Donnerstag, H. November 1912 162. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 269 Lricheml täotich mit AuSnahnre d«S GenntagS. neue Rotationsdruck und Verlag der Drübt'fchen Universiläls - Buch- und bteindruckerei. R. Lange, Gießen. Aus StaOt und Tand. Gießen, 14. November 1912. Wer darf Meister sein? ff. Cvrano von Bergerac als Oper. Aus New ?)ork wird berichtet, daß das Metropolitan Theater tn seiner eben beginnenden Spielzeit eine interessante Neuheit bringen werde, nämlich Cyranv von Bergerac in Form einer Oper. Wie der „Corricrc" du^ch seinen New Yorker Vertreter, ix^tce Ferrco, erfährt, Händen cs sich um ein Aber? des Amerikaners Walter Tamrosch. Tas Libretto der Oper soll jedoch eine recht freie Bearbeitung der Rostandschen Fassung des Eyrano sein. — Eine „Krankheit der Fürsten". Die jüngste amtliche Erklärung der russischen Hofärzle über die Erkrankung de- Zarewitsch — der jugendliche >dronprinz leidet an Härnv- philic und ist ein „Bluter" — ist der Ausgangspunkt eines interessanten Aufsatzes über diese merkwürdige Krankheit, der in der englischen medizinischen Zeitschrift „Hospital" veröffentlicht wtrd. Tie Hämophilie besteht, wie sckwn ihr Name sagt, in einer übertriebenen Neigung zu 'Blutungen verschieden,ter Arlane aut alle bisher bekannten Blutstillungsmittel nickt reagiert. Tas Leiden ist fast immer erblich und man iinbet cs merkwürdigerweise sehr oft in fürstlichen Familien. die Geschichte der Heilkunde verzeichnet schon aus dem Mittelalter her eine lange Reihe von Fällen, in denen die Mitglieder fürstlicher (^schlechter von dieser Blatsuckt beimgesuckt waren. In der Volkssprache erflarte man diese krankhafte Neigung zu Blutungen mit der Annahme, daß die sogenannten Bluter „nur eine Haut statt drei" hätten. In Wirklichkeit I>al??n die Bluter natürlich ebensoviel Häute wie i^cder andere Mensch, nämlick eine. Tie Ursache und das Weien des Leidens ist der Wissenschaft noch heute ein Gegenstand mannigfacher Streitfragen und.manche Gelehrte wollen die Sltanr hctt in einer ungewöhnlich leichten Zerrissenheit der Blutgefäße und in einer angeborenen Enge der Aorta suchen. Allgemeiner ist die Annahme, daß das Blut der Hämophilen von einer geringeren Gerinnbarkeit ist als normales Blut, ,'ö daß bei leichteren Der- kbungcit in Fällen von Blutsucht die Blutung nicht nachläßt. Ein spezisisches Hellmittel gegen das Leiden steht der Wissenschaft zurzeit nicht zu Gebote, man ist auf eine prophylaktische Behandlung angewiesen, auf eine nahrhafte, leicht verdauliche Ausland. Die Frage von Tanger. Hebet den gegenwärtigen Stand der Frage von Tanger wird dem „Figaro" aus Madrid gemeldet, England verlange, daß Tanger von einem einzigen Gcmeindcrat ocrwaltet werden solle, in dem die eingeborene Bevölkerung in demselben Verhältnis wie nie anderen Nationalitäten vertreten sein solle. Frankreich habe dagegen beantragt, daß wegen des numerischen Ucber- gewichts der Marokkaner der Stellvertreter des Sultans ein Aui- Niißstände beim Dreschen. Vom Lande wird uns geschrieben: Ter Brand in Ober-Schmitten lenkte die Aufmerksam« teit auf einen an vielen Orten der Umgegend vorl-andcnen Mißstand. In Ober-Schmitten brach der Brand in einer - Scheuer aus, in der die Ta mpsdresch maschine tätig war und des Abends. Wenn dies in einer Hosreite ............ ....." Diät und auf eine Vermeidung aller körperlichen Ansttengungen. Allem Anschein nach beschränkt sich in unseren Tagen die Krankheit vorwiegend auf die Angehörigen fürstlicher Geschlechter. So war beispielsweise der Herzog von Albany Hämophile und auch der zweite Sohn des spanischen Königspaares soll an dieser Krankheit leiden und infolge einer inneren Ohrenblutung unheilbar schwerhörig geworden sein. In der Familie bei; Königin Mary von England sind mehrfach Fälle von Blutfuckst vorgekommeu und auch unter den Hohen Zollern hat es hin und wieder an hämophilen Erkrankungen nicht gefehlt. In der Regel leiden nut männliche Personen, und zwar meistens im Mm oben alt er, an dieser Krankheit. Bei der Vererbung hat sich die merkwürdige Tatsache erwiesen, daß die Weitergabe der krankhaften Anlage fast ausschließlich durch die weiblichen Angehörigen der sogenannten „Bluterfamilien" erfolgt. Hk. Kapt. Rallier du Batys zweite Expedition n a co ® e r g u e I e n. Um seine Forschungen auf Kerguelen, die er 1908/09 begonnen hatte, fortzusetzen, und zu einer Aui- nabme der noch unbekannten Teile der Insel auszudehnen, tritt Kapt. Rallier du Baty eine neue Expedition dorthin au’ dem Schoner ,2a Curieuse" an. „Peterm. Mitt." zufolge wil' er aut der Rückreise andern isolierten Inseln, Neuamsterdam St. Paul, Campbell, Tristan da Cunha, einen Besuch abftatter und die lange gesuchte Insel Bouvet, die erst von der „Valdivia" Expeditton 1898 wieder gesichtet worden ist, zu erreichen sich be mühen. — Peter Ros eggerund seinDenkmal. In Erinnerungen, die der Bildhauer Professor Hans Brandstetter im No- oembcrhcft von Vclhagcn u. Mlasings Monatsheften veröffentlicht, teilt er einen Brief mit, den ihm Rosegger im Jahre 1906 geschrieben hat, als es sich darum handelte, dem steirischen Tichter ein Ebrendenkmal zu setzen. Brandstetter hatte drei Entwürfe gesckasfen, von denen der Waldschulmeisterbrunnen später ausge- führr ivurde, und zwar unter ausdrücklicher Billigung des Tich- ters, der folgendermaßen an den befreundeten Künstler schrieb: „Deine Mitteilung, daß man mir im Mürztale ein ehernes Denkmal setzen will, und zioar noch bei lebendigem Leibe, hat die