Nr. 293 geändert wird. (Beifall rechts. 1 _ , v ■ band von feinen Mitgliedern berlanpf bat. fie sollen nur Hand- hp2 ....... Es kann dem Wohle lungsgefiilfen anstellen, die fttfi verpflichten, nicht dem deutsch, des -Vaterlandes nickt fronimen, w.-nn daran auch nut etwas nationalen Sandlungsgehilfenverband anzugehören. (Hört börtl geändert wird roM& x | rechts, Unruhe links.) Ist das etwa keine Einschränkung der . Einen Eisenbahner st retk muffen wir auch bei unS mit allen Mitteln bekämvfen. Die Arbeiteraußfchüsse sind auf dem Vavier fehr gut in der DrariS ober gar nickt in der Lage Mißstände i|u beseitigen. Wenn die Staatsarbeiter auf den h.rairJRfpn foTTrn, irniHrn sie auch so gestellt sein, bafi sie Slbg. Jckler (Statt): ich auf auf den eigentlichen Gegenstand der Interpellation emgehe. möchte ih hervorheben, bofi uns die gestrigen Aus- fuhrungen des Herrn Staatssekretärs über d i e päpstliche Enzyklika doch außerordentlich überrascht und befremdet Haden. (Beifall bei den Natl.) Wir geben ohne weiteres zu, daß die illen Staatsbürgern grundsätzlich zu- stehende Freiheit der Qoalifiou und Vereinkbildung als solche rt * ^krletzt wird, daß auf die einzelnen Staatsbürger Einflüsse vom Standpunkte der Religion aus geltend gemacht werden. Allein durch diese Feststellung, die sich eben auf das Gebiet des Koalition^. und VereinSrcchtS beschrankt, wird dre Bedeutung der Enzyklika nicht erschöpft. (Zustimmung bei den Natl.) viel wichtiger ist die große Politische Frage, ob das Reich auch diese Anmaßung von Machtan. j P r u ch e n von feilen der Kurie hinnehmen soll. Hierauf näher elnznge^n, gibt uns die vorliegende Interpellation keinen Anlaß. Meine politischen Freunde können aber nicht verstehen, warum der .Herr Stellvertreter des Reichskanzlers gerade den gegenwär tip'n Zeitpunkt und die gegen, wartige politische Lge für geeignet erachtet bat, die Bestimmung des PapfteS über das Sckikksal der christlichen Gewerkschaften als bloße Rats'ckläge zu kennzeichnen, und den wenigstens dem Sinne nach ausgestellten Satz, daß die Ge. famtheit der sozialen Fragen, religiöser und kirchlicher Natur, damit also der Entscheidung der kirchlichen Behörden unterstellt seien, als durchaus berechtigt anzuerkennen und im Ergebnis leben Gedanken eines Widerstandes gegen dieses kirchliche vor- geben auf staatlichem Gebiete obzulehneu. (Lebhafter Beifall bei den Natl.) , Nuf die Frage der Militärbehörde will ich nickt in aller Breite eingehen. Gewiß gibt es für daS allgemeine KoalilionS- und versammlungsrecht gewisse Einschrönkiingen. In diesem Sinne ba^n sich sa auch alle bürgerlichen Parteien ausgesprochen. DaS Recht on sich ist sa auch von der Regierung nickt bestritten wor-1 ben, eS kommt auf seine Auslegung an. ES miiß den Arbeiter in den Stand setzen, feine wirtschaftliche Lage zu heben. Sonst batte es für ibn abfolut keinen Wert mehr. Wir sind nun in ber Lage, hier feftstellen zu können, baß bie hier in Frage Tom« menben Arbeiter auf bad freie Koalitionsrecht ausdrücklich ber- ^'kfilet haben, ihre Organisationen haben auf baS Streikreckt verzichtet. ba dieses, wie gestern gesagt wurde, nur oTS eine organisatorische Spielerei angesehen wird. Dgrüber kann man gewiß bersckiedener Ansicht sein, eS ist aber gestern darauf bingewiefen worden, daß die Staatsarbeiter auck besondere Verpflichtungen haben. In Frankreich, wo me persönliche Freiheit bis mr höckften Votenq gesteigert ist, wird doch auck mit Wasser gekackt. Den Eisenbahnerftreik bat der I frühere Sozialist Briand als Minister mit allen gesetzlichen Mitteln beseitigt und bekämpft- ES kommt in solchen Fällen nicht nur bte Bedeutung der Einstellung in Befrackt für bie Mobilmachung, sondern auch die wirtschaftliche Bedeutung. Redaktion. Expedition und TrucferetJ Schul» (trabe 7 ExpedlNon und Verlag: Redaktion: l IL. Tel.