•w 2 2' 2M S ul SS? Die heutige Nummer umfatzt 14 Seiten. 2? C c -. 'K ? CT gen erheben. Preffcstimmen. p sr treterinnat fort. Klee »> 61?. Nur bart er das süße Mädel wenig, rote man oietMätlrigcn fei A;! o* 5 « 2 r' 2 2 2 io sich in seinem holen Reize er ein Sonntagskind ist suchen wollen, genau so suchen darf. sieben Binder Kronprinz den Thron boren ist. Ter neue p L SZ Indes bat der Begriff des süßen Mädels, sobald er aus dem engen Kreise der Literatur heraustrcu und volkstümlich wurde, seinen Charakter sehr verändert. Tas Diener süße Mädel wurde das hübiche unbedenkliche Mädel der Großstadt schlechtweg, der Ausdruck wurde so verallgemeinert, daß die feinen aber sehr bc- imen des Schnitzlcrschen Typus verloren gingen. Und und Prinz Kund. Ein Bruder des fetzigen dänischen König!, Prinz Karl, wurde 1905 zum .König von Norwegen geiüuhlt und führt jetzt den Namen Haakon VII. für .Herrn von Marschall eine schwierige uno Vtiflc, Die schließ! Iw dazu fuhrt.-, daß Herr v. Mar schall 'Jüm als Staatssekretär verzichtete, nm als Botschafter Türkei zu gehen. er 1897 nach Konstantinopel kam. werden wenig.-, bul- Schmuck, Toiletten oder gar Automobil, und gänzlich fern liegt ihr der Wunsch nach einer eigenen Wohnung, dein Ideal ihrer Pariser Kollegin. Was sie von dem Gefährten ihrer blühenben Tage vor langt das ist Liebe und wieder nur Liebe. Tief beglückt ist sie, wenn sie an seinem Amre über blumige Frühlingswiesen streifen kann, und führt „er" sie des Abends in ein beschecdenes Gastl-aus. so ivird sie auf der Sveisenkartc gewiß gleich unten Nachsehen, wo die billigen Speisen verzeichnet sind Taß „er", der einer höheren Gesellschaftsklasse entstammt, Offizier ist ober Beamter, Toklor ober wenigstens Student in späteren Semestern, sie niemals heiraten wird, das weiß sie. 9lber sie weiß auch, daß die nach- sichlige Auffassung ihres Kreises ein Gretchenschicksal nicht befürchten läßt Will sie nachher nod) heiraten, so findet sich immer ein Gevatter Schneider oder Handschuhmacher, der ihr das nicht weiter nackträgl, lvorüber nach .Hebbels ftr engem norddeutscher Auffassung „tetn Mann hinwegkommt". Ist Egmont von der Szene getreten, so nimmt Brackenburg ircunbroühg seine Stelle ein. Im Ellernhause wird die „Bekanntschaft" freilich nicht gern gesehen, aber oft als etwas Unvermeidliches hingenommen. Keineswegs braucht das süße Mädel mit dem Verstoßenwerden zu rechnen. „Alles versteh'n. beißt alles verzeib'n" und die Mutter der Mizzi oder der Josef,n bat roobl ,m Laufe der eintönigen kleinbürgerlichen Eheiahre die kurzen Freuden ihrer Jugend mär so vollständig vergessen, um sie ihrer Tochter als Todsünden anzukreiden. Seltener^ findet sich der Baler drein, und immerhin mag der alte Munkus in Schnitzlers „Liebele," mit seinem liebevoll-cntsckuldigenDen Begreifen als Ausnahme gelten, trenn auch seine Christine in der Wärme und Ursprünglichkeit ihrer hingebenden Emnnndung die Reinkultur des „süßen Atädels" bar» stellt Ihre Gegenspielerin, die heiter-kecke und und so gar nicht sentimentale Swlagermizzi wäre in München, in Berlin, in Köln ebensogut möglich — Christine ist reinstes Wiener Blut. scheinlich schufen peinliche nach der Als £ 2 2 & leicht er selbst nicht geglaubt haben, daß er fünfzehn Jahre seines Lebens dort verbringen werde: nod) weniger ,al, man voriu.-, baß er in diesem Zeitraum dort eine solch? Stellung erringen: würde, wie er sic tatsächlich erlangt hat. Es gab nniir Abdul .Vainiö eine Zeit, wo man Herrn v. Marschall als allmächtig betrachtete, uno wenn das atm, übertrieben sein mag, iu war er boch sicher sein einilupreichster Berater, delseu Wünsche' immer schwer in die Wagsckfale sielen. Wenn Abdul Hamid sich tu allem leinen Ratschlägen getilgt haben würde, so würden wahrscheinlich jene Zustände nicht cingctreten sein, die im Jahre 190* ,u dem Aufstande führten, der mit dem Sturz bfj Sultans endete, as gab damals Leute, die befreit aufatmeten, weil sie glaubten, daß nunmehr der Einfluß des fctfrrn v. Marschall in Kottstanunopel gebrochen sei. In der Tat gab es in den fungtstrlisch.ii Kreisen nicht wenige, die dem deutschen Botschafter sein enges Verhältnis • um Sultan zum Vorwurf machten, und in der llebergangv^cit war feine Stellung recht schwierig. Schließlich kam es aber boch »und Verständnis, baß Herr v. Marschall, solange Abdul Hamid regierte, seine lurLnfreunblid c Politik ntc i anders betreiben konnte als mit dem Sultan, bei nun einmal bei absolute Herr der Türkei war. Im Kampf ber Leidenschaften, die sich an feinen Sturz knüpften, war es nicht leid.1, der Uebcrzeugung zum ^icgi zu verhelfen, baß bie deutsche Politik gegen bie Türkei keine auf den Sultan zugeschnittene persönlich.?, loi.Lcrn eine faeßlirl>. g.-iucien II -L o 5 6 c VH Honig Friedrich VIII. von Dänemark f. Hamburg, 14. Mai. Ter König von Dänemark ist imchts hier, wo er seit vorgestern weilte, an einem Herzschlag gestorben. König Christian Friedrich VIII. aus dem Zweige Schleswig! - S?oi|tein ° Sonbcrburgi - Glücksburg des 5^auses Oldenburg, folgte seinem Vater, König Christian IX., am 29. Januar 1906 in der Regierung. Er ist am 3. Juni 1843 zu Kopenhagen geboren. Seine Mutter war Prinzessin Luise von Hessen-Kassel; sie ist 1898 gestorben. König Friedrich vermahlte sich am 28. Juli 1859 mit der Prinzessin Luisa von Schweden und Norwegen. Ter Ehe sind iS ! 2 »as Vrt 5 cro jrhr. v. Marschall zum volschaster in London ernannt. Tie „Nordd Allgem. Ztg. gibt bekannt: Frhr. von Marschall ist zum Botschafter in London er- nannt lvorden. Die „Kölnische Zeitung" gibt von der diplomatischen Karriere des Herrn v. Marschall folgendes Bild: Als Herr v. Marschall zum 5taat»iefrnär des Auswärtigen Amtes ernannt wurde, nahmen wob! die meisten diese Ernennung; mit einem Gefühl der lleberrasd ung auf. Eni Staatsanwalt an der Stelle, wo Bismarck so Unvergängliches und Großes geleistet hatte, -- es war wohl zu verstehen, daß man dazu etwas den Kopf fd.üiteltc und Bedenken trug, ob ein solch i Mann stark und v.n- L reitet genug sein werde, um im auswärtigen Ticitft dir Etbichatr eines Bismard anzutretcn. Allerdings Lun Her, v. Marschall- nicht unmittelbar von bet Bank des öfsentlichen AnNagers narti der Wilhetmstraße, ionbern er hatte als baoisdv. Gesanbtei irti Berlin eine bivlomatische Zwischenzeit dutmgemacht, bu i In ein ganzen 9tqtut nal: allerbings nov' nicht als ein Bejah gungsbew.is' für die Leitung des Auswärtigen Amtes des Teulidien 'Jiiuhc»' angesehen werben konnte. Seine Ernennung tvar ein gew7!ses Wagnis, namentlid) wenn mau bebenki, baß es jeder Ucderliese- rung widersprach, an diese Stelle einen Mann zu setzen, der sticht aus der regelmäßigen zulänstigen Laufbahn h.-rvorgegangen war. Er war ein staatsmännisch veranlagter Unger und idiiagfcrtiget Redner, dessen immer tief durchdachte und in formvollendet. 