widersprechendsten Gefühle in mir erweckt. Beklommenheit, Gedrücktheit und Stolz zugleich. Wer könnte, dürfte denn so etwas annehmen, solange niemand und am wenigsten er selbst weiß, ob der Rest seines Lebenswerkes seinen Landsleuten wohl auch entsprechen werde! Ich habe mir, wie bisher so in Zukunft, meine literarische, meine moralische Freiheit zu wahren: ich muß meinen eigenen Weg gehen dürfen, wie ich glaube, daß mir ihn Gott hat vorgeschrieben, und deshalb sollte man mit einer so großen und dauernden Anerkennung doch wohl warten, um zu sehen, wie die Sack-e verläuft. — Nun, wenn schon, bann die : Person in den Hintergrund, die Idee voran! Nun ist aber unter Die „Gießener $emilienblitter" werben dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt fir ben Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal. „Er schreckte ;. B. nicht davor zurück, mir am frühen Morgen zu telephonieren, daß er das Königliche Opernhaus kaufen wolle. Es gab für ihn überhaupt kein Objekt, das groß genug war, feine weitgehenden Pläne zu befriebigen. Er bringt mit feiner unüberlegten Handlungsweiie eine unenbliche Verwirrung in unsere keineswegs erfreulichen Theaterzustände, die man in diesem Jahr ui bessern hoffte. Es wirb der Ansvanniing vieler Kräfte bedürfen, um den >tzriegs zu stand, ben uns zwei österreichisch-ungarische Theatcrniänner geschaffen haben, zu lokalisieren. 3ebenfalls Iteht eine Reihe wichtiger Aenberungen im Berliner Theaterleben bevor." Sitze. Die Vorarbeiten für einen Umbau des Obergeschosses des Reichstagsgcbändes sind durch das Reichsanit des Innern in Angriff genommen worden. Es handelt sich bei diesem Umbau darum, int Obergeschoß des Reichstags au den Hoffronten ein Stockwerk anfzusetzen, um etwa 1 00 kleine A r b c i t s z i m m e r für Abgeordnete zu schaffen. Der Umbau dürfte die Summe von rund dreiviertcl Million Mark beanspruchen. Mit dem Umbau soll zu Beginn des neuen Rechnungsjahres begonnen werden. Das äußere Bild des Reichstags wird durch den Umbau nicht beeinträchtigt werden, da die aufgesetzten Stockwerke an den Lichthöfen liegen. Auch für den Bundesrat werden einige neu e Zimmer geschaffen werden, da bei der intensiven Tätigieit einzelner Ressorts im Reichstage, namentlich wahrend der Elatsberatungen, für die Herren bce. Bundesrats die Schaffung von Arbeitsräumen tunlich erscheint. Redaktion, Expedition und T ruderet: Sckml- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^SllLrel.-AdruAnzeigerHieben. Die Tagesordnung für b i c 70. Plenarsitzung des Reichstags am Dienstag, dein 26. November, nachmittags 2 Uhr, ist ausgegeben worden Aus der Tagesordnung stehen zwölf Berichte über Bittschriften, die u. a. folgende Gegenstände behandeln: Reichsgesetzliche Regelung des Irrenwesens, Aenderung der Bestimmungen der Zivilprozeßordnung über den Ossenbarnngseid, Aenderung der deutschen Gebührenordnung der Rechtsanwälte. Die nationalliberale Fraktion des Reichstags beantragt den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Anfechtung amtlicher Verfügungen. Das Gesetz hat folgenden Wortlaut: „Alle von Behörden oder Beamten ergehenden Entscheidungen, Bescheide, Beschlüsse, Anordnungen, Verbote und anderweiten Verfügungen, deren Anfechtung an die Innehaltung einer Frist gebunden ist, müssen am Schluß die Erösmung enthalten, innerhalb welcher Frist, in welcher Form und bei welcher Stelle die Anfechtung anzubringen ist. Fehlt die Eröffnung, oder ist sie unvollständig oder unrichtig, so beginnt die Frist erst zu lausen, sobald sie nachgeholt, ergänzt ober berichtigt ist; in den beiden letzteren Fällen jedoch nur dann, wenn inzwischen eine Anfechtung erfolgt ist, die den in der Eröffnung gegebenen Weisungen genügt." Beiden «tadtverordnetenwahlen in Altona gewannen gestern und vorgestern die Sozialdemokraten fünf sicktsrcckt über die Eingeborenen ausübc unb daß neben dem europäischen Gemeinderat ein eingeborener Gemeinderat funk tionicre. Rote Parlaments wählen in Norwegen Aus Christiania wird gemeldet: Bis Miitemackü zum Mittwoch waren die Ergebnisse von 121 Storlbingswab l c n bekannt, für zwei Kreise flehen die Wahlen noch aus. ^Ge mälHt sind 74 Radikale, 24 Mitglieder der Rechten und Frei sinnige, und 23 Sozialdemokraten. D i e i c v i ii c Regierungspartei, die R cchl c unb ber Freisinn gewannen reinen unb verloren 41 Sitze, davon 28 an bie .na bi- lalcn und 13 an bic Sozialdemokraten: die .Kabi* l a l e n verloren einen an die Sozialisten und geivannen einen Sitz von den Sozialisten. Der Urach öes Berliner Komöbienffaufes. AuS Berlin wird uns geschrieben-- Tas rasche Ende der Direktion Lothar im K omö die n h a u s e, mitten im Erwlg des ersten Zugstückes, wirst ein grelles Schlaglicht auf die Ver imrrung der Berliner Theaterzustände und auf die Vorgeickickte so mancher Theatergründung, die bereits ben .Heim deS schnellen Fiaskos in sich trägt. Genaue Einzelheiten über die Uriachen des jüngsten Thcalert racheS, ber durch keine Fehlschläge während der Tirektionszcil hcruorgerufen wurde, sondern in der Art der Gründung selbst hebingt lag, teilt der bekannte Fachmann Tür Theaterstnanzeii Max Epstein in der Schaubühne mit. (rr nennt ben Fall Lothar „einen der traurigsten, den die Theaterge,chickte bisher gesehen Hal," und glaubt, daß er nur durch die gehler und Nachlässigkeit des Tirettors Lothar herbeigeführt worden sei. Zur Ermordung öes spanischen Ministerpräsidenten. M-adri b, 13. Nov. Der Mörder war besser gc- kleidet, seine Wäsche war nicht gezeickpret. Bei