on SM Den r. bei ,Öit3. e: Rartopda -11,00 lüt je B' D* Seb. HdM Nebel I. I. kürzlich ■ Berlin t 3.40 - 8JO, Breslau: .20 bi? 3.50, f. 3.30-8.60 rote Sorten weise runde 1 4.30-4 JO, e 4.10-4,60. n 0,00-0.00 i-O.OO, Seid- !k. 3.9)—0.00. e rote cortra weiße runde ote 451 die andere rote weise runde W I« die farbigen Linien, die das Prisma im Soeftrum eines Stoffes aufdeckt. Thomson bringt den ju untersuchenden Stoff in eine evakuierte Röhre, durch die eine elektrische Entladung geschickt wird, und die Kathodenstrahlen werden der Einwirkung eines elektro magnetischen Feldes unterworfen. Der Chemiker untersucht aber nicht diesen Vorgang selbst, sondern hält ihn auf der photographischen Platte fest, auf der die Kathodenstrahlen ihre Spur in Form von Kurven aufzeichnen, weil sie durch das elektromagnetische Feld abgelenkt sind. Aus jeder Kurve auf dem Bilde kann man nicht nur den Stoff erschließen, dem sie zugehört, sondern aus ihrer Form läßt sich sogar das Atomgewicht genau berechnen. Als Beispiel führt Thomson das Ka- thodenspettrum chemisch hergestellten Stickstoffes im Vergleich mit dem gewöhnlichen Luftstickston an. Das Bild, das der Luststickstoff mittels der Kathodenstrahlen aufzeichnet, enthält eine Kurve die aus dem anderen Bilde fehlt. Tas berechnete Atomgewicht ergibt die Zahl 40, und der Stoff, aus den sie zurückgehr ist natürlich das Argon. Ein weiterer Vorteil beruht in der Schnel- hgfeit dieser Art der Analyse. Innerhalb einer Millionstel Se- ftrie Veld» nAobultis» ! 000 No* j n haben. !r hat 5H,3 Mü | lionen M Rra’tbieittft ote, 7 'M1 -stellt. Der vergarbeiterauLftand im Ruhrgebiet. Man muß über die allgemeine Haltung der Ausständigen die Tatsachen sprechen lassen und nicht, wie einige Blätter dies tun, vom grünen Tisch durch die Parteibrille die Gefahren, denen die Arbeitswilligen ausgesetzt sind, als harmlos hinstellen. Die christlichen Bergarbeiter haben jetzt selbst öffentlich nach einem besseren Schutz durch die Regierung gerufen! Und der gleichzeitige Ausruf des alten Bergarbeiterverbandes beweist gleichfalls, daß die Stimmung sehr erregt und die Luft elektrisch geladen ist, so daß es beständig zu Katastrophen kommen kann. Wir erhalten folgende Meldungen: Eine Mahnung der Streikleitung zur Ruhe. Bochum, 13. März. Der alte Bergarbeiter- Verband verbreitet folgen be Mahnung an alle streitenden Bergarbeiter: h ?,s'a Ui *c- kf. Gine neue „Spektralanalyse". Dir. Thomson, der Physiker der Universität Cambridge, hat eine neue Art der chemischen Analyse erfunben, die sich der Kathodenstrahlen bebient und der auf Kirchhoff und Bunsen zu- rückgehenden, rein optischen Spektralanalyse nach seinem eigenen Ur teile weit überlegen sein soll. Die alte Spektralanalyse untersucht Die „Westminster Gazette" schreibt: Es ist unvermeidlich, daß diejenigen, die bessere auswärtige Beziehungen erhoffen, mit Besorgnis auf den englischen und den kommenden heutigen Flottenetat blicken. Wie werden sie mit den Zielen der Mission H al d an es übereinstimmen, denen alle ernsten Leute in Deutschland und England Erfolg wünschen? Das Blatt betont, daß das Flottenprogramm beider Machte wahrsckzcinlich schon vorher aufgestellt und daß kein un mittelbares augenfälliges Ergebnis in den diesjährigen Etats von bent kurzen Gedankenaustausch der wenigen letzten Wochen zu entarten war. Wir können uns natürlich nicht verhehlen, hetßl etz in dem Artikel, daß durch die plötzlich ausfällige Vermehrung des deutschen Flottenetats eine ungünstige Atmosphäre geschaffen würde, da sie mit Recht oder Unrecht sowohl hier als auch in Europa als die Antwort der deutschen Regierung auf b i c Mission Haldanes angesehen würde, eine Antwort, die gegenseitige Zugeständnisse verhindern und weitere Verstärkungen der Rüstungen bewirken würde. Mer abgesehen von solcher plötzlichen ausfälligen Vermehrung werden die Engländer gut tun, die gegenwärtige Sage als die Nachwirkung der früheren Rivalttät anzusehen und unverzagt die Bemühungen fortzusetzen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern. künde nach dem Auftreten sind die Strahlen bereits aus der Platte verzeichnet, so daß selbst Stoffe nachgewiesen werden können, die so kurzlebig sindwie die Rätselstoffe, die bei der Erforschung des Radiums beobachtet werden. — Die Weltausstellung von San Francisco £9 1 5. -ter heiße Wettkampf zwischen New Orleans und San Francisco um die. große Weltausstellung 1915 ist nun entschieden : die Stadt des goldenen Tores hat den Sieg davon- qetragen: die Ausstellung, die anläßlich der Fertigstellung und Erönming des Panamakanals ftattfinbet, wird ihre Stätte in San Francisco finden. Ter Staat Kalifornien hat die Vorbereitungen bereits mit großzügiger Tatkraft in Angriff genommen und aus der Ltaatskasse 20 Millionen Dollars, also mehr als 83 Mill Mark, für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Zur Eröffnung wird der Tampfschifkverkehr bereits durch den Panamalanal geführt werden, so^daß die europäischen Besucher zu Schiff von Europa nach San Francisco fahren können, ohne wie früher den riesigen Umweg um das Kap Horn machen zu müssen.' Wider Figaro berichtet, hat die französische Compagnie (Generale Transatlantiaue die Einrichtung eines Darnpferverkehrs Frankreich—San Francisco in Aussicht genommen. — Ein Monumentalwerk russischer Wissenschaft. Tie kaiserliche Akademie der Wissenschaften in St Petersburg hat jetzt den ersten Band eines großen Werkes erscheinen^ lassen, dessen Fertigstellung nach langen Vorarbeiten nun gesichert ist. Es handelt sich um eine Beschreibung aller -tierarten, die im russischen Reich und in den angrenzenden Gebieten Asiens leben. Tie Seele des gewaltigen Unternehmens ist Professor Nasonow, der Tirettor des Zoologischen Museums der Akademie. Der erste reichillustrierte Band behandel! dir ramschen Fische. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- '.chast. Ter Privatdozent Dr. Otten, Assistenzarzt an der hiesigen mttnzinischen Klinik, hat einen Ruf als Direktor der inneren Abteilung der deutsckien Hilfsexpedition vom Roten Kreuz nach Tripolis angenommen. Er begibt sich in den nächsten Tagen nach dem Kriegsschauplatz. — In Leipzig starb der außerordentliche Professor der Archäologie Direktor des Museums der bildenden Künste Hofrat Dr. Schreiber im Alter von 64 Sauren an Lungenentzündung. durch einen Kopfschuß getötet. Die Bewegung in den sächsischen Bergwerken. Zwickau, 13. Marz. Dem Ansuchen, der Bergarbeiter, bis zum 12. März über ihre Forderungen bestimmte Erklärungen abzugeben, sind in den Bezirken Zwickau, Lugau und Oels- niy nur einzelne Grubenverwaltungen nachgekommen. Unter ihnen befindet sich der Morgensternschacht, der sich ablehnend verhält. Man glaubt, daß die übrigen Werke diesem Beispiele folgen werden. Zn diesem Falle dürften die Bergarbeiter den Aus st and beschließen. Es kommen etwa 23 OOO Bergleute in beiden Revieren in Frage. Die Vermittlung in England wieder vertagt. London, 13. März. Die Konferenz zwischen den Bergwerksbesitzern und den Koblenarbeitern wurde auf morgen vertagt. Tie amtliche Bekanntmachung der Konferenz besagt: Tie allgemeine Besprechung der Sage wurde heute fortgesetzt und sodann auf morgen vertagt, um den Delegierten Gelegenheit zu geben, gewisse Anreguirgen, die vom Premierminister gegeben worden sind, zu erwägen. 