-Adr^AnzetgerDieb«. Erscheint Nt-ltch mti Ausnahme des Sonntag«. Die „Gießener FamtllendlStter- rottbm 6cm .Anzeiger' dermal wöchentlich beigelegl. bat „Krehblati für den Kreis «letzen- zweimal »öchentlich. Die ..randwinfchastltchev Lett- fragen" erscheinen monalhd) zweimal. Abg. Dombek (Pole): Auf fiskalischen Gruben in Obrrschlesieu wurde zwei alten Arbeitern unter nichtigen Vorwänden, weil sie angeblich agitiert hätten, trotz langjähriger treuer Arbeit gekündigt. DaS ist nicht christlich. Wir brauchen ein einheilliciveS Arbeiterrecht mit Recht auf Arbeit. Das einheitliche Bergrecht Hal man im Reichstag schon wiederholt verlangt. Generalleutnant Wandel: Gegenüber den Vorrednern möchte ich folgendes feftstellen: Im Jahre 1909 fragten bei un8 die Arbeiter an. ob fte dem verbände beitreten dürften. Wir antworteten, „bat gebt uns nichts an, wir legen euch nichts in dev Weg, wenn ihr euch bereinigen wollt. Wenn ibr uns aber fragt, so wollen wir doch bemerken, oag bie gegenwärtige Art, wie die Bestrebungen der Arbeiter in dem Organ ihren Ausdruck finden, nicht geeignet rst den Frieden zwischen Behörde und Arbeiter und unter diesen selbst zu fördern". ES war also eine aus gegenseitigem vertrauen hervorgegangene Anfrage und eine ebenso begründete Antwort, lind diesen Standpunkt haben wir von jeder eingenommen. Wir bringen bie Arbeiter in keine Zwangslage und legen ihnen kein verbot auf. Mit ben Organisationen verhanbcln wir grunbsätzlich nicht, tveil bann die Ausgüsse illusorisch werden Trotzdem geben wir allen Klagen und Wünschen nach, bie uns burck ben Reichstag oder die Organisationen bekannt werden, und helfen ab. soweit daS möglich ist. DaS trifft auf eine ganze Reihe bet hier angeführten Fälle zu. Die Aeußerungen bcs DerbandSorganS sinb durchaus nicht harmlos, fie sind immer beleidigender geworden. Sie enthalten geradezu Herabsetzungen der Beborden. Tie Auslosungen sind mehrfach erfolgt, ehe noch der Erlaß ergangen war. Die Arbeiter haben sich selbst mehrfach über die Tonart beS Verbands- organS beschwert. Abg. Hegrnsckridt (Nv)s ES bandelt sich um die grundsätzliche Frage, ob die staatlichen Arbeiter ein volles Koalition-recht haben sollen ober nicht. Tie Forderungen. bie von ber Demokratie vertreten werben. kann fie sachlich und mit ben Gesetzen nickt begrünben. ES bfeiM ihnen nur übria. fick auf baS Naturreckl ber persönlichen ^reincit zu beyufen Die Freiheit ist ober kein Natnrrecht. Die Natur kennt nicht bie Freiheit, sondern nur die Unfreiheit. (Oho? unb Lacken bei ben Soz.) Ganz selbstverständlich findet sedeS Reckt feine Grenze an dem ber andern, an sozialen Rechten unb ben Rechten beS Staates. Niemals kann eS aber zum Nachteil beS Staates fein. Gerabe bie äußerste Linke kann daS nickt abffreifen. benn gerabe fie nimmt dieses Reckt b e 8 Staate« a e a e n ben einzelnen für fick in Anspruch. (Unruhe b. d. ^oz.) Ja. daß Wohl beS Staates liegt Ihnen nickt am Herzen, fonbern Sie wollen den Staat untergraben. (Lacken h b Soz.) An die Stelle der staatlichen Autorität wollen Sie Ihre eigene setzen — wie einen mrher de bronze! (Lachen b. b. ^az.) DaS werben wir nickt zulasten. Die Arbeiter haben b a 5 Veckt, gehört z u werben burck ihre berufenen Vertreter. Das bient au ihrer Zufriedenheit. unb wir wollen zufriedene Arbeiter gerade in unseren Staatsbetrieben, die dock Musterbetriebe sein sollen. (Beifall. Hurrarufe der Soz.) werden wir eben Opfer bringen wüsten. Ich hoffe, daß der Abg. Noske mit seinen Freunden nickt versagen wird, loenn es sich darum handelt, deutsche ©dürfen und Hochschulen in China fiu erweitern. Wenn die Kulturförderung mit der Macht Hand in Hand gebt, bann bin ich überzeugt, baß wir in dem großen zukunstsreichen Lande unseren Einfluß uns erhalten werden. (Beifall!) Abg. Noske (Soz.): Früher war Herr P a a sch e nicht so begeistert für Kiautschou. Da sagte er: Heute würde niemand mehr nach Kiau- tsckou geben: man könne aber nicht die Koffer packen und loSzieben. weil uns sonst die ganze Welt auslachen würde! (Hört! Hört!) Wenn wir Kultur treiben wollen, da haben wir in Deutsch- kand Arbeitsgebiete genug. Die 600 Soldaten, die über den früheren Stand hinaus in China bleiben sollen, werden unseren deutschen Einfluß nickt verstärken. UnsereDiplomatie hat in China schwere Fehler begangen, daher unser geringes Ansehen dort. Der Nachtragsetat wird bann in zweiter unb britter Lesung angenommen. Die koalilionssreiheik dec Staats- und Miläracbeiker. Die Besprechung ber fortschrittlichen Interpellation wirb fortgesetzt. Mb. Deutscher Reichstag. 