162. Jahrgang Erstes Blatt nmentadtätjsS n" Die Literatur Nr. 12 Ter «lehener Anzeiger rlcheinl täflltd), außer «onntagS. — Beilagen: : icrinnt wöchentlich Sjehen«5amili::i Ii i P P i". den Fürst Bülow den Konservativen und Zentrumsleuten ankundigte, als sie die Nacklaststeuer zu Fall gebracht hatten. Es hat unter der Reist:Kanzlerschaft Herrn v. BethmannS und der Regierung seiner blauschwarzen Mehrheit nur der kurzen Dauer von 2Vs Jahren bedurft, um der^ roozialdemo- lratie, die bei Schluß des Reichstags über 55 >sitze ver- füflte, bereits bei der Hauptmai i zu deren 61 zu verhelfen und sie in — sage und schreibe — 120 oder 121 Wahl- 1 reifen in zum Teil recht aussichtsvolle Stichwahl zu stellen. Das liegt nicht etwa daran, daß die tyr heute |0i» tienben vier Millionen Wähler, also fast ein drittel der deutschen Wählers.baft. nun alle:., berzeuqt?- «ozlaldsmo- traten wären. Nein, ihre Wahlerfolge und ihr Stimmen» uwachs von einer Million sind ans das Konto der zahl- - eichen „Mitläufer" zu setzen, die ihr als der radikalsten Partei wegen der allgemeinen Verärgerung,, ja, Empörung des deutschen Volles aus allen Parteien zuströmten. Eine weite Erklärung für das Anwachsen der sozialdemokratischen Mandate und die übergroße Beteiligung der Sozial- demokralie an den Stichwahlen aber wird man in der endebrandschen Wahlparole und den Erzbergerschen Rezept zu suchen haben, die, statt den Damm, den der Liberalismus gegen die „rote Flut" bildete, zu schirmen, vermn- dtzlen, Nationalliberale und ,jortschritiler seien bei den Dahlen der Sozialbcmolra.iL gänzlich g.cich zu achten und daher ebenfalls aufs schärfste zu bekämpfen. Die Kosten des sozialdemokratischen Tri- / mp h z u g e s haben daher in erster Linie d i e Lib e r a- len zu tragen. Den Nalionalliberalen sind ^obelu- Roßwein, Aue^oach-Zieiusenbach, Reug j. L., Eßlingen, Anna- berg, Brandenburg, Schwarzburg-Riidolstaot, Erfurt und , ircybcrg verloren gegangen, den Fortschrittlern Konigs- oerg, Stettin, Naumourg, Bremen, Zittau, Sonneberg, Hof, Magdeburg und Heiloroun, währeno dir louservativen Parteien und das Zentrum mit seinen Anhängseln nur 11 Wahlweise an die So.UalbcnuHraac abtrezen mußten, weil sie in geschlossener Phalanx in den Wahlkanipf gezogen waren. Daran eben hat es beim Liberalismus gefehlt. Hier hät.c man, wollte man den Kampf nach beiden Fronten er,olg- retch durchfcchtcn, vor allem die Partei der Richttvah»er .etwa zwei Millionen) für sich mobil.fieren, das national- liberale WahUarteil ans ganz Deutschland ausdehnen uno Der sog. demoiraliscben Bereinigung zu Gemüte fuhren müssen, daß es politisch unanständig sei, den alten, eben» falls liberalen Parteien in den Rücken zu fallen. In meiern Sinne liegt ein Teil der Schuld' an dem für iijn ungünstigen Ausgang der Haupiwahlen auch aus Seiten oeb Liberalismus, mag seine durch den Hau^abuuo unterstützte Agitation auch noch so rührig, gewesen seien. Die ideale Forderung, die sich der Lioeralismus bei dem jetzigen Wahlkampf setzte, war die Zertrümmerung des blau sch Warzen Blockes, und zwar ohne daß die Sozialoemotratte dabei zum ausschiaggeoeuueu Faktor innerhalb der Mehrheit des neuen Reichstags weroe. -Dieses Ziel ist bei den Haupiwahlen nicht erreicht worden. Denn von den dabei bcfinit.iv gewählten 2J8 Aogeord- neten gehören die 2/ Konservativen, 5 Reichsparteiter, zwei Wirtschastliche Vereinigung, 1 Bund der Landwirte, <9 Zentrum, 7 elsaß-lothringisches Zentrum, 1 Lochringer und 15 Polen, im ganzen also 137 Abgeordnete, der bi-.-herigeu Regierungsmehrheit an, denen die Opposition nur vier und die Lösung der nationalen Aufgaben im kommenden Reichstag erschweren. Denn da es das Zentrum unb sein in nationalen Dingen ebenso unzuverlässiger Anhang (Polen, Welfen, Elsaß-Lothringer) wahrscheinlich aus über 100 Mandate bringen und die Sozialdemokratie die Aussicht hat, dieselbe Mandatsstärke zu erreichen, so könnte sich ein internationaler schwarz-roter Block bil den, dem die vereinigten Konservativen und Liberalen nicht Widerstand zu leisten vermöchten. Diese Gefahr zu beseitigen, liegt im Interesse des deutschen Vaterlandes. Darauf weist auch der Reichskanzler heute in der „Nordd Allg. Ztg." hin. * Berlin, 13. Jan. Um 12 Uhr mittags la^cn sämtliche 397 Wahlergebnisse vor. Bei Schwerin 1 (Hagenow), Grevesmühlen, ist cs indessen zweifelhaft, ob Pauli (Ämf.) mit dem Fortschrittlichen ober dem Sozialdemokraten in du Stichwahl kommt. Vier elsaß-lothringische, bisher dem Zentrum zugezählte Abgeordnete, sind nach genaueren Bc richten zum elsan-lothrinaischen Zentrum zu rechnen. Da nad) ergibt sich folgende Zusammenstellung des Wahlergebnisses: Definitiv gewählt sind 208 Abgeordnete, nämlich 27 Konservative, 5 Reichspartei, 2 Wirtschaftliche Vereinigung, 79 Zentrum, 15 Polen, 4 Nationalliberale, 1 Bund der Laiidwirte, 64 Sozialdemokraten, 7 elsaß-lothringisches Zentrum, 1 Lothringer, 1 Däne, 1 Bauernbünd- tcr, 1 Wilder. An den 189 Stichwahlen sind beteiligt: 42 Kon- fcröalivc, 17 Reichspartei, 3 Deutsche Reformpartei, dreizehn Wirtschaftliche Vereinigung, 29 Zentrum, 10 Polen, 64 Nationalliberale, 4 Bund der Landwirte, 53 oder 54 Forlschriitliche Volkspartei, 120 oder 121 Sozial- Demokraten, 2 bayerische Liberale, 2 elsässisch-lothringisches Zentrum, 2 Unabhängige Lothringer, 6 Welfen, 3 Bauernbund, 5 Wilde. Tie Konservativen gewinnen 2 und verlieren 9, die Reichspartei gewinnt 2 und verliert 10, die Wirtschaftliche Vereinigung gewinnt 1 unb verliert 8, bas Zentrum verliert 6. (Hierbei ist bie oben erwähnte Aenberung in ber Parteibezeichnung „Elsaß-Lothringische Abg^rdnete" nicht bcruaHajligt) Tie Polen verlieren 1, bie Nationalliberalen gewinnen 2 und verlieren 16, bie Fortschrittliche Voltspartei verliert 12, bie Sozialdemokraten gewinnen 28 und vertieren zwei. Insgesamt nimmt sich das bisherige Wahlergebnis heraus: IDoIlltätigteitsoei anjtaltung Des Automobilklub! und Umgebung (U. v. A. L) Gießen, 13. Jan. In dem festlich bcicudicten unb in ben Eingaugsräumen ein* Tabciio geschmüctten Stadtthuner traf fick) Heine aoend ber yairpi” red der Gießener