Hl 291 viertes Blatt 162. Jahrgang Lulchemi ti-Iich mit Ausnahme des Sonntags. Ve „Gießener ZamUienblätter" roerben dem .Anreiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS „KieisNatt für -en Kreis Gießen'* zweimal wöchentlich. Tie „can-wirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Dienstag, 10. Dezember 19f2 Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen Umoerslläls - Btlch- und SteinbnicfcrcL R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckiü- slraße 7. Expedit,on und Verlag: öl. SRcbatüome^S 112. Tel.-Adr.:AuzeigerGießen. politische Saacsldiau. DaS Jrsuitengesth und Zeluitenpater Eohantz. Der Zcntrumsabg. Fchrenbach hat im Reichstage wegen des Vorgehens der Badischen Regierung gegen den Jesuitenpater Cohantz eine Anfrage an den Reichskanzler gerichtet. In dieser Anfrage 'heißt es: In Freiburg in Breisgau hat in der Woche vom 2. bis 6. Dezember d. I. in der städtisck>en Festhallc entsprechend bis beriger Uebung ein Jesuitenvater Vorträge gehalten mit den Themen: Gott, Mensch, Gottmcnsch, des Gottmenschen Werk, des Gottmenschen Liebe. Am 6. Dezember wurde dem betreffenden Pater eine Verfügung des Großh. badenschcn Kultusministeriums eröffnet, des Inhalts, daß r c l ig i o n s wi ss e n s ch a f t l i ch c Vorträge von Jesuiten verboten seien und in Zukunft nicht mehr gehalten werden dürfen. Es wird demgegenüber daraus hingewiesen, daß der Reichskanzler am 4. Dezember erklärt Hobe, daß die bestehende Praxis oder die bestehende .Handhabung des Gesetzes durch den neuen Bundesratsbcschluß nicht geändert roerbcn solle und der Staatssekretär Lisso am 6. Dezember gesagt habe, daß die jetzige Auslegung in keiner Weise eine Verschärfung der früheren Verordnung sein solle. Tie Anfrage will wissen, wie diese Erklärungen mit dem Sorael>cn der badischen Regierung in Einklang zu bringen sind. » Eine Vorstandssitzung der Freikonservativen. In der auf Samstag in Berlin einbcrufenen Sitzung deS G esam tv orsta nd cs der Reichs- und frei- konservativen Partei waren fast alle Reichstagsund Landtagsabgcordneten der Partei vertreten. Freiherr von Zedlitz und Neukirch begründete seine lieber«- zeugung, daß wir vor einem Weltkriege bewahrt bleiben werden, mit folgenden Erwägungen: Bei dem Dreiverbände sehen wir in Frankreich eine starke militärische Inanspruchnahme durch Marokko, für Rußland kommt der starke revolutionäre Einschlag in Betracht, den der Panslawismus unserer Tage als charakteristisches Merkmal aufweist, insbesondere liegen sichere Anzeichen dafür vor, baß die Polen sich darauf eingerichtet haben, einen europäischen Krieg zu einem Versuche der Wiedererrichtung eines Polen reiches, wenigstens in Russisch-Polen, zu benutzen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die russische Probcmobilmachung sich nicht allein gegen das Ausland, sondern in vielleicht noch höherem Maße gegen diese polnischen Bestrebungen richtete. Für uns folgt daraus die Lehre, daß wir mehr denn je an einer C st - markenpolitik scsthalten müssen, welches uns, um mit Bis marck zu reden, in jenen Landestcilcn „sichere Menschen" verschafft. Großbritannien endlich wird gehemmt durch die Sorge um die Aufrechterhaltung des türkischen Kalifats, dessen Sturz naturgemäß die ganze Welt des Islams in schwere Wirren stürzen, und somit auch das britische Weltreich mit seinen 80 Mil lionen Muselmännern in Mitleidenschaft ziehen müßte. Diesen bremsenden Momenten in dem Dreiverbände steht gegenüber aber der unter deutscher Leitung neu gekräftigte und neu befestigte Dreibund. Wir dürfen zu unserer Regierung das Vertrauen hegen, daß sie mit sicherer und entschlossener Hand das Steuer im Dreibunde führen und zu verhüten wissen wird, daß er in abenteuerlichen Bahnen treibt, die über den Rahmen unserer Bündni'pslicht hinausführcn würden. । • DaS Ende der Briestanben. Auf Grund des Reichsgesetzes über den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege ist den Brieftauben, die von der Militärverwaltung verwendet werden, ein besonderer Schutz gegen Zueignung oder Tötung gewährt worden. Auch unterstanden diese Brieftauben nicht den lande-gesetzlichen Bestimmungen über Sperrzüt'n für den Taubenflug. Schon seit Jahren wird in landwirtschaftliche:- Kreisen lebhafte Klage geführt, daß durch feldernde tauben den Saaten empfindlicher Schaden zugefügt werde und gegen diesen Mißstand nicht eingeschritten werden könne, weil sich nicht feststellen ließe, ob diese Tauben Brieftauben seien. Aus diesen: Grunde trägt man sich, wie uns -aus Berlin geschrieben wird, mit der Absicht, das betreffende Reichsgesetz abzuändern und auch die Brieftauben den Sperrvorschriften zu unterwerfen. Tie Militärverwaltung bat an derHaltung von Brieftauben ein großes Interesse sucht mehr, da bei der fortgeschrittenen Technik der drahtlose'.: Telegraphie und der Luftschiffahrt sonne des gesamten Flugwesens die Verwendung von Brieftauben für militärische Zwecke im Ernstfälle kaum noch in Betracht fommt und zurzeit nur noch eine Art Sport bildet. An» Hessen. Der neue Parteisekretär der Freien Vereinigung hessischer N a t i o n a l l ib e r a l e r , Dr. Linse, hat, wie uns geschrieben wird, am 1. Dezember