Line getäuschte Erwartung fassen (leider ns rte Jualitätei itdze I iden nur I I I I I I I I I I I I ioPf.an :en ie Einsatz icken Von solchen Parteiorganen, deren schlechtes Gewesen in Sachen der Befitzbesteucrungsfrage nur allzu erttarttch .» ift letzthin der „Erwartung" Ausdruck gegeben worden, mürbe her Vorlciae von Besihsteuerentwursen ährlichcn Bei Propaganda zu machen und Viel bemerkt wird s-gr-i minister ernennt. . Ter „Tanin" weift bie von gewissen Sirenen und Blattern, vertretene Idee der Bildung eines Moalitiond» ober St o n i c n < trationskabinetts zurück. Tie Zeitung „Terschiman i- Öal-.tat" erklärt, man müsse die gefährlichen Verräter Dcriuchteu, die in D;e "Ar Ree eindringen, um 7 die Gemüter der Ottomanen zu vergiften. .... .. . ... bie Einberufung einer Versammlung der Arbetterverbande für heute durch den Stambuler Zentralklub des lungtürktfchen politische Tagesschau. Ein Zentrnmsabgeordneler über die Berliner Richtung. sig iste ihrte Marke- hitUf 65 tau lach,igall haste t worden.____________ Die Lage in der Türlei. Verschiedenen Blättern zufolge wurde der frühere Marine» Minister Mahmud Multar-Pascha zum Krtegs- Komitees. _ , . Ter Gr 0 ßwesir hielt in der Kammer eme eingehende Rede für seine innere und äußere Politik und stellte un Anschluß daran die Stabinettssrage. Ter Minister des Aeußern verlas ein Expose über die auswärtige Polit t r. Er be- tonte besonders, die Türkei werde den Strieg fortjetzen und Friedens- vorjck läge nur dann prüsen, wenn sie annehmbar jcien. xet Minister schloß mit den Porten: das ottomannche Reich wird vor dem Auslande wie ein einiger fester Block erscheinen. Ter Minister des Aeußern sagte in fernem Expofü bezüglich der Stellung der Türkei zu Deutschland und Oesterreich-Ungarn: . m . Es entgeht uns nicht, datz die Situation der Verbündeten: unseres Feindes, unserer Freunde Deutschland und ^efterreich- Ungarii gegenüber den Striegsührenden eine auverordentlim delikate ist Tie nichtsdestoweniger uns seit Beginn des Sin eg cd Gelieferten Beweise der Freundschaft verdienen unseren >cmk. 'Sie haben, sagte der Minister, «die bedeutende Rede noch in Erinnerung, die der Minister des Aeußern Gras Berchthold in den Delegationen gehalten hat. Sind die Worte eine5 bet hervorragendsten Persönlichkeiten, die mit grofter GeMiatichkeil versehenen Kinnbacken eines Tieres bestand: gewöhnlich mag; dieses mit spitzen Steinen wie mit Zähnen ausgelegte Instrument als Sichel verwendet worden sein. Tie Grabungen wurden mit großen stoßen ausgesührt; Maealister berechnet, daß in all den Fahren wohl monatlich gegen 7000 Ml. aufgeivendet wurden. » — Lconcavallos neueste Werke. Leoncavallo ist am Montag in Mailand eingetroffen, um mit seinem Verleger Sonzogno die letzten Abmachungen über sein neuestes, soeben, vollendetes Werk zu Irenen, über eine Over „3 1 g e u n c r , zu der Eavacchioli und Emanuel das Libretto getrieben haben und die bereits zu Beginn der kommenden Spielzeit in London ihre Uraussührung erleben wird. Tie Partitur liegt fertig vor. „Rach einem heiteren Zwischenspiel", so äußerte sich der siompo- nisi, „nach meiner „Kleinen Rosenkönigin" bin id) nun toieber ju. meiner echten Munftform zurückgekehrt: zu der Leiden,chattlichreit: der Bajazzi. Und ich glaube, bie Eigenschaften dieses früheren Werkes wieder erreicht zu haben, wobei ich mich al er nwoetmien Mittel her musikalischen Technik bediente. Und alles das, oijne mich von dem traditionellen Charakter der Italien.,chen Melodie zu entfernen. In die „Zigeuner" habe ich meine ganze Seele gelegt, ich folgte nur meinem Temperament and meiner Fnfpi- ration". Mit besonderem Nachdruck weist er daraus hin, daß er das moderne Orchester mit einem neuen 3 nft t u nt eii t bereichert habe, „das den Schlüssel der Violine und des Cellos umfaßt und sogar einige Noten der Baßgeige wiedergeben kann Fch habe bas Instrument vorläufig die „Conlravioltnc getauft und sie führt vielfach die Melodie". Tie Fertig,tellung tue,es Werkes hat die Vollendung der begonnenen anderen Oper ,,-r^r Marmorwald" verzögert: wie der Cvrriere della sera mittcilt, plant Leoncavallo außerdem die Komposition eines cmattigen „Ledivu a", zu dem Cappa und Cavacchwli den Text bereits vollendet haben. • — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Karl Dammann, ement Direktor der Tierärztlichen Hochschule zu Hannover 1 eiert am 22. Juli das 50 fahrige Doktor,ubiläum. — Gelegentlich der Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals bei Leipzig im Jahre 1913 wirb bie sächsische Regierung Denkmünzen prägen, für die demnächst ein Wettbewerb erlanen toerben mirb. — Professor Dr. jur. et phil. Berthold Delbrück, Vertreter des Sanskrit und der vergleichenden Sprachstunde an der Universität Jena, feiert am 26. Juli seinen 70. Geburtstag. Ter 7. Verbandstag des Christlichen Metall- . arbeiterverbandes, der innerhalb der christlichen Gewerk- . sckrasteu die stärkste Berufsorganisation darstellt, hält zurzeit in Tortmunb seine Beratungen ab. Man sieht den Verhandlungen mit um so größerem Interesse entgegen, als jedenfalls eine Aus- . einandcrsetzung mit der sogenannten Berliner Richtung zu,.er , warten steht, die die christlichen Gewerlschailen m das tonten 10- . nette Fahrwasser hinüber zu leiten sucht. Als Auftakt zu bicicr ( Auseinandersetzung kann die Begrüsuingsrede gelten, die der Gr ührer, Reichs und Landtagsabg . 