1 Weise vorgetragenen Ausführungen aud) auf diejenigen ihren Einbruch nicht verfehlten, bie ihm von vornherein uuimiublid) entgegen - l'tanccn., Herr v. Marsdrall war weit entfernt, ein nb talcr Minister zu sein, aber er fühlte bock, zu modern, vielleicht z.t — Funde in Vompeft. Bei der Sortierung der Ausgrabungen unter der Leimng des Professors Spinazola wurde eine vollständig erhaltene Freske von außergewöhnlicher Bedeutung und wunderbarer Schönheit entbedt Tie schmückte die Fassade eines an einem öft'etttlidren Wege liegenden Hauses und wurde von dem dort roiedergefundenen Dach geschützt. Tie Freske stellt die Venus von Pomperi mit einem Tindem bar, Die unter geflügelten Amoretten auf einem von vier herrltdwn indischen Elefanten gezogenen Wagen dastehl. Tie Farben sind febr harmonisch jmD frisch. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisfen- schaft. In Rothenburg 0. Tbr. wird das historische Feit- spiel „Meistertruiik" wie im vorigen Jahre mit daraus folgendem Festzug und Feldlager am Pfingstmontag, den 27. Mai aufgeführt. — Die Zweite sächsische Kammer brroilligb bei der Beratung des Budgets Universität Leipzig 75 000 Mark zur Förderung der wi sse n s cha f l 11 ch " v Forschung und zur Erhaltung der wissenschaftlichen Forschung- institute. »'S p <5* 2 CTI - -• ?: I £s$(j|=Ö=: c 5 - o-CTe d -. c König ist seit dem Fahre 1898 mit bcc Herzogin Alexandrine zu Mecklenburg sgebor.u 187t* uer- rnähll und hat zwei Sohne. Kronprinz Ehrkftian Friedlich Jeder Wiener kennt es, und mitunter mag es " ’ auch den Fremden offenbaren, wenn nicht ~ c - - 2 - 3i aufgeklärt ist und wahr- niemals aitfgcilärt werden wird Alle di.se Vorg-ML 5=^ 'S 5 d s p $ SVa 5 er 5'^ 2 LZZ 2.Z " 2 w • ** er - r. (> -25? ck -s- wenn die Dichter bet bekannten Operette „Tas süße Mädel' im! besten Librettisteudcutsch versicherten: Tas ist das süße Mädel, ören, wird man weit in die Provinz reifen muffen Aber mag heute auch das Wort abgegriffen und fast verschollen sein, das Urbild lebt in tausend und abertausend anmutigen Ver- c<7:; -52"’: x 3. l Das föhe Mädel. W. Wr c N, IM 9)tai. Es flammt vom Gretchen ab, wenn auchmanche 3ügeam eine mhc Verwaiwtschait mit dem Klärchen unb_ aud> mit der -une Mcrin Hinweisen. Mer für Wien ist der wXaÖqcll - chni vier ein für allemal festgelegt Worten In dreien Lagen :a. er tarn 15. Mai) seinen fünfzigsten Geburtstag beg.ht, mag e^ m» Plane fein einiges scher feine populantt ittgur, ubrr oa- ^iener Ütze Brädel" zu sagen. Im „Anatol", jener Sammlung ^enwrüLder Dialoge, die 1893 erschien und deren einige tn LL7LRepcrtoir? der deutschen Bühmnamgenomn^n nw - lei sind, findet sich der Ausdruck 5>-im ersten Ma^ L°tt U-M ' Tickter Da-' fuße Mädel in beabiidmgttn V)>.gin ai ?ux 2.cme der bürgerlichen Gesellschaft, bie ^rcn ^eric.i.-ne'-Ui'tg ' c:n gefolgt wäre, wenn sie den Mut aufgebracht h Jüabel" aber, das aus der trüge eines dürftigen vau ya^. to:-iunt, den es gewiß als Ladenmamsell ^r EotUoristin mt_ tcdreiten hilft, hat diesen Mut — ober bicitn -"chtttnn Strinöbcrg t- Stockholm, 14. .Mai. August Strinbberg ist heute nachmittag 4,30 Uhr gestorben. Strinbberg, der schon seit mehreren Wochen schwer krank caruiebcrlag, aber mit mächtiger Wille^anstrengung rmmer noch biltung zu wahren suchte, tft am 22 ^anuar 1849 zu Stockholm 1 cb0reu' worden. Er besuchte die Univerntat Upfala und war nuheinander Lehrer, Sdjaufmefcr und -tnbent, bis er mitjcinem :t.lobiographischen Nom an „xer Lohn einer - iagd aL- ^cbri 1 feiler au Die Ceffcntlubreit trat. .-trindberg der drei Gh^n ingtng und jade wieder loste, hat eine grof^ Anzahl von Dich- ungen veröffentlidft, in Denen allen fein eigenes unftate^ lut julfierr. Wir werden tuxh ttäher auf ictnc Bedeutung »uruck- lotnmcn. , Ter „Berliner Lo ka lanzerger" schreibt: Tie Ansichten Darüber, ob die Unzufriedenheit des Kaisers mit der politischen Haltung der Bevölkerung und der Landes- rtrtretung bereditigt fei oder nicht, gehen hier natürlidj jiemlid) cineinander Indessen wird in ruhiger denkenden Kreisen nicht terhehlt, daß bei Kaiser alle Ursache habe, über den Gebrauch, den der Landtag bis jetzt von seinen neuen venasfungs- mäßigen Befugnissen gemacht hat, verstimmt zu fem Das ädjlimme ist nur, bau die national,ftifchen Kretfe die Bevolke- :ung zur ruhigen lleberlcgnng nod) nicht kommen lauen. Das „Berliner läge Matt: Tie undedachtenDro Hungen, bie ber Kotier geäußert ;c oder politische Bebeutung bezeichnet, ^.er Kai,er fei falfch vomiert oder nur iciiiMid>cii Ai.sNu.nn ausne'^: Die „Morgenpost": Ter Neichstag wird an bie Zuficherunaen erinnern, die ihm unb der Nation ber Rcickiskanzler Fürst B ü l 0 ,v am 17 Nov. 1908 gegeben hat Ter Neichstag wirb erklären, baß bie Straßburger Drohungen des Kaisers Den Zusicherungen von 190h nicht entsprechen Er wird sich auf das ftettigste^gegen diese Trohunger: auslehnen und möglicherweise werben die Sturme wieberkommen, die vor fast vier Jahren über das Land hinwegbrausi^n. Tas Echo in Paris. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet ans Paris. Bei Erörterung der Aeußernngen des Kaisers in hiesigen politischen Mreifen tritt der Irrtum zutage, daß der fran zösischen Diplomatie ein gewifser Verdienst um die Ein sührung der Verfassung für die Neichslande zugesprochen wird. Eine Aushebung der Verfassung würde die ange nehmen geschäftlichen Beziehungen Teutschlands zu Frank reich wieder zerstören. Tas „Berliner Tageblatt" meldet aus Paris: Hier beginnt bereits die kleinere Hetzpresse sich über die neuen Aeußernngen des Kaisers erregen. Es dürsten wieder einmal lebhaftere Tage bevorstehen. Der Kaiser in Straßburg unb Metz. Straßburg, 14. Mai. Ter Kaiser nahm heute vormillag 10 Uhr den Vorbeimarsch der Garnison vor dein' Kaiserpalast ab. Mit dem Kaiser hatten unter dem Säulenponal des Palastes Aufstellung genommen die Prinzen August Wilhelm und Joachim, die Prinzessin Viktoria Luise, ferner der Statthalter Gras von Wedel und der Fürst von Fürstenberg nebst den Herren der Umgebung. Ter Parademarsch erfolgte in Zügen Auch die berittenen Truppen marschierten zn Fuß. Nach dem Parademarsch nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen. Um 11.30 Uhr war Frühstück bei dem tommanbicrenocn General v. Fabeck Prinz August Wilhelm begibt sich von hier nach Berlin, Prinzessin Viktoria Luise nach Homburg v. d. Höhe zum Besuche der Kaiserin. Um 1.30 Uhr trat der Kaiser vom Palast des kommandierenden Generals v. Fabeck aus die Fahrt nach Mctz an und zwar per Automobil. Tie Abfahrt erfolgte unter begeisterten Kundgebungen des Publikums. Neben dem Kaiser saß der Fürst zu Fürstenberg, hinter ihm in demselben Wagen der Statthalter Graf von Wedel und der Staatssekretär Zorn v. Bulach, die den Kaiser bis nach Metz begleiten. Ter Statthalter bleibt bis zum 16. Mai in Meß. Der Kaiser traf in Metz um 7.20 Uhr im Automobil vor dem Gebäude des Generalkommandos des 16. Armeekorps ein, nachdem er vorher noch eine Reihe von Forts von Metz besichtigt hatte und ist im Generalkommando abgestiegen. Um 8 Uhr abends war Tafel' im Generalkommando. Hierbei saß der Kaiser ztvischen Frau von Prittwitz und Gafsron und dem Statthalter. Gegenüber saß der kommandierende General von Prittwitz und Gasfron zwischen dem Fürsten von Fürstenberg und dem Chef des Militärkabinetts Freiherrn v. Lyncker. Der Kaiser über die e!sah-!othringische Frage. Daß der Kaiser den Unterstaatssekretär