!lr. 134 £rr ftltfimer Anzeiger erscheint täglich. au»er Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich 3»itffener,famillenblättfr. vveiiftdl roodjenil.Krels: blattfürdenUreirSiehen iTienStag »lnd Freitag), zweimal monotL £anb> wirtschaftliche Seitfra-cn Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 9 Uhr. _____Erster Blatt 162. Jahrgang Montag. 10. Juni 1912 W 4^ Ä Bezugspreis: monatlich Tö^Uoiertel- Siebener Anzeiger ■L^r AV Verantwortlich für den „ ww < 77 NN politischen Teil: August General-Anzeiger für Vberhessen Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und vruckerei: Schulstrahe 7. ;tl£Äct^für ben vüdingen: Fernsprecher Rr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. sinjeioenteii: ’«>. Beck. Eine Regierungserklärung über die veamtenbesoidung in Hessen. Darmstadt, 8. Juni. In den heutigen Beratungen der Regierung mit dem Finanzausschuß über die Befoldungsooriagen ufw. gab Staarsrninister Dr. Ewald folgende Erklärung ab: Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen im Fincmz- ausschuv glaubt die ÜHcjicrung folgendes annchmen zu müssen: 1. Ter Aussdmß hall cs in seiner Mehrheit für geboten, dah den VolkSschullehrcrn eine Zulage von 15 statt der vorgesehenen 11 Prozern ihres Gehalts gewahrt wird 2. Der Ausschuss hält es an seiner Mehrheit für beben F- lich, daß von den» ourch die Ausbesserung der VolkS'chullehrer- gehalte nach der Regierungsvorlage entstehenden Mehrbedarf ein Betrag von rund 277000 Mk. durch die Gemeinden gedeckt werden soll, und will auch diesen Betrag ganz oder zum größten Teil durch den Staat aufgebracht haben. 3. Der Ausschuß hält es für geboten, das; die zur teilweisen Deckung der Kosten der Besoldungsvorlagen usw. für 1013 und folgende Jahre erforderliche St e n e re r hö h u n g (5 Prozent Einkommensteuer und 5 Pfennig Vermögenssteuer- ganz oder wenigstens zum Teil m ö g l i ch st hinausgeschoben wird. Zu 1 und 2: Tie Erfüllung der hier gestellten Verlangen des Ausschusses löürbc die Staatskasse unbestritlenermasten mit tuicr dauernden Mehrausgabe von 188 000 Mk. Obel rag der Mehrsorderuug für die Lehrer) - 277 000 (Beitrag der Gemeinden) *= 165 000 Mk. belasten. Tic Großh. Regierung hat seither stets erklärt, daß es ihr — abgesehen von sachlichen Bedenken — auch schon um deswillen unmöglich sei, aus jene Verlangen einzugeheu, weil ihr die zur Deckung der Gesamtmehrausgabe von 165 000 Mk. nötigen Mittel fehlten. Rach noch- maliger sorgfältigen Erwägung aller in Betracht kommenden Umstände glaubt die Großh. Regierung indes, in der Voraussetzung, bau sich nur u in diesen Preis eine 95 er» stänbigung mit beiden Kammern der Stände über btc sämtlichen zur Beratung stehenden Vortagen erzielen läßt, unter voller Aufrechterhaltung ihrer grundsätzlichen Bedenken schon jeßt in Aussicht stellen zu können, daß sich bei Beratung des Gesetzentwurfs über die Tilgung der Staatsschuld wohl die Möglichkeit bieten wird, elwadicHälftcjenesBctrages, also etwas über 200 000 Mart weiterhin aus Ei sc n b a h n ü b e r schü sse n für die laufenden Bedürfnisse der allgemeinen Staatsverwaltung dauernd flüssig zu machen. Für die andere Hälfte kann indes eine dauernde Deckung nicht namhaft gemacht, es müßte also ihre Heber» »ahme aui die Staatskasse tu djieben abgelehnt werden. Tie Großh. Regierung überläßt es nunmehr danach dem Ausschuß, z>l entscheiden, ob er entweder die erhöhten Ansprüche der Bolksschullehrer zu Lasten der Staatskasse befriedigen und dafür Die Gemeinden mit den in der Regierungsvorlage vor' gesehenen Beiträgen zu den kosten der Erhöhung der Volksschul- lehrcrgehalte öder doch wenigstens deren größten Teil dauernd belasten oder ob er von den Gemeinden die letzterwähnte Lail ab= nehmen und sic der Staatskasse aufcrlcgcn, dagegen die zu Lasten der Staatskasse erhobenen höheren Ansprüche der Lehrer (15 statt 11 Prozent, ablehnen will. 3u 3: Nach dem Urteil, das man sich heute über die Entwuk- lung von Staatseinnahmen und -Ausgaben in den nächsten Jahren Hilden kann, läßt sich eine Steuererhebung zur Deckung eines Teiles des durch die Vorlagen entstehenden Bedarfs nicht um gehen. Sie ganz zu vermeiden, hält die Großh. Regierung, wie jidi die zukünftigen Verhältnisse jetzt darstellen, auch nach noch- maliger sorgfältiger Prüfung für unmöglich Wohl aber würde iieb die Steucrcrhohung für etwa zwei weitere Jahre ganz vermeiden ober für mehrere Jahre noch etwas vermindern Iahen, so fraü sie e r st nach und n a ch i n voller H ö h c wirkt a m würbe, wenn man die vorgeschlagcnen Grundlätze über bie Tilgung der Staatsschuld erst nach und nach, etwa in einem Zeitraum von 5 Jahren in Geltung treten liehe, nnc Vie Grundsteinlegung der Germanischen IHujcums in Cambridge. Boston, 8 Juni. In Gegenwart einer glänzenden Fest- Versammlung und unter Teilnahme der gesamten ^tudentenichatt 'and heule vormittag die Grundsteinlegung für das neue G c rmanische Museum der varvard-llinversttat in Cambridge tatt Adolph Busch von St. Louis, denen finanzieller Beihilfe der Bau des Mufeuins zu verdanken ist, war aus geiundhettlichen Gründen an der Teilnahme der Feier verhindert, "wurde durch jen Vize-Präsidenten des „Gcrmanlickfen Mwcums , dem Jitu- yorkei Kunstfreund Hugo R e i s i n g e r, vertreten. Drofe,wrL,r 2owell, der Präsident der Umocmtat, feierte in ieiner Busch als Gründer des Museums, der beutidje .Hoticbafter lu.acb icer die freundschaftlichen Beziehungen ilvO^n ^eutichland und Amerika und Hugo Reisinger roibmcie mne Aus'prach^ bin Verdiensten des Kurators des Museums, Pro'. Muno orandt, um das Zustandekommen des Vtufeums. -ter eigentlichen Feier der ! Grundsteinlegung folgte ein Frühstück im Unwnklub von .^arvard, an dem die Fakultäten der UniDcrntat und alle -tirdtoreii des ‘SÄ*. Seite Bernstortf übermittelte bie Glnckwünfche des Katferö und des Reichskanzler^ Reiiiiiaer verlas ein schreiben Buschs, IN dem dieser ausfuhrt, daß bie Harvard Universität stets die bcutidwn wissenschaftlichen Ideale vertreten habe, -tas Muieum ki ein inmbol der Beziehungen der Deutsch-Amerikaner zu Deutfchla'td und Amerika. Graf Bernstorff reut auf EornÄius «anderbilt' ^acht zum Empfange des deutschen. Ge-ch-vadcr.' nach ^w'ork. Tie Gründung des Germannchcn .Viuieumy .vvft'in dmrna aCigemein als bedeutsame Errungen,straft bezeichnet, bu. viel ,azu : beitragen werde, die deutsch-amerlkanifchcn.Bezlehung^n inoch r.i.nr i in gestalten. Tas Museum wirb nach ,einer Fallendung oM Cf tage das bedeutsamste Spiegelbild deut,cher)U,tturani,i.n.e-.m j 6oben sein. Zur Errichtung des Mufeums hat Adolob B <) ganzen dreihunberttaiisend Tollars genutet, ^.a-. - raube, das nach den Plänen des Dresdener Baumen ec. Pri- . f Festelmayer errichtet wird, ivird nt romaimcheni «tilgtbatkn I ÜUl und drei große Raume enthalten: ic einen für ich.ma 1 , omanische und Renaissance-Kunft. Hugo Hetlinger bewirt i mer Rede, daß das Zustandekommen des Bau.^.