ihm wurde ein Heft gefunden, auf dessen Deckel die Worte „Eon- llagration" und „Internationale" standen. Das Heft ent hielt den Schlüssel ei n c r G ehei m s p r a ch e, die aus iner Mischung von französischen und spanisckstm Wörtern und fremden Zeichen bestehl. Ein Augenzeuge des Anschlages versichert, daß der Mörder von einemMit- schuldigen begleitet war, dem es gelang, in der Menge zu verschwinden. Die Blätter verurteilen ohne Ausnahme den Anschlag und spenden Canalejas warmes Lob, der von seinen Gegnern ebenso geliebt und geachtet wurde, wie von seinen Freunden. Um Mitternacht wurde der Leichnam Eana- l,jas nach der Teputiertenkammer geschafft und dort auf- gebahrt. Tie Blätter sagen, die Polizei besäße das Signalement Pardinas Er ivurde vor acht Monaten von Buenos-Aires als Anarchist gemeldet. Er begab sich von borl nach Paris, sodann nach London, Bordeaux und Biarritz, wo die französische Poli.zei auf ihn fahndete. Kürzlich befand er sich in Marseille, von wo er nach Paris ging, daS er vor ungefähr 10 Tagen verließ und sich nach Madrid begab. Seine Abreise nach Madrid wurde von der Pariser Polizei nach Madrid gemeldet. In Madrid kam er mit einem anderen Anarchisten an, welcher der Gesellschaft Befreier in Paris, London und Madrid angehörte. Die Blätter glauben, daß Pardinas eine andere Mission hatte, als Eanalcjas zu töten. Angesichts der Unmöglichkeit, sie auszuführen, benutzte er die Gelegenheit, den Ministerpräsidenten zu töten. Der König hat angeordnet, daß der Lleichnam Can w- lejaS im Pantheon beigesetz t wird. Aus Madrid wird noch gemeldet, man glaube, daß der Anarchist Pardinas ursprünglich die Absicht hatte, den König zu töten, der eine Blumenaus- stellung besuchte und den Weg über die Puerta del Sol nehmen wollte. Der Mörder stand wenige Schritte von ben Schutzleuten, welche aus Anlaß der erwarteten Vorbeifahrt des Königs Aufstellung genommen hatten. Ter Mörder dürfte erst, als er Canalejas in seiner Nähe sah, den Beschluß gefaßt lstrben, den Ministerpräsidenten zu Lothar übernahm baS Neue Operettentheater, baS er in bas Komöbicnhaus ummaiibeltc, von Direktor Palst, bem er für bie Ausgabe des TbcaterS unb bic Ucbcrlaifung des Mietsvertrages, sowie für bic Ucbergabc des gesamten Funbus eine Abnnbung von 250 000 Marl zahlte. Lothar hatte au6erbem eine Miete von jährlich 150 000 Mark zu zahlen, einen Betrag, ber zwar nicht niebrig, aber auch nicht außergewöhnlich hock zu nennen ist. Was ben Fundus anlangt, so betrug ber Anschanungswert ungefähr so viel wie ber Kaufpreis. Für denjenigen, ber weiter Operetten gab, war der Funbus natürlich auch gut zu nermenben: für Lothar war er zum großen Teil unbrauchbar. Nack dem Vertrage mit Palsi harte er 150 000 Mark in kurzer Zeit zu zahlen, unb er hat diese Summe tatsächlich erlegt. Er har bann später weitere 25 000 Mark unb noch einmal 40 000 Mark ba durch gezahlt, daß er in die Festlegung des polizeilichen Lpcrr- sonds für Palsi willigte. Es sind also recht erhebliche Betrage, die Lothar zunächst aufgebracht hat. Als Betriebsmpiral hätte nun Lothar mit einem Betrage von 100 000 Mark auskommen können, aber durch drei Torheiten hat er es fick von vornherein unmöglich gemacht, bas Theater zu halten. Ter critc rveblcr bestand in der Eilfertigkeit, mit der er unendlich viele etfirfe erwarb unb 81 Schauspieler engagierte, die zum -teil logar Gelb für das Engagement gaben unb nun ohne Stellung unb. Dann gestaltete er bas Theater um unb zwar in so durchgreifendem Maße, daß er eine Schuld von 150000 Mark dadurch anbauttc. Tabei hatte sich das Publikum in dem Raum des früheren Operettentheaters sehr wohl gefühlt und eine Notwendigkeit des Umbaues lag nicht vor. Als dritter Um,taub kam hinzu, bar, Lothar sich cinrcbetc, er könne in bem Hanse billiger sitzen, wenn es ihm gehöre, wenn er also lediglich .Hypothekenzinsen zu zahlen habe. Er schloß also mit Tirektor Palst einen Kaufvertrag, der allein 20 000 Mark Stemvelgebühr kostete. Lothar besaß als Direktor eine allzu reiche Einbildungskraft, über den Verkehr mit Leuchtöl. Das Gesetz ist mir 20 Paragraphen stark: viel länger ist die beigegebene Begründung, die die Möglichkeit für ein Eingreifen des Reiches erörtert. Dem Bundesrat soll überlassen bleiben, den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes festzusetzen und wird ermächtigt, den Vertrieb von Leuchtöl auf 30 Jahre einer Gesellschaft zu überlassen, deren Satzungen der Genehmigung des Reichskanzlers unterliegen. Die Festsetzung der Verkaufspreise sowie der Reichsgewinnanteile erfolgen durch das Gesetz. Die Angestellten, die nicht mit übernommen werden, 1 ollen nach Lebensalter und Dauer ihrer Tätigkeit in der Branche entschädigt werden. Tie Gewinnanteile des Reiches sollen zur Besserstellung der Veteranen und für verschiedene sozialpolitische Zwecke verwendet werden. Giehener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Cberheffen Am 1. Oktober 1913 ist die gesetzlick>e UebergangS- frist ab gelaufen, die Handwerkern die Adle g u n g der Meisterprüfung ohne de n Nach- weis einer bestandenen Gesellenprüfung ge- stattet. Tie Novelle ftur Aieichsgewerbeordnuug vom CO. Mai 1908 bestimmt hierüber: Wahrend der ersten 5 Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes darf die Zulassung zur Meisterprüfung von dem Bestehen der Gesellenprüfung nicht abhängig gemacht werden. Für Personen, die beim In- krasttreten dieses Gesees zur Anleitung von Lehrlingen befugt sind, gilt das gleiche auch nach 'Äblauf