Mandel im Anschluß an Die Grasenstad Angelegenheit mit dem Titel Erzellenz ausgezeichnet hat, mußte Aufsehen erregen. Es geht daraus hervor, daß der Kaiser und seine Negierung cvS jüngste Votum der elsaß-lothringischen Kammer nicht für berechtigt halten unb den angegriffenen Beamten vor Iler Welt einen starken Rückhalt zu geben geneiat sind riet in bie elsaß-lothringischen Angelegenheiten nicht selbst sivnz genau eingeroeiht ist, kann sich schwer ein Urteil da rüber bilden, ob das Vorgehen der dortigen Regierung gegenüber der Grafenslader Fabrik ganz weise unb nicht »vielleicht ein wenig übereilt war. Iebensalls aber scheint bie Tatsache zu stimmen, daß in dieser Fabrik empörende deutschfeindliche Bestrebungen von ber Leitung gestützt unb gefördert worden sind. Und daß in diesem Falle die 'cifenbahnoerroaUung mit vollem Rechte bei ihren Arbeit? unb Lieserungsvergebungen dem deutsch-feindlichen Unter nehmen mit größter Zurückhaltung gegenüberzustehcn hatte, dos steht gleichfalls fest. Tie elsaß-lothringische Kammer aber- hat sich in schroffer Weise auf den entgegengesetzten Äandpunkt gestellt und leider nicht einmal Worte des bedauerns über die offenbaren welschen Umtriebe 3um .ülSdrnck gebracht So müssen dem Kaiser, der den Wün- licn deS elsaß-lothringischen Volkes so w?it entgegengetom- nten war, heute bei seinem Aufenthalt in Straßburg doch bittere Gedanken kommen. Um die Sensation vollständig iu machen, hat ber „Matin" berichtet, baß der Kaiser sährend des Frühstücks beim Baron Zorn von Bulach if) mit mehreren Personen lange unterhalten unb babei ruf) Anspielungen gemacht habe auf bie zahlreichen jifischensälle, die sich in Elsaß-Loihringen seit ber Ver- 'diiungäreform abgespielt haben. Ter Kaiser habe wört- l.ch zu einem der Eingeladenen gesagt: „Wenn das so ; p r t g e h t, so s ch läge ich Ihre Verfassung in Scherben. Bisher kennen Sic mich nur von ber guten Seite. Sic könnten mich halb aber auch von der anderen Seite kennen lernep, und wenn das nicht bald anders nntb, so machen wir aus Elsaß-Lothringen eine preußische Pr0vinz." . , Wahrscheinlich hanbcit er sich um eine lenjattonellc 'Aufbauschung. Wenn ber .t üfer sich wörtlich so geäußert tätie, so müßte man bas bedauern. Tinge von so großer Tragweite sollten nicht mit rntpulsiven Drohungen gelöst werden. Wir glauben der „Matin"-Meldung n i ch t. Darum tjubeln einige Berliner Blätter, die lein Wort des Bedauerns für bie dem Borfalle zugrunde liegender deutsch- feindlichen Regungen übrig haben, unseres Erachtens mm- testens vorschnell, wenn sie Vorhaltungen unb Verwcchrun- 1=1=1 ^-=*5 7=2.^= entsprossen, von benen der älteste Sohn, Christian, ber setzt als Christian X besteigt, am .26 September 1870 gc- p er?. 7.5' 3 =*r., P 2 c M 2”5 -- s?-2. s 2.-07' Mnz wie man will. _ - nndi Oicbc Tem süßen Mädel fitzt Die »nmUbare -ebmucbt 2 .rg fic auch vergänglich fern ime Die <;d)onK naail inmmicn : Htä im .WicnenvalD, tief im ivarmem Herzen; |tc Tragt nuQt naaj | mmmicn >a = e)-. =£'=’•'- "1 - 5 M;-- _j 2»'1 ■ ' ’__ — 6 f - ■ Ä2, a5. -.-Alrt n p-’P - rtr-- ' - ? <„191 er ■7^''' 2*^ ‘ ^2 3.^" 2° , «32?^ e> P. 'S rf 0-2 3= i's1® S’s r-r 7 o.« Sä z e n ’ 2c** — ** pc ”2-0= SSW 5i A <2 2-x " i ® 2 s 3 ’c-CT- 3'' " etT » 'S m. 114 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 15. Mai (912 ■ ® kficuct Snu wt rlrtfdiaf1lid)t3 Heilstirttenvcrelns, ivahrend bk Bichaildlung der Kreis Büdingen. Nidda, 1 Mai. jeeute verlies; Genbar merie- Wackstmeister Roth unsere Stadt, um seine neue Stelle in fixier len bad) anzutrelen. Trotz seines |d>roicngcn Be- Zu der Nachricht französischer Blätter, daß die Farm Nenfeh Hansen in Marokko Deserteure versteckt habe, erhielt Adolf Renschhauscn in Kötschenbroda von seiner Firma in Tanger folgendes Telegramm: Französische Preßnach- richten unzutreffend. Unsere Leute in Ulad-Pessam verneinen ouffl bestimmteste, Deserteure auf der Farm versteckt zu haben. Am 7. Mai verlangte die französische Gesandtschaft in Tanger aus Gnmd der vom kaiserlichen Gesandten v. Seckendorfs gemachten Vorstellungen durch Eilboten von dem französischen Kommando Aufklärungen, welche bis heute nicht eingetroffen sind, obgleich die Antwort bereits am 10. Mai hätte In Tanger sein können. Deutsche» Reich. Dem preußischen Abgeordnetcnhause ging ein Schreiben des I u st i z m i n i st e r s zu, in welchem das Haus ersucht wird, die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Abgeordneten Borchardt und Leinert wegen HanSfrtedensbruches bzw. Wider st an des gegen die Staatsgewalt zu genehmigen. Das Schreiben, aus beim hervorgeht, daß der Präsident des Abgeordnetenhauses am 9. Mai gegen die beiden Sozialdemokraten Strafantrag gestellt hat, wurde dem GeschaftSordnungöaussclfuß überwiesen. In der Sitzung des B u n d e s r a t s am Dienstag wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen der Bericht der Reichssck)uldenkommission sowie die Vorlagen betreffend Aenderung der Bekanntmachung vom 10. Juli 1902 zum Gesetz über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau und betreffend die llebergangöbcstimmungen über die AmtSdaner der bisherigen Vertreter der Unternehmer und Versicherten bei Berufsgenossenschastcn. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Dresden: Der Versuch der sächsischen Konservativen, die Gegensätze zu den Nationalliberalen auszugleichen, ttntrbe von diesen abgewiesen. Die Konservativen, die als Bedingung einer Versöhnung von den Nationalliberalen gefordert haben, daß diese ihnen bei den nächsten Landtagswahlen den Siji des eijtcn Präsidenten einräum- ten, falls die konservative Fraktion stärker als die National- liberalen sei, will jetzt nicht sobald wieder die Hand Mr Versöhnung reichen — Die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Meldung müssen wir natürlich dem „Berl. Tgbl." überlassen. Zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Leiters der sozialpolitischen Abteilung der .Hamburg- Amerika-Linie, Direktor Huber, wurde Reich s- tagsabgeordneter Dr. heck scher in daS Direktorium der Hamburg-Amerika-Linie berufen. rufs har er cs verstanden, durch stets gerechtes, ruhige» Auftreten sich große Achtung und Wertschänung bei aller rechtdenkenden Bewohnern seines Tienstbezirls zu erwerben. Daher wird sein Weggang allgemein bedauert. Zu seinem Nachfolger ist Wachtmeister Wiener in Nieder-Fl.