162. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfafjt 10 Seiten. Nr. 10 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, aufjer LonntagS. - '-Beilagen: viermal wöchentlich HirstenerJamillenblütter, ,• i'tunal ivödienU.KiciSi blatt sürdenAre^r Siehrn (Dienstag und Freitag); zweimal moiiatl. Landwirtschaftliche oeitfragen 7- Käuferin ängstlich: „Es ist doch aber auch eine gute ile-e ' Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- sch a i t Der im Scpreniber LUil wegen der in Italien^err.ch.. den Eholera vertagte. ?. 3 n t-e r n a 1i o n a i e r m « tologen-Kongretz findet vom 8. bis Lj. .-mLi.iJl- unmittelbar vor dem Internationalen Tubertulei^oi.gr^statt. — In Braunschweig ist der Porträtmaler Emu Schulz xm yO, Lebensjahre gestorben. Der preußischen Hauptstadt, ein Jahr vor seinem Tode, porträtiert. Tie Bülte ist eins der wenigen Werke bcutidjer Kunst im Brüsseler Museum. f, — Erste Sonnenwarte auf der fudlichen Halbkugel Tie Regierung des Australischen S.aatenbundes wird nach der „Umschau" eine ständige Sonnenwar.e errichten. Der ^.tre.tor der Sicruroarte in Melbourne, Prof. Pietro Bar acht ist,damit beauftragt worden, einen besonders günstigen Platz auszufuchen. Die geplante Sonnenwarte wird die erste aus der südlichen Halb- tugeMeiiL n$ßu- ber Sammlung Hoentschel durch Pierpont Morgan. Aus Paris wird berichtet: Nachdem Pierpont Morgan vor einiger Zeit für 10 Mill. Franks einen großen Teil der prächtigen Kunjtschatze des bekannten ^Sammlers Hoentschel erwarb, hat er fetzt auch Hocimmets Sammlung Elfenbeinschnitzerei und timaillearbeiten für 1,2 Mill. <5101112 gelaust. Hoentschel, der gerade aus die,em Gemete als em hervorragender Kenner gilt, bat die,e Sammlung im ^auje mder Jahre zusammengebracht, toitnar iC -atu.1 tit jedoch von dem Kaufe ausgeschlossen worden: der berühmtei ^djrein bes bei ligen Ludwig, in dem bei der Rückfahrt aus Palästina das Herz des Königs bewahrt war. — Tas russische Ballett in Berlin. ,Aus Berlin wird uns geschrieben: Tas russische Ballett der Kai,erlichen ruf- fischen Hoftheater von Petersburg u ich Dios kau «wt letzt imTheatn des Westens ein neues Gastip.el, toieber nut großem Erfolg JtU Dem gleichen Beifall, b.r dieser Truppe in Berlin ichon aus Dem Grunde beschicden ist, weil unser Puo.litum uoerhaup^kinne Gelegenheit hat, den künstlerischen ^.anz zu fchen und icine Schönheiten in sich auszunehmen. Tie Berliner-Zbonignchc ^er pstegt das Ballett nicht mehr; die Aufgaben, die an die,er Buhne dem Ballettkorps gestellt werden, sind ,0 unerheblich^uud ch geringfügig, daß seine Kunst naturgemäß verdorren muß. -Lte Rusten btarnten O?ei Lwck- zur "uimhrung, di- teilte Äi-derm«-r>l>»- neual" auf Die Mu,ik von Robert ea)umann, bas schon betannte Ballett „tileopatra", und als Novuut den zweiten Akt eine» Ballettes „Ter Pavülon der Armide", der vornehmlich in dekorativer Hinsicht ganz Hervorragendes bot. ^r^Mulelpu.ikt b^r Truppe ist diesmal Die ft aia janina, eine -Lanjerui von beträchtlichem Können, von viel Anmut und natürlicher Grazie, und technisch hervorragend burckgebildei Auch U t n s k 1, - brülaiüe Tänzer unb gewaltige Springer, ist wieder da. a,te — Eine Rauch-Büste int B rü^seler Museum. »Tas Muicuin zu Brüsstl erhielt, rote der von Drv B ie r >n a nn herausgegebene Cicerone berichtet, ein Werk Christi a n R a u ch s zum Ge,st)ent. Es handeli sich um die Marmorbüste Wilhelms 1., Königs von Holland, die der Bilohauer im Jahre 184l geschaffen hat. Wilhelm 1. war mit Friederike Wilhelmine von Preußen verheiratet und ging nach deren Tode eine morganatuche Ehe mit einer belgischen Gräfin d'Oultremont ein, roas iyn von den Holländern sehr verdacht wurde. Der König dankte im Jahre 1840 ab um) zog sich auf seine Güter 111 Reiches, bic insolge der stetig wachsenden Ausgaben für Heer und Flotte alljährlich zunehme, Steuern bczal.st roeroen, aber es dürsten feine neuen indirekten sein, sondern hircfie, wie eine Reicherb schaftssteucr z. B. Tic 500 Millionen Steuern nüifjtcn bic 'Mfitzloscn bezahlen, wahrend es bic Besitzenden verstanden hatten, die Steuern abzuwälzen. Durch ten schwarz-blauen Block sci auch das Reichstagswahlreckst in Gefahr und bic Gegner dee> Wahl rechts erstreckten sich bis tief in bic Reihen her Rationallibcralen hinein. Ta sei cs denn bie Pflicht her Sozialdemokratie, bic Massen aiifjuliären, sie auf immer höhere Stufen her Kultur zu bringen, bas internationale Solidaritatsgesühl der 'Arbeiterschaft, bas erst int letzten Sommer burch Verhinderung eines Weltkrieges sich bewahrt habe, zu stärken und die Arbeiterschaft aus ihrer trostlosen Lage zu erlösen, was jedoch , nicht in unserer kapitalistischen, fonbern nur in einer sozialistischen Gesellschaitsorbnung möglich sei. Nach den von der Versammlung beifällig aufgenommenen Ausführungen des Reichs.agskandidaten sprach Herr Kremser hauptsächlich über die Zollfrage und das Verhältnis der sozialdemokratischen Partei zu den in diesem Wahlkreis in Betracht kommenden politisck^n Parteien. Herr Kremser begann seine Aus - sührungen mit einer Erläuterung der programmatischen For-- berung: Vergesellschaftung her kapitalistischen Produktionsmittel, wobei er haupftächlich ben Großgrundbesitz im Auge habe. Dann beleuchtete er von seinem Standpunkt aus