dieser fünf Jahre. Wer also am 1. Oktober 1908 nach den bestehenden gesetzlichen Vorschriften die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen besaß, kann auch nach dein 1. Oktober 1913 zur Meisterprüfung zugelassen werden, ohne den Nachweis der abgelegten Gesellenprüfung zu erbringen. Alle übrigen Handwerker müssen dagegen, wenn sie nach dem 1. Oktober 1913 die Meisterprüfung ablegen wollen, sich zuvor der Gesellenprüfung'unterziehen. Es liegt daher tm Interesse der in Betracht kommenden Personen, die kurze Frist noch auszunützen und sobald wie möglich die Vorbereitungen zur Meisterprüsung in Angriff zu nehmen. Erfahrungsgemäß zögern immer noch viele teils aus Laisig- teit, teils aus Verkennung des Wertes des Meistertitels mit Ablegung der Meisterprüfung. Jeder jurufe Handwerker muß es sich aber zur Ehre anrechnen, bie Meisterprüfung abzulegen, um damit den NackstverS eines abgeschlossenen Bildungsganges und die kl8crcd)tigung zur Führung des Meistertitels zu erwerben. Der Besitz des Meistertitels wirkt enipsehleird auf den Kundenkreis und legt äußerlich schon Zeugnis davon ab, daß der Inhaber Titels sein Handwerk ordnungsniäßig erlernt hat und beherrscht. Auch sonstige materielle Erfolge werden nicht auSbleiben, da immer weiter daran gearbeitet wird, bet Arbeitvergebungen durch Behörden nfro. in erster ---iine bzw überhaupt nur diejeuigen Handwerker zu berücksichtigen, die die Berechtigung zur Führung deS Meistertitels besitzen. Allen denen, die eine genügende Gesellenzeit zuruck- gelegt, zurzeit aber noch mit Ablegung der Prüfung gezögert haben, seien ernstlich errnahiit, sich im kommenden Jahre derselben zu unterziehen, denn die bis Oktober k J. bestehende Vergünstigung erfährt keine Verlängerung, für die Folge kann sich aber auch der junge Handwerker die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingeii nur noch durch Ablegung oer Meisterprüfung nach vorhergegangener Gesellenprüfung erwerben. erschießen. c c _ Mehrfach verlautet, Gareia Prieto werde das Mr- »listerpräsidium endgültig behalten. Tas Testament Ea na les äs' enthält u. a. zahlreiche Vermächtnisse zugunsten mehrerer Arbeiter- ffenossenschäften und Legate für Soldaten, die zur Zeit des nmerikanifchen Krieges auf Kuba verwundet ivorden sind. Madrid, 14. Nov. Tie sterblichen Ueberreste Eana lejas nnirden gestern nach dem Pantheon übergeführt. Der König folgte dem Leichenwagen zu Fuße. Mit ihm gingen die Jnfanteii Carlos und Fernando. Eine überaus zahlreiche Menschenmenge umsäumte den Weg des. Trauerzuges. Schoii eine Stunde vor Beginn der Ueberführung waren alle Handelshäuser imb auch die Casäs in der Hauptstadt und in den Vorstädten geschlossen. Ganz Madrid steht im Zeichen des nationalen TrauertageS._________________ Dcutfdie» Reich. Ter Kaiser reiste am Mittwoch um 3.27 Uhr mit Gefolge von Breslau nach Mosche,! ab. Auf dem Wege tion der Kürassierkaserne nach dem Bahnhof bildeten Truppen der Garnison nut Fahne und Musik Spalier, ebenso ein Pfadsinderkorps^ vom „Jungdeutschland-Bund". Der Kaiser wurde überall mit Hochrufen begrüßt. Der Gesetzentwurf über das Petroleum- m o n o v ol soll Freitag abend in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht werden unter dem Titel des Gesetzes Ter genohem'dxirtlid’e Bezug sei der einzig richtige B selben. Der Cbei und im Volkstume wurzelnden Lustspiele weit über Meteorologische Beobachtungen der Station Sietze» Nov. Wetter € 1912 °8 s tri t» Regen bis SSulo 1 10 10 10 in bicfeni Winter nach folgendem Französisch (Saal 2) und Englisch Rechnen I (S. 2), Rechnen II (S. graphie (S. 2) und Buchführung durch Hilferufe Bahr, Altstadt minder schwere Auf der Wache 2 2 2 = E Plane statt: Montag: II (S. 13); Dienstag: 13); Mittwoch: Steno» (S. 13); Donnerstag: höchste Temperatur Niedrigste „ Niederschlag: 3,7 eß 5 es nachmittag statt. Es wurde sestgestellt, daß der Tod infolge Verblutung eingetreten sei. Das traurige Ereignis hat natürlich in Darmstadt lebhafte Erregung hervorgerufen, und vor dem Tatorte in der Rheinstraße sammelten sich im Laufe des Nachmittags viele Menschen. der den Landwirt vor llcbcrvorteiluug fduifrai könne. Tine Bo füfcrung von Lichtbildern vervollständigte den interessanten Vortra.- Tie Ausführungen des Redners wurden mir großem Interesse ve- folgt und sand der Vortrag lebhaften Beifall. in die Schläfe, der tödlich ivar. Ein Schutzmann, alarmiert, fand den Weiser am Boden liegend: und einige andere Studenten, die alle mehr oder Verletzungen davongetragen hatten, wurden sistiert, wurden die Personalien sestgestellt und Bahr in 13. November 13. Z-ff Briefkasten der (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Zeppelin. Tas Marinelustschiff hat bei keiner SOftünbigm »'sahn in der Nacht zum 14. Lttobcr nur die dänischen Blinkfeuer gesichtet, die kreuze hat es nicht überflogen. Tagegen hat die »Viktoria Luise" Kopenhagen besucht. — Eine Del; mel-Le fe und eine Eulenöer L e f e. Tie bekannte Wochenschrift Tie Lese, das Organ brr neun deutschen Lefegemeinde, bringt zwei Sondernummern heraus, Herbert Eulen berg und Richard Tehmel gewidmet sind. Dich Nummern sind eine nnrflid>c Auslese von Proben aus txm Schaffen dieser Dichter, wie man sic sich für die Erkenntnis h beiden Autoren nicht schöner denken kann. SSW SSW I SW Eutol-Bonbons wirken ganz vorzüglich gegen Frische, rosige Haut bekommen blaß und müde aussehendc Kinder, wenn die Mutter ihnen eine Zeitlang regelmäßig die gute, hohe Nährkraft besitzende Scotts 'Emulsion