Dte heutige Nummer umfahr 10 Seiten. m. 266 Erster Platt 162. Jahrgang Montag, 11. November 1912 SGietzenerAnzeiger 1 KJ e- ssssss SLTL- General-Anzeiger für Olmheyen innonme oon anjeigen n0tati0n$örutf unö Derlag btt Vrühl'schen Univ.vuch- und Steinitruderei R. fange. R-daMon, drpeöition und Druckerei: Schiliftratz- ?. L^-^Lv'ed: wr d-n Ms vörmitta^s"uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrahe 16a. Anzeigenteil. r>. Beck. Die „Retter" der Türkei. Während die Not des Osmanenreickies auf dem höchsten Gipfel angelangt ist und der Feind an die Tore der Hauptstadt klopfte, regten sich auch Mieder die „Retter" der Türkei, die Jurmtürken. Sie wollten es wieder besser machen können als die Regierung und präsentierten Schef- ket Pascha als Großwesir. Sie scheinen es auch gewesen zu sein, die den Glaubenskrieg hatten entfesseln wollen, der heute von der Regierung so entschieden abgelehnt wird. Kiamil Pascha scheint auch seinerseits den Bogen wieder zu straff spannen zu wollen, denn daß in einer so bedrängten und schmierigen Lage zwei große Zeitungen einfach unterdrückt wurden, nur weil sie einen Artikel gebracht hatten, der oon der Negierung nicht ganz gebilligt wurde, war doch wohl unklug und nicht gerechtfertigt. Zur Erhöhung der Stimmung und des guten Brutes der Bevölkerung kann das nicht beitragen. Und die Schwierigkeiten türmen sich immer höher auf. Tie Cholera soll in die Hauptstadt geschleppt morden sei und die Bahnlinie nach Tschataldscha soll für den Truppentransport unbrauchbar sein, da eine ungeheure Menge Leiterwagen auf der Bahnstrecke liegen soll. Wie dieses Durcheinander um sich greifen konnte, ist auch wieder ein Rätsel. Daß unter solchen Umständen der Marsch Fuad Pascha noch an Erfolge und sogar „Ueber- raschungen" glauben will, grenzt ans Wunderbare. Wir erhalten folgende Meldungen: Die Geriichte über eine türkische M in i sterkrisis sind, so wird uns aus Konstantinopel berichtet, auf den Umstand zurückzuführcn, daß der Sultan den gewesenen Scheich Uel Islam Mussa Kiasim und den gewesenen Minister des Innern Nadschi Adil, beide leitende Mitglieder des jungtürkischen Komitees, in Audienz empfangen hat. Andererseits schien der frühere Kriegsminister Mahmud Schefket Pascha leit zwei Tagen aus der Reserve hervorzutreten; er besuchte den ehemaligen Großwesir Hakki Pascha und andere Persönlichkeiten. Gleichzeitig ging daS Gerücht, daß sich Mahmud Schefket Pascha zur Jnspi zierung der Arntee nach Tschataldscha begeben werde, was als Zeichen dafür gedeutet wird, daß er zum Generalissimus ernannt werden könnte. Es scheint, daß die Jungtürken die Lage auszuuutzen versuchten, um zur Macht zu gelangen. Die Negierung hatte der türkischen Presse empfohlen, Artikel zu schreiben, in denen die Bevölkerung von-Konstanti- nopel aufgefordert wird, an der Verteidigung der Stadt teilzunehmen. Wie es heißt, wird die Regierung gegen jene Blätter vorgehen, die die Mitteilung des Scheich Uel Islams veröffentlicht haben, in denen die Ulemas aufgefordert werden, zur Armee zu gehen, und den heiligen Krieg zu predigen. Im allgetneinen scheint die Reyie- rung jetzt vermeiden zu wollen, der nationalen Verteidi- gung beu Charakter des heiligen Krieges zu geben. Wie verlautet, sind die von den Jungtürken höheren Orts unternommenen Versuche, zur Macht zu gelangen und Mahmud Schefket Pascha zum Generalissimus LU ernennen, mißlungen. Zwei türkische Zeitungen suspendiert. Der „Tanin" und die „Jeni Gazetta" sind wegen aufreizender Artikel suspendiert worden. Es scheint, oaß die Behauptung der „Jeni Gazetta", die Religion und das Kalifat feien in Gefal-r, für übertrieben angesehen wird. Ter „Tanin" hatte einen Leitartikel vorbereitet, in dem als einziges Rettungsmittel aus der Lage die Uebergabe des Oberkommandos an Mahmud Schef fet Pascha bezeichnet wurde. Tie Zeitung wurde nachts konfisziert und die Truckerei polizeilich übcriuadit. Ein türkisches «Abendblatt fcnelbet, Has iungtürkis ch e Komitee habe in Erwägung des Umstandes, daß die Eintracht das beste Mittel sei, den Erfolg der nationalen Verteidigung zu sichern, eine Abordnung zum Zentraltlub der liberalen Entente geschickt und versprochen, in Verhandlungen einzutreten. ES verlautet, Talaat habe dem Großwesir gelegentlich seines letzten Besuches erklärt, daß das Komitee bereit sei, die Regierung zu Unter stütz en. Tas Generalsekretariat des Scheich Uel Islam veröffentlicht ein Communiquö, welches cckle an die Entsendung der UlemaS zur Armee geknüpften Vermutungen als den Tatsachen nicht entsprechend bezeichnet. Tas Großwesirat verständigte lediglich den Scheich Uel Islam, daß gemäß der vom Ministerrat genehmigten Beschlüsse die Militärverwaltung 100 Ulemas entsenden werde, um den Truppen mit geistlichem Rat beizustehen und die Moral zu heben. Tiefem Verlangen kam Uel Islam nach. Fortwährend gehen Linientruppen mit Artillerie nach der T s ch a t a l d s ch a l i n i e ab. ES heißt, daß die Rediss, welche gegen den Feind nicht standhalten, nicht mehr in der ersten Gefechtslinie verwendet werden sollen. Ta die Bahnstrecke durch eine ungeheure Menge.Leiter wagen, angeblich auS 350 Dörfern, verlegt ist, erfolgen die Truppen und Artillerie-Trans- poil' nach Tschataldscha auf dem Schwarzen Meer zu Schiff. Die fremden Kriegsschiffe. K o n st a n t i n o p e l, 10. Nov. Ter österreichisch-ungarische Kreuzer „Aspern" und der italienische Kreuzer „Emanucle Filiberto" trafen gestern chicr ein; es Hegen nunmehr sechs Kreuzer vor Konstantinopel. Rumänien, Spanien und die Niederlande haben bei der Pforte um die Ermächtigung nachgesucht, je ein Kriegsschiff nach Konstantinopel - entsenden zu dürfen. Die Kommandanten der hier eingetroffenen Kriegsschiffe sind gestern nachmittag unter dem VorsiG des französischen Admirals zusammengekommen, um über den Ak tio n s pl an zu beraten, der int Falle von Unruhen in Pera zum Schutz der Fremden Kolonien zur Anwendung gelangen soll. Wie verlautet, sind bereits Einzel- ijeiten über die Landung von Truppen und Maschinengewehren au s g e a rb e i t e t. Auf Anordnung des Scheichs Uel Islam ist der Aufruf zum Heiligen Krieg nach Mitternacht aus allen Zeitungen entfernt worden. Obwohl keine große Aufregung unter dem Volk bemerkbar ist, beginnen viele christliche Familien die Stadt, insbesondere die Vororte, zu verlassen. Viele begeben sich ins Ausland, andere nach Pera, weil man für den Fall des Rückzugs der Armee von der Tschataldschalinie Unruhen befürchtet. Konstantinopel, 9. Nov. Viele mohammedanische Familien aus Adrian opel sind hier eingetroffen. Zahlreiche Verwundete und etwa 3 00 0 Kranke sind gestern hierher gebracht