Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten. ,oo .00 AO .00 10 Uhr. 1912; A 6.00 Uh Station Lew. P 9 im 5üben bekannt war. \che 0pen 86JH 8Ö.9H; 9. Mai wird jammer des kommen. 2-44 ö-37 l-ßo Mj 11 “ttini; «tofidn it 9 l Sero, r 10 Seb. h- Der (Erfolg der „hansa'-ZIüge. • Pläne der Reichsregierung. Tie lebten Meerflüge des Zeppelinluftschisses „Hansa" Moten in ben militärischen Fachkreisen der Luflscknfsayrt an den amtlichen Stellen, die sich mit deutscher Luft- iüisspolitik beschäftigen, Pläne reifen lassen, an deren £ Sjrbereitung und Ausgestaltung schon seit einigen Wochen farbeitel wird. I ic neuesten Uebersceflüge des schnell sn Luftkreuzers der Welt von Hamburg nach Veutjchc» Ueich. Der Kaiser bei den Flottenmanövern. Aus Wilhelmshaven wird berichtet: Um 4 Uhr erschien am gestrigen Donnerstag die „H oyeuo11ern" mit dem Kaiser an Bord an der Spitze der Hoch!seeflotte, die in Kiellinie folgte, aus der Reede von Wilhelmshaven. Tie lange Reihe der langsam und majestätisch herannahenden Panzerschiffe bot ein wahrhaft glanzendes Schauspiel Die Salutbatterien feuerten den Salut. Tie ,,Hohenzollern" und die.Flaggschiffe gingen in den Hajen, die Flotte ging auf der Reede vor Anker. Tein Admiral von Holven dorff wurde der Schwarze Adlerorden verliehen, bet itontreabmitaj Lans wurde zum Chef des Rordseegefchwaders und Montrc- abmiral Graf v. Spee zum Chef des Kreuzergeschwaders ernannt N. )e. -Anlage). 912; otnö. wegen der Vorgänge im preußischen Abgeordnetenhause am am nächsten Montag vor der Ersten Straf- Landgerichts I tn Berlin zur Verhandlung itt nicht cn Tank für ben Empfang, ben Sie uns bereitet haben. Wir werden diese Erinnerung bebalten, solange wir leben." Darauf setzten sich die Schrauben in Bewegung, bas VuUfdnft hob sich langsam in die Höbe und nahm den Kurs über den sund. Eine Bogensahrt über Malmö. Malmö, 19. Sept Die „Hania" kam kur; vor 12 Uhr vor der Stabt an und führte einen großen Bogen über dem Großen Markt und ber Petrikirchc aus Daran' zog he in südwestlicher Richtung nach dem Platz der Baltifdxn Ausstellung. Lic Straßen und die lädier ber Häuser warenjron zahlreichen Mcnschcnmasscn besetzt, die bas Luftschüf mit Schwenken von Tüchern und Hurrarufen begrüßten. Das Luftfchin schlug darauf die Richtung über die Citiec nach Hamburg en, Ta- Wetter iß schon. Es herrschte schwadier nördlicher Wind. jjambiirfl, 19. Sept. Das Luftschiff „Hansa" überflog auf her Rückfahrt von Kopenhagen Lübeck um 3.30 Uhr. Eine Biertelstuiidc f pater wurde es hier von ber Luftschiff balle m nord- licher Richtung gesichtet. Sie führte eine Schlen'enfahrt bid Blankenese aus und um 4.50 Uhr erfolgte die glatte Landung vor der Halle. 86,(U. markt, U "icher, i;>.. •i “ornlifc* lätten«"6' ir'juns un- im kRti 1 ch e Wert foldter Fahrten bei einigermaßen giin- ■jhji-n Umständen über alle Bedenken und Zweifel erhaben ■tji. Tie Führer des englischen Panzergeschwaders bei Ko- '^nhagen mögen jetz^mtt Schmerz an das rühmlose Ende b i britischen Militarvallons „Mayfly" int vorigen Herbst a dacht haben, dein kein Aufschwung der englischen Motor- I stistfchisfahrt mehr folgte. Und es dürfte ihnen auch der z trdanke gelommen sein, daß ein ähnlicher Flug der „Hansa" Rlcch dem Westen, über Großbritannien und Irland, sich ■rit schwieriger gestaltet hätte als über Tänemark und Mstztoeoen Bon chauvinistischen Folgerungen wollen wir Will! möglichst fern halten. Aber wir können doch den Whnweio darauf nicht unterdrücken, daß im Falle eines ■<0.0)1'11 Fluges eines englischen Luftschiffes das Triumph ■gcflirci und der Hymnengesang in der englischen Presse JBtt i Ende nehmen würde. Statt in solche Jubelhymnen ■att.Htbrechen, tun wir in Deutschland jedenfalls besser, ■nic.jtmi und sachlich die Konsequenzen aus den impoiaw ■ie.t' Erfolgen der „Hansa"-Flügc zu ziehen. Ter deutsche flflütteiiDerein hat dies bereits in seiner Weise getan, JDcm sein Ausschuß soeben die Satzungen dahin änderte, s, der Zweck des Vereins die Schaffung einer starken utflottc fein soll, lieber die neue Fassung der Statuten l! eine in nächster Zeit stattfindende außerordentliche itglicberDerfammluitg beschließen. Was aber die deutsche Reichsregierung anbetrifft, so /jiiri offen J-«" me ", erprot’1 * ... almato oberer- Der 7. deutsche Arbeitsnachweis-Kongreß ist am Tonnerstag in Hamburg durch den Vorsitzenden des Verbandes deutscher Arbcitsnachweiie, Dr. Freund« Berlin, eröffnet worden. Vertreten sind n. a. die Senate von Hamburg und Lübeck, das Reichsamt oes Innern, das Reichsmarincamt, das Kaiserliche statistische Amt, die Regierungen von Sachsen, Baden, WürtteurderL und Weimar, die j-'anocdbauptlcutv. do., .'pannooer, Westfalen, Posen, Brandenburg, das Cberprasidlum und das Regrerungs- präfidium von Schlesweg, bas vsterreichifche Handelsministerium und das dänische Ministerium des Innern. it diese, wie wir von einer vorzüglich unterrichteten i - c Horen, den Entschluß gefaßt, B e st e l 1 u n g e n ui lenkbare Luftschiffe für die nächsten ahre i it viel w e i t e r g c h e n d e m Maße als isher zu erteilen und insbesondere die Frage des 1 - a 11 c n b a u e » energisch zu fördern. Im Reiche stehen 27 fertige Hallen, 2 in Johannisthal bei Berlin, । Reinickendorf und eine in Biesdorf, ebenfalls bei .«criuL In Hamburg, Bitterfeld und Friedrichshafen de- Nden fick, je 2 Hallen. Eine Halle steht in Baden Cos, jannheim, Frankfurt a. M.