1 n hielt. Er überbrachte die Grüße des Gesamtverbandes der cyrift ttchen Gcwerksck)asten Deutschlands und fügte seine persönlichen Grüße und Wunsche an. Er gehöre ja zu den Metallarbeitern und wolle in diesen Tagen mit ihnen arbeiten, -tie gegenwärtige Zeit sei für die christlichen Gewerkschaften eine friti,d,e Zeit. Nicht als ob sie überhaupt jemals nicht eine kritische Zeit gehabt hätten Aber die gegenwärtige Zeit sei doch besonders kritisch. Die christlichen Gewerksck-asten seien im Kampfe groft^ geworden, und müßten sich auch fernerhin im Stampfe neues -tcrraui erobern Wenn die christliche Gewerkschaft entern offenen Gegner gegenüber,"teile, könnte sie ihr Augenmerk auf seine Waffen lenken und ihm gegenüber die Taktik entrichten. Tie christlichen Gc- iverkschafteu tärnpften gegen grundsätzliche und politische^ Gegner mit dem Ziele der Verbesserung des Loses der Arbeiter, schwerer aber sei der Mampf gegen einen Gegner, der , eine UM eile meuchlings aus dem .Vinterhalte abschleudert. Leute, die Zitate ,am- nu-Uen, und mit unlauteren Mitteln einer an sich ,0 gefunden Bewegung, wie die christlickien Gewerkschaften cd ,eicn, hinterhältig in den Rücken fielen, müsse man als Wegelagerer bezeichnen. Wir können heute konstatieren, daß diese Angrisfe aus dem -Vniter-- lialt abgeschlagen sind in einer Weise und Mit solchem Erfolg, wie wir es nicht zu hoffen gewagt haben. >>cli stelle Die Behauptung auf, daß die Zurückweisung der hinterljaltigcn Angriffe aus katholischer Seite — Sie wissen ja, worauf ich anfpiele in einer Weise und mit einer Energie erfolgt ist, wie nie zuvor. Möglich sei es, daß der eine oder andere christliche Arbeiter durch die letzten Vorgänge an unserer Sache irre geworden sei, aber auf der anderen Seite fei die Sache der christlichen Gewerrichaften auch erflanr und aufgeblüht wie nie zuvor, ^.ie Leute, du den christlichen Gcwerksckjatten die Hemmnisse bereitet hatten, seien Die Bä ter aller Hemmnisse von jeher gewesen und ohne uc stände die christliche Gewerksckiaft heute noch ganz anders da >zeyt gelte c-5, auch in diesen Tagen der Generalversammlung der Metallarbeiter dem ganzen Deutschland zu zeigen, daß die Führer Der christlichen Gewerlschasten sich wie immer, so auch in die,er Stunde einig seien in oer Taktik bei der Verfolgung der Ziele der Gewerkschaften ; jetzt gelte es bei den Mitgliedern erhöhte Festigkeit und Prinzipientrcue zu zeigen, überall _ neue Mitglieder und neue Mitkämpfer zu gewinnen, alle christlich nationalen Arbeiter zu sammeln und sie zu wappnen gegen den Feind d's/Bottes und des Vaterlandes. Von der Dortmunder Tagung ,oUc der Borstand des Gesamtverbandes sagen, daß sie eine gute, eine vorbildliche Tagung gewesen sei. — Tie Rede wurde wiederholt durch stur- mischen Beifall unterbrochen. sEd d)Ut,1"aJrCt MW der Ausgrabungen das Einströmen der assprischen und chaldäischen Clemente verfolgen, die die ägyptische Kultur zu verdrängen begannen: dagegen sind von den Persern, die iljjc Nachfolger au, t>em blutgcbüngten Boden des heiligen „anDes wurden, nur wenige charakteristische Spuren gefunden worden _ Alexanders Eroberungszug brachte die Segnungen der hellenischen Multur, wie überall nach Asien, auch nach Geser; ein blühender Handel und großer Luxus entwickelte ,tch. ^n dem Aufstand der Makkabäer gegen Antiochus Epiphanes i vielt die Stabt eine große Rolle, denn sie wurde von den AunUinduchen erobert und die Mattabäer bauten sich hier eme feste Burg und einen schönen Palast. Welch ungeheure Nachteile der Unistand der Mattabäer für ihre Landsleute nach fich zog, geht aus.den Forschungen Macalifters deutlich hervor. Hier liegt der Anfang jener Tragödie des jüdischen Volkes, bie schließlich feine völlige Entwurzelung aus bem heimischen Boden zur tfolgc Jatte^ xer aIuo ben cm gewisser Parnpras, cm vertriebener ^prier, der jur Zwangsarbeit am Palast des Simon Makkabaus verurteilt worben war, m eine Wand des Baues einrltzte: fallen auf Simons Palast!" war prophettsa) für den Untergang des Geschlechtes und seines Besitzers. Als Die Romer rouber Wohlstand und Kultur m Palästina Derbreiteten,roar0e|ec,etblt zerstört und verlassen: ferne früheren Lcwohmr hatten ,ich in offenen Dörfern im Osten und Westen der -tadt angeuebelt. Erne bedeutende Rolle scheint die Ltadt, Die "'^rend de- erneuerten persischen Reiches wieder an,blühte, z^Zeit ^r Mreu,- iüae acroonuen zu haben, da die -pheorte Wahrscheinlichkeit hat, 6a?; ber Ämte °M°nt ©iiart" bet ittmiabret ^er mar Tiese viettausendjährige Gefcknchte hat der Gelehrte aus den mit größter Sorgfalt freigelegten Schich.en der Rumen,laue abgelcfen^ Aus den zahlrcickien Funden geht hervor, daß Ta.aftina niemals eine wirklich selbstäiwige Multur entwickelte, fondern daß es ägyptische, assyrische, hellenistische und röniifche Etmlusic tn charakteristischer Weise umformte. Durch ine Grabungen rourbc auch neues Sitbt auf die Bibel geroonen. xvc dem Moloch aespendeten Feucropfer der Erstgeborenen werden durch die Entdeckung eines „StinDerfriedhofes" mit Hunderten von Skeletten neugeborener Kinder bestätigt. c. Tic Geschichte2im,ons erfahr! emc Erklärung durch bie Freilegung von Philister-Däusern, bei denen Die wacher durch auf Steinunterlagen ruhende volzpfosten gestutzt waren: einem besonders kräftigen Manne konme ^es nicht stin, bine hölzernen Pfosten umzustürzen. Lvgar die Ge,chich.e 00m Eselskinnbacken wird aufgehelll durch den ^und^Ciner merkwürdigen und furchtbaren Waffe, Die aus Dem mit Feuersteinen entspann sich ein erbitterter Kamps, der sechs ■shinbcn Dauerte und mit einem vollständigen Siege Der italienischen Waffen endigte. Ter Feind mußte sich mit ungeheuren Verlusten zurückzichen. Die eroberte Stellung wird durch Die Italiener befestigt. Tie Agenzia Stefani veröffentlicht die Einzelheiten^ über bie Einnahme von Sidi Ali: General Garion ließ in chütze zunr Schweigen gebracht. Ter außerordentlich heftige Angruf des Feindes, dessen Mräste durch Verstärkilngen bis aut 5- ober 6000 Mann anwuchsen, wurde durch mehrere Gegenangriffe nut dem Bajonett und mit Unterstützung der