Nr. 90 Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 17. Xpril W2 Ter »iehener »nzeiger Jggef Ä 9 mo*atIi*75W* viertel- Zs (Riciicncr llwiQCt ..LLL- v/lv!lvllvl 44IMVIHVVe£ä ften'Iprech-Anschll.sse: 1F politischen Teil: August ä^äs General-Anzeiger für Oderhessen DSM Annahme von Anzeigen Rotationsörud und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. üir den bi! ?onnüto$nTub” Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrahe 16a. ________________________________Wmented: p. Beck. Das honieruleges.h in erster Lesung angenommen. London, 16. April. Nach erregter Aussprache wurde die erste Lesung des H o m e r u l e - G e s e tz e s unter großen Beifallskundgebungen der Nationalisten und der Liberalen mit 360 gegen 266 Stimmen angenommen. Die Kundgebungen erneuerten sich, als Premierminister Asquith die Bill formell' einbrachte._________________________________ 21115 Qcfiett. Aus der Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 16. April. Dcr Zweiten Kammer find folgende Drucksachen zugegangen: Bericht des Ersten Ausschusses über den Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genossen, belrefsend den Bau einer Nebenbahn durch das Modautal. Der Ausschuß beantragt, den Antrag Ulrich und Genossen für erledigt zu erklären. — Bericht des Ersten Aussckmsses über den Antrag Ulridi und Genossen, betreffend die Arbeiter und H i l fs- angestellten in den Staatsbetrieben. Auch diesen Antrag bittet der Ausschuß als erledigt anzusehen. — Bericht des Ersten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend Abtretung von Wegparzellen des Großherzogtum-Landeseigentum ui der Gemarkung Gernsheim. Der Ausschuß beantragt, der Abtretung der drei Wegparzellen die Zustimmung zu erteilen. Ferner ist noch die Regierungsantwort auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. O s a n n und Genossen, betreffend B a u a s p i - rauten gedruckt erschienen. Sodann liegt ein Antrag des Abgeordneten Tr. Winkler, betresfend die Bekämpfung des Heu- und Sauerwurms usw. vor. In diesem Antrag wird ge- Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. preuhische Pensionssatze für Hessen? Bon einem Richter erhalten wir folgende interessan len Darlegungen: In der Nr. 101 der „Frankfurter Nachrichten" beschäf Hgt sich ein Artikel mit der mißlichen Lage der hessischen Beamten, welche jetzt Anspruch auf Versetzung in Ruhestand haben, aber im Dienste noch aushalten, bis über hie Gehaltsvorlage entschieden ist, falls gleichzeitig mit der Gehaltserhöhung die preußischen Pensionssätze (nach 40 Jahren 75 0 o statt 90 o/o) eingeführt werden. Der Artikel übersieht, daß die hessische Regierung in ihrer Vorlage auch eine prozentuale Erhöhung der Pensionen in Vorschlag bringt, niemals also dulden wird, daß altgediente Beamte in der in jenem Artikel befürchteten Art geschädigt werden. Richtig ist sa, daß bereits vor längerer Zeit aus Abgeordnetenkreisen verlautete, daß mit der Gehaltserhöhung die preußischen Pensionssätze eingeführt werden sollten. Zur Rechtfertigung wurde angeführt, daß bei höheren Gehalten die Beamten Rücklagen für das Alter machen könnten, und daß der Ucbertritt in den Ruhestand der Regel nach zu einer Zeit erfolge, zu welcher die Kinder der Beamten bereits ver- orgt seien und bergt mehr Hierbei wird aber außer Acht ^lassen, daß in Hessen die Gehalte so karg bemessen waren, >aß der Beamte nur bei besonders glücklichen und gün- liaen Familienverhältnissen etwas erübrigen konnte. Man niogc den Beamten erst einige Jahre die preußischen Gehalte gewähren, dann kann man auch die preußischen Pensionen einführen, andernfalls wäre es eine ungerechtfertigte Härte. Doch wer weiß, was die Zukunft den Beamten bringt? Jedenfalls haben sie zu al.zugroßem Optimismus keinen Anlaß. Unter allen Umständen aber sind die hierbei in Betracht kommenden Rechtsfragen interessant und wichtig, so daß eine Darlegung, wie insbesondere das Reichsgericht sich dazu gestellt hat, allgemein willkommen sein dürfte. Das Recht der jederzeitigen Aendernng der Gehaltsund Pcnsionsgesetze ist in der Staatshoheit begründet: die Ansprüche der Beamten auf Gehalt und Pension sind, wenn auch vermögensrechtlicher, so doch nicht bürgerlich rechtlicher, sondern staatsrechtlicher Natur (E. b. RG. Bb. 53, S. 429), b. h. sie werben bestimmt nicht burch einen zivilrechtlichen Anstellungsvertrag, sonbern burch das Gesetz. In ständiger Rechtsprechung hat deshalb bas Reick)sgericht den Standpunkt eingenommen, baß bie Pensionierung eines Beamten nach ben zur Zeit der Pensionierung goHcnben Gesetzen sich richtet. (E. b. RG. Bb. 63, S. 290.) einen rechtlichen Schutz gegen bie Aenberung unb Verschlechterung bes Pensionsgesetzes haben bie zurzeit noch im Dienst befindlichen hessischen Beamten also nicht. Recht lid) geschützt gegen eine Vorminberung ihres Ruhegehalts dagegen sind die im Ruhestand befindlichen Beamten, denn sie ftnb aus dem Beamtenverhältnis ausgeschiedcn. (E. b. RG. Bb. 55, S. 6.) Tas hessische Gesetz vom 27. 11. 74 bestimmt: „Wirb ein Beamter nach bent zurückgelegten fünften Tienstjahre in ben Ruhestand versetzt, so erhält er ein Ruhegehalt 40% seiner Besoldung. Für jedes weitere Dienstjahr werden vom sechsten bis zehnten Dienstjahre 2%, vom 11. bis 30. li.