die Wahlparole der Regierung: Schutz der nalionalen Arbeit, was richtiger schütz des nationalen Profits ^heißen müsse. - Man wolle mit dieser Parole eine politische „Bcsofscnl)eü" herbeiführen, damit die Leute nickst mehr tlar sehen könnten. Was denn sein Haupt- thema, die Zollpolitik anbelangt, suchte Herr Kremser nachzu- weisen, daß durch unsere heutige Schutzzollpolitik nur bic Großgrundbesitzer einen Vor.eil hätten, nicht die kleinen Bauern. Turch diese Politik würden int Inland bic Waren zu hohen Preisen abgesetzt, ins Ausland dagegen verschleudert. Nur dann konnten wieder gesunde Verl)öltnisse cintrcten. wenn von der Schutzzollpolitik zum Freihandel übergegangen werde. In seinen inerteren Ausführungen, die sich mit den Anti'einiten und Liberalen beschäftigten, warf cr ben Antisemiten politische Unwahrheiten vor unb führte dafür eine Acußerung des Herrn Dr. Werner, bie dieser 3 Tage nach der Wahl in ben deutfck)-soz. Blättern getan habe, als Beleg an, eine Aeußerung, di. mit Ausführungen, d.e von heutsckr-soz. Seite ebenfalls in diesen Blättern, jedoch vor Der Wahl, gemacht worden seien, in grellem Widerspruch ständen. Der Freisinn dürfe nicht unterstützt werden, weil bei diesem Theorie unb Praxis zwei grundverschiedene Begriffe wären. Er wrderte unter lebhaftem Beifall feiner Gesinnungsgenossen zur Wahl des Herrn Beckniann auf. Da sich zur Aussprache niemand meldete, schloß der Ein- berufer H. Noll fchon gegen 11 Uhr die ruhig 0erlaufene Versammlung. Zur Wernerverfammluuz in Grünberg. Man schreibt uns: In der gestrigen liberalen Wah- lerverfammlung in Grünberg, in der Herr Erkelenz sprach, wurde durch einen Vertreter der nationalliberalen Partei festgestellt, daß, nachdem 5)err Rechtskonsulent ^öckel öffentlich erklärt hatte, mißverstanden zu sein, „kein nattonalliberaler Vertrauensmann für Herrn Dr. Werner gesprochen habe". Sreitag, 12. Januar 1912 Be,nq»vrel i: monatlich 75 BL, vierteljährlich 'Bit 2.20: durch .lubolc- 1L Zwcigucllen monatlich 6ö Pk.; durch die Poft 'Bit 2.— viertel- jährt. au8|(f)L Beslellg. Zeilenvreis: lokal löP!^ auSiväns 20 Plenniq. (5 beirehafteur: 91 Goetz. Verauiivonlich für den ____ polinicheu Teil: August .....e[ersit6cn Geneml-Anzeiger für Oberhessen Annahm? von Anzeigen Rotationsbrut! unb Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei tt. Tange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land^: ti.Heß; für beit m ÄT“ Bütlingen: z-rnspr-ch-r Nr. 269 E-Ichäsi-stclle B->hnh°Istrnhe 16a. 2ime.qen.nl: H. B-ck. Der Wahltag in Berlin. s. Auch int bekanntzugeben. (ar 28 058.— (1 Gelnhausen 648! anau 381 in 1910. l. Gießener Strafkammer. X Gießen, 9. Jan. Aufreizung zum Kindesmord. Der 23 Jahre alte Hausdiener K. F. von Kreuznach hatte seit einer Reihe von Jahren ein Liebesverhältnis mit einem ledigen von Preußen und Kaiser Wilhelm II , in das bie Anwe MH >en begeistert einfrimmten. Der größte ^eil der 2lnwe en- >cn trat dem Flottenverein bei. Zum Schlüsse sprach lt forschende des Kriegervereins dem Vortragenden den Dan. .-er Versammlung aus. Dom türllsch-italienjschen Krieasfrh daß der Trunksüchtige entmündigt ist oder unter Alkoholverbot stehl, auf An.rag der Ortspolizeibehörde die Rente diesen überwiesen werden. Der Rentenempfänger kann seine Rente alsdann nicht mehr durch den Genuß von Alkohol vergeuden, sondern erhält sie von dem Bürgermeister in Gestalt von Nahrungsmitteln u. dgl. Dieses Vorgehen i,jä nicht allein im eigenen Interesse der Trunksüchtigen, sondern auch im Interesse von deren Familien erfolgt, die häufig durch die Trunksucht des Mannes in bittere Not geraten sind. Der etwaige Rest des Geldes soll den Angehörigen des Rentenempfängers überwiesen werden. ** Zur Berufswahl. Zu Ostern steht wiederum eine große Zahl von jungen Leuten mit ihrer Entlassung auS der Schule vor der wichtigen Lebensfrage der Berufswahl. Sehr mit Unrecht wird nun hie und da noch von der Ergreifung eines Handwerks Abstand genommen in dem Glauben, das Handwerk habe keine Zukunft mehr. Wenn auch einzelne Handwerkszweige durch die Industrie zurückgedranat worden sind, so haben sich dafür wieder andere durch die moderne Entwicklung gegen früher , sehr gehoben, es hat sich eine Reihe von neuen Handwerks- xiocigen gebildet und ist in bester Entivicklung begriffen. Dadurch, daß sich das Handwerk den durch die moderne Technik veränderlett Verhältnissen anzupassen verstanden hat, wird es stets den ihm gebührenden Platz zu behaupten wissen, umsomehr, als es eine Reihe von Gewerben gibt, in denen die individuelle , handwerksmäßige Tätigkeit niemals durch schablonenmäßige Fabrik- , Produktion ersetzbar ist. Hiernach bietet das Handwerk nach wie vor jedem, der dazu Neigung, Veranlassung und ernstes Streben mitbringt, ein befriedigendes Auskommen und mindestens eben» , soviel Aussichten aus einen reichtiä)en Verdienst, ja selbst zur , Erwerbung von Wohlstand, wie jeder andere Beruf auch Die Zugehörigkeit zahlreiä>er angesehener Handwerker zu Reichstag, Landtag, Gemeindevertretung und anderen öffentlichen Körperschaften beweist weiter, welches berechtigte Ansehen das Hand» toett überall genießt. Das Handwerk zerfällt in soviel Zw-'ige, daß es jedem, der Neigung und Anlage für technischpraklisch Betätigung hat, möglich ist, ein ihm