seine Tätigleit in Hessen begonnen und zunächst sich den einzelnen Vereinen in ihren Mitgliederversammlungen (Samstag in Lollar, Sonntag in Grünberg und am Mon tag in Gießen» vorgestellt. Seine Ausführungen über „Fragen der inneren und äußeren Politik", die sich durchaus auf der mittleren Linie hielten, getreu den Grundsätzen der nationalliberalen Reichstagsfrattion, fanden überall lebhaften Beifall und allseitige Zustimmung. Es ist zu hoffen, daß die Tätigkeit des gewandten Redners und besonnenen Politikers in den fünf hessischen Wahlkreisen, in denen er wirken soll, guten Erfolg haben wird. Kirche unö Schule. giu Brief des Papstes an Kardinal Kopp lautet nach Presseberichten wie folgt: Unser geliebter Sohn! Gruß und Apostoli'cken Segen! AuS den: Schreiben, das du und die übrigen Bischöfe Tcutidi- landS vor eurer Abreise aus Fulda au uus gerichtet habt, haben Wir anßer der Kundgebung eurer gememfnmeii Ergebenheit mit Freude wahrgenommen, mit welcher Gesinnung ihr die jüngst von Uns an euch gerichtete Enznklika über die Arbeue>- vereintgunge» ausgenommen hobt. Ihr möget dieie in eurem Schreiben betonte Bereitwilligkeit, zu gehorchen, ciewisstuhatt pflegen, und euch davon überzeugen, daß nicht Gon an Uns angenehmer und der Kirche nichts mirheber lei als der gemeinsame Euer im Denken und im Haiidel» .vclchen eine gleiche Ergebenheit gcaen Den Apostolischen etubi stärkt oder unterstützt. - Wir wünschen sehr, datz die von end sehnsüchtig erwartete Kon.stantinische Feier bei allen Kalhostteu mi die Freiheit der Kirche cm solches Interesse erwecke, daß sie z vofsnunaen berechtigt und eine bessere Gesinnung herbei ‘ inljrt. Als Unterpfand der himmlischen Gnaden und zum Zeichen ilideied Wohlwollens spenden Wir dir. Unser geliebter Sohn, de" Bisdiöstn und den ihnen anvertrauten Verben liebevollst im Jöerv" den 'Apostolischen Segen. (Gegeben zu Rom bei St. Peter am 14. Nov. 1612, im zehnten Jahre Unseres Pontifikats. PiuS X., Papst. Aus Stadt und Land. Gießen, 10 Dezember 1912. «offen die Sparkassen Den Zinsfuß erhöhen? _ In der Zeitschrift „Tie Sparkasse" finden sich zu. der Frage: „Sollen die Sparkassen den Zinsfuß erhöhen ?" nachstehende Aeuße- rungen: „Diese für die Sparer wie Hhpothetenschuldner gleich wiclüigc Frage bildete auf dem 25. Prooinzial-S-parkassenlagc, der in diesen Tagen in Hannover abgehalten wurde, wieder einen Äauptverhandlungsgegenstand, und m ar veranlaßt durch den Umstand, daß ctiva ein Dutzend Sparkassen «vornehmlich im Regierungsbezirk Lüneburg) zur Erhöhrnig des Einlagenzinssußrs von 3i/o am 4 Prozent übergegangen sind, so daß die Erhöhung des Hhvothekenzinssußes, soweit sie nicht schon erfolgt ist, notgedrungen folgen muß, falls die Sparkassen nickst mit Verlusten arbeiten wollen. Um das Ergebnis der in Hannover über diesen Gegenstand geführten Verhandlungen vorweg zu nehmen: die Erhöhung des Zinsfüßes wurde fast von sämtlichen Rednern, besonders von Stadtwndikus Reimerdes-Osnabrück, Direktor Märtens-Lüneburg und Direktor Schirnrnler-Hannover, als eine volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigende Maßnahme auf das entschiedenste verurteilt. Die w.migen Stimmen aber, die sie zu reckstfertigen suchten, ließen ertennen, daß die betreffenden Kassen auch nur „der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" zu der Erhöhung gekommen sind, daß sie den 3 >-Prozent i gen Zinsfuß beibehalten bitten, wenn nicht einige Kassen benachbarter Orte zu der Erhöhung übergegangen wären. So zeigte sich — und das wurde in Hannover bitter beklagt —, daß nicht etwa die Lage des Geldmarktes zu der Erhöhung geführt bat, sondern die Konkurrenz in Verbindung mit dem Streben, möglichst viel Geld heranzuzieh.'n, um die Kassen in die Lage zu setzen, beim Abschluß auf einen tüchtigen „Fortschritt" in Gestalt eines hohen Einlagenbcstandes Hinweisen zu können. Dagegen wurde aber von den genannten Rednern geltend gemacht, daß. es ein beruhigenderes Gefühl für die Sparkassen sei, wenn sie sich sagen könnten, daß sic unter Beib Haltung des Zinsfußes von 31 _• Proz. vielleicht keine allzugroß.e Steigerung des Einlagenbestandes er» fahren hätten, als wenn sic sich sagen müßten, durch Erhöhung des Zinsfußes aus 4 Prozent zur Verheuerung des Geldmarktes in an und für sich schon teueren Zeiten beigetragen zu haben." Es wäre lebhaft zu ipünj’dvit, daß diese Stellungnahme des hannoverschen Sparkassenverbandes auch außerhalb der Provinz allseitige Beachtung und Anerkennung findet, ein Wunsch, der erfreulicherweise auch von dem Organ des Deutschen Sparkassen - vcrbandes zum Ausdruck gebracht worden ist. ** Sei der Landesversicherungsanstalt Hessen find im November — 319 Anträge eingegangen und zwar: 213 Anträge auf Invaliden- und Krankenrente (I. u. K.1, 28 Anträge auf Altersrente (A.), 34 Anträge auf Witwen- und Witwer renke (W.), 38 Anträge auf Waisenrente (SD?, 5 Anträge au Witwengeld (Wg.1, 1 Antrag auf Waisenaussteuer (Da?. Un erledigt wurden übernommen 282 Anträge, so daß 610 Rentengesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 283 Anträge durch Bewilligung >226 I., 12 K, 10 A., 12 W., 6 Wg., 17 O?, 9 Anträge durch Anwartschaftsbescheid (§§ 1258 und 1743 R.V.O?, 42 Anträge durch Ablehnung, weil unbegründet (21 I., 4 A., 8 W., 1 W., 8 £).), 22 Anträge durch awdeve Weise — Zurücknahme nur». (13 I., — A., 4 W., 1 Wg. 3 O., 1 Da?, zusammen 354 Anträge (hiervon wurden 73 durch Umwandlung erledigt? so daß 318 -als unerledigt auf Dezember übernommen werden mußten. — In welchem Umfange die Landesversicherungsanstalt Heilverfahrenskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß Ende November in Anstalten 242 versicherte Personen untergebracht waren. In der Eleonoren- Heilstätte befanden sich anßerdein noch 33 Personen, die teils au eigene Kosten, teils auf Kostete des Fonds der Großherzogin oder sonstiger Stiftungen eingewiesen waren. •• Der akademische Wartburgbund veranstaltet am Freitag seine erste öffentliche Versammlung. Pfarrer Schilbach, Generalsekretär deS evangelischen Bundes, wird über das Tbema .Protestantische Weltanschauung, deutsche Kultur und modernes Stu deute ntu m" sprechen. In den letzten Jahren sind die Angriffe von Nom gegen die Errungenschaften der Neformation in besonders '"chrofser Weise geführt worden. Dem gegenüber gilt es. immer wiederum hervorzuheben, daß Reformation und Protestantismus Grundlagen einer wahrhaft deutschen Kultur sind. ** Konzcrtvcrcin. Der 1. Kammermusikabend das 4. Konzert im ylbonnement- findet Sonntag, den 15. Dezember, in der Universitätsaula statt. Wenn der Konzertverein auch in diesem Winter seine drei Kammermusik abende veranstaltet, so kommt er einem musikalischen Bedürfnis nach dieser, zwar intimen, aber um so beliebteren Art des Musizierens in der Absicht entgegen, durch die Pilege dieser Gattung den Sinn und das Verständnis für gute Musik in immer weitere Kreise zu tragen. Unter diesem Gesichtspunkte mag auch die Einrichtung eines Sonderabonnemeuts für die Kammermusiken allein angesehen werden, das für einen ganz bescheidenen Betrag Anspruch auf einen nummerierten Platz — nach Dahl — für alle drei Mende gewährt. (Vergl. Inserat.) Seit mehr als 10 Jahren hat sich unser, fast könnte man sagen, einheimisches Trio-Ensemble, Prof. T r a u t nt a u n , A. Redner und E. s? c g a r durch künstlerische, ausgereifte Darbietungen aus dem Gebiete der Kammerinusil, der llcffsisck-en sowohl als der modernen meist in sehr glücklick er Auswahl unter Vermeidung musikalischer „Auswüchse") sehr verdient gemacht. Auch für nächsten Sonntag steht ein überaus atrzieltcndes Programm bevor, auf das kurz (angewiesen sei: Beet honens Es -du r- Trio, ein Trio von Dubois, Märckrcnbilder von Schumann für Bratsche u. a. Theodore Dubois 1837 geboren zu Rosnah) ist seit 1871 am Pariser Konservatorium tätig, dessen Direktor er 1896 wurde. Er hat sich hauott'ächlich auf dem Gebiete der Orchester- und Elwrlornpositionen, netrerdings aber auch als Scböv- 'cr gediegener Kammermusik einen großen Namen erworben. Wie der Mehrzahl der Werke aus neufranzösischer Schule eignet auch den (einigen interessante Harmonisierung, Rhythmik und eigenartige Klangeffekte, so daß es in der Tat eine willkommene Gelegenheit ist, diese Art des Gestaltens an der Hand eines Beispiels kennen und prüfen zu lernen. Der seltene Genuß, dasjenige Instrument für sich allein zu hören, das bet Dilettanten unbilligerweise eine untergeordnete Rolle zu spielen pflegt, die Bratsche «Violas wird geboten durch Schumanns Mär- dienbilbcr, op. 113, die meist in der Violinbearbeitung gespielt werden. Nur ein einziges Mal zuvor haben wir hier ein Braffchen- iolo erlebt und zwar durch keinen Geringeren als Henri M a r - teau. Dieses Mal vermittelt uns Herr Ad. Redner das reizvolle, 1851 entstandene Schumannsche Werk, ebenso wie die Bratschenbegleitung in dem gesanglichen Teile, den wundervollen Llltliedern von Brahms, welche sich die Sängerin des Abends, Fräulein Else Pfaff, gewählt hat. Die Klavierbegleitung zu diesen und den weiteren Liedern von Wolf, welche die Künstlerin noch fingen wird, hat erfreulicherweise Herr Prof. Trautmann wieder übernommen. f •• Tie hessische Siedln ngSgesellschaft. Au i)em VerbcmdStage der Nassauischen Raiffeisen-Vereine zu Frankfurt sprach am Sonntag LandgerichtSrat Klingenbiel (Marburg) über die im Jahre 1910 gegründete hessische SiedlungSgeselkfchaft in fesselnden Ausführungen. Diese von den beteiligten StaatSregierungen unterstützte Gesellschaft ist ein erster Versuch im großen, eine wirtschaftlich gesunde Besitzverteilung auf dem Lande zu erhalten und zu fördern, der gewerbsmäßig betriebenen unwirtschaftlichen Güterzertrümmerung und der damit verbundenen Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung entaegenzuwirken. Sie bezweckt ferner die Beseitigung und Stärkung eines leistungsfähigen bäuerlichen Besitzes, die Gründung von Zwergbetrieben zur Seßhaftmachung eines ländlichen ArbeitelstandeS. Sie will dies erreichen durch An- und Verkauf ländlichen Grundbesitzes, vorübergehende Erwerbung von Hypotheken, Vermittlung von Grundflücks- verkälifen und Hyvothekenabtretungen. Die mit einem Kapital von 250 000 Mk. arbeitende Gesellschaft erstreckt ihre Tätigkeit auf Hessen - Nassau, Hessen, Waldeck und daS EichS- feld. Die bisher erzielten Erfolge berechtigen zu den 'besten