VN Ws: Fremdenler schicdenen hiesig i Staatsmänner von ihren auf die Freigabe der Tardanellcn- durchfahrt gerichteten Wünschen abzubringcn, die den Franzosen sehr unbequem sind, tvcil sie cs einmal nicht mit der Türkei verderben wollen, und zweitens begründete <-ck)to ustan tinopcl, 15. Ang. Hier wird an einer Grundlage zum Frieden mit Italien gearbeitet, lieber die Basis selbst herrscht unverbrüchliches Schweigen. Laut Meldung aus Konstantinopel bewegen sich die bedeutend fortgeschrittenen offiziosenFrie- d e n s v e r h a n d lu n g c n auf der Grundlage, daß Italien nur Tripolitaiiien erhalt, die Cyrcnaika aber der Türkei zurückgibt. £ .iwfS S. Ohlendorh i- llhornmarke marke“ bi der y ।iüs erfordei. befindlichen TreadnougbtS. Ader das wird nicht unse, letztes Wort sein. , Paris, 15. Aug. Ministerpräsident Poincar 6 r,ch« tete vor seiner Abreise nach Moskau an Präsident F a l 1 i <- rcS ein Telegramm, worin er seine volle Zufriedenheit über den Verlauf der Petersburger Verd.indlungen auS- brürft ES seien alle aktuellen fragen erörtert worden. Moskau, 14. Aug Ministerpräsident PoincarL ist heute hier eingetrossen. . Zu Ehren des französischen Ministerpräsidenten Pom- carö gab heute der Gouverneur ein Frühstück. Abends veranstaltete die sranzösischc Kolonie ein Festmahl. Ter Berliner „Lokalanzeiger'" meldet auS Petersburg. Ter hiesige englische Botschafter soll voll- konrmen auf dem Laufenden sein über die französisch» russischen Bcrl^andlungen. ‘ L Gieße"- idt, w* 1 CtatdlflU , ii Karlsruhe, 14. Aug. Hier sind zwei Personen unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden, oie sich an Personen deS Soldatemtandes beranflcmadft hatten, um sich militärisch geheim zu haltende Gegenstände^^, verschaffen und diese an Frankreich zu verkaufen. Wie wir erfahren, handelt eS sich um verheiratete Tagelöhner, 30 und 40 Jahre alt, von denen einer in der Fremdenlegion gedient hat. Tie beiden haben sich in verschiedenen hiesigen Wirtsckwften an einen Unteroffizier heran- gemacht und ihn durch Versprechen zu bewegen versucht, sich geheim zu haltende Waficnteile und Munitionsgegenstände zu Der- ichaffen, die nach Frankreich zu hohen Preisen verkauft werden sollten. Ter Unterossizier machte hiervon seiner vorgesetzten Behörde Meldung. Tic Untersuchung wird von dem hiesigen Landgericht geführt und die Vorlage des Tatsachenmaterials au den Lberrcichsanwalt steht unmittelbar bevor. buchen müssen. Tabei muß nun auffallen, daß sogar die Jnsormationen aus französisckjer Quelle lediglich von Zugeständnissen Frankreichs, nichts aber von russischen Gegenleistungen zu hcrid)tcn wissen. Wenn Frankreich sich zur Unterstütz'.lng der russischen Bestrebungen in der Mongolei grundsätzlich bereit erklärt, wenn es einwilligt, in dem Konsortium der Mächte für die chinesische Anleihe seine Haltung den Souder- Interessen Rußlands cntspreck)cnd cinzurichtcu, und wenn vereinbart wurde, daß die neu zu schaffende Linie der inatolischcn Eisenbahn, deren Konzession in französischen Händen ist, sich nicht allzu sehr der Kaukasusgrenzc nahem oll, um eine Ansammlung türkischer Truppen dort nach Möglichkeit zu verhindern, so sind das drei neue Beweise Sasür, daß das Zarenreich auch außer den Milliarden, die der Alliierte ihm bar gepumpt hat, aus dem Zlveibund Kapital zu schlagen weiß. banger Entbehrungen und harter grauer Pflichterfüllung nicht ertötet- aber dod) geknebelt hatten. , Ter 22jährige Massenet tonnte auf keine lichte lorgloie ^ugcnb zurückblicken, wie sie sonst Kindern vielleicht vergönnt ist, und er brauchte einige Zeit, eljc er aus dem Sd-alren der Vergangenheit den Weg in daS Licht der oft harten aber Haren Wirklichkeit sand. Tas i ü n g st e Ä i n b unter 21 Geschwister n. Tas rhythmische Hammern der Schmiede und der harie Auseinanderllang von Meiall auf Metall begleitete die Geburt deS Kindes und auch seine ersten LcbenSjalne. Er selbst, der noch immer arbeitsfrohe und unermüdliche Siebziger, der nun in das Reich der tstfatten ein- getreten ist, liebte es, mit einem milden halbtraurigen Lächeln von jenen fernen, fernen Erinnerungen zu sprechen: „Beim Tröhnen schwerer Erzhämmer bin ich geboren". Und wie entschuldigend fügt er hinzu: „So wemgstens würden früher die Tichtcr gesagt Ijaben". Ter Vater beschäftigte in seiner Fabrik viele Tiroler, und diesen Kindern dcutichcr Alpenwelt, die gern durch heimische Weisen die harte Eintönigkeit ihrer schweren Arbeit verschönern, verdankt der Heine Jules seine critcn mun kalischen Eindrücke, die durstig cingesogen werden, schon das vicr- lährigc Kind meck-amsch zum Klavier treiben und in schüchterner Nackxchmung jener Tiroler Volkslieder die ersten Geheimnis,e des Musikinstrumentes ahnen lassen. 