folgen öfter den Spuren unserer Besiegten als denen unserer Besieger: Rom wurde hellenisiert, aber Griechenland nicht romani- sicrt. Jede Betonung des Augenfälligen beleidigt. Den lärmenden Redner beklatschen zwar die Hände: in des Herzens Tiefe aber verachten wir ihn. Wir sind blind gegen das Glänzende, aber das Feine fesselt sofort. Die Gipfel, die im Nebelschleier liegen, ziehen wie durch Zauber unfern Blick an. Danke Gott für den regelmäßigen Schlaf, der den Verstand erfrischt, aber die Erinnerung trübt und so das Dasein erträglich macht. Wie ein Sommer seinen Vorgänger vergessen macht, so löscht jeder Tag den vorangehenden aus: die ganze Vergangenheit, die hinter dem Gestirn liegt, ist bis auf wenige Punkte gleich iörmig. Gar bald lvird der Rückblick unerguicklich, daß wir lieber ganz in der Gegenwart bleiben. Eine einzige empfindliche Stelle kann uns ganze Zeitläufte der Erinnerung verleiden: wir bewohnen nur die angenehmen Zimmer unseres Herzens und schließen alle änderen zu. Tas Vergessen vermag so gründlich aufzuräumen, daß wir frischen Geistes auf jenen Schauplätzen wandeln, die voll Erinnerungen waren. Je beweglicher, desto wechselnder und daher desto mehr der Abwechslung bedürftig sind wir: die Empfindsamkeit kleidet sich in immer neue Formen. Zu unserer Befriedigung brauchen wir in gleick>er Weise Behagen und Ungemach, Sicherheit und Gefahr, Mühe und Muße: Feiertage kann man nur feiern, roenn sie selten sind. Immer an denselben Ort gefesselt sein, mag zum Verzweifeln erscheinen, und doch ist die Unruhe des Reisens zwecklos: die verlockende Landkarte verwandelt sich in einen langweiligen Fahrplan, wenn wir sie durchgenießen wollen. Wie schön erscheint die Welt vom heimatlichen Herd aus: draußen.aber, in ihrem Gewirr, kennen wir bald nichts Schöneres als die Heimkehr. Wo Tätigkeit braust, da verstummt der Gedanke. Mit noch größerer Erwartung als wir den Betrieb und die Lust des Ledens suchten, versenken wir uns wieder in die Abgeschiedenheit unserer Betrachtung. Von allen Seiten drängt sich der Mensckenstrom zur Großstadt, um jich da zu stauen und wieder in die Vorstädte zurückzufließen. In den Mittelpunkten und an den Sammelplätzen des Verkehrs glaubt man die höchsten Formen des Lebens zu finden: statt dessen zeigen sich wilde Gestalten und abgehetzte Gesichter, die verstört anderswoyin stürmen. Leute, die sich immer gleich bleiben, sind nicht so sehr innerlich ^gleichmütig als nach außen gleichgültig. Nur im Hasen hat die Seele ruhiges Wasser: uferlose Säuvärmereicn haben ihre Ebbe und Flut. T-as Leben muß in gar manches Ausdrucksmittel übersetzt werden, damit es verstanden werden kann, und wenn wir seinem Wechsel nicht zu folgen^ vermögen, so wird auch sein Einsluß an uns nicht offenbar. Ter Tag selbst ist nur der wandernde Schein aus dem Leuchtturm der Ewigkeit. Soll der Mensch, umgeben von so geivaltigen Veränderungen auf der Erde, in der Luft und am Himmel, starr bleiben können? Das Klima gibt unserer Stimmung das Vorzeichen, so daß auch im Geist nicht immer dieselbe Tag- und Jahreszeit herrsck)en kann. Und wenn der Körper sich bald leicht beschwingt fühlt, bald schwerfällig, wie sollte sein geistiger Mieter davon unberührt bleiben? Tie Seele ist ein Wasser, das seine Färbung nicht in erster Linie sich selbst verdankt, sondern eher dem umspannenden Himmel des Einflusses. Jedes blaue Mittelmeer ist der verflüssigte Himmel seines Südens. Alles ist im Fluß. Es gibt keine Erfahrung, die nicht bald ihre rauhen Tage überwindet. Nur durch unsere Kreuz- und Querfahrten können wir die dunklen Küsten des Daseins erkunden: gerade unsere Unbeständigkeit gibt Anhaltspunkte zu unserer Beurteilung. Welcher klare Himmel des Idealismus wäre nicht zuweilen überzogen und regnerisch? Tas Wirkungsvollste im Landschaftsbild des menschlichen Lebens ist der Nebel des Leids auf den geistigen Höhen. * bs. „Somme r" von Thaddäus Rittner im Tarm- städter Hostheater. Aus Darmstadt, 10. Oktober, wird uns geschrieben: Zugleich mit Wien und Prag führte das Darmstädter Hoftheater heute Thaddäus Rittners dreiaktige Komödie „(Sommer" auf. Mit Dichter äugen sind Personen und Tinge aus einem interessanten Milieu geschaut. Die Handlung spielt in einem Sanatorium. Ter Dichter hat aus der bunten Schar, die sich an solchen Orten teils aus Notwendigkeit, teils aus Laune ein Stelldichein gibt, einige herausgegrissen. Tie Frau des Mcdizinal- rats, die ohne Liebe nicht leben kann und darum immer verliebt sein muß. Ein hysterischer Jüngling muß ihre Liebeslaunen ertragen, ein Jüngling, der glücklich ist in dem ihm eingeimpften Gedanken an den baldigen Tod. Er ist glücklich, weil er immer am Schoße seiner Mutter gehangen, Frauen und Frauenlisteir nicht kennen gelernt und weil er dm Kampf ums Tasein nicht auf sich zu nehmen braucht. Im Augenblick da ihm Gewißheit wird, daß er doch noch länger leben muß, ^al^^nur noch diesen Sommer, schwindet just in der StuWfrv, in der die Frau bereit ist, mit ihm durchzugehen, auch die Furcht vor der kommenden Verantwortung