>o/o, vom 30. bis 40. Dienstjahre 1% zugesetzt." Auf Grund dieses Gesetzes erwirbt der Beamte bei seinem Austritt aus dem Staatsdienst einen zivilrechtlichen Anspruch auf Gewährung des in dem Gesetze festgelegten Ruhegehalts. Dieser wohl erworbene Anspruch kann ihm nachträglich durch kein Gesetz mehr geschmälert und gemindert tocroen. Auch dies geht aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts unzweifelhaft hervor. Man vergleiche die Entscheidung Bd. 1, S. 308. Ter Ruhegehalt wird berechnet aus „seiner Besoldung", d. h. der Besoldung, welche er im Augenblicke seiner Pensionierung bezieht. Ob unter „seiner Besoldung" auch die Besoldung zu verstehen ist, welche der Beamte auf Grund eines Gesetzes mit rückwirkender Kraft am Tage seiner Pensionierung bezogen haben würde, wenn er im Dienst geblieben wäre, darüber konnten Ent scheidungen des Reichsgerichts Nicht gesunden werden. Jener eingangs erwähnte Artikel bejaht diese Frage und, wie es auch uns scheint, mit Recht. Oder will man dem Beamten, der heute aus dem Dienst ausscheidet, das Recht absprechen, für die Zeit vom 1. April bis heute die mit rückwirkender Kraft demnächst durch Gesetz bewilligte prozentuale Zulage vom Staate zu verlangen? Die rückwirkende Kraft eines Gesetzes besteht ja gerade darin, daß alle Verhältnisse so angesehen werden, als sei das Gesetz bereits an dem Tage, von dem ab es rückwirkende Kraft hat, in Geltung gewesen. . Vielleicht regen diese Ausführungen zu weiteren Meinungsäußerungen über diese wichtigen Fragen des Beamtenrechts an. Eine neue Hobt ettstrijis in Ungarn? Tie „Neue Freie Presse" meldet: Der ungarische Ministerpräsident Gras .sthucn-Hedervary hat sich entschlossen, dem Kaiser sein E n t l a s s u n g s g c s u ch zu überreichen. Er reifte gestern zu diesem Zweck nach Wien. Zu seinem Nachfolger wird nach der allgemein herrschenden Ansicht der Finanzminister Luka es ernannt werden. Ter Berliner „Lokalanzeiger" meldet noch aus Wien: Der Rücktritt des Kabinetts war wegen einer in der Regierungspartei herrschenden Feindschaft gegen den Kriegsminister v. Auffenberg notwendig geworden. Gras Khuen hatte in der Sonntagsaudienz vergeblich den Rücktritt des Kriegsministers gefordert. fordert, alle Verfahren wegen Ucbcrtrctuitg der Vorschriften gegen, die zur Bekämpfung des Heu und Sauerwurms erlassenen Polizei Vorschriften niederzuschlagen. Soweit solche Bestrafungen statt- gesunden haben, Strafe und Kosten zu erlassen. Ferner soll durch Belehrung auf den Wert der Bekämpfungsmaßregeln hingewiesen werden. ___________________________ Deutsches Ueieh. Die neuen Wehr vor lagen haben in parlamentarischen Kreisen, so schreibt man uns aus Berlin, nicht weiter überrascht, da ihr Inhalt größtenteils bekannt war. Die Fraktionen des Reichstags werden noch im Laufe dieser Woche zu den neuen Wehrvorlagen Stellung nehmen. Wie verlautet, beabsichtigt auch der Reichskanzler sich mit den Führern der Parteien über die parlamentarische Behandlung dieser Vorlagen ins Einvernehmen zu setzen. Die erste Lesung der Wehrvorlagen wird bereits zu Beginn der nächsten Woche stattfinden. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet: Auswärtige Blätter brachten kürzlich Auszüge aus einem Theaterstück, als dessen Verfasser oder Mitarbeiter der Kaiser bezeichnet wurde. Auch hier handelt es sich mit dem Beiwerk um eine Ente. Aus Breslau wird berichtet: Der Herzog von Ratibor, der Vorsitzende des Ehrenausschusses für die Ausstellung der Jahrhundertfeier der Freiheitskriege, hatte Gelegenheit, dem Kaiser über die Fortschritte dieses großen vaterländischen Unternehmens der Stadt Breslau Bericht zu erstatten. Der Kaiser interessierte sich lebhaft für die Ausstellung und versprach, aus feinem Besitz Gegenstände zur Verfügung zu stellen. Er ermächtigte den Herzog, zu erklären, daß er die reiche Beschickung der Ausstellung wünsche. Der „Vorwärts" meldet: Tie sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschloß, die vom Budgetausschuß bereits bewilligten 650 000 Mark zur vorüber- gehenden Verstärtung der deutschen Schutztruppen in China abzulehnen. Der langjährige Führer der badischen Temokratie, Dr. K a r l Heimburger, ist nach längerer schwerer Erkrankung gestorben. Heimburger, der seit längerer Zeit in der Heil- und Pflegeanstalt Jllenan untergebracht war, litt zuletzt an völliger Trübung feines Geisteszustandes. Als Mitglied des Landtages für Lahr-Land nahm er namentlich hervorragenden Anteil an der Jnangurierung des Großblocks im badischen Landtag, in dem er zuletzt auch als zweiter Vizepräsident amtierte. Sein Mandat legte er schon vor längerer Zeit nieder. Es wurde in der Ersatzwahl von der Fortschrittlichen Volkspartei behauptet. Die „Tägliche Rundschau" meldet aus München: Dr. Heim hat die Kandidatur für den durch den Tod des Abgeordneten Aich dichter verwaisten Kreises Pfaffenhofen angenommen. Anslanv. Ter niederländische F in a n z mi n i st e r legte der niederländischen Kammer einen Gesetzentwurf zur Ergänzung des Münzgesetzes vor, der es ermöglicht, unter der Kontrolle der Kammer Geld auch aus Silberbarren zu prägen, soweit die Umlaufsbedürfnisse dies erfordern werden. Ter Minister erklärte, daß der Gesetzentwurf ausdrücklich verlangt, daß das zur Ausprägung gekaufte Silber zu Lasten des Budgets gehe. Tie Prägungsgewinne aus Silber werden den Spezialfonds zur Teckung der aus der Münzentwertung und Umschmelzung 5chwimmende Eisberge. Tic Katastrophe dcr Titanic, dic bei ihrer ersten Fahrt durch ben Atlantischen Ozean durch ein dunkles Verhängnis das Opfer eines treibenden