'Tie Eltern zögern nichi, dieje so ursprünglich erwachende Liebe zur Musik zu fordern. Aber als der Neine Jules glücklich sechs Jahre alt ist, Dcntummtn xn ihm die Schmiedehammer und auch die Tiroler Lieder: unter den Wogen der Revolution von 1848 wird die Werkstatt, die Fabrik der Eltern zertrümmert und das Gespenst der Nol treibt fie alle, die vielen Brüder und Schwellern, von der Heimat fort in das rauschende fremde PariS. AlS neunjähriges Kind wird der Heine Massenet »ns Konservatorium ausgenommen, er ipich Beethovens Sonate vp. 18 zum Entzücken der Lehrer, aber ihre Freude vermag fein Heimrr-eb und dasGeftihl trostloser Eimam feit nicht zu mildern. Er flieht sogar aus seinem Gefängnis, flüchtet zur Schwester, die ihn strengen Sinnes der Gendarmerie überliefert: man schleppt ihn nach Lyon zur Mutter, und nur ihrer gütigen Zurede gelingt eS, das Kind von neuem wieder jener Einsamkeit zuzutreiben, über die für ihn der Weg zum Ruhme führt. Bon jener Zeit ob bat der junge Mauertet alle jene Leiden des mittellosen Musikschülers bis zur Neige durck - qekoster, bat im C rd)eiter kleiner Eafehäu- er greifen ünb für 21/. Franks die Nacht hindurch „gearbeitet", biS die Müdigkeit ihn überwältigte. Vlbcr gerade in jenen Tagen der Not und der Enge erwackt in ihm als leiser Trost jenes Vertrauen ju seiner Begabung, das fortan, schlicht, still und falt schüchtern, leinen Lebensweg begleitet. In dem Heinen Lrchester des Gare Charles in der Rue des Poifsoninos, wo der wackere, später berühmt gewordene Mariä mit den Gesten eines Königs im Reiche der Tone den Taktstock schwang, schlägt Maifenet dreimal in der Woche nachts wacker die Zimbel, und als der bescheidene blonde Musikschüler zögernd seinem „Meister" eine eigene Komposition ju überreichen wagt, eine religiöse Marschmusik für Sankt Peter vom Montmartre, erklärt sich Marts sogar bereit, das Werk zu e - io W --20 . \f elben - ll( vor einer Aufrollung des Balkanproblems haben. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß in Petersburg der Plan zu einer neuen DermittkungSaktion erwogen wurde, die ja der Unterstützung seitens aller Mächte sicher märe, und ür die angesichts der inneren Wirren in der Türkei zweifellos jetzt weit günstigere Bedingungen gegeben sind. Ausfallend still ist es dagegen von der französisch- russischcn Marinekonvention geworden, der ja auch ein erheblicher praktischer Wert nur zukäme, wenn Rußland seine Schwarzc-Meer-Flotte aus den Dardanellen in das Mittelnrcer lausen lasten könnte, und die ebenso wie die russische Flotte selbst nur eine Zukunftsmusik darstellt. Der von französischer Seite mit so viel Begeisterung verkündete Abschluß der Marinekonvention wird von Petersburg aus mit aller Entschiedenheit bestritten, wie die russischen Politiker Überhaupt beflissen sind, dem Beuch Poincarös jede Spitze gegen Deutschland zu nehmen. Und das ist ohne weiteres verständlich, denn das Zarenreicki braucht die Freundschaft Deutschlands schon deshalb, um sie im Notfall gegen Frankreich und England ausspielen zu können, ebenso wie es die Bczieljungcn zu Frankreich und England benutzt, um seine Freundschaft den deutschen Staatsmännern begehrenswerter erscheinen zu lassen. Tast die Franzosen über diese Politik der zwei Eisen im Feuer nicht sonderlich entzückt sind, kann man begreifen. Wenn Minister Sasonow versichert hat, daß das französisch- russische Bündnis die Veriolgung einer lohalen Politik zur Aufrechterhaltung des Friedens zum Zweck habe, so wird man sich in Franlreich seufzend erinnern, daß man dort den Zweibund nicht des Friedens, sondern jener Revanche wegen erstrebt hatte, von der man nach GambettaS Wort niemals reden, an die man aber immer denken soll. Wenn die Franzosen von diesem Standpunkt aus die Petersburger Konferenz betrachten und wenn sie auf Grund der Ergebnisse von Poincarös Bisite das Kredit und das Debet des Zweibundes bilanzieren, so werden sie vielleicht mit Dem Theaterdirektor Striese in resignierter Wehmut seufzen: „Blumen, nichts als Blumen." Ter Vertreter des „Figaro", in Petersburg hatte eine Unterredung mit dem ■Jlbmiral Bubnow, dem Gehilfen des Marincmintsters. Tiefer gab über die Marinekonvention folgende Erllärung ab: Zweifellos ljütten sich die verbündeten Flotten int Falle eines Konfliktes auch ohne Konvention wechselseitig Hilfe geleistet, aber es sei bei weitem vorzuziehen, daß ihre Attion durch ein genaues Dokument geregelt ist, welches keinen Mißverständnissen Raum läßt. Dieses sei ja der Zweck der gegenwärtigen Kvnvention. „Wir betrachten sie nickst allein als wünschenswert, sondern als notwendig infolge der ungeheueren Entwickelung, welche oie deutsche Flotte in den letzten Jahren genommen