uno auch feine Liebe Er geht ins Wasser, aber aus Feigheit nur bis an die Knie. Tie Frau Medizinalrat roenbet sich nun wieder ihrem Gatten zu, dem sie weismacht, daß Hans Torup ins Wasser gegangen sei, weil sie ihn abgewiesen hatte. Ter gute Medizinalrat geht in ihre Schlinge, solange, bis es der holden Gattin gefallen wird, wieder einmal verliebt zu sein. Um diese Handlung, die sich an dm scharf umrissmen Charakteren emporrankt, gruppieren sich Einzelmmschm, die nicht minder fein beobachtet sind. Von drastischer Komik enthält Rittners Komödie nirfas. Auch keine faulen Witze, die nur das Ohr aufnimmt. Seine Smtenzm wollm verstanden, wollen begriffen, wollen erlebt sein. Tie Aufführung ließ die sichere Hand der Spielleiter Eger und Valdek erkennen Frl. Berka als Medizinalrätin war ganz cm sinne des Dichters das Weib, Herr Kurt Ehrle als Torup nht tn Zittern und Zagen, echt in Liebe und Liebesraserei. Den Konfektionär machte Herr Heinz. Sehr gut in manchen Einzelheiten. Tie Damen Gothe, Meißner und Alsen spielten ihre verliebtm Frauchen mit dem richtigen Takt. Herrn Baumeister liegt die Rolle des Tr. Wimmer nicht. Er war zu sehr Polter- geiit. Vielleicht läßt sich im Zusammenspiel noch mehr Lercfaig- keit erzielm. Manches war zu hart, zu betont. Tie Bühnen- ausitattung muß noch hervorgehoben werden, besonders die des zweitm Aktes, Im Schluß machten sich einige Zischer bemerkbar. Ur. 241 Drittes Blatt 162. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme be5 Sonntags. Die „Gießener $amilienblät1er" werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt ffir den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Aiyeiger General-Anzeiger für Gberheffen Samstag, 12. Oktober 1912 Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lauge, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=#*> 51. Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerÄießen. Reichsdeutscher Mittel st and s verband. In den Gesamtausschuß des Reichsdeutschen Mittel- standsvcrbandes ist, wie man uns mitteilt, durch Beschluß des Hauptvorstandes auch Reichstagsabg.' Dr. Werner gewählt worden. Ausland. Der französische Parteitag der Radikalen und Sozialistisch-Radikalen in Toul nahm nach ziemlich lebhafter Besprechung einen Antrag an, in dem eine Wahlreform auf der Grundlage des Mehrheitsgrundsatzes befürwortet wird, die ausschließlich von der republikanischen Mehrbeit beider Kammern gemacht werden soll. Tie Verhältniswahl und der Wahlquotient wurden abgelchnt. • Die Chinesen in Tibet. Für die aus Schanghai stammende Nachricht über ein Vordringen der Chinesen im östlichen Tibet fehlt es an einer Bestätigung, und in Peiing w rd diese Meldung dementiert, lieber die Tätigkeit des Gouverneurs von Szetschuan läßt sich nichts feststellen; aber das Herannahen des Winters läßt die Aussichten seiner Unternehmung zweifelhaft erscheinen. * Aus Mexiko. Nach einem Telegramm aus Mexiko haben die Aufständischen am Mittwoch die B u n d e s t r u p p e n bei Excolon geschlagen. Tie Bundestruppen sollen etwa 100 Tote gehabt haben. Aeroben im Staatssekretär des gen w äas Dutzend oO u 60 Pfg. sters n oße Erfolg M toifti Bismarck- Strasse 20 m zu Isen le Dr. Nieberdingf. Der „Reichsanzeiger" widmet dem am 10. b M. 74 Jahren verstorbenen früheren Reichsjustizamts Wirll. Rat Tr. Au» QcHcn. — Der Geheime Staatsrat und Bevollmächtigte im Bundesrat, Gustav Krug von Nidda, wird, wie wir schon kurz meldeten, demnächst in den wohlverdienten Ruhestand treten. Auf einem Gute bei Nidda geboren wurde Krug nach seinen Studien i. I. 1866 Hosgerichtsadvokat in Darmstadt und i. I. 1883 mit dem Titel Obcrfinanzrat als vortragendes und juristisches Mitglied in das Finanzministerium berufen. Im Jahre 1890 wurde ihm und seiner Familie die Wiederaufnahme seines mehrhundertjährigen Adelstitels Krug v. Nidda gestattet. Im Jahre 1891 erfolgte seine Ernennung zum Geh. Obersiuanzrat, und i. I. 1893 zum Ministerialräte und Vortragenden Rat im Finanzministerium. Gleichzeitig wurde ihm der Vorsitz in der Steucrabtcilung übertragen, den er bis zum Jahre 1898 inne hatte, wo er zum Geheimerat im Staatsministerium und Ministerium des Innern aufrückte. Im Jahre 1899 wurde er zum Geheimen Staatsrat ernannt. Zahlreiche hessische und andere Auszeichnungen ehrten feine Verdienste. Alter von ICirdie und Schule. " it Bg.äofskon'ercn, in Fulda. Für die Bischvfskonserenz, die bisher verschoben werden mußte ist nunmehr der Termin feitgcsctzt worden. Die Konferenz soll am 5. November in Fulda staltsinden. Den Vorsitz wird Kardinal Dr. v. Kopp führen. 'ingestoffen - le Schaufenster Otto Aahnhosstrakc 49 K«hr 4 Co. Rabattmarken.