eingibt. Hand in Hand mit einer Besse, ung des Aussehens geht eine allgemeine Kräftezunahme.' Auch die Eßlus: wird wieder reger, und an Stelle verdrießlicher sieht man pausbäckige, gesunde Binder herllmhüpfen. “/,. Aber es muß die echte Scotts Emulsion sein! vüchertisch. — Heim atliche Tialektdichtungen. Von b» reichen Quellen echten Volkshumors, der sich früher in Spini ftuben u. dergl. breit gemacht hat, ist leider nur wenig erhalt- geblieben. Umsomehr ist es anzuerkennen, daß durch Aufführung- von heimatlichen Tialektdichtungen in Vereinen und Gesel schäften ein trefflicher Ersatz dafür geboten wird. ~ und sich bedeutend billiger stelle, als die übrigen Sttckstoffbümv«. mittel. Tie Vorteile dieses Düngemittels wurden von dem Rchn,- hervorgehoben, die Anwendung klar gemacht und auch die Ä- unb Weise der Herstellung erläutert. Ferner hob der Vorträgen!» die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Tüngungsversnche hener ertiärte die Art und Weise der Durchführung derselben, wurden dir Gesichtspunkte 1,ervorgehobeu, welche zu beachten sj,> bei der Wahl der künstlichen Düngemittel und beim Ankauf de - am 12. , 12. mm. . _____ . . --7. ... Haft behalten. Am Tatorte wurden der Revolver und ein Messer gesunden. Bahr behauptet jedoch, daß das gefundene Messer nicht das seine ist. Die gerichtliche Sektton der Leiche Weisers sand heute Deutsch I (S. 2) und Deutsch II (S. 13); Freitag: Erdkunde (S. 2) und Englisch I (S. 13), Weitere Anmeldungen an den Unterrichtsabenden in dec Universität. Lehrmittel werden gegen eine kleine Leihgebühr abgegeben. Für jeden Kurs wird eine einmalige Einschreibgebühr von 50 Pfg. erhoben. ** Die Gießener Hütte, die von der Sektion Gießen des deutschen und österreichischen Alpenvereins am Eößbichl in der Nähe der Hochalmspitze in Kärnten errichtet wird, ist nunmehr im Rohbau vollendet. Es kann also damit gerechnet lverden, daß das neue Unterkuufts- haus 'zu Beginn der nächstsähriben Reisezeit dem Touristenverkehr geöffnet wird. Die Einweihung wird im August erfolgen. wälder Schriftsteller und Dichter PH. Buxbaum, beffen Werk und im Volkstume wurzelnden Lustspiele weit über die (Srcns- der .Heimat hinaus bekannt geworden sind, hat in feinen un:r dem Titel ,,D orsstück e" im Verlage von Emil Roth heraus gegebenen Einakter -Lustspielen für Vereine und dergl. ein fetr geeignetes Material geboten, bei dem Szene für Szene aus bar. Leben gegriffen find und in der die Bühne mit den einfachste, Mitteln charatteristifch gestaltet werden kann. Uebcrall wurden die Bu^baumschen Lieder und Lustspiele mit nachhaltigen En'olgen aufflcführt. Bei der demnächst zu veranstaltenden Vereinsfestlichkn! der B ü d i n g e r T u r n g e s e l l s ch a s t wird den Besuchern ein: Probe davon geboten werden. Ter .Herbstabend im Wirtszimmtr j der Berg Wirtschaft „Zum Waldstock", an dem das Lustspiel- „Ter Jagdaufseher" von Ph. Buxbaum, gespielt wird, dürste int alle siduu recht genußreich fein. Sandet * * Hasen- und Fuchsse11e haben heuer einen sehr gut« Preis. Hafenfello werden mit 70-80 Pfg., Fuchsselle je nach d- Größe bitt 10—16 Mk. pro Stück bezahlt. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 13. November. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Maschinisten I. R. von Helpershain verhau beit, der versucht hatte, sich an einem siebenjährigen Mäddxm zu vergehen. Er wurde zu einem Monat 15 Tagen Gefängnis verurteilt. 2 Wochen Untersuchungshaft ivurbcn auf die Strafe angerechnet. Berus ungsverwersung. Der Handelsmann S. R. III. von Mennigs war von dem Schöffengericht Ortenberg wegen Betrugs mit einer Geldstrafe von 50 Mark bestraft worden, weil er im Mörz 1. Fs. in Mennigs beim Verkauf einer Kuh dem Käufer unwahre Angaben über die Milchergiebigkeit und das Alter des Tieres gemacht hatte. Tie von ihm gegen dieses Urteil eingelegte Berufung führte zur Bestätigung des Schöffengerichtsurteils, beffen Fest- ftellungen die Strafkammer für zutreffend erachtete. Wegen Viehseuchevergehcirs waren der Viehhändler S. S. von Gambach und der Viehhändler L. A. III. von Herchenhain angeklagt. S. S. lvurde zu der Mindeststrafe von 15 Mark verurteilt, da er beim Ausladen von Kühen an der Bahn die Einholung der ortspolizeilichen Genehmigung unterlassen hatte, auch nicht int Besitz eines Ursprungszeugnisses war. L. A. lvurde freigesprochen, da festgestellt wurde, daß die Tat zwei Tage vor dem Fnkrafttteten der kreisamtlichen Verordnung begangen worden war. Tie enorm hoben Aleiichpreiie Zwingen die Hausfrau aü Lvariamkelt, wobei ihr TÜRK & PABST S ,3ifd) unb Ölcifdwjfr >'» Tuben nuUltdjc Dtenne leisten. Unseren Leserinnen lurröci. m ^r4‘1.,X?cn relchhaltige Kochrezevte von der Firma TtTK PABST in Brauffnrt a. M. kostenlos zugefandl. si" Kreis Alsfeld. b. Alsfeld, 13. Nov. Nachdem nunmehr von der Eisenbahnverwaltung der Firma Zindel Wtw. in Wiesbaden der Zuschlag für die Bauwerke in ©tat. 301 +14, 3014- 43 und 302 -p 78 (Gemarkung Alsfeld) erteilt worden ist, wird voraussichtlich mit den erforderlichen Arbeiten am 1. Dezember 1. I. begonnen Tie Bahnvcrwal- tung nimmt mit diesem Zeitpunkt das erforderliche Gelände in Anspruch. w. Groß-Felda, 13. Nov. Die Verhandlungen wegen der Errichtung einer Auto-Omnibusverbindung Alsfeld — Groß-Felda — Ehringshausen find soweit gediehen, daß sich die Firma I. C. Ostheim in Marburg bereit erklärt hat, Oie Strecke probeweise mit ihrem auf der Strecke Alsfeld—Neustadt im Verkehr befindlichen Wagen abzufahren. Das endgültige Zustandekommen