Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten- 6. Eine ausländische (rifiiibung. 0 turne erhaltene Bildhauerarbciten besitzen so viel Feinheit und Reiz, aber man kann weder diese Figur benennen noch ihren Schöpfer erraten. Man sieht aus diesen kurzen Hinweisen, daß die französischen Ausgrabungen in Tcgea ein ganz eigenes Stück antiker Welt und Kunst zutage gefördert haben, das von hohem Interesse ist. Tie „Morgenpost" meldet aus Paris: Das „Paris Journal" veröffentlicht die ausführliche Inhaltsangabe eines angeblich von Kaiser Wilhelm verfaßten, am Potsdamer Königlichen Theater in Vorbereitung befindlichen Theaterstückes „Die Familie". Der Dreiakter soll für die väterliche Autorität in der Familie eintreten, eine Theorie der europäischen Politik sowie die Empfehlung des Schiedsgcrichtsgedankens enthalten und dem sozialen Frieden innerhalb eines Volkes, das auf gegenseitige und gerechte Konzessionen und auf Vaterlandsliebe zurücksehen müsse, das Wort reden. Tie „Morgenpost" überschreibt ihren Artikel „Aprilscherz oder Mystifikation", meint aber am Schluß, daß Ausländer, vielfach über das Denken und Handeln des Kaisers besser in/ formiert gewesen sind als seine eigenen Landsleute. Wir hoffen, daß der Unsinn des auswärtigen Blattes von Berlin aus bald kräftig zurückgewiefen wird! . Arbeiterbewegung. Der beendete Bergarbeiterausstand in England. Nach den Londoner Zeitungen wird es iroch einige Wochen dauern, bis der Betrieb in den Kohlengruben wieder in vollem Gange ist. ^Lin Paar Gruben werden vielleicht geschlossen bleiben: andere Gruben sind durch den Ausstand so in Unordnung geraten, daß man etwa eine Woche brauchen wird, die Wege wieder frei’ zumachen und die Auszimmerung zu erneuern. Ueberall sind beim Wiederbeginn der Arbeit besondere Vorkehrungen gegen Unfälle nötig. Es ist auch nicht zu erwarten, daß nach dem langen Streik die Bergleute schon in der ersten Woche ihre volle Leistungsfähigkeit besitzen werden. Ter größte Teil der pflichtgeförderten Kohle geht an die Eisenbahnen, die allmählich den vollen Betrieb wieder aufnehmen. Ende dieser Woche werden voraussichtlich auch verschiedene Industrien in den Stand gesetzt sein, den Betrieb wieder aufzunchmen. vom italienilch-tsiriischen Kriegsschauplatz. Neue Kämpfe bei Tobruk. Tobruk, 9. April. Agcnzia Slefani.) In der Nacht vom zum 7. April griffen etwa 100 Feinde das neue' Der Kaifer in Korfu. Achilleion, 9. April. Ter Kaiser hörte heute vormittag die Vorträge der Chefs des Zivil-, Militär- und Marinekabinetts. Der „Berliner Lokalanz." meldet aus Mailand: Mit dem Postdampfer von Korfu ist nach dem „Corriere de la Serra" in Brindisi ein K a i s e r l i ch e r K u r i e r mit einem Hands chreibenKaiser Wilhelms anden König Viktor Emanuel eingetroffen. Ein Königlicher Kurier hat darauf das Schreiben nach Rom überbracht. Fort an: sie wurden durch Gewehrfeuer und Maschinengewehre zurückgeschlagen. Gegen 21/* Uhr nachmittags wurden von dem Fort sechs Kilometer entfernt Bewegungen feindlicher Truppen vom Sübosten nach dem Norden beobachtet. Abends um 7 Uhr wurden Gewehrschüsse aus dieser Richtung abgegeben. Um IOV2 Uhr abends eröffnete der Feind ein lebhaftes Gewehrfeuer. Die Italiener erwiderten das Gewehrfeuer mir der Feldartillerie. Bald zog sich der Feind infolge seiner Verluste zurück. Tie Italiener hatten feine Verwundete. Die Agenzia Stefans meldet aus K 0 n st a n t i ir 0 p e l: Tas Kriegsminiflenum veröffentlicht Telegramme, in denen behauptet wird, daß es sich bei flemcren Gefechten am 31. März und 1. April um türkische Siege handelt. Es wird ferner behauptet, daß die Türlen am 4. April die italienischen Laufgräben um Tobruk besetzten und dabei fünfzig Italiener töteten. Tie Nacl>- richten entbehren jeder Begründung. Am 30. März und 1. April fanden tatsächlich um Tobruk Kämpfe statt, bei denen die Italiener bei den ersten Gefechten Leine Verluste hatten, während bei letzterem ein Soldat leicht verwundet wurde. Am 4. April fand überhaupt lein Zusammenstoß statt, dagegen wurden bei allen Gefechten, besonders am 29. März, 31. März, 1. April, 2. April und 6. April, die türkisch-arabischen Truppen unter bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen. Wechsel im Oberkommando der italienischen Flotte. Nom, 9. April. Admiral Farnvelli, Oberbefehlshaber der Flotte, ist auf sein Gesuch hin aus Gesundheitsrücksichten von feinem P 0 sten enthoben worden. Admiral V i a l e, Kommandant des zweiten Geschwaders, wurde zum Oberbefehlshaber der Flotte, Admiral d' A st e Stella zum Kommandanten des zweiten Geschwaders ernannt. Unzufriedenheit bei den italienischen Truppen? M a i l a n d, 9. April. Der „Aventi" meldet aus Tripolis, daß sich die Unzufriedenheit der italienischen Truppen über die Dauer des Striegel laut äußert. Die Offiziere drückten beide Augen zu, da sie den Seelenzustand der Soldaten wohl begriffen. Dasselbe Blatt meldet aus Piacenzi, daß einberufene Reservisten des Jahrganges 1889 eine kriegs- feindliche Kundgebung veranfialtet hätten. In Novara wurde eine sozialdemokratische Versammlung wegen heftiger Angriffe des Abgeordneten Camapanozzi gegen die Regierung polizeilich aufgelöst. Die Italiener am Roten Meer. Anteil der Einnahmen, daß die Kapitalbildung zurückbleibt. Tas ist eine Erscheinung, die, wenn sie durch den Fortgang der Tinge bestätigt wird, keinen befriedigenden Ausblick in die Zukunft gewährt und allen volkswirtschaftlich einsichtigen Kreisen Deo- anlassung dazu bieten muß, die Erhaltung der erttagswirtschaft- lichen Kräfte in unserem Wirtschaftsleben stärker wie seither zu betonen." Die Mainzer Handelskammer macht also auch die Lasten unserer Sozialpolitik für die Lage unseres Geldmarktes verantwortlich. Die anderthalb Millionen Mark täglich, die uns unsere staatliche Sozialpolitik kostet, sind natürlich für den Geldmarkt und die Kapitalbildung verloren. Es wird notwendig fein, auf Ersatz dafür zu denken, wenn die Leistungsfähigkeit unseres Geldmarktes sich rasch verbessern fort. in Buenos Aires Halt machen. Tort wohnt sein reicher Gönner Ton Pedro Chriftoffersen, dessen Hilfe ihm bekanntlich erst seine Fahrt zum Südpole ernwglicht hat: ihm gebenft Amundsen einen Besuch abzustatten, und in Buenos Aires will er das Buch über seine Reise niederschreiben. Ueber dies Buch sind inzwischen durch Vermittelung von Amundsens Bruder bereits jetzt die geschäftlichen Llbmachungen getroffen worden. Ten Verlag des Werkes hat für Norwegen das Haus Tybwad, für Dänemark! der bekannte Gyldendalsche Verlag in Kopenhagen übernommen. Es verlautet, daß Amundsen das größte Honorar erhält, das bisher noch jemals für ein Buch in Skandinavien einem Verfasser gezahlt worden ist. Mit welchen ausländischen Verlegern Amundsen abzuschließen gedenkt, ist noch nicht bekannt geworden. — Ein Schutzzoll auf moderne Kun st. Ter kürzlich dem australischen Parlament vorgelegte Entwurf eines neuen Zolltarifs enthält eine Bestimmung, die in ihrer Art bisher wohl ein Unikum darstellt: Australien will künftig auf alle m 0 • bernen Oelgemälbe unb Aquarelle, also auch auf bie Werke lebender Künstler einen Zoll in ber Hohe von 25 Proz. bes Wertes erheben. Ausgenommen sollen nur bie Schöpfungen