großen Welt bei ber jiaa) inuhevollcn B^r- bereitungen uno Ueöerivinbuug bctdimtcc '^.a.uuiCLijieitcu zustanoe gewmnnnen Woh.lätigkeit--Beranitaltung des Automobuiluos zu s'unnen des hiesigen Säuglingsheims. Ein Ab^nd von vuiucr Genüsse, auf den wohl alle Teilnehmer, mitwnkerwe ime euip 'äugende, mit Befriedigung zurückb.icken weroen. r>ur ^vohnnn tegeincrie Herzen, kunitgcü^te und hnfsverccke. Gchamen, Hande r.nb Kch.en — alles rointe zusammen, um aus mo glich,! genude, la aenugreiche Weise die „imucLe Steuer" für das Gemeinwoh. iereuizuvringen, ci.t Kunststück, wie es sonst auch oie gesanckie ^ ..Finanzreform" nicht zuwege bruchn'. -ras mag ja auaj die, von »bertritischen Geistern ost bnämpiie Berqui^ung von sreute durd) seine geistig beiejten und wiriungsdoU püiiincricn )ste;itationen; ein besonderer Vorzug ist seine tadclws deiii.ia.c Ansspracije, lein Wort, reine Sübe gcht verloren (an ver lituiiu r-,;icrer Buhne kann cs also niajt liegen, wenn man an rnancyen ijeaterabcnbeii so schleckst versteht! . Bei der großen Hastings- j.ulabe von Heine wußte ber Künstler bas dunere Kolorit tressud) t>.rau!.zuaroeiten und neoeiwei auä) die vie.cn tonnaien 'sa)ivaajcit dieser Dichtung geia'iat zu veroeaen; ferner mau).e er uns mu Laugen frisch cmpsundenen und vorgcirageaen Liedern von ien- mm sowie . ii einem sehr stimmungv.otien ycaturgpnälbe „Wa.d^ dings auch ~ .......- _ steht es Herr Kümmel virtuos, alles memchenmogtiche daraus zu mack)en. — yerr Kammerlänger Weber (Ta.ln.mol), den wir bei der Icßten hststgen Oi-crnvorstellung a.s „yerrn Flnth ' in bcii „Lustigen Weibern von Windsor" zu bewundern Gel genhcu halten, trug mit warmer Empsindung und scvöne.n weichem ^t.mm- llang zwei Arien wirkungsvoll vor, eine aus dem leider m.i vergessenen Vorläufer des „uliegenben Hollände.s st aus der Lper „Hans Heiling", dem bedeu.endl.en Werke Mar,chners; sodann eine muitkalisch leichter loiegenbc aber gefällige und mit Harst usw geschickt ini.rumeiUierie uiric aus oe.n „Mas.enöall" von Berdi — Sehr interessant und dailtenswert war die nennaje Vorführung emes Teils des dritten Altes der Oper „camion unb Dalila" von Sain.-Saöns, die es bedauern läßt, daß man dieses innerlich bcbeu.cnbe W.rk des französstsa,en Komvonisicn in Teu.schland so viel se.tcner zu Horen bekommt, auij.me dom mehr äußerlid) cfieLDOilcn Crci)c,teriad).n, wie der „Totentanz und andere. Ein hiesiger Mitbürger, der, wie es scheint, nicht ce- nannt sein will, aoer die vol.e Oefientlichkeit gar mist zu ich.uen hätte, sang die R.l.e b s Samirn, und w r w r.n a ss a ge.: hm e übcrraich:, h.er einer Lcinnng zu begegnen, d.e auw einem ^>eru)s- künstler alle Ehre gemacht hätte — ja manwer von dielen dürs.e sich Z. B. hinsichtlich der Teutlichtest der Äustprache hier ge.rost e.it gutes Beispiel nehmen. Schön und r in er dangen l in er der S;cne die >.immungsvollen Jsraerit.n-Thore, die der qemisch.e Chor des hics.gen Bangerk.anzes in da:ik.ns.verterwe;ie übernemmen hal.e. Ti.se ganze Nummer bot — r i.i lun.lenich bc.radtec — wohl bas imcrcn'antei.e und muhtaLfm werwolstte des ganzen Abends und verdient, mit, besonderer Anerrennung hier hervorgehoben zu werden. Berg.sscn wir endlich nicht das Brchener, bunt die umchiigreiche und D.eli.u.ge Au,ga.e zunel, außer her Begleitung der verschiedenen Solls jtoaj mehrere s.lb^andige Nummern iKoonungsmarich ans den „Foltungern" von wret'ch- mer, vihapsodie von Frteoemann, i>uvertiirc zur „Entluhrung Nationalliberale, 0 Fortschrittler, 1 Dänen, 1 Bauernbund und 64 Sozialdernotratcii gegenüberzustellcn hat, also im ganzen nur 70 Abgeordnete. Nur das eine geht aus dem Gewinn- und Berlustkon.o ber einzelnen Parteien hervor, daß, wofern man die definitiven Wahlen vom Freitag betrachtet, der Reichstag eine Verschiebung nach links erfahren hat. Tenn tie Konservativen haben zwar zwei neue Sitze gewonnen (darunter Oletzko-Lyck von den National^ liberalen), 9 alte Sitze dagegen an die Opposition verloren (darunter Angerbura-!.ötzen an die Nationalliberalen) (— 7); die 'Reichspartei hat zwei Sitze gewonnen und 10 verloren (— 8), die Wirtschaftliche Bereinigung usw. einen neuen Sitz gewonnen (Siegen von den No.ionallibe- ralen), 8 alte aber verloren(— .), das Zentrum verliert 6 (—' 6) und die Polen einen Sitz (—1), so daß sich also der V e r l u st der bisherigen Regierungsmehrheit auf 2 9 Mandate beziffert. Bon den oppositionellen Parteien gewannen die Nattonalliberawn 2 Sitze, verloren aber 16 (— 14), und die Fortschrittler verloren 12 (_ 12). Doch wird dieser liberale Verlust von 26 Mandaten dadurch wettgemacht, daß die Sozialdemo- l'ratie, die zwei Mandate verlor, 2 8 neu gewann (+ 26). Es bleibt somit der Verlust von 29 Mandaten bei der bisherigen Liegierungsmehrheit bestehen, während innerhalb der Lppositton eine Verschiebung nach Links aus. Kosten des Liberalismus ftatigeiunben hat. Das ist natürlich durchaus feine erfreuliche Erscheinung. Denn so wird bie Sozialdemokratie, die heule schon 64 Mandate be,itzt und in 120 Stichwahlen gekommen ist, zum a u s s ch l a g g e b e u d e u Faktor innerhalb der bisherigen Opposition. Das Verhältnis: ICO Liberale, 53 Sozialdemorra.en, wie es am Schlüsse des Reichstags bestand, war erträglich. Heute, wo die Sozaildemokra.ie auf oem besten Wege ist, es aus über ICO Manoa.e zu bringen, die Na.ionaiiiberalen bei ber Hauptwahl aber nur vier Mandate errungen haben und der Fortschritt völlig ausge,aileu ist, kann man nur mit Bangen in die Zurun,t des Liberalismus soh^n. Zwar stehen die Nationaittberaien in 65, die Fortschrtttter in 53 Wahlkreisen zur Stichwahl, aber daß sie auch nur die bjälfte dieser Sttchwahlmandctte aus eigener Kraft erobern, erscheint uns me^r denn zweiselmi,t. Zn 23 Krei.en haben es die Nattonaiiiberaleu mit Parteien ber Reattwn zu tun, die Fortschrittler in bereu 21. In 35 Wahlrreijen lämpfeu die ^ca.ioualliberaleu. Lt 3u, bie Fortschrtttter qcgeu die Sozialbem0t.ra.ie, uno in sechs Stichwai-irresteu öesehden sich die bäaen liberalen Richtungen uiueveinanber. Es wäre zu wünschen, daß die Liveralen diese sechs Stichwahlen auofochten als eine Art Ehrengang 0 h n e Hinzuziehungreattionärerooersozialbemo- i r a t i f a) e r Hilfe. Sehr schwer aber ist es, zu entscheiden, ob der Liberalismus in neu 4/ Stichwahureisen, in denen er mit ber Reattion zu tun hat, die ihm von ber Sozialdem0tra.ie gea.u angwete.te Httse aiine^men soll, unb ob er in ben 65 Wahlkreisen, in denen er gegen bie Sozialeerno^a.ie kämpfe, mit ben Parteien ber^yteatiion ein Wahliomprvmiß oa.,i.i aoschtteßt, L,nen ihre ^.lchwaht- rilfe durch Unttrstützung bei ben reatttonu.