83. Sitzung, Mittwoch, den 11. Dezember. Am Tische des Bundesrats: v. Tirpitz, Delbrück xiiyn, v. Hceringen. Präsident Dr. Kämpf eröffnet bie Sitzung um 1 Uhr 15 Min. 2er Aachkcagselat. Die Teile des NachlragSetatS, die N e u I a m c r u n betreffen fanb'i't S1?aföncn.i’a **"' °c,ncin|1,m br-' tol:iler sfa.r ?iau|fd6ou unb baS oft. i Marinedetachement 800 000 Mk. gefordert Ur-fcr^nka^,ncn / u In u £ c deutscher Jnterej sen anläßlich ber Paltltfchen U n r u h - n i n Abg. NoSke (Soz.): meincr Fraktion die Erklärung ab- u Ä bf*CPr ?°rben^ ?er Regierung für durchaus JJL* h0t^OItf n; kosten sinh erwachsen weil C f 1 f h 0 1« t i o n die verstärkte lan^r Suruckhielt als beabsichtigt war. Man sb Kommission bte chinesischen Verhältnisse in ab- ^rembe4 r.nhV1 5 ? c n geschildert. Aber Uebergriffe gegen ?°^ommen Jetzt ist in China eine W? Konsolidierung eingetreten. Auf vage Möglichkeiten hin, ’u Unruh-n lammt kann ScfaÄ ’nt fremben 2anbe eine starke beuIsche im fiirfanif Astasien steht burchauS U en unb bergt, werben in dem Moment aufhoren. wo China den Respekt ber d.m Deutschtum uerliert. Wollten wir alfo unsere Macht dort reduzieren und zurückzieben, so würben wir den Einfluß verlieren und unsere wirlsckaftlicken Interessen Wurden daS empfindlich verspüren Unsere deutschen Kaufleiile. unsere SchiffahrtSlinien, unsere Industrie leisten im AuSlande Anerkennenswertes: ick habe schon in der Kommission daran hingewiesen, wie der deutsche Handel in vielen Gegenden ein «ebergewicht über den Englands und anderer Staaten erlangt hat. Die Beweise dafür werde ick Ihnen viel- leicht an anderer Stelle bringen Der deutsche Einfluß ist tatsackljch in gewaltigem Steigen begriffen. WaS unsere deutschen Ingenieure bei dem Bahnbau Hoang-bo geleistet haben, wird allseitig anerkannt. Aber umgekehrt tun beispielsweise die Engländer alles, um uns zu verdrängen. Die wachsende politische Macht und der wachsende Einfluß Englands drängen die deutschen Interessen zurück. Darum dienen die deutschen Machtmittel, wie sie hier gefordert werden, nicht zur Ausdehnung, sondern zum Sckutze besten, was wir erworben unb errungen haben. Meine Politischen Freunde stimmen daher einstimmig dafür, daß wir diese Zahl von Sckutztruvven. die letzt dort find, beibehallen. Ich erkläre auch für meine Perlon, baß ich für toeitergehenbe Forderungen ein treten . würbe. DaS Törichtste, WaS wir tun könnten, wäre, wenn wir, nackbem wir vorgearbeitet haben, um dem deutschen Einfluß eine Stellung zu verschaffen, nun auS Sparsamkeilsrücksickten aurücb . treten wollten. Der Abg. Noske meinte, wir hätten die Kultur fördern wollen. Darauf lege ick auch großes Gewickt. Wir können das aber nur unter bem Sckutz ber deutschen Macht, unb bafür . ------ .- ......................, 5TFig. BelirrnS (Wirisck. Dag.); ■ r'nPP ^"ben Sie wüsten durch BerulS. Ich freue mich, daß olle biiraerlick-n Parteien einschließlich -^rcritntPrfluht tpejben Der Kriegs- der volfanartei -II der Erkenntnis oekommen sind, daß den i i>n8 ^rn(TTT Militararbeiterverbanbes staatlichen Arbeitern ein Streikreckt nickt zu. wollt^den gVHr-H1 "^.^OsM'N'sterium gesagt, der Erlaß o e st a'n d e n w e r d e n k a n n. Wir stehen auf bem Standpunkt, ^oa fP; r ^’J’fo'•^rhe1terVerha^be nickt Verbieten baß nher dem 'lntereste ein-elner Stände nnd VoEsmiivven baf stellen haben ben^ T ,^'^^rstanbniS. Aber wie viele Dienst, ^ntereste bes Staates, ber Allaemeinbeit steht. Dadurch unter- hohen ben (Trlah denn mißverstanben? Der Zentralvor- kcke,ben mir uns von ber ^o,i-,lde,nafratie ber das Intereste ihrer er w7 •* r 7" tn! K'eaSmiNisterium nicht aenehm. weil ^raanisatianen über alles gebt. Wir verlangen, daß bie vorae- ,2 ? ,r .TLe'tPr' fo.nb/*rn em ^ärfntor fei Das hätte man leicht cetzt-n mit bei, Arbeitern unb Anaestellten in anständiaem Tor nd n-b-n •mbenl, U10»? nney Werter als Vorsitzenden ^erkehren aber andererseits kall auck der Ton ber Arbeiter unb P r n A«H P’7n !"edakteur als Agitator einsetzte. Den .brer Rkätter oeaen bie voraeletzten ein anständiaer sein. Statt m ! « kann ber Kriegs, besten könnte ick Ihnen hunderte von Artikeln aus den Verbands, mtntiter nicht unterdrücken, verbietet man staats- "raanen der swa'richen Arbet^r verlesen deren Ton sogar den wallen in" nÄ ° wan dieieniaen, die fick koalieren Neid der ..Leipziger Volkszeitung" erregen könnte, hei bra V Jf,fCaUTere..fT(ln^fn,’°!’en- ophen. (Zuruf Heiterkeit > Die --taatanrbeiter haben nicht