australischer Künstler ober Kunstschüler sein. Man nimmt an, baß diese ungewöhnliche Bestimmung auf Betreiben einiger australischer Maler ausgenommen wurde: die einheimischen Künstler hoffen wahrscheinlich, durch diesen schweren Schutzzoll die Einfuhr ausländischer Kunst zu unterbinben unb bie australischen Sammler unb Kunstfreunde damit zu zwingen, bie Schöpfungen moberner australischer Maler für ihre Sammlungen zu erwerben. Tie Bestimmung hat jeboch bei ben Kunstinteressenten unb bei den schriftstellern lebhaften Protest hervorgerufen. Tiefe Bestimmung deS neuen Zolltarifs unterstützt nur die Halbkönner und die Leuic von schlechtem Geschmack, die auf diesem Wege bie Absatzmöglichkeiten minderwertiger Produkte steigern möchten." — TerEntwurs der Thronentsagungsakte Napoleons ist in Tiflis von dem Bibliophilen Korganow im Familienarchiv Astafjew ausgesunden worden. Tas Schriftstück trägt den Vermerk des Generaladjutanlen Astafjew aus dem Jahr 1840, die Echtheit des Dokuments bestätigend. — Kurze 'ji a ch r 1 cy t e n aus Kunst und W i i 1 e n - schäft. Ter deutsche Verein für Knabenhandarbeit und Werkunterricht hält vom 10. bis 12. Mai d. I. seinen 21. Kongreß zu Charlottenburg ab. Mit dem Kongreß werden zwei reichhaltige Ausstellungen verbunden fein. Ueber die Lage der Italiener an ben Küsten,ttichen des Roten Meeres ist folgender Bericht aus Sanaa eingetroffen: Vollkommene Ruhe^ herrscht im Gebirgslande der Provinz Jemen. Der Verräter Seid I d r i s, der aus dem italienisch-türkischen Kriege Vorteil zu ziehen sucht, hat von neuem die Waffen gegen die türkische Herrschaft erhoben unb versucht die Verbindung zwisck-en Jbha und der Küste abzuschneiden. Die Armeeabteilung des Generals Mehmed Ali Pascha hat die Parteigänger des Seid Jbris angegriffen und die Gegend von Mihai besetzt. Einige Hk. Hygiene-Museum in Dresden. Tie „Münch. Med. Wochenschr." meldet: Ter Präsident der Internationalen Hygiene-Ausstellung, Exz. Lingner, hat dem Rate und den Stadtverordneten von Dresden soeben eine Denkschrift überreicht, worin er die Errichtung eines nationalen Hygiene-Museums empfiehlt. Er selbst stellt diesem die drei Hallen von der Hygiene- Ausstellung „Ter Mensch", die historische und die ethnographische Abteilung zur Verfügung, außerdem den Ueberschuß der Ausstellung in Höhe von 1 Million Mark. Tas Museum soll zu einer Art Akademie für jedermann ausgebaut werden. Ter Bau des Museums soll etwa 3 600 000 Mark kästen. Tie jährliche Unterhaltung wird auf 270 000 Mark geschätzt. Lingner schlägt vor, daß bie Stabt Tresben ben Bauplatz umsonst unb außerbem jährlich 150 000 Mark zu ben laufenben Kosten hergibt. 80 000 Mk. sollen aus eigenen Einnahmen gedeckt werben, währenb ber Rest von 40 000 Mark vom Reiche erbeten werben wirb. Tie sächsische Regierung soll zu ben Baukosten 2 600 000 Mark beitragen. Nach der Genehmigung dieses Entwurfes durch die Stadtverordneten, an der nicht zu zweifeln ist, soll dem sächsischen Landtag eine entsprechende Vorlage gemacht werden. — ZweineuentdeckteBildnissevonFranzHalS sind, wie dem New Bork Herald aus Amerika telegraphiert wird, in Neuy 0 rk von dem bekannten canadischen Kunstsammler Sir William Van Home angekauft worden und sollen in den nächsten Tagen die Reise nach Canada antreten. Ter Verkauf erfolgte durch ben Ncuyorker Kunsthändler Van Slochem. Tie beiden Werke sind Bildnisse: das eines Mannes unb einer Frau. Sie würben im Jahre 1637 von bem Künstler geschaffen. Nähere Einzelheiten über bie beiben kostbaren Stücke unb ihre Hev- kunft sinb bis jetzt nicht zu erlangen gewesen. kf. Amundsens Pläne. Aus Christiania kommen jetzt nähere Nachrichten über bie Pläne, bie Amunbsen für bie nächste Zukunft geiüBt hat. Im Herbste biefes Jahres wirb er seinen ersten Vortrag in Europa halten, unb zwar vor der norwegischen geographischen Geielischast in Christiania. Daran schließt sich eine Vortragsreise, bie sich voraussichtlich auch auf England erstrecken wird. Auf ber Reise nach Christiania wird Amunbsen Die französischen Ausgrabungen in Tegea. Während die Leistungen, die der französischen Schule von Athen in Telphi unb in Telos geglückt sind, als weltbekannt bezeichnet werden dürfen, weiß man von den französischen Aus- kfrabungen in Tegea in weiteren Kreisen äußerst wenig, obwohl sie, menii auch mit Unterbrechungen, bereits seit über 20 Jahren betrieben worden sind und obwohl sie daS Bild eines der bo- ruhmtesten griechischen Künstler, des Skopas, in ein neues 2'äst gestellt haben. Tegea war neben Mantinea die hervorragendste Stadt Arkadiens, ein blühendes Gemeiiuvesen, bas durch seine Kunstbenkmäler, berühmt war. Pausanias, der griechische Bädeker ans dem zweiten xsabrbunbert n. Chr., weiß von Tegea gar viel zu erzählen und zu beschreiben, aber den Ruhm der Stadt bildete der Tempel der Athena Alea, mit dem kein geringerer Name verknüpft war,^a!s eben der des Skopas. Die Hauptpunkte der Stadtanlage von 4.egea wurden schon 1888/89 festgelegt, die Ausgrabung des ge- nannten Athenatenwels aber konnte wegen des Widerstandes der verblendeten Bevölkerung nur sehr langsam statlsinden. Heute kennt man indes, wie Charles Tugas in einem diesen Ausgrabungen gewidmeten Aufsätze im „Journal des Tebats" darlegt, sowohl die Ausdehnung, wie die Formen und die Ausschmückung dieses berühmten antiken Bauwerkes wenigstens in der Hauptsache mit r Klarheit. Tie Tempelanlage war alt, wurde aber wiederholt, unb immer großer unb glänzender, erneuert und zu- Icpt nach einem Brande im 4. Jahrhundert wieder aufgebaut; und damals eben war es Skopas, ber nach ber bestimmten Mitteilung des Pausanias ben Bau leitete. Skopas hat sich in bem reichen Giebel schmuck bes Tempels aber auch als Bildhauer betätigt unb bie Funde, die in dem Museum von Piali vereinigt sind, geben eine vorzügliche und einzige Anschauung von den Leistungen der S k 0 p a s - S ch u l e, die hier gewirkt *)ar- Es Üiiden sich da merkwürdige und bedeutende Kopfe, deren Blicke voll Leidenschaft, Schmerz und himmelweit entfernt sind, 5. B. von den ruhigen, tieferen Seelenbewegungen fremden Athleten der Polyklet. Von den beiden großen Giebelreliefs, die den Kampf des Telephos mit Achill und die Jagd auf den kalydonifchen Eber darstellten unb bie zusammen etwa 30 große Gestalt:n gezeigt haben bürsten, ist eine Fülle von Bruchstücken erhalten. xa£ Glanzstück des Museums aber bilbet ein Frauenkopf aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts, in dessen Ausdruck fich die Ruhe des Phidias-Stlles mit dem träumerischen öuge des Praxiteles zu vereinen scheint. Wenige aus dem AlterSache^ gemacht hatten, wurden gezüchtigt. Außerdem hat auch seinerseits ber Gouverneur unb Kommandant von Jbha, Suleiman Pascha, einen Vorstoß gegen Seid JbriS unternommen. Man nimmt an, daß ihm bereits bie Herstellung ber Verbindung mit der Kolonne des General Mehmed Ali Pasckw gelungen ist. Seid Sabris wird von den Italienern unterstützt. Diese haben ihm vier Geschütze und mehrere Kisten mit Waffen und Munition zu kommen lassen; diese Kriegsmaterialien wurden bei Tschisan gelandet. Die Kasten waren in grünem Stofs eingepackt. Um die Beduinen dazu zu bewegen, diese grünen Kisten landeinwärts zu schaffen, hat