worden. Als Freiwillige sind gestern ungefähr 100 Moham» in eb an er aus Rußland an gekommen. Die Cholera ansgcbrochen? Das „Derl. Tagebl." meldot aus Constanca: Unter den aus den Kriegs ge golden nach Konstantinopel Geflüchteten ist die Cholera aus gebrochen. Ter StaatspräfcktJ bestreitet zwar, daß die Cholera auf die Armee Übergriffen habe, gibt aber zu daß Cholerafälle unter den Flüchtlingen aus der Umgebung von Luele-Burgas und aus Silwri vorgekommen seien. Bon anderer Seite'wird versichert, es seien 17 cholera- kranke Soldaten nach Konstantinopel gebracht worden. Am Stambuler Hauptbahn- h o f wurde eiligst eine Cholerabaracke mit 400 Betten errichtet. Angebliche Aeuherungen Kiamil Paschas. Der Sonderberichterstatter des „Malin" meldet, Kia- mit Pascha habe den Botschaftern der Großmächte er<* klärt, daß er die Ordnung sowohl in Konstantinopel, wie in Kleinasien verteidigen werde. Wenn er jedoch durch den Einmarsch des Feindes in Konstantinopel in die Unmöglichkeit versetzt wurde, die Ordnung aufrechtzuerhalten, wenn man die unglückliche Bevölkerung durch die Greuel des Krieges zur Verzweiflung brächte, bann würde er für die hieraus etwa erwachsenden Folgen das Gewissen Europas verantwortlich machen. Rechnen Sie nicht darauf, habe Kiamil Pascha hinzugefügt, daß ich jemals Konstantinopel im Stiche lassen oder daß der Sultan es verlasse. Eher müßte man meinen Souverän in feinem Paläste und mich in meinem Arbeitszimmer töten. M arschall Fuad Pascha erklärte, eine Veränderung der Kriegslage, selbst Ueberrafchun- g e n, st ä n d e n b e v o r. Er selbst reise sogleich nach dem ztriegsschauplatz ab. Tie Kommandant der Ostarmee, Abdullah Pascha, richtete an die Blätter ein Schreiben, nach dem sein Rückzug wegen der aus militärischen Gründen beschlossenen Verbindungderer st en Ostarmee, bereit Münirnanbo er hatte, mit der zwditenO starntee erfolgt sei, die beide unter das Kommando des Generalissimus gestellt wurden. Der neue türkische Botschafter in Rom. Nabi Bey erklärte einem Berichterstatter, er sei von dem Empfang beim König und'der Königin entzückt gewesen. Er erzählte, die Königin habe einen Bries des Königs von Montenegro erhalten, in dem dieser seiner ritterlichen Bewunderung Ausdruck gab über die Tapferkeit der Türken, die Skutari verteidigen, lieber den Balkankrieg erklärte er, die Türkei habe vordem Kriege die Allianz der vier Staaten nicht gekannt, die, wie es scheint, in Paris abgeschlossen sei, besonders dank der Bemühungen Venizelos. Tie Allianz sei eine Ueberraschung für jedermann. Tie Türkei tauschte sich, als sie den Frieden mit Italien hinauszögerte und glaubte, die Forts der Linie Adrianopel-Kirk-Kilisse könnten die Bulgaren aushalten. Tie notwendige Zeit, Truppen aus Asien gegen die vier Staaten zu konzentrieren, sei nicht vorhanden gewesen. „Hätten wir noch einige Tage Zeit gehabt," schloß Nabi Bey, „so hätten wir uns den Bulgaren gegenüber in einer besseren Lage befunden." Das weitere vorgehen der Bulgaren. Der Kriegsberichterstatter der Wiener „R e i ch s p o st" bei der bulgarischen Hauptarmee meldet aus dem großen Hauptquartier unter bem 8. b. Mts.: Goethe; fünfzigster ©eburtstag. Tie Nation rüstet sich, Gerhart Hauptmanns fünfzigsten Geburtstag zu feiern. Alle Journale bringen seine Bilder ans den verschiedensten Lebensaltern, die Bilder seines Hauses, seiner Familie, alle Zeitungen würdigen ihn in ausführlichen Artikeln, alle Theater bereiten Auffülirungen seiner Werke vor, die Studenten Leipzigs planeii eine großartige Ovation, kurz, dem Liebling nnb Stolz des deutschen Volkes wird gehuldigt, weil er das fünfzigste Lebensjahr vollendet hat. Ta wendet sich unwillkürlich das Auge zurück zu dem Tage, da unser Größter,, da Goethe diesen Lebensabschnitt erreichte, und man fragt: wie ift das Volk, wie sind die Gebildeten, wie sind die Berufsgenossen, wie find die Freunde an diesem Tage dem größten dichterischen Genius Tcutscklands, Glück wünsckiend, genaht? Ts soll hier Hauptmanns bisheriges Lebenswerl keiner Kritik unterzogen werden, wir wissen, was er uns gegeben; aber was hatte Goethe lemem Volke gegeben, als er die Jahrhundertmitte überschritt ? Reben der Fülle der Lieder, Götz, Clavigo, Stella, Egmont, Iphigenie, Tasso, Werther und die Lehrjahre und kurz vorher: Hermann und Dorothea. Sollte man nicht glauben, daß ein Drängen war, bem verehrten Mann, der seinem Volke so Unvergängliches ge,ck»entt, an diesem äußerlich markanten Tage zu sagen, welche Liebe und Bewunderung er sich erworben? Aber — die Goetlieph'.lologen wissen uns nichts darüber zu melden. Kein Zeitschrntenartikel des Jahres 1799 weiß zum 28. Llugust etwas Besonderes zu lagen. Ter wackere Julius W. Braun, der die Klassiker im Urteil ihrer Zeitgenossen dargestellt hat, verzeichnet gerade tn diesem Jache nur eine „wohlwolleiide" Kritik über „Herrmann und Dorothea" und ein aus Wilhelm-Meister-Begeisterung entstandenes Gedick-t aus „Mignon" von — Marie Schmidt? Die Publiziften i dito eigen. Und die Bühnen? Nur eine Theaterkritik aus diesem Jahre ift bekannt- Man gab in Berlin „Claudine von Villa Bella" nut der Reichardtschen Musik. Die Theaterdirektoren blieben itumm. Und die Freunde? Schiller hätte Gelegenheit gehabt, einen Gluck Wunsch nach Weimar zu senden, schrieb er doch sowohl am -.«. als auch am 28. August 1799 an Goethe, aber nicht die leifeste Andeutung davon, baß vor 50 Jahren dieser -tag „ihn der -d. eit gesenkt. Auch Frau Aja hat ihrem Hätschel-Hans keinen ihrer prächtigen Briese geschrieben und „kein Kiftgen bepaet mit Gc schencken" bem Postwagen für ihn anvertraut. Goethe ictblt aber hat die Nickübeachtung dieses Tages gar nicht emprunden. -ckr schreibt an Schiller, dessen baldigen Besuch er erwartet, und biftiert das Saturn: 28. August 1799, ohne ,ich der Bedeutung des Tages dabei zu erinnern. Man klagt heutzutage viel über die Mißachtung der dichter seitens ihres Volkes, und alle Erfolglosen geben dem Materialismus der Zeit schuld, wenn ihre Dramen durchfallen, ihre Gedichte und Romane nicht gekauft werden, und die deutsche Nation — sonst die der Denker unt> Dichter — wird banausisch gescholten und undankbar. Wie lehrreich ist solchen Tiraden gegenüber ein Vergleich zwischen einst und jetzt! Gerade dies Jahr der Fünfzigjährigen bat überraschend klar gezeigt, für wie weniges schon in unfern Tagen das deutsche Volk dankbar ist, wie herzlich es auch für kleine Gabe zu bauten weiß und zu danken wünscht. Wir wollen allerdings nicht pharisäisch an unsere Brust schlagen und uns deshalb für bessere Menschen, für feinere Genießer, für tiefere Versteher halten, als die Generation von 1799. Wir