß bie Arbeiterausschüfft w 162. Jahrgang Freitag, 13. März 1912 ©icßcn^t Almiger General-Anzeiger für Gderheffen Jnt-rp-llati°n. Die Ang-I-g-nh-il ist bereits bei ber Etatsl^ratung besprochen worben, damals noch recht fried- mnnU»nJClbrf L VcAusführungen des Kollegen Sachse konnte f g au6cn' -ba6 68 ,m Ruhrgebiet nicht so halb zum kommen würbe. Außcrbcm bat ber Staatssekre- niit einigen Bergarbeiter. Wort- üb^ Rücksprache genommen. Zunächst einige Worte über bie Stimmung ber christlichen Bera. crle(’ ^.Zweifellos haben die Bergleute augenblicklich be- f.iy°rbcr “ngen hinsichtlich der Söhne I khirr finb rb,C, f cr^Iid) gesunken, und wenn sie auch in bSi ^rnnL61116 ^nosame Steigerung erfuhren, so haben sie doch ®tanb uocb lange nicht wieder erreicht. Diese ^cki Um-10 empfindlicher angesichts der auch von den Die Car; Sie waren sich ber ungeheuren Verant- herten fremben Gewächse sind keine Zierde der bewußt, wie ein die Industrie so schwer schädigender d eutschenJndu st rieundberbeutschen Arbeit^- ,btn Arbeiterorganisationen unb ihren Führern auferlegt, schäft. (Hort, hört! unb Lachen bei ben Soz) Die (Reiben bie Interessen bei heimischen Bergwerksinbustrie unter '>e Mitglieber zur Verstellung, Schmarotzertum und 5^b^^ deutschen Jnbustrien, der Eisen, und Maschinenindustrie, Speichelleckerei. Unsere aufstrebende Industrie braucht aber gefamten deuffchen Volkswirtschaft trotz aller Verleumdung ^'Ä^^krtchtige und charaktervolle Männer, die treu ihre ""b Anfeindungen wahrgenommen. Ps 'cht nm. Sie haben das getan, in dem Bewußtsein, daß Sie das im Die Tätigkeit der gelben Gewerkschaften iss Wassei- Arbeiter, aber, aud) ber angemeinheit tun. (Sehr auf dn Michlen der Sozialdemokratie. (Sehr wahr!) Tas ^tcr- n”tni Ruhrrevier batten hr> ? noth übrig ka8 müssen auch die Unternehmer einsehen und danach verfahren, in die Grtchenbesitzer Lohnerhöhungen Auch die weite Oeffentlichkeit hat das Recht und die Pflichß an abaetoartef nac^ unfcr.Ct Auffassung erst ruhig die Grubenherren zu apvellieren, mit ihren Arbeiteraus'chüffen eSL ^mmen, und ob sic m genügender auch die Lohnfrage zu behandeln, unb zwar möglichst schnell Nicht ^ohe kommen wurden. (Zurus von den Soz.: Da könnten wir mit Redensarten. Dann aber soll man sich mehr um die so- lange warten!) Zu lange warten wir auch nicht, Herr KollegeI zialen Verhältnisse der Ruhrbergarbeiter be- wetracht, daß bie Kohlenpreise erst am 1. April er- kümmern, um ihre Wohnungen und auch den Mangel an sozialer <5obann aber hatten wir auf die eigene Hidustrie Fürsorge. Wir wollen da nichts beschönigen, sondern die Medaille muchicht zu ilehmen. Die Engländer haben 1905 unserer von beiden Seiten betrachten. Bisher hat sich, daS will ich feft- BergwerkSindustrie nicht unbebeutende Absatzgebiete abge- stellen, kein einziges christliche« Gewerkschafts- nommen; jetzt war Gelegenheit, sie wiederzuholcn, und wir sind w i t g l i e b freiwillig an dem Streik beteiligt, auch als Arbeiterorganisation der Ucberzeugung, daß das auch für Wer es getan hat, ist durch den schlimmsten Terroris- bie Arbeiter von Vorteil ist. (Beifall.) Wir find überhaupt über- mu8 dazu gebracht worden. zmigt davon, daß nur eine gesunde, eine gut prospe - Die Arbeitswilligen wurden