Hoffnllngen. •• Ein Zeitungskiosk wurde gestern am SelterS« weg 44 eröffnet. Tie verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften werden dort einzeln und im 9lbonnement verkauft', auch der Gießener Anzeiger ist dort täglich zu haben. '• O e f 1 c n 11 i d) e Lesehalle. Im November wurden 2 7 6 8 Bände a u 5 g e 11 e h c n. Davon kommen onf: Erzählende Literatur 1310, Zeitschriiten 499, Iugendfchrifien 806, Literatur-- aescbichtc 16, Persdichnmacn und Dramen 59, Länder- und Völkerkunde 11, Kulturgeschichte 52, Geschichte undBiographien 112, Kunstgeschichte 24, Naiurwisfeuichast und Technologie 146, Heer-und Seewesen 26, Haus- und Landivirtschaii 19, Gefundheitslehre 4, Religion und Philosophie 37, Slaatswissenschast 14, Svrachwissen- schatt 7, Fremdsprachliches 15 Bände. Nach auswärts kamen 87 Bände. ** Die Preise für Schweine sind gestern auf dem Frankfurter Vichmarkt durchschnittlich um zwei Pfennig gesunken. Bezahlt wurden 1. Qualität Schweine Lebendgewicht das Pfund 671/2—69 Psg., Schlachtgewicht 86—88 Pfg., 2. Qualität 67—69 bezw. 86—88 Psg. Auch machten die Preise für Rinder eine kleine Bewegung nach abwärts. Das Sinken wird auf die Einfuhr von holländischem Vieh zurückgeführt. Auch auf dem Schweinemarkt macht sich dies bemerkbar, da das Publikum jetzt statt Schweine-, Rindfleisch verlangt. Trotz des Rückgangs der Schweinepreise heute war das Geschäft schlepp pend und der Auftrieb von 2115 Schweinen konnte nicht geräumt werden — Dieselben Preisrückgänge zeigten sich auch bei dem Viehmarkt in Wiesbaden. ** Hundesteuer in Hessen. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die im Lause d. I. abgeschafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember bei der Bürgermeisterei abzumelden sind. — Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für das folgende Jahr weiter zu entrichten. — Wer ferner am 1. Januar selbst ^züchtete junge Hunde im Alter unter drei Monaten besitzt, wird entweder gleich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Jahr zugezogen. Rur wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von drei Monaten zugrunde gegangen ober nach Orten außerhalb Hessens veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein. Kreis Schotten. □ Eichelsdorf, 9. Dez. In 8 Tagen wird unser Dorf seine elektrische Beleuchtung haben. Die Leitung ist im Anschluß an die Zentrale Wölfersheim gebaut. Da diese aber erst nächsten Sommer fertig wird, so wird hier vorläufig eine Dynamomaschine ausgestellt. — Ulfa, 9. Dez. Auf Veranlassmrg der Landwirtscliafts- karnrner fand kürzlich hier eine Vorführung aller zur Zucht geeigneten Stuten aus Ulfa und den benachbarten Orten statt, zwecks Auswahl passender Hengste mr die in Ulfa geplante G e st ü t s st a t iv n. Mit der Stutenvorführnng, der Oberland- ftallmeister von Willick' beiwohnte, war zugleich eine Körung der Stuten für das Hessische Pferdestammbuch verbunden. Die Beteiligung war auch aus der näheren und weiteren Umgebung außerordentlich gut. Vorgeführt wurden etwa 150 Stuten, gekört nahezu 60 von dein belgischen Schlag. Im Anschlüsse daran fand dann im Gasthause von Job. Konr. Töll eine Versammlung der Interessenten statt. In ihr sprach sich der Oberlandstallmeister anerkennend über das gute Pserdematerial der hiesigen Gegend aus und versicherte, daß der Eröffnung der Station nichts mehr im Wege stände, sobald die erforderlichen Mittel zur Errichtung der Gestütsstation durch die Landstände bewilligt seien. Was die Hengste für die hiesige Station anbelange, so kämen biet zwei Belgier in Betracht. So besteht denn für unsere Pferdezücyter die Hoffnung, daß ihr sck-on lange gehegter Wunsch seiner Erfüllung cntgeaengeht, zumal auch Landtagsabg. Tr. W.'ber-Konradsdorf und Kreisrat Tr. Kranzbühler-Schotten der Errichtung einer Ge- stütsstation in Ulfa durchaus sympathisch gegenüberstehen. Die Stallungsfrage ist noch nicht endgültig entschieden. Kreis Friedberg. r. Reichelsheim, 9. Dez. Ende voriger Woche wurde die in diesem Jahre erbaute Lehrerwohnung bezogen. Die Bauleitung war der Kreisbauinspektion Friedberg übertragen. — Am Samstag, 7. Dez., hielt der Zweigverein Reichelsheim des B. H. E. seine Hauptversammlungi ab. Es wurde beschlossen, allmonatlich am 2. Samstag einen Gesellschaftsabend abzuhatten. Ferner wurde ein Ausschuß bestimmt, der den Wanderptan für 1913 ausstellen soll. — Am 7. Dezember sprach Oetonomierat Spieß von Friedberg im Gasthofe zur Post hier über die Frage: Welche Mittel sind dem Landwirt an die Hand gegeben, um seine Tierzucht rentabel zu gestalten? — Am fifreU tag hält Garteninspektor John von Friedberg im Gasthaus zur Lilie einen Vortrag über Obstbau. , Hessen-Nassau. h. Frankfurt, 8. Dez. Unter dem Vorsitz des Ver- bandsleitdrs Pfarrer Schmitt (Höchst a. M.) hielt heute der .Mittelrheinische Verband evang. Arbeitervereine" seine Hauptversammlung ab. Tie Ster belasse ist durch den Tod von 35 Mitgliedern besonders stark in Anspruch ge-l nommen. Neu ausgenommen wurde der Verein Halters - beim. Seit der Anstellung des neuen Sekretärs ist ein frischerer Zug in das getarnte Verbandsleben gekommen, der sich besonders in der starken Jnanspruchnabme der