c c;c.=-; ^(sj I 6 :q«2® EE Erstes Blatt 162. Jahrgang Die heutige Nummer umfafjt 10 Seiten. ■'s: ade pß- -S5 .««81 Nr. 142 Der Gtekener Anzeiger «scheint täglich, außer 6onntag8. — Beilagen: viermal roödientlid) eif^ener.^aniilienblätlcr, Eialwöchenll.Nrei»' flrbtnKrmftiefocn Z K d la >3 > — Ein Fortschritt im preußischen Schulwesen. 2l)c«um ift zweifellos ein füjöncs Fremdwort, und zwar eines der in unterer Sprache so zahlreichen Fremdwörter, die sich nicht gut mit einem deutschen Ausdruck wiedergeben lassen. Aus dieser Erwägung heraus ist der Stadl Frankfurt a. M. durch eine „Ministerialoerordnung" aufgegeven worden, ihre höheren Mädchenschulen tunilighin Lycenm zu nennen. Tas Mädchengymnasium wird den noch schöneren Namen Oberlyceum erhalten, und damit ist wieder ein neuer Fortschritt gemacht worden. — Wieviel Zöpfe werden wohl im Preußischen Ministerium tätig gewesen fein, bis man das gute deutsche Wort durch einen vornehmeren Ausdrua ersetzt hatte, und wie werden sie aufgeatmet haben, als sie „Lyccum" gefunden hatten. Nur „Oberlyceum" ist nicht gut; Premierlyceum, Hypcrlyceum oder Moturlyceum wäre besser gewesen. — Ein Bürger Pompejis. Man schreibt uns aus Neapel: Ti: hochinteressante Sammlung von Gipsabgüssen der Lei der Verschüttung Pompejis umgekommenen Personen hat sich wieder um ein Stück vermehrt, das man nicht ohne Bewegung betrachten kann. — Bei den Ausgrabungen vor dem Nolanertore im Cfielt Pompejis stieß man ctioa 15 Meter vom Grabmal des Acsqutlta Polla auf einen der Hohlräume in der Äschcn- schickt, die erfahrungsgemäß die Steile eines dort vorhanden genesenen men'chiicben oder tiertfchen Körpers anteigen. Leiber hotte einer der Arbeiter mit der Hacke die Hohlform beschädigt, so daß die umhfillcnbc Asche zum Teil ins Innere gefallen war. Indes,en verstand man mu großer Behutsamkeit und 'Geschicklichkeit die vöhiung wieder freizumachen, wobei man auch une große Zahl menschlicher M noch en aus thr entfernte. Nach dem bewährten Berühren wurde iie hierauf mit Gips ausgegossen, und man er» luit so das Abbild eines der unglücklichen Bewohner der Vesuv- nadi, die am 24. August des Jahres 79 n. Ehr. den Tod gesunden haben. Es i|t ein Mann, der ganz zusammengekrümmt auf 6- Mittwoch, !y. Juni l<)s2 BczugSvrktS: monatlich 7b Bi^viertel- jK rlich -’IL 2.20; durch '•'!> il 3 Auf die Begrüßungsrede des Bürgermeisters antwortet« die G r o ß h e r z o g i n, sie danke für den Überaus herzlichen Empfang und werde sich glücklich schätzen, möglichst oft und lange in Luxemburg zu residieren. Tann setzte sich der Zug in Bewegung und langte gegen 3.15 Uhr vor dem Abgeordnetenhause an. Die Großherzogin entstieg dem Wagen und wurde von einer Abordnung begrüßt und in den ^ittungssaal geleitet, wo sich inzwischen die Groß- Hcrzogin-Wilwe, ferner die Großherzogin Mutter, daSoroß- lerzogspoar von Baden, die fünf Schwestern der Großherzogin, der Fürst von Löwenstein sowie die beglaubigten Diplomaten eingefunden hatten. Mit Heller, deutlicher Stimme,!eistete die junge Fürstin den vorgcsch rieben en Eid und verlas bann sitzend eine Thronrede, in der sic verspricht, den Luxemburgern eine gute, gerechte, mildtätige und nachsichtige Fürstin zu fein, die ihr besonderes Augenmerk auf die soziale Fürsorge richten wolle. Sie jchlos; mit den Worten, sie liebe ihr Vaterland und werde alles zu dessen Glück und Wohlergehen tun. Brausender Beifall folgte den Worten der jungen Fürstin, welche sich nach dem feierlichen Akt mit Gefolge in den nebenan bejindlichen Palast begab, wo sie auf den Balkon trat und der tausendtöpsigen Menge für die jubelnden Zurufe dankte. feilte abend findet im Großherzoglichen Schloß ein Festessen statt, an dem die diplomatischen Vertreter tcil- nehmen werden. Aus Anlaß der Eidesleistung sind etwa 300 Lrdensauszcichitungen verliehen worden. “t 3 I ilt ’f £ =£t: Jco p: o z < i 'v . 0 HÄ 8 3? z.-d i gleichen Gelegenheit vom Stapel gelassene Behauptuiig, daß die Beziehungen Frankreichs zu Rußland niemals besser ; aewesen wären als gegenwärtig, den offenkundigen Tatsachen. Der wegen des französischen Botschafters in Petersburg, des Herrn Louis, ausgebrochene Zwist ist noch in i frischer Erinnerung, und man weiß, daß er aus tiefgehenden ; Meinungsverschiedenheiten über die Stellung nun italie- lnisch-türtischen .kriege beruht. Tenn, während das Zarcn- i reich das begreifliche Interesse hat, die TarbancUcmragc hu seinen Gunsten aufzurollen, muß Frankreich auf die iWahrung seiner starken Interessen in der Türkei Bedacht I nehmen, lind so gehört nicht viel Phantasie dazu, um zu [edennen, daß der Besuch Poincarös in Petersburg den ' Zweck verfolgt, diese keineswegs zu unterschätzenden Un- hiimntigfeiten zu begleichen. Szenenwechsel in der 2luslanöspolitil? Der neue deutsche Botschafter in London, Frhr. Mar- schall v. Bieberstein, ist, nachdem er in Berlin ein- gehende Konferenzen mit dem Maifer, dem Reichskan ler v- Dethmann Hollweg, dem Staatssekretär des Auswärtigen v. Kiderlen-Wacchter und dem Staatssekretär des Reich- marineamt5 v. Tirpitz gehabt hat, in London cingetrof fen; der Deutsche ftaifer wird Anfang Juli in Be- gleitung des Reichskanzlers in den finnischen Schären mit bem Zaren von Rußland Zusammentreffen, welcher am 10. August den französischen Ministerpräsidenten P o i n car 6 empfangen wird, während die mehrfach angekündigte Zusammenkunft zwischen dem Zaren und dem Mönig von England rundweg dementiert worden ist. Das sind immerhin einige Tatsachen von Belang, und ivenn die französische Presse, wobei natürlich der Wunsch der Vater des Gedankens ist, sich bemüht, der Begegnung zwisckfen Kaiser Wilhelm und dem Zaren Nikolaus icbo politische Bedeutung abzusprechen, so wird dies Bemühin schon dadurch hinfällig, daß sich in der Begleitung des Maifer3 der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, in der des Zaren der Ministerpräsident Kokowzciv befindet. Es ist richtig, daß es sich hierbei um einen Gegenbesuch für den Besuch handelt, den Nikolaus II. in Potsdam gemacht hat, aber man wird sich auch daran erinnern müssen, daß jene Zweikaiserzufammeiikiinft im Zeichen wesentlicher poli- tischer Abmachungen, im Zeichen der Verständigung über Persien und die Bagdadbahnfrage, stand. Tic Auffassung war damals allgemein verbreitet, daß die Potsdamer Besegnung eine Durchkreuzung der Bemühungen barftelhe, die Tripleentente nach den Wünschen Frankreichs und Englands zu einer ausgeprägt feindlick^cu Kombination gegen Deutschland zu gestalten, eine neue Einkreisungspolilit ein ?ulciten. Auch neuerdings ist wieder aus Anlaß der Malta onferenzen und des angeblichen englischen Planes, eine Verschiebung der Machtverhältnisse im Mittelmeer zu Gunsten Frankreichs herbeizusiihren, von solchen politischen Kombinationen die Rede gciucfcn, die allerdings in einem sehr merkwürdigen Gegensatz zu den vom bisherigen Kriegs miniftcr Halda ne eingeleiteten und vom Botschafter Mar fchall fortzusetzenden deutsch-englischen Verständigung!