-Rebstock, DüsseldorsGolsheirn, Pilja, München, Kiel, Wanne-Herten, Köln, Straßburg, leP, Thorn und Königsberg. Tie Halle in Potsdam wird nt» fertig fein. Bei den letzten amtlichen Konferenzen war es das i chsrnarincainl, das um einen Aufschub der Hallen, lugelegeuhcit bat, weil die Frage der drehbaren Hallen uc.) nicht geklärt sei. Man wird aber jetzt ohne Verzöge- tu. 3 den beschleunigten Hallcttbau vonseiten der Reg,e- nigsstelleu aus befürworten, um die Entwicklung der ' jfi|iotte im ganzen nicht aufzuhalten. Ferner soll im Hoher, wenn Prof. Schutte von seiner Reise nach den (reinigten Staaten zuruckkehrt, mu ihm wegen Liefe- . „(9U)male d'Jtafta" hat die dankenswerte Anregung m einem sehr beifälligen Artikel begrüßt Jetzt beschönigt sich uud/ uef „Secolo" mu der wichtigen Frage des Vogelichutzes, indem er Dafür cintritt, daß nicht nur Die Jagd auf Singvogel verboten, fondern daß dieser schütz auf alle Bewohner der Lüfte ausgedehnt werde. Man müsse mit der Psychologie des Jagers rechnen, der, ungehalten darüber, daß keiner der Vogel, die zu schießen erlaubt ist, vor feine Flinte gekommen sei, schließlich, um nicht mit leerer Fagdtafche heimzukehren, ein paar unschuldige Schwalben oder Rotkehlchen erlege. Es fei ja übrigens nach- gewieien, daß auch die sogenannten Raubvogel als Mäufevertilger überaus nützlich feien. Ter Artikel erinnert daran, daß den englischen Piadfinderknaben als eines der ersten Gebote die Liebe zu Den Vögeln emgefchärft werde. Man dürsc nicht von einem Appell bloy an das Gefühl sprechen. Denn es handle sich auch um em i^eboi der Zweckmäßigkeit Tte Vernichtung der Vögel sei gleichbedeutend mit der Vernichtung Der Fluren, der Wälder, mit der Züchtung von schädlichen Kerbtieren. Uno wenn man naä' Den eigentlichen VeweggrunDcn Der BogeljagD iragte, fo müsse man antworten, daß die meisten der zierlichen Tierchen nur Der Eitelkeit von Leuten zum Cpfer fielen, die barm einen Triumph iahen, wenn sie, da sie lernen Hasen ober kein Eichhörnchen erbeutet hätten, wenigstens ein paar Dutzend Singvögel na« i?auie brachten Das Verbot der Vogeljagd würde also nur er'vrießliche wirtschaftliche Folgen haben und höchstens cm paar Sonntagsjäger ärgern. Hoffentlich fällt die Anregung dieses roadcrcn Vogelfreundes au’ fruchtbaren Boden und greift endlich auch im italienischen Volk der Abfchcu gegen den Vogclmord um sich. Freilich müßte aber auch Die italienische Intelligenz solche Bestrebungen unterstützen und das Nationalgericht „Singvogel mit Maisbrei" aus dem Küchenzettel stretchen. Erft vor wenigen Tagen hat em Kongreß italienischer Arzte in Bergamo ftatt- gefunden, und Die Junger Aeskulaps ver'peisten, wte der „Köln. Ztg." geschrieben wird, Singvog-i mit Maisbrei! Da sollte der Hebel angcictzt roeroen. Die .Bogel würden nicht geschossen und in Netzen oder mit Leimruten gelangen werden, wenn sich nicht Abnehmer landen. Schon in den Schulen wäre Der Abscheu gegen Den Vogelmord in den jugendlichen Seelen zu erwecken und Die Hcgung der lieblichen und nützlichen Sanger zu empfehlen. Die Gemeinden müßten Preife für den Bogelfchutz ausfetzen, und das Gesetz diese Bestrebungen unterstützen. Aber wie west ist es noch bis Darin ? Wicoiele Xauüno. armer Vsg eichen werden noch erbarmungslos umgebracht werden, bis sich die allgemeine Zmiicht von der Roheit und Schädlichkeit des V.ogelmordes in Italien Bahn bricht. — Mufikinstrurnente aus dem alten Aegypten. In London find gegenwärtig die Funde ausgestellt, die die Grabungen der britischen archäologischen Schule m Aegvvten n?äl renb der letzten Mai.ipügnc ans Licht gewidert haben: einige von ihnen gewahren einen interessanten Einblick in die Munk- pihge Der alten Nilbewohner. So hat man in Den Gräbern von Memphis mit einer großen Anzahl von Gegenständen des hauslia en c^drauch-s fünf kleine Zymbein von etwa 125 Millimeter im Durchmesser gesunden Tiefe Instrumente wurden in Aegiwten sehr viel gespielt, wie man aus Denkmälern der Maleret und der Skulptur entnehmen kann. ZymbclnJ-ieier Art hat übrigens Bcrliv; in dem Sanktus feiner großen Totenmeffc mit außerordentlich fchöner Wirkung verwendet. Musizierende zeigen D.c bedeutsamen Reste von Malereien, die man m Haivara lüDlidj von Kairo aufgedeckt bat, und ebenso führen uns einige cntzudendo Siatucn altagyptuche Muiikantcn vor. Die eine, in Lebensgröße aus Sandftem geiormt.jtcllt einen Jüngling dar. Der die Dopvel'löte spielt. Die Imke Seite des Gesicht., n ver> itummelt, aocr Die rechte Seite laßt eine von Lu>t gc.. Vaac ichen, die die angestrengte Arbeit Des Flötisten ahnen t Ihn anderes Bildwerk stellt einen Musiker Dar, und em drittes einen Öarfcnipiclcr; beide Statuen stammen aus den alten Königs- arädern des Mittleren Reiches. Auf einer prächtigen d.ichemtele ift der Begrabene abgcbilöct, auf einem ^tubl iieciio, wahrend por ihm cm knieendcr Harfenist feinem Jn'irument Tone entlockt. Mi’lt jc-.n :i beiden .. - .id.n zupu er Die iieom »sauen, io Da st man benten mochte, er entlocke feinem Instrument bereits die Urormcn einer me.oDi'chen Harmonie in um er em sinne. — Zum Vogelschutz m Italien. An cm Rund- f(treiben des italienischen Ackerbauministers Ritti, das den lanD- .viujaahiiücn vxitu uuo ^agero.rcinen die schommg der Singvogel sehr warm empfohlen hatte, scheint nch manche