wie ber so-ialdemo- ei ben Soz. DaS freut un6B — DaS glaube ick! (Heiterkeit' Igfifche Redner behauptet, de. und wehmütig auf da« Streikreckt Jd) muß deshalb hier meine Stimme an bie Verwaltung ruhten "-r,lebtet, sond-rn hahen f6 nfa für fie nickt in Befrackt kommend' _ ^en ^,avbtagSw fiten in Berlin erschien im ..vor- 'haelehnt. Die Sckulb an den traurigen Hwistsakeiten Worts ein Bericht über eine Eisenfighnerversammlung, in der hie Leitung des veshande« der verband aber bleibt nickt neutral, er greift in den Streit der Ist eS vielleicht eine Ehrenerklärung? (Heiterkeifrf Wegen der vgrw.'en in selbst in den W-^bikanivf ein. f a l s ck e n Beschuldigung die neutrgkn StgatS-Arheiler- ■cc'^'pr deß ^ReickShoter." ist hier mehrfach anae» Crnanifafionen feien die Schrittmacher der Sozialdemokratie I griffen Ivorden, aber feinen Inhalt bat niemand als unricktia wird der -Reicksbote' zur gerichtlichen Verantwortung ge- ("'»/icknen unternommen. E« ist daß gute Recht ber Preise, ^oacn werben. Wenn bie Verwaltung ben neutralen Organi- Erscheinungen bes öffentlichen Lohens hera»«zi,areifen unb qrf fafionen mehr Entgegenkommen zeigt wirb fie von ihrer Er- nhfir-Meininaen fiat Kigg- g->kstb^k Ie«n;rt ®V"’I,äU Jor”c^ las 'ibernlen Arb-ii-rn ffleberfe „erlangt werden, daft ft- ^an, das schiebt ' fnäBn.r L 1 J-, * J ? S e fi o r b e n g e- KoalitionSrecht verzichten. Aebnliche Reverse würben von nafio- , m - - Was rur he Arbeiter geickchen kann. So fordern ne nalen HanblungSgebilfen verlangt. So hat der Zentral- z^B. in diesem Jahre 4.6 000 Mk. für hofiere Löhne an. wir verband deutscher Staatsbürger jüdischen MfrerCunnf,ehi??Jrn uberhaupt für jede Der- Glauben-, befiem Vorstand herunrraaenbe Mitglieder ^ber befierung dieser Jrt fo auch für ben Auvbau ber Aus- volksparle' angehören . . . (Aba. Dr. W a l d st e i n (vp ) - Nen- g^lnn, L burc?°x§ fC,n VrqÄ‘°7frf,e tnSpt’-!erei- f,n? nen Sic borB Namen kl Sie gehören ja auch dem Vorstand an! i ^bc,t^e"benk Verhältnisse, da MT || 1 ■ Uss Ijll 1X £> Unwerfuäts - Buch- unb 6tetnörude«L General-Anzeiger für Oberhesjen Koalitionsfreiheit?" Darum sollten ^öch Eid Herren erst kor der eigenen Tür Lehren. (Sehr richtigt rechts, gBitep sprach links.), ~ | Abg. Weinhansen '(Vp-)S , _ Bei der Arl, wie diese wichtige Frage hier kehankelt worben ist. wäre cs kein Wunder, wenn das Interesse an unseren Ver- Handlungen im Lande sinkt. Wir fragen: Wie stellt sich die Reichs- regierung zu dem Koalitionsrecht? Von der Antwort, die uns gestern zuteil wurde, sind wir durchaus nicht befrre« bigt Ter Staatssekretär meinte, Tr. Müller-Meiningen sei rhm immer näher gerückt, nein, er ist ihm immer weiter und ferner gerückt. Ein Koalitionsrecht un^so Mel Lochern ist uns keine halbe Stunde Beratung wert. (Sehr ridjhg!, links.) Wir sehen daraus nur, daß das Koalitionsrccht viel resormbe- dürftiger ist, als wir je geglaubt haben. (Sehr wahr! links.) Wir lvcrdcn unsere an gekündigten Anträge deshalb mit größter Beschleunigung einbringen. Von den juristischen und namentlich den politischen Ausführungen des Staatssekretär» waren wir aufL höchste und peinlichste überrascht. Seine Auffassung von der Enzhklika ist derart, daß man ganz zweifellos mit gewissen politischen Zwecken rechnen muß. Wenn wirklich die christlichen Gewerkschaften in erster Linie sittliche und religiöse Zwecke verfolgen neben den sozialen, dann soll doch der Staatssekretär sein Amt and en Kultusmini st er v. Trott zu Solz abtreten. In dieser Hinsicht stiinmen übrigens die christlichen 'Gewerkschaften mit dem Staatssekretär keineswegs überein. Er sprach eben so günstig für die Enzyklika, daß daß Zentrum ordentlich aufatmete und seine Zufriedenheit erklären konnte. Aber bei den Christlich-Sozialen herrscht eine ganz andere Auffassung. So haben sich in ihrem Organ die Abgg. Behrens und Mumm ausgesprochen, sietrauenRomalleszu. Jetzt müßten sie nicht bloß Nom. sondern auch dec Neichsregierung alles zutrauen (Sehr richtig! links). Und diesen richtigen Standpunkt hat auch Dr. Müller-Meiningen vertreten. Herr Delbrück ist anscheinend wenig unterrichtet oder er hat seine gestrige Rede zu politischen Zwecken gehalten. Er wollte absichtlich den Zentrums. Herren gute Dienste leisten (Sehr richtig! links). Das war fein Zweck, und das nehmen wir ihm übel, zumal in einer Zeit, wie heute, wo die Reichsregierung mit dem Kanzler an der Spitze sich in A ch t und Aberacht des Zentrums befindet. Klug war es auch nicht, die christlichen Gewerkschaften zu loben, als ob sie für das Staatswohl wünschenswerte Organisationen wären. !