>rftobt ernannt worden. Da dieser einen Polizeihund mitbringt, der nun ständig hier unterhalten werden soll, wird hier, >urch einem lange gehegten Wunsche der Bevölkerung unserer Gegend entsprochen. Michelau, 13. Mai. Ein hiesiger junget Mann nahm Veränderungen an einer Mauer vor, wobei sie nieder- ie( und zum größten Teile auf den Mann ftürjte. Er erlitt chwere Verletzungen, an deren Folgen et gestorben ist. Kreis Alsfeld w. Alsfeld, 14. Mai Ter hiesigen Polizei ist gestern hier in der Person eines SchreinermeisterS au» Zell ein Mann in die Hände gefallen, der schon seit zwei Fahren auf betrügerische Art und Weise hiesige Geschäftsleute ae- chädigt hat. So bestellte er in einer Reihe von Fällen unter Anwendung des NamenS eines Mannes aus Ober- Breidenbach bei hiesigen Kaufleuten Lack, Firnis, Tapeten usw. und bat, diese Waren in einer Wirtschaft, wo sie ab- geholt würden, abzugeben. Nachdem verschiedene Geschäfts- eute auf diesen Schwindel eingegangen waren, stellte sich heraus, daß man es mit einem Schwindler zu tun habe: alle bisher erstatteten Anzeigen blichen ohne Ergebnis. Als >cr Betreffende nun heute erneut seinen Schwindel ver- uchen und bestellte Waren in Empfang nehmen wollte, ereilte ihn sein Geschick. Er wurde verhaftet und dem Amtsgericht Alsfeld vorgeführt, woselbst er alles ein* gestand. Kranken der Universität angegliedert ist. Professor Dr. Zesionck wird die Leitung der Anstalt übernehmen. »* Untersuchungen der Schulkinder auf Rückgr atsverkrümmungen wurden von Privat- dozcnt Dr. Brüning in den hiesigen Schulen unternommen Es ist eine bekannte Tatsache, daß bei unserer Jugend, besonders bei den Mädchen, häufig Verbiegungen der Wirbelsäule bestehen, die von den Eltern nicht erkannt oder vernachlässigt werden. Wenn auch glücklicherweise bei einer großen Zahl der Viinder die Verbiegung keine solchen Grade annimmt, daß schon durch die Kleidung hindurch jeder die Verkrümmung erkennen kann, so treten doch in einer Reihe von Füllen so cr^ hebliche Verkrümmungen ein, daß man die Befallenen direkt al» Krüppel bezeichnen muß und es ist eine traurige Erfahrungstatsache, daß die Eltern, die Hilfe eines Arztes erst in Anspruch nehmen, wenn jede Hilfe zu spät ist. Tie RückgratSverbiegung kann im Beginn geheilt bezw. ihre Zunahme verhindert werden, wenn genügend früh gegen sie vorgegangen wird. In einigen Städten hat man deshalb besondere Turnkurse für Kinder eingerichtet, deren Wirbelsäule zu Verbiegungen neiyt. Um einen Ueber- blick darüber zu erlangen, wie die Gießener Jugend sich inbezug auf Wirbelsäulenverkrümmungen verhält, sind von Herrn Dr. Brüning Untersuchungen an sämtlichen hiesigen Schulen beabsichtigt. Am letzten Montag ist die Unter- suchung bereits an dem Realgymnasium und der Ober- realschme vorgenommen worden. In der nächsten Woche soll die Untersuchung an bet höheren Mädchenschule aus- geführt werden. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die Eltern die Untersuchung ihrer Kinder gestatten würden, damit erst beginnende Verbiegungen früh erkannt und bet ärztlichen Behandlung zu geführt werden können. Eine Be- -andlung ist von dem untersuchenden Arzte nicht beab- ichtigt, um nicht in die Funktionen des Hausarztes einzugreifen. ** Jung-Deutschland. Am Montag abend sand in der Aula deS LandgrasiLudwig-Gymnasiums eine Besprechung statt, >ie sich mit der Gründung oeü Bezirks Gießen-Stadt des hessi- chen Landesverbandes „Jung-Deutschland beschäftigte. Erschienen waren u. a. Geheimerat Dr. Usinger, Regierunasrat Welcker, Vertreter der Geistlichkeit, Schulen, Erziehung»-, Turn-, Sport- und Wander-Vereine, Aerzte usw. Der Vorsitzende Professor Dr. Mittermaier besprach nochmals die Ziele der Jungdeutsch- and-Bewegung, die die körperliche Hebungen treibenden Vereine nicht in ihrer Tätigkeit beeinträchtigen, sondern zusammenfassen und unterstützen wolle. Politik solle von der auf nationaler Grundlage stehenden Vereinigung ferngehalten werden. Nachdem ich vor einigen Tagen die BellrkSgruvpe Gießen-Land gebildet >abe, solle heute die Stadt folgen. Wie fick die Tätigkeit der Gruppe im einzelnen gestalten werde, sei der Beratung der heute i u wählenden Leitung Vorbehalten, doch denke er u. a. an die Schaffung eines allgemeinen Volksfestes mit Wettkämpfen der verschiedensten Art. An der ausgedehnten Aussprache beteittaten ich Profesior Dr. Koevvc, Privatdozent Dr. Brüning, Kreisschul- nspektor Dr. Alle-, Redakteur Neurath, Stndtv. Löber, Referendar Schütz, Redakteur Heß u. a. Von ärztlicher Seite wurde zum Ausdruck gebracht, daß vor allem dem Turnunterricht an )cn hiesigen höheren Schulen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. Man habe in Hessen keine Fachturnlehrer und deshalb werde vielfach der Turnunterricht von Lehrern erteilt, die keine genügende Ausbildung dafür erhalten und auch keine Neigung dafür hätten. Dadurch werde die körperliche Ausbildung der Schüler der höheren Schulen benachteiligt. Professor Dr. Mittermaier wurde zum Vorsitzenden und Bankdirektor Heichelheim zum Rechner gewählt. In den Ausschuß, der die weiteren Vorarbeiten ausführen soll, wurden Geheimerat Dr. Usinger, Beigeordneter Keller, Geh. Schulrat Dr. Hensell, Geh, Schulrat Dr. stansch, Hauvtlehrer ftnaufi. Pfarre* Schwabe, Dekan Baver, Turnlehrer Gauturnwart Will und Fabrikant Horst gewählt. Er soll noch durch einen Vertreter der Sportvereine ergänzt werden. Die der Bezirksgruvpe sich anschließenden Vereine sollen späterhin je einen Vertrauensmann in den Ausschuß entsenden. ** Submissionsergebnisse. Die für den Bau einer Oberrealschule ausgeschriebene Submission ergab folgende Anaebote: Erd- und Maurerarbeiten: Aktien-Gesellschaft für Hoch- und Tiefbau Frankfurt a. M. 90989 Mk., Schäfer & Lindenstruth 89716, Hch. Keßler 82 486, Hoch- und Tiefbaugesellschaft Winn & Co. 81 461, Abermann & .Kling 80 262, Birkenstock & Schneider 80 261, H. W. Rinn 79 972, Georg Becker, Wehrum und Scheppelrnann gemeinsam 78 490, Bauunternehmer Bernhard, Klein-Linden h4 501 Mk. — Betonarbeiten: Westphal & Co., Köln a Rh. 35 954 Mk , Tesserax & Stof- felö-Mannheim 34 975, Mertens-Mainz 32900, Paul Zürn- Kassel 32 200, Aktien-Gesellschaft für Hoch- und Tiefbau Frankfurt a. M. 31650, Hofmann & Stein-Mainz 31553, Knobloch & Scheib, Frankfurt a, M. 29 613, Rheinische Beton-Gesellschaft Mainz 29 278, Buchheim & Heister, Frankfurt a. M. und Darmstadt 29 126 Mk., Hoch- und Tiefbau- Geseltschaft Winn & Co 29118, Lolat-Eisenbeton-A.-G. 28 856, Pfatmbecker & Walter, Mainz 28 728, Gebr. Jacob, Holzminden 27 810, Konrad Rübsamen 27 313, Franzo- newSky & Laux, Hagen 26 984, W. Böhlen, Düsseldorf 25 681, Mitteldeutsche Betongesellschaft Eisenach 25 531 Mk. ** Besitzwechsel. Die Konkursmasse Weißbinder- meister Belttz verkaufte an den Spar- und Vorschußverein Großen-Buseck den an ihm mit 29 000 Mk. beliehenen Rohbau in der Goethestraße. Die Eigentümerin wird da» Gebäude für ihre Rechnung fertigstellen lassen. •• Sein 2 5jä hrige« Dienstjubiläum beging gestern der Eisenbahnschlosser Ludwig Horn hier. Von seinen Mitarbeitern wurde sein Arbeitsplatz festlich geschmück und ein schöne» Geschenk überreicht. "Ein Teufelßrad. Aus dem neuen Juxplatz an der Lohn wird am Himmelsahrttag da» Original-Taifun- TeufelSrad von der Weltausstellung in Brüffel, da» auch in sei, die nuM/nubcrr* ak dir Interessen Les türkischen Staates, seine wirtsckastlichc und kulturelle H-tmng befolgte. Sir Edward Grey über den Grasen Wolff-Metternich. London, 14. Im Unterhaus sagte in Beantwortung einer Ansraw- Sir Edward Greg: Wir sind amtlich davon unterrichtet, hau Graf Wolff-Metternich feinen Botschafteroosten verlöt" Aehr als zwanzig Jahre »einer amt lichen Karriere verbrachte er, glaube ich, am bet deutschen Bot schuft in London. ?sd) möchte diese Gelegenheit ergretten, um da» Bedauern auszudrücken, das bei seinem Rücktritt von jedem, der amtliche B.