— Deutscher Zugen^g richtstag. ~ Frankfurt, 11. Oft. In den fortgesetzten Beratungen des 3. Deutschen Jugcnd- gerichtstagcs erstattete Pros. Dr. Graf G lei spach (Pragi einen Vortrag über „Straf- und Erziehungsmittel im einzelnen, ihre Anwendung und Organisation". Er stellte eine Reihe von Leitsätzen auf, in welchen er u. a. für das Strafgesetz drei Altersstufen, Unzulässigkeit des Strafverfahrens gegen Srinbcr verlangt unb bic Bedingungen ber Straffreiheit für geistig Minderwertige unb für Jugenbliche usw. sestgelegt wissen will. Erläuternb bemerkte ber Vortragenbe hierzu, baß um bic Jahrhunbertwenbe fast alle Kultnrstaatcn ber Kriminalität unb Verwahrlosung ber Jugenb in anberer Weise als bisher entgegengetreten seien, entweber burch allgemeine Strafbestimmungen ober durch besonbere Gesetze. Tic meisten Reformen haben bie Vereinigten Staaten vorgenommen, auch Englanb hat sein Jugenbgericht wesentlich vervollkommnet. Teutschlanb habe auf dem Gebiet ber Jugenb- fürsorge Hervorragenbcs geleistet, bie Reform bes Strafrechts habe es aber noch nachzuholen. Tie Notwenbigkeit hierfür werbe von keiner Seite bezweifelt, aber auch nicht bie Dringlichkeit ber Ausgabe. Tie unbiskutable Prügelstrafe werbe am besten burch Totschweigen crlebigt. Auch ber zweite unb britte Vortragende zu dem gleichen Thema stellte Leitsätze auf, die sich in den Grundzüffen mit jenen des ersten Redners decken. Amtsgerichtsrat Allmcn- r ö d e r (Frankfurt) verlangte u. a. ein Reichsfürsorgegesetz und Jugendgerichte in ber besonberen Form der Personalunion von Jugenbstrasrichter unb Vormunbschaftsrichter. Pastor Backhausen (Hannover) befaßte sich in erster Linie mit der Frage ber Heraufsetzung ber Strafmünbigkeit und schlug als Erziehungsmittel u. a. vor ben Verweis, bie Erziehungs- /■","v- Die Harmonie öes Lebens. Von St. B. St an ton. Nachstehend geben wir unseren Lesern ein Kapitel aus dem neuen Buch des amerikanischen Philosophen St. B. Stan ton „Seele und W c l t", das soeben in einer vorzüglichen deutschen Ucbertraguug bei Julius Hoffmann in Stuttgart (Preis geheftet '3 Mk., geschmackvoll gebunden 4 Mk.) erscheint. ' Die Schrift!. ES ist gut, daß nicksts aushält, oder wir könnten es nicht aushalten. Tie Tinge sind noch etwas trcrgängticber als ihre Kraft zu gefallen. Auf der Tafel des geistigen Feinschmeckers darf keine Schüssel mehr als einmal erscheinen. Sogar solche Lust, für die eine Ewigkeit zu kurz schien, wird einmal lästig: Tage ohne Sorgenwolken bedrücken uns durch ihr Blau. Jeder zu lang hingezogene Genuß verliert sich; der unbestrittene Standpunkt wirb langweilig. Der Mensch erreicht Stufen aber nie .in Ziel: das Glück selbst vermag nickst, ihn glücklich zu machen. Wenn wir alles erlangen, was wir forderten, so wunbeni wir uns, warum wir so wenig fordern konnten. Tas Sehnen des Herzens wird nie gestillt. Niclsts ist so gut, daß zeitweiliger Wechsel nicht besser wäre. Ist der wunschlose Zustand allgemein, so macht er uns unruhig, ist er dauernd, dumpf: von allem Einerlei wenden wir uns unbefriedigt weg. Selbst der heißersehnte Friede treibt uns durch seine Langeweile wieder zurück in den haßerfüllten Kampf, unb ein recht garstiger Zwischenfall ist uns immer noch lieber als ewige Musterhaftigkeit. Wir können alles besser ertragen als Stittstanb: nimm einem Mensckstm das sichere Brot, aber laß ihm seinen Tabak ber Zerstreuung. Ter Tag ist unerträglich, der nicht etwas zu bringen verspricht: wo man in so sicheren Geleisen geht, baß nichts „Vorkommen" kann, ba gähnt bas Leben. Die Zuffinft ist ein Postbote, ben alle begierig erwarten, bringe er gute oder schleckste Nachrichten. Wo keine Ueberraschung möglich rst, da ist ber Jubel verbannt: Berechnung und Vorsorge.schließen das Wunderbare aus. Alles Eintönige ist des Lebens Stundengeläute, Abwechslung aber sein Glockenspiel: nicht in den Tönen, sondern in ihrer harmonischen und mannigfachen Folge liegt der Reiz der Melodie. Ohne beständige Schärfung durch Wechsel wird die Beobachtung stumpf und die Tatkraft matt, und unser Bedürfnis danach steigert sich so, daß es schließlich nur irock) durch den Schlaf befriedigt wird. Tas Wandellose hemmt den Fortschritt, weil es bie Anregung tötet. Alle normalen Funktionen zeugen von denselben Bebürfnis r:ad> Ablenkung: wenn schon der Körper in unveränderter Haltting ermüdet, um wie viel mehr der Geist! Wir schmoren in unserem eigenen Tunst, wenn daS Denken nickt aufgerüttelt wird: es liegt niehr Musik im Leben als nur der eintönige Takt unseres Herzens. Ter Lfasdruck muß, wie Tee, rasch abgezogen werden, damit er den ätzenden Gerbstoff nicht herausziehe, wenn er lange aus den Blättern des Gedankens stehen bleibt. Die Wiederholung ist ein Gast des Geistes, der läfrig wird. Auf einer Sache verweilen heißt sie schädigen: sowie der günstige Eindruck verblaßt, wächst der Widerspruch. Schroffheit schafft nur neuen Widerstand und verfehlt ihren Zweck: Sanftheit dagegen wirkt werbend. Wir gstN. Deutsches Ncich. Der Reichstag. Eine Korrespondenz teilt mit, es sei nicht ausgeschlossen, daß der Reichstag noch in diesem Monat einberufen werde. Wiederholt hätten deswegen in letzter Zeit Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und einigen Politikern stattgefunden. Der Bureaudirektor des Reichstages erklärt zu dieser Meldung, daß amtlich von einer Einberufung des Reichstages nichts bekannt sei. Also vielleicht außeramtlich? dringenil | i Interesse