verhöhnt, verspottet. (Wider- rrerende Industrie in ber Lage i st, gute und bc- sprach bei den Soz.) O ja, infolge des mangelhaften Schutzes sriedrgende Arbeiterlöhne zu zahlen. (Lebh. h a t ber Ter roriSm u s in ben letzten Tagen Beffall.) Triumphe erlebt. Ich bin ja selbst nicht bagewesen, aber Wir sind überzeugt, baß gerabe jetzt begründete Aus- nach zuverlässigen Berichten . . . (Stürmisches Gelächter bei ben Ischt auf eine Lohnerhöhung vorhanden war, bie aller- 2?01 vielleicht einer von Ihnen ba? (Rufe bei ben Soz.: buigg nur auf ftieblichem Wege erreicht werden konnte. (Hört l ich war da, ug auch!) In, Sonntag vielleicht, da war ich auch ^rtl im Zentr.) Die christlichen Bergarbeiter haben sich gründ- ba- (®cifan reegta unb nn Zenftmm.) Also nach zuverlässigen Mich leiten lassen von der Rücksichtnahme auf das gesamte Wirt- Berichten hat gerade dort, wo bie Sozialdemokraten bie Mehr- schaftsleben, an oem auch bie Bergarbeiter lebhaft interessiert finb. 9?“ unter ben Arbeitern haben, ber Mob bie Straße beherrscht. Wir sind ber Meinung, daß ein so schwerer Kampf, der bas M,r ist versuhert worben, baß von benen, bie heute streiken, bie Kze Wirtschaftsleben erschüttert unb unter Umftänben Hundert- H^^'C zur Grube fahren wurden, wenn der Terrorismus nicht sende, ja Millionen Arbeiter ins Elend treiben kann, nicht wäre. (Hart! Hort! rechts, Widerspruch links.) Ja, auch von Dhne besondere Ursache begonnen und durchgeführt werden darf, ven sozialbemokratischen Arbeitern arbeiten heule noch viele (Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts.) Wir wissen auch, Hunderte. (Zuruf bei den Soz.: Märchen!) Tas ist kein Märchen., baß gerade die Bergarbeiter in ihren Lohnbewegungen mehr als Dort, wo die christliche Organisation die Mehrheit hat, arbeiten irgend eiste andere Arbeitergruppe aufdieGunstderöffent- viele Sozialdemokraten. (Zuruf bei den Soz.: Die haben wohl t.l ch en Meinung angewiesen finb. WaS soll ober die offen t- Angst vor bem christlichen Terrorismus.) Ueberhaupt ist bie ar.-- l'che Meinung sagen, wenn die Bergarbeiter fast blindlings den sässige Bergarbeiterschaft im allgemeinen gegen den Streik Im radikalen Schreiern nachlaufen? Wie wird man in ber Oeffent- Interesse ber einheimischen Arbeiter, nicht etwa im Interesse ber i {Weit urteilen, wenn bie Meinung sich verbreitet, baß es sich christlichen Organisation, müßten halb umfgssenbe Maßregeln ae- * Vzgluh um einen Sympathiestreik im In t e r e ss e I troffen werden. (Stürmischer Beifall rechts.) V fbegen der schleckten Erfahrungen von 1911 sich weigern, nochmals über die Lohnfrage mit den Zechenverwaltungen in Besprechungen einzutreten. Ich entnehme diese flenntmg aus dem „Vorwärts" vom 9. Mär;. BiS zum 6. März war nach meiner Ansicht ein Anlaß zu einer Beunruhigung nicht vorhanden, sofern cs sich tatsächlich nur darum handelte, eine Steigerung der Löhne in angemesienem Umfange herbei- zuführen. Die Situation war nach meiner Ansicht günstiger, als in vielen ähnlich liegenden Fällen. Tic Konjunktur stieg, eine Erhöhung der Kohlenpreise war in Aussicht gestellt, die Löhne stiegen, die Zechenverwaltungen waren bereit, weitere Steigerungen eintreten zu lasten. Sie waren, was früher nicht immer dec Fall war, wenigstens in ihrer Mehrzahl