gesamten Artillerie des Korps Leauio des verschanzten Lagers von «sidi-said, sowie^der Gebirgsartillerie der Reserve ziirückgeschlagen. -.'Ins der Flucht wurde der Feind durch Streufeuer der italienischen Batterien zeiftrent und vernichtet. Die Italiener hatten 16 Tote, darunter vier As'aris, unb 73 Verwundete, davon 19 Askans. Die nach dem Mampfe Porgcnommencii Erluudigungen Der verlassenen feindlichen Stcllnngen führten zu der Entdeckung mehrerer hunbert Toten. Zahlreiche Waffen, Munition und Verwundete fielen in die &änbe Der Italiener. Tte italtimg der italieni,chen Lruppen ivar sehr gut, besonders in Anbetracht der drückenden vitze. Die Don dem feit morgens wehenden Ghibliwind verursacht war. zic Stellung von Sidi Ali ist von den Truppen der Slolonnc des Generals Lcgnio, bie die di acht in den eingenommenen Stellungen verbrachten, ausreichend verstärkt worden. . Konstantinovel, 15. Juli. Tte Blatter melden, daß fünf italienische Torpedoboote in den Gewa„ern von E h i 0 s kreuze n. Ter Walt von K'ossowo ist in Prnckftina cingetroiien und verlangte Verstärkungen. Ter Gendarmcrie- fommanbant von Mumanowa ist desertiert. . In Syrien sind zwei italienische Spione ver- •ft, ist letzthin der „Erwartung" Ausdr . würde der Vorlage von Besitzft .• den Reichstag gar nicht erst bedürfen, da Die > ünstige Finanzlage des Reiches die Ausschreibung Hinter Steuern überflüssig mache: eine Erwartung, btc >ch dadurch nicht irre machen ließ, daß ein pofttiver Bc- ililufi des Reichstages vorliegt, dessen Ausführung eine rfassungsmäßige Pflicht der in Frage kommenden Ressorts irftellt. Aber auch die sachlichen Voraussetzungen jener cwaitung stehen auf so schwankenden Füßen, daß man -■t amtlicher Stelle die Notwendigkeit erkannt hat, ihnen schon jetzt zu Leibe zu gehen, um die trügerischen 5?off- 1 um gen sich nicht erst festfetzen zu lassen. In einer, ihrem mzen Zuschnitt nach ersichtlich offiziösen Auslassung der gerl Pol. Nachr." wird darum die angeblich so „günstige ' inanzlage des Reichs" in einer Weise beleuchtet, welche bic . twarmngen" der besitzsteuerfeindlichen Interessen gründ- i chsk zerstört. Die „B. P. N." geben zu, daß der Endabschlutz b r Reichsl>auptkafse für das Rechnungsjahr 1911 günstig 7 wesen ist und daß ein Uederschuß von einer Viertel- irilliarde Mark, wie er sich dabei herausgestellt hat, bis t) bin überhaupt noch nicht verzeichnet werden konnte. 2 oer dieser Ueberschuß ist bekanntlich^bereits in die Rechlfing der nächsten, bis zum Enoe 1917 währenden Finanz- u riobe eingestellt, seine Verwendung ist festgelegt: darüber hinaus wird mit ihm nicht gerechnet werden tonnen. Wie 1 i) im laufenden Rechnungsjahre die Finanzlage des Reiches gestaltet, muß zunächst einmal überhaupt erst al^ gewartet lverden. Die crften beiden Mon.'te haben, nach der genannten offiziösen Quelle, bei den hauptsächlichsten »nahmequellen nicht schlecht abgeschnitten; es müsse aber t irauf ausmertsam gemacht fvcrden, daß die tatsächlichen Lerhältnisse eine Entwicklung annehmen, die aus ein w ei- Irres ebenso günstiges s i n a ii z i e l l e s Ergeb- I nig einer sehr bedeutenden Einnahme nicht rechnen lißt. Tie diesjährige Ernte verspricht recht gut zu werden, "-as ist für die Landwirtschaft ein Segen und für Die Mon- fumenten ein Vorteil. Eine gute ernte stellt überhaupt eine Befruchtung für die ganze Volkswirtschaft dar. gut bie Reichsfinanzen aber hat sie unangenehme fr ß I fi H S i-uennnl ivccbentLKreiS: Kl M ffl hUX H u [Xf Fl |9 M V-*Y lu H Öl BO jabrL auSschl. Besleug. ;iurbtnKrtis6iebtn ■ ■ ■ ■ BT k-'j .( ; - V*A Vx JL ■ tij ■ ■ ■ ■ Wk ■ wf ■ HL ■ Kj x y B Bl v zveimal inonatl. Land- Ur VflF M B B V B Ef wF Ehefredakieur:AGoetz. r irt|d}aftlidie Scitfraatn BB AW Vcrantworilich für den s ernfprech - Anfchlufse; 1x^7 politischen Teil: August LL-MM General-Anzeiger für Oderhesfen imiahmt1 von Anzeigen Rotationsbrut! und Verlag der Vruhl'fchen Univ.'Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedilion und Druckerei: Schulstrahe 7. S.c->eb: sür den u! ÄnE Büdingen: Fernsprecher Nr. 2b9 Sefchäslrstelle vahnyofftrahe lb«. Anzeigenteil- H. Beck. die Politik der österreichisch-ungarischen Monarchie, die ebenw wie wir an der Aufrechterhaltung des Friedens am Balkan interessiert ist, nicht ein glänzender Beweis der intimen Beziehungen zwischen der Türkei und Oesterreich-Ungarn? Die Kammer sprach mit 194 gegen 4 Stimmen dem Kabinett das Vertrauen aus. Konstantknopcl, 15. Juli. Die von der Kammer zur Untersuchung der Angelegenheit des Verkaufes dreier Staatsdomänen im Vilajet Adana durch den früheren Finanzminister Nail Bey eingesetzte Kommission sprach lief) dahin aus, daß der zwischen dem Finanzministerium und den französischen Kapitalilten Grasen Lesseps und Baron Vandevreeg abgeschlossene Vertrag als gesetzwidrig annulliert werden müsse. Einige Mitglieder der Untersuchungskommission beantragten Erhebung der Anklage gegen den früheren Finanzminister. Zur Verfolgung der desertierten Offiziere wurden Truppen von Monastir nach Dibra und Gorica abgeschickt. Dschavid Pascha wurde zum Kommandanten des 6. Korps in Monastir ernannt. Saloniki, 15. Juli. Den von Skutari und Elbasan abgegangenen Truppen gelang es, die A u f st ä n d i s ch e n, die sich bei Tirana und .Akdschehissara gesammelt hatten, zu zerstreuen. Wien, 15. Juli. Der Führer der aufständischen albanischen Offiziere, T a j a r Bey, betonte in einem Briefe an einen im Auslande weilenden Albaner, er habe die Anträge der Regierung rundweg abgelehnt. Er sei überzeugt, daß das übrige Offizierkorps nicht gegen sein militärisches Ehrenwort gegen die Aufständischen ziehen werde. Smyrna, 15. Juli. Hier ist eine starke Strömung gegen die gegenwärtige Regierung vorhanden. Rund 100 