--,rtmngen -u ihm gehabt hat, sowie von her sehr großen sahl seiner vertönlichen Freunde, die er sich während feine» langen Aufenthalts in diesem Lande erworben hat, empfunden wird, ein Bedauern, das ich auch im vollsten Maße teile iBeifall.) ♦* Preisgekrönte HundezÜchter Auf der am Sonntag in Wiesbaden abgehaltenen Ausstellung für Hunde aller Rassen waren auch einige Gießener Hunde- züchter vertreten und ernteten reiche Lorbeeren. LS erhielten Gärtnereibesitzer Karl Volk auf Doberrnann- hündtn zwei erste und Ehrenpreis unter 11 bünbinnen, Karl Schrnibt zweiten unb Ehrenpreis auf gefleckten beuischen Doaaenruben unter 5, Ernst Niemann ersten und Ehrenpreis auf gelben Boxerrüben unter 7 und ersten Preis auf gestromte Hünbin unter 3, RechtSnawalt Hornberger mit zwei bcutschen Schäfcrhunben unter 36 Rüben Drei erste, einen .weiten, einen dritten, einen viertem Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 14. Mai. Der hiesige Gabel». )erger Stenographenverein nahm am Montag an einem Wettschreiben in Hünfeld teil. Von dem Verein waren sieben Mann am Wettschreiben beteiligt und c» konnten drei Preise erdalten. Ehrenpreise erhielten: Fritz K a l bfle i sch mit 160 Silben, Hartmann Hahn mit 80 Silben uni Georg Duchardt mit 80 Silben. Kreis Schotten. st. Schotten, 13. Mai. Die Abhaltung deS auf beit 28. Mai b. IS. (letzter Pfingstfeiertag) fallenden Prämierungsmarktes (Rindvieh- und Schweinemarkt) ist vom Kreisamt genehmigt worden. Die Prämierung, die int vorigen Jahre durch den AuSbruch der Maul- und Klauenseuche ausfallen mußte, findet in diesem Jahre wieder statt, die Verlosung soll dagegen jedoch aussallen. — Das vom Stadtvorstand genehmigte Mietshaus wird gegenwärtig gebaut und soll bis zum Herbst fertiggestellt fein. Durch eine Anzahl weiterer, bereit» begonnener, und noch in Aussicht stehender Neubauten wird dem Mangel an Wohnungen in unserer Stabt bi- zum Herbste wohl abgeholfen werben. — Auch steht bie Stadtverwaltung wegen des Neu baue» eines Finanzamtsgebäudes mit der Regierung in Unter- Handlung. DaS Gebäude, worin auch die Wohnung für den Finanzamtsvorstand vorgesehen ist, soll von der Ltadt gebaut, unv dem Staat vermietet werden. Mit Vollendung >cß Neubaues würde dann die Hofreite, worin sich zurzeit ias Finanzamt nebst Wohnung deS AmtsvorstcmdeS be- indet, und die sich sehr gut für einen Landwirt oder auch ür ein Geschäft eignet, verkäuflich. — Am SamStag, den 1. d. Mts. hielt Oberingenieur P. Stadler, der Baueiter der Ueberlandzentralc in Wölfersheim, in Ver Ium- falle hier einen sehr interessanten Vortrag über Verwen- )ung der Elektrizität int Gewer b e, Landwirt« chaft und Haushalt. ES wurde die Versichenma abgegeben, daß die Leitung nach Schotten im Herbste noch fertiggestellt würde und empfohlen, sofort mit den HauS- inftauationen zu beginnen, damit diese rechtzeitig fertig- gestellt seien. — Zurzeit wird nrieber an bet Herstellung der Ortsdurchfahrt mit .Kleinpflaster, unb zwar jetzt in ber Bahnhofstraße, gearbeitet. Die Arbeiten, mit benen gleichzeitig die Anlage erhöhter Fußsteige verbunden wird, sollen bis Ende b. Mts fertiggestellt sein. AlSdann hat Schotten vom Bahnhof bi» zur Turnhalle Kleinpflaster. Die erheblichen Kosten werden von Provinz, Kreis und Stadt mit je Vs getragen. Kreis Friedberg. # Butzbach, 14. Mai. DieFahrgäste de» heute mittag um 11 Uhr 80 Mm. von Gießen eintreffenden Zuge» wäre« auf dem Bahnsteige Zeugen einer dramatischen Szene. Zwei Männer in Gefangenentracht brachten in einem Tragkorb eines wegen schweren Leiden» au» der Strafanstalt entlassenen junge« Mann zum Zuge, den die Mutter de» Kranken benutzen wollte, um den Sohn mit in die Heimat zu nehmen. Al» man den Patienten in den Eisenbahnwagen heben wollte, starb er unter ihren Händen. Jammernd brach die Mutter an der Leiche ihre» Kinde» zusammen. Der Tote wurde in die Anstalt zurückgebracht. Starkenburg und Rheinhessen. Groß-Gerau, 14. Mai. Ein tödlicher Unglück»^ fall ereignete sich heute früh unmittelbar vor Wallerstädtew Ter 16 Jahre alte Adam Schmitt begab sich kurz vor 7 Uhl an die Arbeit, um an den im Felde aufgestellten Masten der durch die Siemenß-Schuckertwcrke errichteten Ueberland- zentrale Anstreicherarbeiten zu verrichten. Er bestieg einen Mast unb blieb oben infolge Au»rutschen» mit dem ixiiße zwischen den eng zusammenlaufenden Mastsprießen düngen. Dadurch verlor er da» Gleichgewicht unb schlug mit der ganzen KSrperschwere rückling» mit dem Kopse so heftig gegen den Mast, daß ec einen komplizierten Schädelbruch erlitt, der den sofortigen Tod herbeiführte. n. Offenbach a. M, 14 Mai. Polizeirat Ludwig Bräunig ist heute mittag im Alter von 63 Jahren g t* ft orb en Der Verschiedene war erst kürzlich um feine Pensionierung eingenommen, die ihm in Anerkennung feinet verdienstvollen Tätigkeit unter Gewährung he» vollen Gehalte» gewährt wurde. Polizelrat Bräunlg hat 45 Dienstjahre hinter sich, von denen er 41 im Dienste der Statu Offenbach verbrachte. Er wurde am 4 September 1841 in Worrn» geboren, trat am 19. Mai 1871 al» Polizei- assistent in städtische Dienste unb übernahm bereit» zwei Jahre später bie Leitung be» Polizeiwcfeus Doll,cira.' Bräunig galt in allen Schichten der Bevölkerung al» hv* manet Mensch, ber sich her größten Beliebtheit z" erfreuen hotte. — Kreisveterinärrat Dr. Gustav Schnei« ber starb im Alter von 63 Jahren. ch. Bingen, 13. Mai. Der lange Jahre als Bür- Sermeifter ber Stabt Bingen — etwa 80 Jahre bi» M inführung der etäbteorbnung — amtierende ‘Jütbürgff* meifter und WemgutSbesiper Fe cd. Tilmann ist im ter von 85 Jahren gestorttcu. Ter Verstorbene tf ■'<„ i-erfortt1 ss Vs# «7° v geUin«® jtlrir »'S 6äl :::K üd-k 1 ;:tl ünKBUng bot. x., Qugcnö? (2eh Ü Mt «* W» *bl" ütannfitm und 9 Gemein 6jrm letzt 26 W« 2 ^ciklaslige uno_ HiiiDi Hk. Preisau sengraeber-S ttr-Lererns aufgabe .* „Tn bei Li?gelabilicn oder ■prin in alkalische: (aloibe zur Verwt austritt, so ist etr ergebe! die (xmu ober burd) welches zittlkmäßig zu erse jiud Pbacinazeutei! jahr absolvieren, i 'taflk'priifung desl nicht besitzen. - 1912 unter ben übli Berlin SB. 15, Jo h. Darmftab plejiungsassär naun lebhaft erörte iur Perhanblung. |inb seine Whrige orc sortgciekkcn Urprt vnckwr y. aiigeüagt. da» Die SBirischasl im u> bcbrängiei Lage ' Wital suchte, rourt vvüs vcttiaulich m' oUJxutcl m ioriges W Heu um Äem M durch bie Trohui 'Ur i?crjabe von G 10 000 Mart öe w betriebene Mirtü Iwin em Hotel in y " aus feinen gn Mtta» «iS Weifen) ß kr vurnebmui wuifR, ergab bie ? tt nnifrt« Weise K Urteil gi K,tn!l«’^enb l«CMU hn(ofl uf.N die Mo eOberrheini ««a r b t u d e n. itl in ^ittec 6 cetiion s?" $1 ^1*.,Ä1 ^aar^m 6r\?ttn I • -•moitai* ur Ns - b -< n ab- U| Äbiös y, T E Tie Schnell einem Gntlajtiing. MLrtte. Weller S Mai Wf bis M I»*- Kosten werden von - Vermietbare Safes (Schrankfächer) Müh er. Tnr“’.Äes8e" Schöne Aussicht Wir ersuchen unsere Dtttglieder, Am Himmelfahrttag: am Himmelfabrttag recht an dem Tünsberg Garten-ttonzert Ibiinwd) um 7 Ui;r Bezirksturngang auf den Ansprachen halten: 3588 zu bcieiligen. Xlbnmrid) um 7 llijr do i Cc'iüfila. gaucu Meteorologische veobachtung^Ver Statwn Sietzen die zur n n- Pfarrer L^och aus rLützelliudru und Lehrer Rohde aus Neunkirchen. Höchste Temperatur am Niedrigste , . NE still NW 18. 