Rechtsauskunftsstelle und der Verbandsredner bemerkbar macht Ein Antrag Gießen, die Konsistorien möchten für bn nächstjährigen Synodalsitzungen die Förderung bei cd angel. Arbeiterverein? fache zum Gegenstanb besonderer Besprechungen machen, sand Annahme. Der Der band umfaßt 25 Vereine mit etwa 3500 Mitgliedern. Landwirtschaft. — Vom südlichen Vogelsberg, 9. Dez. Schon fest kann man bei nur oberflächlicher Zusammenstellung der Ergebnis der am 1. d. M. slattgehabren Viehzählung feststellen, daß di Schafzucht in unserer Gegend in den letzten Jahren gewalli' zurückgegangen ist. Gemeinden, die sonst zwei große Herde i unterhielten, haben mir noch eine kleine Herde und in vielen Gemeinden merben überhaupt keine Schafe mehr gehalten. Ta? ilt sowohl für die Landwirtschaft, als auch für die Gesamt- bevölkerung ein großer Schaden. Muß man schon mit großen Bedauern bei einem Gang durch die Felder roalymebmen, daß in- Herbste sehr viel Futter unnütz znkomntt, das Tausenden von Sckxiseu noch lange hinreichende dtahrung svcndcn könnte, sc fällt nod). viel mehr der Mangel an vorzüglichem Tung durch Pferd: und Schafmist in die Wagschale, der jetzt durch teuere künstliche Tünger erseht werden muß. Neben, d^ Wolle fehlt aber dec breiteren Masse bas'Schossieisch. Urzw if lhaft w 'tsc ein Hebung der Schafzucht auch wesentlich zur Be.ämpfung der Fleisch not beitragen. Wohl hat die Landwirtschaftslammer in biefci Hinsicht anzuregen versucht, aber weil der Bürgermeister oder zwei bis drei maßgebende Persönlichkeiten im Dorfe der Schafzucht kein Interesse entgegenbringen, geschieht in der Sache nichts. Diese Herren würden sich aber sicher den Wünschen der Mehrheit der Ortsbewohner fügen, wenn ihnen dieselben durch die Kreis ämtcr unterbreitet und verfochten würden Selbst wenn anfangs der Erlös aus ber Schälerei nicht ganz- die Kosten decken sollte, wäre dies auch nicht schlimm. Nach einigen Jahren würde bei Vergrößerung der Herde der Psercherlös mehr eintragen und jeder vernünftige Landwirt unserer Gegend wieder zu der Etnsidtz kommen, daß die Schafzucht ein ebenso rentabler Zweig brr Landwirtschaft ist, wie die Hühner- und Obstbaumzucht. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 6. Dezember. Hausierverbot in Bad-Nauheim. In der Bad-Nauheimer Wockwnmarktsordnung ist vor- geschriebeu, daß an Markttagen — als solche gelten sämtliche Wockientage — das Umhertragen von Marktwaren in den Straßen der Stadt verboten ist. Drei Händlerinnen aus benachbarten Dörfern, die schon viele Jahre festen tumben ihre Waren lieferten, hatten dieses Verbot übertreten und erhielten deshalb Strafbefehle. Aul ihren Einspruch sprach sie das Schöffengericht frei. Auf Veranlassung des Polizeiamts, das mit der erwähnten Bestimmung eine Belebung des Wockemnarktes bezweckte, hatte die Strafkammer das erstinstanzliche Urteil uachzuprüfen. Auch sie gelangte zu einem Freispruch. Tenn die Angeklagten hatten auf vorherige Bestellung an ihre Kunden die Waren abgesetzt und nicht etwa bei jedem beliebigen damit hausiert. Ausbleiben bei einer Feuerwehr Übung. Der Reisende Th. K. von Groß-Karben war bei einer Fener- lwehrübnng in Groß-Karben nickst erschienen und deshalb mit rinem Strafbefehl bedacht worden. Aus seinen Einspruch erhöhte das Schöffengericht die in dem Strafbefehl festgesetzte Strafe. Denn es wurde festgestellt, daß der Angeklagte schon drei Jahre den Uebungen ferngeblieben war. Auf seine Berufung machte er vor der Strafkammer geltend, der Feuerwehrkommandant sei mit !seinem Fernbleiben einverstanden gewesen. Diese Behauptung erwies sich als nicht richtig, so daß die Kammer auf Verwerfung der Berufung erkannte. Berufungsverwerfung. Die Studenten O. F. und Th. L. waren auf ihren Einspruch gegen Strafbefehle von dem Schöffengericht Gießen zu Geldstrafen von je 6 Mk. verurteilt worden, weil sie in der Marburger Straße durch lautes Singen und Lärmen Ruhestörung verübt hatten. Ihre Berufung gegen dieses Urteil hatte keinen Erfolg. Tenn auch die Strafkammer erachtete auf Grund der Beweisaufnahme ihre Beteiligung an der Ruhestörung für er- wiesen. E.ine weit höhere Strafe als sie das Schöffengericht Friedberg ausgesprochen hatte, vcr- ' bängte die Strafkammer in der Privatklagesache des Wirts und Metzgers F. B. in Heldenbergen gegen die Ehefrau E. F. Diese chatte der Ehesrau B. Ehrenrühriges nachgesagt, ohne die Wahrheit ihrer Behauptung beweisen zu können. Tie Strafkammer erhöhte mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung die Geldstrafe von 40 Mk. aus 120 Mk. Z u ein cm Vergleich Tarn cs in der Privatklagesache der Witwe W. Sch in Gießen gegen den Metzgermeister O. V. E. Der Privatbeklagte erfiärte, daß er den Sohn der Privatklägerin nicht habe beleidigen wollen, und übernahu' die Hälfte der .Kosten, worauf die Privatkloge zurückgezogen wurde. G ießCn , 9. Tez. In zwei obcrhessischen Zeitungen batte ber Reiseprediger L. G. aus S. gegen den Pfarrer B. aus G. wegen einer Rede, die dieser auf dem deutsch-evangelischen Volks- fesle zu £. am 30. Juni d. I. gehalten hatte, den Vorwurf erhoben, vor den christlichen Gemeinschaften des Bogelsberges gewarnt und sic für Sekten erklärt zu haben. Da