'Olit, ^eibt om ft) ft ft 16 (- | ft’; ft! 1) ftil« ft'1' 111 (- 1] y (+ ?.75); ,0 If 1.6C); >0 ich 0.75). Berlin Tlai i-ö0(*3.76) a Idjroimm Mk. gebraucht würden, die nicht immer zuverlässig seien. Das Blatt betont, der ernste Wunsch der gesamten Regierung und der liberalen Partei^ de? auch von der großen Masse der Natron geteilt würde, sei, zu einer Verständigung mit Deutschland zu kommen. Mer erst nach einer solchen Verständigung könne eine Einschränkung der Rüstungen eintreten. Das englische Programm habe keinen aggressiven oder herausfordernden Charakter. Eine eventuelle Vermehrung des Bauprogramms sei ausdrücklich nicht erwähnt, obwohl sie stillschweigend angenommen sei. Wenn andere Mächte ihr Programm erweitern toürbeu, so würde England genötigt sein, diese Vermehrung durch einen Nachtragsvoranschlag aufzunehmen. ‘Sie „Dail y New s" greift den Flottenvoranschlag heftig an, da er das Stärkeverhältnis zu Deutschland aus 2 zu 1 setze. Der Etat sei nicht nur finanziell ein Unglück, sondern eine Revolution in der englischen Flottenpölitil. Der Augenblick dazu Jet besonders unglücklich gewählt und der englische Etat fei das sicherste Mittel, ein neues beut- fthes Flottengesetz auf breitester Grundlage ju •ermutigen. Das Blatt erwähnt die schlechten Erfahrungen mit der Konstruktton des „Orion", des „Sion" und der „Queen Mary" und schließt: Es hat keinen Zweck, den Abgeordneten Reden zu halten, wenn sie nicht entsprechend abftimmen, denn keine Negierung wirb biefen wahnsinnigen Ausgaben für bie Rüstungen Einhalt tun, wenn sie sich mit ihrem Sturze bebroht sieht. Die „Times" sagt, baß ber Voranschlag das Versprechen einlöse, das Minister Churchill in seiner Glasgower Rebe gegeben habe. Auch bie übrigen unionisttschen Zeitungen erklären sich mit dem Flottenvoranschlag einverstanden. Lranksurter Schauspielhaus. Hedda Gabler. Frau Irene Tri e sch, die unvergleichliche Darstellerin kom- Nüicrter Frauencharaktere und wohl die hervorragendste Schauspielerin Deutschlands überhaupt, di- wir auch in Gießen schon häufig begrüßen konnten, setzte gestern am Frankfurter Schauspielhaus, der Wiege ihres Ruhmes, ihr Gastspiel mit Ibsens Hedda Zahler fort, nachdem sie am 1. Abend als Nora einen neuen großen Triumphs gefeiert hatte. Die reichen, schier unerschöpflichen Mittel der Künstlerin, die ihre Rollen mit einem durchdringenden Verende bis in bie letzte Faser bloßlegt, können sich bei dem Hatologisch bestimmten Charakter der Hedda vielleicht am glänzenden entfalten, und nicht mit Unrecht hat man in dieser Dar- kellung den Gipfel ber gegenwärtigen deutschen Schauspielkunst Sesehen. Doch scheint mir das weniger darin zu suchen, was sie aus dem Charakter herausholt, als vielmehr in dem, was sie euteinlcgt. AuS dem gut veranlagten, unter einseitiger Erziehung aber innerlich verkümmerten Weibe, bas sich in seiner Einsamkeit mfcttionslüstem zu Tode langweilt, das in seinem oberfläcblitfKn । “Bteil über Menschen und Dinge die eigene Unftäte und Unruh? I Dflenbart und mit dem Gehaben eines sentimentalen Backfisches I Weltschmerz und Schönheit schwärmt, aus diesem völlig zer | wrrenen, durch das wachsende Seben in ihm aufs höchste erregten | gequälten Wesen, das uns Ibsen zeigt, hat Frau Triesch | geschaffen, das mit einer unerbittlichen Logik denkt und I vollbewußt seinen Weg wandelt und mit gierigen I auf die taufend widerstreitenden Stimmen in sich hört, 8 Flüstern mit schmerzlicher Freude auszukosten. Groß und I j^Itig geht diese Hedda über die Bühne, viel größer und, 1 Qlfcr Niedrigkeit ihrer Instinkte, erhabener als. das dem I vorgeschwebt haben mag, der sich inmitten eines Kreises 1 ft" barmlofer, beschränkter, teils verbrauchter und verwüsteter I gestellt hat — denen sie in allem äußeren überlegen ist I ? denen sie innerlich weit zurücksteht. Dabei faßte Frau I E bie benvirrenbe Fülle von Einzelzügen zu einem l Charakter zusammen, unb indem sie das Seelenleben ber I -dis ins innerste zergliederte, schuf sie eine völlige, ganz in I *^cnc Einheit, die in allen ihren Aeußerungen und Gesten I 131 beißem, lebendigem Blut erfüllt mar. Als ihr Gatte bildete Einige Vorkommnisse ber letzten Tage veranlassen uns, dringend zur Ruhe, Bcsonnenlieit unb Disziplin zu mahnen Vor allem ist es dringend nötig, Zusammenrottungen zu unterlassen, ■bie Arbeiteneinde rufen schon nach Militär und dem 'Ma- gerungszustand. Gelingt es ihnen, ihr Vorhaben zu verwirk' ttchen, dann leidet unser gerechter Kamm schweren Sck>aden. H ö r t d»e Ma h nu n g u nd se i d v e r n ü n s t i g ! Auch mir möchten ocr Behörde anheim geben, auf die fremden Beamten beruhigend einzuwirkeil. xiefc lassen sehr viel Ruhe vermissen. Wo' die einhelnn,chen Sicherheitsorgane den Dienst versehen, machen sie nicht die geringsten Störungen bemerkbar. Diese feunen Sand unb Leute unb wissen, daß ein gutes Wott viel ausmacht. Die ^^amfatwn kann und darf nicht zugeben, daß Ordnung, Ruhe und Disziplin gcflort werden. Bereitet der Organisation feine Schande. liniere Sache steht gilt! Schon streiken 2 3 O OOO •Bergleute, fiört darum die brüderliche Mahnung und führt den gerechten Kampf in Ruhe und Ordnung! Meidet den .11 ko hol und weist die anrüchigen Elemente aus eurer Mitte zuruck! tie christlich'« Bergarbeiter bitten um besseren Schutz der Behörde. Die Leitung der Gewerkvereine christlicher Berg- arbeit er erläßt folgende Erklärung: ... Es zeigt sich immer deutlicher, daß der b eh ö r dl i che S ch u tz für bie weiterarbeitenden Bergleute nicht genügt. Aus fast Neunen beS Ruhrreviers kommen bcgninbetc Klagen über -oclalhgungcn. Truppenweise kommen bie Vertrauensleute der Gcwcrkvereine zu den Bureaus und beschweren sich. Es wird bc- londers betont, daß die Belästigungen recht oft weniger durch streikende Bergleute, als durch fremdes unbekanntes Gesindel er- folgen. Wir haben uns auf Grund der Klagen unserer Mitglieder schon mehrfach unter Angabe von Tatsack»en an die Behörden gewandt, um einen ausreichenden Schutz für die Nicht- streikenden zu erhalten. Die Polizeibehörde hat sich bemüht, an den angegebenen gefährdeten Punkten mehr Sicherheit zu schassen, mit dem Erfolge, daß die Belästigungen dort ab- und an anbcreit Stellen zunehmen. Offensichtlich genügt der bis letzt zur Verfügung stehende Beamtenapparat nicht. Es herrscht stellenweise nicht die Behörde, sondern der Pöbel. Wir sehen uns genötigt, öffentlich sestzustellen, daß die Zunahme der Streikenden nicht auf Streiklust, sondern auf Furcht vor lieber fäll en und Belästigungen zurückzuführen ist. Weiter müssen mir schon letzt daraus aufmerksam machen, daß die Wut ber zum Streik haltenden sozialdemokratischen und polnischen Menge steigt unb damit auch die Gefahren für die arbeitenden Bergleute zuneh- men. Wenn bie Bchörben nicht für ausreichenden Schutz sorgen, müssen wir sie für die kommenden ernsten E r e i g n i s se v e r a n t w o r t l i ch machen. . Herne, 13. März. Als heute früh ein Schutzmannsaufgebot unter Lcitttng eines Kommissars nach der beendeten Einfahrt auf Zeche Shamrock nach ber Zeche Julia marschierte, würbe es auf ber Rottbruchstraße von Strei- keuben mit Steinen beworfen unb beschossen. 