- beftrebungen stehen würden. ?lber gerade die Zusammen knnft zwischen dem Deutschen Kaiser und dem Zaren von Rußland kann doch, mag cs sich hierbei auch in erster Reihe um einen Höflichkeitsbesuch handeln, als Beweis da iür angesehen werden, daß Rußland, welches ja auch dringend der Ruhe nach mißen bedarf, um die Jkuhe im Innern zu sichern, nicht daran denkt, sich in eine deutsch feindliche Kombination hineinziehcii zu lassen. AW MSZ- s-e ■5 - ■ n jr BI H H fr;; ■ ML W ■ ■ IM ■_ ■ ■■ WW ■_ MH JB^ wlrtfchoftlicht 5eitfragen Xr äj W sÄ xjf- . \ --- Die üeutsche wissenschaftliche Station in.Spitzbergen. Tic von Geheimrat Hcrgcsell im Sommer vorigen Jahres Ein Spitzbergen errichtete wis,enschaftlick>e Station hat nunmehr Beilt volles Beobachtiingsjahr hinter sich. Ter Versuch, im ark L l scheit Winter die äerologischc und meteorologische Erforschung ßlsr Almosplstire zu unternehmen, wird als geglückt bezeichnet, kö sind eine Reihe von Pilotballonaufstiegen, zahlreiche Auf- | Hege mit Fessel Ballons und Drachen unternommen, auch Re- »riftricrballonauiftiegc bis zur Höhe von 7000 m sind auege* if-iljrt worden. Die klimatische Erforschung von Spitzbergen in Itjid) 3 meteorologische Stationen in verschiedenen Höhen, wovon i.c höchste aus bem Rorbcnskiöldbcrg (1024 m) allerbings nur zeitweise gearbeitet hat, ebenfalls gefördert worben. Die beiden iclchrtcn der Station Tr. Rempp und Dr. Wagner I>aben tißerdeni eine ununterbrochene Reibe von magnetischen und seis tischen Beobachumgcn ausgeführt. Der gute Eriolg dieser lieber- fcintcrung hat zum Entschluß geführt, die Station noch cm itcstcres Zatzr zu erhalten. .. Durch die Unterstützung des Kaisers und des Reich-.« und h§ Interesse weiterer Kreise an diesen Untersuchungen wird le Station ein Wohnl>aus und ein Wcrkllättcnhaus erha.icu.! kh der alte Bcobachtungsort oder ein anocrer etwa gumtigcr t'l tgener für die neue Einrichtung für die Zukumt gewa.'lt tcaben wird, steht noch nickt fest. Tr. Rcmpp und -^r. Wagner - L*eiben durch 2 andere Herren abgclöft. xx. Kurt 'Ibcjener, l-'v bas geophysikalische Observatorium in.Samoa vor zwei Zähren f:I_eitct hat, ist mit der Führung ber wisfenichaftlichen Arbeit ,ur iis nächste Jahr beauftragt worden. Ihm zur Seite steht Herr Tr. Robitzsck-. Der Reichs" larmpser „Poseidon" hat am 7. Juni Gecuemunde ve^afzen, i-m die neuen Stationsleiter, neues Material mr die Station tliüd vor allen Dingen die beiden bereits in Norwegen fertig« pellten Holzhäuser nach Spitzbergen zu befördern, -ter -tamy er am 13. Juni bereits in Tromsö eingetroßen und am n. « See nach Spitzbergen gegangen. Aber auch die französiscki-englischc Freundschaft scheint keineswegs so „dicke" zu fein, wie die französische Presse cs gern glauben macksen möchte. Das in Anknüpfung an iie Maltakouferenzen ausgcsprengte Gerücht, wonach die Entente cordialc zum Bündnis erweitert werden solle, hat sich als eine Ente erwiesen, ebenso wie England nicht daran denkt, trotz der Verstärkung der Secstreitkräfle in der Nord- icc auf seine Mittelmccr»tcilung zu Gunsten Frankreichs ',u verzichten, dessen Flott.' auch keineswegs, obwohl die französische Presse dies prahlerisch verkündete, einer öfter- rctd na Italicnischen Äo | Aber auch in Italien scheint jetzt eine gewisse Erkenn. ui-.« zu dämmern, wie verfehlt es wäre, tu törichter Liebäugelet mit Frankreich und in blinder Kriegsverbisscu- leit die starken Mittelmeerintcressen zu vcriiachläfsigen, i v? denen Frankreichs schroff entgegengesetzt sind. Auch hat der Ministerpräsident Giolitti, was angesichts der Teutschenhetze eines Teiles der italienischen Blätter sehr angebracht war, sich veranlaßt gesehen, das treue Festhaltctt der italienischen Politik am Dreibund zu betonen. Da aber andererseits die leitenden deutschen Staatsmänner, wenn jetzt Fror. v. Marschall seinen Londoner-Posten angetreteu l at, offenbar die Uebcrzcugung haben miFfen, daß der Weg der Verständigung, mag er auch „steil und steinig" fein, doch Erfolg verspricht oder wenigstens versprechen kann, so wird die sriedcnsbedürftige Welt sich der .Hoffnung hingeben dürfen, daß der Szenenwechsel, der sich hie und da auf dem Welttheater oor^ubereiten scheint, nicht zum schlechte.,, sondern zum guten führen und daß cs den Bemühungen der Diplomatie auch in der Folge gelingen werde, die Entfachung des Balkanbrandes und die ÄuSdehnnng des italienisch-türkischen Wafsenganges zu einem Weltkriege zu verhindern. Wie die Londoner Vlülier melden, sagte Freiherr von Marschall in einem Gespräch mit einem Vertreter des Be. liner „Lokalanzeigers", ber ben Botschafter auf seiner Reife nach London begleitete: „Tatsache ist, bas; ich aus einige Wochen in ein Hotel geh'-, währenb bic Botschait ausgebesscrt wirb unb daß ich bis Ende bet Saison in Vonbon bleiben werde, wo dann alles die Hauptstadt verläßt und ich aus Ferien nach Tcutschlaub zu gehen gedenke. Wie bie Lonbouer Abendblätter berichten, legte Freiherr von Marsck>all keinerlei Müdigkeit nach seiner Reise au den Tag. Rach einer ftirzen Rast im Ritzhoiel suhr er wieder aus und besichtigte zuerst bas Botickaitspalais. Später gab er seinen Freunden nn Ritzhotcl ein Frühstück. Nachmittags besuchte er Sir Edward Grey im Foreighn Office. Am 2 Juii wirb dem Botschafter zu Ehren ein Bankett im Trocabcio Restaurant gegeben werden, bei bem Generalmajor Sir Alfred Turner den Vorsitz fuhren wirb. Zu bem Besuch bes Frciherm v. Marschall bei Sir Edivarb Grey wird bem „Berliner Tageblatt" aus Lonbon gcmclbct: Heute «Dienstag) nachmittag cntvsing Sir Ebwarb Grey im auswärtigen Amt ben neu ernannten deutschen Botschafter Freiherrn v. Marschall. Dieser wird dem König sein Beglaubigungsschreiben nächüe Woche nach der Rückkehr des Hoscs von Windsor übcrrcirikn. Zur Aukunft bes Botschafters hatte bic Londoner Presse ein kleines Heer von Journalisten und Photographen nach Harwich gesandt. Der Botschafter weigerte sich cntsckicden, auch nur ein Wort über seine Ausgabe in Vonbon zu lagen. „Dani sei es ein bisaxm zu früh." Er erzählte, baß ec vor 21 Jahren zum letzten Male in Englanb gewesen sei, bamals, als der Kaiser in ber Guilbhall sagte: Sein Ziel fei, ben Friebcn zu erhalten. Diese Aukünbigung hat vielleicht ein wenig programmatiid'en Charakter, denn sie lege ben Gebauken nahe, baß ja seit 21 Jahren ber Frieden auch tatsächlich erbatten geblieben ift. Die Eidesleistung der Srostherzogiu Marie Adelheid von Luxemburg. Luxemburg, 18. Juni. Heute nachmittag erfolgte die Eidesleistung der am 14. Juni 1912 großjährig gewordenen und damit zum Thron gelangten Großherzogin Marie Adelheid. Bei herrlichem Wetter langte um 3 Uhr von Schloß Colmar-Berg kommend, der Sonderzug mit der Großherzogin am Wcichbilde der Stadt Luxemburg an, wo die Großherzogin vom Bürgermeister und den Gemeinderäten begrüßt wurde. 