zusagendes Tätigkeitsgebiet zu finden. Die Ergreifung eines Handwerks ist zudem nicht mit besonderen Aufwendungen verbunden, denn die 3 lährige, in einigen wenigen Handwerkszweigen 4 jährige Lehrzeit erfordert in oer Regel nur verhältnismäßig geringe Kosten, in vielen Gewerben wird sogar schon während der Lehrzeit ein wenn auch geringer Lohn g^ahlt. Hierin unterscheidet sich das Handwerk vorteilhaft von vielen Berufen mit hohen Ausbildungskosten, z. B. den akademischem, die z. T. fast durchweg stark überfüllt sind und deshalb trotz ihrer sehr hohen Ausbildungskosten zurzeit auch schlechte Aussichten bieten. "Ein glücklicher ,y a 11. Zn der Nacht aus Donnerstag arbeiteten auf hoher ausziehbarer Leiter zwei Monteure an der elektrischen Straßenbelelichtung. Die Sperrvorrichtuna oer Leiter versagte und beide Leute stürzten au8 einer Höhe von 15 "Metern ab. Einer der Männer erhob sich vollkommen unverletzt voni Straßenpstaster, während der andere mit einer ; unbedeutenden Wunde im Gesicht vom Platze ging. • • "Dlanf arbenbieb. AuS einer Mansarde in den Neuen-Bäuen wurden gestern abend zwei Anzüge, eine Taschenuhr und ein Herrenhut von unbekanntem Täter gestohlen. • • Einbruch. In Großen-Buseck wurde gestern nachmittag ein EnibruchSdiebllabl verübt. Der Dieb, ein I6,ährlger Bursche, versetzte eine Weckuhr im hiesigen Pfandhause unter dem Namen Klein, die auS dein Einbruch herriihrte. • • Lebensmüde. Eine ältere Frau vergiftete sich mit Lysol. Rian fand sie heute morgen als Leiche in ihrer Wohnung. • • Bon den Wandernden. Im Dezember kehrten , in der Herberge zur Heimat 1361 Wandernde ein, von denen , 523 Unterkunft gegen Arbeitsleistung und 838 gegen Zahlung ■ erhielten. (Zm gleichen "Monat deS Vorjahres betrug bie ' Frequenz 1441 — 624 — 817 Logiergä'te.) In den letzen 3 konnten des abgelaufenen ZahreS logierten in der Herberge 3936 Gaste (3987). Im ganzen Jahre fanden 13 937 Per- 1 ionen gegen 18 203 im Vorjahre Herberge und Vervsiegung. — Jin Dezember waren für den Arbeitsnachweis 36 offene ’ Stellen gemeldet, von denen 34 besetzt ivurden, und zwar 7 nach außerhalb. Die untcrgebrachten Arbeitskräfte bestanden auS 14 Handwerkern und 20 ungelernten Arbeitern. Landkreis G.e'ten. — Wies eck, 11. Jan. Im Saale von Adam Ziegler dahier sprach heute abend Lehrer Westphal über „unsere Kolo ni en". Der Redner legte die Notwendigkeit kolonialer Tätigkeit eines aufstrebenden Volkes dar, bamii es unabhängig von Wohl- oder llebelwollen anderer Länder und Völker auf eigene Füße zu stehen komme. Er zeigte, nne durch solche Bestrebungen gerade dem Arbeiterjtandc gedient ist, dessen Existenz in erster Linie bedroht ist, wenn । uns das Ausland bie Rohprodukte unmäßig verteuert oder gar entzieht. Es unterliege keinem Zweifel, daß die von i den Feinden der Koloniawestrebungen verbreitete Ansicht . von der Wertlosigkeit wege 16 242.69 (13 038.55) Mk., Frankenberg 12 098.55 (13 381.15) Mk., Fritzlar 28 058.— (16 530.—) Mk., Fulda 1314.56 (2/91.12) Mk., 32 80 (11 539 —)Mk., Gersfeld 425.75 (572.85) Mark', Hanau 3810.22 (4499.53) Mk., Hersfeld 3394.88 (3754.79) Mk., Hofgeismar 46 862.56 (48 222.35) Mk., Hom^ berg 9800.65 (10 288.10) Mk., Hünfeld 1879.05 (1727.21) Mk., Kirchhain 20549.12 (17 117.65) Mk., Marburg 16 650.35 (16 246.75) Mk., Melsungen 15218.15 (14 230.05) Mk., Roten-, bürg 648o.70 (8260.85) Mk., Grafschaft Schaumburg 7562.90 (13 564.76) Mk., Schlüchtern 2765.70 (6016.86) ML, Herrschaft Schmalkalden 2049.85 (4486.15) Mk, Witzen hausen 17 216.75 (18 026.75) Mk., Wolfhagen 19 188.80 (16 980.53) Mk., Ziegen-, Hain 11022.25 t 10 047.95) Mk. Die ZujammenstellunA zeigt, daß trotz ber kaum mittelmäßigen Obsternte aus dem Berkaus bes Gemeinbeobstes beinahe so viel Geld dafür eingenommen wurde, wie bei der guten Obsternte Berlin, 12. Jan. Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, iverden heute in den KasernenderGarnisonvonGroß- Berlin einzelne Truppenteile in ständiger Marschbereitschaft sein, um bei Ruhestörungen in der Stadt erforderlichenfalls sofort einschreiten zu können. Außer mehreren Kompagnien Infanterie werden auch einige Schwadronen der Gardekavallerie unb mehrere Batterien den ganzen Tag über in Bereitschaft bleiben. . h im Königlichen Schloß fallen Truppen Lonsigniert nwrbcn. Ter „Berliner Lokalanzeiger" hat mit einigen größeren Schaubühnen Berlins ein Abkommen getroffen, nach dem ihm erlaubt wird, heute während der Vorstellung durch Scheinwerfer die Wahlresultate dem Publikum der einzelnen Bühnen , 11. 