Nr. 157 Erster Blatt |62. Jahrgang Donnerstag, 15. Juni 1912 Sichener Anzeiger MM General-Anzeiger für Sberhefien k"“!" SaflHnumn" Notattonri>ru!. Ii‘t,-6L'.61 ' bis 9 Uhr. Bidingen: 8«n,precher Ur. 269 SeschästrfteNe Bahnholftratze Ibn. Ve«r. Ztalienischc Anzapsungen. ©an aflcali (teure Bundesgenossen), so tituliert ein Teil der italienischen Presse zurzeit uns Deutsche in den Erörterungen über den diplomatischen Schutz, den die deutsche Regierung den in der Türkei ansässigen und aus der Türkei ausgewiesenen Italienern angedeihen läßt. Diese Titulation ist natürlich nicht in ehrendem, sondern in ironischem Sinne gemeint, denn die Italiener sind mit jener diplomatischen Intervention gründlich unzufrieden. Diese Unzufriedenheit richtet sich freilich, toenn auch vorzugsweise, so doch nicltt ausschließlich gegen uns, sondern sie verteilt sich nach allen Seiten. Die Italiener sind unzufrieden mit den Arabern, weil sie in Tripolis noch immer Widerstand leisten, mit den Türken, weil sie nicht auf ihren afrikanischen Besitz verzichten wollen, mit Oesterreich- Ungarn, weil es gegen bte Uebertragung des Krieges auf den Balkan wiederholt Einspruch erhoben hat, mit den Mächten überhaupt, tveil ftc mehr oder minder entschieden gegen die Beunruhigung der europäischen Gewässer Verwahrung eingelegt haben, und endlich mit der in der Presse zum Ausdruck gekommenen öffentlichen Meinung fast aller Kulturländer, die das Vorgehen Italiens gegen die Türkei als das bezeichnet hat, was es ist, nämlich als völkerrechtswidrig. Diese aus so verschiedenartigen Ursachen beruhende Miß- Vergnügtheit, die umso stärker wird, je aussichtsloser die Lage ans den Kriegsschauplatz trotz mancher Teilerfolge und Scheinerfolge ist, sucht nun anscheinend nach einem Abfluß, und da hat man die cari alleati als Prügelknaben ausgesucht. Undank ist der Welt Lohn, ganz besonders aber in der Politik, und der ist ein schlechter Diplomat, der die Dankbarkeit als Faktor in seine Rechnung einstellt. Als Italien am 29. September v. Is. den Krieg an die Türkei erklärte, verkündeten gleichzeitig die deutschen Offiziösen, mit sichtlichem Stolz über diese Rolle eines ehrlichen Maklers, daß Deutschland den Schutz der Italiener in der Türkei und den der Türken in Italien übernommen habe. Die letztere Tätigkeit hat unserer Regierung keine Mühe verursacht, denn es gab dabei wenig zu tun, aber der Schutz der Italiener in der Türkei hat sich als ein ebenso ausgedehntes wie undankbares Geschäft erwiesen. Immerhin hat in der ersten Zeit sogar die italienische Presse anerkannt, mit welcher Aufopferung und auch mit welchem Erfolg der deutsche Sotfdxiftcr Frhr v. Marschall sich dieser Ausgabe unterzogen habe. Seit einiger Zeit aber ist hier, anscheinend aus den schon erwähnten Ursachen des allgemeinen Weltschmerzes, ein Umschwung eingetreten, der in bitteren Anklagen gegen die deutsche Regierung zum Ausdruck kommt. Run weist ja der Kenner der italienischen Verhältnisse, mit wie wenig Bcraiptwortlichkeitsgefühl und mit wie viel mehr oder minder offener Deutschfeindlichkeit ein großer Teil der dortigen Presse redigiert wird. Wirft doch das „Giornale d'Jtalia" der deutschen Botschaft in Konstantinopel einmal vor, daß sie die Ausweisung der Italiener nicht verlnndere, so daß diese Stellung und Brot verlieren, und zweitens, daß sie die Italiener mit Gewalt im Lande festhalte, da sie als Arbeiter an den deutschen Bahnbauten gebraucht würden! Wenn man diese albernen Anzapfungen der italienischen Presse nicht allzu tragisch zu nehmen brauchte, obwohl nach dem Bismarckschen Wort zum Schluß jede Regierung verantwortlich ist für die Fenster, welche die Presse des Landes einwirft, so gewann doch die Sache ein anderes Gesicht, als der Deputierte Barzilai diese haltlosen Vorwürfe und Schmähungen in der Kammer wiederholen konnte, ohne daß eine entsprechende Erwiderung und Zurückweisung Don seiten der Regierung erfolgte. Nachdem sich dann endlich, recht verspätet, die „Nordd. Allg. Ztg." zu einem Protest gegen dies illoyale Verfahren aufgerafft hatte, sind jetzt einzelne führende Blätter, wie die „Tribuna" und der „Popolo Romano", offenbar im Auftrag, jenen besonders gegen den deutschen Konsul in Smyrna gerichteten Verleumdungen entgegenzutreten, aber dieser Liebesdienst kommt allzu spat und er ist viel zu sehr erzwungen, als daß er hinreichen könnte, die berechtigte Mißstimmung und Erbitterung in Deutschland zu dämpfen oder gar zu beseitigen. Es darf ja angenommen werden, daß die bcutfdie Regierung, deren Geduldfaoen bod) wohl wie alle Dinge in der Welt begrenzt sein dürfte, durch den deutschen Botschafter v. Jago auf der Consulta diesbezügliche Eröffnungen hat machen lassen. Den Anschauungen der öffentlichen Meinung in Deutschland würde es jedenfalls entsprechen, wenn die deutsche Regierung in Rom einfad) erklären ließe: Genügt end) unser diplomatisd)er Sd;utz für eure Landleute in der Türkei nicht, so seht cud) nach einem besseren um! Unsere cari alleati werden darum nidst aus dem Dreibund forttaufen, denn sie sind ja nur deshalb darin geblieben, weil er ihnen die größeren Vorteile gewährt. Für uns aber sind es wirklich teure Verbündete, denn sie kosten uns jetzt ein großes finanzielles und moralisches Kapital in der Türkei, während sie sich in Algeciras nicht als Verbüiidete erwiesen haben. Im übrigen gilt doch wohl auch heute nod) das Bismarcksche Wort: „Wir laufen niemanden nach", aud) nicht unsere» Alliierten! „Popolo Romano" veröffentlicht bezüglich der Haltung des deutschen Konsulates in Smyrna gegenüber den ausgewiesenen Italienern ein Eommuniqus, in dem gesagt wird, es sei in positiver Weise festgestellt, daß das Konsulat nicht die Anwesenheit türkischer Polizeiagenten zur Aufred) ter Haltung der Ordnung verlangt habe. Tie Nachricht fei wahrscheinlich auf bie Tatsache zurückzuführen, daß auf Befehl des iWalis von Smyrna, der infolge der Ansammlung der Ausgewiesenen Unordnungen befürchtete, zwei Polizeic^enten vor das Konsulat ausgestellt wurden, die aber nicht einzuschreitcn brauchten. Die deutschen Behörden, die während der ganzen Zeit ihre nicht leichte Aufgabe mit dem größten Eifer erfüllten, trcffejcbcn> falls kein Borwurf Da--- Konsular hatte vom 17. bis 22. Mai jür die Heimbeförderung einiger Tausend Italiener zu forgen, Pässe auszustellen, Unterstützungen auszuteilen und starten zur lieber fahrt zu besorgen. Es gereiche dem Konsulat zur Ehre, daß alles mit bewundernswerter Regelmäßigkeit ohne einen einzigen unangenehmen Zwischenfall verlaufen fei. Die auögewieseucn Italiener. Saloniki, 12. Juni. Die ausgewiesenen Italiener sind bis gestern früh mit wenigen Ausnahmen abflereift. Alle Baynzüge und Dampfer waren über füllt. In Saloniki verblieben nur Personen, die eine besondere Erlaubnis dazu hatten, sowie Kranke und Ge- bred)Hd)e und die zu ihrer Pflege durchaus nötigen Verwandten, Witwen mit ihren Ernährern und einige Spezialärzte. Tie Polizei ist beauftragt, gegen alle anderen in diesen Kategorien nicht inbegriffenen Italiener nunmehr gewaltsam vorzugehen und ihre Entfernung aus der Türkei zu veranlassen. Falsche Gerüchte. Konstantinopel, 12. Juni. Tie Gerüchte über eine nochmalige Schließung der Dardanellen sind falsch; sie scheinen burrb die Anwesenheit einiger italienischer I Kriegsschiffe int Golf von i'crofl veranlaßt zu sein Die Garnison der Dardanellen wurde alarmiert Einige tür kische Offiziersfamilien sind von den Dardanellen hierher gekommen. Die Befürchtungen von der Schließung der, Meerenge bestanden auch an den Dardanellen, bod) saßt' die Regierung noch keinen derartigen Entschluß. Die rüchte, daß etwa 2 0 italienische Kriegsschiffe bei Lemnos kreuzen, und baß von bort Kanone ttbon n e r hörbar sei, werden amtlich dementiert. Rom, 12. Juni. (W. BZ Zu den Meldungen auswärtiger Blätter jüber eine bevorstehende Bese tz u n g w e t - ter er Inseln im Aegäischen Meer erklärt „Popolo Romano", daß die Regierung gegenwärlig nicht daran denke, obwohl sie dazu freie Hand habe. Die letzte Schlacht bei 3an jur sei wohl so viel wert, wie die Besetzung von zwei Inseln Ehios, drei Mytilene und vier Lemnos. Ter Kamps bei Zaiizur. Konstantinopel, 12. Juni. 9Zud) einer vom Kricgs- ministerium verössentlimteu Depesche über den Kampf bei Zanzur griffen bie Italiener mit 1> .> Divisionen ben befestigten Teil Zanzurs und mit einer Division den östlichen Teil an. Schiffs- und Festungsartillerie, zwei Gebirgsbatterien sowie vier FelbgesGiitzbatterien der Italiener nahmen am Kamps teil, der 7>/2 Stunden dauerte. Der linke Flügel der Türken, der von der Flotte lebl)aft bombardiert mürbe, mußte seine Stellungen räumen, die übrigen Teile der Verteidigungslinie leisteten heldenmütig Widerstand, bis bie Munition erschöpft war. Schließlich tarn es.zu einem überaus blutigen m a m pf Wann gegen Mann. Die Verluste bes Feindes überschreiten tau f en b . die Türken hatten 150 Tote unb 300 Verwunbete. Dritter Deutscher hansatag. -^ Berlin, 12. Juni. Am heutigen dritten Jahrestage seiner Gründung trat der Hanfabund für Gewerbe, Handel und Industrie im L'angcnbcd- haufe zu einer Ailsschußkitzung zusammen. Es waren enva 220 Vertreter aus allen Teilen oeö Reiches erschienen. Die heutige Tagung ist von grundlegender Bedeutung, da eine Neufassung der Richtlinien des HansabundeS beschlossen wurde Rack Eröffnung der Sitzung gedachte ber Vorsitzende Ge» Heimer Justizrat Professor Dr. Rießer zunächst der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder. Sodann stellte er der Versäum^" lung den neuen Gesdiästsführer des Hansabundes, Reichstage- abgeordneten Freiherrn v. Richt Hosen, vor, der an Sttue des aus Gesundheitsrücksichten ausgeschicdenen Oberbürgerineineis Dr. Knobloch getreten ist. Er teilte dann mit, daß Dr. Strc f cmann zurzeit auf Urlaub weile und erst am 1. Juli seine Stellung im Hansabund antreten werde. Ferner stellte er den Oberbürgermeister Knie st, den Vorsitzenden des Innungs • auSschusfus in Kassel vor, der die Leitung der für das Handiverk zu leinenden Arbeit im Hansabund übernommen hat. Sodann führte Dr. Rießer aus: Unzähligemal totgesagt, überschreitet der Hansabund mit 710 Organisationen festgeschlossen die dreifach ihm gewährte Frist. Er kam dann auf die letzten Reichstagswahlen zu sprechen, die dem Bund der Landwirte eine geradezu vernichtende Quittung für ihren Ucbermut präsentierten. Der Bund der Landwirte hat den laut angekündigten Eroberungszug nach Hannover vollständig verloren, der Einfall in das Rheinland und Westfalen ist mißglückt und in Schleswig-Holstein holte er sich eine Niederlage nach der anderen. Nicht weniger als 58 seiner Kandidaten wurden von den von uns unterstützten Kandidaten der Nationalliberalen, der Fortschrittlichen Vollspartei, der Reichspartei und des Deutschen Bauernbundes verdrängt. Er erinnerte dann an die Niederlage der Führer des Bundes der Landwirte, Dr. (Erjäblungstunft im Alten Testament. Gießen, 13. Iunir Im großen Hörsaal der Universität sprach in einer von der -, Freien Studentenschaft" veranstalteten Versammlung Professor Hermann Gunkel am 12. Juni über bie „ErzählungS- funft im Alten Testament". In schlichter Form, mit den einfachsten dem