auch bereit, mit den ArbeiterauSichüsten über die Lage der Löhne und deren zukünftige Gestaltung zu verbandeln. In- zwischen wurde die Situation etwas unruhiger. In der Preße tauchten Hinweise auf den großen BergorbeiterauSstand in England auf. Gleichzeitig wurde von verschiedenen Rednern ver- toi ebener Parteien dieses hoben HauseS meine Aufmerksamkeit auf die Bergarbeiterbewegung gelenkt. Ich hielt es nunmehr für angezeigt, mit den bctreffenocn Abgeordneten auS diesem Hause in Erörterungen einzutreten, um auS ibr-n Aeußerungen ein Urteil darüber zu gewinnen ob ick meinerseits die Sacke bisher richtig oder falsch oeurteilt hatte. Auf Grund einer mündlicken Besprechung wurden zu mir folgende Abgeordnete geladen: Behrens. Giesberts, Sackse, Schmidt und SosinSkh. Am anderen Tage erschien auch — ungeladen — der frühere Abg. Hue. (Lebhaftes Hört! hört! rechts und im Zentrum: Unruhe bei den Soz.) In dieser Besprechung wurde festgestellt, daß es wesentlick zur Beruhigung beitragen würde, wenn die Zechenverwaltungen Auskunft über den derzeitigen Stand der Lohnfrage geben würden Es ist ricktig. daß von feiten der Vertreter des alten Verbandes betont wurde, daß die Verhandlungen darüber nock im Laufe der vorigen Woche statt- finden müßten, wenn sie Erfolg haben sollten. Das wichtigste war, daß ick meinerseits die Ueberzeuaung gewann, daß mein Urteil in soweit ricktig gewesen war. daß, wenn es sick um eine Erhöhung der Lohne handelte, ein Streik nickt geboten war, und daß die Möglickkeit gegeben war. zu einem friedlichen Ende zu kommen. (Hört. bortl) Ick habe mich zu diesem Zweck an den preußischen Minister für den Handel gewandt, der mir seine Unterstübung zusagte, aber gleichzeitig mitteilte, daß er seinerzeit bereits in demselben Sinne eingewirkt habe und fein Zweifel darüber bestehe, daß man in den Kreisen der Zcchenverwal- tungen bereit sein würde, den von uns vorgeschlagenen Weg yx betreten, eine Auffassung, die auch mir von führenden Leuten im Ruhrrevier bestätigt wurde. (Hört! Hört!) Der „Vorwärts" vorn 9. März enthält einen Artikel, aus dem ich den Eindruck gewann, daß c8 sich doch empfehlen werde, noch einmal darauf hinzuweiscn, wie nötig und nützlich ein ruhiges Ab- warten und ein Verhandeln mit den Zeckenverbänden sei. Das gab Veranlastung zu dem Artikel der „Aordd. Allg. Ztg.", der nochmals den Zechenverwaltungen Verhandlungen ans Herz legte und noch einmal den Arbeitern das Gewißen schärfen sollte für die Verantwortung, die sie übernehmen würden, wenn sie diese Verhandlungen ablehnen sollten, und gerade unter den obwaltenden Verhältnissen unter Kontraktbruch in den Streik eintreten würden. Am 10. März waren die bekannten Verhandlungen, die zum Streik führten. Diese Verhandlungen wurden bekannt gegeben in der Resolution der Hemer R^eVierkonferenz, in der ein einheitlicher Versuch der Verbände und eine Fortsetzung des Streikes, bis die Revierkonferenz darüber entschieden habe, empfohlen wurde. Um ganz gewissen- baft zu sein, muß ich seststellen, daß in den vorangegangenen Tagen ein Teil der Zechen und zwar ein ganz kleiner Teil Ver- Handlungen mit ihren Arbeiterausschüsten abgelehnt hat. Im allgemeinen aber haben sie ein Verhandeln überhaupt nicht abgelehnt, aber im Gegenteil. , Nun