X r unserer V teMi'l een Arnold Nieberding einen Nachruf, in dem es u. a. )eißt: Seine Amtszeit fiel in eine für die Rechtsentwick- ung in Deutschland bedeutsame Periode. Mit dem Zu- tanoekommen des Bürgerlichen Gesetzbuches ist ein Name unauflöslich verbunden. Seiner unermüdlichen Energie war es in erster Linie zu verdanken, daß es gelang, das große, lang vorbereitete Werk in einer einzigen Session des Reichstags zur Verabschiedung' zu bringen und in den beiden Jahren die noch zahlreichen umfangreichen Nebengesetze, deren es zur vollen Einheit des deutsckstm bürgerlichen Rechtes bedurfte, zu erledigen. Die spätere Zeit seiner Amtsführung war vorwiegend einer umfassenden Reform unseres Strafrechts und des Strafprozesses gewidmet. Der Reichstagspräsident Dr. Kaempf bat der „Freisinnigen Zeitung" zufolge sich nun doch entschlossen, sein Mandat für den ersten Berliner Reichstagswahlkreis nicbcr^ulegen. Kaempf war bekanntlich bei den letzten Wahlen in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Düwell mit 7 Stimmen Mehrheit gewählt worden: die Wahl wurde Don den Sozialdemokraten angefochten und der Wahlprüfungs- aussckmß beschloß BeweiScrlstbnng. Die „Berliner Morgenpost" schreibt: „Daß die Nachwahl vor dem Wieberzusammentritt bes Reichstages stattfinbet, bürste als ausgeschlossen gelten. Wirb vielleicht Pauer, ber sein Präsibium in Stuttgart niebergelegt bat, K aempfs Nachfolger? Ober sinb Fäben gesponnen, bic Herrn Paaschc bas Avancement Ermöglichen, ober winkt nun doch Herrn Spahn ber besinitive Besitz bes -Sessels, ben nach zwei Tagen niederzulegen seine Partei ihn nötigte?" stis "AI 6315 iswabl bei niedersten Preisen. reiches Lager. MMIMM 6 W ffli MA. Auswahl hochmoderner ie Spesen u-Ladenmiel^ illightc Preise. S® bh zur - G»®3 ungenauer Art = In- ••‘ÄÄ nftsätzen, besm L‘blcnperima Referent aussicht durch Jugendbeamte, Trennung von ber bisherigen Umgebung unb Unterbringung in einer Familie unb schließlich Unterbringung in einer staattich beaufsichtigten Erziehungsanstalt: bie Staatsanwaltschaft solle erst aus Anirag bes Jugendamtes (dem Vormundschasts- unb Jugendrichter in einer Person cingreiien. Ter Vorsitzende Dr. Mohne, Amtsgericht?rat in Berlin, dankte den Vortragenden unb bedauerte, daß der ärztlich c Stand bei den Beratungen nickn vertreten gewesen sei, was seinen Grund lediglich in ökonomischen Rücksichten gehabt habe. In der Aussprache hob Fran Generalkonsul Ni sch «Berlin» ben außerordentlichen Wert ber Kinderhorte hervor, die sehr viel zur Verminderung der Kriminalität der Jugendlichen beitragen könnten Frl. Goudstickcr (München), bic Vorsitzende ber Rechtsschutzftelle für Frauen, trat der* Bemerkung AllmenröderS entgegen, ber sich gegen bie Zuziehung ber Frau zum Schönenamte ausgesprochen habe, unb wies darauf hin, daß die Mehrzahl ber Frauen bic Zulassung zu diesem Amte wünsche. Staatsanwalt Koth 'Königsberg betonte, daß der Staatsanwalt am Jugendrichter eine außerordentlich wertvolle Hilfe haben werde, ba dieser nach ben Lebenbcn sich sein Urteil bilden könne, währenb ber Staatsanwalt sich seine Meinung aus ben toten Akten nehmew müsse. Nachbem noch von verschicbenen Rebnern die Angriffe gegen Herrn Allmenröder als ungerechtfertigte bezeichnet worben waren, würben bic Verhanblungen auf morgen vertagt. Au» Studt und Canöe Gießen, 12. Oktober 1912. ♦* Stadktheater Gießen In Otto Erich Hartlebens „R o s e n m o n t a g" am nächsten Sonntag abend wird Herr Jensen, der neue jugendliche Held, oer sich in „Traum ein Leben" so vorteilhaft eingeführt hat, zum ersten Male in einer großen modernen Rolle auftreten. Die „Traude" spielt Frl. de Brntyn. — Am Sonntag nackfmittag wird der neue Lustspielschlager „Die fünf Frankfurter" wiederholt. Beide Vorstellungen finden bei kleinen Preisen statt und es ist so lebhaftes Interesse vorhanden, daß Interessenten gut tun werden, sich vorher Plätze zu bestellen. Billettbesteilnugen bittet man der schnelleren Erledigung wegen nicht an die Direktion, sondern an die Kasse des Stadttheaters zu adresjieren. ** Fürdas hiesige Telegraphenamt ist beim Postscheckamt in Frankfurt ein Konto Nr. <>801 eröffnet worden. Ans dieses Konto können durch Abschreibung von dem Postscheckkonto der Fernsprechteilnehmer die fälligen Fernsprechgebühren entrichtet werden. Es wird dabei in folgender Weise verfahren: Das Telegraphen- amt teilt dem Postscheckamt in Frankfurt zu den Fälligkeitsterminen den von den Teilnehmern zu entrichtenden Gesamtbetrag an Fernsprechgebühren mit. Das Postscheckamt belastet das Konto der betr. Teilnehmer mit diesem Betrag. Zur Benachrichtigung geht den Teilnehmern mit dem nächsten Kontoauszug ein mit dem Aufgabestempel versehener Lastschriftzettel zu. Die Gebührenzettel werden den Teilnehmern vorher von dem Telegraphenamt in gelber Tasche übersandt. Findet der abzuschreibende Betrag im Guthaben keine Deckung, so wird er in gewöhnlicher Weise eingezogen. Da von dem Scheckausgleich der Fernsprechgebühren im Vergleich zu den großen Vorteilen, die das Scheckverfahren der