Seid Jdris ihnen erklärt, daß sie nur Geschenke des Oberhauptes der Senussi enthielten. Seid Jdris hat dadurch, daß er gemeinsame Sache mit den Italienern gemacht hat, sich die Verachtung der gläubigen Araber, bie bem Kalifat anhängen, zugezogen unb wirb bnfür schwer gestraft werben. Die Blockabe von Hvbeiba durch bie Italiener kann irgend ein erkennbares Resultat nicht zeitigen. Die Bevölkerung Jemens, an bie verschiebensten Küstensperrnngen gewöhnt, besitzt ansreichenbe Lebensmittel in großen Speichern, unb außerdem ist bie wichtige Stabt Taas bauernb in Verbindung mit Aden auf dem alten großen Karawanenwege. Die Italiener haben an ber gegenüberliegenden Küste unter den Stämmen der Erythrea versucht, drei bis vier Bataillone auszuheben, um sie nach Tripolis zu schicken. Dabei hat sich eine größere Zahl Araber empört unb hat einige Offiziere unb Mannschaften, bie mit der Aushebung betraut waren, getötet. Die £eiftungsfäl?ig!eit Oes deutschen ©elömarttes. Die gespannte internationale Lage des letzten Sommers hat überall das Thema unserer finanziellen Rüstung zur öffentlichen Besprechung gestellt. Auf ihre mangelnde Ausstattung mit Goldmitteln ist seit Jahren schon von Finanz- und Währungspolitikern mit Besorgnis immer wieder ausmcrksam gemacht tvorden. Die Kriegsgefahr des letzten Sommers hat dann durch die Zurückziehung englischer und besonders französischer Guthaben, durch ein Anrennen des Publikums auf heimische Banken und Sparkassen die Leistungsfähigkeit des deutschen Geldmarktes auf eine Probe gestellt. Unser Geldmarkt hat diese Probe bestanden, aber es ist eben auch noch nicht zum Kriege gekommen. Was eingetreten wäre, wenn die Mobilmachung angeordnet worden wäre oder gar die Franzosen mit ihrem altgewohnten Brausemut zuerst die Vogesen über» schritten hätten, läßt sich heute nicht sagen. Aber ernstliche, wenn auch wahrscheinlich rasch vorübergehende Störungen unseres Geldmarktes wären unausbleiblich gewesen. Tie Zeichnungen auf die Kriegsanleihe wären ohne Zweifel mit einem raschen Steigen des Zinsfußes und einer fühlbaren Knappheit an Barmitteln Hand in Hand gegangen. Die Sorge für eine fortschreitend bessere Ausstattung unseres Geldmarktes wird deshalb mit der für eine den seindlichen Nachbarn Schritt haltende Vermehrung von Flotte und Landheer sich vereinen müssen. Die Goldbestände der Reichsbank und die Metalldeckung des Notenumlaufs sind trotz gesteigerter Ansprüche größer geworden, auf die Einfuhr von Gold wird wieder erhebliches Gewicht gelegt, die Diskontpolitik der Reichsbank ist ruhig und verständig geworden, und allmählich wird es auch gelingen, den Zahlungsverkehr durch Giro, Scheck und Ucbcrweisung von der übergroßen Inanspruchnahme des Goldes zu befreien. Fortschritte sind in diesen Richtungen schon recht erheblich gemacht. Aber die Zweifel an der unbedingten Zuverlässigkeit unseres Geldmarktes in ganz ernsten politifchen Situationen wollen nicht schwinden. So läßt die Mainzer Handelskammer in ihrem soeben erschienenen Jahresbericht mit solyenden beachtenswerten Mahnungen über die Notwendigkeit verstärkter K a p N a l b i l d u n g sich vernehmen. Es heißt da: „Trotz alledcrn kann man bei ber bauernben Anspannung des GelbrnarkieS unb den im Vergleich zu Englaiid unb Frankreich hohen Diskontsätzen, bie den Kredit erheblich erschweren, sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Zunahme des Kapitals bet uns nicht solche Fortschritte macht, wie es im Interesse des gesamten Wirtschaftslebens, namentlich des Gedeihens der mittleren und kleineren Geschäfte zu wünschen wäre. Tie Ursache hierfür dürfte Darin liegen, daß man der an sich erfreulichen Zunahme des Verbrauchs die Spartätigkeit nicht gleichen Schritt gehalten hat und daß andererseits zu dem Aufschwung in der Gütererzeugung der Ertrag in grobem Umsange — die guten Abschlüsse einzelner großer Werke dürfen darüber nicht täuschen — nicht in richtigem Verhältnis steht. Wenn von sachverständiger Seite das jetzige Volksvev- mogen in Deutschland auf 420 Milliarden Mark geschätzt wird und hiernach auf den Kops der Bevölkerung 6500 Mark entfallen, so ergibt sich, daß in jebem Jahr 6500 Mark X 850 000 (68 cf völkerungSzuwachS), das sind 5*2 Milliarden, neu gespart werben müssen, damit nur ber Vermögensstanb beS ganzen Volkes sich nicht verschlechtert. ES erscheint mehr wie zweifelhaft, ob bieses alljährliche Ziel erreicht wird. Tie Hauptquelle ber Kapitalneubildung, der Ueberschuß produktiver Handels- und Industrie- Unternehmungen, bet' zum überwiegenden Teil sofort wieder pro- Nr. 84 Erstes Blatt t. 162. Jahrgang "Attwoch, 10. April 191? Der Eichener Anzeiger JMV A Ä Bezugspreis: erscheint täglich, außer ▼ ■ ▼ monatlich75'131.,viertel- SM. Alt Alt Ai* llttiAtAAt* S-KL monat. £anb: W ■ ■ D B B M- au§ wirtschaftliche Seiffragen ” ■ M * " Cheirebaktenr-A Goetz. Fernsprech-Anschlüße: K Verantwortlich für den sür die Redaktion 112 NN politischen Teil: August HSS? General-Anzeiger sur Gderhefsen äs« stlr"die'^Tagesnum!ner Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lan^^ELeßEmrden bis vomuttag‘3 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 162. Anzeigenteil: H." Beck'. duktiv angelegt wird, ist starken Hemmungen unterworfen. Tie Löhne, ofienllichen Lasten, Versicherungsbeiträge usw., bie selbst Sur Kapitalbilbung kaum beitragen, da sie zum weit übertoiegenben -teil in Verbrauch umgesetzt werden, absorbieren einen so großen Stämme ber dortigen Gegenb, bie mit Selb Jbris gemeinsame beabsichtigt. KreiS Schotten. Stürme und Schnee. Ein (tarier Wettersturz ist in den letzten Tagen in fast ganz Europa euigetreten und vielfach ist die Baumblüte, die zu so großen Hosiuungen berechtigte, sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. In Gießen schneite es gestern mehrfach recht tüchtig und in der Nacht sank das Thermometer auf + 1,7°. Aus dem Hoherodskops sank die Temperatur gar auf 7 Grad Kalte, und der Schnee ist 5 Zentimeter hoch gefallen. Auch im Taunus, in der Rheinebene, im Hunsrück usw. ist ein empfindlicher Äälto- rückfall eingelvuen, der fast in ganz Europa von heftigen Stürmen begleitet ist. L i e Stürme der lenten Tage richteten in den Waldungen des Riesen- und Jsargebirges großen Schaden an. Biele Zehntausende Festmeter Hochwald sind niedergebrochen. W'.e aus Göllesberg gemeldet wird, haben die furchtbaren, zuweilen orkanartigen stürme im ganzen Waldenburger Berglande ungeheuren Schaden oecuriacht. Am Samstag und Sonntag (ßericbttfaaL ♦♦ Strafkammer. Von den Rechtsanwälten Justizrat Grünewald uuo 'Sa>neiuc r luuo uhj geichcieoen: Zn der Privatklagesache Sp. gegen Weidenmann bitten wir den Gerichtsbericht in Nr. 82 dahin zu berichtigen, daß es sich in der Verhandlung kelneswegs herauSgestellt hat, daß das Wort „Blausäure" nur infolge eines Druckfehlers in den Artikel des Klägers gelangt i|t. XleyUrer i)a. OiCy auerci..