L. G. sich dabei bcicibigcnber Ausdrücke bediente, so beschritt Pfarrer B. den Weg der Privatklage. In der Sitzung des Schöffengerichts zu Gießen vom 6. Dezember wurde die Sache durch einen Vergleich erledigt. Ter Beklagte verpflichtete sich, in den beiden Zeitungen, iit denen er seine Auslassungen gegen Psarrcr B. ver- ösfcutlicht hatte, seine Aeußerungen, soweit sie ehrverletzend waren, mit dem Ausdruck de-. Bedauerns zurückzunehmen imb sämtliche Kosten des Reckstsstreites, auch diejenigen, die demKläger entstanden sind, zu übernehmen. Mannheim, 7. Dez. ToS Luftschiff .Schütte-Lanz" Ist heute mittag um 1 Uhr nach IGftünbigcr Fahrt sehr glatt vor der Siemen-:-Sckmckert-Halle bei Biesdorf gelandet. Es ivar bereits zwischen 7 und 8 Uhr tu der Nütze von Berlin, konnte sich aber wegen des dicksten Nebels nicht zurechtfinden, bie Orientierung war erst in der stütze von Frankfurt a. Oder wieder möglich. Daran! mtzr bas Lustietzisf zurück und kreuzte längere Zeit über Berlin um die vertragliche Zeit auszusüllen. Das Lustschiff wurde in die Halle gebracht. Gedenket der hungernden Vögel! Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter öieicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 9. Deezmber. Der Saalbau. Wenn der Verfafser dos Eingesandts in Nr 288 des „Gieß. Nnz." emat fast in Vergeffenheit geratenen Plan wieder aufnimmt, ist ihm dies sehr zu danken. Tenn die Errichtung eines Saalbaues ist — wie der Einsender selbst, sagt — ein geradezu dringendes Bedürfnis geworden. Tas hiesige Theater kann den Anforderungen eines Konzertsaales nicht genügen : daß die Akustik desfelbcn schlecht ist, dürfte aUg erneut bekannt sein, ebcnio, daß ein Echo vorhanden ist, das man an manchen Plätzen (1. Rang) deutlich vernimmt. Dazu kommt das peinlich hörbare,, störende Läuten der Glocken der Johanneskirche während ber Aufführungen am Sonntag! Ohne dies ist ber Raum in jeder Hinsicht äußerst beschränkt. Wenn der Schreiber dos letzten Eingesandts nun einen Umbau der alten Klinik vorschlägt, so muß dieser Plan ganz und gar verworfen werden. Hier würde da? unaufhörliche Geräusch der Eisenbahn, das Wfahren und Ankommen der Züge noch störender wirken wie alle Fehler dcö Theaters. Außerdem würden die Kosten nicht viel weniger betragen als die für einen rür feinen Zweck geeigneten Neubau. Es kann also ein derartiger Plan nicht in Betracht kommen. Zweitens wird das Grundstück der ehemaligen Brauerei Friedel und Asprivn erwähnt. Ich selbst bin diesem Vorschläge keineswegs entgegen, aber auch hier sprechen zu viel Gründe dagegen. , Es wäre durchaus kein Schaden, wenn das alte, häßliche Gemäuer durch einen schönen, neuzeitlichen Bau ersetzt würde, jedoch würden [yier wieder durch die unmittelbare Nachbarschaft der Kirche die Glocken störend cinroirfen. Außerdem würde es unmöglich fein, eine zweckentsprechende Ausfahrt zu errichten, da das Grundftüs von beiden Seiten durch Häuser begrenzt wird. Zudem erscheint es auch -zweifellos viel zu klein — und wenn man einen Bau errichten will, der den Anforderungen nicht genügt, fann^man auch beim Alten bleiben. Was jedoch die ideale Lage des Saalbaues Ian -dieser Stelle anbetrifft, so bin ich doch ein wenig anderer Ansicht. Obwohl es keineswegs eine schlechte Lage zu nennen ist, würde ein derartiges, großes und schmuckes Geb rude-viel an Schönheit verlieren, wenn es zwischen zwei anderen Häusern eingeengt läge. Und das ist hier der Fall. Frei dagegen würde es in der Moltke- strafe liegen: dort würde es, umgeben von hübschen Anlagen ähnlich unserem Theater einen wirklich schönen und erhabenen Anblick bieten. Hier wäre Platz genügend da, um ein derartiges Bauwerk zu errichten — und Ruhe genug, um eine ungestörte Aufführung genießen zu föimcn. Kein Läuten und schrilles Meisen der Eisenbahn würde hier zu hören sein, und darum ist dies der geeignetste Platz, der hierfür in Betracht käme. Zuletzt sei noch das erwähnt, ivas der Herr Einsender aus Nr. 288 für ausschlaggebend gegen das Projekt in her Moltke- straße ansiihrt: er bezeichnet den genannten Ort als zu entfernt liegend. Er hat hiermit nicht ganz unrecht — das Grundstück in der Johannesstrase wäre in dieser Beziehung besser gelegen: aber wenn man bedenkt, daß man von dort entweder bis zur Halte stelle der Straßenbahn am Seltersweg bei Friseur Tichy oder an die Bürgermeisterei laufen muß, so wird es jedem rinleuck>ten, daß der noch kürzere Weg von dem Platze an der Moltkestraße nach der .Hallestelle Moltkesttaße-KaiscraHce auch dieses Bedenken beseitigen muß. Wenn ich auch hiermit als Gegner der Vorschläge des Herrn Verfassers des letzten Eingesandts ausgetreten bin, so schließe ich mich im übrigen ganz an dessen Ausführungen an. ES ist höchste Zeit, daß ei» derartiges Gebäude in Gießen entsteht — zum Nutzen imb zur Freude aller seiner Einwohner! . . . .n. * In dem Eingesandt vom 5. Dezember wird bei der Besprechung der Errichtung eines Saalbaus sehr richtig darauf aurmcrlfam gemacht, daß man bei der Lage die Nähe des Bahnhofes wählen müsse, um den Fremden den Besuch der dortigen Veran- staltttngcn zu erleichtern. Denn Gießen ist aus die Fremden mit angewiesen, das weiß der Hon zertve