-s0oiaioeuir-- /rattschen Sau,Lianen zu vergelten, ^m Interesse der Zertrümmerung des blauschwa^en Vlock..s luge es jeben» falls, bei den Siichwaisten ne ^>».^11. nach b^echt^ zu nehmen, rwer der Liberalismus wirb diese Parole roo^l fallen la,,en müssen anc.c,iä,ib ocr grogen jozialdemoira ischen Wahl- crfogc, die b,n zur Magd ber So.'.iaUenioi :a i? erniedrigen Montag, 15. Zanuar 19(2 Bei« q-vrei $: monatItcf)75Bf„Diertel- jährlich Alk. 2.20; durch .'ldhole- iu Zweigstellen nionailirh 65 Pf.; durcv die Post Mk.L— üicrtd- jäbtL ausschl. Bestetlg. Zeilenpreis: lokal löl>L auswärts 20 Menuiq. U ßcnebafteur: '21 Goetz. Verankworllich für den __ volinichen Teil: August General-Anzeiger für Oderheffen EäiS 2limah'm? von Anzeigen Hotation^bnuf und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchulftratze 7. 2n,^: für den 's " vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofslratze l6a. Auzeigeuteil: H. Beck cmjamlut" ton Kar», v.uu.u. Zu..i verrat Herr Bawl'ainmcr da-, für die T^.amution immer b.'iano.rj banfjarc Gebiet der Tiatclt>Dichtung und ließ uns eine Reche älterer und neuerer — zum Teil anai fechstveriaister Scherzgcoichte in va‘)° cijc^cr Mundart h.ren, mit der er offenbar besonders ver.raut ijr. — Herr Kammerrnusiier Suimmel (TarMiwdt), ein geborener Wic- ;eder, weiß seinem Eornet ä Piston eine gam he°enmäßige Virtuosität abäugeivinncii und ließ sich durch den stürmischen Beifall noen zu einer Zngaoe bewegen, die aud) die wohttetannte «Len- ~Li c dieses — na, sagen wir ci;ima. „anheitittm Instrumentes gehörig ans Licht stellte; iür das Allerwttcs - Piston iujemt aner- ,.j) d rn.ach" zu sein. Jedenfalls rer- Bestand bei Lessious- Schluß Neuwahl 1913 In der Houpl- wahl definitiv gewählt In der Stichwahl Konservative . . . 68 27 (1907; 38) 43 :Ueici)9partei . . . 25 6 ( r 12) 17 Reiormer A 21 3 ( , 6) 20 Wutsch. Vereiiiignug/ Zentrum..... 106 83 ( , 89) 30 Voten...... 20 15 ( , 19) 10 yiauonalliberale . . 61 4 ( n 18) 64 Aouicbiulvpauei . . 49 - ( . 9) 54 coAtalbcmolraiie . . 53 84 ( , 30) 120 Witde...... 17 4 ( „ 17) 18 dtf/ 2ub Sobald i>tc amtliche Zusammenstellung der genmieit zählen- Mäßigen Ergebnisse aller Wahlkreise erschienen ist, werden wii sie wiedergeben. Für heute mag folgende Uebersicht genügen: Die Sozialdemokraten haben gewonnen Königsberg Stadt von 5), Stettin-Stadt (F), Wcühavelland-Stadt-Branden bürg (N-, Stadt Breslau-West (F). I^ichenbach-^urode'(Z>, Stadl Magdeburg lbkFi, Wanzleben (WV> Naumburg-Weißenfels-Zeii (F), Ersurt-Schleusingew-Zicgenrück M), Bremen (Fy Braun schweig-Blankenburg lR), Holzminden Gandersheim DVy Reus ältere Linie (bkF), Randow-Greifenhagen (K), Ruppin-Tenwlir (K), Zittau (5), Roßwein-Döbeln N), Erlangen-Fürth (F> Würzburg (Z,, Ehlingen-Kirchheim (91), Reuß j. L. (91), Pirnc (WV-, Meißen , Sonneberg-Saalfeld (F), Gotha «R Schwarzburg-Rudolstadt (N). Tie Sozialdemokraten haben verloren Landau-Neus a.t lan N. od. WV.), Durlach-Pforzheim (N), Frankfurt a. O. Le bus (K). ' 'Die Rationalliberalen haben verloren Siegen-Mitt genstein lan WV), Westhavelland-Stadt-Brandenburg (<5, Erfurt-Schleusingen-Ziegenruck S), Rostock iS. od. FV), Lyck Marggrabow-Johannisburg (K), Äpenrade-Flensburg (^ od. F) Roßwein-Töbcln iS), Eßlingen-Kirckhüm -©), Schwarzburg Rudolstadt 'S), Rcutz j. L. S), Gifi Horn-Beine (W. od. S). Rothenburg-k^oyerswerda (R od. S). r Tie Nationalliberalen haben gewonnen Durlach- Pforzheim (von S), Angerburg-Lötzen >K). Die Freisinnigen haben verloren Königsberg-Stadt (an S), Stadt Stettin (S), Stadt Breslau-West (S), Naumburg-Weißen selb (S). Landshut-Jmrer-Bolkenhain (b. k. F. oder S), Zittav (S), Erlangen-Fürth (S), Besigheim-Heilbronn S oder K). Tas Zentrum hat verloren Neichenbach-Neurode (an S). Göttingen-Münden-^Tuderstadt (N od. S), Löwenberg (FV od. K> Pfarrkirchen (WV), Glah-Hobelschwerdt (P), Würzburg (S), Bingen-Alzey (N od. F). , _ Tie Konservativen haben verloren Wartenberg - velc (an R). Potsdam-Osthavelland iS od. R), Schwerin-Wismar (S od. M>, Tilsit-Niederung (F od. R), Otterndorf-Neuhaus (S od N), Sangerhausen-Eckartsberge (N od. S), Berent-Pr. Stargard (R), Angersburq-Löhen (N), Randoch-Greifenhagen (S), Ruypin- Templin (S), Guhrau-Sleinau-Wohlau (R), Querfurt-Mersebur'' (F od. S). Sie haben gewonnen Lyck-Margrabowa-Johrnnisburg Tie Reichsparteiler haben verloren Ober-Barnim (an F od. S), Stadt Breslau-Ost (N od. S), Schaumburg-Lippe (S ob. WV-, Braunschweig-Blantenburg (S), Sachsen-Altenburg (S od. N), Fraustadt-Lissa (F od. Z.), Uelzen-Lüchow (N od. W), Gotha (S), Landkreis Danzig (F od. S), Harburg-Rotenburg (S ob. W). Tie Wirtschaftl. Vereinigung hat verloren Wanz leben (an S), Böblingen-Leonberg (N ob. S), Hofzminden-Ganbers heim (S), Goslar-Zellerfelb (S ob. N), Kassel-Melsungen (S ob N), Pirna (S), Weimar-Apolda (FV od. S), Meißen (S). Tie Wirtschaft!. Vereinigung gewann Siegen-Witt- genstein (von N). Ter bayr. Bauernbund hat gewonnen Pfarrkirchen vom Zentrum. * Die Meldung, daß die Wahl Bassermanns in Saarbrücken durch ein Kompromiß besichert sei, ist, wie Basser- mcrnn erklärt, unrichtig; sre beruht anscheinend auf einem Wahlmanöver. Die Reich'tag?wahlen in Heffen. Wie im ganzen Reiche, so haben auch in Hessen die CiHialdemokraten die größte Slirnrnenzah'l aufzuweisen. Von den neun Wahlkreisen sind zwei im ersten Wahlgange entschieden worden, Offenbach-Dieburg und Mainz-Oppenheim, und beide fielen in die Hände der Sozialdemokraten. An fünf von den sieben Stichwahlen sind bie Nationalliberalen beteiligt. «Ihre .Gegner sind in Friedberg-iBüdingeu, in Darmftadt-Gr.