der Verbindung dürfte von der Stellungnahme der beteiligten Gemeinden abhängcn. Da in sämtlichen 1 >’ A'vier j öen i Gemeinden eine rege Sympathie für die Verbindung herrscht, so hofft man, daß es an der Bewilligung der nötigen Zuschüsse nicht scheitern uno die Personalbeförderung von und nach unserer Stadt bald dem Betrieb übergeben wird. Es würde diese Einrichtung von ungeheurem Werte besonders für die so weit entfernt von Alsfeld und einer Bahnstation liegenden Orte fein, da sie mit sehr geringen Kosten ilyr Kreisstädtchen, wohin sie ihre sämtlichen Beziehungen haben, wie auch eine Bahnstation, erreichen könnten. Tas Komitee ist auf das eifrigste bemüht, das Projekt demnächst verwirklichen zu können. — Slirtorf, 12. Nov. Der Kriegerverein begab sich heute abend mit einem Fackelzug vor die Wohnung 'eines ältesten Mitgliedes, des Herrn Jobs. Merkel, und brachte ihm zu seinem'81jährigen tÄeburtStag Glückwünsche bar. Nach einer Ansprache beS Präsidenten wurde dem Jubilar eine Gedenktafel im Namen deS Hassia-Verbandes überreicht, wafür er herzlichen Dank auSsprach. Kreis Lauterbach. ~ 9lnS dem VogelSberig, 13. Nov. In vielen Ortschaften deS VogelSbergeS ist die Kartoffelernte, inS- besondere auf größeren Gütern, infolge Mangels an ArbeilS- fräften, noch stark im Rückstände. Die anhaltend naße I Witterung, zu der sich in den letzten Tagen noch Schneefall I cinftcdte, hat das Einernten der Kartoffeln ganz unmöglich gemacht und eS ist auSgefchlossen, daß sie noch unter Dach I gebracht werden können. Tie bereits eingeernteten Kartoffeln haben durch die Nachtfröste im Oktober sehr gelitten, es macht sich unter diesen ein stackes Faulen bemerkbar, so daß mancher Landwirt trotz der guten Eniteaussichten in seinem Haus- baltnngSplan stark beeinträchtigt ist und die geplante Vermehrung seines Schweinebeftandes wieder aufgeben muß. "Auch die Winteraussaat, insbesondere die des Weizens, sonnte wegen der ungünstigen Witterung nicht bewerkstelligt iverden, so daß auch hier für das kommende Jahr eine spärliche Ernte zu erwarten ist. Grebenhain, 13. Nov. Ter Winter hat diesmal unsere | Landwirte überrasch:. Er kommt zwar der Zeit nadj keineswegs l ui frühe, aber die .Herbstbestellung der Felder ist nocb nicht beendigt. Unter der jetzt liegenden geschlossenen Schneedecke ruhen noch unauSgemachte Kartoffeln. Manches Feld sollte noch mit Korn ausgesäei werden, es mußte unterbleiben, unb die Weizensaat ist nod) nicht beendigt. Unsere Gegend hat diesen Herbst fthroer unter Regen zu leiden. Während man sonst die Ernte beendigen und die Aussaat beginnen tonnte, ruhten hier diese Arbeiten wegen der Niederschläge. Starkenburg und Rheinhessen. bs. Darmstadt, 13. Nov. Ueber die blutige Schlägerei zwisckxm deutschen und russischen Studenten der Technischen Hochsd)ule, die dem polnischen Studenten Weiser aus Czenstod>au das Leben kostete,erfahren wir nod) folgende Einzel besten: An verschiedenen Tischen faßen im (Safe „Ernst Ludwig" in der Rhrinsttaße deutsche unb russische Studenten. Der übermäßig genoffene Alkohol hatte beide Parteien streitlustig gemacht und der erftodnme Weiser drohte mit einem Revolver. Ais die russischen Studenten das Lokal verließen, folgten ihnen die deutschen und in der Nähe des Hotels „Heß" kam es zu einem Zusammenstoß. Weiser gab zwei Schüsse ab, durd) die der Student Altstadt verletzt sein soll. Ter Studeint Ewald Bahr aus Soldin in der Neumark, der besonders bezecht war und als ein gewalttätiger Mensch gilt, griff zum Messer und alsbald wär eine blutige Schlägerei im Gange. Bahr stach auf Weiser ein, traf ihn mehrmals in die Brust und versetzte ihm aud) einen Stieb geschieht, wo reichlich Raum Vorhände« « zur Aufftellung von Lokomobile und Treschwaqen, ebtml» zur sofortigen Wegbringung des Strohes, so ist die Sarye nicht so gefährlich. So aber werden die Maschinen oft geradezu in Räume gedrängt, aus denen im Falle der Gefahr weder für Maschine rwch für Menschen Rettung ist. Der Schreiber dieses hat schon gesehen, daß ganze Hofräume bis an das Dach der Oekonomiegebäude voll Stroh gesessen haben, und daß bis zum Abend kaum noch ein Raum vorhanden war zum Durchkommen. Wenn dann ein Brand entsteht, so gibt es keine Rettung. Was das Schlimmste ist, die Feuerversicherung kann bei solchen Bränden Anstand nehmen, Entschädigungen auszuzahlen. Wenn in der Versicherungspolice gesagt ist, daß kein feuergefährlicher Betrieb in der Hof- reite vorhanden ist, haftet sie im andern Falle für nichts. Es sollte dock) Vorsorge getroffen werden, daß die Dreschmaschinen nicht an solche Orte gebracht werden, wo kein rechter Raum für sic vorhanden ist, und daß im Oktober und November nicht von morgens 6 Uhr bis abends 9 Uhr, also vielfach bei Licht, gedroschen werde, zumal die Arbeiter am Abend der Arbeit nicht mehr so gewachsen sind. ** Brandschäden in Hessen während des Fahres 1911 Tie 53 in Hessen zugelasfenen Mobiliar- Feuerversicherungs-Unternehmen hatten im Fahr 1911 mehr als 4 Mill. Mk. Entschädigungen zu leisten, einen gewaltigen Betrag gegenüber einer Summe von 640 000 Mk. im Fahre 1910 und von 969 000 Mk. in 1909. Auch die von der Brandversichernngskafse ausgezahlte Entschädigung für Gebäudebrände war im Fahr 1911 außergewöhnlich hoch. Sie betrug nämlich 1610 259 Mk. gegen 454592 Mk. in 1910 und 695111 Mk. in 1909. Die versicherten Mobilien hatten einen Versicherungswert von 2127 Millionen Mark, die gegen Brand versicherten Gebäude einen solchen von 2216 Millionen Mark. Ter Unterschied