«. Die Regierung kann heute einen Verband durch ein Verbot schwer schädigen, aber sie kann eine Organisation nicht hochloben. Soweit reicht ihre Autorität in Arbeiterkreisen nicht, i h r Lob erregt hisr eher Mißtrauen, Noch lvernge? hak der Kriegsmiuister den richtigen Ton angeschlagen, er war nach unserer Ansicht völlig unbegründet. Er hat keine Aufklärung geschaffen, sondern beweislose Behauptungen aufgestellt. Und das sollte eine milde Form sein! Keine Spur von Milde war darin. Er sagt: das ist meine Sache und geht Sie gar nichts an. Das geht uns sehr viel an. Tie Zeiten des Freiherrn von Stumm, der für seine Arbeiter sorgte, aber auch erst [eine Genehmigung selbst zu ihrer Heirat geben wollte, sind endgültig vorbei. Für ihn waren die Arbeiterorganisationen einfach Streikvereine, die Führer Agitatoren und Hetzer; die Seuche der Organisation wollte er wie etwa eine Viehseuche durch eine Art Grenzsperre von seinen Arbeitern fern» halten. So etwa hat jetzt noch der Kriegsminister gesprochen. Die Organisation der Arbeiter ist eine Erziehungsanstalt. (Sehr richtig!) Nach den gestrigen Reden der Negierung können wir nicht erivarten, daß die Praxis auf diesem Gebiet ton feiten der Vec« waltung eine andere wird. Meine politischen Freunde sind ober der Meinung, daß das grobe Geschütz des Mißtrauensvotums im Anschluß an unsere Interpellation hier nicht angebracht ist, sondern daß man das aufheben muß für Falle, wo eS sich um die Gesamtpolitik handelt. Aber wir möchten doch hier zum Ausdruck bringen, daß wir in keiner Weise einverstanden sind mit der Art und Weise, wie sich die VerwaltungSchefS hier zu unserer Interpellation gestellt haben. Schaffen Sie einheitliches klares Arbeitsrecht und Angestellten- recht, dann wird die innere Zufriedenheit in diesen Kreisen wiederkehcen. (Beifall links.) . " ' Abg. Voehle (Soz.)'r . Die Ausführungen der Regierung hatten den Trundgedanken, das Koalitionsrecht der Arbeiter zu untergraben. Dabei sind die Staatsarbeiter ohnehin schon schlecht genug behandelt worden. Herr Dr. Müller-Meiningen hat seiner Interpellation selbst das Rückgrat gebrochen, indem er den Vorsitzenden des Militärverbandes von vornherein fallen ließ. (Abg. Dr. Müller-Meiningen: I bewahre!) Ein solches Vorgehen ist wohl begreiflich, aber nicht tapfer. Mit dem Abg. Behrens brauche ich mich nicht zu beschäftigen, denn er ist schon so abgebrüht, daß auch meine Worte nichts helfen werden. Präsident Dr. Kacmps ruft den Redner wegen dieses Ausdrucks zurOrdnung. w Abg. Boehlc (Soz.)': - v. , Der Kollege Jckler möge die Nummer des »Vorwärts" auf den Tisch des Hauses niederlegen, in der ein Bericht über eine nicht stattgehable Eisenbahnerversammlung gestanden haben soll. Herr Hegeuscheidt ist von Beruf 5anbrdl, daraus L - r,~u !id> leine Ausführungen. Früher war das Zentrum »tet» für das KoalttionSrecht der Staatsarbeiter, ganz im Gegensatz zu dem, was wir gestern gehört haben. Nach den gestrigen Ausführungen des Staatssekretärs ist daS Koalitionsrccht nicht allein der Staalsarbeiter, sondern aller Arbeiter illusorisch gemacht. Diese Kriegserklärung an Millionen von Arbeitern werden diese aufnehmen; sie werden den Kampf durchführen. Abg. Schwarz-Schweinfnrik (3enlr.)"f z-- DaS »Berl. Tageblatt" hat heute morgen vor dem Gezänk °c,c 2 * ? ? Ne?,lekretäre QetoarnL solchen Fragen ist Tageblatt nicht kompetent. Wir lehnen eS ab, Herrn Muller-Memingeu als Schl.tzherrn der christlichen Gewerkschaften zu betrachten Ich wiederhole, daß die christlichen Organisationen dem Staat Vertrauen entgegenbringen. Unter allgemeiner Un- ruhe tragt der Redner einige Fälle vor, wonach christlich organi- sierle Arbeiter auf Drängen freier Gewerkschaftler entlassen werden mußten. 