13. Wir empfehlen uns für alle In da» Bankfach ein schlage öden’ Geschäfte wie; An- und Verkauf von Wertpapieren, Geldsorten eto. Ausstellung von Schecks- und Kreditbriefen auf alle grösseren Plätze der Welt Einlösung von Kupons Diskont-, Scheck- und Konto-Korrent-Verkehr Aufbewahrung und vollständige Verwaltung von Wertpapieren und Wertgegenständen aller Art Da» nebtnfit^tnSt (Xtttctt der ächten ApoUeker Richard Brandt1® Hessen-Nassau. X Jellin gShau sen, 13. Mai. Heute waren Lehrer deS SchulaussichtöbezirkS Rodheim Frühjahrskonferenz zusammengekoinmen. Lehrer Neuma ilin Kiilimtlsahrttagt, lichmittags 3 Uhr: EJifllichrs Ulniiifrll auf öcr Koljbmg bei ftlcitt-Xinücn. Wetteraussichten in Hejsc» iür Donnerstag, i cn 16. Hai l Bewölkung zunehmend, einzelne Regensalle, eliuas kühler, Gewitterneigung. - i- 19,0 ° C. =■ + 3,8 0 C. hS EgP unerwiderte Liede Handel. Dom flohknlenbifat. Essen, 14. Mai. An- dem der Zechenbesttzer-Berjanunlung deS KoölensnndikatS erstatteten Bericht ist lolgendeS zu entnehmen: Ter rechnung-mäßige Absatz betrug im Dtärz 1912 bei 26 (im aleichen 'Monat des BorjabreS 26' ,) .'lr beite tagen 5000108 (im Borjabre 5888 049) To. oder arbeitstäglid) 192 620 (i. 53. 225380) Tonnen. Bon der Beteiligung, die sich auf 6 829 636 (6 846 198) To. beziffert, sind bemunrb <7,3 (88) Piozcnt abgcsctzk worden. Der rechnungsmäßige Absatz betrug im 21 peil 113 bei 24 (tm gleichen Monat deS Vorjahres 281 Arbeitstagen 6 194 470 (5 460 767) Tonnen oder lnbeustäalich 253 186 (237 425) Tonnen. Bon der Beteiligung, die sich aut 6 ^04 285 (6 025 569) Tonnen dezifsert, sind demnach 98,29 (00,3') Prozent abgelegt worden. Ter Beirat setzte die Umlagen für daS zweite Vierteljahr Iür Bohlen auf 9 Prozent (bisher 12 Proz.), für lioks auf 7 Proz. (bisher 6 Proz.) und für Briketts auf 9 Proz. (bisher 12 Proz.) fest. Tie sich anschließende Z e ch e n b e f i h e r -B e r s a m m lu n g genehmigte nachträglich die vom Vorstand für Mar in Anspruch genonnnenen BeteilignngS- anteile und setzte diese für Juni in Kohlen auf 95 Proz., für Koks auf 75 Proz. > bisher 78 Proz.) und für Briketts auf 85 Proz. twie bisher) fest. (Für April und Mai wurden wegen der nid l übersichtlichen Marktlage Beschlüsse über die BcleilignngSanteile in Kohlen nicht gefaßt.) 4ln Stelle des verstorbenen EeheimralS Funke wurde Bergafseff^r Kleine in die BrikeitSkonuniision geivählt. Tie ordentliche Hauptversammlung genehmigte ohne Erörterung einstimmig beu Jahresbericht, sonne den 3iechnnngd- abschluß für 1911 und erteilte der Verwaltung durch Zuruf biS 14. , 14. 'n. Abhaltung des aus dn ertag) fallenden ^ri. : und Sckiveineinarki fs kden. Pie Prämier.!- lusbruch der Maul- un ret in diesem Jahre ur.e gegen jedoch aussM d genehmigte Miet» .nd soll bis zum lnzahl weiterer, bereit f)t stehender Aeubautr n in unserer Stabt bis rden. - Auch steht bi 'eubaueS eines Fi- r Regierung in Unter auch die Wohnung ffc i n ist, soll von der stick I oerden. Mit Vollender.' freite, worin sich zurv: i des NmtSvorstandeS m- I inen Landwirt oder , ). — Am Eamstag, in । S. Stadler, der La llsershem, in 6er Tun- t Vortrag über Verwe: ewerbe, Landwirt' wurde die Versichern:: Schotten im herbste m. m, sofort mit den ta» it diese rechtzeiüg W meder an der Kersten ■ mit Ueinpflaster, ur. : gearbeitet. Die W Anlage erhöhter b. Mts. fertiggestellt'er Naunheim hielt mit den Schülern der Oberflaffe eine Lehrprobe über »Die mitteleuropäische Zeit*, die für die Kinder viel Anregung bot. In der weiteren Tagung wurden zwei Vorträge gehalten: .Wie steuert man der zunehmenden Roheit der Jugend?' (Lehrer Horn-WaldgirmeS) und »Die Ver« sehung der Kinder am Schlüsse dcö Schuljahres", lieber letztere Ausgaben sprachen eingehend die Herren Feix-Her- mannitein und CloeS - Rodheuu. Zu dem Konserenzbezirk Nodheim, 9 Gemeinden des südlichen Kreises Biedenkopf, gehören jetzt 25 Lehrer, die sich aus 4 viecklassige, 2 dreiklafsige, 2 zweiklassige und 1 einklassige Schule verteilen. lüge erleiden geringe Verspätungen In Cesinole kam e# zwuclien zwei Parteien ivegen einer Lirbschasloangelegcnbrit zu einer großen _ 5inabrt. Oberrheinischer Zuverlässigkeitsflug. Saarbrücken, 14. Mai. Leutnant Cnglocr trat gestern mittag zur weiteren Teilnahme an dem Zuverlässiakeitsflug hier ein. Leutnant Fisch Hal aus Tieuze mügeteilt, vast er bn Falle der rechtzeitigen Ausbesserung seines Apparate- von dort aus nach Saarbrüden fliegen, und wenn möglich, nachmittag- den Flug nach Mainz fortsetzen will. Referendar Caspar wird stch voraussichtlich von Mamz aus wieder am Fluge beteiligen lönnen. Ter nach der Landung hier beschädigte Apparat des Leutnants Vogel von Falckenflein ist zunächst nicht gebrauchsfähig. Tem Flieger ift gestattet worden, mit einem anderen Apparat am weiteren Fluge teilzunehmen Heute abend 8 Uhr gab die Sektion Saar—Mosel des Niederrheinischen Verbände- sür Luftschissahrt im Zivilkasino ein Abendessen Prinz Heinrich von 'BreuBcn nahm von dort aus um Vs 10 Uhr Zapfenstreich und Fackelzug der Garnison Saarbrücken entgegen ! Mainz, 15. (*? ■ I * '°S'L I "s,u•«ihfc: tner ste he I! ' 1I»» IuJ L Mn waren, sM ’M«. Jtjcinii ft 16. $,ft hefige Gaben, * °m fflonlo, „ ®m »tm «Bern i beteirijt unb elfomtr I” mü 80 gilben ... ’®«i. iflter ®etv«ö. hat <■' ■- rat -be ain Kgi 1 d».' 19 * w 1 h übemM AN i M U. Ointtaflung d » PatferL «atenlanüf tn Brrlin unter Hx. 10100 gclrtzltch gtfAutjt, unb Tiachahmungen dr-j«lLen sind von ben J»flL lanbqerid'lcn Deritn, Altona uftc. btüreft werben, dn Urteil würbe bereiti Born Reichsgericht bchdH|K . tL e. Bonn, «pordere, Richard Dranbt. In Nogeni iur Marne sind die beie Bew. pfinmel' Klareryimmels Sonnenschein^ getragen. emkeffenden Zuge« bromatili'i' ", len in eimmlr*«"* trafanflatt entlaffr"”1 '“Äfe, «"U k» w°-b. In unserem dlebes- und feuersicheren, unterirdischen Gewölbe zur Aufbewahrung und Selbstverwaltung von Wertpapieren etc- Mietpreis eines jeden Faches je nach Grösse von Mk. 10.