Leben und nicht der Poesie entnommenen Ausdrücken, ebne jeden poetischen Schmuck reden diese alten Künstler. Die künstlerischen Einheiten, die sie bilden, sind die einzelnen Erzählungen, die ursprünglich völlig selbständig nebeneinander stehen und erst später zu größeren Gebilden, sogenannten „Sagenkränzen" zusammengesaßt worden sind, ^er Umfang dieier ursprünglichen Einheiten ist nach ältestem Stil außerordentlich kurz; erst später ist es zu „angeführteren" Erzählungen gekommen. Sehr scharf ist die Gliederung der Erzählungen m einzelnen Szenen, sehr klein ist die Zahl der handelnden Personen. Nebenpersonen werden kaum gc|d>ilbert, auch die Haupt Personen werden spärlich genug bedacht: oft wird nur eine einzige Eigenschaft von ihnen ausgesühtt. Erst die ,,-sagenkranze und die eigentliche „Geschichtsschreibung" sind imstande, ganje Charakterbilder zu geben. Dargestellt werden die Gbaratierc nicht durch direkte Schilderungen, wie es in der Gegenwart oitte ut, auch nicht sowohl durch Reden, die ihnen m den Mund gelegt waren, sondern besonders durch Handlungen, die von ihnen berichtet werden. Tie Erzähler haben eine bewunderungswürdige Kunst daran gesetzt, ihre Personen durch gut gewählte Vandlungen vor den Hörer höchst anschaulich hinzustellen, sparsam und die Erzähler auch in der Schilderung begleitender Nebenumstande. Aaturgesühl und Landschaftsstimmung darf man bei ihnen nicht suchen. Alles ist im letzten Grniide der Handlung ^"geordnet, solche Handlung soll möglichst innerlich gcichlonen lein, Epiloden sind nicht erlaubt Zugleich aber soll die vdlung^ ,^unen, m, den Hörer erregen; besonders lieben die Erzähler, ernt. Handlung eu bilden, in der Anfang und Schluß m Wärtern ^^.uwtz ,u einander stehen. Viele der Sagen haben den Zweck, aul bestimmte Fragen zu antworten; hier waren alio bestimmte Punkte de Erzähler gegeben, die er wohl oder übel erretdKn muctu za= Eigentümliche der hebräischen Erzählungsweile besteht vormhm- ltd) in diesem Schimmer mannigfaltiger Pomten, kenn ii _ laupt in der Literatur Israels die Begabung für das i^istrelchc vls besonders bezeichnend hervor tritt. st verstehen die Erzähler, mit wunderbarer Eleganz, mit bestrickender 9tni^tf.5Is,hil5^ «checkte Ziel zu erreichen. Die Erzählungen enthalten vnl. Allgemeinere Wahrheiten; aber cm solches Urteil ipTtajv I ausdrücklich ganz selten aus und eine eigenttiche „Tendenz" darf man in ihnen nicht suchen. Neben der bisher beschriebenen Erzählungskunst, dem von Professor Gunkel sogenannten „knappen" Stil, steht eine andere, offenbar später entwickeltre Stilart, die besonders in der Joseph- geschuhte heryottritt. Da werden bte Erzählungen zu einem größeren Ganzen künstlerisch zusammengesaßt, da liebt man es, in längeren Reden das Seelenleben zu entfalten, da werben dieselben Szenen zweimal oder noch häufiger in allerlei Abwandelungen berichtet oder in Reden wiederholt. Diese zwefte Stilart ist mit der altitalienischen „Novelle" zu vergleichen. Im ganzen stehl die hebräische Erzählungskunst auf sehr hoher Stufe. Und noch unsere gegenwärtigen Dichter sollten diese alte Kunst studieren, um zu lernen, wie man mit den einfachsten Mitteln die tieffttn Wirkungen erreichen kann. * Das Kornfeld Es ist ein Feld von Winterroggen, vor dem ich stehe, um die Zeit kurz nach der Blüte. Wunderschön sieht es aus, wie es in lebhaftem Winde flutet, an wogendes Wasser erinnernd, wozu auch feine ins Meeresgrün fallende Farbe beiträgt Dieses Feld stehl auf sehr fruchtbarem Boden üt der Wetterau, wo ich zurzeit mich aushalte. Weil ihm der Winter keinen Schaden zugefügt und es ihm auch an Sonne und Regen nicht gefehlt hat, ist es überaus wohl gediehen. Wie dicht stehen die Holme beieinander! Eine Schwarzdrossel kommt Heun und schlüpft in das Feld hinein. Im nächsten Slugenblirf schon ist sie in dem Hochwald von Halmen verschwunden. Wie hoch sind die Halme! Ich ziehe einen am Rande stehenden, der mit zu den höchsten gehört, heraus und messe ihn. Etwas über 2 Meter ist er lang oder hoch, von der Wurzel an dis zu der über- hängenden Äehre gemessen. Dazu kommt noch die Aehre, die 18 Zentimeter lang ist. Tas ist an Halm und Aehre sehr viel. Der Roggen pflegt doch :ut nur eine Höhe von 1,50 bis 1,75 Meter zu erreichen. Mit ivelcher Freude muß der Landmann ein solches Feld ansehen, das so freigebig feine Arbeit lohnt und reiche Ernte verspricht. Aber er sagt noch nichts davon, denn cs kann immer noch ein Unwetter kommen, das den Halmenwald umwirft und alle Hoffnungen vernichkt. O was für kümmerliche Roggenfelder habe ich im vorigen Jahr um diese Zeit gesehen! Der hatte Winter hatte ihnen bereits sehr zugesetzt, und trat im Mai schon die Surre ein, die aui noch dazu magerem Boden bei manchen von ihnen fast nichts mehr zu ernten übrig ließ. Was für einen Gegensatz bildet dazu das Roggenfeld, das ich hier vor mir sehe! Ein sehr merkwürdiges Pflanzengebilde stellt doch der vor mir liegende Halm dar. Durch die einzelnen Blattansätze wird er gewissermaßen in Etagen geteilt. Deren zähle ich sechs, von denen die unterste, die über der Wurzel beginnt, die niedrigste, die oberste,, bie mit der Aehre abschließt, die höchste ist. Das ist ja natürlich, sagt man sich, daß ein so hohes und dünnes Pflanzengebilde nicht für sich allein sicher ausrecht stehen kann. Sehr bald schon würde es vorn Winde umgeweht sein. Im Felde aber, wo sie beisammen stehen, hält ein Halm den andern, und so bleiben sie aufrecht und trotzen selbst stürmischem Winde. Aehnlich sieht es bei den Menschen aus, da muß auch einer den andern hatten, mögen sie nun gleich groß sein oder eingcteilt werden in hohe und niedrige. Richtig sagt davon Sophokles in einem Chor feiner Tragödie „Aias": „Der Kleine bedarf des Großen, und der Kann feststehn nur, wenn der Kleine ihn stützt." Es folgen daraus die Verse: „Doch das Volk der Toren begreift das nicht. Und umsonst ist's, sie zu belehren." Auch das stimmt wohl heute noch. Doch ich kehre zurück zu dem Roggenfeld. So dicht die Halme auch beieinander stehen, es hat doch eine Feldblume dazwischen sich hier und dort einen Platz erobert, eine Sternblume oder Marga- reienblume, eine Kornblume,— die Kornblumen fangen um diese Zeit an zu blühen — und ein roter Mohn. Sie sollen ja, zumal die Kornblumen, eigentlich nicht dahin kommen, wo die nützlichen Halme versammelt sind, aber, wenn sie nur bescheiden auftreten, muß man sie doch gern haben. Sind sie doch unentbehrlich für den Erntekranz. 2o blüht im Kornfeld mancherlei, was am Erntetag mit den Aehren zusammen unter der Sense fallen wird. Und was erst alles blüht auf dem Feldrain' Ta gibt es Buntes genug zur Auswahl für einen hübschen Strauß, und siehe, an einer Stelle steht ein dorniges wildes Sträuchlein, an dem sich eben die ersten kleinen einfachen Rosen ett'chließen. Tie Rosenzeit beginnt jetzt, und die ist und bleibt doch wohl die schönste Zeit des Jahres. Zurzeit Bad-Nauheim. Johannes Trojan. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Prag ist der Sanskrit'orfcher Hofrat Pro', Alfred L u d w i g im 80. Lebensjahr gestorben. — In Paris ist der Dichter Leon Dierx im Alter von 74 Jahren freiwillig gelt o r b e n. Rüsickes, Dr. Dietrichs, Hahns, v. Lldenburg-Ionuschans u. a. und meint, daß die kühnsten Hoffnungen bes Hansabundes bei den ReicMagswahlen übertroffen worden seien. >6 Mitglieder des Hansabundes sind im Reichstage imb 33, bie out dem Boden der Richtlinien des Hansabundes stehen. Er wendet nch dann gegen bte Behauptung, daß unter diesen Abgeordneten die Kaufleute und Gewerbetreibenden nicht genügend vertreten jeicn, ia in geringerer Zahl vorhanden seien, als im vorigen Reichstag. Tas Gegenteil sei der fall; es sei nur eine Verschiebung zu Gunsten des Handwerks uno der Angestellten eingetreten. In den Einzellandtagen ist der Hansabund folgendermaßen vertreten: In Oldenburg mit 10, in Braunschweig mit 6, in Bayern mit 25, in Hessen mit 10, im preußischen Abgeordnetenhaus mit 50, im preußischen öcrren* hause mit 16, in der Ersten sächsischen Kammer mit 3, in der Zweiten mit 19, in der Ersten elsaß lothringischen Kammer mit 6 und in der Zweiten mit 10. Sodann wurden die vom Vorstand vorgeschlagenen Zuwahlen zum Direktorium und zum Gesamt- ausschuß gutgeheißen. — Hierauf erstattete der Geschäftsführer des Hanfa- bundes, Assessor Tr. Kleefeld den Geschäftsbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß neben der Subrnissionszentrale die Gründung eines besonderen Jndustrierates beabsichtigt ist. Set Hansabund zählte im Juni 1912 67 Landes-, Provinzial- und Bezirksgruppen, 643 Ortsgruppen, 1600 Vertrauensmänner, und 823 angeschlossene Vereine und Verbände. — Rach dem Bericht des Rcvisionsausschusses legte der neue Geschäftsführer Freiherr v. Richthosen Satzungsänderungen vor, die ohne Aussprache genehmigt wurden. Hieraus trat der Hansabund in die Beratung des wichtiglten Gegenstandes der diessährigen Tagung ein, in die -Schäftung neuer Richtlinien des Hansabundes. Das Präsidium und das Direktorium des Hansabundes haben der Versammlung hierzu Leitsätze vorgelegt, in denen betont Wirb, dnß bic nationalen Interessen allen einseitigen gewerblichen Interessen bedingungslos voranzustellen seien. Es werden dann ausführlich die Ausgaben des Hansabundes im Staatsleben, in per Finanz-, in der Zoll-, Verkehrs-, Handels- ustd Gewerbepolitik erläutert. Weiter ist in Ergänzung der Richtlinien ein vorläufiges Programm bet Mittelstandspolitik das Hansabundes beigefügt. An Stelle des am Erscheinen verhinderten Geheimrats Prof. Dr. D u i s b e r g erläuterte Direktor Tr. W a l d s ch m i b t (Berlin) ausführlich diese Richtlinien. Er betonte insbesondere, daß die Industrie vor Erlaß von Gesetzen und Handelsverträgen gehört werden müsse. Zollstreitigkeiten sollten durch ein internationales Schiedsgericht geregelt werden, ferner sei der Wechsel-, Scheck- und Patentschutz, sowie der Markenschutz international zu regeln. Sodann kommt der Redner auf die Lage der Industrie ini Inland zu sprechen. Man müsse darauf bedacht sein, daß das Tempo, in dem die sozialen Saften verstärkt werden, eine Mäßigung erfahre und daß man mehr Rücksicht darauf nehme, wie weit das Ausland uns auf diesem Gebiet allmählich nachkomme. Vielleicht sei auf diesem Gebiete eine internationale Verständigung zu erwägen. Die Organisationsfreiheit her Arbeiter müsse erhalten werden. Daher müsse auch das Prinzip der Gewerbefreiheit gewahrt werden, das den Arbeitern, die bereit sind, unter den Löhnen und Besiimmungen zu arbeiten, die anderen nicht mehr passen, ermöglicht, zu arbeiten. (Lebhafter Beifall.) Industrie und Landwirtschaft sollen sich daran erinnern, daß sie Töchter derselben ehrwürdigen Mutter sind, des gemeinschaftlichen Vaterlandes. (Stürmischer Beifall.) Kaufmann Hecht (Berlin) stimmte dann den neuen Richtlinien vom Standpunkte der Exportindustricllen zu, Dr. Köthener (Berlin^ von dem des Detailhandels, Obermeister K n i e st (Kassel) als Handwerker und Schaper (Leipzig) vom Standpunkte der Angestellten aus. Ter neue Geschäftsführer Freiherr v. Richthofen teilte dann noch mit, daß der Hansabund in einer späteren 'Sitzung bestimmte Vorschläge zum Schutze der Arbeitswilligen machen werde. In seinem Schlußworte bezeichnet Geheimrat Professor Dr. Ri eß er es als unrichtig, daß die Frankfurter Bürgerschaft ihn nach Frankfurt ziehen wolle. Er teilte mit, daß im Herbst des Jahres eine H ansa-Woche veranstaltet werde. Mit einem Appell an die Versammlung, -mit altem Idealismus und mit dem vielgeschmähten Optimismus an die Arbeit zu gehen, schloß der Vorsitzende die Tagung. Deutscher Reich. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, ist für den Gesandtenposten in Lissabon, der durch das Ausscheiden desFreiherrn von undzuBodmannseit einiger Zeit Unbesetzt ist, der bisherige Gesandte in Bukarest, Dr. Rosen, in ^lussicist genommen. An dessen Stelle tritt der Wirkliche Geheimrat Gesandter v. W a l d t h a u s e n, der in Kopenhagen durch den bisherigen Generalkonsul in Ofenpest, Grafen von Brockdorff -Rantzau, ersetzt werden wird. Als Nachfolger des Wirklichen Geheimrats Gesandten v. Bülow in Bern, der bekanntlich nach dem Besuch des Kaisers in der Schweiz den Posten des preußischen Gesandten in Dresden übernimmt, ist der derzeitige Vortragende Rat im Auswärtigen Amt Freiherr von Romberg ausersehen. Darüber, daß deutsche Matrosen in New Pork sich als Lebensretter auszeichneten, verlautet: In einem Hause war ein Brand ausgebrochen, durch den dessen Bewohner schwer bedroht waren. Ohne Zögern stürzten sich die zufällig vorbeikommenden Matrosen in die Flammen und retteten unter Gefährdung des eigenen Lebens eine Mutter mit ihrem Säugling. Als sie sich überzeugt hatten, daß niemand mehr in Gefahr sei, entzogen sie sich unerkannt dem Beifall der Menge. Man konnte bisher nur fest stell en, daß sie zur Besatzung des Kreuzers „Stettin" gehörten und daß her eine von ihnen Richter heißt. Ausland. In Paris ist am Mittwoch Fr6d6ric Passy gestorben. Er war einer der eifrigsten Vorkämpfer der Friedensbewegung Im Jahre 1901 erhielt er den Nobelpreis. Fr6d4ric Pafsu nxir der gelehrte Friedenstheoretiker, der den Krieg aus volkswirtschaftlichen Gründen bekämpfte und einen Erfolg nicht für den Augenblick erwartete, sondern eine gradmäßige Entwickelung deS FriedensgcisteS voraussagte. Als Nationalökonom in emo kleine Beamtenstellung verschlagen, wandte er sich schon in frühen Jahren der Publizistik zu und trat zum erstenmal als Verfechter der FriedenSidee vor die Oesfentlichreit, als wegen der luxemburgischen Wirren 1867 ein Krieg zwischen Preußen und Frankreich drohte. Noch als 86iührigcr und schon fast erblindet, nahm Passy 1908 an der 15. Interparlamentarischen Konferenz in Berlin teil, um für den Weltfrieden ernzutrcten. Aus London wird gemeldet: Die Ernennung Oberst Seel Vs zum englischen K r i e g s min i st e r ist am Mittwoch abenb amtlich bekannt gegeben worden. Das „Berliner Tageblatt" läßt sich melden, es gehe das Gerücht, daß im Kabinett weitere Veränderungen folgen werden. Ter Lord Präsident des Gelreimen Rates, Lord Morley und der Minister der Kolonien Harcourt seien mit der radikal-sozialen Politik des Kabinetts nicht mehr einverstanden In Moskau fand am Mittwoch unter außerordentlichen Feierlichkeiten bie Enthüllung des Denkmals Kaiser Alexander III. statt. Die Untersuchung bes A g r a m e r Anschlages auf (S u vai ergab, daß der Täter Iu kitsch mehrere Mitschuldige hat, welche verhaftet wurden. Kirche und Schule. Ter Vatikan auf dem Rückzüge. Die „Augsburger Postzeitung" erhielt von dem apostolischen Nuntius in München, Fruhwirth, folgende Mitteilung: Tie Erklärung des Monsignores Heiner entspricht den Huffanungen des Heiligen Vaters. Ter Heilige Vater in immer von dem Wunsche beseelt, die unzeitigen Meinungsverschiedenheiten in Deutschland ein Ende nehmen zu sehen. Seine Heiligkeit, die treue Liebe der deutschen Katholiken kennend, segnen sie von Herzen und ermuntern alle, insbesondere die Arbeiter, daß sie fortfahren wollen in Eintracht zu arbeiten für das Wohl der Kirche und des Vaterlandes, treu sich haltend an den päpstlichen Weisungen unter Führung und Leitung der zuständigen Bischöfe. Oesterreichischer SchnlbureaukratismnS. Der „Bresl. Ztg." entnehmen wir einige Angaben über einen Index, der ein Verzeichnis aller jener Bücher enthalt, welche öffentliche Bibliotheken der österreichischen Volks- und Bürgerschulen nicht führen dürfen. Also Grimms „K inder- unb Hausmärchen" sind durch zwei Erlasse verboten, auch Andersens Märchen, weil „ihr Inhalt von geringem Wert ist". Die spezifischen Jugendschriftsteller, die ein geläuterter künstlerischer Geschmack unserer Zeit für Kinder abgelehnt hat, sind in Oesterreich natürlich erlaubt — tollte man meinen — nein, auch deren Bücher sind verboten! Aber warum? Der bekannte Franz Hoffmann darf nicht gelesen werden: weil seine Geschichte „Sophiens Leiden" gegen bie Sittlichkeit uerftößt; denn „in ihr sind böse Eigenschaften eines Kindes dargestellt'. Wegen der berühmten Sittlichkeit stehen auch der meist von Moral triefende Nieritz .und die fromme Ottilie Wildermuth auf der schwarzen Liste. In einer ihrer Geschichten entfährt ihr das Schimpfwort „Maulaffen" — und deswegen wird ihr Buch verboten! Weiter geht's nimmer! Interessant wäre zu erfahren — welche Bücher eigentlich erlaubt sind? Wenn der österreichische Schulbureaukratismus schon am dürren Holze so furchtbar wütet, wie mag er erst mit dem grünen umgehen? *. । ** Evang. Konferenz für Hessen. Unter reger Beteiligung hielt am Mittwoch die „E v a n g. Konferenz für das Großherzogtum Hessen" (Friedberger Konferenz) unter dem Vorsitz des Geh. Kirchenrates Prof. D. Eger- Friedberg ihre dres- lährige Hauptversammlung zu Frankfurt ab. Zunächst erstattete Professor Werner-Friedberg den Kassenbericht, der an Einnahmen 1028 Mk. und an Ausgaben 1023 Mk. auf» weist. Das Vereinsvermögen ist auf 1021 Mk. angewachsen, lieber den Verlaufdes letzten Geschäftsjahres sprach der Vorsitzende. In dieser Zeit fanden in Friedberg und Darmstadt Bezirksversammlungen statt, in denen die „Konfessionslosen Schulen" behandelt wurden. Weiter behandelte der Jahresbericht den „Fall Jalho", den Streit um die theologische Prüfung in Gießen und die Aussicht über den Religionsunterricht in den Volksschulen. Der letzte Punkt verursachte eine längere Besprechung, an der sich u. a. Pfarrer Vogel- Reichelsheim i W., Lehrer Dollinger-Oberkleen, Prof. Matthes-Darmstadt uno der Vorsitzende beteiligten. Den Hauptvottrag hielt Geh. Kirchenrat Prof. D. Eger-Friedberg über „Das Be kenn t- nis unserer hessischen Landeskirche". Der Redner ging zunächst auf die Geyenfcitze ein, die zwischen der positiven und der liberalen Theologie in bezug auf bie Bekenntnisfrage obwalten, gab in knapper Form einen Ueberblick über den geschichtlichen Werdegang des Bekenntnisses, um bann in längeren Ausführungen ein Bild von dessen Bedeutung für die jetzige Kirche zu entwerfen. Hierbei betonte der Redner, daß unter allen deutschen Landeskirchen die hessische Kirche das evang. Erbgut am treuesten bewahrt habe. Die Kirche legt den Geistlichen bei der Ordination feinerlei Zwang auf das religiöse Innenleben auf, sie schiebt es dem Pfarrer ins Gewissen, daß er das Evangelium lehrt und hat dabei bis hertto gute Erfahrungen gemacht. Es ist nur zu sorgen, daß die inneren Vorbedingungen des Be- kennrmsses erhalten bleiben. Dem mit lebhaftem Beifall auf» genommenen Vortrage schloß sich ein langer Meinungsaustausch an, an dem sich u. a. beteiligten Pfarrer Dr. Becker- Alsfeld und Professor Fechter-Bensheim, der auf die interessante Tatsache hinwies, daß die zahlreichen Gustav-Adolfgemeinden Hessens eigentlich gar keinen Bekenntnisstand haben, weder lutherisch, noch reformiert, noch uniert, und daß es im Lande nur eine Gemeinde gibt, die sich als evangelisch bezeichnet, nämlich Fürth i. O. Weiter sprachen zu dem Thema Pfarrer St r a ck-Gustavsburg, Prof. Werner- Friedberg, Pfarrer Bogel- Reichelsheim i. W., Pfarrer Vogel- Darmstadt, Oberlehrer Gaul- Bensheim, Hof- prediger Widmann-Gedern, Pfarrer Grein-Darmstadt, Lehrer Dollinger - Oberkleen und der Vortragende. Mit einem längeren zusammenfassenden Schlußworte des Geh. Kirchenrates Prof. D. Eger fand die Konferenz ihr Ende.__________________ Attr Stadt uttfc Canö« Gießen, 13. Juni 1912. ** Tageskalender für Donnerstag, 13. Juni: 2. Abonnements-Konzert unserer Regimentsmustk. Abends 8‘/4 Uhr in Steins Garten. * " Landesuniversität. Der Personalbestand der Landesuniversität für das Sommersemester 1912 ist nunmehr erschienen und für 50 Pfg. zu haben. Er enthält die genauen Adreffen sämtlicher Dozenten, Beamten und Studierenden der Landesuniversität. ** Ordensangelegenheiten. Der Grvßherzvg hat die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der von dem König von Preußen verliehenen Orden erteilt dem Oberbürgermeister Dr. (Staffing zu Darmstadt für den Kronen-Orden 3. Klasse, dem Beigeordneten Ekert zu Darmstadt für die Krone zum Roten Adler-Orden 4. Klaffe, dem Beigeordneten Baurat Jäger zu Darmstadt für den Roten Adler-Orden 4. Klasse. ** Geburtenrückgang in Hessen. Wie die übrigen Bundesstaaten hat auch Hessen rn den letzten Jahren einen bedenklichen Geburtenrückgang zu verzeichnen. Es wurden nämlich in Hessen in den einzelnen Jahren 1908 bis 1911 Kinder lebend geboren: 37359 — 36 299 — 34 670 — 33 209, also im Jalire 1911 4150 Kinder weniger als vor vier Jahren. Die Geburtenzahl des Jahres 1911 ist so gering, daß man bis zum Jahre 1895, also 16 Jahre zurückgehen muß, um niedrigeren Wahlen zu begegnen. Es ist anzunehmen, daß sich die rückläufige Bewegung, die die Geburtenzahl in Deutschland genommen hat, noch weiter verschärfen wird. — In den kürzlich erschienenen Medizinal- statistischen Mitteilungen aus dem Kais. Gesundheitsamt sind Diagramme über die Geburtenhäufigkeit in einzelnen Bundesstaaten veröffentlicht, die n. d. Darmst. Ztg. infolge falscher Berechnung irreführend sind. *♦ Postkartenwochc Nach den getroffenen Vereinbarungen können auf den offiziellen und den bereits mit der Kais. Postbehörde verabredeten inoffiziellen Postfahrten insgesamt 700 Ky. Luftpost befördert werden Bei größerem Bedarf wird eine weitere Postfahrt eingefchoben Bis jetzt sind erst zusammen 360 Kg. Postkarten eingeliefert worden. - Alle offiziellen Postkarten dürfen nur zu dem ausgedruckteu Preis verkauft werden. In diesem Preis ist der Rabatt der Vermittler bereits eingeschloffen. •• Der Lberhesfische Geschichtsoerein unternimmt am nächsten Sonntag einen Ausflug nach Fritzlar. Fritzlar gehört zu den bedeutendsten deutschen Kunststätten. Wie Büdingen und Alsfeld, wie Gelnhausen und Friedberg ten. ringen. Seine ersten Tondichtungen gab ihm Türk mit unmäßigem Gelächter zurück. Die von ihm selbst am höchsten geschätzte Oper „Emmy" hat er nie zur Aufführung gebracht Er erzielte wohl Erfolge mit feinen Tondichtungen, aber nicht von der Art, daß sie ihm einen Verzicht auf feine feste Stellung mit ihren großen Ansprüchen an Kraft und Zeit ermöglicht Hütt Tie Rücksicht auf seine Familie zwang ihn fast, bis zuletzt zur ist auch Aiitflor darum von blonderem, künstlenschem und romantischem Reiz, weil hier das moderne Leben die Spuren des alten noch nicht überwuchert hat, rote etwa in Nürnberg, und weil da? alte noch unverfälscht