wissen ganz gut, daß die Ticker ihre so viel größere Popularität nicht ihrem Werk und nicht der Veredlung ihres Publikums zu danken haben, sondern baß die Veränderung bet politischen Verhältnisse, das riesige Anwachsen der Presse in weitestem Sinne, die Erfindung der Photographie, die Billigkeit der Klischierung, die Gründung zahlreicher Tbeater und die dekadente Sucht nach Indiskretionen, nach Intimität mit den Großen, viel dazu bei getragen haben, den Ticktet hinter seinem Werke hervorzuholen und einen Fetischismus mit der Person zu treiben, der nichts mehr mit dem Genüsse eines Kunstwerkes zu tun hat. Mer das alles zugegeben, — in dem Wunsch, an einem Tage, wie dem fünfzigsten Geburtstag, einem Ticktet wie z. B. Gerhart Hauptmann sichtbar zu danken für das, was ihm gelang, liegt doch auch ein etwas, das als ein gewisser Kulturfortschritt, als ein erhöhtes ästhetisches Empfinden .gegenüber den Zeitgenossen Goethes und Schillers bezeichnet werden kann. ♦ — Gießener Stadttheater. Die Braut von Messina. Zur Feiet von Schillers Geburtstag fand gestern abend unter der umsichtigen Leitung des Herrn Tworkowski eine gut vorbereitete Aufführung der Braut von Messina statt, zu der Fräulein Auguste Scholz vom König!. Theater in Kassel als Fürstin gewonnen war. Der Gast tat sich vor allem durch eine, gegen den Schluß hin allerdings manchmal etwas getrübte Sprachbehandlung hervor und wußte auch durch ein sorgfältiges und sinnvolles Spiel zu fesseln. Als Don Manuel fand Herr Bruch- w t tz manchmal wirkliche Herzcnstöne. Herr Walter Jensen brachte für den Ton Cesar seine jugendliche Begeßterung mit. Eine liebliche Beatrice wat Frl. Tagn». Tie Chöre, die von Herrn M Hemer als Cajetan und Herrn Goll als Bohemund geführt wurden, waren recht gut: Herr Kliewet als Cajetan ragte durch einen wuchtigen, den feinen Versen des Dichters mit Verständnis angepaßten Vortrag weit über die Leistung der übrigen «Darsteller hinaus. — T e r Kunst verein für das Großherzogtum H esse n hielt am Samstag nachmittag in Darmstadt seine diesjährige Hauptversammlung ab. In der vom Vorsitzenden des Vereins, Herrn Dr. Willy Merck, eröffneten und begrüßten I Versammlung gab dieser bekannt, daß Herr Tt. Freund an Stelle des Herrn Rechnungsrat L a n g e die Geschäftsführung übernommen habe. Dieser erstattete darauf den Geschäftsbericht für die Jahre 1910/1911, aus dem zu entnehmen ist, daß die Gc- famtcinnalymc im Jahre 1910 30 843 Mark, im Iahte 1911 42 835 Mark betrug, während sich die Gesamtausgabe 1910 auf 29 917 Mark und 1911 auf 41068 Mark belief. Der ebenso wie ^ie beiden Jahtesrechnungen genehmigte Voranschlag für 1912 sieht in Einnahme und Ausgabe 22 930 Mark vor. ff. Gin neuentdecktes Gem älde des Velazquez. In der bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinenden „Zeitschrift für bildende Kunst" berichtet einer der besten Kenner der spanischen Kunst und Kunstgeschichte, August L. Mayer, über die Auffindung eines bisher unbekannten Werkes des Velazguez, und zwar aus seiner spätesten und reifsten Zeit. Es handelt fick um ein Bild, das kürzlich aus Mailand in den Besitz des Münchener Kunsthändlers Julius Böhler übergegangen ist, und das ein junges Mädchen als Halbfigur, nur ganz leicht mit einem Hemd und Rock bekleidet, in natürlicher Größe darstellt. Im Profil gesehen, das Mündchen leicht geöffnet, hält das Mädchen nach rechts gewandt mit der Linken eine Tafel, worauf cs mit der Rechten deutet. Die Haltung entspricht etwa der einer Klio, aber das anmutige Köpfchen paßt seinem Charakter nach wenig zu einer hohen Muse. Mayer rühmt die Wiedergabe des perl- •iiutterartig schimmernden Fleisches, vor allem aber die Malere' der Hände, die er gleichsam als das Wappen des Velazquez angesehen wissen will. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen^ schäft. Unter dem Vorsitz des Gcheimarts Pros. Tr. Payr wurde in Leipzig die „Freie Vereinigung sächsischer Chirurgie" gegründet. — Ter Archäologe Universitätsprosessor Tr. Georges Perrot in Paris feiert am 12. November seinen 80. Geburtstag — Professor Tr. Hermann Kinkelin, der Vertreter der Mathematik an der Universität Basel, feiert ant 11. b. Mts. seinen 80. Geburtstag. Prof. Kinkelin geb. zu Bem), ist seit 1865 Orbinarius in Basel als Nachfolger von C. Neumann. — In der Technischen Hochschule zu Charlottenburg fand die Enthüllung und Uebergabe des Denkmals für Professor Franz R o u l e a u r - Oranienburg statt. — Die juristische Fakultät der Universität Kiel ernannte den Präsidenten der Hamburger Bürgerschaft, Landgerichtspräsidenten Engel, zum Ehrendoktor. — Ter Magistrat und die Stadtverordneten von Hirschberg haben beschlossen, Gerhart Hauptmann anläßlich seines 50. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen. Die Bulgaren führen, gestützt auf bie bereits gewonnene Position ihren Angriff gegen bie übrigen Linien der Tscha- taldfchastellung mit Aufbietung aller Kräfte durch Dre dritte Armee ist bereits weit in das Waldterrain südlich des DerkosseeS vorgedrungen, während die erste Armee im Kampfe um die türkische Hauptposition östlich JEfaja» taldscha steht. Der bevor st ehendeTurchbruch der türkischen Stellung, die aus mehreren hintereinander befindlichen Linien besteht, ist n o ch nicht erfolgt, doch ist das Niederringen der Verteidigung nur mehr eine Frage der kürzesten Zeit. Die türkischen Truppen kämpfen sehr ungleich. Einzelne Abteilungen, die offenbar noch nicht im Kampfe waren, leisten hartnäckigen Widerstand, der Rest der Armee Nazim Paschas zeigt nur noch die herabgeminderte Widerstandskraft geschlagener Truppen. Bei der Einnahme von Strandza bei dem mißglückten türkischen Vorstoß von Kapakli-Bunar nach Nordosten spielten sich furchtbare Szenen ab. ^ie von drei Seiten von einer Uebermacht angegriffenen Türken stürzten in wilder Flucht auf Kapakli-Bunar zurück, wurden aber, noch ehe sie dieses erreichten, durch das bulgarische Artillerie- und Jnsanteri f uer dezimiert. Dre Bulgaren, obwohl selbst von den Kämpfen und Gewaltmärschen erschöpft, zersprengten durch ihre rücksichtslose Verfolgung alte Verbände der Armee Nazim Paschas. Der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" meldet aus dem bulgarischen Hauptquartier vom 9. Nov.: Die gemeldete Einnahme zweier türkischer Positionen aus der Südostfront des Adriano- pelerFortsgürtelsburchdieBulgaren erfolgte in der Nacht vom 7. zum 8. November. Nach einem furchtbaren Artillerie feuer wurde eine Brigade, der weitere Reserven folgten, zum Sturm aus ddie beiden Forts Kartaltepe und Papztepe angesetzt. Trotz der türkischen Scheinwerfer und des Geschosthagels, der den Angreifern