-Gerau und Worms-Heppenheim Sozialdemokraten. In Friedberg-Büdingen und Darmstadt-Gr.-Gerau sind sie auf die Hilfe der Fortschrittlichen Volkspartei angewiesen, während ihr Kandidat in Worms-Heppenheim mit Hilfe der Zentrumsstimmen einen glatten Sieg erringen wird. Gegenüber der Hauptwahl von 1907 haben die Fortschrittler diesmal etwa 1200 Stimmen weniger aufgebracht, während der nationalliberale Dr. Osann über 1000 Stimmen gewonnen hat. 1907 kandidierte in Darmstadt für die Freisinnigen bekanntlich Pfarrer Korell. In dem vielumstrittenen Wahlkreis Alzey-Bingen ficht der Nationalliberale mit einem Fortschrittler in Sticy- wahl, der auf die Stimmen der Sozialdemokratie rechnen kann, die ihm die Wahl sichern dürsten. Wie die Parteiverhältnisse nun einmal liegen, und für eine Leistung immer eine Gegenleistung gefordert wird, haben die Nationalliberalen in den Stichwahlen einen schweren Stand. Sie sind, wie gesagt, in zwei Wahlkreisen auf die Hilfe der Fortschrittspartei angewiesen. In dem einzigen Wahlkreise, in dem die Fortschrittler an der Stichwahl beteiligt sind, finden sie einen Nationalliberalen als Gegner. Bei der Stellung ter beiden Parteien zueinander ist es sehr zweifelhaft, daß die Fortschrittler in Friedbevg-Büdiugen und Darmstadt- Gr.-Gerau für den Natronalliberalen eintreten werden. Man sagt, sie hätten sonst zu befürchten, daß die Sozialdemo- kratie ihnen in Alzey-Bingen die Antwort erteilt und ihre über zweitausend Stimmen in diesem Wahlkreis zum Schweigen bringt, wodurch die Wahl Dr. Beckers, der ja bei den Fortschrittlern sich keiner Beliebtheit erfreut, gesichert sein würde. Vom rein politischen Standpunkte aus wäre eine auch nur indirekte Unterstützung der Sozialdemokratie zu verwerfen, weil diese in gar keiner Weise Rücksicht auf andere Parteien, selbst der Fortschrittlichen Bolkspartei gegenüber, genommen hat. Sie hat in sämtlichen Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt und hat dadurch der Fortschrittlichen Volkspartei sehr geschadet. Durch dieses Verhalten yat sie in Alsfeld-Lauterbach den fortschrittlichen Kandidaten aus der Stichwahl gedrängt. Und in Alzey-Dingen wäre der Fortschrittler, wenn die Sozialdemokratie keinen eigenen Kandi- vaten aufgestellt hätte, bereits aus dem ersten Wahlgange als Sieger hervorgegangen. Gerade in diesem Wahlkreise war die sozialdemokratische Kandidatur von vornherein aussichtslos. Zieht die Fortschrittliche Bolkspartei aber noch in Betracht, in wie gehässiger Weise sie gerate von der Sozialdemokratie angegriffen wurde, so sollte es ihr eigentlich nicht schwer fallen dürfen, für Friedberg-Büdingen und Darmstadt-Gr.-Gerau die Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten au empfehlen. Ganz abgesehen davon, daß ja auch die Nationalliberalen in Darinstadt bei der letzten Landtagswahl Mann für Marrn für den fortschrittlichen Kandidaten bei der Stichwahl eingetreten sind. Durch ein solches Vorgehen der Fortschrittlichen Bolkspartei würde auch der Boten für eine künftige Einigung der beiden großen liberalen Parteien geebnet werden. Eine amtliche Aeuherung. Die amtliche „Nordd. Allg. Ztg." schreibt zur Stichwahl : Tie Hcruptwahlcn sind vorüber. Sie brachten, was sie nach den erbitterten Kämpfen unter bat bürgerlichen Parteien bringen mußten, einen beträchtlichenGewinnberSozialdemo- Tratte. 64 Mandate gewannen nach den bisher t*orücgenben Nackrickücn bie Sozialdemokraten im ersten Anlauf. Sämtliche bürgerlichen Parteien zusammen nur 144, davon das Zentrum allein 79, bie Parteien rechts von ihm 36, der bürgerliche Liberalismus nur 4. In 120 Wahlkreisen kommt bie Sozialdemokratre zur Stichwahl. Nicht aus eigener Kraft kann sie babei liegen. -d c be § .0? anbat, bas sie noch erwirbt, wirb siebe mb e ut - chen Bürgertum verbanken. Die bürgerlichenJDarteien ctbl't werben bie Schuld daran tragen, wenn bie rote Flut noch oeiter ansteigt. In die Hauptwahl zog bie Sozialdemokratie mit em Schlachtruf: Krieg bis aufs Messer den kon ervativen yrtei» .eitSfrinben, Kampf bis zur Vernichtung den verrät er i’dyen Zent umspsaffen, unerbittliches Ringen mit den nationalliberalen öcharsmachern, rückhaltlose Fehbe ben fortschrittlich-liberalen Wort. )elbenW e l ch e bürgerliche Partei Fann gemein» aineSache miteinem Gegner machen, bet ihnen allen, oie der ganzen besteh nben staatlichen Ordnung seinen i ngrim - n i g e n Haß so hochmütig ins Gesicht schreit? Jlnb wie steht bk öoztalbemokratie zu unseren nationalen Forderungen t n b Aufgaben? Im Innern betreibt sie bie Absperrung >er Arbeiter von allen anderen Volksschichten. 2er Klassenkamp st ihr Lebenselement, bie soziale Revolution mit der Abschaffung es Privateigentums ihr Ziel. Wahrend sie so im eigenen Lcuckn >en Haß sckürt und gewalttätigen Terrorismus gegen Glieder de: igenen Volkes ausübt, huldigt sie nach außen dem Trugbild : t n e r allgemeinen Völkerverbrüderung. Tei hal st sie die Hoffnung der fremden Neider undGeg- i e r des Deutschen Reiches. Wie bestürzt waren dien rach der unerwarteten Niederlage der Sozialdemokratie bei ben Wahlen im Zahre 1907! Wie w rden sie frohlocken, wenn sich bi Erfolge her sozialdemokratischen Partei am 12. Januar 1912 be. )en Stichwahlen fortsetz'.'n! Unsere Friedenswerke können nur gc» )eihen, wenn wir uns als starke, einige Nation in der Welt behaupten. Zu ben nahen Aufgaben des neuen Reichs : ags gehört bie Sicherung unserer Wehrfähigkeit Die Partei, welche sich selbst international nennt und in welcher ich der Gedanke des Massenstreiks im Falle einer Mobilmachung hervorwagen durfte, ist ihrem ganzen Wesen nach der Erfüllung Keser wichtigen Aufgabe unfähig. Nicht Mißmut über diesen obei enen mit Recht ober Unrecht als übel empfundenen Zustand in Reick und Staat, nicht Rücksicht auf Parteivorteile durch ein Paktierer mit der Sozialdemokratie lenke den Schritt zur Stich.vahl. Nich ruf Vergangenen Lader der Parteien, auf die Zukunft der Nation richte sich der Blick! om Zwt cheufall in Dortmund. Dortmund, 14. Ian. Nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses versuchten Sozialdemokraten