und unreftauriert dasteht, im Gegensatz etwa zu Rotenburg. In der Fülle eigenartiger kleiner künstlerisch und geschichtlich bedeutsamer Zentren in der Umgebung unserer UmversitätSstadt, die dem GeschichtS- verein die Wahl für seine Sommerjahrt so leicht macht, nimmt Fritzlar eine besondere Stelle ein. Aehnlich wie Friedberg in seiner Burg und seiner Stadt erwuchs die BonifatmSstadt an der Edder im Kampfe zweier Gewalten, deS reichen Chorherren- stiftes und der Stadt, und dieser Wettstreit wirkte auch aus die Kunst steigernd zurück. Eine Einführung in das reiche geschichtliche Leben FritzlarS und seine Zeugen, die Kunft- denkmäler, soll der Aufsatz in den heutigen Familienblättern geben. Möge er auch so manchen, der nicht an dem Ausflüge teilnehmen kann, veranlassen, die Schönheit der alten Stadt zu suchen. — Heute, nicht am 2 7. Juni, wie e8 gestern infolge eines Schreibfehlers mitgeteilt wurde, findet das 2. Abonnementskonzert der RegimentSmufit statt. **3umSöroeabenb wird uns geschrieben: In Anbetracht des morgen ftartfinbenben Löweabenos sind vielleicht einige lebensgeschftUliche Daten willkommen. Karl Löwe, geboren 1796 als der letzte von 12 Gesckmnstern, entstammt, wie so viele hervorragende Deuffche, einem alten Pastorengeschlecht. Sein romantischer Sinn wurde besonders durch die Nkärchen und Erzählungen seiner Mutter geweckt, während er seine erste musikalische ?lus- bildung seinem Vater verdankte, der Oraanist und Kantor in Löbejün in der Nähe von Halle war. Mit 10 Jahren erwarb er sich als Solosänger im Köthener Gesangschor den ersten Unterhalt. Seine weitere musikalische Ausbildung nahm UniverntätS- musikdirektor Türk in Halle in die Hand. Nach dessen 1814 erfolgten Tod widmete sich Löwe feinen wissenschaftlichen Studien, ohne die Pflege der Musik zu vernachlässigen, erhielt das Maturum und bezog 1817 die Universität Halle, um Theologe zu werden. In diesem Jahre, also in seiner Studentenzeit, entstanden feine ersten Balladen. 1820 erhielt Löwe eine Anstellung als Lehrer in Stettin am alten Gymnasium: er hatte in Musik und daneben in Naturgeschichte zu unterrichten. Schon 1821 wurde ihm die Stelle eines Musikdirektors für Stettin übertragen; er hatte in diesem Amt das Orgelspiel uito die musikalische Leitung deS Gottesdienstes in der Hauptkirche, die Aufführung von Kirchenmusik an allen hohen Festtagen, ferner den musikalischen Unterricht an Gymnasium und Seminar (wöchentlich 18 Stunden) zu leisten und bezog dafür einen Gehalt von 850 Talern. 1850 verbesserte sich sein Einkommen um 300 Taler durch Uebemabme der Kantorstelle für den Kirchendienst an Wochentagen. 1869 starb ir in Kiel, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Löwe hatte schwer um die Anerkennung seiner Volksgenossen zu i^ qvan hat/ gM jJn Lerke Sä & wäS 7 WS“ I?df Äfaff war nur (aeßttSS iil K s-Stätf; tojHburd) gefügig -m. jungen, 1 Hung« unb jungen— r->-b Qnxi Triebwagen ftno feiben in aller Kürze i Heuernte ist gegenr bi, warme Witterung Jahr etwa 14 Tage f zufriedenstellend. — begonnen: die Erdbee w. «Isfeld, 11 Anwesend: Beigeordne! uieindaatsmitglieder. J gienbt in ehrenden Ä ulen in der städtisch unerwartet dahingeschied D.niianb erhebt sich zu Beginn der Sitzung gi die geplante Lotteri 'iathauses und der la, indem das elsaß-lo Zulassung der noch unk Tie 1. Ziehung findet s Scrtrieb der Lose begin iür den Prämien Immission vorgelegte i M erläuterte Vorar lebmigl. — Volkss oerb zur Schafsu Regelung der Angelege bmmiiiion Hal nach 5 erwerbenden Geländes jüglich der Vorgarten!, 1 mer das Tiegelsche 0 cnzukausen und die Gärt Lang, Adolf Ramspeck vlan eingcjnäwt, entfri maititig für ben £uc JMS soll 10 Meter sü sttrrn Daldeck ein 1 M KW nach feinem Garte Bebauung ei Wl fallen fat ne:er bezahlt werden, -nd genehmigt weiter die svrten, wie im Pim, £ fu.der Zahnstra MLS* ru diesem ® Romroder Straß, ihm von der Stadt fam Disv i das ton Ä’S» solle UN Wo ’u mTA,n '»ni dGk’ii* ■ Abtretu ifa. LrL'A'T *'ÄÄ™ 3 ^ermkifi/Lsalkvf Itb? UrwoA KÄS MW MW R« 5® sege, I , *<‘"-Sais S,tE *' d'° in Ergänzung seines Einkommens Privatstunden zu geben. Das allmähliche Anwachsen des Sinns für edle Musik in Pommern war fast ausschließlich sein Verdienst: die Stadt Stettin banfte es ihm, indem sie ihn 1866 verabschiedete. Löwe, der sich wenigstens das Recht, zuweilen seine geliebte Orgel spielen zu. dürsen, erkaufen wollte, bat, chm einen von der Stadt zu wählenden । und von ihm z. T. zu besoldenden Vertreter zu gewähren: die Stadtverwaltung schlug ihm die Bitte ab. In Pommern wird noch b heute, imc fein Biograph Runze schreibt, tiefes Stillschweigen 1 üben ihn beobachtet. Dabei hat Löwe auf dem Gebiet der Bal- V laben geradezu grundlegend gewirkt und steht hier heute noch als der anerkannt größte Meister da. "Einen Besuch unserer neuen städtischen SchlachthofSanlage machte Privatdozent Dr. Feist mit den Hörern deS chemischen Instituts. Unter Führung deS Direktors Modde wohnten bie Herren mehreren Schlachtungen | bei. Sie besichtigten die Kühlhallen und interessierten sich besonders für die Herstellung deS EiseS und für da» Trichinoskop. ** Schaukochen. DaS gestern und vorgestern veranstaltete Schaukochen im großen Saale von Steins Gatten hatte mehr als 600 Hausfrauen unb solche, die es werden wollen, angelockt: auch die Herrenwelt, die schließlich für gute unb babti billige Küche erst recht ein begreifliches Interesse haben muß, war nicht ganz unöertreten geblieben. Die vorn Gaswerk veranstalteten Bottührungen in der Kochkunst gelangen so vortrefflich, baß manche Hausfrau beschlossen haben wirb: fortan gelte nur noch bie Parole: Koche mit Gas auf einem modernen Herd mit Sparbrennern nach der so verblüffend einfachen unb sparsamen Methobe des Vor- tragenben. Vorgeführt würbe die Herstellung einer MittapS- mahlzeit, bestehend aus: Suppe, Fisch, Braten, Reis in Much und Obst, wobei die Töpfe zur besseren Ausnutzung der Wärme übereinander gestellt wurden. Dadurch und durch die neue Mtthode, daß Fisch und Fleisch ohne Butter, die Kartoffeln ohne Wasser anaesetzt wurden, blieben den Speistti die Nahrsalze und daS volle Aroma erhalten. Ueberraschend war es zu sehen, in welch kurzer Zeit ein Kalbs- ober Schweinebraten ohne Butter,zusatz und ohne daß bie Fleischstücke einschmorten, auf dem Gril Most- bratpsanne) aufging unb fertig war, ehe man sich es versah, mit vollem Saftgehalt unb Wohlgeschmack. Ein großer Schetlsisch, auf dem Rost zubereitet, war gerabe&u köstlich unb erregte aaiq befonberen Beifall. Von dem nicht besonbers angenehmen Schetl- fischgeruch unb «Geschanack war nichts zu b em er!en. Die Tarn« verzehrten bie Kostproben mit großem Appetit. Kartoffeln in der Schale, bie ebenfalls herumgereicht wurden, waren vorher nur gut gewaschen worden unb bann einfach in den Backofen geworfen, um nach 25 Minuten, wohlschmeckenb tzmd überaus mehlig, serviert werden zu können. Besonderen Beifall fanben aber auch die im Gasbackofen hergestellten Backwaren. Die Topfkuchen wäre» wunderschön auf gegangen uitb zeigten eine prachtvolle braune Farbe. I Die Vorführungen zeigten, daß sich auf alle Fälle mit Gas billiger' unb besser kochen, braten unb backen laßt, als auf einem Sohlen- | Herde. Aber auch das Plätten auf Gas bietet so viele Votteck unb ist so billig, daß es eigenttich zu verwundern ist, wenn noch nicht alle Hausfrauen sich des bequemen Gasplättapparalcs bedienen. Mit den Vorführungen war eine Ausstellung von Modellen verbunden, bie eifrig besichtigt würbe. Ausgestellt war eine große Anzahl von Gaskochern unb Gasherben, GasbabeöM und Gasplätten. Tie einzelnen Gegen stäube wurden den Jnter- .ciienten erklärt und vorgeführt. Ein kleine- Kochbuch mürbe ' kostenlos verteilt; es enthält nähere Erläuterungen über die moderne Gasküche. Interessenten, die das nicht erhalten ober die den Vorführungen nicht beiwohnen konnten, föraien Kochbücher von dem Gaswerk beziehert. ♦* Die Verbindung zwischen Ebel- unb Stephan st raße. In den letzten beiden Nächten, al? nach 2 Uhr der letzte Zug die oberhessische Strecke passiert hatte, entwickelte sich an der Baustelle der Verbindung von Stephan- und Ebelstraße eine seltene Nachtszene. Mit Geschwindigkeit wurderi die Eisenbahnschienen intb deren Unterlage aufgehoben. Eine Lokomotive wurde vor die schweren eisernen Balken gespannt, auf denen während des Baues die Schienenunterlage ruhte, und nach kaum 10 Minuten waren sie aus ihrer Lage entfernt. Tartu wurden die senkrechten Mauern der 3 Meter breiten Unterführung durch Flaschenzüge mit einer aus Eisen und Beton ber- gestellten Decke versehen, über die sofort der Schienenü^S \ r war, bevor der Das Gebet sprach Kaplan Moser. — Darmstadt, Universitäts-Nachrichten. 84—86 78-80 Mk. 102—110 93-102 85—92 74^)0—76.00 72.00—75.00 78^»-78.00 78.00—75.00 58.00—60.00 55.00—69.00 68.50—60.00 58.00—60.00 r u 3" der Gemeinde Senne im Rheinland sind in den letzten Tagen etwa zwanzig Kinder erkrankt, von denen drei starben. Die Ursache der Krankheit rst noch nicht ermittelt. Ein Motor^ot aus S ch c r r e b c ck mit 50 Personen nach BaUum tn der Nordsee, ist gekentert Zwei Damen und drei.Herren aus «cherrebcck sind ertrunken. . M n ta wird, gemeldet: In Talton ereignete sich em Eisenbahnunglück, bei dem drei Personen getötet und Müller'sche Badeanstalt. l'alitrroätme der Lah n am 13. I u n t : 17* R. loutb ab cic wurden als Leichen zutage gefördert. Aut der Havel gegenüber bcm Sch l o ü Babelsberg kenterte cm mit fünf Personen besetztes Boot. Drei Per» ’0 n,c, ^r>e, Füsiliere und ein Fabrikarbeiter ertranken, die beiden anderen wurden gerettet. Styci Züge der von Schandau (Sachsen) in- stirnitzschtul Mdrenden elektrischen Bahn stieben a n f a in m c n. Beide Zugführer wurden verletzt. Tic Passagiere blieben unverletzt. 12. Juni. Ein 23 Jahre alte-, in ber Dieburger Strobe beschäftigtes Dienstmädchen aus Boden bei Montabaur wurde gestern abend festgenominen. eie soll bei einer Freundin von verschiedenen, gemeinsam mit einem jyranffurter Zuhälter begangenen Mordtaten im Walde bei Reichelsheim i. d. W. erzählt und diese Taten bei ihrer Festnahme zugegeben haben. Nachträglich stellte sich heraus, daß das Dienstmädchen, das durch eine bevorstehende Geburt in ihrem Geisteszustand beeinflußt war, die angeblich begangenen Verbrechen erfunden hat. • Mainz, 13. Juni. (Privattelegramm.) Gestern abend wurde der Rottenführer Degen in dem Tunnel überfahren und getötet. Seine Rotte, die mit Gleisarbeiten beschäftigt war, nahm seinen Tod erst wahr, als sie vergeblich aus seine Sigiiale wartete. Schmidt. Spenglermeister A. H. Schmidt hat nunmehr seinen Plan, an der Jahnstraße eine Berzinnerei au errichten, fallen lassen und zu diesem Zwecke das früher Stielersche Anwesen an der Romroder Straße unter dem Vorbehalt käuflich erworben, dab ihm von der Stadt das früher von der Firma L. Wallach erworbene Grundstück abgenommen wird. Er hat daher ein Gesuch eingereicht, ihm Dispens für die Errichtung des außerhalb des Stadtbauplans befindlichen Neubaues an der Nomröder Straße zu zu erteilen und das von ihm gekaufte Wallachsche Grundstück käuflich zu erwerben. Der Stadtvorstand steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß man Herrn Schmidt in weitgehendster Weise entgegenkommen solle und beschließt die nachgesuchte Dispens- Landkreis Gießen. -w. Hungen, 12. Juni. Für die Strecken Hungen- Gießen, Hungen —Friedberg, Hungen —Nidda und Hungen —Laubach-Mücke soll nunmehr der elektrische Triebwagen-Verkehr eingesührt werden. Zwei Triebwagen sind bereits hier eingetroffen und sollen die- selben in aller Kürze dem Betriebe übergeben werden. — Die Heuernte ist gegenwärtig in vollem Gange; sie wird durch die warme Witterung sehr beschleunigt. Sie begann dieses Jahr etwa 14 Tage früher als im Vorjahre und ist überaus zufriedenstellend. — Auch die Reife der Erdbeere hat begonnen; die Erdbeerernte verspricht guten Ertrag. 