3an. Hu dem gemeldeten Däsche- Tiebstahl ist zu berichten, barg der Dieb in der Person ines auf dem breiigen Eisenwerke beschäftigten Arbeiters aus Magdeburg ermittelt wurde. Er hatte schon in Paket mit Wäsche bei der Bost aufgegeben, um es in eine Heimat zu schicken, während der anbere Teil in seiner Löhnung gefunden wurde. + Treis a. d. Lda., 11. Jan. Mit einem hübschen Zeichen der Dankbarkeit überraschte gestern abend der l.i. sige Lurnverein seinen bewährten Vorjipenden, Lehrer Walter hier. Nach Schluß einer Vorstandssitzung ließ er ihm urch seinen 2. Sprecher, Schreinermeister Kehr, zum Tank ür seine langjährigen, dem Verein geleisteten Dienste ein rachtvoll gerahmtes Bild des Turnva.ers Jahn über» .eichen, das von einem Vercinsmitgliod, Schlosser H. Amend, ii Messing getrieben worden ist und von der Kunstfertigkeit eines Verfertigers beredtes Zeugnis ablegt. Lehrer Walter, sichtlich Überrascht und gerührt von so viel Liebe, unkte dem Verein in längerer Rede und lud die aiuüejcubcn ürner zu einem Glase Bier ein. Einer Anregung aus bem Jercin entfprcchenb soll das Bild in bem Labenfenster eines riesigen Geschältes einige Tage ausgestellt werden. Mine Büdingen § Selters, 11. Jan. Seit dem Tode unseres Geistuchen, des Pfarrers Büchner, wird die hiesige Pfarrstelle durch evangelische Geistliche aus den Nachbarorten oersehen. Die Neliaionsstundcn werden durch Pfarrer Wilhelm von 93teid)t*nbad) gehalten. Bei der oberen Kirchen- öehörde scheint die Abjicht zu bestehen, die Stelle aus Spar- ,amkeitsrucksichten dauernd zu vikarieren. Kreis Lauterbach. ~ Zahmen, 11. Jan. Als heute nachmittag ein Mann aus dem benachbarten preußifdjen Orte Josse von iner hiesigen Wirtschaft, woselbst er einer HolKversteigeruna beiwohnte, nach Hause gehen wollte, fiel er so unglücklich die Treppe herunter, daß er auf der Stelle tot war. Kreis Friedberg. x Bad-Nau heim, 11. Jan. 9luf einer Konzertreise nach Saaz, Pilsen, Bubweiß, Lmz unb Graz befindet sich icgenroärhg unsere Kurkapelle, baS Winderstein-Orchester m Leipzig. — 25 Jahre im ©tabtparlament ist unser Beigeordneter Knieriem, der erst als Gemeinderat, bann »ach Einführung ber Stäbteorbnnng als Stadtverordneter und neuerdings als Beigeordneter für das Wohl der Stadt tätig war. Von der Stadtverwaltung würbe bem Jubilar ein Blumenstrauß überreicht. Slartenbnrg und Nheinheffen. m. Offenbach, 11. Jan. Ein schwerer UngfÜckSfall, der leicht die schlimmsten Folgen hätte nach sich ziehen können, ereiLnete sich heute nachmittag in einer der beleb» testen und verkehrsreichsten Gegenden unserer Stadt, der Frankfurter Straße, Ecke Marktplatz. Die Pferde eines Lastwagens waren durch ein vorbeifahrendes Automobil scheu geworden, ningen durch und rannten in wilder Flucht die Frankfurter Straße hinab nach dem Marktplatz, bis sie in das am Marktplatz befindliche Kinematographen- tHeater hineinsturzten und dort eine große Verwüstung anrichteten. Die Vorderfront des Hauses wurde förmlich eingedrückt und nur dem Zufall ist es zu verdanken, daß Berluste an Menschenleben Nicht zu beklagen sind. n. Offenbach, 10. Jan. Nachdem vor kurzer Zeit eine hiesige Deputation, bestehend aus einem Stadtverordneten, einem Hauptlehrer und einem Lehrer, das Sickingersche Schulsystem in Mannheim an Ort und Stelle studiert hat, sollen auch an vier hiesigen Schulgruppen mit Beginn des neuen Schuljahres Förderklassen ein* geführt werden. Ohne gleich das ganze Mannheimer System mit seiner komplizierten Vielgestaltigkeit zu übernehmen, verspricht man sich von der Einrichtung der Förderklassen mit geringer Klassenfrequenz eine Hebung ber Leistungen unserer Volksschüler, die.zurn größten Teil in so traurigen häuslichen Verhältnissen aufwachsen, daß an eine Mithilfe des Hauses bei Erziehung und Unterricht kaum zu denken ist. Wenn die Lehrziele dieser Förderttassen, in die besonders geistig minderbefähigte Schüler Aufnahme finden sollen, auf ein Mindestmaß beschnitten werden und den Hauptfächeim in Deutsch und Rechnen ein breiterer Raum gewährt wird, dann führen sie wenigstens einen lückenlosen Abschluß in dem Bildungsgang des Schülers herbei und können so in Segen wirken. Kreis Wetzlar. -4-Dutenbofen, 11. Jan. Vor einigen Tagen fand durch eine Jagdgesellschaft Wetzlarer unb Gießener rin Treibjagen statt, ivobei ein seltenes Jubiläum gefeiert würbe. Unter den Treibern befand sich der 66 Jahre alte Pfnorr von Münchbolz- hausen, der feit bem 16. Lebensjahre als Treiber bie Jagden in unserer Gemarkung mitmachtc, also Heuer sein goldenes Jubiläum hat. Manch lustiges Jagdslücklein hat er erlebt unb er versteht, bavvn wunderbar zu erzählen. Die Jagdaesellfck-aft überreichte dem Jubilar in Anerkennung seiner Redlichkeit unb Treue einen grünen Plüschsesfel. Ter Bankherr Kellner-Wetzlar, der das Angebinde überreichte, sprach den Wunsch aus, daß ber Gefeierte noch lange Jahre ber Jagdgesellsd-ast bienen könne. Hesfkn-Nasjau. Deutsches Neich. Zur Vermehrung des Wagenparks der breußisch-hessischen Staatseisenbohnen werben im Eisenbahn-Anlcihegesetz 112 Millionen Mark ge- sorbert werden. Es sind dies 30 Millionen Mark mehr als in den letzten Kreditvorlagen. Auch im Eisenbal/nvoran- schlag werden die Mittel zur Erhaltung der Eisenbahnfahrzeuge um über 14 Millionen Mark erhöht werden. Der Fuhrpark wird demnach in den nächsten Jahren so erheblich vermehrt werden, daß er allen Anforderungen selbst bei ganz ungewöhnlichen Zeiten wie im letzten Sommer gerecht werben rann. Die „Nordd. Mgem. Ztg." schreibt: Die preußische Finanzverwaltung entschloß sich, zahlreid)en aus den Kreisen der Lotterieeinnehmer an sie herangetretenen Wünschen entsprechend, von der im Sommer 1912 ab zu spielenden 227. Lotterie an auf das sogenannte Mitspiel der Freilose für die Staatskasse dauernd zu verzichten. Der Entschluß dürfte der Finanzverwaltung nicht ganz leicht geworden sein, denn es wird bamit dauernd auf eine sicbere Einnahme von rund einer halben Million Mark aus dem Betriebe der Staatslottcrie verzichtet, um welchen Betrag sich die Chancen der