'Tie Schutz» leüte erwiberten bas Feuer. Ein Str ei kenber würbe Die Nachricht, daß ein paar feindliche Kreuzer sich der Straße von Dover näherten, würde für unsere Schiffe im Kanal ein Appetitbrötchen bedeuten. Das einzige Zweifelhafte dabei Ware, ob sie von uns selbst ober von den Franzosen in den Grund gebohrt würben. Wenn aber die feindliche Flotte in Die Straße einfteucrte? Nun, was könnte uns Angenehmeres panieren? Voriges Jahr hatte Deutschland fünf Treadnoughts gegenüber unseren zwölf. Das würde das Diner nach dem Appetlttzrödchen bedeuten. Tie feindliche Flotte würde in den Mittelpuntt unserer strategischen Stellung gelockt werden, getabe so wie die spanische über den Atlantik gelockt wurde und die russische in die Straße von Tsuschima. Das sind gleichfalls Zeichen ber Zeit! Trotzdem stimmen wir mit einer amtlichen Aeußerung in der „Westminster Galette" überein, wenn da gesagt wirb, büß bas Streben nach einem besseren Verhältnis zwischen ben stamm- verwanbten Völkern fortgesetzt werben müsse. Die englische Presse beschäftigt sich mit bem Flottenvoranschlag. Das „Daily Chronicle" ist mit bem Haushalt einverstanden, obwohl bie erhoffte Rebuk- tion nicht möglich gewesen fei. Tas Blatt hofft, baß die Ziffern des Voranschlags bie- Hochwasserlinie bezeichnen unb baß künftig ebenso wie in den ersten Fahren ber liberalen Regierung Rebuktionen möglich sein werben. Tie Ltärke ber englischen Flotte hänge bavon ab, was bie anbern Mächte tun. Immerhin sei es bebauerlich, baß immer auf Deutschland hingewiesen werbe unb Ziffern zum Ver- Herr Krauß einen schüchtern-treuherzigen Gelehrten von sympathischer Einfalt unb gewinnender Herzlichkeit. Herr Bauer spielte ben verbummelten Ejlert Lövborg mit einem gknialischen Zug, unb mandymal. wenn ihn etwas packte, drang es hervor wie Feuerfäulen, die n*!t ohnmächtiger Wut noch einmal aus der Asche lohen. Dem Gerichtsrat Brack gab Herr Bolz die unerbittliche, zielbewußte Skrupellosigkeit des überlegenen Weltmannes, der sich selbst alles ist. Fräulein Klinkhammer war eine liebe, kluge Julie, die mit abgeklärter Reife und freundlichem Verstehen aus ihrem einsamen Ältersnnnk.'l über die Gebrechen der Menschheit hinwegsieht. Daß die Regie eines so feinen Ibsenkenners wie des Herrn Dr. Heine den Gehalt des Werkes nach Möglichkeit erschöpfte, versteht sich von selbst. Der englische Mtenvoranschlag. Der englische Flottenvoranschlag sollte eigentlich ein wenw ui Uebereinsttmmung stehen mit bem Bermittlunqs- vefuch Halbanes in Berlin und mit ben vielen eifrigen Versicherungen, baß ein neues frcunbfchaftliches Verhältnis zu Deutschland angebahnt werben solle. Nun ist ber Voranschlag des Marineministers Churchill erschienen — unb alles ist beim alten geblieben. Es war bavon gemunkelt worben, bie englische Regierung werbe ben Anfang machen unb ihre Marineforberungen herabsetzen, unb bem Buchstaben nach ist biesc Voraussage auch erfüllt worben. Eng- lanb hat sich diesmal Beschränkungen auferlegt im Betrage von 6 Millionen Mark — bei einem Etat von fast i 8,9 O M i 11 i o n c n! Es will ein Panzerschiff weniger bauen als im letzten Jahre und seinen Personalbestand nur um 2000 Mann erhöhen statt wie im vorigen Jahr um 3000. ^av ist alles. Unb babei macht bie amtliche Erläuterung dazu, nach dem Zugeständnis liberaler englischer Blätter, noch die verhüllte Drohung, England werde sich nur bann in biesem Rühmen halten, wenn anbere Mächte — unb hier mirb natürlich auf Dentschkanb hingezielt — keine neuen Vergrößerungen ihrer Flotte vorsähen. Es gibt eine ganze Anzahl englischer Blätter, die dieses Verhalten ihrer Re- .perung nicht billigen und auf den Widerspruch mit den in etzter Zeit gepflogenen Erörterungen hinstellen. Natür- ich ist man in Deutschland von dieser Haltung Englands nicht überrascht worden, und die kühle, abwartende Siel jung, die Volk und Regierung gegenüber den neuen Freund- schastsverficherungen eingenommen haben, war nur zu be- LHechtigt. Tie englischen Marinefachblätter reden eine andere Sprache als das Liebeswerben Haldanes. Im „Untted Service Magazine" vom März 1912 erörtert St. Dewar die ijrage, ob man bei einem Kriege zwischen Deutschland unb ben We st machten eine englische Hilfs- jrmec sofort über ben Kanal schicken könne, ohne bie deutsche Flotte vorher vernichtet ober ein geschlossen zu haben. Er bejaht sie trotz ber gegenteiligen Lehre Mahans, Courbets und Colombs. Charakteristisch für die Ei lisch ä tz u n g, bie in manchen englischen Küpfen bie b e u t f dj c Flotte gegenüber ber übermächtigen englischen erfährt, sind babei folgenbe Sätze: «L Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 14. März 1912 säMsS. am AA*b ia'r'Rr* ©IvnCllvi 21 ? yVlUVIMM MM General-Anzeiger für Gbechessen Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. - - - - __________ Deutsches Reich f eit zugehen. 9i'k vereisen Nh Wittenber ma f chi n en - Fa Wn dem eine dem Oe- (3g. vom italienisch-türüschen Urirgsschauplatz. Eine türkische Tarstellvug des Kampfes bei Tobruk. baten getötet willige getötet und machten zahlreiche Ta wird also (Gegenteil von dem öffentlichung steht. Beute. über den Ausgang des Kampfes das berichtet, was in der italienischen Ver- Wem man glauben soll, das ist eine sehr ermöglichte es i..... men; es ist aber anzunehmen, daß *• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde Lehrer Hch. Jrimberger zu Erbach (Kr. Heppenheim) Lehrer'lelle an der Gemeindeschule zu LberlShausen; Lehrer Gg. Noth zu Radmühl die Lehrerstelle an der meindeschule zu Holzmühl; dem SchulamtSaspiranten Aus Stadt und Land. (Sieben, 14. März 1912. ♦♦ Tageskalender für Donnerstag, 14. März: Frauen- bimb der beutictien ttolomalgesellschatl und Gesellschaft für Erduld Völkerkunde: Vortrag von Hauptmann Leuner: Erlebnisse m Kamerun. Abends 8 Uhr in der neuen Unwersitats-Aula. Arbeiterbewegung, fiine Aos perrung in der fRähma'ftiinrnmbußrie. — bock löaltung. ministerielle I niolgt. Die [Aule für Wt, ist best - 2Mg, soivj ■’j Berwaltn «vster, mi ;Ämg, odei ---m an । ^Swchnet. Arg des inne «• iut. et »Aus Mlickiten tanber 1911 ütn Soria!)' yiten mit £ $7259 (87 168 20H € «ehrten sick) i üd) die Rin 8159 bezw. 1,63 Proz. der Werde i ^g.-Bez. K Inrausslcllte. -gegen 2686 X. Bad :umn(ung to eines Büi giltrat Ein he Gehaltsfr müsse. Der Siegierungspr Landkreis Gießen. — Heuchelheim, 18. März. Heute waren eS 27 Jahre, seitdem unser OrtSdiener Philipp Schmidt sein wichtiges Amt verwaltet. Unverdrossen hat er während dieser Zeit die vielen Pflichten seines Postens auSgeübt. Er steht eben im 68. Lebensjahre und ein heftiges Asthmaleiden zwingt ihn, seinen Rücktritt zu nehmen. Kreis Büdingen. China und die Grossmächte. Tokio, 13. März. Japan loll den Mächten eine gemeinsame Aktion zur Anerkennung Puanschikais als Präsident der chinesischen Republik vorgeschlagen haben. Die Mehrzahl der Mächte soll den Vorschlag bereits angenommen haben, aber eine gewisse Riacht regt hinsichtlich der Mongolei Vorbehalte an. Japan hat bisher auf den Vorschlag, sich an den Anleihen zu beteiligen, nicht geantwortet, da es auS finanziellen Gründen nicht wünscht, einen größeren Betrag zu zeichnen, als zur Wahrung des Rechts der Beteiligung erforderlich ist. Die Kaiserlichen regen sich wieder. Peking, 13 März. Rach chinesischen Berichten aus Kansu zerstreute General Schengyun an der Spitze der kaiserlichen Armee der Provinz Kansu, die aus 10 000 wohl- bewaffneter Truppen besteht, eine Abteilung Regierungs- truppen und marschiert nun in der Richtung der Kalgen- Eisenbahn nach Kansu. Die Gilde sandte eine Botschaft an Schengyun, worin sie ihm die gegenwärtige Lage auseinander setzt und ihm rät, nicht weiter nach Peking vorzurücken. Die kaiserlichen Garden erhielten die Meldung, daß Schengyun gekommen sei, um den Kaiser wieder einzusetzen. Puanschikai schickte Schengyun Gesandte entgegen. Er hofft, mit ihm zu einem Einverständnis zu gelangen. vkislers B etn Unterl ß-rk besuch gqWne 7ic geschaf xeklaniimo llnterhaltm xn Dienst i tätigen Ziv Ze, 13. März. Die Singer-Näh- •toriterümen «J1LW ‘SäfSÄ* "nd bCI Sh,#,pcrrun6 M der Streif der Eine Novelle zur Gewerbeordnung wird, so schreibt man uns aus Berlin, dem Reichstage in nächster Zei Die Novelle wird den bisherigen Verkauf von W Alrche und Schule. BreSlau, 14. März. Im Disziplinarverfahren gegen Plärrer Traub wurde, die Bernebmung Traubs vor dem Breslauer Komhtorium geitern beendet. Heute beginnen die Plaidoners io da» heute abend das Urteil zu erwarten steht. 