Allgemeinheit ebenso wie jedem einzelnen kaufmännischen Unternehmen bietet von Fernsprechteilnehmern, welche ein Scheckkonto unterhalten, immer noch nicht in dem erwünschten Umfange Gebrauch gemacht wird, so sei auf die Einrichtung hiermit erneut aufmerksam gemacht. ** Luftfahrer-Verein Gießen. Der Verein hielt am vorigen Montag seine erste Sitzung ab. Als erster und wichtigster Punkt der Tagesordnung wurde die Möglichkeit einer Flugveranstaltung und einer Zeppelinlaudung in Gießen eingehend erwogen, worüber näheres bereits an anderer Stelle mttgeteilt werden kann. Ferner sind zwei größere Vortrag e int November und T^ember in Aussicht genommen. Auch e - nige Freiballonsabrten werden tu nächster Zett statt- finden, für die ein Zuschuß aus der Vereinska))e geleistet werden soll, um den ^gliedern ein oder zwei Fahrten zu ermäßigten Preisen gewähren zu können Im Anschluß an ben geschäftlichen -"il berichtete Herr ^.r. Peppler über bic Methode zur Messung der Sonnenstrahlung und die Schwierigkeiten, denen solche Messungen begegnen, und Herr Dr. 3 e n b ) d) aus Wetzlar über winterliche Ballonfahrten mit Studien über die ,yorm der Schneckristalle unter Vorlage interessanter ^M^ogravhiem ** Beleuchtet die Treppen. Wiederholt hat das Reichsgericht die Verpflichtung der Eigentümer v o n Grundstücken festgestellt, die Toreinsahr- ten, Höfe, Hausflure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, wahrend der Dunkelheit so ausreichend zu beleuchten, da» die daselbst verkehrenden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ausgesetzt sind. Die gleiche Verpstichttmg liegt namentlich auch den Inhabern von Fabriken, gewerblichen Anstalten imd Arbeitsstätten, von Vergnügungs , Versammlung^ und Schankstätten (bei letzteren besonders oud) hinsichtlich der Dedürstiisanstalten- ob. Pflichtwidrige Unterlaisung der Beleuchtung würde, falls hierdurch jemand in Schaden kommen sollte, die Entschädigungspflicht sowie die strafrechtliche Verantwortlichkeit begründen. Kreis Lauterbach. r. Lauterbach, 10. Skt. Die heutige Gemcinde- ratssitzung verhandelte folgende Gegenstände: Die neue Zufahrtsstraße zum Bahnhof Sud ist Eigentum der Eisenbatyn Es sind auch fdson einige Hauser an- gebaut. Die Eisenbahndirektivn Frankfurt a. M. fragt bei der Stadt Lauterbach an, ob sie die nette Straße gegen Erstattung von 2500 Mk. Herstellungskosten m eigene Verwaltung übernehmen wolle. Das an der Straße liegende, für etwaige Bebauungszweckc in Frage kommende Gelände aber ist Riedeselsches Eigentum, dessen Hergabe bis setzt mit der Begründung versteigert wurde, dort Grundstücksspekulationen zu verhindern. Die jährlichen Unterhaltungskosten außer Beleuchtung der Straße sind auf etwa 500 Mk. veranschlagt. Ein Beschluß über die Angelegenheit wird ausgesetzt; es soll von dem Grundstückseigentümer Baron Albrecht Riedesel Erklärung abgewartet werden, ob auf die Vergabe des Geländes zu Bauzwecken gerechnet werden kann, da bis jetzt nur drei Häuser dort stehen und die Stadt kein Interesse an der Erwerbung einer unsertigen Straße hat — Die städtische Schasweide wird an eine Anzahl hiesiger Landwirte ,nieder für 200 Mk. jährlich verpachtet mit dem Vorbehalt, daß jeder hiesige Schafhalter da? Recht hat, Sd>afc gegen Entgelt zur Herde zu treiben. — Die Oberförsterci Lauterbach stellt den Antrag, an Stelle der seitherigen Riedeselsdien Forstbeamten aus praktischen Erwägungen für den st ä d t i s ch e n W a l d s ch u tz einen eigenen Forstwart anzustellen, der auch im Feldschutz Der Wendung finden soll. Ta man bei dem seitherigen Verhältnis 'gut auskam, nimmt die Versammlung keine Stellung zu dem Antrag. — Die in Ausführung begriffene Kanalisation (Doppelshstcm, mit gesonderter Leitung für Regen- und Schmutzwasser) stellt außergewöhnliche Anforderungen an den Stadtsäckel, die auch für 1913 im Wege der Anteils aufzubringezi und wofür 97 860 Mk. vorgesehen sind. (Die Kanalisation kostet bis jetzt 124 000 Mk.) — Die Genehmigung der Ausgaben und Einnahmen des städtischen Vermögens mit rund 30 500 Mk. wird erteilt. — Ein Pachtgesuch wird erledigt, der Verkauf von städtischen Taselbirnen genehmigt und ein Dispens von Bauvorschriften befürwortet. — Bei der Benutzung st ä d t. Straßcngeländes haben sich mit der Zeit erhebliche Mißstände herausaebildct, deren Beseitigung durch einseitige polizeiliche Eingriffe untunlich erfd)eiut. Das Kreisamt Lauterbach regt daher den Erlaß einer Ortssatzung an, welche die AngelegenlM regelt. Es wird ein Ausschuß gc- rväistt, der hierher Bestimmungen ausarbeiten soll. — In dem Voranschlag für 1913 sollen folgende öffentliche Arbeiten Aufnahme finden: Herstellung einer Stützmauer an der Wichl>ausbrücke, Verbreiterung und Befestigung des Weges nach der Eid)mühle, Pflasterung des Rud- loser Weges, Vergrößerung des städtisclsttn Kohlenlagers. — Eine Anfrage wegen N e u P f l a st e r u n g verschiedener infolge der ibanalisationsarbeiten in schlechten Zustand ge- ratener Straßen wurde vom Vorsitzenden dahin beant- rponet, daß eine Gesamtpflasterung