entgegenschlug, gelang eS der bulgarischen Infanterie schließlich, die beiden Forts zu stürmen. Die Bulgaren zogen sofort Verstärkungen nach, namentlich Artillerie, wiesen alle Gegenangriffe der Türken zurück und begannen die genommenen Positionen auf der Kehlfront gegenüber Adrianopel zu befestigen. Bon den eroberten giortd wurde besonders Kartaltepe fetyr stark befestigt. Das Fort liegt auf einem 143 Meter hohen Hügel und beherrscht sowohl die Stadt, wie die sich anschließenden Gürtelwerke. Die Einnahme dieser Forts, sowie die gleichzeitig erfolgte Erstürmung des Forts Kartastepe machen die weitere Verteidigung aussichtslos. Die Kapitulation der Festung wird stündlich erwartet. lieber den Kampf um die Tschataldscha-Linie kann nur mitgeteilt werden, daß die bulgarische Angriffsaktion erfolgreich fortschreitet. Die Bulgaren haben weitere Borpositionen genommen. Der entscheidende Stoß soll mit solcher Gewalt geführt werden, daß die Bulgaren gleichzeitig mit den fliehenden Türken vor den Forts Konstantinopels eintreffen. Durch die unverzügliche Besetzung der Stadt sollen sowohl die diplomatische Einmischung, wie die drohenden Christen- massakres verhindert werden. Die Gesamtzahl der türkischen Kriegsgefangenen beträgt 29 000 Mann. Dazu kommen noch 2000 von Montenegro nach Griechenland geschickte Kriegsgefangene. Heber bie Kapitulation von Saloniki erhielt das griechische Kriegsministerium von dem die Truppen befehligenden Thronfolger folgenden Bericht: Während des gestrigen Tages (Freitag) überschritt die Armee den AxieSfmß. Die Generalkonsuln von England, Frankreich, Deutschlaird und Oesterreich, der Platzkomman- bant von Saloniki und ein Vertreter Takschin Paschas, des Befehlshabers der türkischen Armee, kamen nach meinem Hauptquartier in Topsin, um mir Vorschläge über die Kapitulation der Stadt und des Heeres zu machen. Sie verlangten, daß die Armee gegen die Verpflichtung, bis zum Ende des Krieges neutral zu bleiben, die Waffen behalten sollte. Ich lehnte dies ab und forderte als conbitio sine qua non die Uebergabc der Waffen, wobei ich nur das Zugeständnis machte, daß die Waffen nach Beendigung des Krieges zurückgegeben werden sollten. Den Ablauf der Frist für eine definitive Antwort setzte ich aus 6 Uhr morgens fest. In der Tat kam um 5 Uhr morgens der Platzkommandant von Saloniki, begleitet von einem diplomatischen Unterhändler, zurück. Er überbrachte einen Gegenvorschlag, welcher die Auslieferung der Waffen im Prinzip zugestand, nach dem jedoch eine Ausnahme mit 5000 Flinten gemacht werden sollte, die zur Ausbildung der Rekruten bestimmt seien. Da dies nicht zugegeben wurde, kehrten sie wieder zurück, nachdem sie eine neue Frist von zwei Stunden erhalten hatten, um sich mit dem Oberkommandierenden zu verständigen. Da die Frist verstrich, ohne daß eine Antwort erfolgte, gab ich den Befehl zum Vormarsch, der um 9 Uhr morgens begann. Als sich gegen Vsö Uhr nachmittags unsere Linie den Vorposten oeS Feindes näherte, entsandte Takschin Pascha einen Offizier mit einem Bries, in dem er erklärte, er nehme die Bedingungen an. Ich ließ infolgedessen den Vormarsch unterbrechen und entsandte zwei Offiziere, um das Protokoll der lieb ergäbe der Waffen und der Kapitulation der Stadt aufzusetzen. Unsere Truppen stehen vor der Stadt. Kronprinz Konstantin. Athen, 9. Nov. Die Kapitulation von Saloniki sowie deS Forts Kara Burnu ist gestern abend unterzeichnet worden. 25000 Mann haben sich ergeben. Der Kronprinz gestattete den gefangenen türkischen Cf fr zieren in Saloniki gegen ehrenwörtliche Versicherung, am Krieg nicht mehr teilzunelxmen, den Degen zu behalten. Freude in Athen. Athen, 9. Nov. Als die Nachricht von der Einnahme Salonikis bekannt wurde, entstand unter der Bevölkerung eine stürmische Begeisterung. Die Stadt ist beflaggt und illuminiert. E i n e r r e s i g e M e n s ch e n m e n g e d n r ch - zog die Straßen unter Fahnenschwenken, Absingen der Nationalhymne und Hochrufen auf den Kronprinzen und die Armee und den Ministerpräsidenten In der Kathedrale wurde ein Tedeum zelebriert und d i e Glocken aller Kirchen begannen das Festge- taute. Der Umstand, daß die Einnahme Salonikis mit dem Fest des Heiligen Demetrius, dem Schutzherrn Salonikis, zusammensiel, machte tiefen Eindruck. Nach dem Tedeum begaben sich der Bürgermeister und der Munizipal rat an der Spitze eines großen Zuges zu dem Minister Präsidenten und überreichten ihm im Namen der Stadl eine Nlückwunsckmdrei's e. Türkische Trsolqe in Adrianopel. Konstantinopel, 9. Nov. Ein a m t l i ch e s Telegramm des WaliS von Adrianopel an den Groß- . ivesir vom 8. Nov. lautet; Zwei Eskadronen und ein: feindliche Komvagn e gr ffen unsere Truppen an, die mit der Verteidigung der drei Stunden von Adrianopel entfernten Eisenbahnstation Urli betraut sind. 30 Bulgaren wurden getötet, die übrigen zurück- geworsen. Ein zweites Telegramm berichtet von einem Kampf, der an der Westseite der B e f e ft i g^u n g c n von Adrianopel bei Marasch stattsand, von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends dauerte, nach einer Unterbrechung von einer halben Stunde wieder aufgenommen wurde und bis zum folgenden Abend währte. Das Telegramm sagt: Der Feind konnte den Ba j o n e 11 a n g r i f i e n unserer Truppen bei Marasch nicht miberftehen und mußte sich unter großen Verlusten in* Unordnung zurückziehen. Einige Hundert Mann lich er g ewe h r e und eine Menge Munition fielen in unsere Hände. Auf der Westfront brachte unsere Artillerie die feindlich zum Schweigen. Auf derSüd front wurde der Feind westlich von Karaltepe zurückgetrieben. DaS Gefecht dauerte 36 Stunden und endete mit einem glänzenden Siege, der ein Ehrenblatt in der türkischen Geschichte darstellt. Tic neue Organisation in dem befreiten Mazedonien. Sofia, 9. Nov. Eine auS den Abteilungsvorständen der verschiedenen Ministerien und von früheren Konsuln Bulgariens in der Türkei gebildete Kommission bereitet den Entwurf für bie Organisation ber Verwaltung in dem befreiten Laube vor. Die Verluste der Serben bei ihren letzten Kämpfen. Belgrab, 9. 