Spieler gleichzeitig dauernd verbessern. Bor einiger Zeit ging durch die Presse eine Nachricht, der aufolgc Vvn der Reichsregierung nicht beabsichtigt sein sollte, die mit ber im April v. Js. veranstalteten Konferenz begonnenen Verhanblunaen wegen des Verhältnisses von I n d u st r i e und Handwerk weiter fortzuführen, vielmehr sollte schon die sogen. Handwerkerkonferenz vom April v. Js. genügend Material beigebracht haben, um der Regierung weitere Maßnahmen allein zu überlassen. Da in Handwerkerkreisen diese No.iz ^roße Beunruhigung hervorgerufen hat, weil man einen erneuten Stillstand in der Weiterbehandlung der Frage Fabrik und Handwerk und der verwandten Fragen befürchtete, so hat sich der Deutsche Handwerks - unb G e w e r b e ka m m e r tag an das Reichsamt dcs Innern gewandt m;t dem Ersuchen um authen- tische Information darüber, ob b)ese Pressenachrichten aus Tatsachen beruhten. Es ist hieraus mitgetrilt worden, daß man keineswegs seitens der Reichsregierung daran denke, die Verhandlungen abzubrechen, sondern daß diese im Frühiahr b. Js. im engeren Kreise wieder ausgenommen iverden sollen, Alle Verträge der D e u t s ch-O st a fri ka-Li n i e mft der südafrikanischen S ch i f f a h r t § k o n f e r en z sind am 1. Januar abgelaufen. Die an südafrikanischen Verkehr beteiligten britischen Linien sind der Ansicht, es liege bin Grund vor, leinen Tarifkrieg zwischen den englischen und deutschen Limen anzunehmen, da aus einem derartigen Vorgehen für alle Beteiligten nichts gutes eMspringen könne. Man erwartet zuversichtlich, daß ein friedliches Uebereinkommen mit der deutsä)en Linie auf dem gelvöhnlichen Wege zu erreichen sein wird Ein Ministcrrat in Belgien unter Vorsitz des Königs beschäftigte sich mit der Frage der Vermehrung der Parlamentssitze, auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Januar 1910. Es verlautet, daß die Kammersitze um 20, die Senatssitze um 10 vermehrt werden.____________________ Heer ttnö Flotte. lieber die geplante Heercsverftärkung werden, so schcribt das amtliche Wolff'sche Bureau, von der „Militär.- Politiscl'eu Korrespondenz" Angaben verbreitet, die in den we- sentlick-en Punkten falsch sind. Ebenso beruht die Behauptung, zur Deckung der Mehrkosten werde an Huscküäge zu den staatlichen Einkommensteuern gedacht, auf Erfindung. marke W~ nr»> 1 Verlangen Sie nur b"/» 77J t. - ~r:' ■".» V,-1» SÄ® Die Klubsabrten werden Freitags hier anaezeigt. iv**/1 Santa Maria beste 7-Pjennig-Zigarre 25 Pfg. pro Sffick. 3 Stü.k 65 Plg Todes-Anzeige .Nachahmungen weise m.zurück:‘ 2 Millionen Pflüge hat die Weltfirma Rud. Sack, Leipzlg- Plagwltz bis jetzt hergestellt. Eine solche Zahl ist ein trefflicher Beweis für die Güte und Beliebtheit des genannten Fabrikates und alle noch so laute Anpreisungen der Konkurrenz vermögen diesen Ruhm des Sack’schen Fabrikates auch nicht im geringsten zu schmälern. Beates Material, exakte Ausführung, hervorrag. Arbciteleimungu. größte Leichtzügigkeit sind die unbestrittenen Vorzüge der Sack’schen Pflüge; man hüte sich daher vor Nachahmungen, sondern kauf-*, nur das Fabrikat Hud. Sack mit dieser Schutz Wendvpflüir«- l , neueste u. beste Pflüge falle landwirtscba'tlich Betriebe, • llniversalpfliige für alle Bodenarten Tief kul- tur- u. Intergrund- Kultivatoren, Dr.ll- Verelnlgle C enfsche Werke Aktienpe»eH»ehift, Charlottenburg, Salzufer 16. Abteilung Lanolin Fabrik Martlnikenfelde. GEORG TODT, Zigarren-Versand, Plockstr. 11 er Ronjfrtrfile 1 befindet sich lllkin-Olchesikr nent ist unser einderat, dann 'rorbnetet und er Ciadl tätig i Jubilar ein Gelsenkirchen, 11. Ian. Tie Stadtverordneten-Ver- sainniluna bewilligte zur Be^ettiauua der ciabt an der zu griindenden Alufliilaiv^-ciellidiait, die m o clicntirctjen ihren Liy zu nehmen bat, emen ^ctiag bis zu 3’-t)O"U 'Ult. Günstige Gelegenheit zur Ansiedelung im Badischen Qberiaud bietet sich großer Firma oder kavilaiträfligem Fachmann durch uebetnoume einer im Betrieb bcfinblirticit neu ein- oeriwteten und bedeutend erweiterungsfähigen ss,0., Zigarren-Fabrrt in bester liegend. Bahnstation. — Äesl. Anfragen unter F. V. Z. 260 durch Ihnoolf lüioiic, Franksurt a. M. Giessen (Wiesecker Weg 28), den 12. Januar 1912. Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Januar 1912, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 409 ttnuiityrr Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetleransnctueii in £>efien am Samstag, den 18. Januar 1912: Ziemlich heiter und trocken, Frost. Schneeberlcht der Schiklubr Wintersport Gießen. Hoheroüskopi: 8U cm ^cuneehohe, ö u>rad tau, klar. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Wilke. Visitkarten liefert billigst Brühl'sche Uuiv.-Druckcrci Gießen. iiiasrhlnen neuester und bester Konstruktion. PMa-enle lo.siflluQg Iller lasrhintD lör die Ludrinstiall. Kataloge gratis und franko. Vertreter gesucht Ehl. Rosenthai Liebigstrasse 13 Fernsprecher 77 Reparaturen an Maschinen jeder Art werden in meiner Werkstätte prompt u. faengemäss ausgeführt. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr August Wilke gestern früh im Alter von 25 Jahren nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Plattduisken in’d Eenhorn VanDage.Freedag abds. Kuhl mit Speek un Pinkel. [403 L’t 111 ln feinet tB et ihm CWn! >fte ei„ W über, S. Aincnd, Siertigkeit ' viel Liebe ' seienden "vg.aus dem Wt eines erden. Fflüie, Ejgcn Kleine TagiLchronil. Bei dem Einsturz eines vierstöckigen Neubaues in dem Düsseldorfer Stadtteil Derendorf wurden sechs Arbeiter unter den Trümmern begra den. Sie wuroen sämtlich schwer verletzt bon der Feuerwehr geborgen und ins Krankenhaus glchracht, wo ein Arbeiter kurz nach seiner Einlieferung starb, während ein anderer noch ohne Besinnung ist. Bei München-Gladbach fuhr der Paris—Berliner Schnellzug in eine Abteilung von Arbeitern. Einem Arbeiter wurde der Kops vom Stumpf getrennt, ein anderer wurde lebens- gefährlich verletzt. Tie Schauspielerin Katharina Fleischer-Edel wurde bei der Ausführung im Hamburger Stadhheater von.ihrem Partner so heftig zu Boden geworfen, daß sie das öcrouijtiein verlor. Später stellte sich heftiges Erbrechen ein. Auch heute ist das Bewußtsein noch getrübt. Im Frerha 1 c uo ezir k in Danzig - Neufahrwasser brannte in vergangener Nacht ein großer mit Stückgütern und etwa 120 Wagenladungen Hücker, sowie mit einem groben Posten landwirtschaftlicher Ma|chinc.n gefüllter grober tLagersckmppen der Eiscuvahndireltioit vollständig nieder. Tie Ur|"aa;e des Brandes ist noch nicht festgestellt. Verbrannt sind 60 Waggons Zucker, die einen ungefähren Wert von Million Mark darstellen, ferner eine Anzahl von Maschinen und Stückgütern. Auf einer Motorbarkasse des Panzerkreuzers „Moltke" explodierte im Kieler Lasen ein Lustdrucktank. Tas Fahrzeug sank sofort. Die Besatzung wurde gerettet. Bei dem Unfall wurde ein M a s ch i n i st e n m a a t schwer, aber nicht lebend» gefährlich verletzt. Im Palais des Erzherzogs Friedrich in Wien brach gestern Nacht im Salon der Erzherzogin Isabella, der Braut des Prinzen Georg von Bayern, ein Deckenbrand auS, der heute früh entdeckt und lokaliiiert wurde. Die erzherzogliche Familie ist heute früh von München nach Wien zurückgekehrt. Der Schaden ist erheblich. »S ÄS ÄS fusavi. 'us M L?nndcl. — Konkurse in Hessen. Neber daß BcnnSqen deS Zimmerineisiers Heinrich R c br in Nieder»Rainstadt wurde am 89. Dez. das Konkursveriabreii eiöffnet. O'evtcht« • volizieber i. P. R e i b ft e i n in Darmstadt w.nde zum Koukurs- ueri'uoltcr ernannt, »oukur-'orderunaen und bis zum 13. Januar bet dem Amlsgerichi Darmstadt I amumcldeu. — Neber das Vermögen de-r Weint,äudlcrs Friedrich öcvniaiin Schober in Oppenheim wurde am 83. Dez. da» stoulursveriabren eröffnet, öa em (»staubiger die jtoukitrSerosimmg beantragt Dnt und die 'atstungceianestmig >md Zablttugsuuläbigkeit des biemeiuschuldnerS (eimeut. '^tedueanwntt Winkler m Cvpcnbcun wurde zum stoutuisverivalier ernanuk. stoukurS'orderungen lind biS Mim lö. . an. bet dem Wutsgericht Cvvenbcnu aiizumelden. — lieber das Vermögen des Bactet memeis Friedrich Zosel B s a s s in Finthen, Inhaber der Firma Fritz P'aff & (So. daselbst, wurde am 29 Dez. das rtoiilmSveriahren eröffnet. Rcchißamvalt Dr. (st n 6 n c r in Main, wurde zum RonkurSverivalter ernannt. Kon- lurssorderuugen sind bis zum 22. Januar bei dem Amtsgerichte 1'iamz anzumelden. — lieber das Vermögen der Firma .Weingut E v v l e r, xl 0 | e f Zander L E 0.' in B 0 s en heim wurde am 2d. Dez. daS stoukurvveriahren eröffnet, da die Firma iuiolge Zahmngsunsählgkeit ihre Zahlungen emgesteltt hat. RechtSamvatt A1 l e >> d 0 r s zu Wöllstein ivurde zum KoulurSvenvaltcr ernannt, stonfnrsiorderungeu sind biß zum 22. Jan. bei dem Amtsgericht Wöllstein anzumelden. Minden (Wests.), 11. Jan. DieAusständeundAuS- sperrungen in her westfälischen, lippischen und hanseatischen Tabakindustrie, von denen ca. 13 000 Arbeiter betroffen waren, sind beendet, da auch die Bevollmächtigten der freien Tabaks-Organisattonen den unter Vermittelung deS Landrats von Minden zustande gekommenen Vorschlägen der beteiligten Arbeit' geberverbände zugeslimmt haben. Die Vertretung der organisierten Arbeiter hatte bereits vorgestern die Beschlüsse der Arbeit- geuer einstimmig genehmigt, _______ — Märkte?- fc. Wiesbaden, 11. Jan. Heu- und Strohmarkt. Angeiahren waren 15 Wagen mit Heu und Stroh. Alan notierte; vc u 9. ,U—10.4U Alk., Stroh tNichtsiroh) ö.8O—6.20 UJlf. — (5 r u ch t m a r k t. Haier 20.90—20.40 Alk. Alles hie 100 Kilo. Im Gebiete der russischen Südweftbahnen und auf der Bahn Kiew—Moronefch herrscht leit drei Tagen heftiger » d) n e e • sturm. Die Züge bleiben stundenlang im liefen schnee stecken. In Chicago brach am Donnerstag nachmittag gegen 8 Uhr im Lande! Samt Feuer auS. das einen Fahrsttihl schacht hinter bcc Produktenbörse ergriff. Durch den Brand entstand untre den Börsenbesuchern eine geringfügige Panik. Viele Personen stuAm aus die Straße, doch nahm das Geschäft, nachdem der Brand gelöscht war, seinen Fortgang. . .. , . Ein Rettungsboot von Caistor rettete sieben deut sch e Seeleute deS BriggschonerS „Falktt'-Brcrnen, der mit einer Ladung ReiS nach Varmouth bciiimmt war. DaS Schtst war auf den Sandbänken vor Parmout während dichten Nebels g e st r a n d e t. Man glaubt, dag es vollständig zum Wrack wird ragm.fanb tat* Tretbiagcn M de. Unter t*n von ibn die S-gden 1 goldenes , „lebt und er K'L'L en könne. W M 150 Mark Geldstrafe für jeden Fall belegt. Ein Wanderlager von Ferkeln. Der Schweinehändler W. K. von Dof Fortbach