in ine von den N a t i o n a l l i b e r a l e n cinberufenc Versammlung ein zubringen. Es kam zu Zusam menstößen. Schließlich versuchte bie draußen stehende Meng das Lokal zu stürmen, wurde aber von der Polizei mit der Waffe zurückgetrieben. vom türiisch-ilalienischcn lrmgsschaup!atz. Rom, 14. Jan. (Agenzia Stefani.) Der Marineminister erhielt vom Kommandanten ter Seestrcitkräste im Roten Meer folgenden telegraphischen Bericht über den Kampf bei Kunsida: Da ich überzeugt war, daß zahlreiche türkische Kanonen-' boote in die Gewässer ter Farsaninseln geflüchtet waren und starte Truppenabteilungen Lohaja, Midi und Kunsida besetzt hielten, beschloß ich ein schnelles und gleichzeitiges Vorgehen mit allen bei Massaua verfügbaren Schiffen. Damit die Kanonenboote nicht entkämen und um meine Absicht zu verbergen, ließ ich zunächst von den Schiffen „Calabria" und „Puglia" ein Lager bei'Gebaltar bombardieren und darauf von den Schiffen „Piemonte", „Gari- baldino" und „Artigliere" die Küste absuchen. Gleichzeitig schickte ich die Schiffe „Calabria" und „Puglia", die von dem Bombardement Gebaltars zurückgekehrt waren, nach Lohaja und Midi und ließ auch diese Plätze bombardieren. Durch das Bombardement wurde das Lager von Lohaja beschädigt und das Fort Midi zerstört. Unterdessen verfolgten der „Piemonte", „Garibaldino" und „Arlig- ficre" bei Kunfida sieben türkische Kanonenboote und die kriegsmäßig ausgerüstete Jacht „Fauvete", die sämtlich Lichter angezündet hatten. Sobald die Kanonenboote bemerkten, day der Torpedobootszerstörer „Artigliere" die Küste in einer Entfernung von mehr als 6000 Metern absuchte, eröffneten sie ein Feuer gegen den „Artigliere", der es erwiderte, ohne sich in einen Nahkampf einzulassen. Als bald darauf der „Garibaldino" und „Piemonte" herankamen, entspann sich zwischen den italienischen Schiffen und den türkischen Kanonenbooten, die von den Landbatterien unterstützt tourten, ein heftiger Kampf, der fast drei Stunden dauerte und erst bei Einbruch der Nacht bei völliger Manövrierunfähigkeit der feindlichen Schiffe endete. Tie Türken verließen in völliger Unordnung ihre Schiffe, von denen sie einige auf den Strand gesetzt halten. Die Italiener hatten keine Verluste. Am folgenden Morgen machten die Italiener die Kanonenboote, die sehr stark beschädigt toaren, durch ihr Feuer vollständig unbrauchbar und nahmen die Jacht, die verschont geblieben war, in Besitz. Darauf wurde das Lager und ein Schiff, das unter türkischer Flagge fuhr, beschossen. Ter Feind hatte Kunsida während der Nacht-verlassen, die Besatzungen der Schiffe hatten Mnni.ion, Materialien und Fahnen an Land genommen, die morgens von Schaluppen des „Piemontd" in Besitz genommen wurden. Als Kriegstrophäen wurden mehrere Kanonen, MitraiUeusen, nautische Instrumente, Sck-aluppen und Fahnen erbeutet. Von den zerstörten Kanonenbooten halte eines ungefähr.500 Tonnen und war mit 76 mm und 37 mm Geschützen, ein zweites von 350 Tonnen mit 65 mm und 25 mm Geschützen ausgerüstet. Die fünf übrigen hatten 200 Tonnen und führten 47 mm und 37 mm Geschütze. Bei keiner Unternehmung wurden Moscheen oder Pcivatwohnungen beschädigt. Ich erwarte, schließt der Kommandant, die baldige Anlnnst des „Piemonte" und der Jacht, die in Kunsida geblieben Jinb, um die erbeuteten Materialien aufzunehmen und leichte Ausbesserungen an der Jacht vorzunehmen, dle unter dem Kommando des Korvettenkapitäns Proli dem „Piemonte" folgen wird. Tripolis, 13. Jan. (Agenzia Stefani.) Eine Abteilung Kavallerie unternahm gestern einen Erkundimgsritt nach Bir-el Turk. Sic stieß babei auf etwa 100 Araber, bie auf bie Italiener feuerten unb einen Reiter und ein Pferd verwundeten. Tie Italiener zogen sich, nachdem sic bie Stellung des Feindes festgestellt hatten, nach ihrem Lager zurück Dcuffcbcs Ncich. Der Kaiser konferierte am Sonntag im königlichen Schloß mit dem Reichskanzler. Die „Krenzzeitun^" erfährt von unterrichteter Seite, die Entwürfe zur Abänderung des preußischen Einkommen- und Ergänzung s st euer gesetzes gingen dem Landtag unmittelbar nach der Eröffnung zu. Darin seien die bisl>erigen Tarife so umgestaltet, datz das $u erwartende Steueraufkommen dem letzten Jahre einschließlich der Zuschläge gleichkommt. „Die Zuschläge sind in dem bisherigen Tarife organisch eingearbeitet: oabei wird eine bessere Gestaltung ter Tarife, namentlich die Beseitigung der bisher vorhandenen Sprünge und Unebenheiten angestrebt. Da die Tarife ganz neu gestaltet sind, sind die neuen Steuersätze erklärlicherweise teils hoher, teils niedriger, als die bisherigen einschließlich der Zuschläge. Bis zu der Einkommensteuerstufe von mehr als 32 000 Mark überwiegen aber bei weitem die niedrigen Steuersätze. Jvt ganzen wird die Veranlagung nach dem neuen Tarif einen Steuerausfalt von etwa 2 bis 3 Millionen bringen." Zwisck)en Preußen unb Braunschweig ist von den dazu bevollmächtigten Kommissaren ter S.aatsvertrag über die Herrstellung ter Eisenbahn Celle —Braunschweig abgeschlossen worden. Die Verhandlungen über die Auslieferung des Spions Gauß nehmen, wie dem Lok.-Anz von unterrichteter Seile bestätigt wird, den üblichen Fortgang und Dürften wahrscheinlich ihr Ziel mit ter ebenfalls berwmm- lichen Klausel erreichen, daß Gauß nach feiner Auslieferung in Deutschland aber nicht wegen etwaiger politischer Ver^ gehen, sondern nur weaen der.begangenen gemeinen Ver- brechen abgeurteilt werden dürfe. Zlnsland. Die türkische Kammer nahm die Abänderung des Artikels 35 mit 125 gegen 105 Stimmen an. Da aber die ^weidrittelmajorität nicht erreicht ist, wurde die Berfas- sungsänderuna abgelehnt. Aus Madrid wird gemeldet: Das Kabinett Sa - nalejas ist zurückgetreten._____________________ Aus Stadt und Land. Gienen, 15. Januar 1912. ** In Audienz empfangen wurden vom Groß- h erzog am Samstag u. a. die Professoren Dr. P o p- pert und Dr. Mittermeier von Gießen und Oberamtsrichter Frey von Lauterbach. ** Ordensangelegenheit. Der Großherzvg hat dem Geh. Baurat a. D. Friedr. Weiß zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Dem König von Preußen verliehenen