3,e ettna in nlidb mu >icV - q Z °n bem V bet es flefiem in. rourbe, fmbel £ l'wentSntusitA Unb tntllhAf In B erlin sprang bei Rückbesörderung in seine Zelle der untersuchungsgesangene Agent Mühlbach vom vierten Stockwerk m den Lichthot des llntersuchungsgesangmsses, blieb leboch sonderbarerweise t o |t unverletzt v*1 barlottenburg sprana gestern abend eine Frau tmt ihren bcibcn Kindern, einem Knaben im Alter von un- Aefahr Jahren und einem Mädchen von 8 Jahren in die optee. Die tiintet konnten gerettet werden, die Mutter ertrank. Em furchtbares Gewitter mit Hagelschlag und Wolkenbruch richtete aus den Feldern bei Trier gewaltigen Sdiaben an. Die Obst- und Weinernte ist fast völlig vernichtet. .?n einem Hotel in London wurden dem Mitgliede der Pariser Juwelensinna Reinhold auS zwei Reiselasän ii, wäb- rend er kurze Zeit da» Ztiumer verlassen hatte, Schimtckiackxm und nr^l,n Werte von über 500000 Mark gestohlen. Lie Taschen sind offenbar mit einem Rasiermesser ausgeschnitten worden. Aus London wird gemeldet: In VilleSca (Iowa) find der wohlhabende Kaufmann Moore, seine Frau und seine v i e r Kinder sowie zwei zu Besuch tocilcnbe lunac Damen durch Axthiebe getötet worden. Die Tater sind unbekannt. L10K3a&tcn I erften Um? I Nach des,m 1814 ■ 5tubi®| ^.Ket das Matuu«» m Theologe zu I ?N2«^"°"den lei» ■ • Anstellung als R E m Musik und da-1 .^an 1821 nnube R ;in .übertragen! er hall' R musikalische Leitung bd R Wrung von lkirchm. R ' den musikalischen U> R lvöchmtlich 18 Stundet I von 850 Talern. 1850 1 Taler durch Uebemnbnw I an Wochentagen. 18^1 Abensjahre verbrachte M seiner Volksgenossen pl ab ihm Türk mit url n selbst am höchsten ge-I Aufführung gebracht Ä M chtungen, aber nicht vorN seine feste Stellung mcjfl । Zeit ermöglicht hätte». W ihn säst, bis zuletzt zvrW stunden zu geben. Tor kV edle Muiik in PMmmrff die Stadt Stettin dankd rtte. Lölve, der sich wD -liebte Orgel spielen yl it der Stadt zu MhiendeiN etreter zu gewähren: In Pommern wird rnxt™ ibt, tiefes Stillschweiger ? uf dem Aebiet der M ,b steht hier heute rat . neuen städtischkr | atdozent Dr. Feist m'; s. Unter Führung de- mehreren Schlachtung?. l und interessierten siä - Eises und für bei | erteilung. Bezüglich Erwerbung des Grundstücks soll durch eine »Ortsbesichtigung Jen geteilt werden, ob die Stadt das Gelände I zweckmäßig verwerten kann oder nicht. — Gesuch des Otto ' Rudlos um Abtretung von Gelände Otto Rudlof hat |ttn Gesuch eingereicht, ihm das bereits zugesagte Gelände, obwohl | ber Kauf mit Hartmann nicht zustande gekommen sei, zu über» klassen. Der Stadtvorstand beschließt gemäß Vorschlag der Vaukommission, das Gelände zum Preise von 5 Mk. für den Quadratmeter abzutreten unter der Bedingung, daß Herr Rudlof | rin Austauschgelände zum gleichen Pre-ise der Stadt abgibt: erner, daß er binnen 3 Monaten das ihm überlassene Gelände m,t einer Einftiedigung umgibt, die die vorherige Zustimmung des Stadworstandes ftndet — Voryartentinie am Walk nühlweg. Der Vorschlag des Ministeriums des Innern wird nach dem vorliegenden Lageplan angenommen — Tie Herstel - lung von M o saikpflaster in der Schellengasse wird dem Pflastermeister Adam Hebeis zu Alsfeld zu seinem Angebotspreis von 3128,50 Mark übertragen. — Zu dem Rekla ma- lionsgesuch der Heinrich Schneider VI. Ww, bie bet der Ersatzbehörde darum nachgesucht bat, ihren Sohn Eckhard tont Militärdienst zu befreien, wird mit Rücksicht darauf, daß der Sohn als einziger Ernährer seiner Mutter anzusehen ist und Eelbc in sehr dürftigen Verhältnissen lebt, beschlossen, Gesuch zu befürworten. — Auf Antrag des Gemeinderats fing wurde noch beschlossen, die Bürgermeisterei zu ersuchen, die Tagesordnung der nächsten Stadttorstandsfttzung zu setzen: Ibbereinigung in der Gemarkung Alsfeld, um chluß darüber zu fassen, auf welche Art und Weise das Land- stsbild der Umgebung von Alsfeld bei der Feldbereinigung Ilten und nicht durch Llusrotten von Hecken, Sträuchern und imen verunstaltet werde. Besonders wurde dabei die Land- ft vor dem Homberg ins Auge gefaßt. 0 Mücke, 11. Juni. Wie dringend die Personen- förderung durch die Post nach Ulrichstein einer Hesserung bedürftig ist, zeigt die Ankunft der gestrigen wgenpost. Tie gegenwärtige Perfoncnpost weist sechs ritzplätze auf. In dem Wagenkasten saßen aber neun Per- Otten in drangvoller, fürchterlicher Enge einige tnif den ^tien barmherziger Mitreisenden. Dazu befanden sich noch Ivei Personen auf dem Bock neben dem Postillon, im ganzen also elf Personen Wie viele Reisenden, die vielleicht glelch- tlls mit der Post wollten, zurückbleiben mußten. läßt sich licht seststellen. Hier würde eine Automobilverbindung die beste und wirksamste Abhilfe bringen. Kreis Schotten. 8 Ober-LaiS, 12. Juni. Vor etwa zwei Jahren •c-3be unsere überfüllte Schulklasse geteilt und eine zweite sdjulfieße errichtet, die in einem gemieteten Wirtssaale unter» Ttb vorgestern wW ™@«rten bitte mH .so vortrefflich^ mA i gelte "irt Tb mit Sparbrennern v- 'm Mode » «J AllM M ft, Braten, Reis m k Ein Ö’TjTgrtl [ köstlich und EZAI einfach tn, Wi bietv ' .» Ivenn -H veEndZ^paB^I ^gvsstellu^'Asl i- I it ghel' .1 ä'&sa ES«»! kSsSÄ e, u>td.1 s-kH wanveni und Reiftn, Bäötr und Sommerfrischen. onberjüg c ; u c r m ä ß ig t e n P r e i se n v o n S ü d- n a o) Ji o rddeutichla nd und dem Rdeinlanb verkchren wie folgt: Ba^el S- _B. _B. ab am 7. 3iäi 12^) Uhr uachm. nach Hamburg, 12. Juni. 2 i n b p a l n t n e r, Baierlein und I a h n l sch, die heute früh kurz nach 4 Uhr zum Ueberland- fing nach Riel starteten, sind dort emgetrosfen. Lindpaintner nach einer etimbe 20 Minuten, Baierlem füni, Jahmsch 10 Minuten päter. Tie Fahrt sowie bie Lanbung verliefen glatt k V12’ 2uni- Als bie Marineoffiziere Ha,lehurft und Welsh auf ben, Flugplätze der HeereS-Aoiatike'r-Sch.lle in Marvland übten, snlrzte ber Zwerbecker ab unb beibc Fli - aer würben getötet u ^r.,^rß,tCllt ,™UCÖt Tedc ist 4 M-trr breit unb 12 Meter lang Sie war schon vor 14 Tagen zur Halste auf jeder Sette des Bahntörver? auf einem (Herüft her. jeftÄt. Man hat dies Verfahren emgcfcMugcn weil man bet dem regen Verkehr der Strecke bie Herstellung ber Decke ®trffe nutzt detverksteiligen tonnte. Zn jeder 9Md)t haben an der «aunelle 5 Arbeiter fl.arbeitet, bie es fertig brachten, daß ber Weg wieder sahrba nächste Zug die Strecke passierte. -** ® üi“ 1 ‘e tn "Nb Lehrer. Seit einigen -tagen treibt ein etwa zwanztgiähriger "trenich ans bm Anlagen fein Unwesen, inbem er chulv'luhtigc Mädchen durch allerlei Versprechungen an sich zu locken suckt Gestern abend wäre ihm dies beinahe gegluckt und nur cmem Zufall war es zu verdanken, daß nicht oielleidS Schlun- ntered tmsstert ist. Kurz nach 8 Uhr halte der Betreffende ein etroa zehniahriges Mädchen auS der §äwNstraße mit sich flf- ttommen Mehrere andere Kinder hatten von dem jungen Men- f^en das Wort Äinematogravh" gebart unb als die in großer Aulregung |id) benndenden Eltern auf diesem Wege nach ihrem xinbe fabnbeten, fanden sie es nach 9 Uhr im Mincmatograob । bei ihm ,itzen Er hatte dem Kind eine Tafel Schokolade gegeben unb e« dadurch gefügig gemacht Veiber ist es nicht gelungen, seine Personalien sestzultellen Tic Eltern brr Kinder aber und auch Die Lehrer mögen die Kinder eindringlichst warnen, von ünbe- rannten Tertönen 01 eschenke anzunehmen ober ihnen zu folgen, damit Unheil vermieden wird Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 11. Juni. iStadtvorstandSsitzung.) Anwesend: Beigeordneter Weitz als Vorsitzender, sowie 12 Ok- meinderatsmitglteder. Vor Beginn der Sitzung gedenkt ber Vor- jieenbe in ehrenden Worten des 12 Jahre mit unermüdlichem Wirken tn der städtischen Verwaltung tätig gewesenen, jetzt so unerwartet dahingcschiedenen 1. B igeordneten Kurtz. Der Stadt vorttand erhebt sich -u dessen Ehren von seinen Sitzen. — Zu Beginn der Sitzung gibt der Vorsitzende bekannt, daß nunmehr die geplante Lotterie zum Betten der Wiederherstellung des Rathauses unb ber Walpurgiskirchc endgültig gesichert sei, indem daS elsaß-lothringische Ministerium zu Straßburg die Zulas,ung der noch unter.Mibringenben 10 000 Lose gebilligt habe Die 1. Ziehung ftndet statt am 11. unb 12. September 1912 der Vertrieb der Lose beginnt am 12. Juli 1912 —Voranschlag für ben Prämienmarkt 1912. Der von ber Markt- kommission vorgelegte unb von bcm Vorsitzenbcn derselben, Herrn L Koch erläuterte Voranschlag wurde ohne weitere Debatte gc- I nebmigt. — VolkSschulneubau; hier, Gcländcer- werb zur Schaffung eines freien Platzes Tic mit Regelung der Angelegenheit vom Stadtvorsland beauftragte Bau kommission hat nach Verhandlungen mit den Besitzern des zu erwerbenden Geländes vor^eschlagen, den vorgelegten Plan bezüglich der Vorgartenlinie in ber Volkmarstraßc zu genehmigen, ferner das Tiegelsche Grundstück für 3,50 Mk pro Quadratmeter Mijukaufen und die Garten von Hch. Gottft. Walbeck, Gg. und Wilh. r Lang, Adolf Ramspeck unb Joh. Karl Gunbrum wie in bcm Plan cingejeidmet, entsprechenb auszutauschen und hierbei 3,50 Mk. gegenseitig für den Quadratmeter »u bezahlen. Die Einfricdst gung soll 10 Meter südlich von dem Gebäude abgestellt und s Herrn Waldeck ein 1 Meter breiter Zugang von ber Volkmar- k straße nach feinem Garten solange gestattet werben, bis er einen k Zugang bei Erbauung einer neuen Straße bekommt Dem Hart- । manu Denzel sollen für fein Gelände 4,75 Mk. für den Quadrat- meter bezahlt werden. Der Stadtvorstand beschließt demgemäß . und genehmigt weiter die Verlegung der Straße durch den Junkern- garten, wie im Plon eingezeichnet. — Baugesuch A H. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde bezüglich der Firma Ottmar Köhler zu Gießen eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 5. Juni 1912. Arsßherzogliches ÄmtsgWM gebracht wurde. Gegemvättig wird an einem neuen Schul- l Berlin, Hamburg unb Bremen: Basel S B. B. ab am 1. Auynst ge bände gearbeitet, indem an den vor etwa 14 Jahren I '^0 lldr norm, über Aarlerub«-. Wiesbaden nach Köln. Bremen erbauten Saal ein zweiter an- und zwei geräumige Lehrer-1 Hamburg: Stuttgart ab am 2.» Juli 7,00 Uhr al>enb6 nach raofjnungen aufgrbaut wurbtn. 