5 tZfi ' SV V* * <(9 ■-: Hi »S p s w Vo ODC-"S' » CO 5 5 Diese aus der praktischen Politik geschöpfte Erkenntnis hat jedenfalls weit größeren Wert als die vom Minister Präsidenten Poincarö in seiner jüngsten Rede abgegebene Versicherung, daß „die i?UIianz mit Rußland und die Freund ichast mit England Überall als eine Stütze des Friedens I bctrackftet" werden. Widerspricht doch auch die bei der die Wichttaste und dringendste dieser Maßnahmen. Er werde noch vor Ende 1912 die Verminderung desMarsch- gepäcks füt die Fußsoldaten durchführen. Was das Militärflugwesen anlange, so sei es notwendig, daß sich Frankreich "den Vorsprung bewahre, den ihm kerne andere Macht streitig mack-e. Die Rede des Kriegsministers wurde mit großem Beifall ausgenommen. Bei der Beratung des Kriegsbudgets in der Kammer machte Kviegsministcr Mille ran d, nachdem er über die schwarzen Inippen gesprochen hatte, noch folgende bemerkenswerten Ausführungen: Eine bescheidene Erhöhung unseres Landtruppenkontingentes wird die Annahme des Lecrekrutieningsgeseßes bringen. Dieses Gesetz wird den jährlichen Anteil der Marine an dem Aus- Hebungs kontingent um 1000 Mann verringern und der danbarmee 20 000 Mann mehr für die Mobilisierung zu- sühren, zwei Drittel Reservisten, ein Drittel Landwehr. Auf eine Anfrage wegen des automatischen Gewehrs erwiderte Kriegsminister Mill er and mit dem Hinweis auf eine früher gegebene Antwort des Ministers Berte au x, in der dieser feststellte, daß das augenblicklich in Gebrauch befindliche Gewehr eine ausgezeichnete Waffe sei und mit der Kugel D, die eine flachere Flugbahn und eine größere Traglveite sichere, mit den besten in anderen Ländern gebräuchlichen Waffen den Vergleich aufnehmen könne. Von drei Millionen Gewehren sei nur bei 30000 der Laus etwas abgenutzt. Diese würden aus dem Gebrauch gezogen und mit lehr geringen Kosten wieder instand gesetzt werben könne. Millerand kündigte schließlich an, er werde die Kavallerie mit einer Schußwafse ausrüsten, die zwar nicht vollkommen, aber doch einen unbestreitbaren Fortschritt bedeute. Er halte dies für besser, als zu warten, bis dieses lange studierte Problem endgültig gelöst sei. Eine Äabinettstrisis in Frankreich. Bei der zweiten Lesung der Wahlreformvorlage ist die französische Negierung in eine sehr schlvierigc Lage gekommen, so daß sie veranlaßt war, die Vertrauensfrage zu stellen. Der ehemalige Minister Augagncur begründete nämlich einen Gegcnentwurf, um das Verhältniswahlsystem zu Fall zu bringen. Das geschah in der Kammersitzung am Montag. Am Dienstag beschloß der Ministerrat, daß Ministerpräsident Poincars Einspruch gegen den Wahl- gesetzentwurf des Llbgeordneten Augagneur erheben und die Vertrauensfrage stellen solle. lieber den Verlauf der gestrigen Sitzung der Kammer wird berichtet: Paris, 18. Juni. Nachdem sich verschiedene Redner zu dem Gegenentwurf Augagneur geäußert hatten, führte Ministerpräsident Poincarö u. a. ans: Der Regierungsentwurf ist ein wahrer Ausgleichs-Vorschlag und dazu bestimmt, eine Einigung der Republikaner herbeizuführen. Wir sind bereit, alle Maßregeln zu prüfen, welche das Einvernehmen mit den Republikanern erleichtern werden, vorausgesetzt, daß unberücksichtigt bleibt, was wir als Kernpunkt der Wahlreform betrachten. PoincarS verlangte sodann die Ablehnung des Gegenentwurfs Augagneur und fügte hinzu: Wenn sich gegen uns eine republikanisch Mehrheit findet, werden wir nicht mehr die nötige Autorität zu besitzen glauben, um die Regierungsgewalt weiter auszuüben. (Beifall im Zentrum und auf der äußersten Linken und auf der Rechten.) Augagneur beantragte sodann Verweisung seines Entwurfs an einen Ausschuß, um den Versuch zu machen, alle Republikaner zu einigen. Ministerpräsident Poincar 6 beantragte Ablehnung dieses Antrages und stellte die Vertrauensfrage. Der Antrag Augagneur auf Ueberweisung an einen Ausschuß wurde darauf unter dem Beifall der Kammer mit 346 gegen 197 Stimmen abgelehnt. Augagneur zog seinen Gegenentwurf zurück. Daraus wurde die Sitzung geschlossen. Nach der Sitzung traten die Minister zu einer Beratung zusammen, in der sie feststellten, daß die Regierung in der Abstimmung die republikanische Mehrheit für sich gehabt hatte. Der italienisch-türkische Krieg. Tie türkischen Verluste. Rom, 18. Juni. Die „Aaenzia Stefani" meldet aus Tripolis: Nach zuverlässigen Nachrichten sind die türkisch e n V e r l u st e viel größer als man bis jetzt annahm. Allein auf dem rechten Flügel wurden von den Italienern 545 Türken bestattet. Die Einwohner von Zan- zur erklären, daß scl>on bei Beginn des Gefechts sehr viele Dole und Verwundete von den Türken zurückgeschafft wurden, und daß auf der Straße bis Zu a via sich noch viele Gefallene befänden, die aus der Flucht ihren Wunden erlegen sind. Unter den Gefallenen befindet sich auch Hauptmann Abdallah Esfendi und mehrere türkische Scheiks. • „Agenzia Stefani" meldet; General Camerana und Admiral Borea Ricci melden aus Buseeifa mittels Funkenspruchs: Gestern (am 17. d. M.) wurde eine energische Aktion gegen Gruppen von Arabern unternommen, die versuchten, die Ausschiffung der italienischen Truppen und die Besetzung der Lase Mi für ata bis Aur Zurug'Bai zu verhindern. Der Erfolg war vollständige Räumung der Lase vom Feinde uns ihre Besetzung. Gestern ccpAgtc lein Angriff von feiten der Araber. Die Arbeiten zur Ausschiffung des Materials zur Einrichtung einer Ope- rationsbajis schreiten mit größter Rührigkeit fort. Die Maßregeln gegen die Italiener in der Türke'. Konstantinopel, 18. Juni. Heute früh teilte der Gouverneur von Pera dem deutschen Konsulat mit, morgen würden die noch anwesenden Italiener, soweit sie nicht ausgenommen seien, verhaftet und als Kriegsgefangene behandelt werden. Infolge bestimmter Vorstellungen wurde entschieden, die Italiener würden verhaftet und nach dein deutschen Konsulat geschafft. Der deutsche Konsul will sie in das italienische Hospital schicken, wo sie bleiben werden, bis ein Schiff gefunden ist, auf dem sie abreifen. Aus der Konstantinopeler Gegend sind fast alle italienischen Arbeiter abgereift. Ungefähr 10j bleiben zurück. 21 us Heften. Scheuerung der Beawtenbesoldungsvorlage? bs. Darmstadt, 18. Juni. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses gab der Zentrumsvertreter die Erklärung ab, daß seine Partei unbedingt an der Nichtbelastung der Gemeinden festhalten werde. Der dadurch entstehende Ausfall von etwa 277 000 Mark soll dadurch ausgeglichen werden, daß man alle Beamten einschließlich der Lehrer auf eine niedrigere prozentuale Erhöhung setzen solle. Tie Regierung betonte aber, sich mit einer derartigen Maßnahme unter keinen Umständen einverstanden erklären zu können. Sie habe in ihrer Vorlage den Beamten schon den Mindestsatz gewährt und könne unter diesen nicht mehr heruntergehen. Weil sich über diesen wichtigen Punkt keine Einigung erzielen ließ, wurde beschlossen, daß die Fraktionen heute nachmittag zu Fraktionssitzungen zusammenkommen sollten. Morgen wird der Finanzausschuß mciter über diesen Punkt beraten. * Im Anschluß an die heute vormittag abgehaltene Sitzung des Finanzausschusses hielt auch die nationalliberale Fraktion eine Sitzung ab, in der über die von dem Zentrumsvertreter vertretene Ansicht eingehend gesprochen wurde. Einige Mitglieder der nationalliberalen Fraktion erklärten, daß auch sie sich dem ablehnenden Verhalten des Zentrums anschließen werden, da sie nicht in der Lage wären, den Gemeinden