9kov. Heute werben auS^UeSküb Einzelheiten über bie Kämpfe in ben letzten 14 Tagen gemeldet. Darnach hatten in bem Kampfe um Novibazar bie Serben 500 Tote unb Berwunbete, bie Türken 300 Tote unb 700 Verwundete. Die Serben erbeuteten 57 Geschütze und zahlreiches Kriegsmaterial. Die Kämpfe bei Krus che w o unb Prilep verliefen äußerst blutig, ba bie serbische Infanterie ohne Unterstützung der Artillerie. Bajonettangriffe unternehmen mußte. Schließlich gelang es den serbischen Truppen, bie Türken gegen M o n aftir unb Dibra zu Verbrängen. Die Einnahme von Mona st ir steht bevor. Die Albanesenführer Sabrija Idris, Sefer unb Kasumo ergaben sich ben Serben. Die serbischen Verluste bei Prilep betrugen 2 5 00 Tote und Verwundete, die Verluste der Türken 6000 Tote. Ein Teil der Armee beS Serbengenerals F an kolb i t s ch hat sich mit den Montenegrinern an der adriatischen Küste bei Allesiv vereinigt und marschiert mit ihm nach Du r azz o. Die Beschießung Skutaris. Rjeka, 9. Nov. Gestern wurde die Beschießung Skutaris mit den Belagerungsgeschützen fortgesetzt. Den Berichten zufolge herrscht in der Stadt eine Panik. Die Katholiken flüchteten in die Kathedrale, wo auch der Erzbischof weilen soll. In Stutari sind bie Preise aller Bedarfsartikel unerschwinglich. Dor französische Konsul soll von seiner Regierung die Weisung erhalten haben, mit ben französischen Staatsangehörigen und etwaigen Schutzbefohlenen die Stadt zu verlassen. Die Einnahme von Djakowitza am 5. d. MtS. erfolgte ohne besonderen Widerstand der Türken. Bei der Besetzung wirkte auch serbische Artillerie, bie auS Prizrend zugekommen war, mit. Die Montenegriner hatten nur geringe Verluste, auf Seiten bcu Türken unb Albanesen Waken bie Verluste größer. Zahlreiche Albanesen meldeten sich bei ben Montenegrinerri als .Kriegsfreiwillige. Sie würben nach dem Bojana-Fluß geschickt. Der englische Premierminister über die Lage. London, 9 9äov. Auf dem L or d m ay o r-Ban- kett in der Guildhall sagte Premierminister Asquith heute abend in Erwiderung eines auf die Minister des Königs ausgebrachten Toastes folgendes: Wir leben in einer bedrängten Zeit unb sind Zuschauer großer und weltbewegender Ereignisse. ES ist eine Genugtuung, die Versicherung geben zu können, daß, soweit unser Land in Frage kommt, seine Beziehungen zu den anderen Mächten ohne eine einzige Ausnahme niemals freundschaftlicher und herzlicher ivaren. Tie Großmächte wirken in enger Fühlung mit einer Offenheit und Aufrichtigkeit des Meinungsaustausches zusammen, die bemerkenswert und beinahe unverständlich ist für die, welche glauben, daß die Mächte, weil sie auf Grund gewisser ?lbsichten in verschiedene Gruppen geteilt waren, es jetzt nicht find und deshalb in einer Zeit europäischer KrisiS in gegenüberstehenden Lagern sein müßten. Nichts ist weiter von den Tatsachen entfernt. In einem Punkte ist, glaube ich, die allgemeine Meinung Europas eines Sinnes: daß den Siegern nicht die Früchte geraubt werden dürfen, die ihnen so teuer zu stehen kamen. ES ist, soviel ich sehe, keine Neigung vorhanden, die Gründe des Streites zu verkleinern, oder über die entscheidenden Grundlagen beS Erfolges zu streiten. Wir in England haben kein unmittelbares Interesse daran, >veiche Politik und territoriale Verteilung schließlich g e m a ch t w i r d. Es sind andere Mächte vorhanden, deren spezielle Beziehungen geographischer, ökonomischer, ethnologischer und historischer Natur zu bem Schauplatz des Konflikts unb beren Bestimmung derartige sind, baß nicht erwartet werden kann, sie würden nicht verlangen, baß ihre Stimme gehört wird, wenn die Zeit für die endgültige Regelung gekommen ist. Ich sehe ^n diesem Stadium der Lage absichtlich davon ab, auch nur in oer allgemeinsten Form diese Punkte anzudeuten, von denen einige voll von Schwierigkeiten sind, die schließlich doch gelöst werben müssen. Für den Moment unb so lange als der Kriegszustand noch weiterhin herrscht, lehnt eS die Regierung des Königs, soiveit ihr Einfluß reicht, ab, vereinzelte Fragen aufzuwerfen und zu verfolgen, die, wenn sie getrennt und sogleich vorgebracht werden, wahrscheinlich nicht wieder gut zu machende Differenzen Hervorrufen, die aber vielleicht ein ganz anderes unb vorteilhafteres Aussehen gewinnen würden, wenn man sie zurückstellt, um sie dann unter den weiteren Gesichtspunkten des allgemeinen Ausgleichs zu behandeln. Ein Krieg ist etwas furchtbares, aber von Zeit zu Zeit, wenn die Dinge auf einem ^toten Punkt angekommen sind, mag er eine notwendige Form der Entscheidung sein. Keiner seiner schlimmsten Schläge fehlt dem Feldzug, der jetzt entschieden wird. Ans Reffen. Vom Bund b:t Landwirte. * Alsfeld, 10. Nov. Der Bund der Lanblvirte hielt heute nachmittag im Gasthaus zum Deutschen HauS eine W a h l l r e i s v e r s a m m l u n g für den Reichstagswahlkreis Alsfeld—Lauterbach—Schotten ab, die recht gut besucht war. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Wahlkreisvorsikeni?en Oekonomierat Schabe Alienbu-g hielten der Landesvorsitzenbe Landtagsabgeordncter Oekono- micrat Korell - Angenrod, unb der stellv. Bundesvor- sitzenbe Oekonomierat Lucke Ansprachen, in denen sie sich über bie Ziele unb Ausgaben des Bundes verbreiteten. Land- tagSabg. Lutz-Elpenrob sprach über bie Reichspolitik. Er sprach sich u. a. für bie Förberung ber Flotte und eine kräftige Kolonialpolitik aus und forderte die eriverbenden Stände in Stadt unb Land zum Zusammenschluß auf. Zum Schluß sprach SanbtagSabg. Brauer über bie Arbeiten der wirtschaftlichen Bereinigung im hessischen Landtag. Aus seinen Ausführungen sei nament- iid) hervorgehoben, daß er sich für bie preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft aussprach. (Ausführlicher Bericht folgt.) - ■ Ausland. Das Bef inben bes russischen Thronfolgers ist anbauernb gut. Die Geschwulst nimmt langsam ab. * Im russischen Hanbelsministerium wurde unter Teilnahme ber Ressorts unb von Industriellen eint Konferenz eröffnet zum Studium der Frage der Einstellung der Einfuhr deutscher Kornprodukte nach Rußland und Finnland zum Schutz der Ausfuhr dieser Produkte auS Rußland. Das Mitglied beS ReichsratS Krestownikosf schlug vor, Korneinsuhrzölle zu erheben. Angesichts ber Forderung Deutschlands nach Fleisch einfuhr aus Rußland setzte das Handelsministerium einen Ausschuß ein, welclwr die Frage prüfen soll, ob es wünschenswert sei, ben Fleischexport nach Deutschland zu steigern._______________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 11. November 1912. '* Kolonialfest. ES wirb barauf ausmerksam gemacht, baß bei bem Fest von 30 hiesigen jungen Damen verfertigte Hanbarbeiten nach MunchnerMuster verkauft werben, wozu bie Materialien von hiesigen Geschäftsleuten bezogen wurden. Der Erlös bient als Weihnachtsgabe für bie beutschen Schwestern in unseren Kolonien. Es wäre zu wünschen, baß bie Spenberinnen burch ben finanziellen Erfolg in bie Sage versetzt würben, recht zahlreiche Geschenke nach ben Kolonien absenden zu können. * • Der .Sängerkranz" wirb in einem am 24. November in der neuen UnioersitätS-Aula ftättfinbenben größeren Konzerte, da? wie im vorigen Jahr ber breiteren Oeffentlichkeit zugänglich sein wirb, bie .Glocke" nach ber Max Bruch'schen Komposition zu Gehör bringen. Die Popularität beS Werkes, besten eifrige Einstudierung unter der bewahrten Leitung beS Herrn 9Ub. Kasten steht, sowie bie Besetzung ber Solo-Partien burch erste Kräfte bürsten ber Aufführung ein volles Haus sichern. "Der Gießener Schiklub (Schiklub Wintersport Gießen) hielt am SamStag abenb auf ber Siebigshöhe sein Winterfest ab. Der überaus reich geschmückte Saal, ber auch oerschiebene geschmackvoll eingerichtete Buben unb einen riesigen Schneemann enthielt, war bicht besetzt, unb Spiel unb Tanz hielt bie zahlreichen Anwesenheit bis in bie frühen Morgenstunben zusammen. AuS bem reichen Programm ist bas sehr gut bargestellte lyrische Spiel .Biun enzauber" von Wilh. Holzamer unb eine aus VereinSmitgliebern zusammengesetzte serbische Zigeunerkapelle besonbers heroorzuheben. • • Stadttheater. Die Abonnenten seien darauf aufmerksam gemacht, daß „Mebea" mit Fräulein Niza Bajor vom Deutschen Theater in Berlin nur noch morgen im DienStog- abonnement gegeben werben kann. — In ber Festvorstellung am 25. November wirb Herr Rudolf He Ubach vom Hof- theater in Cassel den .Königsleutnant" als Gast spielen. — Bei seinem bereits angekündigten Gastspiel am 9. Dezember wirb Ernst von Poffart als Rabbiner .Davib Sichel" in Erckmann Chatrians länblichem Sittengemälbe .Freunb Fritz" auftreten. * * Die Studentischen Unterrichtskurse halten ihre erste Versammlung Dienstag, 12. Nov., punkt */,9 Uhr in ber Universität ab. • • Guttemplerloge. Als Vorspiel zu bem am nächsten Sonntag hier ftättfinbenben Gautag der hessischen Abstinenten würbe am gestrigen Sonntag hier eine Loge des internationalen GuttemplerorbenS (I. O. G. T.) aufgetan, bie als Loge „Hafsia" 398 bem Distrikt 24 .Heffen-Nasiau" unterstellt ist. Zu ben Mitgliedern gehören auch 5 Studenten verschiedener Fakultäten. Die Leitung dec Loge hat Lehrer Schwöbel übernommen. Die Loge wird jeden Mittwoch versammelt sein. — Der I. O. G. T. zählt zurzeit in Deutschland 53 000 erwachsene und über 20 000 jugendliche Mitglieder. ** VortragüberdenJesuitenorden. Man schreibt unS: Am 14. November wirb auf Veranlassung beS Akabemischen BismarckbimdeS Gras Hoensbroech über: „Fesuitismus, Jesuitenorden, Jesuitengesetz" reden. DaS Thema ist durch den bayerischen Jesuitenerlaß wieder aktuell geworden unb ber Reichstag wird sich damit beschäftigen. Gerade Graf v. Hoensbroech ist für die Sache authentische Autorität. In der von Jesuiten geleiteten Erziehungsanstalt Feldkirch ausgewachsen und in ihren Idealen erzogen, bat Graf Hoensbroech 13 Jahre lang dem Jesuitenorden angehört unb ist schriftstellerisch zu seiner Verteidigung hervor getreten. Unter sehr schweren Gewissens kämpfen und großen persönlichen Opfern hat er sich bann aber aus nationalen und kulturellen Gründen vom J-esuiteuorden losgesagt. Sein Lebensbekenntnis „13 Jahre Jesuit" schildert in ergreifenden Farben die Nöte und Sorgen einer die Wahrheit suchenden Seele und ihr Durchringen zur Freiheit. In letzter Zeit noch hot man durch eine Gegenüberstellung dessen, was Hoensbroech vor dreißig Jahren über den Jesuiteiwrden und dann nach seiner Absage geschrieben, versuchen wollen, ihn zu einem Heuchler und Wankel- mutigen hinzustellen, um ihn damit persönlich herab-usetzen. Aber wer ihn schon einmal hat reden hören, der muß sagen, alles, was dieser Mann spricht, ist seine feste Ueberzeugung, bie er überall verantwortet. Der Vortrag findet in Steins Garten statt. (Siehe Inserat.) ♦♦ Der Marine-Verein beging am Samstag abend im Gaf6 Leib das Fest seines 20 jährigen Bestehens. Zu der Feier hatten sich Frbr. v. Loew, als Vertreter des Fürsten zu Solms- Hohensolms-Lich, der das Protektorat über die Veranstaltung übernommen batte. Geb. Kommerzienrat Heichelheim unb Oberstleutnant v. sfnobctSborf als Mitglieder des Ebrenausschusses und Maior Nücker als Vertreter des Kaiser-Wilbelm-Reginrents ein- gefilnben. Das Linienschifi „Hessen" batte einen Obermaat und drei Mann hierher abqeorbnet. Ferner waren anwesend Kapitän Schmehl von der Hansa-Linie, der als geborener Gießener den Verein mit begründet hat, Generalleutnant Klingelhösfer, Vertreter der Marine-Vereine von Wiesbaden, Frankfurt, Heidelberg, Marburg und Kassel, des Flottenvererns Gießen und sämtlicher Militärvereine unserer Stadt. Nachdem der Vorsitzende S ch w a t) die Erschienenen begrüßt hatte, hielt Prwatdozent Tr. Feist die Festrede. Ter Beteranenverein, der beim zehniährigen Stistungs- scst dem Marineverein einen Fahnennagel gestiftet hatte, überreichte einen zweiten Fahnennagel mit dem Versprechen, nach 20Jabren den dritten stiften zu wollen. Ter Verein der 116 er stiftete ebenfalls einen Fahnennagel, während ber Artillerieverein das Bilb bcS Kaisers als Grotzabmiral unb ber Männer-Turnverein ein Bilb bes FlottenslaggschisseS schenkte. Unter Leifiing der Herren Koch und Röbiger unb unter Mitwirkung von Mitgl eoern des Männermrnvcreins wurden bas von Turnwart Fix cui-' Gummischuhe echte Petersburger u. andere Fabrikate (au/u empfiehlt billiget Herr Joseph Ruckstuhl Die trauernden Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. November, nachmittags V,4 Uhr, Ter Vorstand. Du/h von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 7447 Amtlicher Teil. WalltorNtraße 5 Metzger Narhi. Ih v»/5 heute mittag 12V» Uhr nach langem, schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren sanft entschlafen ist. Giessen, den 9. November 1912. Steinstr. 63 Katharine Ruckstuhl, geb. Fritzges Familie Heinrich Ruckstuhl Familie Hermann Flick. Verwandten, Freunden und Bekannten teilen wir hierdurch mit, dass mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Schwager und Onkel klub WmtersM Liebigshöhr ftn he Saal, der auj iben und einet besetzt, und Spie bis in die früher >en Programm f: un enzaubec^ oor M iedern zusammen- c» jervorzuhrden. seien darauf auf- |l üllem Kiza Aasor f ] R )er TrstvorM- (badj vom h- Dch spielen. - am 9. DezmK . t ,David Sichel' :t t lde,Freund Fch' " Wetteraussichten in Dessen für Dienstag, den 12. Nov. 1912: Wechselnd bewölkt, Regenschauer, kühl, später Nachlassen der Niederschläge.____________________________________________________________________ Qm 24. Novembe größeren Konzerte - j "^'chkeit zugäna, Nax Bruch-schg , Popularität bdj' • der bewährte I die Besetzung bc- - Aufführung ea chtSkurse hall- ov., punkt Vt9 Tie Führung der türkischen Cftormrt. Konstantinopel, 11. Nov. Ter aus dem letzten russisck»- türkischen Kriege bekannte Marschall FuadPascha wurde zuni Kommandanten des ersten Teils und T-.visionsgeneral Bahri Pascha zum Kommandanten des zweiten Teils der Cftormcc ernannt. AuS Konstantinopel. Konstantinopel, 11. 