'Vv •' " irn; i'hmdh-n a»<* 16 j v.’la "dr nachm Aurnl .r,i ab am 15. Juli 5,o0 lldr na (tim., xms yrirDDrrg. I Brem - am 16. Juli 5,31 Uhr morgens. Hamburg an am w Bad-Nauheim, 12. Juni. Tie Bahnärzte des . Jul' 7,07 Uhr morgens: Straßburg i. E ab am 5. August EltzcnbahndirektionSbezirkS Halle a. b. S. besuchtenIknittag- nach der Rordnc: Straßburg i E. ab am UN» d.stch.ig..n »,. «-»»st'i. L'SüL ÄS/te unb sämtliche Kuranlagen. ab am 5. August 7,33 Uhr nachm nach Berlin: Metz ab am Starkenburg und Rheinhessen. I - /,'>» Uhr nachm nach Berlin: Neustadt a. H ab am da. Darmstadt 12 ^uni Unter aroBer iHetrilinunn Uhr nachm nach Berliii Weitere Auskiinst sowie fand hrur/ .nrm.fMV L' mT 9k . ®k «bnnl«n»e unl> »k -’iorb- « rS. n 1 bJ,c 8!*c»" " 8 d-« verstorbenen u»er mit« touenu» «hdimd, burrt> #«.. Jmrmationdt öffmt. »-)verhosmarfchalls a. D. Paul Freiherr von Westerweller l'ibe Verkebisbureau ui Berlin, Unter den Linden 14. Don Anthoni auf dem Friedhöfe zu Darmstadt statt. DaS\~ -- —----1 GroßherzogSpaar beteiligte sich an der Beisetzung. ES Kleine Eagerchronik. waren ferner erschienen der preußische Gesandte Freiherr Aus Herford wird gemeldet Auf der Grube Mützl- ron Jenisch, Brigadekommandeur Breugel, General Maxi, sttirzten durch Bruch eines Förderseiles vier Berg- von Heyl und Stadtkommandant von Randow. Die A Minister wurden, da sie dienstlich verhindert waren, von Geh. •Staatsrat Krug von Nidda vertreten. In der Kapelle fand «ne kurze Feier statt. Das Gebet sprach Kaplan Moser. Freiherr von Jenisch legte im Auftrage des Kaisers einen prachtvollen Kranz am Grabe nieder Hessen-Nassau. () Marburg, 12. Juni. Tie B u r g e n f ahr t der ,.Bereinigung zur Erhaltung alter deutscher Burgen" schiloß mit einem Besuch Marburgs. Die Teilnehmer der Fahrt, etwa 150 bis 180 Herren und Tarnen, zafen gestern mittag mit Sonderzug hier ein. Ober- lürgerm elfter Tro je entbot in den Ltadtsälen den frem )en Güsten das Willkommen der Stadt Marburg, worauf Professor Bodo E b h a r d t-Berlin und Generalleutnant v. B a r d e l ebe n-Eharlottenburg dankten. Bon hier aus )egaben sich dik Burgenfahrer nach dem Landgrasenschlosse, >as sie samt den Sammlungen des Staatsarchivs und der hessischen Altertümersammluna besichtigten Bei dieser Ge- legenhcit hielt auch Arck>iv°r Dr. Rosenfeld im Schloß...... „ liof einen Vortrag über die Geschichte des Schlosses. Der 70 verletzt worden sind. ------- Mstieg nach der «>tadt erfolgte über den lutherischen Kirch- . , Aus Tiflis wird gemeldei: Vom Berglamm stürzte Hof, wo die alten Hauser, deren oberste Haustüre sich infolge SteucrbruchS das in voller Fahrt befindliche Autom obN am Dache befindet, besondere Beachtung fanden. Weiter ^,ne5o Kaufmanns aus etwa 800 Meter Höhe ,ib Der Besitzer besichtigte man die Universität und die Elisabeih-Kirche. Automobils, der selbst lenkte, kam um. Der Passagier unb In ber Universität gab der derzeitige Rektor, Prof. Scheiik, £2 ilrt' dadurch, daß sie ans dem Automobil und in der Elisabeth-Kirche Prof. Bock und Lyzeum-chirektor unb ®n..bcn Felsenrand Hämmerten Di. Sechaußen ErNä,ungen Al-cnd- fanb auf ber uher- ft ö at0‘' n'™">m Mltae«tb. badwromtmabc ein Sufarnntenfein ftathunb Jg?n w Uhr $,c ^lte GelMenhkit. bie Illumination In slotnik (Kreis 3omfl) verbrannten bei einem be..' Schlosses unb be» Katser-Wllhelms-TurmS auf Spie- Groß feuer s K i nber. bie von ben Eltern einaekSlallen gelsluft zu bewundern. Heute früh sand in dem Bücking- waren und sich daher nicht retten konnten. schcn Garten ein Frühschoppen mit den Vertretern der Sln Tambow wird gemeldet: Aus dem Vorwerk Da- dcntenschaft und anderen Gästen und nachmittags eine o^^rafen v. Orlow vcrbraniitcii 59 Fcldarbciter, die in Marburger Fäßchenpartie statt. "rrocger. Weitere Mastamniel, gut genährte junge Schafe ।------ --- I und geringere Mastlämmer 38—84 Luftschisfahrt. Vollfleischige Schw^'v^n BC-lOOkt Ferafliig Berlin—Wien. Lebendgewicht........-— Dien, 12. Juni. Der Flieger Bergmann mit seinem ^fleischige Schweine unter 80 k? Fahrgast Leutnant »chürzel hatte bis Oderberg guten Flug «i^n^-vichU Hieraus Tarn er durch Nebel in ein Gewitter, so daß er nichts ^‘9e o(^roeine Don 100~ 130kj sehen konnte. Infolgedessen verloren die beiden Flieger bie Orien- • • • • • • tierung gänzlich und überflogen, ohne es zu wissen, Prerau und ^^kle>!chlge «chweine von 120—150 leg Kremfter, sie lenkten bann nach Troppau zurück. In ber Nahe bes "vendgewicht........ Torfes Stettin gingen sie nicbcr Flieger, Fahrgast unb ------------------------------------ Apparat sind unversehrt. Da bie Postämter in ben nächsten Ortschaften geschlossen waren, konnte weder telegraphisch noch telephonisch irgendeine Nachricht aufgegeben werden. Bergmann 1 _ unb sckmrzel rühren mit ber Bahn nach Wien, wo ftc heute * Amtlicher Wetterbericht. morgen 6 Ubr emtraren. Heute abend fanb zu Ehren ber auf Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen, ötterreiämchcii Boden gelanbelen Flieger cm Bankett statt, das Wetteraussichten tn Heffen für Freitag, den 14° Juni 1912- die Lvitzeil der Gcielsschait vereinte Bürgermeister Neumaner über. Veränderlich, Gewitter, strichweise leichte Regen, mäßia warm ' reichte den Siegern namens der Stadt Wien und des Landes Nieder- ■— - ■ ■■ -----— öüermd) Ehrenorcise Ein Vertreter des Württembergischen Flug. Cctltc 27adiricbicti Vereins überreichte Hrrth einen Lorbeerkranz. Es folgte noch 1Q l,mrcn* eine Reche weiterer Reden Tas Bankett fand er ft m fpmTrL ^<"1-, 13. Juni. Der Sekretär des fvanzöftsthe» Stunde sein Ende. ivater Bergarbeiterverbandes deutete im Kammerwu». Breslau,12. Juni. Jnfoloe strömenden Regens gabM^uP Bergleutegefetz an, daß der Bergmannsbreik Krieger den Flug nach Wien auf. ausbrechen werde, wenn nicht vor den Ferien das Gese^ , ™ ■ , . z_ . * über die Ruhegehalte der Bergleute angenommen wür^ , Q nh^Vnm'hnA r ^r™Qt,eleflröm> Gestern abend um Toulon, 13. Juni Das Unterfeeb00t Ehar- -Ä 5S ‘Ä?Ä.S-ÄÄB -- - 'Mandanten, das Boot wieder an die Oberflächc Lu brinaen L 0 n d 0 n, 13. Juni Beim A u s ft andd er Ha^- arbetter hat sich nichts wesentliches geändert. Außerhalb Londons streiken nach Zeitungsangaben 25 000, und nach Angabe der Streikleitung 50000 Mann. uswahl bkhauplocrM" Enorme Billigste Preise Sandalen Umtausch gestattet Versand nach auswärts franko B»'. K. 49/12. Löwe-Abend Lieder und Balladen von Carl Löwe v31l, gesungen von Continental Gummi-Absätze B* । K. 47/12. 2/269»/,» Anfang 814 Uhr. Operetten-Abend 04938 worden. D*7. A. Neurath. A. Dickor Dls/e geziemend in Kenntnis zu sehen. bei Gebrauch der ganz ps«o vorzüglichen ffngl. tarnen - ffostiime Vi '/« ' »Ltrst. M.1.10 60* 35W loMd Bier im GlaS. Iäuge Ihohwtt von der Verwaltung. ID»/e t-rbnliner^dl v, Wiese 2/270*/,» — 617 qm Hofreite daselbst 2,913 — 113 qm Graben das. Giehen, den 29. Mai 1912. Grohh. OrtSgericht. Gros. Hengrasversteigerung des evangelischen MaricnstiftS zu Lich. Areitog, den 14. Juni 1912, vormittags K Ubr aniangend, soll das Heugras von den dem Marienstist Lich gehörigen etwa 80 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Ober- und Nicdcr-Bcisingcn an Ort und Stelle öffentlich und meistbietend versteigert werden. Der An sang ist an der Stockbrücke Die Bersteigerung in der Gemarkung Ober Bessingen beginnt um 11 Ubr im Sautenkor bet Abteilung Nr. 1. D,0/a Lich, den 8. Juni 1912. Büchsenschütz. Liebigs Wein-Creme diefeinsteDellkatesseder Neuzeit! Man verlange aber ja nur Liebigs Marke „Bäckerjunge“. 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Fischer — Tel. 323 eine ifterrenscfineiderei nach Mass ~~ 1851-1901 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Altersgenossen von dem Ableben unseres lieben Kollegen Herrn Moritz Friedberger _ „„ 642 qm Gras- garten rechts der Chaussee aus die Herrschaftliche Bäber • Sommerfnfdjen Pensionen Gesundheit*- F A Damenbinden j|j 1 Dutzend Pack Psg. w w bei 2 Pack. Adler Drogerie, Seltersw.39. OttoSchaaf 138771' Schokoladen Eigen- und em.zigartiser Feingeichmack/ Preis v. ',,-Pfd. Tafel nU 16, 20, 25,50, 40,50,60,^ SelterswegTT. VtkMtllllllhllIlg. Von der Mitteldeutschen Creditbank und Herren L. & E. Wertheimber hier ist bei uns der Antrag auf Zulassung von nom. Mt. 3500000.—4°/oSchuld- verschrcibungen der Stadt Bietzen vom Jahre 1912 zum Handel und zur Notierung an der hiesigen Börse eingereicht „Haben Sie offene Beine, Sramvsadergeschwüre, Hautentzündungen, dann bringt Ihnen Zucker s.Saludcrma' rasch Erleichterung." Aerztl. warm empsobl. Dose 50 Pi. und 1 M. 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Unter dem Lors n1„ äenburg.uni ^enho^ru 'hr« «on'vcnde gälte, -voraus an oen «bg.iandt wurde- -^ann. wurde o Landwirlschastä-Gesell hieraus hielt xa. toprig) einen Lorttak 5tanb der Freibank Q U.VI.8V2W Ltl. Och4e«stestch 6* Mg? lB°/e vM/, □LfcJfcSiil JiibilöWs-CantiirM Gieße» 1912. Die Plätze zur Errichtung eines Zigarrenftarides und eines Standes für die Festpostkarten und die Festschrift sind zu vergeben. , [Vu/e Angebote sind bis zum 15. Junr ernzurerchen. DerBergnügungsausfchutz: Der Preßausschutz: ffein Zitronen -Saft 71 71 7. 7e8tnL M.lUi0 90Pfg. 50Psg. 30Psg. ffein Limetta 7i 7, 7. 7.Ltrll. M.1.40 80Psg. 50Psg. 30 Psg. Ist. Bndinger Apfelwein 7,Liiersiasche 45 Psg. sowie diverse Torten Mineralwasser in 7» u. 7, Hl. cmsiehlt Georg Wallenfels nur Marktplatz 21, Televb. 46 gegenüber d. 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Schlag, Äesermarschv in im Herzogtum in dagegen ist die Zreg 6 ch w c i n e z u ch t ist und kleinsten Bestie werden jährlich 90 G Zeile zur Fabrikalior fcciildluna von sogei 2000 Masninder erj nosienschastswe 138 Tarlehnskassen i Zahresumsay im Jal landwirlschast/ichm s ubaall, aud) im Herz yauiwirte imb am' ÜU öewcinen sei aber die i j dank der Fürsorge der 3obann hielt Dir du Entwicklung und _ Ferner wurde besi Straßburg und Fahre 1915 soll in 'inden. o,,, Dankeswortei .-'lbrecht die Hauptvers veutscher j erhalten folge 2usiuflf Ä Mitteilu brachte aus bei hat, bitt, H' ^anjung folgen. Vtt Äuirus ist von fenolmojotif*1 kn usw. beritt bet ^»uei vseres ata Scbjun9( VesamiL den Orau zum öum «e i Tas «ff ^eich> galten bltibenQmm-be| übliche >vlrd U1 l'c'^Ä£rÖen' i •Söffet"! b- Echte V? deiner P ZI dich, 0 ^^£^9 9 Bindfaden y. Seilenvaren aller Art empfiehlt zu billigsten °** Preisen Ludw. Lazarus Asterweg 53 Fernspr. 506* L Lästi«itHmku"'LLl Pros. »i-. Grunwalds Ent» baarimgsvulver,DofeM.lL0i Niedcrl.:Pelikan Apotheke. 3323 Steins Barten. Donnerstag, 13. Juni II. Abonnements-Konzert der Kapelle des Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löber» C% üiniMnnf Waldhotel Tannhäuser f. i« 11111 Moderne Sommerfrische. ISu/s b -L lÜUUllliUlJl Zimmer mit Balkons, elektr. Licht, 1 vorzgl. Verpflegung bei massigen an der Lahn. Pensionspreisen. Prospekt durch -den Besitzer Ph, Heuser. Mai—Juni Preisermäßigung. GrosieWäsche haben, ohne ÜB zu plagen, ohne einzuleis«. ohncRcib., ohneNascnbleilve, kann jede Hausfrau heutpn tage, tvenn sie die schmntzM Wäsche 1,St. mit Giotil tpAc Kochen, auSspül. u. die Wäsche ist gereinigt und schnceweih. Giotil voll' ständig unschädlich, per' y»- nur 30 Psg. Fabrikanten naucr Seneniabrik G.m. b.H. Allein. NiederU»- bei 6br. Arnold Nachiol-- Stevbanstrabe 42: TVilbel« Wagucr, Steinitr. 45. 