nützliche Erörterung in den italienifchen Tageszeitungen Inupjcn Lt helmshaoen, nach Helgoland und nun nach Kopenhagen | id b Malmö haben beiviesen, daß die Technik der Starr- « lus:schiffe, litsbesondere die jetzt erreichte Eigcngeschwin II 3’Vclt auch dem unbeständigen und riskanten Wetter der t». vak. .»Dl'tcngcgenden Trotz bieten kann und daß der m ilita- Haden nun also die Arader m der Tat ipaleitens um die Mute I ^u wollen, des st.Jahrhunderts Die oon ben Lhinesen übernommene Magnet-11" ' nabel gekannt, so wäre es sehr eigentümlich, wenn dte Normannen | auch der bei ihren regen Beziehungen zum Cncnt die für ihre Seereisen *" unschätzbare Ersinduiig nicht kennen gelernt und 'ich zu eigen gemacht hatten. Am diese Weise hätte also schon 2—3 Jahr- Hunderte vor den Kreuzzügen eine Uebertragung der Ätnnrnis Der Magnetnadel aus dem Eiten nach Europa itatnmbcn können und cs wäre gleichzeitig die zunächu iaft unbeareifliche Tatsache erklärt, daß die Magnetnadel anscyetnetid im Norden früher al5 r u n g von Luftschiffen seines Tnp» verhandelt wer den. Sofort nach den Probefahrten und nach der Abnahme Ballons wird Die Hecresvcrt ausführliches fchlachten abgeben, das als Grundlage für . ich r gierstng bicm n füll . weiter: T>e Friedrichshafener Zeppelinwerft hat nach Ablieferung des Marineluftschiffes bereits den Kiel für einen neuen Luftkreuzer gestreckt, ohne daß eine neue Bestellung vorlag. Auch hier wird die Regierung mit neuen Aufträgen nicht auf sich warten lassen Im Voranschlag des Reick>s Haushalts wird die Subvention für die Telag sehr wahr- chcinlich bedeutend erhöht werden. Darüber wurde zwischen den Vertretern des Auswärtigen Amts, des Kriegs- mmisteriums und des Reichsmarineamts bereits eingehend beraten. Feste Beschlüsse liegen nach dieser Richtung nicht vor. Aber Dte Besprechungen zwischen Vertretern der Zep- pelingesellschaft und dem Reichsamt des Innern werden demnächst zur Feststellung der Neuforderungen führen. Gar keine Neigung dagegen besteht int Schoße der Regierung — darauf muß noch hingewiesen werden — sich mit den Plänen einer Verstaatlichung des Luftschiff' bau», etwa der Bitterfelder Luftfahrzeug Gesellschaft zu beschäftigen. Tie Monopolisierung des Baues von Militär- liiilkreuzern würde den Wettbewerb unterbinden, den Er- findungsgeist und die Unternehmungslust lähmen, eine Wirkung, die uns vielleicht gerade um den Vorsprung der Ballontechnik, den wir aegenüber dem Auslande haben, bringen würde Gewiß könnte das Ausland zunächst Luft- tahrzeuge für mililärifche Zwecke in Deutschland nicht kaufen. Aber bei deck heutigen Stande der Technik dürften Die Konstruktionen Der Luftfahrzeuge auch bei strengster Geheimhaltung der Pläne schon aus Den praktischen Wir hingen und unzähligen Anhaltspunkten erkannt und doch rasch nachgeahmt werden. Anders steyt es jedoch mit einem Luftslotlengefep für Armee und Marine über Sollbestand, Dienslorganisalion, Reserveschiffe, Ersatzbauten, Heranziehung von Privatluflschifsen im Manöver- und Ernstfall Vorschlägen darüber fieht die Regierung mit Interesse entgegen. Ter Flug nach Kopenhagen. Hamburg, 19 Sept. TaS Luftschiff „Hansa" mit dem Grafen Zeppelin, Tr. Eckener, Cbctingenieur Türr, Kapitän Hacker und 10 Pa ff agieren an Bord ist heute früh kurz vor 4 Uhr nach Kopenhagen ausgestiegcn. Zur Zeit der Abfahrt herrfchie Windstille. Kopenhagen, Ist. Sept. Nachdem die „Hansa" auf der Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen um 7.30 Uhr morgens die Südspitz.e der Jniel Falftec bei Gtedscr passiert hatte, setzte sie die Fahrt in nordöstlicher Richtung fort und wurde gegen 10 Uhr am Horizont von Kopenhagen aus gesichtet. Um 10.30 Uhr bcsand sich das Luftschiss über der Stadt und suhr nach Dem Flugplätze, ivo sich eine u n g e h e u r e Men- s ck) e n m e n g e angesammelt hati. . Daraus slog es irn Boßen um Die Stadt und trat gegen UJ 4 Uhr über dem Flugplätze em. In De» Straßen u uD auf Den Dächern standen Zuschauer i n großer Zahl, die DaS Luftschiff begeistert empfingen. An Der porhereii Gondel führte Das Luftschiff die Dännche, an Der Hinteren Die Deutsche Flagge. Tie Landung ging mit Hilfe der dem Grafen Zeppelin zur Verfügung gestellten Soldaten glatt von statten. Tie Menge bereitere Zeppelin iinD feiner Begleitung begeisterte Ovationen. Cbcrft Tnken unD Cbermgcnieur Holtcrmann hießen den Grafen unD Die übrigen Deutschen Herren willkommen. Graf Zeppelin verblieb währenD DcS Aufenthaltes im Luft- j d) i f i, weshalb ihm in Der porDcrsten GonDel von Der Aero- nautiidjen Gesellsck.ast ein Frühstück gegeben rourDc. Gegen 11 Uhr 35 Mm. rourDc zur Äbtahrl klargemacht. Tie Zu- irr. 222 Erstes Blatt ' 162. Zahrgang Srcitag, 20. September 1912 t Siebener Anzeiger j-mt wA vezaatzvrei«: 7'cheinl täglich, außer MM monatHcfc75nUM* lemfprech-21 Schlüsse: N M MM Verantworili» kür ben l r Die 'Jicba(i-on 112, polinschen TeU: 2lugn't !SLW General-Anzeiger für Oberhessen SiafeS Botattonsörud und Verla, der vrühl'ichen Unio.