- m.i pti. ui I tirmüdlichen Bemühungen des Prof. Franste zu verdanken k , cB der hervorragendste Verfechter deutscher Kultur in gelte. Prof. Franste hat jahrelang Dorgearbeitet, da-germanricr^ -^stseumAgehäAbe. dessen sich Harvard bisher erireute,. wcw nur ül bies seinerzeit der Herr Abgeordnete Dr. Weber angeregt hatte. Wenn der Finanzausschuß darauf Wert legt, daß in dieser Weife verfahren wirb, ist die Großh. Regierung bereit, eine Beratung des GesetzeMwurfs über die Tilgung der Staatsschuld eine ent- sprechende Nachgabe zu machen, falls zu erwarten ist, daß dieser Entwurf im übrigen in annehmbarer Gestalt die Zustimmung beider Kammern der Stände findet. Dazu wird uns von unserem Darmstädter Mitarbeiter noch geschrieben: ^JZit welstum großen Schwierigkeiten der Finanzausschuß bei der Beratung des Beamtenbesoldungsgesetzes zu kämpfen gehabt hat und noch zu kämpfen hat, läßt sich aus der Regierungserklärung ersehen, die bie drei wichtigen Punkte hervorhebt, bie im Ausschuß zu großen Differenzen zwischen Regierung unb Kammer einerseits und den Parteien untereinander andererseits geführt haben. Diese Schwierigkeiten erstreckten sich demnach nicht nur auf die Frage der Annahme oder Ablehnung der Vorlage, sondern vor allem Darauf, in welcher Art und Weise unb in welcher Höhe bie Bezüge ber Beamten und Pensionäre sowie der Witwen und Waisen festgelegt worden sollten. Aber auch hiermit war die Reihe ber Widerstände noch nicht geschloffen. Die Deckungsfrage führte zu ben größten Meinungsverschiedenheiten. Tabei wurden noch von mandfcr Seite Me^norberungen gestellt, ohne dafür ausreichende Tcckungsmittel anzugeben. Zum besseren Verständnis seien hier nochmals einige Zahlen aus ber Regierungsvorlage heroorgelfoben: Tie Summe, bie notwendig ist, um den Beamten höhere Bezüge zukommen zu lassen, betragt 1 654 630 Mk.; die Erhöhung der Lehrcrgehalter erfordert 335100 Mark: für Pensionäre und Hinterblicbcnengclber sieht der Entwurf 16 000 Mk. vor, für die Versorgung ber Witwen unb Waisen ber Volksschullehrer 4500 Mk. Tie Erhöhung der Zivillistc beansprucht 75 000 Mk. Weiter sind für die Ausbesserung der Bezüge der Staatsdienstanwärter 130 000 Mark und für die oer vorhandenen Pensionäre unb Hinterbliebenen von Beamten unb Volksschullehrern 125 000 Mk. angeforbert. Im ganzen also 2 340 230 Mk. Für das Jahr 1913 ist natürlich mit einer Steigerung dieser Beträge zu rechnen. Nach der Vorlage lassen sich aus den vorhandenen Reserven etwa 1500 000 Mk. flüssig machen, bie aber schon für das nächste Jahr sortsallen würden. Nach ber Regierungsvorlage werden die unteren Beamten in Hessen besser gestellt sein, als die im Reiche unb in Preußen. Deshalb ist es verständlich, daß diese Kategorie mit ber Vorlage im großen und ganzen auch durchaus einverstanden ist. Tie mittleren Beamten kommen den Reichs- und preußischen Beamten fast gleich, nur bie afab^mudfen Beamten bleiben hinter den im Reiche und in Preußen geltenden Sätzen um 10 Proz. zurück. Besonders die V o l k s s ch u l l e h r e r sind mit der Vorlage unzufrieden und fordern eine Erhöhung ihrer .Bezüge von 11 auf 15 Proz. Tas würde ein Mehr von 188 000 Mk. erfordern. Will man aber den noch weitergehenden Ansprüchen der Lehrer Genüge tun unb auch den Wohnungsgeldzuschuß entsprechend erhöhen, so wären insgesamt 324 500 Mk. aufzubringen. Diese Forderung der Lehrer sowie die im Regierungsentwurfe vorgesehene Summe von 277 000 Mk., bie von den Gemeinden für bie Kosten ber höheren Schulen zu tragen sein würde, war Gegenstand eingehender Beratungen des Finanzausschusses. Hier haben wir auch die Ursache aller Tifserenzcn zu suchen. Wie hart der Kamm gewesen sein muß, geht aus der Regierungserklärung hervor, die als ein Niederschlag jener Beratungen angesehen werden muß. Tie Regierung hat fick) nämlick; bereit gefunden, 200000 Mk. aus Öen Eisenbah »Überschüssen für die lausenden Bedürfnisse der allgemeinen Staatsverwaltung dauernd flüssig zu machen. Dieser Betrag würde etwa die Hälfte von dem ausmachen, was der Finanzausschuß den Lehrern und den Gemeinden gewähren will (im ganzen 465 000 MkZ. Tie Regierung macht dann die oben erwähnte interessante Mitteilung, daß für die andere Hälfte eine dauernde Deckung nicht namhaft gemacht werden könne, es müsse also ihre Üebernahme auf die Staatskasse entschieden abgelehnt werden. Tie Regierung will also hier offenbar den Kopf aus der Schlinge ziehen. Sie will die Kammer in den Kampf entweder mit den Gemeinden oder den Lehrern schicken. zwischenzeitiges gedachi. Tie ersten Geschenke für das Museum stiftete der 2cutfd>e Kaiser, seinem Beispiel folgend, inadfteii unter anderem der König von Sachsen, der Prinz-Regent von Bayern, der Herzog von Braunschweig Stiftungen. ♦ Untersuchungen an der Heidelberger Lchlotzruine. Nachdem die badische Regierung jüngst in der Kammer die Erklärung abgegeben hat, daß von einer weiteren „Wiederherstellung" der Heidelberger Schloßruine enbgiltig Abstand genommen sei, daß hingegen wissenschaftliche Untersuchungen zur genauen Feststellung des baulidien Zustandes der Ruine angeftelit werden würden, bringt nunmehr die Seemannschc „Kunstchronik" über diese Untersuchungen eingehende und sehr interessante Mit teilungen. Es ist ber Geheimrat Prosessor Hirschwald, Tirektor des Mineralogisch-Geologischen Institutes der Technischen Hochschule zu Eharlottenburg, dein bie badische Regierung mit einer eingehenden Untersuchung des Laugesteines beauftragt hat. Ten weif vorgeschrittenen und nicht mehr aufzuhottenden Ver'all führt Profes'or Hirsdnvald auf zwei Ursachen zurück: auf die natürliche Verwitterung durch vhysikalii'che und chemische Einflüsse, die bie beiderseits schutzlose Mauer treffen, unb auf Zermürbung und Sprengung innerhalb bcs Gesteins, bie fick nur durch Bewegungen in der Mauer erklären lassen. Um diese Bewegung sicher feuzu- ftellen, sind nach Hir'diwalds Angaben drei Vorrickuungen an gebracht worden. Im Meiler des Stto-Heinrico-Baues hat man einen Horizonraivcnbcl zur Aufzeichnung der Bewegungen au*'gc- ftellt, der die Bewegungen der Gcsamrmauer verfolgen soll. Weiter sind nod) 14 Einfoannröhrchen zwilchen seckfs Fenstern des Lber- geschofses angebracht, die Verschiebungen selbst auizcidmen.^ End- lich ist an der Außenseite der Mauer ein ^iey von 137 Stand runtren und an der Rückseite ber Pfeiler beider Frontmauern ein solches von 40 Standpunkten eingelassen, deren Hagcänberung von Drei Punkien aus durch Feinmessungen benimmt werden soll lieber bie Wirkungen dieser Drei Einrichtungen, bie seit einem halben Jahr im Gebrauck) i'inb, läßt sich aber erst nach min bestciis einjähriger Beobachtungszcit ein Urteil gewinnen. Tas Horizontalpenbel hat allerdings schon jetzt die Beobachtung täglicher Ausweidmngen des Pfeilers am Auihängungspunkt des Pendels ermöglicht, die von der Bestrahlung i.r Sonne her- rühren. Selbn wenn bie stärkste Bestrahlung auf;-gört hat, ergeben fiel! dauernde Verschiebungen, bald nach) Opcn, bald nad) Westen, so baß das Mauerwerk nie in seine ursprüngliche Lage mehr zurückkehr^ Weiter hat das Pendel auch Schwingungen Von nickst geringerer Bedeutung ist das, was die Regierung über die geplante Steuererhvbnng sagt. Sie verauickl diese Frage mit der Tilgung der Staatsschuld, indem sie auf einen von dem Abg. Tr. Weber cingebraditen Antrag verweist, lieber bie in der Regierungserklärung festgelegten Punkte wird ber Finani aussck'uv in ber nächsten Zeit zu beraten haben. Es wird in’.ev ejfant zu beobachten fein, wie er den ihm von der Regierung auf gezwungenen Kampf zu Ende führt. TaS Gesetz über die Sd'uioen- lügung wird im Finanzausschuß Gegenstand einer besonderer B' ratiing sein, da es in engster Verbindung mit der Frage der Steuer erhöhung steht. Zusammenstotz zweier französischer Uriegrschiffe. Eherbourg, 8. Juni. (Agence Havas). TaS Unterseeboot .Vendemiaire" stieh mit dein Kreuzer ,6t. VouiB* zusammen unb wurde von diesem entzwei geschnitten. Tas Unterseeboot sank und liegt