000 Mann sind in Smyrna zusammengezogen. Die Truppen, auf deren Stimmung das Ausbleiben eines italienischen Angriffs drückend wirkt, verlangen immer dringender Kampf oder Entlassung, damit sie sich ihren Erntearbeiten widmen können. Belgrad, 15. Juli. Ein königlicher Ukas ordnet die Einberufung sämtlicher Reservisten zu einer zwanzigtägi- ae n Hebung in den Monaten Juli, August, September an. Sämtliche Reserveoffiziere werden zu einer sechswöchigen Waffen- übung einberufen. Der monarchistische putsch in Portugal. Aus Madrid wird gemeldet: Der Minister des Innern Barroso teilte mehreren Berichterstattern mit, daß die Rote der portugiesischen Gesandtschaft mit der von der portugiesischen Regierung überreichten Note gleichlautend sei. Es sei dies ein ungewöhnliches Vorgehen. Der Minister fügte hinzu, daß die durch die royalistischen Verschwörer verursachten Schwierigkeiten zum Teil auf die von dem portugiesischen Konsul begangenen Fehler zurückzuführen seien. Die spanischen Blätter sprechen sich im allgemeinen über das Vorgehen der portugiesischen Regierung beifällig aus. Die republikanischen und sozialistischen Mitglieder des Madrider Gemeinderats haben an die portugiesische Regierung eine Sympathieadresse gerichtet. In Loures, Bucellas und zwei anderen in der Nähe von Lissabon gelegenen Gemeinden haben die Republikaner die O r t s g e i st l i ch e n vertrieben. Zahlreiche Einwohner verfolgten die Geistlichen bis vor die Tore Lissabons. Der Pfarrer in Bellas ist verhaftet worden. Tie Blätter melden noch weitere Verhaftungen, die damit begründet werden, daß in Bellas eine Empörung angezettelt werden sollte. Deutsches Reich. Der Kaiser machte am Montag vormittag in Molde rfnen längeren Spaziergang und hörte am Abend einen kriegsgeschichtlichen Vortrag. Wie die Wiener „Zeit" mitteilt, wird der Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand den diesjährigen M a - növern der deutschen Flotte bei Kiel beiwohnen. Auch €in russischer Großfürst hat dazu eine Einladung erhalten. Zu der im Marineverordnungsblatt veröffentlichten Urkunde wegen Stiftung einer Ko lo n i al d e n k m ü n z e bemerkt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Alle ehemaligen Schuhtruppenangehörigen, die nicht mehr im aktiven Dienst stehen, aber sich noch unter militärischer Kontrolle befinden und Ansprüche auf die Denkmünze geltend machen, haben zu deren Erlangung sich nicht an das Kommando der Schutztruppen im Reichskolonialamt, sondern unter Vorlage des Militärpasses bezw. sonstiger Ausweispapiere an das zuständige Bezirkskommando bezw. Meldeamt zu melden. Ehemalige Schutztruppenangehörige, die unter keiner militärischen Kontrolle mehr stehen und Anspruch auf die Kolonialdenkmünze geltend machen, wenden sich am zweckmäßigsten unter Vorlage ihres Militärpasses bezw. sonstiger Ausweispapiere an das ihrem jetzigen Wohnsitz zunächst gelegene Bezirkskommando bezw. Meldeamt. Im Auslanoe tritt bei diesen Personen an Stelle des Bezirkskommandos die zuständige Konsulatsbehörde. Ter Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg ist nach Berlin zurückgekehrt. Tie badische 1. Kammer hat das Finanzgesetz einstimmig angenommen, nachdem Frhr. v. Stotzingen erklärt hatte, es sei zu erwägen geweseü, ob man das Finanzgesetz infolge des Wstrichs der Anforderungen für die badische Gesandtschaft in München nicht ablehnen solle, wogegen Geh. Regierungsrat Lewald erklärte, daß die 2. Kammer berechtigt gewesen fei, die Posten zu. streichen. Ausland. Laut römischen Blättern hat der B a t i k a n bei der L i q u i - dation der kürzlich verkrachten Florentiner Banea per il Clero l1/* Millionen Lire verloren. Bei dem Empfang, der anläßlich des französischen National- festes auf der französische nGesanbtscha st in Brüssel stattfand, protestierte der Vorsitzende der französischen Handelskammer gegen die Angriffe, die während der Wahlbewegung Agitatoren und Zeitungen der katholischen Partei dadurch leisteten, daß sie die französischen Laienschulen als Apachenbildner des Schlages Garnier und Bonnet bildlich und wörtlich bezeichneten. Der französische Gesandte pflichtete dem Protest seines Landsmannes bei. Der russische große Torpedokreuzer „Novik" erreichte bei der ersten Probefahrt bei Reval voll ausgerüstet mit kriegsmäßiger Belastung während mehrerer Stunden eine Geschwindigkeit von 361/4 Knoten. Das Schiff ist also das schnell st e Kriegsschiff der Welt. Es ist nach den Plänen der Vulkanwerst von den Pulitowwerken gebaut und mit vom Vulkan gelieferten Maschinen und Kesseln ausgerüstet. Da bei der Fahrt nicht die volle .Maschincnleisttlng in Anwendung gebracht worden ist, ist zu erwarten, daß das Schiff eine noch erheblich größere Geschwindigkeit erreicht. \ Laut Meldung der „Nowoje Wremja" aus Tokio hat der ehemalige japanische Ministerpräsident Prinz Katsura, der im Lause dieses Monats in Petersburg eintreffen wird, den Auftrag, mit Rußland einen neuen Vertrag abzuschli eße n, in dem die endgültige Teilung der Mandschurei und der Mongolei zwischen Rußland und Japan scstgelegt wird. Sollte es zu keinem Vertragsabschluß kommen, so fei Prinz .üatsura beauftragt, einen Allianzvertrag mit Deutschland abzuschließcn. Aus Fez wird vom 12. d. M. gemeldet: General G o u r a n d ist heute früh hier cingetroffen. Seine Kolonne dürfte am 14. Juli morgens einziel-en, um an der zu Ehren des Nationalfestes veranstalteten Truppenschau teilzunehmen. Der a m c r i t q n i । d) c Senat hat die Wahl des Sena- tors L o r i m e r aus Illinois wegen Wahlbestechung für u n g ü l - t i g erklärt. Während des Bürgerkrieges sind mehrere Mitglieder des Senats wegen Landesverrats aus diesem ausgeschlossen worden, aber es ist seit 115 Jahren nicht vorgekommen, daß ein Senator wegen Bestechung seinen Sitz verloren hat. Aus Stadt und Land. Gießen, 16. Juli 1912. ** Tageskalender für Dienstag, 16. Juli. Operetten- Gastspiel uu Sladttheater: „D i e lustige Witwe'. Anfang 8 Uhr. * * ♦ Für d i e Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag, 18. Juli, nachm. 