'M« g» w er schon Diebstahl be Bwfe von 8 bedingter S & nid,t i1* S" mu6. «a®te, und nich Uung zu. befi ÜJ* Simm entir ^rnns, bei J* Wirtin, Geber i 5**e 7jübr 2in,fniQü ^flelaben. $ SÜLM 'bei Konstantinopel, 13. März. Das Kriegsministe- rium veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten von Tobruk, nach welchem am 11. Mär» ein Kampf mit drei feindlichen Jnfanteriebataillonen unc zwei Gebirgsbatterien, die auf Mazura marschierten, statt- gefunden habe. Tie Italiener wurden zuerst zersprengt, nahmen jedoch, nachdem sie Verstärkungen erhalten hatten, wieder die Offensive auf. Der Kampf dauerte 11 Stunden. Kriegsschiffe und Maschinengewehre unterstützten den Feind, der jedoch geschlagen und gezwungen wurde, sich in die Befestigungswerre und auf die Schiffe zu flüchten. Die italienischen Verluste waren beträchtlich. Ein Italiener wurde gefangen genommen. Auf türkischer Seite wurden zwei So l- und zwei verwundet, sowie 16 Frer- 65 verwundet. Die Türken und Araber hätten. Endlich sprach Benghasi, wo oie S schwierige Frage. , Stark übertrieben wird wohl folgende italienische amtliche Meldung sein, die auch wieder von tausend Toten des Feindes spricht: Tie Agenzia Stefani meldet aus B e n g h a s i vom 12. März: Tie italienischen Truppen griffen heute zwei Oasen nordöstlich von Fejat an, die vom Feinde tapfer verteidigt wurden, und eroberten sie. Ter Feind wurde zur Flucht gezwungen und mit dem Bajonett verfolgt. Erver - lor sicherlich mehr als tausend Tote, von denen vierhundert von den Italienern aufgefunden wurden. Die Zahl seiner Verwundeten ist noch größer. Bei den Italienern sielen drei Offiziere und 26 Mann. Sieben Offiziere und 55 Soldaten wurden verwundet. Bomben ans italienischen Lnftsch fsen. Tripolis, 13. März. (Agcnzia Stefani.) Gestern früh unternahmen die Luftschiffe eine Kreuzfahrt über Zanzua und Zavia. Man bemerkte dort viele Zelte sowie Schaf- und Pferdeherden. Andere Lager mit Herden wurden zwischen Zavia und Birr Errina bemerkt. Aus den Lagern wurden zahlreiche, jedoch b u r d) a u 8 wirkungslose S.cyüsse gegen die Luftschiffe abgegeben, die aus einer Höhe von mehr als tausend Metern 28 Bomben auf eine Gruppe von Bewaffneten hinabwarfen und diese hu wilder Flucht veranlaßten. Die Bomben, die mit je einem Kilogramm Explosionsstoff gefüllt waren, erreichten alle ihr Ziel und riefen nicht nur eine materielle, sondern auch eine moralische Wirkung hervor. Nackchem die Luftschiffe eine von Zavia nach Azizia ziehende Karawane von 50 bis 60 Kamelen mit zwei Bomb en beworfen hatten, kehrten sie am Mittag zurück. Eine Sieqesrede des italienischen Kriegsministers. ’fii vrM. -llrung dtt x: ?r » • ViornM inriguns « der ko !ige11 'S» j/ilolfnt/ ietiabie X. Büdingen, 13. März. Nach einem Berichte bei Magistrats von Hanau über den Stand des BahnbauorojeR» Hanau—Bübingen hat nach Abschluß des Vertrages zwisch« Stadtkreis und Landkreis Hanau einerseits und der Unternehmer» hrma, dlktiengesellfchaft für Bahnbau und -Betrieb in Frankfurt am Main andererseits, sowie zwischen Stadtkreis und Landkreis Hanau der preußische Minister zunächst die £) er gäbe eine« billigen >-taatsdarlehens abhängig gemacht von einem höheren Zuschuß der Interessenten. Ta der Stadtkreis und Land- (rti5 Hanau es ablebnten. einen höheren Zuschuß zu geben, langte der Mimster die Gleichstellung der den beiden Kreisel. . .bren verlorenen Zuschuß zu gewährenden Aktien mit den übrigen “ticn. Wahrend der Stadtkreis Hanau also für den von ihm. >!i leistenden verlorenen Zuschuß von 30 000 Mk. (der Landkreis leistet einen solchen von 20000 Mk.) nach dem Vertrage Aktien Lct. B. bekommen sollte, verlangte der Minister Aktien ßit 2k. Nachdem die Baugesellschaft die Gleichstellung dieser Aktien mit • n ii ngen zuaesagt hatte, bat der Minister seinerseits das staatlich« Darlehen m Aussicht gestellt. Es dürfte zweifellos sein, unter denselben Bedingungen, unter denen das staatliche Darlehen gewährt wird, ein Darlehen in gleicher Höhe von dem Bezirksverband des Regierungsbezirkes Kassel zu erhalten, so daß die Ausführung "des Baues der Bahn wohl gesichert ist. anderer Weise regeln. In dem zuständigen Ressort sind Er- mägungen angestellt worden, ob es nicht möglich sei, den Verkauf von Waffen von dem Besitz von Waffenscl-emen abhängig» zu maclien, ohne daß der Geschäftsverkehr des Waffenhandel-, darunter leidet. Nach Besprechungen mit Interessenten des Waffenhandels hat man jetzt Mittel und Wege gefunden, diese Frage zur allgemeinen Zufriedenheit zu regeln. Diese Regelung n-ird allerdings ein allgemeines Verbot des Waffentragcns notwendig madten und Ausnahmen nur für ganz bestimmte Falle vorsehen. Bisher ist ein Verbot des Waffentragens nur in einzelnen Teilen Preußens imrd) Polizeiverordnung ausgesprochen worden. Zur »weiten Beratung des Voranschlags des Reichsamts des ^nnern hat die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags beantragt, den Reichskanzler zu ersuchen, einen pari- tätischen, aus Jmpffreunden und Jmpfgegnem zusammengesetzten, Ausschuß zur objektiven Untersuchung der ganzen Impf zwangsfrage so rasch als möglich zu berufen. Den Rücktritt des Landtagsabgeordneten Innungsobermeisters R a b a r b t (Berlin) von seinem Amte als Vorsitzender der Deutschen Mittelstands Vereinigung meldet die „Teutschc Journal post". Abgeordneter Rahardt war seinerzeit der Mit- begrünber und bann lange Jahre hindurch der Vorsitzende der Deutschen Mtttelstandsvereinigung (Sitz Berlin). Er hat den Vorsitz der genannten Bereinigung infolge Ueberbürbung mit anderen Geschäften niedergelegt. Herr Rahardt ist Vorsitzender der Berliner Handwerkskammer, Obermeister der Berliner Tischler- Innung, sowie Vorsitzender des Holzarbeitgeber-Schutzverbandes. Aus Hessen. Ter Zweiten Kammer ging eine Regierungsvorlage, betr. die Blindenanstalt in Friedberg, zu. Die alte Blindenanstalt soll an die Kultur- inspektion in Friedberg vermietet werden. Für bauliche Herstellungen werden 9000 Mk. gefordert, die aus vorhandenen Mitteln bestritten werden. Die Abgg. Diehl und Wolf-Stadecken haben bei der Kammer einen Antrag, betr. den Ban einer Bahnvon Undenheim nach Armsheim, eingereicht. Aus den Reichstagsausschüssen. :: Berlin, 13. März. Ter BudqetauSs uß beriet heute das Extraordinariurn des Postetats. Die gestern schon angesdmittene Frage der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit der Anschaffungen bei der Postverwaltung wurde and) heute weiter erörtert Ter Staatssekretär legte eingehend dar, wie sehr eine vorsichtige Schätzung der Ausgaben am Platze ist Von Zentrurnsfeite wurde die Schaf- fung eines Reservefonds bei der Postverwaltung angeregt, ein formulierter Antrag aber nicht gestellt. DaS Qen- Lrum beantragte, für post lagern de Briefe ein höheres Porto zu erheben, da es sich vielfach um Zweifel- hafte Korrespondenz handele und die Postverwaltung mit diesen Briefen mehr Mühe habe. Dem tritt der Staats- fefretar entgegen: diese Einrichtung werde sehr viel für durchaus reellen Geschäftsverkehr benutzt, und die Postverwaltung habe hierfür keine höheren Auslagen. Die Ver- treter des Zentrums weisen iedoch auf die Notwendigkeit hrn, die sich steigernden Ausgaben der Postverwaltunq durch fJÄCn£r\?nnvo die italienischen Truppen mit dem Bajonett beit geschickten und wachsamen Feind zurückgeschlagen hätten. Dabei seien die Italiener von der mutigen Verteidigung zum Angriff übergegangen, bis der erbittert kämpfende Feind dem Ansturm gewichen sei und die Türken das erstemal offiziell zugegeben hätten, sie seien geschlagen. Der Minister erwähnte sodann den Kampf bei Tobruk am 11. März, >vo ein neuer Vorstoß des Feindes sich an den italienischen Bajonetten gebrock)en hätten und die Italiener ihm bann im offenen Lager erhebliche Verluste beigebracht rr-v,1A r bcr Minister von der gestrigen „ z , . ... ... - on n e des Sieges von neuem noch strahlender über den italienischen Waffen erglänzte. Während die italienischen Luftfahrzeuge in Tripolis und B e n g h a s i am Himmel d a h i n g e z o g e n seien, hätten die Truppen einen vollen Sieg davongetragen, so baf; der italienische Besitz an allen Küsten Lsbiens von neuem burd) das Blut der Italiener erworben und durch die italienischen Waffen geheiligt sei. Legen wir, |o sckstoß der Kriegsminister, neue Lorbeeren und Kränze auf die Gräber der Edlen und sprecheii wir den Kämpfern unseren Gruß und Dank aus. Tas ganze Vaterland weiß, daß seine Fahnen, sein Glück, seine Zukunft in guten Händen liegt; die ganze Kammer erhob fid) und begrüßte den .