hatte^ in Laubach eine größere Partie Ferkeln aus Hannover eingesührt und mußte sie dort wegen der herrschenden Seuchengesahr einer Quarantäne untergeben. Nach Äblaus dcr Frist bot er die Tiere im dortigen Anzeiger zum Verkaufe an und verlauste sie auch. Er hatte aber leinen Wandergewerbeschein gelöst und wurde angezeigt, da nach Ansicht der Behörde die Einsüt)rung dec Tiere zum Zwecke des Verlaufs als Wanderlager im Sinne deS velressenden Paragraphen anzufehen sei. Das Schöstengericht verurteilte ihn zu 160 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte legte Berufung ein und berief sich darauf, daß ein Unterhändler die Ferkeln vorher bei ihm beitellt baue, und die späteren Käufer wieder ihrerieits die Tiere vorher bei dem Unterhändler bestellt hätten; er sei deshalb nicht steuerpflichtig, auch sei in der Em- tührung der Tiere lein Wandertagen zu erblicken. Tas Berufungsgericht aber war der gegenteiligen Auffassung und wies die Berufung al- unbegründet zurück. Die fehlende Arbeitsordnung. Nach § 131 a bet Gewerbeordnung ist jeder Inhaber eines gcroerbiiujen Großbetriebes, d. h. eines solchen, in welkem in der Regel mindestens 20 Arb.it er beschäftigt tu.tuen, bcruniu/tet, eine Arbeitsordnung zu erlassen. Ein hieiiger Bauunternehmer war nun angezeigt worden, weil er es bieier Vorschrift zuwioer unterlassen habe, im vorigen Ial/re eine solche ArueitSoronung aujzu- stetlen. Das Schosseiigeriast hatte ihn sreig.sprachen, die S.aats- anwaltsck)ast aber legte Beruiung ein. Der Angeklagte gao an, er habe allerdings int vorigen Fruh-ahr wuyreno mehrerer Wochen mehr als 20 Arbeiter be|ck>äfttgr, später aber w.niger. Auver- dem seien feiner Meinung nach bie im Betrieb bejck)asligten Fuhr- knechte nicht mitzuzählen. Das Gericht erfidric, oag alw Gruppen von Arbeitern, auch die Fuhrknechte, mitzuzählen seien unb daß er verpflichtet gewesen sei, eine Arbeitsordnung zu erlassen. Es erkannte auf 3 Plark Geldstrafe. Eine erfolglose Berufung. Ter Nussensteinbrenner I. M. D. von Bleichenbach hat den Sparkassenrechner $). A. N. von da besttfuldigt, er habe seine, deS D., Slinbcr um einen Teil ihres mütterlichen Vermögens gebrackst. Er ist deshalb vom Schöiiengericht zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Später hat er die Bclcidiaung zurückgenommen und versprochen, die Kosten nach und nach zu bezahlen. Daraufhin erklärte er, er fei nicht in der Lage, etwas bezahlen zu können. Statt beffen bediente er sich Der vrlfe eines auswärtigen Anwalts in zwei Terminen, um die Wahrheit feiner Behauptung zu beweisen, dies mißlang völlig. Im Gegenteil wurde festgestc.lt, daß der Angeklagte seinen finanziellen Ruin selbst verschuldet hals und Bestes durchgesäuertes Kornvrot (öauernbrot) 4 Pfd. 50 Psg. euipr. icö. Dienstag irei-vaue L.ZreMd, Mcil-Lchn, in die be- fnahme linden rden und den reiferer Raum nen lückenlosen herbei und Dienstmädchen aus sDureiwetg unterhalten, auS dem vor etwa zwei Jahren ein Kind hervorging. <>nt Oktober v. I. kam daS Mädchen in der hiesigen Frauenklinik zum zweitenmal nieder. F. war ohne Stellung und Verdienst unb befand sich in einer ^'.'ngenheilanstalt. Ta er fürchtete, die Mittel für daS zweite tiinb nicht aufbringen zu können, so suchte er die Mutter mündlich ::tb schriftlich zu bestimmen, das Kind beim Stillen derart gegen öie Brust zu drücken, daß eS ersticke. Die KindeSmutter kam aber diesem Aniinnen nicht nach. Der Angeklagte iit geständig. xa3 Gericht berücksichtigte weitgehend strafmildernd den leibenden Zustand unb die Notlage deS An-eklagten. DaS Urteil lautete auf >echS Monate Gefängnis. Das vorenthaltene Jahrholz. Ter Schuhmacher ft. B. in Zeilbach fühlte sich durch den Bürgermeister lenachteiligt, weil die.er ihm lein Jahrhrlz zuteilte. ’2r itrennte einen Zwili-rozeß gegen bie Gemeinde an und erstritt schließlich ein obsiegenocs Urteil. In feiner Freude sprach er nem Alkohol wohl mehr als angängig zu und erzählte, auf dem Bocksitze der Postkutsche fi end, nun jedcrma. n, der ihm big.gnctc: ocr Bürgermcis.er, bet ihm fein Jahrholz unterschlagen habe, komme ietzt deswegen ins Loch unb ähnliches. Er wurde w?gen dieser Beleidigungen des Bürgermeisters, der durchaus in gutem Glauben gehandelt hatte, vom Schöffengericht in Ulrichstein zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung ein und Da er bisher unbestraft unb sich an bem fraglichen Tage in begreiflicher Erregung Le anb, so gab bad Ge.i.m feiner Bitte naaj und wandelte die FreiheitSitraie in eine Geldstrafe von ichtzig Mark um. Vergehen gegen daS Nahrungsmittelgesetz. Der Fleischbeschauer I. L. auS Schotten hatte bei drei Metzgern in E. zwei Kühe und ein Schwein besichtigt, d.e tuberkulös waren. Er ließ die Eingeweide vernichten, das übrige Fleisch gab er zum Verkaufe frei. Es war an einem Markttage unb er hatte es in der Eile, v.r Vorschrift zuivio.r unterlauft einige Drüsen zwecks weiterer Untersuchung anzuschneiden, Li-rdurch Latte er übersehen, daß auch noch wettere Fleisast.ile mit Tuberkeln behaftet waren. Er wurde unter Anklage gestellt, in einer früheren Verhandlung aber freigesprochen, da bad Gericht der An icht war, daß er das Fleisch nicht in den Verkehr gebracht habe. Nach dem Nahrnngsmittelgesest ist nämlich nur, der strafbar, der au8 Fahrlässigkeit gesnndhettsschädliches Fleisch in den Verkehr bringt. Tas Reichsgericht hob aber das Urteil auf unb erklärte, daß in der Freigabe des Fleische- durch den Flcisck>- beschauer an den Metzger zum Zwecke des Verkaufs ein „in den Verkehr bringen" liege. Auf Grund dieser für daS Gericht bindenden Nechtsausfassung Watte der AngeNagte heute mit ) Samstag nnb I Sonntag: ' Schi-Fahrt i. d. Vogelsberg. J Abfahrt nach Sajotien nachnntt. 