Eisberges geworden in, führt von neuem die schweren Gefahren vor Augen, die diese aus fernen arktischen Regionen südwärts tmrd) die Weltmeere schwimmenden Glctscher- gebilde für die Schiffahrt darstellen. Alljährlid) um die gleiche Zeit mehren sich die Unfälle, dic auf dcr Schifsverkchrsstraße nach Amerika durd) Eisberge hervorgcruscn werden, dic Erfindungen der Neuzeit haben unsere Verteidigungsmittel gegen diese stete hlesahr kaum zu bereidjern vermocht; die Unglückschrouik des Seeverkehrs wird von Jahr zu Jahr durch dic Eisberge um neue schmerzliche Blätter bereichert, und für das geheimnisvolle Verschwinden mancher großer Tamvfer wie etwa der vor Zähren ver fd)»Uencn „Naronic" und der spurlos verschwundenen „Huronian" faiid man nie eine andere Erklärung als die Annahme, daß die schifte mit Eisbergen zusammenstießen und von den aus ihrem Gleichgewicht gebrachten Eismassen jerfdimcttcrt worden sind. Bei klarem bellen Weiter bietet ein Eisberg ein herrliches Naturschauspiel, dem man sich in sorgloser Bewunderung hin geben darf, denn man kann der Gefahr mühelos auswuchen: bei Nebel aber kann nur ein pausenloser scharfer Ausguck das Gespenst eines Zusammenstoßes mit diesen Eisinseln in seiner Un Heimlichkeit schwächen. Die eigentliche Gefahr liegt nichts in dem Anprall selbst: die modernen Schifssbaulen sind durd) die Schotten •äntcilung gegen eine Verletzung an einem bestimmten Teile des -Schiftsrumpfes gesichert, selbst mit einem völlig zertrümmerten Bug würde ein Ozeandampfer seine Reise fortsetzen und den Hafen erreichen können. Tic sd)were Gefahr liegt in dem empfindlichen Gleichgewicht jener riesigen Eismassen verborgen: bie Eisberge ragen nur mit einem N e u n t e 1 ihres Gewichtes über die Oberfläche des Wassers, die größere Wärme des See- ivassers und die Einwirkung der Luft fressen sozusagen den schwimmenden Gletscher an, sein Gleid)gewicht wird unterhöhlt und oft .genügt ein schwacher Anprall, ja der Stoß einer Hand, um eine dieser gewaltigen Eisanhäufungen zum Kentern zu bringen. Das Fahrzeug, das dann von diesen stürzenden Bergen erfaßt wird, i)t in vielen Fällen rettungslos verloren, es wird unter dem Gewicht des Eisberges erdrückt und zerschmettert. So kann cs vorkommen, daß Eisberge, dic dem Auge des Laien verhältnismäßig klein und itngefälwlich erteilten, furchtbare Zerstörungen anriditen. Aber man hat schon oft, und dabet gerade in der Nähe dcr verkehrsreichen Lchiffahrtsstraße bei Neufttndland Eisberge von so gewaltigen Ausdehtrunaem aelich^ iv mon nur mit w"i^vollem Staune« diesem machtvollen Naturschauspiel gegenüberftcht. Im Januar 1903 beobachtete der englische Klipper „Loch Torndon" östlich von den Falklandinseln Eisberge von 1000 Fuß Höhe über dem Meeresspiegel und über diese himmelanstrcbcnden Riesen ragte trotzig ein noch höherer Gipfel empor, der 1500 Fuß über der Wasserfläche endete. Das heißt also, daß das mächtige Gebilde 12 000—13 000 Fuß inner den Wasserspiegel hinabreichen mußte. Früher wurden solche Berichte über gewaltige Eismassen in den gemäßigteren Zonen für übertrieben gehalten, allein genauere Messungen haben die Schätzungen durchaus bestätigt. Aber die großen Abmessungen der Eisberge beschränken sich nicht auf die Höhe, aud) in der Länge kommen sie oft stattlichen Inseln gleich. Im Jahre 1854 wurde ein Eisberg beobachtet, der viele Meilen lang war: ein Auswandererschift geriet in eine Bucht dieses treibenden eisigen Erdteils, vermochte den Ausgang nicht mehr zu erreichen, die Eismassen schoben sich zusammen: nicht einer von der zahlreichen Besatzung entging dem Tode. Tie gefährlichste Zeit ist nun gerade -das Frühjahr und dazu kommt, daß östlich von Neufundland im Atlantischen Ozean die Eisgefahr mit Nebel verknüpft ist: die starken atmosphärischen Einwirkungen der Eismassen auf die Lust bringen selbst diesen Rebel hervor. Im April 1903 wurden in einer Woche von 82 Schiffen, die amerikanische Häsen anliefen, ein oder mehrere Eisberge gesichtet: die folgende Woche ergab 85 derartiger Berichte. Tie Seeleute kennen die ihnen drohende Gefahr und pflegen besonders im Frühjahr auf der Fahrt nach Neuyork einen südlicheren Kurs zu steuern, die sogenannte Wintcrroute. Ob die „Titanic" in dem Bestreben, einen Schnettig'keitsrekord aufzustellen, bei ihrer ersten Fahrt diese Vorsicht nicht ganz aw- wandle, werden erst spätere Berichte aufklären: die grauenvolle Katastrophe, die wohl Das furchtbarste Unglück ist, das die Pas- sagierschiifahrt bisher verzeichnen mußte, weist übrigens mit einem Ereignis aus dem Ende der 70er Jahre manche Parallelen am, nenn aud) damals ein gütiges Geschick das ^dilimmite noch abwandie. Doch d s Cofer des Zusammenstoßes mit einem Eisberge war aud) damals ein neuer Tampfer, der sich rühmen loniiie, ? •: schnellste Schiff der Well zu sein, der Guion-Tampfer , Arizo:: - Auf der Fahri von Neuyork nad) Liverpool trieb jener f. als als Windhund der Meere viel bestaunte Passagien- dampiee an den Grand Banks mit voller Fal)rt im Nebel aut einen kolossalen Eisberg. Der Stoß war in seinen Wirkungen furchtbar, der Bug der „Arizona" mürbe völlig zertrümmert, starke Stah.batten knickten nie Strohhalme zusammen. 