ist also nicht sehr groß. " Dcr Vortrag über ba§ neue 65emeinbefteucr» gesetz findet Freitag abend im Hotel Einhorn statt. Ta baS neue Gesetz einschncibende Säuberungen namentlich für die Gewerbetreibende bringt, ist besonders diesen der Besuch I zu empfehlen (S. Anzeige.) •• Die Studentischen Unterrichtskurfe finden , ^hrj Märkte. W. Alsfeld, 13. Nov. Ank - dem heutigen Viehniarli t waren 486 Stück Schweine amgetricben. Es kosteten das Tair 6-8 Wochen alle Werfel 45—55 Mk., 8-10 Wochen alte ba5 Taat 55—6.» Ast., 10-12 Wochen alte das Paar 65-75 Mk. T*t sandel ging stott. Läufer und Einlegfti)weine waren nicht «um Markt gekommen. Limburg a. d. Lahu, 13. Nov. frucht markt. Dur^. schnittßvrels vro Platter. Roter "Weizen (nafiauif.ber) 17,35 fahren ordentlich schämen muß! Und so bin ich wieder bei dem widersprechenden Gefühle: Gedrücktheit und Stolz . . ." * Vom lustigen Onkel Sam. Ein Argument gegen die Fr au en Politik. „Jck> weiß doch nicht, ob es gut ist, die Frauen in ihrem Drang nach politiidier T ätigkeit zu unterstützen," bemerkt der Herr mit gerunzelter Stirn. „Also Sie glauben nicht an Fhre Fähigkeiten?" sragt der andere. „Aber gemin doch. 'Kein, das ist es nicht Denken Sie doch bloß einmal, was im Riesensummen verloren gehen werden, wenn sie bei den Wahlen auch anfangen, fid) gegenseitig die Hüte einzuschlagen!" — Höchste Gefahr „Sagen Sie mal, was ist denn bloß dem^ armen Brigge passiert?" „Er hat sich von einem weiblichen Friseur rasieren lassen, als eine Mau- über de« Fußboden riet." — PolitischeAnrede. „Ader warum ver nalten ^ic denn den Mann nicht, nachdem id) ihn einen Spitzbuben genannt hatte?" fragt der entrüstete Bürger. „Fd) Oadite eie waren beide m einem politischen Disput," erwidert erklärend der Unterschied. „Eine Dame, die eine lange .Hutnadel trug, ist aus einem Straßenbahnwagen in Berlin ent d" Portland Preß und fügt hinzu- 1 1‘- wlwden dte übrigen Pauagiere entfernt. — Die Ent I 1011^11100 „George hat mir enolich alle Geheimnisse ferner Vergangenheit gebeichtet „Nun, wie war c-v-*1' Wcw haft du dazu gesagt? „Ach, es war eine schreckliche Enttäuschung " । Landwirtschaft. — Dorf Gült, 12. Nov. Heute abend sand eine Ber- s a m m l u n g der L a n d w. B e z u g s - u n d A b s a tz g e n o s s e n ,chast Tors-Güll statt. Ter große Schulsaal konnte den Benichern nidit genügend Sitzgelegenheit bieten, so daß einige (mit Stehplatz vorliebnehmen mußten Landwirtschaftslelner F Hepp, Vorste1)er der Landw. Auskunftssttlle der Landw Haupt genoiiniid-aft in Friedberg 'Hessen) behandelte in seinem P o r trage hauptsächlich die Bedeutung der Düngung. Er führte aus, daß trotz der außerordentlichen Widrigkeit der Tüngung and, die anderen Faktoren des Ackerbaues zufammenwirken müssen Vor allem müsse der Boden sich im riditigen Zustande befinden unb die übrigen Vegetattonssaktoren das Wachstum unserer >tulttir' pflanzen begünstigen. Tann wurde das Wichtigste von der Pflan zenernährung behandelt. Ter Redner betonte die Bedeutung der nimeralifd’cn Nährstoffe und zeigte durch Beispiele aus der Vraxi- daß nur durch das Vorhandensein dieser rin Höchster trag von dem Acker erzielt werden könne. Hieran schloß sich eine Be tradtung über unsere wichtigsten Düngemittel an. Der Redner irürbigte die Bedeutung des Stallmistes in richtiger Weise unb führte aus, daß unsere Landwirtschaft mit Stallmist allein die ertrage dem Boden nid^r abringen könne, die notwendig sind, um das deutsche Volk ernähren zu können. Eine Düngung tust künstlichen Düngemitteln bleibe Imitc nicht mehr erspart Der Redner erklärte, welche Nälmtoffe in den einzelnen künstlichen Düngemitteln enthalten sind, sprach von der großen Bedeutung des Stick stons unb erklärte, bau unseren deutschen Landwirten eine neue -rtichtonquclle erschlossen fei und zwar der Stickstoff der Lust Er würde an Eatttnmlarbid gebunden und käme als Kalkslickstosi vandel ^as fei für den Landwirt von außerordentlichei Wikttttglert, da dieses Düngemittel ein deuffches Erzeugnis sei Uivchliche Nachrichten« Fsraelitifche ReligionsgemciiiOe. (bottcsaienn in per >• moqe > ^uo-Anlage). ©ftin« tag, den 16 November 1912; Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Lchriftcrklärunq. eabbataudgaug: 5.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Lotterdienst. Sabbatfeier am 16. November 1912: Freitag abend 4.15 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 5.30 Uhr. Wochenaottesdienü A/oraens 7.00. abenh« 7.00 Husten und. Heiserkeit rei r« bS-QSTXÄZe“ 3 13 13. 34.6 37,8 37 3 6 55 5,5 92 92 14. •41,8 28 5,2 92 lc mit btn tim; ' tn!0 ). ,nbt« üftrin:;r-,|'; I 'bt«b» n h.'m u * nr dem das yCin8 ^'elt mird.L ,Clsne Suleni,: . ' "W Organ brr - - 'mmmern OCtoibmet Ünb > i '°n T'robvn au-'! für dic Erkennln^ EI MI kZ *■* °'fsW«£ _.I r wnt an;. 1 »euer einen lefr-Jl - oitMfefle je nut eiitigen 5iebwf kosteten dar h )Porten alte da?' aar 65 - 75 N(. 'eine waren nicht u, '«chimarkt. 'tr- luafiauij.üer) 17,36!! .8ö'M, Rom 18,10 :i erste 13,35 K, IX\ löffeln 3,40 bis 4,0 daktion. iinberüdiidtljU bei Icinti 3'Ji'tunbi ? die bäniiifrn Muffend ogen. 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(Ohne OewSbr.) 