(rriegSminister mit begeistertem Beifall. Hoclnufe auf die Armee wurden auSaebradst. Ter Präsident Marcora schloß fid) den Motte,', des Ministers an. Auch er wurde mit lebhaftem Bei- fall begrüßt. Der .(tzriegSminister gab im Senat die gleichen Erklärungen ab wie in der Kammer, die auch hier andauernden Beifall hervorriefen. Für *ean ui ^^äger b,e liebet, für a, öuf diesem erledigt wird. Ter Wahlprüsullgsausjchuß kam heute noch nicht zur Prüfung der Wahl des Ab^. Dr. Kämpf, des Reichetagspräsidenten. Die ganze Sitzung nahnien noch die Einsprüche gegen die Wahl des A b g. Kuckhoff (Zentr., Köln-Land) in Anspruch, ohne daß es schon zu einer endgültigen Entscheidung des Ausschusses tarn. Zwei Einsprüche, daß ein Wahllokal in einem zu Köln-Stadt und nicht zu Köln-Land gehörigen Bezirk sich befand und daß in einem Hause in zwei Wahllokalen gewählt wurde, wurden von der Mehrheit des Ausschusses für nicht erheblich erklärt. Die Prüfung wird morgen fortgesetzt. Der Ausschuß für das Reichs- und ^laatsangehörgike t^gesktz faßte heute Beschluß über den § 6 des Gesetzes. Nach Ablehnung zahlreicher hierzu gestellter Anträge wurde auf Grund eines Kompromißantrages Waldstein (Bp.) und Freiherr v. Richthofen (natl.) dem § 6 folgende Fassung gegeben: Tie Aufnahme wird einem Deutsck)en von federn Bundes st aat, in dessen Gebiete er sich niedergelassen hat, auf seinen Antrag erteilt, falls kein Grund vorliegt, der nach den §§ 3—5 des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 die Abweisung eines Neuanziehenden oder die Versagung der Fortsetzung des Aufenthalts rechtfertigt. Der Antrag einer Ehefrau bedarf der Zustimmung des Mannes. Die fehlende Zustimmung kann durch die Vormundschaftsbehörde ersetzt werden. Hat der Aufzunehmende das 16. Lebensjahr vollenvet, so bedarf der Antrag seiner Zustimmung. Der BlttschriftenanSschuß begann heute unter dem Vorsitz des Abg. Schwabäch (natl.) seine Arbeit in der neuen Tagung. Von allgemeinem Interesse ist lediglich eine Eingabe auf Schaffung von Gastwirtekammern. Der Ausschuß sah von einer eigenen Stellungnahme hierzu ab und überwies die Eingabe dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme. Im übrigen handelte es sich um Bittschriften rein persönlichen Inhalts. Rein au§ Steinbach (Kr. Erbach) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wieseck. — Erledigt ist eine mit einem kalt). Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Herrnsheim. •• Die Hinterland-Bahn. Der Verkehrsverein Rod heim a. d. Bieber veranstaltet am nächsten Sonntag nachmittag eine öffentliche Versammlung, die sich mit betn Projekte einer von Gießen ausgehenden Hinterland- Bahn beschäftigen wird. Bei der Wichtigkeit dieses Projektes auch für Gießen wird sich ein Besuch der Versammlung auch für alle hiesigen Interessenten sehr empfehlen. ** Warnung vor Ankauf gefrevelten Schmuck- re i s i g s. Es ist in letzter Zett die Beobachtung gemacht worden, datz in den Waldungen in der Nähe größerer Städte durch Entwendung von Laub- und Nadelholzreffig stark gefrevelt wird. Namentlich die Weymouthskiefer kommt hier in Betracht, aber auch andere fettenere Nadelhölzer wie die Douglastanne, Blaufichte und edle Laubhölzer wie Roteiche, Ahornatten werden durch diese Frevel geschädigt. Der Frevel geschieht meist gewohnheitsmäßig und der Verkauf findet vorzugstveise in den Städten — auf Märkten, bei Gärtnern und in privaten Haushaltungen — statt, wo die auf unrechtmäßige Weise erlangten Zweige zu lohnenden Preisen Absatz finden. Mancher Stadtbewohner, der das Grün des Waldes liebt und fein Heim mit ihm ausschmücken will, kaust die Aeste zum Schmucke seiner Wohnung, ohne sich bewußt zu werden, daß er dadurch gerade derartige Frevel an ftemdem Eigentum begünstigt. Daher sollte jeder Käufer derattigeir Schmuckreisigs sich über den rechtmäßigen Erwerb dieser. Zweige von feiten des Verkäufers vergewissern und sich unter Umständen die Bescheinigungen der betrehenbnt Oberförstereien darüber vorlegen lassen. — Es sind vor kurzem Weisungen ergangen, diesem Unfug durch eine strengere Handhabung der Bestimmungen des Forststrafgesetzes entgegenzutrtten. Die Oberförstereien sind übrigens bereit, Sd)muckreisig an Liebhaber zu angemessenen Preisen aus der Hand abzugeben. •* Zur Schneider-Aussperrung. Man schreibt uns: Vielfach ist die Meinung verbreitet, daß did Schneidergehilfen und auch die in Gießen in den Streik getreten seien. Dies trifft nicht zu; sie sind vielmehr von den ^Arbeitgebern ausgesperrt worden. ES fei noch hinzu- gefügt, daß hier dabei 12 Firmen in Betracht kommen, die zusammen etwa 80 Mann auSgesperrt haben. Richt alle zum 'Arbeitgeber-Verband gehörigen Firmen haben sich an der Aussperrung beteiligt. — Weiter fei noch mitgeteilt, daß von der Gehilsenorganisation deS SchneideroerbandeS alles geschehen ist, um den Kampf zu vermeiden. ""In Amerika verstorbene Hessen. Frau Maria Wissner, geb. Schäfer, 50 Jahre alt, auS Alten-Buseck, in PittSburg; Frau Maria Raab, geb. Walter, 77 I. alt, in Aurora, Jll.; Peter Epstein, 72 I. alt, auS Villar, in Chicago; JusluS Euler, 67 I. alt, in Chillicothe; Ioh. Peter Klee, 79 I. alt, auS Heubach, in Binghamton, R.-P.; Ioh. Gg. Falter, 71 I. alt, auS Michelbach, in Chillicothe. * Ein interessanter Gänseprozeß hat in Kur- Hessen gespielt und jetzt ein originelles ®nbe gefunden Etwas über 2 Jahre ist es her, da wurde ein Bäuerchen beschuldigt, einem Nachbar 2 Gänse, die man bei ihm im Stalle vorfand, gestohlen zu haben. Die Tiere wurden dem angeblichen Dieb abgenommen, obgleich dieser behauptete, sie feien fein Eigentum, und darnach dem Polizerdiener in Obhut und Pflege gegeben. Bei dem Strafverfahren kam aber nichts heraus, man konnte das Bäuerchen wegen nicht ausreichender Beweise nicht verutteilm Nun verklagte dieses aber den angeblich bestohlenen Nachbar aut Zahlung des Wettes der ihm abgenommenen beiden Gänse Die Parteien brachten Zeugen über Zeugen bei, so daß daraus ein schwieriger Streitfall wurde, und der Richter den Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagte. Es kamen die Gerichtsferien dazwischen unb so blieb der Prozeß hängen und die Streiter unterließen es in ihrer Unkenntnis, ihn durch Ladung des Gegners zur Fottsetzung zu veranlassen. Da erschien plötzlich der Polizeidiener und verlangte für die zwei- lährige Pension der Gänse für Tier und Tag 10 Pfg. oder im ganzen 73 Mk. Futtergeld. Vom Kläger abgeroiefen, versuchte er vergeblich fein Glück bei dessen Gegner und begab sich schließlich auf das Amtsgericht. Da erinnerte man sich der Sache, der Richter kratzte sich verlegen Hinterm Ohr, dann lud er die Beteiligten mit samt dem Polizeidiener vor sein Forum unb zwar in die amtsrichterliche Wohnung. Als salomonischer Richter schlichtete er dann den Streit durch einen gemütlichen Vergleich Der Polizeidiener ermäßigte die verlangten Futterkosten sehr erheblich und jede der Parteien, tooyu sich auch der Richter als Dritter im Bunde rechnete, zahlte ein Drittel der Futterkosten. Das klagende Bäuerlein nahm den Gänseprozeß zurück, wogegen er und der Gegner die Kosten des Rechtsstreites je zur Hälfte übernahm«. Von den Gänsen erhielt jeder der Sttritenden ein Tier auSgv- fränbigt. < 15 Mitglieder bedürfen. Auch hiergegen wurde Widerspruch erhoben, da das Recht gerade,des einzelnen Mrtglredes, bei der Regierung über eine bestimmte Tatsache anzufragen, nicht beschränkt werden dürfe. Tie ausgiebige Aussprache nicht, schon heute zur Abstimmung zu tom- : anzunehmen, daß oie Angelegenheit morgen Giessen (Boonstrasse 6), Stuttgart, 14. März 1912. 