ans einem 50 Meter tiefem Meeresgründe. Ter Marineminister Telcass 6 hat kein Glück. Jetzt ist aud) unter seinem Regime Frankreich von einem großen Schisfsunfall betroffen worden, der das Land in Trauer versetzt, aber auch — die Schuld frage wieder aufwirft. Tas Unterseeboot „V^dömiaire" ist infolge eines Zusammenstoßes mit einem Linienschiff mit Mann und Maus untcrgegangen. Wenn die von verschiedenen Seiten tom rnenden Hinweise nicht trügen, so haben in letzter Linie die Anordnungen des Marineministers die Mitschuld an dem Unglück, denn er soll die übereinstimmend als g c fahrvo 1 l bezeichneten Flottenübungcn in der Norosce veranlaßt haben. Wir erhalten folgende Meldungen: Tie Ursache. Ter Zusammenstoß erfolgte einige Seemeilen nöiblid) der Meerenge von Raz-Blanchard mit dem Linienschiff „Sl Louis". Im Verlaus einer Angrisssübung geriet ber „Ben bemiairc" unter den Vorbcrsicvcu des Linicnschisfes, we! ches das Unterfeeboot wahrscheinlick) durchschnitt. Ein ft a r keS Auf schäumender Lee wurde bemcrlt. An Bord des Unterseebootes befanden sich 25 M ann unter dem Korn in an do des Leutnants Prien l Vermutlich liegt der ,^8end6miairc" in 53 Meter Tiefe Die Bergungsarbeiten find sofort cingeleitet worden. Marineminister Telcassv reifte heute nachmittag 3 Uhr 38 Minuten nacff Eherbourg ab. Einzelheiten. Es werden folgende Einzelheiten gcuieldel: Gegen 6.30 Uhr morgens war das Wetter sehr schön. Dw? dritte Geschwader dampfte in einer Linie fünf Meilen nordwestlich von Cap de la Hague. Nachdem es durch die Unterseeboote der Marinestation Eherbourg angegriffen worden war, wurde von dem Linienschiff „St. Louis" cm Periskop bemerkt, das dem Panzer so nahe war, daß ein Ausweichen nicht mehr möglid) war. Sofort entstand ein starkes Auffchäumen. Nach 10 Minuten wurden an der Meeresoberfläche Trümmer vom Verdeck des Unterseebootes gesichtet. „St Louis" verankerte am Orte des Untergangs sofort eine Boje. Das Geschwader verblieb eine Stunde in der Nähe, ohne etwas zu bemerken. Tann stieg Nebel auf, worauf das Geschwader nad) Eherbourg dampfte Ter Panzer „Marseillaise" und der Torpcdobootszerstörer „Gabion" blieben an der Unfallstelle zurück. Um 10 Uhr gab der Marinepräfekt bekannt, daß unmöglid) die Stelle genau anzugebcn fei, da bic Boje abgetrieben fei. Voraussichtlich ist die Hebung des Fahrzeuges unmöglich. Eherbourg, 8. Juni. Zahlreiche Einwohner warten vor der Marinepräfettur angsterfüllt auf Einzel- der Pfeiler, durch den Wind hervorgerufen, verzeichnet. Tas Erdbeben vom 16. November vorigen Jahres Hal nur deshalb oer Ruine nicht geschadet, weil seine Stöße mil der Richtung der Längsachse des Otto-Heinrickf-Baues übereinftimmten. • ff. Björn st jerne Björ nsons Briefe. Für den Herbst dieses Jahres wirb eine literarische Vcröficntlichung an- gekündigt, die des Interesses weitester Kreise von vornherein gewiß sein darf. Es ist dies eine Ausgabe der Briefe iHjornfijcrne Björnsons. Prosessor Halfban Kohv hat die Briese Bwrnsons gesammelt und daraus das zur Veröffenilichung geeignete Material ausgewählt. Ter erste Band, ber zunächst zur Ausgabe gelangt, wirb gleichzeitig in Kopenhagen unb in deutscher Ausgabe ui Berlin erscheinen. Die Veröffentlilhung wirb ein dovrelies Interesse bieten. Erstlick, war Björnson auch als Briefschreiber hervorragend und erfüllte seine Briese mit dem ganzen ihm eigenen Temperamente und der vollen Lebendigkeit seines Geistes. Tann aber hat man von seinen Briefen reiche Aufschlüsse über das ganze Literatur- und Geistesleben der bedeutenden Epoche zu erwarten, in deren Entwickelung Biornson selbst so vielfach cinge- griifen hat. Insbesondere ist man natürlich auf die Briefe an Ibsen gespannt. — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissenschaft. Bei ben Preisarbeiten ber Universität Göttingen konnte nur einer einzigen Arbeit ber Preis zuerkannt werden uno zwar ber philosophischen. Verfaßt war die Arbeit über die erkenntnis-theoretischen Grundlagen Des Positivismus von Fräulein Hedwig Martins aus Rostock. — In H a n n o v er ist am 3. b. Mts. der Lektor ber russischen Sprache an der dortigen Technisch, n Hochschule Hofrat Tr. Georg Böhling im 58. Lebensjahre gestorben. — In Rekawinkel bei Wien verschieb der Tirckior ber zoologischen Abtei!img am 'Raturhistocischen Hof muieum in Wien Regierungsrat Ludwig Ganglbauer, einer der bedeutendsten Entomologen im 56. Lebensjahre. — In Lemberg starb b. o. Professor für Architektur an ber dortigen Technischen Hochschule Edgar Kovats im Alter von 63 Jahren. — Ter Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein hält feine Tagung gegenwärtig in M e v ab. Am Sonntag erfolgte bie feierliche Eronnung der mit der Verbandslagung verbundenen Ausstellung, in der hervorragende Werke aus ben gar.5in T^barbs- gcbieten vertreten sind, darunter Elsaß Lothrir'.n mit etwa 10 Werken. — In Bern ist ber imizer Maler und Radierer Albert W e 111, ein Schüler Böcklms, im Alter von 50 Jahren gestorben. heilen der Katastrophe. Man glaubt, daß das Untersee- boot durchschnitten wurde, da das Meer an der Unglücksstelle mit Lei bedeckt wurde. Der Kommandant war Vater von drei Kindrn. Ter Fähnrich Audio war erst seit dem 1. Juni im Dienst. Ein Mann der Bescchung, der an Land zurückgeblieben war, ist so dem Unglück entgangen. TaS verunglückte Unterseeboot.DendLvuaire" war nach demselben 7-?ouS gebaut, wie der vor zwei Jahren in der Nähe des .Hafens von Calais non einem Postdampfer in den Grund gebohrte „Pluviose". „Vend4miaire" war mit Heberingen versehen und noch vor kurzem wurden Versuche vvrgenommen, an einem der Heberinge unter Wasser Rctturwsketten zu befestigen. Die Stelle, an welcher das verunglültte Unterseeboot gesunken ist, ist zu tief, als daß die Taucher bis zu ihm gelangen könnten. Ein Seeoffizier erklärte einem Berichterstatter, daß man sich in Marinekreifen jeden Tag auf ein derartiges Unglück gefaßt mache, denn, wenn die Ängriffsübungen der Unterseeboote auch notwendig seien, so seren sie doch außerordentlich gefährlich. „Bcnd6miaire" habe offenbar das Panzerschiff „St. Louis" gesichtet, das Periskop eingerogen, um zu tauchen und unter dem „St. Louis" durchzuschwim- men. In diesem Augenblick sei „Vendämiaire" wahrscheinlich von einer unbekannten Strömung erfaßt worden und mit dem „St. Louis" zusammengestoßen. Gefährliche Uebungen. Paris, 9. Juni Aus Brest wird gemeldet: Der Befehlshaber des „Saint Louis" hatte vor der Abfahrt nach Cherbourg zu einem Freunde gesagt: Die Uebungen, welche wir vorhaben, sind überaus gefahrvoll. Ich werde die Kommandobrücke nicht einen Augenblick verlassen, so sehr fürchte ich eine Kata- st r o p h e. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Panzer „Saint Louis" den „Bendämiaire" entzweigerissen hat. 