550 Menschen befanden sich an Bord. Aber damals gelang es, das schwer- besd>ädigte Schiff das jeden Augenblick zu sinken drohte, nock) glücklich bis in den Hafen von Sankt Föhns zu bringen. Augenzeugen nannten das Gelingen dieser Fahrt auf Tod und Leben ein Wunder: im Hafen fand man im Vordersteven der Arizona mehr als 200 Tonnen Gletschereis. In neuerer Zeit pflegen fick) die Schiffe zur Warnung bie Lage beobachteter Eisberge brahtlos mitzuteilen. Man hat auch versucht, aus Beobachtung der Temperaturschwankungen bie Nähe von Eisbergen beizeiten iestzustellen, aber in ber Praxis sind alle biefc Versuche mehr ober minber gescheiten. Nur ein icharses Aussd)auhalten vermag bie Nähe eines Eisberges zu verraten: alle anberen Mittel haben sich bisher als trügerisch erwiesen, ^as scheint aud) bie grausige Katastrophe ber „Titanic" wieder zu beweisen. * — T e r 2 9. deutsche Kongreß für innere Medizin, ber vorn 16. bis 19. April in Wiesbaben ftattfinbet, ist in diesem Jahre noch stärker als in den Vorjahren besucht. Heber 500 Aerzte aus allen Teilen Deutschlands sowie dem europäischen und außereuropäischen Ausland sind zu, den Verhandlungen, die im großen Saale des Kurhauses ftattfinben, erschienen. Geheimer Medizinalrat Prof. T. S t i n tz i n g - Jena eröffnete die Verhandlungen. kf. E i n Edelstein von 200 000 Karat ist vor kurzer Zeit in dem brasilianischen Staate Minas Gcraes gefunden worden. Es handelt sich nad) einem Berichte ber „Wissenschaftlichen Runbschau" um einen Aquamarin, einen blaugrünen Stein, bei nad) Form unb Zusammensetzung zur Familie bes Beryles unb Smaragds gehört. Ter Riesenkristall hat bie Form eines etwas unregelmäßigen, sechsseitigen Prismas, bas an beiden Enden ab- aeilacht ist. Tie Länge beträgt 48,5 cm, der Durchmesser^ 42. Tas Gewicht dieser Edelsteinmasse beläuft sich aut 110,5 kx. Tabei. ist die Klarheit und Turchsichligkeit dcs Steines so groß, baß man auch in ber Längsrichtung burch ihn hinburch sehen kann. Ter Schätzung nach könnten aus biesem Riesenkristall,200 000 Karat Aquamarine verschiebener Größe unb cbelster Beschaffenheit herausgeschnitten werben, was hoffentlick) nicht geschieht, da dieser Stein einzig in seiner Art ist, und als Naturdenkmal autbewahrt werben sollte. ~ . — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen- schäft. In München ist am 13. April Professor Dr. Johann Bavt. Messerschmitt, Konservator am Erdmagnetischen Observatorium im 51. Lebensjahre gestorben. — In P ra g ist der Universitätsprofessor. Hofrat Alfred Pribram im Alter von 71 Jahren gestorben. spiele werden an den nächsten Abenden fortgesetzt. kreis Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der seit Landkreis Gießen. I öec letzten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu- und Ab- = Utphe, 16. '2lpri(. Heute mußte auf Anordnung Wanderungen, sowie des entsprechenden UeberschnsseS der Ge- des Kreisgesundheitsamts eine weitere blättern- bürten über die TterbefäUe am 1. April 1912 mit rund sehr viel treibende Eisberge Vorkommen, wcsha.b d^e Schis e im Winter die sog südliche Route wählen, um wenigstens einigermaßen sicher zu sein. Warum aber die Titanic, ml der übrigens auch 7 Millionen Briefe und andere Postsachen verloren gingen, den nördlichen Weg wählte — wenn nicht wegen des Rekords — das bleibt abzuwarten. Rach einer Meldung der „Boss liegt die „Titanic zwischen Sabsee Island und Kav Race m einer Tiefe von 1700 Faden. Es wird kaum möglich sein, von den SchiffstiLmmern Luftßctnffahrt. Die Ueberleaenheit der deutsche» Luftschiffe. In einem fesselnden Aufsätze, der in Frankreich mit recht gemischten Empfindungen ausgenommen werden dürfte, zieht der General Cherfils einen Vergleich zwischen den Luftschiffen Teutschlands und denen Frankreichs und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß die Zeppelinschen Lustkreuzer gegenüber den französischen Lenkballons eine schlechthin „zermalmende Ueberlegen- heit" aufweisen. Ter französische General weist zunächst auf die zahlenmäßige Ueberlegenheit von Teutschlands Luftflotte hin und vergleicht dann die Leittungsfähigkeit der deutschen und französischen Luftschisf- tvven. „Nehmen wir auf beiden Seiten den besten und vollendetsten Typ, für Frankreich den „Adjudant-R6au" und für Deutschland den Zeppelinschen Luitkreuzer. Tas deutsche Luftschiff hat eine Geschwindigkeit von 70 km in der Stunde, das französische 50. Ter deutsche Lustkreuzer manövriert gegen einen Wind von lo Sekundenmeiern, der französische nur gegen 10. Ter „Adjudant- Reau" vermag ohne Wind 1000 km zurückzulegen, der Zer* velin dagegen bentzt einen Aktionsradius von 1500 km. Tie neuen deutschen Luftkreuzer werden eine Art Kamin aufweisen, bi r von oer Gondel zur oberen Plattform des Schifssrumpfes lührl. wir werden später sehen, welche gewaltigen militärischen Vorteile diese Einrichtung _ mit sich bringt." General Cherfils vergleicht dann die Luftschisfschuppen Teutschlands mit denen Frank- icK. ^.eutichland verfügt über 25 große ständige Schuppen, die den Luitkreuzern als sichere Häfen und Ankerplätze dienen und die io groß und, daß sie mehrere Fahrzeuge aufnehmen können. Za zählte, daß er am 12. April von vormittags bis abends 9Jlfcr in stetigem Funkenspruch mit der „Titanic'' gewesen lei. öie er» hielt von der „Touraine" genaue Nachrichten über die Lage der Eisfläche, die die „Touraine" zu panieren gehabt hatte, joroic über Die Höhe zweier in gewisser Entfernung von der „Lourame ivahrgenommenen Eisberge. Ter Kapitän der „^ilanic dankte öurd) F-unlspruch höflich,t für diese wertvollen Mitteilungen. Tie im Laufe des Vormittags bei uns emgclaufcnen Drahtnachrichten