'Nov. Än russischer und ein rumänischer Kreuzer sind hier cingetrossen. Unter den hierher Geflüchteten sind zwei neue Cholera fälle borge- kommen. GerichtssaaL X Hanau, 9. Nov. Am Sonntag, den 8. Juli, feierte der Fußballklub Viktoria .in Elm sein Stiftungsfest, bei dem auch Alle Magen- u.Darnileidende, Zuckerkranke, Blutarme in'ro. essen, um zu SLLSimonsbrot, versehen mit Streifband und schwarzwein-roter Schutzmarke. Man mache einen Versuch mit unserer lü-Pfg.-Pack. Stets echt und irisch zu haben in Gienen bei Carl Schwaab, Eberb. Nervöse Schulkinder würde es nicht mehr geben, wenn jede Mutter ihren schulpflichtigen Lieblingen als tägliches Frühstücksgetränk Kasseler Haler-Kakao (Nur echt in blauen Kartons für 1 M., niemals lose 1) reichen würde. Systematische Stärkung und Kräftigung des Körpers schützt am besten gegen Geistige Überanstrengung. W. Herbert —■ Marktplatz Ä. ....... Hnfni«vAiin>0 in langjährig erprobten guten Qualitäten- U Hierzeuge darantie für jeoesStück. A.Salomon&Cie-, '°us°lgrrz am ab. ble^beiM 8 im h ' fauinuirtr! OdWIec! Am 12. Novbr., nndiin. 3 llbr, findet aus Veranlassung des Cberüciiiidien ObstbauvereinsFricdberg lTrcnvunkl an der Großb. Cbitbauidjule 3 Uhr, am IG. Novbr., nnchnt. 3 l!br, auf Bcranlauung der Furstl.Obstbaumschule in Lich «Treffpunkt ander Post 3 Uhr, findet je eine Vorführung mit unserem ..Itom perit-C’-SprcngknÜur-Verfahren“ statt, wo- nii alle Interessenten der Forst-, Obstbau- und Vanb= wirt'chast ein ne la den werden. Die kostenlose Unterweisung in der Handhabung des Verfahrens beginnt bereits vormittags. [sse/n Dresdner Tynamitsnbrik, Dresden. 09354 Pennlon G. R. V. 1885 I Ordentliche Hauptversammlung Donnerstag, 14.Nov.lS12 — Hessischer Hos — Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Z.Rechnungsablage des Zahlmeisters und Entlastung desselben. 3. Wahl zweier Ka'senvrüser. 4. Festsetzung des Voranschlags für 1913. 5. Wahl des Vorstandes u.des Verwaltungsausschnsses. eriUm ^uitrieHen ■ Nach Nr diesn iei, L m .g a ■ ■ von Mk. 1.15 an per Meter, letzte Neu- 11 ft I R vftlnft beiten. Franko und *chon verzollt KUil-AHHH ins Haus geliefert. Reiche MusterauS Dtlli UUlUÜ wähl umgehend. (DTAo G* Henneberg, Hoff. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich. Sachen — nie Hüte. Blumen, Federn, Schleier. | Schürzen, schwarze Seidenstoffe, Cr6pe, schwarze Hals-Ketten, Krawatten, Handschuhe usw. usw. A. Salomon & C'^ Tel.249 ,6. )oembtr 1912, Wrffam gemacht -Qmen verfertigt, Zerkaust werdm ffSl-uten bf|o9„ ■ iut die deuljche.- lu wünschen, d°- l°lg in die 2aqi °ch dm flolonit: Eutol-Bonbons __ wirken ganz vorzüglich gegen Husten und. Heiserkeit Man achte nur auf das Wort „Entöl“ und weise Nachahmungen mit ähnlich klingendem Namen zurück. ss^/io ■flgbierte vaterländische FesMnel „Teutftälanb zur See", „Des Schiffsjungen Traum" und „Der blinde Passagier" überaus flott zur Ausführung gebracht. Die dazwischen liegenden Pausen wurden durch Darbietungen der Regimentskavclle ausgefüllt. 2ie Seemannskost (Labslausch bereinigte die Ä'ameraden von Gictzen und auswärts Sonntag früh im Eisenbahnhotel Ter Nachmittag sah die Festteilnehmer noch einmal auf der Liebigsböhc, wo nch der grobe Saal schnell gefüllt hatte. Inzwischen waren Be- «Mungstclegramme eingelausen, u. a. aus Halle a S von dem Fürsten von Lich zu Solms Hohensolms Lich. Das Oinzter- korps brachte seine Grüße dar und Rettor Professor D. E cf Ibrach die Glückwünsche der Landesuniversität aus. Er hob besonders hervor, wie mächtig sich der Marincgedanke nach dem Binnenlande Bahn geschaffen habe. Weitere Glückwünsche übermittelte Hauptmann der Marine Graf Kiehl aus Wiesbaden. — Der Obst- und Gcmüfe-sn^ros-Markt auf OSwaldSqarten hat im Oktober außerordentlich große Zu- fuhren gehabt. Nach der amtlichen Wiegeftatiftik sind im verflosicnen Monat 815 Wagen Obst, Kartoffeln und Kraut an der West-Anlaqe über die Wage gegangen; sie haben an Wiegegeld rund Mk. 250 cingebracht. Starkenburg und Rheinhessen. bs. Darmstadt, 9. Nov. Der Kunstvereiu für bas Gro ßherzogtum Hessen hielt heute nachmittag seine ordentliche Hauptversammlung ab. Ten Vorsitz führte .Herr Dr. W. Merck. Den Jahresbericht erstattete der Geschäftsführer Herr Dr. Freund. Wegen der in den Städten Mainz, Worms, Bingen, Offenbach, Friedberg und Bad-Nauheim beabsichtigten Einrichtung ständiger Ausstellungen teilte der Geschäftsführer mit: Für Mainz mußte diese Absicktt zunächst aufgegeben lnerden, da geeignete Räume noch nicht bereitgestellt werden konnten. In Worms wurde j,n dem städtischen Gebäude Römerstr. 31 im April 1912 die erste Ausstellung durch den Kunstverein eröffnet. Von Bingen ging ein Schreiben eiin dast die Mittel für die Wiederherstellung der Ausstellungsräume erst von der Stadtverordnetenversammlung bewilligt werden müßten. Offenbach hat auch keine geeigneten Räume zur Verfügung. In Friedberg hat die Bürgermeisterei schon längst die Einrichtung einer Gemäldeausstellung geplant. Man hofft, im Laufe des nächsten oder übernächsten Jahres dazu geeignete Räume schaffen zu können. Bon Bad-Nauheim ist bisher eine Antwort noch nicht eingegangen. Alsdann wird der Rechnungsbericht erstattet. Anstelle des Oberbürgermeisters Dr. Glässing tritt Bürgermeister Müller in den Ausschuß. Für Mainz erfolgte Wiederwahl des Geheimerats Dr. Breidert und Dr. Gastell. Für Gießen wird anstelle des zurückgetretenen Landgerichtsdirektors Bücking Medizinalrat Dr. Sommer neu und Geb Kommerzienrat Heichelheim und Prof. Dr. Rauch werden wiedergewählt. M. Offen bach, 11. Nov. (Prio.-Tel ). In der Schmirgelfabrik von Meyer & Schmidt geriet heute morgen der Arbeiter Günther in eine Transmission. Er blieb sofort t o t. eine „Extratour" für die Vereinsmitglieder ausgespielt wurde. Als der Arbeiter Johannes Müller in diese „Extratour" hinein tanzte, wurde er lstnausgewiesen, wofür der „Beleidigte" mit vier anderen Burschen sich verband, um die Müllerssöhne Stoppel auf dem Heimwege durchzuprügeln. Sie bewaffneten sich mit Gummischläuchen und Holzscheiten und richteten den 27jährigen Kaspar Stovvel so furchtbar zu, daß er am andere« Tage nach aualvollen Leiden verstarb. Auf der Anklagebank saßen der ftahrifatbeiter Johannes MÜller, der Bahnarbeiter Kaspar Schm i dl und .Heinrich Schott, der Maschinenführcr Johannes Friedrich Röder und der Landwirt Adam Gottfried Schmidt, junge Burschen im Alter von 22—26 Jahren. Schott ist außer dem körperlicher Mißhandlung des Landwirts Georg Stoppel an- geklagt. Ter Staatsanwalt beantragte höbe Strafen. Das Urteil lautete gegen Schott wegen Körperverletzung mit