^ uci>auLput, aber femerlei Beweis für seine Behauptung erbracht. Tas Urteil hat die Frage oben gelassen, ob ein Truafehler vorliegt oder nicht. O Laubach, 9. April. Der Vorsteher deS hiesigen Knaben-Alumnats, Dr. Burkarts, verlaßt nach zwei- jähriger Tätigkeit tue Anstalt, um sich m Bonn der akademischen Lausvahn zu widmen. An seine Stelle wurde ReligionSlehrer Mittel auS Hannover berufen. — Im Gasthaus ,zum LchügenhosE sand heute nachmittag die Wahl deS Ausschuß- Hauptmannes statt. Als solcher ging Metzgeimetster H. Hügy aus der Wahl hervor. der Anschuldigungen oes Aog. il e o c t, die er gegen einen großen Teil der hessischen Lehrerschaft in der 2. Kammer vorgebracht hat, zurückgewiesen und den Abgeordneten, die für die Lehrerschaft eingetreten sind, Tank entgegengebracht wurde. Tie Entscheidung der Regierung in der Sache Waldbauernbub-Offenbach wurde hutgeheißen, da öie enogüitiae Entscheidung über die Arn und Abschaffung von Büchern für die Schülerbibliotheken m den Händen des Schulvorstandes bleibt. Bei der Borstandswah». wird der Obmann Huff-Darmstadt wiedergewählt. Als stellv. Obmann wurde für den freiwillig zurückgetretenen Hauptlehrer Kahlick-Tarmstadt Landtagsabgeordneter Bach-Mainz cinftim»; mig durch Zuruf gewählt. Zu Schriftführern wurden Lutz und Loos-Darmstadt, zu Beisitzern Moll-Selzer, Joest- Offenbach, Wagner- Großen-Buseck, Lang- Beerfelden, L i n ck - Rudingsham und K o a>-^riedverg bestimmt. Zur Gründung einer Lehrerkrankenkasse wurde ein Ausschuß gewählt. Zum Schluß wurde über die Stellungnahme des Vereins zu der Regierungs - Besoldungsvorlage verhandelt. Landtagsabgeordneter Bach und Obmann Huss suchten nachzuweisen, daß die Vorlage in keiner Weise den Hoffnungen der Lehrerschaft entspreche und den berechtigten Forderungen eines feit Jahren zurückgesetzten ganzen Standes durchaus nicht Rechnung trage. , Von einer Gleichstellung der Bolksschullehrer mit den mittleren Beamten sei in der neuen Vorlage nichts zu merken, und der Unterschied in der Bezahlung der beiden Gruppen werde noch erheblich vergrößert. Nach mehrstündiger Aussprache, an der auch Land- tagsabgeordneter Köret t - K^nigsluvien fiu) beteiligte, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, wonach von der Regierung zunächst eine Gehaltserhöhung von 15 Pro-, (gleich der der Beamten einschl. Dienstwohnung) verlangt, die teilweise Abwalzung der Kosten auf die Gemeinden entschieden verurteilt und grundsätzlich die gleiche Bezahlung mit den mittleren Beamten gefordert werden soll, ^e Regelung der Witwen- und Waisenversorgung nach I Art der übrigen »taaiebcamien wiro Danu-ar begrüßt. Hessen-Nassau. Q Cappel, 9. April. In Anwesenheit von etwa 200 Ver- I tretern tagte heute hier im Restaurant Carle unter dem Vorsitze des Kreisbrandmeisters Heuser aus Marburg der 14. Ber- I treter tag des Kreisfeuerwehr-Verbandes Mar- Iburg. Dem Verbände gehören jetzt von 90 im Kreise vorhandenen I Feuerwehren 87 an. Die Hessische Brandkasse hat im letzten Jahre zu vier Wasserleitungen und zwei Spritzen Beiträge geleistet. Tas I Normalkuppelstück ist jetzt bei sämtlichen Kreisieuerwehren zur I Einführung gelangt. Als Ort des nächsten Vertretertags wurde I G o ß f e l d e n bestimmt. ______________ _______ s Daß sich die Gebrüder Ebender in der hiesigen Gegend aufhalten, wurde der Polizei von einem in Fulda in Untersuchungshaft befindlichen Genossen der Ebender verraten. Danach hat sich der eine Ebender geäußert, daß er die Osterfeiertage in Mudersbach verbringen wolle. Die Gendarmerie erhielt Auftrag, ihn dort festzunehmen. Da die Ebender inzwischen am vergangenen Mittwoch in Salzböden gesehen wurden — der eine soll Frauenkleider getragen haben — verfolgte der mit der Leitung der Nach- lorschungen beauftragte Gendarmerie-Wachtmeister von Wißmar die beiden und war immer etwa eine Stunde hinter ihnen her. Wenn man dem Rate dieses Beamten gefolgt wäre und hätte mit der Durchsuchung des verdächtigen Hauses in Mudersbach bis zu den Feiertagen gewartet, so wäre die ganze Bande wohl der Sicherhetts- vehbrde aus einmal in die Hände gefallen. Statt dessen wurde auf Anordnung eines Wetzlarer Beamten schon am letzten Mittwoch die Durchsuchung vorgenommen. Man fand auch etwa 20 Zigeuner, darunter einen wegen Pferdedieb- stahls Verfolgten, aber die Ebender waren zufällig gerade nicht da. Kreis Friedberg. L. Ba?k-Nauheim, 8. April. Zurzeit befinden sich hier über 900 Kurfremde, wozu noch die Insassen des Konitzty- stilles und die Militärgäste aus dem Militärkurhauie kommen. ' = Bad-Nauheim, 9. April. Johannes T h et 8 aus Elpenrod wurde zum Oberaufseher und Verwalter tm Kurhaus von Bad-Nauheim ernannt. , . . = Steinfurth, 9. April. In diesen Wochen sand in unserer schön renovierten Kirche die Aufstellung der neuen Orgel statt, die die Firma Förster und Nikolaus in Lid) geliefert hat. Da ein Artikel, der unter „selbstspielende Orgel durch verschiedene Blätter die Runde machte, mancherorts Aufmerksamkeit erregt hat, so sei über Art und Zweck die,er Vorrichtung einiges gesagt. Von ersten Fachleuten der rllrAn- musik gutgeheißen und empfohlen, wurde sie, zumal fie styon in einigen Gemeinden Hessens Eingang gefunden hat, unter verhältnismäßig geringen Kosten in das Orgelwerk eingebaut und läßt auch den Unkundigen ahnen, welche Fortschritte die Technik deS Orgelbaues in letzter Zeit gemacht hat. Freilich mutz man der vielleicht von mancher Seite gehegten Auffassung entgegen» treten, als solle und könne sie den Organisten auf Die Dauer Überflüssig machen. Wer die Einrichtung kennt, weiß, datz es nicht so ist, daß nun gleich jeder spielen kann, sondern daß die ; Handhabung doch schon ziemlich Aufmerksamkeit und Verständnis erfordert. Aber dann ist auch freilich der Organist instand gelebt, völlig die Führung des Spiels zu behalten, es durch einfache Hebelgriffe schneller oder langsamer gehen zu lafien und ihm unter Benutzung der automatischen Umschaltungen durch einfaches Drücken auf einen Knopf jede Stärke und Klangfarbe zu geben. Tie Vorrichtung kann unter Umständen dem Organisten die technischen Schwierigkeiten abnehmen, kann seine Leistungsiähig- keit in einer Weise steigern, daß er jederzeit imstande ist, ohne besondere Vorbereitung bei einem Festgottesdienst als Präludium eine Fuge von Bach usw. zu spielen. Tann aber ist durch die Vorrichtung der Fall vorgesehen, daß die Ausbildung der Organisten in unserem Hesfenlande nicht mehr in der alten sorgsältigen Weste geschieht wie bisher. Kommt doch schon heute auf den Seminaren die Leistung in Musik für die Gesamtnote nicht mehr in Betracht. Ta kann es dann zuweilen als angenehm empfunden werden, wenn bei einer etwaigen Verhinderung des Organisten eine Vertretung sich schon leichter ermöglichen läßt, wenn es sich selbstverständlich immer nur um eine Aushilfe handeln kann. Freilich die Registrierung, d. h. wie oben gesagt, dem Spiel die rechte Stärke und Klangfarbe zu geben, das Spiel dem Gc- meinbegefang anzupassen, mit anderen Worten,,dem mechanstcheii I Spiele Seele zu geben und es lebensvoll zu. gestalten, wird dabei I immer die vornehme Ausgabe des Organisten bleiben. Starkenburg unb Rhein liessen. (rm) Darmstadt, 9. April. Drei Darmstädter Touristen, darunter ein russischer Student, sowie zwei Angestellte sind am ersten Osterseiertag von dem Falken- schrofsen bei Achern im Schwarzwald abgestürzt. Die drei Touristen sind der Diplom-Jnaenieur Karl Osse, der Bauführer Ferd. Schütz und der Kaufmann Karl Mittler. Die beiden Erstgenannten, die nur