hat Ich betrachte die Zukunft mit großem Vertrauen und Dcrjidjerc, daß wir in 12 Jahren tue deutsche Flotte eingeholt habcii und sie noch übertreffen werden, selbst wenn inan au- nimmt, daß die Deutschen jedes Jahr vier Dreadnoughts bauen. Jedenfalls werden im nächsten Jahre unsere vier ersten Dreadnoughts in Dienst gestellt werden und in fün Jahren werden wir in der Ostsee 48 Torpodobootszerstorer und 14 kampfbereite Linienschiffe haben. Im Schwarzen Meer halten mir uns im Augenblick au die drei im Bau spielen. Die anderen Abende der Woche sitzt Massenet im Theater- ordicfter; die Arbeit ist schwer, aber die Hossnung groß und der Wille heiter. So ringt er sich durch biS zu dem ersten Hellen Sonnenstrahl, bis zur Erlangung des Prst de Rome, der ihm auf paar Jahre die Sorge ums tägliche Brot abnimmt. Uno in Rom beginnt auch daS Aufatmen: Liszt, damals, der große, der vielgcfeierte, nimmt sich deS jungen Savoyarden an, und durch Liszt lernt er auch das junge Mädchen kennen, das nach kurzen Jahren seine Braut und seine Gattin wird/ die reizende zarte Mlle. de Sainte-Marie, erst eine Schülerin Liszts und dann die Mcssenets. Ein einjähriger Aufenthalt in T eutschland folgt, ein weiteres Jahr in Ungarn und Böhmen,' wo die schwermütige tschechische Musik seinen Sinn erweitert.. Aber als die Geliebte nun endlich seine Frau geworden und bic' Stunde der Heimkehr nach Paris schlägt, beginnt auch nach der, Erholungspause der Sorglosigkeit wieder das harte Ringen mit der Wirklichkeit, wieder der schwere mühsame Kampf »ms täglidje Brot. Wieder sieht man Mafien et, schon Komponist zahlreicher Muitkstücke, im EasshauSorchester spielen: und den Tag über hastete er von einem Haus zum anderen, um durch deist Unterricht am Klavier em paar Franks zu verdienen. Seine, ersten Sperrt, seine swlzesten Hoffnungen, liegen daheim in ber Schublade. Fünf Jahre müssen verstreichen, bis die grauen Wolken am Himmel der Sorge sich teilen. Schon will Massenet den Boden Frankreichs verlassen und in die Fremde ziehen. Noch ein letzter Versuch. Er har seine Maria Magdalena voll- cnoet: von seinem Verleger begleitet, wagt er sich zu.,dem gefürchteten PaSdelouv. Es regnet in Strömen, „schnell ans Klavier!" sagt Pasdeloup mit seiner gewohnten kaltem Kürze. Und Massenet beginnt mit der Introduktion, Nach den ersten Takten läßt cm Sturmwind die Fenftn erzittern, uno treibt durch den Stamm den Rauch ms Zimmer. Man öffnet die Fenster, schließt sie wieder, Massenet muß wefter spielen) aber der Sturm kommt wieder: fortwährend muß daS Ccnnen. und Schließen der Fcm'ter wiederholt werden. Und unter diesen Umständen soll die Entsdnndung fallen. Endlich iit Massenet, aufs tiefste Deprimiert, mit fernem Vortrag fertig. Er schlietzt daS Klavier. Trocken meint PaSdeloup: „Nun, rnern Junge, Sie haben sich Ihr Frühstück ehrlich verdient." Kein Dort roeitcr; irm kurzer Abschied. Bald daraus geht ,^Maria Magdalena" in Szene, der Erfolg ist beispiellos, daS Eis gebrochen. „Mich packt man nickt leicht, aber ich habe geheult", sagt sogar der sonst so untzuganglickc Ambroiw Thomas. T-er Sieg war vollkommen, und nun beginnt der Aufstieg, der den jungen Masscnett von den fiebriger Jahren bis zur Gegenwart zu einem der am' meisten auf geführten und am meisten gefeierten Kompomsten iw Frankreich machen sollte. E SB^E Was Herr pomcare mitbekommt. Herr Poincars hat mit der Abreise aus Petersburg bcn auck> schon mit „Festivitäten" reich durchsetzten politischen Teil seines Reiseprogrcnnms erledigt, und bei dem weiteren Aufenthalt im Zarenreiche ist für den französischen Ministerpräsidenten nur noch die Rolle eines freilich sehr ]cjeierteil BergnüflungSreisenden vorgesehen. Man kann ilso schon jetzt einigennaßen das Fazit dieser Reise ziehen, ?o weit das angesichts der einander stark widersprechenden . Aus*". WP S * * Nachrichten aus französischer und aus russischer Quelle iberhaupt möglich ist. Von vornherein muß betont wer- *-en, daß eS hierbei weniger auf die offiziellen Noten an- 'onirnt, die ja eben nur das enthalten, was die Diplomatie ür gut befindet, die Oeffentlichkeit amtlich wissen zu lassen, !.ils vielmehr auf das, Ivas aus den Mitteilungen der fron j.ösisckjen und der russischen Staatsmänner in die Presse l.^urchgesickert ist. Hierbei ist freilich zu beachten, daß man , >idit nur an der Petersburger Sängerbrücke wesentlich chweigsamer war als am Quai d'Qrsay, sondern man nirb auch zwischen den überschwänglichen Kommentaren >er französischen Presse und den vorsichtig zurückhaltenden Äeußemngen der russischen Zeitungen die goldene Mitte in statt der im S und feil über 45 M i reichen- DaSM en zu veruüacden, aden sofort zu bestili: iet auf Wunsch : Aek. u', Hr. 191 Erster Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 15. fluguft W Ter «ieße»er C) / > /'‘x TT O monitliATj 'J*,ntertc(- ZW Mbyeiler ziiijviyvi "'^'sprech'Anschll'se: ff politischen Teck: A.uuist SSS™ ’ General-Anzeiger für Oberhessen Säe iwajme oon »njcigen Rotationsörud und Verlag der vrüdl'schen Univ.