02114 SeriAr Dießen, 13. März 1912. 02128 preisen 1501 Leibaestern, den 13. März 1912. 02109 Dian schtti!! it Zchneida« teil gelceln ehr von ta noch hinj» ( kommen, ü icht alle }v sich an b eilt, baß t* I alles fli' Frau ®lor- 2l(ten»53u;f- r, 77 3.4 uS SJiOft ' licolhc; $■ Sßingbwiw', lichelb^, larrengeschäst in Vilbel und benutzte die Abwcstn- citgcbers. um auf dessen Kosten gute Zigarren zu rauchen und zu verschenken. Er will die Zigarren an dir Arbeiter verteilt und sich zu dieser Verfügung berechtigt gehalten haben. Paß Gericht erachtete den Nachweis bewußt rechtsdrigen Handeln'- nicht geführt und hob das auf Strafe lautende Urteil des Schöffengerichts auf. 1 Schinin!. Macht öpt. durch (hu. frevelt wird, letracht, obtr tonne, ^Icn. werden durch gewohnheus- Städten - Haltungen - ge zu lohnen- ter, der bas ausschmulten ag, ohne sich ie Salti cir fn deraniqen dieser Zivchc er Umslündöl darüber do angen, bieim nmungen bei ■ftereicn such angemessenL Beerdigung Freitag, 15. März, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes ans. — Kondolenzbesuche dankend verbeten. Letzte Nachrichten. Ein Revolver-Anschlag auf den König von Italien. Nom, 14. März. Al4 sich der König heute morgen zu einer Seelenmesie für d n König Humbert zum Pantheon begab, feuerte ein Unbekannter mehrere Revolverschüsse auf ihn ab. DerKönig blieb unverletzt; derTäter wurde verhaftet. Mrbk bm nw«) eine btm °n btt tzs, Ironien (j4 an bet e 1,1 *t tinttn lnrinbeschule ^S^erein kn Sonnst; b'c l>ch mit ntkrlanb. ifS Projeklez mlung auch Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausstchtei» in Heften für Freitag, den 15. März 1912: Trüb, leichte Regensälle, mild. Kleine Lagezchronik. Au» der Zecke Friedrich Heinrich bei Mörs wurden vier Arbeiter verschüttet. Zwei sind tot, die anderen beiden fdbivcr verletzt. DaS Ardcnncndorf W a r m s 0 n t a i n e wird seit einiger Tagen von Erdrutschungen heimgesuchl. Unterhalb des Dorfes befinden sich lief auigelwblte Echieserschachte. Tie Stiitk Pfeiler des Erdbodens balnii nachgegebni. lieber 300 Menschen mußten das Torf bereits verlassen. Die „New Pork Tribüne" erfährt von unterrichteter Seite, daß Spanien mit der National Eim Bank wegen einer Sech zia-M illionen Anleihe in Verlmndlungen steht, um eine Eisenbahn von Madrid nach Frankreich sowie einen Tunnel durch die Pyrenäen zu bauen. Den Ban soll eine amerikanische Gesellschaft ausfahren. In Bombay wurden infolge einer furchtbare»» E r p l 0 - sion von l1 _■ Tonnen Dynamit, die auf einem schlvim- menden Magazin untergebradit waren, neun i»»dische Matrosen, die sich auf dem Fahrzeuge befanden, iit die Lust gesprengt und sind samt dem Fahrzeug vollständig verschwunden. Meilenweit int Umkreise wurden Fensterscheiben eingedrückt. Georg Wallenfels Marktplatz 21, Telephon 46 gegenüber d. Engelapotheke. Danksagung Für die vielen Beweise innigster Teilnahme an dem schrnerzlichen Verluste unserer guten, unvergeßlichen Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Kusine, sowie für die liebevolle Pflege der evang. Schwestern und für all die reichen Blumenspenden sagen auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. Adolph. „Zucker'ö „Saludcrma" hat mich von einem schweren Hautausschlag rasch u. üöfl.befreit lOOOTanf. E. Phylipv,Ausscher." Aerztt warm emvs. Dose 50 Pf. u. 1 M. «stärkste Form« bei W. Ailbinger, Seltersweg 79a, A. Noll, Bahnhofstr. 5111 ($. Noll, Kaiser-Drogerie. (slu/i Daunagung Für die vielen Beweise innigster Teilnahme an dem schmerzlichen Verluste unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels Herrn Georg Dern VI. sagen nnr auf diesem Wege innigsten Dank. Tie tieftrauernben Hinterbliebenen. (vi«r 10Stück70Psg., SniUjC vicr • 'M -5 Braut-Seide v. - 5*«J Statt besonderer Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass gestern unsere liebe Matter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Katharina Kreuser geb. Mayer an den Folgen eines Schlaganfalls im 65. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Karl Bucher and Frau, geb. Kreuser. vstchertisch. — Tas 1. Märzheft des „Literarische»» Echos" ist der „Romantik" geweiht. Reinhold Steig veröffentlicht bisher unbekannte Urkunden zum Leben und Werk dcS MalerS und Radierers Ludwig Grimm, des wenig bekannten jüngeren Bruders von Jacob und Wilhelm Grimm. In einem interessanten 'Aussatz charakterisiert Oskar F. Walzet das Verhältnis Wilhelm von Humboldts zur Romantik. Uebcr die neu aufgelegten Wiener Vorlesungen Friedrich Schlegels referiert Rudolf Pecktcl, und als einen „Enkel" der Romantik erkennt Franz Deibel den Dichter Herbert Eubenberg, der in seinem neuen Roman „Katinka die Fliege" ganz den Spuren E. T. A. HoffmannS und Jean Pauls solgt. auf Eis in la. feinster lebendfrischcr Ware soeben eingelr. u. billigst bei Ang. Wallenfels Marktvlarr 17 Telephon 262 Prompter Versand auch nach auswärts. (174 Militäv-ins Ausstandsgebiet entsandt. r:: Köln, 14. März. (Priv.-Tel.) Wegen der zunehmenden Strcikun ruhen hat der Mini st er eingewilligt, daß Militär in das Streikgebiet verlegt »vird. Das 15. Infanterieregiment kam mit seiner Maschinengewchrabteilung in die Gegend von Dortmund. Wenn cs die Lage erforderlich macht, wird beute mit der Heranziehung von Militär fortgefahren. Aus der Zeche R a d b 0 d kam es gestern abend zu Unruhen, in deren Verlauf 35 Verhaftungen vorgenommen wurden. Aus der Zeche Kaiserstuhl mußten die Arbeitswilligen durch Waffengewalt gegen Angriffe der Streikenden geschützt werden. Düsseldorf, 14. März. In Hamborn war gestern abend alles ruhig. In Bruckhausen kam es zu einem unbedeutenden Zusammenstoß, doch konnte die Ruhe sofort wiederhergestellt werden. Wancrdtchtc : KM- «.Mecke» liefert prompt u. billig u. steht mit Svezialoffert. gern zu Diensten Ludwig Lazarus 8literro.53 FernsvrLtzö Ma* Aus der Hessischen Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 14. März. Die Voranschlagsbc- ratung wird von der Zweiten Ka»nmer fortgesetzt. Kapitel 39, höhere Bürgerschulen, »vird auf Antrag des Äbg. M 0 l - than zurückgestellt. Bei Kapitel 40, Lehrer-Scminarien, wünscht Ava. Bach (Natl.), daß bei der bevorstehenden Reform die Lehrerschaft zu Rate gezogen »verdc. Er tritt ferner für hie bessere Bezahlung der Seminarlehrer ein und fordert die Erhebung von Schulgeld an den Scminarien. Abg. 11 r ft a b t (F. Vp.) spricht sich für den Abbau der Seminarien und die nationale Einheitsschule aus. Gcheimerat Süffert führt aus, daß man die Lehrer bis jetzt nickst falbe böreit können, weil sic nicht offiziell organisiert seien. Bei Kapitel 41, Volksschulen, wünschen die Abgg. Ucbel iZentr.) und Bach (Natl.) die Regelung der Anslellungsvcrhältnisse der israelitischen Reliaions- lehrcr. Bei Schluß der Redaktion spricht Geheimerat Süffert, der eine zusagende Antwort gibt Gießener