tätlichem Erfolg und wegen gefährlicher Körperverletzung des Bruders des Erschlagenen auf 3 Jahre 1 Monat Gefängnis, gegen Rödel aus 1 Jahr 5 Monate, gegen Müller auf 1 Jahr 4 Monate, gegen Kaspar Schmidt auf 1 Jahr 2 Monate, gegen Adam Schmidt auf 9 Monate Gefängnis. ________________________________ vermischter. * E i n Gattenmörder. Aus Leipzig wird gemeldet: Tie Polizei stellte fest, daß eine zerstückelt aurgefunbene Leiche die der 23jährigcn Ehefrau des inzwischen verhafteten Maurers Rothe ist. Rothe tödete seine Frau, die Kellnerin war, in seiner Wohnung durch Tvlchstiche in den Hals, vor stückelte die Leiche und trug den Rumpf in einem Korb in den Wald. Er fuhr darauf nach Leipzig, wobei er die Gliedmaßen in einem Paket mitnahm, das er in einem Eisenbahnabteil liegen ließ. * In Hochstätt lKanton Altkirch im Cberelfafi) kam es am Sonntag früh 5 Uhr zu einem Zusammenstoß zwischen den Jagdhut eru Gebrüder Karm und zwei Wilderern, wobei der eine Wilderer, der Fabrikarbeiter Ludwig Kuttler, durch einen Schuß in den Unterleib so schwer verletzt wurde, daß er nach wenigen Minuten verstarb. Vor seinem Tode gab er den Namen des anderen Wilderers, der nach einigen Schüssen gefloßen war, an. Es ist dies der Fabrikarbeiter Ludwig Neff, ebenfalls von hier. Ter Jagdhüter Karl Karm wurde durch einen Schrotschuß in die rechte Seite schwer, aber nicht tödlich, verletzt. Kleine Eageschronik. Gestern nachmittag stürzte von dem 25 Meter hohen Aussichtsturm des Königftuhls bei Heidelberg eine 55jährige unverheiratete, in Mannheim wohnhafte Dame herab. Der Tod trat sofort ein. Der 18 jährige Schüler Burkhardt aus Auma, der wegen Teilnahme an einer Schülervereinigung aus dem Realgymnasium in Weimar entfernt worden war, schoß sich mit einem Revolver ins Her ä. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht. Auf der sibirischen Eisenbahn ist ein Zug mit Arbeitern für die Amurbahn entgleist, wobei drei Arbeiter getötet, 26 verwundet wurden. Herren mit trockenem, sprödem oder dünnem Haar, das zu Haarausfall, Juckreiz und Kopf- schuppen neigt, fei folgendes bewährte und billige Rezept zur Pflege des Haares empfohlen: Wist chemlichämaligeö gründliches Waschen mit Xuekei« kom- biniertemKräatcr-.Sham- poon «Pak. 20 Pf.j, möglichst tägliches kräftiges Einreiben mit Zucker’« Original- Kräuter - HaarwaHser Amol-Versand, Hamburg. Zu haben in allen Apotheken u. Drogerien» Bekanntmachung. Betr.: Tie Abhaltung von Viehmärkten in der Stadt Gießen: hier die Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. Unter Voraussetzung des § 168 der Bundesrats Vorschriften zum Rcichsmebseuchengesetz sind z. Zt. zu den Gießener Viehmärkten ldemnächst am 12. u. 13. l. Mtö.) neben dem Vieh aus dem Großh. Hessen auch Rindvieh aus den preußischen Bezirken Wetzlar, Biedenkopf, Dillenburg und Limburg, und Schweine aus den Bezirken Wetzlar und Biedenkopf zugelassen worden. Alles außer- l'esiische Vieh hat, so'ern es in Hessen bleibt, nach dem Abtrieb vom Markt die vorgeschriebene Quarantäne in der Gemeinde, in die eS gebracht worden ist, durchzumachen Tie Stadt Gießen hat es übernommen, die Großh. Bürgermeistereien von dem Zutrieb solcher Tiere, die noch besonders gekennzeichnet werden, zu benachrichtigen. Tie Großh. Bürgermeistereien wollen die Quarantäne überwachen und jede Zuwiderhandlung zur Anzeige bringen. Gießen, den 11. November 1912. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Z-B.; Larraermanrk z 31 IXE KVA. Modern einger. vornehme Fmnilicnvenfion Wetzlarer Weg 15 (gegenüb. d. Bahnh. u. in nächst. Nähe sämtlicher Klinik.» hält sich für längeren od. kürzer. Aufenthalt bestens empfohlen. Borzüglich.Küche. Ammerts. Bedienung. Bad, elcttr. Licht. Tclevb. 819. Daselbst tönnennoch einige Gäste am Mittagstisch teilnehmen. Akademischer Bismarck-Bund, Ortsgruppe Giessen. J'onncrSttig, iitii 14. Mtiübcr, abends S'/j Uhr in Steins Garten Oeffentlicher Vortrag des Grafen von Hoensbrocch: Witimus - JcsnitkimScn • ZcMtcilpcsctz Eintritt 50 Psg., Reservierter Platz Mk..l -, Studenten karten 30 Pfg. Vorverkauf in der Rickericken Buchhandl., Süd-Anlage, für Studierende auch bet Hausverwalter Ritter, Nollegicnhaus. D'Vu äquannm Spezial - Ausschank der ’piel zu dem er ntog der heM hier eine Loge k >. T.) ausgetan, 1 .Heffen-Nchu t auch 6 Stubentr c Loge hat 2eh5 eben Mittwoch vr zurzeit in Drutst ,endlichr Mladen. Mansch^ L des Akademfl^ S: "E Ibcma 'st du^ rhen und da ?n da von JesM uitenorden »LM- * a *« |af'bir - stehens, a“ b I sBs i SLO fffit* Letzte 21acbricbtcn. Ein türkischer Sieg über die Griechen? Konstantinopel, 11. Nov. Die Türken haben Soyowiisch angegriffen und die dortigen griechischen Truppen zurückgeschlagen. Die Türken erbeuteten 10 Geschütze und viel Kriegsmaterial. II Für Erholungsbedürftige und leichtere m AiHYflM Kranke..w^n^besüoht. ■ W Ui UU R | ■ Kuranstalt Hofhelm I. T. i/a Stunde v. Frankfurt a. M. Prospekte I W M " Ull durch Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Deutscher Kräuter-Tee Bester Ersatz für den bekanntlichschädlich wirkenden russisch, u. chinesischen Tee. 1 Paket 40 Pfennig. (Proben gratis). 6356 Reformhaus Kreuzplatz 5. l>imons' Brot. Am Donnerstag, den 14. d. Mts., nachmittags von 2 bis 6 Nhr, findet im Kaufmännischen Vereinshaus (Nord-Anlage) Ersatzwahl statt. Hierzu haben die unterzeichneten Vereine gemeinsam Stellung genommen und bitten hierdurch die Wahlberechtigten, ihre Stimmzettel auf folgende Namen lautend, abgeben zu wollen: Max Friedberger, Stadtverordneter. Rudolf Nowack, Kaufmann. Paul £ cnncr, Bergwerksdirektor. Der Erstere gehörte seither der Kammer bereits an, Herr Nowack würde nach langjähriger Unterbrechung den Großhandel für die Lebensmittel-Branche vertreten. Wir können ihn als Fachmann durchaus empfehlen, da er durch Zusammen-Arbeit mit den Detaillisten, bei Beratung der neuen wichtigen Gesetz-Entwürfe für dieses Fach, die Kammer durch Rat und Tat unterstützte. Für den, durch den Tod des Kammermitgliedes Münker verwaisten Sitz gebührt ein solcher unstreitig Herrn Bergwerksdirektor Wenner. Auch dieser ist berufen, seine reichen, praktischen Erfahrungen, zu Gunsten des, für unsere Provinz, so bedeutungsvollen Bergwerkbetriebes, in der Handelskammer nutzbringend für die Allgemeinheit, zu verwerten. Wir hoffen sicher, daß der gesamte Handel für unsere Kandidaten energisch eintritt und dadurch unser Standesbewußtsein nach außen stärkt. v'7„ Der Verein der Detaittiften. Verband deutscher Großhändler (Ortsgruppe Gießen). Bergmännischer Verein Gießen tM*" ' er 'Hi der Fcsts hr, der neue ~ nr sfolge habe. r -, den Zinsen, idenj der Kont -frfiing folgende «in