'Das sofort nach dem Zusammenstoß wahrgenommene Brodeln und Aufschäumen, loclches an zehn Minuten dauerte, wurde von den aus dem Riß des Unterseebootes her ausdrinaend en Luft- m ass en verursacht, die in großen Blasen an die Meeresoberfläche gelangten. Einige Sekunden später breiteten sich auf der Wasseroberfläche fettige Lachen aus, welche von den geborstenen Oel- und Petroleumreservoirs herrühren. Tie gesamte Preffe gibt der Trauer und der Bestürzung über den Untergang des „VendSmiaire" Ausdruck. Mehrfach wird bemerkt, baß die französische Kriegsmarine über 50 Unterseeboote besitze, welche seit dem Unglück des „Pluviese" an 6000 Tauchübungen vvrgenommen haben. Bei btefer großen Zahl von Tauchübungen sei es fast unvermeidlich, daß sich eine Katastrophe ereignete. Die Unterseeboote stellten gleich den Flugzeugen eine Ueberlegenheit Frankreichs dar, sie seien aber auch gleich btefen von beständigen Gefahren bedroht. D e l c a s s 6, dessen Politik vor allem das Interesse Englands berücksichtige, habe den Irrtum begangen, die Verteidigung der Nord- küsten fast ausschließlich der Unterseeflottille an- ruvertrauen, welcher dadurch übermäßige und wegen der Meeresverhältnisse besonders gefahrvolle Anstrengungen auserlegt worden seien. Die Besichtigung des Marineministers. Cherbourg, 9. Juni. Marineminister Delcasss ist hier vergangene stacht eingetroffen. Er begab sich heute morgen an Bord des Panzerkreuzers „Gloire" zur Unglücksstätte. Den untergegangenen Seeleuten wurden unter allgemeiner Bewegung die letzten Ehren erwiesen. Nach dem Fahnensalut ertönte die „Marseillaise", dann folgten Kanonenschüsse. Nach einem kurzen Besuch an Bord der „Saint Louis" begab sich Delcasss an fianb zurück, wo er die Station der Unterseeboote besuchte. Mittags reifte er nach Paris zurück. Der zweite Offizier der „Saint Louis" versicherte, er habe den Augenblick des Zusammenstoßes genau gesehen, wie der „Bendsmiaire" in zwei Teile zerschnitten worben sei. Die BesatzungmüsseaugenblicklichdenTod gefunden haben. Lin Revolveranschlag aus den Banns von Kroatien. An Stelle des wegen seiner Willkürherrschaft und seiner politischen Mißerfolge bei Volk* und ReichSreaierung gleich unbeliebten Herrn Tomasitsch war am 20. Januar o. I. Herr v. C u v a j zum BanuS von Kroatien ernannt worden. Seine Tätigkeit in Agram begann dieser damit, daß er den vorher schon fünfmal wegen Arbeitsunfähigkeit gesprengten kroatischen Landtag noch vor seinem Zusammentritt aufs neue auflöste. Deswegen verbreitete sich in den national-kroatischen Kreisen eine große Erregung, die auch auf die S t u d e n t e n b e r A gramer Hochschule Übergriff und sich gegen Professoren richtete, die das Regierungsprogramm unterstützen wollten. Uederall, wo Kroaten wohnten, erfolgten Kundgebungen und Einspruchsversammlungen, die das Volk noch mehr verhetzten. Trotz der gesetzlich bestimmten Frist wurden die neuen Wahlen anfangs April noch nicht ausgeschrieben. Statt dessen wurde am 3. April über Kroatien und Slawonien unter Aufhebung der Verfassung, der Ausnahmezustand erklärt und der Banns, Herr v. Cuvaj, zum Königlichen Kommissar ernannt. Eine ungeheure Erbitterung bemächttgte sich der eingesessenen Bevölkerung. 9hm hat ein fanatisch veranlagter junger Student sich von seinen politischen Leiden- schäften zu einem Mvrdanschlag auf den Urheber des kroatischen Ausnahmezustandes hinreißen lassen. Agram, 8. Juni. Als Baron Eduard Cuvaj heute mittag in Begleitung seiner Gemahlin sowie des Leiters der Unterrickstsabteilnng der Kroattschen Landesregierung tzervoitsch und seines Sekretärs von einer Festlichkeit im Automobil zurückkehrte, feuerte-ein Student einen Revolverschu ß ins Automobil. Der Schuß traf Hervoitsch. Der Attentäter ergriff die Flucht. Er wurde von Polizisten und Gendarmen verfolgt. Auf der Flucht s ch o ß e r einen Schutzmann nieder, der auf der Stelle tot war. Dadurch gewann er einen Vorsprung und verwundete noch einen zweiten ihn verfolgenden Polizeibeamten. Schließ- lich wurde der Attentäter, der von den Verfolgern Der» tounbet worden war, f c |t g e n o m m e n. Er heißt L u k a ö Jukitsch. Er ist etwa 20 Jahre alt, aus Bosnien gebürtig und auf der Universität Agram als Hörer der Rechte inskribiert. Er befindet sich in einer derartigen Aufregung, daß das Verhör mit ihm noch nicht zu Ende geführt werden konnte. Cuvaj wurde von verschiedenen «eiten zu seiner glücklichen Errettung beglückwünscht. Das ungarische Korr.-Burcau meldet aus Agram: Tic Dlättermeldung vom Tode des Banalsrats Hervoitsch ist falsch. Sein Befinden ist allerdings sehr bedentlich. ner von Ech jsinn-Niedtt- Punkten Sie» Musstet/ tracht Hörnsheim, einem wertvollen fand ein Festzug sich ein Volksfest Fortsetzung findet. derkranz 1. Preis mit 204 mit 200 Die der Holzhausen bei Wetzlar. In der 3. Klasse errang den mit 211 Punkten Eintracht Hörnsheim, den 2. Punkten Konkordia Holz hausen v. d. H., den 3. Preis Punkten Siederkranz Zellhauü'u. Bei dem EhrenvreiS- Aus Statt und Land. Gießen, 10. Juni 1912. singen erhielt den Ehrenpreis der 1. Klasse Germania Höchu am Main mit 123 Punkten, den der 2. Klasse Frohiinn Ricder-Wöll- stadt mit 120 Punkten, den der 3. Klasse mit 115 Punkten (rin» Jeder Preis bestand aus einem Geldbetrag, Kunstgegenstand und Ehrendiplom. Mittags durch den reichgeschmücklen Ort statt, woran auf der Mockswies anschloß, das heute feine Preis dem Gesangverein Eintracht Klein-Linden nut 231 Punkten zuerkannt, den 2. Preis erhielt Frohsi...... Wöllstadt mit 226 Punkten, den 3. Preis mit 207 P irat Le ntze aus Halle „Ueber die Starkenburg und Rheinhessen. W. Darmstadt, 8. Juni Heute vormittag hat der Unteroffizier E r n e r den Gefreiten Spahr während einer Felddiensmbung in der Nähe von Eberstadt aus dem Wald- jchutzbereich der Bahn aus Fahrlässigkeit erschossen. Beide gehören Dem Garoe-Dragoner-Regiment Nr. 23 an. D-as Unglück geschah dadurch, daß der Karabiner dies Unteroffiziers sich entlud, als dieser vorn Pferde steigjen wollte. Der Schuß ging dem Gefreiten inS Herz, der sofort tot war. m Offenbach a. M, 9. ^uni. In dem Tamp'! und r-1 fcoocltotrf der Firma Philipp Forster u. Sohne brach heute, Kreis Friedberg. , u I- h b , 8. Juni. Gemeinderatssitzung beiden Wirtichastspläne über Die Waldungen Stabt Butzbach und des Armensonds Butzbach für dab Wirt- schastsjahr 1913 wurden genehmigt. Die Rechnung eine* Gewerbetreibenden über Renovierung eines dem Armensonds dahier gehörigen, in der Äuldengasse gelegenen Hauses im Betrage von 87.50 Mk. soll zur Auszahlung angewiesen werden, L^ber 'Bedingung,, daß zukünitig ,olck)e Arbeiten, wozu di« Grotzh. Bürgermeisterei keinen Auftrag erteilt hat, nicht mehr be- — DaS Gesuch des Bauunternehmers Louis Kreh um An.chluß des neuer bauten Wohnhauses deS Lehrers Bauer an die stadtnche Kanal- und Wasserleitung und Herstellung eines RevuionS->L»chachtes m der Taunusstraße — Straßenkreuzung — aut stadtnche Stollen wird genehmigt Die Ausführung der öer- stellungsarbeiten des Reviiionsschachtes wurde dem Herrn Kreh übertragen. — Nach Mitteilungen der Reichstügsabgeorbnet« L-track und Werner und des Strieg8minifterium6, KrregSdeparte« ment, vom 25. 