— an fürs Jahr. Bank für Handel und Industrie Niederlassung Giessen Die Direktion: Wirbelstürme. Nach einer Meldung aus Torgau zerstörte eine W i n d - b o s e etwa 80 Morgen städtischen Waldes im Revier Puschw iß. Aus cm früheren Angebörigen der Garde republicainc Zules Pascal. L>erbst 1911 wurden die Beziedungen. denen ein kleines Töckxer- chen entsprossen war, geregelt, Pascal ließ sich trauen, er batte einige Ersparnisse und bezog eine Pension und verdiente außerdem durch Nachtwachen an einer Pariser Zeitung noch ein Monatgehalt von 160 Franks, so daß die Sorge diesem fceimc fremd blieb und alle Vorbedingungen zu einem befch.idencn friedlichen Glücke geboten waren. Aber Marguerite Peysonnot, letzt Frau Pascal, trug das Unglück in sich. Ein Magenleiden veränderte ihren ganzen Charakter, sie wurde unverträglich, gehässig, mißtrauisch und bitter, sie wurde eine jener Frauen, die imstande sind, in ihrem kleinen kreise jeden Sonnenstrahl in einen Schatten zu verwandeln und ihrer Umgebung jede kleine Freude zu vergiften. Ihr Mann, ein einfacher, stiller, pslichtgetreuer Mensch, hing mit linblidier Liebe an der Schwester seiner verstorbenen Mutter, an einer d2iäbrigen alten Tarne, die in Saoignh-sur-Orge zurückgezogen lebte. Tie Anhänglichkeit ihres Mannes an diese alte Tante wurde für Marguerite ein Grund der Eifersucht, ihre zügellose Phantasie sckwb den Besuchen chreS Mannes bei der alten Dame groteske Motive unter und oft machte Marguerite den Nachbarinnen düstere Andeutungen: ,Lck bin entschlossen, es den beiden endgültig zu besorgen." Die Gerichtsverhandlung hat zwar die phantastisckten Vorstellungen der ränkesüchtigen Frau vollkommen zerstört, aber Marguerite wollte Rache nehmen. Am 3. Dezember kehrte der Mann um sieben Uhr morgens von feiner Nachtwache heim und machte seinem kleinen Töchterchen noch einige Vorwürfe über eine schlechte Zensur, die das Kind in der Schule erhalten hatte: die Mutter widersprach und erging sich in furchtbaren Drohungen. Während der Mann sich schlafen legte, ging die Frau mit der Tochter zum Waffenhändler, kaufte einen Revolver mit Patronen und ließ sich die Handhabung der Waffe genau erklären. Sie frühstückte bann mit dem rrinde in einem Restaurant, kehrte nach Dause zurück, übergab das Töchterchen der Obhut des Portiers, stieg in ihre Wohnung empor unb fand hier ihren Mann schlafend im Bett liegen. Der Lauf der Waffe wurde auf den Kops des Schlafenden gerichtet, zwei Schüsse, und der arme Pascal erwachte nie wieder. Die Mörderin verließ nun das Haus, ging -um Bahnhof, ersetzte dort die abgefeuerten beiden Patronen durch zwei neue, fuhr nach Savigni), klingelte bei der Wohnung der Tante, und als die weißhaarige alte Tarne öffnete, gab jre vier Schüsse ab. Die alte Frau brach sterbend zusammen. Dann kehrte sie nach Paris niDüd, eilte in die Poriiermohuung, warf sich dramatisch vor ihrem Töckflerchen auf die Jtnie: „Verzeih deiner Mutter! Ich habe deinen Vater und deine Tante gelötet." Eine halbe Stunde später war sie in Hast. Der medizinische Sachverständige sagrc vor den Geschworenen -war auS, daß Marguerite Pascal hochgradig nervös sei, ein pathologischer Zwang bei der Tat sei jedoch ausgeschlossen unb ihre «Zurechnungsfähigleit nicht bestreitbar. Aber die AngeNagte, die in schwarzem Trauerkleid vor den (Geschworenen erschien, weinte so herzbrechend, fiel zweimal in Ohnmacht und versicherte unter Tränen, eine .Übermenschliche Macht, eine unwiderstehliche Kraft" habe sie getrieben, daß die Geschworenen dem Anblick erlagen und die Doppelmörderin kurzweg freisprachen. Der Fall erregt im Publikum große Vcunruhigung, und überall wird nun der Ruf laut, der einen Schutz der Gesellschaft vor Verbrechern und Mördern fordert. Vermischte». * Di« Deutsche Turner schäft hat einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten. Prof. Fritz Keßler, der Vorsitzende des Turnausschusses der Deutschen Turnerschaft, ist nach langem schweren Leiden gestorben. Aeßler wurde am 7. November 1854 zu Unter-Türkheim bei Stuttgart geboren. Er war zunächst Volksschullehrer in Haslach, kam dann an die Mädchenmittelschule und später an die Bürgerichulc in Stuttgart. 1879 wurde er Älaffenlebrer sowie Gesang- und Turnlehrer an der Realanstalt in Tübingen. Nachdem er 1881 einen Kursus an der Turnlehrer- bildungsanftalt in Stuttgart durchgemacht hatte, trat er immer mehr in die Oeffenttichkeit. Er wurde Gauturnwart des Oberen Neckar-Achalmgaus, Letter der Männerricge der Turngemeinde Tübingen, Kreistumwart deS 11. Deutschen Tumkreises und schließlich 1895 vom Deutschen Turntag gewähltes Mitglied vom Ausschuß der Deutschen Turnerschaft. Das 9. deutsche Turnfest in Hamburg leitete Keßler bereits als Vorsitzender des Turn- auSschusse«, ebenso die deutschen Turnfeste in Nürnberg und Frankfurt a. M. Schon im Jahre 1890 war et in Anerkennung seiner Verdienste um daS deutsche Turnen nach Stuttgart zum Leiter der Turnlehrerbildungsanstatt berufen worden. Er hat zahlreiche Aufsätze tn turnerischen Zeitschriften veröffentlicht. Kieme u,agcsct)roniL In SB anfee bei Berlin ftarb an den Folgen eines Schlaganfalles der Professor an der Universität Leipzig, Dr. Racul Richter. Am 17. Mai begeht der Senior der deutschen Montanindustrie August Thyssen seinen 70. Geburtstag. 3n Solingen fand die Einweihung der Erholungsstätte, der Mütterberatungsstelle unb des Säuglingsheims statt, die den gemeinsamen Namen „Coppelstift" tragen. jn Ä s ch in Böhmen cegmgcn ein 1b;origer Bursche und ein 13jähriges Äiadchen Toppelselvftuwrd Zu Abschiedsbriefen an ihre Ettern gaben sie unglückliche Liebe als Grund der Tat an. Am Dienstag früh 3 Uhr 46 Minuten stieß eine Lokomotive, die durch Serabiallen des Lokomotivfttt^ers führerlos geworden mar, im Bahnhof Magdeburg-Neustadt mtt einem einfahrenden Güterzuge zusammen. Bier Wagen entgleisten und wurden teüruäfe stark beschädigt. Ter Lokomotivführer, der Zugiührer uni) ein Schaffner wurden verletzt. Tas vauptgleis Gerichtssaal. h. Darmstadt, 14. Mai. Eine umfangreiche Erpress u >l g s a f f ä r e, die tn der hiesigen Gesellschaft seit Monaten lebhaft erörtert wird, tarn heule vor der Strafkammer zur Verhandlung. Ter 40jährige Kaufmann Heinrich 9JtiHIcr und seine 38)ahrige Eheftau, geb. Ohr, aus Neu-Isenburg sind her fortgesetzten Erpreflung gegen den etwa 70 Jahre alten Bank- direltor H. angctlagt. Im Jahre 1907, als sich das Ehepaar, das die Wirtsa,aft im Restaurant „Trautheim" in Treisa führte, in bedrängter Lage befand unb auf einen Restkauffchilling ein Kapital suchte, wurde H. mit der Frau bekannt und zugleich etwas vertraulich mtt ihr. Nach Versicherung der Frau war H s. sittliche Verfehlung recht geringfügig, doch diente sie später alfi Mittel zu fortgesetzter Erpressung. iUtüIler trat im Laufe der Zahre stets um Gewährung neuer Darlehen an fo. heran und wußte ihn durch die Drohung, einen öffentttchen Slaudal zu provozieren, zur vergäbe von Geldern zu ocranlaffcn, die auf insgesamt 40 000 Mark beredjnet wurden. Müller vertauschte die von ihm betriebene Wirtschaft mit einem Haus in Darmstadt und führte später ein votel in Bad- Nauheim, aber trotz aller erpreßten.Gelder kam er auf feinen grünen Zweig und war zuletzt, nachdem er alles verloren, als Reisender tätig. Tie Gerichtsverhandlung, die infolge der Vernehmung zahlreick-er Zeugen dis zum Abend andauerte, ergab die Scl-uld der beiden 'Jlngetlagtcn, die in ganz raffinierter Weife die Ausbeutung des alten verrn betrieben hatten. Das Urteil gegen Müller lautete dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend auf vier Jahre Gefängnis abzüglich 3 L'ionale für Untersuchungshaft unb fünf Jahre Ehrv er- l u st. '.'lud) die Ehefrau, die von dem Treiben ihres Mannes nicht im Unklaren fein konnte unb selbst in einem Brief eine drohende Wendung gebrauchst hatte, wurde wegen Erpvessung )u 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Die Frau war dagegen in Rücksicht auf ihre Kinder schon aus der UntersuchungShatt cntlaffen worden. Die hiesige Firma Hermann Mettenheimer, Inh. C Hosch u.