4 Uhr, ist folgende Taaesordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Ausbau der Lonystraße. 3. Baugesuch der Handelskammer. 4. Verbindungsweg von der Süd-Anlage nach der Plockstraße. 5. Anlage eines Weges am^ Fabrikgrundstück von Seuling an der Margaretenhütte. 6. lieber» brückung des Landwehrgrabens (Grenzgraben zwischen Gießen und Heuchelheim). 7. Vulkanol-Belag in der Wolken- gasse; hier: Abkommen mit der Firma C. Vetter A.-G. zu Würzburg. 8. Errichtung eines Bedürfnishäuschens am Lindenplatz. 9. Anlage eines neuen Viehmarkt- playes. 10. Entwässerung des vorderen Teils des Trieb. 11. Einführung der Berufsvormundschaft. 12. Gesuch des Friedrich Weller um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Wetzlarer Weg 65. 13. Desgleichen der Heinrich Bönsel Ehefrau für Schützenstraße 18. 14. Desgleichen des Wilhelm Mayer um Erlaubnis zur Erweiterung seines Schankwirtschaftsbetriebes im Hause Kaiser-Allee 27. * * O r d e n s a n g e l e g e n h e i t. Der Großherzog Hal der Fürstlich Erbach-Schönbergschen Beschließerin Emma Bailey zu Schönberg die Goldene Verdienstmedaille des Ludetvigs-Ordens verliehen 'und dem Rud. Zahn zu 'MormL die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von »em König von Württemberg verliehenen Silbernen Ver- »ienstmedaille erteilt. * * Erledigte Lehrer st elle. Eine Schulstelle zu Nieder-Mo ck st a d t. • • Geheimrat Dr. Ne idhart Nach kurzem Krankenlager ist am Sonntag abend im 76. Lebensjahr der Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhart, der seit 25. Jahren vortragenber Nat im Ministerium des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege war, in Darmstadt gestorben. N. ist in Altenschlirf bei Lauterbach geboren, war längere Jahre Kreisarzt und beging im Jahre 1910 sein bOjähriges Doktorjubiläum. N. hat sich besonders um das hessische Sanitätswesen sehr verdient gemacht und zur Einführung dieser Wohltätigkeitseinrichtung beigetragen. Auch als Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, als eifriger Mitarbeiter bei der Gründung der Trinkerheilstätte und bei der Darmstädter Volksküche wird N. ein dauerndes Andenken hinterlassen. * * D as Lufts chif f „Viktoria Luise" kam heute früh 93/4 Uhr auf seiner Fahrt von Hamburg, wo es heute früh aufgeftieejen war, über unsere Stadt und fuhr nach Frankfurt weiter. • • Zur Aufführung am LudwigSbrunnen wird uns mitgeteilt, daß die musikalische Leitung in den Händen des Untersekundaners Franz B a u er lag, was aus dem Theaterzettel allerdings nicht zu ersehen war. * * Ernteaussichten. Mit dem Kornschnitt ist in unserer Gegend begonnen worden. Der Roggen ergibt eine gute Ernte. Ebenso versprechen Weizen und Gerste gute Ernten. Nur der Hafer steht nicht gut, der Samen ist infolge der vorjährigen Trockenheit, wodurch sich die Körner sehr ungleich entwickelten, nicht gleichzeitig aufgegangen; die Haferäcker zeigen daher viel Nachwuchs. Die Kartoffeläcker stehen gut, nur sind leider viele Knollen nicht aufgegangen. Die Schuld schreibt der Landwirt ebenfalls der vorjährigen Trockenheit zu. * * Des Schäfers Abschied. Zu der gestrigen Notiz sei mitgeteilt, daß der veröffentlichte Abschiedsgruß nicht von dem Schäfer selbst herrührte, sondern von einigen Leuten gemacht worden ist, die dem Schäfer bei seinem Fortgang halfen. Landkreis Gießen. b. W i e s e ck, 15. Juli. In der heutigen Gemeinderatssitzung 'Erklärte vorerst der Vorsitzende, daß die Stadt Gießen nach Aussage des Herrn Oberbürgermeisters mit dem unsererseits gemachten Angebote zur Erlangung der elektrischen Straßenbahn von 30000 Mk. nicht einverstanden sei. Nach längerer Beratung wurde beschlossen, der Stadt Gießen weitere 5000 Mk., also eine Gesamtsumme von 35 000 Mk. zu bewilligen und zwar mit der Bedingung, daß die Ueberführung auf dem nächsten Wege, der Kreisstraße Wieseck—Gießen zu errichten sei und der von der Stadt eingeführte Fahrpreis bestehen bleibe. Der Gemeindevorstand beschließt weiter, daß, wenn auch die Stadt dieses Angebot abschläglich behandelt, alle Unterhandlungen abgebrochen werden sollen. Die Stellung der Wohnhäuser zur Straßenfront in der Alten- busecker Straße ergibt ein unschönes und unpraktisches Straßenbild. Der Gemeindevorstand beschließt deshalb, alle in Zukunft zu erbaueirden Hofreiten nur dann zu genehmigen, wenn sie im rechten Winkel zur Straßenfront zu stehen kommen. Weiter wurde der Ankauf von Gelände am Lichtenauer Wege beschlossen, das direkt an Gemeindegelände anschließt. Nach Besprechung verschiedener Angelegenheiten wurde die Sitzung geschlossen. =■ Kloster Arnsburg, 15. Juli. Die kirchlichen Kreise Oberhessens, die den Kampf gegen die Trunksucht führen, waren gestern hier beisammen, um sich in gegenseitiger Aussprache zu stärken und zu fördern in dem notwendigen, aber schwierigen Kampfe gegen dieses Laster. Im „Paradies" fand zunächst eine von Pfarrer Weber- LonggönS abgehaltene gottesdienstliche Feier statt, an der auch der Graf von SolmS-Laubach teilnahm. Darauf ging es in den Saal des RettungShaufeS, wo eine Erfrischung eingenommen und dann von verschiedenen Rednern die Sache der Trinkerrettung beleiichtet wurde. Eine besondere Ueber- raschung mochten den Teilnehmern einige Kinder aus Rodheim bei Hungen, die unter Pfarrer Schl of fers Leitung einige packende Gedichte zu Gehör brachten. Kreis Alsfeld. △ Niede r - Ohm e n, 15. Juli. Am SamStag wollte ein hiesiger Landwirt Klee holen. Im Begriff, auf