geben wir in der Reihenfolge des Eingangs im folgenden wieder: , .. Londoii, 16. April. Während der Nackt waren die Bo» amten der drahtlosen Stationen an der amerikanischen Küste unablässig bemüht, Nachrichten von den Schiffen zu erhalten, die Der „Titanic" zu Hilfe eilten, nachdem diese deren Geiahrensignal erhalten hatten. Tie Nachricklen, die sie bekamen, zeigten, Daß das erste Hilfsschiff, das den Ort der Katastrophe erreichte, nur noch feststellen konnte, daß die „Titanic" 2 Uhr 20 Minuten morgens gesunken war, vier Stunden nach dem Zuiammen- stoß mit dem Eisberg. Nur Trümmer und einige Boote mit Passagieren waren zu sehen. Tie Passagiere wurden aul die westwärts fahrende „Carpathia" übergeführt, die letzt nach Ncu- york unterwegs ist. Tie Liste der Geretteten zeigt, daß an Boro der „Titanic" größte Manneszucht geherrscht haben mutz, xie Mehrheit der geretteten Frauen und die Mehrzahl der geretteten Männer sind verheiratet. Während der ganzen Nacht waren die Bureaus der White Star Linie von verzweifelten Verwandten und Freunden der Verunglückten belagert, denen die Beamten nur mitteilen konnten, daß die „Californian" in ber Öonnung, noch Ueberlebende zu finden, am Orte des Unheils zurückgeblieben sei. Tie vermißten Passagiere sind wohl kaum noch am Leben. Boston, 16. April. Ein drahtloses Telegramm von geuern spät abends von der „Olyvic" besagt, daß die „Carpathia mit 868 Passagieren der „Titanic" und zwar weist Frauen uiw Kindern auf dem Wege nad, Neuyork sei. imc Meldung schließt Damit, daß ernste Besorgnisse für das Schicksal der übrigen Pm- sagiere und der Besatzung gehegt werden. — Rach einer Lloyd» Meldung aüs Montreal sind etwa 67d Passagiere und 200 Mann Besatzung gerettet worden. . . t .. Neuyork, 16. April. Tie „Virginian meldet, sie sei zu spät gekommen und habe keine Geretteten an Bord. Auch die „Parisiana" hat keine Geretteten ausgenommen. Tie Zahl der an Bord der „Carapathia" befindlichen Geretteten beträgt nad, den neuesten Meldungen 8 00, demnach sind etwa 1550 Personen umgefommen. Neuyork, 16. April. Ter Kapitän der „Carpathia hat an die Cunard-Linie telegraphiert, er habe achthundert Ueberlebende von der „Titanic" lan Bord und fahre langsam durch die Eisfelder hierher. . Neuyork lb. 'april. 'alle Meldungen stimmen bann überein, daß keiner der Dampfer, der die drahtlosen Hilferufe der „Titanic" vernahm, rechtzeitig eintraf. Die „Carpathia" traf zuerst ein. Sie fand die Rettungsboote mit Ueberlebenden vor, welche auf einem 21 Meilen weiten Eisfelde verstreut waren. Angesichts der starken Eismassen konnte die „Carpathia" biekUcber- Lcbcnbeii erst nad) Stunden aufnehmen. Die Mehrzahl der Ueberlebenden war notdürftig gekleidet. Die Boote trieben in ber großen Kälte und im Sturm stundenlang umher, bis die „Gar» patljia" gesichtet wurde. Vor dem hiesigen Bureau der White- telle kann eme befonbere I gete^t, öag der eigentliche Urlpeber und Hauptmacher bei den Ortszulage gewährt werden. Defraudationen der Zigarrenl)ändler N. sei, während er (Jakob- " Bon der Hassia. Die Hauptversammlung derlsohn) nur als Werkzeug von diesem benützt worden wäre. N. Kriegerkameradschaft Hassia tagt am 16. Juni zu Nieder- leugnet jede Mitschuld. . Olm. Damit soll eine Ausstellung von Plänen zu .o ai r c cj. Ehrentafeln für KriegSoeteranen verbunden werden. X Mudersbach, 16. April. In unserem ~ ^chen, *- Im Kolosseum begann gestern abend bei ziemlich daS dem Zigeuner Ebender als Schlupfwinkel dienen sollte, gutem Besuch das Gastspiel des angekündigten Bohöme-Ensembles. kam es SaniStag nachmittag zu einem großen Tum ult. Tie Hauotmitglieder sind gesanglidi sehr begabt und dienen der Gegen 5 Uhr trafen über 100 Bauern in Gemeinschaft . heiteren Muse mit viel Geschick und Laune, ^ie lebhafte „Exzentric-l y ß Gendarmen ein , die vergeblich die großen «« .Wmn°,b-ch »„„ braunen diertcs Gesangsduo die llntcrbaltung weiter übernahm und der Gestndel abgesucht hatten. Hier umstellten |ie die Wohnung erste Charakterkomiker Tilgner mit klangvoller Stimme die Lach- kineS Einwohners, drangen in sie ein, durchsuchten Haus und Iu|t der Anwesenden cnvecne. Amüsant war der Vortrag über benI 5chcucr fanden aber nirgends eine Spur. Leider gingen die Kuß, wobei der Darsteller sehr geschickt und hockst komisch die minner in ihrem Eifer m weit sie richteten Ber- rhetorischen Eigentümlichkeiten der Vertreter aller Fakultäten her- erregten -Wanner m ihrem ^.fer zu weit, ]ie richteten -ber auskehrte. Derselbe Künstler sang später einige griechische Bal- wustungen an und zerstörten HaushaltimgSgegenstande, was laben, die in ihrer lustigen Eigenart lebhaft beklatscht wurden, besser unterblieben wäre. Die Leute, die Ebender mit Dkund- Auch die übrigen Mitglieder des Ensembles, unter denen Mitzi Vorrat versorgt haben sollen, wurden noch am Abend auf Mogler als forsche und itimmbcgabtc Soubrette hervorragt, traten Rüraermeisteramt 5whensolrns verhört verschiedene Male auf, und zum Schluß vcrstieg man sich zu "m Bürgermeisteramt Hohem01 ms verhört. einer Operettenburlcske, mit dem Motiv ber reisenden Balkan^ I w- Frankfurt, 16. April. Rach Mitteilung des fürsten, die sich wirklich sehen und hören lassen konnte. Tie Gast-I Statistischen Amts ist die Bolkszahl für den Stadt- kranke fremdländische Arbeiterin aus dem Arbeiter- 424 800 anzunehmen. gehöft Utphe in das JsolierhauS nach Gießen verbracht — werden. ES handelt