- Ccrber, läßt am Freitag, den 47. Mai, nartjin. 3 Ubr, im Saales des Hotel „(Sinboru" auf Veranlassung der Rer-Conservengla^ (Äesellschasl in Homburg u. d. H. einen Vortrag über Fruchlfastge-i iöInnung und SelbstherneUung von Hanehalt-itonserven hatten. Da^ Thema an und für sich wird bei jeder Hausfrau schon rrgcS Jn-( tereffc erwecken, da es sich hier um Einrichtungen banbelt die so- woht von gesundheitlicher wie von wirtschaftlicher Seite aus be- trachtet, für die Küche von großem Werte find. 1 (üqiia besonders interessant wird der Vortrag noch dadurch, daß derselbe von praktischen Vorsührnngen begleitet ist und durfte be-, sonders der neue Dreyer'sche Zruchlsafl-Apparat „liier', der eine, vollständig neue Erfindung auf dem (Mebietc der Sasigewinnnna.' darstelll, unsere Damen jcfielti. Zn der Vorführung, deren Besuch' übrigens für jeben rtnieressenten vollständig kostenlos ist, läßt die eingangs erwähnte Girina treundl. einladen und wird öiefcrbalb' noch auf das heutige Znferat verwiesen.3546 bantiten Vall st unb Garnie r in unb werben von Volizennannschaficu belagc . br edic r feuern mit .wehren auf bie Menge unb die Pennten. Ein Poliieibrigabiei wurde nenrunbet ins !ikrans.n>-zu4 g bracht. In Eitschin schoß numiticlbflr nach her Th olei vorbei lang die Sängerin Suboma auf ben Schouspieler Del« und verletzte ihn tödlich. Sodann kebrie sie die Waffe gegen i'id) selbst unb bradue sich' einen tödlichen Schuß bei Der (Srunb ist Anfang 4 Uhr. tisÄtart Xws» -- M.iKi, Dieta Maschinenbauer Gesangverein. HimiyeisiihllslMr nach Bad-Rauh?im. Ahiahrt b‘- bis Butzbach. \ Nachzügler iabren abiyicBe» 121 Trefjpuuti am Bahr« Hof »« ® ,!?r olgi fn ben langen lehren feiner Amtstätigkeit zu ben beliebtesten Personen der Stadt, lebte jedoch, seitvem er zu- rückgetreten war . vor etwa 13 , gänzlich zurückgezogen. o r m ?, 13. Mai. Die Vereinigung hessischer P o l i; e i ko m m i s s a r iats a s p i r a n t en hielt qeftern hier in den ,,Z>völf Aposteln" ihre 3. ordentliche .auptversammlung ab. Nach einem auf den Landes- iürften ausgebrachten Hoch gab der Vorsitzende Bericht über die Tätigkeit der Vereinigung im abgelauscncn Q)c- idiäft ; e. Die Vereinigung hat schon einige recht erfreuliche Erfolge auszuiveisen Der durch den Rechner erstattete *1 affen bericht zeigte trotz der erheblichen Berwaltungskosten einen Ucberftbuß, der durch Verdoppelung der Mitgliederzahl innerhalb des letzten Jahres erzielt werden konnte. Tem Rechner mürbe ( n Vorstand wurden die Herren B. Wadlig und Ad. Keil aus Worms, X. Bruder und F. Horbach aut Main^ und A. Sambach aus Gießen gewählt. Als Ert der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Gießen bestimmt. Temperatur der Lust ü Absolute Feuchtigkeit Mai ti| 1913 y auf 0° reduziert 14 14 15. L' 7 t“' < 47,8 44,5 41,4 18,3 13 5 13,9 4,6 6,8 7,2 Gewerbegerichtswahl Freitag, den 17. Mai von 12—8 Uhr »“/.! in der Bürgermeisterei. Stimmzettel sind vor dem Wahllokal zu haben. Zur Gewerbegerichtswahl! Freitag, den 17. Mai finden die Beisitzerwahlen statt. Wir fordern alle nationalgesinnten Arbeiter auf, vollzählig für unten stehende Kandidaten einzutreten. 1. Werkmeister,Wilh., Oberkellner 2. Toll, Ernst, Schmied 3. Müller, Karl» Dreher 4. Mandler, Karl, Taglöhner 5. Plattner, Emil, Oberkellner 6. Gost, Berthold, Schreiner 7. Schnabel, Albert, Schlosser 8. Ohr, Adam, Taglöhner 9. Büttner, Adam, Dreher 10. Pfeiffer, Heinrich,Lagerarbeiter 11. Beck, Georg, Schreiner 12. Nagel, Hermann, Hutmacher Der Wahlausschuß der natioualgesiunte» Arbeiter. NB. Wahlberechtigt sind alle 25 Jahre alten Arbeiter, welche in Gießen wohnen oder beschäftigt sind. Zum Ausweis bei der Wahl — welche im Bürgermeistereigebäude stattfindet — genügt eine Bescheinigung des Arbeitgebers, der Polizei oder der zuständigen Krankenkasse. d,5/6 Die Wahl beginnt mittags 12 Uhr und endet abends 8 Uhr. Stimmzettel an dem Bürgermeistereigebäude. Ganturnfest 1K12 zu Gießen verbunden mit der Feier des 80jähr. Bestehens des Turngaues Hessen. Der Wirtschaftsbetrieb in der Fcsthalle (nur Weinverkauf), Bayrischen und drei weiteren Vicrhallen sowie Kaffee und Konditorei soll vergeben werden. Bedingungen sowie Lageplan liegen bei Unter-- zeichneten auf. Angebote werden bis 28. Mai ds. IS. erbeten. Der Wirtschafts-Ausschuß L. Althoff, Vorsitzender. v«/$ Jubiläums - Gauliimfesl Giessen 1912. Als Vorfeier des Jubilüums-Gauturnfestes des Turngaues Hessen soll am 30. Juni d. IS. ein Mer-Wettlmmi u. -Wimen stattfinden. Wir bitten die Eltern der in Betracht kommenden Schüler, diesen* zum erstenmal in solcher Ausdehnung hier geplanten Wettkampf dadurch zu unterstützen, daß sie ihren Söhnen die Erlaubnis zur Teilnahme daran geben. v“/6 Der Turnausschutz. «O, Veteranenverein O, Der Verein ehemaliger 116er (Vy 73 , > bat den Beteranenverein zu vV.xorsthauS Schmelz- Salzböden Frohnhausen. Alan'chzeit 4' , Stunden. Abfahrt 7.3o vom Bahn- bot der Biebertalbabn aus. ,viir .Tunaduflcr Abmarsch ti . llbr vünkll. von der Vabn- brücke aus über Krofdorf — irellinflöbaufcn. .jusammen- treffen aus b.Dünoberg. ür das am 22. u. 2.1.3uni dS. ^s. in (Oiefocn itatt- ffndenüe BezirkStnrnt'est nnb die Plape s.Karussell, Schien- u. Schaubuden ufw. zu vcr neben. Bewerbunnen mit Preisangabe sind bis zum 20. Mai an den Unterzeich- neien einzusenden. '3367 Carl Häuicr, Steinberg bei Gießen, Wilbelmstr. 14 Gesangverein Heiterkeit Himmelfahrttour Greifenstein, Dianaburg, Braunfels. Abfahrt ß'; llbr. 3ür ^lachzugler 12“ llbr Braunfels. [v“/i rreffounkt Solmser Hol 51m hirnrntlsahrtstagt : Tanzmusik r Kentanrant lliiulkc »,,741 Kaiser Allee. Ufer Bedarf hal In ®lruiies Kakao müßen Sie recht bald einmal versuchen. Er ist billig und dabei aualitatw erstklasnn- Pro Pfd. 80^240^ Seltersweg 77. Md !». W . •Ä5 5er Mn- ,rl-ty1 gtuni .Sollte vollstä^ Marn ti* Ä- te & iia iolL ®9’ ^crragcblair unS und i" jnl sie aus unsutrefr K nebenbei em -ine Äniabl von Minstellen^er« «tKUt und 2«0>sl,le^ TGif.öüidK Bläncr ge «g rchjjfälonnen, rn banne, was das Geg ragebiall-ÄNikel aus ?er Etaatsse }tr Ingenieur,'r dslboariei und empi jürrnis für die Eri -lignisse an Bor. .itnllngsvcrhältnisien 3n iverden. Auch die nüBicn sich diesen \ ;eeigntr, Unmjriedenc »i man von dem dur ;itcn ErziehungsMdi chgelounnen. Man h Lerhällnisse neu regel Ter iortschrit umgangenes gehei ihetär erroibcrt bar gemture so schlecht 'S würden sich nicht ii sind dreimal so ler Staatssekretär in der Lage ist, ein Än nur durch den tätigen ^gegangen s Treiben nicht um t .‘ein um ein Rundsch -al'e bet Vochseeiloii rtisiskommandos lja Stwgmtt an Horb twifijim, noch ietinblichen Ingenieur Em Zentrums »ichc ttntichlicMg, bi Weurc entspreche, ndit jm Zntnesse bi -"nachm strasgeival Strafe unterwors o ’ i a 1 ö e m o f r a t i W liege kein Bebü ,/n vtaatssel unaiiungen, bie im Pangenes Schreib »örtneitation b * gleichartiges Schrk sti'^-vom tj(LC?tec erhalten * eibg,£?reiben l° U bereitet ber Abg H can «n9fn- "b/lnarineas i*'.n « bat bie :en hm' & . «tiieres s‘, kinn toiarfotte " U AL 1 -^g8 ‘J sei 2» t ’9,Ffn. sei ? « inlynn>»8 $ > -nü i^diejc rer Lytt ti V>K ZenA'be, ' ‘le '.u^-UiN i SÄ