den Wagen zu steigen, stürzte er herunter, die Kühe zogen an und der Wagen ging über seinen Körper. ES wurden ihm mehrere Rippen eingedrückt, welche die Lungen verletzten. Er kam zur Klinik nach Gießen. Kreis Büdingen. -s-Nidda, 15. Jüli. Bei der heutigen Gemeinde- rats-Ersakwahl wurden Metzgermeister Hch. Rullmann II. und Landwirt Wilh. Uyl II. gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. (!) Mainz, 15. Juli. Vor einigen Wochen wurde einem hiesigen Großmetzgermeister während der Fahrt von Hamburg nach Kiel eine Brieftasche mit 52 000 Mark gestohlen. Heute ist ihm die Tasche als Eisenbahndienstbrief leer zugegangen. Turch einige in der Tasche befindliche Reklamekarten konnte der Absender auf den Eigentümer schließen. — Von 307 Bewerbern um die demnächst zu besetzenden beiden Beigeordnetenstellen sind 35 in Frage gekommen, von denen nunmehr sechs zur engeren Wahl stehen. ch. Bingen, 15. Juli. Ertrunken sind heute nach, mittag im Rheine bei Kempten die beiden 11 unb 10 Jahre alten Söhne Heinrich und Josef des Lehrers Josef Vock m Kempten. Die Jungen waren baden gegangen und gingen plötzlich unter. Heffcn-Nassau. w. Wiesbaden, 15. Juli. Ter Magistrat hat den Ankauf des ihm von der luxemburgischen Finanzkammer zum Preise von 2 Millionen Mark angebotenen Jagdschlosses Platte bei Wiesbaden abgelehnt. Damit sind die Gerüchte von dem Ausbau des Jagdschloßes Platte zu einem Kaiserschloß endgiltig illusorisch geworden. Gießener Strafkammer. Gießen, 12. Juli. Personenftandsvergehen. Der frühere Standesbeamte P. O. von D. wurde wegen Vergehens gegen das Personenstandsgcsctz in eine Geldstrafe von 3 Mark genommen. Auf den Reichstagswahlkampf geht die Privatklage des als antisemittschen Agitators bekannten Parteisekretärs M. H. in Hamburg gegen den Redakteur der Ober- hessischen Volkszeitung F. A. V. in Gießen zurück. V. brachte im Oktober v. I. in der Oberhessischen Volkszeitung einen Artikel über eine Versammlung in' Erbenhausen, in der H. gegen die Sozialdemokratie stark ausfällig geworden sei. Durch diesen Ar- titel fühlte sich H. beleidigt und strengte Klage an, die den Erfolg hatte, daß V. von dem Schöffengericht Gießen zu einer Geldstrafe von 30 Mark und zur Vetöffentlicltung der ausgesprochenen Entscheidung in feinem Blatte verurteilt wurde. Diese Strafe erschien jedoch dem Parteisekretär H. keine angemessene Sühne und er verfolgte Berufung. In der Verhandlung vor der Strafkammer wurde von dem Gericht den Parteien ein Vergleich nahegelegt und darauf hingewiesen, daß nach Beendigung des politischen Kampfes eine Aussöhnung der Gegner am Platze sei. Ein Vergleich kam bann auch dahin zustande, daß V. die beleidigenden Aeußerungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknimmt, sämtliche Kosten trägt und die Veröffentlichung des Vergleichs in [einem Blatte bewirken muß. Da der Privatkläger selblt in dem Termin nicht anwesend war, behielten sich beide Parteien das Recht vor, den Vergleich zu widerrufen. Wahrung berechtigter Interessen. Ter Maurermeister B. M. in Großen-Buseck klagte gegen den j »chdeckermeister I. P. in Gießen wegen Beleidigung. Der Klage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde. Arbeiter des Angeklagten hatten bei einer Dachausbesserung, die sie vorzunehmen hatten, von Abbruchmaterialien, die der Privatkläger in der Nähe der Arbeitsstelle liegen hatte, einige Holzstücke weggenommen unb verbrannt und auch zur Herstellung einer Feuerstätte einige Sandsteine unbefugt in Benutzung genommen. Als Privatkläger nun brieflich 22 Mark Schadenersatz von dem Angeklagten begehrte, zieh ihn dieser in seinem Rückschreiben, über die Höl»e der Forderung aufgebracht, der Erpressung. Hierdurch fühlte sich der Privatkläger beleidigt. Das Schöffengericht erkannte auch auf eine Geldstrafe von 5 Mark. Die gegen dieses Urteil von dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde verworfen und das erste Urteil aufrecht erhalten. Die Strafkammer ging dabei davon aus, daß der Angeklagte den die Beleidigung enthaltenden Bries zm Wahrung berechtigter Interessen geschrieben babet daß er aber durch den Vorwurf der Erpressung über das Maß deS zur Jn- teressenwahrung Erforderlichen hinausgegangen fei und daß er sich auch der Rechtswidrigkeit des Borwurfs bewußt gewesen sei. Erfolgreiche Berufung. Ter Gerbermeister W. H. I. in Alsfeld war vom Schöffengericht Alsfeld wegen Beleidigung $u einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt nrorben. Auf ferne Berufung wurde das Schöffengerichtsurteil aufgehoben und der Angeklagte von Strafe und Kosten freigesprochen, da die Aussage eines so nahen Verwandten wie des Vaters des Privatklägers zu einer Verurteilung nicht für ausreichend erachtet wurde. Postwagen und Elektrische. Der Postkutscher K. M. in Gießen war vom Schöffengericht in Gießen bestraft worden, weil er int Sommer v. Js. mit dem Postpackwagen mehrfach auf dem Seltersweg vor der elektrischen Straßenbahn herfuhr, obwohl er hätte zur Seite fahren können. Er hat sich hierdurch gegen § 10 der Vorschriften über den Verkehr der Elektrischen vergangen. In der Berufungsverhandlung machte der Angeklagte geltend, daß den Posten reichsgesetzlich ein Vorrecht eingeräumt sei und daher § 10 der Sttaßenbahnvetorbnmrg keine Anwendung finben könne. Die Strafkammer als Berufungsgericht gelangte denn auch zur Freisprechung des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft focht dieses Urteil an, weil der § 10 der erwähnten Verordnung hätte zur Anwendung gelangen müssen. Das Oberlandesgericht hob das Strafkammerurteil mit der Begründung auf, daß die Tat des Angeklagten nach § 366 Zifß 2 R. St. G. B. wegen mutwilligen Verhinderns Anderer am Vor beifahren strafbar sei und dieser Bestimmung auch die Post unterworfen fei. Die erneute Verhandlung vor der Sttafkammer, an die die Sache zurückverwiesen worden war, führte zur Verurteilung des Angeklagten zu Geldsttafen von zweimal 3 Mk., wobei sich das Gericht der Rechtsauffassung des OberlandeS- gerichts anschloß. GerrchtssaaL. Sebastopol, 15. Juli. Das Marinekriegsgericht derhan« beite heute über die Aufwiegelung der Mannschaft zur Besitzergreifung des Panzerkreuzers „Joan Slatoust". 