-Vuch- und Stcinönidcrd B. Lange. Bedaltion, Erpedition und vruckerei: Zchnlstraye t. Land-; «ür den K ä,‘Ä.m9mu6" Bübingen: Sernfprcd^r Nr. 269 Wüftsflelk Bahnyolftr-hr !<>'.___v Wie aber steht es mit den Gegenleistungen? In । per französischen Auszählung, welche die vorher genannten I »iuntte erwähnt, wird in dieser Beziehung eigentlich nur t >ic schon früher einmal aufaeschobene Reise des Groß- ' i ü r ft c n Nikolaus yrikolajewitsch nach Paris iu*ti)nU vtzw-)hl eS doch von rührender Bescheidenheit der ranzöfischen Republikaner zeugen würde, wenn sie diese 1 roß fürstliche Bifite als Aequivalent für wesentliche po- 'tische Zugeständnisse ansähen. Nun wird allerdings von französischer Seite noch weiter betont, daß bei den Petersburger Besprechungen die kritische Lage auf dem Balkan und die Möglichkeit oer I baldigen Beendigung des türkisch-italienischen Krieges er- J örtert wurde, und daß auch hierbei llebereinfiimmung er- jl \tclt worden sei. Vielleicht darf hieraus geschloffen werden, daß cs Herrn'Poincarv gelungen ist, die rusfisck/en .L-itAtit.ititK'r tinn ihrtm mif die Tvreiaabc der Dardanellen^ Jules Massenet f. Ter Komponist Jules Mafienet ist, wie wir schon mel- ! (beten, in Paris im Alter von 70 Jahren unerwartet einem Schlaganfall erlegen. Im Mai feierte man noch in Pans ' nut den üblichen Fanfarenslößen seinen 70. Geburtstag ; und - letzt ist er, nach kurzem Sommeraufenthalte auf dem Lande, i wo er arbeitete und ivegen eines leicksten Unwohlseins früher abbrach, schnell und schmerzlos geworben Und nun ' wird man in Paris noch viel lauter in die Fanfaren stoßen: denn Ma'senet, der Komponist, war ein kleiner, fpezrjifch französisck)cr Gott, der jedes Jahr feine neue Oper herausbrachte und jedes Jahr enlhusiaftifch gefeiert wurde. 9htr in Deutschland hat man nicht viel davon nnffen wollen. Er stammt aus St. Etienne an der Loire, wo er am 12 Wat 1842 als der Lohn eines Hüttenbesitzers geboren ist Als bevorzugter Schüler des großen Ambroife Thomas tarn er auf das Pariser Konservatorium, erhielt 1863 den Romer- preis und gelangte schneller, als er es selbst geahnt, zu großem .Ansehen. Die Reihe feiner Werke wuchs währenddes ins Unübersehbare, pünktlich ward er Mitglied des Institut de France und von 1878 bis 1896 wirkte er ah? Kom positionsprosefsor am Pariser Konservatorium 2» Deutschland kam eigentlich bloß seine „Manon" (1884^, sein „Werther" (1892), der ben alten Goethe mit soroftosefter Ünbefaiiacnlicit verballhornt und höchstens sein „Jong- 1 e u r v o n N o t r e -T a m e" (1902) zur Aufführung. Alle-, ichrige ward nur in den Hinrmcl von Paris oder Monte ' Earlo acboben. . , , Folgende Bckder auS dem Leben MasscnelS werden uns noch *bCrG5tn!ar im Rom der sechziger Jahre, Liizt^der Künstler^und -er Mensch, stand im Mittelpunkt des mwikaliichen Lebens in der «n>igcn Stadl. In jenen Tagen hielt auch ein lunger Janker Bursd'e seinen Einzug in Rom: der neue Lrwendcai de- R o m- greises, ein unbekannter Heiner Savonardcnjungling, ^ilcy emile Frsdsrio Massenet, damals der jüngite Kwodner der Villa JJlcbici. Als Ehapelain, spater der beruhmre Meurer der Geigen- funst, in einer feinen Zeichnung die Zuge des jungen Mu'^an en xteroigte, träumten Maler und Modell gcwis von Ruhm und wählender Zukunft, aber noch hatte kemer von ihnen des ^ckickialS Deücte Lose gezogen. Der Abglanz einer engen rnclan^liichen Vergangenheit, der damals das Antlist des^jugendlichen umsd-anete, mochte Ehavlain angezogen haben: ein ichan ge- -'chnittener bartloser Mund, der ichnierzlicke Gehcimniii^ zu. vn- 'schweigen schien: darüber aber zwei weiche, iicj unter den rauen tingcbcittie Traumeraugen imb eine jait rrauen^in sartc etir , über der die üblichen Ntufikerlockcn, wrglich zuruckgcitridxn, mal.