Strafkammer. Gießen, 13. Marz. Früh verdorben kst der Schriftsetzer K. von Ockstadt. Kaum 1$ Jahre alt, hat er schon eine Reihe bon Diebstählen, darunter einen schweren Diebstahl begangen. Sie trugen ihm heute eine Gesamtgesängnis- ftrafe von 8 Monaten ein. Bei Mei früheren Diebstählen war ihm bedingter Straferlaß gewährt worden. Diese Gnade vermochte ihn nicht zu bessern, so daß er jetzt die Strenge des Gesetzes fühlen muß. hieran konnte die Reue, die er zum Ausdruck brachte, und seine Beteuerung, diese Diebstähle seien die letzten gewesen, nichts ändern. Auch lassen diese selbst keine milde Beurteilung zu. Außer den Fällen, in baten er seinen Lehrherrn in Friedberg bestohlen bat, handelt es sich darum, daß er sich nachts in das Zimmer eines Betrunkenen geschlichen und dessen Portemonnaie entwendet hat, daß er als Kellner die Sparbüchse eines Vereins, bei dem er bediente, entleert und in der Wohnung feiner Wirtin, nachdem er dort eingestiegen war, Geld gestohlen bat. Neberschreitung des Züchtigungsrechts. Die 7jährige M. K. hatte in der Schule zu Hartmannshain tin Tintenfaß gestohlen und dadurch den Zorn ihres Lehrers auf sich geladen. Als sie am Nachmittag auch noch ihren Namen mit Tinte auf den Schultisch schrieb, schritt der Lehrer zu einer Universitäts-Nachrichten. — Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung. Aus Köln wird uns gemeldet: Soeben ist die ministerielle Genehmigung für die Kölner Verwaltungs-Hochschule erfolgt. Die neue Hochschule, die den amtüdxn Titel „H 0 ch - schule für kommunale unb soziale Verwaltung" führt, ist bestimmt: eine vertiefte, allgemeine und fachliche Ausbildung, sowie eine systematische Fortbildung in der Wirtschaftsund Verwaltungswisscnsckxrft zu geben. Das Studium dauert vier Semester, nach deren Ablauf enttveder die Kommunal-Bcamten- Prüfung, oder die Sozial-Beamten-Prüfung abgelegt toerben kann. Studien an anderen Hochschulen werden bis zu zwei Semestern angerechnet. Mit der Organisation des Unterrichts und der Leitung des inneren Uiitcrrichtsbetricbes ist der Nationalökonom Prof. Dr. jur. et phil. Adolf Weber beauftragt. Starkenburg und Rheinhessen. - d. Mainz, 13. März. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden die Pläne und Kostenanschläge zur Erbauung eines Realgymnasiums im Bauauadrat V des Schloß sreiheitsgebietes gutgchcißen und ein Kredit von 583 000 Mk. bewilligt. Der Bauausschuß wurde ermächttgt, über die Aus. sührung der Arbeiten und über die Wahl der Konstruktionen und der zur Verwendung kommenden Materialien selbständig zu bo schließen. Tie Entscheidung über die Frage der Errichtung eines Direklorwohnhauses wurde vertagt, bis mit der Regierung eine Einigung über die Mietgelbverhältnisse erzielt ist. — Die Gc> suche ber kausmännischen Angestellten um Einführung der völligen Sonntagsruhe im Hanbelsgewerbe ivurbc abgelt h n t. Der Festsetzung des Oktrois auf Wein in Fässern in Höhe von 1,20 Mark für das Hektoliter wurde zugestimmt. Es wurde beschlossen, bei den Gemeindesteuern das Po ft mahnverfahren einzuführen. Kreis Welzlar. O Aßba ch, 13. März. Auf Anregung des Bürger weistcrs Braun-Krosdorf wurde am Sonntag abend hier ein Unterhaltungsabend abgehalten, der außerordentlich stark besucht war. Der im Erweiterungsbau unserer Schule geschaffene Fe st s aal ist für eine derartige Veranstaltung wie geschaffen. Das Programm war äußerst reichhaltig: Deklamationen, Gesänae und Mufikvorträge boten viel Unterhaltung.. Ter Gesangverein „Frohsinn" hatte sich in den Dienst des Abends gestellt. Die Einnahme soll zu wohl tätigen Zwecken Verwendung finden. Hessen-Nassau. * Aus Hessen-Nassau, 13. März. Nach der jetzt veröffentlichten Statistik über die Viehzählung vom 1. Dezember 1911 stellt sich ber Viehbcstanb in Hessen-Nassau gegenüber dem Vorjahr wie folgt: In 172 109 (172 409 in 1910) Gehöften mit Viehbestand besaßen 180 791 (182 234) Haushaltungen 87 259 (87 072) Pferde, 564 151 (575 784) Rinder, 160 012 (168 201) Schafe unb 675 527 (686 719) Schweine. Es vermehrten sich beninad» bie Pferde um 187 bczw. 0,21 Proz., während sich die Rinder um 11633 bczw. 2,02 Proz., die Schafe um 8159 bczw. 4,85 Proz. unb bie Schweine um 11192 bczw. 1,63 Proz. verminderten. Hinzugesügt sei, baß die Zunahme der Pferde nur im Reg.-Bez. Wiesbaden fcftgcstellt wurde, im Rcg.-Bez. Kassel dagegen eine kleine Abnahme der Pserde sich hcrausstellte. Die Zahl ber Gehöfte überhaupt betrug 270054 (gegen 268 661 in 1910). X. 53 a b -Orb, 13. März. Von ber Stadtverordnetenver - sammluna war am Samstag Termin zur Vornahme ber Wahl eines Bürgermeister s angesetzt wvrden, wogegen ber Ma giftrat Einspruch erhoben hatte, da nach seiner Ansicht erst bie Gehaltsfrage für bie neu zu besetzende Stelle geregelt werden müsse. Der Wahlakt wurde durch telegraphische Verfügung des RegierungspräsibsMen Zu Kassel bis auf weiteres eingestellt. Lin schwere; Eisenbahnunglück. Am Mittwoch früh ftreifte ein nach Szenkowa (Galizien) ausfahrender, mit Feldarbeitern besetzter Zug eine stehende Lokomotive, wodurch einige Waggons entgleisten und viele Personen verletzt wurden. Seither gingen folgende Nachrichten ein: Krakau, 13. März. Bei dem Zusammenstoß in Trzebinia wurden zwanzig Personen schwer und 33 leicht verletzt. Der erste Rettungszug kam aus Trzebinia, der zweite aus Krakau, wohin die Verletzten in bie Krankenhäuser gebracht wurden. Während des Transportes ist ein Arbeiter gestorben. In dem verunglückten Zuge »varen Arbeiter, sogenannte Sachsen- aänger, förmlich eingepfercht, woraus sich die große Zahl der Verletzten erklärt. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, da viele Passagiere in den Trümmern ber umgestürzten Waggons eingeklemmt waren. Die Verletzungen bestehen vielfach in Arm- unb Beinbrüchen, sowie Quetschungen. Als nach der Rückkehr des Hilfszuges nach Krakau die Verletzten in bic Krankenhäuser gebracht würben, mußten zu ben Transporten Möbelwagen unb anbere Fuhrwerke benutzt werden. An der UnsaUstcllc wurde ein noch größeres Unglück dadurch v'er- hütet, daß ein Bahnbeamter den Wien—Krakauer Schnellzug, der die Kreuzung bald nach dem Zusammenstoß passieren mußte, cntgegcneilte unb burch Laternensignale, im letzten Augenblick zum Stehen brachte. Wie amtlich festgestellt wird, ist das Unglück dadurch herbeigeführt worden, daß sich bei der Annäherung beö Arbeiterzuges 1441 gegen die Auss'ahrtsweiche eine auf dem Nebengleise stehende Rangierlokomotive gegen den ausfahrenden Zug in Bewegung setzte. Krakau, 13. März. In das Krankenhaus wurden angeblich 46 Schwerverletzte eingeliefert, von denen 23 operiert werden mußten. Kartoffeln Alle Sorten Speise- u. Salatkartoffeln empfiehlt billigst 1582 J. Weisel Telephon 88. Sonnenstr. 6. 1N ■K»? en kltM. ■tafle votier- Men D- cin Eigene Ufoe E , man W cht vtrurtM n Na-M 5 en sich die WR Kftter f r, > <**!