sich um eine 17jährige Polin, die T)»r Untekaana ÖCF SitOttiC. früher nie geimpft worden war und von den anderen Er-l y y ~ . krankten anqestcckt den Ansteckungsstoff schon in sich trug, ! , Die geringen Hofsnungen, die man noch für das Schick- ohne äußere Erscheinungen zu birten. Die am 7. d. Mts. sal der -Pastagiere der Titanie, des größten Dampsers, der vollzogene Sck)utzpockenimpfung war daher resnltatlos. s ah re n ha t, h e g e ii konnte, haben sich nicht Vüvinn-n ersüllt. Nur verhältnismäßig wenige konnten sich in die m ... . ir -vuvingcn. . , Rettungsboote verschiffen und auck) von diesen wenigen Büdingen, lo Aprib (S ch 0 s f e n g e r i ch t s 11 tzu n g.) no(^ manche in den eisigen Fluten des mit Eisblöcken Der Kaufmann und Gastwirt W. L. in Düdelsheim wird wegen s-n?»Prpd Opfnn unternennnnpn liniere Betrugs in eine Geldstrafe von 2 0 Mark oder 4 Tagen Ge- besäten Meeres (stehl. Feuilleton) untergegangem Unsere fänani-5 verurteilt. - Der Fabrikarbeiter W. D. aus Barmen gestrig- Meldung, daß Isoo Menschen u m g e I o m • wird wegen Bettelns zu einer Woche Haft verurteilt. — Der Imen seren, bcstatigt sich leider in vollem Umjang, ja, Dienstknecht H. Sdi. von Bermuthshain, letzt in Wenings, hatte manche Drahtnachrichten sprechen sogar von einer noch gegen einen amtsridncrlichen Strafbefehl Einspruch erhoben. Er größeren Zahl, während im ganzen nur 598 Personen, wurde wegen Nichterscheinens des Angeklagten lostenfällig ver- meist Frauen und Kinder, gerettet werden konnten. loorfeit. — Der Gerber M. H. aus Gleichwitz wird wegen Bettelns (?$ steht damit leider fest, daß es sich um das größte JU 4 SBodxu »oh »mirteilt. Tie erlittene Unttrfutiungätaft u Iüd handelt, das die Geschichte der Lchijjahrt kennt, wird ihm ausgerechnet. — Der Glasmacher O. H. M. von Bu \h* anheren Sectataftrotihen seither haben viel me» dingen w.rd wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 30 Mk. I ben” ““c. ®ee>_£ oder 10 Tagen Gefängnis verurteilt — Der Taglöhner A. K. Niger Opfer gefordert. 1500 lebendige Menschen, mit einem aus Waldenburg wird wegen Bettelns zu einer Woche Hast ver-1 Herzen wie wir, mit Hoffnungen und Grmartungen wie urteilt, -llad) verbüßter Strafe wird er der Landespolizeibehörde wir, Menschen, die für andere vielleicht das Liebste und überwiesen — Der Ticnstknecht I. K. R. in Wissell>eiin bei Bad^ Teuerste waren, was sie auf der Welt besaßen, diese 1500 Nauheim wird wegen Hausfriedensbruchs zu 2 Monaten Gefäng- Menschen in ohnmächtiger Verzweiflung, ben g.w ssen Tod n»s verurteilt Wegen Bedrohung erfolgte Freisprechung. vor Augen, müssen sie mitten aus dem Leben heraus mit — Nidda, 1 /. Aprih Aus Veranlassung der H a n d-l unerbittlicher Grausamkeit in das nasse Grab, das ihnen • %mi(nur ta9' J^en 13. d. M., nachm schreckliches Verhängnis bereitet hat. Sibk “JXena&e^berC^iTV'Unr ck f ll Vt^n'o «'»"• -s die Inhaberin des Schisses ihren der G i'R II c n öVü f u 11 a e n im Großh-rzogtum^ äef?en Kapitän, der mit umgeiammen ist, tatsächlich beantragt hat, statt Dn Zweck der Bnlamm 7na AusiÄcke mit dieser ersten Fahrt einen neuen Rekord auszustclten, über die im Lauf der Zeit gesammelten Erfahrungen herbei I 1 bie oollc Serantroortung für das surchterliche zuführen, etwaige Wünsche auf Aenderung oder Verbefsc- doch bekannt, baß um biefe Jahreszeit in rung des Prüfungswesens zu hören und ekner Besprechung d» an sich ichon meist nebeagen Gegend von Neusunbland zu unterziehen. Anwesend waren von ber Hanbwerks kaminer das Vorstandsmitglied Sames-Darmstadt und Syn 1 dikus Engelback)-Darmstabt, die Vorsitzeiiben der Orts- aewerbevereine, Innungen, Gesellenprüfungsausschusse. sowie eine Anzahl Prüfungsmeister des Gesellen-Prüfungs- ausschusses Nidda. Nach Begrüßung der Versammlung durch Herni Sames leitete Syndikus Eng elbach mit einem kurzen Vortrag über das Prüfungswesen die Verhandlungen ein Er besprach die Frage ber Zulassung zu den Prüfungen, die Abgrenzung der Bezirke, die Prüsun- gen der in Großbetrieben ausgebildeten Lehrlinge, die mittag Stoffarben Cremefarben flüssig und in Paketen Stärke, Borax Glanzstärke Javellwaner Chlorkalk ■Ui ^.abends 9 iu . «len sei '» über d e 9?' - lbt hatt. »der 'N?° 'N"° üb-r EL-? SB? >^'NM Boote S ! x;? tben «ui die I Neu. RW daß an Bord r wen muß. % Ml der geretteten I >°nzcn Nacht w° n WÜMetw™ 1 \ ’JJ der tzoisnung, 5? 8 ^geblieben l,um noch am Leben üegramm con gestern I QB Die, „Carpathia" R nmst Frauen und I r'e Meldung ichließi der übrigen Pas. ^cach einet Lloyd- Mre und 200 Aiann » inian" meldet, fiel retteten an Bord. : etteten ausgenommen, ndlrchen Geretteten be- • demnach sind etwa der „Carpathia" hat habe achthundert Bord und sahre lang. n stimmen darin über» ahtlosen Hilferufe der Tie „Carpathia" traj nit Ueberlebenöen vor, iselde verstreut waren. „Carpathia" bie.Ueber« ie Mehrzahl bet lieber. Boote trieben in der umher, bis die „Car- en Bureau der White-1 Szenen von armen und rmutung ausgesprochen, e jertriimmert. Unter 79 Männer. sibent der White Grand agieren der ersten filafie eren der zweiten «lasse he TamOl „Niagara", and sich am Mitwna mit" gesunken ist und i, daß der Kommandant te dichter Nebel. Tai lies, stick zueck mehr ein heftiger Stoß er- , stürzten zu Boden < ud)t des Anpralles >n> - -rbrachen. AngsterB I nmandanl stellte lopr die Meldung, daß te -n könne. erettete wohlbehalten an * htlosem Wege von de« ,e Kaiser undBri^ ileibstelegramm- ierei fn i mthal, T- ztinfx»ribttt chmldt, Mr. dirn- j ean. Jacov, ^ - MS® rWs ft. PÄ 'Mr- M >ns. Stehl;, 6 er. steS?Sor3R Sttau XflU^c Iig, K Mr Georg * s, ft Anna und §^KaM , M V ■ 2eÄ* *6 ►rt »tn mit rti '»nF AygS>* ", »«s PK löau.