11 Gin Vertagungsantrag firitb angenommen. , folgen persönliche Bemerkungen * , Abg. Waldstein (Vp.): - Herr Behrens hat dem Z e n t r a l v e r e i n deutscher Staatsbürger ; u d i s ch'e n Glaubens vorgeworfeu, daß er die Koalitionsfreiheit der Angestellten beeinträchtigt. Ich kann nc ‘fe’1 emer persönlichen Bemerkung nicht richtig stellen, •o“) stehe selbstverständlich auf dem Boden dec Koalitionsfreiheit und wurde mich niemals an einer Verletzung des Koalitionsrechts beteiligen. Wenn aber j ü d i s ch e K a u f l e u t e A n t i s e m i t e n nicht an st eilen w o l l e n . » . Präsident Kaempf: DaS ist nicht persönlich, j -v.v Abg. Müller-Meiningen (Vp.)k Ich verlange das Koalitionsrecht nicht nur für die Militärarbeiter, sondern für alle Kategorien der Staatsarbeiter. Abg. Jckler (Natl.)k Der Bericht über die angebliche Eisenbahnerversammlung stand im „Vorwärts" am 27. September. Donnerstag 11 Uhr: Interpellation über den Wagen- m*nÖcl' Denkschrift über die Aostellungsverhältninc der Vost- assistenten usw., Wahlpriifungen. V 1 Schluß 6’Z« Uhr. Provinzial-Ausschuß der Provinz Lberhessen. I,. Gießen, 11. Dezember. Anwesend: Bei Punkt 1 Provinzinldirektor Tr. Usinger, bei 2—4 Regierungsrat Welcker als Vorsitzender und fünf Mitglieder. Anfang 9, Ende 121/2 Uhr. 1. Enteignung von Gelände wegen -Verlängerung der Nollgässe in Grunin gen. Von der ho freite der Christian Ernst Bingel II. Eheleute zu Grüningcn sind 64 qm zur Verlängerung der Nollgane erforderlich, für die von den Eigentümern je qm 5 Mk. gefordert wurden. Außerdem wurde eine Minderwcrts- entschädigung von 5000 Mk. für erschwerte Wirtschaftsmöglichkeit verlangt. Tie Ortstommission schätzte den Geländewert auf 4 Mk. je qm und hielt eine Minderwertsentschädigung von 1000 Mk. für genügend. Ferner sollte die Gemeinde als Antragstellerin die Kosten der Verlegung der Toreinfahrt und einer allenfalls notwendig werdenden Einfriedigung tragen. Ter Provinzialausschuß, der bereits früher an Ort und Stelle Augenschein genommen hatte, billigte heute 4 Mk. für den qm und 2000 Mk. für Mrnder- wert zu. Für die Nebcnforderungen hat die Gemeinde wie von der Ortskommission festgelegt aufzukommen. Tic Kosten des Verfahrens hat die Gemeinde zu tragen. 2. Gesuch des Löb Grünewald zu Gießen umErlaubniszumGastwirtschaftsbetriebim Hause Mühlstraß c Nr. 3. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich für dieses Gesuch ausgesprochen, während das Polizeiamt seine Ablehnung beantragte. Durch Zeugenvernehmung wurde heule sestgeftellt, daß für eine jüdifch-rituelle Wirtschaft, wie sie Gesuchsteller errichten will, hier ein Bedürfnis besteht, weshalb der Provinzialausschuß die erbetene Erlaubnis erteilte. 3. Gesuch des Heinr. Rudolf Langlitz zu Merkenfritz 11 in Gen ehmigung einer fest- stehenden Dampfkesselanlage. Langlitz will ein Dampfsägewerk auf einem Grundstück an der Bahnstrecke Stockheim—Lauterbach errichten. Gegen das Gesuch hat die Eisenbahndircktion Frankfurt a. M. Einspruch erhoben, weil die für solche feuergefährlichen Anlagen vorgeschriebene Entfernung von 20 m vom Bahnkörper nicht ein- gehalteu sei. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen erteilte die Erlaubnis unter der Bedingung, daß die Säge- werkshalle aus Tuffstein errichtet und mit Ziegeln gedeckt werde. Gegen die Entscheidung des Kreisausfchusses verfolgte die Bahnverwalwng Berufung an den Provinzial- ausfchuß, indem sie darzmegen suchte, daß den gesetzlichen Vorschriften in keiner Weise genügt werde. Der Provinzialausschuß verwarf die eingelegte Berufung und setzte nur noch als weitere Konzesswnsbedingung fest, daß die Fenster nach dem Bayntörper zu stets geschloffen zu halten seien. 4. Enteignung von Gelände zur Bahnhofs- crweiterung Ortenberg. Bereits in der Sitzung des Provinzialausschusses vom 18. September d. I. war die Enteignung des Grundstücks Fl. IV Nr. 497*/io der Ge- martung Ortenberg dem Grafen Karl Martin zu Stolberg- Roßla un Grundbuch zugeschrieben, für zulajfig ertannt worben. Nack>dem nunmeyr die Eisenbahnvireltivn Frankfurt a. M. die Hinterlegung der zuerlannten Entfchäbi- gungssumme von 2876 Mk. nachgewresen hat, konnte heute oie Enteignung ausgesprochen iverden. WanOern und Reisen. — Ein Luxuszug für den Wrntersport, der Engadin-Expreß, wurde am 9. Dezember zum ersten Male in London abgelaßen. Ta der Zug nut dein L l 0 y d - Riviera- Expreß in Verbindung gesetzt wird, so stellt er Verkehrsbeziehungen her mit Verlm, Hambulg, Bremen, Munster Essen, Tmsburg, Amsterdam, dem