'Utai 1912, biete die bevorstehende Heere, oer- Itärkung nicht die Möglichkeit, die G a r n l s v n der Stadt Butz - bach zu verstärken; auch könne nicht die Zuweisung niet Maichinengewehr-Kompagnie an das erste Bataillon deS Zmwr» tene-Regiments Nr. 16b in Aussicht gestellt werden. — Das Dein Armensonds gehörige, an der Hochweislerstraße gelegene Grundftuck soll dem gememnützigen Bauverein verkauft werden. Ter Antrag Appenheimer, die .nanalleitung ui der Iaunu*iira6e »u verlängern, wurde abgetehnt, da augenblicklich ein Bedürf- nrs noch nicht vorhanden sei . eiten", cm 2chema, das gerade je»: auch für Gießen l-, •rage des Unfallkrankenhauie- von Jntere'ie ift, bislang in jirajt getretenen Bestimmungen Der Re i chs v er« sicherungsordnung", ein Thema, das ebenfalls ncrabe für die Gießener Verhältnisse wegen der geplanten (Jinriditimq einer Professor für soziale Medizin von Bedeutung ist. Die lokalen Vorbereitungen süid von Sanitätsrat st a e * , dem Vorsitzenden deS Bahnärztevereins in Frankfurt a. M., im Einvernehmen mit Professor Sommer ^ctronen. Montag nachmittag findet ein Ausflug nach dem >-chisfenberg statt, Dienstag eine Besichtigung der psnchiatrischen Klinik und sonstiger Universitätsinstitllte, lomic der Siechen- und Irrenanstalt, nachmittags ein Ausflug nach Nauheim mit mcchizinischen Be-.ch- tigungcn, Mittwoch eine entsprechende Fahrt nach Hombura tvtr heißen die Versammlung in Gießen willkommen und wünschen in wissenschaftlicher und geselliger Begehung besten Erfo!g. •• Zu deut JubiläumS-Gauturnfest Gießen 1912 haben sich bis heute 100 Musierriegen gemeldet. Eine Anzahl von Meldungen steht noch au8, so daß ein außerordentlich starker Besuch zu erwarten ist. ” Der Bau des neuen Amtsgerichts wird, nachdem die Arbeiten an die vereinigten Bauunternehmer von Gießen unter Führung der Hoch» und Tiefbaugesellschaft Winn & Co. für etwa 120 000 Mk. (Erd», Fundament- und Maurerarbeiten) übertragen worden sind, in den nächsten Tagen begonnen. ♦♦ 3000 Mark Belohnung. DaS Amtsgericht Fulda erneuert die Ausschreibung der 3000 Mk. Belohnung für die Ergreifung der Gebrüder Ebender, nachdem sich herausgestellt hat, daß die beiden bei Bischofsheim vcr- hafteten Zigeuner nicht die Ebender sind, sondern tatsächlich Winter heißen und aus der Gegend von Köln stammen. Sie wurden bereits aus der Haft entlassen. Landkreis Gießen. fb. Steinberg, 10. Ium. Der Gesangverein „Eintracht" beging gestern die Feier seines 43j übrigen Stiftungsfestes, mit der ein nationaler Gesangswettstreit verbunden war. Durch ein Konzert aus dem Festplav wurde am Samstag abend die Festlichkeit eröffnet. Am Sonntag um 10 Uhr begann das Preis- und Ehrenpreissingen im Saale des Gasthauses zur Krone. An dem SBettftreite beteiligten sich neun Vereine. Es errang in der ersten Klasse Germania Großen _'in- den mit 246 Punkten den 1. Preis, Germania Höchst a. M. mit 243 Punkten den 2. Preis, Mannerchor Nieberwccse!. mit 234 Punkten den 3. Preis. In der zweiten Klasse wurde der erste Der italienisch-türkische Krieg. Ein erfolgreicher Vorstoß der Italiener. Tripolis, 9. Juni. Um die Beherrschung der Oase von Zanzur den Italienern zu sichern, machte eine Abteilung, bestehen» aus 14 Bataillonen Infanterie, einigen Batterien Artillerie und eine Kavallerie-Brigade einen Vorstoß in westlicher Richtung. Tas Ziel waren einige Anhöhen südlich von Marsa und Sidi ab del Gilt. Die Reserve, gebildet aus einem Bataillon Askaris, einer Kavalleriebrigade und einer Batterie Gebirgsgeschüyen, war südlich der dritten Schanze von Gargaresch aufgestellt. Außer diesen Streitkräften in Bumiliana wurde die Brigade M o n t o u r i, bestehend auS fünf Bataillonen Infanterie und einer Batterie Gebirgsgeschützen, bereitgehalten. Um 4hz Uhr verließ die Division Camerana die Verschanzungen von Garagaresch und machte auf den feindlichen Linien mehrere erfolgreiche Angriffe mit dem Bajonett. Gegen 7t/2 Uhr erreichte sie das Ziel. Mehrere Abteilungen des 40. Infanterieregiments vertrieben den Feind durch Bajonettangriffe auS seiner Stellung auf der Höhe bon Sidi ab del Gili. Zur selben Zeit machten ; o b l - reiche feindliche Streitkräfte, die von Süden tarnen, einen heftigen Angriff in der Richtung auf Gar- gar e s ch gegen den linken Flügel der Division Camerana. Die Reserve und die Artillerie der dritten Schanze von Gargaresch griffen schnell in den Kamps ein, brachten den Feind zum Stehen, und trieben ihn mit Hilfe der Brigade Montouri zurück, die in Eilmärschen von Bumiliana kam und dem Gegner in die Flanke fiel. Mittag- war es nur noch in einem Teil der Oase Zanzur, wo sich noch größere Steilungen befanden, aber ein energischer Angriff der Brigade Rainaldi trieb auch diese vollständig in die Flucht. Gegen 1 Uhr war der Feind auf allen Punkten in vollem Rückzüge. .Popolo Romano" schreibt zu dem offensiven Vorgehen der italienischen Truppen zwischen Tripoli- und Zanzur, es sei hervorzuheben, daß die italienischen Truppen trotz der großen Hitze und des Sandwindes glänzend manöoeriert und den Feind durch kühne Bajonettangriffe zur regellosen Flucht gezwungen hätten. Wenn man berücksichtige, daß das Sager und die Verschanzung des Feindes von diesem selbst als uneinnehmbar bezeichnet worden sei, müsse man die Bedeutung des erreichten Erfolge- anerkennen. Auch „Messagero" und „Vita" heben die besondere Bedeutung des jüngsten offensiven Vorgehens der italienischen Truppen nachdrücklich hervor. General Caneva telegraphiert über den Kampf am 8. Juni Einzelheiten: Der Vorstoß aus Tranckeen von Gargaresch erfolgte in zwei Kolonnen, bereit erste die Brigade Giardina, 6. und 40. Infanterie-Regiment, dem Meer entlang vorrückte, während die zweite Kolonne, die Brigade Rainaldi, 82. und 84. Infanterie-Regiment, links von Tripolis auf Zanzur vorrückte. Der gut verschanzte Feind wurde um 5 Uhr früh zuerst von Giardina angegriffen und nach heftigem Artillerie- und Jnfanteriekamps geworfen. Desgleichen gelang es Rainaldi, den Feind nach heftigem Artillerie- und Jnsanteriekampf aus seinen Verschanzungen zu vertreiben. Ter Feind hatte starke Verluste. Gegen Mittag waren die feindlichen Truppen auch aus il-ren Stellungen geworfen, auf die sie sich bei Zanzur zurückgezogen hatten und wurden mehrere Kilometer weit verfolgt. Der Gegner befand sich in voller Auslösung. Die Verluste der Feinde betragen nach Maßgabe der aufgefundenen Leichen über tausend Tote. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt. Auf Seiten der Italiener wurden ein Offizier, 19 Soldaten und 10 Askaris getötet, acht Offiziere, 182 Soldaten und 70 Askaris verwundet. Ei« italieuischcr Erkundiguugszug bei Terna. Rom, 9. Juni. Die Agenzia Stefani meldet aus Derna vom 8. Juni: Heute früh wurde auf dem linken User des Ouadi ein Erkundiguugszug unter dem Befehl des Obersten Satta unternommen. Der Feind eröffnete das Feuer, das die Italiener erwiderten; sie verwundeten zwei reguläre türkische Soldaten. Darauf zog sich der Feind zurück. Die Italiener hatten keine Verluste. Auf den Flieger Hauptmann Bolla wurden während eines Fluges, den er unternommen hatte, um die neue Sage des feindlichen Lagers sestzustellen, vierKanonen- chüsseabgegeben, die nicht trafen. Hauptmann Bolla tellte fest, daß frer Feind südwestlich von seinen ersten Stel- ungen Lager bezogen hat. Angriff auf eine italienische Abteilung bei Homs. Rom, 8. Juni. Die Agenzia Stefani meldet aus Homs: Morgens ist eine italienische Abteilung in ber Nähe von Margheb 'vom Feinde beschossen worden. Ter Feind erhielt Verstärkungen und war schließlich 500 fVtann stark. Die italienische ArMerie trat unterdessen in Aktton. Ein wirksames Feuer zwang den Feind, sich unter Verlusten, die beträchtlich waren, zurückzuziehen. Der Feind setzte das Feuer aus großer Entfernung fort. Auf feiten der Italiener wurden 5 Soldaten leicht verletzt, einer wird vermißt. ** Bahnärzte-Vereinigung. Der Verein der Bahnärzte des TirektionSbezirkes Salle a. b. S. hat feine diesmalige Jahresversammlung nach Gießen und zwar in die Klimt für psychische und nerochc Krankhenen verlegt- Bisher sind etwa 40 Teilnehmer auS diesem Bezirk gemeldet. Auf die geschäftlichen Verdondlungen folgen Vorträge von Geh. Mcdr- iinalrat Sommer, „Beispiele für die Verwendung psychophysischer Methoden bei der Begutachtung von Unfallsnervenkrank- «tefli e'n Än" I j litt‘ flafiruu I -ecrSten Ä Auch I IVUID I .