eine Mehrbelastung zuzumuten. Nach dieser neuen Wendung darf mit einiger SicherheitaufdasSch eiter nderRegierungs- vorlage überhaupt gerechnet werden. Deutsches Neich. Der WertdesdeutscbenSpezial Handels im reinen Warenverkehr belief sich im Mai 1912 auf 834,5 Millionen Mark in der Einfuhr und 713,6 Millionen Mark in der Ausfuhr, im abgelausencn Jahresteil auf 4287,6 Millionen Mark in der Einfuhr gegen 3871,5 Millionen Mark und in der Ausfuhr auf 3496,6 Millionen Mark gegen 3206,3 Millionen Mark im Vorjahre. Außerdem erreichte die Einfuhr von Gold und Silber im Mai 1912 einen Wert von 16,9 Millionen Mark, im abgelaufenen Jahresteil einen solchen von 110,8 gegen 106,3 Mill. Mark im Vorfahre. Tie gleichzeitige Ausfuhr von Gold und Silber hatte einen Wert von 74 und 63 Millionen Mark gegen 32,1 Millionen Mark im Vorjahre. lieber ein deutsch-italienisches Abkommen berichtet die „Deutsche Tagesztg.": Am 19. d. M. wird in Berlin das Abkommen zwischen Italien und Deutschland unterzeichnet, das den italienischen und deutschen Arbeitern den wechselseitigen Genuß der staatlichen Wohlfahrtseinrich- tungen in Deutschland und Italien gewährleistet und Unterbrechungen des Versicherungsgennsscs infolge von Hin- und Rückwanderung ausschließt. AuslcruS. Das belgische Komitee für die Jahrhundertfeier der Schlacht bei Waterloo hat am Dienstag aus dem Schlachtfeld eine Gedenkfeier veranstaltet. DaS Komitee legte am Preußen- Denkmal einen Kranz nieder, und sein Vorsitzender, General a. T. Baron v. Heu sch, gedachte in einigen Worten der Tapferkeit der preußischen Soldaten. In einem Telegramm gab er dem Kaiser Kenntnis von der Gedenkfeier vor dem Denkmal. Ter deutsche Veteranenverein, der deutsche Offizierverein und der Attache der deutschen Botschaft Major Renner wohnten der schlichten Feier bei. Die „Post" bringt folgenden Drahtbericht aus Ofen pest: Bekanntlich sind bei dem Attentat auf den Grafen Tisza fünf Schüsse abgegeben worden, während der Attentäter nur vier Schüsse abgegeben hat. Heute erschien nun beim Ofener Stadthauptmann ein Abgeordneter der Regierungspartei und erklärte, den fünften Schuß auf Kovacs abgefeuert z u haben. Seinen Revolver deponierte er. Damit ist auch die Angelegenheit des fünften Schusses, über die eine Untersuchung schwebte, aufgeklärt. Nach einer noch unbestätigten Meldung der „Wiener Allgem. Zeitung" ist der entthronte Sultan Abdul Hamid wahnsinnig geworden. Aus Stadt und Land. ließen, 19. Juni 1912. ♦ * Tageskalender für Mittwoch, 19. Juni: Militär- konzeri zum Beilen des »Jnvalidendantt. AdendS ä*/4 Uhr in Steins Garten. • • Landes Universität. Am 18. d. Mts. wurde Herrn Dr. phil. Felix Ientzfch, geboren zu Königsberg i. Pr., bie venia legendi bei ber philosophischen Fakultät für das Fach ber Physik erteilt. Als Habilitationsschrift veröffentlichte er: Stubien über Emission und diffuse Reflexion. • • Die 3 0. allgemeine Pfarrkonferenz ber evangelischen Geistlichen ber Provinz Ober Hessen wurde heute vormittag 10x/2 Uhr in StemS Garten unter dem Vorsitz von Superintendent D. Petersen - Darmstadt abgehalten. Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete ein Vortrag von Professor D. S ch o e l l - Friedberg über ,bic Kirchengememde und die Jugend*. "Erledigt ist die Stelle des Forstwarts der Jorst- luartci 9t aun beim. Felbbergfest. Von den Gießener Turnern errang Alfred Hahn (M.-T.-V.) mit 63 Punkten den 20. PreiS. ** Gießener Stadtthcater. Eine Nacht in Venedig. Tas Stadtthcater eröffnete gestern abend feine Operctten- ipielzeii mit einer gut gelungenen Aunuhrung der S t r a u ß s ch e n x. pcrettc: Eine Nacht in Venedig und erzielte damit einen schönen Erfolg. Einzelne Stücke fanoen sehr starken Beifall, Darunter auch das allerliebste Taubenballett, das von Frau O l - d i n i sehr nett eingerichtet war. Tie einzelnen Taritellcr bemühten sich recht lebhaft und auch das Gruppenspiel war gut burd)gearbeitct. Als Earamello, des Herzogs Xleibbarbitr, fand sich in Herrn Kurt Harden vom Neuen Stadtthcater in Siele» leid ein geschickter und beweglicher Vertreter, dessen stimmliche Mittel in dem Gondellied am glänzendsten zur Geltung kamen. Seine Liebste Annina sang Fraulein Alice T h a l l e r vom Theater an der Wien mit grazichcr Anmut und errang schon gleich mit ihrem Anftrittslicd: Frutti bi rnare einen lebhaften Erfolg. Fräulein Alma W a l1 ä vom stadtthcater in Basel, die hier noch m guter Erinnerung steht, gab der Eibolletta ihr lcbhattes Tcrnocra ment und ihre frische Stimme. Herr Otto Beer vom Zentral- thcaler in Dresden, der den Herzog spielte, scheint sich bciicr lur ausgesprochen moderne Operetten zu eignen, obschon er seine Rolle an sich recht gut durchjütwtc. Herr Selben war ein drolliger Bartolomeo. Von unseren einheimischen Kräften sind Herr Grosser als Stcfaiio, Fräulein Scholz als uneniroegte Agsrcola, und Herr Norden, der auch die Regie führte, als Pappacoda zu neuen. Auch der Chor hielt sich, von einer Entgleisung abgesehen, rcüjt wacker, und die Kapelle unter Herrn Mährens Leitung paßte sich ebenfalls gut in den Rahmen ein. * Stadttheater. Nach dem schönen Erfolg, den die „Nacht von Venedig" gestern errungen hat, wird den weiteren Opcrettenauffui)rungen mit größtem Interesse ent- gcgengesei.en. Als zweite Vorstellung ist für nächsten Dienstag, 25. Juni, aus vielseitigen Wunsch Lehars reizende L perette „Der Gras v o n L u x e m b u r g" angesetzt worden. Da das Werk im letzten Jahre schon gegeben worden ist, sind ermäßigte (gewöhnliche^ Preise angesetzt worden. Die Res|| ' Rimmer u raum*n, / Darmstadt, bei" traf um 7. lstemervlatz sech E Srosje Schleiß noch fünf fitere ss wi Fallschirmen ■ Ä Jic We 2arm,tadter Post "ach Frankfurt a. 1 Es landet ora .stugzenge ab. U.Fahrgast. M gp» '.;rh in der Nähe de M°tors "°Mchlug. Der Rh beschädigt. 5 X hi, >,onb.°"' 19. , g Frslredt' Darmstadt । fflainj, 1 M r-°°d°n W, 7,1 I-h-Ng C « »em SP*" b--°" . jammnus P Frankfurt rätselhafte Mise gnna Koch aK brüte morgen em daß er feine To vürgt habe. »ung Kochs den > Heber die Ä: flenbe Schilderung B b Neu-Isen Cd m einer M mit Slivesschnclle t seine Tochter mt hi W Zeit sausten Schutzleuten, Äonnr Söiber durch die / Stanffurter und hu Landstraße hinaus. Dichtung die über schneist ab, von bi keslewiesenschncisc 15 Minuten im n 3n diesem Distrikte umsäumte Wiese au nach langem Hin-- u bezeichnete ihnen 1 lautem Weinen cd irie er das Mädche bis es tot am Boi Händen in das' in Eidsenkung gelegt, gefehlt. Tie Leiche ' Raubtiere hatten neu, so daß noch mäider verzog bei, sosort unter la Frankfurt a. M. der erste Staatsan Koch für Hanau, i amvruchte. Peinl Photograph foerani zu machen. Der Ä stunden so an, daß um die Menge zui noch im ßaiiie ber Tat auf fcififtfjem Strikt für die Hm banau abgegeben n 7 iinbSt,.,' vtr»Ücit6 mö» den » S&S ., ijtfie gn , Mb' : '4 H un| tz?