begann ß i g e Leute: da muß man sich Arbeit und Leute anseben und danach entscheiden. Noch schwieriger ist eine schematische Regelung der Gedinge. Sie werden überall finden, daß die Bergwerködirekt:onen gesagt haben: Wir denken ungefähr so und so viel bei den Schichlolmcn Mzulegen, und wir nehmen an, daß auch daS Gedinge steigern wird. (Ter Minister gibr einige Beispiele.) Sie sehen also auS dem allen, daß bei Streik nicht zufällig auSgebrochen ist, sondern von vornherein beschlossen war; eS wurde der Masse beigebracht, sie mußte jetzt die Konjunktur auSnutzen. (Beifall.) Dr. Böttger (Natl.):' Ich spreche für meinen Fraktionsfreund Heckmann, der leider durch seinen Unfall noch verhindert ist, sich an der Erörterung zu beteiligen. Von dem Interpellanten haben wir gehört, daß der Streik eine innere Berechtigung nicht hat, und andere Redner haben sich ihm angeschlosten. Auch der Staatssekretär hat sich auf rein historischer Grundlage zu der Annahme bekannt, daß der Streik im Wesentlichen auf politische Motive zurückzu- führen ist. Auch ich erkenne eine innere Berechtigung des Streiks nicht an. Tie Nichtorganisierten und christlichen Arbeiter, die gegen köreprliche und geistige Angriffe von allen Seiten standbalten, verdienen unseren Dank, daß sie in ihrer schwierigen Stellung auS- halten. Mögen ihre Bemühungen Erfolg haben, damit eine V e r- ftänbigung schließ! ch zustande komme, die der Besserung der Konjunktur entspricht. Die Aufgabe der Regierung ist, die Ruhe im Ruhrgebiet aufrecht zu erhalten und eS scheint, daß sie da- für die nötigen Garantien bietet.’ Wenn die Regierung so fortfährt, so muß der Streik in kurzer Zeit zu Ende gehen. Die drei Verbände fordern eine Aenderung der Lohnverhält- nisse und der Lohnzahlung. Letztere ist verbesserungsbedürftig, auch wenn die Zechen einige Schreiber mehr einstellen müssen. Auch über die Neben- und Ueberschichten und paritätischen Arbeitsnachweis und Schiedsgerichte läßt sich reden. Wie weit das im einzelnen geschehen kann, müssen die zuständigen Instanzen entscheiden, die Arbeiteraukschüsse u nd Zechenverwaltungen. Tie Menge und Höhe der Forderungen beiveisen aber noch nicht die ^Berechtigung des Streikes, und es ist bezeichnend, daß diesmal dem Streik die Sympathien des Publikums so gut wie ganz fehlen. Er ist von ihm moralisch verurteilt worden als ein Manöver der sozialistischen Internationale, als Sympathiekundgebung für dir streikenden Engländer. Die Lohnfrage hat ober alle anderen Streikpunkte zurückgedrängt. Ta aber nach den letzten Lohnerhöhungen, und dem zum 1. April bevorstehenden, der Streik keine Vorteile für die Arbeiter bervorholen kann, sg verurteilt die öffentliche Meinung den Streik als unberechtigt und frivol. Gegenüber der Forde- rung einer Ibprozentigen Lohnerhöhung ist dock, festzustellen, daß mit Ausnahme der Häuer alle anderen Arbeiter unter und über Tag die Lohne von 1907 bereits wieder erreicht ober schon überschritten haben. Der Redner begründet daS in einer eingehenden Statistik, in der er außerdem ausführt, daß die Teuerung der Lebensverhältnisse nicht, wie die Verbände behaupten, 14 Prozent, andern noch nicht 9 Prozent betrage. Die Berechnung stellt sich ür da? Jahr 1910 noch günstiger. Es liegen bündige