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Jahrgang 115 Giehener Anzeiger Erschein« tLgttch mit Ausnahme wrt SonmagK. General-Anzeiger für Cberheffen ahl. tattet Sicher undi augcnmittcl. '.Berlin W.8. schmerzlos wirtl das cdjtc Radiauer'ichc vubu ■L tiu Pfg. Jiur echt aus der Hronen 5toot6ctc epoi in den meisten Apotheken und Drogerien, tal11/^ öl m Depot Die „Oietzener LmnlliendlStter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, do« „Kreisblctt ffir den Ktel» »letze«" .-vermal wöchentlich. Die „LandwiNschaftlichev ödt- fragen" erscheinen monatlich zweimal. «BK Tie Marktpreise für Viel- und Frucht und die (SicBCucr Fleisch« und Broiprcise ___________ am 10. Juni 1912. Donnerstag, 15. Juni 1912 Ästattonibnid und Verlag der vrühllche« Unt»ersitLr« - Brich- und Stelnbrudeeel 0t Lange. Stehen. Universitäts-Nachrichten. Tie Universitär Leipzig wird im laufenden Sommersemester von 5038 immatrikulierten Studierenden besucht, gegen 4888 im Sommcrsemcster 1911 und 5170 im Wintersemester 1911/12. Außerdem I-aben noch 887 Personen die Erlaubnis zum Besuch der akademischen Vorlesungen erhalten. Der Bundesrat und die vesitzsteuer. Die oifiziösen .Berliner Politischen Nachrichten^ schreiben: Wie jetzt bekannt >vird, hat der Bundesrat dein von den Abgeordneten Basser mann und Erzberger eingebrachten Gesetzentwurf aut Hinausschiebung der Herabsetzung der Zucker- steucr und aus Vorlegung einer allgemeinen Besitz st euer bis 30. April 1913 zugestimmt und dadurch die Reichsftnanzver- wallung mit der Ausarbeitung einer entsprechendcn Vorlage bcauttragt. Hiermit entfiel für den Bundesrat die Möglichkeit, dem Anträge der Fortschrittlichen Volksparlei auf Wiederholung des (S r b - s ch ast S st e n e r e n t w n r i s vom 14. Ium 1909 zuz »stimmen. Während der Reichstag beide Anträge annayni und damit, ivie es der Abgeordnete Baffermann »in Plenum des Reichstags ausdrüdte, den verbündeten Regleruugen zwei Offerten nebeneinander machen konnte, war es für den Bundesrat ausgeschlossen, der Reichsfinanzverwaltung zwei solcher Aufträge zu erteilen. Wenn daher der Bundesrat den Antrag Bassermann-Erzberger und nicht den der Fortschrittlichen Volkspartei annahm, so hat er damit, entsprechend den Erklärungen des Reichsschatzielrelärs im Reichstage, sich vollkommen freie Hand über die Ausgestaltung der seinerzeit vorzulegenden allgemeinen Befitzsteuer gelassen, ohne etwa gegen die in dem zweiten Entwurf empfohlene Erbschaftssteuer Stellung zu nehmen. Sport. Budapest, 11. Juni. Bei der vom Konigl^Ung. Auto- mobilflub vom 6. bis 9. Juni veranstalteten Kleinwagen- sahrt über 1300 Kilometer wurden die beiden ersten Preise aus Ove (wagen erzielt. Ten 1. Preis errang nebst der großen goldenen Medaille und einen Ehrenpreis Baron Born und den Ehrenpreis der Stadt Debreczen Herr Sauer. ÄebaftUn, Expedition und Druderet: Schul- strotze 7. Expedition und Verlag: fca® 5L Redaktion: 112. Dell-Adr^ AnzeigerGießen. jrangenbliitei» Linden-Blüte» Feld-Blüten* HONIG garantiert rein | Reiormhaii! Kreazp|atz „ 68. Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftt- Sesellschafl. :: Marburg, 12. Juni. Unter dem Vorsitz des Herzog-Regenten Johann ?llbrecht von^Medlenburg und des preußischen Landwirtschaitsministers v. ^chorlcmer-Lteier und des Staatsministers von Anhalt Exz. Laue und des Oberpräsidemen von Hannover Exz. v. Wentzel trat die Deutsche Landwirtschasts Gesellschaft hier im footel „Furstenhof' zu ihrer 68. Hauptversammlung zusammen. Ter Vorsitzende Herzog Johann Mbrecht begrüßte die erschienenen Gaste, woraus an den deutschen Mail er ein .vuldigungstelegramm abgeiandt wurde sodann wurde beschlossen, zum Präsidenten der Deutschen Landwlrtichafts-Geiellschast für 1912/13 den Statthalter von Elsaß- Lothringen Grasen Wedel zu wählen, der mit der Wahl sich telegraphisch einverstanden erklärte. Hierauf hielt Landesökonomierat Dr. Pommer (Braunschweig- einen Vortrag über den Stand der Landwirtschaft im Herzogtum Braunschweig. Bei den verschiedenen Bodenarten des Herzogtums werden hier die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft gepflegt, insbesondere der Zuckerrübenbau, der Spargel- uno Gemüsebau u. a. D»e B e s i tz v e r h ä 11 n isse sind im Herzogtum als sehr günstig -u bezeichnen. Die Besitzungen von 2 bis 100 Hektar umfassen 83 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Der Hafer nehme die größte Anbaufläche ein, u-in folgen Roggen, Weizen und sodann die Zuckerrübe. Es sind 29 Zuckerfabriken im Herzogtum vorhanden, die sich als Aktien-Gescllschastcn in den Händen der rübenbauenben Landwirte befinden. An Kon- servengemüsen toerben felbmäßig gebaut etwa 4000 Hektar Spargel, 1300 Hektar Bohnen, 1725 Hektar Erbsen nnb etwa 550 Hektar Marotten, Spinat, Kohlrabi, Blumenkohl, Rosenkohl, Braunkohl unb bergt Es befinden sich im Herzogtum 52 Konserven- sabriken, allein in der Stadt Braunschweig 28. Tie jährliche Fabrikation von Konserven beträgt im Herzogtum 45 Millionen Dosen und Gläser. Tie Viehhaltung ist im Herzogtuin sehr stark. Die Pferdezucht betreibt hauptsächlich die Züchtung eines schweren Arbeitspferdes. Tie R i n d v i e h z u ch t, die durch ein ZuchtstierhaltungSgesetz gefördert wird, produziert oitsriesischeii Schlag, Wesermarschvieh und Harzvieh. Tie Schafhaltung ist im Herzogtum im Laufe der Zeit erheblich zurückgegangen, dagegen ist die Ziegenzucht im Wachsen begriffen. Auch die Schweinezucht ist sehr ausgedehnt, besonders in den kleineren und kleinsten Betrieben. Im Schlachthause zu Braunschweig werden jährlich 90 000 Schweine geschlachtet, die zum größten Teile zur Fabrikation von Wurstwaren verwendet werben. Zur Herstellung von sogenannter Dauerware finb jährlich mindestens 2000 Mastrinder erforderlich. Tas landwirtschaftliche G c - nosfcnschaftswesen hat sich gut fortcntmidelt. Es bestehen 158 Darlehnskasfcn und 46 Betriebsgenofsenschaften mit einem Jahresumsatz im Jahre 1910 von 52 Millionen Mark. Tie landwirtschaftlichen Arbeiterverhältnisse lassen, wie überall, auch im Herzogtum sehr viel zu wünschen übyg. Tie Landwirte sind auf ausländische Arbeiter angewiesen. Im allgemeinen sei aber die Lage der braunschweigischen Landwirtschaft bank der Fürsorge der Landesregierung gut. Sodann hielt Direktor Beeck (Halle- einen Vortrag über die Entwicklung und Aufgaben der deutichen Nutzgeflügelzucht. Ferner wurde beschlossen, die Wanderversammlung 1913 in Straßburg und 1914 in Hannover abzuhalten. Im Jahre 1915 soll in Breslau eine Wanderausstellung statt- finben. Mit Dankesworten schloß sobann Präsibent Herzog Johann Albrecht die Hauptversammlung. esundheits- NA amenbinden jll rutrcnd-Pack 'W* i 2 Pack. Adler Trogern. Rersw.N. Otto Schul 1&77I WültiiMl .„m I mW? LS> -•» * ü E' wSä Lafkbe -S&** nauer^ »lOcnL^ öaben Lie ' ~ fftne Beim, '"Wiaderlielcbwüie.^^. «nbunoen, jann bnnx 'enZutzra.Zalndrrv, ä) Erteickuerung" Beni uu emsohl Toieüjf ft-u* lflQt[l,c '^rnn bn Aoll,BahnboiiN.5>.(krm, 4 elierswkz?, IslW,! benen Scknilden mit 1 Prozent getilgt werden sollen, während die am 1. April 1912 anfgenoimnenen Schulden, soweit sie iverbenbe finb, mit 1,9, soweit sie nicht werbende finb, mit 3 Prozent getilgt werden sollen. Ter Berichterstatter verlangt von bet Regierung, baß die staatlichen Schulben auseinanbergelegt lucrbcn sollten, damit man prüfen könne, wie hoch nach kauf- manniidyen Grundsätzen die Tilgung für die einzelnen Schulben sei. Bei den Eifenbahnschulben (360 Millionen) kommt doch in Be tracht, daß in dieser Summe der AnkaufsprctS für die Hessische Ludwigsbahn steckt, unb daß deren Wert doch immer vothandeli ici unb einer besonderen Tilgung jedenfalls nicht bedürfe. Weiter stecken in den Eisenbahnscl ulden bet Grund unb Boben des Bahn- planum, bei bem ebenfalls eine Schuldentilgung nicht erforderlich sei, .wahrend man für die (Gebäude von einer Schuldentilgung unb bei dem Fuhrpark wegen Abnutzung von einer höheren Scklulbcn- tilgung sprechen könne. In gleicher Weise müßten bie übrigen bestehenden Schulden (79 Millionen) auseinanbergelegt werden, um an den einzelnen Cbjeftcn, für iveldK bie Schulben gemacht würben, zu prüfen, wie hoch sich bie Schulbentilgung zu stellen habe. Weiter bemängelte er, daß der 'Tilgungssatz für die späteren Schulden von 1,9 und 3 Prozent viel zu hoch sei. Es sei nicht erforderlich, daß diese Schulden in 30 ober 22 Jahren abzutragen seien. Tie Regierung gab bann ein eingehendes Bild bet Entstehungsart bet Schulden und wies weiter darauf hin, daß durch das rortroäljrcnbc Steigen der Eisenbahnschuld und dadurch, daß die Zinsen einen immer steigenden Teil des Reinertrages weg- nehmen, auf einen Mmderertrag der Eisenbahnen gerechnet werden müsse unb darum die Schulbentilgung erst recht notwendig sei. Tie Regierung vertrat ferner den Standpunkt, daß bei den vorhandenen Sckmlden (79 Millionen) sich nicht allein Bauschulden befänden, sondern eine ganze Reihe von Aufwendungen aus dem Vermögensetat, welche eigentlich aus laufenden Mitteln hätten getilgt werden müssen, die auer nicht aus fold)cn bestritten worben waren, weil man laufenbe Mittel nicht zur Verfügung gehabt hätte. Jedenfalls könne uni er den Tilgung-.'sav von 1 Prozent bei diesen alten Schulden aus Eisenbahnschuldeit (79 Millionen- nicht herab gegangen werden. Ter Berichterstatter wies auf die Schuldentilgung des Ludwig s b a h n g e s e tz es vom Jahre 1896 hin. Damals habe die Eisenbal-nschuld 180 Millionen betragen, und es sei von der Ersten Siam wer der Betrag von 600 000 Mark als Schuldentilgung in das Gesetz ausgenommen worden, gleich Hz Prozent. Tieser Prozentsatz könne auch bei den Eisenbahnschulden überhaupt festgesetzt werden, joeil eine Unterscheidung, für welche einzelnen Gegenstände die Schulden aufgenomnten worben seien, nicht schwierig fei. Damit macht man sich den Standpunkt zu eigen, weldter gerade in der Ersten Kammer besonders bezüglich der Sckmlden tilgung Jjetont worden sei. Es sei auch barauf hin-uweisen, baß ja bie Schuldentilgung insofern eine bewegliche sei, als nur bann die Sckmlbentilgung in vollem Umfange eintrete, wenn aus ben Eisenbahnen ein lieber!rhuß von nrinbeftens 3 Millionen Mark erzielt sei. Von anderer Seite wurde darauf hingewiesen, daß die Begrenzung des Ausgleichsfonls auf 6 Millionen nicht gerechtfertigt fei. Es könnte bei schlechten Zeiten länger eine Entnahme ftattfinben müssen, unb hierdurch werde der Fonds zu schnell erschöpft. Es wurde vorgeschlagen, den Fonds a u f 12 Millionen Mark zu erhöhen oder ihn sogar unbegrenzt nach oben zu lassen. Durch bie verrninberle Schuldentilgung können nach Auskunft der Regierung etwa 220 000 bis 230 000 Mark erspart und zu anderen Zwecken verwendet werden. Tie Regierung stellte, wie in ihrem Expose auseinanbergcsetzt ist, diese 220 000 Mark zur Verfügung und überließ der Kammer bie Wahl, ob sie zur Erhöhung ber Gehalte ber Volksschullehrer oder zur Entlastung ber Gemeinden verwendet werden sollen. Aus bem Gange ber Verhandlung kann entnommen werben, baß eine gesetzliche Schuldentilgung allerdings in erheblich gemäßigtem Umfange in bem Ausschüsse Boden gesunden hat, und die Vorschläge auf Reduktion auf Vs Prozent der Eisenbahnschuld und noch weiter zu erörternden Sätzen bezüglich der künftigen Schulden Anklang rinbet. Die weiteren Beratungen werben morgen stattfinden. Aus dem Wahlprufungsausfchuß. 