Krvnen-Orbens dritter Klasse erteilt. ** Eisenbahnpersonalien. Ernannt wurden: Cisenbahn-Betriebslontrolleur Finger hier zum Eisen bahn-Verkehrsinspektor unter Verleihung der etatsmäß gen Stelle des Vorstantes des Eisenbahnverkehrsam'.es in Gießen, Eisenbahnassistent Linke in Gießen zum Bahnhofs- Dvrsteher. Belohnungen haben erhalten: Lokomotivführer Zobus und Reservelokomotivführer Euler in Schotten ,oiüie Lokomotivführer Rinker in Gießen, weil sie durch besondere Aufmerksamkeit das Ueberfahren von Personen verhütet haben. "Eheschließungen in Gießen in, Jahre 19 11. Rach dem Ausweis be8 Standesamtes sind in unterer Stabt im abgelaufenen Kalenderjahr 212 Ehen geschlossen worben (gegen 184 un Vorjahre), bie sich auf bie einzelnen Monate ime folgt verteilen: Januar 10 (8), Februar 13 (7), März 10 (16), April 17 (20), Mai 21 (20), Ium 16 (12), Juli 30 (15), August 16 (15), September 17 (12), Oktober 23 (31), November 18 (17), Dezember 21 (11). Dem Alter nach verheirateten sich: 1>-20 21 -24 25-29 30-84 35—39 40-49 60-59 60-69 Jahre 0 29 111 47 12 10 1 2 Männer 25 83 62 21 13 6 2 0 Frauen. Es entfallen auf je 1000 Seelen 6,65 eingegangene Ehen uh letzten Jahre (6 i. V.). Betreffs der Eheschließungen ist Gießen hinter dem Durchschnitt im Reich und selbst in Preußen zurückgeblieben. Die Tabelle über das Alter der Personen, bie 1911 in bie Ehe traten, zeigt, daß mehr als die Hülste der jungen Ehemänner (140) zwischen 21—29 Jahre alt waren. Bei den Frauen, die unter 29 Jahren heirateten, vermehrt sich die £at)l auf mehr als 8/t (170). * Alicefrauenverein f ü r Krankenpflege. Auch dieses Jahr wird der Alicefrauenverein einen Vor- > tragSkursus für Frauen und Mädchen über die Pflege Verwundeter und Kranker unentgeltlich veranstalten. Die Kiirse werden für alle Teilnehmerinnen, auch abgesehen von jedein Krieg und feinerdlot, im alltäglichen bürgerlichen Leben, in der Familie oder sonstwie sich und ihren Sieben- menschen durch Rat und Beistand nützlich erweisen können. Der Sllicesrauenoerein für Krankenpflege betrachtet eS als seine vornehmste Slufgobe, BerusSkrankenpflegermnen auSzubilden unb anzustellen. Da bie Anstellungs-, GehaltS- unb Pensionsverhältnisse der Schwestern deS AlicesrauenvereinS recht günstig sind und sich gegenwärtig ein Mangel an Schwestern bemerkbar macht, so ist hier Frauen und Diädchen eine paffende Gelegenheit zur Erlangung einer Erwerbsstellung gegeben. Nähere Auskunft wird bie VereinSoorsitzende Frau Geh. Juktizrat Gebhardt, Bergstr. 3, erteilen. ** Reichsgründungsfeier. Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Der Eintritt in ein neues Jahrzehnt politischer Betätigung verlangt umsomehr einen Rückblick auf den zurückgelegten Weg und die Lehren, die sich daraus ergeben, je weniger die kommende Strecke zu überblicken ist, und je drohendere Wolken über der Zu^ fünft hängen. Die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes hat im vorigen Jahre mit einer Reihe von Vorträgen über die Entwicklung einzelner Erwerbszweige, wie der Landwirtschaft und des Handels, begonnen, die dann aber durch die Marokkvkrifis unterbrochen wurde. Als Gegenstand für die Festrede bei der am Donnerstag in Steins Garten stattfindenden Reichsgründungsfeier eignet sich wohl kaum etwas besser als ein Ueberolick über die politische Entwicklung Deutschlands seit 1871, wie ihn Pri- vatdozeut Dr. Wirth aus München in einem Bortraa „1871—1911" geben wird. ** Duetten-und Arien-Abend. Am Mittwoch, 24. Januar, findet in Steins Garten ein Konzert von Frau Ella Steffens-Harnischfeger aus Frankfurt a. Main und Herrn Phil. Ströbel aus Marburg, unter Orchester-Begleitung der Kapelle des Jnfanterie-RegimentS „Kaiser Wilhelm" statt. (Näheres im Inseratenteil.) * * Kun st verein. Die Gemälde-Ausstellung ist nicht vier Tage geschlossen, wie am Samstag versehentlich berichtet wurde, sondern täglich, mit Ausnahme des Samstags, geöffnet. * ♦ Sein 30jähriges Dienstjubiläum feiert heute der Meldeamtsvorsteher Ludwig Sier. ♦ * Unentgeltliche Benutzung der deutschen Patentschriften. Bei der Bibliothek ter Zentralstelle für bie Gewerbe, Darmstadt, Neckarstr. 3, befindet sich eine Auslegestelle der vom Kaiserlichen Paient- amt in Berlin herausgegebenen Patentschriften über bie seit dem 1. Juli 1877 erteilten Patente. Die Auslegestelle ist geöffnet an den Wochentagen von 10—12V2 und 3—-51/» Uhr (Samstag nachmittag ausgenommen) und kann von jedermann unentgeltlich benutzt werten. Durch diese Einrichtung soll jedermann Gelegenheit gegeben werden, sich über den Inhalt von Patenten zu unterrichteu. Um auch auswärts wohnenden Personen die Einjichi der Patentschriften Landkreis tfhrijrn. inettCa g schließt für 1912 ab mii Mk. in 1911, mithin ein im neuen Scmlbau von Engelhardt. nß' anzeigen. D14/t Alleiniger Fabrikant auch des so beliebten Veilchenselfenpulvers „Goldperle“ Carl Gentner, Göppingen Fabrik chem.-techn. Produkte. Hessen-Nasjau. ( ) Marburg, 14. Jan. Der Entwurf des Voranschlages der Stadt M a r b u r a schließt Hie 1912 ab mii 1481500 Mk. gegen 1391 100 Mk. in 1911, mithin ein Mehr von 96 400 Mk. Eine Steuererhöhung tritt nicht ein Gießen, den 15. Januar 1912. Tie Großherzogliche Direktion. Dr. Hensell Da- nebenstehende Stilett der Lchtcn Apotheker Richard Brandt’s Letzte Ilncbricbtcit. Die preußische Thronrede. Berlin, 15. Jan. Die vom Ministerpräsidenten verlesene Thronrede zur Eröffnung deS preußischen Landtages hebt die glückliche Ent Wickelung der Finanzlage hervor. Dem mäßigen Anleihebedarf stehen größere Rücklagen in dem Ausgleichfonds gegenüber. Das Ein ko m me n steuer ge s e tz soll in der Art umgearbeitet werden, daß die jetzigen Steuerzuschläge in einen Tarif umgearbeitet werden, ohne daß die Steuer erhöht wird. Ferner wird die Vorlage eines einheitlichen Wassergesetzes und die Neuordnung des Fischereirechts angekündigt, sowie ein Gesetz über Einführung des Arbeitszwanges gegen Landstreicherei. Die Jugendpflege soll weiter gefördert und der Gesetzentwurf über das ländliche Fortbildungsschulwesen wieder eingebracht werden. Gießener Strafkammer. Gießen, 12. Jan. Umiiidier Wetterbericht. WetterauSsicksten in Hellen am TienSlag, oen 16. Januar 1912 Wechselnd bewölkt, trocken, kalt. Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Runkel. Landgraf Ludwig-Gymnasium nebst Vorschule Anmeldungen neuer Schüler für das Schul- jahr 1912/13 werden vom 22. bis 25. Januar, vormittags von 11—12 Uhr, im Gymnasialgebäude entgegengenommen. Geburts- und Impfschein sind hierbei vorzulegen. mmt 1912. vom Groß. 1 Dr. Pop, n unb Ober, rvßherzvg Mainz die des ihm Don "dens dritter out tourben- r zum Eisen- elaismählgen amies in Gic- im Bahnhoss. iomotiDsiihrer r in Lchotlen weil sie durch von Personen Zähre 1911. unserer Stadt Wen worden feinen SDlonole 13 (7), Wär; 16 (12), Juli Stober 23 (31), lern Alter nach verinifchtes. Irt. Wie viele Briefe jäiirlirb geschrieben werden. Tie Ponaustalten aller Völker der Erde befördern alljährlich nach einer ualiemsdien Liattslik etwa 3 300000000 Briefe. Das wacht auf den Tag 9 041 096. auf die Stande 376 712, aus ole Minute 6 278 und ans die Sekunde 1 4 Brre e! Hatte inan alle diese Briefe beisammen, so stellten sie das ansehnliche Gewicht von unnefäbr 3 < 000 000 Kg. dar, und wenn man sie nebeneinander ausbreilen wollte, bedeckte» sie eine Fläche von 44 000 Hektar. Ta hie Erde rund 1 5'0 00 <000 Bewohner har, kommen aus jeben tm Jahre nicht mehr als etwas über 2 Briese 1 ttz tt. Eintragung des ÄatferL Parentantt» ta Berlin unter Br. 10100 gesetzlich geschützt, unb Nachahmungen desselben sind von bett «gl. Landgerichten Berlin, Altona usw. bestraft worden, ein UrteU wurde bereit» vom Reich». «... 69 60- 69 Jnln 2 'llämitt | . 0 Flauen, j orangene Ehen j 'idjließungen ist 1 löst in Preußen | bet Personen, ß al§ die häA -29 Jahre all hren heicatelen, . »). ankenpslegt. < in einen Aor« jer die Pflegt ich oeranstallen. . auch abgefehen hen bürgerlichen | ) ihren Sieben- meisen können. | HIet eS als seine s en auszubilden ' , nnd PenstonS' lenvereins rechl -l an Cchwestm ’ Alädchen eine . Erwerbsslellung ; zvorsitzende Fran i out Aldcutschen itt in ein neue- umsomehr einen die Lehren, du lende Strecke/ i über der Alldeutscher Seite W” 7^ » tonneräto?" ÄinN 1 y’gtanff^ tcriegenteu, Musiki hier Altert Äarsten au» Gießen, i?it den letzten Jahren w.senttiche Fortichr.tte. Als Beweise hierfür bienen bie aut ben besuch.en Wettstreiten errungenen Preise, und auch am vergangenen W ihnachtsm e zeigte der Verein wieder sein bestes Slönnen in einer AbendunterHaltung Eine E h r e n e r k l ä r u n a unb ihre Folgen. 2er Agent W. Z. aus Biebrich war früher Dienstknecht m Elpenrod gewesen und hatte dort ein Liebesverhältnis mit einen. Dienstmädchen unterhalten, das einem anderen Mädchen Anlaß zu allerlei Redereien gab. Um nun seine Geliebte vor weiteren üblen Nachreden m schützen, verfiel Z. auf folgenden eigenartigen, aber strafbaren Einfall. Er verfaßte im Namen des Mädchens, in den, er die Urheberin des Gerüchtes sah, eine Ehrenerklärung, in bet oiese die seiner Geliebten zugefühile Beleidigung als unwahr unter Dem Ausdruck des Bedauerns zurücknahm, utw veröltentlichte dien Ehrenerklärung in einem Alsfelder Blatt. '2>as andere Bkabcheu hat den Mißbrauch feines Namens hingenommen, und die Sache hätte wohl nie das Gericht beschäftigt, wenn nicht lange Zeit nach- Dem Vorfall der frühere Dienstherr Anzeige erstattet hatte, weil Z als Zeuge in einem Prozesse zu seinen Ungunften ausgesagt hatte. Z. ist geständig. Er erhält wegen Urkundenfälschung eine Woche Gefängnis. ,,X) 11 | ü) iv a c 4 c Vau 0 . Kurze Zeit nachdem die Attentäter Werner und Wmges ver sucht hatten, iu Friedberg das Rathaus mit einer Bombe m die Luft zu svcengen und daraus einen Bankbeamten niedergefchossen hatten, um die Ncickisbankuebeiistelle zu berauben, erhielt cm b.aüicrter Fabrikant in Friedberg einen E-rpreiierbrle|, in c m ■ t auigclordert wurde, binnen einer Woche 3000 Mark an eine bestimmte Stelle zu legen, andernfalls er mit seiner Familie in Die Lust nciprengt werde. Ter Brief war in einer Weite gehalten, daß auch ein beherzter Mann mit der MögliMrett des angedrohten Angriffs rechnen konnte. Alle Bemühungen der Polizei, den Schreiber zu ermitteln, waren erfolglos. 4.er Bries dbft war scheinbar von einer Verbrecherbande abgeianbi unb nut Tie schwär e Hand" untericidmct. Da erschien vor kurzer Zeit der 35 Jahre alte Bäckergeselle G P. aus Holzheim am d.m Polizciamt und erllärte, er wolle Anzeige gegen.feinen Dienst- bcrrn, der ihn wegen Unregelmäßigkeiten im Geschäft entlassen hatte,' erheben, weil er ihn zum Meineid habe verleiten wollen. Außerdem habe er ihm in einer schwachen Stunde anvertraut, daß er seinerzeit einen Erprcsserbries an den betreuenden Fabrikanten geschrieben habe. Der Poliieibearnte schöpfte Verdacht. Er diktierte dem Anzeigenden einen Brief gleichen Inhalts unb üche ba bie Schrift bes Anzeigenden war dieselbe wie die de« Ervresserbriess Weitere Ermittelungen ergaben die volle -schuld des gemeingefährlichen Menschen, der bereits wegen versuchter Vrandstiirung und Versicherungsbetriigs mit einem Jahr 0c» iäugniö vorbestrait ist und hier seinen Dienstherrn tur eine ^at verantwortlich machen wollte, bie er selbst begangen batte unb 'ne mit Zuchthaus bestraft wird. Er erhält wegen veriuchter Erpressung, begangen durch Bedrohung mit Mord oder Brandstiftung, sowie wegen falscher Anschuldigung zwei Jahre neun Monate Zuchthaus, außerdem werden ihm bic Ehrenrechte aut zehn Jahre aberkannt unb es wird die Zulässigkeit von Polizeiaufsicht ausgesprochen. Ein schlechter Scherz. Der Taglöhner L. D. von rstödgen batte m A-ricbbera für einen Händler verschiedene DoHgeTü.Lc Säcke zur Bahn gebracht und dafür 25 Psg. als Lohn erhalten. Dies war ihm zu wenig und als er am nächsten Morgen be.i Händler in Ieinem Magazin beschäftigt sah, schloß er bie Tür zu und iperrte ihn für etwa eine halbe Stunde ein. D'uf Freiheitsb-raubung aber steht Freiheitsstrafe und der sck)lechte Scherz kostet den Angeklagten einen Tag Gefängnis. Nachwehen zur Bürgermeisterwahl. In Mittelseemen hatte Bürgermeisterwahl statggefunben. Der 67 Jahre