-Budr und Sttintruderei R. lange. NedaMan. »rpttitlon und vruderel: Schulftratze 7. Land-: dm t ? vormittags 9 Uhr. Büdingen: Ze»nsprecher Hr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Der Strafprozeß gegen bie fozialdem o kra- tischen L an b t a g öa b g co r bne te n Borchardt und Leinert t, == + 14,5 ,h. Mi ttelnzB ktoff und «■ t und bei*’ en. Dahcl Das erste Auftreten des Kompaffcs in (Europa. Auf bem Deutschen Naturforscher- und Aerzte- j lag* hielt T< R. Äkn nig cBerlin Friedenau einen sehr in he ianten Bonrag über „T a s e r st e A u s t r c t e n d es K v m la fies in Europa". _ 2ie älteste Geschichte bed Komvancs m Europa m nocl- V ttefes Dunkel gehüllt. Die frühere Ansicht, Daß ein italienischer thlchries Flavivgioja, Dessen Persönlichkeit selbit cme Ersinbung > tcut scheint. Den Kompaß um 1300 crsunDen, oDer Daß ihn II Jr berühmte ReisenDc Marko Polo aus Ehina nach Europa st bracht habe, ist ganz unhaltbar. Denn tdion um 119ö t|t er 1 ,icv roiftvuropäiid)cn Literatur nadnveisbar unD gcromc .in l'hc'cn sprechen Dahtr, Daß er schon erheblich früher im weltlichen I |ic »orDlichen Europa bekannt roar. AnDerertetts lieht KIJ. I Li; Das vom Ehinefen Hüttschin im Jahre 12o nacv Ehrnti Ge- !'i:rt verfaßte Wörterbuch „Sckue-roen" bereits Dem '..lagncten | h JuUigicit zuschreibt, „Der NaDel Die^Richtung zu flehen ELahrfduinlid) roar Die Kenntnis Des „SüDroeifers in Lbma Ihar schon sehr viel älter. Als ziemlich lidjer Dutten roa an- 11 neu Daß Die Uijincfcn auf ihren Lectahrtc-.i nach >inDun | u eben Dort hinkommenDen Arabern die Kenntnis Des >tom- fc nies vermittelt haben, diirn Wiebcmann bat Den «adweiö gelt j)it, daß schon im Jahre 854 in Der arabgchen Literatur Dic | ümttiis Der Magnetnadel sestzustellen M ,ltt>v -vcben Man bat nult bisher angenommen. Dar, die eutopai dKtt I cJcr üctnmllid) zur Zett Der Kreuzzuge D.c 1 u m leimen lernten, ober aber, wie es GuittHcr ^i. «i Guropa .-chmals, unabhängig vom fernen Lltcn cnuiiDcn roorDvit \c\. \ hi )e Aimahmen haben etwas gezwungenes an Nch- ' Hennig maQ.i nun au- einen neuen -e'fl auimerksam, am 1 tau Die Kenntnis Des Kompaßes bereits im ^ oDer lO ^ayr Liihert von Den Arabern nach NorDcur.'pc' flckowm.n iei. Ux iwm Lr iur bin. Daß Das größte ^eeiabrcrpolt Der 6-", b.e Normannen neu uerijältniemäbig red.t r.jcn vanbelsverkehr mit D^n : ä-eit Kalifcnrcichcn uiiicrhieitcn unb jroar aur banr '• runiiticn Ströme, spätestens un 10. ^ahrhundert g .angi..i innmnnen, nuc me -.«.-icke» 5»nmidler lr dickm <5Ä6 tatumn \u i 6t m Bunde! <|:3tiarmig), - Hutner, der . um 35-40 32. Deutscher Kongreß für Armenpflege und Wohltätigkeit. "Braunschweig, 19. Sept. Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus den, ganzen Reiche trat hier der Deutsche Verein für die Armenpflege und Wohltätigkeit zu seiner 32. Versammlung zusammen. Nach Bc- fanntgabe des Jahresberichtes sprach Frau H. Götze Braunschweig) über „Beschaffung der Geldmittel für die Betätigung der freien Liebestätigkeit". Sie wandte sich gegen verschiedene unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit verborgene Bestrebungen, warnte vor mißbräuchlichem Beiwerk und verband damit eine Reihe von praktischen Vorschlägen, wie Erhebung von Eintritts gelb für den Besuch privater Parks, Museen usw., Spendung von Geldbeiträgen bei besonderen Fanrilienfesten usw. Dr. Levv (Berlin) hielt vom Grundck/arakter der freien Liebesbetätigung aus nur das direkte Vorgehen bei der Samm hing von Geldmitteln für angeseigt. Er bezeichnete das .Hol lektenwesen, Zuwendungen durch Testamente und die Beihilfe oon Körperschaften und bergt trotz mancher Bedenken für normal, während er sich gegen Wohltätigkeitsveranstaltungen wie Basare, Blumentage usw. durchaus ablehnend verhielt. Er stellte eine Reihe von Leitsätzen aus, die in der sich anschließenden Aussprache von allen Rednern im wesentlichen gutgeheißen wurden und schließlich mit großer Mehrheit angenommen wurden. In der Aussprack>c hatte der Vorsitzende Dr. R u l a n d darauf hingewiesen, daß die ganze Frage eigentlich eine Erziel ungsfrage sei und daß die private Wohltätigkeit, wenn,, sie Erfolge erzielen wolle, nach bestimmten Grundsätzen arbeite,, müsse. Er forderte Beschränkung der Ausgaben für die private Fürsorge, keine Neugründung aus diesem Gebiet, wo nicht die Notwendig feit hierfür besteht, und schließlich die Vermeidung von falschen Titeln bei der Mittelbeschaffung. Bürgermeister u. Hollander (Mannheim) und Stadtrat Dr. Sperling «Mannheim) sprachen über „Die gesetzliche Regelung der Ausgaben der öffentlichen Armenpflege". _ Sie legten gemeinschaftliche Leitsätze vor, in welchen die Einführung der Rechtseinheit auch aus dem Gebiete des materiellen Armenrechts durch ein «einheitlich es deutsches Armengesetz verlangt und als Pslichtleistungen der Armenverbände in diesem Reichsgesetz als festzulegend bezeichnet werden die Gewährung des unentbehrlichen Lebensunterhaltes, die erforderliche Pflege in Krankheitsfällen, die Gewährung eines angemessenen Begräbnisses und die Sorge für die Erziehung und Erwerbsbefähigung der Kinder. Ter Gegenberichterstatter Bürgermeister Dr. T ho de (Stettin) timmte den Vorträgen zu, wollte aber die Forderung der Gewährung eines Begräbnisses und die Sorge für die Erziehung und Erwerbsbefähigung der Kinder ausgeschaltet wissen. — Der Vorsteher der öffentlichen Jugendfürsorge in Hamburg, Peters, beantragte, daß der Vorstand sich mit den Verbänden des allgemeinen Fürsorgeerziehungstages, des Iugendgerichtstages und des Archivs deutscher Berussvormünder in Verbindung setze zu gemeinsamer Beratung über die Regelung einer einheitlichen Jugendfürsorge in Reich und Verwaltung, wobei er betonte, daß es lange hinansgewachsen sei. Dr. T h o d e verteidigte seine Auffassung gegenüber verschiedenen Diskussionsrednern und warnte vor einer Verwischung der Grenzen zwischen sozialer Fürsorge und Armenpflege. , .. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, wonach em Ausschuß zu bilden sei zur Vorbereitung baldiger Neuregelung der Aimengesetzgebüng. Heer und Flotte. Die neuen kommandierenden Generale. Bon den vier neuen Korpskornmandcuren haben wir über die Karriere des Generals von Schenck, der zum kommandierenden General des 18. Armeekorps ernannt worden ist, bereits Mitteilungen veröffentlicht. Ter General der Artillerie ^choltz, der zum kommandierenden General des zum 1. Oktober zu erricht e n d e n XX. Armeekorps in Allenftein ernannt worden ist, ist der dienstälteste von den vieren. Aus der Feldartillerie hervorgegangen, hat er einen großen Teil seiner Dienstzeit im Generalstabe zugebracht. Friedrich Sckwltz ist ,n Flensburg als Sohn eines Superintendcnteii am 24. Marz 1851 geboren, also 61 Jahre all. Er trat, nachdem er das Gymnasium in Quedlinburg absolviert halte, beim Ausbruch des deustch- französischen Krieges am 19. Juli 1870 beim 9. Feldartillerie- Regiment in Rendsburg ein, machte den Krieg mit und wurde am 9. Marz 1872 Lt. Von 1879 bis 1882 beiuchte er die Kriegsakademie, von 1885 bis 1887 war er zum großen Generalstabe kommandiert; dann wurde er Hauptmann im Generalstab, bei dem -er mit zwei kurzen Unterbrechungen bis 1903 in verlchie- bcneit Stellungen tätig war. 1890/91 war er Batteriechef un 9. Feldart. Regt., 1896'98 Abteilungskommandeur im 16. Feld- art Rat Nachdem er mehrere Jahre Chef des Generalstabs des XVIII. Armeekorps gewesen, wurde er im Frühjahr 1903 Komm, der 25. Feldart.-Brig. in Darnistadt. In dieser Stellung rückte er am 27. Januar 1905 zum Generalmajor aus. Am 13 Februar 1906 wurde, er Oberauartiermeifter und am 27. Januar 190H Gen-Lt. Seit 5. März 1908 war er Komm, der 21. Division in Frankfurt a. M. Er ist, nachdem ber komm. General des X. Armeekorps Emmich vor kurzem geabelt i|t, zur- zeitder ein zige bürgerliche kommandicrcnde Geil c r a l Außer ihm hat die Armee noch einen bürgerlichen General, den Gen. der Art. Gollwitz, Inspekteur der Fcld- artillerie. Ter kommandiereiide General des neuen XXI. Armeekorps, das seinen Standort in Saarbrücken erhält, General der Inf. Fritz v Below ist als Sohn des im Kriege gegen Frankreich sehr verdienten, am 21. Oktober 1870 gestorbenen Wen. Majors und Mombr. der 36. Inf Brigade am 23. September 1853 in Danzig geboren: er wird also demnächst 59 Jahre alt. Er wurde am 19. April 1873 aus dem Kadettenkorps als Lt. beim 1. Garde Regt. z. F. eingestellt. Von 1881 bis 1884 besuchte er die Kriegsakademie, wurde bann zum Generalstab kommandiert, in den er 1887 als Hauptmann versetzt wurde. Rach einem zweijährigen Kommando zum Kriegsministerium kam er 1891 als Komv. Chef in das 1. GardoRegt. z. F., wurde aber im nächsten Jahre in den Generalstab zurückversetzt, wo er erst bei der 5. Division, dann beim Gardekor PS tätig gewesen war. Von 1896 bis 1898 war er Bal Komm, im (Shiquita' Regt., dann wurde er Ches des Generalstabs beim Gardekorps Bon 1901 bis 1904 mar er als Oberst 8vmm. des Elisabeth Regts., dann wurde er an die Spitze der 4. Garde-Inf.-Brigade gestellt. Nachdem er am 27. Januar 1905 Gen Major geworden war, wurde er 1906 abermals in den Generalstab versetzt, wo er Dberquartiernieiftci wurde und zugleich die Wahrnehmung der Stellung als Ebes des Stabes der 1. Amieeinspektion erhielt. Am 18. Februar 1908 wurde er Gen.-Lt. und Komm, der 2. Garde- bivision. General v. Below war mehrere Jahre Mitglied der Sludienkommission der Kriegsakademie und gehörte auch der Kvm Mission für hie Bearbeitung des Ererzierreglements an Generalleutn. Ewald v. Lochow ist am 1. Avril 1855 geboren, also 57 Jahre alt. Er ist am 19. April 1873, demselben Tage wie Gen. v. Below, aus dem Kadettenkorps als Lt. beim 2 Garde- Regt z. F. eingestellt worden. Nachdem er 5 Jahre Bat.-Adi gewesen war, besuchte er von 1882 bis 1884 die Kriegsakademie und wurde bann RegimentSadjutant 1886 wurde er zum Ge nerahlab kommandiert, in den er im März 1888 als Haupt mann kam. Von 1891 bis 1892 war er Komp. E hei im 53. Inf. Siegt., dann wurde er in den Generalstab zurückversetzt, in dem nommenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige 'Bürgrrmar- Heinrich Wilhelm Schmidt einstimmig w i ebcr ge m a bl t: ist dies ein Beweis, daß Schmidt int^das Vertrauen unimr meindc während seiner 9jährigen Tättgkeit als Bürgermn't- " Auszeichnungen. Der Großherzog hat cl$ Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhestand dem Forstwatt der Forstwartei Frankenstein, Gg. Klöpper zu Forstha», Frankenstein, den Charakter als „Förster", dem Forstwatt der Forstwartei Wahlen, Förster Val. Bay er er zu Wahlen, di» Krone zum Silbernen Kreuz beS Verdienstordens Philipps bei Großmütigen, dem Forstwart der Forstwartei.'peimettßbauien, Förster Adam Sjappel zu Heimertshausen, und dem Foch. wart der Forstwartei KilianSherberqe, Förster Joh. Binq zZ ForsthauS KilianSherberge, doS Silberne Kreuz beS Verdien'! ordenS Philipps beS Großmutigen verliehen. ** Der Preis für den elektrischen Strom wird billiger! In der gestrigen nichtöffentlich^ Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, den - für die Kilowattstunde vom 1. ?lpril 1913 an in der Statt Gießen und den angeschlossenen preußischen Gememdei berabzusetzen, wenn sämtliche in Betracht kommenden (fr* mcinden des Ebsdorfer Grundes bis zum 1. Januar n in rechtsverbindlicher Form ihren Anschluß an die Urbr ■ landzentrale Gießen crllärl haben. Dieselbe Preisermafi.