- ten. Erst langsam befreite sich micber tut We,mdre|cs jungm Nenfdjcn jene schlichte, unversiegliche vcrterkeil, die lange ^ahrE. ** Eisenbahnpersonalien. Preußen hat dem Regierungs und Baurat Waldemar unter vom Kaiser, vom MagNtrar in Stiel, dessen Ehrenbürger der Prinz ist. Tie Feier wurde im engsten Familienkreis abgehalten. , Staatssekretär v. Kiderlen-D achter begibt nch nach einem kurzen Aufenthalt bei Derrn v. schoen rn Berchtesgaden nach Bad Gastein zum Besuch ocs Reichskanzlers. Der König von Aus Stabt und Land. Gießen, 15. August 1912. Die Bevölkerung in Hessen. Nach dem nunmehr vorliegenden endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1910 betrug die ortsanwesende Bevölkerung Hessens 1282 051 Personen, nämlich 639198 männliche und 642 853 weibliche. Aktive Militärpersonen befanden sich 19759 darunter. Die Zahl der Haushaltungen betrug 281 438. Die Provinz Starkenburg hatte 590 380 Einwohner (294 418 männliche und 295 962 weibliche), Oberhessen 309 233 (154 408 und 154 825) und Nheinhessen 382 438 (190 372 und 192 066). Die fünf größten Städte haben zusammen 351 278 Einwohner, 175 677 männliche und 175 601 weibliche. Auf einen Quadratkilometer kamen im ganzen Lande 166,8 (1871: 110,8) Einwohner. In Starkenburg kommen auf einen Quadratkilometer 195 (115,3) Einwohner, in Oberhessen 94 (76,9) und in Nheinhessen 252,4 (182,1). Während in der Stadt Mainz auf einen Quadratkilometer 3570 Einwohner kommen, beträgt die Zahl in Darmstadt 1512, Offenbach 2329,9, Gießen 743,7 und WormS 1643,9. Bei den Landkreisen schwankt sie zwischen 288,6 (Mainz) und 55,2 (Lauterbach). Die Zahl der Ausländer betrug 11 326 (im Jahre 1871 nur 2536), darunter waren aus Oesterreich 3919, Rußland 2514, Schweiz 1403, Italien 1047, Nieder- . lande 553, Vereinigte Staaten von Amerika 481, Ungarn 403, Großbritannien und Irland 260 und Frankreich 169. Die Zahl der Juden betrug 24 063 (gegen 24 696 im Jahre 1905), wovon 10 202 in den 6 größten Städten wohnten. Seit 1871 haben von den 983 Gemeinden 591 eine Zunahme zu verzeichnen, während in 357 die Einwohnerzahl abgenommen hat. * ** Landes Universität. Zu der gestrigen Bei- setzung des Geh. Baurats Wal lot hatte die philosophische Fakultät der Laudesuniversität eine prächtige Kranzspende nebst Kondolenzschreiben nach Oppenheim geschickt. Geheimrat ZLallot war Ehrendottor der philosophischen Fakultät. •• Ordensverleihung. Der Gro ßherzog hat dem Postsekretäc Wilh. Schmitt in Osthofen das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober-Postschaffner Adam Wolf in Offenbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für langjährige treue Dienste* verliehen. ** Auszeichnung. Dem Vorsitzenden der Hessischen Handwerkskammer Herrn Gewerberat Falk-Mainz wurde nach einer bei dem Deutschen Gewerbe- und Handwerks- kammertaa in Würzburg erfolgten Bekanntgabe vom König von Preußen der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Schilling in Reustetttn, jetzt in Gießen, die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste unter Verleihung des Charakters als Geheimer Baurat erteilt. '• Ruhestand8Versetzung. Der Großherzog hat den zweiten Direktor des Römisch - Germanischen Zentral- MuseumS in Mainz, Professor Ludw. Lind en sch mit in Mainz, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand ver- setzt und ihm auS diesem Anlaß daS Ritterkreuz erster Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Er ledigte Lehrerstellen. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Utphe. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Grafen zu SolmS-Laubach steht das Präsen- tationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehreistclle an der Gemeindeschule zu Ober-Laudenbach. •• Der Verba ndStag der gemeinnützigen Bauvereine in Heffen wird am Sonntag, 25.August, in Bingen im großen Saale des Bahnhofes stattstnden. Es ist folgende Tagesordnung vorgesehen: Bericht deS Verbandsvorsitzenden über das abgelaufene Geschäftsjahr. Kaffenbericht. Zweck- mäßiger Kleingartenbau (Berichterstatter Kreisobstbauinspektor Mazarin-WormS). Rationelle Heizung von Kleinwohnungen (Berichterstatter Diplom-Ingenieur Fritz-Darmstadt). ♦* Bodensprengversuche mit Dynamit Au Veranlassung der Lundwirtschaftskammer für Hessen findet am Sonntag, 18. ds. Mts., nachmittag 2\2 Uhr in Zwingenberg an der Bergstraße eine Vorführung praktischer Sprengungen des Bodens mit dem ungefäbrlickwn Sprengstoff Rompvrit C statt. Die bisherigen Versuche und Anwendungen haben ergeben, daß dieser Sprcngstof in Obst-, Wein- und Gemüsebau, insofern eine Rolle zu spielen berufen fehl wird, als man damit auf gefahrlose Weife Baumlöcher ausheben, das Rigolen teils erleichtern, teils ersparet!, undurchlässige Bodenschichten rasch durchbrechen und stauende Rässe zum Abziehen bringen kann; große Vorteile bietet dieses Sprengen sodann beim Ent- fernen von Baumstümpfen usw. Tic Teilnehmer treffen Ausland. Eine Panik auf einem französischen Kriegsschiff- Paris, 14. Ang. An Bord des Panzerschiffes „Berits" im Hafen von Toulon brach gestern eine Panik aus. Man hatte unter einem der Schiffskessel Feuer anaezundet. Fwolge- dessen entwickelte sich dicker Rauch, welcher durch dre Pulverkammern abzog. Tie Matrosen, welche dies bemerkten, gerieten in großen Schrecken und 2 50 , prangen ins .Je et t. Die an Bord gebliebenen