<, Lust^'! deu^be d°s 'L- Stundst ilien iert fljft rer.E> r g^en ^ .^gen, 6 ?■_ V 1500 id . ’* DOii -urff' .1 Ä« SÄ-Äa OrK?s 3r°£f rpt^.l 1 Frankreich hat das Geni^Korps für jedes einzelne Luftschiff besonders abgemessene Schuppen errichtet, die so klein sind, daß die beispielsweise iür die „Patrie" gebauten Häfen nicht imstande sind, den „Adjubant-Rsau" auszunehmen: man hat in Frankreich nicht vorausgesehen, daß die Zukunst auch in der Luftschiss« fahrt grössere Abmessungen bringen wird. Ein weiterer gewaltiger Vorteil der deutschen Lustkreuzer sei ihre Fähigkeit, ohne Ballonet oder Ventilation zu steigen und zu sinken, und zwar schneller als die französischen „Aber der Vergleich wird geradezu schrecklich, wenn man die Verletzbarkeit, die Bewaffnung und die Kampfkraft der Fahrzeuge miteinander vergleicht. Ein Loch in ein französisches Luftschiff vernichtet sofort das ganze Fahrzeug: der Zeppelin dagegen ist in Abteilungen eingeteilt, die die Folge einer Verletzung des Schisfsrumvscs begrenzen. Ter von einer Kugel getroffene Lustkreuzer kann durch Auswerfen von Ballast emporsteigen, als sei er unverletzt, kann sechs, ja acht Treffer erleiden und trotzdem weitersteuern. Und das verletzte Luftschiff kann ausgebessert und gerettet werden. Ta der Zeppelin eine starre Hülle besitzt, kann er auf seiner oberen Platö- form Maschinengewehre tragen, wäl)rend der französische Lenk- ballon sie nur in der Gondel aufnchmen kann. Ter Zeppelin hat also als Geschostfcld die ganze Atmosphäre zur Verfügung, wahrend der französische Lenkballon nur Ziele beschießen kann, die unter ihm liegen. Um also dem Feuer eines französischen Luftschiffes zu entgehen, braucht man nur höher empor- z u st e i g e n. Tiefe Ueberlegenheit der deutschen Maschine hat für uns Franzosen die verheerendsten Folgen. Ein französisches Flugzeug kann ohne weiteres einen französischen Ballon sprengen, und das könnten auch die deutschen Flugzeuge. Tie wichtigste Frage ist' nun: kann auch ein Zeppelin mit Vorteil von einem Flugzeug angegriffen werden? Tie Antwort muß lauten: Nein. Tie Flugzeuge können dank ihrer größeren Geschwindigkeit den Zeppelin einholen und überholen: aber sie haben zum Angriff nur ihr Maschinengewehr. Unsere Flugzeuge aber würden wenigstens zwei Minuten vor der Erreichung des Zeppelin eine sichere und bequeme Zielscheibe für die aus der oberen Plattform angebrachten Maschinengewehre bilden. Selbst der Kampf mehrerer Flugzeuge gegen einen einzigen Zeppelin bietet nicht viel güw- stige Aussichten, weil jedes einzelne Flugzeug von dem deutschen Luflkreuzer aus ins Feuer genommeh werden könnte. Tic Schlüsse, die wir aus diesen Betrachtungen ziehen, müssen tapfer und ungeschminkt ausgesprochen werden: gegen die deutschen Luftkreuzer sind die französischen Flugzeuge ohnmächtig, während die deutschen Flugzeuge unseren Lenkballons gefährliche Gegner fein würden. Unsere Luftschiffe aber sind den Zeppelinkreuzern auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, ihre geringere Geschwinbigkeit ermöglicht ihnen nicht einmal die Flucht. Tic deutschen Luftschiffe sind also Herrscher der Lüste und können unsere Luftschiffe, ja selbst unsere Flugzeuge verlachen, ehe wir nicht wirklich zum Kampf bewaffnete Flugzeuge haben. Tie französischen Luftschiffe aber sind keine Kriegsmaschinen, sondern schlechthin Touri st enfahrzeuge für sentimentale Seelen, die unter den Sternen eine Reise tun wollen. Gegenüber den Zeppelinkreuzern existieren unsere Lenkballons nicht." Ein schwerer Unfall Codys. London, 16. April. Der Flieger Codp wollte gestern abend in Aldershot als Passagier in seinem fünfsitzigen Flugzeug, das von seinem Schüler Leutnant Fledcher gesteuert wurde, einen Ausflug machen. Bei dem Anfahren zum Aufstieg auf der Landstraße bog plötzlich ein Automobil in schneller Fahrt um die Ecke. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, war der Flieger gezwungen, in eine Baumgruppc hineinzusteuern. Der Anprall war so gewaltig, daß das Flugzeug in kleine Stücke zertrümmert wurde. Coby wurde 30 Meter weit über einen Kanal hinweggeschleudert und erlitt schwere innere Verletzungen ,o- wie Rippen- und Beinbrüche. Codps Sohn, der sich aus einem Fahrrad in der Nähe der Unfallstelle befand, fuhr schleunigst nach Laufe, um den Unfall zu berichten. Unterwegs stürzte er an einer Straßenwendung mit feinem Fahrrad und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß er das Bewußtsein verlor. • Straßburg, 16. April. Das preußische Kriegsministerium hat der Leitung des Deutschen Zuverlässtgkeits- fluges am Oberrhein zur Durchführung dieses Unternehmens 10O0O Mark zur Verfügung gestellt. Danzig, 16. April. Ter neue Albatroszweidccker der erst am Tage zuvor von der Marine abgenommen worden wir, stürzte gestern bei einem Fluge aus nur 10 Meter Löhe a b und wurde vollständig zertrümmert. Der Führer Oberleutnant zur See Landgeld kam mit leichten Verletzungen am Kopfe davon. Boulogne für Mer, 16. April. Die amerikanische Fliegerin Q u i m b y ist heute morgen 5,36 Uhr in Dover aufgestiegen und um 7,8 Uhr in Boulogne gelandet. Sie ist die erste Fliegerin, die allein ine Meerenge über» flogen