leicht verletzt sind, sind bereits hierher zurückgelehrt. Ter 20-jährige aus Augsburg gebürtige Mittler nmrde schwer verletzt in das Offenburger Krankenhaus gebracht und dort operiert. Die Operation ist glücklich verlaufen und es besteht Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. m. Mainz, 9. April. Heute sand im ©tabtgarten die iVertreterversammlung des Hessischen Landes- Lehrervereins statt. Im Anschluß an den Tätigkeitsbericht I des Vereins fand eine Entschließung einstimmige Annahme, in im unklaren. w . Mudersbach ist überhaupt ein Hauptstutzpunkt der Bande, die anscheinend in enger Verbindung mit einer dort wohnenden Korbflechter-Familie steht, die nicht besonders beleumundet ist. Die Bettelzüge der wandernden Gesellen gehen in der Regel so vor sich, daß ein Paar sich einem Dors nähert. Wenn die Luft rein ist, geht die Frau in das Dors und bittet in den Häusern hauptsächlich um Lebensmittel. Der Mann bleibt in der Nähe im Wald und wartet auf den Ausgang der Bettelsahrt. Das geschieht offenbar, um sich .noch zurückziehen zu tonnen, wenn die Bettelnde aus irgend einem Grunde festgehalten wird. Auf diese Gewohnheit baute sich der Plan aus, der zur Verhaftung des zweiten .Mitgliedes der Zigeunerbande und der dazu gehörigen Frau führte. Die in dem Bezirk stehenden Gendarmen nehmen es mit der Verfolgung 0er Zigeunerbande sehr ernst — einer soll in vier Tagen etwa 200 Kim. Patrouillengänge gemacht haben — und der an einige Bewohner von R o d e n- haus en von einem der Gendarmen gegebenen Anweisung ist die gestrige Verhaftung zu verdanken. Das etwa 24JahrealteZigeunerweib kam nach Rodenhausen, um zu betteln. Es wurde von einem Ortseinwohner fest- gehalten und ins Spritzenhaus gesteckt. Den im Wald harrenden Mann lockten einige beherzte Männer durch die Einladung zu einem Imbiß in das Dors, wo er alsbald ebenfalls sestgehalten wurde. Man benachrichtigte alsbald den Gendarmeriewachtmeister in Wißmar, der gleich hierheriam, die ersten Vernehmungen vornahm und die beiden Verhafteten nach Gladenbach ins Amtsgerichtsgesängnis brachte. Der Mann gibt an, Hermann Weiß zu heißen und am 19. Ott. 1894 zu Deckenbach im Kreise Alsfeld geboren zu sein. Er gibt zu, mit den Gebrüdern Ebender bekannt zu sein, doch will er ihren Aufenthalt nicht kennen und leugnet entschieden, mit dem jüngsten derBrüderEbenderidentisch zu sein, wie auf Grund der Personalbeschreibung im Steck- > orief gegen die Ebender angenommen wird. Hermann heißt auch der jüngste Ebender und nach seinem Steckbrief hat er sich auch früher schon Weiß genannt. Das verhaftete Mädchen nennt sich einmal die Frau und einmal die Braut des sog. Weiß. Einmal sagte sie auch auf Befragen, daß sie den Kerl überhaupt nicht kenne. Man vermutet in ihr eine gewisse Karoline Mettlach, deren Großellern in Darmstadt wohnen. Wenigstens hat die Polizei Kenntnis von einer Karte bekommen, die an einen gewissen Mettlach nach Darmstadt adressiert war. Tarin wird im Zigeuneridiom erzählt, daß es ihnen gut gehe und sie keine Angst hätten, von den Gendarmen erwischt zu werden. Auch wird um die Ucbersendung von Auswcispapieren gebeten. Unterschrieben war diese Karte mit „Mutzli", worunter man den Zigeunernamen der Verhafteten vermutet. Die Antwort war „Postlagernd Bottenhorn" erbeten. Verschiedentlich fand man im Walde Feuer st eilen. Bei einer, die offenbar vor dem zur Verhaftung des Paares führenden Bettelgang nach Rodenhausen b-nutz, worden ist, sand man noch einen Kochtopf mit Speck, Lassen usw. Etwa 100 Schritte davon ist eine zweite Feuerstelle gefunden worden und man ist der Ansicht, daß hier einer der alleren Brüder Ebender gerastet tyat. Es entspricht ganz der Gepflogenheit der geiährlichcn Bande, niemals im g.schwsscnen Trupp auszutreten, aber stets einander so nahe zu bleiben, daß gegenseitige Unterstützung möglich ist. Hoffentlich gelingt es, bald auch noch die beiden auf freiem Fuß befindlichen Ebender — von denen der eine aus Usenborn und der zweite aus Mick)elnau ist, während man von dem Dritten überhaupt nicht weiß, wann und wo er Au» Statt mit Land. Gießen, 10. April 1912. •• II. Kurs mit Kongreß für Familien- - sorschung, VererbungS- und RegenerationS- lehre. Tie Zahl der Anmeldungen ist bis Montag abend auf fast 150 gestiegen. Der EmpsangSabend am Montag war sehr stark besucht und verlief sehr angeregt. Am Dienstag und Mittwoch hielten die Herren Dr. Ke tu le von Stra- donitz, Sommer, Tanne mann und Berliner Vor- träge aus dem Gebiet der Genealogie und der Lehre von der angeborenen Anlage m den verschiedenen praktisch wichtigen Gebieten, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Die Ausstellung m der Klimt ist nicht nur für Fachleute, sondern auch für die weitere Oefsentlichkeit interessant, da sie die verschiedenen Teile deS Programms er- läutert und praktische Familienforschung bringt. Mit Rück-1 I sicht auf daS große Entgegenkommen, daS der Kongreß bei | der Universität und bei der Stadt Gießen gefunden hat, hat daö vorbereitende Komitee beschlosien, den Preis für I Eintritt intl. Katalog während der Zeit von Donnerstag bis SamStag von 9 bis 1 Uhr und */,3 bis 6 Uhr auf I 50 Pfennig festzusetzen und den Besuch der Ausstellung am! Sonntag von 9 bis 1 Uhr für jedermann frei zu machen. Sonntag um 10 Uhr findet eine Führung der Stadiverord- iieten in der Ausstellung durch Profesior Dr. Sommer statt. Wir weisen besonders als für das weitere Publikum interessant auf die künstlerischen Ahnentafelteppiche von A. von! dem Velden (betr. Bismarck, MolUe, Roon, Zeppelin, Goethe, Schiller und andere) hm. — Die formelle Eröffnung des sich anschließenden Kongresses etsolgt am Donnerstag um I ll*/4 Uhr in dec UniüeqiUit. ♦* Die 2 7. Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereins tagt bicr nächsten Freitag und Samstag. Am Freitag fmben mehrere oa^libungen im Realgymnasium Itatt. Daran sa-tietzt sich die BencyUguug der Unwersttätsvibliothek mit Handschriftensammlung. Adenos ist Begrützungsfeier in Steins Garten. SamStag vormittag ist ein Besuch im Museum beabsichtigt. Tie öftenlliche Haupwersammlung linbet in SteinS Garten Halt. Dabei hält Geh. Schulrat Dr. yenfeil-Gießen einen I Vortrag üoer „Die freiere Geftaltung des Unterrichts in den höheren Klassen". ♦* Betrüger. Der zu Wiesbaden geborene Kaufmann Ernst Scyanß hat in letzter Zett unter der Vor- spiegelung, große Plantagen in Brasilien zu be,itzen, junge Leute als Angestellte zu werben gesucht und 2000 Mark Kaution von jedem Bewerber verlangt. Da er sich in Untersuchungshast bejindet, weroen alte, die mit uim in Verbindung getreten sind, gut tun, sich bei der Polizei zu melden. Landkreis Gietzea. △ Staufenberg, U. Apru. uui Veteranenappell , für die Orte der hessischen unb preußischen Umgebung Lollars unb Gießens ist sllr ben 20. April bei GafUvirt Zecher hier geboren ist — sestzuneymeu, baniit bei der jetzt vielfach in Angst lebenden Bevölkerung in den hessischen Wäldern wieder Beruhigung eintritt. Ueber die Verhaftung des Zigeunerpaares wird uns von einem Augenzeugen noch geschrieben: Tie Bauern griffen die Zigeunerin um i3S Uhr auf imb itierrten lie ins Spritzenbaus, um dann bte Festnahme Die Antunst der Kaiserin in vad-Nauyeim. 