Haag, Düsseldorf, Köln, Mainz, Frankfurt, Straßburg usw. Er luirb über Calais, Paris und Beliort nach Bafel, Zürich und Ehur geführt. Zwischen Berlin und Ehur laust ein Wagen durch. Alan fährt von Berlin 3.5 nachmittags, von Hamburg 1.21, Bremen 2.58, Frankfurt 11.14, von London 11 oor- inittags, Parts Ostbahnhof 7.47 uachnuttagS und t|t in Chur 9.25 vormittags. Zurück fährt man von Chur 7.30 nachmittags und tommt nach Frankfurt 6.58 früh, Berltn 3.25 nacy- nuttags, Bremen 3,50, Hamburg 5.40, riöln 10.25 vormittags. Unlvcrjitats-Lrttctzrichren. — T i e berliner Universität weift m dtefenr Semester die höchste bisher erreichte Zahl von Studierenden auf. Ste war von 10 uli Studenten besticht, davon sind 887 Studenlmnerr. Verhandlung find zwei Tage vorgesehen, 59 Zeugen sind^zu vernehmen. Tie Anklage vertritt Staatsanwalt Schuhmann, die .Verteidigung führt Rechtsanwalt Loewcnsberg. * London, 10. Tez. In Baldwin in Michigan erschoß ein iunger Ctndent namens Au erb ach, Sohn eines Waihmgioner Eifenoahnmagnaten, feinen Freund Fifher. -Auerbach hielt sich zur Erholung auf Fishers Besitztum auf und soll sich mit der Frau 3i|berS eingelassen haben. Fishers Leben in mit einer Million Mark versichert. Man glaubt, daß Auerbach diese Summe Fishers Frau sichern wollte. Auerbach ist gestern wegen Mordes z u n: Tode vernrteilt worden. Kleine Tageschronit. Auf dem Tienstwege zwischen Oberesch bei Menis unb dem Dorfe Silvingen wurde der Landbriesträger des Merziger Postamts im Walde von zwei Wölfen- angefallen. Er gab zwei Revolverschüsse ab, woraus die Bestien, die auch von den Bewohnern Silvingens bemerkt worden waren, entflohen, Im Walde von D 0 n g a l i in Sardinien wurde der Briganl Masui, seit zwei Jahren der Schrecken der Gegend, im Kampfe mit Carbinierie getötet. Das Sechstagerennen in New 'Dorf brachte einen schweren Unfall Walker Ribettes. Nach einem Vorstoß des Australiers Walker hatte sich das Feld eben wieder geschlossen, als Franz Suter und Thomas in Kollission gerieten. Tie beiden Fahrer kamen zu Fall und über sie hinweg stürzte Rüst und Moran. Et erlitt erhebliche Verletzungen an Armen und Beineu. Bei Ablauf der 31. Stunde hatten 13. Mannschaften 1090 Kilometer bedeckt. vüchettisch. — DurchNacht zum Licht. Ein Beitrag zur Geschicht, des Jahres 1812, herausgcgeben von Hauptlehrcr A. Storch. Butzbach, betitelt sich eine soeben im Berlage von Emil Roth in Gießen erschienene Schrift. Dem Gedächtnis an die große Zeit „vor 100 Jahren" ist dieses Buch geweiht, welchem cm großer allgemeiner Anklang zu wünschen ist. Es bietet zu dem billigen Preise von nur 60 Psg. eine reichhaltige Auswahl, die zu Erträgen bei patriotischen F-estversammlungen oder in Schulen uni Vereinen Benutzung finden wird, und empfohlen werben kann. — Durch Ernst Moritz Arndts markige Episteln angeregt, bring' der Verfasser einen würdigen Beitrag bar, in bem er derer gebend, bic bamals für unser Volk imb Vaterlanb zuversichtlich hofften und so tapfer rangen, bamit es zu seiner heutigen Stärke sich entwickelte. Für unsere Jngenb, für bie Volks- unb Schul- Bibliotheken erscheint es uns ebenso geeignet, wie cs für Vereine zur gemeinschaftlichen Anschaffung empfohlen werden kann. Die Kreise der hessischen Lehrerschaft aber werden dieses Buch ihres bekannten Kollegen besonders beachtenswert finden. Durch bu Erinnerungen bes hessischen Offiziers Friedrich Peppler liefert es einen historischen Beitrag zur damaligen Zeit. rLirchlictze rrachrichten. Z; IrraeiiLijche Religionrgemeinde. 1 , Gottesdtetist in Oer Synagoge ^uo-Anlagelr Samstag, den 14. Dezember 1912; Vorabend: 4.30 Uhr. i DtorgenS: 9.00 Uhr. St ach mit tags: 3.30 Uhr. Schrifterklärupg. Sabbatausgang: 5.15 Uhr. Israetttische Religionrgefellschast. tvottestzienst. >' Sabbatfeier am 14, Dezember 1912:' Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. ' Sabbat-Ausgang 5.15 Uhr. •„ Wochengottesdienst: Morgens 7.00, abends 7.00. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietze». M3 SZ ä 748,6 -2,1 746,3 <43,4 3.0 3,7 Tez. 1912 5,2 5,5 5,6 Wetter i 11. 11. 12. p trt 2§=< Spf« Höchste Temperatur am Niedrigste „ , Niederschlag: 0,5 mm. S 5 tiD 98 97 94 10. d 10. , SE S 8 s 11. 11. 