10 Matrosen wurden zur Todesstraße, 5 zu sechsjähriger Zwangsarbeit Verurteilt. handel. £ uyemburg, 13. Juli. Dem „Luxemburger Wott" zufolge hat die luyemburgifcbe Staatsregierung einem englischen Finanzkonsortium die Konzession für die Erzeugung einer Wasserkraftanlage an der oberen Sauer mit elektrischer Zentrale erteilt von der das aanze Großherzogtum mit elektrischer Energie versorgt werden soll. Die Konzeffion ist auf die Dauer von 60 Jahren gewährt. Sport» Stockholm, 15. Juli. Während des gefirmelt Marathonlaufes wurden bet Oesterreicher Slavik und 8er Portugiese Lazaro vom Sonnenstich getroffen. Während der Oesterteicher außer Gefahr ist, starb Lazaro heute morgen im Lazarett, — Im Ringen der Federgewichtsklasse erhielt der Finne Kos kelo den ersten, der Deutsche G e t st a ck e t den zweiten und bet Finne Lasanen ben dritten Preis. — Im Springen vom hohen Trampoline erhielt Miet' (Schweden) die goldene. Zürnet (Deutschland) die silberne und Blomgren (Schweben) die bronzene Medaille. — Im Gruppenschwimmen für Damen siegte England mit 5 Minuten 52,6 Sekunden unb erhielt die goldene Medaille. Zweiter toujrbe Deutschland mit 6 Minuten 4,6 Sek. (silberne Medaille), Oesterreich wurde dritter (bronzene Medaille). Im Prämienreiten fielen drei Preise an Schweden. Es folgte ein Deutscher, zwei Schweden. An dem Reiten nahmen 21 Bewerbet aus Schweden, Deutschland, Dänemark, Frankreich, beL .Vereinigten Staaten, Norwegen und Belgien teil. Verantwortlich für den politischen letl 3 L1 a n n c i Dir. Prof. Schmidt hj 4585 05887 Steinbach, den 15. Juli 1912. Bevor Sie sich eine Fritz Rosenbaum aie/r Bloss Dekorationen Löwengaffe 20. Telephon S92. 47 kaufen H. Meisterfeld. 4933 :; — Thüringisches E ekvo und Maschinen- Technikum Jlmena’j Vverkmoister. Prospekt. einige Perlon en verletzt w* gelang, ix n Brand zu wichen, poen wurde ein sehr wertvoller Reliauienichretn und eine geichmuckle Ehnstusstatue ans dem 6. Jahrhundert em Raub der «ckamm-n. L'ei L i n d a l e , einem Borort von Chicago, Metz tm Nebel ein Ervretzzug aus Denver mit einem Postteldzug zusammen. Bisher sind 13 Leichen gewnden .»orten- J reiche Passagiere wurden verwundet. Das Unglück ist wahr'chemltch aui einen Irrtum eines weiblichen Dcidn mtetters zurück^uwlrren. Im Staate Guanajuato Hoben Hestige Wirbelstürme groben Schaden verursacht. Mehrere hundert Personen wUen um gekommen und ganze C r t i ch a \ t e n v e r n t di t c t fein. Ter Schaden wird aus 20 Mill. Dollars gcfdwBt. 3n Puerto Rico sind 3 neue Fülle von Beulendes! vorgekommen. 'vom 'Schöffengmt mer v. Js. vor der elelttD Seite fahren W len über den Söttw ^Verhandlung nw5 ^gesetzlich em M :aßmbahnmordm :.-Ä® n, weil der § 10 * ng gelangen ml« ^-k ■ , bewährtsichnun- I /. jjBlJli mehr Retter s /I /I.Haarwasser (Mönchen itaatl.geDT. ».begutacht. * ^Z.H.um40Pf.u.M.1.l0b. J. H. Fuhr. Sonnenstr.25. (hy*U . M Mra!^ 6 «Ä fe t und her £tP Wx SW«?, te nioE, Kosl^ denvoni F, >i- H9rCltfüt "ti ewH Vermischte». * Allgemeiner Deutscher Imkertag. Mit der Er- ftng einer bienenwirtschastlichcu Ausstellung der bereinigten , bienenzuchtvereinc Thüringen* tn Eisenach begannen die fc.i iialtungai des diesjährigen Deutsche n 3m tert a ged , Moor allein eine Einigung der Organisationen der Deutschen ti eruerbänbe bezweckten. Zur Propagierung des Berstandniffes ß# Bienenzucht wurden in öffenüichen Veriammlungen gemein Ml Endliche Vorträge gehalten. Ter sduoerpunkt der . Tagung k m den Einigungsverliandlungen, die in einer ostentltc^n kiammlung in der „Phantasie" tzatttanden. Vorsttze.ider der E ummtung war der Präsident der deutlch-oslerreichtschen Wander *. «ynmlungen, Sanbrat ®t. Bückling ,Lm»urg>. N°ck lau. r 5i Der Handlungen wurde man nd) darüber einig, dast auf einer £, mmen neuen Grundlage eine neue Organisation ge- ! , ?'n ^rd^n soll die den Namen R e i ch s v e r e i n i g u n g Deutschen 'Im k e r v e r dä n d e führen solle. Daran 37 de die Organisationsgrundlage und das arbeüdgebiet ber neuen ?-nigung erörtert. - Mit einer Reihe von Festlichkeiten schlotz Prillia neue fturtoüeln vorzüglich kochend, -mvnehlt zu den billigst. Tagespreisen H. Trechsler Steinstr. 48 Tel. 581. Wirte und Wiederverkäuser Ertravreise. Himbeeren täglich frisch gepflückt, Ztr. 35 Rtt., Pfund 40 Pfg.; unter 20 Psd. werden nicht abge geben. _ , 4918 PaScoe, Tnteulwseu. Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater Herr Philipp Becker II. nach langem, schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, Heuchelheim, den 15. Juli 1912. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Juli nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Schulstrasse 1, aus statt. i«’—’ als öU Diunoc iüiüh’U, von denen einige eine grotze Ausdeynung erlangten. Dom Rhein wird gemeldet, daß das Thermometer in einzelnen Städten auf 38 Grad im <(batten stieg. »Die Pulverexploiioncn in O euer re ick. Fn Graz wurde ein Anschlag aus den dortigen Pulvcrlurm entdeckt. Der Militärvosten feuerte nachts auf zwei verdächtige Manner, die sich aber durch die Flucht retten konnten Die wrtge,etzlcn Anschläge auf Pulvertürme haben den Verdacht erweckt, da« es 'ich um planmäßige Machenschaften einer Ccfterrcidplliigarn feuid- lichen Macht handelt. 