bat. vermischte». - Unbestellbar . . . Tie vor kurzem erschienenen Veröffentlichungen der deutschen Reichs-Post- und Telegraphcn-Ver- waltung über ihren Verkcl-r im Kalenderjahr 1910 bieten u. a. auch eine anschauliche Illustration des leidigen Kapitels der unbestellbaren Postsendungen. Man entsetzt sich förmlich bet ber Vorstellung, daß in einem ienzigen Jahre im Deutschen Reichst Postgebiet, bei dem bekanntlich Bayern und Württemberg mit zusammen ungefähr 9 Millionen Einwohnern nicht mittähleu, rund 4 Millionen Postsendungen, also täglich beinahe 11000 zu jenen Briefen gehören, „die ihn nicht erreichten". Welch nutzlos vergeudetes Kapital an Zeit und Mühe bei den Absendern und im inneren Betriebe der Post, die, abgesehen von den nicht zu be« fdlönigenben Fällen bequemer Gedankenlosigkeit von Unterbeanv ten, sich redlich damit plagt, die Adressaten, und wenn dies nicht möglich ist, wenigstens die Absender behufs Rück- Icitung der Sendungen zu ermitteln. Nutzlos vergeudet zum weitaus größten Teil, weil das freundliche Geschwisterpaar Trägheit und Tenkschwäche über dem Schreiber geschwebt hat, als er j. B. von irgendwo im Plattland, ohne sich als Absender genau zu bezeichnen, an Paul Schulze in Kunzendorf ober Frieba Müller in Berlin in ber rührenben Zuversicht abreffierte, Sankt Stephan werbe schon wissen, welches ber vielen gleichlautenben Nester unb welchen ber zahllosen Träger bieser beliebten Namen ber Absenbcr gemeint habe. Bei ber knappen Lälftc aller unbestellbaren Post- fenbungen gelingt es bet Post, b. h. bem Ausschuß zur Eröffnung unbefleitbarer Postsenbungen, bie Absenbcr zu ermitteln. Mehr als 2 Millionen aber bleiben enbgültig unbestellbar ober unanbringlid), wie es im Postdeutsch heißt, unb fallen nach gemessener Frist bet Vernichtung anheim. Sehr interessant ist es dabei, baß nicht alle Arten Postsenbungen diesem Lose nach dem gleichen Prozentsatz verfallen. Von den gewöhnlichen Briesen konnten rund drei Viertel den Absendern zurückgegeben werden, während bei je 100 unbestellbaren Postkarten nur in 5 Fällen der Absender zu ermitteln war, so daß mehr als IV2 Millionen, vorwiegend natürlich Ansichtskarten, wobei ber Sck>abcn ja nicht allzu groß ist, oer nichtet werden mußten. Die Gründe der Unbeftellbarfeit Wersen ein nettes Licht auf die Psyche des Durchschnittsmenschen. Unter je 100 unbestellbaren Sendungen befanden sich nur 16, die wegen Todes, Auswanderung des Empfängers und aus ähnlichen Gründen nicht zugestellt werden konnten, je 13, die postlagernd nicht ab- aeholt wurden, je 13, deren Annahme verweigert wurde, aber 58, deren Zustellung oder Rückgabe unmöglich war, »veil die Absender {ich nicht genannt hatten ober die Namen überhaupt nicht leserlich geschrieben waren. Kleine Tageschronik. Bei einem Feuer, welches in der Wohnung des städtischen Schlachthallenwärters in Remscheid ausbrach, rettete der 14-jährige Sohn seine vier Geschwister. Er drang noch mals in das Wohnzimmer, um seine Eltern, die bereits betäubt waren, ins Freie zu schleppen. Sein Rcttungsiverk mißlang. Die Eltern und ihr Sohn wurden als Leichen aufgefunden. Der bei dem Weidenthaler Eisenbahnunglück schwer verletzte Wagen Wärter Weber ist heute nachmittag l1/* Uhr im Krankenhause seinen Verletzungen erlegen. In Gl atz sind durch Kohlengase eines undicht gewordenen Leizkörpers bei der Eröffnungsfeier in der Aula des Gymnasiums 13 Schüler erkrankt, fast nur Sextaner unb Quintaner. Aerzte halfen sofort, Gefahr besteht nicht. In ber Kirche Santa Maria in Eapaceio brachen in ber vergangenen Nacht Diebe ein, raubten Kleinobien und ermordeten einen Eremiten, ber bie Aufsicht über bie Kirckw hatte, sowie einen bei ihm lebenden Verwandten. Das Stört hing hat heute cinftimmg beschlossen, 136 365 Kronen als Zuschuß zu Amundsens Expedition nach der Antarktis zu bewilligen. vüchertisch. _ „Deutsche Jugend." Unter diesem Namen gibt ber Deutsche" Jugenb - Verbanb (Geschäftsstelle Eharlottenburg 5, Fritsck)e-Str. 21) Mitteilungen heraus, von benen soeben die 2 Nummer 1912 erschienen ist. Ter Inhalt ist überaus reich- haltig unb enthält besonders Winke und Anregungen für die praktische Jugendpflege. Verschiedene Artikel behandeln den Schwimmsport, den vaterländischen Sammelsport, die Jugendwehr, die Tätigkeit in einzelnen Jugendverbänden nsw. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. Die I a g b auf bem S e l t e r s b e r g e r Fclb wird ganz besonbers durch die Rücksichtslosigkeit ber Lunbcbesitzer geschäbigt, bie ihre Lieblinge bock frei rv- vieren unb Die jungen Lasen würgen, bie Gelege der Feldhuhnev und Fasanen zerstören lassen. In neuerer Zeit treibt ein grauer Hühnerhund dort täglich sein Unwesen, zur Entrüstung ber Menschen, bie auch für bas Wilb, bas jetzt in ber Setz- unb Nistzeit sich befinbet, ein Herz haben. Erhöhung ber Hunbestener wäre am Platze. W. Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicber Wetterdienst, Gießen. Wetterausstchten in Lessen stir Donnerstag, den 18. April 1912: Langsam zunehmende Bewölkung, trocken, warm. eine bewährte Krankenkost Erwachsene bei Störungen der Verdauung, bei Schwäche u. Appetitlosigkeit. I Zum Schulanfang F. Neumeier Sonnenstrasse 20 032C6 Turnschuhe Randalen Tennisschuhe In grosser Auswahl. 2854 Donnerstag Gcbr. Llherer, ßkp lPulverniöhle) Kultursichel mit Beil Karubach, Vabnbofstr. 27. 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