rein, weiß das Theater usw. Umsomehr muß man sich darüber wundern, daß cs nod) nid* gelungen ist, die Eisenbahnverwaltung dazu zu bewegen, dem D i l l t a l e e i n e n N a ch t z u g z u g e w ä h r e n. Ter Besuch der Konzerte des Konzertvereins ist uns möglich: dieser muß und kann auf den 10.10 Uhr abgehenden letzten Zug auf der Kölner Strecke Rücksicht nehmen. Das Theater kann von hier aus nur Mittwochs besucht werden, wenn die Vorstellung vor 10 Uhr aus ist. Alle anderen Versammlungen und Veranstaltungen beginnen bekanntlich in Gießen so spät, daß ich beispielsweise in einer solchen gerade noch die Begrüßung anhören konnte und dann zum Zuge gehen mußte. Nun habe aber nicht nur ich mich schon öfters an die Eisenbahn gewandt, sondern eshabendiesauch die Magi st rate bezw. Bürgermeister der Dill orte Herborn, Dillenburg, Ehringshausen usw. getan. Ich habe mich auch mit der Verkchrsdeputa-tion 04 (Ochsen 41, Bullen 0, Kühe 3), Kälber 34, Schake .6, Schweine 276. Alarkrverlau': In Großvieh bleibt bei gedrücktem Geschält Uederstond, Schiveinc und Klemvieh bet ruhigem Gekckmkl geräumt. Preist für 100 Lebend- Schlacht- Ochien. aewicht T'okk^effck'iae. anSoemästete. höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes im Sliter von 4 — 7 Jahren .... 53—56 96—101 Tie noch nicht aezogen haben (wtqeiotht) . . 52-55 94—100 Ciinoe, feiid'ifle, nicht auSgcinäitete unO ältere ausgemästete . ..... 47—50 85 —9i Bull en. fPoITfleifdiiqe, au5qeiv„ Höchsten Schlachtw. . . 49—52 81—87 VoUfleischige, jüngere 44—48 73—80 rät1 en. K ü tz?. ^ollffeischige nu6qemäftete Färsen Höchsten Schlachtiverter . 49 —53 88 — 95 Aollsleiscknge ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwettes bis zu 7 Jahren ... 41—44 80—85 Wenig aut entwickelte Färsen 43—43 83—92 R eitere ousgemüslete Kühe uitb wenig gut entwickelte )imgcre Kühe 36—40 66—74 Mäßig genährte Kühe und Färsen 30—35 61—72 St ä l ber. si ein sie Mastkätver 66—68 111—115 Anulere 'Uian- mio beste Saugkälber .... 59—03 98 -105 Geringere Mäst'- und gute Saugkälber . . . 53—58 88—97 geringere fcangfalbec 48—62 80—87 « ch a (*. Wetdemastschaie^ Geringere Ma tuuminet und Schake .... 00—00 86—00 Schwein;. Pollsteischigs Schweine von 80—100 Lebend- gewicht 67-68'/, 86—88 U'clificüdiige Schweine unter 80kg Lebendgewicht 6 7-671/, 88^7 BoUsteijchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht ............. 69-701', 86—88 (In einem Teil ber Auflage wieberholt.) ic. Frankfnrt a. 9)1., 9. Tez. (Orig.-Telegr. des „(Rieg 9In3.*) Amtliche Notierungen der beutinen Frucht markt v teile. Weizen (hieüqeti 20.75—21.00, Kurhesüschec Mk. 20.75—21.00, Wetterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (bienger) Mk. 18.25 bis 00.00, Gerste (Wctterauer) Alk. 20.75—21.75, Gerste, Franken, Psäller, Ried 2)lf. 2J.00 -22.00, Hafer Mk. 17.50—20.00, Mais Mk. 15.00 bis 00.0'', , cixcn'.nebl 0 Mk. 32.50—32.75, Weizenmehl I Dlk. 80.50—3i>.75, Weizenmehl III M. 27.25—27.5 ■. "Roggen- mehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roagenmehl 0/[ TIC. 26.50—26.75, Roggenwebl I Tlf. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 13.50-13.75, Weizenschalen 21 k. 12 25—126", Rogqenkleie Mk. 15.00—15.25, kRalzkeime Tlf. 14.00—14.50, Biertreber 15.00—15.50, Rap? Ml. 32.0^—(>'>.00. ÜlUes per 100 Kg. ab hier. fc. Franksnrt a. M., 9. Tez. (Orig.-Telegr. des w(-6teä. Anzeigers*.) Karte t f e l m a r f t. Alan notierte: Kartoffeln in Waggons Tlf. 3.50—4.25, im Kleinhandel Tlf. 5.00—6.00, kür je 100 Ko. 1c. Frankfurt a. M. Viebbo^Marktbericht vom 9. Der Austrieb: Rinder 1 >76, darunter Ochsen 426, Bullen 50, Kühe und Färsen 1 ;i, Kälber 190, Schate 2* 0, Schweine 115. Tendenz:^-">illen schlepveud, bleibt Uebcruoub, Kalber langkaiii, ansve kouit, Schake rugig, ausverkanit, Schweine schien'end bleibt Ueberstand. Preis für 100 Pfd. Leoena- gewicht Ochsen. Wk. Mk. D ollfleischige, ouSgemostete, höchsten Schlachtwettes, 4—7 Jahre olt 51—56 93—100 die noch nicht gezogen haben (ungefochte) . . 48—51 87—93 Bulle h. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 48—50 80—83 Vollfleischige, jüngere 43—45 74—78 Fa rsen, K ü 5 e. Dollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 45—48 81—86 Dollfteiscknge ansgemäsieteKühe höchstenSchlacht- wertes dis zu 7 Jahren 42—45 78—81 wenig gut entwickelte Färsen 40—44 77—85 ältere ausgemästete Kühe 37—44 69 — 76 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . . 29—36 58-72 Kälber. Mittlers Mast- und beste Saugkälber .... 61—66 103—112 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 54—60 92—103 S cba 12. Stallmastschake: Mastlammer und jüngere Mafthammel . . . 41—42 85—88 L ch we in;. Dollsteischige Schweins von 80—100 kt* Lebendgewicht ... . . . . . ? 67.50—69.00 86.00—88.(X DoUheijcmqe Schweine unter 80 k* Lebendgeivicht. 