setzten die Apparate, welche zum Fullen der Pulverkammern dienen, in Bewegung und ersäuften einen großen Teil der Munition. An Bord der m der Nähe befindlichen Schiffe „Diderot" und „Republiaue" bemächtigte sich aleichfalls der Mannschaft große Unruhe. Es gelang wdoch den Ossi vieren, die Leute auf ihren Posten zu halten. Die 250 Mann von der „V6rit5" schwammen ans Ufer und wurden spater von dort zurückgebracht. Der neue Sultan von Marokko. Die „Agenee Havas" meldet aus Rabat vom 13. August: Tie Proklamation Mulav Juisufs fand morgens um neun Uhr statt. In Rabat und Solch wurden zu Ewen des neuen Sultans zahlreiche Kanonenschüsse abgefeuert, Die Bevölkerung scheint nicht sonderlich berührt., « Wie aus Paris gemeldet wird, ist General Franchet d'E s p e r a n anstelle des Generals M o i n i e r zum Kommandanten der Besatzungstrnppen in Ostmarokko ernannt worden. sich ab 3 <2 Uhr am Bahnhof in Zwmgcnverg, bannt ous Sprengen gegen 3 Uhr beginnen kann. •* Zusammenstoß. Als heute morgen gegen 7 Uhr ein Arbeiter mit dem Fahrrad aus der Neustadt kommend um die Straßenecke nach der Bahnhofstraße einboa, streß er mit einem aus der Bahnhofstraße kommenden Automobil zusammen. Er wurde vom Rad geworfen und er- itt Hautabschürfungen, sein Fahrrad wurde stark beichä ngt. Der Autosührer hat wohl nicht zu schnell gefahren, er soll aber nicht genügend nach rechts ausgewichen sein und dadurch den Unfall verschuldet haben. ♦* Betrüger. Auf einen alten Gaunertrick ist vor einigen Tagen eine hiesige Frau hereingefallen. Bei ihr erschienen zwei Herren und mieteten möblierte Zimmer, die sie alsbald zu beziehen versprachen. Um die s offer am Bahnhose auslösen zu können, forderten sie von er Frau ein Darlehen von 25 Mk. . Die Frau gab wohl nicht diesen Betrag, ließ sich aber einschüchtern und verabreichte den Gaunern etwas Geld, die dann auf Nimmerwiedersehen verschwanden. •• Ueberfahren. Am Mittwoch nachmittag wurde »er Bahnarbeiter Wilh. Wagner auS Lollar im hiesigen Bahnhofe beim Ueberschreiten der Geleise von einer Maschine erfaßt und ihm der rechte Unterschenkel oberhalb deS Knöchels überfahren. Der Verletzte wurde nach Anlage eines Not- verbandeS in die Chirurgische Klinik gebracht. Landkreis Gießen. -m. Langsdorf, 14. Aug. Ein etwa dreijähriges lind ist heute hier in Abwesenheit der Eltern in einen Zuber mit Waffer gestürzt und beim Nachhausekommen fand man daS Kind ertrunken vor. Kreis Büdingen. * Büdingen; 12. Aug. Schöffengerichtssitzung. Der Taglöhner G. H. von Büdingen wird wegen Hausfriedensbruchs zu 10 Mk. oder 2 Tage Gefängnis und wegen Körperverletzung in zwei Fällen zu je 15 MF. ober je 3 Tage» Gefängnis verutteilt. Die Volksschüler B Sch., H. St. und Ehr. L. von Michelau hatten an der Straße Michelau—Wolferborn eine Anzahl Isolatoren an den Telephonstangen e n tzwcr- geworfen und hatten sich deshalb wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Sie wurden als Jugendliche zur Strafe des gerichtlichen Verweises verurteilt. — Der Gärtnergehilfe O. Th. von Ober-Röblingen, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, wurde wegen Diebstahls eines Fahrrades zu einer Gefängnisstrafe Don br ei Wochen unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt. Er hatte am 27. Juli am Bahnhof Bleichenbach ein Fahrrad entwendet, um rascher in seine Heimat zu gelangen. Unterwegs in Rinderbügen erfolgte aber bereits schon eine Festnahme. w. Wolf, 13. August. Heute morgen wurde im Bache ne Leiche des Taglöhners Wilhelm Helfrich von hier ge- änbet. DaS Amtsgericht Büdingen hielt heute mittag Leichen- chau ab; eS liegt Selbstmord vor. Der Lebensmüde hat den Tod im Waffer gesucht und gefunden. Kreis Alsfeld. Q Mücke, 14. Aug. Zwischen Merlau und Flensungen rildete Mücke früher ein Bindeglied, das nur aus der Bcchn- tation und einem Gastgehöfte bestand. Nach und nach wuchsen die Gebäude pilzartig aus der Erde. Mit der Vergrößerung des Verkehrs auf Bahnhof Mücke steigerte sich auch daS Bedürfnis nach Wohnungen. Ein Bauunternehmer schuf in jüngster Zeit solche Wohnungen in modernem, einfach praktischem Stile. Wie begehrt sie sind, zeigt ihre alsbaldige Besetzung. So wird in absehbarer Zeit die Lücke zwischen Merlau, baß gleichfalls Neubauten in dieser Richtung zeigt, und hier geschlossen sein. Kreis Lauterbach. h. Lauterbach, 14. Aug. Bei Gelegenheit des gol- )cnen Jubelfestes des hiesigen Turnvereins wurde angeregt, dem Schöpfer des deutschen Schulturnens, Adolf Spieß, ;ier Tn seiner Vaterstadt ein Denkmal zu errichten. Man hofft dabei auf die Mitwirkung der deutschen, be- onders der hessischen Lehrerschaft. Kreis Schotten. § Vom vorderen V ogelSberg, 14. Aug. Den vielen Wespen hat daS rauhe, regnerische Wetter den GarauS gemacht; man sieht ihrer nicht mehr viel. Ebenso ist es mit den Fliegen. Auch diese treten bei weitem nicht in der Unzahl auf wie im vorjährigen heißen Sommer. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 14. Aug. Der Neubau unseres Museums schreitet rasch voran. Außer den MuseumSsälen werden auch Zimmer für das städtische Archiv und Lesesäle hergestellt werden. Bis zum Herbst wird das sogenannte Wetterauer Museum dem Verkehr übergeben werden. h. 9311 bei, 14. Aug. Die Bemühungen Vilbels um Erlangung einer Garnison sind erfolglos geblieben; das preußische Kriegsministerium hat der Bürgermeisterei jetzt mitgeteilt, daß dem Gesuche nicht entsprochen werden könne. = Bad-Nauheim, 14. Aug. 6. Künstlerkonzert (Richard-Wagner-Abend) Samstag, 17. August. Leitung: Prof. Hans Winderstcin. Solist: Kammersängerin Paula Dönges vom Frankfurter Opernl-aus. Das Programm dieses durch die Mitwirkung einer unserer ersten Wagnersängerinnen ausgezeichneten Abends bringt u. a. Elsas Traum aus „Lohen- grin", die Arie her Elisabeth „Dich teure Halle grüß ich wieder" aus „Tannhäuser" und ferner zum erstenmal in Bad-Nauheim die große Schluß-Szene der Brünhilde aus „Götterdämmerung". •— Das Orchester spielt, außer den Vorspielen aus Lohengrin und Tannhäuser, das große Vorspiel zum Bühnenweihfestspiel „Par s i v a l" sowie das reizende Siegfried-Idyll. Tas Konzert wird voraussichtlich eine starke Anziehungskraft aus üben, weshalb es geraten scheint, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen. Starkenburg und Rheinhessen. M. Offenbach, 14. Aug. Der Großhändler A Stein von Seligenstadt besaß einen kostbaren Ring, der plötzlich spurlos verschwunden war. Ta sah der Bestohlene am Sonntag die ausgestellte Photographie eines Bekannten, des Arbeiters Appel aus Klein-Krotzenburg, und an der Hand des Porträts seinen eigenen vcrschwun- denen Ring. Er teilte die Sache der öenbarmeric mit, die auch bald den Ring bei Appel, der mit Stein in Geschäftsverbindung stand, vorfand. Nun dürfte die Photographie etwas teuer werden. 1 Mainz, 14. Aug. Nach und nach werden Luft und Licht in die älteren Stadtteile gebracht. Zurzeit werden 17 in der Schlosscrgasse, Stallgasse usw. belegene Häuser nie der gelegt. Die alte Stadtmauer, an die die Häuser angebaut sind, bleibt erhalten. Hessen-Nassau. [] Marburg, 14. Aug. In her Haspelstraße stürzte heute nachmittag ein 18 Jahre alter seil einiger Zeil hier beschäf- ügter Klempnergehilfe namens Rolh vom Dache vier Stockwerk hoch ab. Ter Schwerverletzte wurde von der Sanitätskolonne in die Klinik gebracht. Giessen, Giesse Karlsruhe, 15. Aua. (Priv.-Tel). Infolge an» haltenden Regenwc 11crs sind die Gebirgsbäche im badischen Oberland vielfach über die Ufer getreten. Bei Radolfzell und Hettingen sind Leute in den an geschwollenen Bächen ertrunken. Die Fremden verlassen vielfach die Badeorte. Ein Erdstoß. Stuttgart, 15. Aug. In Balingen, Ebingen und Hechingen wurden gestern nachmittag 6-'. Uhr ein heftiger Erdstoß und donnerähnliches Geräusch vernommen. w. Kelsterbach, 15. Aug. In der Lederabteiluns der hiesigen Kunstseidcfabrik brach beute nacht kurz vor drei Uhr Feuer aus. Bis fünf Uhr war bas Abteilungsgebäude nebst den Lagerräumen vollständig ausgebrannt. Der Schaden beträgt 25 000 Mark. Für di Heimgänge und Gross? Hem tagen herzl Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Freitag, den 16. August 1912 t Wechselnd bewölkt, meist trocken, mäßig warm. Tiefb( feteise de- 5< ®T Fra ;,e derselbe ^scheiden „j noch jet terden, saS' jj Liebe { Trost Kleine Cagerchrom?. 5 Personen verbrannt? Aus Sackingcn (Baden) wird gemeldet: Bei dem Brande eines Wohnhauses in dem zur Gemainde Alten schwand gr- hörigen Ortsteil Glashütten fanden fünf Personen den Tod in den Flammen, als sie ihre Habieligkeittn retten wollten. Ter Besitzer des Ham'es. Hottinger, Vater von zctni . lindern, der Gemeinderat Josef Fölkle, Martin Fölkle und Friedrich Gersbach, sämtlich aus Glashütten, kamenbeiRetlungs- arbeiten in den Flammen um, während Otto Mott, ebenfalls aus Glashütten, so schwere Verletzungen davontrug, daß er ebenfalls starb. Ein Grubenunglück in Schlesien. Aus Breslau wird gemeldet: Durch den Ausbruch eint* Grubenbrandes in der Myslowitzer Grube wurden , vierzig Bergleute von der Oberwelt abgeschnit- ten. Nach stundenlanger Bemühung gelang es, sämtliche Bergleute in Sicherheit zu bringen. Der Brand ist noch nicht gelöscht. Ein Eisenbahnunglück in Italien. Auf derBahnlinieRom — Eivita Castellanaent« gleifte am Mittwoch abend ein vollbesetzter Zug. Die Lokomotive und zwei Wagen wurden vollständig zettrümmett. Zwei Passagiere fanden den Tod, sieben wurden schwer, zehn leichter verletzt. Wiederum Erdbeben