der Ltrayen beabsicy- tiot aber bis jetzt aus technischen Gründen nicht ratsam erschienen fei. Auch die beschlossene Neupslasterung der Hintergasse und des Friedensplatzes erleide einen ckut- schub durch einen Antrag, eine V e r bi n d u n g s st r a ge zwischen .Hintergasse und Lbergas se mittelst Durchbruchs herzustellen, dessen Beratung demnächst stattfinden wird. . , r. Starkenburg und Rheinheßen. ch. Dingen, 1U. Cft. Tie heutige Sitzung der Stadtverordneten erklärte sich grundsätzlich mit der Lchaffuna einer Filial- und W a i e n h a u S st c u e r gemäß einem Antrag des LandtagSabg. Scherr einverstanden. Der Finanz- auSjchuß soll zunächst die nötigen finanziellen Unterlagen für die Einführung dieser neuen Steuer beschaffen. Weiter wurde über außergewöhnliche Zulagen für die Lehrcrschasl verhandelt. Tie Aufwendungen beanspruchen jährlid) 15 000 Mark und sie müßten nach dem neuen Lehrerbesoldnngsgesetz vom Staate getragen werden. 91un be'teht aber in Bingen eine alte Ortssatzung, nach der die Stadt die außergewöhnlichen Zulagen trägt. Eine Aenderung ist erst nach Aufhebung dieser OrtSfatzung möglich. Da Minister von Hom- bergk in der Kammer erklärt hat, daß dte^Aushcbung einer derartigen Orissatzung, sobald die betr. Stadt darum ein» komme, gen hmigt würde, red n t man bestimmt darauf, daß es bald gc chehen kann. In Alzey und Friedberg ist die Leistung der Zulagen auf Grund deS Gesetzes eingeiicül worden. Wandern nnd Ucifcit. -n. Grebenhain, 10. Cft. Während der I4tägiqcu Herb stier i n Halle der Frankfurter Zweigverem vom Bogels- beiger HSHenklnb feine I u g e n d a b l e i l u n g hmam- gc'übrl in den Vogelsberg. In Grebenhain iDiirbc m zwei Gastwirtschaften CLuaitiev bezogen. Täglich zogen dann die Blauen und die Noten unter Führung von Pros. Bender und Vchrcr Zimmermann hin zu iröbtichem r i e g s s p i e l. Nach geschlagener schlacht ging es zum Abkochen »md gar trefflich mundete dem jungen Kriegsvolk nach getaner Pflicht die einfache Molt. Mit irischen, roten Wangen ist das junge Volk jetzt wieder nach orank- iurt zurückgekehrt. - Vermischtes. ff. Tie vertan n ten Doggen. Wenn der Chinese von Hundefleisch reden hört, läuft ihm das Wasser im Munde zusammen. 2s ist der erlesenste Leckerbissen, den er sich denken kann. Li- Hung-Tsck>ang, der große Dizekönig, erhielt nun eines Tages von Gladstone ein paar prächtige Doggen zunr Geschenk. In sorgfältiger Obhut traten die Tiere den langen Weg zum himmlischen Reiche an und gelangten gesund und sicher in die Hände ihres neuen Herrn, der dem Ueberbringer gegenüber seine Bewunderung über ihre prächtige Gestalt unb ihre Schönheit aussprach. Einige Zeit darauf bedankte sich Li-Hung-Tsck)ang bei dem Briten für das Geschenk. Dessen Ueberraschung war nickst gering, als er laS: „Die Doggen 1/abcn besser ausgesehen, als sic schmeckten. Ihr Fleisch war ganz verteufelt zähe." * E i n Schwerenöter. Verkäufer szur Kundin, die seit einer Stunde auswählt und mit ihm kokettiert): „Wenn Sie sich gar nicht entschließen können, was Sie nehmen sollen, Fräulein — bann nehmen Sie halt mich!" Kleine Tageschronik. In Bayreuth nahmen in der Wohnung des Oberleutnants Neuhüf vom 7. Infanterieregiment dieser und sein Freund, der Assistenzarzt Dr. Ziehn, Morphium, um die Wirkung zu erproben, unb zwar mittels Getränken. Der Oberleutnant starb um 4 Uhr früh, der Assistenzarzt war nod) imstande, im Auto nach Hause zu fahren; er kam bewußtlos an und starb bald darauf. Beide standen vor ihrer Verlobung. Märkte. Gießen, 12 Okt. M o rktberi cht. ?hif heutigem Wockieii- inorfte kostete: Butter dasPstmd 1,20—1.30 Mk» Hühnereier 1 Stück 9—10 Vig., 2Ctück00Psg., Enteneier 1 Stück 10—0 Psg., Gänferier 1 St. 20 Pi., fiäfe das Stück 6—8 Pfg., Kasematte 2 Stück 5—6 Pfg,, Tauben pr Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 sDiL, Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk^ Guten pr. St. 2,00—3,00 Alk., Gänse das Pfd. 75—80 Pfg^ Lcbsensteisch pr. Psd. 92—100 Pfg^ istindsleisch vr. Pstmd 90—94 Psg., Unhfleisch 80 Pfg.. Schweinefleisch pr. Pfund 90—110 Pig., Kalbfleisch pr. Psd. 92—96 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfd. 70—90 Psa., Kartoffeln pr. 100 Stg. 4.50 bis 5.00 Mk^ Weißkraut das Stück 7 bis 15 Pfg^ Zwiebeln per Htr. 6,00—7,00 TIL, Milch das fiter 22 l'ifU Nüsse 100 Stück 50—60 Piq., per Ztr. 0—00 TtL, Birnen das Piund 10 dis 15 Big-, Zmelschen der Ztr. 5 0<) 8 Mk.. Aepfel der Zentner 6 dis 15 Mk Biarkueit von 8 bi» 2 Uhr. te. Frankfurt a. M., 11. Ctt H e n- und St rob markt. Angeiahren waren 6 Wogen Heu, 1 Waoen Stroh. Bezahlt wurde für reu , 0-3,80 Mk., Stroh (storulang'iro 0 2.30 O.O ) Atk^ Wirrstroh 0,00- 0.00 Alk. Alles tnr 50 Slilo. Geschäft rnhtg. Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Dieburg und Hanau. Wöchenll. Ueberflchi öer.Eoöcsfälle i. Ö.Staöt Bietzen. 40. Woche. Vom 28. September bis 5. Oktober 1912. Einwognerzaqi: angenomme" ui 11 7(h) . Rinde c Es starben an: Zusammeiu (Lrivachseire: mi uo n 1. ^eoenchahr: 2.