2 2 2 veze 10 10 10 nber Nebel, Sprühregen Bed. Himmel " • i - + 3,0» a ■ — 0,2* 0. j Großschlächtcr Nußhag vor dem Schwurgericht. Mainz, 12. Dez. Der 37 jährige Mctzgermeister Karl Nußhag aus Eppingen, seit 30. Juli in Mainz in Untersuchungshaft, ist angeHagt, im Sommer 1912 als Schuldner, welcher seine Zahlungen eingestellt Hal unb über bes,en Vermögen bas Konkursverfahren eröffnet würbe, in ber Absicht, feine Gläubiger zu benachteiligen, Vermögensstücke unb zwar einen Gelbbetrag von 52 000 Mk., zwei Gelbbetrage von je 600 Mk., sowie seine Geschäftsfiliale in Pirmasens mit Inventar und Zubehör, fowie Fleisch- und Wurstivaren verheimlicht und beiseite geschasst zu haben. Nußhag betrieb mehrere Jahre in Mainz eine Großschlachterei, er verkaufte seine Fleisch- unb Wurstwareu zu billigeren Preisen. Er hatte mehrere Filialen in Mainz unb an, anderen Orten. .Als er im Juli 1912 seine Zahlungen eingestellt, Ivurde über sein Vermögen der Konkurs verhängt. Tic Aus- sichten sind für bic Gläubiger äußerst schlecht, ben Passiven von etwa 100 000 Mk. stehen fast ferne Aktiven gegenüber. Es wird ihm von ber Antlagebehörde zur Last gelegt, baß er bicfen Zuftanb absichtlich herbeigeführt habe unb baß er schon vor ber Zahlungseinstellung bcbcutenbe Vermögensobjekte beiseite gebracht hat. Tie Hereingesallenen sinb in erster Linie Viehhänbler, bic dem Angeklagten Schlachtvieh auf Kredit geliefert hatten. Vor allem lüirb ihm zur Last gelegt, baß er einen Barbetrag von über 52 000 Mk. beiseite gefchasit hat. Am 16. Juni begab sich Rufshag auf bic Reise, er wollte angeblich nach Kopenhagen 'ähren, um Bich unb Fleisch cinzukauscn unb Schulden aus früheren Lieferungen zu bezahlen. Er hatte, roic er behauptete, in feiner Brieftafäje 62 400 Mk., bie aus Scheinen bestanben, aufbewahrt. Er will auf ber Fahrt geschlafen haben unb wahrenb- bem seiner Brteftafche beraubt worben fein. Den Verlust hatte er in Hamburg unb auch in Kiel angezeigt. Die Anklagevehörbe hält biefe Darstellung für ein Märchen, fic glaubt, baß Nußhag den Betrag abfichtlich beiseite geschafft habe. Dec Angeklagte hatte im Mai 1912 eine Filiale in Pirmasens gegrünbet, burch Vertrag vom 5. Juni 1912 will er biefe auf feinen Schwager Münjlc unb besten Frau käuflich übertragen haben. Rufshag will bas Gelb für bas Pirmasenser Geschäft bar erhalten haben, auch habe Künzle stets bie Flcifchsenbungcn, bie nach Pirmasens ginge«, au ihn bezahlt. Die Anklagebehörbe bagegen ist ber llebcrzeugung, baß bic ganze Sache nur eine in betrügerischer Absicht vorgenommcne Schiebung ist unb baß auch bie Fleisch- cnbungcn, bic in großer Menge von dem Geschäfte in Mainz nach Pirmasens gingen, nicht gebucht unb nicht bezahlt wurden, um das Geld ben Gläubigern zu entziehen. Gut Vierteljahr vor dem Zusammenbruch wurden von Russhag keine Bücher mehr geführt. ^Weiter soll der Angeklagte durch seine Frau noch eine weitere Schiebung im Juni 1912 habe vornehmen lassen, als |ic Einlagen auf der Bezirksfparkast'c Mainz, die auf feine beiden Kinder eingetragen waren, nämlich je 600 Mk., auf den Namen Ieiner Schwägerin Hclcnc Simou übertragen ließ. Für bic Neues probieren heißt ost, Zeil verlieren. ' Seit bald 40 Jahren hat sich Scotts^ ■ Emulsion als ein zuverlässiges, wirksames ' Kräftigungsmittel für groß und klein bewährt. Daß sie gut ist, steht -/ fest, und weil sie gut ist, wird sie 'nachgemacht. Man hüte sich bor; bicfen Nachahmungen, bic meist' nicht leisten, was sie versprechen, und nicht auf 37 erfolgreiche Jahre zurückblickm können wie ' Scotts Emulsion. Wer sich eine Nachahttwü- 7 aufreden läßt, verliert nutzlos Zeit und Geld. Darum nur -Scotts Emulsion, L> Rot-ron Rnzüge • Ueberzieber IJVII VII- . Capes «n» Joppen . s finden Sie in größter Tlustpabl zu allerbilligften Preifen bei Telephon 395 tttlläruft-. in eleganter Auswahl. D19/, #aek=3ö3 M Herren-Hüte werden gereinigt, gebügelt und neu garniert. Heubau Marktstr. 28 Nebel, Sprüh regen Bed. Himmel Damen-Hüte werden umgeformt und gebügelt en. sich zB, iw*6 md leht ^rn Neubau VI II Marktstr.28 Hutreparatur-Werkstatt Rudolf Richter, Harktstraße 24—86 (OTS8 Zur bevorstehenden Weihnachtssaison empfehlen wir unser reichhaltiges Tuchlager für Herren-Anzüge und : Damen-Kostüme : von den billigsten bis zu den feinsten Qualitäten zu aussergewöhnlich billigen Preisen. 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