1 == Bad-Nauheim, 10. April. Vor Ankunft des kaiserlichen Hofzuges fanden sich auf bem Bahnsteig als Vertreter der Bade- und Kurverwaltung Baurat Es er und Kurdirektor v. Franken berg ein, ferner Bürgermeister Dr. Kayser, Kreisrat (Sd)txe^)- hake von Friedberg, Regierungsrat Pustan von der Eisenbahndirektion Frankfurt und Hausmarschall Freiherr von Lynker Punkt 8,10 Uhr lief der kaiserliche vofzug ein. Die Kaiserin entstieg elastischen Schrittes und gmg, gefolgt uon der Hofdame Gräfin Keller und Oberhofmeister Kammerherr Freiherr v. Mirbach, fteundlich grüßend nach dem auf dem Bahnsteig errichteten Fürstenzell. Hier stellte Freiherr v. Lynker die zum Empfang erschrenenen Herren der Kaiserin vor, die mit jedem einige Worte sprach. Ein kaiserliches Automobil brachte die Kaiserin und ibr Gefolge nach dem Sanatorium Groedel. Vor dem Bahnhof und in den zum Haufe Groedel führenden Straßen hatten sich von hier und außerhalb taufende von Menschen emgefun- den, die die Kaiserin mit lebhaften Hurrarufen begrüßten. Aus den Spuren der Sigeunerbanöe Ldender. -- Wißmar, 9. April. Wenn nicht alle Spuren trügen, halten sich die Ge- brüder Ebender, denen der Boden in der Gegend von Schlitz und Fulda durch die wochenlange Verfolgung offenbar zu heiß geworden ist, in den 9 r " ß e n Wa ld e r n nordwestlich von Gießen, zwischen Krofdorf und Gladenbach auf. Seit Wochen treibt sich dort eine Anzahl | sahrender Gesellen herum, die zumeist mit Frauen paarweise die im großen ganzen recht dünn bevölkerte Gegend abstreifen und fich ihren Lebensunterhalt zumeist mit Betteln, daneben aber auch durch Diebstähle, verdienen. Em Haupt- stützpunkt der Bande ist B o t t e n h o r n, wohin sie ihre Briefe usw. postlagernd kommen läßt. Aus seinen Fahrten vermeidet das fahrende Volk es sorgfältig, Gendarmeri^ und Telephonstationen zu berühren. Wird schon hierdurch die Verfolgung sehr erschwert, so ist dies noch mehr dadurch der Fall, daß die Ortseinwohner aus Furcht vor der Rache des Gesindels, bei dem die Schußwaffen sehr leicht losgehen, sehr zurückhaltend in den Angaben über das Tun und Treioen der braunen Gesellen sind und den Behörden entweder gar keine oder nur sehr verspätete Mitteilungen über die Bettelfahrten der einzelnen Bandenmitglieder machen. Immerhin liegen Angaben aus Mudersbach, Salzböden, der Schmelz, Rodenhauscn u. a. Orten vor, die sest- 'stellen ließen, daß es sich im ganzen um vier Manner und lebensoviele Frauen handelt. Man vermutet auf Grund der vorliegenden dürftigen Personalbeschreibung^, daß es sich •um die drei Brüder Ebender und einen Helfershel,er handelt. Letzteren hat man offenbar am vergangenen Mittwoch in Mudersbach verhaftet. Er sitzt in Ehringshausen in Untersuchungshaft, über seine Personalien ist man noch im Wirtshaus durch einen Osrerfrühschoppen zu begehen. | Hier stellte sich bald ein kräftiger Zigeunerburfche ein, der tu dem Umtrunk eingeladen wurde. Man trank dem braunen Gesellen tapfer zu und hoffte ihn voll zu machen, um ihn dann leicht überwältigen zu können. Von der Zigeunerin im Spritzenhaus wurde fein Wort gesprochen, dagegen er- zählte der fremde Gast, daß noch mehr seiner Stammes- genossen im Walde lagern. Nach Stunden des trinkens wurde jedoch der Zigeuner unruhig und erklärte, er musie erst sein Mädchen aufsuchen, das ins Dorf gegangen fei. | Die ^echgenossen beruhigten den Mann um so leichter, als mehrere von ihnen erklärten, sie hätten eine Zigeunerin in ein Haus gehen sehen, worin sie noch weile, und sie seien bereit, ihn dahin zu führen. In Begleitung von vier Hand- festen Bauern gings nun an das Spritzenhaus; sie öffneten dessen kleinere Pforte, man gab ihm einen kräftigen Stoß, so daß er kopfüber in das Gewahrsam hinein flog, dessen Türe man schnell verschloß und zwei Mann zur Sicherheit hinstellte. Nun erst, nachdem man beide Vogel sicher im ! Käsig hatte, wurde an die Gendarmen der Nachbarschaft über den Fang berichtet und diese zur Uebergabe der Gefangenen herbeigerufen. Mtt großem Gefolge wurde das Zigeunerpaar von den Beamten in das Amtsgerichtsgesang- nis nach Gladenbach gebracht. In Gladenbach stellte man fest, welch wichtigen Fang die Bauern aemacht hatten. Von Wißmar aus, von wo ebenfalls der Gendarmerieposten zu Hilfe gerufen war, hatte der Beamte telephonisch vom Bahnhof Meßen eine Autodroschke requiriert; mtt dieser kam er allerdings in R. zu spät an, denn die Koll-egen hatten die Zigeuner schon abgehvlt. Die Autofahrt wurde nach Gladenbach fortgesetzt. Das Gesährt fuhr wieder zurück nach R. wo der Wald nach den übrigen Zigeunern abgesucht wurde. Man fand zwar in einem Schlupfwinkel des Forstes die Reste eines eiligst verlassenen Lagers, aber trotzdem man mittels des Autos nach allen Richtungen die Dörfer der Umgegend mobil machte, und die Wälder abfuchte, waren die Zigeuner verschwunden. Amtlicher Teil. im 76. Lebensjahre. 2G60 Lieh, den 10. April 1912. Trauerbesuche dankend abgelehnt. 2686 Kultursichcl mit Beil (2101) Kmll Karn, Sckmlftrake. 2. ■ Bructi Central-Drogerie zwangsweise gegen bar versteigert werden. Versteigerung ad L teilweise bestimmt,sckL bestimmt. Gießen, am 10. Avril 1012. J.L.: Vogel, Gerichtsvollzieher-Aspirant. 108014 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hermann Köhler Familie Karl Henk. V j Es H der Mühe wert! sich uns. miss. Kat. grat. es^Etom. z. L Gefiügelbof Westfalen, Eiiecfeld (Sieg) D“/. la. Apfelwein garant. naturrein, sow. vorz. Lveicrliug empfiehlt m Flaschen 2501 H. Trech.ler Lteinstraße 48 XeL 581 Jedes Quantum frei Haus. Wieberoerkäufer Rabatt. Giessen (Schiffenberger Weg 10), Wiesbaden, Frankfurt a. M-, 9. April 1912. Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 12. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. Amtlicher Wetterbericht. WetterauSsicbten in Hessen für Donnerstag, den 11. April 1912: Nach vorübergehender Aufheiterung wieder Trübung und Regenfalle. Warnung - vor zu teurem Einkauf Wmdcr. ^nenmatits 2c in prima Qualität zu fabelhaft billigen Preisen empfiehlt Job. Fr. bebaaf. NB. Erfvarung der Laden- miete u. sonst, teuren Spesen. I. M. «chulhof Telephon 119. — Prompter Versand nach auSwarus. (2 Wasserdichte Bugen- 11.ZMM liefert vromvt u. billig u. steht mit Svezialoffert. gern zu Diensten Ludwig Lazarus Asterw.N FernsvrLOö Hochfeinen gewässerten Stockfisch schöne weihe Stücke, LcheWe, Siblin Sauber, Rotzungcn rc. empfiehlt 1162 C.G.Kleinhenn Tel. 66. Badnbofttr. 59. Kartoffeln. Sin Poften vrtma gr. 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Mts., nachmittags 2'/rUdr, sollen dabicr (Wallior- itraire 6) Darmstadt. Haus L Ein halbes Stück Wein, 3 Mille Zigarren, 2 »>ah Branntwein, 1 Büfett, 1 Eisschrank, 2 Klaviere, 1 Schreibtisch, 1 Divan, 1 Vertiko, 1 Sofa, 1 Küchen- v-.iinännRodes Islands, vfUIKIöpHambg. Silber- lack,Reichsbahn. Hnd. Laufenien, vräm. Zucht, LSt.25Pi. Tb«.od.Dabmen, Wurooerg bei M-Gladöach. Erteile Jedem Gratis-Ans- kauft über Selbe t- hellung von Unterleibsbrüchen in 2—6 Woch. ohne Berufsstörung Walter Belitz, Detmold. .^finden firf, t- ■IIen bea (p.