—15. Iaor: Tuberkulose 1 1 — Lungenentzündung 2 2 — im Wochenbett 1 (1) 1 (U — ~~ Schlaqfluv 1 (1) 1 il) — Krämpfen 1 — 1 Herzfehler 1(1) 1(1) — “ Blinddarmentzündung 1 (1) — — * 1 * * 4 5 6 7 8 (*) streb« 2 (1) 2 (1) — — Nierenentzündung 1.1) 1 (1) ~ — Selbstmord 1 1 — — Geschwulst 1 (1) 1 (!) — — Summa: Id 7) 116) 1 1 (1) Änm.: xu ui utauimern Zistern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreuenden strankheit aut von auswärts nach Gießen aebrachfe firnnff* kommen Die nach- A nr7io am Sonntaj, 13. Okt. 1912, stehenden -ilv von 1 - U'>r nutiasJ >'l» 12 ir t>a«Uts nur Ihr dringende Fülle sich r miziifretlen: Die/ie Dr. lleyerlioft. Süd-Anlage (a. d. Johanneskircbe). Dr. Schäffer. Ploc stras-e 9 Für dringende Fälle ist Sonntag, den sicher anzutreffen : Zahnarzt 13. Oktober, Dl,/ie Spielplan der vereinigten Srantfnrter Stadttheater. Opernhaus. Sonntag, den 13. Oktober, nachmittags 3', Uhr: ,Zar und Zimmermann/ Abends 7 Uhr: .Margarethe." Montag, den 14. Oktober*»: .Die Jüdin." Dienstag, den 15. Oktober: .DaS Glöckcheir des Erenuten." Mittwoch, den 16. Oktober: .Tannhäuser/ Donnerstag, den 11. Oktober: .Orpheus und (iuvnbite/ Freitag, den 18. Oktober geschlossen. (2. Museums Konzert. Samstag, den 19. Oktober, abends '! Uhr: .Die Walküre." Sonntag, den 20. Oktober, nachmittags 3', Uhr: .Fräulein Teiüel." 9lbends 7 Uhr: .Alarlha." Montag, den 21. Oktober, geschlossen. Dienstag, den 22. Oktober: .Die Zanberflöte." Mittwoch, den 23. Oktober, abends 7‘/2 Uhr: .Ter ferne Sllang." Donnerstag, den 24. Oktober: Zum ersten Male: .Tie Dame in Rot." Schauspielhaus. Sonntag, den 13. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr: .?llt Frank- furt." Abends 7 Uhr: .Ein idealer Gatte." üliontag, den 14. Okt.*) .Gudrun." Dienstag, den 15. Oktober: Zum ersten Tialc: .Körnte ffe Mizzi" oder ^Ter Familientag." Hieraus, zunr ersten Male: .Eine glückliche Ehe." Aiittwoch, deir 16. Oktober: .Lomtesse Mtzzi" oder „Der Familentag". Hieraus: .Eine glückliche Ehe." Donnerstag, den 17. Oktober, abends 7'/, Uhr: .stabale und Liebe." Freitag, den 18. Cftober, abends 7'/. Uhr: „Julius Cäsar." Samstag, den 19. Oktober: .Komtesse Dtizzi" oder .Der ^amilieutag." Hieraus: .Eine glückliche Ehe." Sonntag, den 20. Oktober, nachmittags 3^ Uhr: .Glaube unb Heimat." Abends 7 Uhr: „üom- tesse Aiizzi" oder „Ter Fanulientag." Hierauf „Eine gla lliche Ebe." Diontag, den 21. Oktober: .Tie Journalisten." Dienstag, den 22. Oktober: „Gudrun." Aiittwoch, den 23. Oktober: .Mana Stuart." Donnerstag, den 24. Oktober, abends Uhr: .Alt- Heidelberg." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. WeSbalb bürgert sich der Hannovcra Grudeherd überall ein? Tic Antwort ist gan; einfach, weil die Vorteile klar auf der Hand liegen, so schreibt wie folgt: Ich teile Jhneü mit, daß wir mit dem Grndeherd sehr zufrieden, und auch unsere Mneben sehr gut geraten sind. Iulda, den 6. Dezember 1911. D’/io KlemenS Huhn Rentier. Unterröcke in SXÄVwmu: i. Salomon & Cie. 1. Ziehung 4. Kl. 1. Preuss.-Süddcutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Zlfhung vern 11. Oktober 101? vonnlUng?. [ Jede KMOKMI« Nuaimer eled xwel gleleh hohe G»- I t Wien- Keratlea, end rwer Je einer »ef die Lose I l gleicher Noeimer in den beiden Ablelleegte 1 and U I Nur“die^«~"inne über 192 Mark Rind den betreffenden Nummern In Klammern bcicefUgt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 440 061 726 1147 200 333 423 631 8'6 2M8 IGOO* 20 330 324 ( 4001 677 638 82 702 000 3116 264 337 679 602 31 4606 1400| 784 07 800 5427 627 845 6031 *76 96 48* 601 627 747 859 01 7037 630 35 8005 118 61 622 14001 686 716 »420 647 10065 177 300 606 15 11060 490 739 807 034 60 12208 33 3<0 [400) 400 627 010 13132 80 210 670 861 14265 428 1 5013 104 61 307 440 650 632 1 6220 410 619 00 747 823 72 17404 671 678 769 925 18243 02 610 19330 34 36 435 14001 680 702 847 05 20023 7 6 067 21107 43 204 926 2 2015 38 243 331 09 642 663 902 72 05 23057 160 160000] 62 607 2402« 204 75 448 698 016 25402 789 26027 420 47 043 27008 615 061 28082 200 2 (500] 360 420 91 773 881 29061 30046 261 330 732 41 883 962 90 31154 264 70 533 90 662 830 980 32081 90 343 628 82 729 824 000 33002 214 031 36 76 34248 332 637 68 642 35022 617 64 678 703 953 36088 168 253 365 403 650 11000] 770 3 7133 64 335 616 906 84 3 8244 61 454 65 908 39017 292 384 407 87 828 63 40002 64 618 766 41173 230 392 668 643 71 816 929 9 7 4 2139 311 44 638 ( 400) 774 805 905 4 3 269 82 498 627 4 2 720 976 4 4311 93 435 512 911 05 4 5109 64 361 424 16001 27 663 (6001 742 803 46424 635 934 4 7 399 [4001 675 650 722 821 [500] 48100 407 73 604 11 77 14001 83 878 49255 416 41 62 666 5 0026 393 817 23 5 1 235 41 60 456 71 52063 98 118 63H 53215 308 478 600 601 73". 