Erklärungen über d'ir Lohn, erhöhungvoml April ab vor. Darauf muß man sich verlassen. Freilich ist ebenso deutlich erklärt worden, daß eine generelle fünfzehnprozentige Lohnerhöhung ausgeschlossen ist. Ter Minister bat daS ja eben auSge- führt. Ein Teil der besonders leistungsfähigen Zechen würde vielleicht noch eine Dividende zahlen können, der größere Teil müßte mit Zubuße arbeiten und über kurz oder lang einstellen und als- dann Tausende von Arbeitern zum Feiern bringen. Nun tritt aber noch in den zehn Punkten der Bergarbeiterforderungen das Verlangen nach Verkürzung der Arbeitszeit auf, da- notgedrungen zu einer weiteren Verteuerung des Betriebs und zur Verminderung deS Ertrages führen muß. Die Belegschaft müßte vermehrt werden, was alles in allem wiederum wieder 65 Millionen''mehr kosten würde. Solche starken Verschiebungen bei den Produktionskosten setzen nicht nur die Dividenden in Gefahr, sondern auch den ganzen Betrieb und den Wettbewerb auf dem Weltmarkt. (Sehr wahr!) Die Steinkohle ist nun einmal Weltmarktartikel und ohne den schwer erftrittenen Außenhandel können hie Ruhrkohlenzechen auf die Dauer nicht existieren. Also diese Frage mutz mit Vorsicht behandelt werden, gerade auch im Interesse der Bergarbeiter. Läßt die Forderung sich erfüllen, ohne daß die Volkswirtschaft Schaden leidet, so wird man ihr gern zutffmmen da die Arbeit des Bergmanns beschwerlich ist und er der Zeit Weiber, Weiber!) Diese Damen also (Große Heiter- leit.) haben die Räder festgehalten und die Radler konnten nicht einfahren, weil man sie ernstlich bedrohte. Kinder, die ihren „„„ WM, M1W Tätern daS Mittagessen bringen wollten, wurden angehalten und i ga„8 besonders bedarf. Es ist unmöglich, all die übrigen Forde- ihnen die Henkeltöpfe weggenommen. (Hort, hort! rechts.) Tie | runflcn durchzusprechen. Was berechtigt ist und den Betrieb der Streikenden gingen von HauS^zu SauS, um zu sehen, ob bie 6z- „icht stört, muß sich durchsetzen bei den Verhängungen treffenden Bergarbeiter zur Schicht gegangen seien DaS sind ' fccr Instanzen. Mögen die Arbeitswilligen auSharren natürlich bloß Mittel, um die Arbeitswilligen zu belästigen. ~e- ! und ihnen ein ausreichender Schutz zuteil werden. Möge merkenswert ist, ^daß Frauen mit Kinderwagen borge- ^er harte und erbitterte Lohnkamvf im Ruhrrevier bald beendet geNngen, TrnF an Fer tPeFahlfrortüng, Ne Ihnen au8 Ihrem Vor- 0^0 erwägst, werden Sie unendlich schwer zu tragen haben, (sehr richtig! rechts.) Weiter ist oec Streik entschieden ein -Sympathiestreik für die englischen Arbeiter. (Lachen und Unruhe b. d. Soz. Zurufe: Dummes Zeug! Ob Sie darüber lachen oder das bestreiten oder .dummes Zeug' rufen, wa» nicht ganz parlam.-utarisch erscheint, (sehr richtig! rechts) so ist der Streik doch in diesem Augenblick eine große Dummheit. DaS hat selbst Herr Hue vor einigen Worben zugegeben, der Streik nutzt nur den Grubenherren in Englaiid und (chadet ebenso den englischen Arbeitern wie unseren. (Zurufe b. d. Soz : Tann ist e» doch fein Sympathiestreik!) Tie engliidxn Arbeiter können jetzt in Ruhe abwarten, weil wir ihnen jetzt ihre Absatzgebiete nicht abnehmen können. Damit werden unsere Arbeiter aufs entschiedenste geschädigt. Die Hauptsache aber ist: Der Streik wurde in Szene gesetzt aus Haß, aus Zorn gegen die christlichen Gewerkschaften. (Lärm der Soz.) Das ist des Pudels Kern Sie wollten das Ende der christlichen Gewerkschaften herbeisühren. Dar dieser -Ltreik notwendig? Nein! Im Bergrevier herrschte eine allge- meine Zufriedenheit! (Zurufe der Soz.: Sie müssen'» ja wissen!)