^hebauk Ai', lvjri) I w'odurcl I saJ?» n Marburg, 9 I -»erstes TenfmaJ- I Srenbur | ¥ I Ts IW ®ne«WL“ HU die Hülle gefallet I Ttojeda?Tcnkmalnm I Duahl Kranze nieberf I gelten Lhoral „Mn I w-Frankfurta ItttzderZosefRu-PLU IvMüg als Mörder l tönigWtcT Straße Breits ein umiaffcno^ Vn Vorsatz gehabt zu ®n APP abaelegtcJ Im 9. Mai Labe ich gearbeitet. Tort lernt« «ich mit ihr. Ich ft wtte, was sie bejahte, des zweiten Psingstfei Scher forderte mich ca ro ging ich denn, ohm mi ifuigfimontaa um iarbc hinauf. Ihre " ^ogen, hatte die Hal! Siirtel zumachcn. Zch I mi über mein Erschei Z Lotte. Ich pa • ihr einen unsi IM sagte, das ging! «achen, daß ich Herat Zur, daß ich meinen fte taut aus, und ich »eib. Lie schrie no Bekam Sie btfl Mordes a «dochilgen Zigeuner Gebrüde nicht ergriffen, 'Üe Belohnung Äari ist noch auSgef .üle äel)öiben wer w m Betracht kommen biabtt gelang , Dem Richter m ' die die Eben Müa, den 8. Juni Königs. Amt« Heugrasvk 8Ä‘w*Lui 3011 .lieber:® ^Ketend « Mentor 6cfBc",nfle —Wbfe Kreis Büdingen. ? Lindheim, 8. Juni. Der ungefähr zwölfjährige I Sohn eines hiesigen Landwirtes wollte sich im Zielen ■ üben und nahm dazu das an der Wand hängende Flodert 1 E'eines Vaters. Kaum hatte er die Waffe in der Hand — ebenfalls hat er beim Herabnehmen den Hahn berührt —, -a ging ein Schuß los und traf die zufällig abwesende S ch w e st e r des Dienstmädchens, eine Näherin. Zum Glück war das Gewehr nur mit Schrot, sogen. Spatzendunst.W geladen und dadurch trug das Mädchen nur unbedeutend«^ Wunden cm der einen Wange davon. Die Augen blieben verschont. Kreis Alsfeld. $= Alsfeld, 8. Juni. Abg. R e h hat bei der Zweiten Kammer beantragt, die Stadt Alsfeld in die zweite Klasse des Wohnungsgeldtarifes einzureihen. Die Regierungsvorlage har Msfeld in die dritte Klasse ein- gereiht. Kreis Schotten. « L a u b ach, 8. Juni. Weißbindermeister Spuck von hier erhiett dieser Tage ein Schreiben von einem amerikanischen Rechtsmrwalt, in welchem dieser ihn auffordert, Erbansprüche an das von seinem in Chicago verstorbenen Bruder hinterlassene Vermögen — es soll jidj um die Summe von 05 000 Dollar handeln — zu erheben. Der Verstorbene, der vor ungefähr 28 Jahren nach Amemla ausgewandert war, lebte unter dem Namen Van Sprock in Washington, wo er sich durch Anlegen von großen Äpfelplantagen, die ihm auch den Namen Apselkömg eingebracbi haben, ein so bedeutendes Vermögen ern>orben haben soll. Vor acht Jahren hat er zum letztenmal seine Verwandten hier besucht. Nachdem ihm vor mehreren Jahren nach kinderloser Ehe feine Frau gestorben war, kommen als Erben des bedeutenden Vermögens drei Geschwister hier i in Bettacht. Aus Heften. Grünberg, 9. Juni. Gestern abend fand hier im Gaschaus zum Rappen eine öffentliche Wählerversammlung statt. Ten Vorsitz hatte Bürgermeister Ranft von Grünberg übernommen. Ter Landtagsabgeordnele für den Wahlbezirk Grünberg, Gutsbesitzer Eduard Lutz von Elpenrod sprach etwa IVs Stunden über „die hessische Finanzwirtschast". Sparsamkeit müßten die Gesetzgeber in erster Linie sich zur Richtschnur nehmen, damit die Steuern nicht noch lwher und besonders auch die Gemeinden nicht mit neuen Lasten beloben würden. Die Aus» führungen des Redners fanden reichen Beifall. Die Versammlung war, wohl infolge der Heuernte, nicht so stark besucht. Es sprachen außer dem Referenten noch Bürgermeister Ranft und Rektor Angelberger von Grünberg. Deutsches Reich. Der preußische 8 an b t a g hat sich am Samstag nach einer Tätigkett von 6 Monaten, die burch l'/> Monate Ferien unterbrochen würbe, bis zum Herbst vertagt. Dem Botschafter Grafen v. Wolff-Metternich würben bie Brillanten zum Großkreuz bes Roten Ablerortxm- mit Eichenlaub verliehen. Nach ber „Breslauer Volkszeitung" bringt KarbinalKopp täglich mehrere Stunben außerhalb bes Bett« zu. Sern Kräste- zuftanb hat sich sichtlich gehoben. Der Wunbverlauf ist normal. Auf bem Parteitag der Zentrurnspartei für den RegierungSbezirkWieSbaden.der am gestrigen Sonntag bei Anwesenheit von 250 Delegierten stattfanb, verwies der Brzeprasibent beS Preußischen LonbtagS Dr. P o r s ch - Breslau auch aus bie Angriffe aufdas Zentrum, bie letzthin sogar von katholttcher Seite erfolgt seien. Er erklärte, daß bao Zentrum auf Winbhorstfchern «oben stetS geroanbell, feinen Schritt bavon abgewichen fei unb auch nicht von ihm obwcichen lverbe. Daß katholischen Zentrumsleuten Mangel an Katholizismus oben» brein von Katholiken vorgeworien werbe, sei Luge unb Ser» leumbung unb so roibetroärlig, baß man sich von bem politischen Leben abwenden mochte. ?j,3 I risch1 hallung, Dampf - Frwchtsaft^^?^ Bereit ii ist ein erquickendes Bad das Schönste und dieses erreicht man am besten und vorteilhaftesten durch die bekannten Vaillanfs Wandgasbadedfen „Geyser*4 Joh. Vaillant 6. m. b. H., Renwheid. Gas-Badeofen und automatische Heiaswaseer- apparate. - Verkauf nur durch hryatetenre. Katalog kostenlos. Ochsen. Die Ent- Dollfleischige, Hessen-Nafsau. 74.UJ-76.00 74.00—76.00 am (aut, taumelte in die Ode ® c i b e Personen wurden getötet. und zur 0'7. v31/. gesungen von Wie koche ich L Sich gehörigen ctron HO Morgen liefen Sid), Cbct und Nieder Beinngen öffentlich und ineiitbieteud versteiger Gesundheit*- PA Damenbinden jIJ 1 'Tutirnh llzxA M2ir " frühz-erb. [3877J Marburg den Chi- ü. Wald. Gr. fr. Mätz-Preis.Bei« 74.00—76.00 73.00—76.00 0 Marburg, 9. Juni. Seit heute besitzt sein erstes Denkmal ES ist der Erinnerung an rurgen und Ehrenbürger Marburgs, (MebHinrat Kaiser Franz Josef an Tisza. Ofenpcft, 9. Juni. Aus Wien erhielt Graf Tisza folgende Drahtung des Kaisers Franz Josef- „Mit tiefem Bedauern erfahre ick von dem gegen Sie gerichteten Anschlag und freue mich von Herzen, bah der Allmächtige Sie glücklich bewahrt hat." -----— Ädlcr Troacrie, Detlersw.39. Otto Schaaf Freitag, d. 14. Juni, abends 8 Uhr im grossen Saale des Gesellschaftsvereins Löwe-Abend Lieder und Balladen von Carl Löwe Tendenz: Schafe ruhig, Ueberstand. Verfügung, die die EbenderS genau kennen. Fulda, den 8. Juni 1912. Königs. Amtsgericht Abt. 2. Diehls, Untersuchungsrichter. ungefähr zwölfjähml illte sich im ZielecI anb hängenve FlodnW Baffe in der Hand -I den Hahn berührt -I ie zufällig aizweserM : Näherin. ZumSl.:ki sogen, epaßenbiinu * jen nur mibebcutetidj. . Die Augen bliebe h hat bei der Zlveiml »selb in die zlveil arifes einzureiha n die dritte Lasse cv öffentlich und metitbictetiö versteigert werden. Der An kmu ist an der Stockbrücke. Die Bcrsteigerung m der Gemarkung Ober Bcifinaen beginnt um 11 Uhr tm Lautenkot bei Abteilung Nr. 1. TTlodemenüchen- ßamituren m. «.v Jtüchenmöbel i ’ - i a*d. bewährten erstklass. L0r IffiffliL. Wächtersbacher -Q wjfX Stein gutfabrik empfiehlt preiswert Y llh in grösster, ~ " 7 ' vielseitiger Auswahl jdusstattungshaus ul. J3ach, giessen Sich, den 8. Juni 1912. Viichsen schütz. die in Betracht kommen können, festzunehmen l Nachricht hierher gelangen zu lassen. Dem Richter in Fulda stehen Personen Amtlicher Wetterbericht. Wetterausstchten tn Hessen für Dienstag, den 11. Juni 1912 Meist trüb, Gewitter und Regen, etwas kühler, windig. Adolf Müller (Bariton), Frankfurt und Ida Stammler (Mezzosopran), Giessen. Am Klavier: J. Hahn, Giessen. Numerierte Platze 3 und 2 Mk. Eintrittskarten 1 Mk. VeraiiHtaltet vorn Alldeutschen Verband. Vorverkanf: HoTbuchhandl. A. Freee. Setterawe« 70 Hengrasverfteigerung des evangelischen MarienftiftS zu Lich. Freitag, den 14. Juni 1912, vormittags 8 llbr an fangend, full das <>engras von den dem Mariensnst Sich gehörigen etwa HO Morgen Wiesen in den Gemarkungen ... — - , Qn £rt und stelle MSrNe. le.Zranlfun a.M. vi ebbst» Markiberi cht vom 10. Juni. Auftrieb 1452 Rinder, darunter Cdifen 5 8, Bullen 50, Kühe und Färsen s34, Kälber -55, Schate 164. Lchweme 2513. Lchsen langsam, bleibt Ueberstand, Kälber langlam, geräumt, Schwein« lebhast, später abflaueud. bleibt Breit für 100 tzfd. uebciu» Schlachtgewicht Bekanntmachung. Die des Mordes an dem Förster Romanns verdächtigen Zigeuner Gebrüder Ebender smd noch nicht ergriffen. Tic Belohnung von 3000 (dreitausend) Mart ist noch ausgesetzt. Alle Behörden werden ersucht, alle Zigeuner, Hotel und Kurhaus Richisau 11OOH. tt.M. Schweiz. Im herrlichen Klöntal. 