^l sb ■ Ä“ k'd i° ’toieleitb, CS '"Ää , eingebaut unh teS fifaffung enlgtgen“ Int(- toeiß, daß ez ?' sondern bah bie iniS"- ^Mnbnis /.durch einfache u la sen unb ihm -en durch einfaches ^ngsarbe zu geben. ™ §rgani|ten bie l^Wi^ig. tmftanbe m, ohne enst °ls Präludium :r w durch die Vor- 'UNS der Organisten n ioigiältigen Weise E aus den Semi- tnote nicht mehr in mgenehm empsunden ung des Organisien chen läßt, wenn es lshüse handeln kann. gefaxt, dem Sviel das Spiel dem Gc- en,_bem mechanischen gestalten, wirb dabei ten bleiben. ‘ifen. il Darmstädter tudent, sowie rwei von dem Falken- ) abgestürzt. Die tieur Karl Lsse, r Kaufmann Karl die nut leicht Der- hrt. Der 20-jährige lrde schwer ber* i gebracht und dort erlaufen und es beten. । im Stadtgarten die fischen Landes* t den Tätigkeitsbericht immige Annahme,, in er gegen einen gwgen Kammer öotgebratpt ie für bie Lehrerschaft )t Tie Entscheidung . nbub-Ofsenbach eibung über die An* ierbibliotheken in den Borslandswahr gewählt. M W letieunen LMÜehrer Zach-Mmr cinltun» tsührern wurden Ul ioll-Lelzn, Joest' , g-Beerfelden, Linlk- mmt. Zur GlündM rin Ausschuß gewählt „“ten. uni,xta„ffi S&s uar begrubt- seit ÖD"^rn8°^ irle unter dm $e[. ■S&sS. Beitrage zur 8ch?rkIlcr,VrkilsEcid, Fabrikation: Wafferdickter Segeltnch-Wageudecken, Pferdedecken u. Schürzen. Nur gute, haltbare Ware. Muster und Preisliste gratis und sranko. 25/o D.R.G.M.N” 280848 ganze Länge 45 cm a.Ertr.-Qual. Stahl. Unübertroffen zur Freistellung v. Kulturen Entfernung v. Forstunkräutern, zu Väutcr ngen, Ausvutzen v.Jagdftiegen.Stck.Ptk.3.76. Ern*t Slelnhau*. LLerdobl L 2Ü. IC8/« Letzte llncbricbten. Ems, 10. April. Der frühere Bürgermeister von Ems August Spanaenberg, der von 1880 bis 1903 hier amtierte, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Konstantinopel, 10. April. Der Kommandant von Benghasi Major Enver-Bay ist zum Mutessarif von Benghasi ernannt worden Kairo, 10. April. Die bei dem Dampfboot-Untergang auf dem Nil Ertrunkenen, deren Zahl übrigens in den ersten Meldungen sehr übertrieben wurde, sind sämtlich Aegypter gewesen. __ vermischtes ♦ Eisenbahnunfall. Am Dienstag mittag ein Ufir entgleiste ein Kurszug der Nebenbahn Mos- ach-Mud au kurz vor Mosbach auf freier Strecke. Die Lokomotive, der Gepäckwagen und der erste Personenwagen stürzten um. Dar Heizer ist tot, der Lokomotiv- führer so schwer verletzt, daß er jedenfalls nicht mit dem Leben davonkommen wird. 10 bis 15 Personen erlitten leichte Verletzungen. — Wie die Deutsche Eisenbahn- detriebs-Gesellschaft Bering u. Wächter mitteilt, sind bei dem Uiiglück aus der von ihr betriebenen Strecke Mosbach- Mudau nur vier Reisende verletzt worden. * Feuer im Auswanderer-Bahnhof. Am Dienstag abend brach in br>t Restaurationsräumen des Aus- war der Aufenthalt im treten g et QrilidLia gerade^ unmöglich. 1 Die Ferstsvrechleitungcn und die elektrischen Lichtleitungen vieler , Gemeinden wurden zerstört. Die Straßen von Gottesberg waren am Sonntag von Mauerwerk, Siegeln, Glasspltttern und zer- brochenen Schaufensterscheiben übersät. "er Sturm trieb bei Wallwitz zwei Radfahrer au, den Bahnübergang, als gerade ein E i l g ü t e r z u g heranbrauste Einer der Radfahrer wurde von der Lokomotive er f a ßt uni) zermalmt, der andere wurde von dem Rad geschleudert, irr blieb aber unverletzt. — Bei Cuxhaven ist die holländische ialk Wllhelmlna" unterhalb deS Neuwerks tm Sturm gesunken. Tie Schiffbrüchigen, zwei Männer, eine 7raU und drei Kinder, wurden von dem Neuwerker Rettungsboot ausgenommen. — Auf dem Mittelgrund beim vierten Feuerschiff ist bet schwerem SudweUsturm der Viermafter 2I(ftcnfee" gestrandet. Er wurde in manövrierunfähigem ^uftanbe durch drei Schlepper nach Hamburg bugsiert. "in Hamburg wurden durch den Sturm an verschiedenen Stellen des Häsens Schuten und andere Fahrzeuge voll Wasser geschlagen und sind gesunken. Mehrere Schsepper rissen sich los und wurden beschädigt. Ein norwegischer Dampfer Varild" kollidierte im Kaiser-Wühelms-Hafen mit dem Dampfer "Brasilia" Beide nmrben leicht beschäbigt. Eine tm Hafen l'.'elegene Straße ist überschwemmt. Sämtliche Kellerräume in den niedrigen Stabtteilen stehen unter Wasser. . Aus Westerland (Sylt, wirb gemeldet: Der in der Nacht herrschende und noch andauernde orkanartige West sturm hat die Wiesen der Insel überflutet unb bie 2 an b u •' ■: 5 - brücke bei Munkmarsch unter Wasser gesetzt. Die >u.a- mente ber bei Westerlanb begonnenen großen Strand. <- uer >-urden durch bie schwere Branbung zerstört. Zwei Da. ji- r am men und eine Lokomobile wurden tm Sande begraben. Aus Helgoland wird gemeldet: Der schon tagelang andauernde Sturm wurde in ber vergangenen Nacht zum O r k a n. Zwei Frachtschiffe sind bereits gesunken, em Schoner auf der Düne gestrandet. Siebzehn Perlon e n konnten noch nachtS von diesen Fahrzeugen geborgen toCrt9Iud) an den anderen Küsten ber Nordsee wütete bet Sturm, unb in einzelnen Teilen Englands richtete er ganz bebeutenben 3(haben an. Zn Manchester wehte ein Sturm eine Mauer um unb begrub fünf Knaben unter ihren Trümmern. Hner wurde getötet, die anbeten wurden schwer verletzt. Zn Gl en Patrik drückte der Sturm ein baufälliges Haus in und begrub einen Mann mit seinen beiden K inder n. 'l l l e w u r d e n getötet. Durch den Stu.m fiel in Reker- oood ein Schubhaus um unb begrub eine Anzahl Knaben, Jin er würbe schwer, fünf leicht verletzt. — Aus llikolai ew wurde gemeldet: Der seit drei Tagen hetr- l.cnbe Sturm artete heute zum Orkan aus. Viele Schiffe er- itlcn Havarien. Mehl- und Zementladungen wurden durchnäßt Der Hafen für die Küstenschiffahrt wurde teilweise on bm Wellen zerstört. Zwei Dampftammen sanFen. ■ er Wassetstand stieg auf 27,5 Fuß. Die Pasfaglerdampfet nnsseii bei Otschakow ankern. ______________________ Ter Versand von Wetnarzet Wasser aus dem K. Minetalbtunncn zu Bad Br ücken au hat auch tm vergangenen Iahte eine erhebliche Steigerung erfahren und ist letzt aur über i/2 Million Flaschen gestiegen. Es ist . dies nur au bie außerordentliche Heilkraft dieses Wassns be» Nietew-, Stein, Gries- und Blasenleiden, sowie bet Gicht zuruckzusuhren. Haus- trinkkuren mit Wetnarzet Wasser sind gerade letzt beim Heran- nahen des Frühlings von größtem Erfolge begleitet, ^as Wer- narjer Wasser, das von den Herren Aerzten sehr gerne ver- orbnet wirb, kommt nur in rein natürlicher Füllung, nne es ber Quelle entfliegt, zum Versand. Vorfchntten für die Haus- trinkkur werden auf Wunsch kostenlos von der Babeverwaltung Brückenau versandt. Rheuma- ttSmuskranke erzielen durch eine Trinkkur im Haufe mit Althnchhoreter Mark- sprudel Starkquelle t afch Erleichterung und Hufe. Die Gelenke werden von Schmerzen u. Schwellungen befreit ber Körper von den Krankheitsstoffen entlastet it die harnfautenAblagetungen beseitigt Von zahlt. Ptoieiso- renu.Äerzten glänzend begutachtet. Ft 95 Pi in der Unt- versitäts-Apotbcke z. gold. Engel u. in den Drogerien C. Seibel, W. Kilbiuger, Aug. Noll, Ctto Schaaf u. Ernst Noll. lei18/! Gartenanlagen jeder Gröhe u. t^orm, sowie alle verkommenden Gartenarbeiten, werden prompt und sauber ausgesührt. 