04 71 76 273 346 47 |5OO] 74 460 623 2D 12 7 030 75 10: 134252 322 74 492 637 792 1 3 5 282 347 792 <124 r.l 136219 372 78 488 15001 653 98 776 941 1500) 6.3 510 137096 138 265 68 306 [30001 447 r,C2 781 895 138217 03 (1000] 425 794 801 956 139429 772 93 912 91 330 905 25 '57 116 41 371 424 531 611 110^01 733 GO I 360 50 |3000j 83 204 438 159102 96 397 697 601 87 746 290 345 ; 427 680 62 686 683 717 62 950 65369 [500] 654 72 060 921 939 419 87 368 34 823 974 961 140 324 762 614 66 97 416 39 077 326 678 743 461 leichtverdaulich, nahrhaft und daher ganz besonders für magenschwache Personen geeignet 725 45 91 760 85 692 626 326 892 286 70 91 322 643 664 864 384 96 (600) 466 81 06 483 747 (1000) 84 812 458 737 944 240 610 316 727 992 SS 348 371 684 42 63 608 746 (1000) 305 76 486 710 17 »7 16 324 73 603 16 615 06 [600] 813 936 69 403 327 098 488 f Ziehung 5. Kl. 1. Freust.-Süddeutsenc '227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie 380 1 0 1205 75 347 81 894 799 850 96 r-06 19 30 102118 380 97 499 648 897 910 70 ( 500) 103 - 25 32 36 327 32 437 650 61 743 194123 51 54 81 435 195067 403 [ 3000) 19 89 630 [600] 805 193005 [30001 IS 43 64 117 13000] 62 319 532 63 664 720 SOS 13 184215 342 668 [1000 ] 605 722 1 85147 438 708 26 836 [3000] 916 26 87 186083 87 100 1500] 298 361 607 692 829 99 1 8 7 001 39 276 (1000 ) 378 ( 600 ) 601 623 063 188186 236 669 610 39 04 708 856 ( 3000] 189064 204 67 434 673 847 66 987 190196 (600) 206 31 367 477 713 34 191046 260 16 64 689 707 89 9 8 81 528 669 719 6 66 ( 600) 921 (3000) 29 119021 127 (600) 333 607 (1000) 744 971 120 '91 181 238 418 860 944 121184 (& .' (30001 308 698 980 1 22 23 45 77 352 <30 614 647 745 [500] f r2 932 68 123041 161 62 86 204 304 600) 919 92 (600) 02 146 230 342 684 686 735 43 60 816 350 |500| 281 [500] 86 642 (6001 780 7 084 85 132107 70 246 477 655 64 s. Ziehung 5. Kl. 1. Prcuss.-Söddeutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vwm 13. November ItlS nachmitteg«. 17 21 281 99 468 632 80 61 626 36 83 769 886 89 177107 [3000] 200 9 37 470 609 60 696 735 178135 270 424 669 (1000] 660 730 1 79106 96 63 458 711 93 180127 236 302 419 645 01 738 181198 316 632 680 761 67 818 46 182082 [500] 167 77 233 es 708 30 857 37081 166 05 342 68 484 692 888 000 [1000 ] 0 38060 70 104 62 (1000) 63 27 61 61 603 095 744 631 49 (500] 01 62 76 303 10 671 629 40 085 28 1 367 6 8 7 6 8 4 7 22 4 1 066 220 453 609 713 894 42170 [600] 240 300 9 6 612 81012 372 92 437 608 630 828 62227 63 416 63 612 16 067 [1000 ] 806 84 9 5 63115 46 86 360 496 3504) (1000) 191 92 205 76 99 353 407 702 816 16 21 37 SO" 90 96 38052 74 250 431 33 632 78 829 903 69 37065 112 75 464 652 818 38061 129 396 448 600 807 989 39011 198 208 575 766 824 936 95 4O026 91 163 202 365 473 SO» 604 818 33 981 4 1 237 2 02 409 38 690 871 969 42110 98 483 8V 631 75 792 902 4 3034 137 488 [6001 883 785 820 991 44070 189 385 668 97 712 14 898 927 45000 12 44 62 347 64 447 [600] 737 899 46037 1 00 33 92 620 54 834 20088 01 180 2G6 [60G] 361 571 078 727 21328 06 SOI 81 [3000] 87 7 "01 v 04 229'5 345 517 608 739 48 913 82 12 23122 80 81 255 5-11 61 691 727 SSO 84 906 24274 48'3 S»" <5001 845 V47 115172 b) 99 [3000] 343 404 548 69 I500) 87 700 43 836 41 939 [600| 11» 5» 72 79 137 71 205 364 403 685 714 [ 3000] «65 117056 268 504 8 9 CO (3000) 703 11000] 10 3* 13000 ] 44 76 MO 111122 210 375 68 4,1 62.3 44 701 10») 2 37 90 (10001 317 18 67 84 619 ( 600) 66 90 1 07130 4 2 4-1 74 »9 36 94 414 21 SO 72 631 48 108 46 297 tlOOO) 307 660 96 13000) 96 604 49 919 SO 70 1O0<'7 513 '76 85 110 ", (5001 60 434 11000 ) 523 C-',3 71 905 76 112025 136 294 Nur die Gewlni. i über Nummern in (Ohne Gewähr.) 76 (1000) 00 140146 92 [1000] 347 625 703 141071 166 (3000) 43030 35 1600] 62 (3000) 82 465 609 SIS 67 4 4078 104 284 468 763 81G r-67 4B043 63 220 441 689 ■jO (500) 666 782 962 46012 [500] 158 06 273 321 459 610 85 47053 [1000] 291 330 403 77 ( 500] 570 699 ,600) 718 848 (1000] 91 009 55 48082 109 G7 68 280 400 25 33 538 79 623 30 930 47 (1000) 48006 152 65 224 94 403 630 (600) 60 644 707 825 936 64 5 0037 260 446 13000] 674 693 877 962 6107 5 116 Z07 (1000) 301 (600) 37 520 076 723 841 928 52036 179 32" 653 956 58 6 8020 264 405 32 43 682 630 65 H43 [600] 54049 429 872 [500] 55087 135 81 660 56168 284 [ 500] 391 496 672 628 8'2 763 944 57214 34 41 497 691 611 23 92 740 875 58061 75 196 I500] 256 331 07 662 860 37 927 38 60 67 5 9095 208 19 11000 ] 346 407 667 [600] 709 77 809 63 940 80000 166 293 SO 332 [10001 424 62 758 813 81 89 731 826 945 48 2H 7 201 702 85 752 81 11000) 910 30’. ? 2 206 360 66 433 622 308 3' 923 C4 (5001 79 31010 845 O'j 973 11000) 32035 114 !40 Mark »fad den betreuenden Klam nvin belgtfUgt. (Nachdruck vernwen. 423 49 73 (1000) 97 [30001 662 Vgr die Gewinne über 240 Mark sind den belreCcnden Nummern le Klammern beigefügt. 85 275 [1000] 428 867 47074 117 73 232 447 SO 72 638 720 824 400’1 39 I10GOJ 303 [600] 20 654 818 49143 308 41 f 1000) 678 793 50156 229 662 754 892 [1000] 51039 [3000] 300 487 98 670 663 07 711 12 83 031 SSO 5207.) 185 278 306 463 (1000) 626 (1000) 674 762 HOOO) 942 53166 71 220 439 661 67 723 841 70 54G37 105 381 485 923 110001 55 072 ( 3000) 112 63 270 346 70 (600) 478 627 1600 ) 808 1 24 - 7 469 008 19 796 966 125263 71 424 44 [1000) 501 6 716 50 813 963 1 26'r‘l 137 225 339 (3000) 450 549 67 68 (500) 050 869 900 127090 81 392 90 366 665 76 Ml 80 6» 702 91 627 M 128003 196 462 645 667 862 ( 500) 959 129057 (1090) 299 348 97 439 60 86 665 96 645 737 66 82 130193 293 326 46 2 623 61 94 766 C - 84 95 921 131012 170 232 333 632 71 099 744 850 ') 132 77 13000) 252 423 7 0 608 831 900 1 33C82 »7 163 [500] 80 239 662 (1000) 66 610 68 (5000) 775 920 (500] Allein.Fabrik. HEWELtVEITHEH,Cöln«.Wien Kaiserl. Königl. 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