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Juni Der Flieger Dubreuil stürzte mit seinem Passagier Visseur auf dem Flugplatz Bethenv aus etwa 60 Meter Höhe nieder. DaS Flugzeug zerschellte. Visseur ist tot, Dubreuil schwer verletzt. Mourmelenle-Grand,9. ^unt. Der Flieger Kümmerling, der auf einem Eindecker mit einem Passagier namens Tennet einen Flug ausführte, stürzte aus 100 Meter Höhe ab. Erdbeeren täglich frisch cintreffenb, cinpfieblt billigst W. Hankel 3730 Tel. 612 Neuen-Bäue 7. die noch nicht gezogen haben (ungejodue) Inuge flctlcbige, nicht ouSgemäsiet« und älter« oulgcinäftete........... Bullen. Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlacht,» Dollfletschige, süngere....... Färse», K n h e Dollfleischige auSgcnu Färsen höchst. Lchlachtw. Dollfleischige mtsgemästete stütze höll)sleuLchlacht- werteS bis zu 7 Fahren . . ...... wenig gut entwickelte Färsen....... ältere auSgemästete stütze........ Mäßig genährte stühe und Färsen ..... Gering genährte stütz« und Färsen ....,' Kälber. DliUlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . Schale. Stallmastschak«: Mastlämmer und jüngere 'Masthammel . . . Sch we ine. Dollfleischige Schweine von 8C—100 k? Lebendgewicht........ 59.00—60.0) Dollfleischige Schioeine unter 80 k? Lebendgewicht. ... . . . . . 57.00—59.00 Dollfleischige Schweine von 100—IBOk^ Lebendgewicht ....... 58.50—60.50 Dollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht........ 58.00—60.00 am sparsamsten? Zur Beantwortung dieser Frage veranstaltet da- utiidt. Gan- werk im großen Saale Stein'* Garten am 11. nnd 12. Joni. Je vormittag» von 11—1 Ihr und nachmittag* von 1—7 I hr ein Grosses Schaukochen mit praktischen Vorführungen im Kochen, Braten u. Backen. Der geringe Gasverbrauch kann an den ausgestellten Experimentieruhren kontrolliert werden. Braten von Geflügel, Fisch n*w. auf Grillrost. Um sich von der Vorzüglichkeit dieser Bratweise überzeugen zu können, werden Kostproben abgegeben- Mit dem Schaukochen wird unter Beteiligung Miictor-A nectnllnr.,. der hiesigen einschlägigen Geschäfte eine mU8I6fkU88l6!lUNg in Gaskoch-. Brat- und -Backapparaten verbunden. Zu diesen Vorführungen ladet ergebens! ein D*/j da« etAdt. Gau- und Wasserwerk Gießen. :bermeifter 3pud k jen von einem am. dieser ilpi ausforx Chicago verstords i - es soll fich c )anMn-i“S i Zahlen nach |CH Mit y»8" ,«SÄ mal feine «hr« « ,en war, koniM drei GeschmM * NsUlyverem >«ii, n^la njt:i Sti'tunß, 'O^eilslre^d 5 Jeslvlav wurdr a m sonntag um 10 ti.aJebe3®w len Ich neun Ma Großen.Llü. >ermania HW ü s »y ieberhieiitl mit £ Mise wurde der t- ““/Mßinbtn m Wt Frohsinn-Nied-. mit M Punkten $ü. r 3. Masse errang k vörnsheim, beni v. b. 6., den 3. Pint ■ Bei dein Ehrenvrf> lie Germania tzöchü a; : Frohsinn Mer-W.! ■ mit 115 fünften ff»! aus einem Geldbllr^ Ehrendiplom. Mill:« Ickten Ort statt, wom aschloh, das heule ituv Anzahl Kränze niedergelegl Mü dem von der Musik gespielten Choral „Nun danket alle Gott" schloß die Feier. rv. Iran kfurt a. M-, 9. Juni. -Der 19jährigc Weiß- bi ad er Josef R u p p aus Culzbach in Bayern ist heute vor- mtttafl al- Mörder des Ticnftmädchens Bester aus der NöntgSwarter Straße hier verhaftet worden Er hat bereits ein umfassendes (Geständnis abaelegt, bestreitet aber, den Borsatz gehabt zu haben, das MäDchen zu töten Das von Rupp abgelegte Geständnis hat folgenden Wortlaut: Am 9. Mai habe ich bei dem Professor als Weißbinder gearbeitet. Tort lernt« ich die Bester kennen und unterhielt mich mit ihr. Ich fragte sie, ob sie mit mir ausgehen wotte, was sie bejahte Wir verabredeten am stkichmittag des zweiten Pfingstfeiertags ein Zusammentreffen. Die Bester forderte mich auf, sie von der Mansarde abzuholen. So ging ich denn, ohne inzwischen von mir hören zu lassen, am Pfingstmontag um V$2 Uhr direkt zu ihr in die Mansarde hinauf. Ihre Tur stand auf; die Bester war an- gebogen, hatte die Halskette um und wollte sich eben ihren Vürtel zumachen. Ich ging lftnein und begrüßte sie. Sie war über mein Erscheinen sehr erfreut!inb sprach mit mir einiae Worte. Ich packle sie von vorn an die Arme und letzte Nachrichten. DerKampfumdiechristlichenGewerkschaften. :: ff ö T n , 10. Juni Die Führer von 2 .r ch r l st l i ch e n Gewerkschaften hielten eine unverbindliche Besprechung ab. Die Frage, ob wegen der bekannten Streitigkeiten ein Kongreß stattfinden soll, ist noch nicht endgültig entschieden, doch neigt man zu der Ansicht, daß der Kongreß stattfinden solle, wenn in Rom keine befrie- digende Erklärung abgegeben wird Man beabsichtigt aber keine Gegnerschaft gegen den Papst, sondern will nur Klar- heit geschaffen haben. ’n Ä . I 41;,1?*'* iVhS* nb und fc ^ SW ■le8'n Stnitlbti. ? 10 b«6 .»5 "‘«Setitt, Stef6augfj,Bf(. S®»eQ3 hn |0Aeni L^stam^ machte ihr einen unsittlichen Antrag Sie stieß mich zu- riük, sagte, das ginge nicht, und rief mir au, ich solle machen, baß ich heraus komme. Darüber geriet ich so in Wut, daß ich meinen Dolch zog. Als sie das sah, schrie sie laut auf, und ich versetzte ihr einen Stich in bett Leib. Sie schrie nochmals laut ♦««•«•«*♦» m« < Zlitlhrm L 6. Setfit. Schlosshotel Hüften. Äufentbalt für Penüonäre und Touristen bei vorzügl. Bervstegung. — Alle Zimmer mit Balkons. — Wald, Garten, Terraflen amHause. —Lrie;immer.Tel.234.«.^ut«. S14,s Sri Ltiftllschmlüri 6 •» wm z» ■ » 11 w >1 «1 trw Billa FobanuiSberg (dir. a. Damenbinden JU Ltablbr.>Korn.rhLg.aDark 1 Dutzend Pack L-tp. ün., Baik. bei 2 Pack. Ldlcr Troacrie, Fernflug Berlin —Wien. Johan niSthal, 9. Juni. Zu dem vom Reichsflugverein gemeinsam mit dem österreichischen Aeroklub veranstalteten Fern- ftug Berlin—Wien sind rin Laufe des Vormittags sechs Flieger mit je einem Passanwr gestartet. Oberleutnant Bier, der kurz nach 8 llhr von Johannisthal tveggeilogen war, ist in der Nähe von Groß-Muckrow abgestürzt. Erin Apparat wurde völlig zertrümmert. Oberleutnant Bicr und Leutnant Stessen erlitten leichte Berletzungen. Wien, 10. Juni. Hirth ist heute vormittag 6.01 Uhr Flugplatz Aspern eingetroffen und glatt gelandet. „Schütte-Lan z." Mannheim, 9. Juni. Das Luftschiff „Schütte- Lanz" stieg heute früh um 4.55 Uhr zu einer größeren Fernfahrt auf, bei der es die Städte Mainz, Wiesbaden und Darm> stadt überflog. Zwischen WormS und Nierstein sand eine Begegnung mit dem Luftschiff „Z 3" statt. Um 10 Uhr landete das Luftschiff vor der dolle und war dort in wenigen Minuten geborgen. rurgen und Ehrenbürger Marburgs, Geheimrat Professor Dr Wtlh. Roser aewidmet, der von 1850 bis zu feinem im Jahre 1888 erfolgten in scheiden hier Direktor der chirurgischen UniversucitSklmik war und als einer der bedeutendsten Gelehrten seines Faches galt. Um 12 Uhr begaben süh die Chargierten der Studentenschaft mit ihren Föhnen, der akademische Lehrkörper, die Vertreter der Stadt, der Garnison usw. unter Vorantritt der Gießener Regiments- kapelle nach dem Tenkmalsplatze. Vor dem verhüllten Denkmal hatten sich einige Nachkommen Nosers aus Wiesbaden, Hdchft, Stuttgart a O eingefunden. Begleitet von dem Gesänge des Studentengesangvereins „Friede- riciana" spielte die Musik ,,Die Himmel rülmten be§ Ewigen Ehre", worauf der Direktor der chirurgischen Klinik, Pros Dr. König, in seiner Weiherede die Verdienste Rosers um die Wissenschaft und die Menschheit schilderte. Nach, dem die Hülle gefallen war, übernahm Oberbürgermeister Troje das Denkmal namens der Stadt und bann wurde eine SesellschaftsDerein. > Zu dem am Freitag, den 14. ds. Mts., im grossen Saal stattfindenden Konzert (Löwe- Abend) stehen unseren Mitgliedern Eintrittskarten zu ermässigten Preisen (Mk. 2.25 und Mk. 1.50) beim Hausverwalter zur Verfügung. Steins Garten. Donnerstag, 13. Jnni II. Älioioeits-Konzert der KapeUe des Inf.