12.34,5.04,8.47 Uhr. Letzte Nachrichten. Ktiegsfieber in London. London, 12. Ian. Die fran^öfifche Kabinettskrisis hat hier das Kriegsfieber von neuem entfacht. Bei Lloyds werden wieder Kriegsversicherungen abgeschlojsen und fünf Prozent als Prämie gegen das Nisiko eines Kriegsausbruches zwischen Deutschland, Frankreich und England innerhalo der nächsten sechs Monate bezahlt. Paris, 12. Jan. Bourgeois dürste, wie versichert wird, das M i n i st e r p r ä s i d i u m unter der Bedingung annehmen, daß er kein Fachministerium zu übernehmen braucht, sondern sich nur mit der Leitung der gesamten Politik zu befassen hat. Für das Innere würde Bciand in Frage kommen, der damit eine Arc Vizevräsidium im Mt- nisterrat erhielte. Für das Ministerium des Aeußern käme in erster Linie Millerand in Betracht. Lerrn Del- raffe würde das Anerbieten gestellt werden, das Marineportefeuille zu behalten. Gelbe nnb braune Zähne. Gewisse Ursachen, zum Del- spiel Naucycn, Tabattauen usw. verfärben die Zähne und geben ihnen ein häßlidrcs Aussehen. Auch mangelhafte Zahnpflege läßt die Zähne gelblich und bräunlich erscheinen, die dann statt der „blitzenden Perlenreihen^ einen abstoßenden und widerlichen Anblick bieten. Tägliches, zweimaliges Putzen der Zähne mit Kosmodont- Zahncreme mit aktivem Sauerstoff (Tube 60 Pf.) macht die Zähne blendend weiß. Zn allen Geschäften zu haben. Probetube grati- durch die Kolberger Anstalten für Exterikullur, Ostseebad Kolberg. daß der Rechner nicht nur die Interessen her Sparkasse, sondern ifc einwandfreier unb uneigennütziger weise noch die Interessen M Angeklagten unb seiner Kinb.'r wahrgenommcn hat. xic Berufung wurde z u r Ü ck g e w i e s e n. (Berichts,aoL TaS Urteil gegen öie Scyle 1 tzh eimer Bilbcrbiebe. München, 11. Jan. Ti: Ta gell hier Joseph B e i n k 0 f e r- Kelh:im und Emil Moßraincr -Ärünchen, die am 15. No- DtmL'r auS dem Schlößchen Lustheim bei Schicißheim alte, bem bayerischen Staate gehörige Oelgernälbe aus dem Nahmen geschnitten unb im Walde versteckt hatten, wurden zu je 3 I <1 h r e n Zuchthaus unb 10 Jahren Ehrverlust nerurtcLt Gleichzeitig wurden wegen Dehlerei b:r Kaufmann Franz Neaele zu einem Jahr 3 Monaten und bet Ländler Xaver Lirsch l-München zu 2 Jahren und einem Monat Zuchthaus unb beide ebenfalls zu 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. • — Vergehen gegen b a 5 Urheberrecht. Ter frühere Lokakrcdak.eur dcS „Mainzer TagblattS", Wilhelm Net er, hatte aus dem „Wiesbadener Tagblatt" einen Lokalartikel „E.gen- tümlicbe Kunst" unb auS einem anderen Blatte einen Artikel „Mnrfensammler" abgedruckt. Der Journalist Mick>ael Im- pertro von Mainz sandte Nechnungen für bie beiden Artikel, unb sie wurden i;-m, da er sich als Verfasser angab, honoriert. Er erhob aber irotzdem An'eige wegen uncrlaubtcn Nachdrucks gegen den Si:bai cur Net er. Nach länger Behandlung wurde Dan der Straf ramm.’t Wlains sc .gestellt, daß der erstere Artikel von I. aus der Wttsöade.ier „Rheinischen V.l.'s^ei ung" entnommen und c.roac’ anders gestaltet worden roac. Den zweiten Artikel „Marken- sammlcr" will dcr a.5 Nebenkläger aui.retenbe Jmpertro aus G.llnd von Inseraten selbständig versaßt lfaben. Der Staats- anwalt war dcr Ntt nung, daß in beiden Fällen Nachdruck vor- läge; er beantragt, gegen den Angeklagten 10 Mark Geldstrafe. Das Gericht fpraej Den Angeklagten s r e i. In der Urteilsbegründung wurde gesagt: Was den Artikel „@igcntümlid>c fbuift" anbelange, habe der Nebenkläger zugegeben, den Stoff aus der „Sujcinifdjen Volls^eitung" entnommen zu haben. Dies sei aber bann feine eigene geistige Arbeit, sondern von dem Nebenkläger nur in e'.was anderer Farm gefaßt und wieder- gegeben. Aus den Angaben deS Nebenklägers habe das Gericht nicht die Ucberscugung gewinnen können, daß der Artikel „Markensammler" sein eigenes geistiges Produkt sei. Das Gericht tonnte den Verdacht nicht von sich weisen, daß der Nebenkläger auch dabei einen anderen Artikel benützt und im roeient* lichen wiedergegeben habe. Der Nebenkläger habe im allgemeinen den Manner Redakteuren bie Einwilligung gegeben laus pe- Funiärcn Vorteilen),- seine Artikel abzudrucken. Die Artikel se en auch nicht mit seinem Namen oder einem Korrespondenzzeichen versehen gewesen. Der Nebenkläger habe dadurch den Nachdruck selbst gewollt und gefördert. Vermietungen | 6 Zimmer | X lüjUIIC 0-,1.-ÄV-MNgtN iin I. u. II. Stock v. 1. Avril preiswert au ücrnüetcru “** NabexeS 1 Iirfftrnnc 16 I. | 5 Zimmer^\ vivi.ftUUtuA' 0-O‘lllUlCf Wohnungen au vcrm. 17 S^tib. Aliccstrane 22 vt. Üitnititlidic g-Zimiiitt- Niuingtn Ä KieichktraBe 42 H. 4 Zimmer j .-..tui.aei«Uviivit.ivxg.aii Gas p.bald AvWilhelmstrLv | 3 Zimmer"] (^u.one ^-Zimmcrw. mit na. ?,ubeh. a. 1. Avril au vermiet. 02241 Nodlrcimcrktrane 20. 5Hein-Linden. 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