^ Die Zechen sind in loyalster Weise entgegengekommen. Tie 10 Forderungen des alten Verbandes konnten nicht bewilligt werden. Tie Sozialdemokraten sind schuld an diesem frivolen streik. (Lärm der Soz.) Ten Christlichen geb:brt Dank, daß sie nicht mitmachen, obwohl auch sie eine Lohnerhöhung für nötig halten. (Gelächter der Soz.) Der Streik wird keinen Erfolg haben. Soweit sind wir noch nicht, daß die Sozialdemokratie die Löhne bestimmt. (Lachen der Soz.) Sonst würde c5 bald feine Arbeitgeber mehr geben. ®8.ift in der heutigen Zeit wirklich kein Vergnügen, weder gewerblicher, noch landwirtschaftlicher Arbestgeber zu sein. Die Leute im Ruhrrevier sind systematisch verhetzt worden. Viele streifen, nicht weil sie den Streik wollen, sondern weil sie durch brutale Gewalt an der Arbeit behindert werden. (Lebh. Beifall rechts und im Zentr., Gelächter bei den 'öoj.) Wir verlangen den Schutz der Arbeitswilligen .den -schuh der persönlichen Freiheit, den Schutz der christlichen Gewerkschaften. Tie Unternehmer erkennen es dankbar an, daß sie nicht mitgemacht haben, lieber die Polizeimaßnahmen wird der preußische Minister des Innern im Landtage Rede und Antwort stehen. Militär muß zum Schutze der Arbeitswilligen be- reit sein. Ich freue mich, daß der Staatssekretär für energischen Schutz sorgen will. Ich richte auch in diesem Hause im Namen meiner Fraktion an die preußische Regierung den Wunsch, und wir erwarten (Zurufe der Soz.: Befehlen!), daß die preußische Regierung mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote ftefien, die Ruhe und Ordnung im Streikgebiet aufrecht erhält. Wir verlangen, daß die Negierung alle Machtmittel entfaltet, um die Arbeitswilligen und deren Angehörige zu schützen vor der brutalen Vergewaltigung der v er hetzenden Sozialdemokratie. (Lebh. rechts und im Zentr., großer Lärist bei den Soz.) verweise auf eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten von Essen, in der es ausdrücklich heißt: Streikende, die sich ruhig verhalten und insbesondere Arbeitswillige nicht belästigen, haben bei etwaigen Angriffen der Gegenpartei ebenso sicher auf den Schuh der Polizeibeamten zu rechnen, wie diejenigen, die ruhig ihrer Arbeit nachgehen und sich jedes Angriffs auf Personen und Sachen enthalten. Wenn man Herrn Sachse gehört hat, müßte man glauben, es gehe im Ruhrrevier etwa folgendermaßen zu: Tie Polizeibeamten und Schutzleute von auswärts geljcn auf die Straße und suchen einen Streikenden, um ihn womöglich anzualle gleich sind, die stell mit den Gesetzen nicht in Wi. schon, die Streikenden wie die Arbeitswilligen. (Zuruf der Soz.: Ist ja nicht wahr!) Es ist wohl wahr. Wer sich beim Streik nichts zuschulden kommen läßt, wer in die persönliche Freiheit anderer nicht eingreift, dem wird kein Beamter etwas tun. Ich etwas anderes Bild von den Vorgängen gibt, wie eS He darstellt. Dieser Bericht, der objektiv ermittelt fachen enthalt (Grofie Unruhe b. d. Soz. Zuruf: Objektiv?) sein, möge er nicht zu schwere Wunden schlagen. Möge der friedlichen Verständigung bad zufallen, waS Dem unberechtigten Streik und dem Terrorismus versagt sein muß. (Lebhafter Beifall.) Weiterberatung Freitag 1 Uhr. Vorher Nachtragsetat und schleuniger Antrag auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Grafen Oppersdorfs. Dieser Antrag ist nicht vom Zentrum sondern von volksparteilichen Abgeordneten gestellt, wozu Heiterkeit Veranlassung gibt Schluß 6% Uhr. Gegenüber einer Aeußeriing des Abg. Sachse habe ich im Namen der preußischen Negierung zu alle gleich sind, die sich mit den Gesetz ßeifall her ®^;T, o5 Ihnen 5a nicht 57? Gasse üfcrTänff gegifi . „ Vizepräsident Dove erzwingt mühsam Ruhe: Die Bezeichnung Ord^Egl^ Dluthunde ist unzulässig. Ich rufe Sie zu? Abg. Sachse (Soz.): die ersten Berliner Polizisten eintrafen, wurden wir MzÄ' ? blC ficu.tc, t?on Moabit seien, ob vielleicht der ^°^ von Herrmann dabei sei. (Große Unruhe. Beifall bei Sn,a.n solcher Aufregung? (Abg. Graf Westarp ruft: Der frivole Streik ist do Schuld! der €oß.) Bei Ihnen, Herr Graf Westarp, ist natürlich Are." -sr.vol; wenn Sie aber mit dem Jammerlohn von fünf Mark eine zehnkopfige Familie ernähren müßten, würden Sie auch Strcikheher werden. In das preußische Herrenhaus (Zurufe von den Soz.: Irrenhaus! — Vizepräsident Tove: Sie ^en ein Institut des preußischen Staates nicht verunglimpfen. (Heiterkeit bei den Soz.) Im preußischen Herrenhaus hat Herr »Ja den Mut gehabt, eine Rede zu halten, die geradezu "°ch,sbl u t gedurft e t hat Wie hat Herr Bueck seinerzeit £ ® e tzach r-chtS) behaupten. Sie wollen das Organi- w r SLn,(^r Qn^Unr-. D.c Botschaft hör' ich wohl, allein ^ .r sehlt der Glaube. Sie wollen das Organisationsrecht be- fettigen, deshalb schreien Sie nach Schutz der Arbeitswilligen. Herr Weidtmann hat im Herrenhaus erklärt, daß nur die Lohnfrage uni in den Ausstand getrieben hat. Hier haben Sie, Herr Staatssekretär einen Zeugen für unsere Behauptung, der Ihnen hoffentlich genügt. Freilich widersprach er sich selbst spater und erklärte, daß nur der Kampf zwischen den 2 Organisationen den Streik verursacht habe. Welch lackierliche Behauptung! ES ist auch nicht wahr, ?aß wir aus Erbitterung über unsere Niederlage bei den Dahlen in Nheinland.Westfalen den Streik proklamiert haben. Wir haben dort 55 000 Stimmen Yvonnen und nur gegen die vereinigten Gegenparteien mußte Hue unterliegen. Gerade die Haltung des Herrn Weidtmann hat die Aufregung unter den Arbeitern hervor- gerufen. Ter Bochumer Bergwerfsverein hat eS bnnbgcbrücft oaß den Arbeitern die so geringen Leistungen der Witwen« und Waisenrenten wieder abgenommen wurden. Unsere ganz mäßigen Forderungen hat Herr Weidtmann mit Zynismus zuruckgewiesen. Knappschaftsverein haben die Arbeiter nichts zu sagen, an dem Etat dürfen sie nichts ändern. Neberall herrscht der Herren st andpunkt, das Herrenrechtl Palmato allerfein(te aorzüglid) haltbare Pflanzenbutter Margarine, ein hervorragendes Hahrungs und öenufimittel. Alleinige Fabrikanten H. E. Mohr, 6. m. b. M., Altona=Bahrenfeld. . Siegerin allerfeinste Sahnen-Margarine, der beste unübertroffen feinste Ersatz für Molkereibutter. 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