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Wie die Blätter aus Pari- berichten, schoß em alter Bauer in der Gegenb von Brieuse bei Le Puy nach dem Flugzeug des Militärfliegers Gilbert den a für einen Vogel hielt Gilbert, der der Meinung war, daß ihm zu Ehren ein Salutschuß abgefmert worden fei, lietz eine AnzM Ägitationszettel für das Miluarflugwefen herabflattern. Als der Bauer die Papiere erblickte, glaubte er, daß dies Zedern seien und meinte mit Genugtuung: Wenn meine Augen auch nicht mehr ganz jung sind, so habe ich ihm doch eine aufgepfeffert. Kleine Tagerchronil. In Zürich ist die Tochter August Bebels, die Gattin des jüngst verstorbenen Dr. Simon und selbst Aerztin, nirolgc des Todes ihres Mannes geisteskrank geworden, so daß sie in ein Sanatorium gebracht werden mußte. In Teplitz schloß ein Privatier mit drei herabgekommcnen Menschen einen regelrechten Vertrag ab, nach dem ne Tur Kronen seinen reichen Schwiegervater ermorden sollten. Die gedungenen Mörder nutzten den Vertrag zu Erpreflungen aus, bis sie der Privatier in seiner Bedrängnis anzeigte; nun wurden 3u dem gestern bereits gemeldeten DampferzusamMenstoß auf dem Nil wird noch gemeldet: Der gesunkene Vergnugungsdampfer hatte 300 Personen an Bord, von denen viele von anberen Dampfern unb Booten gerettet wurden. Siebzehn Leichen sind bisher geborgen worden. ein Damptzi mit einer Gesellschaft lLtSfftlglern ist nach einer Meldung aus Cairo am Montag abend elf Uhr aus dem N il gesunken. Der „AgenceHavas^zufolgesollen zweihundert Menschen ertrunken sein. . . .. Wie aus Ajaccie gemeldet wird, wurde ut der dortigen Cathedrale ein E in b r u chs d i eb stahl beruht und eine Anzahl wertvoller Gegenstände geraubt. . w . JnSanSebastian wurde wahrend eines Feuerwerks ein Zuschauer durch die Trümmer eines explodierenbeii Feuerwerkskörpers getötet. Eine Person wurde schwer, eine leicht verleg. Der Hauptdeich am Mississippi bei Golbenlake in Arkansas ift gebrochen. Man befürchtet, daß burch das eindringende Wasser gegen 4 5 Ortschaften, wenn auch nur teilweise unter Wasser gesetzt werden. Die bedrohten Plätze sind telephonisch von der brohenben Gefahr verständigt worden. Warum wollen Sie sich noch weiter quälen? ,.l=b.r I«. WM.hb« bleibt u ,1«.II« O™Krt.»n: Stücklm^ebraocb nnd In TanB^nden der KilnzendBtenAntrkennnnirMcbreibeD peprleeen, fei der „Melcuto diS pr^^e äaterinBt Jument der Welt. Jeder Apparat wird Ta« zur Mo»tenloeen Probe verBa,^ a v während dieser Zeit auf Wunsch gern zurückgenommen und Geld^ zurückbezahlt. Der tT*eia de. Annärates ist Mark per Stück Mit versilbertem SchaumiAnger Mark 350. Verangen Sie ao_ foTper Po/iwte e.nen Apparat. Die kleine Ausgabe macht .ich bald bezahlt Versand tlghch durch „Mulcuto^-Fabrlk Pani Müller * Co-, Solingen D"/- Eigenes Hammerwerk und eigene HohleehleUereL — WioderverkAufer geeucht * äßort ''z UW e'ÄsK «in WKÜ- sTrk-Ä &W1 Mexiko 10 April. Die Rebellen eroberten die Stad» Jojutla im Staate MoraloS. Tie Regicrungstruppen machte, einen deftigen Gegenangriff, der noch im : "l Wichtig für die Wcnciunn nach schweren ^Krankheiten ist bie Steigeinng der barnieberliegenben Körverkrane burch navrbM.e und leichi öcvbauliCbe Sveilen. Gibt man ben Rekonvaleszenten ... i niete in Suppen, Gemüsen ober in Getränten wie Milch- Matao- etc., so erhalten sie eine kraiiigenbe, leicht resorbier bare Rabrung von an genehmem Geschmacke. „.Qufeie“ ist babci reizlos unb entba11 keiner' lei Zusätze, bie eventuell nachteilig wirken könnten, so bau es selbst da gereicht werben kann, wo bie Ernährung eine schwierige ist uno nur wenige Speisen zur SlnSwahl stehen. nv Bekanntmachung. Betr.: Die Wahlen zur LandwirtschFskammer. Zur Leitung der am 27. April l. Js. vorzunehmcnden Wahl der Mitglieder zur Landwirtschastskarnrner und zu den AuÄ- schüssen der Landwirtschaftskarnrner für Provinzen hat Grosch Ministerium des Innern auf Grund d^ § 24 btt Wahlorb ming unb bed § 4 ber Satzung der Landwirtschaftskammer foL* genbe Wahlkommissäre ernannt: II. Provinz Oberhesson. 1. Wahlbezirk (Gießen): Großh. Regiemngsrat Welcker zst ^'^2^ Wahlbezirk (Großen-Buseck): Großh. Kreisamtmann Re- aierungsrat "Langermann zu Gießen. 3. Wahlbezirk (Lieh-Hunyen): Großh. StTeiSamtmann Re- aierunasrat Tr. Merck zu Gießen. . 4. Wahlbezirk (Grünberg-Hombrrg): Großh. Negterungs- asfessor Freiherr Schenk zu Schweinsberg zu Gictzen. Welche Orte zu den einzelnen Wahlbezirken gehören, geht aus Seite 78, 79 und 80 der den Großh. Mrgermelstereien über, sandten zusammengestellten Vorschriften hervor. Auf § -1 ber Wahlordnung machen wir noch besonders die hierbei in Betracht kommenden Wahlvorsteher aufmerksam. Gießen, den 9. April 1912. Großherzogltches Kreisamt Gießen. Dr. Ufinget. Hosen i tauft man sehr billig bei Karnbach, Babnbofstr. 27. if werb, rnod.n bill. ff11*1' garniert,Zutaten verw. Empfehle gleichzeitig eine Auswahl Hutblumen. otwtI Naplausgasse 10 III. Stiefmütterchen starke Büsche per St. 3 Pfg., 100 Stück Mk. 2.50. D>°/4 Maaslieb per Stück 5 Pfg., gibt ab Fürstl. Hofgärtuerei Lich. Schellfische nnd Knblian ffL Norbfeeware, Mittwoch unb Donnerstag in lebend frischer Ware eintreffenb. Zakob Maternus Ecke Klinik- und Srautfuricr Straße »“• FlM-u.Sckfische /WrwtW Haematogen Marke „nming aus der Fabrik AdolF Hommel ECc^Hanau.^ ^jbEziEhendurctidieDrD^Erienu.KDlQnialyLaren^eschafle. DrigJIasrte |2MK| emarzer Bad Brückenau Mgl. Bayerisches Mineralbad i.t*Blasen- und Nierenkranken zumBesuch dringende! zu empfehlen; ebenso zur Haus-Trinkkur das aus dem Kgl. Mineralbrunnen zu Ba.d Brückenau Dasselbe ist von hervorragender Heilwirkung bei Harnsaurer Diathese, Gicht Nieren-, Stein , Gries- u. 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Das Wahlrecht von Verbandsangehörigen, die unter Vormundschaft oder Pflegeschaft stehen oder nicht natürliche verfoncr. und, ist von ihren gesetzlichen Vertretern, das Wahlrecht von weiblichen Verbandsangehörigen durch Bevollmächtigte auszuüben. Gin Bevollmächtigter muh denselben Erfordernissen entsprechen, wie ein persönlich Wahlberechtigter, braucht ledoch nicht Verbandsangehöriger zu sein. Er darf nicht mehr als eine Vollmacht übernehmen. Die Vollmacht bedarf der schriftlichen Form und tst von der Bürgermeisterei des Betrievsiitzes des Verbandsangehörigen rollen- pnd stempclfrei zu beurkunden. B10/« Der Wahlvorstand besteht aus Oberbürgermeister Mecum als Vorntzenden, Beigeordneten Keller als dessen Stellvertreter, und den Beisitzern Stadtverordneten Löbcr und Simon. Giesten, den 9. Avril 1912. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Keller. Fichfenstammholz - Berkans. Die Gemeinde Wtgmar verkauft folgendes Iichten- baubolz aus Dillrikt 17 Asselbach im Wege des schrtstlichen Angebots. Los 1 Nr. 1213 und 1214 = 2 Stämme 2. Kl. 2,61 ftitm. Los 2 Nr. 1215 bis 1305 - 91 Stämme 3. Kl. 52,3/ Bltui. Los 3 Nr. 1306 bis 1381 = 76 Stämme 3. Kl. 45,72 gftnt. Los 4 Nr. 1382 bis 1476 = 95 Stämme 4. Kl. 19,52 Jftm. .»«-»^^lu'taStermin gegen Bürgschaft bis 1. November 191.2- Abluorfrill bis i Juni 1912. .>alls Käufer das Holz fconleit lagt, kann die 8rill zur Abfuhr verlängert werden. . ,?'e Gebote find auf jedes cinzeluc Los vro Fstm. bis einfdil. Montag, den 22. April d. Js., an den Unter- zetchneten abzugeben. Gebote auf das gesamte Holz werden nicht bcrucknchtigt. (B10/“ Krofdorf, den 9. Avril 1912. Der Bürgermeister: Brau ii. 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