- gung soll für die angeschlossenen hessischen Gemeinden etr.. treten, wenn die Provinz Oberhessen zustimmt. ** Schachmeister Mieses in Bad-Naubein und Gießen. Schachmeister Mieses gab dieser Tac? zunächst in Bad-Nauheim auf Einladung des doni^i Schachvereins eine Simultanvorstellung. Er spnb■ gleichzeitig J4 Partien, von denen er zwölf gewann verlor er gegen einen Franzosen, eine andere, gespielt tav einem Russen, wurde remis. In Gießen spielte er i$ Hotel .Großherzog gleichzeitig 18 Partien, zum grtta Teil mit Mitgliedern des hiesigen SchachvereinS. Gästen harten sich vornehmlich Mitglieder des SchackiveM . in Trais-Horloff eingefunden. In 15 Partien blielta Meister siegreich, obwohl zum Teil recht gute GegenpaO» herauskamen. In zwei Partien unterlag er gegen bt- Herren Gerichtsassessor Rehart und M. Gol^schni^i ti Gießen. Eine wurde wegen eines Versehens ausgeg.bcn ** Unterschlagung. Ein Gehilfe einer hiestAe» Buchhandlung ist nach Unterschlagung von 200 M teit einigen Tagen flüchtig geworden. Mlzuweit wird et m-i beim geringen Betrage wohl nicht kommen, da bereit- en Steckbrief erlassen ist. ** Diebstahl. Einem hiesigen Eierhändler mur^i gestern während der Verkaufszeit aus einem unoerfdiloftti neu Pult seines Berkaufsladens 3 00 Mk. gestobliL Der Verdacht fällt auf einen Konditorgehilfen, der bei Bestohlenen verkehrte, mit dessen Gewohnheiten üupe > war und seitdem verschwunden ist. ** Preisgekrönt. Aus der Hundeausstellung in 7vrah' thal erhielt Herr Karl Schmidt von hier für seinen Z»n, pudel „Gerda" zwei erste Preise, einen Ehrenpreis nnt h- höchste auf der Ausstellung vergebene Auszeichnung, einen Ith .. / h-r Plö Ä« 9C,U' ,:a LL'Ä.' fr* 4n’ Lasten, ol | verlaust । rrLjfl von i L. ÄsLe Hw! unter und LJ juh die F S Mtgebent Ausland. Aus österreichisch-ungarisch en Generalstabskreisen erfährt der Korrespondent der ,<8oss. Ztg ", daß die erfolgte Konzentration der französischen Flotte im Mittel! ä-ndischenMeer e.seitens tbcr Monarchie durch die Aufstellung eines neuen ö st errei ch i s ch - ungarischen Armeekorps Nr. 17 in Laibach und durch den Bau her schon von dem früheren Generalstabschef Baron Konrad v. Hetzendorff geforderten Befestigungen in Istrien beantwortet werden müßte. * Die Vorgänge im ungar. Abgeordnetenhaus. O f e n p e st , 20. Sept. Zwischen ungarischen Abgeordneten fanden gestern aus Anlaß der Schlägereien, im Abgeordnetenhause zwei Duelle statt. Ter oppofitionelle Abgeordnete D e s i beschuldigt den M i n i st e r p r a, i d e n - ten v. Lukacs, vier Millionen Staatsgelder zu Wahlzwecken unterschlagen zu haben. Der ehemalige französische Abgeordnete Andrö Berte l o t, Urheber des Projektes einer von Algerien durch die Sahara nach Südafrika zu führenden Eisenbahnlinie, teilte einem Berichterstatter mit, baß die Mitglieder des Studienausschusses ihre Vorarbeiten zur Tracierüng der Bahn in Algerien und in der Sahara beendet hätten. Das Projekt jei nunmehr so weit gediehen, daß die Verbindungslinie in Angriff genommen werden fÖnn$3ie aus Gibraltar gemeldet wird, ist Mulay Hafid dort eingetroffen und begibt sich an Bord des Dampfers „Gibel Tersa" nach Tanger, wo er seinen Wohnsitz zu nehmen gedenkt. Abdul Asis, der am Donnerstag gleichfalls in Gibraltar weilte, hat infolge dieser Absicht' seines Bruders Mulay Hafid beschlossen, in Algeciras dauernd Aufenthalt zu nehmen. Deutsche Kolonien« Staatssekretär Dr. Sols hat am 13. d. M. Muansa wieder verlassen, um über die englische Uganda-Bahn die Rückreise zur Küste anzutreten. Dem -Staatssekretär siet es bei seinem Besuche im deutschen Viktoria-See-Gebiet auf, welche Fülle von Landesprodukten an die Küste des Viktoria- Sees zur Verschiffung und Weiterbeförderung über die Uganda bahn gebracht wird und daß diese Landeserzeugnisse hauptsächlich aus den Ein- geborenen-Pflanzungen stammen. Der Siaatssekie är hat mit seiner freudigen Anerkennung dieser fortschreitenden Entwickluna nicht zurückgehalten und nur bedauert, daß bie Verschiffungseinrichtungen für die Ernte nicht genügen. Ter Staatssekretär hat sich am 17. Sept, in Mambassa an Bord des Dampfers „Prinzessin" zur Heimreise eingeschifst. Eine Vorstandssitzung der deutschen Kolo n i a l g e s e l l s ch a f t findet am 6. Dezember in Berlin statt. __________ Ans Stadt und Land. Gießen, 20. September 1912. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Gestern versammelten sich unsere Stadtväter zun^ ersten Male nach den Ferien wieder. Es war in der Hauptsache eine richtige Verwaltungssitzung, die auch flott erledigt wurde. Von allgemeinerer Bedeutung war nur die Beratung über die Fl e i s ch teue ru n g , die eine erfreuliche Uebereinftimmuna der Versammlung mit den Vor- chlägen der Bürgermeisterei und des sozialpolitischen Anschusses ergab. Danach ist von den Mhalfemitteln, die die Stadt selbst ergreifen kann Fischverkauf u. bergt, nicht allzuviel zu erwarten. Der Hauptnachdruck wirb auf Maßnahmen ber Reichsregierung gelegt, burch die ausländi- ches Schlachtvieh, Fleisch und Futtermittel billiger ein« geführt werben lönnten. Die Aussprache war ernst und sachlich, namentlich »würbe es vermieben, bie Schulb an ber jetzigen Teuerung bem einen ober anderen Erwerbsstand zuzuschieben. Der Schluß ber Sitzung brachte eine Klage bes Stabtv. Winn über bie Gefahren, bie burch die unhaltbaren Zustänbc an ber Biebertalbahn hervorgerufen werben. Hoffenttich gelingt es, im Sinne dieser Anregung Abhilfe zu schaffen. Der Bottskundetag zu Großen-Linden. Eine eigenartige und unseres Wissens noch nicht ver^ suchte Veranstaltung wird zurzeit in Großen-Linden vorbereitet. Am 28. und 29. September d. I. wird in Gießen der diesjährige Kongreß der deutsch en Vereine für Volkskunde abgebalten. D-essen wissenschaftlicher Teil wird nun in Großen-Linden erledigt werden. Es soll da am Nachmittage des 29. September d. I., 3 Uhr, versucht werden, das Volksleben dieses Ortes nach verschiedenen Richtungen hin zu schildern. Pfarrer Schulte, der Vor sitzende der hessischen Vereinigung für Volkskunde, wird Großen-Linden er Volksleben vor 250 I a h r e n auf Grund ungedruckter neu gefundener Urkunden zeichnen. Geh. Baurat Prof. Walbe, Darmstadt, unser hochverbien ter D-enkmalspfleger, wird bas Gr o ß e n - L i n b e n e r B a u e r n l) a u s m Wort und Bilb vorsühren, und enblich wird Pros. Rauch, Gießen, unser Kunsthistoriker, der bie In'ssifche Kleinkunst kennt, wie kein anberer, über den Schmuck ber Großen - Linbener Bauernfrau reben. Während Waldes Vortrag burch eine Reihe von Lichtbilbern unterstützt wird, ist Rauchs Vortrag durch eine kleine Ausstellung illusttiert, zu der bie alten Großen Linbener Familien ihre Laben geöffnet unb ohne Bedenken ihre Schätze hergegeben haben. Ein erstaunlicher Reichtum ist da zutage gekonmien. .Kirchentücher, d. h. gestickte Tücher, die die Frauen ausschließlich beim Kirchgang getragen haben, und bie wundervolle Stickereien zeigen, alte Kragen der Hüt ten berg er Tracht, die von Slickereien, mit zum Teil herrlichen Mustern bedeckt sind, Hüttenberger Schleifen aus verschiedenen Zeiten, alte Treuringe, die die Braute früher zum Hochzeitstage vom Bräutigam geschenkt erhielten. r-t \üQ\ Oiteeebed Kotberr. - Zihncrwne Ueberill zu Tube 60 Pf. hiben. KoH ten für ............................ ;Trotz det Oebnucbei 111er ieöetichen Mittel wurden e— ImeineZlhne immer tdilech- "•= 'ter, bi« ich de» Ko»modonl- -= ; Sy item kennen lernte, «o -~= :dzß mich jetzt eile Bekenn- 3= : ten um meine Udello» »ei- ZS OenZihnebeneiden Frl C B. Brauntchwelg e 67.00—69.00 67.00—68.00 67.00—69.00 67.00—69.00 bei letzten Lei! er flolbenm vol end) bei iin* in Märtte. Kälber 88-93 42-44 85-87 84—8« Der Plan, bic 86.00—88.00 Trauerhutf. ‘chwarze Blusen, schwarze Schürzen. A. Salomon & Co. Cafe Ebel 3 ® 4829 Ce Röhr & Co der R»baft-Sparverelni1« ?' I ' 1. te- utz «k-, elbePnijx, it öemtitir stimmt. Sab-Sitt f gab bitt* ung de? )r [Jung. C"; ölf getoar- ibere, gei> ien fpielti । ien, zum? ' hachverein- : des Sthai» Partien bis Me «eg« :lag er aee h 1. tyolbjfcr j ens auigcp | ilfe einer i I von 20' 9 1 uweil wirb • i ten, ba bftr j 6,,i-i k,; »ä r benj c-. El öiimfN!.. - unb btt.1 « Jede Schneiderin Jede Hausfrau die gut schneidern will, bedient sich des FaYorlt-Moden-Älbums Alleinverkauf bei A. SALOMON & CIE , Schulstr. 4. aw/B ucrroerkeS Sorge tragen. h. Schwanheim a. TL, 19. Sept. Der Hof jlbftein, den vor drei Jahren die Stadt Frankfurt für Dhtlionen SDK. envorb, ist in den letzten Monaten in flnem Besitzstände erheblich geschmälert worden. Zunächst achteten die Eulcrwerkc auf dem Gelände eine Fabrik ) pachteten für Flugverluche ein größere« Areal. Jetzt i: ein neuer Sportverein anS Frankfurt, der Golfklub, (, Morgen zur Errichtung eines Spielplatzes und zur Er- ijung von Wirtschaftsgebäuden und Gasträumen erworben. 1916 ist auch die Verlegung deS Niederr Sder , nnplatzes hierher in Aussicht genommen. So dürfte & cIidq vier Jahren daß ehemals 640 Morgen große Gut ganz zu einem reinen Sportplätze umgcwandcll fern. verein für das Deutschtum im Auslande. bs. Darmstadt, 19. Sept. Unter Beteiligung von etwa 200 Vertreterin neu der Orte iüdch wurde heute morgen 9'. Uhr im uohtndKn gaalbau Petroleum zu graben!" Kleine Tagerchronik. Der nach Unterschlagung von 85000 Mark fluchtig gewordene Kassierer der Magdeburglschen Maschinensabrik R. Wolfs in Buckau ist verhaftet worden. In Brandenburg a. d. vavel kam am Donnerstag früh gegen 6 Uhr in der Tlonogrammprdgerei der »etltn-yieu- rober R un ft b r u da n ft a 11 in der Bahnhofstraße Feuer aus, welches die Buchbinderei und den Lagerraum vollständig zerstörte. Der Schaden durfte mehrere hunderttausend Mark betragen. Am 1. Oktober 1. J. übernehme ich das altbekannte, beatrenommierte und voll- Äw!B68laöraBl ™ Ich erlaube mir. für Hochzeiten.Vereinsfestlichkeiten, Verbandstage, Versammlungen etc. meine beiden Säle — einer mit neu renovierter Bühne — zu empfehlen und ersuche Interessenten höflichst, sich W«- : ‘ , 6«i* . III. »Ä ■®Ätf Ihr o" \.. x s# chust^' , -f:: - K'' M 1*1#* $0$ «”* ginl0”!1'; । btr N* Alft-» I s von Vf Inet b-*”:. rtuosr ie eigene Ä;; ' g SIM» überwiesen worden. Strrii t|ti.ll6ttsiSlÜSiflt.6itjti Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . Scha f e. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Aeitere Masthammel, gut genährte junge Schafe und geringere Mastlämmer...... Sch we in:. vollfleischige Schweine voa 8L—100 Lebendgewicht l . . .... voll fleischig c xZ Ps Aufschlag für das Pfund zu irt ciifen Dagegen soll die Stadt bic Fetteile übernehmen, ke bann die Metzger zum Preise von 40 Pf. das Pfund ritDet kaufen würben. Die Stabt wird dadurch eine Ein- Hist von 9 Mark am Stück Vieh erfahren. Die Stabt- nrrbneten erklärten sich jedoch dagegen. Bon der Ein« L|) Handelsrichter. Er hat seine 91erntet vor einigen Jahren n raelegt, da ihn ein Gehörleiben sehr störte. Au erb a ch, 19. Sept. In der vergangenen Nacht Mcb hier plötzlich der Schüler Friedr. Speckhardt, der Esiändig gesund war. Er hat lagtz vorher eine Züchtigung her Schule erfahren. Gegenwärtig finbet eine behördliche etfuchung statt, ob der Tob mit jener Züchtigung im die rrfle Tagung her Frauen - unb M ädchen g rupve» des Bereins für daS Deutschtum im Auslände «All gemeiner Deutscher Schulverrm E. B von dem früheren (Mcibciid-rn , Liaatsmimfter eröstuel Er imes auf die BOeuiung der ragung । bin Dr» BLTriipende, Frau Broiesior Beck- Dresden, macht Mit talungen über die lätigfeu der Cnegruppcn Sie besprich! u a. die Notwendigkeit der Schofilmg eine» t'cbrüubl» sür Deutsch künde D,e Rednerin wünscht, daß ailiäbrlid) Tagungen »um Gedankenaustausch der Frauen- und Mädchengruppen ftattnnbcn ollen Minister v feentig führt aus, daß der Bernn für ba» Deutschtum un AuSlande in der Frage der Reichsamn Hörigkeit and der Muckuhen sich bei der ReichSrcgiemng oerroenbet bat, und daß seinem Rate Folge geleistet wurde Auch in der Frage her roifienid>oitlt(bcn Deutschkunde fei bereit» etwa» geubeben Auf den Unroeriitirten und in böberen Schulen in drei Bundes- iaaten wurde hie Errichtung von Vebrilüblen dieser Art in flue- icht genommen, hoffentlich fänden sich nun auch die Frauen, die man den drei Staaten als Crbinarien bezeichnen könne Tie studierenden Frauen beschäftigen fick» aber mit diesen Dingen mau Ter Verein iür ha4 Deulfchrurn im Auslände babc ferne poltiutbc M ission gäbe manchen Volksgenossen draußen, dem ein offenes Bekenntnis mm Deutichtum großen Schaden bringen würde Deshalb müße der Verein in feiner Verbetätigkett unter ben im Auslände wohnenden Volksgenossen recht vorsichtig fein. Dei Verein bat »uneit 31 Frauen- und Mädchenortsgruppen unb K158 Mitglieder Jur Erweiterung und Vertiefung der Werbearbeit roirb eine gante Reihe von Vorschlägen gemacht. Die vornyende bCTur- roriet die Trennnn ebengnippen von den Frauengn - Ferner wünscht iie die .Herausgabe von Jahresberichten. Einuie Rednerinnen verbreiten sich über ihre Tätigkeit Hierbei roirb die Frage der Veranstaltungen eingehend erörtert. Allgemein tft die Ansicht verbreitet, daß bic Veranstaltung von TanzvergnügMi gen die beste Art sei, um Gelder unb Mitglieder zu bekommen^ Der Generalsekretär de» BeremS, Geiser, macht nnc Anzahl praktischer Vorschläge Sadann roirb darüber beraten, ob bic Inmmcnben Beriammlungen gemeinsam mit ben Männern ab- gehalten werden sollen und wann, ob vor ober nach der Tagung ber Männer Professor Spamer ' Wiesbaden empfiehlt die B»l' bung eines Aiisfchusics zur Regelung dieser Frage, durchweg herrschte die Stimmung, baß man Feste veranstalten solle, nur eine Dame fragt, ob die- benn der Zweck de- Bereins sei. Ibr wird rrmihert. daß das natürlich nidit der Zweck, aber doch der beste Weg zur Erreichung be- Zieles sei. Generalsekretär Geiser macht den Vorschlag, daß sich im Programm die Ser- einstendenz ja sehr gut roieberspiegeln^könnc. v öcntig wacht Mitteilungen über bic Verwendung des Stipenbienfond- Er macht den Vorschlag, daß alle Ortsgruppen alljäbrlid) an ben stipen» dicnsonds einen bestimmten Prozentsatz, etwa 20 ober 25 Vrvz^, aus den Erträgnisicn der Festveranstaltungen abfübren. Er ist gleichfalls der Ansicht, daß Feste das meiste cinbnngen Eine Rednerin wünscht, man möge dafür sorgen, daß em Festspiel von einem nationalen Tirftfer verfasst imroben solle. Es werden nerfd ieb n Dichter vorgescklog n. Gerhart Hauptmann, Der laut Korte auf SamSkag, 21. ds. Mts^ frügcicLuc vortroa must bis auf rocitcrcv verichoben iverden. — Untere nnbet Lllwstaa, den 28. Levtcmber, abends i» Ubr. bet Kamerad H. Sauer. VTxWHV2Xy ^j>ivaldsgarreii. statt. Tagesordnung 1. Bericht 1 Lavungtzänderung. En>- la'wnaScrteilung rür 191L 4 Wahl ber Recknungsorüfer. 5. RcaimenlSiiibilaunr 6- verschiedenee- Sonntag, ben 29. September von nachmittags 2 Ubr °» b-uet Ter Kosmodonf Zahncreme 17? Haustraueri A.B.C. Bad Lalzichlirs. ittc Ein Lchlossergcsellc Abendkurse lil. J. Pfeffer, Marktpl. 6. | 7 Zimmel" I Mo bl. Zimmer] Theodor Körner r» Prima 6274 au vermieten. Kinematograph Bnhnhofetr. 51 Bahnhofetr. 51 [ LAden u. dgl. | 6056 Cncnbad) M., Glockcng. 45. Verschiedenes Tapern Qtxautfeur Schüfe MAINZ Aelfesfes Jnsfitut! Vereine Stellengesuche Verkäufe Mfefgesuche Vermietungen Empfehlungen Stellenangebote Kaufgesuche Bringe Samstag aus dem Markt idjönc irische rbein. Nüsse, sonne d. beliebt. Blut vfirnche oder rote Pfirsiche preiswert a. Bert. Nheinifä). £bftbnnblcr'2lut. Srfancibcr. hunger Kaufmann mit fdjöncr Handschrift sucht bis zur Einstellung Aum Militär «Mitte Cftob.l Beschäftigung auf einem Bureau ob. deral. Geil. Effert. erb. banvtvottl. (tiicKCiiuiu.S1. 100. 0/. Damenkonfektion Ää Werftenhauer, Wilhelmstr.8. (07797) Eine 3—1 ^immerwobn. per 1. 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