«* Ä Fahrlässig7eit nahm die Kammer bet dem Handelsmann S. G. von Dübels- l/kirn an, ber von dem Schöffengericht Büdingen wegen vorsätzlich^- wissentlicher llcbcrtretung viehsnichciipoliz.ilicher Vorschriften mit 3 Tagen Gefängnis besttaft worden war, weil er ohne Ursprung:' zcugnis ein Kalb von £)ain^rünbau nach Mittelgriindau verbracht Ijatte. Seine Behauptung in ber heutigen Bcrhanblung, er habe in bcm gegebenen Falle ein Zeugnis nicht für erforberlich gehalten, wurde für nicht widerlegt erachtet. An bie Stelle der Vorsatz- strafe trat deshalb eine Geldstrafe, bie auf 20 Mk. bemessen würbe. Von her Anklage, seinem GesckßiftsheiTrn zwei Kistchen mit Zigarrengestohlen zu haben, erzielte ber Arbeiter K. von Frankfurt a. M. Freispreckmng Er »var Aufseher in einem Mineralwasser- und Zig hcit seines Arm Landwirtschaft. ** Landwirtschaftskamm er fü r Hessen. Infolge des ungünstigen Ausfalles der 1911er Ernte ist bic Nachfrage nach gutem Saatgetreidc unb besonders Saatkartoffeln, in diesem Jahre eine grobe. Durch die Saatbaustellen der Land- wirtsck-aftskammer ist m Hessen eine Einrichtung getroffen, bic es den Landwirten möglich macht, stets sottenechtcs und reines Saatgut bewährter Sorten von Kartosieln, sowohl wie von Sommerweizen, Gerste unb Hafer zu beziehen. Die Landwirtschafts- tkrmmer für Hessen ist gerne bereit, ben Bezug solchen durch sie angeTörten Saatgutes ihrer Saatbaustellcn zu vermitteln. zweiten heftigeren Züchtiguirg mit einem Haseknußstocke. Dabei schlug er bas Kind derart, daß eine JtarPc Anschwellung ent- ftond unb die Heilung mehrere Tage in Anspruch nahm Für biefe Über bas Maß hinaus gehende Bestrafung wurde ihm eine Geldstrafe von 20 Mark jueifannt. Schlechte (Erfahrungen machte der Steinhauer R. W. in Hungen mit dem Stcinhauer R. B. aus Norblwusen, den er sich im November vorigen Jahres aus dem Gewerkschaftshaus zu Frankfurt a. M. geholt und alS Geselle bei sich eingestellt halte. B. arbeitete einen halben Tag, dabei beschädigte er ein wertvolles gotisches 5breuz, und bc gehrte schon am Nachmittag einen Vorschuß von 6 Mark, da er geliehenes Gelb zurückzahlcn müsse. Er erhielt bic 6 Mark unb verschwand, ohne sich um Stelle und Darlehen zu kümmern. Als rückfälliger Betrüger hat er feine Tat mit 9 Monaten Gefängnis zu büßen. Der FLrsorgezögling H. W. von Wahlershausen n>ar Knecht J>ei dem Landwirt E. in Mittelgrünbau unb teilte mit bessen Sohne bic Schlafstube. In ber Nacht vom 4. auf 5. September 0. I. stahl er bcm hingen Mann bas Portemonnaie mit 11 Mk. unter bcm Kopfkissen heraus uiw vcrschwanb bamit. Der Diebstahl trug ihm 3 Monate Gc sängnis ein, da er bereits zwei Vorstrafen wegen Diebstahls hat. Oessentliches Aergernis durch Vornahme unzüchtiger Handlungen auf hellbclcuchteter i?itsstroße erregte am 13 Fckwuar d. I zu Lich der Schmied und ünecht.O H. R. von Grünberg. Er ist bereits tvegen einer foldjcn Tat vorbestraft unb muß deshalb zur Sühne 6 Monate ins Gefängnis. Freisprechung. — Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! — Du/il ti. Henneberg, Zürich Wäscherei Mi Tchützenstraßc 11 loltl? empstehlt sich in Herren- unb HauSbaltungöwäsche. Saubere Arbeit, schonende Behandlung, billigste Preise. 4- und 6-eckige 1513 Drahtgeflechte Fttlhelzaullirtjl Tpanndraht etc. lausen Sie billig unb vorteilhaft bei Edgar Borrmann, Giessen Eisenbandlung, Haus u. ttüchcngerätc. Telephon 185. 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M«j 1912,8’|a Uhr «6mk, in Akins Worten Neuheiten ergebenst eingeladen. Taqcs-Ordnung V3 D“l> £Jrima$) 0.50 und Dosen. weise m. zurück. ^Alhknllit frflStn kie.M Alle Neuheiten eingetroffee. Ständiges Lager von 200-300 Stack Giessen SeltersweS 59 CO 8 „Van Houtens Cacao“ zeichnet sich nicht allein durch Reinheit, Aroma und wunderbaren Wohlgeschmack aus, sondern ist leicht verdaulich, nahrhaft und ohne schädlichen Einfluss auf die Nerven. Stets in geschlossenen Büchsen, niemals lose zu haben. — Nur eine Qualität, die beste! Verzagen Sie nicht, versuch. Lie b.Slopfirfim., Schlaflos.. Durren. Dr. Bergmanns Ncrvcntee „BeWe" ivcrb. Beron.i Pack 50 Ps. u. 1. Mk. Adler Drogerie, «eiterSw lvi.^ttoLrhaas.' " Wir!5nn kisser behänd tinnt| 24 el neuem die C für uns, wir -en Schuh un lp groh sein. neuer 1- 2pril, aber leit Gebrauch rafi nicht Wei «lichenherd a t-llc man dc ^ien getan, k täte Schlesien ' Mell cmj in allen Warben billigst. CDuarä Siiearr, Sirtnerei Marburger Ltrahe bl. 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Wegen der Wichtigkeit der Berbandlunaen werden alle Interessenten zu zahlreichem Besuche eingeladen. lDM/a Verkehrsverein Rodhcim a.d.Bieder Das tägliche erste Frühstü c .*-11 kräftigend sein, um den Körper widerstandsfähig zu machen. Dies trifft nicht nur bei Erwachsenen zu, sondern auch s bei Kindern vor Schulbeginn. Die fürsorgliche Mutter reicht morgens statt Kaffee oder Tee lieber: 5err ßauptmann keiner, 1. Antrag von 297 Mitgliedern auf Umwandlung der Gcwerbebank in eine Genossenschüst mit beschränkter Haftpflicht. ktgründei di< Ang und 1 teiresf.'n. G Verfügung st Ionen und zr für den Entöl Seit hat auch tilufe erhöbet iie Üebernah Staat; sodan Jungen ausge! N in gl ^('°nall' B,t ähnlichem soll ße kMenscha und ibi Unletit ^ßebnisse ih Jeder, in r5ü ?ft betroffen i'frü"0 zu flcl°lulion oe ?“! eine t Nur noch heute und morgen: Gerettet aus dem Meereskunde Kroßcs lmtriklinischtZ 3rm in 3 litten. Zur Herstellung dieses großartigen Schlagers wurde der „Imp Films (So. os Amerika" von der amerikanischen Regierung ein Unter« sec-Torpedoboot zur Verfügung gestellt. jlnBtröcmtin rrstklossigrs Eifilafler=^Brogramin. Gewerbebam zu Gichen eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Die verchrlicken Mitglieder unserer Bank werden zu der am Meiner werten Kundschaft zur gefl. Kenntnis, dass meine Gehilfen an der Aussperrung nicht beteiligt sind, wodurch ich in der Lage bin, jeden mir erteilten Auftrag in kürzester Zeit unter Zusicherung reeller Bedienung zur Erledigung zu bringen. Bei eintretendem Bedarf halte mich bestens empfohlen. Slaillhealer Biete Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, d. IS.März 1012, abcndS Sllbr: Volks - Vorstellung Unter Mitwirkung der Sta velle des hiesigen Hnf -RegtL Kaiser Wilhelm Nr. 116 Bolksoreise. Poikspreisc Neuheit! Neuheit Polnische Wirtschaft Vaudeville Posse mit Getan! in 3 Akten von Kraab uni LkonkowSkv. Munk DonjeoT Gilbert. Ende 10'/, Uhr. a'V 1 llcbcnirber „ 1.— Karabach, Babnbofstr.27. Empfehle schöne bodütönv migc und niedere '1838 I p.r ” be ■ ^‘"mpfunn t | J&'n für | oii I S',^6 die ( I ^tonbig, (jj ** Hochachtungsvoll Wilhelm Hess Zivil- und Uniform-Schneiderei Brandgasse 6 Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft, Charlotten- OUrg, SalZUter 16. AOteilang Uno lin-Fabrik Martimkenfelde. SkÄSKMMMMq Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgebung die ergebene Mitteilung, daß ich Freitag, den 15. .Ulkrz die Wirtschall io ta feWita 89 übernehme. Ich führe das vorzügliche Butzbacher Bier und werde bemüht bleiben, durch ebenso gute bürgerliche Küche mir das Wohlwollen meiner verehrten Gäste zu erwerben und zu erhalten. Ich bitte um geneigten Zuspruch und zeichne mit Hochachtung Deutscher Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien Ortsgruppe Glessen. Wir machen unsere Mitglieder aus den Vortrag deS Herrn Hauptmann Letzncr, Inf.-Regt. Nr. 168, aufmerksam, der am 14. März, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität über seine Erlebnisse in Kamerun Ein Vewnügen, bei dem man Beld span ist das Waschen mit Pfeildreieck-Seife Versuchen Sie es! Ueberall erhältlich Seifenfabrik August Jacobi • Darmstadt 1 poj h-ye5ni Iöäih G G f=5 < '<7-- ? .tich» Jcn ( rUt-bi' X $ »>. ,c oI, , < 13 jJI AÖ'on ^>-1- fjrintäDonnh stattfindenden außerordentl. Gencmlvtrsammlniig Bügelanstalt i 1 Anzug Mk. 1.50 1 <*oic Blockstrasse 7 6000 Fernsprecher 236 , Bier & Imich Seifenpulver Ist weltbekannt, billig und doch vorzüglich. Seitheriger Absatz mehr wie 4 Millionen Pakete. 1-PsM-PM 20 Psz. ^Pillnd-Paktt 10 Psg. Alleinverkauf für Giessen: Alois Staudt Kolonialwaren u. Delikatessen Du/f Der Vorstand. Verein Braiinshardler Beim in Darmsladl (eingetragener Verein) toeiül. MitgliederlittsMmlilng Montag, den 25. März 1912, nachmittags 4 Uhr, in Darmstadt, Neues Gerichtsgebäude (Strafkammersaal). Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Tätigkeit beS Vereins im Jahre 1911. 2. Voranschlag für 1912. Dl