963 5 ' 865 55006 237 98 696 709 12 812 83 987 56904 57103 69 669 790 888 5 8023 118 205 87 1 616 897 963 59068 73 105 8 389 610 28 811 GO 176 300 61 160001 792 903 78 6 1 298 727 48 977 6 2706 12 [ 6001 63044 13V 676 696 938 71 64047 357 697 675 82 729 91 [10001 860 65044 128 274 16001 487 829 63 6 6097 287 376 (4001 423 30 600 741 850 961 67 076 98 285 346 480 769 84 6 8188 295 316 601 72 776 [ 4001 69074 124 280 444 681 632 4 5 76077 287 488 602 609 730 [4001 876 94 (400) 910 71620 751 830 009 7O'.,7 ;1ru n-'j <40n 70 76 7 3420 601 74175 663 7 5278 82 611 47 822 907 29 76402 602 680 756 953 63 77f9 333 69 629 780 972 75 76430 62 522 764 875 86 984 76179 327 964 60806 837 908 8 1 206 62 480 649 72 73 716 936 52 62123 700 88 930 8 3041 48 62 608 92. 926 8 4088 (400) 177 279 300 492 666 83 713 46 822 ?S 6i> 836 60 86216 86 92 331 42 414 94 656 657 76 703 802 66 943 8 7 271 390 409 624 966 8 8209 632 47 86 714 927 84156 67 247 479 748 838 60017 53 141 400 4 018 68 83 733 38 98 867 • 1060 151 462 892 93 8 2053 495 613 762 882 83'22 »1 U4 38d 566 1100000] 669 761 [500] 84044 175 99 352 610 95084 113 44 83 369 430 880 932 96045 457 601 70 80 1400] 869 95 97194 283 [400] 570 Sol 8820b 399 748 88 100078 1400] 246 765 855 71 907 101007 95 455 505 705 79 102104 76 06 313 900 1400] 7 13 64 103026 95 144 474 814 75 104110 513 639 105054 317 65 574 618 106288 368 474 569 705 46 847 005 22 1 0 7 001 124 651 11000 ] 56 707 824 976 108027 122 400 109160 209 630 32 718 978 110122 53 377 455 659 84 726 111074 167 324 672 |400| 112022 402 727 852 68 113007 60 486 856 62 114262 401 64 969 79 115090 142 284 534 41 980 116 156 308 630 836 983 117 189 235 409 60 [400] 118040 61 495 691 767 005 119071 381 83 95 463 625 63 68 731 40 120221 99 304 21 423 618 75 [4001 800 28 984 121186 304 403 66 500 1600] 35 704 851 949 97 122190 9 2 398 1 23136 833 960 1 24185 443 66 694 824 90 125482 681 694 >400] 126 081 315 436 80 127004 7 208 446 613 800 128061 134 314 441 71 623 610 62 998 129105 215 647 996 130170 772 1 3 1 298 353 677 924 53 93 1 32164 265 69 360 485 676 96 |400] 927 47 1 33CW3 127 278 623 695 777 134103 265 474 551 927 135114 60 314 658 903 64 136265 652 677 802 56 944 [600] 137345 453 58 677 138030 175 478 82 616 [500] 913 139060 171 206 73 461 66 656 821 66 953 140465 81 091 916 37 63 141161 233 680 813 765 976 05 142085 402 610 26 991 143072 359 442 823 35 933 144110 657 646 95 713 944 145062 305 627 37 [ 4001 727 11000] 95 977 146318 68 699 692 M3 130001 817 22 [400] 98 925 71 147226 682 728 887 140103 378 643 738 810 149341 439 669 790 150136 1400] 213 18 400 151397 472 692 [4001 770 152040 119 210 678 812 [1000] 153172 600 154021 373 871 771 922 155220 [600 ] 322 61 156167 81 216 451 75 157138 [400] 96 975 1 5 8326 45 491 611 23 770 876 060 159018 [4001 456 63 860 64 160039 11000] 323 70 617 92 941 (400) 65 82 16 1 256 626 688 813 1 82046 199 286 689 78 783 163 72 07 154 434 44 681 682 725 49 80 81 [1000] 184201 [4001 321 63 628 64 832 77 83 930 185169 358 711 827 1 66195 239 338 1 87 089 91 128 296 335 168008 65 129 39 378 86 99 492 526 169041 85 02 171 (460) 296 948 170137 62 633 979 1 71141 201 35 752 948 60 172 880 1 7 3091 194 1 7 4046 104 306 449 72 601 74 175050 264 437 671 176092 287 664 901 177101 [4001 623 896 973 91 178054 122 639 78 799 800 959 179181 421 186378 408 653 953 92 1 8 1 000 223 85 621 74 «27 968 182309 46 475 674 717 33 867 63 183050 211 316 639 879 [1000[ 983 1 84052 271 36 5 403 (1000] 666 679 98 844 91 906 1 85158 382 661 186862 922 187077 182 202 6 372 721 835 188206 61 979 189295 370 530 87 190492 591 926 53 1 9 1 031 414 660 718 53 1929-01 256 1400] 308 KOOl «17 604 19 [ 4001 902 193222 31 517 829 717 841 194107 333 837 1 9 5022 3'4 90 633 16001 809 956 1 96351 531 01 640 898 19 7 031 234 723 1 98128 200 447 871 199112 221 616 77 200053 861 7Q 82 (1000) 20 1 273 400 516 1 02337 688 727 022 2 03178 I. Ziehung 4. KL I. Preuss.-Süddcutsche (22< Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vom 11. Oktober 1912 nachmittag«. j Auf Jade yeaoteae Kammer sind «wel gleich hohe Go- , j wlnne (ehUte, and awar Je einer enf die Lote \ i gleicher Memme« U dea beiden AbUUenyee 1 and U - MKr---. um« ITIJIH1L1.U.I I—lll. I - U f Kur die Gewinne Ober 1M Mark sind den betreffenden Kammern in Klammern belgefliRt. (Ohne Gewihr.) , (Nachdruck verboten.) 114 649 1337 93 447 96 776 2440 82 649 719 3013 237 96 1600] 436 618 690 706 876 908 4290 92 741 5321 61 441 612 42 945 6064 149 339 616 070 86 7165 82 398 853 8471 868 9038 165 602 34 949 10082 477 564 11360 1 2005 148 640 57 728 13079 248 619 627 39 14062 131 63 93 373 370 [400] 15267 362 90 58k 806 53 16068 425 33 648 754 92 913 59 1 7060 133 276 811 18063 118 371 424 774 19033 (400) 158 419 612 70 714 20012 274 537 88 76/ 1400] 797 2 1316 1 6 774 22116 596 664 709 810 13 973 2 3 226 341 968 24361 769 937 2 5 201 16 446 663 801 20068 74 09 137 486 660 27097 221 31 831 39 576 94 073 939 28091 373 657 001 29 530 896 30142 218 69 316 89 428 679 899 841 31133 49 216 625 636 3 2022 162 78 356 746 64 66 33131 [1000] 611 846 0 4238 380 436 3 5271 385 636 48 79 619 61 83 915 36191 615 898 956 15001 37479 874 38179 [1000] 233 90 631 660 723 37 88 920 49 68 72 39032 97 206 39 583 65 670 817 40180 14 406 674 4 1 200 826 432 544 [400] 689 744 [400] 819 979 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