3n Lsslzierskreisen wird bedauvtet, da,; nleid) nach dem Zündschlagunglück in Wiener Neunadt ein Italic- nischcr Offizier verhaftet worden sei, was aber von den Militär- beworben verschwiegen wurde. Kleine Tagerchronik. In Berlin warf nach einem Wortwechsel der Schlosser Bresaner feine Geliebte, eine Artistin, in den Lanowehrkanal,. Es gelang mehreren Paisamcn, die Artistin zu r e 11 c n. Br. ist verhaftet. . . In der vergangenen Nacht brannten in T a r n e w i tz bei Kluetz in Mecklenburg 13 Gebäude nieder. Auf dem Bodensee kenterten bei stürmischem Wetter und ungewöhnlich hohem Wellengang zwei mit ÄusUüglern be- etzte Boote. Vier Personen aus Rohrui)ach und lieben aus St Gallen ertranken. Durch das fcilfegcidnci aunnerkiam gemacht, kamen mehrere Boote herbei, die aber wegen des hohen Wellenganges nichts mehr retten konnten. Ter französisdx! Panzerkreuzer Kleber Metz ,m iapanischen Meer an ein gesunkenes Wrack oder einem nnbe- kannten Felsen und imirde l c ck. Es gelang dem Panzerkreuzer, den Hasen von Kobe zu erreichcn, wo er ein Dock auffudne^ Am Sonntag griff in dem ungarischen Dorfe (yehooro|cnn ein Trupp betrunkener Bauernburfchen einen Gcndarmeriepouen, aus dem Zugführer und einem Gefreiten bestehend, nut Stein- ttürfen an. Der Gefreite wurde von einem ^tcimvurT getronen. Gr gab einen Schutz ab, der einen Vauernburschen tötete und den hinter ihm stehenden Gutsverwalter Adler ickuver verhetzte. In Prag ist die sünfköpfige Familie des Arbeiters Studnicka infolge des Genusses giftiger Pilze lebensgefährlich C r ! Aus"di!m Place Piagalla in P a r i s brachen die Eisengestänge eines mit Flugmaschinen ausgerüsteten Karussels. Die Apparate stürzten etwa 12 Meter.entfernt nut das Steinpflaster. 11 Personen wurden dadurd' teilweise erbebhd) verl e V t. In der St. Rem.igius-Kird>e in Florenz ftel walkend der Messe eine Kerze um und entz und c t c den Vochaltar^ Bog der panikartig ihc Airchc verla,senden Menge wurden wi Ix dränge la. Frühkartoffeln! empneb lt (6906 A a a, Nebe, Rodheimer Strahe 6.1 :n' 12. M !N. tUut^ totflen S> w MSafiY ampf tets suruik. L. brat ^uug einen AM Durch diesen i an- die den En- iu einer (Mbfn- gesprochenen ^cse Strafe eritb- * und f der Straskamr gleich nahege!(- >ng des poliliiL sei. Ein?- die beleidigt lerns iurütninc: 9 des Verßleichs ■ klüger selbst in ti- beide Parteien V. eresseni «eck klagte gegen V ibrgung. Ter Sieter des Angeklao: orzunehmen hanr r in der Mhe d iveggenommen n irftntie einige Sore s Privatklager k ngefiagten begehrt die höhe der -- irch fühlte sich?' erkannte auch e Urteil ton bmt L rfen und das er tg babei davon ar ültenben Brief y. ^abe, datz er ck Matz des Mhe- fei und datz er lii itzt gewesen sei. tg. war vom Schös ' ner Geldstrafe r:: ierufung wurde, :t igeklagte von aha eines so nahen u einer Verurteile Ferd. Nennstiel Blockstrasse 7 *H Fernsprecher 236 ßiofon für iJlrroölr! -TT". ;--------r . eine schöne weine Haut, (^mnchiiicno, reizens wtrn Wollen Sie eine solche eruclen ober erhalten, dann verwend en Sie bi t te nur Raumannr ..Fau'trina" ^anolia'eiic. Pakei ü .» "türf ■»■> Ptzi- EmzelNück J l in - ivahorm, Lu. vjuii. c« Cvjtfiuüatl ucö Mouig» unv ir Jönigin, der Mitglieder der königlichen Familie und der fr -den Gäste fand heute die feierliche Preisverteilung für iE Fmnpifchen Spiele statt. Der König überreichte den E»d«m- !i'-Zllt' anz, die olympische goldene Medaille und oerichiedenc 'M! l?rpreise an die ersten Preisträger, der .Kronprinz die oltim }: silberne MedaUle an die -werten Preisträger, der verzog *1 Aestgotland die Bronzemedaille an die dritten Preisträger. | 51 tliche Preisträger wurden mit lebhaftem Beifall begrüßt ,r,nb 'N««. 1 unb io^ 's w c unb ^5"u? d-m Sckicbplab Kummersdorf bei Berliu _ , vxch am Samstag morgen em bedauerlicher Unglücks- 5 ,'y'^ck “ der V-rsucksbotterie der Arlillerie- r 'L n' kam Mission g e t ö t e t unb 5 andere, davon 2-schwer, vei V iDiirhcn Beim '.Würben des Platzes nach sprengstucken . n nen '."iintition hob ein Kanonier em blmbgeinngene--, n unber versehenes Gesdwtz vorschriftswidrig auf unb warf es a -n zur Aufnahme der Sprengstücke stimmten Wagen. Das st tz rrplobicrte Durch die Ervlosion des Geschosses mirde der st i Sa u e r getötet, die Kanoniere Gäd c unb ll h le m a n n id , der Sergeant Fokrieske und der Kanonier Kruger ■t \ t 'verletzt. Die beiden Schwerverletzten befinden sich Nicht 1 ^D?e ^bVii d e n b c Litze, die am Sonntag in Berlin äit Temperatur von mehr als 30 Grad im ©dritten k -ii einer ganzen Reihe von Unfällen geiührL t I ersonen wurden vom L'tzschlag getroffen. Auch Walbbrande dum verschiebentlich ein. Die Berliner Feuerwehr mutzte mehr ig e'N^Ang t* ______ vX Lauer lNit ,LZ*nn Sie von barlnäckigen Flechten, tzchrnben HaiitauSschlägen - r :i» geplagt und. '0 batz der (.'.iitreiz Sie nicht schlafen , ; t'H bringt Ihnen Zucker s hcialubcrnia" rasche Hine.' i ilerithd) warm cmvr. Dose Hü. u. 1 M. istürkste Form» L W. Kilbingei-, Scltcrs- ren 79a, *21. 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Fritzchc« als Schiedsrichter, humoristisch. Ab heute während der Sommermonate an Wochentagen ermässigte Preise. I. Platz 50 Pfg. II. Platz 30 Pfg. III. Platz 20 Pfg. Kinder n. Militär ohne Charge auf allen Plätzen die Hälfte. a Salomon & Gip 5chRu|- *wCIIUI I iUi I Os VvIU. straße 4 Ä io,20,25,30,40,50,(><»>o ■M ■■ WM uui —— | j^5ieltcriiwe^7^ und Damen-Vereln ..Babelsberger4 Glessen. Mittwoch, den 17. Juli 1912 ZMttMg giÄATte. Tafelbit Verteilung dcr Diplome vom Bczirkswett- ichrciben. Abmarsch:8'/,Ubr Vubroigeplat». !>'' Phütogr. Apparate für Platten und Films. nur praktische, preiswerte Modelle, sämtliches Zubehör finden Sie stets in der [4213 Central-Drogerie Emil Karn. Schulstraße. 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