2er Wahlprüfungsausschuß beschäftigte sich heute mit bem Wahlproteste gegen den Abg. Bredel. Berichterstatter in dieser Sache war der Abg. Zudmayer. Rach seinem Berichte wurde die Wahl des Abg. Kredel für gültig erklärt, lieber bie Gültigkeit der beanstandeten Wahl des Abg. Korell-Königstädten hätte der Abg. Grünewald zu berickstcn. Abg. Grünewald hat bem Ausschuß ein Schreiben zugehen lassen, in bem er sich über die ihm im Ausschuß zuteil geworbene Behandlung besckstveri. In ber Sackte selbst erklärte sich bie Majorität bes Ausschusses für die Gültigkeit der Wahl des Abg. Korell-König ftäbten, jedoch wurde der Abg. Zuckmayer noch mit der Abfassung eines Berichtes über diese Wahlbeanstandung betraut. Vermischtes. * Eine T a t u n g 1 a u b 11 d) c r Roheit spielte sich am Montag in Oberschöneweide bei Berlin ab. Tie 27 Jahre alle Vlrboiterin Anna Köhler ouS Lichten berg nahm nachmittags in ber tLbersprec, nahe dem Pionierübungs- platz, ein Bad. Als sie sick) im Wasser befand, laincn sieben juiigc Burschen, die sich gleichfalls entlleideten und ins Wasser stiegen. Zunächst hänselten sie das Mädchen, dann st i e ß e h sie es immer tiefer i n s Wasser hinein und tauchten e S iv i e b e r 1) o 11 unter. Auf die mehrfachen Hilferufe ruderte ein Cberleutiiant in einem Boote der Stelle zu. Tie Burschen gaben dem Mädchen noch einen letzten Stoß, verliefen dann fdjleunigft das Wasser und liefen samt ihren Kleidern davon. Der Offizier suchte das Wasser ab und brachte das Mädck-en an Land, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Tie Burschen wurden von aubfdpvarmcnben Soldaten ergriffen und der Polizei übergeben. Kleine Tageschronik. InKirchhain (Ricderlausitz) gab im Verlaufe eines Streites der Malermeister Lind auf seine Schwiegermutter drei Revolver- schüssc ab unb tötete sie. Darauf verletzte er feine Frau durch einen weiteren Schuß unb jagte sich selber eine Mugcl in den Hopf. Der Mörder würbe verhaftet. Der Großindustrielle Christian Sandler unb Mouillier- zienrat Müller, beide aus M u l m b a d), erlitten bei der Heimfahrt einen schweren AutomobilunsaH. Das Auto fuhr gegen einen Baum, wurde zertrümmert und geriet in Brand. Sandler ist tot, Müller schweroerletzt. In den Anden herrscht seit einigen Tagen ein schwerer Sturm. Die telegraphischen Verbindungen zwischen Ehile und Argentinien sind unterbrochen. And) der Verkehr auf der Trans-Andenbahn ist voraussichtlich für 14 Tage unterbrochen. Der Schuhmacher Wilh. Voigt, bekannt als Hauptmann von uöpenick, ist vor drei Tagen im Hospital in London gestorben. handel. ** Schiffsliste für billige Briefe nach denVer- cinigtcn Staaten öon Amerika (10 Pfg. für je 20Gr.): Die Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw. unb gilt nur für Briefe nach ben Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anberen Gebieten Amerikas, z. B. (Sanaba. „Eincinnati" ab Hamburg 15. Juni, „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 20. Juni, „Berlin" ab Bremen 22. Juni, „Kronprinzessin Eecilie" ab Bremen 25. Juni, „Amerika" ab Hamburg 27. Ium, „George Washington" ab Bremen 29. Juni, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 2. Juli, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 9. Juli, „Äaiseriit Auguste Viktoria" ab Hamburg 13. Juli (Postschluß nach Ankunft ber Frühzüge). Alle diese Schiffe finb Schnellbampwr ober solche, bie für eine bestimmte Zeit vor dem Abgänge bie schnellste Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, bie Briefe mit einem Leitoermerk wie „direkter Weg" oder „über Bremen ober Hamburg" zu versehen. Klärtte. fc. Frankfurt a.M. Schweinemarktbericht vom 12. Juni- Ansgetrieben waren 1470 Schweine. Vollfieischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 58.00 — 60.00 Alk., Schlachtgewicht 74.00—76.00 Mk., vollfieischige Schweine unter 80 kg Lebcnbgewicht 57.00 — 59.00 Alk., Schlachtgewicht 72—75.00 SDlt.; vollfieischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 58.50—60.30. Mk., -Lchlachtgewicht 74—76.00 Mk.; vollfieischige Schweine von 12U bis 150 kg Lebendgewicht 58.00— 60.00 'D1L, Schlachtgewicht 74.00—76 Alk. Geschält mittelmäßig, bleibt Ueberstand. fc. Frankfurt a. M., 11. Ium. Heu- und Stroh markt. Angesahren waren 8 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Ullan notierte: Heu 3.80—4.00 Mt., Stroh (ltornlangftroh) 0.00—0.00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Alk. Alles für 50 Kilo. Geschält langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und auS den Kreisen Tieburg und Hanau. Limburg a, d. Lah«, 12. Juni. Frucht markt. Turch- schnittöpreis vro 9)lalter. Roter Weizen (nassauischer) 18,f;0 Mk^ weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 18,10 Liorn 14,75 Mk., Gerste: cuttergerfte 00,00 Mk., Braugerste 00,00 Atk., Hafer 10,50 Alk., Erbsen 0,00 ’JJtU Liartosseln 7,00—0,00 AU. Deutscher vunü zur d'ekämpsung der Zrauen-Lmanzipation. Wir erhalten folgende Zuschrift: Auf Ihre Mitteilung in Nr. 133 vom 8. Juni, die einen Auszug brachte aus dem Ausruf, den der neu gegründete Bund soeben erlassen hat, bitten wir Sie, um der ernsten Sache willen, eine Ergänzung folgen zu lassen. Der Aufruf ist von einer großen Anzahl sehr bekannter unb berborragenber Persönlichkeiten unterzeichnet, u. a.: Geheimrat Prof. Dr. Noethe, Eharlottenburg; Geheimrat Prof. Tr. Tict. Schäfer, Steglitz; Staatsminister v. Köller, Exz., Eammin i. P.; Freil-errn unb Freifrau von Pechmann, München, Hanbelsbirektor ber Bayr. Bank; Geheimrat Henry Thode unb Frau, Garbone; Generalmajor z. D. v. Voß, Halensee; Pros. Tr. Waldeyer, Berlin; Prof. Tr. v. Bardcleben, Jena; Akademiedirektor Anton v. Wemer, Exz., Berlin; .Generalmajor a. D. ileim, WUmers- bort usw. Die deutsche Frauenbewegung hat eine Bahn eingeschlagen, auf ber sie notgedrungen dazu gelangen muß, die Grundfesten unseres arg bedrohten Staatsivciens noch mehr zu erschüttern. Ter Bund will sich bemühen, eine Bewegung einzudämmen, die der Gesamtheit zum Vererben, dem Manne zum Unsegen, der Frau zum Fluch gereichen muß. Tas Programm besagt: daß bie Politik dem Manne Vorbehalten bleiben muß, wie auch bie Staatsverwaltung, geistliche unb richterliche Aem ter Erwerbsgelegen hcitcn für Frauen sollen erweitert unb auf weibliche Berufe beidjränlt bleiben. Gemeinschaftserziehung wirb unbedingt verworfen; dagegen sollen für weibliche Studierende besondere Akademien gegründet unb 5tubien- zweige eröffnet werden, in denen Frauen ihre Eigenart mit Erfolg zur Geltung bringen fönneit. Bekämpft werben alle Bestrebungen, die geeignet finb, die Ehe zu^ lockern, die Familie zu fchädigen, die Begnfie von>Zuait und Sitte zu verwirren, z. B. bie Auswüchse der Mutterschutzbewegung usw. Ter Bund unteritutzt alle Flauenvereinigungen, die sich in nationalem, echt weiblichem Geilte der Hebung des Frauenlebens und sozialer Fürsorgetaiigkeit widmen. Er ist keiner Partei dienstbar. Tes Bundes Wahlspruch ist: Echte Männlichkeit für Den Mann, echte Weiblichkeit tur die Frau! _ . ... t.„ Wer mit diesen Grundfätzen einoerltanben ut, den bitten wir, sich unserem Bunde anzuschließen. Jahresbeitrag - Mark. Beitrittserllärungen nehmen bie unterzeichneten Mitglicber des geschäftsfützrenden Ausschusses entgegen. . Pros. Tr. Sigismiind, Weimar, erster Vorntzender; jrau Hermine Schneider, Gießen, Löberitraße 24, Stellvertreterin des Vorsitzenden; Walter Beneke, Berlin 8. 61, Lehnmer Straße < ; Frl. Elisabeth Hanke, Berlin W. 15, Faianen.tr. öl; Pros. Tr. Langemann, .Miel, .Mirchenstr. 8; Privatdozent ^.r. Rüge, Heidelberg, Burgweg 9; Fran Berta Ltaufi, Großlichterseide, Moltkestraße 46 3.____————————— Aus Heften. bs. Darmstadt, 12. Juni. Die Beratung im Finanzausschuß. In Gegenwart der Regierung würbe heute bereit Vertage übe» bi; Schulbentilgung im Ausschuß besprochen xer XKrie i crstatter Tr. Osann gab zuiiächst eine llebersicht über bie ieiP irrigen Pläne ber Regierung unb die jetzige Vorlage, nach welcher IQ bie Eisendechnschulben mit -/s Prozem, die übrigen vor hau- Mndfaden aller Art 1 empfiehlt zu billigsten ”, Preiset ,udw. Lazaru tsterweg V Fernspr. toi. Grunwalds latuntfDulvctäM , iederl..PrlckawAvoibtk- TLirchltcye Nachrichten. v>rueini|a)e iit-ngiui^griiieinoe. (Sotlesounft in vec -yi'.agogr (^ud-Anlage), Samstag, ben 15. Juni 1912: Vorab end: 7.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Jugenbgotteödienst. Sabdatausgang: 9.40 Uhr. 3$ratiit!jd}c t'eligionxgefellfchast. Sotterdienft. Sabbatfeier am 15. Juni 1912: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag ».00 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr. Wochengottesbienst: JJiorgenS 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Wasserdichte Zeltdecker zu Kauf u. Miete für Festlichkeiten re. offeriert sehr preiswert Lndwig Lazaros, Aftcrweg 53, Ferusprechcr Schlachtviehpreise m Frankfurt a. 2)L Fleifchpreise in Gießen Lchfen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 81—104 Wit. 1, Kg. Schlachtgw. 92-102 Pi. 7>_,______,____72-76 ,, '/, Kg. 90-98 Pfg. , 88—92 , ■ 80—96 , Getreibepreise in M a n n h e i m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 24.25—00.00 -Ult. Roggen 100 Kg. 20.75—00.00 Mk. Weißbrot z Kg. 62 flfl', Schwarzbrot 2 Kg. 54 'big. Die heutige 3 in- mW ,k& «"6er Beilage"' möcheutl'cl) g&s? sSferss .sKs? ssfes» Ks« Reil »SÄ* fcfi® Ala. Aber man fonenwocbe der Groj ihn dem Reiz der Ne Men von Ansicht, tzafelokal ist Mach! die Gäste an Die nci I ^e Neugierde nachg« hem'ation verflogen I Luftpost ein ernstes Post- und Telegrap Geld verdienen, und s ßchift'en gerne auch i | Garantien eines P> i Hirse Garantien berei Bon einem Post 1 Bedürfnis außer der1 keil dreierlei: Punkt begrenzte Aufnahme) Prüft man die Leist m diesen Forderung lleberlreibung und l Beginn eines Reich! Sie beiden Hauptein | Zcovelinlustschisse wc Landung und die 'sächlich neuerdings l irr, t^r Führer t biefem Ballon im Ji »hne daß irgend ein kn schwierigsten Lc »ach mehrstündigen trieb das Siiftfdjiff ai vielmehr durch beit E Hieb vorhanden ist, di Me schwierig macht. Tatsache, daß dei stark vorgenommen Werder sreimr Felde ist wec bei starren Luftkreuz ane die Erfahrung vei Echterdingen ist 'Rühren-. Kan da »er Freiballons denk intet anderen Bedim Foßete Pünktlichkeit ^as nun die Au El Freiballons ein G varmung eintritt, vei ■ to.wt, höchstens; - -usltemperatur nit Das r ■ ®aä ® die s„ tot anbere 11 » £Sä hmg ürAt dies $ dii W' Jahrhu Eta""ni"fe®“ ßL^Ket |<‘;1,4,3tum tjn^ Zestal Kft 3i&Qrtbe K^txt hK älter I #friShS ^°nde - . um, S"Mc, ML«tzr WsStzrr PÖAC1,11"" I k •iJ^otarS1 b°be r wr 9? 2- Tw t "öenr °°»s« Kunst- *?Mt gewerbehaus Jwl» ** »“>*’ Süd Anlage 23. 41:«) sofort gesucht. 4088 Süd-Anlage 23 4135) Hiölil. ßinmet!»mm. -^Landgr.Pbil.Pl.10 IV. erm.Schreiner, Näh. Schloss. Wiesecktzr W. 13271 eg 40. SclterSwca 24 3 WO WlasstgkBtrsl-ttllllgs-kestllschilft sucht für ihre 418« Junger anständ. Arbeiter suchtZlost u.Logiö. Schristl. Angebote unter 04936 an den Giehener Anzeiger erbeten. Mansarde, 2 Zimmer h. Küche an ruhige, kinderlose Vcutc ver sofort ,;u vermieten fir«nItH=, UW-, Sifimnti-StrMtteng tüchtige Vertreter tatfer-Allce wohnte B iuÜ Rr.89 ist per fof. andcrw. z. verm. 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