alte Schmied und Gemeinderat I. K- LV. stand nicht aus Seiten der siegreichen Partei. Er wurde zur Anzeige gebracht. Warum? Weil er ein Stück altes Eisen, das angeblich an bet Kammer eines Gemeindebrunnens früher angebracht gewesen war, benutzt hatte, um die Türe eines aus Latten bestehenden Fohlen- stalles zu schließen. Er wurde deshalb vom Schöffengericht w. gen Unterschlagung zu 5 Mk. Geld/.nfe verurteilt. Das Berufungsgericht ließ sich das corpus delicti vorlegen: nn altes verrostens Stück Bandeisen von äußerlt geringem Wert, das nach der glaubhaften Aussage des Angeklagten herrenlos in seinem Hofe herumgefahren sei. Das Urteil wurde aufgehoben unb der Angeklagte f r e i g e s p r o ch e n; auch seine Auslagen werden auf die Staatskasse übernommen, soweit das Gericht sie als zur 4>er> teibigung notwendig ansah. Da aber die 0)j , wl 5 ö°h b ■ • '7«0het ort? ?t ft“«» S'iietung "Uscher Bei ■meinen Die Besteuerung des Gewerbebetriebs im Umherztehen,- Der Oelmüller P. Sch. von Marburg hat durch seinen Fuhr- knecht A. F. von da in den Jahren 1910 und 1911 einen Oelwagen m verschiedenen Orten des Amlsaerichtsbezirks Homl^rg a. O. uml-erfahren unb Samenöl an die Käufer in beliebiger Menge ab- geben lassen. Beide sind vom Schöffengerickst zu geringen Geldstrafen verurteilt stwrden, weil sie nicht im Besitz eines Wander- gewerbcscheines gewesen sind. In der heutigen Berufungsverhand- lung wurde nachgewiesen, daß die Angeklagten durchweg vorher bestellt worden sind unb deshalb nicht verpflichtet nrnren, einen Wandergewerbeschein -u lösen, mit Ausnahme eines einzigen Falles. Wegen dieses einen Falles erkennt das Gericht -gegen beide Angeklagten auf eine Ordnungsstrafe von je einer Mark: tm übrigen erfolgt Freisprechung. Die Gießener K e l le r b i eb st ä hl e unb ihre Sühne. Seit Jahr und Tag wurde eine Anzahl Bewohner von Gießen durch Kellerdiebstähle heimgesucht, ohne daß es alsbald gelungen wäre, der Tater habhaft zu werden. Die Diebstahle wurden meistenteils in der Weise ausgeführt, baß bie Diebe heimlich in bie Kellerräume einschlichen und die vorgehängten Schlösser gewatt- lam erbrachen. Abgesehen hatte man es hauptsächlich auf Weine, Liköre, Konserven, eingemachte Früchte ui'w., aber auch andere Sachen, wie Sardinen, feinen Käse, Sohlenleder, Stallhasen und em Fahrrad wurden des Mitnehmcns wert gefunden. Es waren vorwiegend Kaufleute, die man plünderte, aber auch andere Personen wurden nicht verschont. So halte man bei einer Hebamme neun Flaschen Südwein, der für 2Bödyncrinnen bestimmt war, und iclbft vor bem Besuche bei einem Sckwtzmann schreckte man nicht zurück. Endlich gelang es der Polizei, die 'Diebe festzunehmen und das Nest auszuheben. Hierbei wurde eine Anzahl Der gestohlenen Sachen gefunden: auch konnten an Etiketten, Aufschriften und Ueberreften eine Reihe von Diebstählen nachgewiesen werden, so daß sich bie Verhafteten insoweit zu einem Geständnis bequemten. Außer den drei Tatem sind die Ehefrau des einen und bie Hausleute, bei denen sie in Untermiete gewohnt haben, wegen Hehlerei angeklaot, weck em Teil der gestohlenen Sachen in deren Haushalt Verwendung gefunden hat. Das Urteil lautet gegen den 19 Jahre alten, bereits im strafrechtlichen Rückfall befindlichen Gartner H I. von Gießen wegen acht schwerer und dreier einfacher Diebstahle auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, gegen den noch nicht 18 Jahre alten Taglöhner H. H. von hier, gebürtig aus Wallen- rod, wegen sieben schwerer und zweier einfachen Diebstähle auf ein Jahr drei Monate Gefängnis, gegen den Former L. v. von hier wegen eines schweren und eines einfachen Diebstahls auf drei Monate zwei Wochen Gefängnis. Die Ehefrau des .L H. und die H. H. Eheleute von hier werden von der Anllage der Hehlerei und mangels ausreichenden Beweises freigesprochem »u ernioglicyeti, ist oie leii)iDei|t Abgabe einzelner Num- mem auf kürzere Zeit gestattet. Die neu erfcheinenben xZatentschriften werden den Auslegestellen in einwöchent- I*lu^en Zwischenräumen überwiesen unb bem Publikum alsbald nach i rem Erscheinen zugänglich gemacht^ ** Roheit. Am Samstag abend schlug ein Mädchen im li’ituenroen einem 10 übrigen Mädchen mit einem ®aiiemmcr I b gcgjn den Kopf, daß über dem linken Auge eine große klauende 11 iSunbe entstand, die in der Pcrbandöstelle Seltersweg der ^r:- unU Yölterlmiür Vierter Vortrag Donnerstag, 18. Januar 1912, 8'/, Uhr, in der neuen Aula der Universität: Herr PfarrerLic. Dr. Schwarzlose (Frankfurt) „lieber Montenegro" (mit Lichtbildern) Eintrittspreis für Nichtmitglieder Mk. 1—, für studierende Mk. 0.50. «orten und in der Ricker scheu Umv.-Buchbandlung und in der (vrces’idien Hofbuchhand lunn au habciL Mitglieds und Eintrittskarten find am Eingänge rur Aula vorrm^eigen. ÄMtttag, 18. Januar, 8’|4 Uhr in Steins Karlen: Reichsgründunosfeier. Unter gütiger Mitwirkung v. Frl. J. Stammler (Gesang), Herrn J. Hahn (Manier) u.d. Bauerschen Gesangverein. Festrede: Priva dozent Dr. A. Wirth, München „1871-1911" Zur teilweisen Deckung der Unkosten werden 30 Pfg. Eintrittsgeld erhoben. v**/, Veranstaltet nom Alldeutschen Verband. Bitte Flugblatt und Schaufenster zu beachten. 0347 460 Grosser Saison- Bimp-taratoil Aufsehenerregend billige Preise Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Alexander Baam a. Frau Katinka geb. Wallenstein. fie'egenheitskaufhaus 14 Bahnhofstr. 14 Ecke Tiefeuweg F. Schott, Weinbandlang. Bahnhofstraße. Telephon 330. Wegen Gei'chäftsübergabe ===== vollständiger Ansverkanf ===== meines Weinlagers sowie Mousseur ftognak, Arrak, Rum, Pnufchefsenz, Liköre, Südwciuc, Zigarren und Zigaretten (448 zu herabgesetzten Preisen. Dienstag, den 16. Januar 1912, abends pünktlich S'/. Uhr, in Steins Saalbau grosser Experiienlal-Vorlrag des Herrn Physiker L. Dubenkropp-Hildesheim: Fernübertragung von Wort u. Bild durch Telephonie u. Telegraphie mit und ohne Draht. Eintrittskarten zu 1 Mk. sind abends an der Kasse zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. vun Kaufm. Verein und Ortsqewerbeverein. 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