- so daß für die Abonnenten zu dieser Vorstellung Feine I weitere Ermäßigung eintritt. Tie Herren Studierender ’ zahlen an der Llbendkasse kleine Preise. ♦* Bcn Ali - Bcy. Es ist ein seltsames Gefühl, wem man als „aufgeklärter Europäer ' den Zauberkünsten zusieht, br aliindischc und ägijptifdx Priester mit scharfem Geist erfanner, um ihre Gläubigen ganz in dem Bann ihres Willens zu Holter. Freilich wirken die Von'ührungen, wie Ben Ali-Bey selb 1 treffend bemerkte, auf Abendländer nicht so beHcmmcnb, ja geradezu furck-terregend wie im Orient, aber man wird trotzdem stark durch sie beschädigt und manches „ah" des Staunens uw manches ttovsschüttcln der Ueberraschung belohnte di« wirNich ungewöhnlichen Darbietungen. Geradezu reizend war das mui. terc Gaukeln der kleinen Papierschmetterlinge, — japanische Zaubei- 'viele — die ihr Leben der Kunstfertigkeit Heiner Frauenhände verdankten. Etwas bekannter, aber mchtsbestowcniaer fesselns war das Hervorbolen von Papierstreifen, Kästchen, Käfigen usw aus leeren Gefäßen. Daran schlossen sich ägyptische Zaubei kunststücke, die umso verblüffender waren, als sie Ben Ali-Ber I in einem augcnfdtcinlich leeren Raum vorführte. Seine mvstiscben I Experimente wurden von dem Publikum so lebhaft beklatscht, buf; er sich verpflichtet fühlte, seinen Kops' vom Stumpfe zu holen und mit dem Sitze seiner Intelligenz in der Hand für den Beifall zu danken. Tas war jedenfalls eine Vorführung, »v. man sic nicht alle Tage zu sehen bekommt. Von der dritten Abteilung, bie äghptisck>-indische Schwarzkünste umfaßte, war» besonders die beiden letzten Nummern — das unverwundban ' Turbamuch und die Seelenwandcrung von vorzüglicher Wirkung. I Man steht überrascht vor dieser Welt des — scheinbar — liebet' I natürlichen, die uns trotz allen Sträubens, immer und immer wieder erstaunt. Ebenso fesselnd war die Belebung eines am Samt gemalten Ärcibcmcnidxn, der, sogar nachdem man ihn die Hälfte seines unverhülltcit Knochenaktes genommen, trobbem noch seelenruhig seinen Cakc-walk weitettanzte. Den Schluß ber Vorstellung, die in ihren wechselnden Darbietungen ein roirflidr- Gcnnß war, bildeten die indischen Seifenblasen, die sich nnci dem Willen ihres Schöpfers zu den wttnderlichstcn Formatiovcr zusammcnsctzen. Wir sehen der Fortsetzung des Gastspiels am 21. Juni mit regem Interesse entgegen. * • 3 11 dem am 27. Mai hier verübten Einbruchs d ie b st a h l, bei dem deut Täter für 11 000 Mk Wertpapiere und Bargeld in die Hönde sielen, können wir mitteilen, daß die Wertpapiere ztnn größten Teil bereits am 28. Mai in zwei Bankgeschäften in München zum Derkcuc gebracht luurbcn. Ter Verkäufer der Papiere mar offenbar der Töter selbst trnd nannte sich in einem Falle Gastwir Müller au§ Bamberg und im anderen Falle Holzhändlk! Karl Burger au5 Michelau. Er ist etwa 40 Jahre alt 1.80—1,85 Meter groß, schlank, aber breitschulterig, ho: blonden Schnurr- und Spitzbart und gerötetes Gesicht. Bekleidet war er mit dunklem Anzug, Umlegkragen und Havelock Er sprach bayrischen Dialekt und schiert in Frankfurt a. M., Bamberg und München mit allen Verhältnissen vertraut zu fein. Im Holzhandel und im Handel mit Molkerei, artikcln war er eingehend bewandert. Da nicht arrSgefchlossn ist, daß der Unbekannte auf Grund vorstehender Beschrcibunx nanthaft geniacht ivcrden kann, werben im Interesse der All« gcmeinheit die Personen, die irgendwelche Auskunft über ibi ! geben können, ersticht, der Kriminalabteilring deS Polizeiamt; unverzüglich Nachricht ztikommen zu lasicn. Die Frage, rr:: den Verlust zrt tragen hat, läßt sich noch nicht beantworten da nähere Klärung in der Sache erst eintreten kann, toenn der Dieb dingfest gemacht ist. Einstweilen find die Wertpapiere gesperrt und können nicht weiter veräußert werden. Kreis Schotten. (a) Sckotten, 18. Juni. Wie man hört, wird auch ber Zar sich im Vogelsberg eine s chl o ßä hnli äi» Villa bauen lassen. st. Schotten, 18. Juni. Gestern wurde das seitherig Finanzamtsgebäude, tvelcheS der Stadt gehörte, offen? lich versteigcrt und ging ztrrn Preise von 31500 Mk. n den Besitz deL hiesigen Landwirts und NtetzgerS Geor; Schlörb I. über. Gleichzeitig beschloß der Stabtoorftan), riachdem das Ministerium der Finanzett sich bereit erlläck hatte, das Gebäude auf 12 Jahre fest zu mieten, einen Neuzeit entsprechenden Neubau für das Finanzamt mit Wohnun; für den Amtsvorstand zu errichten. Zu diesem Zwecke soll eu (Sorten in der Lohgasse gegenüber dem Gebäude der Ober- försterei Feldkrucken käuflich erworben werden. Q La ubach, 18. Juni. Gestern und heute fand bcS Au 8 schußfest wie alljährlich statt, daS unter ber Ungui t der Witterung etwas zu leiden hatte. Niontag oormittej beioegte sich der althergebrachte Slusschußfcstzug durch dr Stadt nach dem Schlosse, wo der AuSschußhauptmann, G)ai> wirt Högy, die Begrüßungsrede an daS Gräfliche Har k richtete und die Einladung zur Teilnahme an dem Feste au<« sprach. Graf Wilhelm zu SolmS-Laubach drückte ba Dank aus und hob hervor, daß 40 Jahre feit Begründm; der sogenannten Skicgerfcftion — auS den Veteranen vci 1870/71 zusammengesetzt — verflossen seien und deshalb bei breSjährige Fest eine besondere Bedeutung habe. Bei bei Schießen, an bem sich nicht nur geübte Schützen, sondern alt Bürger beteiligen, gewann den vom Gräflichen Hause m stifteten Hammel Friedrich Günther, daS von der Grast gestiftete Kletd Konrad Jochem. Heute fanden Ingen- spiele, u. a. ber herkömmliche Hahnenschlag, statt. Kreis Friedberg. . = Butzbach, 18. Juni. Hier fand am 17. pul eine Aussprache über die finanziellen Berhäl " nisse ber Butzbach-Licher Eisen bahngesel ' schäft statt, an per Vertreter der beteiligten Behörde, Gemcrnben uub Interessenten teilnahmen. Die Lage i>t h Gesellschaft ist zwar betanntlich nicht günstig. Man ho t jedoch bei allieitigcm Gntgegenfommeu über die fchlimrurck Jal)re hinauSzutommcn, bie das Eifeubahnuntcrnehmai I bis zu seiner vollen Entwickelung burchzumachen hat. V.a der Eisenbahngesellfchaft unb der Hauptaktionärin, b r Firma Lenz u. Ev.«Berlin, sind ber Versammlung zu diesen Zweck nähere Vorfchl ge unterbreitet worben. HierncM ]ollen während ber nächsten 5 Jahre von den beteiligti Gemeinden und Firmen gewisse Zugeständnisse genrar werden, die dem Unternehmen bie iionvenbige finanzie. Entlastung verschaffen sollen. Tie Vorschläge lucrben b« Gemeinden demnächst zur Beschlußfassung zugehen. — Butzbach, 18. Juni. Die vom Landwirt schaftskammer-Ausschuß geplante Zuchtvie! auftion zu Butzbach tonnte von dem Kreisamt Fn<> berg wegen ber zurzeit wieder bestehenden Scuchengefo^ nicht genehmigt werden. Es ist deshalb in Anssis genommen, die Veranstaltung im Herbste oder nack-sp Frühjahr zur Durchführung zu bringen._ __ j = Langcnhain-Ziegenberg, 18. Juni. Sonntag feierte der hiesige Radfahrvercin seine Banne ; weihe. Morgens war Wettrennen auf der Straße Rie-lt mörlen—Usingen. Nachmittags folgte ein Zug durch Hi R^ite vormitt, an bet ftn Z---- eilten auf die Darmstädter verneinen. .05138 Plock*traMee 14214! PlockstraMsc 7 l (05137 Haus) ouc-flcrübrt. 