in der Türkei. Heute morgen wurde in Bigha und im Innern der Dardanellen ein Erdstoß verspürt. Der Schaden ist unbedeutend. In Karabigha weisen einige Mauern Risse auf. In Timotika ist ein Teil einer Moschee eingestürzt. In Rodosto dauern die Erdstöße ort, eine Moschee, vier Minaretts, das Mausoleum, ein Uhrturm, vierzehn Häuser und sechs Kaufläden sind eingestürzt. Eine Frau ist getötet, 14 Personen sind verletzt worden. — Der Minister- , r a t beschloß, den Evkafminister mit einem neuen Kredit von 1500 Pfund in die vom (?rbbebcn bettoffenen Ortschaften zu senden. Der Minister ist bereits abgereist. Hungersnot nach dem Erdbeben in der Türkei. $ Konstantinopel, 14. Aug. Unter der von dem Erd- * beben heimgesuchten Bevölkerung ist eine große , Hungersnot ausgebrochen. Die entsandten Hilf-- | leifhmgcn sind unzureichend. Ein Hilfskomitee wurde gebildet, I Tas griechische Pattiarchat wird von der Regierung die Verhängung des Belagerungszustandes und die Entsendung aiß« j reichender Truppen verlangen. * Aus Paris meldet man: Im Departement Gironde I hat in der Nacht zum Mittwoch ein heftiger Sturm gewütet. Insbesondere ist die Küste bei Areachon stark mitge- | nommen worden. 150 Fischerboote wurden zerstört, auch fürchtet man, daß dem Ilusternpark großer Schad« zugefügt worden ist. Aus London wird gemeldet: Am Samstag abend wurde ber Prinzessin Friedrich Carl von Hessen auf ber Viktoria-Station, als sie im Begriff war nach Folkestone zu fahren, ein schwarzes Handtäschchen gestohlen, das mit Gold beschlagene Fläschchen, Privatpapiere und eine ihr von dem Kaiser Wilhelm geschenkte Bibel enthielt Bon dem Dieb hat man keine Spur. ' 1 If ui«u Olrcttt .Ri MM HM*. ,lt. tu S [St I , y 111 u) u a u । e u , 14. «ug. v?>Lfieid u^eiui eicigur^ sich bei der diesigen D rc ein Unfall. Der 25jährige Bergmann Friedr. O ckis geriet auf abfduriii. ger Straße unter einen mit Säcken beladenen Wagen, irc- mrch ihm der rechte Oberschenkel gebrockten, die große Zehe des linken Fußes gequetscht und die rechte Hand verletzt wurde. Noch am Abend wurde der Verunglückte in die Gießener Klinik überführt. Milch und Mondamin zwei der besten Nährmittel ergeben Mondamin-Milchflammeri, eine sehr begehrte leichte Sommerspeise, besonders mit geschmortem Obst jeder Art zu empfehlen. Dies ist so gesund und wohlschmeckend, und sollte täglich serviett werden, solange es reichlich Obst gibt. Um einen wohlschmeckenden Flammen zu erhalten, nehme man nur wenig Mondamin, lasse es aber gut durchkochen! Den Zettel mit anderen leichten Rezepten für Mondamin« speisen enthält jedes Mondamin - Paket ä 60, 30 und 15 P'g- Drucksachen aller Art liefert In Jeder gewünschten Ausstattung preiswert dl» Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 ^crMint.’S Wä - 'Mro- z, pcrii MitlWtji ! " ."-timmer m Architekt Letzte Nachrichten. Zur Reise Poinear^s. Paris, 15. Aug. Der Figaro meldet, daß das E o m * muniquö, das am Samstag in Petersburg und Paris ausgegeben werden wird, die vollständige Einheit der beiderseitigen Ministerien in allen politischen Fragen feststcllen wird. „In der Sattanfrage haben Rußland und Frankreich den Willen, für die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes einzutreten. Zwischen der türkischen und der italienischen Regierung werden gegenwärtig ofsi- ziöseVerHandlungen gepflogen,und es ist zu hoffen, daß die Mächte bald mit Vermittelungsvorschlä- gen erneut hervortreten können." Gegenwärtig liege dazu keine Handhabe vor. Zwischen den beiderseitigenGe- neralstäben herrsche in allen Fragen vollständiges (riw vernehmen. Tas Regenwetter in Baden. tubex VAimv u. ttintxalbeui h? i SträM 'Jliti Fl Ltid-Anla F 7 Zinirne F m NeubnuKcvl M ' o>. noch zwei 7-. Mita., t>. Wcua. eins M'm.(üaaenbciz.m r Iber mann AI LÖ Zimme. l!?iage, fi Zimm, ►bar, "las und |:cr M ob. foät. z. k «öd-Aulas 5Zimmei ■htber von Herrn K MN Miderio. z. norm. Wberiuamr h ftliiti MNMY (Stil Meding Eine Wette Ihre Frau Therese Katz Enorm haltbar Schwelmer Summlwiree lndeitrle 6. ■ b. H, Schwelm L W. Die dankbaren Kinder 1912. Giessen, 15. August Danksagung Motorenfabrik Darmstadt p». Giessen, den 15. August 1912. 5518 TibriM-Utrsaedbaei. 81 “/, Atterweg 22. 06753 Abfallholz 5 Zimmer Lücht. 55021 2>d).3*8immcrrv., 1.(51., zu uerm. Schützenstrafte 5. oerst Z vernomnen. MiMÄfei! Kaitfgesuche fmiiuetiingen Verschiedenes Geldverkehr Mietnesuche Versteigerungen Stellengesuche Stellenangebote Empfehlungen Verkäufe mit Continental Gummi Absätzen Zweig-Verein Giesen bei uns cinreichen. Klein-Linden, viel Liebe gesäet, gibt besten Trost. BrauerSchule Worms^Rh. (Gegr* 1872 D'Sehneider) Beginn d.WinUr-ßeme*tcri »m 16. 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