67.00—69.00 86.09—88.00 Dollsteischige Schweine von 100—120k? Lebendgewicht 68.00—69.50 8560-58^0 2 clifientiitQe Schweine von 120—150 kt? Lebendgewicht 68.00—69.00 8 '.00—87.00 A etlicher Teil. Bekanntmachung. Bet r.': Feldbereinigung Hausen. In ber Zeit vorn 3. bis einschließlich 16. Dezember l. Js. liegt auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Hausen das Projekt über Entwässerung von Grundstücken in de« Fluren III und VI nebst Abschrift des Beschlusses der Vollziehungskommission vom 27. November 1912 zur Einsicht der Beteiligten ossen. Einwendungen hiergegen sind bei Mcidung des Ausschlüße- innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bet Großb. Bürgermeisterei Hausen schriftlich emzurcichcit und zu begründen. Friedberg, den 27. November 1912. Ter Großherzogliche Fcldbercinigungskommtssär: Schnitt spahn, Großh. Kreisamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung E b e r st a d t. In ber Zeit vom 13. bis einschließlich 20. Tezernster 1913 liegen werktags auf Großh. Bürgermeisterei Eberstadt eine 9Lbfd)rift des Schiedsgerichtsurlcils vom 21. November 1912, sowie die zugehörigen Boniticrungskatten zur Einsicht der Reklamanten und beteiligten Gruudeigcntümcr oircit. Die Offenlegung ersetzt die Zustellung von Urteilsabsckrist an die von den Entscheidungen betroffenen beteiligten Grundeigentümer. Friedberg, den 2. Dezember 1912. Ter Großherzogliche Feldbercinigungskommifsar: Dr. Sann, Großh. Kreisamtmann. Bekanntmachung. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs für die Fluren 20 bis 39 der Gemarkung Gießen und für die hessischen Gemarkungsteile ber preußischen Gemeinden Launsbach und 2BtE* mar beginnt die Amnelduugsfrist am 20. Tezcmber 1912 und endick am 20. März 1913. Tie Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten während ber Anrncldungsfrist M gefck>ehen hat, können auf den Hüben der Ortsgerichtsvorsteher zu Gießen, Launsbach und 2Bis* mar, sowie aus dem Anschlag an den Ortstafeln zu Gießen. Launsbach, Wißmar, Krofdorf, Heuchelheim und Wiescck erschc» werden. Gießen, den 6. Dezember 1912. Gvoßherzogliches Amtsgericht Gießen. 49-&.) <4-48 «-I 8l*ff *äi,ÄK G. jpr* ■ Dito 02-66 Ün 48 -63 M ■ *i-u t int <3^ * ent- ' • 36^40 ’ - 30-35 - M 8H 8M1 BGse • - 00-00 ebenb- • • - 67.68*1 ewicht 6<-6?i/ lebenb- ’ • • - GO-TO1', e wiederholt.) ^riq.-releqr. -vv !!!-k?ruchtmarktvr!i? ** SM.SO.73 M« ffl. 18,!5 >'!?"*<■ ««rteii.Ä h® *B * 6 rs? ****.• 'i ivrkleie M. ^0-M enkleie Ak. 15.OO-15.6 • 16.00-10,50, Aaps N , 1426, Bullen 50, Rühe un inoeine aiö. lebrrnnnb, Salbet launlcu, Echweme idiirv-enb hlfth' Preis tzrlOOW imiu* oj)U4> gewicht Dk. Sl -chlachi« ... 51-56 93-160 e) . , 48-51 87-93 •- «s> IS tt) E ea -3 ■ •e iS CO'Z — "E ö'c- LZ L =1 c-E u ® — iS» aO SV - Sb ° E «X — E — — O LK-. •=T LZ — 3: C 0 = — E o JZ c ■£»=> E « 5«. s EaO aO __ "e“0 -■ ü cB CS.E.E- -— c 04“5 JE N •=- et c >-- fOuz « 3 o. ZZ jo es E E <3 3 s = ,;m VZ'~ F -C< 5S£=‘ 5X9r» £' e Z O = <€ en — L- « LZ « cr.~ E es-, £ä5ö Rtn Ä e «a 2 oe -2.NL E X' 5 St--® - C M E B — >- =5" i: c -0 Ä3.lf b-B C E t- -P C t>) 3~ Oi.x-xa-' ^Se.E 2 v —jo EjoLS E— s«= ZL5 ~ eDl E - s § 5 ä — o- •—1 C >3 ® &. M’XXS S.E. 37.B ^-JO en 'S© m 3 e— = J-‘ z — L. ii = -° c".e£~ «- . i -yxi 'S ^-*5 y Sä « e «-■ z*H *E — « E ^L :Q ~ 3 «a 3— 1- — ,—<£T ea c^l ■°-S « E H o E *- C „ P> •*: E> Ä 3. <- C E ;gs L ,0*0 jO ZZJO ?E er L -ZL C3 3JO S» SS =•. *z 2V 2 = = - K cxL o c, '5- k 5S=-=S aO E L £ Z L. i -E «o es g H | E V N *e.2° O E-“ •S-Ü® । Cfc uoJ&S- lX> LZ E ED q E c. CD <2 *B D » S^.'H'S — s e;x — er **•—«> J > - S' e»*—K) : p — i_» -■z yv > — 0.0 :e«2* : oj, DÖ-^Z^ S2 c- -5^ 3'— ■° St ilachtw. 48—50 80-83 . . . . 43-45 74-78 lächln». 45—48 81—85 5d)lcid)t‘ . . . 42-45 7M! . , . 40-44 77-83 . . . 37-44 69-75 . . . 29-36 58-72 . 61-66 103-112 ' . . 54-60 92-102 ; . . . 41-42 85-SS 67,50-69.00 86.00-8MC 67,00-69.00 86.09-88.« 68,00-69^0 8&W-8R ' 68.00-69.00 8^00-8104 xcil. hung. sM' '0 von ■ bschnit des ..q 27, November 191 l.d Nnßsldle ei MeidM Z bEt KKÄ.«»* MM- bt- , 90 Mlbrr 1- tfiltclN. «Lrijubt meWÄi 21 ifÄÄ- n-teißobi^'L, ®"”h* jenen w Ä^unb E LanNMond^ ^seaber^ ;20- 2S F: •ti tE >E O « N- *7 0 :y cn> 3 E h3 e V a> 3 3!— c 2; — S — c 'LD ?= - r7 'e- e ZD e c E <3t2 3 ’eS <- L JÖ stS = ” 3 E.C^' E> 3 w ZEL rr c L>- =. ZN-ZL — - O C = - L.L 2 'J «T c°>=£> ’S er. '5. = K =Sg 2 CB 85 = — c ■= E E E'E - ueSc tt IP *>*0-- L c ß-- ■ • w-, .—►>) •, rr. jO a> *- e'S>"_j p- 3.—^ x e ti-o ct;*- L ä = E E‘~ <-uc—.0 -F. c c B O . E ?1D~-€.5 L I O NL •c ö E 3 3 0 L E o » N F' *6" F'ü '«XE— °P E Z©*e Sü® Z E^” , 'o 5-: 0*0 „ m H. L--2 § K§F§LZj C C> M Ä 3 c® Zä E C rr ■ c mMjb-s O *5-*» pl 4^ M 0 "5 = e* E B - Hi i®y FtP S- .E- ta E4-'- eb e = •_. = -=“.3 X.S= E uO S* St — *-* X <5 ÄC3 — — G^L E ■cn i B V- rr 0O'"^ , 00 — aC. u — §ts = s| c E- 49 u «•> — en 2 = -3 E Fitz: 'L 5 F-z 19D e - Zo .eF»1 — S'-aE E E— iaa sz>" a ef> E -° OBJ, E O E °E E 3 '-L "5'S es _■€ - o Ö) _ «x> 3 z> c II F 3 e *3*a o Z-M- ?-.£fr: '' . e - za äE.x = Ä' es ’-E^. = §.£=^ P c e e>w’ Zä E — — p. — O ’ *a_— B — ta<, — - . ;ZZ^ «a . - JZ E =5 E« 3 = • 2 0 Ä C ECV «L9 Z =J JS C -E -c .£■ /z ._ *z -~ »- —iz- =^5 la t “ c -=« *E^-= Oai Q - „-Äiv C-- E~ B ea B ,E = — .Z'ir ß QS^-oo.^,- s | la - tcT SLI Za — E. Z l-ZD — 3 E.Z E e T, u«; —s t 1b q E • - „ --'=z72 “ = C o “e ■_> .'S e? - er. « E C — Z e jt 7 c El — ** '-ez 3 !^=l .=• ea^* y-r. ea :_ c ^191^)519' C”k« e t L O.L-R ^ZZ.ßd e —' .c - e- — CT. 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