4311 vor- Hechler. BW. B*7< den des Mir mehrere Polizeiautos mit etlichen Hunden und dem Motdsteiic. Hunderte von Versteigerung bestimmt. Giesen, 10. Mm 1912. civel. Geriwiovollziebct. ViMtkarten billigst Brtihl"*che Druckerei. eine schwere beide Arme worden. Im Walde zwischen einem v üem-ig mit Vergebung von Bachrcgnlicrnngs- und Ttratzenbefestigungs-2l rbciten. in völlig aufgcriffctt worden Der Pfarrer blieb unverletzt. Tie Täler sind noch nicht ermittelt. fahrt des Norddeutschen Negattavereins auf der Unterclbe der (Surbaren reilzunehmen. Mit dem ftaifcr flingen Prinz Eitel {Trieb nd) und die Herren deS GesolgeL an Bord. PkrsltMrlliig. TonncrStaa, den 20. Juni l. 3., nachm. 3 Ubr, sollen im städtischen Pfandlokalc, Lcltcrsweg 11, dadier die wegen rülln. Beiträge zur Qrtskrankcnkanc Gienen ger''andeten Gegenstände: Dlöbcl aller Art, Bcruko, Sekretäre. Sofas, Schränke Spiegel, Lchreibtische und eine Barne Weihbinder- Rüstzeug (Stangen und Dielen 4:5 versteigert werden. Gemmccker, Psandmeister. Explosion statt Einem Ebemiker wurden abgerissen, mehrere Arbeiter sind schwer verlebt bei Fiscdenich Lrm eS W einem Kampf Jagdaufseher und dem Sohn de» IagdbesiperS Wilddieben. Die Wilderer schlugen v Kemvig zurück, bte unan^enedm riecht und beweist, wie sehr eine ..Ber- edelung" des Jtaneee am Platze ist. Kleine aaqeschronik. Aus einer Baustelle der Äteinbobu nach Cronenberg fuhr rtw Lokomotive tn'olge Versagens der Bremse über do» (Mir.?em* bin au? Die Lokomotive und zwölf Wagen stürzten 2 0 Meter tief ab und wurden zertrümmert Das Personal rettete s i ch durch Abivringen. Ein ehemaliger Fahnenjunker, der in Frankfurt in der Unisorm eine» lllanenfädnnch» 20 000 Mk erschwindelte, wurde in Ober-Lösnitz verhaftet. In Neumark Cbcrpial.t' sand in der Eprengstofsabrik Pergtbiiilg voll WMleitWsarbeitkn. Tie Arbeiten u. Lieferungen der QuellschürfungS- und evtl. FassungSarbeitcn für die Wasserversorgung der Gemeinde Rodheim a. d. Horloff sollen Tienstag, den 25. d. Mts., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbkitsbeschreibungen, Bedingungen und An- gcbotSunterlagen, welch letztere gegen Erstattung der Herstellungskosten erhältlich sind, liegen während der Tlenststunden auf den, Amtszimmer des Unterzeichneten lLandgraf-Philipp.Platz 3, Zimmer Nr. 22) zur Einsicht offen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vor. behalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1912. Der Großherzogliche ttreiSbauinspektor: In M i z i n 0 w 0 Posen) wurde in vergangener Nacht gegen Pfarrer 51 a p f a ein Anschlag verübt, indem in dem Heller Pfarrhauses mit einer Zündschnur eine große Menge Pulver Explosion gebracku wurde Die Vorderseite des PsarrbauseS waren- ver Weigerung. Donnerstag. 20. 0. M., nachin. 3 Ubr, wird fei Restbeiiand deoWarenlagerS im Laden Babnbositr 47, beücbenb in Leder, Holz-, Wlnb-, Porzellan, Blech-, Aluminium'. Spiel- und Galanteriewaren zwangSwei'e Der Mörder der Anna Noch cntöcdt Frankfurt a. M., 18. Juni. Der Vater des auf rätselhafte Weise verschwundenen 15jährigen Mädchens Anna Koch aus Bergen, der Fabrikarbeiter Koch, hat heute morgen cht Geständnis abgelegt und angegeben, daß er seine Tochter im Isenburger Walde erwürgt habe. Die Polizei sucht gegenwärtig in Begleitung Kochs den Wald nach der Leiche der Ermordeten ab. Versteigerung Donnerstag, d. 20. d. M., nachm. 2 llbr, soll, dadier Walltorttr.6 (Darmstädter Holzabfuhr. DaS im Licher Smdiivald noch lagernde Nutz- und Brennholz muß, bei Meldung sorstgerichtlicher Anzeige, bis zum 2 Juli l. IS. abgefahren fein. B1 Lich, den 15. Juni 1912. Großherzogltche Bürgermeisterei Lich. Dörmer. behalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 17. Juni 1912. Der Großh. Kreisbauinspektor. Hechler. niebcr und legten auf den Aufseher an. Dieser erschoß den 30iübrigen verheirateten Lummer. Die anderen Wilderer entkamen In der Nackt zum Dienstag übersielen acht bewaffnete Banditen in einem Zuge der Strecke Eiadowaia Kolalschows- kofe den Kassierer in der russisch-belgischen Gesellschaft, raubten 11000 Rubel, hielten den Zug an und entkamen Bei dem Ueberigll wurde ein P 0 l i i i st g e t 0 t e t. Der überfallene Kaste- rcr und zwei andere Passagiere wurden verwundet Weierstraße 19. Sport. BrunSbüttel-Ko og, 18. Juni. Ter Kaiser ging heute vormittag 10 Uhr an Bord der Segeljacht „Me- 1 c0 r", um an der Iuternation alen Segelwett- 2llle vorkommenden M-Repmln werden prompt und billig , da-) LnLuni^: ■ iW t» Mord-«. j 5 3al)5]iaeitä'^lll|lU'i s " & aePIonly*"1 lleber die Auffindung der Leiche geht uns folgende Schilderung zu: L Neu-Isenburg, 18. Juni. Wohl kaum hat sich unser L?rt in einer lolchcn Aufregung befunden wie heute, als sich mit Blitzesschnelle die Nachricht verbreitete, Koch habe gestanden, seine Tochter im hiesigen Walde ermordet zu haben Schon nach kurzer Zeit sausten dann auch schon Schutzleuten, Kommissaren, Aerzten, Mörder durch die Straßen nach der Frankfurter und hiesigen Einwohnern ....... MMl |luwlVL Landstraße hinaus. Hier biegt am Waldrande in südöstlicher Richtung die über Neuhof nach Götzen Hain führende Nenhos- schneise ab, von der aus, gerade Sprendlingen gegenüber, die Bestewiesenschneise nach Nordosten sich abgabelt, um nach etwa 15 Minuten im rechten Winkel die Fürstenschneise zu kreuzen. In diesem Distrikte erstreckt sich eine von dichtem Tannendickicht Buntes Sommcrlaub. 3efct steht das grüne Sommeraewand der Natur in höchster ^choitheit und überall, wohin der Blick sich wendet, wird er durch ba-3 üppige, irische grüne Vaub erfreut ..Das grüne Laub" — diese Vorstellung ist uns völlig selbstverständlich und geläufig; und doch Ut das Laub gar nicht immer grün. Fragt man einen Naturfreund nadj Laub, das nicht grün ist, so wird er zunächst an die graue ivai'.c der Strandpflanzen denken oder die roten Ringe in den idnlbfdrmigcn Blättern des Geraniums anführen, und mit diesem zweiten Beispiel ist er auf der tich.uen Spur Bedenkt man, bab die farbenprächtigen Blüten mit all ihren Teilen aus nitht* anderem bestehen, als aus umgewandelten Blättern, io erscheint cs einem gar nicht mehr so sonderbar, daß es auch Blätter geben 10U, die nicht grün sind, denn was für Farbenkunststücke die Pilan-en aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff in ihren Blüten zustande bringen ist jedem geläufig Lir Ray Lankester, der bekannte naturwissenschaftliche Mitarbeiter des „Daily Telegraph", veröffentlicht hierüber einen anziehenden Am iah. Zn den bekanntesten, nicht grünen Blättern zählt er die Bougainvillea, eine Schlingpflanze der Mittelmeer lünoer mit Deckblättern, die purpur bis karmoisinfarbig sind. Begonien und (lalabien haben mehrfarbige Blätter. Die Grundfarbe ist grün, aber rot und purpurgef.irbt sind die Adern der Blätter. Die gärtnerische Kunst hat die Galabien «aus Südamerika eingesührte Pflanze» so umgewandelt, daß dunkel-purpui farbcnc Streifen parallel den Blattadern entstanden sind, so daß die Blätter sammetartig wirken Manche sind so verändert, daß die Blätter überhaupt fein eigentliches Blattgrün mehr enthalten; allenfalls findet sich dies noch m einzelnen grünen Tüpfeln auf einer sonst weißen Fläche, die em karmoiiinfarl»enes Geäder enthält. Die Farbstosfabrik, die die Pflanze darstellt, liefert zuweilen die Farbstoffe ebenso teidchaltig, wie der Ch'miker sie in