-Regt#. -Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, unter persönlicher Leitung des Obermuaikmeisters Herrn W. Löber C*/e Operetten-Abend. Anfang 8' 4 Uhr. Bade Dupiex| Ein interessanter leliFreiciier Vorlray findet am Donncrataa, den 13. Juni, nach in 3 Uhr, im Saale des Cafe F.bel über da- Dampf-Koch-System Original „Bade Duplex“ statt. Die verschiedenen Verwendbarkeiten des 4102 Duninf-ElnkochersOilglnul .Stade Duplex* zum Frischhalten von Obst, Gemüse, Fleisch usw„ Dämpfen von Gemüse und zur FruchUaftbereitung werden praktisch vorgeführt und sachlich erläutert, so dass sich jede Hausfrau sofort ein abschliessendes Urteil über den hjhun Wert dieses Systems bilden kann. Zugleich Ausstellung sämtlicher Original .Bade Duplex"-Artikel. Um recht zahlreichen Besuch bitten Eintritt frei. Lane & Wiederstein. Berats!y )ie Waldung^ Fußbad) s>u # £5 Bis* IE S, ■** i che »IUU L tflur r S tyyh uies yagMIuM jie NßtiM HM W ^ut&iet I j -»Ak-'N Motorenfabrik Darmstadt iht GM. sfr Gas-tindBenzin- Motoren D»/e JK- Wj Sauggas- : Motoraniagen: '--Me»- Seibstlatirbare t '..i : Band-Slgee : und sank dort in hockender Stellung auf den Fußboden. Nun kniete ich mich duneben, faßte mit der linken Hand an die Wand und ,chackte" dann mit dem Messer auf fie blindlings herein Tann ging ich, ohne zu stehlen, aus der Mansarde l»craus, machte die Tür zu und wusch im Klosett die Hande und den Dolch von dem Blut Meine ttlctbcr waren fast gar nicht blutig. Darnach stürzte tch aus dem Hause und bestieg Ecke WittelSbacher Allee-Thüringer Straße einen Wagen der Straßenbahnlinie 3 und fuhr nach der Haupttvachc. Von hier aus begab ich mich nach dem Ostbahnhos, wo ich in einer Wirtschaft zu Mittag aß Abends war ich dann noch in einer Wirtschaft der Graubenstraße und ging dann um 9 Uhr nach Hause in mein Logis. eaiTUcbiffabrt. D i e Rückfahrt des „Z 3". Frankfurt a M., 9. Juni. Das Luftschiff „Z 3" ist heute früh um 4 Uhr 19 Min. zur Weit erfahrt ausgesticgen. An Bord befanden sich Graf Zeppelin und sein Nesse, ferner Dr. Eckener, Lberingenieur Dürr und die zum Smisf gehörigen Kapitäne Da- Luftschiff nahm seinen Weg von Frankfurt über Tarm- ftabt, Heidelberg, Tübingen nach Friedrichshafen. Um 9*3 Uhr trat es bei starkem Wind über Friedrichshafen ein, beschrieb mehrere große Kreise, um eine dynamische Landung zu erreichen, und landete um 10 Uhr glatt vor der Halle. Eine interessante Episode spielte sich an der Bergstraße ab, wo vorn Zeppelinschen Schiff aus da- LustsckiN „Schütte - Lanz" in der Ferne erspäht wurde. Gros Zeppelin ließ fein Luftschiff wenden, fuhr aus das Lanzsche Luftschiff zu, nnd begleitete es eine oute Streck« auf seiner Fahrt Sodann überholte der Heppelinsche Kreuzer das Lanzsche Luftschiff in rascher Fahrt und setzte die Fahrt noch Friedrich-Hasen fort. Nack Mitteilungen der Luftschisfwerft in Friedrichshafen werden sämtliche Schiffe jetzt mit Poststationen versehrii Mk. Mk. 53-80 95-104 48—52 87—95 44—47 81-87 48—62 80-86 43-47 71-80 48-51 86—91 44-47 82—84 43-46 83-88 39-43 72-80 34—38 68—76 24—30 65—67 57-60 97-10$ 54-56 92—95 41—00 86-00 der veftattungSgen offen schäft der freien Schretnervereiuiguug Gtetze» Fritz Rosenbaum Löwengaffe BO. __ Telephon 692. c ■ ' ' । i * X" • Grossen-Linden, den 8. Juni 1912. 4104 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die schönen Blumen- und Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schulte am Grabe unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N. Katharine Leun geb. Bröckel. 'VK, A'-.' $*-'*■ iU. Danksagung imfercn herzlichsten Dank. 4113 Für die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unS so schwer betroffenen Verluste sagen wir hiermit allen Im Namen der trällernden Hinterbliebenen Ludwig Dörr unh Atttchrn. Wieseck, den 10. Juni 1912. Klavier- Stimmen Reparieren Polieren C% in tadellos. Ausführani. Wilk Bndolph Großh. Hess. Hotlieferait Piano-Handlung und Reparaturwerkstitte. Seltersw.BL Femepr.SSB Ankauf von Alteisen, Lumven,ftnockcn, Papier, Kupier, Messing, Zink, Zinn, Blei bei Louis Rothenberger Neuenweg 22 11»! Mädchen könn. b. Weinzeug nahen u. Zuschncidcn erl. 04660 ftaiser-Allee 7 I. gstt^^befant sich mit der '**■ vv Gründung von Gc iellschasteu? Schristl. Angeb. u. 04798 m. Ana. n. ro. Beding. ad. WiehenerAnzeigererbet. Wohne Marktplatz. 11! Fr. Pitzer, gewerbsmänigc Stellenvermittlerin. 104871 4115] Wründl. Beaufsichtig, d. Schulart», durch in. Dame. 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X* ’m »iK Der König bei in deutscker Sprache: Ter ebenso glänzen! intet! wurde und der ai Laiserlicbe und Wniglic Ikbbait berührt, und ich ii meinem und im Nam röhne den herzlichsten 2 lieb zu vernehmen, daß r Monarch ein neues mbenden sreundscha'tlichl und Staaten, und kann dieier Beziehungen mein unvergleichliche für mein tzeer norbi' Lerleihung eines Eurer lieh des 4. Nr. 72 mit bitte Eure Majestät, den für diese sowohl für mitf hohe Vu^citfmmig eich, batten ine &üte, mich ;’ton, mit bei ’&utfäl mjen Kräfte gewidmet hc folgt hat, welchen Bulga, ntng erreichte. Schund v Wflen und dantte d LMri? ?^imentsch b-t^llo ^ntae"be„X y®>« gaben aV*' da LpJJS hlnaus. Ej. '5-4 .nUu^" '^Üh stückst^ ( I(t Rliltr mit |ei. lu®ränau, 6 "> bunt*10 “nbfiäh,, 9e' Lv MUg- ir s,n “»b traf nb<” ? $=tb bef "fr ,gegi ö »n L'--h "'"i'iben 4.5hr. i II?' >1 :5a«btia" ; des u/'«leitete • s;h ct8kbh3tlf>üneh Ule: uenti|d Grossen-Linden, am 9. Juni 1912. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr statt. 4119 Todes-Anzeige. Heute morgen 8 Uhr verschied sanft unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Schwägerin, Tante, Grossmutter und Urgrossmutter Witwe Maria Leun geb. Wenzel im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. filfoinrinhfpr Mädck.,d. koch.k.lg.Z.1, s. St. z i.^uh, einig. Mädch suchen Tüchtige Steiurichter u.Zu- Stellung für sofort u. spät. ichläger bei gutem Verdienst (4097 sofort gesucht. Herrn Julius Wörner Tüchtige Beiköchin zu verkaufen. 4077 ^r. Schreiner, SellerSw. 73. | 7 Zimmer““ 26901 Sclterowca 24. 4088 sofort gesucht. zu vermieten. 4054 Zlrosdorser Strane 5» I. Seltcröweg 35, 30431 B. Bicrau 411 BuNaltwerk Junker, Homberg, Oberhessen. Von dem oberen Stock mein. Hauses sind 3Zimmer, Küche und Zubehör p. 1. Mm anderweitig zu vermieten. Ein konwl- silberplatt. Selet- Kummetgcschirr, wenig ge braucht, 1 foinpl. gebr. 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