Form von Anilinfarben aus dem Kohlenteer gewinnt. Manchmal kann die Pflanze das allerdings nicht allein. Es gibt einige Farbstoffe, die tierisch-pflanzlichen Ursprungs sind. Die Cockienille gehört dahin, denn die Eochenille-Laus stellt ihren bekannten roten Farbstoff aus dem Safte her, den sie aus einer KaktuSart entnimmt, und ebenso ist es mit der .stermes-SchildlauS, die ihren früher viel verwandten roten Farbstoff aus dem Laste von Eickten- blättent herftcllt. Bei manchen Blättern entstehen bunte Farben dadurch, daß daS Blattgrün versd-windet, und nur die anderen Farbstoffe sichtbar werden. Das gelbe Carotin und das .Yatu thothvll. Zuweilen tritt eine foldw Entfärbung als Ktankhcils- eridxinung auf, es gibt aber aud) Blätter, die immer bei der gesunden Pflanze gelb oder gar goldgelb gefärbt sind. Einige Arien von Euonnrnos enthalten z. B. einen goldenen Farbstoff an Stelle des Chlorophylls, das Phhllofuscin, so daß sie leuchtend goldgelb aussehen. Wieder andere Blätter enthalten von vornherein gar kein Blattgrün, und einige der Pflanzen, die sich durch diese merkwürdige Eigenschaft auszeichnen, haben aud) Stengel, die nicht grün gefärbt sind Meistens sind es Schmarotzerpflanzen, wie etwa Kleeseide, Fladisseide und der cntiprcdxnbc Sdnnarotzer deS Heidekrautes. Einige Pflanzen unserer heutigen Pflanzenwelt sind nod) in dem Uebergangszustande zwisd-en Pslanzen mit blattgrünhaltigen Blattern und solclxm ohne diesest Farbstoff. Hierfür als Beispiel nennt Sir Ray Lankester die englifdie Weih- nadstSpflanze, die Mistel. Ihre lederartigen, blaugrünen Blätter enthalten wenig Ehlorophyll, und die Pffanze, ein Schmarotzer, ist bekanntlich, was die Ernährung angeht, von ihren Wirtpflanzen abhängig. eine groß. Partie Schuh- roaren, sowie mehrere Fahrräder und Nähmaschinen zwangsweise gegen bar versteigert werden. Gießen, am 19. Juni 1912. Ecipcl, Gerichtsvollzieher. flpnn- werden aufgearbeitet, ölCp|T sowie neu angeferrigt Don1 on in allen mod.Mustern uvbnuU in. Wolle. Watte und Daunen. Kaiier-Allee 7 I. .04659, Reparaturen an Maschinen jeder Art sowie alle in das mechanische Fach einschlagcnden Arbeiten werden prompt und bei billigster Berechnung auSgesührt. [05142 NaAigüll & Mihmch Blcichftraßc 29. vermischtes. — Kaffee-Dcredclung. Es galt bisher für ausgemacht, daß es das Coffein ist, dem die oft nachteiligen Folgen des Kafseegenusses zuzuschreiben sind. Von anderer Seite wurde dagegen ausgeführt, eine Tasse Kaffee oder auch einige enthalten eine so geringe Dosis Coffein, daß an eine ^Gefährlichkeit gar nicht zu denken sei. Die Besd-werden, die nervöse und besonders Herzkranke Leute sich durch das Getränk zuziehen, mußten dem- nad) ganz andere Gründe haben. Welcher Art sie sind, das will man, wie wir vor einiger Zeit schon mitteilten, jetU endlich herausgefunden haben. Nicht die Wirkung des Kaffees selbst, sondern die Nebenwirkungen der brenzlid>en Produkte, die beim Rösten des Ziaffees entstehen, sollen Sdmld daran sein, daß so vielen Leuten der Kaffeegenuß aufs ftrcngfh? untersagt wird. Der Röstprozeß, dem die Kaffeebohne unterworfen wird, geht bei 170 bis 250 Ofrab Celsius vor sich: durch ihn erleiden die Bestandteile der Bohne: Zucker, Zellulose, Kaffeegerbsäure und Fett bedeutende Veränderung, in ihm werden aber auch die Fasern, Fett-, Säure-, Erd- irtib Farbstoffe verbrannt, die an der Außen feite und im Schnitt der Bohne sid) befinden. Dadurch bilden fid> brenzliche Dole und andere V e r b re n n u ng sprodu kl c, und diese sollen es sein, die den gcfunbheitdi'dxiblidnm Einfluß auf Magen und Herz ausüben, den man bisher dem Coffein zuschrieb. 9lbge- sehen davon beeinträchtigen sie bitrrf) brenzlichm Beigesd>mack den seinen Dufv deS Kaffees. Der GcHanke, die iremben Stosse an der Außenseite der Bohne zu beseitigen, erscheint, tvenn man all dies weiß, sehr einfach: praktisch verwertet wurde er zum erstenmal in dem patentierten Kasfee-Veredelungs-Versahren, das aut der Dresdener Hngiene-AuSstellung in Betrieb zu sehen war. Auf dies Verfahren weist jetzü auch ein Aufsatz in der „Berliner Aerzte^Korrespondenz" hin. Unmittelbar vor dem Rösten wird der Kaffee auf mechanischem Weg von allen am Aeußern der Bohnen hastenden Schmutz- und FeM'toffen gründ lidi gereinigt, so daß ein Mitrösten und Mitverbrennen ausgeschlossen ist. Ter auf diese Weise veredelte Kasfee soll völlig rein schmecken, sein Aroma soll frei von allem Scharfen, Beizen den sein. Bei dem Reinigungsprozeß, der übrigens nur wenige Minuten dauert, bleibt eine große Menge sdimutziger Flüssigkeit tuftfebiffa^rt Darmstadt, 18. Juni. Das Postluftschiff ,,S ch w a - 6 c n" traf um 7.20 Uhr über Darmstadt ein, warf auf dem Exerzierplatz sechs Postbeutel mit Fallschirm ab, machte eine große Schleife, erschien wiederum über dem Platz und warf noch fünf fcu-itcrc Postbeutel jeweils mit Fallsdnrm herunter. Von den Fallschirmen zerrissen fünf, weil die Beutel zu schwer waren Die Postbeutel sausten in die Tiefe. Eine Ausnahme der Darmstädter Post ko.tnte nicht erfolgen. Tas Lustsdffst kehrte nad) Frankfurt a. M. zurück, wo es nad) 8 Uhr eintraf. Kiel, 18. Juni. Ter heutige Flugtag begann bei prächtigem Wetter. Es sanden zahlreidie Ausstiege statt. Leider stürzten drei Flugzeuge ab. Zuerst Stiefvater mit Leutnant Grävenschütz als Fadraast. Beide Flieger erlitten erhebliche Verletzungen im Gesicht. Das Falwzeug wurde vollständig zertrümmert. Ferner stürzte Krieger mit dem Korvettenkapitän a. D. Friedländer bei der Levensauer Hochbrücke ab. Beide Flieger blieben unversehrt Ihr Flugzeug ist etwas befd)äbtgL Der dritte Absturz ereignete sich in der Nähe des Flugplatzes. Krumsiek mußte infolge Versagens deS Motors plötzlid) niedergehen, wobei sich der Apparat überschlug. Der Flieger blieb unversehrt. TaS Flugzeug wurde gering beschädigt London, 19. Juni. In Spring sield (Illinois) wurde die Fliegerin Julia Clark beim Absturz mit ihrem Zweidecker getötet. umsäumte Wiese ans, die Fl i t t e r wi e se. Hierhin führte Kock) nod) langem Hin- und Herlausen durch den Wold die Beamten und bezeichnete ihnen diese Stelle als die M o r d st ä t t e. Unter lautem Weinen erklärte er die Einzelheiten der grausigen Tat, wie er das Mädchen niedergerisfen und es solange gewürgt habt, bis cs tot am Boden lag. Alsdann habe er die Leiche an den Händen in das' unburdibrinqlidie Dickicht gezogen und in eine Erdsenkung gelegt. Dann habe ihm der Mut zur Selbstentleibung gefehlt. Tie £eid>e wurde nun sofort gesunden. Ungeziefer und Raubtiere hatten schon ihr gräßliches Zerstörungswerk begonnen, so daß nod) kaum etwas zu erkennen war. Der Kindesmörder verzog beim Anblick der Leiche keine Miene: er wncde sofort unter lauten Verwünschungen der Menge nach Frankfurt a. M. zurückgebracht. In später Abendstunde traf der erste Staatsanwalt aus Hanau ein, der die Leiche der Anna Koch für Hanau, da Bergen zum Landgeridst Hanau gehört, beanspruchte. Peinliches Aussehen erregte cs, als sich sogar ein Photograph herandrängte, um für ein — Kino eine Ausnahme zu niad>en. Ter Andrang zu der Mordstelle wuchs in den Abend- stunden so an, daß die Polizei Verstärkungen herbeiholen mußte, um die Menge zurückzudrängen. Voraussichtlich wird die Leiche noch im fiauie der Nacht vom Pla^e entfernt werden. (Ta die Tat auf luffsischem Gebiet geschah, ist das Darmstädter Schwur gericht für die Handlung zuständig, wenn die Sache nid)t an Hanau abgegeben wird. Red.) Mich geschmückten Straßen. Mit dem Feslz.ig war ein PreiS-Korsofahren verbunden, bei dem der Radfabroerem .Pfeil- aus Fauerbach v. d. $>. den ersten Preis in Form emeS TrtnkhornS errang. Referendar Möckel hielt die Festrede. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 18. Fun«. Graf uönijat) ist gestern mittag zum Besuch im Jagdschloß WolsSgarten eingetroffen. ! Mainz, 18. Juni. Ter Stand der Weinberge berechtigt unsere Winzer zu schönen Hoffnungen. Die Blüte der Trauben steht bevor und scheint günstig zu verlaufen. Der Behang an Gescheinen läßt nichts zu wünschen übrig. Mit dem Spritzen und Schwefeln der Weinberge hat man allgemein begonnen; auch die Fanggesäße für die Motten des Heuwurms sind aufgehängt. Ter Wemcinkauf ist zurzeit nihig, die Preise sind fest. Tie wegen Erbauung der Lumdabrücke in Lollar erforderlichen BachregulierimgS- und Stragen- desesligungS-Arbeiten sollen öffentlich Dienstag, dcu 2. Juli l. I-, vorm. 10 Uhr auf meinem Geschäftszimmer (RegierungSgebaude Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 22) vergeben werden. Gegen Erstattung der Herstellungskosten sind Angebote daselbst erhältlich. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Günstige Gelegenheit ihr billige Möbel. Die Rest bestände meines Möbellagers, wie lackierte Schlafzimmer und Einzelmöbel verkaufe, um rasch zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise. Ferd. Hennstiei <£c(|tc 21acbricbtcn. (:) Köln, 18. Juni. Ter Vorstand der christlichen Gewerkschaften Teutfchlands ist heute hier zusammengetreten, um über die Frage der Einberufung eines Gewerkschaftskongresses zu beraten. (:) Brüssel, 18. Juni. Tas Bestehen eines monarchistischen Komplotts gegen die Republik Portugal wird jetzt amtlich bestätigt. In dem spanischen Seebad Hey st wurden 30 Verschwörer festgenommen. Eine Badereise mit Kindern soll nicht nur für diese, sondern auch für die Mutter eine Erholung sein. Trohdem müssen die Kinder zu ihrem Rechte kommen, besonders die klemüen bednrscn der gleichen vünkilichen Wartung und Pflege und derselben sorgsaitigen Ec- nobrung wie daheim. Ein WäbnmgömiitcL das die Vorzüge einer leichten Zuberciiiing und langen Haltbarkeit mit denen der Wahr bafngfeit und leichten Verdaulichkeit vereint, ist „Kufeke", und eo ist ocvbalb für solche Fälle nur beitens zu emvfehlen. hv11/ -fef ■ ,Qnn ' • * Ä"» I nicht fr «Sr?: «,M;i "Ilorfuhi. Ä > äJ *Qr>,ii* mein — hna , m SSSfc^j* »bun9 dcs NtilHtü Ql hier verübten? ,bcm Täler sür 11000 l,e H°nde fielen, können. Jinn größten Teil bereit-s 1 München z«m 5^ T der Papiere war ok\ ich in einem Falle Sah. i anderen Falle hol^L' cr ist etwa 40 Fahre nk, ober bttitschultni^ j t und gerötetes Gesicht, l- >g, Umlegkragen und havü d schien in Franksnrt o. 5 allen Verhältnissen wa ) im Handel mit Mindert. Da nicht anSgesch' :imb vorstehender Peschcii iverden im Interesse btt :gendwclche Auskunft ubr üinalabteilnng deS Polizer m zu lassen. Tie Frazc, ;t sich noch nicht beantirc che erst eintreten kann,: Ejnslweilen sind die l cht weiter veräußert werte hotten. Wie mm hort, >7.. :rg eine schloßästii. Gestern wurde da? 7' cheS der Stadt gehöllk, nn Preise von 31500 Ji idwnts und Mtzg^ * ig beiW»« t JillMjtll |4 1,1,11 -hr- ; ür basginanjomt ten. 5 über dem 16 j worben werden. I Gestern und beu f; J i statt, das unter 1 'm hatte. Montag chte SlusschuWtM 7 ;| dec -rede an das W re Deutung J*. i Sfcn stiedberg- . i j] li. vstcherilsch. — Insektenfressende Pflanzen sind wohl allen dem Namen nach bekannt, aber nur wenige sind darüber unterrichtet, aus welchem O'ninbf diese merkwürdigen Raudpslanzen sich so ganz anders verhallen als ihre Schwestern, die aus der Lust lind aus dem Boden mit Hilfe des Sonnenlickües die Stoffe, die sie zu ihrer Erhattuna brauchen, auffiehmen und verdauen. Der Mannte Botaniker, Proiessor Dr. (^iesenhagen, unternimmt es in dem neuen populär wissenschaftlichen Prachttverk „Die Wunder der Natur" iDeuisdies Verlagshaus Bong u. Co., Berlin D 57. 65 Lieferungen, von dem soeben die Lieferungen 3 imd 4 zur Aus- aabc gelangen, hierüber ^luffchluß zu geben Wir erfahren da, daß die insektenfressenden Pslan.zen an Stellen wadffen, wo sie ihren Bedarf an Stickstoff aus dem Boden nicht decken können, so z B im Hod> und Heidemoor. Sie heften sid), indem sie Insekten einfangen und diese alö Nalwung üerbauen. Da sind einige mit Orpanen versehen, die den Fangarmen mnndur Ticfseegeschöpsc gleidic», andere sondern einen Klebstoff ab, der sie zu lebenden Leimruten ^nadü Jene besitzen Kannen, deren Deckel sie schliesst, wenn ein Insekt gefangen ist, diese wieder gewissermaßen geöffnete Mäuler, die sich sosort schließen, wenn ein Instckt die Fühlborsten berührt Hal. Was diesen Aussatz hochinteressant macht, ist der Unntaub, daß hier unseres Wissens zutn ersten Male wnnbervolle Naturplwtoaraphicn beigegebcn sind, die uns mit völliger Nattir- treue vor Augen führen, wie sich die Insekten in tnm Organen dieser raubgierigen Pflanzen fangen. Auch sonst enthalten die Hefte eine MI le flut illnsttierter Mlmndlungen. Tr. Adolf Hcil- born plaudert über den Sckgvefelbauchwal, der grofjr Jenaer For- sdxr Ernst Haeckel über die Kunstwerke der Zelle. Der hervorragende Voaelkcnncr Di Hcinroth sdweibl über merkwürdige Vogelnester, der Wiener Physiker Porges übet die seltsamen elektrischen Enlladunasbilder auf pliotographifchen Platten: der weltbekannte Pariser Astronom Flammarion über die Welt des Mondes an der Hand auSgczeidmeter Mondphowgraphicn. Jedem Hcst sind zwei sdwne Farbentaseln beigegeben. Märkte. O Laubach, 18.Juni. Der heutige Schweinemarkt war mit 85 Stück Jungvieh befahren. Die Preise standen zwischen 70 und 75 2)1f. daS Paar. Die Tiere fanden guten 2lbgang. fc. Frankfurt a.M. Schweinemarktbericht ooni 19. Juni. 'Jliifgctriebcn waten 1542 Schweine. Voll fleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 58.00- 60.00 Ml., Schlachtgewicht 75.00—77.00 Mk., vollsteischige Schweine unter 80 Lebendgewicht 67.00 — 58.50 Mk., Ed)laditflcivid)t 73—75.00 2JIL; vollsleischige Schweine von 100—120 kg- Lebendgewicht 69.00—61.00. Pik., Schlachtgewicht 74—76.00 All.: vollsteischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 69.00—61.00 Mk., Echlachlgeivid)t 74.00—76 Akk. Geschäft langsam, bleibt Uebersland. Wetteranssichten in Hessen kür Donnerstag, den 20. Juni i < Meist heiter, trocken, roarm. I In allen Gesellschaftsklassen hat Bich der Salamanderstiefel dank seiner außerordentlichenV orzügeF rennde erworben Unsere Modelle sind tonangebend. 6 |o o, Alleinverkauf der Marke Salamander Einheitspreis 1 O für Damen n. Herren M. K y/ Luxusausführung . M. 16.50 Fordern sie Musterbuch. für Giessen J. 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